Todd Rogers / Airpower Zeltweg / Mark Ronson / Jazzfestival Montreux / Christian Schiester / Bob Dylan
juni 2011
das magazin abseits des alltäglichen
Adrian Newey Über F1-Design
„Die Fahrer halten mehr Tempo aus“
Show im Schlamm
Das dreckigste Autorennen der Welt
Ohren auf!
Die tollsten Festivals dieses Sommers
Unterwegs mit „Mad“ Max Stöckl
GENIAL STATT ILLEGAL
Auf zwei Rädern den Vulkan hinunter
Wie Graffiti im Museum landeten
EXKLUSIV
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BULLHORN
WILLKOMMEN!
David Doubilet gilt als unumstritten bester Unterwasserfotograf der Welt. Seine Storys in „National Geographic“ sind legendär, der New Yorker hat sein Genre in ästhetischer und technischer Hinsicht über Jahrzehnte geprägt. Vor einem halben Jahrhundert hat er mit der Unterwasserfotografie begonnen, damals war er zwölf. Wir sind stolz, in Zusammenarbeit mit David Doubilet ein Best-of seiner Arbeiten veröffentlichen zu dürfen, auch als Liebeserklärung an diese so gewaltige, fremde, faszinierende, verletzliche Welt. „Wir dokumentieren eine Zeit, die bald vorbei ist“, sagt Doubilet, der sich in den letzten Jahren immer stärker für den Erhalt der Ozeane engagiert. Lassen Sie sich ab Seite 30 verzaubern.
COVERBILD UND BILDER AUF DIESER SEITE: ANDREAS JAKWERTH
Es ist kompromissloses Verständnis der Vokabel Freundschaft nötig, um jemandem dabei zu helfen, einen Rekord zu brechen, den man selbst hält: Eric Barone stellte vor neun Jahren den Geschwindigkeits-Weltrekord auf einem Mountainbike auf und beendete seine aktive Karriere am Tag des Rekordlaufs nach einem Sturz, von dem heute noch niemand weiß, wieso er ihn überleben konnte. Nun war der Franzose ein wichtiger Mann im Team des Tirolers Markus „Max“ Stöckl bei dessen Attacke auf die bestehende 163-km/h-Marke. Die atemberaubende Geschichte von einem Mann namens Herkules, einem Fahrrad namens Evil Revolt, einem nicaraguanischen Vulkan namens Cerro Negro und einer Zahl größer als 163, ab Seite Seite 54.
Heimspiel: Peter Pacult beim Interview in seinem Stammlokal, Andi Wojtas „Minoritenstüberl“ in Wien.
JUNE 2011
Bob Dylan / Kai Lenny / Wiz Khalifa / Bootsy Collins / Neck Face / Smith Westerns / Tyler, the Creator
Große Aufregung in der österreichischen Fußballgemeinde verursachte der Wechsel von Rapid-Trainer Peter Pacult zum deutschen Viertligisten RasenBallsport Leipzig, wohl weil während der laufenden Meisterschaft vollzogen. Die Diskussionen entzündeten sich vor allem um den Punkt, ob Pacult sich vor seinem Wechsel mit Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz zu Verhandlungen getroffen habe oder nicht. Von Mateschitz gibt es dazu eine klare Aussage: „Ich nehme für mich in Anspruch – das habe ich immer so gehalten und werde es es immer so halten –, mich zu treffen, mit wem ich will, wann ich will und wo ich will. Und das, ohne dass ich jemandem Rechenschaft ablege und dass das jemanden etwas anginge.“ In unserem Interview spricht Pacult weniger von der Vergangenheit als von der Zukunft mit Leipzig, seine Vorbilder und warum er als Trainer kein Kumpeltyp ist (ab Seite 40).
AN ALMOST INDEPENDENT MONTHLY MAGAZINE
A BOMBER NATION
ON THE STREETS WITH GRAFFITI'S NEW GUARD
THE TOUGHEST GIRL IN DIRT BIKING
ASHLEY FIOLEK GUNNING FOR DOMINATION
THE INDY 500
TURNS 100
TIMMY BIG TIME SAN FRANCISCO'S BABY-FACED ASSASSIN GROWS UP
Unbenannt-5 1
+ MUSIC SPORTS FOOD TRAVEL ART 13.04.2011 14:42:11 Uhr
Red Bulletin goes USA: Coverheld der Ausgabe Nummer eins in den USA war Baseball-Superstar Tim Lincecum.
Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe! Die Redaktion Ein kleines PS in eigener Sache: Wir freuen uns sehr über das wunderbare Feedback auf unsere kürzlich erschienene erste US-Ausgabe. The Red Bulletin erscheint damit in neun Ländern der Erde, auf vier Kontinenten, in einer monatlichen Auflage von 4,6 Millionen Exemplaren. Begleitet wurde der US-Launch von der ebenfalls neuen iPad-App des Red Bulletin, die uns durch RekordDownloads und 5-Sterne-Bewertungen ebenso viel Freude bereitet wie offensichtlich Ihnen, den Userinnen und Usern.
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© Tom Patton/Red Bull Content Pool
* Kosten: 2 €/SMS. Der Betrag wird Ihnen einmalig über Ihre Telefonrechnung oder von Ihrem Prepaid-Guthaben abgebucht. Alle bis 2. Juli 2011, 15 Uhr, eingelangten SMS nehmen automatisch an der Verlosung teil. Insgesamt werden zwei Flüge für je eine Person verlost. Die Gewinner werden im Rahmen der AIRPOWER11 (1. und 2. Juli in Zeltweg) gezogen und telefonisch benachrichtigt. Ort und Zeitpunkt des Fluges nach individueller Vereinbarung.
I N H A LT
DIE WELT VON RED BULL
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IM JUNI
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BILDER: DAVID DOUBILET, ANDREAS EHRENSBERGER, TABATHA FIREMAN/REDFERNS, GETTY (2), PETER SUTHERLAND, JAN WOITAS/PICTUREDESK
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Bullevard
Action
16 KURZMELDUNGEN Die Bazooka für Rettungsschwimmer, das Synthpopwunder aus Kanada und der schnellste Weg durch die Eiger-Nordwand.
30 ERLEBEN UNTER WASSER David Doubilet ist der Großmeister der Unterwasserfotografie. Bei uns zeigt er die besten Aufnahmen aus 50 Jahren.
19 IM KOPF VON BOB DYLAN Ein flottes Psychogramm des wichtigsten Songwriters aller Zeiten.
40 PETER PACULT IM INTERVIEW Der Neo-RB Leipzig-Trainer über den Reiz der vierten Liga, den richtigen Ton in der Kabine und seinen Lehrmeister Happel.
22 EINST & JETZT: MOTORRÄDER Wie sich die Bauweise von Sechszylinderbikes seit 1978 verändert hat. 24 BON IVER Die Band um Justin Vernon flirtet auf dem zweiten Album heftig mit den Achtzigern. 28 GLÜCKSZAHLEN: WIMBLEDON Queen-Comeback, Schimpftiraden, teure Erdbeeren: alle Fakten zum Kult-Turnier.
BODY+ MIND MORE
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46 DRECK, TRUCKS & ALKOHOL Jerico Race: mit selbstgebauten Vehikeln auf einer Rennbahn in Brasiliens Urwald. 54 MAD MAX Der Mann, der vom Vulkan fuhr: die Story zum MTB-Speed-Weltrekord des Tiroler Draufgängers Max Stöckl.
Standards
62 FORMEL 1 IST KUNST Kolumnist Stephen Bayley trifft Red Bull Racing-Chefdesigner Adrian Newey.
08 KAINRATHS KALENDERBLATT 10 FOTOS DES MONATS 98 IMPRESSUM
68 GENIAL ILLEGAL Die neuen Meister der Graffiti-Kunst: junge Straßen-Rembrandts im Porträt.
80 Auf und davon Paragleiten etc. in Ostfrankreich. 82 Der Sommer-Festivalguide Wo man wann am besten feiert. 84 Die weltbesten Köche Emmanuel Renaut im Hangar-7. 85 Geschmack von Welt Wir kochen „Kokoda“ (Fidschi). 86 Get the Gear Wie man die Flugzeugflotte der Flying Bulls instand hält. 88 Workout Mit Beachvolleyball-Olympiasieger Todd Rogers (USA). 89 Take Five Was Musiker Mark Ronson hört. 90 The World’s Best Clubs Das „Pacha“ auf Ibiza. 96 Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV. 98 Kolumne Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch 7
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Le n it ve r i u sti s L
ullandignis
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Credits
Credits
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Mau Le n i , it Hawai ve r i u i (u stisa s L)
Oberwasser ullandignis
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Credits bild: bob bangerter/red bull Content Pool
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Ma s k at, O Man
Kung-Fu-ball Sepak Takraw ist ein wunderbar rasanter Mix aus Fußball Tennis, MartialArtsKicks und Kunstturnen. Die besten Spieler stammen traditionellerweise aus Südostasien und beherrschen Bewegungstechniken, bei denen sich selbst ein Lionel Messi die Knochen brechen würde. Was Sie hier sehen, ist demnach auch keine außergewöhnliche Szene, sondern ein geradezu ordinärer Netzangriff, den Thailands Komkid Suapimpa (li.) gegen Myan mars Zaw Lat ausführt. Team Thailand ging in diesem Duell übrigens als Sieger vom Platz, was vielleicht auch an der bes seren Ausrüstung (perfekt anliegende Sportsocken!) lag. Asiatische Ballakrobatik: www.youtube.com, Suchbegriff: „Sepak Takraw“
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Credits bild: bryn lennon/getty images
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Le n it ve r i u sti s L leid geteiltes ullandignis
Credits
Bei einem Rennen, das traditionell kaum mehr als drei Prozent der Teilnehmer regulär zu beenden imstande sind, leben alte conum incil ip etue minim autat ut praessequis nul Sporttugenden wieder auf.volut Weil der härteste Gegner beim landreet dignaScramble commolore magnism dit dio eu feugue Red Bull Hare stets der Bergodipis ist, helfen einander selbst dolore dolortis nonsectet laor simVorderrad quam vulla commy nim illaor erbitterte Gegner: Zerrst du mein über die Kante, si.Untich ilitdein ventHinterrad niam eliquis blaBorgst aut wisdu nulla ulla hebe umsaci Eck. mir faccumsan deinen Leather commy nulput ullutatvorletzten atem quis Schluck delit lutat. exer adiate man, kriegst duinmeinen ausOn dem Camelbak. magnibh ea beim aliquisi tio commod tat, volore exergewartet ad dunt hast, adit, Und weil du letzten Checkpoint auf mich consedich tiejetzt cor suscidui utat dio warte auf dich.dit Amnon 26. ut Juni istincidunt es wieder soconullandio weit. Zum eugait wissectem uteBull te dip euis eugue voleniscipdie elit Aufwärmen sendetnos dasdel Red TVFenster bei ServusTV am ver iuscill aliquisisl eu 18. facip eaum feuisl duisUhr. Highlights desummolorper letzen Jahres schon am Juni 23.30 ercip eugue dolore magna feum www.erzbergrodeo.at
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bild: andreas Pranter/gePa PiCtures Credits
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Le Mans
Ein kleines Quiz zur 79. Auflage des legendären französischen 24-Stunden-Rennens am 11./12. Juni.
DESIGN FÜR QUERDENKER Der Bewerb heißt „James Dyson Award“ und ist sehr einfach. Regel 1: Such dir ein Problem. Regel 2: Erfinde eine Lösung dafür. Regel 3: gibt’s nicht. Hier einige bemerkenswerte Ergebnisse:
1. Audis Sieg 2006 war der erste mit einem …
Jackie Ickx Tom Kristensen Steve McQueen
3. 1988 wurde auf der Mulsanne-Geraden der Top-Speed erreicht, nämlich …
Rettet Leben: Die „Longreach“-Bazooka schießt Schwimmhilfen aufs Meer. Bewerbungen und alle Projekte für 2011: www.jamesdysonaward.org
407 km/h 307 km/h 470 km/h
Abr issr obo ter
2. Der mit acht Siegen erfolgreichste Fahrer ist …
Hebt Koffer: Gepäcksträger für Bahnhöfe.
Ste mm t all es k urz und klei n: d er a uto nom e
Spart Geld: Solar-Blätter für die Hauswand.
nam ens „Ka put t“.
Elektromotor Wankelmotor Dieselmotor
BILDER DES MONATS
4. In Jahr 1 (1923) betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers: 92,04 km/h 29,40 km/h 149,20 km/h LÖSUNG: 1. ● Dieselmotor, 2. ● Tom Kristensen, 3. ● 407 km/h, 4. ● 92,04 km/h
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MOMENT MAL!
Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach hochladen auf: www.redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red BulletinDesign verlost. Gewinner aus Heft 5/2011: Samo Vidic
San Francisco Die Fixed-Gear-Elite versammelte sich in Kalifornien und lieferte ein Trickfeuerwerk ab. Justin Kosman, Red Bull Ride & Style
BILDER: BALAZS GARDI/RED BULL CONTENT POOL (1), DPPI (3), LAT (1), JOACHIM BRAUNWARTH (1), JÖRG MITTER/RED BULL CONTENT POOL (1), NORMAN WONG (1), PREDRAG VUCKOVIC FOR GLOBAL-NEWSROOM (1), THOMAS ULRICH (1)
Checklist Die SignatureTricks der Red Bull X-Fighters
Katie Stelmanis
Nordlicht am Pop-Himmel Mozart, Moroder, Melancholie. Drei Inspirationsquellen, die Pate für Katie Stelmanis’ neues Album standen. „Feel It Break“ heißt es und vereint unterkühlten Synthesizer-Pop mit Stelmanis’ markdurchdringender, klassisch ausgebildeter Stimme. Und mit dieser schlägt die Kanadierin eine bislang ungehörte Brücke zwischen Oper und OMD, zwischen „Don Giovanni“ und düsteren Elektronik-Beats. Wie ein majestätisches Nordlicht am diesjährigen PopHimmel. Drei Facts über die 25-jährige Newcomerin: 1. Mit zehn wurde sie an der kanadischen Nationaloper aufgenommen, sie studierte Gesang, Violine und Piano. Der Weg zur Opernkarriere schien geebnet. Bis sie ihr erstes Punk-Konzert sah. 2. Austra ist ihr zweiter Vor- und neuer Künstlername. Diesen hat sie sich zugelegt, weil sie findet, Katie Stelmanis klinge zu sehr nach Mädchen am Piano. 3. Sie ist eine große Mozart-Verehrerin. Weil er am Puls der Zeit war, sagt sie. „Als die Klarinette aufkam, schrieb er sofort Klarinetten-Sonaten. Heute würde er elektronische Musik machen.“ Austra: „Feel It Break“ (Domino)
Spielberg Skisprung-Weltcupsieger
Thomas Morgenstern war für Wings for Life auf der Überholspur. Rene Wallentin
DANY TORRES (ESP) Der „Whip-King“ der Szene. Heißer TourKandidat nach dem Auftaktsieg in Dubai.
ROBBIE MADDISON (AUS) Zeigte bei seinem Sieg in Madrid 2010 den vermutlich spektakulärsten neuen Trick des Jahres: den Volt Body Varial.
EIGERSTEIGER Ein Blitzinterview mit Daniel Arnold Wofür Alleinbegeher Michel Darbellay 1963 noch zwei Tage brauchte, schaffte sein Schweizer Landsmann Daniel Arnold, 27, in der Rekordzeit von 2:28 Stunden – den Durchstieg der berüchtigten Eiger-Nordwand. Worin liegt der Reiz des Speedkletterns? Eine rein persönliche Herausforderung. Ich wollte herausfinden, wie schnell ich klettern kann. Worauf kommt es dabei an? Wichtig ist die Geduld für den richtigen Zeitpunkt. Ich musste den Rekordversuch öfter verschieben, wenn mich der Mut verließ oder ich einfach kein gutes Gefühl hatte.
Die Gefahr des Rekords? Viele Bergsteiger verlieren den Respekt vor der Wand. Schnelles Klettern ohne Seil darf aber niemals verharmlost werden. Die Besonderheit der Eiger-Nordwand? Für mich ist sie einfach eine unglaublich schöne Wand ganz in meiner Nähe. Besonderes Training? Nicht wirklich. Als Bergführer bin ich viel unterwegs, habe eine gute Grundkondition und bin an die Höhenlage gewöhnt. Meer oder Berge? Ich schätze Wasser am meisten, wenn es gefroren am Fels hängt.
Video auf www.daniarnold.ch
Gipfel Eiger (3970 m)
CAMERON SINCLAIR (AUS) Viele haben es probiert – auch Travis Pastrana –, er war der Erste, der einen Double-Backflip im Bewerb stand. Videos auf www. redbullxfighters.com
Auckland Diese perfekt eingespielte Crew erledigte den Boxenstopp in Formel-1-Geschwindigkeit. Graeme Murray, Red Bull Trolley Grand Prix
Heckmair-Route: 1650 m Wandhöhe
Doha Handstand für Fortgeschrittene. Enorme Körperbeherrschung beim Red Bull Breaking. Jonathan Le Marchand
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SPIEL-BERG, TAG EINS
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BILDER: GEPA (11), ANDREAS LEPSI (6), PICTUREDESK (5)
Was für ein Sonntag: Projekt Spielberg öffnete seine Pforten, der Himmel zeitgleich seine Schleusen. Das konnte tausende Zuschauer und die Crème de la Crème der internationalen Motortsportwelt freilich nicht davon abhalten, dem Red Bull Ring einen fulminanten Antrittsbesuch abzustatten.
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1 Sebastian Vettel 2 Heinz Kinigadner 3 Chris Pfeiffer 4 Mark Webber 5 Franz Tost 6 Gerhard Berger 7 Porsche 911 GT1 8 Porsche 935 9 Bernie Ecclestone 10 Aksel Lund Svindal 11 Red Bull RB7 12 Niki Lauda 13 Lotus 72 14 Williams FW06 15 Jaime Alguersuari 16 Ferrari 312B3 17 Sébastien Buemi 18 NASCAR 19 Andreas Goldberger 20 Trial 21 Helmut Marko 22 Christian Horner, Dieter Quester, Adrian Newey 23 Hannes Arch
B U L L E VA R D
MEINE WELT
BOB DYLAN
Im Mai feierte der wichtigste Songwriter des 20. Jahrhunderts seinen 70. Geburtstag. An den Ruhestand denkt Bob Dylan aber noch längst nicht. Schließlich schuldet er uns noch sechs Bücher, einige Bootlegs – und vielleicht auch eine zweite Rap-Einlage? TH E CR AS H
OF ’66 Seine Fans unterscheide n zwischen dem Dylan nach dem Griff zur Stromg itarre (1965) und dem davor, weiters zwischen dem Sänger vor und nach seiner spirituellen Erle uchtung (1979). Den größten Wendepunkt stellte aber sein Motorradunfall 1966 dar. Davor tourte Dylan ohne Unterlass. Danach ging er’s entspannter an und gönnte sich sogar eine Tourpause bis 1974.
KLEI NSTA DT-K RIMI NELLER
Robert Allen Zimmerman wurde am 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota, geboren. Als er sechs war, übersiedelte seine Familie ins benachbarte Hibbing – „eine Stadt, in der’s zu kalt war, um Streiche zu spielen“, sagt er. Nicht, dass Bobby eine Karriere als Kleinkrimineller im Auge gehabt hätte, den jungen Rebellen ließ er doch gerne raushängen. Mit zehn bekam er die erste Gitarre – und damit einen Weg, seine Chuzpe zu kanalisieren.
DIEBIS CHE FANS
Seine Anhänger können gar nicht genug von ihm bekommen. Deshalb nehmen sie Dylans Konzerte seit den sechziger Jahren auf und verkaufen sie auf Tonträgern – ohne Genehmigung. Dem „Rolling Stone“-Magazin teilte er mit: „Meine Plattenfirma sagte, was die können, können wir schon lang.“ So erscheint seit 20 Jahren Dylans offizielle „Bootleg“Serie mit Live-Stücken, abgesegnet vom Meister selbst.
REI SEN DER ROM ANC IER
Was den Songwriter Dylan auszeichnet, ist seine poetische Ader. Kein Wunder also, dass Teil 1 seiner Autobiographie „Chronicles“ 2004 die Bestsellerlisten eroberte. Sechs weitere Bücher sind vertraglich vereinbart. Wann er diese bei all den Konzerten schreiben wird, weiß wohl nur er selbst.
IN GUTER GESELLSCHAFT Lange Zeit stand er allein auf der Bühne — mit Gitarre und Mundharmonika. Später arbeitete Dylan oft und gern mit Musikern wie Joan Baez oder George Harrison zusammen. Einige dieser Kollaborationen sind Meilensteine der Musikgeschichte, z. B. die Nashville-Sessions mit Johnny Cash. Andere – so sein Rap bei Kurtis Blows Hit „Street Rock“ (1986) – eher nicht.
TEXT: PAUL WILSON. ILLUSTRATION: LIE-INS AND TIGERS
EIN LEBE N ON THE ROAD
Seit 7. Juni 1988, also seit nunmehr 23 Jahren, ist Dylan auf Konzertreise. Auf seiner „Never Ending Tour“ hat er bis heute über 2300 Gigs absolviert, vor kurzem sein erstes in Vietnam. Dylan kommt damit auf gut hundert Konzerte pro Jahr, eines alle drei bis vier Tage. Sein Kollege Willie Nelson, immerhin schon 78, schaffte letztes Jahr sogar 161 Auftritte – zwei mehr als Lady Gaga.
UND ERC OVE R-PAPA
tler überObwohl er einer der bekanntesten Küns samt Nachhaupt ist, schaffte es Dylan, eine Ehe 2001 fand wachs jahrelang geheim zu halten. Erst von 1986 ein Biograph heraus, dass der Musiker – und bis 1992 ein zweites Mal verheiratet war samt, entaus dieser ein Kind, das sechste insge i? Um der stammt. Warum die Geheimnistuere ren. Tochter den Paparazzi-Rummel zu erspa
FO RE VE R YO UN G
SELBSTFINDUNG Den perfekten Künstlernamen zu finden ist nicht einfach. Als Teenager pflegte Robert Allen Zimmerman sich Elston Gunn zu nennen. Als er 1959 aufs College kam, änderte er sein Pseudonym in Robert Allen. Ein Artikel über den Saxophonisten David Allyn veranlasste ihn, das E gegen ein Y auszutauschen. Am Ende war’s aber die Poesie von Dylan Thomas, die ihn zu Bob Dylan machte.
Viele Kritiker meinen ja, „His Bob ness“ habe seinen künstlerischen Zenit zwis chen 1964 und 1969 gehabt. Was schlicht unfa ir ist. Denn seine letzten beiden Alben („Modern Times“, 2006; „Together Through Life“, 200 9) überzeugten erneut Kritik und Publikum. Tolle Songs in zeitlosem Gewand – Dylan schafft’s immer wieder. Anders als etwa die Rolling Ston es.
Alben, Tourdaten und mehr auf: www.bobdylan.com
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B U L L E VA R D
B.B. King
Claude Nobs
Deep Purple
KURZ & EINZIGARTIG
… was sich neulich auf den Siegespodesten getan hat. Paolo Nutini
Seit 1967 lädt Claude Nobs Musiker in seine Heimatstadt am Genfer See. Der Direktor des Montreux Jazz Festival über gute Freunde, die seinem Ruf folgen. 1967 wurde das Montreux Jazz Festival gegründet, seither ist Claude Nobs dessen Leiter. In erster Linie ist der 75-Jährige ein so guter Gastgeber, dass man gerne wiederkommt: Herbie Hancock in diesem Jahr zum 27., B. B. King zum 20. Mal. Seinen guten Ruf verdankt das Festival auch Nobs’ Gespür für Talente: Norah Jones oder Black Eyed Peas spielten hier ihre ersten Europa-Konzerte. Drei Acts, auf die sich der Direktor diesmal freut: Deep Purple „In ‚Smoke on the Water‘ erzählen Deep Purple vom Brand im Montreux Casino 1971. Was keiner weiß: Die Band hatte ihr Tonstudio damals neben meinem Haus, jeden Abend kamen sie zum Essen. Einmal hatten sie eine Kassette dabei: ‚Den Song haben wir nur für dich aufgenommen.‘ Ich legte sie ein, hörte dieses unglaubliche Gitarrenriff und sagte: ‚Das ist ein Hit, ihr müsst das veröffentlichen.‘ Die Jungs wollten den Song nämlich gar nicht auf die Platte packen. Wäre 20
ein Fehler gewesen, es war, genau, ‚Smoke on the Water‘.“ B. B. King „1979 war er zum ersten Mal da, ein feiner Kerl. Am Ende seiner MontreuxGigs gibt’s immer eine Blues-Session, bei der er mich mit der Harmonika auf die Bühne bittet. Und obwohl er schon 85 ist, plaudert er nach den Gigs gern noch bis drei Uhr früh. In diesem Jahr bestreitet er sein erstes Platzkonzert in Europa und hat Freunde wie Carlos Santana zum Jam eingeladen.“ Paolo Nutini „Vor fünf Jahren hab ich diesen jungen schottischen Sänger eingeladen, der damals noch völlig unbekannt war. Heute ist Paolo ein Superstar – und kommt nach Montreux zurück. Diese großen Musiker würden mit Stadionkonzerten viel mehr Geld verdienen, aber sie wissen meine Gastfreundschaft offenbar zu schätzen.“ 45th Montreux Jazz Festival: 1. bis 16. Juli Das Programm auf www.montreuxjazz.com
Carissa Moore (US A) setzte sich im Fin ale des Billabong Rio Pro Brazil gegen Sally Fit zgibbons (AUS) durch – ihr dritter Saisonsi eg.
Nächste Talentprobe des 17-jährigen dänischen BadmintonJungstars: Viktor Axelsen holte bei der Jugend-EM in Finnland den Einzel-Titel.
Casey Stoner (AUS) gewann überlegen den MotoGP von Frankreich in Le Mans. In der Moto2-Klasse setzte sich der Spanier Marc Márquez durch.
BILDER: AFP/GETTY IMAGES (1), CHARLY RAPPO (1), LATINCONTENT/GETTY IMAGES (1), LIONEL FLUSIN (3), RED BULL CONTENT POOL (1) ILLUSTRATION: DIETMAR KAINRATH
PLAY IT AGAIN, CLAUDE
ERISTOFF TRACKS
URBAN ART FORMS FESTIVAL
16.-18. JUNE 2011 ARENA NOVA PLAYGROUNDS
WR.NEUSTADT/NÖ ....................................................... WWW.UAF-FESTIVAL.COM .......................................................
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Vom Wald in die achtziger
Bon Iver
Dank Kanye West ist Justin Vernon, Mastermind von Bon Iver, heute ein Star. Seiner Stammkneipe bleibt er trotzdem treu, dem Indie-Folk nicht ganz.
Geburtsdatum/-ort 30. April 1981, Eau Claire, Wisconsin, USA Instrumente Gesang, Gitarre, Percussions, Keyboard Erfolge Bon Ivers Debütalbum war in den Top-TenJahrescharts von Magazinen wie „Mojo“, „Uncut“ und „Observer“ Nebenprojekte Neben Bon Iver spielt Vernon in den Bands Volcano Choir und GAYNGS
Justin Vernon ist der Kopf von Bon Iver (unten). Live erweitert er die Band um seine Freunde Michael Noyce (Gitarre), Sean Carey (Drums) und Matthew McCaughan (Bass).
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es war im Sommer 2007, als sich Justin Vernon in eine kleine Waldhütte irgendwo im bundesstaat Wisconsin zurückzog. der Grund: Trennungsschmerz. Und das gleich im doppelpack. Freundin weg, band aufgelöst. in der Abgeschiedenheit nahm der heute dreißigjährige neue Stücke unter dem Namen bon iver auf. Songs, die eigentlich nur für ein paar enge Freunde bestimmt waren. Songs, die aber übers internet schnell Furore machten und ihm einen Plattenvertrag einbrachten – das debütalbum „For emma, Forever Ago“ erschien im Februar 2008. die Kritiker waren voll des lobes für das sanfte indie-Folk-Werk, und mit bon ivers bekanntheit ging’s langsam nach oben – bis ein Herr namens Kanye West anrief. der rap-Superstar sampelte Vernons „Woods“ für sein Stück „lost in the Woods“, für Wests Hit „Monster“ waren die beiden sogar gemeinsam im Studio. Seitdem spielt Vernon in der ersten liga. erwidert hat er die einladung bislang nicht. Sein zweites Album „bon iver“ kommt ohne Gasteinlagen aus. dafür hat er sich musikalisch geöffnet – und mit Achtziger-Keyboard-Melodien geflirtet. red bulletin: Kanye West hat deiner Karriere im letzten Jahr ordentlich Aufwind gegeben. Wär’s da nicht naheliegend gewesen, nun auf deinem Album mit ihm zusammenzuarbeiten? justin vernon: der Großteil des Albums war schon fertig, als die Sache mit Kanye losging. Und es gab irgendwie keinen Song darauf, bei dem sich ein Hip-HopFeature angeboten hätte. Aber er meinte, wenn ich ein Stück hätte, bei dem’s passt, solle ich ihm bescheid geben.
„Meine Freunde in Europa meinten letztens, die Platte erinnere sie an Phil Collins. Aber keine Sorge, ich bin eher ein Bruce-Hornsby-Fan.“ Dein erstes Album hast du völlig abgeschirmt aufgenommen. Dein neues wird von der Musikpresse mit Spannung erwartet. Spürst du den Druck? Nein, nicht wirklich. „For emma, Forever Ago“ hat so gut funktioniert, weil’s eine sehr persönliche Platte war. Und ich glaube, das ist diesmal wieder so. die leute, die eine neuerliche Zusammenarbeit mit Kanye erwarten, sind ohnehin nicht wirklich an meiner Musik interessiert. ich habe fast drei Jahre an dieser Platte gearbeitet. da steckt sehr viel Herz und Schweiß drinnen. „Bon Iver“ klingt vielfältiger als sein Vorgänger, mit den Keyboards und Bläsern erinnert das Album sogar an den Sound der achtziger Jahre. War das Absicht? das war eher unbewusst. Freunde in europa meinten letztens, die Platte erinnere sie an Phil Collins (lacht). Aber keine Sorge, ich bin eher ein bruce-Hornsby-Fan. Seit dem Erscheinen von „For Emma, Forever Ago“ hat sich in deinem Leben ziemlich viel getan. Was aber ist gleich geblieben? Wenn ich heimkomme nach eau Claire in Wisconsin, dann gehe ich immer in meine Stammkneipe. dort interessiert es keinen, ob ich mit Kanye zusammengearbeitet hab. Ansonsten … abgesehen von einer tollen Canon-Kamera hab ich eigentlich nichts Großes gekauft. Vielleicht sollte ich das Softball-Team meiner Stadt sponsern. Oder ein richtig cooles Curling-Team.
Bon Iver: „Bon Iver“ (Jagjaguwar/4AD) erscheint am 21. Juni.
Tourdaten und Sound-Proben auf: www.boniver.org
TexT: COrTNey HArdiNG. bild: d.l. ANderSON (1), J. deNNiS THOMAS/COrbiS (1)
Name Justin DeYarmond Edison Vernon
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Mit der Eskimorolle oder, korrekter, der Kenter rolle kann ein Paddler sein kopfüber schwimmen des Kajak wieder aufrichten, ohne aussteigen zu müssen. Man sagt, die Inuit hätten diese Technik deswegen erfunden, weil sie nicht schwimmen können. (Selbst wenn es wahr ist: Wer will das schon im eiskalten Wasser?) Kopfunter befindet man sich als Paddler dum merweise in einer stabilen Position, weil die Auf triebskraft genau über der Gewichtskraft ansetzt. Will man den Körper nach oben bringen, ist das aber nicht mehr der Fall. Dadurch entsteht ein so genanntes Drehmoment, das den Körper wieder nach unten zieht (Abb. 1). Es gibt eine verwirrende Vielzahl von Kenter rollen: Für die Teilnahme an den grönländischen Kajakmeisterschaften etwa muss man mehr als zwei Dutzend Varianten beherrschen. Physika lisch passiert aber immer dasselbe: Der Sportler muss ein Drehmoment erzeugen, das entgegen gesetzt gerichtet ist und größer als jenes, das ihn wieder nach unten zieht.
Für die Inuit war es überlebenswichtig, ein gekentertes Kanu möglichst schnell wieder aufzurichten: Deswegen trägt die Eskimorolle auch den Namen ihrer „Erfinder“. Die physikalische Basis* steckt in Isaac Newtons Drittem Axiom: Richtig angewandt, verhindert „actio est reactio“, dass ein Paddler zu lange kühlen Kopf bewahren muss.
Rasche Rettung
Formelsammlung
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Für Wildwasserpaddlerinen wie Jana Dukátová (SVK), Doppelweltmeiste rin 2006 und 2010, ist die Eskimo rolle eine simple Übung. Geht es im Training richtig heiß her, wird sie bis weilen zur Erfrischung eingesetzt.
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*Mag. DDr. Martin Apolin, 46, promovierter Physiker und Sportwissenschafter, arbeitet als AHS-Lehrer und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor.
Zunächst führt der Sportler ein Ende des Dop pelpaddels knapp unter die Wasseroberfläche (Abb. 1). um das Aufrichten aus dem Wasser zu verstehen, brauchen wir folgende physikalische Zutaten: das 3. newtonsche Axiom („actio est reactio“), das zuvor erwähnte Drehmoment und das Gesetz des Auftriebs. Der Sportler drückt nun das Paddel nach unten in das Wasser und übt auf dieses eine Kraft aus (actio). Das Wasser übt eine gleich große, aber entgegengesetzte Kraft auf das Paddel aus (reactio; F² in Abb. 2). nun kommt das Drehmoment (M) ins Spiel. Dieses ist definiert als Kraft (F) mal Ab stand zur Drehachse (r), also M = F · r. Das Dreh moment ist bei gleicher Kraft also umso größer, je weiter von der Drehachse entfernt diese wirkt. Deshalb drückt der Sportler das Paddelende mög lichst weit außen ins Wasser. Das Drehmoment, das er erzeugt (M²), muss während des Aufrich tens größer sein als das Drehmoment, das an boot und Sportler angreift (M1), damit das Aufrichten gelingt. Es muss also gelten: M² > M1. Die wirken den Drehmomente in Abb. 2 sind vereinfacht eingezeichnet. Diese und auch die lage der Dreh achse ändern sich pausenlos. Zu guter letzt brauchen wir noch das Gesetz des Auftriebs. Die Auftriebskraft ist so groß wie das Gewicht des verdrängten Wassers und zeigt nach oben. Die Dichte des Menschen ist praktisch so groß wie die des Wassers. befindet sich der oberkörper ganz unter Wasser, heben sich an ihm Gewichtskraft und Auftriebskraft praktisch auf, und er ist salopp gesagt „schwerelos“. Aus demselben Grund versucht der gekenterte Sportler so lange und mit so vielen Körperteilen wie möglich unter Wasser zu bleiben. Die benötig te Kraft zur Drehung ist dann geringer. Dazu kippt der Sportler zunächst das becken und somit auch das Kajak (Abb. 1 auf 2), und erst zum Schluss richtet er den Körper auf (Abb. 3). Durch den Trick mit dem hüftknick wird so das Aufrichten leichter. bIlD: PrEDrAG VucKoVIc/rED bull conTEnT Pool. IlluSTrATIon: MAnDy FISchEr
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ZAHLEN DES MONATS
WIMBLEDON
Seit 125 Jahren dreht sich beim britischsten aller Tennisturniere im Londoner Stadtteil Wimbledon alles um weiße Kleidung, grünen Rasen und rote Erdbeeren.
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Die Lawn Tennis Championships sind bekannt für ihre Traditionen – so haben beim ältesten Tennisturnier der Welt (Erstaustragung: 1877) 90 Prozent der Kleidung weiß zu sein. Nach 33-jähriger Absenz gab Queen Elizabeth II. im Vorjahr Wimbledon wieder die Ehre – die meisten der Teilnehmer waren bei ihrem letzten Besuch 1977 noch gar nicht auf der Welt gewesen. Und so durften die Sportler beim Betreten des CentreCourts ihren Knicks und die Verbeugung vor der königlichen Loge vor den Augen der heute 85-jährigen britischen Monarchin – die „very amused“ war – zelebrieren.
Fred Perry
Nicht die feine englische Art. Ausgerechnet Tim Henman, Hoffnungsträger auf den ersten Einzel-Heimerfolg seit Fred Perry 1936, knallte in der ersten Runde des Doppelbewerbs 1995 einem Ballmädchen aus Frust einen Ball an den Kopf und wurde dafür als erster Spieler der Turniergeschichte disqualifiziert. Ihm gegenüber stand „Bad Boy“ Jeff Tarango (USA), der wenige Tage später aus Ärger über eine Schiedsrichterentscheidung dem buhenden Publikum ein „Shut up!“ widmete, lauthals schimpfend abtrat und eine Rekordstrafe von 10.000 Pfund aufgebrummt bekam.
5.840.000
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Körbchen zu je zehn englischen Erdbeeren könnte man sich um das heuer ausgeschüttete Rekordpreisgeld von 14,6 Millionen Pfund (knapp 16,5 Millionen Euro) leisten. Durchschnittlich 8615 Schalen der süßen Früchte wurden im Vorjahr um 2,50 Pfund pro Gebinde täglich verkauft – auch das war Rekord. Nicht fehlen darf natürlich die frische Sahne dazu. Insgesamt 7000 Liter verfeinerten die 28.000 Kilogramm des Rosengewächses. Dazu sehr beliebt: eine von über 17.000 Flaschen Champagner.
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Martina Navrátilová
Boris Becker bezeichnete den „heiligen Rasen“ Wimbledons immer als sein Wohnzimmer. „Bum-Bum“ Becker stellte mit seinem Sieg im Jahr 1985 gleich drei Rekorde auf. Bei seinem ersten von insgesamt drei Titeln war „Bobbele“ mit 17 Jahren und 227 Tagen der jüngste Herren-Einzelsieger, der erste Deutsche und der erste ungesetzte Spieler des Turniers, der den Titel errang. Die Schweizerin Martina Hingis machte sich 1996 mit ihrem Triumph mit 15 Jahren und 282 Tagen überhaupt zur jüngsten Grand-Slam-Turnier-Siegerin aller Zeiten.
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Einige Namen sind ganz eng mit der Geschichte des Turniers verbunden. Pete Sampras ist mit sieben Erfolgen im Herreneinzel Rekordsieger. Billie Jean King und Martina Navrátilová brachten es jeweils auf 20 Titel in Einzel-, Doppel- und Mixed-Bewerben. Die gebürtige Tschechin ist mit 47 Jahren und acht Monaten auch die älteste Siegerin eines Damen-Matchs, als sie 2004 in der ersten Runde der 23 Jahre jüngeren Catalina Castaño (COL) nur ein Game überließ.
Boris Becker
John Isner
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6:4, 3:6, 6:7, 7:6, 70:68! – das Spiel zwischen John Isner (USA) und Nicolas Mahut (FRA) im Vorjahr war legendär. Die Begegnung ging über drei Tage und musste zweimal wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Spielzeit der MarathonSchlacht: 11 Stunden, 5 Minuten. Der 2,06 Meter große Aufschlagriese Isner „kanonierte“ dabei 112 Asse – Mahut „nur“ 103. In Runde 2 ging der völlig entkräftete Isner gegen Thiemo de Bakker (NED) in drei Sätzen sang- und klanglos unter. Geschlagene Asse? Nicht ein einziges. 125th Lawn Tennis Championships, Wimbledon: 20. Juni bis 3. Juli 2011; www.wimbledon.com
TEXT: ULRICH CORAZZA. BILDER: ACTION IMAGES (2), PA (3), PICTUREDESK (2), REX FEATURES (1)
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Queen Elizabeth II.
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Name: Senad Grosic Geburtsdatum: 19. 2. 1979 Disziplin: Freestyle BMX Geburtsort: Sisak, Kroatien
Photo-Credit: © rutgerpauw.com/Red Bull Content Pool
Schon als Junior galt das Interesse des Energiebündels dem Radfahren. So führte ihn sein erster Job in ein Fahrradgeschäft, in dem er aber nur 20 Stunden pro Woche schuftete, um die restliche Zeit selbst auf zwei Rädern verbringen zu können. Endlose Stunden Training, unzählige blaue Flecken und auch so manch gröbere Verletzung später war Grosic dort, wo er hin wollte: Als Mitglied des AFT eroberte er auf zwei Rädern die Welt und hob rund um den Globus bei Freestyle-BMX-Contests ab.
SENAD GROSIC GOES SIXPACK! Die „Limited Edition Multipacks“ von Red Bull zeigen einen Auszug aus der Welt von Red Bull. Den aktuellen Limited Edition SixPack ziert Senad Grosic. Er ist einer der erfolgreichsten österreichischen BMX-Rider und prägt mit seinem einzigartigen Style die Szene. Grund genug, dem Red Bull-Athleten einen SixPack zu widmen. Die Senad Grosic Limited Edition ist ab Juni im Handel erhältlich. Über einen QR-Code auf der Packung erhält man Zugang zu weiteren Informationen zu Senad Grosic.
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UNTER HAIEN. Unterwasserfotograf David Doubilet hatte keine Angst, als er vor den Bahamas Zitronenhaie fotografierte, wohl weil diese nach anderer Nahrung Ausschau hielten: „Sie sind nicht aggressiv, obwohl ich einige mit leichten Schlägen mit dem Kameragehäuse auf ihre Nasen verscheuchen musste.“ Die weltweite Haipopulation ist extrem zurückgegangen, weil der Mensch hinter ihren Flossen her ist. Rund um die Bahamas bleibt sie stabil: ein Erfolg des Tauchtourismus, der seine attraktiven Hauptdarsteller schützt.
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Die Unterwasserfotografie bietet David Doubilet seit fĂźnfzig Jahren ein Mehr an MĂśglichkeiten. Halten Sie den Atem an. Bilder: David Doubilet
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avid Doubilet, geboren 1946 in New York, blickte fünf zig Jahre seines Lebens durch eine Taucherbrille – und durch den Kamerasucher. Es begann, als er zwölf Jahre alt war, in Elberon, New Jersey, wo seine Eltern ein Sommerhaus hatten, mit einem selbst umgebauten Foto apparat. „Aus dem Atemsack eines Anästhesisten und Teilen der Narkosemaske bastelte ich für meine Brown Hawkeye ein wasserdichtes Gehäuse“, sagt Doubilet. „Meine ersten Bilder schauten schrecklich aus, wie moderne Kunst: Fotos von Fischen, Füßen und Schwimmbeckenwänden.“ Mit dem Tauchen begann Doubilet mit acht oder neun, in einem See in der Nähe: „Als ich das erste Mal eine Taucherbrille aufgesetzt hatte, dachte ich mir: Oh mein Gott, das ist die andere Seite der Welt, da will ich sein. Es war jedoch ein weiter Weg von diesem Moment bis zu dem, als zum ersten Mal ein großer Weißer Hai im Sucher auftauchte.“ Ein weiter Weg, doch Doubilet verschwendete keine Zeit. Seine ersten Unterwasserfotos verkaufte er mit fünfzehn einem Magazin in Südamerika. Einige Jahre später, als Volontär in einem Marinelabor im New Yorker Hafen, avancierte er von einer Reinigungskraft für Instrumente zum DefactoChef fotografen. 1971 veröffentlichte „National Geographic“ die ersten Bilder des Studenten Doubilet, Röhrenaale im Roten Meer. Die Zusammenarbeit mit „NG“ steht seit vierzig Jahren im Mittelpunkt seiner Arbeit. Es gab auch noch andere Jobs. Im Sommer 1976 heftete sich Doubilet zu erst auf die Spuren des Ungeheuers von Loch Ness, mit einer damals revolu tionären, per Schall ausgelösten Kamera, dann folgte die SetFotografie für den Tauchfilm „The Deep“. Doubilet: „Natürlich funktionierte die Kamera nicht, als wir in Loch Ness ankamen. Ich entdeckte zwar etwas, was wie ein Monster aussah, aber es entpuppte sich als handgemachter Schuh, bei dem sich das Oberteil von der Sohle gelöst hatte und dessen Nägel aussahen wie Zähne.“ Immerhin schoss er bei „The Deep“ das berühmte und noch immer aufreizende Foto der gerade dem Wasser entstiegenen Hauptdarstellerin Jacqueline Bisset, im weißen TShirt. Doubilet: „Schade, dass mir die Rechte nicht gehörten.“ In den letzten Jahren hat Doubilet hautnah die Auswirkungen der Klima erwärmung auf die Ozeane miterlebt, und er ist Gründungsmitglied der International League of Conservation Photographers. „Ein Tauchgang hat nichts mehr mit Entdeckung zu tun“, klingt Doubilet wehmütig, „wir doku mentieren eine Zeit, die bald vorbei ist.“ Arktische Eisschollen und kubanische Riffe, winziges Plankton und gefrä ßige Räuber und das ganze maritime Leben dazwischen: Doubilet hat wohl mehr gesehen als jeder andere seiner Zunft – und doch nicht genug. Noch immer vermittelt er die gleiche Leidenschaft fürs Leben unter Wasser wie als Zwölfjähriger. „Es ist aufregend, den Herzschlag des Lebens mitzuerleben“, sagt Doubilet, und zweifellos leuchtet es in diesem Moment vor seinem inneren Auge tiefblau.
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WEG MIT DIR. Eine Schule von uerbänder-Barrakudas formiert sich zum Q perfekten Verteidigungskreis, sobald Gefahr droht, hier im Indischen Ozean vor Papua- Neuguinea: „Ein geometrisches Muster in einer Welt, die sonst ohne Geometrie funktioniert. Deshalb ist diese Strategie so wirksam.“
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DRAUSSEN UND DRINNEN. Ein indonesischer Fischer macht sich bereit zur Jagd auf die Köderfische, die sich unter seinem Auslegerboot versammelt haben. David Doubilet: „In dieser Gegend um Raja Ampat existieren die prächtigsten Korallenriffe, und deshalb gibt es hier die höchste Artenvielfalt.“ Für seine Aufnahmen benutzt Doubilet stets Nikon-Kameras (D3, D3S und D700) mit dazupassenden Objektiven und speziellen Linsenaufsätzen für eine optimale Brechung des Lichts. Die wasserfesten Gehäuse stammen von SECAM, die Blitzanlagen von Sea & Sea (Modell YS-250).
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BILD: STEVE JONES (1)
KALT UND WARM. Auf dem Weg zu Fotos von Seeleoparden kämpft sich David Doubilet schon einmal durch das Packeis: „Man schwimmt hier wie in einem Margarita-Cocktail.“ Auch die Aufnahmen der Gruppe von Zügel- und Eselspinguinen in der Nähe der Insel Danko in der Antarktis waren eine frostige Angelegenheit – und eine mühsame: Die Tiere hielten einen Respektabstand, wohl weil sie Doubilet für einen gefährlichen Seeleoparden hielten. Der Napoleon-Lippfisch, ein bizarrer Riffbewohner, war komfortabler zu „erjagen“: Er lebt im wärmeren Südpazifik vor New South Wales (Australien). Und beim Spiel mit den Stachelrochen vor Grand Cayman trug Doubilet den Anzug nur zum Schutz und nicht etwa wegen der Kälte.
BILD: JENNIFER HAYES (1)
ELEGANZ UND GUTE LAUNE. Die flachen Küsten im Norden Grand Caymans nennt man Stingray City. Hier ist die Chance groß, die imposanten Stachelrochen in ihrer sanften Schwerelosigkeit zu erleben. Nicht zu nahe kommen darf man der Würfelqualle, auch Seewespe genannt (Mitte links): Das giftigste aller Tiere ist für den Tod vieler Taucher vor Queensland (Australien) verantwortlich. Die Ohrenqualle (Mitte rechts), hier ein Foto aus der Bucht von Gam (Indonesien), ist hingegen so harmlos wie der afrikanische Schilffrosch. Dieser spezielle hat sich an Doubilets Tauchermaske geheftet, während eines nächtlichen Shootings im Okavango-Delta (Botswana): „Ich hatte ihn zuerst gar nicht bemerkt. Ich dachte, es ist ein Fleck auf der Maske.“ www.daviddoubilet.com
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BILD: JENNIFER HAYES (1)
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Highlight-Videos der Kicker-Saison 2010/11:
Spanisch es Te mperam ent kunde & ital ien isc he s Flair! www.laola1.tv
Der Fußballtrainer Peter Pacult beschreibt den Fußballtrainer Peter Pacult: „Sagen wir so: Ich bin, wie ich bin. Die, die mich näher kennen, haben ein anderes Bild von mir als die, die ins Stadion gehen oder Interviews hören.“
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Wo sind die
A h p AlTiere? Von der Trainerbank des Rekordmeisters Rapid volley in die vierte deutsche Liga: Wer für Fußball brennt, hat damit kein Problem. Peter Pacult im interview über RB Leipzig, Leidenschaft, Härte und warum ernst Happel ihn aus dem spiegel anschaut. Text: Jan Cremer, Christoph Rietner, Robert Sperl; Bilder: Andreas Jakwerth
red bulletin: In den Fanforen Ihres neuen Klubs RasenBallsport Leipzig sind Sie gut aufgenommen worden. Einer schrieb: „Pacult hat einen feschen roten Pullover.“ Ein anderer postete: „Der soll sich gleich auf die Bank setzen.“ Warum saßen Sie die letzten Frühjahrsrunden noch nicht auf der Trainerbank? peter pacult: Ganz einfach: Es wäre nicht gut, wenn ein Trainer, der mit neuen Vorstellungen kommt, zum Schluss noch in ein Schema eingreift, wo es nichts mehr einzugreifen gibt. Der Aufstieg war nicht mehr möglich. Einige Spieler werden den Verein verlassen, man will umstrukturieren. Da würde ich Pulver verschießen, das nicht zu verschießen ist. Wie war das sonstige Echo?
Ich höre nur Positives. Natürlich hat man in der Stadt mit dem FC Sachsen und mit Lokomotive zwei Riesen-Konkurrenten von der fußballerischen Tradition her, aber es wird an uns liegen, da zu überzeugen. Ein neuer Trainer hat neue Vorstellungen. Welche bringen Sie mit? Ich komme aus einer ersten Bundesliga. Die Umstellung auf eine vierte Liga ist da nicht ganz einfach. Zuschauermäßig muss man sich darauf einstellen, auch in der Umsetzung des Sportlichen, sprich der Spielkultur, der Spielphilosophie. In erster Linie will ich das langfristige Ziel erreichen, das Red Bull hat: den Aufstieg. Dazu braucht es Ruhe, Geduld und eine gewisse Struktur in der Mannschaft, vom Alter und von der Qualität her. Geduld ist Mangelware, wenn der
Aufstieg gefordert wird. Kann man die Mannschaft so zusammenstellen, dass sie auf Anhieb funktioniert? Man baut sich eine Mannschaft zusammen, von der man glaubt, dass sie funktioniert. Dann liegt es an der Arbeit, ob man es hinkriegt. Ich vergleiche das immer mit Red Bull, als man in die Formel 1 eingestiegen ist. Mit einem schwachen Auto, das fehleranfällig war, keinen Speed hatte; aber mit den Jahren hat es geklappt. Natürlich weiß ich: Diese Zeit haben wir im Fußball nicht. Noch einmal zum Faktum, dass Sie aus einer ersten in eine vierte Liga kommen: Da nimmt ein gefeierter Haubenkoch das Angebot an, ein solides, aber doch kleines Wirtshaus in der Provinz zu übernehmen – droht da nicht Frust? 41
dieseR Mann
g n u n i e M e n i e hAt
Sein Charakter wurde auf den Fußballplätzen von Wien-Floridsdorf geprägt: Wer sich wie Peter Pacult, 51, dort bereits als Kind behauptete, brauchte später keine Kapitänsschleife, um der Chef zu sein. Logisch, dass aus dem Mann für oft entscheidende Tore ein Trainer mit Profil wurde.
DER SPIELER. Stürmer Pacult startete seine Profikarriere 1981 beim Wiener Sportclub (o.) und beendete sie 1996 nach Engagements bei Rapid (Europa cupfinale der Pokalsieger 1985, 1:3 gegen Everton; im Foto re. o. Pacults Kopftor im Achtelfinale gegen Celtic Glasgow), FC Tirol (zwei Meistertitel), FC Linz, 1860 München und Austria Wien. Pacult spielte 24mal im Natio nalteam (re.) und war 1984 Öster reichs Fußballer des Jahres.
DER TRAINER. Pacults Stil wurde geprägt durch (von oben im Uhrzeiger sinn) Ernst Happel, Werner Lorant (des sen Co er bei 1860 München war), Otto Barić und Horst Hrubesch (im Bild mit Ernst Hap pel), unter denen er auch als Spieler „diente“. Pacults größter Erfolg als Trainer: österreichi scher Meister mit Rapid 2007/08.
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Wenn ich so dächte, würde ich als Mensch einen Fehler machen. Dann hätte ich mich mit der kommenden Aufgabe vorher nicht beschäftigt. Doch ich weiß, was mich erwartet. Und ich habe den kleinen Vorteil, dass ich diese Ecke Deutschlands kenne, von meiner Zeit in Dresden. Zwei Mitglieder Ihres nunmehrigen Teams haben bereits mit Ihnen gearbeitet, als Sie 2005/06 Coach von Dynamo Dresden waren. Fitnesstrainer Christian Canestrini, den Sie von Rapid mitbringen … Ja. Der war immer mit eingebunden. … und Co-Trainer Tom Stohn. Tom war ein Spieler von mir, als ich bei 1860 München Amateurtrainer war. Und er war mein ehemaliger Co-Trainer bei Dynamo. Er kennt den Fußball in den neuen Bundesländern in- und auswendig. Es ist ein Team, in dem großes Vertrauen untereinander da ist. Wie viele Spieler der aktuellen Mannschaft werden bleiben? Alle, die einen laufenden Vertrag haben – von 25 bleiben etwa 14 übrig. Sie sind jetzt schon voll drinnen in der Planung für die Saison 2011/12? Ich bin seit dem ersten Tag unterwegs. Vor allem in einer Sache: Wir haben momentan noch kein Trainingslager. Rund um Leipzig bekommen wir im Moment keine Vereine, weil diese uns durch unsere Nähe zu Red Bull für zu kommerziell halten. Das ist für mich pervers – wenn ich das schon höre! Da müsste man die Welt zusperren, weil wir alle vom Kommerz leben. Warum redet man nicht über Leverkusen? Da steht Bayer dahinter! Das ist jetzt nicht Kommerz? Also schauen wir, was es im Raum Österreich für Möglichkeiten gibt. Etwa in Salzburg, wo wir auf den Trainingsplätzen von Red Bull Salzburg trainieren könnten. Erinnern Sie sich noch an 1996, den Sprung vom Spieler zum Trainer? Bei mir war das Problem, dass ich gerne weiterspielen wollte. Auf einmal kam das Angebot von 1860 München, Co-Trainer von Werner Lorant zu werden. Ich habe dann mit Austria Wien am letzten Spieltag der österreichischen Meisterschaft in Graz aufgehört, 2:2 gegen den GAK, und drei Wochen später ging es los in München. Dazwischen hat mich der 60erPräsident Karl-Heinz Wildmoser angerufen und gesagt: „Du weißt eh, dass du auch die Amateurmannschaft trainieren musst.“ Mit der bin ich gleich im ersten Jahr in der Bayernliga Meister geworden. Lorant hat Sie Lehrbub genannt, dabei waren Sie ähnlich erfolgreich … Da bin ich jetzt realistisch: Den Erfolg muss man Werner lassen. Er hat die
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Mannschaft von der 3. Liga in die Bundesliga gebracht. Sie da oben zu halten war ganz schwierig. Dann es ist es sogar gelungen, in der Champions-LeagueQualifikation zu spielen. Ich habe 1860 übernommen, da spielten sie in der Bundesliga. Eine qualitativ gute Mannschaft, nur waren wir damals weit vom Saisonziel entfernt. Das Budget ist immer höher geworden, und wir haben keinen Erfolg mehr gehabt. In meinen zwei Jahren als Trainer sind wir einmal Neunter und einmal Zehnter geworden. Sie hatten als Spieler das Privileg, drei Kaliber als Trainer zu haben: Ernst Happel beim FC Tirol, Otto Barić bei Rapid, Werner Lorant bei 1860 … … und Horst Hrubesch – zuerst ein halbes Jahr beim FC Tirol und später ein Jahr lang bei Austria Wien. Wie sehr prägt das den eigenen Stil? Vier unterschiedliche Charaktere, vier unterschiedliche Auffassungen und Vorstellungen von Fußball, Aufstellung, Taktik – das ist schon gut. Lorant hat öffentlich ausgeteilt, der hat dir „kalt-warm“ gegeben. Hrubesch hat die Jugend forciert. otto Barić war vielleicht etwas umgänglicher, doch es hat genug Spieler gege-
„Früher warst du heiss, wenn du ein tor bekommen hast. Jetzt wissen die spieler häuFig nicht einmal, wie das match ausgegangen ist.“ ben, die über den otto damals genauso geschimpft haben, weil sie nicht gespielt haben. Und bei Happel hat man sich alles über die Leistung holen müssen. Die Gehälter damals hat er bestimmt als Trainer. Das imponiert Ihnen immer noch … Dietrich Mateschitz hat mich gefragt: „Warum sind unsere jungen Spieler
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schlechter als andere?“ Darauf ich: „Ich kann es Ihnen schon sagen, aber Sie dürfen dann nicht böse sein auf mich. Bei dem, was die verdienen, wie wollen Sie die denn noch kitzeln?“ Die interessiert es nicht, ob sie 2000 Euro mehr am Konto haben oder nicht. Sie haben von jedem dieser vier Trainer was mitgenommen, aber einer hat wohl den stärksten Eindruck hinterlassen. Gibt es Momente nach einem Match, in denen Sie sich in den Spiegel schauen und dieser eine schaut heraus? Ja, die gibt es. Von der Art her ist es Ernst Happel, knapp gefolgt von Werner Lorant, weil beide dieselben Anschauungen gehabt haben. Lorant ist noch dazu ein typischer Deutscher. Österreicher sind für den so und so ein rotes Tuch. Er hat einmal vor einem Freundschaftsspiel gegen Austria Salzburg bei der Spielerbesprechung gesagt: „Peter, du hörst jetzt einmal weg, aber alle anderen hören zu: Gegen österreichische Mannschaften verliert man nicht.“ Das bekrittle ich übrigens am meisten in Österreich oder allgemein im Fußball: Die Spieler wissen nach dem Match nicht einmal, wie es ausgegangen ist. Früher warst du heiß, wenn
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du ein Gegentor bekommen hast. Dieses Unbedingt-gewinnen-Wollen – das fehlt bei uns. Nur bei uns? Wir hatten im Vorjahr bei einem Fortbildungskurs den spanischen Trainer Juande Ramos als Gastredner. Er hat uns die Philosophie des spanischen Fußballs erklärt und was sich geändert hat im Vergleich zu vor zehn, zwölf Jahren. Die Spanier haben damals vom Schönspielen umgesteckt und den Trainern gesagt: Bringt den Kindern bei, dass sie gewinnen müssen, und nicht, siebenmal zu gaberln … Das machen sie ja ohnehin. Sie müssen lernen, gewinnen zu wollen, gewinnen zu müssen. Und Ramos hat erzählt, dass ein Teil dieser Kids dann U20-Weltmeister geworden ist, darunter Xavi, der jetzt beim FC Barcelona spielt. Schön spielen und Freude am Fußball haben muss man ja sowieso. Darum kann ich auch nichts damit anfangen mit dem Spruch: „Jetzt ist wieder Spielfreude da!“ Ich habe meinen Spielern nie verboten, mit Freude Fußball zu spielen. Wie ist der Trainer Peter Pacult in der Halbzeitpause in der Kabine? Sehr ruhig. Ich lasse die Mannschaft in den ersten Minuten immer in Ruhe. Früher hatten sich die Spieler selber was zu sagen, das wird auch immer seltener. Heute wird ein Theater gemacht, wenn jemand streitet. Was glauben Sie, wie es bei uns damals zugegangen ist? Diese Leidenschaft fehlt. Wo sind die Alpha-Tiere? Aber die richtigen: Nicht die, die abhauen, wenn eine Wolke aufzieht, sondern solche, die auch etwas zu sagen haben, wenn es einmal nicht nach Plan läuft. Marko Arnautovic etwa ist von der Art her ein Alpha-Tier, aber in Wirklichkeit ein falsches. Der macht alles, aber es kommt nichts dabei raus. Wann reden Sie mit den Spielern? Meistens beim Training, auf dem Platz. Ein kleiner Gedankenaustausch, man muss nicht gleich mit einem Spieler alleine spazieren gehen. Das kommt auch vor, aber ich bin kein Kumpeltyp. Der Dirigent braucht ein orchester, aber er ist derjenige, der den Ton angibt. Wie weit darf Kritik an Spielern gehen? Bei Rapid hab ich aufpassen müssen. „Du kannst doch nicht in der Öffentlichkeit auf einen Spieler böse sein!“, hieß es da. „In welcher Welt lebt ihr?“, habe ich dann gefragt. Ich sage ja nicht, dass der Spieler ein Dummkopf ist. Aber ich sage sehr wohl, dass ein Fehler auf seine Kappe geht und dass er damit umgehen muss. Wenn man so etwas als Trainer nicht sagen darf, ist man im falschen Team. Wie würden Sie sich beschreiben? 44
„ich bin kein kumpeltYp. ein dirigent braucht das orchester, aber er gibt den ton an.“ Ich beschreibe mich nicht, nein. Da tu ich mir schwer. Das sollten andere beurteilen, wie man ist. Sagen wir so: Ich bin, wie ich bin. Die, die mich näher kennen, haben ein anderes Bild als die, die ins Stadion gehen oder Interviews hören. Es gibt die eine Seite von mir und die private Seite. Wird Peter Pacult oft falsch dargestellt? Das würde ich gar nicht sagen. Nimm einen anderen Menschen her, der sportlich bekannt ist, etwa Gerhard Berger. Der hat immer das Image gehabt, der lustige Tiroler Bua zu sein. Im Auto war er aber sehr ehrgeizig. Da ist das Lustiger-Tiroler-BuaImage gar nicht rübergekommen. Manchmal hat man den Eindruck: Sie sind grantig, um nach einer Niederlage anstelle Ihrer Mannschaft die gesamte negative Energie auf sich zu laden … Das ist mir oft nachgesagt worden. Ich will das nicht beantworten, das lesen die anderen dann ja auch. Sie gelten als engagierter Förderer von Talenten. Bei den 60ern haben Sie mitgeholfen, dass Benjamin Lauth später Nationalspieler wurde. Bei Rapid formten Sie die Youngster Veli Kavlak, Ümit Korkmaz und Erwin Hoffer zu Stammspielern. Wie erkennt man ein Talent?
Man hat das Gespür dafür, welche Stärke der junge Spieler hat. Bennie Lauth zum Beispiel war ein unheimlich feinfühliger Spieler. Wie der die Bälle behandelt hat und dann einfach diese Gewandtheit! Ausdauermäßig war er total schlecht, kein Bundesliga-Niveau. Und am Anfang ist er immer umgefallen, bei jedem Zweikampf. Aber man hat bei ihm gesehen, dass er weiß, wie man ein Tor macht. Er hat beim Training oft spektakuläre Tore geschossen. Er hat auch ein gutes Spielverständnis gehabt. Das sind dann Situationen, in denen man dann als Trainer an sich denkt. Wie war man selbst in diesem Alter? Ich war als Junger auch nicht in jedem Spiel eine Granate, aber der Trainer hat auf mich gehalten. Da muss man vielleicht dann stur bleiben und dem Spieler das Vertrauen geben. Veli Kevlak hat 2006, als ich zu Rapid gekommen bin, die Mannschaft spielerisch ganz allein am Leben gehalten. Ein siebzehnjähriger Bub! Manchmal machen die Talente es einem Trainer aber nicht leicht, Beispiel Stefan Maierhofer, der zuletzt beim MSV Duisburg spielte. Der Lange hat in die damalige RapidMannschaft gut hineingepasst, der hat sich das Talent erarbeitet. Was mir bei ihm nicht gefällt: Er stellt sich immer selber in der Vordergrund und erkennt nicht, wer ihm die Chancen gibt. Da hieß es immer: „Ich und ich und ich.“ Da habe ich mir gedacht: „Hoppala, vergiss die Mannschaft nicht. Du kannst den Trainer ruhig vergessen, wenn der dir nicht sympathisch ist, weil er dich halt zweimal angeschrien hat, weil du nicht gemacht hast, was er wollte. Aber die Mannschaft hat schon einen Anteil daran, dass man nach oben kommt.“ Gibt es am Nachwuchssektor für Sie als Trainer neue Erkenntnisse? Die Nachwuchstrainer haben heutzutage die meisten Probleme damit, dass das natürliche Bewegungslernen verlorengegangen ist. Ich habe schon vor Jahren gesagt: „Sag zu einem Zehnjährigen: ‚Klettere auf diesen Baum hinauf!‘“ Der weiß nicht, wie er auf den Baum kommt. oder wie es ist, wenn man wo runterfällt. oder wie es bei uns war: Wenn wir was angestellt hatten und über eine Mauer geklettert sind, auf und davon. Kann es sein, dass Nachwuchsspieler bei ihren Klubs zu wenig Möglichkeiten kriegen, ihr Können zu beweisen? In meiner Jugend gab es auch viele junge Talente, und in Wirklichkeit kam einer durch. Das lasse ich nicht mehr gelten. Im Gegenteil: So viel wie jetzt immer gesprochen wird über Junge, war es vor zwanzig Jahren nicht einmal ansatzweise, weil der
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Junge hat sich automatisch durchgesetzt. Wir haben uns in den letzten Jahren in etwas hineinmanövriert. Beim Skifahren höre ich das zum Beispiel gar nicht. Der gute Skifahrer kommt automatisch. Kommen aus dem Käfig noch Talente nach, aus den eingezäunten Fußballoasen der Großstädte? Wenige, ich glaube, der Käfig ist tot. Sind Sie selber als Scout unterwegs? Den Nachwuchs beobachte ich weniger, das liegt nicht in meiner Verantwortung, dafür hat man die Jugendbetreuer. Aber man hört sich bei den Trainern um. Das war auch bei Rapid so. Da hab ich geschaut, ob es bei den Sechzehn-, Siebzehnjährigen jemanden geben könnte. Wenn wir viele Nationalspieler abgestellt hatten, habe ich mir Nachwuchsspieler zum Training dazugeholt. Ein Siebzehnjähriger kann ja ruhig auch einmal eine Woche mittrainieren. Wird RB Leipzig über einen Spieleraustausch von der globalen Red BullPhilosphie profitieren können, von den Akademien in Brasilien, Ghana, in den USA und Österreich? Das wird schwierig. Ich wollte gerne zwei, drei junge Spieler nach Leipzig ho-
len, die vielleicht im Moment nicht drankommen, aber die gelten in Deutschland als normale Spieler. Die Regeln verlangen den Einsatz von mindestens vier Spielern, die unter 23 Jahre alt sind: Hat man jetzt etwa einen jungen Österreicher mit 19, 20 Jahren im Team, gilt der als „alter“ Spieler. In einer Mannschaft braucht es aber die Routiniers, wir reden ja vom Aufsteigen-Müssen. Was hat Peter Pacult für Hobbys? Gibt es die fußballlose Freizeit? Ja, die gibt es. Ich bin nicht der TV-Junkie im Fußball, doch die Euro-Ligen oder die Matches am Wochenende schaue ich mir an. Aber wenn du die Spieler fragst: „Wer hat gestern Barcelona gegen Real Madrid gesehen?“, und von 24 Spielern zeigen nur vier auf, ist das enttäuschend. Dann ist da noch die Harley-Davidson … … wenn sie anspringt. Übersiedelt sie mit nach Leipzig? Nein. Nach Dresden habe ich sie mir überstellen lassen, obwohl das keine gute Idee war: Dort, wo ich gewohnt habe, wird das Kopfsteinpflaster wohl ewig bleiben. Und wie ist es mit Hobby-Fußball? Seit ich mir die zweite Achillessehne gerissen habe, habe ich kein Spiel mehr
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gespielt. 2004 in Kärnten die linke und 2008 in Bregenz die rechte – übrigens in einem Altherren-Match Österreich gegen Deutschland. Ihr Glanzstück in einem Juxmatch war, dass Sie bei der Eröffnung der Münchner Allianz-Arena im Mai 2005 das erste Tor geschossen haben. Da haben die Legenden-Mannschaften der 60er und Bayern gegeneinander gespielt, als Test für die ganze Elektronik des neuen Stadions. Damals war nur der untere Rang offen, aber der war komplett voll: 30.000 Zuschauer. Wir, die 60er, haben gewonnen, 3:2, und das Schöne war: Ich hab auch noch ins Bayern-Tor getroffen. Bayern-München-Egomane Lothar Matthäus war damals nicht erfreut. Worüber ist der schon erfreut? Michael Rummenigge war heiß, Lothar verschießt einen Elfmeter – wunderbar! Ich stehe oben auf der Ehrentafel, das ist das Wichtigste. Das ist der große Unterschied zwischen denen und mir. Ich nehme solche Partien nicht so ernst. Die lassen dich ja nicht einen Meter vorbei. Das ist wieder diese Mentalität. Nicht einmal bei einer Gurkenpartie wollen sie verlieren. www.redbulls.com
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DRECK Das Jerico Race, ein Wettrennen mit selbst gebauten DieselLastkarren, lockt alljährlich 40.000 Fans in ein winziges Provinzstädtchen im brasilianischen Urwald. Wer hier gewinnen will, braucht Mut, Improvisationstalent – und sollte möglichst kein Reinlichkeitsfanatiker sein. Text: Cassio Cortes, Bilder: Marcelo Maragni 46
Credit
Trucks & Alkohol
Links oben: Melquisedeque de Lara weiß, warum man zur Siegesfeier nicht im Festtagsanzug erscheinen sollte. Links unten: José Bogorni war nicht drei Tage wach, sondern ohne Schutzbrille unterwegs. Rechts: José Alex in einer Schlüsselstelle.
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asst um Himmels willen in der zweiten Kurve auf“, be schwört renndirektor renato „der Paraguayer“ ribeiro seine 23 Starter bei der Fah rerbesprechung. „Wenn ihr hier von der Strecke rutscht, mäht ihr alle Zuschauer nieder.“ die 23 rennfahrer – fast alle tief gebräunt, unter 25 und auf Kriegsfuß mit ihrem idealgewicht – nicken gehorsam. Strengere Sicherheitsvorkehrun gen sieht das größte Motorsportereignis im brasilia nischen Urwald nicht vor. „Corrida de Jerico“ heißt zwar „eselsrennen“, wird aber mit rennautos bestritten. Und zwar mit solchen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt – nur hier in Alto Paraíso, einem 19 Jahre alten Kleinstädtchen in den Ausläufern des amazonischen regenwaldes. „Jericos gibt es seit den späten 1980er Jahren“, erläutert Silvio Stedile – der lieber auf den Namen „Silvinho do Jerico“ hört. „damals waren unsere Stra ßen hier so miserabel, dass man mit gewöhnlichen trucks nicht weit kam: die Karosserie fiel nach ein paar Fahrten auseinander. Also mussten Autos her, die ein bisschen mehr aushalten.“ die Lösung: Man schraubte unverwüstliche Lastkarren aus den stabils ten teilen ausgeschlachteter Altautos zusammen. die reparaturanfällige Karosserie ließ man kurzerhand weg. Auch auf kränkelnde Automotoren konnte man verzichten, genauso gut tat es ein alter, aber robuster dieselgenerator aus einem der nahen Sägewerke und Zinnminen. das ergebnis taufte man Jerico. Korrek ter: Jerico motorizado, portugiesisch für „motorisier ter esel“, was sowohl durchhaltevermögen als auch Grazie dieses Arbeitstiers sehr treffend beschreibt. Vom ersten Jerico zum ersten JericoWettrennen war es kein allzu weiter Weg. Zum zehnjährigen Stadt jubiläum Alto Paraísos legte man in einem der Außen bezirke einen schlammigen 650Meterrundkurs an. Hier sollte von nun an das Nationale Jericorennen ausgetragen werden. die nur halbernst gemeinte idee schlug massiv ein. Über Nacht kannte ganz Nordbra silien die Veranstaltung als „Formel 1 des Amazonas“. 40.000 Menschen überrennen seitdem alljährlich Alto Paraíso (das selbst nur halb so viele einwohner hat), um die Helden im Jericodrom in Aktion zu erleben. ruhm und reichtum leuchten bei den Formel1 Stars des Amazonas freilich nicht ganz so grell wie bei den herkömmlichen Kollegen. Für den reichtum ist der Siegespreis zuständig, eine nagelneue 125er Honda. (es wird je eine für das ein und das Zwei zylinderrennen vergeben.) der ruhm äußert sich unterschiedlich: Silvinho do Jerico zum Beispiel wurde nach seinem rennsieg zum Stadtrat gewählt. Bei den Gebrüdern Melquisedeque und Cefas de Lara besteht er in einem Spitznamen, den ihnen die Lokalpresse verliehen hat: „die Schumachers von Alto Paraíso“. der Vergleich ist nicht ganz präzise. Anders als ralf und Michael sind nämlich beide Brüder amtierende titelverteidiger: „Melqui“ ist einzylinderChampion, Cefas König der Zweizylinderklasse. erzrivale von Cefi ist Silvinho, der 2006 und 2007 gewann und sich ’08, ’09 und ’10 Cefas geschlagen geben musste. die unaussprechlichen Namen des Brüderpaars 48
sind biblischen Ursprungs. das mag die Kirchen chöre erklären, die aus großen Lautsprechern den Laden beschallen, in dem Melqui und Cefas am tag vor dem rennen zum letzten Mal an ihren Jericos herumschrauben. „die Zeit, als man sein Alltags Jerico zum rennen brachte, ist lang vorbei“, sagt Melqui, „zum Gewinnen braucht man heute ein kompromissloses rennJerico.“ Melqui und Cefas arbeiten das ganze Jahr über an ihren Jericos, obwohl es nur zwei oder drei Bewerbe gibt, bei denen sie damit starten können. das Nationale rennen ist das größte davon. Melquis Motoresel sieht man die pure renndNA auf den ers ten Blick an: der Motor liegt genau in der Mitte der Längsachse. er ist leicht nach rechts versetzt, was in Kombination mit dem links platzierten Fahrer eine optimal ausgeglichene Gewichtsverteilung ergibt. Wie alle Jericos ist auch jenes von Melqui von frankensteinscher Monstrosität: das Fahrwerk und die hinteren Stoßdämpfer stammen von einem aus geschlachteten VWBus. die vorderen Stoßdämpfer spendete ein VW Golf, die Bremsen ein Fiat Uno.
Im Uhrzeigersinn von oben: Norival Silva im ersten Durchgang; die BrĂźder Melquisedeque (li.) und Cefas de Lara in ihrer Werkstatt; die Parade am Tag vor dem Rennen; Silvio Stediles Jerico-Werkstatt; Silvio selbst bei den letzten Vorbereitungen auf das Rennen.
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Besonders viel Bastlertalent steckt im Antriebssys tem: die zusammengeflickte Kombination aus Jeep Getriebe, VWBusdifferential und eigenbauteilen ist dem legendären torsenCenterdifferential nach empfunden. Audis rallyeQuattro demütigte damit in den 1980er Jahren die Konkurrenz. der YanmarGenerator, der als Motor dient, sollte eigentlich 27 PS leisten. „Aber du kannst kein rennen mit weniger als 50 PS gewinnen“, sagt Melqui, „dar um helfen wir uns mit härteren Ventilfedern, leichte ren Kolben und fetterem Kraftstoffgemisch.“ der auffrisierte rennmotor knattert zwar noch im mer wie ein Fischerboot. doch er ist wesentlich rasan ter unterwegs: „Auf der Autobahn habe ich 90 km/h geschafft“, sagt Celfi, „Melquis Jerico fährt also mühe los schneller als 100, wenn die Straße befestigt ist.“
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unkt 15 Uhr bugsiert uns Cefas höflich aus dem Laden, um sich für die Parade fertig zu machen. diese ist ein noch grö ßerer Publikumsmagnet als das rennen selbst: Halb rondônia (einer von sieben Bundesstaa ten in Brasiliens Nordregion) strömt an diesem Wo chenende nach Alto Paraíso. Gegen 16 Uhr ist an der 300 Meter langen Hauptstraße kein durchkommen mehr. Jetzt regieren hier die „Soundwalls“, Pickup trucks mit geschulterten Lautsprecherboxen, die bei nahe so groß sind wie die Fahrzeuge selbst. Auf einer Länge von 300 Metern spielt jeder der 25 sein eige nes Musikprogramm. immerhin hat man sich auf eine gemeinsame Lautstärke geeignet: es ist die, bei der Normalsterblichen die Ohren zu bluten beginnen. Ziel des ganzen radaus ist es, die Aufmerksamkeit der vorbeiflanierenden Ladys zu erregen. erschweren derweise sind damit auch hunderte von Motorrad fahrern beschäftigt, die zwischen den Soundwalls ihre Motoren aufheulen lassen. Zusammen mit der unerträglich feuchten Nach mittagshitze bleibt nur ein Weg, dieses Martyrium zu überleben: sich so rasch und konsequent wie möglich zu betrinken. Glücklicherweise sind die Straßen händler mit der Verteilung von Johnnie Walker über aus freigebig: ein Gläschen wird schon für umgerech net zwei dollar ausgeschenkt. das liegt auch daran, dass man eigentlich „Juanito Caminante“ konsu miert, die unter Umgehung diverser Vorschriften selbstgebrannte BilligKopie. Gerade als sich ein brutaler Kopfschmerz im Gehirn des reporters auszubreiten beginnt, biegt Silvinhos Jerico um die ecke. 14 Mädchen winken herunter, die komplette Besetzung der „Queen of the race“ Misswahl. Sofort sind die Kopfschmerzen vergessen und machen journalistischem Pflichtbewusstsein Platz: Mit einem Satz springe ich auf das Gefährt, um
Der auffrisierte Motor knattert wie ein Fischerboot – aber beschleunigt das improvisierte Rennauto auf bis zu 100 km/h. 50
meinen rechercheaufgaben nachzukommen. trotz der Ablenkung fällt mir nach einer Weile eine lan ge Narbe unter Silvinhos linkem Ohr auf. „Habe mich vor zwei Jahren beim trainieren mit dem Jerico überschlagen“, informiert er, „kostete mich 16 Stiche und hat verdammt wehgetan.“ die Parade durchquert die innenstadt und er reicht ihr Ziel beim Jericodrom. Neben dem rund kurs hat sich eine Schlammpfütze von der Größe eines Fußballfelds breitgemacht. Jeder versucht hier, auf möglichst radikale Weise durch den dreck zu pflügen. Pickups, trucks, PKW quer durchein ander – Letztere im retourgang, um den Genuss eines guten drifts auch im Fronttriebler zu erleben. Zusammenstöße bleiben da nicht aus, doch die Blechschäden nimmt niemand tragisch. „Man darf das nicht so eng sehen. das hier ist unsere Art von Karneval“, erklärt die 17jährige Queen of the race, Luzia Garbini, das rambazamba ihrer Unter
Juliano Moreira in der mobilen Waschanlage; Melquisedeque de Lara im Finalrennen; ausgelassene Stimmung bei der Parade; und Fans im meistverbreiteten Dresscode: Schlammpackung.
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JeDen mOnat nat neu entDeCKen. ent
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„Früher durfte man Gegner aus der Bahn rempeln. Heute sind die Wettkampfrichter leider viel strenger.“ tanen. Spätnachts, als sich die Party langsam in rich tung innenstadt verlagert, wird es am Jericodrom wieder stiller. Zeit fürs Bett, vor dem großen rennen.
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s ist Sonntagmittag, als die rennJericos im Fahrerlager eintreffen, das eigentlich eine schlammverschmierte Pferdekoppel ist. ein Quadrennen heizt gerade die Menge an. Während die Piloten auf die Fahrerbespre chung mit dem „Paraguayer“ warten, drängen die Fans um Autogramme. das gefragteste ist jenes von Alex Oliveira, dem „Holzfäller“. Alex hat vier Zweizy lindertitel und einen fahrbaren Untersatz in Milita ryLackierung. dass er 2010 von Melqui entthront wurde, war in seinen Augen Zufall: „Melqui hat nur gewonnen, weil ich mich überschlagen habe.“ Wie die meisten hat Alex ein FahrradLenkerband um sein Lenkrad gewickelt. „Um mit dem Jerico schnell zu sein, musst du ununterbrochen schalten“, erklärt er, „kann ich das Lenkrad gut packen, kann ich mit der linken Hand steuern und die rechte wäh rend des ganzen rennens am Schaltknüppel lassen.“ etwas nach 14 Uhr zeigen die thermometer über 40 Grad. dreimal musste der Start schon verschoben werden: Senator ivo Cassol, die lokale Politgröße, war nämlich noch nicht zugegen, weil sein Flug vom Nationalkongress in Brasília ins winzige Alto Paraíso Verspätung hatte. Nun aber ist der Senator da, und der Wettkampf kann endlich beginnen. das Format des rennens ist ebenso simpel wie kurzweilig: Pro durchgang liefern sich je vier Jericos ein vier runden langes duell. die zwei schnellsten qualifizieren sich für die nächste runde, so lange, bis die besten vier im Finale aufeinandertreffen. Zuerst startet die einzylinderklasse. im Jerico mit der Nummer 9 (das von Senator Cassol persönlich gesponsert wird) setzt sich Norival Silva an die Spit ze. Nummer 8 hat sich inzwischen überschlagen und ist an einer gefährlichen Stelle liegen geblieben, der unübersichtlichen fünften Kurve. es vergehen drei runden, bis der Streckenposten herbeigeschlurft ist und die gelbe Flagge schwenkt – vorsichtig genug, um dabei nicht sein Bier zu verschütten. das Los hat Melqui und Alex in dieselbe Qualifika tionsrunde gesteckt – der „Kampf der titanen“, so der LiveModerator, findet also schon in der Vorrunde statt. Beide qualifizieren sich mühelos für den Auf stieg, während Nummer 11 mit brennendem Motor ausrollt. in der einzylinderklasse hat sich indessen Cefas durchgesetzt, während Silvinho von seinem einstigen Mechaniker Macedo besiegt wurde – der Aufstieg ins Semifinale ist ihm mit Platz zwei trotz dem gelungen. ein weiterer von Silvinhos Mechani kern, reginaldo, hat den Sieg in seinem durchgang bereits vor Augen, als sein Steuerrohr an einer Bo 52
Im Uhrzeigersinn von oben: Melquisedeque de Lara beim Überqueren der (gedachten) Ziellinie; Zuschauer bei der Suche nach Abkühlung; und Cefas de Lara (vorne) beim Infight mit Silvio Stedile im Finale der Einzylinderklasse.
denwelle bricht und ihn aus der Kurve katapultiert. er reißt sich den Helm vom Kopf, kniet sich in den Schlamm und weint bitterlich. Zwischen den durchgängen herrscht im Fahrerlager hektische Betriebsamkeit: Was auch immer im rennen kaputtgegangen ist, muss nun in aller eile repariert wer den. Freiwillige Helfer spritzen den Fahrern Wasser in die Augen. die meisten verzichten hier auf Schutzbril len, die allzu schnell undurchsichtig wären, und haben nach dem rennen gerötete Augen wie Ziggy Marley. Beim ersten einzylinderSemifinale starten Silvinho und Cefas Kopf an Kopf. Silvinho erwischt den schnells ten Start, doch Cefas’ Motor ist eindeutig leistungsstär ker. das Überholen gestaltet sich allerdings schwierig – das zeigten schon die ersten durchgänge. direkt neben der ideallinie beginnt der Acker, und bei den zwei lang
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samsten Kurven steht die Kampf linie tief unter Wasser – ein beherzter Angriff von innen fällt also aus. „Frü her durfte man einen Fahrer noch aus der Bahn rem peln, doch da sind die Wettkampfrichter strenger ge worden“, nörgelt Cefas, der als Zweiter ins Ziel kommt – und so immerhin seinen Finalplatz sicher hat.
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m zweiten ZweizylinderSemifinale treffen Alex und Melqui erneut aufeinander. Melqui ist von Beginn an in Front, Alex verschaltet sich und fällt auf Platz drei zurück. der Jerico des vierfachen Meisters ist deutlich schneller als jener von ismael, dem Zweitplatzierten – doch in den tiefen Lachen der Kampflinie geht auch ihm die Kraft aus. Also geht Alex aufs Ganze: er riskiert ein Überholmanöver an einer unmöglichen Stelle, schleudert von der Strecke und bleibt neben der Bahn im Schlamm stecken. Zeit für das einzylinderFinale: der Mann mit der Nummer 4, Marcelo Bogorni, startet am schnellsten. Hinter ihm kämpfen Silvinho und Cefas um die ein fahrt in die erste Kurve. es sieht ein bisschen aus wie der UngarnGP im letzten Jahr, als Schumacher Bar richello beherzt in die Bande drängte. Und obwohl es zu keiner Feindberührung kommt, landen beide in der überdimensionalen Lache neben der ideallinie. das Missgeschick verhilft Marcelo zu einem komfor tablen Vorsprung. Zum ersten Mal in sieben teilnah men gewinnt er das Nationale rennen – und das, ob wohl er in runde zwei das Gaspedal verlor. „ich habe mir das Kabel geschnappt und zum Gasgeben dran gezogen“, erklärt er – was umso bemerkenswerter ist, als er dafür bei jedem Gangwechsel das Steuerrad loslassen und gegen seine Brust klemmen musste. Ohne Alex scheint das ZweizylinderFinale für Melqui nur noch eine Formsache zu sein. Und tat sächlich übernimmt er noch vor der ersten Kurve die Führung. An der zweiten ereignet sich dann aber das Undenkbare: der Meister dreht sich, und das „Oooh“ der Massen klingt wie bei einem doppelfehler von Federer beim Matchball des Wimbledonendspiels. Melqui fällt auf den letzten Platz zurück, während dirceu Bogorni – der Bruder von Marcelo – die Füh rung übernimmt. doch auch er hat Pech: Schon nach ein paar Kurven bleibt er mit defektem Getriebe hän gen. in der dritten runde schubst Melqui Juliano aus dem Weg und setzt sich auf Platz zwei, direkt hinter dem jungen Nachwuchspiloten ismael. dass ihm der Champion immer näher rückt, ist zu viel für dessen Nerven: in der fünften Kurve kommt er von der Strecke ab und macht den Weg für Melquis titelverteidigung frei. die Menge dreht beinahe durch, als Melqui die Ziellinie überquert, um sein zweites HondaMotorrad in empfang zu nehmen. Sein Sieg ist zugleich das ende des Karnevals: Sieger, Verlierer, Lokalpolitiker und der zugereiste reporter: Sie alle springen in die gigantische Schlamm pfütze der fünften Kurve oder werden unter großem Gejohle hineingestoßen. die Sonne ist schon fast untergegangen, und der Wind auf unseren nassen, schlammverschmierten Klamotten fühlt sich frisch an. Halb so wild: es ist genug Johnnie Walker da, um uns bis zum Morgengrauen warm zu halten.
Mehr Action-Fotos von der Schlammschlacht auf: www.capitaldojerico.com
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MAD
MAX
Auf einem Mountainbike vom Gipfel eines Vulkans talwärts brettern – so schnell es geht. Eric Barone ließ dabei fast sein Leben. Neun Jahre später startet Markus „Max“ Stöckl seinen Rekordversuch – auf einem völlig serienmäßigen Bike.
Der Cerro Negro ist ein aktiver Vulkan im Westen Nicaraguas. Bei der Abfahrt über dessen mit Schiefer geschotterte Flanke erreichte Markus „Max“ Stöckl mit seinem Mountainbike 164,95 km/h: Schneller als er ist noch kein Mensch mit einem Serienbike gefahren.
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Bild: AndreAs ehrensBerger
Text: nicolas stecher, Bilder: Mauricio ramos
Sonntag, 12. Mai 2002 Cerro Negro, Nicaragua Eric Barone steht mit seinem speziell an gefertigten Mountainbike am Kraterrand des Cerro-Negro-Vulkans und schaut den schwindelerregenden Hang hinunter. Die Wolken der nahen Regenzeit sind in der abgelegenen Wildnis NordwestNicaraguas noch nicht angekommen, der Himmel glänzt makellos blau. Der Gipfel ist baumlos und ohne jede Vegetation, die späte Morgensonne brennt bereits wie Laserlicht und lässt Barone in seinem windschlüpfrigen Latex-Anzug aussehen wie rotglänzendes Plastikspiel zeug. Vom Boden schickt der schwarze,
vulkanische Fels flirrende Hitzewellen – der Blick auf die Anzeigentafel 550 Meter weiter unten ist unscharf. Das Ziel hin gegen ist klar: diesen Abhang schneller als mit 130 km/h hinunterzufahren und damit den bestehenden Geschwindigkeitsrekord für Mountainbikes zu brechen, der knapp sechs Monate zuvor aufgestellt wurde. Und warum sollte das nicht möglich sein? Schließlich hat Barone selbst die Rekordmarke gesteckt. Es geht nur drum, einen guten Start zu erwischen, sich fest zuhalten und die Strecke zu überstehen. Den Rest würde die Schwerkraft besor gen. Dort oben, als er den kohlschwarzen gnadenlosen Hang hinabschaute, wurde Barone klar: Das war sein letzter Ver such auf Schotter. Er wird einfach den Rekord brechen. Dann wird er seinen
erodynamischen Helm als Sieger an den a Nagel hängen. Einen halben Kilometer weiter unten steht Marco, Barones bester Freund und Geschäftspartner, mit einer rothaarigen Schönheit aus Nicaragua, die auf den Namen Jenny Rodriguez hört. Sie starren besorgt zum Gipfel hinauf. Ihnen ist die tödliche Gefahr dieses waghalsigen Kunst stücks – so scheint’s – deutlicher bewusst als Barone. Vom Timer hier unten ist Eric da oben wenig mehr als eine Ameise, die purpurn in der Sonne schimmert. Dann legt sich der Wind für einen Moment, Barone stößt sich ab über den Felsvorsprung und wird immer schneller auf der Schussbahn am Hang des Cerro Negro. Die Geschwindigkeit ist groß, die Räder schicken vom felsigen Grund 55
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Überflüssig zu erwähnen: Barones Ver letzungen waren kritisch. Sein Chirurg ist heute noch überzeugt: Verfügte Eric nicht diese fast übermenschliche, bullengleiche Muskulatur um seinen Hals, er wäre heute gelähmt oder tot. Was von dem Unfall und den Verletzungen blieb, ist dieser heitere CumbiaHüftschwung. Barone geht, als würde er ständig Salsa tanzen.
MoNtAG, 16. MAi 2011 Cerro Negro, NiCArAguA Die Fahrt vom Dorf León raus zum Cerro Negro ist eine staubige Reise, quasi mit der Zeitmaschine, zurück in die Ära der spanischen Kolonialherrschaft. Hier, im zweitärmsten Land der westlichen Hemi sphäre, hat sich das Leben abseits der Hauptverkehrsader nach Managua seit Jahrhunderten nur wenig verändert. Auf dieser Staubstraße sind Ochsenkarren gegenüber Lastwagen zehnfach in der Überzahl. Caballeros auf Pferden treiben ihre Rinder vor sich her und winken dem Vorüberfahrenden neugierig zu. Die rumpelnde Fahrt geht vorbei an trockenen Feldern mit Yuccas, Mais, Boh nen und Zuckerrohr, deren junge Triebe aus dem Boden lugen wie hunderte von kleinen grünen Windfahnen. Riesige Schweine streunen frei herum, an ihren Hälsen sind Stöcke befestigt, die an ein Joch erinnern. Dann erreichen wir den Fuß des Cerro Negro, dieses gewaltigen schwarzen Mono lithen, der bis in den Himmel zu reichen scheint. Eine Kette von Vulkanen verliert sich in der Ferne, von ihren Gipfeln steigt weißer Rauch in die Atmosphäre empor. Bedrohlich. Unheilvoll. Markus „Max“ Stöckl springt aus dem Auto und mustert die Umgebung. Hier, unter dem dunkel aufragenden Berg, erinnert er entfernt an einen Eroberer, breite Schultern, das Ge sicht mit dem mächtigem Kiefer. Wenn du einen Film über germanische Stämme in dunkler Vorzeit machen wolltest und die Quintessenz eines westgotischen Helden suchtest, wärst du schrill begeistert, könn te deine CastingAgentur dir einen Mann wie Markus präsentieren. Mit gutem Grund hat ihm die MountainbikingSzene den Spitznamen „Herkules“ verpasst. Max ist aus einem einzigen Grund hergekommen: Er will Eric Barones MountainbikeGeschwindigkeitsrekord auf Schotter brechen. Aufgestellt vor neun Jahren, ironischerweise an jenem Tag, der mit der eingangs beschriebenen schicksalhaften Abfahrt Barones Karriere beendete. Jetzt ist Eric Barone hier, um
„Alle sAgteN: ‚er ist tot.‘ PlötzliCh öffNete er die AugeN. es wAr eiNe wuNdertAt gottes.“ JENNy BARoNE Max zum Erfolg zu führen. Aber es wird nicht einfach sein. Dies ist der zweite Tag der Testläufe am Cerro Negro. Gestern hat sich Stöckl an das Terrain, den Hang und die Hitze ge wöhnt. Der Österreicher ist kein Amateur, wenn es um Geschwindigkeitsrekorde mit dem Mountainbike geht. Er meidet die speziell gefertigen Bikes, die Barone bei seinen Rekorden fuhr (deren eindrucks vollster war die Abfahrt auf Schnee in Les Arcs, Frankreich, wo er 222,2 km/h erreichte). Stöckl bevorzugt für seine Ver suche Modelle von der Stange, auch für diesen. Zur Zeit hält er den SpeedRekord für SerienMountainbikes auf Schnee, den er 2007 in La Parva, Chile, aufstell te, 210,4 km/h. Aber jetzt geht es um Schotter. Das ist ein entschieden schwie rigeres und gefährlicheres Terrain. „Als wir gestern mit vielleicht 60, 70 Sachen runterfuhren, fühlte es sich insta bil und lose an. Heute ging es von Anfang an gut. Wir wissen jetzt: Je schneller ich werde, desto stabiler läuft das Bike. Du sinkst nicht in den Sand ein, sondern bleibst auf der Oberfläche“, rapportiert Markus nach der heutigen Abfahrt. Eric sitzt in der Nähe auf einer Kühl box und versucht behutsam, Max’ Schuhe über seine eigenen, nach einem Skiunfall bandagierten und noch immer erfroren blutig aussehenden Füße zu streifen. Erics eigene Schuhe passen nicht über all die Verbände, weshalb er es mit Max’ beträchtlich größeren Sportschuhen versucht. Max sinniert. „Mal sehen, ob ich seinen Fußstapfen folgen kann, so wie er vielleicht in meine Schuhe passt“, beschreibt er den Moment in seinem tiro lerischen Englisch ziemlich treffend. Eric grinst. Er gibt ein tolles Bild ab in seinem schwarzen MetallicaTShirt und den superengen Bikershorts. Seine Muskeln sind mächtig, seine Gesichts züge extrem. Beinahe sieht er aus wie die
BILD: JERONIMO OPORTA/PICTUREDESK (1)
ein Geräusch wie von einem heftigen aufkommenden Wind ins Tal. Wie ein Skalpell schneidet das Bike vor einer wachsenden Staubfahne dahin. An einem Absatz verflacht das Gefälle von 95 auf 40 Prozent, und anstatt den Schlag zu absorbieren knickt die Gabel des speziell gefertigten Bikes weg, schlagartig. Das Vorderrad verschwindet unter ihm, Barones Brust knallt bei über 160 Stundenkilometern auf den Untergrund. Sein Helm wird abgesprengt, sein Brust korb trifft den vulkanischen Fels mit voller Geschwindigkeit. Fünf Rippen brechen. Dann wirft es Barone wieder hoch, und wie bei der knochenlosen Puppe eines Kindes beginnt eine endlose Serie von Salti auf dem schwarzen Geläuf. In diesem furchtbaren Taumeln reißen die Sehnen seiner Schultern glatt ab, die linke Schulter wird ausgekegelt. Als es die rechte Faust überdehnt, reißen auch die Unterarmmuskeln. Irgendwann in diesem rollenden Chaos von Kollisionen bricht Barones vierter Halswirbel. Beim letzten Aufprall zerfetzt es den Gesäßmuskel, die Hüfte bricht. Dann liegt er da: ein bewe gungsloser Körper in einem Haufen von Staub und Stille. „Alle sagten: ‚Er ist tot.‘ Stell dir vor, da lag er, leblos, ohne eine Bewegung“, erinnert sich Jenny aufgewühlt. Sie heißt heute Jenny Barone. „Es war entsetzlich, wir alle weinten. Für mich war klar: Ich hatte ihn verloren; so etwas konnte nie mand überleben. Wir rannten zu ihm. Eric blutete überall, und sein Gesicht war von Staub bedeckt. Aber plötzlich öffnete er seine Augen! Wir konnten es nicht fas sen. Wir alle hier sind sehr gläubig. Für uns war es eine Wundertat Gottes.“ „Das war nicht der Moment für Ge fühle“, sagt Marco gelassen. „Das war der Moment zum sofortigen Handeln.“ Schlecht für Eric: Sein Team hatte sämt liches Geld für die Produktion des Bikes und die Vorbereitung ausgegeben. Für die Organisation eines Rettungshub schraubers war nichts übrig geblieben. Tatsächlich hatten sie nicht einmal eine Krankenversicherung. Marco tat das Einzige, was möglich war: Er hob seinen schwer verletzten Kumpel auf die Ladefläche und brachte dabei des sen gebrochene Wirbelsäule in unvorstell bare Gefahr. In einer Teufelsfahrt rausch ten sie zum Hospital – mit einem Pickup über die Schotterstraßen Nicaraguas. Erics geschundener Körper wurde durchgewalkt wie ein Stück Wäsche im Trockner. Als sie 50 Minuten später das Hospital erreichten, funktionierte in konsequenter Befolgung von Murphys Gesetz der Lift nicht, und sie trugen Eric in die zweite Etage.
Die Stadt León – rechts die Kirche El Calvario – war als Basiscamp für das Team weniger gut geeignet, denn sie lag eine Autostunde vom Cerro Negro entfernt. So entwickelte sich die Grillstation am Fuß des Vulkans zum Mittelpunkt all jener Aktivitäten, die nicht unmittelbar mit der Rekordjagd zu tun hatten.
CREDIT
Wie oft sich Eric Barone wohl an seinen Sturz im Jahr 2002 erinnerte, während er mit dem Rad von Max Stöckl auf dem Buckel und ihm selbst neben sich den Berg hinaufstapfte? Rechts: Wolfgang Schwaiger beim Justieren der Zeitnehmung.
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„der rekord MACht MiCh glüCkliCh, gleiChzeitig deNke iCh sChoN AN die zukuNft. gibt es eiNeN höhereN VulkAN?“ MARkuS StöckL Für die Vulkantouristen in ihrer Schutzkleidung ist Stöckl ein Wesen aus einer vertrauten Welt.
Karikatur eines Superathleten, wie ein Captain America aus der Ära des Kalten Krieges. Seine Hände und Wadenmuskeln sind enorm, die Füße flach und breit wie Eisenplatten. Aber eine immerwährende Heiterkeit verleiht dieser gewaltigen Physis Leichtigkeit. Eric ist nicht nur hier, um Max dabei zu helfen, seinen – Erics – eigenen Rekord zu brechen. Er genießt aufrichtig jede Sekunde dieses Unter nehmens in selbstloser Fröhlichkeit. Er ist der ansteckende gute Wille in Person. „Das ist ein hartes Ziel. Ein Rekord ist aus gutem Grund ein Rekord“, sagt Max, während er den Reißverschluss seiner mit Helm, Schuhen und Wasser vollgestopf ten EvocTasche zuzieht. Dann wirft er die Tasche über seine Schulter und macht sich erneut an den langen Aufstieg über die gnadenlose Flanke des Cerro Negro. Der Weg zum Gipfel ist eine brutale Angelegenheit. Die sengende Sonne lässt die Temperatur auf 41 Grad steigen, der Hang ist unglaublich steil. Der lose Schie fer macht das Ganze vollends unerträg lich. Zwei Schritte bringen dich nur einen voran, weil der Schiefer um die Füße her um nachgibt. Es gibt keine Festigkeit, kei nen Halt, es ist wie Klettern in Treibsand. Besonders Eric mit seinen bandagierten Füßen hat größte Mühe. Das Bike auf sei ner Schulter mutet an wie ein Kreuz, als bezahlte er eine schreckliche Strafe für ein Verbrechen, das er niemals beging. Irgendwann ist alles geschafft, die Testläufe des Tages brachten ständige, be geistert aufgenommene Verbesserungen. Das tat gut nach den Enttäuschungen des 58
ersten Tages. Zu Beginn tauschte Stöckl den schützenden Lederanzug gegen ein aerodynamisch günstigeres Outfit aus Latex ein. Dann verlegten sie den Start fünfzig Meter weiter nach oben, um mehr Speed zu erreichen. Schließlich hielten sie Max beim Start, für eine bessere Balance. Jeder einzelne Schritt brachte bessere Zeiten, der Schnitt stieg von 131 auf 141, und am Ende des Tages zeigte der Zeitenmonitor 155 km/h an. „Heute ging es gut, viel besser als gestern“, sagt ein schweißtriefender Max, während wir alles zusammenpacken. „Ich hatte auf größere Stabilität bei höherer Geschwin digkeit gehofft. Es ist schön, damit dies mal richtig zu liegen.“ Am Abend schaut das Team über gro ßen Tellern mit Steaks, JalapeñoCreme Sauce (eine Spezialität hier in Nicaragua) und lokalem ToñaBier Fotos an und berät, wie Max’ Form weiter verbessert werden könnte. Es ist wohl unvermeid lich, wenn ein ganzer Tisch von Österrei chern mit einem Kalifornier (der bin ich, der Autor) zu Abend isst: Die Sprache kommt auf Arnold Schwarzenegger. Ich gehe davon aus, dass er in seinem Heimat land ein großer Held sein muss. „Habt ihr ihm zu Ehren schon Statuen errichtet? Ist er in Österreich ein Halbgott?“, frage ich naiv. „Arnie kommt aus der Steiermark“, stellt Max in ernsthaftem Ton fest. „Und dieses Bundesland bringt eben besonde re Menschen hervor: Steirerblut ist nun einmal kein Himbeersaft.“ Die Gespräche nehmen deutlich Fahrt auf, und je später die Stunde, desto mehr drehen vor allem
die Österreicher in der Delegation auf. Aber irgendwann ist dann einmal Bettzeit.
DiENStAG, 17. MAi 2011 Cerro Negro, NiCArAguA Max Stöckl steht mit seinem serienmä ßigen Mountainbike am Kraterrand des CerroNegroVulkans und schaut den schwindelerregenden Hang hinab. Der Wind bläst stärker als in der ganzen Woche zuvor und zerrt an den Enden des Red BullTuchs, das er um den Kopf gewunden hat. Ruhig denkt Max über die kommende Abfahrt nach. Die beiden ers ten Versuche heute liefen gut: Die Proben wurden perfekt in den Ernstfall umgesetzt. Der Moment ist jetzt greifbar nah. Oben am Gipfel herrscht Stille; nur die Plastik flaggen, die Max’ Bahn über die Flanke des Vulkans abstecken, knattern scharf im Wind. Hier schmeckt die Luft wie tro ckener Fels. Wir alle warten. Warten, dass Max bereit ist, warten, dass der Wind sich legt und ein Fenster öffnet für den Rekord. Für den schnellsten Menschen auf Schot ter. Dann setzt Max den Helm auf. Es ist ein unerklärliches Gefühl: hier zu sein. Bereit, ein solches Geschehen zu erleben. Historisch? Wahrscheinlich nicht – wer wird sich an diese Heldentat schon erinnern? Wie viele begeisterte Fans von SpeedMountainbiking gibt es? Aber die Einsamkeit dieses Abenteuers macht es noch authentischer. Was ist die wahre Motivation für Rekorde: Geld, Ruhm, die
Das Wichtigste während der Rekordfahrt: Coolness bewahren – und die korrekte Balance.
Max’ Belohnung: Wasser statt Schampus vom Freund Andreas Ehrensberger und ein Händedruck von Eric Barone. Der verliert seine Bestmarke, als der entscheidende Papierstreifen aus der Zeitnehmung rattert.
Liebe einer Frau? Es ist klar, dass dieser Versuch, ob er nun erfolgreich verläuft oder nicht, Markus nur wenig von alldem bringen wird. Er tut es aus keinem ande ren Grund als dem, dass er einfach ver sessen darauf ist, „schnell unterwegs zu sein“, wie Stöckl immer wieder sagt. Dann, plötzlich, ist er schnell unter wegs. Er ist sehr schnell unterwegs auf der schwarzen Flanke des Vulkans. Von oben können wir seine Bahn nur anhand einer Wolke schwarzen Staubs verfolgen. Und dann ein Schrei, und das Rennen ist aus. Der Timer spuckt einen Papier streifen aus. Darauf steht: 164,95 km/h. Der neue Geschwindigkeitsrekord für SerienMountainbikes auf Schotter. Am Fuß des Berges feiern sie ein Fest. Unendlich viele Fotos werden geschossen, Eric umarmt Max in Siegeslaune. Andreas kippt Max vor lauter Freude Wasser über den Kopf. Es ist ein Moment reinsten Jubels. Über die letzten vier Tage ist eine schwer zu beschreibende Verbindung in
dieser Gruppe gewachsen. Sie alle sind Fremde in einem fremden Land, zusam mengebacken von der glühenden Sonne, zusammengeschmolzen auf dem weiten schwarzen Vulkan. Reichlich Florde CañaRum kann jetzt nicht schaden. Und inmitten all der Festlichkeit steht Markus, scheinbar unbeeindruckt, abwesend. Wir klettern in den saphirblauen Toyota Hilux und fahren los: auf und ab mit den Wellen der vulkanischen Dünen, wie ein verlorenes Boot, das in den Wogen einer kohlschwarzen See in der Sonne glitzert. Auf dem Weg zurück nach León sage ich zu Max: „Wärst du nur zwei Stundenkilo meter langsamer gewesen, hättest du den Rekord nicht gebrochen.“ – „Schau“, be ginnt Max und wägt jedes Wort ab. „Eric hat damals auch eine sehr gute Abfahrt erwischt. Es ist wirklich sehr, sehr schwie rig, den Besten zu besiegen.“ – „Na, jetzt bist du der Beste. Wie fühlt sich das an?“ Max starrt geradeaus: „Ich habe es als Rekord registriert, und ich bin sehr glück
lich. Aber im selben Moment denke ich über den nächsten Schritt nach und was in Zukunft wohl kommt. Gibt es einen höheren Vulkan?“, sagt er mehr zu sich selbst als zu uns. Max sieht jung aus, trotz des Vollbarts. Aber die Schläfen werden grau. Er hat etwas von einem Athleten, der vielleicht gerade seinen persönlichen sportlichen Höhepunkt überschritten hat, der sich mit dem allmählichen Ende seiner professionellen Karriere anfreunden muss. „Ich will Erics SpeedbikeRekord bre chen. Mit einem Standardbike. Das ist mein Ziel. Ich bin jetzt schon komplett bei der nächsten Sache. Speziell, weil ich per sönlich mit dem Resultat nicht hundert prozentig happy bin. Nicht enttäuscht oder so, aber ich würde einfach gern noch schneller fahren. Nur ist das auf diesem Hügel leider nicht möglich.“ Es gibt noch viele Berge zu erobern. Ganz besonders für Herkules. „Bullet Points“ mit Stargast Max Stöckl: 17. 6. 2011, 16.30 Uhr im Red Bull TV-Fenster auf ServusTV
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Eine der Schlüsselstellen auf der Downhill-Strecke: die Kompression vor den drei berüchtigten Steilstufen. Wir sehen den Finnen Matti Lehikoinen.
10 TAGE VOLLGAS
Out of Bounds. Die Weltelite des schnellen Mountainbikens gibt sich in Leogang im Salzburger Land fast zwei Wochen lang ein Stelldichein.
Die Pinzgauer Grasberge sind seit mittlerweile zwei Jahrzehnten ein guter Boden für die Formel 1 des Radsports: Was Anfang der Neunziger als VollgasRock-’n’-Roll-Party der Downhill-Gründerväter im Salzburger Ort Kaprun begann, mit Starterfeldern von bis zu 700 Furchtlosen, hat sich längst zum sportlichen Hochkaräter entwickelt, der in Leogang den dritten Stopp im sieben Rennen umfassenden UCI Mountainbike Wordcup macht. Kaum ein Sport hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten derart weiterentwickelt wie Downhill: Aus Abenteurern sind Athleten geworden, aus Fahrrädern Rennmaschinen. Selbstverständlich sind heute auch die Strecken viel härter: Was in den Anfangstagen 60
unfahrbar gewesen wäre, nehmen Gee Atherton, Sam Hill oder Greg Minnaar heute ungebremst. Die Leistungsdichte an der Weltspitze ist so hoch, dass nach vier Minuten Fahrzeit nur Hundertstelsekunden die ersten Plätze trennen: Im Vorjahr lag der Südafrikaner Minnaar den Wimpernschlag von 0,74 Sekunden vor dem späteren Gesamtweltcupsieger Gee Atherton, und das auf einer Strecke, die strömender Regen nochmals schwieriger gemacht hatte. Wer noch nie ein Downhill-Rennen live gesehen hat: schwere Bildungslücke! In kaum einer anderen Sportart wird der Unterschied zwischen eigenem Können und jenem der Weltelite dermaßen deutlich. Mountainbiken: Das kann jeder. Downhill-Weltcup lässt Herz und Hirn stillstehen. Als besondere Hot-Spots für Zuschauer empfehlen wir die erste Waldeinfahrt (jene Stelle, an der Matti Lehikoinens Bike im Vorjahr erfolglos versuchte, einen Baum zu fällen – fünfstellige Zugriffszahlen auf YouTube), außerdem die drei berühmten Steilstufen im letzten Streckenteil und natürlich die Finish-Area selbst, die mit Video-Wall, Live-Kommentar und -Timing den besten Überblick über das Rennen gewährt. Den ersten Höhepunkt hat man am Sonntag freilich schon verpasst, nämlich den samstägigen 4-Cross-Worldcup: Die im Vorjahr vom deutschen Profi Guido Tschugg designte Strecke hat neue Standards gesetzt und garantiert spannende Rennen bis ins Ziel: Im Vorjahr entwischte nur Serien-Dominator Jared Graves im Finale der Armada des österreichischen RSP-Teams mit Tomáš Slavík (CZE), Michal Marosi (CZE) und dem Niederländer Joost Wichman. Expo-Area, Partys, ein Fahrerlager mit der Weltelite zum Anfassen: Das Worldcup-Wochenende beim Out of Bounds in Leogang ist ein absolutes Highlight an allem, was Österreich diesen Sommer sportlich zu bieten hat. Das Arge aber ist: Das ist erst der Anfang! Es geht nämlich gleich nahtlos weiter, wenn in der Woche darauf die weltbesten Freestyler rund um den extrovertierten Spanier Andreu Lacondeguy und den schlaksigen Schweden Martin Söderström für das 26TRIX übernehmen (ebenfalls in der Zielarena). Kaum sind die Münder wieder geschlossen, folgt mit der Österreichischen Meisterschaft im 4-Cross das nächste Highlight der hiesigen Elite, gefolgt vom Finale des IXS Downhill-Cups am Sonntag, der zweithöchsten Leistungsklasse nach dem Worldcup. Viel mehr Programm geht nicht: Umgelegt auf andere Sportarten, würde das Indy, Le Mans und Monaco oder Champions League, EM und WM an einem Ort innerhalb von zehn Tagen bedeuten. Empfehlung! Das genaue Programm auf www.outofbounds.at www.bike.salzburgerland.com
TEXT: WERNER JESSNER. BILDER: MS- RACING.AT (1), VICTOR LUCAS (2)
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Erster Höhepunkt am Samstag: 4-Cross. Dotzauer (58), Giemza (39), Söderström (26) und Tatarkovic (7) beim ersten Sprung.
„In Leogang gewinnt der kompletteste Fahrer“ Markus Pekoll, der 23-jährige Schladminger im Team von MS Evil Racing, über seinen Heim-Weltcup im Bikerparadies Leogang.
„Die Strecke im Salzburger Land beinhaltet alles: Technische Passagen, Vollgas-Abschnitte, eine Tretpassage, und zu guter Letzt wird es wieder knifflig bis ins Ziel. Zum Herumrollen ist Leogang sehr lustig, im Renntempo gehört die hiesige Strecke zu den härtesten im UCI Mountainbike Worldcup. Nur komplette Fahrer mit Erfahrung haben hier eine Chance auf ein Spitzenergebnis. Du musst dir das Rennen gut einteilen: Vollgas von oben bis unten ist unmöglich. Wer sich in der Tretpassage verausgabt, wird im letzten Stück nicht fehlerlos bleiben, wer hingegen oben zu kraftsparend fährt, verschenkt Zeit. Gegenüber dem Vorjahr soll die Strecke heuer etwas flüssiger zu fahren sein, wie man hört. Nach meinem Top-20-Platz im Vorjahr habe ich mir für 2011 ein Top15-Resultat vorgenommen – auch weil ich im Team von MS Evil Racing erstmals in meiner Karriere eine wirklich professionelle Struktur vorfinde. Ich werde alles tun, um diese riesige Chance zu nützen.“
LARRY CRoWne Tom Hanks Julia RobeRts
Österreichs Hoffnung im Downhill: Markus Pekoll steht vor dem Sprung in die Weltspitze.
Directed by
Tom Hanks
Naab H K
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WA s i n s p i r i E rt g ro s s E D E s i g n E r? W o h E r h o l E n s i E s i c h i h r E i D E E n? 62
BILDER: GETTY IMAGES (1), RED BULL RACING (2)
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ST E P H E N B AY L E Y , KO LU M N I ST D E R E N G L I S C H S P R AC H I G E N R E D B U L L E T I N AU S G A B E N U N D E H E M A L I G E R D I R E KTO R D E S LO N D O N E R D E S I G N M U S E U M , S P R I C H T MIT ADRIAN NEWEY, DEM GENIALEN C H E F T E C H N I K E R VO N R E D B U L L R AC I N G . 63
Action
drian Newey ist ein praktisch denkender Mensch. Mit 16 Jahren hat er bei British Oxygen in Birmingham einen Schweißerkurs absolviert. Eine gute Investition, denn letzten Endes ist die Formel 1 trotz ihrer herrlichen, verschwenderischen Absurditäten die handwerklichste aller Sportarten. Das Design eines Rennwagens stellt nichts anderes dar als einen beständigen Tauschhandel: Luftwiderstand gegen Auftrieb, Speed gegen Zuverlässigkeit, Leichtbau gegen Haltbarkeit. Findet der Designer eine gute Balance, ist sein Wagen ein Sieger. Derzeit findet keiner diese Balance besser als Adrian Newey. Ich wollte ihn treffen: nicht, um Geheimnisse zu stehlen und mein eigenes Team zu gründen. Ich wollte den Stellenwert des Designs – die Bedeutung von Kreativität – in der harten Welt der Formel 1 verstehen. Ich wollte erfahren, ob Newey weiß, warum er und seine Autos auf Platz eins liegen, warum sie die besten und ganz anders sind. Und: Wissen außerordentliche Menschen, was sie außerordentlich macht? 64
Newey ist ein Mensch mit sanften Umgangsformen. Er spricht leise, intensiv, aber freundlich, fast schüchtern. Er ist unaufdringlich und ruhig, wobei seine Bereitschaft, Dissens in der Belegschaft zu tolerieren, eher begrenzt erscheint. Mit „Belegschaft“ meine ich Fahrer ebenso wie Schrauber. Newey ist einer der Formel-1-Technokraten, die den Beitrag des Fahrers zur Performance eines Autos eher unromantisch sehen. Für Newey ist die Konstruktion eines Rennwagens eine technische Übung, bei der ein Fahrer nur ein weiteres (teures) Hindernis auf dem Weg zur Perfektion darstellt. Ich nehme an, Newey hätte genauso großes Interesse an der Konstruktion eines ferngesteuerten Formel-1-Boliden, einer Grand-Prix-Drohne. Ohne Fahrer könnte man eine Menge Zeugs rauswerfen: Sitz, Pedale, Lenkrad, Rückspiegel, Sicherheitssysteme. Ein Auto ohne Fahrer: Das wäre purster Maschinenbau, kontrolliert über eine Konsole in Milton Keynes. So wie jemand in Nevada eine MQ-9 Reaper über Afghanistan fliegt. Neweys ganzes Büro atmet diese Sicht weise. Es gibt da nichts. Keine Erinne-
rungsstücke. Keine handsignierten Fotos. Keinen Krimskrams. Ich habe die meisten führenden Automobildesigner auf diesem Planeten besucht. Normalerweise sehe ich dort eine Wurlitzer, eine Fender Stratocaster und das Modell eines Ferrari 250 GTO in Rosso Corsa als Ideale und Ideenspender. (Bei einigen sah ich auch Waffen.) Sofort fragte ich Newey: Warum kein Ferrari? Mal abgesehen von aktuellen Rivalitäten in der F1. Newey blickte enttäuscht, sogar verwirrt und sagte: „Warum kommt mir jeder mit dem 250 GTO?“ Meine Antwort drehte sich ungefähr um vage künstlerische Phantasien, um die verführerische, quasi erotische Kraft der Skulptur. Newey blieb unbeeindruckt. Er erklärte, der 330 P4 von 1967 sei der bessere Ferrari. Und im Übrigen ziehe er den Ford GT 40 vor.
„Ein formel-1-Auto ist nun mal ein phänomenal chaotisches Ding“
BILDER: GETTY IMAGES (1), RED BULL RACING (2)
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Meine erste wichtige Frage ging in eine ganz andere Richtung. Die Formel 1 wird von Regeln gelenkt, die alles, und zwar wirklich alles, bis auf den letzten Millimeter diktieren. Wenn die Gesetzeshüter der FIA endlich zufrieden sind, gibt es zusätzlich die unverrückbaren Gesetze der Physik. Warum, so wollte ich wissen, können die Resultate so unterschiedlich sein, wo doch alle demselben Regelbuch und denselben physikalischen Gesetzen unterworfen sind? Warum sind nicht alle Formel-1-Wagen exakt identisch? Warum ist nicht jeder F1-Bolide ein Red Bull? „Weil es so viele Variablen gibt“, antwortete Newey. „Ein F1-Rennwagen ist ein phänomenal chaotisches Ding: Hättest du die Wahl, du würdest doch kein Auto mit freistehenden Rädern entwerfen! Schau dir an, wie komplex das ist! Ein Flugzeug ist die viel elegantere, die sauberere Lösung. Tatsache ist: Wir legen los, gehen in eine Richtung – vielleicht in eine Sackgasse. Der Anfang kann vielversprechend sein, aber dann fährt man sich fest.“ Grundsätzlich, so Newey, besteht die kreative Herausforderung im Designen eines Rennwagens mit höchstmöglichem Entwicklungspotential. Das perfekte Auto ist nicht unbedingt jenes, das aus dem Transporter geradewegs auf die PolePosition fährt. Den Brawn 2009 führt er als warnendes Beispiel an: Gewann aus dem Stand, hatte aber limitiertes Entwicklungspotential. Im Lauf der Saison ging es bei Brawn rückwärts, während die Konkurrenz beschleunigte. Design, so argumentierte Newey, müsse die Zukunft von Anfang an in sich tragen. Ich denke, dieses Prinzip gilt für einen Stuhl genauso wie für einen Rennwagen – und auch für Menschen. Wir alle kennen diese traurigen, müden Seelen, die ihren Zenit an der Universität erreicht haben und den Rest ihres Leben in der Erinnerung daran verbringen. Die Frage zum Thema Ferrari hatte ich inzwischen gestrichen. Mein Gefühl sagte mir: Newey würde mit meinem Argument nicht allzu viel anfangen können: Zwar war der 250 GTO der erste im Windkanal entwickelte Ferrari. Aber seine atemberaubende Form verdankte er Scagliettis Hammer und Pininfarinas Bleistift mindestens in gleichem Maße wie aerodynamischen Formeln. Was ich aber unbedingt wissen wollte: Wo endet für Adrian Newey das Engineering, und wo beginnt das Design? Ist die Kreation eines Rennwagens pure Wissenschaft, oder gibt es da auch ein Element von Verrücktheit der Kunst?
„oft sinD DiE sichtBArEn tEilE EinEs Autos JEnE mit DEr gEringstEn funKtionEllEn BEDEutung“ Ich bekam eine großartige Antwort. „Unser Arbeitsprozess“, sagte er, „besteht aus Forschung, Konstruktion und Aufbau. Unsere Philosophie besteht darin, so viel Zeit wie möglich mit der Forschung zu verbringen. Tatsächlich bauen wir einen neuen Wagen in nur etwa einer Woche zusammen. Das erlaubt uns, ein Höchstmaß an Zeit in Forschung und Design zu investieren.“ In dieser Phase von Forschung und Design existiert Raum für Marotten, für Ausdruck, für Phantasie. „Zeichnen ist keine reine Wissenschaft: Es kommt aus der künstlerischen Seite des Gehirns.“ Also wagte ich den nächsten Schritt und nahm das Unwort in den Mund: Gibt es da ein Element von Styling beim Design eines Formel-1-Autos? Adrian Newey würde dieses Wort nicht gebrauchen – er zuckte leicht zusammen. Dann sagte er etwas Faszinierendes: „Es gibt bei einem Formel-1-Auto Bereiche, deren Aussehen man verändern kann, ohne ihre Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Generell sind die am deutlichsten sichtbaren Teile – also die obere Verkleidung – auch jene mit der geringsten funktionellen Wichtigkeit.“ Das erinnerte mich an einen
amerikanischen Luftfahrtingenieur, der mir einmal den großen Spielraum für künstlerische Gestaltung innerhalb der technischen Anforderungen erklärte: McDonnell wollte damals, dass die F4 „Phantom“ gemein und bösartig aussah. Ich erwähnte Johannes Brahms, der keine Ahnung hatte, wo seine Musik herkam. Ich wollte wissen, woher Adrian Newey seine Ideen nimmt. Seine Antwort: „Das hängt vom jeweiligen Problem ab. Vieles wiederholt sich ja. Wir haben einen Flügel. Also: Wie machen wir diesen Flügel besser? Ich schaue das Problem an, versuche es zu verstehen. Manchmal stehe ich auf und gehe weg. Es ist fast so, als entwickelten sich die Dinge im Kopf weiter, sogar wenn du dir dessen nicht bewusst bist.“ Was tut er, wenn der Prozess ins Stocken gerät? Ein langer Spaziergang? Laufen? Eine Rock-Oper ganz laut anhören? Ein Plausch mit Jack Daniel? Verständnisloser Blick, allerdings gefolgt von einer wundervoll aufschlussreichen Anekdote. Neweys Vater war ein Tierarzt, der ihn eine Technik für den Umgang mit Examensaufgaben lehrte: Mit Lernen und Verstehen verbrachte Zeit 65
ist nie verschwendet, so lautete die Regel. „Lies die Fragen“, sagte Newey senior, „und sei bei der Beantwortung nicht hastig.“ Bei Formel-1-Regeln verhält es sich genauso: „Denk lang drüber nach, bevor du mit dem Zeichnen beginnst.“ Es ist faszinierend: Jedes Mal, wenn der Gesetzgeber die Autos mit einer neuen Regel einbremsen will, braucht es nur ein wenig Zeit zum Nachdenken. Dann fahren sie wieder schneller. Wie lange werden die Rundenzeiten also weiter fallen? Auch Mittelstreckenläufer werden immer schneller, aber irgendwo ist da eine Grenze. Bei Autos muss es ähnlich sein. Derzeit liegt der Rundenrekord in Silverstone bei 1:30,874. Durchaus vorstellbar, dass diese Zeit auf 1:20, 1:10, vielleicht sogar eine Minute schrumpft. Aber 55 Sekunden? 45? Was ist möglich? Newey: „Die Grenzen sind noch nicht gezogen! Die Fahrer können höhere Geschwindigkeiten physisch aushalten. Das Reglement ist das hauptsächliche Hindernis. Wir haben die Grenzen des menschlichen Körpers sicher noch nicht erreicht.“ Die Fahrer werden eben mit dem leben müssen, was da auf sie zukommt. Wenn ein menschlicher Nacken 6 g aushält, dann hält er auch 8 g aus. Vielleicht aber keine 15 g? Wir werden sehen. In der Zwi-
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schenzeit hängt der Fortschritt im Rennwagendesign vom Maschinenbau ab. „Ich versuche genug Zeit für Inspiration zu finden“, sagt Newey. „Ich verbringe meine Zeit als Ingenieur, nicht als Manager meiner Ingenieurskollegen. Management interessiert mich nicht.“ Was inspiriert ihn? „Alles, was Form und Funktion verbindet. Concorde! Wer weiß, warum sie so schön ist?“ Plötzlich sind wir wieder beim Ferrari 250 GTO. Die Inspiration zu diesem Auto stammt von Kunsthandwerkern, nicht von Technokraten oder Gehirnakrobaten. „Die sechziger Jahre waren sicher ein goldenes Zeitalter für Automobil-Stylisten … Aber“, sagt er dann provokativ, „der GTO, der GT40, der 330 P4 waren nicht die Produkte von Stylisten.“ Adrian Newey, Jahrgang 1958, ist der am meisten bewunderte und der erfolgreichste Rennwagen-Konstrukteur seiner
„ZEichnEn Kommt Aus DEr KÜnstErischEn gEhirnhälftE“
Generation. Der Brite Jonathan Ive von Apple, Jahrgang 1967, kann dasselbe für sich in Anspruch nehmen, wenn es um das Design von Konsumgütern geht. iPod, iPhone und iPad haben im wahrsten Sinn des Wortes unser Denken verändert. Aber Newey kennt Ive nicht. Ich meine jetzt nicht: Newey und Ive sind sich nie begegnet. Ich will sagen: Er hat noch nie von ihm gehört. Und ich nehme an: Ive hat noch nie von Newey gehört. Das ist in zweierlei Hinsicht interessant. Erstens zeigt es klar, dass „Design“ ein weites und nahezu undefinierbares Feld ist. Beide, Newey und Ive, sind großartige Designer, die aber nicht nur unterschiedliche geografische Kontinente bewohnen. Sie leben in unterschiedlichen kreativen Welten. Auch der Mensch, der deine Haare schneidet, nennt sich möglicherweise „Designer“. Der Technikfreak hingegen, der Computersoftware schreibt, wird am liebsten „Ingenieur“ genannt. Und der Designer, der unschlagbare Rennwagen entwirft und baut, nennt sich selbst „Technischer Direktor“. Zweitens ist da die Sache mit den Computern und deren Rolle im RennwagenDesign. Newey ist 52 Jahre alt. Nicht viele Menschen unter fünfzig werden mit dem Begriff „Kurvenlineal“ noch was anfangen und möglicherweise spontan an die Vermessung von – sagen wir – Charlotte Gainsbourg denken. Also: Kurvenlineale sind Bogenschablonen. Designer brauchen sie beim Zeichnen aus der freien Hand, um Kurven mit verschiedenen Radien immer wieder zuverlässig darstellen zu können. Mit seiner gehorsamen Elektronik machte das Computer Aided Design die Kurvenlineale vor rund 25 Jahren überflüssig. In Adrian Neweys Büro-Atelier liegt noch immer ein Satz Kurvenlineale. Und da steht ein großes Zeichenbrett, genau wie in der Fabrik meines Vaters, einem düster-romantischen Ort, der nach heißem Maschinenöl roch. Das letzte Mal, dass ich ein solches Zeichenbrett sah, war 1990. In der Carrozzeria Zagato in Terrazzano di Rho nicht weit von Mailand – und jetzt wieder in Neweys Büro. Damals bei Zagato gab es noch die Kunsthandwerker, die in dicken Lederschürzen im Dunkeln das Metall hämmerten, und die Männer an den Zeichenbrettern trugen weiße Kittel. Was ich meine: Adrian Newey zeichnet gerne. Das entspricht seiner Denkweise. Unser Wort „Design“ stammt vom italienischen disegno, was so viel wie … Zeichnen bedeutet. Oft ist die fundamentale Bedeutung des Designs für die Technologie, die Kultur und das Business unter-
BILDER: ARCHIV AUTOREVUE (1), GETTY IMAGES (1), SUTTON MOTORSPORT IMAGES (1)
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ADRIAN NEWEY Geboren Stratford-Upon-Avon, 26. Dezember 1958 Bildung Repton School, Derby University of Southampton, Abschluss in Aeronautik und Astrophysik, 1980 Karriere Fittipaldi F1, 1980 March Engineering, 1981 Williams F1, ab 1990 McLaren, ab 1997 Red Bull Racing, ab 2005 Einziger F1-Designer, der die Konstrukteurs-WM mit drei verschiedenen Teams gewonnen hat. 2010 hat er nicht nur Vettels WM-Gerät entworfen, sondern auch den spektakulären X2010 für „Gran Turismo 5“ auf der Sony PlayStation. Teamchef Christian Horner anlässlich von Neweys Verpflichtung (2005) zum „Guardian“: „Müsste ich mich zwischen Michael Schumacher und Adrian Newey entscheiden, würde ich jederzeit Adrian wählen.“
strichen worden – unter anderem von mir. Manchmal allerdings fällt der Effekt nicht vollständig positiv aus. Dieter Rams entwarf in den Fünfzigern, Sechzigern und Siebzigern Produktdesigns der Superlative für den Elektrogerätehersteller Braun. Er wendete Bauhaus-Prinzipien auf Mixer oder Plattenspieler an und kreierte Objekte von exquisiter, absolutistischer, präminimaler Perfektion. Rams hob Brauns internationales Profil und Prestige. Sein großer Einfluss reichte weit – unter anderem bis zu Jonathan Ive. Dabei waren Rams’ schöne Designs unpraktisch und teuer in der Herstellung. Und zwar so teuer, dass die Fertigungsingenieure über den „RamsAufschlag“ stöhnten: die Extrakosten, um etwas unpraktisch Schönes herzustellen. Mit Adrian Newey verhält es sich vollkommen anders. Sein Design – ein
konstanter Tauschhandel – ist weit davon entfernt, zusätzliche Kosten aufzuwerfen. Es bringt erstklassige Erträge. Ein Amerikaner hat Design einmal als den „Barwert der Kunst“ definiert. Mag sein, dass der Erfolg in einem Grand Prix die konsequenteste Verwirklichung dieser Idee darstellt. Und so arbeitet sich Formel-1-Design millimeterweise hinauf in der immer enger werdenden Helix der Erfindungskraft – auf der Suche nach dem Vorteil auf immer kleiner werdenden Arealen. Große Ideen sind leicht zu kopieren. Schwieriger ist es bei den bescheidenen, ständigen Verbesserungen durch sorgfältige Entwicklung. Natürlich: Es sind die Inkremente, die kleinen Schritte! Vielleicht ist Fortschritt nichts anderes als die endlose Bereitschaft, sich fürchterlich für furchtbar kleine Dinge zu
„Autos WiE DEr fErrAri gto, DEr 330 p4 oDEr DEr forD gt 40 sinD nicht DiE proDuKtE Von Auto-stYlistEn“
quälen. Wir sollten daran denken: Ein „Quantum“ ist die kleinstmögliche Maßeinheit. Ein Quantensprung ist also ein sehr kleines, aber bedeutendes Ereignis. Formel-1-Design ist das Business der Quantensprünge. Die Formel 1 ist, mehr als alles andere, ein Sport der kleinen Ursachen und der großen Wirkungen. Ein Grand Prix mit seinem Lärm, schreienden Farben und seiner Maßlosigkeit wird erst möglich durch akribische Arbeit und viel Grübelei. Und einer Milliarde Zuschauer verschlägt es angesichts dieser brillanten Anwendung ganz alltäglicher mechanischer Tatsachen wieder und wieder die Sprache. „Forschen“, waren Newey und ich uns am Ende unserer Konversation einig, „ist: nicht genau zu wissen, wohin die Reise geht.“ Und dabei ein entschlossener Forschungsreisender zu sein. Hier erinnerte mich Adrian an die unerschrockenen viktorianischen Damen, die die Welt zu einem simplen Zweck bereisten: Sie wollten alles vollständig verstehen. Bei den Damen ging es um die Niagara-Fälle, bei Newey geht’s um einen Gurney-Flap. www.redbullracing.com; www.formula1.com
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ILLEGAL Die Rembrandts von heute landen im Knast, ihre Werke im Museum Zeitgenรถssischer Kunst in Los Angeles. Willkommen in der Welt von ROA, Neck Face und Smash 137. Text: Caroline Ryder 68
bilder: Thomas buTler (1), david ruiz (1)
Genial
Graffiti und Street-Art entstanden in ihrer heutigen Ausprägung in den 1970er Jahren in New York. Die Evolution vom öffentlichen Ärgernis zum kostspieligen Sammlerobjekt gelang noch nicht flächendeckend, öffentliche Anerkennung erfahren aber immer mehr Künstler – etwa Smash 137 (großes Bild).
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D
ie wahrscheinlich produktivste disziplin zeitgenössischer Kunst wird nicht im museum ausgestellt, sondern auf hausmauern, autobahnbrücken, u-bahn- und schnellbahngarnituren. das ist so, seit in den 1970er Jahren die ersten Graffiti auf new yorker u-bahn-Waggons auftauchten. und hat sich nicht wesentlich geändert, seit Graffiti-Kunst auch in den schicken Galerien new yorks, londons oder Tokios gezeigt wird. bis vor einigen Wochen. da wurde die weltweit erste groß angelegte Graffiti- und street-art-ausstellung in einem museum eröffnet, eine umfassende Würdigung jener Künstler, deren leinwand die Großstadt ist. „art in the streets“, seit 17. april im museum of contemporary art (moca) in los angeles zu sehen, präsentiert Graffiti und den jüngeren ableger streetart mit einer Werkschau, die 2700 Quadratmeter und fünfzig Künstler umfasst. „das ist die größte ausstellung für Graffiti, street-art und underground urban culture, die es je gab – in einem museum oder außerhalb eines museums“, sagt roger Gastman, neben moca-direktor Jeffrey deitch und „beautiful losers“-regisseur aaron rose einer der drei Kuratoren der schau. der autor der unlängst erschienenen „history of american Graffiti“ hofft, „dass diese ausstellung den verstaubten museen und Galerien die augen öffnet“.
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„art in the streets“ zeigt eine retrospektive von 1970 bis zur Gegenwart, die evolution von Waggonschmierereien bis zu den vielfarbigen, detailverliebten new yorker artworks der 1980er Jahre – jenes „goldenen zeitalters“, dem „Wild style“ und „style Wars“ filmische denkmäler setzen. und es präsentiert installationen zeitgenössischer stars der street-artszene wie von space invader und neck face. zur orientierung: zwischen Graffiti und street-art besteht ein bedeutsamer unterschied. die basis eines Graffiti ist stets ein namensschriftzug. das gilt für das eingeritzte Gekritzel am fenster der busstation ebenso wie für das 15-meter-meisterwerk an der feuermauer. street-art, jünger und trendiger, bildet stets ein konkretes motiv ab. hier findet derzeit auch die spannendere entwicklung statt – nicht zuletzt dank Künstlern wie shepard fairey oder banksy, dessen dokumentation „exit Through the Gift shop“ in diesem Jahr für einen oscar nominiert war. Weil Graffiti und street-art gleichermaßen illegal sind, steht der status eines Künstlers in direktem zusammenhang mit der verbreitung seiner Werke: Je deutlicher und regelmäßiger ein Künstler auf der straße präsent ist, umso höher rückt seine position in der szene. behörden und hauseigentümer sehen das unglücklicherweise etwas anders. die meisten Großstädte geben millionen dafür aus, Graffiti zu „buffen“ (weiß zu übermalen). Trauriger rekordhalter ist los angeles: hier wurde 2009 das größte Graffiti der Welt gebufft. der Künstler saber (ebenfalls in der moca-ausstellung gewürdigt) hatte es am ufer des los angeles river angebracht und damit Weltruhm erlangt: das 15 mal 50 meter große piece war sogar aus dem Weltall zu sehen. auch im fall von smear war die öffentliche anerkennung zwiespältig: der liebling teurer Kunstgalerien erhielt kürzlich unangemeldeten besuch von der polizei, hausdurchsuchung. ziel der aktion: man wollte ihm nachweisen, sich mit hilfe von vandalenakten finanziell zu bereichern. nicht einmal die beziehung zu den herstellern von sprühfarben ist friktionsfrei: das unternehmen rust-oleum distanziert sich in der Öffentlichkeit von seinen besten Kunden. die ausstellung im moca mag der szene neuen auftrieb geben. von einer legalisierung sind Graffiti und street-art aber noch weit entfernt. auch, wenn sie noch so vielen Weltklasse-Künstlern zum durchbruch, noch so vielen Galerien zu florierenden Geschäften und noch so vielen präsidenten zum Wahlsieg verhelfen – so wie faireys „hope“-Kampagne zugunsten von barack obama. „die breite masse wird Graffiti und street-art niemals akzeptieren“, ist Gastman überzeugt, „beides ist verboten, und das wird es auch bleiben. Gleichzeitig wird es illegale Graffiti immer geben, selbst wenn man den sprayern zehn legale Wände von je einer meile länge zur verfügung stellt. die bewegung wird wachsen und immer mehr städte auf der ganzen Welt erobern. manche dort werden sie lieben, und manche werden sie hässlich finden, auf jeden fall aber wird sie junge menschen begeistern – und neue, junge Künstler hervorbringen.“ so wie die folgenden drei, die jeweils eine andere disziplin der szene repräsentieren: smash 137, neck face und roa.
Geliebt, gehasst – und mittlerweile immer teurer gehandelt: Graffiti und Street-Art erleben in der Kunstszene wachsende Bedeutung. Werke von Shepard Fairey und Banksy erzielen inzwischen Preise im Bereich von hunderttausenden Dollars. Ihr Erfolg öffnete die Türen für Nachwuchskünstler wie ROA (rechts: eines seiner Pieces auf einer Hausfassade in Paris) und Neck Face (links).
bilder: peTer suTherland (1), courTisey of roa (1)
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„Die breite Masse wird Graffiti und StreetArt nie akzeptieren. Beides ist verboten, und das wird es auch bleiben.“ ROGeR GAStMAN
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ROA Überlebensgroße, komplex gearbeitete und düster anmutende Tierporträts sind die spezialität des belgischen street-artists roa. seine schwarzweißbilder wirken, als wären sie von bilderbüchern auf hauswände übertragen. „Tiere faszinieren mich“, sagt er, „ich finde es spannend, wie sie sich an das verhalten von uns menschen anpassen, wie sie in Großstädten überleben. sie haben so viel mit uns gemeinsam und sind uns trotzdem fremd, obwohl wir sie essen und mit ihnen zusammenleben.“ roas interesse für die Tierwelt erwachte schon während seiner Kindheit in Gent, belgien. „mein erster Kunstlehrer war ein naturliebhaber. manchmal ist er mit uns in den Wald gegangen, um vögel zu beobachten.“ Weil es daheim keinen fernseher gab, verbrachte er seine freizeit damit, Tiere zu zeichnen. daneben interessierte er sich auch für amerikanische street culture. besonders begeisterten ihn spike-leefilme, das buch „subway art“, hip-hop, skaten und die Kunst von Keith haring. die Kombination seiner interessen brachte ihn zur street-art. Gemeinsam mit freunden begann er zu scratchen, zu skaten und zu sprayen. „Wir hatten hier keine szene wie in new 72
york oder los angeles. Wir waren nur ein haufen guter freunde, die Teil dieser bewegung sein wollten.“ heute ist roa quasi weltweit aktiv: seine unübersehbaren spuren hinterlässt er in den usa, in england, deutschland, polen und spanien. bis zu 15 meter messen seine bilder, etwa sein reiher in east london oder sein Wiesel in Turin. manchmal benützt er einen Kirschenpflücker, um die höchsten stellen zu erreichen. „eine große Wand macht richtig spaß“, sagt er. bescheidener als seine Werke ist roas Geltungsdrang dimensioniert: „ich will nicht berühmt werden, ich will nur sprayen“, sagt er, „es macht mich krank, wenn die leute mehr am Künstler interessiert sind als an der Kunst.“ der lebensraum seiner Tiere wächst indessen immer weiter, ihr revier erstreckt sich bereits auf häuserwände und Galerien auf der ganzen Welt. die arbeit in geschlossenen räumen macht ihm genauso viel spaß wie die auf der straße: „ich kann die arbeit drinnen von der arbeit draußen nicht trennen. eine beeinflusst die andere und inspiriert sie“, sagt er, „ich tue einfach, was ich tue.“ ROAs riesenhafte Tierbilder gibt es hier: roaweb.tumblr.com
Für ein neues Piece braucht ROA zwischen einer Stunde und einigen Tagen. Zuerst malt er einen weißen Hintergrund. Darauf skizziert er mit Sprayfarbe die Umrisse und einige Details des geplanten Tiers – wie auf dieser Mauer in Shoreditch, East London (rechts). Weitere seiner Arbeiten findet man in Salton Sea, Kalifornien, in Berlin, in Cholula, Mexiko, und in London (im Uhrzeigersinn von links oben).
bilder: Thomas buTler (2), courTesy of roa (3)
lebt seine Liebe zur Natur auf Hausfassaden und in Kunstgalerien der Großstadt aus.
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„es macht mich krank, wenn sich die Leute mehr für den Künstler interessieren als für die Kunst.“ ROA
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„Ich laufe in der Stadt rum und male. Manche finden das gut, und manche finden es scheiße. that’s it.“ NecK FAce
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Neck FAc e
bilder: peTer suTherland (1), neW imaGe arT (2)
ist das Ergebnis einer Kindheit in einer trostlosen US-Satellitenstadt. monster, die direkt aus einem acid-Trip stammen könnten, sind das markenzeichen von neck face. er wuchs in einer öden satellitenstadt unweit von Kaliforniens hauptstadt sacramento auf. ihr kulturelles zentrum ist der lokale Wal-mart, im vorjahr wurde sie zur trostlosesten stadt der usa gewählt. „ich bin trotzdem froh, dass ich dort aufgewachsen bin“, sagt neck face, „denn hätte ich mich dort nicht so gelangweilt, wäre ich heute nicht da, wo ich bin.“ als ehrgeizigste Karriere-option winkte dem halbwüchsigen ein Job in vaters reifenhandel. dass er die ganze stadt mit dem schriftzug „neck face“ beschmierte, verlieh seinen Jobaussichten nicht eben zusätzlichen schub. den namen verdankt er teilweise seinem freund freddy, der leuten permanent eine „in the neck“ (quasi: aufs dach) androhte. außerdem wollte er einen Graffiti-namen, der aus der masse ragt: „Wenn du ‚star‘ heißt, gibt es in deinem bundesstaat zwölf andere Künstler mit dem gleichen namen. ich hatte keine lust, verwechselt zu werden.“ irgendwann erzählte ihm der bruder seiner freundin von einer mysteriösen einrichtung namens „art school“. „ich konnte nicht mal mit dem begriff etwas anfangen. Wenn ich in der schule zeichnete, wurde ich doch immer nur angebrüllt.“ mit siebzehn zog er nach new york und schrieb sich in einer Kunstakademie ein. nebenbei erkundete er jeden Winkel der stadt mit dem skateboard und hinterließ dabei seine signatur (in der szenesprache „Tag“ genannt) und diverse monster an rollläden, mauern und fassaden. „ich trieb mich viel draußen herum, hauptsächlich, weil mir langweilig war und weil ich keinen kannte. dabei traf ich immer mehr leute, die bereits wussten, wer ich bin, weil sie meine Tags gesehen hatten.“ nach zwei Jahren war sein street fame – sein status in der szene – bereits so groß, dass neck face kurzerhand die Kunstakademie hinschmiss. ein freund, der Künstler, Kurator und skater rich Jacobs, brachte neck face’ arbeiten schließlich in seiner ersten Kunstsammlung in einer Galerie unter. es folgten soloausstellungen in london, sydney, Kopenhagen und los angeles. hier stellte er neben seinen gesprayten arbeiten auch masken aus metall aus, die seinen typischen monstern nachempfunden waren. für „art in the streets“ kreierte der heutige sechsundzwanzigjährige außerdem eine installation. ob er sich je hätte vorstellen können, seinen monstern in einem museum zu begegnen? „niemals. ich bin doch ein vandale, einer, der nur unfug im Kopf hat. ich hätte nie sagen können: ‚ab heute kreiere ich street-art.‘ so was bescheuertes! ich laufe in der stadt rum, zeichne sachen, und manche leute finden das gut, manche finden es scheiße. das ist alles.“
Mit neunzehn stellte Neck Face (am Bild links in seiner Wohnung) erstmals seine Bilder aus. 2010 zog seine Solo-Ausstellung in der OHWOW-Galerie in Hollywood 5000 Menschen an. Zu seinen Werken zählen „Cannibal Carnival“ (rechts) und zahlreiche namenlose Pieces wie das darüber.
Neck Face in Hollywood: oh-wow.com/community
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Die präzisen Linien und der dynamische Schwung seines Styles brachten Smash 137 die uneingeschränkte Bewunderung der Szene ein. Mit einem vierköpfigen Team des Farbenherstellers Montana Colors reist er rund um die Welt. Übrigens: Die Pieces auf dieser Seite hinterließ er im Südosten Barcelonas.
SmASh 137 ist die Schweizer Antwort auf New Yorks Meister der achtziger Jahre.
„eine Ausstellungseröffnung fühlt sich genauso gut an, wie einen von mir getaggten Zug in die Station einfahren zu sehen.“ SMASH 137
1990 brachte smash 137 sein erstes Graffiti-piece an einer hausmauer in seiner heimatstadt basel an: das Wort „bosTen“ in großen orangen lettern mit schwarzer umrandung. der orthographische fehltritt – eigentlich wollte er seiner lieblings-basketballmannschaft, den boston celtics, ein denkmal setzen – war damals seine geringste sorge: es war vor allem die angst, erwischt zu werden, die allzu sorgfältiges Gegenlesen verhindert hatte. „Was mich immer wieder begeistert“, sagt er, „ist, wie egal geographische distanzen sind oder die unterschiede in der Kultur und architektur. denn sobald man auf leute stößt, die von Graffiti so besessen sind wie ich, sind alle unterschiede weggewischt. man fühlt sich als Teil einer weltweiten familie.“ Wenn es um Graffiti geht, ist smash ein purist. seine schnörkellosen Writings stehen in der Tradition der frühen new yorker Künstler, die ihre Tags am liebsten auf u-bahn-zügen hinterließen. mit spraydosen im Gepäck bereist smash die ganze Welt. manche städte behielt er besonders deutlich in erinnerung. zum beispiel bukarest, wo die bewegung in den neunziger Jahren förmlich explodierte. „irgendwie stört sich dort keiner an u-bahn-Waggons, die von vorne bis hinten vollgesprayt sind“, sagt er. begeistert hat smash auch são paulo und, „was den Kunstmarkt angeht“, paris: „die sind allen anderen um Jahre voraus.“ die aufmerksamkeit der Kunstsammler schmeichelt smash 137 zwar. seine aktivitäten auf der straße vernachlässigt er deswegen aber keineswegs. „ich werde weiterhin an öffentlichen plätzen sprayen“, sagt er. „eine ausstellungseröffnung fühlt sich für mich genauso gut an wie das Gefühl, einen von mir getaggten zug in die station einfahren zu sehen.“ Smash 137 im Netz: www.smash137.net
Auf welchen Londoner Wänden finde ich Banksys Kunstwerke? Und welche Street-Art-Meisterwerke hat meine Heimatstadt zu bieten? Fragen, die seit kurzem per Klick beantwortet werden können. Basierend auf Google Street View, hat Red Bull die Welt in ein digitales Museum verwandelt. Red Bull Street Art View ist eine interaktive Karte, auf der Graffiti in aller Welt verzeichnet sind.
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Am Anfang steht die Übersicht der Hotspots, an denen sich die Kunstwerke befinden. Per Mausklick kann man sich diese im Detail ansehen. Oder sich die Werke seines Lieblingskünstlers im Dropdown-Menü anzeigen lassen. Außerdem können Sprayer und Street-Art-Fans selbst Locations hinzufügen und das Online-Museum dadurch mitgestalten und erweitern. www.streetartview.com
bilder: david ruiz
Die größte Street-Art-Galerie der Welt
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BODY+ MIND MORE
Inhalt 80 REISE-TIPP Annecy, Frankreich
BILD: MARKUS ZINNER/OEHB
82 BEST OF FESTIVALS 2011 84/85 KULINARIK Emmanuel Renaut, „Kokoda“ 86 GET THE GEAR Flying Bulls 88 TRAINING Todd Rogers
89 TAKE 5 Mark Ronson 90 CLUB SPECIAL Pacha, Ibiza 92 TOP-SPOTS 94 SAVE THE DATE 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV 98 KOLUMNE mit Christian Ankowitsch
Am 1. und 2. Juli werden wieder hunderttausende Flugbegeisterte nach Zeltweg in die Steiermark pilgern. Die AirPower11, ein buchstäblich himmlischer Event, vereint die atemberaubenden Oldtimer der Flying Bulls und einige der besten Flugstaffeln der Welt und lädt zu einer Reise durch die Historie der österreichischen Luftstreitkräfte.
more body & mind
Auf und dAvon
Einladung zum Schweben
Der reise-Tipp Des MonaTs
Flugsport-ort. Annecy in Ostfrankreich animiert zum Abheben: als Hotspot für Paragleiter, Trainingscamp für Fluganfänger und Spielplatz für Bewegungsfreudige.
Annecys Altstadt trägt den Beinamen „Venedig der Alpen“. Wer zwischen den Flügen ausspannen möchte, findet hier ein idyllisches Plätzchen am Wasser.
Die Schönheit Annecys genießt man am besten im Flug. Erstens, weil die ostfranzösische Stadt am malerischen Lac d’Annecy liegt und sich daher ein umwerfendes Panorama auftut. Zweitens, weil die Region ideale Voraussetzungen für Luftsportbegeisterte bietet. Annecy ist Tummelplatz für Paragleiter, Drachenflieger und Heißluftballonfahrer. Selbst Anfänger haben, dank eines breiten Angebots an Tandemflügen, keine Chance auf Ausreden. Klingt abgehoben? Hier sind acht handfeste Gründe für einen Frankreich-Urlaub mit vielfältiger Bewegungsmöglichkeit. 80
Anreise: Der Flughafen Genf liegt nur 40 Auto minuten von Annecy entfernt, mit dem Bus dauert die Fahrt eineinhalb Stunden. Wer lieber Bahn fährt, muss auf der Strecke einmal umsteigen. Unterkunft: Das Impérial Palace Hotel ist so groß, wie sein Name klingt, und bietet einen phantasti schen Ausblick auf das Nordufer des Lac d’Annecy. Essen: „À la Ferme du Pépé“ in Le GrandBornand, nur eine kurze Autofahrt außerhalb der Stadt, bietet französische Hausmannskost sowie regionale Weine. www.annecyaravis.com Annecy-le-Vieux Annecy
VeyrierLac du-Lac d’Annecy MenthonSaint-Bernard Saint-Jorioz Duingt Lathuile
200 km 200 miles
TExT: RUTH mORGAn. BiLDER: JAmES PEARSOn HOwES (9)
REiSE-infoS kompakt
LuftSpoRt, WaSSERSpoRt, animationSfiLmfESt
8 Gründe für eine Reise nach annecy Paragleiten im Bornes-Massiv Es ist kein Zufall, dass der Para glidingSport in nur 40 Kilometer Ent fernung von Annecy erfunden wurde – 1978 in Mieussy. Die Bergketten des Aravis und BornesMassivs, welche den Lac d’Annecy umgeben, liefern ein perfektes Klima für den unmoto risierten Flugspaß. Die gute Thermik ermöglicht Anfängern ein erstes Ab heben mit dem Schirm und hält Profis für Stunden über den Bergen.
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Kitesurfen am Lac d’Annecy Der Lac d’Annecy ist zugleich Frankreichs zweitgrößter und Europas sauberster See. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur 24 Grad, was den See zu einem beliebten Wassersport Treffpunkt macht – besonders für Kitesurfer. Die Wasseroberfläche bietet außerdem eine weiche Landezone für Anfänger im Paragleiten – Profis üben über dem See schwierige Manöver.
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Ballonfahrten über Berggipfel Das Département HauteSavoie besitzt 21.000 Hektar naturgeschütz tes Gebiet, das man am besten aus der Vogelperspektive erkundet. Wer einen Paragleitflug vom Gipfel des Planfait (949 Meter) am östlichen Seeufer startet, sieht bis zum Mount Blanc. Heißluftballonflüge beginnt man zum Beispiel im Dorf Le GrandBornand.
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Fliegen mit Komfort In der Region rund um Annecy greifen geologische Voraussetzungen und lokaler Geschäftssinn perfekt in einander. Rund um die Stadt befinden sich mehr als 70 mit Matten ausge stattete TakeoffPlätze, die Fliegern den Start erleichtern sollen und selbst für körperlich gehandicapte Sportler geeignet sind. Die rund 150.000 Starts pro Jahr haben mittlerweile zur Ein führung einer eigenen Luftverkehrs kontrolle an stark frequentierten Plät zen (wie etwa Montmin) geführt.
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Ebenso im Angebot: simples Abseilen, Speed Riding auf Skiern (li.) und Materialkunde.
Rund um Annecy gilt: Der Himmel gehört den Menschen.
Profis bestaunen 5 Die Annecy ist selbstredend auch Heimatort vieler LuftsportTopAthle ten, wie etwa der französischen Welt meisterin im Paragleiten, Elisa Houdry. Außerdem weist die Region eine hohe Dichte an fähigem Ausbildungsperso nal auf. Die Profis messen sich regel mäßig bei Wettkämpfen, wie zuletzt im Mai beim Red Bull Elements, einem MultiSportEvent, das vier Disziplinen beinhaltet, oder bei der nationalen ParaglidingMeisterschaft im Juni. Snowboarden mit Lenkdrachen Die traditionellen Sommer sportarten Paragleiten, Drachen oder Heißluftballonfliegen können in Annecy ganzjährig ausgeübt werden. Im Winter wird das ActionAngebot durch zwei spezielle Spielarten des Luftsports ergänzt: Speed Riding (ein noch junger Mix aus Skifahren und Paragleiten) und Snowkiting (Snowboarden mit Lenk drachen, wobei sogar Bergauffahren möglich ist).
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Schwitzen am Seeufer Wer in Annecy einen sportlichen Tag verbringen will, ohne abzuheben, kann segeln oder tauchen und danach die Radstrecke an der Längsseite des Sees erkunden. Im Winter weicht man einfach auf die insgesamt 250 Pisten Kilometer aus. Auch hier sind die Bedingungen top: Annecy kandidiert als Austragungsort für die Olympi schen Winterspiele 2018.
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Hollywoodstars treffen Annecys Altstadt wird auch das „Venedig der Alpen“ genannt, wegen der beiden Kanäle, welche die Stadt durchziehen, sowie der großen Anzahl an Cafés und Restaurants. Am Ostufer des Sees liegt das Château Menthon SaintBernard, das als Vorbild für Walt Disneys bekanntes Schloss gedient haben soll. Hollywods AProminenz trifft sich im Juni beim Annecy Inter national Animated Film Festival. Und im Juni kombiniert das Pyroconcert in Talloires musikalische Klänge mit einem Riesenfeuerwerk.
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Stromsparen? Nein, danke Festivalsommer. Gute elektronikFestivals boomen, quer durch europa. red bulletin präsentiert die besten acht sommer-events zwischen strom und spannung.
trillerpfeifen, Glowsticks und techno: so sahen elektronische musikfestivals früher aus. und auch wenn unsere eltern immer noch raves dazu sagen, hat sich das spektrum digitaler musik und der dazugehörigen events extrem erweitert. neonfarbene bauarbeiter-outfits gibt’s heute bestenfalls noch in der kirmes-disco. beim sónar Festival in barcelona, der mutter spannender elektronik-Festivals, geht’s um die weiterentwicklung von Pop. egal ob dJ, band oder laptop-Produzent, egal ob dubstep, digitaler rock oder house – die künstler präsentieren die musik der Gegenwart. in ganz europa sprießen solche Festivals aus dem boden. das red bulletin hat die besten ausgewählt und einen Fahrplan durch den sommer erstellt: die besten acht elektronik-Festivals bis september, und die passende musik dazu gibt’s im red bulletin-sommermix (rechts). muss ja nicht immer testosteron, lederjacke und Gitarrensolo sein.
* Festivals mit Red Bull Music Academy-Stage.
Das Programm sowie die Live- und DJ-Sets zum Nachhören gibt’s auf: www.redbullmusicacademy.com
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Sónar*
16. – 18. 6. Barcelona, Spanien Es ist das Mekka aller Elektronik-Aficionados: Jeden Juni pilgern sie nach Barcelona, um sich tagsüber Konzerte und DJ-Gigs im Museumshof anzusehen, nachts geht die Party in einer gigantischen Messehalle am Stadtrand weiter. Schlafen geht sich da schwer aus … Acts: Underworld, M.I.A., Apparat, Aphex Twin, Die Antwoord, Jackmaster, Discodeine Im Gepäck: Badezeug. Am Sonntag finden zum Abschluss improvisierte Strandfeste mit den Festival-DJs statt. Obacht: nicht zu lange bleiben. Denn am Ende der Nacht stürzen tausende Tänzer auf die wenigen Shuttle-Busse. Web: www.sonar.es
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Prater Unser*
30. 6. – 3. 7. Wien, Österreich
Vor zwei Jahren wurde ein ehemaliges Dampfbad namens Pratersauna zum Club umgebaut, seitdem ist der Umkreis des Hipster-Mutterschiffs zum Party-Epizentrum Wiens avanciert. Zum zweiten Mal findet dort nun das Festival Prater Unser statt, im Rahmen dessen Wiens Wahrzeichen, das Riesenrad, in einen über den Dächern schwebenden Club verwandelt wird. Acts: Martyn, Secret Sundaze, Rustie, Cosmin TRG, Visionquest, Lone, KiNK & Watson Im Gepäck: Bowlingschuhe. Beim Prater Unser wird die nahe Brunswick-Bowling-Halle für eine Nacht zur Disco. Obacht: Finger weg vom mitternächtlichen Lángos! Der fettige Teig-Snack, bei Prater-Essensständen gern angeboten, liegt verdammt schwer im Magen. Web: www.praterunser.at
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Pitch Festival
9. – 10. 7. Amsterdam, Niederlande Pitch, das bedeutet zwei Nächte im Norden Amsterdams zwischen knisternden Hip-HopBeats, futuristischem Soul und Jazz vom Jupiter. Untertags bietet sich eine Stippvisite bei „Rush Hour“ an, einem der feinsten Plattenläden Europas. Acts: Crystal Fighters, Buraka Som Sistema, Flying Lotus, Jamie Woon, Cut Chemist Im Gepäck: das Kursbuch „Booty Shaking für Anfänger“. Beim Gig von Buraka Som Sistema braucht man’s. Obacht: „Best Coffee-Shop“ bedeutet in Amsterdam nicht unbedingt, dass man dort guten Kaffee bekommt. Web: www.pitchfestival.nl
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Hartera*
15./ 16. 7. Rijeka, Kroatien
Hartera ist die perfekte Kombination aus Strandurlaub und Kultur-Exkursion. Die Location, eine aufgelassene Papierfabrik direkt am Hafen, sorgt nachts für das industrielle Flair, das perfekt zur Musik passt, untertags hilft eine Bloody Mary im Strandcafé, um auf Touren zu kommen. Acts: Trentemøller, James Holden, Fairmount, Hercules and Love Affair Im Gepäck: genügend Zeit. Damit sich nach dem Festival noch Insel-Hopping ausgeht: Cres und Krk liegen direkt vor Rijekas Küste. Obacht: Die Location befindet sich etwas außerhalb von Rijeka. Also Zelt einpacken oder früh genug ein Bett im nahen Hostel buchen. Web: www.hartera.com
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Der Soundtrack des Sommers Zu jedem Festival wählte das red bulletin einen künstler/eine band aus. Zusammengefasst auf einem sommer-mixtape, das die spannendste elektronik-Popmusik der Gegenwart einfängt. 1 Discodeine – „Synchronize“ l
Das junge Pariser Duo führt zusammen, was schon lange überfällig war: Pulp-Sänger Jarvis Cockers Stimme und streichergeschwängerte Disco-Melancholie im Seventies-Stil.
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Meet in Town
22./23. 7. Auditorium Parco della Musica, Rom, Italien Konzerte im bestuhlten Auditorium, DJ-Gigs im Park davor: Das Meet in Town auf dem Gelände der Olympischen Sommerspiele 1960 im Nordwesten Roms weicht die Grenzen zwischen Hoch- und Subkultur auf. In einer Stadt, die selbst Museum und moderne Metropole zur selben Zeit ist. Acts: Lamb, Zero 7, Primal Scream, CocoRosie, Nicolas Jaar, Space Dimension Controller Im Gepäck: Picknickdecke und -korb. Nahe der Festivallocation liegt der bezaubernde Parco di Villa Glori. Obacht: In Deckung gehen beim Fan-Ansturm, wenn Elektronik-Posterboy Nicolas Jaar die Bühne betritt. Web: www.meetintown.com
text: Florian obkircher. bilder: Getty imaGes (6), rex Features (1), claudio Farkasch (1), david roemer (1), daniel Jackson (1), hartera (1), Flow (1),anton corbijn (1), red bull content Pool (3). illustration: Julia PFaller
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2 Lone: „Animal Pattern“ l Der britische Newcomer Lone macht Euphorie-Techno, so ausgefranst wie abstrakt. Und dennoch mit Melodien durchzogen, die Ohren öffnen.
Audioriver*
29. – 31. 7. Płock, Polen
Vor langer Zeit war Płock mal Polens Hauptstadt. Und wenn’s um elektronische Musik geht, ist es das heute wieder. 14.000 HouseFreunde strömen jeden Juli ans Weichselufer: nachts, um zu tanzen, abends, um sich Filme im Open-Air-Kino am Marktplatz anzusehen, und untertags, um die Architektur aus dem 12. Jahrhundert zu bewundern. Acts: Paul Kalkbrenner, Chris Liebing, DJ Marky, Brandt Brauer Frick Im Gepäck: Geduld. Der nächstbeste Flughafen (Warschau) ist drei Zugstunden vom Festivalgelände entfernt. Obacht: Liebing und Kalkbrenner werden den Zombie- bzw. Rave-Faktor gefährlich in die Höhe schnellen lassen Web: www.audioriver.pl
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Flow*
12. – 14. 8. Suvilahden vanha voimala, Helsinki, Finnland Das Flow ist der Johnny Depp des Festivalsommers. Umweltbewusst und unglaublich cool. Seit 2007 findet es auf dem Gelände eines alten Kraftwerks im Stadtzentrum statt, das Line-up inkludiert Star-Rapper wie angesagte Elektronik-Acts, und zwei Euro gehen pro Eintrittskarte an den WWF. Acts: Kanye West, Q-Tip, Lykke Li, James Blake, Röyksopp, DJ Koze, Janelle Monáe, KiNK Im Gepäck: keine Badehose. In die Sauna geht man nackt. Eine solche gibt’s übrigens auch am Festivalgelände, in Finnland keine Frage. Obacht: Die Kombi Alkohol und Sauna steigt Dampfbad-Laien schnell zu Kopf. Web: www.flowfestival.com
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Notting Hill Carnival*
28./29.8. Notting Hill, London
1966 von der karibischen Community in London gestartet, gilt der Notting Hill Carnival als buntestes und lautestes Straßenspektakel Europas. Steeldrum-Bands und Paraden ziehen durch die Gassen. An jeder Ecke gibt’s Soundsysteme, die eine Million Besucher am Tanzen halten. Acts: Straßenbands und Soundsystems wie Aba Shanti-I, Channel One oder Major Lazer Im Gepäck: Magentabletten. Die Soundsysteme verwandeln die Straße in ein Bass-Meer, das ganz schön auf die Innereien drückt. Obacht: am Sonntag ruhig etwas länger feiern. Denn der zweite Tag (Montag) des Notting Hill Carnival fällt auf einen britischen Feiertag. Web: www.thenottinghillcarnival.com
3 Buraka Som Sistema: „Hangover“ l Der portugiesische Dance-Act verschmelzt angolanische Kuduro-Sounds mit knarzigem Electro und zündet damit jede Party an. Davon zeugt der brandneue Track „Hangover“. 4 Hercules and Love Affair: l
„Painted Eyes“ Die New Yorker Band hat mit „Blind“ Disco neu erfunden. Die aktuelle Single „Painted Eyes“ kippt das Endorphin-Fass erneut um. 5 Space Dimension Controller: l „Old Spacey“ Neue Synthesizer-Experimente from outer Space, gepaart mit entschlackten House-Beats vom 20-jährigen Wunder-Producer Jack Hamill aus Irland. 6 Brandt Brauer Frick: „Teufelsleiter“ l Das deutsche Trio bringt Orchesterinstrumente und Techno-Beats zum Händchenhalten. Das gelungenste CrossoverProjekt des Jahres. 7 Lykke Li: „Sadness Is a Blessing“ l Die neue Single der jungen Schwedin transportiert eine Fifties-Ballade in die Gegenwart. Mit verrauschter Elektronik und einem Refrain, der Schokoladenherzen schmelzen lässt. 8 Diplo: „One Kid “ l
(feat. Nicki Minaj, Sleigh Bells, Swedish House Mafia) Das Major-Lazer-Mastermind arbeitet an der Zukunft von HipHop. Und in seiner Vision ist diese bis zum Anschlag elektrofiziert. Das Mixtape gibt’s zum Nachhören auf: de.redbulletin.com/mixtape
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Die besten Köche Der Welt Zu Gast im HanGar-7
Der Reiz der Überraschung EmmanuEl REnaut weiß, was Gäste wollen. Bei ihm kann man nicht nur den Hunger im engeren Sinn formidabel stillen, sondern auch den nach Erholung.
Die Geschichte von Emmanuel Renauts Restaurant „Flocons de Sel“ begann mit ein wenig Heimweh. „1997 habe ich die Stelle als Chefkoch im Londoner Claridge’s angenommen“, erzählt der Franzose. „Es war sehr schön, aber ich habe die heimischen Berge vermisst.“ So verließ er England nach einem Jahr wieder und kehrte nach Frankreich zurück, wo er in Megève, einem Ort in den Savoyer Alpen, den perfekten Platz für sein erstes eigenes Restaurant fand. Renaut kocht zwar klassisch französisch, liebt es aber, technisch hochwertig zu arbeiten und einzelne Speisen quasi zu tarnen. So kommt es vor, dass man Ravioli serviert bekommt und erst beim Kosten bemerkt, dass es sich eigentlich um Polenta handelt. „Auf dem Teller soll alles ganz einfach aussehen, egal wie viel Technik dahintersteckt. Ich bin wirklich keiner, der gerne angibt.“ Renauts harte Arbeit wurde 2006 mit einem zweiten Michelin-Stern belohnt. Anstatt sich damit zufriedenzugeben, wollte Renaut mehr. Deshalb zog er 2009 um, samt Restaurant, und eröffnete ein paar Kilometer außerhalb Megèves ein Hotel mit Spa und Kochschule. „Leute suchen heutzutage mehr als nur gutes Essen. Sie wollen Entspannung und Ruhe. All das bietet das ‚Flocons de Sel‘.“ Mille feuille von Gemüse, Morcheln und Kräutern
Mein RestauRant Flocons de Sel 1775, Route du Leutaz 74120 Megève, Frankreich www.floconsdesel.com „Wir sind mitten in den Bergen und von Wäldern umgeben. Deswegen haben wir uns auch für eine klassische Einrichtung mit viel Holz entschieden. Die Räume wirken dadurch warm und gemütlich, aber trotzdem gediegen. Wir wollen einfach nicht, dass der Gast sich von zu viel Drumherum erschlagen fühlt“, sagt Renaut.
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Familiär. „Unser Hotel ist eher klein, aber das wollten wir bewusst so haben. Dadurch können wir unsere Gäste ganz genau kennenlernen und herausfinden, was sie mögen. So können wir sie nicht nur wie Gäste behandeln, sondern wie Freunde oder Familienmitglieder.“ Überraschung. Renaut tarnt nicht nur gerne seine Gerichte, genauso leidenschaftlich spielt er mit Aromen. So setzt er Geschmäcker wie Bitterkeit oder Schärfe genau dort ein, wo sie der Gast am wenigsten erwartet. Aus Alt mach Neu. Nach dem Umzug aufs Land erhielt das ursprüngliche „Flocons de Sel“ in der Innenstadt von Megève ein neues Konzept. Emmanuel Renaut machte daraus das „Flocons Village“, eine kleine Brasserie, in der Spezialitäten aus der Region serviert werden.
Die Gastköche im Hangar-7 Monat für Monat gastiert ein anderer Spitzenkoch im „Restaurant Ikarus“ des Salzburger Hangar-7 und kreiert dort gemeinsam mit dem Küchenteam zwei Menüs. Gastkoch im Juni 2011 ist der Franzose Emmanuel Renaut. Informationen zu seinen Menüs im „Restaurant Ikarus“ finden Sie unter www.hangar-7.com, Reservierungen sind sowohl telefonisch (unter +43 662 2197-77) als auch via E-Mail möglich: ikarus@hangar-7.com
TExT: LISA BLAzEK. BILDER: RED BuLL HAnGAR-7, HELGE KIRCHBERGER/RED BuLL HAnGAR-7, OLIvIER LAuGERO/RED BuLL HAnGAR-7
Meine PHilosoPHie
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GeschmacK von Welt nationalGericHte Zum nacHkocHen
Pikante Südsee
TexT: Klaus Kamolz. bild: foTosTudio eisenhuT & mayer
KoKoda. Auf den Fidschi-Inseln landet der frische Fang aus dem Meer bei Tisch erneut in einer nussschale – aus Kokos.
Ein Gericht wie geschaffen für das Klima der Südsee: kalt, erfrischend, pikant – und geprägt von zwei zutaten, die direkt dem großen Buch der Fidschi-Klischees entnommen sein könnten: Fisch und Kokos. Die am meisten für Kokoda verwendete Fischart auf den Fidschi-Inseln ist „Mahi-Mahi“, die Goldmakrele; aber da muss man nicht so streng sein – wichtig ist, dass der Fisch weißes Fleisch hat. Brassen oder Kabeljau sind deshalb auch geeignet. unter Einheimischen ist Kokoda oft ein Festmahl nach einem erfolgreichen Fang, der roh marinierte Fisch hat aber längst auch den Tourismus erobert. Die Einheimischen jedenfalls lieben Fisch mit Kokos. Wenn etwa die Inselzeitung „Fidschi Times“ über einen Geschäftsmann schreibt, der beruflich viel zeit in Indien verbringen muss, endet das Porträt zwangsläufig mit einem Stoßseufzer des Managers über das, was er da draußen in der Welt am meisten entbehrt: „Meine Heimat – und natürlich Kokoda.“
Das RezePt Zutaten für 4 Personen: 600 g weiße Fischfilets von Mahi-Mahi, Kabeljau oder ersatzweise Wolfsbarsch Saft von 3 Zitronen 1 TL Meersalz 250 ml Kokosmilch 1 mittlere fein gehackte Zwiebel
2 grüne Chilischoten 2 entkernte und klein gewürfelte Tomaten 1 klein gewürfelte süße rote Paprikaschote 1 TL Tabasco-Sauce 2 Kokosnüsse 4 Salatblätter
Fischfilets häuten und in Würfel mit 2 Zentimeter Kantenlänge schneiden. In einer Plastik- oder Glasschüssel mit Zitronensaft und Salz durchrühren und über Nacht im Kühlschrank marinieren. Chilis entkernen und fein hacken. Vor dem Servieren restliche Zutaten (Chili, Kokosmilch, Paprika, Tomaten, Zwiebel und Tabasco) unterrühren und kurz ziehen lassen. Währenddessen Kokosnüsse quer auseinandersägen und entleeren. Salatblätter einlegen, Kokoda in die Nusshälften füllen und servieren. Auf den Fidschis wird dazu gern ein exotischer Obstsalat gereicht.
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MORE BODY & MIND
GET THE GEAR
Startklar
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BASIS-AUSRÜSTUNG FÜR AVIONIKER
MICHAEL MADER. Die Flying Bulls sind eine Flotte durchwegs historischer Fluggeräte, stationiert im Salzburger Hangar-7. Flugzeug-Ingenieur Mader hat seit zehn Jahren ein Auge darauf, dass alle elektrischen und elektronischen Geräte an Bord klaglos funktionieren.
1 Aeroflex IFR-4000 Im Einsatz, um Avioniksysteme, Funk- und Navigationsgeräte zu messen und zu kalibrieren. Man kann damit auch Flugzeug-Crashsender testen und sieht, ob sie in einem Notfall das richtige Signal abgeben würden. 2 Ludolph HPK 57 Flugzeuge navigieren u. a. mit Hilfe eines Magnetkompasses. Der Ludolph HPK 57 misst das Erdmagnetfeld. Mader überprüft damit den Kompass im Flugzeug: Er steigt dabei bei laufenden Triebwerken aus dem Flieger aus, stellt sich auf einen geeichten Platz in nur fünf bis zehn Meter Entfernung direkt vor die Maschine, peilt und kalibriert das Gerät. 3 Drahtsicherungszange Wie bei Autos müssen auch am Flugzeug Schraubverbindungen gegen das unbeabsichtigte Lösen mit der Drahtsicherungszange gesichert werden. Alle mechanisch bewegten Teile sind mit Sicherungsdraht gesichert, zum Beispiel die am Fahrgestell.
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4 Bindegarn Verwendet man zum Knüpfen von Kabelbäumen. Es gibt für verschiedene Bereiche im Flugzeug verschiedene Bindegarne, von weniger bis sehr temperaturbeständig.
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5 DMC-Crimpzange Damit bördelt (auf Englisch: to crimp) man Kontakte auf Kabeln und auf Koaxkabeln (5a). Da es im Flugzeug unterschiedliche Stecker für Koaxkabel – Antennenkabel oder Edelmetallkontakte für Rundstecker oder Gerätestecker – gibt, braucht man auch unterschiedliche Crimpzangen. 6 Multimeter Fluke 87 III Digitales Messgerät zur Messung von u. a. Spannung, Widerstand, Kapazität und Frequenz. Wie die Lötstation (8) bei Luftfahrzeugtechnikern täglich im Einsatz. 7 Ideal Aerosmith Modell 1300 Zum Test der Künstlicher-Horizont-Anzeige und deshalb sehr wichtig. Hat der Pilot keine Bodensicht – befindet er sich also im Instrumentenflug –, zeigt ihm der künstliche Horizont an, in welcher Fluglage sich das Flugzeug befindet, ob es sinkt oder steigt. Alt und gut. 8 Weller WS-150 Das Löten ist für Avioniker wie das Schweißen für Automechaniker. Das Gerät ist täglich im Einsatz. Als Volksschüler hat sich Mader mit dem Lötkolben am Zeigefinger so verbrannt, dass er die Narbe heute noch spürt, kommt sie mit heißem Wasser in Berührung. Fazit: Ein kurzes „Branding“ passiert schon öfter mal.
Für einen Avioniker wohl einer der begehrtesten Jobs: Michael Mader betreut im Flugzeugmuseum des Salzburger Hangar-7 die geschichtsträchtige Flotte der Flying Bulls.
TEXT: NADJA ŽELE. BILD: HELENE WALDNER
9 Facom-Ratschen Je größer das Flugzeug, umso mehr Schraubverbindungen gibt es. Das Set unterscheidet sich vor allem in der Qualität von herkömmlichen Ratschen, die man beim Bauhaus ums Eck bekommt. Im Prinzip ist es aber Standard, zöllige Größen für Schrauben und Bolzen. 10 Abisolierzange Aus Gewichtsgründen haben die dünnsten Kabel im Flugzeug einen Durchmesser von nur 1,15 mm, wobei die Isolierung nur 0,25 mm stark ist. Mit einer herkömmlichen Abisolierzange würde man beim Abisolieren der Kabel die Litzen verletzen, das Kabel würde brechen. 11 B-25 Die North American B-25 „Mitchell“ ist ein zweimotoriger mittelschwerer Bomber des Zweiten Weltkriegs. Michael Mader: „Als Red Bull die B-25 Ende der 1990er geliefert bekam, war das eine Sensation. Ich war damals noch beim Flugunternehmen Tyrolean. Red Bull und Fliegen, das war für mich eine komplett andere Welt. Da musste ich hin.“ www.flyingbulls.com
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Heißer Sand und kalter Stahl Der Modellathlet bringt seinen Körper am Beach, in der Kraftkammer und auf der Laufbahn in Schuss.
Da bleibt dir die Luft weg
TRAINIEREN WIE DIE PROFIS
TODD ROGERS. Der amerikanische Beachvolleyball-Profi tut beim Krafttraining und auf der Laufbahn alles, damit der Erfolg nicht im Sand verläuft.
Todd Rogers: Olympiasieger und Weltmeister.
Das US-Beachvolleyball-Duo Phil Dalhausser und Todd Rogers bereitet sich intensiv auf den Saisonhöhepunkt – die WM in Rom im Juni – vor. Die Olympiasieger von 2008 kombinieren intensive Krafteinheiten mit Techniktraining. „Das Härteste sind die Einheiten auf der Laufbahn“, sagt Rogers, „die holen das Letzte aus den Beinen und Lungen heraus und sind ein mentaler Killer. Aber wenn ich das durchhalte, weiß ich, dass ich auf dem Court alles überstehen kann.“
In der Ruhe liegt die Kraft Wer hart trainiert, hat sich auch eine Belohnung verdient. Massage zählt ebenso zu Rogers’ Fixprogramm wie eine Flasche Bier. Einmal pro Woche – meist nach der Laufbahneinheit – schaut Todd Rogers bei einem Chiropraktiker und einem Masseur vorbei. Jeden Abend rückt Rogers seinen Verspannungen und „Knötchen“ mit einer Therapie-Schaumstoffrolle oder einem Baseball zu Leibe. „Die Rolle funktioniert wie eine Tiefenmassage, die vor allem für die Kniesehnen, Oberschenkel, Quadrizepse und Waden geeignet ist. Der Baseball dringt tiefer in die Muskulatur ein und ist für das Gesäß, den Rücken, die Waden und die Schultern sehr effektiv“, so Rogers. Eine Massage wirkt sehr entspannend, zudem gibt der Weltmeister von 2007 Hobbyathleten den Rat, sich auch mal Erholungsphasen zu gönnen. Sein Lieblingsworkout? Ein Glas Wein oder eine Flasche Bier jeden Freitagabend. „Das ist mein Halbliter-Curl”, meint der 37-jährige Routinier augenzwinkernd.
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Dienstag 3 Stunden Beachvolleyball Mittwoch 5 Minuten Aufwärmen auf dem Laufband 3× 10 halbe Klimmzüge 2× 15 Übungen für OberarmRotatorenmanschette
In der Kraftkammer wird hart geschuftet.
3× 5 Bankdrücken auf der flachen Bank 3× 5 Bankdrücken auf der Schrägbank 3× 5 Latissimus-Ziehen, kniend 3× 5 einarmiger Ruderzug, kniend 4× 10 Bauchmuskeltraining mit Medizinball Donnerstag Laufbahn: 5× 300-Meter-Sprints in je 50 Sekunden (dazwischen 3 min. Pause) 3 Runden auf der Laufbahn Sprunglauf über 70 Meter 30 Seitwärtssprünge rechts/links 25 Strecksprünge mit 9 kg schwerer Gewichtsweste 25 Sit-ups mit Medizinball 15 Strecksprünge mit Liegestütz 15 Curls des hinteren Oberschenkelmuskels 3 Runden um das Stadion 25 einbeinige Sprünge auf 30 cm hohen Randstein, abwechselnd beidbeinige Sprünge (jede 4. Stufe) die Tribünenstiege hinauf Aufwärtssprint auf der Tribünenstiege (42 Stufen) Freitag 2 Stunden Beachvolleyball 5 Minuten Aufwärmen auf dem Laufband 3× 10 halbe Klimmzüge 2× 15 Übungen mit leichten Hanteln für Oberarm-Rotatorenmanschette 5 Sätze Kniebeugen mit steigendem Gewicht und abnehmender Wiederholungszahl 3× 8 Bizeps-Curls, abwechselnd 3× 8 reverse Bizeps-Curls an der Maschine 4× 8 Trizepsdrücken an der Maschine Samstag leichter 45-Minuten-Lauf (Temposchnitt: 5 min/km) Sonntag Stiegenlauf: 10 min. Aufwärmen, 20 einminütige Sprints mit 180 Stufen/ min. und aktiver Erholungsphase bei 105 bis 120 Stufen/ min., danach 10 Minuten Auslaufen. Gewichtstraining: Kreuzheben mit einer Langhantel: 5 Sätze mit steigendem Gewicht und abnehmender Wiederholungszahl
FIVB Beachvolleyball World Championships: 13. bis 19. Juni 2011, Rom, Italien www.fivb.com
TEXT: ANN DONAHUE. BILDER: GARTH MILAN/RED BULL CONTENT POOL (3)
WORK OUT
Montag 2 Stunden Beachvolleyball 5 Minuten Aufwärmen auf dem Laufband 3× 10 halbe Klimmzüge 2× 15 Übungen mit leichten Hanteln für Oberarm-Rotatorenmanschette 2× 5 Ausfallschritte vorwärts mit Kurzhanteln, abwechselnd rechts/links 2× 5 Ausfallschritte rückwärts mit Kurzhanteln, abwechselnd rechts/links 3× 5 Militärpresse mit Hanteln, abwechselnd rechts/links 3× 5 Schulterheben sitzend, abwechselnd rechts/links 3× 5 seitliches Kurzhantelheben, stehend 5× 5 Kurzhantel-Frontheben auf der Bank 4× 10 Kabelzug abwärts, einhändig, kniend 4× 10 Kabelzug aufwärts, einhändig, kniend
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The Brand New Heavies: „People Get Ready“ Ich war vierzehn, als diese Platte rauskam, und sie hat mich weg‑ geblasen. Auf einmal war da dieses Genre namens Acid Jazz, getragen von einer jungen Ge‑ neration britischer Musiker, die gute Soul‑Musik wiederbeleb‑ ten. Ich hörte zu dieser Zeit eigentlich Heavy Metal und Hip‑ Hop. Aber dieses Album veran‑ lasste mich, originale Soul‑Plat‑ ten auszugraben. Einige ältere Freunde meinten: Oh, du magst die Brand New Heavies, dann hör dir mal Roy Ayers oder The Gap Band an. „People Get Rea‑ dy“ war sehr wichtig für mich, weil sie mich auf meinen Weg gebracht und die Bläserarrange‑ ments in den ersten Jahren mei‑ ner Karriere stark geprägt hat.
Take Five Welche Musik Musiker hören
text: florian obkircher. bilder: Sony MuSic
„Es gab keinen Morgen, den Amy und ich nicht mit einem Motown-Song gestartet haben“
Mark ronson. der Pop-dandy hat amy Winehouse und adele zum erfolg geführt. Welche fünf Platten den Star-Produzenten selbst beflügelt haben, verrät er dem red bulletin.
Mark ronson ist ein rastloser allrounder, einer dieser typen, die sich anscheinend nie zurücklehnen. der 35-jährige brite pendelt zwischen new york und london, zwischen dJ-Pult, live-bühne und tonstudio. er produziert alben für kollegen wie amy Winehoue, robbie Williams, adele oder Q-tip, heimst für seine eigene Musik Grammys und brit awards ein, betreibt das Plattenlabel allido records, modelt für tommy hilfiger oder schreibt, wie zuletzt, den Soundtrack zum neuen russell-brand-film „arthur“. Was Mark ronson in seiner vermutlich spärlichen freizeit macht? Musik hören. Welche Musik, das verrät der Pop-dandy im folgenden.
Stevie Wonder: „I Was Made to Love Her“ Motown Records hat in der ganzen Zeit zwischen 1964 und 1971 keine einzige schlechte Platte veröffentlicht. Egal, ob du dir ein Jackson‑5‑Stück anhörst oder die B‑Seite einer Smokey‑ Robinson‑Single. In der Zeit, als wir an Amys (Winehouse, Anm.) Album „Back to Black“ arbeite‑ ten, gab es keinen Morgen, den wir nicht mit einem Motown‑ Song gestartet haben. Nicht, um abzukupfern, sondern als Inspiration. Dieser Stevie‑ Wonder‑Song zum Beispiel gefällt mir besonders gut, weil er so kratzig ist. Du hörst sogar, wie das Mikrofon zischt, weil er mit voller Verve singt. Deshalb haben wir Amy bei den Auf‑ nahmen auch in ein altes RCA‑ Mikrofon singen lassen, damit es ein wenig kratzt und zerrt.
Public Enemy: „Welcome to the Terrordome“ (Album: „Fear of a Black Planet“) In den späten achtziger Jahren hat Def Jam Recordings wahn‑ sinnig wichtige Rap‑Platten ver‑ öffentlicht. Zeug wie LL Cool Js „Mama Said Knock You Out“ oder diese Public Enemy eben. Es war Musik, die die gleiche raue Energie hatte wie Metal‑ Bands à la Pantera oder Slayer, die ich auch sehr mochte. „Wel‑ come to the Terrordome“ hat mit seinen verzerrten James‑ Brown‑Drumbreaks die Welt des Hip‑Hop eröffnet.
Blur: „There’s No Other Way“ Eine Platte, die Britpop und Hip‑Hop‑Beats vereint. Beim ersten Mal hören dachte ich: ‚Verdammt, wenn ich selber mal Musik mache, soll sie genauso klingen.‘ Obwohl Blur mit die‑ sem Stück eigentlich die Happy Mondays kopiert haben, halte ich die Melodie, das Gitarrenriff und das Hip‑Hop‑Break für genial. Und diese Komponenten sind für mich bis heute aus‑ schlaggebend dafür, ob mir ein Song gelungen ist oder nicht.
Tame Impala: „Innerspeaker“ Mein Lieblingsalbum des letz‑ ten Jahres. Wir waren gerade mit Tame Impala auf Australien‑ Tour, und ich hab mir jedes ih‑ rer Konzerte angeschaut, bevor wir selbst gespielt haben. Wir teilen ein ähnliches Verständnis für Sound und eine große Liebe für Psychedelic.
Mark Ronson: „Arthur“ (Soundtrack; Sony), Live-Termine, Sound-Proben und Videos auf www.markronson.co.uk
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Feuerrote Kirschen (im Hintergrund): seit den Anfangstagen das Logo des Pacha-Clubs.
Ricardo Urgell in den Sechzigern. Heute ist Mr. Pacha 73 Jahre alt.
Auf Ibiza liegt der Club Pacha 15 Gehminuten vom Hafen. Die Lichter sieht man von weitem.
Club SpeCial
Boogie Nights auf Ibiza
Die besten Party-sPots Der Welt
Pacha. Mit weltweit zwanzig Zweigstellen ist Pacha das größte PartyImperium über haupt. Die erste Filiale eröffnete vor über vierzig Jahren. Gründer Ricardo Urgell über das Herzstück seines Reichs, den Aufstieg Ibizas zur Partyinsel und sein Erfolgsrezept.
Ricardo, in den späten Sechzigern hast du Architektur studiert. Was hat dich ins Nachtleben verschlagen? Ich wuchs in einem der ersten Tourismus orte Spaniens auf. Spanien kämpfte da mals noch mit dem Erbe des Bürgerkriegs, alles war grau – und die Besucher brach ten endlich neues Leben. Als Teenager verbrachte ich viel Zeit in Sitges, einer Küstenstadt südlich von Barcelona. Die Besucher waren da, allerdings gab’s noch keine richtigen Discos. Und dieses Vaku um habe ich mit meinem ersten Club, dem Pacha Sitges Vallpineda, 1967 gefüllt. 90
Sechs Jahre später hast du das Pacha Ibiza eröffnet. Wie kam’s dazu? Nach der ersten Saison des Pacha Sitges kam ich zum ersten Mal nach Ibiza, da mals noch ein unberührtes Paradies. Ich habe mich in die Insel verliebt und wusste sofort: Hier will ich meine Zelte aufschla gen. Geldgeber zu finden war allerdings nicht leicht, weil es damals erst wenig Touristen auf der Insel gab. Und die Ein wohner haben mich gefragt, wer denn da hingehen solle, schließlich würde die Disco außerhalb des Dorfs liegen. Aber irgendwie hat’s dann doch funktioniert.
Wie sah das originale Pacha Ibiza aus? Ich habe mich an der traditionellen Architektur der Insel orientiert. Es war ein einfaches Landhaus. Umgebaut habe ich es später nur, weil plötzlich andere Betreiber lieblose GroßraumDiscos eröffnet hatten, die völlig unproportio niert und deplatziert waren. Ich musste konkurrenzfähig bleiben. Erzähl von den Anfangstagen … Es war naiv und reizend! Damals war schon eine Miniportion Haschisch ein Garant für eine tolle Party. 15 Leute, die sich einen Joint geteilt haben. Umgelegt
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Erick Morillo am DJ-Pult. Der House-Meister schmeißt die Mittwochnächte im Pacha.
Das originale Pacha Ibiza 1973 und das erste Club-Poster (u.).
Pacha im Profil
TExT: FLoRIAN oBKIRCHER. BILDER: VICToR SPINELLI/GETTy IMAGES (1), PACHA IBIZA (7), LANCE MERCER/RED BULL PHoToFILES (1)
Ricardo Urgells Pacha-Universum umfasst mittlerweile zwanzig Clubs, ein Hotel, eine Radiostation, ein Plattenlabel und ein Musikmagazin. Herzstück des Ganzen ist allerdings noch immer der Club auf Ibiza. Erleben kann man diesen auf sechs Ebenen. Genauer gesagt: auf fünf verschiedenen Floors und einer terrasse.
auf Filme, hieße das: Damals war das Pacha „Schneewittchen“ von Walt Disney, heute eher „Boogie Nights“. Welche Musik lief damals im Pacha? Popmusik. Von den Rolling Stones bis zu den Beatles. Der DJ hatte aber noch einen anderen Stellenwert, der verdien te damals so viel wie der Kellner, kein Vergleich zu den astronomischen Gagen heute. Ich finde das schon etwas seltsam. Als ich jung war, bin ich in die Disco ge gangen, um mit den Mädchen zu flirten, nicht, um einen Typ hinter den Platten spielern anzustarren. Wie hat sich Ibiza zur ultimativen Party insel entwickelt? Das passierte in zwei Phasen. Die eine war romantisch, die andere geschmack los. Die zweite ging los, als die openAir Discos eröffneten. Hässlich und stadt planerisch eigentlich sogar illegal. Aber die Politiker zu dieser Zeit haben aus Profitgier ein Auge zugedrückt. Das war in den frühen achtziger Jahren. Davor war Ibiza phantastisch. Wie sieht der PachaStammgast heute aus? Ibiza hat sich verändert. Mein Club ist heute elitärer als früher. Ganz einfach deshalb, weil er kleiner ist als die übrigen RiesenDiscos. Auf den ersten Blick haben wir vielleicht weniger Leute, dafür haben wir uns unser gutes Image bewahrt. Pacha ist über die letzten Jahrzehnte zu einem PartyImperium gewachsen. Wie viele Zweigstellen gibt es? Zwanzig, und zwar über die ganze Welt
1. SwEEt PACHA Der Bankettsaal im Pacha für 160 Gäste. Getanzt wird hier zu Hits aus den achtziger und neunziger Jahren. 2. FUnKy RooM (EL CIELo) Die coole Ecke des Clubs: Der Funky Room liegt neben Haupt-Floor und terrasse, hier hängen bevorzugt die Insel-Locals ab. Gaudíartiges Interieur, niedrige Decken und ein massives Soundsystem bringen die hundert Gäste zum Schwitzen. Musikalisch bleibt der Raum seinem namen treu, es läuft funky und soulful House. 3. MAIn RooM Luster prangen an der Decke, Schönheiten räkeln sich auf Plateaus, während an die 1200 tänzerinnen und tänzer zu den Sounds von House-Giganten wie David Guetta, Erick Morillo oder Swedish House Mafia abgehen. 4. REStAURAntE PACHA/SUSHI LoUnGE Anspruchsvoll, stylish und ganz in weiß präsentiert sich das hauseigene High-ClassRestaurant, das mediterrane sowie japanische Küche serviert. wer im entspannten Gartenbereich sitzt, vergisst beinah, dass er sich in einem Club befindet. 5. GLoBAL RooM Als der Club hier eröffnete, war der Global Room noch der Haupt-Floor. Und an kalten winter-Freitagen ist er es noch immer. Die Musik ist elektronisch und experimenteller als im Main Room. Die Anlage, die 250 Leuten einheizt, steht ihrer großen Schwester aber um nichts nach. 6. tERRACE Sie thront am Dach des Club-Komplexes und verströmt mit Kissen, niedrigen tischen, weißen Planen und gedimmtem Licht marokkanisches Flair. Die Celebrities trifft man hier, wenn sie bei Downbeat-Musik im Mondlicht chillen.
verteilt. Als Nächstes eröffnen wir Filialen in Rio de Janeiro und Poznań in Polen. Was würdest du einem Jungunter nehmer raten, der einen Club eröffnen möchte? Wenn du dich für das Nachtleben ent scheidest, ist eines wichtig: Du musst hartnäckig sein. Am Anfang steht harte Arbeit. So viel Arbeit, dass du aufs Essen vergisst. Wenn die Idee aufgeht, wirst du dir ein Auto kaufen, ein Haus und andere schöne Dinge. Bis du erkennst, dass dein Leben einfacher war, als du wenig hat test. Wenig ist mehr im Leben. Erst wenn du das erkennst, kannst du es in vollen Zügen genießen.
Pacha Avenida del Ocho de Agosto 8, 07800 Eivissa, Ibiza, Spanien, www.pacha.com
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MOTORSPORT FORMEL-1-GP VON KANADA (1) CIRCUIT GILLES VILLENEUVE, MONTRÉAL, 12. 6. 2011 Das Rennen im Vorjahr war von unterschiedlichen Boxenstrategien geprägt. Dadurch kam Toro Rosso-Pilot Sébastien Buemi zu seinen ersten Runden an der Spitze eines Formel-1-Feldes. Am Ende des Rennens, das einen McLaren-Doppelsieg (Hamilton vor Button) sah, reichte es für den Schweizer zu Platz 8.
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MOTOGP VON GROSSBRITANNIEN (2) SILVERSTONE CIRCUIT, 12. 6. 2011 24 Jahre lang hatte die Motorrad-Königsklasse auf der legendären, 1943 gegründeten Rennstrecke pausiert. Im Vorjahr kehrte sie auf den 5,9 km langen umgebauten Kurs zurück. WRC RALLYE GRIECHENLAND (3) ATHEN, 17. – 19. 6. 2011 Heiß und sandig wird es auf den kurvenreichen, steinigen Bergstraßen rund um Athen. Beim letzten Mal, in der Saison 2009, siegte Mikko Hirvonen (FIN). „Mister Akropolis-Rallye“ ist jedoch der 2007 tödlich verunglückte Brite Colin McRae mit fünf Triumphen. RED BULL X-FIGHTERS ITALIEN (4) STADIO OLIMPICO, ROM, 24. 6. 2011 Aufgrund des Andrangs im Vorjahr bei der Premiere im „kleinen“ Stadio Flaminio wechseln die Motocross-Akrobaten heuer in das 73.000 Zuschauer fassende Olympiastadion.
PIKES PEAK HILL CLIMB USA (5) COLORADO SPRINGS (CO), 26. 6. 2011 Rhys Millen versucht bei dem 19,99 km langen „Race to the Clouds“, den Streckenrekord – den sein Vater Rod von 1994 bis 2007 innehatte – wieder zurück in die Familie zu holen und die „Schallmauer“ von zehn Minuten zu knacken. NASCAR SPRINT CUP SERIES USA (6) INFINEON RACEWAY, SONOMA (CA), 26. 6. 2011 Das Toyota/Save Mart 350 ist eines von nur vier Rennen im Saisonkalender, die nicht auf einem Ovalkurs ausgetragen werden. Besonders auf dieses Rennen wird sich Kasey Kahne freuen, der hier 2009 erfolgreich war.
Top Events Juni 2011
EINMAL RUND UM DIE WELT UND DAZU DIE PASSENDEN EVENTS FÜR ALLE MOTORSPORTFANS, KREATIVGEISTER, BEWEGUNGSTALENTE, KONZERT- UND FESTIVALBESUCHER. 92
ADVENTURE & KREATIV RED BULL ALPENBREVET SCHWEIZ (7) MEIRINGEN (BE), 18. 6. 2011 Die tausend teilnehmenden Mopedfahrer werden bei der zweiten Auflage des „Töffli-Rennens“ ihre Maschinen auf den 132 Kilometern in den Schweizer Alpen – mit 3500 Höhenmetern! – bis an ihre Grenzen treiben. RED BULL SOAPBOX RACE UKRAINE (8) KIEW, 18. 6. 2011 Speed alleine ist bei den motorlosen Fahrzeugen zu wenig. Beim Seifenkistenrennen geht es auch um Kreativität bei der Karosseriekonstruktion sowie Showtalent bei der Fahrt. RED BULL ART OF MOTION BRASILIEN (9) UNIVERSITÄT SÃO PAULO, 25. 6. 2011 Rund 20 begnadete Freerunner werden auf akrobatische Art demonstrieren, dass Mauern, Fassaden oder Autos keinen Einfluss auf die Bewegungsfreiheit im Stadtgebiet haben. RED BULL FLUGTAG TRINIDAD UND TOBAGO (10) PORT OF SPAIN, 3. 7. 2011 Es gibt gewiss landschaftlich unwirtlichere Gebiete als die Kleinen Antillen, um mit einem selbstkonstruierten Flugobjekt nach eher kurzer Flugzeit „notlanden“ zu müssen.
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RED BULL BC ONE ALL STARS ALBANIEN (19) AMFITHEATRE, TIRANA, 24./25. 6. 2011 Was die Gerechtigkeitsliga für die Comic-Welt ist, sind Lilou und seine sechs Kollegen im B-Boy-Universum. Leichtfüßige Superhelden, jeder mit speziellen Skills ausgestattet. Diesmal reisen die Red Bull BC One All Stars um „Superman“ Lilou nach Albanien, um die dortigen Breakdancern neue Tricks zu lehren.
9 Red Bull BC One-Hero Neguin in Tschechien
BILDER: ALASTAIR RICHIE/RED BULL CONTENT POOL, DAVID LANG/RED BULL CONTENT POOL, JOERG MITTER/RED CONTENT POOL, TOM WATKINS/PICTUREDESK
C/O POP DEUTSCHLAND (18) KÖLN, 22. – 26. 6. 2011 Gilt als eines der europaweit wichtigsten Branchentreffen an der Schnittstelle von elektronischer Musik und elektronischen Medien, so das Selbstverständnis. Ganz so trocken und hornbebrillt ist es zum Glück nicht, schließlich versüßen Janelle Monáe, Whomadewho, Kreidler oder Natalia Lafourcade die Nächte.
KULTUR KINOTAVR FILM FESTIVAL RUSSLAND (11) SOTSCHI, 4. – 11. 6. 2011 Seit 1990 das wichtigste Filmfestival Russlands. Oder, so die Selbstdefinition der Kinotavr-Veranstalter: das größte ungekaufte Filmfestival. Mit Diskussionen, Meisterklassen für junge Regisseure und Neuigkeiten des russischen Undergroundfilms. RED BULL EMSEE KOLUMBIEN (12) BARRANQUILLA, 25. 6. 2011 Freestyle-Rap, das setzt Sprachgewandtheit, Spontaneität und Taktgefühl voraus. Beim Red Bull EmSee müssen die Wort-Jongleure auf Stichworte und Bilder reagieren und diese in ihre Raps einbinden. Letztes Jahr hat StarJuror Eminem den jungen MC FowL zum Red Bull EmSee 2010 gekrönt, dieses Jahr kriegen neue Rapper ihre Chance aufs große Game.
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Mit den „Tö≠lis“ durch die Schweizer Alpen.
BONNAROO USA (13) GREAT STAGE PARK, MANCHESTER (TN), 9. – 12. 6. 2011 Das Wort Bonnaroo bedeutet „eine tolle Zeit“ und wurde vom New-Orleans-Voodoo-Musiker Dr. John in den Siebzigern geprägt. Und ein großartiges Wochenende bietet das Festival wahrlich, dafür bürgt das „Rolling Stone“Magazin, das Bonnaroo 2008 zum besten Freiluft-Musikspektakel überhaupt kürte. Zur 10. Ausgabe läuft Bonnaroo zu Höchstform auf. Mit Acts wie Eminem, Deerhunter, Girl Talk, !!!, Big Boi und Namensgeber Dr. John. ESCAPE INTO THE PARK WALES (14) SINGLETON PARK, SWANSEA, 11. 6. 2011 20.000 Tänzer, 50 Acts, 11 Stunden Strom(musik)schläge: Wales’ bestes Dance-Festival versammelt diesmal Testosteron-Bolzen wie Pendulum, Caspa oder Zinc. 0BY NORTHWEST KANADA (15) TORONTO, 13. – 19. 6. 2011 Das texanische Festival SXSW hat nun ein nördliches Pendant an die Seite gestellt bekommen, das ähnliche hehre Ziele in Kanada verfolgt. Acts aufspüren, die kurz vor dem großen Durchbruch stehen, und diesen neben etablierten Künstlern eine Bühne bieten. So performen PS I Love You neben den NewWave-Giganten Devo oder die süßen RetroHipster Cults neben Twin Shadow.
KINKY FRIEDMAN & VAN DYKE PARKS AUSTRALIEN (20) POWERHOUSE, BRISBANE, 24./25. 6. 2011 Zwei Legenden vereint auf einer Bühne: auf der einen Seite der kultisch verehrte Texaner Friedman, provokanter Singer-Songwriter, Autor und Zigarrenhersteller. Auf der anderen dessen Weggefährte Van Dyke Parks. Ein genialer Komponist und Pop-Querulant, der schon die Platten von Acts wie Beach Boys bis Joanna Newsom im Tonstudio veredelt hat. WEEK-END AU BORD DE L’EAU SCHWEIZ (21) LAC DE GÉRONDE, SIERRE (VS), 1. – 3. 7. 2011 Flugfelder, Rennbahnen, aufgelassene Fabrikhallen. Akzeptable Festival-Locations, die Schweizer zeigen jedoch, dass es smoother geht. Das Week-end au bord de l’eau findet am Ufer des Lac de Géronde statt, in Sierre im Kanton Wallis, im Herzen der Alpen. Und besticht mit einem Line-up, das uns jodeln lässt. Von chilliger Elektronik von Quantic bis zu deepem House von MCDE. STREET DANCE KEMP TSCHECHIEN (22) JEDOVNICE, 3. – 10. 7. 2011 51 Wochen im Jahr ist in Jedovnice nicht viel los. Ein Dorf in Südmähren – staubig, verschlafen, etwas heruntergekommen. Doch für eine Woche im Jahr steppt der Bär im Niemandsland, tausende Tänzer aus ganz Europa kommen zum Street Dance Kemp, um zu krampen, zu locken oder zu breaken. Kurz: Moderner Tanz steht auf dem Programm, den Lehrer wie die Red Bull BC One-Champions Neguin oder Lilou dem Nachwuchs vermitteln.
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URBAN ART FORMS AUSTRIA (16) WR. NEUSTADT, 16. – 18. 6. 2011 Europas führendes Festival in Sachen audiovisueller Verschmelzung. Will heißen, am Urban Art Forms begegnen sich Diskjockeys und Visualjockeys auf Augenhöhe, beide verwöhnen die Raver gleichzeitig mit elektronischer Tanzmusik und überwältigenden Projektionen. Dieses Jahr mit Fat Boy Slim, Deichkind, Carl Craig und der Red Bull Music Academy Stage. WE PLAY HOUSE ENGLAND (17) LONDON, 18. 6. 2011 Spärliches Licht, improvisiertes Ambiente, fette Boxen. So die Rahmenbedingungen von Londons feinster Clubnacht Electric Minds Loft Parties. Diesmal laden die Veranstalter die belgischen DJ-Connaisseure vom Label We Play House hinter die Plattenspieler.
Weirdo-Rock von Deerhunter am Bonnaroo.
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Save the Date Juni 2011
SPORT, MUSIK UND SHOW – DIESE VERANSTALTUNGEN GANZ IN IHRER NÄHE SIND AUF JEDEN FALL EINEN BESUCH WERT.
10. – 19. JUNI, BIKEPARK LEOGANG, SAALFELDEN
Zehn Tage im Zeichen des Mountainbikes und Generalprobe für die Mountainbike-WM 2012 in Saalfelden. Coole Tricks gibt es beim international bedeutenden Dirt-Jump-Contest „26TRIX“ zu sehen, rasante Rad-an-Rad-Duelle und Abfahrten beim UCI Worldcup in 4-Cross und Downhill. 17. JUNI, MARKET, WIEN
Todd Terje Weiße Schlaghosen, Riesenkrägen, John Travolta – lange galt Disco als uncool. Bis Jungs wie der Norweger Todd Terje vor einigen Jahren die alten Scheiben entschlackten und edierten: weg mit den Diva-Vocals, her mit den spacigen SynthFlächen. Der neue Sound heißt Nu-Disco und ist cooler, als es „Staying Alive“ jemals war. 25. JUNI, TEL AVIV BEACH AM DONAUKANAL, WIEN
Red Bull Music Academy @Tel Aviv Beach Der Donaukanal ist Wiens Stadtstrand. Während oben die Autos über die Lände cruisen, wird unten am Donauarm bei einem Cocktail im Sand gechillt. Einmal im Monat sorgt die Red Bull Music Academy dort fürs akustische Wohl, diesmal mit der russischen Deep-House-Donna Nina Kraviz. 23. – 26. JUNI, ERZBERG, STEIERMARK
Erzbergrodeo Nur wenige der 500 Fahrer werden beim härtesten EnduroRennen (einen Eindruck erhalten Sie auf Seite 14) alle 20 Checkpoints passieren. Holt sich der Dominator der letzten vier Jahre, Taddy Błaz˙usiak (re.), beim Red Bull Hare Scramble seinen fünften Sieg in Serie?
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8. JUNI, PLATZL, SALZBURG 9. JUNI, TU-SOMMERFEST, CAMPUS INFFELDGASSE, GRAZ 10. JUNI, FESTIVALGELÄNDE NICKELSDORF, BURGENLAND
The Incredible Staggers & Red Bull Brandwagen Um das Land lautstark auf die Festivalsaison einzustimmen, begibt sich der Red Bull Brandwagen auf Tour. Der rollende Rocker ist Bandbus und mobile Bühne gleichzeitig – und für seine teils sehr spontanen Gigs bekannt. Diesmal an Bord: die fabulösen Rock ’n’ Roller von The Incredible Staggers. Die Grazer Band um den wirbelwindigen Frontmann Wild Evel vereint zischende GarageRock-Gitarren im Stil der Sixties-Ikonen The Sonics mit einer durchgeknallten Bühnenshow. Wildkatzen auf dem heißen Blechdach des Red Bull Brandwagens sozusagen. Nach zwei Warm-up-Gigs mit Gast-Bands bei freiem Eintritt erreicht das Power-Pack schließlich sein Ziel: das Nova Rock Festival, Österreichs lautestes Open-Air-Spektakel, das in diesem Jahr mit Hauptacts wie Iron Maiden, Linkin Park, System of a Down oder Volbeat lockt. www.redbullbrandwagen.com
1./2 JULI, FLIEGERHORST HINTERSTOISSER, ZELTWEG
AIRPOWER11 AIRPOWER Der zweitägige Open-Air-Event ist ein Pflichttermin für alle Flugfans. Die weltbesten Flugformationen demonstrieren mit modernsten und historischen Fluggeräten ihr Können. Neben der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori konnte auch ein ganz besonderer Teilnehmer gewonnen werden – die legendären Saudi Hawks gastieren erstmals in Europa. Die Flying Bulls sind ebenfalls mit einer großen Staffel vertreten. Zu sehen gibt es neben der historischen Douglas DC-6B auch den jüngsten
AIRPOWER 2011 VIP-Ticket für zwei zu gewinnen
Senden Sie einfach ein E-Mail an: gewinnspiel@at.redbulletin.com Einsendeschluss: 13. Juni 2011
Flotten-Zuwachs, den Microjet BD-5J (Bild), von dem weltweit nur drei flugfähige Exemplare existieren. www.airpower11.at
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Out of Bounds Festival
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1 PARADIES FÜR MOUNTAINBIKER Das Falkensteiner Hotel & Spa Carinzia in der Naturarena Kärnten hat an alles gedacht, so dass Ihr nächster Bikeurlaub zum reinsten Vergnügen wird. „Carinzia Biker Special“ 3, 4 oder 7 Nächte inkl. Halbpension, Gratisverleih von hochwertigen Bikes, geführte Biketour, Lunchpaket, Radkarte, 2.400 m² Acquapura SPA, Fußreflexzonenmassage u.v.m. ab € 318,– p. P.
www.carinzia.falkensteiner.com 2 DIE KLEINE VON NESPRESSO Pixie ist die jüngste Innovation von Nespresso: die schnellste, kleinste und intelligenteste Maschine von Nespresso, die es je gab. Dank bahnbrechender Technologien ermöglicht es Pixie auf engem Raum, in kurzer Zeit und bei niedrigem Energieverbrauch die perfekte Tasse Nespresso zuzubereiten. Pixie ist in sechs lebhaften Farben erhältlich. Preis: € 149,99 im Fachhandel.
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3 GEL-NOOSA TRI 6 Der neue GEL-Noosa Tri 6 ist ein rassiger Wettkämpfer, der einem auch bei Tempotrainings zur Seite steht. Das Obermaterial bietet optimales Tragegefühl beim Barfußtragen, und die „ASICS Streifen“ leuchten für mehr Sicherheit im Dunkeln. Die SoLyte Mittelsohle ist „direkter“, um bei Müdigkeit die Energie in Richtung Ziel zu leiten. Für flottes Wechseln sorgen Gummibänder mit Schnellverschluss. Preis: € 130,–.
www.asics.at 4 LEATHERMAN SIDEKICK Der Sidekick ist das neueste Outdoor-Multifunktionswerkzeug von Leatherman. Mit den wichtigsten Grundausstattungen wie Messer, Säge, Schraubendreher, Holz- bzw. Metallfeile und Flaschenöffner ist der Sidekick das optimale Modell für Leatherman Einsteiger. Wer nicht bis September warten möchte, bis der Sidekick im gut sortierten Fachhandel erhältlich ist, findet eine Vielzahl an Multifunktionswerkzeugen unter:
www.leatherman.at
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5 MEN EXPERT HYDRA ENERGY Lange, intensive Tage? Man kann Müdigkeit schwer verstecken. Eine klassische Feuchtigkeitspflege reicht alleine nicht aus. Men Expert Hydra Energy Anti-Müdigkeit Feuchtigkeitspflege mildert die Zeichen von Müdigkeit und spendet 24 Stunden Feuchtigkeit. Schon morgens bei der ersten Anwendung bietet das ultra-cooling Gel einen erfrischenden Aufwach-Kick. Die ultra-feuchtigkeitsspendende Formel wirkt den ganzen Tag.
www.loreal.com 6 THE ONLY BRAND THAT MATTERS HOVEN, die Kultmarke aus Kalifornien, verbreitet sich auch in Europa unaufhaltsam. HOVEN-Gründer Craig Lark war bereits bei Oakley als einer der Weichensteller für den Aufbau des Premium-Sonnenbrillen-Markts mitverantwortlich. Mit HOVEN hat er nun alle wichtigen Zutaten wie etwa herausragendes Design, hervorragende Qualität und puren Lifestyle in einem Topf vereint, um die ultimative Marke zu schaffen.
www.hovenvision.eu oder www.wintex.at
VOLLES PROGRAMM
Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm.
SAMSTAG 28. Mai
lOST IN lA MANChA Sonntag, 12. Juni, 22.05 Uhr Schon lange hatte MontyPythonMit begründer Terry Gilliam einen beson deren Traum gehegt: „The Man who killed Don Quixote“, eine verfilmung von Cervantes’ Roman. Mit Schauspielern vom kaliber eines Johnny Depp oder eines Jean Rochefort wäre der Film auch sicher ein Hit geworden – vorausgesetzt, man hätte ihn jemals beendet. Denn trotz vieler Mühen und jeder Menge Herzblut musste das Projekt wegen unüberwind barer Hindernisse schließlich eingestellt werden. Geblieben ist die Dokumentation „Lost in La Mancha“, die den Alltag und vor allem die vielen Tücken des Filme machens zeigt und dass sich auch in der größten Tragik komisches finden lässt.
So sind Sie im Bild Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter:
0800 100 30 70 96
22.30 Bullet Points 23.00 Surf Chronicles australia Backstage 23.15 Road to Racing Grand Prix von Monaco Mit david coulthard
SONNTAG 29. Mai 22.05 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Broad Peak Sechs wagemutige alpinsportler erfüllen sich ihren traum: einen BaSe-Jump vom 1800 Meter hohen Broad Peak im arktischen eis.
23.30 Red Bull X-Fighters live vom zweiten tourstopp aus Brasilien
02.00 Highlights Red Bull Psicobloc Brazil 2011 02.25 Play! das neueste aus der Welt der computerspiele 02.40 adventuRe ciRcuS Who is J.O.B.? (WH) 03.45 Nightflight Masquerade Motel, Miami 06.55 Surf Chronicles 07.10 Momentum – What drives you Mark Webber 07.35 Bullet Points (WH)
SAMSTAG 4. Juni 22.30 Bullet Points 23.00 Mountainbike Chronicles FMB Ranchstyle
23.15 Highlights Red Bull conquer the Spots – Jamaica
01.00 Momentum – What drives you Mark Webber
01.30 Cliptomaniacs Mit tim & gendle
red Bull Art of motioN loNdoN Samstag, 4. Juni, 23.30 Uhr Freerunning vom Feinsten. Beim Red Bull Art of Motion im Royal national Theatre versammtelte sich die Elite dieses Sports.
23.05 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Glastonbury – The Mud, the Music, the Madness (Teil 1) Hippies, Rocker, Freaks und der ganz normale Wahnsinn. Julien temple zeigt das Beste der letzten 35 Jahre und bringt den ewigen Festival-Mythos ins Wohnzimmer. 00.20 The Showroom 00.25 Bullet Points (WH)
SONNTAG 5. Juni 22.05 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Fiberglass & Megapixel das leben der Surf-Fotografen und -Filmer findet jährlich beim aSP-Worldtour-Finale in Hawaii seinen Höhepunkt. Hier zählt nur eines: den perfekten Moment für die ewigkeit festzuhalten.
23.30 Highlights Red Bull art of Motion london 00.00 Cliptomaniacs Mit tim & gendle 00.30 On the Loose Serienstart, 1/10 01.00 Play! das neueste aus der Welt der computerspiele 01.15 adventuRe ciRcuS New World Disorder – Dust and Bones
23.05 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Glastonbury – The Mud, the Music, the Madness (Teil 2) der zweite teil der dokumentation über ein Musikfestival, das die Welt der Musik und die Menschen für immer geprägt hat. 00.20 The Showroom
02.00 Nightflight Queen club, Paris
00.25 Bullet Points (WH)
05.10 Cliptomaniacs (WH)
00.55 Highlights Red Bull art of Motion (WH)
01.15 Road to Racing Grand Prix von Monaco
05.35 adventuRe ciRcuS New World Disorder – Dust and Bones (WH)
01.20 On the Loose Serienstart, 1/10 (WH)
01.30 Highlights Red Bull Psicobloc Brazil 2011 (WH)
06.20 On the Loose Serienstart, 1/10 (WH)
01.45 Mountainbike Chronicles FMB Ranchstyle (WH)
00.50 Momentum – What drives you Mark Webber (WH)
06.45 Highlights (WH)
BILDER: BRIAn BIELMAnn/RED BuLL COnTEnT POOL, MOunTAIn LInE FOunDATIOn, GETTY IMAGES/RED BuLL COnTEnT POOL, RuTGER PAuw/RED BuLL COnTEnT POOL (2), PREDRAG vuCkOvIC/RED BuLL COnTEnT POOL
momeNtum: mArK WeBBer Samstag, 28. Mai, 17.35 Uhr nach der erfolgreichsten Saison seiner karriere ruhte sich Mark webber keines wegs aus. Denn 2011 will er noch mehr.
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The AThleTe
BILDER: APT FILM&TELEvISIOn LTD, Av PATCHBAY LLC/EL ATLETA, BRIAn BIELMAnn/RED BuLL COnTEnT POOL, GRunDY LIGHT GMBH, DARREn JACkLIn/RED BuLL COnTEnT POOL, PHILIP PLATzER/RED BuLL COnTEnT POOL, RED BuLL Tv, REED SAxOn/ASSOCIATED PRESS, TAYLOR STEELE/DRIFTInG PRODuCTIOnS, SALLATO, LARRAÌn Y SABATInI PRODuCCIOnES LIMITADAS
Sonntag, 19. Juni, 22.15 Uhr In deutscher Erstausstrahlung: Abebe Bikilas Leben war der Laufsport. Als erster Schwarzafrikaner gewann er eine Goldmedaille bei Olympischen Spie len, und zwar in Rom, wo er den Marathon nicht nur barfuß, sondern auch in neuer Bestzeit lief. All das änderte sich, als er 1968 in einen Autounfall ver wickelt wurde und in der Folge querschnittsgelähmt war. Doch statt zu ver zweifeln, suchte sich Abebe neue sportliche Herausforderungen und fand sie – bis zu seinem Tod 1973 – im Bogenschießen und in Hundeschlittenrennen.
Nightflight – live from iBiZA Samstag, 11. Juni, 00.00 Uhr Heute öffnet der legendäre „Amnesia“ Club in Ibiza wieder seine Tore für das Partyvolk. „nightflight“ ist live dabei. SAMSTAG 11. Juni 22.30 Bullet Points
SONNTAG 12. Juni
23.15 Road to Racing Grand Prix von Kanada Mit david coulthard
22.05 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Lost in La Mancha dokumentation, uSa & uK, 2002. Mit Johnny depp, terry gilliam, Jeff Bridges u.a.
23.30 Highlights Ryan doyle Freerunning at Xilitla
23.45 tHe FilM FeStival in YouR living RooM STILL BILL Mit „ain’t no Sunshine“ landete Bill Withers einen Welthit. „Still Bill“ zeigt in bewegenden Bildern die unglaubliche erfolgsgeschichte des einzigartigen Sängers und Songwriters.
23.00 Surf Chronicles Billabong Pro Rio de Janeiro
00.00 Nightflight LIVE amnesia ibiza opening
03.45 Surf Chronicles Billabong Pro Rio de Janeiro (WH) 04.00 Cliptomaniacs Mit tim & gendle
SAMSTAG 18. Juni 22.30 Bullet Points 23.00 Mountainbike Chronicles FMB dirt Masters 23.15 Highlights the enduro at erzberg 2010
23.45 Highlights Red Bull donkey cross 2011
SONNTAG 19. Juni 22.15 tHe FilM FeStival in YouR living RooM The Athlete Sportdokumentation, Äthiopien 2009 23.55 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Why Do Jamaicans Run So Fast? Klein, aber oho. die dokumentation erzählt die geschichte eines inselstaats, der bei den olympischen Spielen 2008 in Peking ganz groß rauskam.
00.15 Cliptomaniacs LIVE Mit Basti & Mücke
01.15 Play! das neueste aus der Welt der computerspiele 01.05 The Showroom 01.10 Bullet Points (WH) 01.40 Highlights Ryan doyle – Freerunning at Xilitla
01.30 adventuRe ciRcuS Perfecto 02.25 Nightflight nikki Beach, Marbella 05.30 Cliptomaniacs (WH)
AdveNture circuS – melAli Samstag, 25. Juni, 01.15 Uhr „Melali“ erzählt von der besonderen Beziehung zwischen Mensch und welle. Dokumentiert von SurfPro Rob Machado. SAMSTAG 25. Juni 22.30 Bullet Points 23.00 Surf Chronicles Brazil Backstage 23.15 Road to Racing Grand Prix von Europa Mit david coulthard 23.30 Momentum – What drives you Mick Fanning
SONNTAG 26. Juni 22.00 tHe FilM FeStival in YouR living RooM Ojos Rojos acht lange Jahre musste chile auf die teilnahme an einer Fußball-WM warten. Für eine derart fußballbegeisterte nation die reinste Folter. Harte arbeit und unendlicher einsatz machten sich endlich bezahlt: mit der teilnahme an der WM in Südafrika. und auf einmal durften die „ojos Rojos“ wieder jubeln.
00.00 Cliptomaniacs Mit tim & gendle
00.45 On the Loose Serie, 3/10
03.00 Highlights Music armada 03.30 Road to Racing Grand Prix von Kanada Mit david coulthard (WH)
cliPtomANiAcS live Sonntag, 18. Juni, 00.15 Uhr Live aus dem neuen Studio: Die Come dians Basti & Mücke präsentieren die coolsten Clips aus der welt von Red Bull.
00.30 On the Loose Serie, 4/10
01.00 Bullet Points
01.00 Play! das neueste aus der Welt der computerspiele
01.30 Highlights the enduro at erzberg 2010 (WH)
01.15 adventuRe ciRcuS Melali – The Drifter Sessions
00.55 The Showroom
02.20 Nightflight Bolgia, Mailand 05.25 Cliptomaniacs Mit tim & gendle (WH)
04.25 On the Loose Serie, 2/10 (WH)
05.55 On the Loose Serie, 3/10 (WH)
04.50 adventuRe ciRcuS Core
06.20 Highlights Red Bull donkey cross 2011
05.50 adventuRe ciRcuS Melali – The Drifter Sessions (WH)
05.40 Highlights Ryan doyle Freerunning at Xilitla (WH)
06.45 Highlights the enduro at erzberg 2010
06.55 Surf Chronicles Brazil Backstage (WH)
23.35 tHe FilM FeStival in YouR living RooM The Pied Piper of Hützovina die Regisseurin Pavla Fleischer begleitete eugene Hütz, Sänger der legendären Punk-Band gogol Bordello, auf der Suche nach seinen Wurzeln durch die ukraine. ein Road-Movie der besonderen art.
01.05 The Showroom 01.15 Bullet Points (WH)
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ollten Sie bisher geglaubt haben, der beste Weg zu Weisheit, Anerkennung und einem schnellen Auto bestehe darin, sich zu einem Experten auf Ihrem Fachgebiet zu entwickeln – dann haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten: Wollen Sie Ihrer Überzeugung treu bleiben, dann hören Sie jetzt sofort zu lesen auf. War schön, dass Sie vorbeigeschaut haben, nächstes Mal wieder. Hegen Sie hingegen Zweifel, ob Sie mit Ihrem Weg zum Expertentum richtigliegen, dann lesen Sie bitte weiter. Gleich werden Sie nämlich erfahren, dass Ihre Zweifel begründet waren: Ein Experte zu werden ist der beste Weg zu verblöden. Klingt hart, aber genau das ist der Schluss, den wir aus einer kleinen Untersuchung des amerikanischen Soziologen Andrew Abbott ziehen können, deren Ergebnisse er 2010 veröffentlicht hat. Als Ausgangspunkt diente Abbott ein Thema, das erst einmal etwas eigenartig anmutet: Er wollte herausfinden, wie es um unsere Unwissenheit bestellt ist. Dabei ging es ihm weniger um die Frage, wie groß die Lücken in unserem Wissen sind. Das ist schnell gesagt. Jeder Mensch weiß irgendetwas nicht, „selbst die Klügsten unter uns“ wüssten „nur einige“ Dinge, so Abbott. Nach Ansicht des Soziologen ist eine andere Sache ungleich wichtiger. Nämlich: Auf welche Weise wissen wir etwas nicht? Welche Qualität hat unsere Ahnungslosigkeit? Habe ich es nicht gesagt: Klingt ein wenig seltsam, das Thema. Aber seien Sie versichert: Die Antwort darauf bringt Sie ein Stück weiter. Abbott ging also hin und untersuchte, auf welche Weise Menschen unwissend sein können. Dazu bediente er sich eines Buchs, das er selbst vor über zwanzig Jahren geschrieben hatte. Dieses Buch gilt unter Fachleuten, die sich mit dem Thema „Berufe“ beschäftigen, als Standardwerk. Abbott lässt es darin an
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Klugsein macht blöd! Was mancher von uns schon geargwöhnt hat, wurde nun bestätigt: Umfangreiches Expertenwissen kann paradoxerweise zu Unwissenheit führen. eindeutigen Statements nicht fehlen. Es ist also zu erwarten, dass Studenten und Wissenschaftler seiner Fachrichtung dazu in der Lage sind, Abbotts Thesen richtig und vollständig wiederzugeben. Sind sie aber nicht, wie der Soziologe ebenso erstaunt wie bestürzt feststellen musste. Nur weniger als die Hälfte der Wissenschaftler bzw. Studenten war dazu in der Lage. Alle anderen fuhrwerkten
mit dem Buch auf sinnentstellende Weise herum, die nur ein Gutes hatte: Abbott konnte daraus seine kleine Theorie der Unwissenheit ableiten. Sein Fazit: Am gefährlichsten sei die Unwissenheit der Experten. Also von Spezialisten, die trotz aller Klugheit und Belesenheit ein Buch wie das seine entweder nicht angemessen gewürdigt oder überhaupt falsch verstanden hätten. Auf die Frage, wie so etwas geschehen könne, gibt Abbott eine Antwort, die wir uns zu Herzen nehmen sollten. Erst mal wären die betreffenden Wissenschaftler offenen Auges durch die Welt gegangen. Auf Basis der gesammelten Fakten hätten sie dann eine Theorie entwickelt, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. So weit, so gut. Von da an aber habe ihr Gedächtnis gegen sie gearbeitet: Die Experten merkten sich von Stund an nur noch jene Dinge, die zu ihrer Theorie passten. Alle anderen aber hätten sie vergessen, inklusive Abbotts Buchs, das ihnen offensichtlich nicht in den Kram gepasst habe. Das bedeutet: Wer glaubt, eine Sache verstanden zu haben, beginnt zu verblöden. Abbott sagt das zwar etwas eleganter, meint aber das Gleiche: „Unser eigenes Gedächtnis fängt an, uns am Lernen zu hindern.“ Da helfe nur eines: immer wieder von vorne zu beginnen; in dem Moment, da wir das Gefühl haben, ein Experte zu sein, fangen wir an, unser Expertentum wieder abzulegen. Daher lautet der wunderbare letzte Satz von Abbotts kleinem Aufsatz auch: „Wir fangen immer erst an zu denken.“ Nur zu lesen hören wir manchmal auf. Jetzt zum Beispiel. Christian Ankowitsch, 51, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
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