Skip to main content

The Red Bulletin Juni 2015 - CH

Page 1

schweiz

Abseits des Alltäglichen

Red Bull

FLYING ILLUSION

Angus Young Seit 41 Jahren auf dem Highway to Hell

Die BreakdanceMega-Show kommt nach Zürich!

Andy Murray kämpft mit den Waffen einer Frau

30

Dinge, die Männer lieben

Vollgas!

Juni 2015 CHF 3,80

Angus Young über seine Gitarre, seinen Arsch und Landschaftsmalerei


Infiniti Q50

MIT GEFÜHL UND VERSTAND FÄHRT ES SICH AM BESTEN.

EIN UNWIDERSTEHLICHES ANGEBOT. SERIENMÄSSIG. Die Sportlimousine Q50 verbindet Technologie mit Fahrvergnügen. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenzinmotor garantiert mit seinem hervorragenden Ansprechverhalten ein begeisterndes Fahrerlebnis. Die innovative direkt-adaptive Lenkung sorgt für ein präziseres Handling, während das Infiniti InTouch-Doppel-Touchscreen-System in der Mittelkonsole Ihnen eine einzigartige Fahrkontrolle gibt. Lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf und buchen Sie jetzt eine Probefahrt unter WWW.INFINITI.EU

Kraftstoff verbrauch in l/100 km: innerorts 8,8, außerorts 5,2, kombiniert 6,5. CO2-Emissionen kombiniert: 151 g/km. (Messverfahren gem. EU-Norm).Effizienzklasse: C.


DIE WELT VON RED BULL

26

MENSCH-TORPEDO

Nur du und der Ozean: wie Bodysurfer ohne Equipment die ganz großen Wellen reiten.

CORBIS (COVER), CHRIS BURKARD PHOTOGRAPHY, CLIVE BRUNKSKILL/GETTY IMAGES

WILLKOMMEN! Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal – und Andy Murray. Der Schotte ist das ­eigenwillige, spröde, sture Viertel der „Big Four“ im Welttennis. Aktuellster Coup des Querkopfs, des Siegers bei Olympia und in Wimbledon: Er machte eine Frau zu seinem Coach. Als einziger Athlet an der Spitze einer Weltsportart. Und ließ sich auch von harscher Kritik nicht beirren. Im Red Bulletin-Gespräch erzählt Murray davon, wie er auf die Idee dazu kam, was man von einer Frau besser lernen kann als von einem Mann und wieso ein Trainer-­ Engagement zu einem Politikum werden konnte, weit über das Tennis hinaus. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion THE RED BULLETIN

„Testosteron ist ab einer gewissen Konzentration schwer genießbar.“ ANDY MURRAY, SEITE 58

5


JUNI 2015

AUF EINEN BLICK GALLERY 10 AUGENBLICKE des Monats

BULLEVARD

44

19 WATERLOO Garantiert fehlerfreie Tipps zur Desaster-Vermeidung.

FEATURES 26 Mensch-Torpedo

ANGUS YOUNG

Kalifornien, Hawaii, Tahiti: aus dem Leben der Bodysurfer.

Die AC/DC-Ikone im großen Interview über antike Feldherren und teuflische Gitarren.

38 Heroes des Monats

Panik-Talent, Beachvolleyball-Star, Lady Gagas Mama, Start-up-Guru.

78

44 Angus Young

„Wie der Körper aussieht, das ist egal“: das AC/DC-Mastermind in Interview-Hochform.

50 Red Bull Flying Illusion

WHEELS

Wie man sich auf zwei Rädern als Marc Márquez fühlt. Und wie man zwei Millionen Euro sinnvoll investiert.

RED BULL FLYING ILLUSION

Breakdance trifft Magie: Die SensationsShow Red Bull Flying Illusion kommt endlich in die Schweiz.

72 TRAVEL

In den Kühlturm eines Atomkraftwerks springen? In Südafrika geht das. Macht nicht nur Angst, sondern auch Spaß. 6

64 RHONDA

Rhonda macht alle verrückt, lässt sie nächtelang tanzen und feiern. Was steckt hinter dem Party-Hype in L. A.?

58 Andy Murray

Roger Federers Wimbledon-Rivale im Interview über Männer und Frauen.

64 Rhonda

Im Party-Untergrund von L. A.

ACTION! 72 TRAVEL  Ein Sprung nach Südafrika 73 WATCHES  Die James-Bond-Uhr 74 ENTERTAINMENT  Chris Pratt 76 MUSIC  Raekwon vom Wu-Tang Clan 78 WHEELS  Honda & Aston Martin 79 HOW TO  Kosmonaut sein 80 EVENTS Sommer-Festivals 84 SAVE THE DATE  Was so ansteht 87 ACTIVE STYLE  Was Männer lieben 94 READ BULL  Christoph Ransmayr 96 IMPRESSUM 98 MAGIC MOMENT

THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES, QUALITY LAB SRL, RUUD BAAN, HERMAN VERWEY, LASTNIGHTSPARTY

50

Jetzt in der Schweiz: die sensationelle Breakdance-Illusions-Show.


Spirituose, aus im Fass gereiftem Scotch Whisky mit brasilianischen Limettenschalen versetzt

DRINK RESPONSIBLY


THE RED BULLETIN BACKSTAGE JUNI 2015

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

MARCEL ANDERS

Zielsicher: Fotograf Chris Burkard (li.) im Surf-Einsatz

Schmerz und Wellen auf Tahiti Das Fotografieren brachte sich Chris Burkard als Teenager selbst bei. Heute zählen die Surf-Bilder des 29-jährigen Kaliforniers zu den Ikonen des Genres. Für seine Reportage über Bodysurfer auf Tahiti tauchte Burkhard ohne zusätzlichen Sauerstoff unter den Wellen. Vorteil: „die beste Perspektive“. Nachteil: „Ich schnitt mich am Riff und landete mit einer Staphylokokken-Infektion im Krankenhaus“. Burkard freute sich trotzdem über den Job. „Die Bilder waren den Schmerz wert.“ „Mensch Torpedo“, ab Seite 26.

Der Musik-Journalist aus München schreibt für „Playboy“ und „Rolling Stone“ und interviewte bereits die halbe Rock and Roll Hall of Fame. Sein ausführliches Gespräch mit AC/DCs Angus Young lesen Sie ab Seite 44.

RED BULLETIN WELTWEIT CHRISTOPH RANSMAYR

Die Bücher des Oberösterreichers („Der fliegende Berg“, „Morbus Kitahara“) wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. In seiner Shortstory beobachtet Ransmayr einen vermeintlichen Selbstmörder. Seite 94.

The Red Bulletin erscheint ­aktuell in elf Ländern. Im Bild das Cover der Frankreich-­ Ausgabe mit dem 29-jährigen Ausnahme-Surfer Michel ­Bourez, genannt The Spartan. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

MAKING-OF DAS SHOOTING DES MONATS

„Jede Nacht triffst du hier neue Freaks.“ MERLIN BRONQUES

Begehrt: Nightlife-Blogger und Fotograf Bronques bei einem Rhonda-Event in L. A.

8

Der Blog des US-Fotografen Merlin Bronques (www.lastnightsparty.com) ist ein Flaggschiff der globalen Nightlife-Fotografie. Wir schickten den New Yorker auf Los Angeles’ derzeit wildeste Pop-up-Party. „Ich bin Rhonda“, ab Seite 64.

THE RED BULLETIN


Weniger Luftwiderstand pro cm2 . Mehr Design pro Auto.

DER NEUE MAZDA2 Fahrspass und Effizienz vereint.

Der neue Mazda2.

LEIDENSCHAFTLICH ANDERS. WWW.MAZDA2.CH | WWW.MAZDAREBELS.CH

Neuer Mazda2: Energieeffizienz-Kategorie A — C, Verbrauch gemischt 3,4 — 4,9 l/100 km, CO2–Emissionen 89 — 115 g/km. Abgebildetes Modell (inkl. zusätzlicher Ausstattungen): Neuer Mazda2 Revolution SKYACTIV-G 115, CHF 25 200.—. CO2-Emissionen: Durchschnitt aller in der Schweiz verkauften Neuwagen 144 g CO2/km.


AB U D HAB I , VE R E I N I GTE ­AR AB I S C H E E M I R ATE MARCIN KIN/RED BULL CONTENT POOL

DESERT STORM Bei der Abu Dhabi Desert Challenge ist der Kampf um die Plätze nur Teil der Herausforderung: „Im Wüsten­ sand kannst du dich beim Anstieg jederzeit fest­ fahren“, sagt der Pilot, das ehemalige Skisprung-Ass Adam Małysz. „Oben auf den Dünen hast du fünf Meter hohe Abrisskanten. Wenn du da nicht schräg runter­ fährst, fällst du ins Flache – Ende Gelände.“ Wie man Dünen optimal anfährt? „Geradeaus und mit Vollgas!“ www.abudhabidesertchallenge.com Bild: Marcin Kin

11


J E RU SALE M , I S R AE L

Eigentlich kam MTB-Pro David Cachon nach Israel, um bergige Singletrails zu befahren. Aus dem ­geplanten Zwischenstopp in Jerusalem wurde aber ein ganzer Tag: „Es war eines meiner schönsten ­Erlebnisse auf dem Rad. Ich konnte an Orten biken, die Teil der Geschichte der Menschheit sind. Vor ­allem die alten Mauern laden zum Droppen und ­Balancieren ein.“ Und die Locals? „Blieben cool und beachteten mich kaum.“ Auch wenn manch einer sein Interesse nicht gänzlich verbergen konnte. rosebikes.de Bild: Ismael Ibañez Ruiz

12

ROSE BIKES

CITY BIKER


K APRU N , Ö STE R R E I C H

ZAPFENSTREICH Buchstäblich unter die Haut gehen soll dieses Bild, das der österreichische Fotograf Markus Berger mit dem Eiskletterer Rudolf Hauser in der SigmundThun-Klamm nahe Kaprun schoss. Warum? „Weil ich in dieser Aufnahme ausschließlich UV-Strahlung aus speziellen Lichtern einsetze“, erklärt Berger, „und die reflektiert andere Pigmente als normales Licht.“ bergermarkus.com Bild: Markus Berger

14


LAPINHA DA SERRA, BRASILIEN MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

HOMERUN „Home, sweet home! Fantastische Routen, Süßwasser­ strand und Wasserfälle!“, freut sich die brasilianische Ultrarunnerin Fernanda Maciel in ihrem Blog über ihr Training in der Lapinha da Serra, einem Paradies für Extremläufer bzw. Menschen, denen bei Distanzen ab 100 Kilometern das Herz warm wird. Apropos: ­Fernanda ist die erste Frau, die den 860 Kilometer langen J­ akobsweg nicht pilgernd in fünf Wochen zurück­legte, sondern laufend – in zehn Tagen. www.fernandamaciel.es Bild: Marcelo Maragni

17


Der Geschmack tropischer Fr端chte. Die Fl端Gel von reD Bull.

Nur DieseN sommer

THE RED BULL SUMMER EDITION.


2 0 0 JA H R E WAT E R L O O und wie du dein totales Desaster verhinderst

NAPOLEON verlor am 18. Juni 1815 seine letzte Schlacht.

JOHNNY DEPP

FLUCH DER FEHLER Ist das noch dein Ernst, Johnny? Wie konnte es nur so weit kommen? Ein offener Brief.

STUDIOCANAL, GETTY IMAGES(4)

Dear Johnny! Es reicht. Du warst ja schon als der Hutmacher in „Alice im Wunderland“ nicht mehr lustig, aber dass du uns „Mortdecai“ ­zugemutet hast, übersteigt nun unsere Toleranzgrenze. Mittlerweile erscheint deine Rollenwahl so ranzig wie die Butter in deiner Frisur. Bitte: Such dir mal wieder eine Herausforderung!

Hier drei Rollen, mit denen du dich wieder aufrappeln kannst. Aber achte auf den richtigen Regisseur! THE RED BULLETIN

Was ist weniger aufgezwirbelt als die Handlung von „Mortdecai“? Johnny Depps Schnauzer.

SAMURAI of the Pacific

SHERLOCK of the Channel

SPARROW of the Milky Way

Im Japan des 15. Jahrhunderts raubst du als böser Samurai Hitachi Hanzo die Seelen deiner sechs Brüder. REGIE: Quentin Tarantino

Eine attraktive Witwe beauftragt dich, den Mord an ihrem Lord zu lösen. Bettgeschichte! Plot Twist! Showdown! REGIE: Spike Jonze

Ein Reboot von „Fluch der Karibik“. Aber in der Zukunft. Im Weltall. Mit Aliens. Und Leo DiCaprio. Bitte. REGIE: J. J. Abrams

19


BULL

E VA R D WAT E R L O O

Die falsche Entscheidung

DIESER EINE KLEINE FEHLER Eine falsche Entscheidung, und das Schicksal schlägt gnadenlos zu. Aber: Wir können aus der Geschichte lernen. Wie es nicht geht. Millionen im Müll

Wer will schon „Pretty Woman“ sein?

Der Fehler In Pennsylvania kauft ein Mann 25 Lottoscheine. Am Lostag verliest er sich, wirft alle in den Müll. Und verliert: 1,25 Millionen Dollar.

Der Fehler Molly Ringwald zieht es vor, auf ein besseres Rollenangebot zu warten. Julia Roberts sagt: „Danke!“

Die Lehre Lass den Müll noch ein paar Wochen in der Wohnung stehen.

Die Lehre Wer ist Molly Ringwald?

Bier um 10 Cent für Baseball-Fans

Extrem: Wrestler, die Football spielen Der Fehler Wrestling ist super, NFL ist super. Wie super muss erst beides ­zusammen sein: eXtreme Football.

Der Fehler Die Cleveland-IndiansFans haben bald ein paar Biere zu viel intus. Und verwüsten 1974 ihr Stadion aus Ärger über den Spielstand.

Die Lehre Never mix two winning teams! Manche Dinge lässt man besser, wie sie sind.

Die Lehre Je betrunkener deine Fans, desto besser musst du spielen.

Große Dinge sind leicht zu übersehen

Oligarchen aller Länder, vereinigt euch nicht

Der Fehler Der holländische Seefahrer Willem Janszoon entdeckt 1606 Aus­ tralien. Findet es aber viel zu heiß. Dann kommen die Engländer …

Der Fehler Dmitri Rybolowlew will nach 27 Jahren Ehe nicht eine Milliarde Dollar zahlen. Am Ende kostet ihn die Scheidung über drei Milliarden.

Die Lehre Wozu immer der Erste sein?

Die Lehre Spare Geld: Sei großzügig!

Russisches Amerika

Aktien? Nein, bezahlt mich lieber in bar!

Der Fehler Der Zar ahnt 1867 nichts von Gold und Erdöl und verkauft Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die USA.

Der Fehler Ronald Wayne gibt 1976 seine 10 % an Apple zurück. Für 800 Dollar. Heutiger Wert: 30 Milliarden. Die Lehre Geld macht eh nicht glücklich. Arbeiten ist auch schön.

Was Neues? Ach was! Der Fehler „The Sixth Sense“ hat was. Also dreht M. Night Shyamalan noch sechs Mal den – mehr oder weniger – gleichen Film. Die Lehre Nur nicht überraschen.

TROJANISCHES PFERD

Der Fehler Die Verpackung ist wirklich toll. Der Inhalt leider tödlich. Die Lehre Geschenke kannst du dir schenken. Du findest eh nie das richtige. Und die, die du kriegst, machen nur Ärger.

Die Lehre Verkaufe niemals Land! Auch wenn dort gar nichts wächst.

Bankenpleite Der Fehler Subprime Mortgage – was auch immer das ist – klingt super, alle kaufen das jetzt! Als die ImmoBlase platzt, ist Lehman Brothers 600 Milliarden Dollar los und bankrott. Die Lehre Kauf nur Sachen, von dene­n du etwas verstehst.

Vor der Schlacht

Nach der Schlacht

Mon général,

Waterloo?

20

Das war doch kein Waterloo! Mein wahres

Waterloo

GETTY IMAGES

heute ist ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben.

DIETMAR KAINRATH

K A I N R AT H

war St. Helena.

THE RED BULLETIN


BULL

E VA R D WAT E R L O O

Die ewigen Zweiten

MICH GIBT ES NOCH Einst waren sie Mitglied ­berühmter Pop-Groups. Und dann … passierte nichts.

1. JESSICA SUTTA Kennt überhaupt jemand eine ­andere Pussycat Doll als Nicole Scherzinger? Ab heute kennst du zumindest Jessica. Ihrem DebütSoloalbum „Feline Resurrection“ – Auferstehung der Katze – solltest du eine Chance geben.

2. MEL B Das Ex-Spice-Girl würzt heute eine Talentshow-Jury.

3. KELLY ROWLAND

MAMS TAYLOR, GETTY IMAGES(2)

Die Nicht-Beyoncé blieb Destiny’s Stiefkind.

JESSICA SUTTA Es gibt einen Grund, warum Katzen Einzelgänger sind – bringt mehr Aufmerksamkeit.

THE RED BULLETIN

21


BULL

E VA R D WAT E R L O O

GEFLOPPTE GADGETS

Ehrenrettung

VERGESSENE HELDEN Geschichte ist nicht fair: Diese Pioniere schufen Großes – und gingen am Ende fast leer aus.

IRREN IST TECHNISCH Auch die namhaftesten Firmen hauen mal danebe­n. Und wie!

APPLE NEWTON Der Opa des iPads nervt 1993 mit Stift, unausgereifter Handschrifterkennung und lausiger Rechenleistung. Kein guter Job!

1. Der Weltenentdecker

SONY BETAMAX Besser als VHS. Verliert dennoch den Kampf um die Videoweltherrschaft der 1980er. Wär als Alphamax erfolgreicher gewesen.

Hugh Everett, Physiker

Als Everett 1956 seine Arbeit über Parallelwelten veröffentlichte, erklärten ihn die Kollegen schlicht für verrückt. Das war zu viel für ihn, er kehrte der Wissenschaft den Rücken. Heute sind Everetts Theorien anerkannt.

MICROSOFT ZUNE Der Möchtegern-iPod. Wegen des komplizierten Kopierschutzes praktisch unbrauchbar. Heute schon fast wieder Kult.

Wenn ich über mich selbst siege, bin ich dann ein Verlierer?

Russ Meyer Regisseur Brüste – plus Parodie. Früher als Schmuddelware verlacht, laufen Meyers Meisterwerke heute in Cinematheken auf der ganzen Welt.

22

3. Der Kaffee-König

Eric Favre Erfinder Favre erfindet 1970 die Kaffeekapsel, Nestlé setzt aber auf Instantkaffee. Die Kapsel gerät zum Flop. Heute ist sie ein Milliardenerfolg.

4. Das LowBudget-Logo

Carolyn Davidson Designerin 35 US-Dollar zahlt Nike der Studentin für das berühmte Logo. Deal ist Deal. Jahre später gab es Aktien als Dankeschön.

5. Der ein­ same Fotograf

NASA, AKG-IMAGES, GETTY IMAGES(3)

2. Der Porno-­ Pionier

DIETMAR KAINRATH

DIALOG DER DOSEN

Hercule Florence Maler 1833 erfindet Florence in Brasilien die Fotografie, erzählt aber keinem davon. Die Lorbeeren ernten deshalb ganz andere. In Europa.

THE RED BULLETIN


BULL

E VA R D WAT E R L O O

Falsche Prognosen

ES WIRD . .. EIN FEHLER Diese Experten haben die Zukunft vorhergesagt. Und sich schwer geirrt. PROGNOSE:

PROGNOSE:

„In spätestens fünf Jahren werden Frauen ihren Busen enthüllen.“ MONOKINI-ERFINDER Rudi Gernreich aus Wien glaubt 1962 fest an eine Mode-Revolution. Er sollte sich irren. Ewig schade!

„Es wird nie ein größeres Flugzeug geben.“ EIN BOEING-INGENIEUR nach dem ­Jungfernflug der zweimotorigen Boeing 247 mit zehn Sitzplätzen im Jahr 1932. PROGNOSE:

„Gitarrenbands sind auf dem ab­s teigenden Ast!“ DICK ROWE, Talent-Scout der Platten­ firma Decca Records, erteilt den Beatles 1962 eine Abfuhr. PROGNOSE:

„Welchen Vorteil soll das bringen, irgendwo ein paar Stunden früher zu sein?“

IMAGO

FRIEDRICH WILHELM III., König von Preußen, glaubt 1838 weder an die Eisenbahn noch an die Beschleunigung der Zeit.

THE RED BULLETIN

23


BULL

E VA R D WAT E R L O O

Spiel des Lebens

DEIN PERSÖNLICHES WATERLOO Kämpfe für die Liebe! Oder opfere alles der Karriere. Finde deinen Pfad durch das Schlachtfeld des Lebens. Aber wähle mit Bedacht, denn jeder Zug kann dein letzter sein.

Du sprühst vor Tatendrang und übernimmst drei neue Projekte gleichzeitig. Du prahlst mit deinen Skills und dem Erfolg.

Deine Kollegen und dein Chef verlieren den Respekt vor dir.

Du bist be­ scheiden und hältst dein Kön­ nen geheim.

Ja, klar! Her mit der Kohle! Und der ­Karriere! Freundin? Lernst du in der ­Arbeit kennen. Sicher!

Starte hier, wenn dir

GELD

Keiner nimmt dich ernst. ­ZURÜCK AN DEN START!

wichtiger ist.

Aber du ­ eharrst auf b ­einer fetten Ge­ haltserhöhung. Karrieeere!

JA! Du setzt dich durch. Dafür musst du die neue, junge Praktikantin einschulen.

GAME OVER! Vielleicht haben deine Kinder ja mehr Erfolg.

Dein Chef k­ ündigt dich. ­Deinen Job kriegt die infame Prakti­ kantin. Für weniger Geld.

Du hast eine Affäre mit ihr. Du hasst sie zutiefst.

Blöd, dass sie trotzdem deine Ideen stiehlt.

Du bringst ihr nichts  bei. 24

THE RED BULLETIN


Deine Freundin liebt es, dass du endlich so viel Zeit mit ihr verbringst, wie sie will.

Du genießt die Beziehung, lässt dich richtig gehen. Sie aber vermisst die Spannung in der Beziehung, es ist ihr zu viel Harmonie.

Du erkennst, dass ihr gar nicht zusam­ menpasst.

Natürlich, was gibt es Schöneres! Du arbeitest nur noch zwei Tage die Woche.

Doch lieber Karriere? ZURÜCK AN DEN START!

Du reagierst in Panik und kleidest dich komplett neu ein.

Starte hier, wenn dir

LIEBE

Dein neues Ich gefällt ihr nicht. Sie sagt, früher war irgendwie alles besser.

wichtiger ist.

Das Aus für die Liebe. ZURÜCK AN DEN START! Deine Liebste fühlt sich vernach­ lässigt. Und verlässt dich. Für deinen neuen Chef. Du suchst dir ­einen Job. Und ­arbeitest wieder wie verrückt.

Du ver­ zweifelst und verlässt sie.

Sie sagt, du bist so langweilig geworden. Und dass du zu wenig Kohle verdienst.

Du bemühst dich und wirst ihr Schoß­ hündchen.

ONLINE-PETITION Die künstliche Intelligenz ist im Kommen. Damit KI für die Menschheit nicht zum Water­loo wird, haben wir eine Online-Petition gestartet. Die zehn Gebote des Überlebens quasi. Mit einem „Like“ rettest du die Welt! Mach mit auf: www.redbulletin.com/petition THE RED BULLETIN

25


Bodysurfer Mark Cunningham in einer Welle bei ­Teahupoo, was übersetzt „Kopf abschneiden“ oder „gebrochener Schädel“ ­bedeutet. Bodysurfing ist in diesem Riff besonders gefährlich. Mark lässt die Gefahr aber kalt.

26

THE RED BULLETIN


TEXT: STEVE ROOT BILDER: CHRIS BURKARD

MENSCH TORPEDO


„ K AUM WER KENNT DAS WASSER BESSER ALS BODYSURFER. ABER SIE BEKOMMEN NICHT DEN RESPEKT, DEN SIE VERDIENEN.“ 28

THE RED BULLETIN


K

eine Surfboards, auf denen du reiten kannst. Keine Bodyboards, auf denen du rasten kannst. Kein JetSki, dessen Motor dir gegen die Monsterkräfte von Mutter Natur hilft. Keine Leinen, die dich an dein Equipment schnallen – einfach weil da kein Equipment ist. Nur ein Paar Flossen, eine Welle und pures Adrenalin. „Bodysurfing ist Minimalismus. Die reduzierteste Spielart, den Ozean zu erleben“, sagt Fotograf Chris Burkard. Und er weiß, wovon er spricht. Er verdient sein Geld unter anderem damit, AbenteuerSportarten zu fotografieren, Surf-Trips nach Russland oder Island mit seiner Kamera zu begleiten. Oder, wie diesmal, unter den gigantischen Wellen Tahitis zu warten, um Unterwasserfotos von menschlichen Torpedos zu schießen. Burkard schloss sich dem Filmproduzenten und Big-Wave-Surfer Keith Malloy auf dessen Weltreise an, die ihn für den Film „Come Hell or High Water“ und das Begleitbuch „The Plight of the Torpedo ­People“ nach Maine, Kalifornien, Hawaii, Neuseeland und Tahiti brachte. Teils mit dem Ziel, jene ­Fotokunst entstehen zu lassen, die man auf diesen Seiten auszugsweise sieht. Und teils mit dem Ziel,

die Grenzen der Athleten zu pushen, die sich diesem unterschätzten Sport verschrieben haben. Bodysurfing ist die elementarste Form des Surfens. „Wenn du je in den Ozean gestiegen oder in eine Welle gesprungen bist, dann bist du ein Bodysurfer“, sagt Burkard. „Jeder hat es irgendwann schon mal gemacht, seit der Mensch in seiner Existenz auf dem Planeten mit dem Meer in Berührung kam.“ Doch nur eine Handvoll tut das mit der Klasse, der Eleganz und dem Wagemut von so legendären Wassermenschen wie dem hawaiianischen Rettungsschwimmer Mark Cunningham, Wettkampf-Bodysurfer Mike Stewart, dem hawaiianischen Szene-­ Guru Chris Kalima und Keith’ Bruder Dan Malloy, der ebenfalls Big-Wave-Surfer ist. „Niemand kennt das Wasser besser als Body­ surfer“, sagt Burkard. „Aber sie bekommen nicht den Respekt, den sie verdienen. Sie verstehen die Strömungen, die Sonne und die Gezeiten. Sie haben eine starke Verbindung zum Ozean. So esoterisch es auch klingen mag, es trifft absolut zu: Du musst als Bodysurfer Teil deiner Umgebung werden, sonst kannst du dich verdammt schlimm verletzen.“ Das ist besonders in Tahiti der Fall, wo die aus sehr tiefen Gewässern anrollenden Wellen über ­einem flachen Korallenriff brechen – brutal und ­gnadenlos. „Es ist wahnsinnig viel Wasser und wahnsinnig viel Energie, die sich da aufs Riff entladen“, sagt Burkard. „Die schlimmste Welle für einen Bodysurfer überhaupt. Aber diese Jungs wollten wissen, ob es machbar ist. Und sie haben es geschafft. Das mitzuerleben war richtig cool.“ „Ich hatte nie zuvor so klares Wasser gesehen“, erzählt Burkard von dem Tauchgang an jenem Tag. „Ich holte tief Luft, tauchte unter und versuchte die Jungs zu erwischen, wie sie dem Wellenrücken folgten. Ich vergaß komplett, wie lang ich schon ­unten war, und dachte mir plötzlich: ‚Oh, mir ist die Luft ausgegangen, ich sollte schnell zur Oberfläche.‘ Doch ich wollte keinen einzigen Moment verpassen, weil es so einzigartig war, so abstrakt. Es war ein großartiger Tag, unvergesslich.“ chrisburkard.com


Oben und rechts: Bodysurfer Keith Malloy inmitten der Urgewalt einer „tahitianische Barrel“ genannten ­Wellenröhre. Unten: Ein Paar Flossen und eine perfekte Welle reichen Bodysurfern für einen vollkommenen Tag.


„DA GIBT ES SO EINE STARKE VERBINDUNG ZUM OZEAN. DU MUSST TEIL DES WASSERS WERDEN, SONST KANNST DU DICH GANZ ÜBEL VERLETZEN.“

Oben: Rettungsschwimmer und Bodysurfer Mark Cunningham ist halb Mensch, halb Fisch. Ganz oben: Durdam Rocherolle, begeisterter Bodysurfer aus San Diego, überlebte ein blutiges Aufeinandertreffen mit dem Riff. Links: Chris Kalima stürzt sich in eine gewaltige Welle, während hinter dem Horizont die Sonne untergeht.

31


Chris Kalima zeigt, woher der Begriff „menschlicher Torpedo“ kommt.

32

THE RED BULLETIN


„ ES IST EINE RIESIGE MENGE WASSER UND ENERGIE, DIE SICH DA AUFS RIFF ENTLADEN. DIE SCHLIMMSTE WELLE FÜR EINEN BODYSURFER ÜBERHAUPT. ABER DIESE JUNGS WOLLTEN WISSEN, OB ES MACHBAR IST.“ 34

THE RED BULLETIN


Keith Malloy und die Unterseite einer „Tahitian Barrel“


„ WENN DIE JUNGS IHRE ARME AN DIE SEITE LEGEN UND SO ZUR OBERFLÄCHE GLEITEN, SEHEN SIE AUS WIE TORPEDOS.“


Links: die Crew auf dem Weg zur Action. Linke Seite: Mike Stewart nach einem perfekten Ritt. Unten, kleines Bild: Mit Sonnenbrand, entz端ndeter Verletzung nach einer Kollision mit dem Riff und einer Festplatte voll unglaublicher Aufnahmen macht sich Chris Burkard nach der Fotosession mit den menschlichen Torpedos auf den Weg zur端ck in die Zivilisation.

37


HEROES

„HELDEN NEHMEN DINGE LEICHT“ EMMA STONE war Spider-Mans Flamme und Birdmans Küken, ehe sie der Liebling des Broadways wurde. Sie verdankt das nicht zuletzt ihrem ­Talent für Panik. Text: Rüdiger Sturm

38

gen. Immer nur nein, nein, nein hören.“ Und wie haben Sie danach wieder zu fliegen gelernt? Schon zwei Wochen danach bekam ich die Rolle in „Super­ bad“. Die veränderte mein ­Leben für immer. Das hat mich gelehrt, zu versuchen, aus schwierigen Situationen das Beste zu machen. Haben Sie da ein Beispiel für uns? Ich leide an Panikattacken, seit ich acht bin. Zwei Jahre ging ich zu einem Psychothera­ peuten. Das half mir, mich selbst klar zu sehen. Nur die­

Resultat. Als Schauspieler bist du da in einer merkwürdigen Situation: Die eine Hälfte von dir will dich vor deiner natür­ lichen Sensibilität schützen, und die andere weiß, dass du genau das brauchst, um deinen Job gut zu machen. Wie bleiben Sie mit dieser dünnen Haut im Hollywoodwahnsinn normal? Zum Glück habe ich Leute, die ich liebe und denen ich ver­ traue. Und die Beziehungen in meinem Leben haben gegen­ über meiner Arbeit absolute Priorität. Aber ich will auch gar keine dicke Haut bekom­ men. Du merkst, wenn das mit Schauspielern passiert. Es ist so, als würde ein Nilpferd spielen.

„DU SIEHST, WENN SCHAUSPIELER EINE DICKE HAUT BEKOMMEN. ES IST, ALS WÜRDE EIN NILPFERD SPIELEN.“ ser Hang, mich selbst fertig­ zumachen, der blieb. Und ich kann ganz schön nervös werden. Aber ich habe eben auch diese Bewältigungs­ mechanismen. Wie sehen die aus? Einer der besten geht so, dass du dir vorsagst: „In 98 Prozent der Zeit ist alles okay. Ich ­kriege jetzt keine Panik. Ich sitze auf einer Couch mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Wenn ich Essen will, kann ich es haben. Bin ich okay? Ja,

anlagung nicht der völlig falsche Beruf? Im Gegenteil. Die Schau­ spielerei ist ein Bewältigungs­ mechanismus. Ich habe viele Emotionen und eine dünne Haut, eine harte Kombination eigentlich, aber mein Job hilft mir, sie produktiv zu nutzen. Natürlich können Rollen auch Panik fördern, wenn die Her­ ausforderungen zu hoch sind. Aber je verletzlicher du bist, je mehr Angst du hast, desto besser ist normalerweise das

Sie haben in „The Amazing Spider-Man 2“ die Freundin eines Superhelden gespielt. Könnten Sie einen Helden gebrauchen, um mit dem realen Leben fertig zu werden? Das hängt davon ab, was er für eine Art Held ist. Ich suche jemanden, der lacht, wenn du hingefallen bist. Denn ich mag Menschen, die die Dinge leichtnehmen. Das sind meine Helden im täglichen Leben. twitter.com/emmastoneweb THE RED BULLETIN

CAROLYN COLE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

T

he red bulletin: „Birdman“ brachte Ihnen die erste ­Oscar-Nominierung Ihrer Karriere, die Kritiker feierten Sie für Ihr Broadway-Debüt „Cabaret“. Aber da ist etwas noch faszinierender an Ihnen … emma stone: … ach ja? Das Tattoo auf Ihrem Handgelenk. Was nicht viele wissen: Es wurde von Paul McCartney speziell für Sie entworfen. Verraten Sie uns, was es bedeutet? Das sind zwei Vogelfüße, ­wegen des Lieblingssongs meiner Mutter, „Blackbird“ von den Beatles, und wegen der großartigen Zeile darin: „Take these broken wings and learn to fly“. Ihnen wurden die Flügel ­gebrochen? Zu Beginn meiner Karriere sprach ich für die TV-Serie „Heroes“ vor. Bevor ich hin­ einging, hörte ich durch die Wand, wie man dem Mädchen vor mir sagte: „Du hast die Rolle. Du bist die Beste.“ Das war Hayden Panettiere. In diesem Moment brach vieles in mir zusammen. Ich dachte: „Fuck, ich werde mein ganzes Leben lang nur Absagen krie­

ich bin okay. Keine Angst. Nie­ mand stirbt.“ Okay, das ist ein recht kurzer Weg von der Kaffeetasse zum Tod. Ist der ein so großes Thema für Sie? Als ich jünger war, hatte ich eine Schwäche für alles Gru­ selige. Ich ging auf Friedhöfe. Und das alles interessiert mich noch immer, nicht auf negative Weise. Wenn du dir klarmachst, dass deine Zeit begrenzt ist, lebst du viel bewusster. Warum soll ich mir über alles andere Sorgen machen? Die wahre Realität ist der Tod. Und damit hat er etwas seltsam Beruhigendes an sich. Ist die Schauspielerei bei Ihrer emotionalen Ver­


Ab 3. September ­sehen wir Emma Stone auf der Leinwand wieder: In „Aloha“ verdreht sie Bradley Cooper den Kopf.


HEROES

„BITTE VERKRAMPFT EUCH NICHT!“ SEAN ROSENTHAL ist einer der großen Stars der

neuen Swatch Beach Volleyball Major Series. Er verrät uns, wie man Matches gewinnt.

Text: Ann Donahue

the red bulletin: Am 2. Juni beginnt die Swatch Beach Volleyball Major ­Series im kroatischen Poreč. Vorfreude auf die Eröffnung der neuen Saison? 40

sean rosenthal: Die ein­ zige kroatische Stadt, in der ich bisher gespielt habe, ist Zagreb – also mitten am Fest­ land. Darum kann ich’s kaum erwarten, an diesem genialen Ort am Strand zu spielen. Ich schätze, die Fans werden es krachen lassen und das ­Stadion bis auf den letzten Platz füllen. Beachvolleyball ist ein Sport, den man als Fan live viel intensiver erlebt als im TV … Seht ihr euch bei solchen Auftritten dann auch als Botschafter eures Sports? Auf jeden Fall. Den Funken

Schule gehen konnte, weil ich spielen musste. Nicht jeder, der auf einem Beach auf einen Ball drischt, hat Ihr Talent. Aber verraten Sie uns ein paar Tricks, die aus jedem von uns einen besseren Beachvolleyballer machen? Das Allerwichtigste: Über­ treibt es nicht mit der Härte eures Schlags. Es bringt nichts, meinem Partner Phil oder Kerri Walsh Jennings nachzueifern. Tut das, worum es geht: Geht raus aufs Feld, bewegt eure verdammten Füße, haut euch rein, so gut ihr könnt, und konzentriert euch auf das Spiel. Und auch sehr wichtig: Seid nicht ver­ bissen da draußen auf dem

„WIR SIND DARAN GEWÖHNT, DIE GEJAGTEN ZU SEIN. WIR LAUFEN MIT EINER ZIELSCHEIBE AUF DEM RÜCKEN DURCH DIE GEGEND.“ überspringen zu lassen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben bei der Swatch Serie. Egal ob Lokalmatadore unter den Favoriten sind oder nicht, wie zum Beispiel in Kroatien. Sie und Phil Dalhausser, Ihr Partner, gehen in so gut wie jedes Match als Favoriten. Hat dieser Erwartungsdruck irgendeine Auswirkung auf euer Spiel? Die Frage ist, ob du zulässt, dass der Druck etwas ändert. Wir spielen jetzt seit ein paar

sich das bis heute in meiner Einstellung nieder. Schon mit sechzehn qualifizierten Sie sich für Ihr erstes großes Turnier. Sie waren wohl auch nicht der Typ, den die Begegnung mit Weltklasse-Athleten verschreckt hat? (Lacht.) Im Gegenteil. Es gab nichts Tolleres für mich, als im Spielerzelt mit Leuten wie Olympiasieger Karch Kiraly oder Mike Dodd abzuhängen. Ich genoss das alles einfach. Auch dass ich nicht in die

Strand. Bitte verkrampft euch nicht. Habt Spaß! Angenommen, ich habe Lust auf ein Match, bin aber allein am Strand. Ist es okay, einfach ein paar Spieler anzuquatschen und zu fragen, ob ich mitmachen kann? 90 Prozent der Leute werden es cool finden, dass du auf­ tauchst. Und über die rest­ lichen zehn Prozent brauchst du nicht lange nachzudenken. www.swatchmajorseries.com THE RED BULLETIN

JOSH GLAZEBROOK/RED BULL CONTENT POOL

S

ieht man Sean ­Rosenthal beim Beachvolleyball­ spielen zu, schie­ ßen einem unwei­ gerlich ein paar Fragen durch den Kopf. Zunächst mal: Wie un-glaub-lich hoch kann dieser Mann eigentlich springen? (Es sind 106 Zenti­ meter.) Wer macht solchen Heidenlärm, wann immer er am Ball ist? (Sein Fanclub, Rosie’s Raiders, die ihn tat­ sächlich weltweit zu seinen Matches begleiten.) Und soll ich im nächsten Spiel auf ihn und seinen Partner Phil ­Dalhausser wetten? (Keine schlechte Idee: Das Duo ­gewann auf der FIVB Tour 2014 drei Titel und feierte die meisten Siege aller Teams.) Rechtzeitig zum Sommer­ beginn teilt Rosenthal mit uns die wichtigsten Tipps für den gewinnenden Auftritt am Strand. Und verrät, wieso ihn hohe Erwartungen nicht belasten.

J­ ahren da oben. Wir sind daran gewöhnt, die Gejagten zu sein. Wir laufen mit einer Zielscheibe auf dem Rücken durch die Gegend (lacht). Man darf sich nicht verrückt machen lassen, muss sich einfach auf das Wesentliche konzentrieren: rausgehen, das Beste geben … und alle anderen schlagen. Hatten Sie dieses Selbstvertrauen immer schon? Oder kam das erst mit den Erfolgen? Ich kenne es nicht anders. Ich bin in Kalifornien aufgewach­ sen, habe Sport gemacht oder war am Strand. Mit vierzehn hab ich die beiden Dinge dann einfach kombiniert, Sport und Beach. Wahrscheinlich schlägt


Sean Rosenthal, 34, Beachvolleyball-­ Gejagter: „Bewegt eure verdammten Füße!“


HEROES

„DENKEN WIE EIN FORMEL-1-PILOT“ JÜRGEN FURIAN ist Mitbegründer des Wiener

E Róisín Murphy, 41, ­Ex-Moloko-Sängerin: „Jeder Moment ist voll Inspiration.“

„KEINE ANGST VOR DEM LEEREN BLATT“ RÓISÍN MURPHY ist Lady Gagas geistige Mutter.

Sie weiß, wie man Kreativität erzwingt.

the red bulletin: Für Ihr neues Album „Hairless Toys“ haben Sie in nur einem Monat dreißig komplette Songs ­geschrieben. Woher nehmen Sie so viel Inspiration? róisín murphy: Jeder Moment des Lebens ist voller Inspira­ tion. Du musst dir dessen nur bewusst sein. An einem Tag ­während der Aufnahmen fühlte ich mich richtig ausgebrannt. Und am nächsten schrieb ich genau darüber einen Song. Verstehe, aber kann man Kreativität wirklich erzwingen? Nach zwanzig Jahren im Musikgeschäft habe ich die Angst vor dem leeren Blatt verloren. Denn das leere Blatt gibt es nicht. Nur das Blatt, das darauf brennt, beschrieben zu werden. Wenn man’s so sieht, wird alles viel leichter. Sie haben sich eine achtjährige Auszeit vom Musikgeschäft genommen. Was hat sich in Ihrer Abwesenheit verändert? Kritiker feierten meine letzte Platte als Meisterwerk. Trotzdem meinten sie: „Popstar wird keiner aus ihr, sie ist zu schräg.“ Heute zeigt Lady Gaga, dass beides geht. Das finde ich toll. www.roisinmurphyofficial.com

42

in Hoverboard samt Halfpipe, Mikrochips für die Laufhose, ­Roboter mit Gefüh­ len: Beim Wiener ­Pioneers Festival präsentieren Startups seit 2012 die Produkte der Zukunft. Und bekommen von Wirtschafts-Superstars (etwa Shazam-Gründer Chris Barton, Siri-Erfinder Adam Cheyer) praktische Erfolgs­ tipps. Festival-Boss Jürgen Furian: „So entsteht Technik, die in fünf Jahren schon ­unser Leben prägt.“ the red bulletin: Herr Furian, gibt es eine Eigen­ schaft, die sämtlichen erfolgreichen Gründern ­gemeinsam ist? jürgen furian: Ja. Selbst­ vertrauen. Die absolut wich­ tigste Eigenschaft, wenn Sie eine Idee realisieren wollen. Denken Sie an Tim Wester­ gren. Er hatte Ende der 1990er die Idee für ein Inter­ net-Radio, das sich dem UserGeschmack anpasst. Wester­ gren trug sein Konzept 300 Investoren vor und kas­ sierte 300 Absagen. Trotzdem gab er nicht auf. Heute hat sein Internet-Radio achtzig Millionen Hörer. Eine solche Ausdauer hätten die wenigsten. Weil sich die Leute vorm Scheitern fürchten. Aber in der Start-up-Szene ist Schei­ tern etwas Positives – voraus­ gesetzt, man lernt daraus. Es gibt eigene Konferenzen, auf denen Firmengründer nur übers Scheitern sprechen. Was ist gut daran, wenn mein Projekt schiefgeht?

Dass man aus seiner Kom­ fortzone geworfen wird und dazulernt. Jede Innovation bringt Risiko mit sich. Renn­ fahrer Mario Andretti sagte einmal: „Wer alles kontrollie­ ren kann, fährt nicht schnell genug.“ Von dieser Haltung kann man lernen. Start-up-Gründer sind Pro­ fis im Verkaufen von Ideen. Hätten Sie einen Tipp für uns? Sagen wir für die Idee, unseren Chef um mehr Ge­ halt zu bitten? Wenn Sie eine Minute haben, trainieren Sie nur für diese Minute. Argumentieren Sie aus der Sicht Ihres Chefs. Und das Wichtigste: Seien Sie leidenschaftlich! Können auch nicht alle. Dann lernen Sie von den Videos der Präsentations­ trainerin Nancy Duarte. Nancy hat an Vorträgen von Al Gore und Steve Jobs mit­ gearbeitet und letztes Jahr bei uns gesprochen. Kern­ aussage: Verkaufe alles mit einer Story. Etwa das Thema Mentoring am Beispiel von Luke Skywalker und Meister Yoda. Welche Branche hat die spannendsten Start-ups? Biotechnik. Kleine Start-ups, die mit wenig Geld unglaub­ liche Dinge erreichen. Zum Beispiel? Hampton Creek aus San Fran­ cisco produzieren Eier aus den Proteinen von Bohnen. Ohne Hühner, ohne Massen­ tierhaltung. Ich war neulich bei denen frühstücken. Ihre Spiegeleier schmecken lecker. Pioneers Festival: 28./29. 5. 2015 in der Wiener Hofburg. Live-Stream: www.redbulletin.com/pioneers THE RED BULLETIN

MARK FARROW, KURT PRINZ

Pioneers Festival. Dort lernen Start-ups, wie man aus einer Idee einen Welterfolg macht.


Jürgen Furian, 30, Start-up-Guru: „Jede Innovation birgt ­Risiko in sich.“


GEBEN SEIT 41 JAHREN VOLLGAS AUF DEM HIGHWAY TO HELL: AC/DC SIND DIE ERFOLGREICHSTE UND AUSDAUERNDSTE HARDROCK-BAND DER WELT. MASTERMIND ANGUS YOUNG SPRICHT ÜBER SEINE GITARRE, SEINEN ARSCH UND LANDSCHAFTSMALEREI. INTERVIEW: MARCEL ANDERS

„Wie der Körper aussieht, 44


GETTY IMAGES

Ready to rock: AC/DC-Gitarrist Angus Young 1976 bei einem Fotoshooting in London

das ist egal“


AC/DC-HISTORY:

41 Jahre unter Stom 31. DEZEMBER 1973: Rhythmus-Gitarrist Malcolm Young und sein Bruder Angus (Lead-Gitarre) gründen AC/DC in Sydney. Der Bandname steht für „Wechselstrom/ Gleichstrom“.

Mai 1976: AC/DC rocken England. Angus Young, Phil Rudd und Mark Evans (v. li.)

wissen Sie eigentlich, was die Leute an AC/DC mögen? Ich denke, es ist ganz einfach. AC/DC ist AC/DC. Man kann sich auf uns verlassen. Die Leute wissen, was sie erwartet. Und sie werden trotzdem überrascht. Manchmal positiv, manchmal negativ (lacht). Sie sind jetzt sechzig, aber Sie klingen genau wie mit zwanzig. Wie machen Sie das? … wissen Sie was? Man klingt immer so, wie man sich fühlt. Und ich fühle mich kein bisschen wie sechzig. Wenn ich ­Gitarre spiele, bin ich immer noch achtzehn wie damals, als wir zum ersten Mal auftraten. Ich bin ein Kind, gefangen im Körper eines reifen Mannes. Und wie geht’s Ihnen in diesem Gefängnis? Wie der Körper aussieht, das ist egal. Richtig hübsch waren wir ohnehin nie (lacht). Der Titel Ihres aktuellen Albums ist „Rock or Bust“, also ungefähr „Rocken oder zerplatzen“. Nun mal unter uns: Rocken und Zerplatzen sind immer

„ Ich bin ein Kind, gefangen im Körper eines reifen Mannes. Wenn ich Gitarre spiele, fühle ich mich wie 18.“

Angus Young (li.) und Bon Scott stärken sich für den nächsten Gig.

Heimspiel: Angus Young in Sydney, 1974

noch Lebensplan A und Lebensplan B? Auch nach 200 Millionen verkauften ­Alben, darunter „Back in Black“, das mit 49 Millionen mehr verkauft hat als jedes Album der Beatles oder Stones? Scheiss auf Lebenspläne. Mach einfach, was dir Spass macht, und lass dir von keinem etwas vorschreiben. Darum geht es. Völlig egal ob du achtzehn bist oder sechzig oder hundertzwei. Jetzt vereinfachen Sie aber. Ich hab mir „Rock or Bust“ ein wenig genauer an­ gehört. Im Track „Dogs of War“ stecken kritische Gedanken zur Weltlage, oder hab ich da zu viel hineininterpretiert? Wir singen da über Hannibal und seine Elefanten. Das ist sogar für Männer unseres Alters nicht mehr tagesaktuell (lacht). Hannibal war übrigens grossartig. Ein Meister der Kriegsführung! Sie befassen sich ja sehr mit Geschichte. Was fasziniert Sie daran? Es gibt nichts Spannenderes als Geschichte. Es ist doch unglaublich faszinierend, zu sehen, warum Länder und Kulturen gross geworden sind, die Welt dominiert haben und dann plötzlich von der Bildfläche ­verschwunden sind. Was für Fehler sie ­begangen haben, wer dahintersteckte. Ich verstehe nicht, wieso sich nicht mehr Leute mit Geschichte beschäftigen. Man kann so viel davon lernen. Also ist Hannibal doch aktuell?

24. OKTOBER 1974: Der 28-jährige Bon Scott ersetzt Dave Evans als Sänger und läutet die ­erste Erfolgsära der Band ein. Vor der ersten Probe zeigten sich die Young-Brüder, 21 und 19, noch skeptisch: Sie hielten Scott für „zu alt, um zu rocken“. 17. FEBRUAR 1975: Das Debüt-Album „High Voltage“ ­erscheint. AC/DC treten erstmals im australischen TV auf. Angus Young brilliert in einer babyblauen Schuluniform. 27. JULI 1979: Das Album „Highway to Hell“, das den internationalen Durchbruch bedeutet, erreicht siebenfachen ­Platin-Status in den USA. Der gleichnamige Titelsong beschreibt

THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES, PICTUREDESK.COM, JANET MACOSKA, CORBIS

Herr Young,


AD/DC 1980, Pinewood ­ tudios, England. Das Bild S zeigt die Band kurz vor dem Tod von Bon Scott. Von links: Malcolm Young (RhythmusGitarre), Mark Evans (Bass), Bon Scott (Gesang), Angus Young (Lead-Gitarre) und Phil Rudd (Drums)

laut Bon Scott die end­ losen Tage im Tourbus, an denen es „nichts zu tun gibt, ausser sich kurz einen runterzu­ holen oder Karten zu spielen“. THE RED BULLETIN

19. FEBRUAR 1980: Nach einer durch­ zechten Nacht stirbt Bon Scott in London auf dem Rücksitz eines Renault 5. Der Polizei­ bericht führt Alkohol­

vergiftung als Todes­ ursache an. Die Young-Brüder über­ legen die Auflösung der Band. Erst Scotts Eltern überzeugen sie, weiterzumachen.

3. APRIL 1980: Der ehemalige Auto­ mechaniker und be­ freundete Rocksänger Brian Johnson wird neuer AC/DC-Front­ mann. Beim ersten

Vorsingen überzeugt er die Band mit dem AC/DC-Song „Whole Lotta Rosie“ und einer Rockversion von Tina Turners Soul-Hit ­„Nutbush City Limits“.

25. JULI 1980: Die stilprägende Platte „Back in Black“ kommt heraus. Laut „New Mu­ sical Express“ ist das Album mit 49 Millionen verkauften Einheiten

47


Angus Young reitet seinen Verstärker, England 1976

das zweiterfolgreichste Album der Musikge­ schichte (nach Michael Jacksons „Thriller“/ 110 Mio.). Das schwar­ ze Cover ist eine Huldi­ gung an Bon Scott.

SOMMER 1983: Drummer Phil Rudd fliegt aus der Band. Die Gründe: Alkoholsucht und ein heftiger Streit mit Angus Young, der mit einer Rangelei

Jajaja, Ihr Punkt (lacht). Wissen Sie, die Leute tendieren dazu, immer denselben Blödsinn zu machen. Sie wollen um ­keinen Preis der Welt schlauer werden. Deshalb sieht diese beschissene Welt so aus, wie sie aussieht. Deshalb gibt es so viele Kriege. Weil sich verdammt noch mal keiner die Mühe macht, die Vergangenheit zu kapieren! Ausser Ihnen. Und Ozzy Osbourne, der auch ein Faible für Geschichte hat. Das lässt sich leicht erklären. Wir stammen beide aus der Nachkriegsgeneration, das hat Spuren hinterlassen. Wenn du in einer solchen Zeit aufwächst, ist es ganz natürlich, dass du wissen willst, warum die Welt so ist, wie sie ist. Da lässt dich Geschichte dein Leben lang nicht mehr los, sie stösst dich ab und fasziniert dich zugleich. Ausserdem sind Sie ein talentierter ­Maler. Stimmt das? Malen? Oh, ich kann Ihr Haus anstreichen, wenn Sie das möchten. Das würde ich hinkriegen. Ich hörte eher von einer Begeisterung für Landschaftsmalerei … Ja, stimmt schon, aber ich würde nie ­behaupten, dass ich gut darin bin. Mit der Malerei habe ich schon zur Schulzeit angefangen und betreibe sie bis heute als Hobby. Mehr nicht. Keine Ambitionen, wenn Sie das meinen. AC/DC müssen seit letztem Sommer ohne Ihren Bruder Malcolm aus­ kommen, der an Demenz leidet. Wird er wieder gesund? 48

e­ ndet. Rudd zieht sich nach Neuseeland ­zurück, wo er „Renn­ autos fährt, Helikopter fliegt und das ruhige Leben eines Bauern führt“.

Spassvogel: Rocker Angus Young posiert mit einer Milch­ flasche (1976). ­Mittlerweile trinkt der 60-Jährige tatsäch­ lich nur noch Tee.

28. JUNI 1985: Das Album „Fly on the Wall“ enttäuscht Kritiker und Fans. Das „Classic Rock“-Maga­ zin wählt die Platte zum schlechtesten

Momentan sieht es nicht danach aus. Es geht ihm wirklich nicht gut. Es wird eher schlimmer. Tragisch. Scheiss Krankheit. Wie sehr lässt Sie das sich selbst hinter­ fragen, im Sinne von: Wie lange können wir das noch machen? Vielleicht auch: Wie lange wollen wir das noch machen? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Malcolm geht sehr positiv mit seiner Krankheit um, das hilft natürlich auch uns, damit umzugehen. Für uns ist die ­Sache wirklich klar: Wir machen das, was wir tun, solange wir wollen. Solange wir die Leidenschaft und die Energie haben und halbwegs fit sind. Warum sollten wir freiwillig aufgeben? Hey, ich liebe, was ich tue! Sie wären auch der erste Rockstar, der in einem Interview sagt: Ich hasse ­ lbum der Band-Ge­ A schichte: „Würde ein Mensch seine AC/DCJungfräulichkeit mit diesem Album ver­ lieren, er wäre in der Tat verloren.“

10. SEPTEMBER 1990: Die Platin-Single „Thunderstruck“ kata­ pultiert die Band zurück in die Top-Positionen der Charts. Der Song wird zur weltweit ge­


spielten MotivationsHymne für Sportteams wie die Chicago White Sox (Baseball), die Pittsburgh Steelers (Football) oder Juventus Turin.

26. SEPTEMBER 1995: Produzenten-Legende Rick Rubin (Beastie Boys, Johnny Cash, Slayer) veredelt das ­Album „Ballbreaker“. Phil Rudd kehrt ans

Schlagzeug zurück. ­Rubin hatte schon die Single „Big Gun“ produziert (1993), die in Schwarzeneggers KinoKracher „Last Action Hero“ zu hören war. Brian Johnson (li.) und Angus Young, auf der „Black Ice“Tour, Leipzig 2009

10. MÄRZ 2003: Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Aero­ smith-Sänger ­Steven Tyler hält die Laudatio. Zitat: „Sie erschrecken Eltern, nerven Nachbarn und ­entfachen Feuer im Herzen aller Kinder, die gern Regeln brechen.“ 30. JULI 2003: Gemeinsam mit den Rolling Stones spielen AC/DC ein Benefiz-Konzert für die Opfer der SARS-Pandemie in Toronto. 500.000 Menschen sehen den Auftritt live.

GETTY IMAGES (2), DDP, PICTUREDESK.COM

„ Mein Arsch ist Teil der Show. Genau wie die spastischen Anfälle.“ ­ eine Musik und spiele nur noch m ­wegen der Kohle. Hahaha, glauben Sie mir einfach. Es ist, wie ich sage: Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als auf die Bühne zu gehen oder zur Gitarre zu greifen und einen Song zu schreiben. Das war 1973 so, das ist 2015 so. Während Ihrer Shows sind Sie auf der Bühne permanent unterwegs. Haben Sie mal überschlagen, wie viele Kilometer Sie da pro Auftritt abreissen? Keine Ahnung. Ich weiss nur, dass ich schon einige Paar Schuhe verschlissen habe (lacht). Was erwartet uns auf Ihrer kommenden Welttournee? Das Beste, was in uns steckt. Darunter auch der nackte Hintern, den Sie dem Publikum entgegenstrecken? Aus der Nummer komme ich wohl nicht mehr raus, oder? (Lacht.) Mein Arsch ist elementarer Teil der Show – genau wie der Duckwalk oder die simulierten spastischen Anfälle. Das gehört dazu, und die Leute wären ziemlich enttäuscht, wenn ich plötzlich darauf verzichten würde. Selbst wenn mein Allerwertester nicht mehr so knackig sein sollte wie früher: Solange der Anblick nicht für blankes Ent­ setzen sorgt, mache ich damit weiter. Wie sind Sie überhaupt darauf ­gekommen, der Welt den Arsch zu zeigen? Ich weiss nicht mehr, wann und wo das genau war. Aber es ging darum, ein THE RED BULLETIN

17. OKTOBER 2008: Das Album „Black Ice“ toppt die Charts in 29 Ländern. Die 300.000 Eintrittskarten für die Europa-Tour verkaufen sich ­innerhalb von 77 Minuten. 31. JANUAR 2010: 36 Jahre nach ihrer Gründung gewinnen AC/DC ihren ersten Grammy für den Song „War Machine“ in der Kategorie „Best Hard Rock Performance“. Weil die Band gerade durch Neuseeland tourt, versäumt sie die Award-Show. DEZEMBER 2013: 40-jähriges BandJubiläum. Dank ­einer FacebookKampagne ihrer Fans klettert die 34 Jahre alte Single „Highway to Hell“ bis auf Platz vier der UK-Charts. Die Band kündigt ihr neues Album „Rock or Bust“ an.

Musterschüler: Angus Young 2014 in Budapest

8. FEBRUAR 2015: AC/DC eröffnen die 57. GrammyVerleihung in Los Angeles und retten den Event vor der Langeweile. FooFighters-Boss Dave Grohl resümiert: „Sie machten mich wirklich, wirklich, wirklich glücklich.“

­ ublikum, das zu lethargisch war, aus P der Reserve zu locken. Was auch funktio­ niert hat. Bei den ersten paar Konzerten waren sie ziemlich sauer und haben mit allem geworfen, was sie in die Finger ­bekommen haben. Aber dann wurde mein Arsch ziemlich schnell ziemlich ­beliebt. Es soll sogar Leute gegeben ­haben, die nur seinetwegen zu unseren Shows gekommen sind – also um ihn zu bewundern. Ich hoffe, das waren über­ wiegend Frauen … Wie viele dieser Schuluniformen, die zu Ihrem Markenzeichen geworden sind, besitzen Sie mittlerweile? Es müssen ein paar hundert sein, die ich über die Jahre zusammengetragen habe. Wow, da muss es irgendwo eine Garderobe für Schuluniformen geben, gross wie ein Turnsaal … Nein, nein, das nicht. Die Dinger halten ja nichts aus, sind nach einer oder zwei Shows schon so lädiert, dass sie für nichts mehr zu gebrauchen sind. Sind das Schuluniformen von der Stange oder Massanfertigungen? Die meisten sind Massanfertigungen. Vor allem die jüngeren. Die allererste, die ich je auf der Bühne getragen habe, war aber meine offizielle Schuluniform. Worüber meine Highschool nicht besonders glück­ lich war. Zumal ich überall gesagt habe: „Schaut her, ich bin das Produkt staat­ licher Erziehung. Wenn da mal nichts falsch läuft in unserem System …“ Heute weiss man das kaum noch, aber es gab eine Zeit vor der Schuluniform. Damals experimentierten Sie mit verschiedenen Outfits, Spider-Man, Zorro, Gorilla … … alles Mögliche, erinnern Sie mich nicht daran! Mann, dieses Affenkostüm war schlimm. Man hat kaum Luft bekommen. Wie kam es denn dazu? Damals hatten wir einen Manager, der uns immer irgendein Image aufzudrücken versuchte. Aber dann hat Malcolm ein Machtwort gesprochen: Wir brauchen diesen Quatsch nicht, wir belassen’s bei der Schuluniform. Das war’s dann. Und was fasziniert Sie so an der GibsonSG-Gitarre, dass Sie seit vierzig Jahren nichts anderes spielen? Weil der Korpus zwei kleine Hörner hat. Als ich jung war und zum ersten Mal in einen Gitarrenladen ging, waren da all diese wunderbaren Les Pauls und wie sie alle heissen. Doch dann sah ich die SG, die beiden Teufelshörner und war wie vom Blitz getroffen. Ich wusste, das ist sie. Nicht ich habe die SG gewählt. Sie hat mich gewählt. Und nie mehr losgelassen. AC/DC live: 5. & 7. Juni 2015, Stadion Letzigrund, Zürich; www.acdc.com

49


Breakdance trifft Magie: Red Bull Flying Illusion begeisterte in Deutschland schon 50.000 Zuschauer. Nun kommt die bahnbrechende Show erstmals in die Schweiz. Text: Florian Obkircher Bilder: Ruud Baan

FLYING

ILLUS


Unfassbar: B-Boy Benny hebt mitten im Headspin ab.

ION

51


lektronische Beats pochen durch die ­Arena, die aussieht wie ein Zirkuszelt. Blitze zucken über die Bühne, Nebelschwaden steigen auf, Tänzer erscheinen wie aus dem Nichts, harte Schrittfolgen im Rhythmus der pushenden Beats, akrobatische Sprünge, alles blitzschnell. Da tritt noch ein Tänzer auf. Er trägt ein blaues Glitzerkostüm, einige Moves, dann beginnt er sich auf dem Kopf zu ­drehen. Schneller, immer schneller. Die Nebel lichten sich, die Musik schwillt noch weiter an, die anderen Tänzer weichen zurück an den Rand der Bühne. Der B-Boy dreht sich weiter, dann streckt er die Arme seitlich vom Körper wie Rotoren eines ­Helikopters … und hebt ab. Zentimeter für Zentimeter. Dreht sich, schwebt höher und höher. Als könnte ihm die Schwerkraft nichts anhaben. Verblüffung im ­Publikum, einige springen auf, andere halten sich die Hand vor den Mund.

UNGLAUBLICH. WIE ZUR HÖLLE MACHT DER DAS? Der Kopfdreher Der B-Boy im blauen Kostüm heisst Benny Kimoto. Seinen Namen findet man unter anderem im Guinness-Buch der Rekorde, denn er schafft so viele Kopfdrehungen am Stück wie niemand sonst auf der Welt: Unglaubliche 62 Mal kann Benny um seine eigene Achse kreiseln, ohne mit einem anderen Körperteil als der Schädeldecke den Boden zu berühren – und, wie man seit der ersten Red Bull Flying IllusionShow weiss, manchmal nicht mal mit der. Benny ist einer von elf Tänzern der ­Flying Steps. Einer international erfolg­ 52

Gut gegen Böse: Im Zentrum der Show steht der Kampf zwischen Flying ­Heroes (in den blauen Kostümen) und Dark Illusions (in Schwarz).


Künstlerischer Direktor und Chefchoreograf Vartan Bassil (li.) und Illusionist Florian Zimmer. Die beiden lernten sich vor zwei ­Jahren bei einer Aufführung von Red Bull Flying Bach kennen.

reichen Breakdance-Formation, die in ihrer Show auf verblüffende Weise zwei Welten verbindet: Breakdance und Illusion. Da tauchen Tänzer aus dem Nichts auf. Da machen sich Schatten von B-Boys selbständig. Da verändern sich die Kostüm­ farben mitten im Breakdance-Solo, da verwandeln sich Menschen in Säulen. Red Bull Flying Illusion, das ist die ­Eroberung der Illusion durch den Tanz. Überraschend, überzeugend, mitreissend, atemberaubend.

TANZT DER NOCH? ODER FLIEGT DER SCHON? Die Weltmeister Die Berliner Urban-Dance-Company Flying Steps verschmilzt nicht zum ersten Mal Welten: Vor fünf Jahren entwickelten die Breakdance-Weltmeister ihre Show Red Bull Flying Bach, bei der sie Headspins und Windmills mit Johann Sebastian Bachs

„ES HATTE JA NOCH NIEMAND VORHER DIE IDEE, ­EINEN B-BOY SCHWEBEN ZU LASSEN, WÄHREND ER SICH AUF DEM KOPF DREHT.“ 54

Barockmusik vereinten. Red Bull Flying Bach machte die Flying Steps einem ­breiten Publikum bekannt. Brachte ihnen den deutschen Musikpreis Echo Klassik, Auftritte im Deutschen Bundestag, beim Euro­vision Song Contest, insgesamt 250 Shows in 28 Ländern (davon 22 Shows in der Schweiz) bisher über 300.000 LiveZuschauer, und diese Zahl wird weiter steigen: Allein 2015 stehen 46 weitere Aufführungen auf dem Programm. Geht es nach Vartan Bassil, eröffnet Red Bull Flying Illusion aber eine ganz andere Dimension. „Bei Red Bull Flying Bach gibt es eine kleine Bühne, ein Klavier und ein wenig Licht“, sagt der Mitgründer und Künstlerische Direktor der Flying Steps. „Die neue Show ist ein Feuerwerk aus Illusionen, Visuals, Musik und den besten Tänzern der Welt.“ Dazu gibt’s eine 3-D-Lichtshow, durch die sich das Bühnen­ bild im Sekundentakt verändert, und hymnische Show-Musik, eingespielt von einem ganzen Orchester, unterlegt mit Hip-Hop-Beats. Das Team von Red Bull Flying Illusion umfasst 66 Leute, neben den Tänzern sind das Kostümdesigner, ­Visualisten, Komponisten, Bühnenbildner.

UND EIN ILLUSIONIST. DER HEISST FLORIAN ZIMMER UND KANN TÄNZER FLIEGEN LASSEN. Der Magier Lederjacke und Jeans statt Frack und ­Zylinder: Florian Zimmer sieht nicht aus,

wie man sich den typischen Magier vorstellt. Der dreissigjährige Ulmer gilt in der Szene als 21.-Jahrhundert-Update der ­Illusionskunst. Er schwingt Spraydose statt Zauberstab, lässt BMX-Bikes statt weisser Kaninchen erscheinen. Zimmer ist der einzige Deutsche, dem Siegfried und Roy den „Golden Lion Award“ verliehen, den Oscar der Magier-Welt. Er designte die Illusionen für Janet Jacksons Live-Show, Bruder Michael lud ihn 2007 für eine ­Privatvorstellung zu sich nach Hause und wurde blass vor Begeisterung: „Oh mein Gott, das ist das Coolste überhaupt!“ Doch auch für einen Ausnahme-Illu­ sionisten wie Florian Zimmer ist die neue Show kein Spaziergang. „Die Tricks zu entwickeln war brutal viel mehr Arbeit, als ich anfangs gedacht hatte“, sagte er kurz vor Beginn der Generalprobe hinter der Bühne. „Null Erfahrungswerte. Es hatte ja noch niemand vorher die Idee, ­einen B‑Boy schweben zu lassen, während er sich auf dem Kopf dreht.“ Nun, am Ende der Probe, nachdem ­alles geklappt hat und die Begeisterung des Publikums auch hinter der Bühne nicht zu überhören ist, atmen Bassil und Zimmer erleichtert auf. „Die Richtung stimmt schon mal“, sagt der B-Boy. Der ­Illusionist nickt zustimmend. Zwei Jahre arbeiteten die beiden an dem Projekt. Die Idee trug Bassil sogar noch länger mit sich herum. „Seit ich zum ersten Mal Michael Jacksons Moonwalk sah“, sagt er. „Und seine lean illusion, bei der er sich im Stand nach vorne lehnt. Die Leute fragten sich damals: Hat Jackson dafür einen speziellen Muskel trainiert? Ist das wahres Können? Oder nur ein Trick?“ Da fällt ihm Zimmer ins Wort. „Nur ein Trick?“

ER LACHT. „NUR? LEG DICH NICHT MIT MEINER MAGIER-EHRE AN!“ Die Superhelden Red Bull Flying Illusion ist keine Magieshow, die einen Trick an den anderen reiht. Die Illusionen sind Teil einer Choreografie. Sie helfen als dramaturgische ­Elemente eine Geschichte zu erzählen, die vom Kampf zwischen zwei verfeindeten Gruppen handelt: Alle zehntausend Jahre erscheinen die düsteren Gestalten der Dark Illusions auf der Erde, um die Flying Heroes zum Kampf zu fordern. Eine Nacht haben die Helden Zeit, die dunklen Mächte wieder in die Unterwelt zu vertreiben. Gelingt ihnen das nicht, erlischt das Licht des Lebens für immer. THE RED BULLETIN


L A V I T S E F T R DAS MOTORSPO ! E I L I M A F E Z FÜR DIE GAN

M O .C P O H S T E K C I T P .G W W W R E T N U S T E K C I T #AUSTRIANGP

PROJEKT-SPIELBERG.AT Das FORMULA 1 Logo, F1, FORMULA 1, FIA FORMULA ONE WORLD CHAMPIONSHIP, GRAND PRIX, GROSSER PREIS VON ÖSTERREICH und verwandte Marken sind Markenzeichen von Formula One Licensing BV, einem Unternehmen des Formula One Konzerns. Alle Rechte vorbehalten.


Die französische Tänzerin Minzy und Headspin-Rekordhalter Benny in ­voller Aktion

R E D B U L L F LY I N G I L L U S I O N AUF TOUR:

5.  6 . ZÜRICH, HALLENSTADION (20:15)

D

ass das an eine Superheldengeschichte von Marvel Comics erinnert, ist kein Zufall. Bassil wählte für die Show elf der besten Tänzer der Welt aus. „Sämtlich Spezial­ talente auf ihrem jeweiligen Gebiet“, sagt er. „Von Breakdance bis Pop-Locking, von House bis Hip-Hop – jeder der elf hat Superkräfte.“ Benny zum Beispiel, der sich minutenlang am Kopf drehen kann. Oder die Griechin Kalli, deren Hände wie Messer durch die Luft wirbeln. Oder Minzy, die beim Tanzen aussieht, als würde sie schweben. Oder Rubberlegz, der seine Beine verbiegen kann, als wären sie tat­ sächlich aus Gummi. Oder Junior, der auf den Armen besser läuft als andere auf den Beinen. Als Zwei­ jähriger infizierte sich der französische B‑Boy mit Polioviren. Seitdem kann er sein rechtes Bein nicht mehr richtig bewegen. Davon liess er sich aber nicht aufhalten – und entwickelte seinen ganz eigenen, ober­ körperbetonten Breakdance-Stil. „Bestia­ lisch“, sagt er, sei sein Stil, „animalisch!“, er lacht. „Vermutlich hat man mich des­ halb den Dark Illusions zugeteilt!“ Als Junior vor zwei Jahren von Bassil einen Anruf bekam, zögerte er keine 56

6.  6. ZÜRICH, HALLENSTADION (16:15) ­ ekunde mit der Zusage. Er hatte schon S auf den grössten Bühnen Frankreichs ­getanzt, allerdings im Rahmen von Gross­ produktionen. Nun darf er einer von elf Solisten sein. Einer von elf Superhelden. „Bei Cirque du Soleil ist man als Tänzer anonym. Hier stehe ich im Vordergrund“, sagt er. „Das macht mich stolz.“ Sieben Monate trainierten, übten und probten er und seine Kollegen in der Ber­ liner Dance-Academy der Flying Steps. Zehn Stunden pro Tag, an sechs Tagen die Woche. Was war die grösste Herausforderung? „Die verschiedenen Stile der Einzel­ tänzer zu einem Ganzen zu vereinen“, sagt Bassil. „Wir haben keinen Text, um die Handlung zu erzählen. Nur die Körper der Tänzer, die Choreografie, die Illusio­ nen. Red Bull Flying Illusion wird über­ all in der Welt verstanden werden, ganz ohne Übersetzung.“ Für die Tänzer, ergänzt Junior, kommt eine zweite grosse Herausforderung dazu: Sie sind nicht nur Tänzer, sondern auch Techniker. „Normalerweise bist du voll auf die Musik fokussiert. Das kannst du blind machen“, sagt Junior. „Wenn du

6.  6 . ZÜRICH, HALLENSTADION (20:15) 7.  6. ZÜRICH,  H ALLENSTADION (14:15) 7.  6 . ZÜRICH,  H ALLENSTADION (18:15) 11.  –   1 3.  1 2. WIEN, STADTHALLE (JEWEILS 20:15) Tickets auf: redbullflyingillusion.com ­ eben den Moves aber gleichzeitig noch n auf die Illusionen konzentrieren musst, wird’s kompliziert.“ Zimmer nickt. Das Projekt, sagt er, sei für alle Beteiligten Neuland. „Wir alle sind mit völlig neuen Situationen konfrontiert. Der Aufwand ist enorm.“ Dann deutet er hinaus in die Zuschauerränge. „Aber er lohnt sich. Das weisst du spätestens, wenn alle da draussen sehen: Benny hebt bei seinem Headspin ab.“ THE RED BULLETIN


Er gewann Wimbledon und Olympia, bildet mit Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal die besten „Top Four“ der Tennis-Geschichte.

„ MISTER MURRAY, WAS KANN DIESE FRAU BESSER ALS JEDER

MANN?“ Aber Andy Murray macht Dinge gern anders als alle anderen. Zum Beispiel lässt er sich von einer Frau sagen, was er tun soll. Ein Gespräch. INTERVIEW: RUTH MORGAN  BILDER: CLIVE BRUNSKILL/GETTY IMAGES


Andy Murray kämpft um Grand-Slam-Titel bei den Herren. Mit den Waffen einer Frau, kÜnnte man sagen.

59


D

er demnächst 28-jährige Schotte Andy Murray engagierte im Frühjahr 2014 die Französin Amélie Mauresmo als Coach, eine frühere Nummer eins der DamenTennis-Weltrangliste. Murray machte sich damit – übers Tennis hinaus – zum ein­ zigen Mann in der Sport-Weltspitze, der sich von einer Frau betreuen lässt. Seither wird seine Entscheidung hitziger diskutiert, als man das im 21. Jahrhundert für möglich hielte. The Red Bulletin traf Andy Murray zu einem Interview über ungewöhnliche Entscheidungen, über das Setzen von Trends, übers Durchhalten und was Frauen tatsächlich besser können als Männer. the red bulletin: Mister Murray, vor genau einem Jahr gaben Sie beim Wimbledon-Vorbereitungsturnier im Lon­ doner Queen’s Club Ihren neuen Coach bekannt. War Ihnen damals klar, was das auslösen würde? Sie haben die ­ganze männliche Sportwelt verstört … andy murray: Es war klar, dass Amélies Geschlecht ein Thema sein würde. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es solche Wellen schlägt – und auch so lange, das ging ja über Monate, verrückt. Haben Sie die Reaktionen geschockt? Verärgert? Oder extra motiviert? Ich versuche solche Sachen nüchtern zu sehen, und das war in diesem Fall auch nicht schwer: Ich habe am Ende des Jahres besser gespielt als zu Beginn. Also hat mich die extreme Kritik nach jeder Niederlage mehr erstaunt als geärgert. Ein Schock war nur, wie sehr es persönlich 60

wurde, gegen Amélie. Das war heftig. Wir sprechen jetzt über die öffentlichen Reaktionen, in Zeitungen, im Internet. Wie war das unter den Spielern, im Umkleideraum bei den Turnieren? Viele waren vor allem überrascht, manche hielten es für einen Scherz. Und dann gab’s natürlich Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, sagen wir so. Ein paar Spieler sprachen freilich öffentlich über das, was Sie „Überraschung“ nennen. Etwa der Australier Marinko Matosevic, der sagte, er käme im Leben nicht auf die Idee, sich von einer Frau coachen zu lassen … Ich wurde als Kind von meiner Mutter trainiert. Schon allein daher ist das bei mir anders. Davor wurden Sie in den zwei Jahren mit Ivan Lendl Olympia- und Wimbledon-Sieger. Lendl gilt als sehr strikt, dominant, man hätte erwartet, Sie suchen als Nachfolger einen ähnlichen Typ, jemanden mit einem vergleichbar männlichen Coaching-Stil … Erfolge sagen nur bedingt etwas darüber aus, wie gut eine Beziehung funktioniert. Ivan und ich verbrachten bei weitem nicht so viel Zeit miteinander, wie alle denken. Als ich dann Amélie das erste Mal traf, hatte ich sofort das Gefühl, ich kann ganz offen sein, offen reden. Und das war gerade damals wichtig, nach meiner ­Rückenoperation, der Trennung von Ivan, es war ja wirklich keine leichte Zeit. Weil man zu jemandem offen sein kann, macht man ihn gleich zu seinem Coach? Die meisten Coaches sind besser im Reden als im Zuhören. Es ist eine besondere Qualität, wenn dir ein Coach zuhören kann, wie es dir geht, auf dem Platz, abseits des Platzes, wie du die Dinge siehst, dein Spiel, alles. Wenn er seine Arbeit auf deinen Gedanken aufbaut, nicht auf seinen. Das ist schwierig, das ist wichtig, und Amélie ist extrem gut darin. Weil sie eine Frau ist? Keine Ahnung. Tatsache ist, mir fiel es ­immer schon leichter, mich gegenüber Frauen zu öffnen, zuerst gegenüber ­meiner Mutter, jetzt meiner Frau. Und eben Amélie. Vielleicht Zufall, vielleicht nicht. Aber ist das eine wichtige Frage? Sie ist wichtig genug, um seit einem Jahr kontrovers diskutiert zu werden. Sie können mir nicht weismachen, dass diese Frage nicht zusätzlichen Druck auf Sie ausübt. Denken Sie nur an Ihr letztes Match 2014, als Sie gegen Roger Federer bei der ATP-WM in London um ein Haar 0:6, 0:6 verloren hätten … … die Leute sagten, Amélie habe mich verwirrt, habe mir meine Identität als Spieler genommen, Zeitungen schrieben: „Murray weiß nicht mehr, was er auf


„Es wäre doch

EINFACH DUMM,

fünfzig Prozent der Menschheit als mögliche Coaches auszuschließen.“


„ F ünf oder sechs Männer an einem Tisch,

DAS IST IMMER WETTKAMPF.

Testosteron ist ab einer gewissen Konzentration schwer genießbar.“

62

einem Tennisplatz tun soll.“ Natürlich war das nicht schön. Aber zwei Monate später stand ich im Finale der Australian Open, als komplett anderer Spieler. Das war der Beweis, dass es funktioniert. Die meisten Experten erwarteten, dass Sie sich während der Winterpause von Mauresmo trennen würden. Stattdessen trennten Sie sich von zwei langjährigen engen Mitarbeitern. Wie kamen Sie auf diese Idee, die ja noch radikaler war als die Verpflichtung Mauresmos? Es ist nicht leicht, wenn sogar die Leute, mit denen du am längsten und engsten zusammenarbeitest, deine Entscheidung anzweifeln. Ich habe immer wieder

2012 verlor Murray noch das WimbledonFinale gegen Roger Federer (die Rede danach: ein Klassiker, YouTube!), 2013 gewann er auf dem „heiligen Rasen“ als erster Brite seit Fred Perrys drittem Sieg, 1936.

THE RED BULLETIN


„Es ist eine besondere Qualität, wenn ein Coach seine Arbeit

NICHT AUF SEINEN, SONDERN AUF DEINEN

Gedanken aufbaut.“

­ esagt, die Niederlage gegen Roger hatte g nichts mit Amélie zu tun, das war nicht ihre Schuld, immer wieder. Bis ich mir ­irgendwann die Frage stellte, wieso eigentlich die Leute in meinem Team nicht bei sich selbst die Verantwortung suchten, sondern bei Amélie. Sie sprachen in Australien davon, wie wohl Sie sich im Team mit Mauresmo fühlen und wie wichtig dieses Wohl­ fühlen für Sie als Spieler ist. Wie darf man sich das konkret vorstellen? Das ist ganz einfach erklärt. Im Profi-­ Tennis verbringst du wahnsinnig viel Zeit mit deinem Team. Und wenn fünf oder sechs Männer an einem Tisch sitzen, ist THE RED BULLETIN

das immer ein bisschen Wettkampf. Ehrlich gesagt wurde das immer mühsamer für mich, auch dieses ewige Macho-Getue beim Training. Testosteron ist ab einer ­gewissen Konzentration schwer genießbar. Immer darauf achten, dass du dir keine Blöße gibst, darauf achten, was du sagst, dich nicht öffnen, damit dir das nicht als Schwäche ausgelegt werden kann. Sobald eine Frau dabei ist, ist das anders? Ja. Hängt auch von der Person ab, klar, aber: ja. Am wichtigsten ist natürlich das direkte Verhältnis, du und dein Coach, und da gibt es zwischen Amélie und mir keinen Wettkampf, sondern eine Zusammen­ arbeit. Mit ihr zu arbeiten ist extrem ­angenehm, ruhig und konstruktiv. Sie gelten als trotzig und eigenwillig, als jemand, der sich nichts dreinreden lässt. Waren Mauresmos Verpflichtung und das öffentlich betonte Bekenntnis zu ihr auch ein Akt typischer AndyMurray-Sturheit? Nein, das würde ich nicht so sagen. Aber Sie sind doch intelligent genug, die Auswirkungen Ihrer Entscheidungen abschätzen zu können. Dann nennen wir es doch erwachsen. ­Worum geht es im Kern? Darum, den bestmöglichen Coach für mich zu finden. Und den sah ich in Amélie. Ich meine, wir reden hier über eine frühere Nummer eins der Welt. Sie war die Beste der Welt in dem, was sie tat. Und es ist egal, ob du Frau bist oder Mann oder Tennisspieler oder was auch immer, Nummer eins in der Welt, das ist unglaublich schwierig. Du brauchst extreme Qualitäten, um das zu erreichen, diese Qualitäten bringt Amélie ein, und davon profitiere ich. So einfach ist das. Es wäre schlicht dumm, fünfzig Prozent der Menschheit als mög­ liche Coaches auszuschließen. Warum tun das dann so viele andere männliche Profisportler? Weil sie nicht mal auf die Idee kommen, dass eine Frau ein guter Coach sein könnte. Amélie ist es. Und ich kann das beurteilen, weil ich schon viele Coaches in meinem Leben hatte. Ob das andere auch so sehen, was das mit meinem Image tut oder nicht – völlig egal. Ich habe Dinge immer anders

gemacht als andere, und wenn man sich ansieht, was dabei rausgekommen ist, war das nicht verkehrt. Zum Beispiel eröffnete Ihre Zusammen­ arbeit mit Ivan Lendl die Ära der „SuperCoaches“ mit Edberg an Federers Seite, Becker bei Djokovic, Chang bei Nishikori. Sie waren Trendsetter … … jeder vergisst, wie überrascht die Leute damals waren! Einen ehemaligen Superstar als Coach zu verpflichten war total unüblich. Aber ich fand, das war der ­richtige Schritt für mich. Starten Sie jetzt den nächsten Trend? Sitzen in drei Jahren nur Frauen in den Coaching-Boxen? Bei den Damen hat es schon begonnen, mit Lindsay Davenport und Martina ­Navratilova als Coaches, und ich glaube auch, dass sich bei den Männern etwas ändern wird. Es wird aber dauern. Viele warten auch ab, wie erfolgreich das mit Amélie und mir wird. Wir stehen auch in dieser Hinsicht unter Beobachtung. Sie haben sich in der Szene sogar den Ruf eines Feministen erworben. Nicht nur weil Sie Ihre Trainerin gegen Kriti­ ker verteidigt haben, auch weil Sie sich als Fan des Damen-Tennis geoutet ha­ ben, was unter männlichen Profis sehr ungewöhnlich ist. Sie haben das Thema Gleichberechtigung angesprochen … Hat Sie Ihre Coach-Entscheidung zum Feministen werden lassen? (Lange Pause.) Gute Frage. Vielleicht. Mich haben viele Reaktionen sehr ­geärgert. Weil sie unglaublich ungerecht waren, weil sie keinen Platz mehr in ­unserer Zeit haben sollten. Und ich sehe Dinge jetzt anders als vor einem Jahr. Mir ist wichtig geworden, dass Frauen eine faire Chance bekommen. Wie sehr das noch nicht so ist, habe ich erst durch die Arbeit mit Amélie gesehen, das ist richtig. Und wenn jemand, dem es wichtig ist, dass alle die gleichen Rechte haben, ein Feminist ist, dann bin ich das, ja, dann bin ich ein Feminist. andymurray.com

63


Ich bin

Rhonda

Wo steigen die besten Partys von Los Angeles? Mal im Luxushotel, mal in der Mafiabar. Aber immer steht ein Fabelwesen im Mittelpunkt. TEXT: ANN DONAHUE  BILDER: LASTNIGHTSPARTY


Kennen wir uns? Alle diese Frauen sind Rhonda – und doch ist es keine davon. Rhonda International ist eine Event-Reihe für DanceMusik in Los Angeles.

65


Wildes Mädchen ... Rhonda Pop-up Events bringen aufreizende House- und Disco-Beats an viele Locations in Los Angeles, darunter das Roosevelt Hotel und der Los Globos Nightclub.

„Musik ist die Naturgewalt, die uns alle vereint.“ — Merlin Bronques 66


„Hier kannst du einfach alles tun, wonach dir gerade ist.“ — Merlin Bronques, Fotograf bei LastNightsParty.com

... s chüttel dein Haar für mich Rhonda steht für, wie es heißt, „polysexuelle Party-Orgien“: Homo? Hetero? Völlig egal.


„An Freaks gibt’s hier wahrlich ­keinen Mangel.“ — Merlin Bronques

Sie liebt den DJ Auf den Rhonda Events haben bereits Kaliber wie Seven Davis Jr., Hot Chip, Honey Dijon, ­Jackmaster und Peanut Butter Wolf aufgelegt.

Party-Kolonien Expansiv feiern: Neben L. A. rockt Rhonda mittlerweile auch Miami, New York und Toronto.


„Es gab keinen verdammten Ort, an dem wir zu unserer Musik abgehen konnten.“ the red bulletin: Also wer zum Teufel ist diese Rhonda nun eigentlich? Ich glaube, eine Menge Leute würden sie gerne kennenlernen. gregory alexander, mitbegründer von rhonda international: Wenn uns Leute im Club nach ihr fragen, dann tun wir so, als ob es sie wirklich gäbe – aber in Interviews verraten wir, dass Rhonda nur in unseren Köpfen existiert. Wir haben Rhonda als geheimnisumwittertes Wesen erschaffen, das ein Gefühl von der Stimmung im Club vermittelt. loren granic, mitbegründer von rhonda ­international: Rhonda ist mehr als ein DJ und ein Soundsystem. Rhonda ist eine Idee, die auf magische Weise Menschen bewegt, ganz unabhängig vom Ort. Wie kam Rhonda zur Welt? Gregory und ich sind schon lange Freunde. Er ist schwul, ich bin hetero. Das hieß für uns: Die Clubs, in die wir gingen, passten entweder zu seinen oder zu meinen Freunden. Das haben wir einfach nicht gerafft. Es gab keinen verdammten Ort, an dem wir gemeinsam zu unserer Musik abgehen konnten. Ihr hättet ja auch einen Club gründen können. Doch ihr habt Rhonda erschaffen, als humanoides Partywesen, das durch Raum und Zeit reisen kann und die Leute zum Tanzen bringt. granic: Eine schräge Idee war das damals schon. Aber mit der Stimme einer Person für eine Organisation zu sprechen ergab einfach Sinn. Auch wenn das damals noch völlig unüblich war. Wie sahen eure ersten Events aus? granic: Wir wollten an abgefahrene Locations rankommen. Es begann mit „Guatelinda“ in East Hollywood, einer Bar der guatemaltekischen Mafia in pseudochinesischem Look. Wir gingen einfach rein, sprachen mit den Typen dort. Sie meinten zunächst: „Wir kennen euch nicht.“ Aber sie hörten sich an, was wir zu sagen hatten. Und jetzt, sieben Jahre später? alexander: Wir sind dafür bekannt, ganze Hotels zu kapern – das Mondrian am Sunset Boulevard ­rocken wir zum Beispiel mitsamt seinem berühmten Herringbone-Restaurant am 24. Mai zum ersten Mal, mit Pool-Party und allem Drum und Dran. www.rhondainternational.com

69


Daniel Ricciardo f端r Pepe Jeans London


See it. Get it. Do it.

AC T I O N ! TRAVEL

SCAD FREEFALL, SOWETO

Das Kraftwerk, das Adrenalin produziert

HERMAN VERWEY

Ins Nichts fallen, mit 100 km/h, ohne BungeeSeil. Geht. Auch wenn man am Leben hängt. Auf einen Sprung nach Südafrika, in ein still­ gelegtes Kraftwerk.

72

73

74

78

79

80

TRAVEL

GEAR

CULTURE

WHEELS

HOW TO

EVENTS 71


TRAVEL

SCAD ist die Abkürzung für ­suspended catch air device, fühlt sich an wie Bungee-Jumping ohne Seil und ist etwas ziemlich Seltenes: Weltweit gibt es nur einige wenige Möglichkeiten, SCAD zu erleben. Eine davon: das Vertical Adventure Centre der Orlando Towers in Soweto in Johannesburg. Das weltweit einzige SCAD-System im stillgelegten Kühlturm eines Kernkraftwerks erlaubt 70 Meter freien Fall. Mehr gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. 70 Meter, 100 km/h, kein Seil … berechtigte Frage: Warum überlebt man das? Weil der Sprung durch ein riesiges Auffangnetz gebremst wird, das dem ganzen System seinen Namen gibt. SCAD heißt das gespannte Sicherheitsnetz aus luftgefüllten Schläuchen und ­einem ausgeklügelten Brems- und Federungssystem, das den Sturzflug ohne gesundheitliche Negativfolgen beendet. Doch zuvor geht es im baumelnden Metallkäfig inmitten eines der beiden 100 Meter hohen Betonschläuche bis ganz nach oben. Dort hängt man dann ausgesetzt und ein wenig verloren. Das Einzige zwischen dir und dem unvergesslichsten Rausch deines Lebens ist ein spezielles Sicherungsgeschirr, das einen kontrollierten Fall erlaubt – nicht mehr als ein Gurt an einer Schnelllösevorrichtung. Der Countdown beginnt bei fünf. Bei null lässt dich der Ausbildner, den sie hier Jumpmaster nennen, los. „Da ist wirklich nichts zwischen dir und dem Netz“, sagt Nick Avery, ein 21-jähriger Student aus Philadelphia von der US-Ostküste, der den Fall während eines Studienaufenthalts in Südafrika machte. „Weil du rückwärts fällst, hast du keinen Schimmer, wann du im Netz landest. Es ist eine irre Erfahrung, einer der verrücktesten Ritte auf diesem Planeten. Wenn du ein Gefühl von Besinnungslosigkeit haben oder wissen möchtest, wie sich dein Todesschrei anhört, dann bist du hier richtig.“ Das Netz bremst den Fall erstaunlich komfortabel. „Du kriegst gerade einmal mit, wie sich der Fall verlangsamt“, sagt Avery. „Das macht das Ganze noch einmal intensiver.“

SOWETO

Worauf man sonst noch fliegt Futtern Im nahe gelegenen Lokal Chaf-Pozi werden südafrikanische Traditionsgerichte wie Samp (zerstoßener Mais, oft mit Bohnen serviert) auf dem Braai, einer Art südafrikanischem Barbecue, zubereitet. Am besten erst nach dem Sprung probieren. chafpozi.co.za

Fliegen Nach einigen Routine­ checks, Belehrungen und Ratschlägen von Experten geht es mit einem Helikopter in die Lüfte von Johannesburg. Nach einer halben Stunde darfst du das Steuer übernehmen. sa-venues.com

„HIER ERFÄHRST DU, WIE DEIN TODESSCHREI KLINGT.“ Soweto, Südafrika Johannesburg Lust auf freien Fall? Alle Infos: orlandotowers.co.za

Fürchten Schwimm im Revier von bis zu vier Meter langen Nilkrokodilen. Ein robuster Käfig schützt dich vor Bissen, die bis zu viermal so stark wie die eines Weißen Hais sind. cango.co.za

DER INSIDER

„Erfahrenere Springer können auch Vorwärts- und Rückwärtssalti lernen“, sagt Towers-Manager Nico Myburg. „Es ist dem Jumpmaster überlassen, ob er es dir zutraut, aber fragen kann man ihn auf jeden Fall.“

72

THE RED BULLETIN

HERMAN VERWEY (3), CHRIS ACHESON, ARTHUR EDWARDS

ACTION


ACTION

GEAR

Der gelbe Sekundenzeiger der Omega Seamaster Aqua Terra 150 M trägt das Wappen der Bond-Familie auf seiner Spitze. Der Rotor der Automatikuhr erinnert im Design an einen Pistolenlauf.

GEHEIMWAFFE Eine Uhr im Dienste Ihrer Majestät Ian Fleming, der „Vater“ von James Bond, meinte: „Die Uhrenwahl eines Gentleman sagt so viel über ihn aus wie sein Savile-Row-Anzug.“ Es ist also keine Überraschung, dass 007 in den 23 bisherigen Bond-Filmen nur außergewöhnliche Chronometer trug. Von 1962 bis 1974 war es meist eine Rolex, wie von Fleming vorgesehen. Ab 1977 schmiegte sich eine Seiko für fünf Filme an Bonds Handgelenk. Mit dem modernen Bond verbindet man Omega-Uhren, die erstmals 1995 Pierce Brosnan in „GoldenEye“ durch alle Herausforderungen des Geheimagentendaseins begleiteten. Im November kommt Bond-Streifen Nummer 24, „Spectre“ – aus diesem Anlass wurden 15.007 limitierte ­Omega Seamaster Aqua Terra 150 M aus Stahl gefertigt. Daniel Craig wird sich auch in seiner vierten Mission eher auf seine Fäuste als auf Gadgets verlassen, und auch sein 41,5-mm-Zeitmesser ist bereit, seinen Mann zu stehen: wasserfest bis 150 Meter, widerstandsfähiger gegen Magnetfelder als jede andere Armbanduhr (bis 15.007 Milligauß, das ist 250-mal so viel wie der Durchschnitt).  omegawatches.com

ELVIS MEETS PORSCHE

Von Musik und Motorsport inspirierte Uhren Hamilton Ventura Elvis 80 1961 trug Elvis eine Hamilton Ventura im Film „Blue Hawaii“. In Gedenken an seinen Geburtstag – dieses Jahr wäre der „King“ achtzig geworden – hat Hamilton eine auffällige Special Edition mit Automatik und 80 Stunden Leistungs­ reserve herausgebracht. hamiltonwatch.com

Oris Audi Sport Limited Edition II Leichtes Titaniumgehäuse, das Bild eines Audi R18 e-tron quattro auf der

THE RED BULLETIN

Rückseite, 10-MinutenCountdown-Funktion, „limited“ heißt: begrenzt auf 2000 Stück.  oris.ch

Porsche Design Chronotimer Series 1 Der weltbekannte Designer Ferdinand A. Porsche schuf 1972 den ersten schwarzen Chronographen und 1980 die allererste Armbanduhr aus Titanium. Dieses neue, wasserdichte 42-mm-Modell ist eine elegante Synthese zweier Vorreiter ihrer Zeit. porsche-design.com

73


ACTION

CULTURE MANTEL DER HOFFNUNG

Chris Pratt (hier in „Jurassic World“) hat den Blick nach oben gerichtet.

The „Dark Knight“ ist (wieder) zurück im bisher gewaltigsten „Arkham“-Spiel. „Batman: Arkham Knight“ ist der vierte Teil der „Batman: Arkham“-Reihe und eines der am ungeduldigsten erwarteten Spiele des Jahres. Diesmal wurden Gothams gesetzestreue Bürger evakuiert, und das verbliebene Gesindel unter der Führung von Scarecrow will die Stadt und ihren Beschützer endgültig plattmachen. Gotham selbst ist einer der Stars des Spiels: Fünfmal größer als in „Arkham City“, großartig und groß genug für viele Stunden des Erkundens. Kann das noch getoppt werden? Ja! Mit einer Fahrt im Batmobil. Weltweiter Release ab 2. Juni für PS4, Xbox One, Windows und Linux. batmanarkhamknight.com

DER AUFSTIEG DES CHRIS PRATT

Er ist der Chris der Stunde. Vielleicht wird mit „Jurassic World“ sogar noch mehr aus ihm.

74

„Batman: Arkham Knight“

KEEP ON WALKING Vermisst du deine liebste Zombie-Serie? Hol dir die Untoten im Originalformat. Die Wartezeit zwischen dem spektakulären Ende von Staffel fünf und der wahrscheinlich im Oktober startenden sechsten Staffel können sich „Walking Dead“-Fans mit der Originalvorlage der Serie verkürzen. Ende Mai erscheint die 141. Ausgabe des „The Walking Dead“-Comics (bereits ­veröffentlichte Nummern sind in Sammelausgaben erhältlich). Der 36-jährige Robert Kirkman aus Ken­ tucky ist Mitschöpfer, Drehbuchautor und Produzent und hat jede Ausgabe seit der ersten im Oktober 2003 geschrieben – eine beachtliche Leistung im modernen Comic-Geschäft. Die Handlung der Comics ähnelt jener der TV‑Serie, die Unterschiede zu finden ist nur eine der Freuden der Lektüre. thewalkingdead.com

THE RED BULLETIN

REX FEATURES

Bis vergangenen Sommer gab es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, den 35-jährigen Chris Pratt wahrgenommen zu haben: Entweder kannte man ihn persönlich. Oder man hatte ihn in der Rolle des Andy Dwyer in der (zu Recht hochgelobten) US-Sitcom „Parks and Recreation“ gesehen. Sogar 2014, als ihm mit zwei Hauptrollen der Durchbruch gelang, war er nur in einer davon zu sehen, nämlich in „Guar­ dians of the Galaxy“ an der Seite von CGI-Waschbären und sprechenden Bäumen. In „The Lego Movie“ hatte er davor dem animierten Emmet Brickowski lediglich die Stimme geliehen. Mit der Hauptrolle in „Jurassic World“ setzt er nun den nächsten Schritt auf der Star-Leiter. Ein wenig fehlt es noch an der entsprechenden Anerkennung, denn Chris Pratt wird immer noch allzu gerne in einen Topf geworfen mit Blockbuster-Größen wie Chris Evans, Chris Pine und Chris Hemsworth. Bei den vier Chrissen, so heißt es, handelt es sich um austauschbare hohlwangige Actionheld-Klone aus einem Hollywood-Labor. Wir widerstehen dem Reiz seines Vornamens und meinen, Pratt passt nicht in diese Gruppe. Weil er bisher keine Kultfigur mit Charisma-Boost wie Captain Kirk (Evans), Captain America (Pine) oder Thor (Hemsworth) verkörpert hat. Und weil er – im Gegensatz zu den anderen Chrissen – noch keine wegen missglückter Film-Wahl auf den Deckel bekam. Bisher ging es stets nach oben. Im Januar wurde Pratt als möglicher Indiana-Jones-Nachfolger von Harrison Ford genannt. Zugegeben, das Internet ging davon nicht kaputt. Aber Pratt ist eine heiße Aktie: 2015 könnte „Jurassic World“ einschlagen, 2017 steht „GOTG2“ an, und vielleicht geht sich ja davor noch ein Remake von „The Magnificent Seven“ aus. „Jurassic World“ kommt weltweit ab dem 10. Juni in die Kinos.  jurassicworld.com


PRESENTS

GSTAAD EISBAHNAREAL

2015

7-12 JULY SWAT CH MA JO RS ER IE S. CO M


ACTION

CULTURE LESESTOFF

THE PLAYLIST RAEKWON Corey Woods alias Raekwon war 23, als er zum Rap-Superstar aufstieg: Mit acht New Yorker Jugendfreunden schuf er 1993 als WuTang Clan ein wuchtiges Album, das Gangster-Geschichten mit Shaolin-Sagen kreuzte. „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ gilt heute als Hip-Hop-Klassiker, genau wie Raekwons zwei Jahre später erschienenes Solo-Debüt „Only Built 4 Cuban Linx …“, auf dem er das Genre Mafioso-Rap erfand. Seine Straßenvergangenheit hat der mittler­ weile 45-Jährige hinter sich gelassen. Auf seiner neuen Platte „Fly International Luxurious Art“ ließ er sich von zeitgenössischer Kunst inspirieren. Welche Songs sein Leben geprägt haben, erzählt er hier.

Marvin Gaye

„Paid in Full“

Marvin hatte eine große Vision, als er dieses Album aufnahm: Er wollte die Gesellschaft auf­ rütteln, indem er auf soziale Missstände in US-Metropolen hinwies. Obwohl die Platte schon unglaubliche 44 Jahre alt ist, sind viele der Themen darauf aktueller denn je. Marvins Weitsicht und sein Mut inspirieren mich ständig. Mein Geist braucht dieses Album zum Überleben wie mein Körper Vitamine.

Als die Platte 1987 erschien, war ich siebzehn. Und sie brachte mir mehr über das Leben bei als meine ­Eltern. Rakim rappte über das Leben auf den Straßen von New York. Ich konnte mich damit identifizieren. Seine Texte hatten Witz und waren gespickt mit Weisheiten. Für mich war Rakim damals der Muhammad Ali des Hip-Hop. Jedes seiner Worte saß wie ein Faustschlag.

Mary J. Blige

Stevie Wonder

Dieses Album lehrte mich, Frauen zu respektieren. In meiner ­Jugend war ich kein Gentleman. Wenn mir Frauen auf die Nerven gingen oder zu viel Aufmerksamkeit verlangten, servierte ich sie ohne Zögern ab. Erst Marys Texte halfen mir zu verstehen, wie Frauen ticken. Dass sie es verdienen, wie Königinnen behandelt zu werden. Dieses Album hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Ich liebte Stevies Musik schon als Kind. Angeblich fragte ich meine Eltern damals: „Wie kann jemand, der die Welt nicht sieht, so viel über sie wissen?“ Vor ­einigen Jahren traf ich Stevie bei einer Award-Show persönlich. Ich war so aufgeregt, dass ich keinen Ton herausbrachte. Er ­lächelte bloß und meinte: „Ich bin ein Wu-Tang-Fan.“ Das war einer der besten Momente meines Lebens.

„My Life“

Wu-Tang Clan

„Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ Wenn es um Alben geht, die mein Leben geprägt haben, darf dieses auf keinen Fall fehlen. Es öffnete mir und acht Freunden die Türe zur einer Karriere als Musiker. Als wir die Platte aufnahmen, waren wir jung. Wir rappten, was uns gerade in den Sinn kam. ­Gerade seine Unbeschwertheit macht dieses Album so einmalig. Wenn wir die alten Tracks live spielen, dann flippt das Publikum noch heute aus.

76

Eric B & Rakim

„What’s Going On“

„Songs in the Key of Life“

Pharrell Williams plant eine Kinderbuchserie, basierend auf seinem Hit „Happy“. Bei diesen drei Kollegen kann er sich dafür etwas abschauen.

Keith Richards Seit 2014 ist der Mann mit dem wildesten Lebensstil der RockGeschichte auch Kinderbuchautor. In dieser autobiografischen Geschichte erzählt Richards von seinem Großvater, der ihm die erste Gitarre schenkte.

Courtney Love Dass eine SkandalRockerin wie Love kein braves Kinderbuch schreibt, ist klar: In ihrem Manga-Comic von 2004 kämpft eine Alien-Amazone namens Princess Ai gegen Dämonen und rockt nachts die Musikclubs von Tokio.

ALL-IN-ONE

Artiphon Instrument 1 Dieser gitarrenbrettgroße Controller heißt Artiphon und ist das erste multifunktionale Musikinstrument der Welt. Angesteckt an das iPad, lässt sich zunächst per App festlegen, nach welchem Instrument es klingen soll, und entsprechend spielt man das Gerät: wie eine Geige in die Halsbeuge geklemmt, wie eine akustische Gitarre am Oberschenkel oder wie ein Keyboard am Schoß. Der Verkauf des Allrounders beginnt im Herbst. Vorbestellungen unter: artiphon.com

Madonna Mit sechs Büchern ist sie die erfahrenste Kinderbuchautorin unter den Popstars. Madonnas Debüt „The English ­Roses“ (2003) verkaufte sich eine halbe Million Mal und wurde in vierzig Sprachen übersetzt.

THE RED BULLETIN


EVERY MONDAY AT 7PM ON MISSED THE LIVE-SHOW? WATCH IT ON DEMAND ON SPORTALHD.COM* * ODER AUF DER SPORTAL360PLAYER APP.


ACTION

WHEELS FEINE EXTRAS … für ein Fahrerlebnis auf neuem Level

Ford AppLink Goal Live Scores

HEISS WIE EIN VULKAN … … heut verbrenn ich mich daran.

Das ist kein Concept Car. Das Ding ist ernst gemeint. Sehr ernst. Das ist der Aston Martin Vulcan: Kohlefaser-Monocoque, CarbonKarosserie, der 7-Liter-V12-Frontmotor produziert mehr PS als ein Formel-1-Motor, nämlich über 800. Damit schleudern die Hinterräder jede Straße gnadenlos weg. Aston Martin stellte seinen jüngsten Supersportwagen beim Genfer Autosalon vor und betonte, dass das Design intern entstand und „die Designsprache bereits einen Vorgeschmack auf die nächste Generation der Sportwagen von Aston Martin gibt“. Solche Sätze hört man auf Automessen relativ oft, weil die Hersteller vorfühlen wollen, ob ihre Zukunftsvisionen ankommen. Der Vulcan ist in dieser Hinsicht eine schlaue Ausnahme: ein Concept Car, das sich kaufen lässt. (Zumindest theoretisch. Man hört von Preisen jenseits der zwei Millionen.) Seine Power lässt die Grenzen der fahrerischen Fähigkeiten derer, die sich den Vulcan leisten können, möglicherweise früher auf dem Horizont auftauchen als die nächste Kurve. Aston Martin zeigt sich aber beruhigend fürsorglich: Es sind RennstreckenFahrtrainings für die Käufer der 24 in Produktion befindlichen Vulcans vorgesehen.  astonmartin.com

Aston Martin Vulcan: schön schnell

78

Ford SYNC mit AppLink ist Fords Auftritt in ­Sachen Stimmerkennung. Die App hält über die aktuellen Zwischenstände in Europas TopFußballligen und -Cups auf dem Laufenden. at.ford.com

FAST WIE MARC

Honda CBR 1000 RR Fireblade Yamaha Racing Collection by TW Steel Best-Zeit, sozusagen: eine branchenübergreifende Zusammenarbeit, die MotoGP-Fans und Liebhaber großer Uhren gleichermaßen erfreut. twsteel.com 181 PS, vollgetankt 200 Kilo, ­perfektes Handling: Die aktuelle ­Generation der Honda Fireblade ist eine Macht auf der Rennstrecke. Technik, die sich aus dem GrandPrix-Sport ableitet, feinste Kom­ ponenten, kluge, auf maximale Performance ausgelegte Elektronik, Renn-ABS mit Brake-by-Wire, AntiHopping-Kupplung gegen brenzlige Momente beim Zurückschalten unter vollem Bremsdruck, dazu ein Digitalcockpit, das keine Fragen offenlässt. Noch ein Stück begehrenswerter: die Fireblade SP, die mit Öhlins-­ Federelementen, Monobloc-Bremsen, superscharfer Geometrie und Einzelheck Königin jedes Fahrerlagers ist – ganz besonders natürlich wegen des exklusiven Marc-Márquez-­ Designs.  www.honda.at

Bowers & Wilkins P5 Maserati Edition Erstklassige Bügelhörer der Audio-Spezialisten von Bowers & Wilkins, entsprechend edel gefertigt in blauem Maserati-Leder. bowers-wilkins.com

THE RED BULLETIN


ACTION

HOW TO

ARBEITEN IM ALL 540 bis 550 Menschen waren schon im All (je nach zählender Organisation). Davon haben etwas mehr als 200 ihr Raumschiff verlassen, und nur drei davon haben mehr Ausflüge auf dem Konto als Rick Mastracchio mit seinen neun EVAs (extra vehicular activities, also Außenbordeinsätzen). Der 55-jährige Amerikaner hat mehr als 53 Stunden auf Weltraumspaziergängen verbracht. „Es ist nicht wie das Gehopse in ‚Gravity‘“, sagt er. „Den Film habe ich mir vergangenes Jahr im Orbit an Bord der International Space Station angesehen, vor einem weiteren Spaziergang. Der Film war durchaus unterhaltsam, aber nicht realistisch.“ Sich richtig im All bewegen geht ­nämlich so  …

4

Löse Probleme

2

Trainiere ­deinen Körper

1

Greif nach den Sternen

MARK THOMAS

„Du bist im luftleeren Raum in einem sper­ rigen Druckanzug. Es ist sehr schwer, dich zu bewegen, vor allem die Hände. Es hilft, groß zu sein und lange Arme zu haben: Je größer deine Reich­ weite ist, desto ein­ facher fällt es dir, ­deine Arbeit im Raum­ anzug zu tun.“

THE RED BULLETIN

„Deine Schultern und Unterarme müssen sehr stark sein, weil du da draußen manch­ mal sieben bis acht Stunden an der Ober­ fläche der Raum­ station herumkriechst. ‚Weltraumspaziergang‘ ist also gar nicht der richtige Begriff, es müsste eigentlich ‚Weltraumkriechen‘ heißen.“

3

Beherrsche Werkzeuge

„… denn die Außen­ einsätze haben viel mit Handwerk zu tun. Du schraubst herum wie ein Monteur. Wenn du ein Auto ausschlachten kannst, hast du gute Voraussetzungen für den Job.“

„… bevor sie ent­ stehen. Du musst zehn Minuten voraus­ denken, an deine nächste Aufgabe, wo dein Partner dann sein wird. Natürlich gibt es noch die Bodencrew, aber bei fast jedem Ausflug passiert etwas Unerwartetes: Ein ­Bolzen lässt sich nicht lösen, die Verbindung mit einem Stecker klappt nicht, oder sonst was.“

5

Vergiss deine Zweifel

„Für gewöhnlich bist du so beschäftigt, dass du keine Zeit hast, an all die Dinge zu denken, die schief­ gehen könnten. Aber trotzdem: Manchmal musst du dich selbst davon überzeugen, dass du nicht runter­ fällst, wenn du los­ lässt. Du kennst die Gesetze der Physik, dennoch spielt dir die Vorstellung manchmal einen Streich.“

79


ACTION

EVENTS

Headliner beim Rock Oz’Arènes 2015: Star-DJ Steve Aoki

Techno in botanischen Gärten? Drum ’n’ Bass auf Azteken-Bühnen? Punkrock im römischen Amphitheater? The Red Bulletin präsentiert die Schweizer Open Airs dieses Jahres.

Avenches, Waadt

Die Location? Ein römisches Amphitheater. Das Pro­ gramm? Ein verrückter Mix aus Rock, Electro, Reggae, Rap und sogar Comedy. Seit 20 Jahren steht Rock Oz’Arènes für künstlerische Vielfalt und geniale Atmo­ sphäre. Acts 2015: The Offspring, Comedian Jessie Kobel, Jimmy Cliff und DJ Steve Aoki. Der US-Star ist bekannt dafür, Fans beim Konzert mit Cremetorten zu bewerfen und sich im Schlauchboot von ihnen ­tragen zu lassen. Viel Spass!  2015.rockozarenes.com

DAS SCHRILLSTE ELEKTRO-EVENT 6. – 9. August Sonnentanz Bossenhauspark, Mettauertal

Bühnenbauten im Azteken-Stil, mystische Skulpturen, atemberaubende Pyroeffekte. ­Optisch entführt das Sonnentanz-Festival seine Besucher vier Tage lang in eine faszinierende Welt der Märchen und Mythen. Und musikalisch? Da wird den Gästen – erwartet werden 30.000 – Drum ’n’ Bass, Deep House und EDM (Electronic Dance Music) geboten. Einmaliger Service: das Camping Village mit fertig aufgebauten Zelten – für alle Besucher, die kein eigenes schleppen wollen.  www.sonnentanz-festival.ch

80

THE RED BULLETIN

ERIK VOAKE, VLADIMIR FABRE/RED BULL CONTENT POOL, TOMAS WUETHRICH

TOP-FESTIVALS 2015: DER MUSIK-FAHRPLAN DURCH DEN SOMMER

DAS ORIGINELLSTE OPEN AIR 12. – 16. August Rock Oz’Arènes


FEIERN MIT PLAN Vier Gadgets, die jeder Festival-­ Experte im Reisegepäck haben sollte.

DIE LÄNGSTE ELEKTRO-FETE 1. – 6. September Electrosanne Lausanne, Waadt

Es ist eines der grössten ElektroMusikfestivals Europas: Jahr für Jahr verwandelt das Electrosanne – 2015 mit dem Swiss Music Award ausgezeichnet – das ganze Zentrum von Lausanne in eine riesige Partymeile. 2015 treten auf zwei Freiluftbühnen und in fünf Nachtclubs gleichzeitig internationale und ­lokale E-Music-Stars auf – unter ­anderen der US-amerikanische ­Musiker, Produzent und DJ Diplo. Wichtige Info: Zum zehnjährigen Jubiläum wird Electrosanne 2015 um zwei Tage prolongiert – los geht’s bereits am Dienstag (!), gefeiert wird bis Sonntag. www.electrosanne.ch

Mobil-Dusche Bis zu 20 Liter Wasser einfüllen, drei Stunden in die Sonne hängen – und die private Dusche ist einsatzbereit. higear.uk.com

DAS GENIALSTE INDIE-FESTIVAL 28. – 30. Mai Bad Bonn Kilbi Düdingen, Freiburg

Keiner hat so ein gutes Händchen für unbekannte Musiker wie die Macher der Bad Bonn Kilbi. Motto: „Wir spielen nur, was uns gefällt. Genre und Bekanntheitsgrad sind egal!“ 2015 kommen zum Schweizer Indie-Fest die türkische Popsängerin Selda und der äthiopische Jazzer Hailu Mergia. Ein Muss für anspruchsvolle wie neugierige Musikfans.  kilbi.badbonn.ch

DIE SCHÖNSTE TECHNO-PARTY 22. – 24. August Mystery Park Carona

Camping-Kocher Der Kocher wird mit Kleinholz befeuert. Mit der gewonnenen Energie kann man gleich­ zeitig kochen und ein USB-Gerät aufladen. biolitestove.com

Solar-Ladegerät Das kompakte Lade­ gerät benötigt acht Sonnenstunden, um ein Smartphone vollständig aufzu­laden. freeloaderpro.com

Carona, Tessin

Ein Techno-Open-Air in unvergleichlicher Location: In ­einem 62.000 Quadratmeter grossen botanischen Garten mit Alpenkulisse und Ausblick auf den Luganer See wird zu Deep House, Minimal und Techno abgefeiert. Daily Programme: Pool-Party bis 18 Uhr, danach per Shuttlebus zu den beiden Hauptbühnen – auf denen Acts wie Paco Osuna, Ilario Alicante und Jay Hardway für Stimmung sorgen. PS: Auf dem herrlichen naturbelassenen Schwimmbad-Areal von Carona dürfen Festival-Besucher sogar campen.  www.mysteryparkfestival.ch

THE RED BULLETIN

LED-Laterne Die wasserdichte ­ lastikleuchte hat geP nug Saft, um ein kleines Zelt zwölf Stunden lang zu beleuchten. mpowerd.com

81


ACTION

EVENTS

AB IN DIE MENGE!

19

Die Schweizer Festivals 2015 im Überblick.

20 28 6

11

4

13 2 7

9

8

26 25 24

16

15

21 1 5 27 3 29 17

18 10

12 22

14

23

The Black Angels, Selda feat. Boom Pam, The Thurston Moore Band kilbi.badbonn.ch

29./30. Mai Argovia Fäscht

2

Stress www.argoviafaescht.ch

5./6. Juni Chocolate Festival

3

www.chocolate-festival.ch

6. Juni Sonisphere Schweiz

4

Muse, Incubus, The Hives, Black Veil Brides ch.sonisphere.eu

11.  –  13. Juni Greenfield Festival

5

Slipknot, In Flames, Motörhead, The Gaslight Anthem, In Extremo, Parkway Drive greenfieldfestival.ch

11.  –  14. Juni Festi’neuch

6

Placebo, Fatboy Slim, Bénabar,Yannick Noah festineuch.ch

18.  –  20. Juni Touch The Air

7

Wu-Tang Clan, Kool Savas, Common, Big Sean touchtheair.ch

82

8

19.  –  21. Juni Rock the Ring

Nightwish, Limp Bizkit, ­Billy Idol, Toto, Judas Priest, Alice Cooper, Eluveitie rockthering.ch 9

25.  –  28. Juni Open Air St. Gallen

Placebo, The Chemical Brothers, Marteria, Stress, Fritz Kalkbrenner, Noel Gallagher’s High Flying Birds openairsg.ch 10 26.  –  28. Juni

Trucker and Country Festival

The Mavericks, The Derailers, Country Sisters, John Michael Montgomery, The Bellamy Brothers, Stephanie Urbina Jones trucker-festival.ch 11

2.  –  5. Juli Wake ’n’ Jam

Bastian Baker, Anastacia, The Baseballs, Lo & Leduc, Parov Stelar, Seven wakeandjam.ch 12

4.  –  19.Juli Montreux Jazz Festival

montreuxjazzfestival.com 13

9.  –  11. Juli Open Air Frauenfeld

Nicki Minaj, Kendrick Lamar openair-frauenfeld.ch

14

11. Juli Lake Parade

lakeparade.ch 15

16.  –  19. Juli Gurten Festival

Faithless, Die Fantastischen Vier, Ellie Goulding, Cro, Foals, Patent Ochsner, Lo & Leduc, Kraftklub, Müslüm, Stress, Casper, ­Stefanie Heinzmann gurtenfestival.ch 16 17.  –  25. Juli

Blue Balls

Angus and Julia Stone, Rhodes, Alex Hepburn, Lianne La Havas, The Mispers, Rodrigo y Gabriela, Benjamin Clementine, Gary Clark Jr, Lambchop blueballs.ch 17

20. – 27. Juli Paléo Festival

Robbie Williams, Thierry Fischer und Louis Schwiz­ gebel (mit dem Orchestre des Continents), Stromae, The National paleo.ch 18 23.  –  25. Juli

Open Air Lumnezia

Mando Diao, The Parov Stelar Band, 2ManyDJs, Fettes Brot, Flogging Molly, Lo & Leduc, Klangkarussell openair-lumnezia.ch

19

6. – 8. August Sonnentanz

sonnentanz-festival.com 20 7.  –  9. August

Heitere Open Air

Emeli Sandé, Sunrise Avenue, Kodaline, Passenger, Patent Ochsner, Lo & Leduc, Pegasus, Eluveitie, Flogging Molly, Stefanie Heinzmann, Broilers, Passenger, Torp, Stress, John Butler Trio, Lilly Wood and the Prick heitere.ch

24 22.  –  23. August

Royal Arena

T. I., Jurassic 5, Royce da 5´9 ˝ & DJ Premier, Genetikk, Joey Badass, Youssoupha, Non Phixion, Hopsin, Ssio, Eldorado FM, Chlyklass www.royalarena.ch 25 29.  August

Street Parade

www.streetparade.com 26 27.  –  30.  August

Zürich Open Air

Steve Aoki, The Offspring, Jimmy Cliff, Florent Pagny, Paloma Faith, Alesso, Black M, Youssoupha, William White, Quentin Mosimann, Elvett, Askery, Nata, Aliose, Arek – Swiss Comedy Club rockozarenes.com

The Libertines, Seeed, Paul Kalkbrenner, alt-J, Fatboy Slim, Bastille, Tame Impala, Interpol, Milky Chance, The Kooks, Hot Chip, Lexy & K-Paul, Wolf Alice, Sascha Braemer, Lo & Leduc, Dabu Fantastic, Years & Years, me.man.machine, End, Tale of Us, Gorgon City www.zurichopenair.ch

22 20. – 23. August

27 1.  –  6. September

Die Toten Hosen, The Prodigy, Beatsteaks, Adel Tawil, ­Simple Plan, Enter Shikari, Halestorm, Gogol Bordello, The Subways, Modestep, Stress, Stefanie Heinzmann openairgampel.ch

Laurent Garnier www.streetparade.com

23 August: tbd

29 Oktober: tbd

21

12.  –  16.  August Rock Oz’Arènes

Open Air Gampel

Mystery Park Carona

Electrosanne

28 10.  –  12.  September

Festival du Chant du Gros

www.chantdugros.ch

Montreux Sundance

THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES

28.  –  30.  Mai Bad Bonn Kilbi

1


08EI NS . Bure au f ür Einfall sreicht um . PRÄSENTIERT VON

HAUPTSPONSOREN

CO-SPONSOREN

MEDIENPARTNER

VORVERKAUF

STARTICKET CALLCENTER: 0900 325 325 (CHF 1.19/MIN. AB FESTNETZ)

OPENAIR-LUMNEZIA.CH CHF 35.– GÜNSTIGER: WWW.GKB.CH/GROW

mando diao the parov stelar band 2manydJs dJ set fettes brot flogging molly donnerstag

migros startrampe polyphone torp royal riot satöry

müslüm dasopenair.ch facebook.com/ lumnezia twitter.com/ lumnezia

lo & leduc klangkarussell live pegasus bilderbuch rotfront from kid Jeans for Jesus baba shrimps delilahs


ACTION

EVENTS

Das Muri-Seitenwagenrennen. Im Bild: Bürgler/ Betschart (SUI)

23. – 25. 5. Pfingstmotocross Muri Motorradsport-Club Muri, Aargau

27. 6. Beachparty Richterswil

7. – 12. 7. Gstaad Major

Zürichsee, Horn Areal

Die Beachvolleyball-Welt­ elite zu Gast in Gstaad: Je 32 der besten Herrenund Damen-Teams werden beim Gstaad Major (vormals Gstaad Grand Slam) vor atemberaubender Bergkulisse um Weltrang­ listenpunkte und 400.000 US-Dollar Preisgeld baggern, pritschen, blocken und smashen. 2014 gewann den packenden Herren-Final in Gstaad der Olympiasieger Phil Dalhausser (mit Sean Rosenthal) gegen Brasiliens Superstars Cerutti/Schmidt. Side Events: Beachpartys, Tanz-Sessions, Live-Konzerte u. v. m.

Die grösste und wohl schönste Beachparty der Schweiz findet am Ufer des Zürichsees statt. Auf dem idyllischen halbinselartigen Horn Areal sorgen Top-DJs – 2014 waren Remady und Manu-L Headliner – mit einer breiten Musik­ palette von EDM, Deep House, Hip-Hop bis Disco und Charts für Stimmung. Zudem gibt es am Partygelände genial dekorierte Bars, Chill-out-Areas, Foodstände und sogar eine Schaumzone zum Abkühlen. Gästebonus: Die Eintrittskarten gelten als Tickets im ganzen ZVV-Streckennetz.

84

SIMON VOGEL, MELANIE DUCHENE, TOUR DE SUISSE, ANDRÉ MAURER

Der Motocross-Event in Muri – Teil der Inter MX Swiss Championships 2015 – ist eines der attraktivsten Schweizer Motorsportrennen: 10.000 Fans, ein Kurs mit langen Speed-Passagen (dazu vier Schanzen) und europäische Spitzenfahrer, die in den Kategorien Seitenwagen und Solo auf der ­Aspi-Piste um den Tagessieg kämpfen. Den holte 2014 in der Königsdisziplin MX1 der italienische MXGP-Topstar Davide Guarneri vor dem Schweizer Jeremy Seewer. Nebenprogramm: Festwirtschaft (mit den legendären Güggeli), Tombola und Autogrammstunden.  mrsc-muri.ch

Gstaad

18. – 21. 6. Art Basel Basel 2015 auf der Art Basel zu sehen: bildnerische Werke und Aquarelle des Experimental-Komponisten John Cage und unbekannte Zeichnungen des holländischen Malers Constant. (Oben: Ketty La Rocca: „My Words and You?“)

Schweizer Talent Anouk Vergé-Depré

THE RED BULLETIN


13. – 21. 6 Tour de Suisse Neun Etappen

SAVE THE DATE

Tour de Suisse 2014, 2. Etappe, Aufstieg zum Gotthardpass

Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen

Die Tour de Suisse – nach Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España das wichtigste Etappenrennen im Radrenn­ sport – bietet 2015 Fans und Breitensportlern eine einzig­ artige Gelegenheit: die Tour de Suisse Challenge. Das Prinzip: Auf vier von neun Etappen ­gehen Hobbyradler wenige Stunden vor den Profis auf die Originalstrecke und können so hinterher ihre Zeiten mit jenen der Top-Athleten – etwa der ­Fabian Cancellaras oder des Vorjahressiegers Rui Costa (POR) – vergleichen. tourdesuisse.ch

23

Mai Tyler, the Creator

6. 6. Strong Man Run

16./17. 5. Titlis River Race

Engelberg

Dallenwil bis Buochs

Der grösste Hindernislauf der Schweiz verzeichnete 2014 mit 7200 Teilnehmern einen neuen Rekord. Die 18 Kilometer 2015 führen die Starter durch Schlamm und Erdlöcher, eiskalte Wasser‑ gräben, verlangen ihnen Kletterund Rutschpartien ab oder das Überwinden der Engelberger Sprungschanze. Das Zuschauen entlang dem Kurs ist ein Erlebnis.

Kampf der besten nationalen ­Kanuten um den Schweizer Meis‑ tertitel in der Wildwasserabfahrt mit dem 6,5 Kilometer langen Classic-Bewerb und dem spekta‑ kulären, in zwei Läufen ausge­ tragenen Sprint. Beste Sicht auf Wettkampf und Athleten bietet der Zielbereich kurz vor Buochs. Festwirtschaft inklusive. kcnw.ch

Der MTV Music Awardprämierte Rapper ­begeisterte Schweizer Fans bisher nur auf ­diversen Festivals. Nun kommt der für seine düsteren Sounds und Lyrics bekannte Künst‑ ler mit eigener Show ins Volkshaus Zürich. 23. 5., Zürich

29 Mai Movecity

Movecity: das ist Musik, Sport und Lifestyle, ­vereint in einem Event. 2015 im Programm: DJ‑Sets, Bikejump-Ses‑ sions internationaler Elite-Fahrer sowie spek‑ takuläre Inlineskatingund Freestyle-Scoote‑ ring-Bewerbe. 29./30. 5., Bern

28. 5. Twin Shadow Nordportal, Baden

MTB-Star Ramon Hunziker

20. 6. Opening: Züritrails Jumppark Zürich Die Neueröffnung des Zürcher Dirt-Jump-Parks geht mit einem hoch­ karätigen MTB-Event einher: Auf dem vom Schweizer MTB-Star Ramon Hunziker designten Kurs (inklusive Hipline, Proline und Übungssprung) werden europäische Top-Mountainbiker – erwartet wird neben anderen der Deutsche Amir Kabbani – ihre Skills in der Luft vorführen. Wichtige Info für Zuschauer: Wer den neuen Jumppark selbst befahren möchte, kann dies beim Event in den Open Sessions tun.  zueritrails.ch

Er hat eine ergreifende Stimme, macht melancholische Songs im Stil der achtziger Jahre, und der „Rolling Stone“ beschrieb seine Musik als „eindringlich und unver­ gesslich“. Nach den erfolgreichen Alben „Forget“ und „Confess“ (inklusive der Hitsingle „Five ­Seconds“) brachte George Lewis Jr. alias Twin Shadow nun sein drittes Studioalbum „Eclipse“ ­heraus. Und ist jetzt mit seiner Band im Rahmen eines Exklusiv­ konzerts in der Schweiz zu sehen. twinshadow.net

11

Juni Greenfield Festival Mit jährlich 25.000 Besuchern und über 40 Bands das grösste Schweizer Hardrock‑ fest. 2015 mit dabei: Slipknot, Motörhead, In Flames, Lamb of God, A Gaslight Anthem, In Extremo, Parkway Drive. 11. – 13. 6., Interlaken


ADRENALIN

IR BILDER, DIE D UBEN A R M E DEN AT

GENIAL

DIE MENSCHEN, RÄNDERN E DIE WELT V

EXTREM

DIE ABENTEUER, ENGEN R GRENZEN SP

DEIN . T N E M MO LTÄGL L A S E D S T I A B SE

IC H E N

DEIN JAHRESABO! 12 Ausgaben + Wunsch-DVD für nur 19 CHF Solange der Vorrat reicht.

Exklusiv bestellen unter getredbulletin.com


30 DINGE, DIE WIR WOL LEN THE R ED BULLETIN SUMMER ESSENTIALS

Was Männer wirklich lieben: von der viel­ seitigen Uhr über ­m odernste Multi­ media-Elektronik bis hin zum futuris­ tischen ­G efährten. Eine Wunschliste für echte Kerle.

01 HEISSER OFEN

DUCATI SCRAMBLER FULL THROTTLE. Mit aggressivem Look im Flat-Track-Stil gehört das Bike mit V2-Motor (803 ccm, 75 PS) ­eigentlich auf die Rennstrecke. Termignoni-Schalldämpfer und ein ­ergonomischer Lenker machen es alltagstauglich.  ducati.de THE RED BULLETIN

87


04

UNTERSTAND McKINLEY VENTURE 3. Ideal für kurze TrekkingAusflüge. Extrem leichtes Tunnelzelt (2,58 kg), das auch genügend Stauraum bietet. mckinley.de

02 HARTE SCHALE HITCASE PRO. Das i­Phone 6 funktioniert selbst dann noch, wenn es mal ins ­Wasser fällt (das Case hält dicht bis zehn Meter) oder aus zwei Metern Höhe auf den Boden knallt. hitcase.com

06

03 SCHARFES TEIL

SOG BLADELIGHT CAMP KNIFE. D ­ amit Mann des Nachts sieht, was er ­zerteilt, sind am Griff 6 LED‑Dioden mit gesamt 30 Lumen integriert. sogknives.com

05

SCHLANKES BEIN TOMMY HILFIGER SCANTON. BaumwollJeans mit schmalem Bein. Die richtige ­Adjustierung für jede Party.  de.tommy.com

ALLESKÖNNER CAPRA CF PRO. Das Bike mit 2400 Gramm leichtem Carbon-Monocoque-Rahmen ist jedem Gelände gewachsen – egal ob bei der Downhillfahrt, dem Bergaufritt oder beim Wallrides-Rocken im Park. yt-industries.com


07 SPACEBOAT

QUADROFOIL. Boote können auch leise sein. Dieses ver­ ursacht weder Lärm noch Emissionen, noch Wellen. Höchst­tempo: 40 km/h, Reich­ weite: rund 100 km. Die zwei Stunden Ladezeit nützt man am besten für einen Strand­ spaziergang.  quadrofoil.com

11

09 DUFTNOTE DIESEL ONLY THE BRAVE WILD. So duften wahre ­Männer – nach einem Hauch von schwarzem Pfeffer, Grapefruit, Zitronengras, Lavendel, Zedernholz und Kokoswasser. diesel.com

ROLLENDE AUGEN

THE RED BULLETIN

SMARTWATCH 3, SONY. Macht das Handy (fast) über­ flüssig. GPS-Funk­ tion, Gerätesteuerung, Musikplayer (auch ohne Smartphone-Verbindung). sonymobile.com

12

08

NIVEA ENERGY AUGEN-ROLL-ON. Der Abend wurde länger … doch mit haut­ eigenem Coenzym Q10 sind die Augenringe am Morgen wie weggewischt.  nivea.de

ZENTRALEINHEIT

10

LAUT SPRECHEN FUGOO TOUGH XL. Acht symmetrisch positionierte Lautsprecher holen bis zu 100 Dezibel aus dem stoßfesten und wasserdichten Gerät. Gibt’s ab Juli. fugoo.com

BEACHBOY S.OLIVER SHIRT. Nicht nur trainierte Körper machen in diesem luftigen Baumwollshirt auf der Strandpromenade eine gute Figur. soliver.de

89


13

MULTI-MEDIA AVEGANT GLYPH. Einfach vor die Augen geklappt, wird aus dem Stereokopfhörer auch ein Virtual Retinal Display, das Bilder dreidimensional mit 1280 × 720 Pixel vor ­jedes  Auge projiziert. avegant.com

14

LINIENFAHRER CARRERA DIGITAL 132 RACE PARTY. Auf der 8-Meter-Piste jagt man einen Aston Martin, Porsche oder Ferrari über die Schienen. ­carrera-toys.com

15

FEUERWASSER BULLEIT BOURBON FRONTIER. Kentucky-Whiskey mit mild-weichem Geschmack und Nuancen von ­Vanille und Honig. bulleit.com

90

16

SCHICKES HEMD THOMAS SABO WHEEL-OF-KAR­ MA-MANSCHETTENKNÖPFE. Für den feinen Anlass. 925er Sterlingsilber mit schwarzem Zirkonia.  thomassabo.com

17

GEPÄCKTRÄGER BROOKS PICKWICK. Praktischer Leinenrucksack (Volumen: 24 Liter) mit Lederriemen für den stilsicheren urbanen Biker. brooksengland.com

18

GRILLMEISTER WEBER PERFORMER DELUXE. Echte Kerle grillen über Feuer – aber ein bisschen Komfort (Zündsystem, Edelstahlgrillrost, Hitzeschutz) darf dann doch sein.  weber-grill.de THE RED BULLETIN


21

STARKER KAFFEE

20

HOLZFÄLLER-STYLE WOOLRICH BERING WOOL SHIRT PLAID. Das für den Camping-Trip passende Hemd aus reiner Wolle. woolrich.com

OXX COFFEEBOXX. Warum draußen auf guten Kaffee verzichten? Diese Maschine ist ­wasserdicht, staubund stoßresistent. oxx.com

22

GLASPLATTE

19

ONBOARDING BELLAGIO 12.0. Das 10,9 kg schlanke, 366 cm lange Expeditionsboard passt in eine Reisetasche und lässt sich per Handpumpe aufblasen. croslake.com

SONNENUHR CASIO EDIFICE. Der edle, solarbetriebene Chronograph mit massivem Edelstahlgehäuse und Mineralglas kann über ­Bluetooth 4.0 mit dem Handy verbunden werden und meldet eingehende E-Mails. Auch ­praktisch: die Phone-FinderFunktion.  casio-europe.com

24

LACIE MIRROR. Festplatten aus schwarzem Plastik? Fad. Das 1‑Terabyte-Designer­ stück besteht aus ­Corning-Gorilla-Glas. lacie.com

23

DURCHBLICK ADIDAS EVIL EYE EVO PRO L. Wenn’s beim Mountainbiken heiß hergeht. Brille mit Schweißblocker und Belüftungssystem.  adidas.com


25 26

BREITER TRETER SCROOSER TRETROLLER. Die Harley-Davidson unter den Tretrollern – mit Elektromotorunterstützung erreicht man flotte 25 km/h. Durch die mächtigen Reifen werden ­Bodenunebenheiten zur ­Nebensache.  scrooser.com

WERKZEUGUHR LEATHERMAN TREAD QM1. Werkzeugkoffer am Hand­ gelenk. Aus den einzelnen Gliedern des Edelstahl­ uhrbandes werden im Handumdrehen Helfer wie Schraubenzieher und Flaschenöffner.  leatherman.com

27

29 WETTERFRONT

UND  . .. ACTION! SONY X1000V 4K ACTION CAM. Dreht Action-­ Videos mit einer Auflösung von 4000 Pixeln: Schär­ fer und wackelfreier (durch SteadyShotBildstabilisierung) geht’s kaum noch. sony.de

28 92

SCHMUCKE KETTEN POLICE RELIANCE. Männliches Accessoire. Edelstahlkette (Länge 50 cm oder mit Verlängerung 70 cm) mit geradlinigem Kreuzanhänger. policelifestyle.com

30

THE NORTH FACE THERMOBALL HYB­ RID KAPUZENJACKE. Vielseitig einsetzbare Funktionsjacke – wasserdicht, wind­ dicht, atmungsaktiv. thenorthface.de

QUERFELDEINMALIG

ADIDAS TERREX SCOPE GTX. Perfekte Wahl im leichten ­Gelände. Wasserdichtes GORETEX-Futter, Aufpralldämpfung im Fersenbereich.  adidas.de THE RED BULLETIN


Peter Habeler

Jakob Schubert

Alpinismus-Legende

Overall Lead World Cup Champ

David Lama

Extrembergsteiger

gloryfy I-Flex

gloryfy G-Flex

gloryfy G3 red sky

M A DE I N AU ST R I A


R E A D BULL

Lichtbogen

Geboren 1954 in Wels, Oberösterreich, studierte Philosophie und Ethnologie, arbeitete als Journalist und Autor. Seit 1982 freier Schriftsteller. Im Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ (1984) zeigte er erstmals seine Gabe, histo­ rische Tatsachen und Fiktion faszinierend zu verschmelzen. Gerne experimentiert Ransmayr auch mit verschiedenen Spielformen des Erzählens. „Der fliegende Berg“ (2006), ­erschienen in Versform, ist ein Werk, zu dem sich Ransmayr von seinem Freund Reinhold Messner inspirieren ließ. Für seine Bücher, die bisher in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, ­erhielt Ransmayr zahlreiche ­literarische Auszeichnungen. Er lebt nach Jahren in Irland und auf Reisen nun wieder in Wien.

94

THE RED BULLETIN

CHRISTOPH RANSMAYR © 2012 S. FISCHER VERLAG GMBH, FRANKFURT AM MAIN

Christoph Ransmayr

I

ch sah ein wanderndes Licht auf einem der ­ungeheuren Stahlbögen der Harbour Bridge in der Bucht von Sydney. Nur ein Funke unter Myriaden anderen bewegten und unbewegten, strahlenden, fließenden oder glimmenden Lichtern der größten Stadt des australischen Kontinents, stieg dieses eine, winzige Licht wie ein Stern am Rande der Sichtbar­ keit langsam höher und dem Scheitel des Brückenbogens ent­ gegen, der himmelhoch über dem ruhigen Wasser der Hafen­ einfahrt lag. Ich stand am Fenster eines Hotelzimmers im neunzehnten Stockwerk und hatte eben das Wahrzeichen der Stadt, die kostbar schimmernde Muschel des Opernhauses, im Fernglas betrachtet, war dann zu hell erleuchteten Wolkenkratzern, Glastürmen von Banken, Handelshäusern und Versicherungen geschwenkt, auf die der Bogen der Harbour Bridge über die Bucht hinweg zuzu­ springen schien – als ich dieses aufsteigende Licht bemerkte. Es verschwand im Höherkriechen manchmal für einen Augenblick, kehrte zurück. Das mußte ein Mensch sein, ein Mensch, der den Kegel seiner Taschen- oder Stirnlampe seinen Bewegungen ent­ sprechend dahin und dorthin lenkte. Er kletterte einen Stahl­ bogen hoch, dessen Scheitel einhundertvierunddreißig Meter über dem Wasserspiegel lag: Ein im Hotelzimmer ausliegender Faltprospekt hatte das Panorama, das sich von der Dachterrasse des Hotels und noch aus dem Fenster meines Zimmers bot, mit Namen und Zahlen beschrieben. Einhundertvierunddreißig Meter. Wer auf einem Brücken­ bogen in diese Höhe kletterte, allein und in der Finsternis, setzte sein Leben aufs Spiel oder wollte es beenden. Wer aus dieser Höhe in die Tiefe sprang, fiel in den sicheren Tod und brauchte weder die Rettung noch die Hilflosigkeit eines Krüppels nach einem gegen alle Wahrscheinlichkeit überlebten Sturz zu fürchten. Wollte der Mensch dort sterben? Der Lichtfunke zitterte in meinem Fernglas, zitterte im ­Rhythmus meines Herzschlags, meiner Atemzüge. Aber selbst als ich mein Glas am Panoramafenster stabilisierte, das der ­Klimaanlage oder auch einer dem Lebenswillen der Gäste miß­ trauenden Vorsichtsmaßnahme wegen nicht zu öffnen war, blieb der Kletterer kaum mehr als ein insektenhaft winziger Schatten, den allein sein schwaches, verschwindendes und wieder auf­ flackerndes Licht verriet. Ich war müde, zerschlagen vom endlosen Interkontinental­ flug in einer bis auf den letzten Platz besetzten, überheizten Maschine und hatte, endlich ausgestreckt und geborgen in einem Hotelbett, doch keinen Schlaf gefunden. Bereits zum dritten Mal hatte ich das Licht wieder angedreht, nach der ersten der beiden Rotweinflaschen der Minibar auch noch die zweite geöffnet und hatte in der Hoffnung auf die einschläfernde Wirkung des Fern­ sehens Showmaster, Kommentatoren und schreiende Prediger

MAGDALENA WEYRER

Von Christoph Ransmayr


R E A D BULL

„Ich war allein mit dem Unerreichbaren.“ erscheinen und wieder verschwinden lassen, Kleinfamilien in idyllischer Landschaft, die ihr Glück allein einer Schokolade, einem Shampoo oder einem Waschmittel verdankten, Soldaten verschiedener Armeen, Wildtiere, Zeichentrickmonster, Politiker, schließlich Pornodarsteller und Wetterkarten – und war doch nicht und nicht eingeschlafen. Kletterte, kroch dieser Mensch über den Brückenbogen tat­ sächlich dem Ende seiner Welt entgegen? Was war an seinem Leben zu einer solchen Qual geworden, daß kein anderer Weg mehr blieb als der in den freien Fall?

I

ch starrte durch das Fernglas, jetzt seltsam überzeugt, daß, was ich sah, tatsächlich ein letzter Weg war. Aber was sollte ich in meinem weißen Bademantel tun, was dem Rezeptio­ nisten sagen, wenn ich ihm ein Licht im Panorama vor meinem Fenster beschrieb: Ich sehe einen Funken im Fernglas, gewiß ein Mensch, der von der Harbour Bridge springen will, rufen Sie die Feuerwehr, die Polizei, rufen Sie irgendeinen Notdienst in Brückennähe, rufen Sie irgend jemanden, der diesen Lebens­ müden retten kann? Das wandernde Licht schien plötzlich weit, unendlich weit entfernt – so weit und unerreichbar wie die Toten und Sterbenden auf einem Fernsehschirm, über den Bilder aus Kriegs- und Kata­ strophengebieten flackerten. Das Licht würde den Scheitel des Bogens erreichen, sich von der Stahlkonstruktion lösen und ­lautlos in die Tiefe stürzen, noch bevor ein Rezeptionist, ein ­Feuerwehrmann, ein Retter, irgendeiner außer mir, es auch nur bemerkte. Ich war allein mit dem Unerreichbaren. Wie ein zufälliger Passant, der einen Baum unter dem Winddruck oder auch bloß ein Blatt fallen sieht, stand ich an meinem versiegelten Fenster und wartete, daß das Unvermeidliche geschah – als die Stadt plötzlich zu erlöschen begann. Sydney erlosch!, erlosch, als müßte mit diesem einen ­Menschen auf dem Stahlbogen der Brücke die ganze Welt unter­ gehen: Die erleuchteten Wolkenkratzer, fünfzig, sechzig, acht­ zig Stockwerke hoch, erloschen – die unteren Etagen zuerst, dann schoß die Finsternis nach oben, bis sie auch die Pent­ houses verhüllte, die Restaurants und Aussichtsplattformen der Dachgeschosse und selbst das an den höchsten Turmspitzen wuchernde Antennengestrüpp. Und es erloschen die Leuchtfeuer der Reklameschriften, die Häuserzeilen, die Highways … Die Lichtmuschel der Oper erlosch. Die Harbour Bridge war nur noch ein schwarzer Bogen, der mehrspurige Autokolonnen über­ spannte, letzte verbliebene Lichtstränge, die Sydneys finstere Nord- und Südküste miteinander vernähten. Am Nachthimmel begannen die von der Stadt eben noch überstrahlten Sternbilder der südlichen Hemisphäre zu ­erscheinen, der Kentaur, das Segel, das Kreuz des Südens, der Wolf … und auch das Licht auf dem Brückenbogen wurde in der plötzlichen Dunkelheit heller, klarer, hielt kurz inne, als müßte THE RED BULLETIN

es sich besinnen, welcher Konstellation es sich als Stern unter Sternen anschließen wollte, und stieg dann beharrlich höher. Vielleicht lag es an meiner schlaflosen Müdigkeit, vielleicht auch am Rotwein, daß ich diese Finsternis, die sich wie eine Explosion ausgebreitet hatte – sie sollte als einer der katastro­ phalsten Stromausfälle in die Chronik Sydneys eingehen –, so selbstverständlich empfand wie das Dunkel eines Zimmers, in dem das Licht abgedreht worden war. Vielleicht nahm ich die Verfinsterung aber auch nur beiläufig wahr, weil meine ganze Aufmerksamkeit einem Licht gehörte, das im nächsten Augen­ blick fallen und für immer erlöschen konnte. Jetzt hatte es den Scheitel des Brückenbogens erreicht und wanderte, schwebte, ohne innezuhalten, über ihn hinweg. Und begann dann langsam wieder zu sinken. Es sprang nicht, stürzte nicht, sondern sank den schwarzen Promenaden der Südküste entgegen, an der nicht die Unterwelt wartete, sondern bloß eine in Dunkelheit gehüllte Stadt.

A

m nächsten Tag sollte ich neben Einzelheiten zum ­großen Stromausfall auch erfahren, daß ein Weg über den Brückenbogen als besondere Form einer Stadt­ besichtigung auch kurzfristig gebucht werden konnte – profes­ sionelle Guides führten möglichst schwindelfreie, möglichst trittsichere, mit Seilen und Klettergurten ausgerüstete Touristen über den Brückenbogen. Aber natürlich nicht in der Nacht, selbstverständlich nicht in der Nacht. Auch der Rezeptionist hatte keine Erklärung für mein wanderndes Licht. Aber selbst wenn, was ich gesehen hatte, bloß die Stirnlampe eines Technikers gewesen war, eines Statikers auf seinem ­Kontrollgang oder eines Fotografen, der mit einer Sonder­ genehmigung der Stadtverwaltung an Nachtbildern arbeitete, blieb davon unberührt, daß ich als ratloser, vom scheinbar Unvermeidlichen gebannter Zeuge an einem Panoramafenster mitverfolgt hatte, wie ein Licht in einer von Lichtern durch­ siebten Nacht empor- und dem Tod entgegengestiegen, dann aber in einer rasenden, alles verschlingenden Verfinsterung ­wieder ins Leben zurückgesunken war.

READ BULL Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. Diesmal ist es der Österreicher Christoph Ransmayr; der Text ist mit freundlicher Genehmigung seinem Buch „Atlas eines ängstlichen Mannes“ (S. Fischer Verlag) entnommen. Ransmayrs aktuelles Werk „Gerede. Elf Ansprachen“ ist ebenfalls bei S. Fischer erschienen.

95


Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Georg Eckelsberger, Raffael Fritz, Sophie Haslinger, Werner Jessner, Holger Potye, Martina Powell, Mara Simperler, Clemens Stachel, Manon Steiner, Lukas Wagner, Florian Wörgötter Web Kurt Vierthaler (Senior Web Editor), Vanda Gyuris, Judith Mutici, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Eva Kerschbaum Illustrator Dietmar Kainrath Verlagsleitung Franz Renkin Anzeigendisposition Sabrina Schneider Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Manuel Otto, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Karoline Anna Eisl, Simone Fischer, Julia Schweikhardt Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Matthias Zimmermann (App) IT Systems Engineer Michael Thaler Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Maximilian Kment, Karsten Lehmann Abo und Vertrieb Klaus Pleninger (Vertrieb), Peter Schiffer (Abo) General Manager und Publisher Wolfgang Winter Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag und Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

96

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Antonio Gasser Product Management Melissa Burkart Anzeigenverkauf Marcel Bannwart, +41 (0)41 7663616 oder +41 (0)78 6611727, marcel.bannwart@ch.redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Luzern; Hotline: +41 (0)41 329 22 00 Abopreis: 19 CHF, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@ch.redbulletin.com

THE RED BULLETIN Brasilien, ISSN 2308-5940 Länderredaktion Fernando Gueiros Lektorat Judith Mutici, Manrico Patta Neto Country Project Management Paula Svetlich Anzeigenverkauf Marcio Sales, +55 11 3894-0207, contato@hands.com.br

THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Christian Baur, Nina Kraus Anzeigenverkauf Martin Olesch, martin.olesch@de.redbulletin.com Evelyn Kroiss, evelyn.kroiss@de.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com

THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Länderredaktion Pierre Henri Camy Redaktion Christine Vitel Übersetzung und Lektorat Susanne & Frédéric Fortas, ­Ioris Queyroi, Christine Vitel, Gwendolyn de Vries Country Channel Management Charlotte Le Henanff Anzeigenverkauf Cathy Martin, +33 (0)7 61873115, cathy.martin@fr.redbulletin.com Redaktionsadresse 12 rue du Mail, 75002 Paris, +33 1 40 13 57 00

THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Ruth Morgan Redaktion Florian Obkircher, Paul Wilson Lektorat Nancy James, Joe Curran Country Project & Sales Management Sam Warriner Anzeigenverkauf Georgia Howie, +44 (0)203 117 2000, georgia.howie@uk.redbulletin.com Redaktionsadresse 155-171 Tooley Street, London SE1 2JP, +44 (0)20 3117 2100

THE RED BULLETIN Irland, ISSN 2308-5851 Länderredaktion Ruth Morgan Redaktion Florian Obkircher, Paul Wilson Lektorat Nancy James, Joe Curran Anzeigenverkauf Deirdre Hughes, +353 (0)1 631 6100, redbulletin@richmondmarketing.com

THE RED BULLETIN Mexiko, ISSN 2308-5924 Länderredaktion Luis Alejandro Serrano Redaktion José Armando Aguilar, Pablo Nicolás Caldarola Lektorat Alma Rosa Guerrero Country Project & Sales Management Giovana Mollona, Paula Svetlich Anzeigenverkauf +5255 5357 7024 oder redbulletin@mx.redbull.com Abo Abopreis: 270 MXP, 12 Ausgaben/Jahr

THE RED BULLETIN Neuseeland, ISSN 2079-4274 Länderredaktion Robert Tighe Lektorat Nancy James, Joe Curran Country Project & Sales Management Brad Morgan Anzeigenverkauf Brad Morgan, brad.morgan@nz.redbull.com Conrad Traill, conrad.traill@nz.redbull.com Abo Abopreis: 45 NZD, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, subs@nz.redbulletin.com Redaktionsadresse 27 Mackelvie Street, Grey Lynn, Auckland 1021 +64 (0)9 551 6180

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Ulrich Corazza Lektorat Hans Fleißner Country Project Management Lukas Scharmbacher Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Corinna Laure anzeigen@at.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@redbulletin.at Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: www.redbulletin.at/impressum Redaktionsadresse Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Leserbriefe leserbriefe@at.redbulletin.com

THE RED BULLETIN Südafrika, ISSN 2079-4282 Länderredaktion Angus Powers Lektorat Nancy James, Joe Curran Anzeigenverkauf Ryan Otto ryan.otto@za.redbull.com Abo Abopreis: 228 ZAR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com subs@za.redbull.com Redaktionsadresse South Wing, Granger Bay Court, Beach Road, V&A Waterfront, Cape Town 8001, +27 (0)21 431 2100

THE RED BULLETIN USA, ISSN 2308-586X Länderredaktion Andreas Tzortzis Redaktion David Caplan, Steve Root Director of Publishing & Advertising Sales Nicholas Pavach Country Project Management Melissa Thompson Anzeigenverkauf Dave Szych, dave.szych@us.redbull.com (L. A.) Jay Fitzgerald, jay.fitzgerald@us.redbull.com (New York) Rick Bald, rick.bald@us.redbull.com (Chicago) Abo www.getredbulletin.com, subscriptions@redbulletin.com, Abopreis: 29,95 USD, 12 Ausgaben/Jahr Redaktionsadresse USA 1740 Stewart Street, Santa Monica, CA 90404

THE RED BULLETIN


PROMOTION

Musthaves! 1

2

1

BLACK BOX MEN

Die Black Box Men ist eine Überraschungsbox mit sechs ausgewählten Pflege- und Stylingprodukten für den Mann plus Männermagazin. Mit dem Abo erhalten stil- und körperbewusste Männer viermal jährlich die limitierte und edel verpackte Box bequem nach Hause geliefert. Ob aus Neugier bestellt oder als Geschenk erhalten: Die Black Box Men regt zum Testen und Entdecken von neuen, trendigen Produkten und Marken an. Verkaufspreis: CHF 24.95 (portofrei) www.blackboxmen.ch 2

3

4

EVIL EYE EVO

Die Bikebrille evil eye evo von adidas ­eyewear beeindruckt schon auf den ersten Blick, wenn die feuerroten Linsen alle ­Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der ­revolutionäre Rahmen und die dynamische Formgebung passen perfekt zu einem ­herausfordernden Fahrstil. evil eye ist ­bekannt für Hightech-Features, das neue evo Konzept bringt einen evolutionären Sprung dank dem massiv vergrösserten Sichtfeld, gepaart mit erstklassiger Sicht, und noch exakterer und sichererer Passform. Egal ob im Gelände oder Grossstadtdschungel – die evil eye evo ist die perfekte Wahl. Verkaufspreis: ab CHF 235.–

www.adidas.com/eyewear 3

UNNING.COACH – DEIN R ONLINE-TRAININGSPLAN

Dank running.COACH brauchst du dir keine Gedanken mehr zu machen über Dauer, Intensität und Reihenfolge der Trainingseinheiten. Das Trainingssystem schlägt dir an deinen Trainingstagen jeweils die richtige Einheit auf dem Weg zu deinen Haupt- und Vorbereitungswettkämpfen vor und liefert viele Erklärungen sowie Tipps und Tricks. Dir bleibt die ­Gewissheit, dass du stets das Richtige tust für den grösstmöglichen Erfolg. Verkaufspreis: ab CHF 14.–/Monat www.runningcoach.me 4

SCRAMBLER 30 OUTDRY

Traditioneller Stil in komplett wasserdichter Ausführung für alle, die sich das ganze Jahr keine Pause gönnen. Ein AllTime-Favorit in geschmackvollem neuem Design. Wir haben den Scrambler 30 mit Aussentaschen, bequemer Aufhängung und robusten Materialien ausgestattet. Gewicht: 770 g Verkaufspreis: CHF 129.– www.newrocksport.ch


MAGIC MOMENT

Die Zone ist Sperrgebiet, Überflüge sind demnach streng verboten. Doch Wingsuit-Pilot Cédric Dumont hatte sich in den Kopf gesetzt, als erster Mensch über den Pyramiden von Gizeh abzuspringen. Es gelang ihm zuerst, Ägyptens Verteidigungsminister zu überzeugen, und dann trotzte er den Sandstürmen. „Es war die unglaublichste Aussicht, die man sich vorstellen kann.“ www.cedricdumont.com

Weder bürokratische noch meteorologische Hürden ­konnten den belgischen Wingsuit-Helden Cédric Dumont (43) aufhalten.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 9. JUNI 2015. 98

THE RED BULLETIN

NOAH BAHNSON/RED BULL CONTENT POOL

GIZEH, ÄGYPTEN, 11. Januar 2015

„Für diesen Moment habe ich drei Jahre gearbeitet.“


BACK IN BLACK.

DER NEUE

SUBARU WRX STI 4x4

MIT 300 PS AB FR. 44’900.–.

– 2,5-Liter-Turbo-SUBARU-BOXER-Motor mit SI-Drive (3 Fahrmodi: Intelligent, Sport, Sport Sharp). – 6-Gang-Sportgetriebe. – 300 PS, 407 Nm, DCCD, VDC.

– 18’’-Leichtmetallfelgen. – Vier Modellvarianten (Sport, Sport S, Luxury, Luxury S). Luxury und Luxury S mit u.a. Leder-Sportsitzen, Navi, elektr. Schiebedach. – Ab Fr. 44’900.– (Farbe Lightning Red).

Abgebildetes Modell: WRX STI 2.5T AWD Luxury S, 4-türig, man., 300 PS, Energieeffizienzkategorie G, CO 2 242 g/km, Verbrauch gesamt 10,4 l/100 km, Fr. 54’600.– (inkl. Metallic-Farbe). Modell WRX STI 2.5T AWD Sport, 4-türig, man., 300 PS, Energieeffizienzkategorie G, CO 2 242 g/km, Verbrauch gesamt 10,4 l/100 km, Fr. 44’900.– (mit Farbe Lightning Red).

www.subaru.ch SUBARU Schweiz AG, 5745 Safenwil, Tel. 062 788 89 00. Subaru-Vertreter: rund 200. www.multilease.ch. Unverbindliche Preisempfehlung netto, inkl. 8% MWSt. Preisänderungen vorbehalten. Durchschnitt aller in der Schweiz verkauften Neuwagenmodelle (markenübergreifend): CO 2 144 g/km.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
The Red Bulletin Juni 2015 - CH by Red Bull Media House - Issuu