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The Red Bulletin Mai 2018 - CHDE

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SCHWEIZ MAI 2018, CHF 3.80

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ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

SOUL SURFER

Mit purer Freude ganz nach oben WAS WIR VON DER HAWAIIANERIN HA‘A KEAULANA FÜR UNSER LEBEN AN LAND LERNEN KÖNNEN


EDITORIAL

AUS PURER FREUDE AN DER SACHE Sie ist kein Profi, und sie bestreitet keine Wettkämpfe. Dennoch ist die Hawaiianerin Ha‘a Keaulana ein Star der Surf-Szene. Weil sie das Wellenreiten auf ihre eigene Art zelebriert. Weil sie am Meeresboden trainiert. Weil sie alte Surf-Traditionen belebt, weil sie eins mit dem Ozean werden will – und weil sie ihren Sport letztlich nur aus einem Grund ausübt: aus der puren Freude an der Sache. Und 157.000 Instagrammer folgen ihr dabei Tag für Tag … Die etwas andere Surf-Story ab Seite 26.

MIT AN BORD IN DIESEM HEFT

DOM DAHER

Der französische Extremsport- und Lifestyle-Fotograf arbeitete bereits mit Stars wie Biathlon-Dominator Martin Fourcade oder dem Schweizer Biker Patrick Seabase. Für uns besuchte Daher das Genfer Skatemuseum Pulp68. Eine bunte Zeitreise zu Uralt-Sakteboards, legendären Sneakers, VHS-Kassetten, Skateboard-Comics und kultigen Video-Games: ab Seite 32.

BEN KRISCHKE

Ken Roczen wuchs über sich hinaus, als er eigentlich gar keine Chance mehr hatte. Nach einem Horror-Crash in den USA schien seine Karriere beendet. Doch der deutsche Motocross-Superstar kämpfte sich zurück – dank mutigen Ärzten und seinem eisernen Willen. Kens Geschichte: ab Seite 52.

Der Münchner Autor schreibt Reportagen und Porträts, etwa für den „Playboy“ und den „Focus“. Für uns sprach Krischke mit dem deutschen Spitzenkletterer Alexander Megos über dessen Erfolgsprinzipien. Krischkes Lieblingsaussage des Topathleten: „Der Fokus darf nicht allein auf Erfolg liegen.“ Ab Seite 66. NATIONAL GEOGRAPHIC/GETTY IMAGES (COVER)

Schön flexibel bleiben: Bewegungs-Experte Ido Portal – hier beim Shooting mit Fotograf Cyrill Matter – verleiht Menschen neue Haltung. Ab Seite 42 verrät er, was du von Kindern und Tieren lernen kannst.

Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

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THE RED BULLETIN


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INHALT Mai

FEATURES

26 Königin der Wellen

Hawaiis coolste Surferin trainiert das Überleben unter Wasser. Und weiß, wie du dank purer Freude gewinnst.

32 Ein Leben in Skateboards Jim Zbinden, Gründer des Skateboard-Museums Pulp68, zeigt uns die Prunkstücke seiner legendären Sammlung.

42 Beweg dich endlich!

Der Israeli Ido Portal kennt deinen Körper besser als du – und sagt dir, was du von Tieren und Kindern lernen kannst.

52 Leib und Leben

Wie sich Motocross-Star Ken Roczen nach seinem Horror Horrorsturz zurück an die Weltspitze kämpfte.

60 Sarah Cooper: Boss-Level Lektionen von der witzigsten Business-Trainerin der Welt.

66 Der Weg nach oben

Wie Ausnahmekletterer Alexander Megos mentale und körperliche Aufgaben in der Felswand löst.

72 Mörder-Jäger

Als Deutschlands führender Profiler jagte Axel Petermann Gewaltverbrecher. Uns erklärt er seine Erfolgsstrategie.

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KEN ROCZEN

Der MotocrossSuperstar verlor bei einem Sturz fast seinen Arm. Doch er kämpfte sich an die Spitze zurück.

IAMDDB

gilt als Englands größtes Musiktalent seit Amy Winehouse. Wir haben die fünf Gründe ihres Erfolgs analysiert.

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BULLEVARD Life & Style abseits des Alltäglichen

10 Weltmeister-Tipps: So wirst du

zum Trainings-Biest

12 Auf dünnem Eis: Schlittschuh14 15 16 18 20 22 23 24

Ausfahrten in Schweden Songs, die Musiker empfehlen Special Food: Sushi-Sneakers Club-Tipp: Nordstern in Basel Englands neue Soul-Rakete Weltrekord-Wasserfallspringer Rad-Laufräder zum Falten Film-Fiesling Jeffrey Dean Morgan im Interview Dieser Jetski kann fliegen

GUIDE

Get it. Do it. See it. 80 Highlights auf Red Bull TV 82 Uhren: 100 Jahre Hamilton 84 Save the Date:

Termine zum Vormerken

86 Wings for Life World Run:

JOE PUGLIESE, ALEXIS CHABALA/KINTZING, LOPAKA TERADA-PAGDILAO

alles, was du wissen musst 88 Equipment: Laufsport-Special 97 Impressum 98 Action-Highlight

26 HA‘A KEAULANA

Ihre Familie prägte den Surf-Lifestyle an einem der wichtigsten Surf-Spots der Welt. Uns erläutert sie ihre Lebensphilosophie.

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BULLEVARD

KONSTANTIN REYER

L I F E & S T Y L E A B S E I T S D E S A L LTÄ G L I C H E N

UND JETZT DU!

Wakeboard-Doppelweltmeister Dominik Gührs verrät dir, wie du die Form deines Lebens findest. THE RED BULLETIN

Dominik Gührs, 28, Wakeboard-Pro: „Du willst über dich hinauswachsen? Dann schalte in den ‚Beast-Modus!‘“

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„SO WECKST DU IM TRAINING DEN BEASTMODUS IN DIR.“

is hierhin – und weiter: Der deutsche WakeboardWeltmeister Dominik Gührs, 28, ist bekannt dafür, in jedem Training seine Grenzen zu sprengen. Dafür versetzt er sich in einen besonderen Modus. the red bulletin: Es gibt im Netz ein Bild von dir, auf dem du Klimmzüge machst – mit einer 20-Kilo-Scheibe um den Bauch. Darunter steht #beastmode. Wirst du im Training zum Biest? dominik gührs: Für mich geht es immer darum, meine Grenzen zu überwinden. Und dafür muss ich manchmal meinen Kopf austricksen. Wie meinst du das? Jeder, der mal Krafttraining gemacht hat, kennt diesen Moment: Du machst Kniebeugen – und plötzlich zittern deine Beine, dein Atem wird flacher, und dein Kopf sagt: „Jetzt geht’s nicht mehr.“ 99 Prozent der Fitness-Sportler hören hier auf. Exakt, aber eigentlich wird es erst da interessant. Wenn ich mich überwinde und wieder in die Knie gehe, steigt eine Superkraft in mir auf, und ich schaffe fünf weitere Beugen. Eine Superkraft? Ja, mein Kopf hört zu denken auf, und mein Körper gibt Vollgas – quasi auf Autopilot. Letztens hab ich bei einem Boxtraining mitgemacht, und wir hatten Gurte um, die unseren

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Okay, aber wie genau bringst du den Körper dazu, die erste Schmerzschwelle zu über überwinden, wenn bei den Kniebeugen die Beine zittern? Ich rufe mir in Gedanken zu: „Komm schon, andere schaffen das auch!“ Und dann merke ich, wie sich in mir eine neue Energie ausbreitet. Das klingt, als stamme die Kraft aus einer Wut, dass andere stärker sind als du. O ja, schon als Kind wollte ich alles besser können als mein Bruder – der fünf Jahre älter war. Beim Krafttraining ist es heute genauso: Wenn mein Partner mehr Gewicht schafft als ich, packe ich noch Kilos drauf … Aber Vorsicht: nie erschöpft trainieren. Die Er Erfahrung kommt mit der Zeit. Nützt du das alles in deinem Sport? Ja. Im Wettkampf versetze ich mich in einen ähnlichen Zustand. Sobald ich am Start bin, konzentriere ich mich ganz auf mich, blende die lärmenden Zuschauer aus, und es steigt etwas Kraftvolles in mir auf. dominik-guehrs.com KONSTANTIN REYER

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Erschöpfungsgrad anzeigten. Grün stand für „fit“, Rot für „erschöpft“, Schwarz für „am Limit“. Nach dem Sparring sagte mein Partner: „Du warst zwei Minuten auf Schwarz“ – aber ich hatte das nicht mitbekommen, weil ich völlig in den Schlägen aufgegangen war. Das ist das Faszinierende am Beastmode: Er zeigt, was unser Körper wirklich kann.

Extra-Kick: Wakeboard-Weltmeister Dominik Gührs beim Training im „Beast-Modus“

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BULLEVARD

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BULLEVARD

Schweden

Stockholm

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HENRIK TRYGG

TOM GUISE

„Ein Freund von mir bietet Eis-Touren an und verleiht auch das nötige Equipment“, sagt Outdoor-Fotograf Henrik Trygg. „Vorkenntnisse sind nicht nötig. Als Gruppe schafft man, je nach Geschwindigkeit, pro Tour zwischen 30 und 100 Kilometer.“ Infos: iceguide.se

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„Wenn du ein­ brichst, dreh um – zurück auf stabi­ leres Eis“, sagt Henrik Trygg (re.). „Die meisten ma­ chen den Fehler und laufen in dieselbe Richtung weiter.“

Kufen-Abenteuer

AUF GANZ DÜNNEM EIS

… ist eine Redensart bei uns. In Schweden kannst du tatsächlich darauf laufen.

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tockholm ist die Schlittschuh-Hauptstadt der Welt“, sagt der schwedische Outdoor-Fotograf Henrik Trygg, „wir sind von November bis April am Eislaufen. Zuerst auf den kleinen Teichen, dann auf den größeren Seen und schließlich durch den Schärengarten, die Ostsee-Inselgruppe vor den Toren der Stadt.“ Trygg sucht aber einen speziellen Nervenkitzel: hauchdünnes, jungfräuliches Schwarzeis. „Wir halten uns von dickem, totem Eis fern“, sagt er, „und suchen die unberührten Stellen. Wir wollen das Eis hören und fühlen. Wollen spüren, wie es lebt.“ Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: „Dünnes Eis knackt und biegt sich. Drau-

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ßen im Schärengarten, auf Salz-Eis, läuft man wie bergauf oder über Wellen, so elastisch ist die Eisschicht.“ Der hohe Ton, den die Kufen auf dem Eis erzeugen, klingt wie eine Laserpistole im ScienceFiction-Film. „Je höher der Ton, desto dünner das Eis.“ „Für den Fall, dass wir mal durchbrechen, haben wir eine Art Rettungsboje mit trockenen Klamotten dabei. Dazu ein Messer, mit dem wir uns zurück aufs Eis ziehen können, und Seile, die man sich gegenseitig zuwerfen kann. Alles halb so wild, man muss sich dann nur schnell umziehen.“ Trygg und sein Kumpel Mårten Ajne (am Foto linke Seite) schaffen pro Tag rund 100 Kilometer: „Manchmal ziehen wir Kreise, manchmal laufen wir von A nach B, aber die interessanten Touren sind die von A nach X. Wenn wir nicht wissen, wie weit wir kommen werden. Vielleicht sitzen wir am Ende auf einer Insel fest und müssen ein Boot oder einen Hubschrauber rufen.“ Mehr Fotos: henriktrygg.com 13


Julien Barbagallo

DIESE 4 SONGS MACHTEN MICH ZUM MUSIKER

Vor Tame Impala spielte Barbagallo in der IndiepopBand Tahiti 80.

Und warum der Drummer von Tame Impala so spät zu seiner Muttersprache fand.

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ame Impala ver­ danken wir die Renaissance des Psychedelic Rock. Nach dem 2015er­Album „Currents“ legte die austra­ lische Band eine Pause ein, doch ihr französischer Drum­ mer Julien Barbagallo startete eine Songwriter­Karriere. Vor kurzem veröffentlichte er sein drittes Soloalbum „Danse dans les ailleurs“ („Tanz in anderen Welten“) – eine Woge melancholischer Klänge im Stil von Experimental­Pop­ Meister Serge Gainsbourg. Hier erzählt Barbagallo, wie der verstorbene Chansonnier und drei kultige Bands seine eigene Musik beeinflussten.

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AIR „SEXY BOY“ (1998)

„Mit zehn entdeckte ich diese Progressive-Rock-Band. Ich hatte keine Ahnung, worüber Peter Gabriel sang, aber ich war beeindruckt, dass sie so viele Melodien und Stimmungen auf einmal in einen Song packen konnten. Ich fühlte mich in einer Märchenwelt der Sounds. Und ich war von Phil Collins’ Drumming begeistert – komplex und dennoch groovig. Das hat mich als junger Schlagzeuger sehr inspiriert.“

„Ich hörte es mit vierzehn im Radio, und es haute mich um. Ich war von Genesis Rock gewohnt, der komplexer war. Ich dachte mir: ‚Wow, der Beat ändert sich nicht ständig, und es sind einfache Melodien.‘ Es motivierte mich, selbst Songs zu schreiben. Ich war regelrecht besessen von Gallaghers Rockstar-Gehabe, also kaufte ich mir eine gefälschte GibsonLes-Paul-Gitarre – und wollte selbst auf der Bühne stehen.“

„Ich war fasziniert von Air, der ersten französischen Band meiner Generation, die international berühmt wurde. Ich hätte das nie für möglich gehalten, vor allem weil sie ihr Franzosentum stark betonten – das Lied ist mit seinem Text und dem 70er-Vibe ein tolles Beispiel dafür. Air bewies, dass man Erfolg haben kann, wenn man mit Sounds experimentiert und achtminütige Lieder ohne Gesang macht.“

SERGE GAINSBOURG „VARIATIONS SUR MARILOU“ (1976) „Für mich der Inbegriff des Poetic Pop. Über sieben Minuten lang, die eine Hälfte singt er, die andere spricht er. Du hast keine greifbare Melodie, das macht es so aufregend. Das tragende Instrumental ist cool, der Text wunderschön. Erst nach Jahren traute ich mich, in meiner Muttersprache zu singen. Weil es so schwer ist, an Gainsbourgs geniale Poesie heranzukommen.“

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FLORIAN OBKIRCHER

OASIS „SUPERSONIC“ (1994)

TAJETTE O’HALLORAN

GENESIS: „GET ’EM OUT BY FRIDAY“ (1972)


BULLEVARD

Im Uhrzeigersinn von links oben: Vans Old Skool; Pharrell × Adidas NMD; Adidas Superstar

H Leckere Sneaker

SCHUH-FISCH Cool: Koch Yujia Hu kreiert aus Sushi-Zutaten klassische Sneakers. Noch cooler: Du kannst das jetzt auch.

Küchenchef Hu: „Keinen Bock mehr, jeden Tag dasselbe zu machen.“

YUJIA HU

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

Die essbare Interpretation eines Klassikers: Nike Air Jordan 1, 1985. Das Logo besteht aus Meeresalgen.

unger? Wie wäre es mit Nike Air Max? Oder hättest du doch lieber einen Adidas Stan Smith? Im Restaurant Sakana Sushi in Mailand gibt’s legendäre Sneakers zu essen. Dafür verantwortlich: Küchenchef Yujia Hu. Seit 2015 kreiert der gebürtige Chinese kleine Kunstwerke aus rohem Fisch, Gemüse, getrockneten Meeresalgen und Reis. „Sushi ist eine Kunst“, sagt Hu. „Und ich stelle die Kunst auf neue Art dar.“ Der kreative Ansatz des 29-Jährigen ist zugleich Versöhnung mit seinem Schicksal. Als Achtzehnjähriger musste er die Kunstakademie abbrechen, um im Restaurant seiner Eltern zu arbeiten. Harte Ausbildung zum SushiMeister inklusive: „Ich musste jeden Tag stundenlang dasselbe machen, immer dieselben

Bewegungen, mit den immer gleichen Zutaten.“ Doch mit einfachen Mitteln kann man Fantastisches schaf schaffen. Basketball-Fan Hu fertigte zunächst NBA-Spieler und andere Stars aus Onigiri (japanischen Reisbällchen), später ihr Schuhwerk und Streetwear. Bilder davon zeigte er auf Instagram und profitierte von immer mehr Followern: „Sie haben mich dazu gebracht, noch besser zu werden.“ Der Instagram-Feed wurde zur Spezialitätenkarte des Restaurants. Ab 25 Euro bekommt man „Shoeshi“, für das Hu 15 bis 45 Minuten braucht. „Das Schwierigste sind die Details auf den Schuhen, Logos, Schnürsenkel, Ösen“, erklärt Hu, „aber es ist alles nur eine Frage der Übung.“ Deswegen hat Hu unlängst ein „Shoeshi“-Buch veröffentlicht, in dem er Tipps und Rezepte teilt. Dann ist er auch nicht mehr allein mit dem einzigartigen Gefühl, das beim Verspeisen jeder Kreation aufkommt: „Genuss, gepaart mit Groll – weil du gerade ein Kunstwerk zerstörst.“ Instagram: @theonigiriart

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Wilde Nacht, perfekter Sound: das DJ-Deck samt Besatzung im Basler Club Nordstern

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Club Nordstern

FLO OBKIRCHER

BASS IM BAUCH

MODULWERK TIMON CHRISTEN

Tagsüber ist das Nordstern ein unscheinbares Schiff im Basler Hafen, nachts wird in seinem Bauch gefeiert: Sechsmal wurde die Location bei den Swiss Nightlife Awards zum besten Club des Landes gekürt. Nächstes Highlight: das DJ-Set der russischen TechnoQueen Nina Kravitz am 20. April. Alle Events: nordstern.com

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IAMDDB, 22, arbeitet gerade an ihrem DebĂźtalbum, das sie im Herbst herausbringen will.

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BULLEVARD

Musikerin zu sein – und fand meinen eigenen Stil“, sagt sie über den so unorthodoxen wie einzigartigen Trap-JazzGenre-Mix ihrer Songs.

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innen einem Jahr stieg Diana De Brito alias IAMDDB vom No-Name zur heißesten Newcomerin der britischen Musikszene auf. Julie Adenuga, geniale Musik Musikentdeckerin des Apple-Radiosenders Beats 1, bezeichnet die Sängerin aus Manchester gar als „Zukunft der Musik“; bei der prestigeträchtigen „Sound of 2018“-Expertenwahl der BBC, die schon die Karriere von Adele oder Sam Smith beflügelte, belegte sie Rang drei. Der Grund: Ihr revolutionärer Mix aus harten Hip-Hop-Beats und souligem, jazzigem Gesang bringt zwei Welten zusammen, die bislang als inkompatibel galten. Hier fünf Gründe, warum IAMDDB das Zeug zum Superstar hat.

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ALEXIS CHABALA/KINTZING

FLORIAN OBKIRCHER

Weil sie neu definiert, was es überhaupt heißt, Musikerin zu sein. IAMDDB nahm als Elfjährige erstmals im Tonstudio auf, vor vier Jahren veröffentlichte sie unter ihrem bürgerlichen Namen eine Pop-Single („This Movement“ – hält sie mittler mittlerweile für zu beliebig). Ihre musikalische Erleuchtung fand sie 2015, als sie ihren Vater in Angola besuchte, als Sängerin in seiner Afro-JazzBand einstieg und mit ihm auf Tour ging (inklusive Privatauftritt für den Präsidenten). „Ich lernte, was es heißt, eine

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Weil sie den Mut hat, ihrem Instinkt zu folgen. 2016 schrieb sich IAMDDB in Manchester an der Universität ein. Ihr Studium schmiss sie allerdings gleich wieder hin – nach nur einer Stunde. Weil sie im Vorlesungssaal erkannte, dass sie ihre wahre Bestimmung bereits gefunden hatte: Musik. Von dieser Erkenntnis inspiriert, ging sie nach Hause und schrieb innerhalb weniger Stunden ein neues Stück. Besagter Song, „Leaned Out“, verhalf ihr wenig später zum Durchbruch, das selbst produzierte Musikvideo hält mittler mittlerweile bei über sechs Millionen Klicks auf YouTube.

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Weil sie eine Rebellin ist – und dabei Respekt vor den Großen hat. Von ihrer Mutter hat sie die Liebe zu Bob Marley geerbt, den sie als ihren größten musikalischen Einfluss bezeichnet. „Bei uns daheim lief ständig Bobs Musik. Bei der Art, wie ich Songs schreibe, wie ich Harmonien finde, orientiere ich mich stark an ihm“, sagt sie. Hören kann man das zum Beispiel in ihrem Song „More“, wenn sie die sanfte Phrasierung, für die der Reggae-Musiker berühmt ist, stimmlich nachahmt. Ihr Marley-Lieblingssong? „Waiting in Vain“.

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Weil sie stark genug ist, Kompromissen zu widerstehen. Seit dem Hype um ihre Person wird IAMDDB von Plattenfirmen umgarnt. Sie allerdings lehnt Angebote strikt ab, um unabhängig zu bleiben. Sie findet, dass nur volle Kontrolle über das kreative Schaffen und Authentizität zum Erfolg führen. „Wenn du bei einer Plattenfirma unterschreibst,

Newcomer

DIE SOULRAKETE

So klingt die Zukunft: fünf Gründe, warum IAMDBB die größte britische Musikhoffnung seit Amy Winehouse ist.

wird von dir erwartet, dass du Kompromisse eingehst“, sagt sie. „Dafür bin ich nicht zu haben, das verspreche ich euch!“

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Weil sie sich für andere einsetzt. Ihr oberstes Ziel als Künstlerin: junge Frauen zu inspirieren und ihnen Sebstvertrauen zu geben. In IAMDDBs Songs wie „Teardrop“ spornt sie ihre Hörer dazu an, ihre Verletzlichkeit nicht zu verbergen und Fieslingen im Alltag die Stirn zu bieten. „Online ver versuchen Typen ständig, mich runterzumachen und meinen Erfolg zu schmälern. Ich habe fast Mitleid mit denen. Weil ich glaube, dass sie deshalb so negativ sind, weil sie sich selbst nicht mögen“, sagt sie.

Die aktuelle EP von IAMDDB, „Hoodrich Vol. 3“, gibt’s auf iamddb.bandcamp.com

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REKORDSPRINGER

OPAS LIEBSTES HOBBY 2008 sprang Di Huanran erstmals über den Daoshuilou-Wasserfall in den Fluss Mudan Jiang im Nordosten Chinas: schaurige 12,19 Meter tief, Weltrekord. Im Jahr darauf wollte er das Gefühl noch mal erleben. Und dann noch mal. Di Huanran, mittlerweile 60, wiederholt seinen Weltrekord-Sprung noch immer Jahr für Jahr. Jeder braucht wohl ein Hobby.

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TOM GUISE

Wasserfall-Fan: Di Huanran, 60, beim jährlichen Rekordsprung. Shen Min schoss das Bild mithilfe einer DJI-Mavic-Pro-Drohne. skypixel.com THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

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Zusammengeklappt gerade mal 226 Millimeter Durchmesser: einfach zu transportieren, leicht zu lagern

Die isokinetische hexagonale Struktur von Revolve dehnt sich aus wie ein Muskel.

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Das Rad passt problemlos auf die meisten handelsüblichen Fahrräder.

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Herkömmliche FaltBikes haben 400 bis 500 Millimeter RadRad durchmesser. Revolve misst 665 Millimeter.

QUADRATUR DES KREISES

Ein Deutscher hat das Rad neu erfunden: ein Laufrad, das sich auf die Größe dieses Magazins zusammenfalten lässt.

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ls Designer bei Audi, Alfa Romeo und Maserati hatte Andrea Mocellin so manchen HeurekaMoment. Doch sein bester Einfall kam ihm beim Radfahren in Tokio. „Dort musste ich das Rad in meine winzige Wohnung schleppen, weil ich es nirgends

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anhängen konnte“, sagt der Deutsche. Ein Ärgernis, das auch ein Faltrad nicht aus der Welt schaffen würde. Es sei denn, man könnte auch die Laufräder zusammenfalten … Die Erleuchtung kam in Form eines Spielzeugs aus alten Zeiten: des Hoberman Sphere. Diese sogenannte geodätische Kugel lässt sich dank ihrer Scherengelenke winzig klein zusammenklappen. Mocellin kopierte das Prinzip, investierte drei Jahre Arbeitszeit, hundert 3D-Modelle und zehn Prototypen und lieferte schließlich das „Revolve“. Sein 665-Millimeter-Rad mit RoboGelenken misst zusammengeklappt schlanke 226 Millimeter und spart so 60 Prozent Platz. Ein Tastendruck löst den Magnetverschluss, und schon ist das Rad fahrbereit – dank Vollgummibereifung noch dazu komplett pannensicher.

Geht es nach Mocellin, wird das Klapp-Rad den Markt revolutionieren, weil man es überallhin mitnehmen und leicht aufbewahren kann. Doch Mocellin denkt noch weiter. Seine Erfindung könnte nicht nur für Fahrräder und Rollstühle genutzt werden, sondern Geburtshelfer für ganz neue Transportmittel sein. Sein nächster HeurekaMoment kommt bestimmt. revolve-wheel.com

Das erste Fahrrad, das als Handgepäck durchgeht THE RED BULLETIN

WERNER JESSNER

Revolve Wheel


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öse“ ist sein dritter Vorname seit „The Walking Dead“, denn zwei hat er ja schon seit seiner Taufe: Jeffrey Dean Morgan, in der Zombie-Kultserie als Negan in den TV-Schurkenhimmel auf aufgestiegen, interpretiert das Bosniglhafte seiner Paraderolle aber ohnehin pragmatisch – „Hey, der Typ will einfach überleben …“ – und wendet dieses Prinzip vermutlich haargleich jetzt auch in „Rampage“ an, unter anderem während der gesundheitsgefähr gesundheitsgefährdenden Begegnung mit einem geflügelten 15-Meter-Wolf. Was den Mann sonst so antreibt? Erfahren wir hier. ICH MÖCHTE EINFACH EINE TOLLE ZEIT HABEN Filme wie „Rampage“ sind der Grund, warum ich Schauspieler geworden bin. Denn wenn ich einen Job mache, möchte ich Spaß haben.

STÄNDIG NEUES PROBIEREN! Ich spiele Charaktere selten so lange wie Negan – ich bin gern ein Jahr lang in einer Serie, aber dann habe ich genug. Auch Filme mache ich gern, die dauern ja nicht ewig. Darum will ich in der Rolle des Negan möglichst viele ver verschiedene Dinge ausprobieren. BÖSE IST RELATIV Ich habe Negan nie als Bösewicht betrachtet. Wenn man in dieser Welt so lange überlebt, muss man ja irgendwas richtig machen. Ich denke, er wird als böse wahrgenommen, weil er die Charaktere bekämpft, die wir seit acht Jahren kennen und lieben. Aber ich weiß, es ist mein Job, der Bösewicht zu sein. Und natürlich helfen da die Lederjacke und der Baseballschläger. Aber ich spiele ihn als jemanden, der bloß überleben will. Das finde ich interessanter.

NUR BESTE VORBILDER Keiner macht seinen Job besser als Dwayne Johnson. Er ist ein Schrank von einem Kerl, kann aber über sich lachen, ist charmant, sorgt für gute Stimmung und arbeitet unglaublich hart. Beispiel: Während wir gerade „Rampage“ drehten – mit ihm in der Hauptrolle –, moderierte er „Saturday Night Live“ und flog zu einer Filmpremiere, alles in einer Woche. Er ist zu Recht die Nummer eins unter den Filmstars.

Morgan auf Instagram: @jeffreydeanmorgan

Monsterjäger: Morgan, 51, spielt Regierungsagent Harvey Russell in „Rampage“

MATTHIAS CLAMER/CONTOUR BY GETTY IMAGES

JAMES LUXFORD

ICH BLEIBE MIR TREU Ich habe noch nie so einen großen Film gemacht, musste noch nie gegen einen 15 Meter großen Wolf mit Flügeln kämpfen. Aber ich arbeite genauso wie sonst. Egal ob in „The Walking Dead“ oder sonst wo, ich bringe immer meine Persönlichkeit ein.

Best of Böse

KEINE ANGST! ER WILL JA NUR ÜBERLEBEN Film-Fiesling Jeffrey Dean Morgan über den korrekten Einsatz von Lederjacke und Baseballschläger. THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

Zapata Flyride

DEIN BOOT LERNT FLIEGEN Aufsteigen, Knopf drücken, abheben: Hier kommt das Jet-Bike für den Kunstflug-Piloten in uns.

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ir kennen Franky Zapata seit 2012, da erfand er sein Flyboard – eine Art JetskiBoard, das du dir an die Füße schnallst und womit du übers Wasser fliegst. 2016 ging der französische Geschäftsmann einen Schritt weiter: Er entwickelte sein Flyboard Air, mit dem er nonstop zwei Kilometer über Land flog und damit einen neuen Guinness-Weltrekord für den weitesten HoverboardFlug aufstellte. 2017 gefiel das

Franky Zapata (li.) und sein Flyride in Aktion: Kunstflugmanöver für jedermann

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aber den französischen Behörden gar nicht mehr, weil er „die Mindestvorschriften für den Betrieb eines Fluggeräts nicht eingehalten“ hatte. Zapata, ein früherer JetskiProfi, ließ sich davon freilich nicht entmutigen. Er entwickelte das Flyride, einen fliegenden Jetski, angetrieben vom Wasser-Antriebssystem des legendären Flyboard. Und jetzt das Allerbeste: Im Gegensatz zu den ein wenig zickigen Vorgängern Flyboard und Flyboard Air benötigt man laut Zapata kein Training, um als Pilot mit dem Flyride glänzen können, „ein Kinder Kinderspiel, jeder Sechsjährige kann es fliegen!“, sagt er. Mit der gyroskopischen Stabilisierung startet und landet das selbstbalancierende Wunderding automatisch wie eine Drohne, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 35 km/h und führt auf Knopf Knopfdruck sogar sein Meisterstück aus, die Fassrolle. Einziges Hindernis auf dem Weg zum abgehobenen Freizeitvergnügen: der Preis von knapp 4400 Euro – ohne Schläuche, Zusatzteile und den antreibenden Jetski. zapata.com THE RED BULLETIN

TOM GUISE

Das Flyride lenkst du auch in der Luft mit einer Lenkstange – genau wie einen normalen Jetski auf dem Wasser.


GANZ SCHÖN SICHER.

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Wir sind hier in neun Meter Tiefe, der Stein wiegt 23 Kilo, und Ha‘a Keaulana läuft eine Minute so dahin. Schon ihre Vorfahren haben das trainiert.

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PAUL NICKLEN/NATIONAL GEOGRAPHIC/GETTY IMAGES

Diese Frau geht dem Ozean auf den Grund … und kommt mit purer Freude ganz nach oben: was wir von Ha‘a Keaulana auch für das Leben an Land lernen können. Text AREK PIATEK & TOM GUISE


Ha‘a Keaulana, 26, Tochter und Enkelin hawaiianischer Surf-Legenden

uf Hawaii ist Surfen kein Sport oder Hobby. Es ist eine Art zu leben – und manchmal auch zu sterben. An der North Shore der Insel O‘ahu kann der rollende Donner der berüchtigten Banzai Pipeline eine Person vom Board reißen, gegen das Unterwasser Unterwasser­ riff schleudern und den zerschmetterten, nach Atem ringenden Körper eine Minute und länger unter Wasser halten. Kein Wunder, dass die Hawaiianer des Alter Alter­ tums einen Priester, den kahuna, baten, ihre Boards zu salben und die Götter mit Gebeten gnädig zu stimmen. Moderne Hawaiianer sehen manches davon ein wenig praktischer, aber gerade viele Junge besinnen sich wieder der ehr­ würdigen Traditionen. Allen voran die 26­jährige ­­jährige Ha‘a Keaulana aus Mākaha im 28

Westen von O‘ahu. Sie trainiert, indem sie neun Meter tief auf den Grund des Pa­ zifik taucht, sich dort einen großen Stein schnappt und damit mehr als eine Minute lang am Meeresboden herumläuft. Diese Trainingstechnik hatte ihr Vater ihr beigebracht, als sie ein kleines Mädchen war. „So trainierte er selbst fürs Big­Wave­Surfen, so machte er sich bereit für Wipeouts“, erinnert sie sich, „und eines Tages, ich war wirklich noch ein Kind, sagte er: ‚Jetzt du.‘ Zuerst war es nur Spaß, dann begriffen wir: Das ist unsere Lebensversicherung. Für den Fall, dass uns eine Welle längere Zeit unter Wasser drückt.“ Denn wer es nach einem Wipeout, dem Sturz vom Brett, eine Minute unter Wasser aushält, hat immerhin noch vier Wellen lang Zeit, sich an die Oberfläche zu kämpfen – das gibt ihm an der North Shore realistische Überlebenschancen. „Mittels dieser Technik reagiert der Körper auf den erhöhten Druck unter Wasser – und es vergrößert seine Lungen­ kapazität. Somit kannst du nach einem Wipeout länger in der Tiefe durchhalten“, erklärt Ha‘a.

LOPAKA TERADA-PAGDILAO

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Für Keaulana ist Surfen eine Lebensart, kein Wettkampf: „Contests nehmen dir die Freude am Sport. Ich habe damit aufgehört.“

„Wenn du es nach einem Sturz eine Minute lang unter Wasser aushältst, hast du sogar an der North Shore realistische Überlebens­ chancen.“


Tradition, neu belebt: Keaulana beim Wellenreiten auf dem Longboard – auf dem bereits ihre Ahnen surften


Surferin, Fotografin, Lebenskünstlerin Ha‘a Keaulana: „Die Beziehung zum Meer fühlen. Nur das zählt.“


Ha‘a Keaulana taucht ab, 157.000 Follower auf Instagram sind dabei.

LOPAKA TERADA-PAGDILAO

„Ich kenne viele Profis, die nur an Siege und Preisgeld denken. Und auf das Schönste vergessen haben, was der Ozean zu bieten hat: die reine und unver­ fälschte Freude am Surfen.“

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och hinter dieser Technik steckt noch etwas anderes. „Das ist nicht bloß ein Training für den Notfall. Es ist etwas Spirituelles. In der Tiefe geht es darum, eins zu werden mit dem Ozean. Ihn zu verstehen, zu respek respektieren … es geht darum, sich in seinem Playground heimisch und wohlzufühlen“, sagt Ha‘a, in deren Surf-Philosophie professionelle Wettkämpfe keinen Platz haben. „Ich kenne viele Profis, die nur an Siege und Preisgeld denken. Und wie verrückt trainieren. Und dabei längst auf das Schönste vergessen haben, was dir der Ozean zu bieten hat: die reine und unverfälschte Freude am Surfen.“ Nicht weniger als 157.000 Menschen folgen Ha‘a Keaulana und ihrer Lebensphilosophie auf Instagram. Was die Hawaiianerin zu einem Social-Media-Star macht. Einem Star, der auf erfrischende Art Surftrends ignoriert – und dafür sich und den familiären Wurzeln treu bleibt. Surfen als Lebensstil: „Mein Großvater ist einer jener originalen Beach Boys von Waikiki“, sagt Ha‘a. „In den 1960er-Jahren holte er sich auch noch den SurfboardTitel. Er war einer der ersten Lifeguards

am Mākaha Beach – und er war fest entschlossen, eine Tradition am Leben zu erhalten: die Kunst des Longboardens.“ Wenig verwunderlich, dass Ha‘as bevor bevorzugtes Surfbrett auch noch heute das Longboard ist: „Mit einem Longboard spüre ich das Meer besser. Ich kann mich entspannter auf die Wellen einstellen. Doch wenn du eins mit dem Ozean bist, ist es egal, worauf du surfst. Du hast auf jedem Gerät Spaß mit den Wellen.“ Ha‘as Großvater ist heute übrigens 82 Jahre alt – und sehr aktiv. Denn während wir uns mit seiner Enkelin unter unterhalten, veranstaltet er zum 42. Mal seine Big Board Classic Competition in Mākaha – ein Event ohne Preisgeld und in dem die Ambition, Erster zu werden, von allen Teilnehmern einhellig hintangestellt wird. Dafür aber ein Event, der die pure Freude am Surfen zelebriert. Selbst Superstars wie Zeke Lau und Kelly Slater waren hier schon dabei: „So knüpft mein Großvater die kulturelle Verbindung mit dem Surf Surfsport“, erklärt Ha‘a, „immer mit dem Ziel, Spaß zu haben, die Welle zu lesen und die Beziehung zum Meer zu fühlen.“ haakeaulana.life

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AUF WIEDERSEHEN,

700 Decks, 5000 Exponate: JIM ZBINDEN, Gründer des Genfer Skate-Museums Vergängliche Schönheit Skateboard-Decks im ehemaligen Museum Pulp68 in Genf. „Die Künstler stecken viele Stunden in die Entwicklung der Designs. Sie wissen aber auch, dass ihre Motive binnen weniger Sekunden zerstört werden“, sagt Museums-Chef Jim Zbinden.

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SKATE-HIMMEL!

Pulp68, führte uns durch sein Refugium – ein letzter Besuch vor dem Neustart. Text PATRICIA OUDIT Fotos DOM DAHER


„Die Blut-Bohrmaschine auf dem Deck stammt aus einem Splatterfilm. Ich trage sie als Tattoo auf meinem Arm.“ 34

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SPIELE ZUM EINSTECKEN Linke Seite, Bild oben links: „Der jungen Generation muss man die Old-School-Videospiel-Serie ,Game & Watch‘ von Nintendo erklären: eine Uhr, die man sich in die Tasche stecken, auf der man aber auch spielen konnte. Alle sechs Monate gab es ein neues Modell. Die gesamte Sammlung hätte heute ein Datenvolumen von einem Megabyte.“

DIE BIBEL DER BOARD-KUNST Linke Seite, Bild oben rechts: „Ein Kultbuch: ,The Art of Marc McKee‘. Einer der größten Skateboard-Designer überhaupt. Egal für welche Marke er Decks entworfen hat, sie waren alle fantastisch.“

SKATEDECKHORROR Bild links: „Mit achtzehn habe ich zum ersten Mal zu skaten aufgehört. Dank diesem Deck fing ich wieder an. Mir gefällt der Gegensatz zwischen dem Hintergrund im Oma-Teppich-Style und der Bohrmaschine aus dem Splatterfilm ,Driller Killer‘. Ich trage das Design als Tattoo auf dem Arm.“ THE RED BULLETIN

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SKATE TRIFFT KUNST: DAS MUSEUM IM SHOP „Ich brauche kein Ordnungssystem für die Ausstellungsobjekte. Dafür gibt es Excel-Tabellen!“, sagt Jim Zbinden, Chef des Skate-Museums Pulp68 in Genf. „Ich liebe das Chaos, die Vermischung von Stilen und Epochen. An diesem Ort findest du Kult-Objekte, außergewöhnliche, seltene und signierte Decks.“

„Ich brauche kein System für meinen Schauraum. Mir ist gepflegtes Chaos lieber.“ 36


„US-Skate-Magazine waren schwierig zu bekommen. Wir mussten sie regelrecht jagen.“

DER HEILIGE SCHUH „Der Jason-LeeSkateschuh von Air Walk ist für mich der Heilige Gral. Das Promo-Video war 1995 der Wahnsinn. Der amerikanische Skater Jason Lee zeigt darin den coolsten 360-Flip der Welt. Der Kerl hatte einfach einen unglaublichen Flow auf dem Board.“

BOARDS AUS DER STEINZEIT „Diese Decks stammen vermutlich aus den frühen siebziger Jahren. Einige davon bekamen wir geschenkt, ohne Hinweis auf Entstehung oder Herkunft. Ich kann das ungefähre Entstehungsdatum an den Rollen ablesen, je nachdem, auf welchem Untergrund sie gefahren wurden.“

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SAMMLERSCHÄTZE „Wild kombinierte Sammlerstücke – wie diese Autotür eines Simca Rallye 2 und der MotocrossHubständer von Malcolm Stewart aus den USA oder Tom Pagès aus Frankreich.“

DAS HEAVYMETAL-BRETT „Das Modell ‚King Size Matt Hensley‘ von H-Street (rechts) ist legendär. Ein darin verbautes Metallblech sollte das Deck verstärken, aber der Leim war nicht stark genug, um die Zusatzschicht zu halten.“

KULT-STARS AUF VHS „‚The End‘, der allerbeste SkateboardFilm, ist 1998 rausgekommen. Darin gibt es eine Szene, in der ein Skateboardfahrer von seinem Schatten verfolgt und geköpft wird. Mit dabei: Tony Hawk, Jeremy Klein und Willy Santos.“

MAGAZINE, DIE EINE ÄRA PRÄGTEN „US-Magazine haben wir früher regelrecht gejagt. Es war schwierig, sie zu kriegen. Meine schönste Sammlung? Die Gesamtausgabe von ‚Big Brother‘, das Magazin von Larry Flynt, Gründer des Pornomagazins ‚Hustler‘.“ THE RED BULLETIN

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„Jim gibt nicht auf. Er macht weiter. Wie ein Skater, der ein Obstacle nach dem anderen rippt.“ 40

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A WAS IST EIN SKATEBOARD?, fragt sich Jim Zbinden, 48, der seit 40 Jahren die Schweizer Szene als Skater, Designer und Sammler mitprägt. Ein Werkzeug? Ein Lebensstil? Eine Philosophie? In seinem ehemaligen Museum Pulp68 (unten) versuchte der Genfer die Skate-Kultur zu konservieren und ihre Schätze für alle zugänglich zu machen.

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ls Jim Zbinden im Januar 2018 vor der ehemaligen Polizeistation mit der Hausnummer 115 in der Route de Vernier in Genf steht, die er in ein Shop-Museum verwandelt hat, findet er ein Schreiben vom Gerichtsvollzieher vor. „Die Schlösser waren ausgetauscht worden. Aber ich geriet nicht in Panik. Ich hatte mir gesagt, falls dieser Tag je kommen sollte, muss ich gelassen bleiben. Jedes Ende ist auch ein Neuanfang.“ Als wir Jim Ende Oktober 2017 zum ersten Mal besuchten, ahnte er bereits, dass das Damoklesschwert über ihm schwebte. Er wartete seit Jahren darauf, dass es auf ihn herabsaust. „Ihr wart die Letzten, die hier waren. Seitdem habe ich die Garage eines Freundes in Beschlag genommen und zehn Kubikmeter Paletten mit den für mich wertvollsten Gegenständen eingelagert. Um den Rest kümmere ich mich nach und nach, ehe alles dem Erdboden gleichgemacht wird.“ Ermuntert durch zahlreiche spontane Solidaritätsbekundungen, macht Jim weiter. Wie ein Skater, der über den Asphalt jagt und ein Obstacle nach dem nächsten rippt.

Jims Geschichte begann 1978, als sein Automechaniker-Vater mit einem Skateboard ohne Trucks (Achsen; Anm.) nach Hause kam, das er aus einer Mülltonne gerettet hatte. „Ich war acht Jahre alt. Mein Vater opferte die Rollen seiner Roller Rollerskates für mich und baute mir so ein Skateboard. Ich fuhr damit von A nach B, vorerst noch ohne Sprünge …“ Doch nach und nach kam Jim auf den Geschmack. „Zu dieser Zeit tauchte ich in das PunkrockUniversum ein und war begeistert von seiner rebellischen Ikonographie. graphie. Außer Außerdem liebte ich Videospiele. All das ver verschmolz schließlich miteinander.“ Von da an verbrachte Jim seine Zeit entweder im „Trash Gang“-Skatepark oder auf dem unbebauten Gelände gegenüber, das sich gut zum Skaten eignete. Er ritt eine Welle, die ihren Höhepunkt in den frühen Neunzigern (1990–1995) erreichte – die Zeit der Big Pants, Small Wheels und der Beginn der New School. „Eine Verschmelzung aus Graffiti, Video, Rap, Rock und Fotografie, immer neue Marken, Sponsoren und Medien im Über Überfluss.“ 1995, Jim ist 25 Jahre alt, wurde ein altes Lokal in Eaux-Vives frei – der Verein Pulp68 entstand. Durch den Ver Verkauf von Second-Hand-Produkten finanzierte er sich selbst. Im selben Jahr brach Jims Achse: Sturz, Krankenhaus, Fußknöchel fünffach gebrochen, Einrenken ohne Narkose, Ohnmacht vor Schmerzen. Das war’s mit dem Skateboardfahren. Doch Jim Zbinden war nie der Typ, der aufgibt. Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Ausstellungsstücke im Pulp68-Museum, und es entstand eine Sammlung. Zuletzt zählte sie 700 Decks und über 5000 Ausstellungsstücke: Magazine, Flipper, Vintage-Spielekonsolen, Farrah-FawcettBoards, Pop Art, Star Wars, Booba, The Doors … Überall, vom Boden bis zur Decke, fanden sich Skateboards jeglicher Art, darunter Kuriositäten wie das TechniSki-Skateboard (ein Skateboard mit Stöcken), ein Skateboard mit Motor oder ein fliegendes Skateboard. Nun steht der Umzug an. Das Museum soll einem Immobilienprojekt weichen. Aber der Mann, dessen Leben von Ollis und Tiefschlägen geprägt ist, gibt nicht klein bei: „Man weiß nie, was einen er erwartet.“ Mit 48 Jahren sucht sich Jim, ohne Bock auf ein normales Leben, das ihn „krank machen“ würde, seinen Weg in diesem Ökosystem. Er hat den Skatepark Lancy (Kanton Genf) entworfen, ein Erfolg. Was sein Museum angeht? „Ich habe bereits ein neues Haus im Auge.“ Wie Jim bereits erwähnte: Jedes Ende ist auch ein Neuanfang. 41


Ido Portal, Bewegungsguru: „Pfeif drauf, was die anderen sagen!“

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„Ich wurde oft aus Fitness-Studios geworfen“ Er lässt sich von Affen, Komikern und Kindern inspirieren und verdient sechsstellige Summen mit Privatkursen: Der Bewegungsexperte IDO PORTAL trainiert Körper und Gehirn von Top-Athleten. Die gute Nachricht: Seine Lehre funktioniert auch bei dir. Text ANDREAS ROTTENSCHLAGER Fotos CYRILL MATTER


„Ich arbeite oft mit Stöcken“, sagt Portal. „Man kann sie balancieren und werfen, sie sind leicht und billig.“


Trainer Ido Portal beim Red BulletinShooting in Berlin: „Ich lehre Dinge, die dir Angst machen.“

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m den Erfolg des Bewegungstrainers Ido Portal zu ver verstehen, reicht ein Blick in seinen Ter Terminkalender. Zwei Wochen vor unserem Treffen, das Anfang März in Berlin stattfindet, korrigiert Portal in den USA die Wurftechnik des Profi-Baseball-Pitchers Michael Lorenzen. Eine Woche später feilt er in Bulgarien an der Choreografie einer millionenschweren Bollywood-Produktion. Mit dem zweifachen Schwimm-Olympiasieger Anthony Ervin (USA) verbindet Portal eine lange Trainingspartnerschaft. Während unseres Interviews senden sich die beiden Nachrichten via WhatsApp. Ido Portal ist Gründer der „Movement Culture“. Statt Einzeldisziplinen wie CrossFit oder Yoga unterrichtet der Israeli THE RED BULLETIN

die Vielfalt aller Bewegungen des menschlichen Körpers. Bekannt wurde Portal 2015, als er den Mixed-MartialArts-Fighter Conor McGregor, mittler mittlerweile ein Weltstar, auf dessen WM-Kampf im Federgewicht vorbereitete. Portal ließ den tätowierten Iren wie eine Eidechse über Mattenböden kriechen und Spielkarten im Flug auffangen. McGregor gewann seinen Kampf durch K. o. nach 13 Sekunden in der ersten Runde. Spitzenathleten zahlen seither Beträge im sechsstelligen Bereich für zweiwöchige Privattrainings mit Portal. Firmen wie Google oder Facebook lassen ihn für Mitarbeitertrainings einfliegen. Sitzt man Portal gegenüber, wirkt er eher wie ein frisch geduschter Sportlehrer mit T-Shirt, Sneakers und Rucksack. Sein Alter will der ehemalige Soldat und Capoeira-Lehrer nicht verraten, dafür die Grundzüge seiner Lehre.

„Wenn Sie normal sein wollen, habe ich eine schlechte Nachricht für Sie: Sie sind normal. Sie sind Homer Simpson!“

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„KÄMPFEN, TANZEN, IN DEN SUPERMARKT SCHLENDERN“ Das Prinzip der Movement Culture

the red bulletin: Herr Portal, Sie sind ein Weltstar der Bewegungslehre. Stimmt es, dass Sie mal aus einem Fitness-Studio geworfen wurden? ido portal: Ich wurde oft aus FitnessStudios geworfen. Warum? Weil ich Handstände auf Geräten mache, zum Beispiel. Ist mir in Berlin passiert. Der Mitarbeiter meinte, ich könnte mir wehtun. Dabei bin ich auf den Händen sicherer als die meisten Menschen auf den Beinen. Ich kann eine Minute lang auf einer Hand balancieren. Das schaffen die meisten Menschen auf einem Bein nicht. Dabei geht es Ihnen nicht nur um spek spektakuläre Handstände. Sie unterrichten „Bewegung“ für Top-Athleten. Was machen denn die meisten Leute falsch? Sie sehen Bewegung nicht als Übung. Sie denken nicht über ihren Körper nach, weil er ohnehin da ist, bis zu der Sekunde, in der er sie im Stich lässt. Brechen Sie sich den Knöchel, wird Ihnen Ihre Körper Körperlichkeit sofort wieder bewusst. Sie sind Begründer der „Movement Culture“. Was bedeutet der Begriff? Movement Culture beinhaltet das gesammelte Wissen der menschlichen Bewegung: atmen, kämpfen, tanzen, sitzen, morgens in den Supermarkt schlendern. Die Methode haben Sie auf einer mehrjährigen Rucksack-Weltreise entwickelt, auf der Sie bei verschiedenen

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„Dieser Muskel neben meinem Ellenbogen: Den gibt es im Anatomiebuch so nicht.“ Meistern gelernt haben, darunter Zirkusartisten, Yogis, Kampfsportler oder Tänzer. Wie haben Sie sich Ihre Trainer ausgesucht? Nach Themen. Das Thema Balancieren wollte ich zum Beispiel bei einem Handstand-Meister lernen. Einem Mann, der sein ganzes Leben dem Thema Handstand gewidmet hatte. Ich dachte, er habe die Antwort auf die Balance-Frage. Was ich stattdessen herausfand: Er hatte die Antwort auf die Handstand-Frage. Sobald er auf seinen Füßen balancieren musste, war er nicht mehr sattelfest. Ich will Bewegung als Ganzes verstehen, das treibt mich an. Die Spezialisten haben mich überraschend oft enttäuscht. Gab es auch Lehrer, die Sie positiv überrascht haben? Affen und Kleinkinder. Wie bitte? Wenn Affen im Zoo aus einer Behausung ausbrechen oder Kleinkinder zum ersten Mal aufrecht gehen, müssen sie ihr Bewegungswissen in einem völlig neuen Kontext anwenden. Das ist Bewegung in ihrer rohen Form – extrem spannend. Erwachsene hingegen wollen sich meist spezialisieren. Sie wollen etwas verbessern, was sie ohnehin schon können.

Es muss doch einen Erwachsenen geben, der als Vorbild für ein AllroundBewegungstalent taugt? Jackie Chan vielleicht. Er kann kämpfen, tanzen, turnen und singen, und das bis ins hohe Alter. Und natürlich Charlie Chaplin. Ein Komiker? Chaplin war Akrobat, Teufelskerl und Stuntman in einer Person. Sein Spiel war extrem physisch. Er konnte auf mehrere Arten ausdrucksstark gehen und Gefühle nur mit seinen Gesichtsmuskeln ausdrücken. Schauspieler von heute sollten mehr Bewegung trainieren, genauso wie Hobbysportler und Büromenschen.

„MAN KANN SOGAR HAARE TRAINIEREN“

Von Bewegungen, die die Sinne aufwecken Was würde ich in Ihren Kursen lernen? Bewegungen, die Sie noch nicht kennen. Sehen Sie diesen Muskel neben meinem Ellenbogen? (Portal zeigt auf einen murmelgroßen, festen Knubbel.) Das ist der Pronator teres, der Muskel der Einwärtsdrehung. In Anatomiebüchern sieht der nicht so aus. Die Leute nutzen ihn nur selten, aber er macht schnell. (Portal führt einen blitzschnellen Schlag mit der linken Hand aus. Man hört ein kurzes Zischen – ffft! –, wie Luft, die entweicht, wenn man kurz und fest auf eine Radpumpe drückt.) Wie kriege ich den? Versuchen Sie, fest zugeschraubte Flaschen aufzudrehen. Eine andere Übung mit großer Wirkung: Ziehen Sie sich einen Haargummi über Daumen und kleinen Finger und versuchen Sie, ihn ohne die

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Multitalent Portal: „Ich kann dir fünfzehn verschiedene Arten beibringen, über den Boden zu rollen.“

„Charlie Chaplin ist ein Vorbild. Er war Akrobat, Stuntman und Teufelskerl in einer Person.“

Hilfe der anderen Hand abzustreifen. Ich arbeite in meinen Kursen mit jedem Teil des Körpers, mit den Ohren, den Augen, den Haaren … Man kann Haare trainieren? Sie schließen die Augen. Ein Übungs­ partner bewegt seine Hand knapp über Ihren Armrücken. Sie würden sofort beginnen, Ihre Haare als Sensoren zu nutzen, um die Position der fremden Hand zu erahnen. Und was habe ich davon? Eine neue Sinneswahrnehmung. Etwas, was Sie jederzeit hätten machen können, aber noch nie gemacht haben. Dasselbe gilt für Ängste: Wenn Sie sich bei einer Übung unwohl fühlen, gehe ich genau in diese Richtung.

Freier Tänzer: In seiner Jugend leitete Portal eine CapoeiraSchule. Von Einzeldisziplinen hat er sich mittlerweile verabschiedet. THE RED BULLETIN

Hört sich nicht nach Spaß an. Spaß ist kein guter Leitfaden fürs Leben. Etwas Neues zu entdecken ist viel stärker. Mein Lieblingsphilosoph Slavoj Žižek sagt: „Warum soll ich Spaß haben, wenn ich neugierig sein kann?“ 47


Herr der Ringe: Sechs bis acht Stunden pro Tag widmet sich Portal seinen BewegungsĂźbungen. Hier sehen wir das Ergebnis.


„Spaß ist kein guter Leitfaden fürs Leben. Warum soll ich Spaß haben, wenn ich neugierig sein kann?“ Zahlen Ihnen Spitzensportler deshalb so viel Geld? Weil Sie ihnen völlig neue Dinge beibringen? Es gibt Videos, in denen Sie Mixed-Martial-Arts-Weltmeister Conor McGregor mit Spielkarten bewerfen. Er hat dabei gelernt, wie man schnell von Plan A auf Plan B wechselt und wenn nötig auf Plan C. In Mixed-Martial-ArtsKämpfen wissen Sie nie, ob Sie Ihr Gegner schlagen, werfen, kicken oder würgen will. Wenn ich Spielkarten auf Sie werfe, machen Sie eine Prognose über die Flugrichtung. Aber Karten ändern ihre Flugrichtung ständig. Also müssen auch Sie Ihren Plan ständig ändern.

Sie haben McGregor auch wie eine Eidechse über den Mattenboden kriechen lassen. Diese „Animal Moves“ kennt man ja aus der Fitness-Welt. „Animal Moves“, haha. Ein sexy Begriff. Es ging nicht um die Eidechse. Sondern? Ich will den Kämpfer mit dem Boden vertraut machen. Gegen einen MMAKampfer, der auch ein guter Ringer ist, kann der Boden zum Feind werden. Und das Letzte, was Sie brauchen, ist ein weiterer Feind im Ring. Durch die Kriechbewegungen verwandle ich den Boden in einen Freund.

„UNSER HIRN IST EINE WAFFE“

Welche Bewegungen uns klüger machen Unter Ihren YouTube-Videos ist mir eines besonders aufgefallen: Sie rollen mit Ihren Schülern über eine Wiese, wie Kleinkinder beim Spielen … … weil Spielen ein ganz essenzieller Teil unseres Lebens ist. Der Spieltrieb sitzt so tief in uns drinnen, dass wir ihn nicht entfernen können. Der Kollege im Büro, der mit dem Kugelschreiber klickt? Das ist sein Körper, der schreit: „Lass uns spielen! Lass uns spielen!“ Aber die meisten Leute antworten: „Nein, ich bin ein seriöser Erwachsener.“

EINFACH BEWEGLICH

Drei Trainingsgeräte, auf die Ido Portal schwört

1. Tennisbälle

Dein bester Trainingspartner, wenn du allein trainierst: Tennisbälle hüpfen, man kann sie jonglieren oder gegen die Wand boxen. Außerdem sind sie gratis. Ich stehle alte Bälle immer von den Plätzen.

2. Gymnastik-Ringe

Der Inbegriff von Oberkörpertraining. Du kannst unter oder über ihnen arbeiten. Sie drehen sich 360 Grad, immer zu deinem schwächsten Punkt hin. Die Ringe wollen dir stets eins auswischen – und machen dich dadurch noch stärker.

3. Holzstock

Stöcke greifen sich gut. Perfekt zum Balancieren oder um seinen Partner zu zwingen, Stockhieben auszuweichen. Das Ausweichen trainiere ich mit Mixed-Martial-Arts-Profis – oder mit meiner 67-jährigen Mutter. THE RED BULLETIN

Ich würde gern spielen. Aber wenn ich im Park über die Wiese rolle, rufen die Passanten einen Krankenwagen. Das ist schade. Weil wir uns damit durch die Augen der Gesellschaft beurteilen. Das hält uns davon ab, unseren Leidenschaften zu folgen. So werden Menschen depressiv. Ich glaube aber, dass wir mittlerweile einen Punkt erreicht haben, an dem immer mehr Leute sagen: „Pfeif drauf, was die anderen sagen!“ Lassen Sie mich raten: Sie unterstützen diese Einstellung. Ich sage: „Sei der Verrückte.“ Conor McGregor ist ein Verrückter, Elon Musk ist ein Verrückter. Wenn Sie normal sind, habe ich schlechte Nachrichten für Sie. Die wären? Sie sind normal! Sie sind Homer Simpson! Sie haben ein Problem, wenn Sie nicht auf dem Boden rollen wollen. Die positiven Auswirkungen von Bewegung auf unser Gehirn sind immer wieder Thema Ihrer Videos. Welche Bewegungen helfen, uns schlauer zu machen? Alle Bewegungen, die Sie neu lernen müssen. Werden Sie zum Anfänger! Unser Gehirn ist eine mächtige Waffe. Es baut ständig neue neurologische Verbindungen, wenn es neue Dinge lernen muss. Es würde mich also klüger machen, wenn ich – nach dreißig Jahren Pause – wieder wie ein Kind über die Wiese rollen würde? Klingt romantisch, aber so einfach ist es nicht. Schade. Ich könnte Ihnen allerdings fünfzehn ver verschiedene Arten zu rollen beibringen und wie man sie miteinander verbindet. Ihr Gehirn braucht einen Langzeitplan, der die Komplexität Ihres Körpers respektiert. Dann funktioniert es. Und wenn ich nicht so lange warten will? Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie eine kurze Geschichte, während Sie laut von zwanzig rückwärts auf null zählen. Eine sehr gute Übung, um ver verschiedene Informationsströme gleichzeitig zu handhaben – hilft Ihnen auch beim Sport. Falls Ihnen das zu einfach ist: Schreiben Sie über ein spezielles Thema und zählen Sie in Dreierschritten von hundert auf null.

Instagram: @Portal.Ido 49


TAKE FIVE

Kickboxerin HAZEL GALE über …

DIE VORBEREITUNG AUF DEN WETTKAMPF Die Kickbox-Weltmeisterin, Hypnotherapeutin und Autorin erklärt in ihrem Buch „Fight“, wie du dann am besten wirst, wenn es zählt. Hier verrät sie ihre fünf besten Tricks. zu verbinden. Konkret nutzt du das so: Schließ die Augen. Visualisiere deine beste Performance. Erinnere dich, wie sich das angefühlt hat, und kneif dir ins Ohrläppchen. Mach das eine Woche lang zweimal täglich. Am Ende der Woche hast du deinen „Anker“: Wenn du dir nun vor oder während eines Wettkampfes in das Ohrläppchen kneifst, kehrt dein Selbstvertrauen zurück.

3 Lass Mickey Mouse sprechen

Selbstzweifel und Versagensängste kennt jeder. Diese innere Stimme, die dir vor wichtigen Momenten sagt: „Du bist nicht stark genug, du bist nicht fit genug, du bist nicht gut genug.“ Aber du kannst diese Stimme kontrollieren! Wenn sie wiederkommt, lass sie wie Mickey Mouse klingen. Du wirst sehen, sie verliert augenblicklich ihre ganze Kraft.

4 Atme richtig

Hazel Gale hatte zunächst mit sich selbst am meisten zu kämpfen – ehe sie 2009 im Gefolge einer Hypnosetherapie ein Siegertyp wurde.

1 Wenn du nur ans Gewinnen denkst, performst du weniger gut. Wahre Gewinner genießen, was sie tun.“ HAZEL GALE

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Nutz deine Körpersprache

Dein mentaler Zustand beeinflusst deine Körpersprache. Das weiß jeder. Was aber kaum wer weiß: Es funktioniert auch umgekehrt. Für Extra-Energie baue zwei Minuten Power-Posing ins Warm-up ein: Kinn hoch, Brust raus, Arme in die Luft, Hände hinter dem Kopf. Macht zehn Prozent mehr Testosteron und 25 Prozent weniger Stresshormon Cortisol.

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Finde einen Anker

„Ankern“ heißt, einen emotionalen Zustand mit einem sensorischen Auslöser

Unsere Atmung ist direkt mit dem Teil unseres Nervensystems verbunden, der festlegt, ob wir im Kampf-oder-FluchtModus (einatmen) oder im Ruhe-undVerdauungs-Modus (ausatmen) sind. Bist du vor einem Wettkampf nervös, hilft es, wenn du kräftig ausatmest. Das vermittelt dem Körper, dass er sich beruhigen kann. Was ich Athleten normalerweise empfehle: Zähl bis vier beim Einatmen und bis acht beim Ausatmen.

5 Denk nicht ans Gewinnen

Erfolg heißt für die meisten, zu gewinnen. Aber hast du nur das Ergebnis vor Augen, macht das unnötigen ExtraDruck. Und der hemmt deine Motivation, gut zu sein. Visualisiere stattdessen, wie du das genießt, was du tust. Konzentriere dich nicht auf den Sieg, sondern versuch einfach, dein Bestes zu geben. (Du wirst damit auch mehr Erfolg haben, aber ver verrat es deinem Unterbewusstsein nicht.)

hazelgale.com Interview FLORIAN OBKIRCHER Fotos GREG FUNNELL THE RED BULLETIN


ARMEE-SPEZIAL:

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Planmäßige Flughöhe: Motocrosser Ken Roczen beim Training in Lake Elsinore, Kalifornien, am 1. Dezember 2017

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Flickwerk: Roczens vernarbter linker Arm erinnert an den Sturz, bei dem er sich Knochen brach und Bänder riss.

DAS COMEBACK SEINES LEBENS Vor einem Jahr verlor der deutsche Motocross-Star KEN ROCZEN bei einem Horrorsturz fast seinen Arm. Nun versucht er eine Rückkehr, die als unmöglich galt. Annäherung an einen Mann, der mehr als einmal lernen musste, dass Brüche Teil des Lebens sind – und manchmal sogar nötig, um an ihnen zu wachsen. Text MIKE KESSLER

Fotos JOE PUGLIESE


Roczen war die Passage an diesem Tag mindestens dreißigmal gefahren, die Passage über diesen kleinen Hügel, vielleicht wadenhoch, eigentlich nicht der Rede wert, für Zuschauer und Kameras kaum mehr als ein Schatten. Doch in Anaheim, Kalifornien, hatte es vor dem Start des dritten Rennens der Supercross-Saison 2017 geregnet. Die Strecke im Angel Stadium war weich, rumpelig, zerfurcht – also unberechenbar. Doch was ist beim Supercross schon berechenbar? Nach elf Rennminuten lag Ken Roczen auf dem dritten Platz, als er mit seiner Honda CRF450R über einen Kicker ab-

Schock-Momente: Roczens heftiger Sturz am 21. Januar 2017 zertrümmerte seinen Arm. Es folgten Operationen und mühsame Monate der Reha. Mittlerweile kann er wieder einarmige Liegestütze machen.

„Wenn du von so hoch runterfällst, muss etwas kaputtgehen.“ Ken Roczen Als Roczen beim sogenannten A2, dem zweiten jährlichen Rennen in Anaheim, in den Dreck krachte, ging ein Raunen durch die 40.000 auf den Rängen, danach herrschte einen Moment lang gespenstische Stille im Rund. Die Leute ahnten, dass sich Roczen schwer verletzt hatte – wohl so schwer, dass seine Karriere bedroht war. Und das zu einer Zeit, in der der amtierende Champion Ryan Dungey nur ein paar Rennen vom Rücktritt entfernt war. In der der Sport einen neuen Star brauchte. Und da bot sich Roczen an – nicht nur wegen seines Könnens auf dem Motorrad. Sondern auch weil er ein wenig wie Ryan Gosling aussieht. Doch in diesem Moment hatte Roczen andere Sorgen als sein Aussehen oder seine sportliche Zukunft. Er bemerkte nicht einmal, wie still die Menge gewor geworden war. Er hörte nur die aufgeregten Stimmen der Sanitäter und als Hinter Hintergrundgeräusch das kollektive Heulen der 21 anderen Bikes. Sein linker Arm hatte das meiste abbekommen. Roczen hatte Schmerzen und konnte sich nicht aufsetzen, deswegen bekam er Angst. „Ich hatte in meiner Kar Karriere genug Verletzungen, um zu wissen, dass etwas gebrochen war“, sagt er, während er mit der Gabel in den Eiern herumstochert. Er lag mit der Vermutung nicht daneben: Lendenwirbelfraktur, acht gebrochene Rippen, gebrochenes Schlüsselbein, dazu ein kollabierter Lungenflügel. „Wenn du von so hoch runterfällst, muss etwas kaputtgehen. Und mein Arm war komplett zertrümmert.“

DIE RETTUNG

Wenn menschliches Gewebe zu stark anschwillt, kann das Herz, selbst ein so durchtrainiertes wie das von Roczen, nicht mehr genug Blut zur Wunde pumpen. Und wenn sich dann Haut und Muskeln grau färben, ist das die aller allerletzte Warnung des Körpers: Heilung 54

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FELD ENTERTAINMENT, ROBERT HARGRAVES

DER UNFALL

hob, dreieinhalb Meter hoch, zehn Meter weit. Nach der Landung krallte sich sein Hinterrad in einer Spurrille fest, und exakt auf dem Scheitel des nächsten Kickers entluden die Stoßdämpfer an seinem Hinterrad die Energie, die sie bei der Landung zuvor absorbiert hatten. Roczen wurde zwölf Meter durch die Luft geschleudert, hilflos wie ein Kind, das beim Trampolinspringen die Kontrolle verliert. Seine Füße lösten sich von den Fußrasten, sein Hintern vom Sitz, im waagrechten Flug zappelte er hektisch mit den Beinen. Die Nummer 94, der deutsch-amerikanische Frauenschwarm, der designierte Superstar, knallte auf den Boden. „Ich versuchte mich auf den Aufprall so gut wie möglich vorzubereiten“, erzählt Roczen, während er an einer Tasse Kaffee schlürft. Es ist ein klarer Wintermorgen, wir sitzen beim Frühstück in einem Café in der Nähe seines kürzlich gekauften Strandhauses in Orange County, Kalifor Kalifornien. Hier leben er und seine Verlobte Courtney Savage, wenn sie nicht zu Hause in Florida sind. „Aber wenn du erst einmal in der Luft bist, vergiss es.“


Klarer Fokus: Roczen hat sein ganzes Leben für ein Ziel trainiert – Motorrad-Rennen gewinnen.

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In der Spur: Roczen gilt als disziplinierter Fahrer, der kein un­ nötiges Risiko eingeht.

oder Amputation, und zwar schnell. Das Ganze nennt sich Kompartmentsyndrom. Roczens Unterarm war zertrümmert. Elle und Speiche waren gebrochen und hatten die Haut durchstoßen. Das Radius­ köpfchen ( jener knorrige Teil an der Daumenseite des Handgelenks) war zer­ splittert, das Kahnbein (der Knochen zwi­ schen Daumenbasis und Handgelenk) zerschmettert. Handgelenk und Ellbogen waren ausgerenkt, die Bänder von den Knochen gerissen. Roczen, sein Agent und Courtney flogen mit einem Privatjet nach Vail, Colorado, wo der Star Star­Chirurg Randy Viola wartete. Viola hatte schon die Handgelenke von Skirennläufer Bode Miller und von Miami­Dolphins­Quarter­ back Jay Cutler operiert. Er sagt, dass Roczens Kompartmentsyndrom so weit fortgeschritten war, dass sechs Stunden später eine Amputation nötig gewesen wäre. Nach dem Blick auf die Röntgen­ bilder drehte sich der Anästhesist zu Viola und sagte: „Motorrad fahren? Wir können froh sein, wenn er nach der OP wieder mit Messer und Gabel essen kann.“ Violas Ziel war, die Blutversorgung in Roczens grau verfärbter, absterbender Muskulatur wiederherzustellen. Er durch­ schnitt die Haut an der fleischigen Seite des Unterarms von Handgelenk bis Ell­ bogen. So konnte das Gewebe frei auf auf­ schwellen. („Es war so groß wie mein Oberschenkel“, so Viola.) Bevor er Roczens Arm wieder zusammensetzen konnte, musste er die Wunde und die freiliegenden Knochen reinigen. In den nächsten drei Wochen folgten sechs weitere Operatio­ nen, in denen Viola immer dasselbe tat: Wundflüssigkeit abrinnen lassen, alles desinfizieren, die Haut wieder zusam­ mennähen – jedes Mal ein wenig fester, bis der Unterarm wieder seine normale Größe erreicht hatte und sich Narben bilden konnten. Im Frühsommer 2017 – die letzte Operation war einen Monat her und der Arm funktionierte immer besser – begann Roczen unruhig zu werden. „Ich langweilte mich zu Tode. Ich konnte den

„Ken hat das Talent und die Skills, eine Supercross-WM zu gewinnen.“ Bob Moore, Motocross-Legende THE RED BULLETIN

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Arm nicht richtig benutzen, hatte nichts zu tun. Ich musste einfach wieder zu­ rück.“ Roczen wartete nicht auf den richtigen Moment. Er begann einfach, wieder Rennen zu fahren.

DER ATHLET

Ken Roczen in Zahlen: 1,78 Meter, 71 Kilo, 4 Prozent Körperfettanteil, 101 Zenti­ meter Sprungkraft – mit nur einem Bein. Man könnte jetzt behaupten, dass sich Roczen ohne die Unterstützung seines Vaters niemals so gut entwickelt hätte. Aber es ist sinnlos, über so was zu disku­ tieren. Ab einem gewissen Alter wird der Athlet zur eigenständigen Persönlichkeit. Die Vergangenheit ist egal – was zählt, ist der nächste Sieg. Und das erfordert manchmal drastische Maßnahmen oder auch: Brüche. Bei Roczen war das 2013 der Fall. Er war mittlerweile in die USA gezogen, sein Vater hatte die ersten drei Jahre seiner Supercross­Karriere als Trainer begleitet. Doch irgendwas fühlte sich nicht mehr richtig an. Die Dynamik zwischen ihm und seinem Vater hatte sich verändert. Ken war erwachsen geworden, hatte viel Neues von der Welt gesehen und trennte sich als Neunzehnjähriger von Papa als Trainer. Aber wie bei allen Dingen, die ihn vom Sport ablenken könnten, mag er auch darüber nicht reden. Nur in einem Interview mit dem Sender Fox Sports sagte er: „Irgendwas fehlte. Ich kann nicht genau sagen, was, aber irgendetwas stimmte nicht mehr. Und ich hatte einfach das Gefühl, dass ich eine neue Motivation brauche.“ Mit seinem neuen Trainer Aldon Baker gewann Roczen die Pro­Motocross­Cham­ pionship 2014. Doch auch diese Partner Partner­ 58

„Es gibt gute Fahrer, aber nur wenige wollen Stars sein.“ TV-Kommentator Jason Weigandt schaft endete jäh. „Aldon ist ziemlich old school“, sagt Roczen. „Er hat meinem Körper zu viel abverlangt. Ich fand das falsch.“ Ende 2015 begann Roczen eine Zusammenarbeit mit Fitness­Coach Peter Park, der seit den frühen 90er 90er­Jahren Top­Athleten trainiert: Er pushte ihn hart, ohne es zu übertreiben. Roczen lernte, sämtliche Grundbewegungen richtig aus­ zuführen. Dadurch fing er an, sich anders zu bewegen. „Ich musste lernen, wie man richtig Gewichte hebt, wie man richtig Kniebeugen und Kreuzheben macht“, sagt er. Was auch immer er und Park anstellten, es funktionierte. 2016 gewann Roczen in seiner bis dahin besten Saison sieben Supercross­Events. Dann kam der Crash.

DIE RÜCKKEHR

Als der Amerikaner Mickey Thompson in den frühen 1970er 1970er­Jahren das Gesicht des Profi­Motocross war, kam ein Konzert­ promoter namens Mike Goodwin auf die geniale Idee, Dirtbikes in ein Stadion zu bringen und das Ganze als Spektakel à la Super Bowl aufzuziehen. Fast fünf Jahrzehnte später (und drei Jahrzehnte nachdem Goodwin wegen Mordes an Thompson verurteilt wurde) steht Super Super­ cross kurz davor, eine Million Live­Zu­ schauer in einer Saison anzulocken.

Folge Kens Comeback: instagram.com/kenroczen94 THE RED BULLETIN

GARTH MILAN/RED BULL CONTENT POOL

Wieder am Start: Ken Roczens Comeback begann im Januar 2018 beim A1 in der Arena in Anaheim.

Um zu verstehen, warum Supercross immer beliebter wird und besonders Ame­ rikaner den Sport so sehr feiern, muss du einmal im Angel Stadium gewesen sein – am besten bei Events wie dem diesjährigen Saison­Eröffnungsrennen Anaheim 1. Allein die Eröffnung ist ein Spektakel. Zuerst flimmern die persönlichen High­ lights und Missgeschicke der Fahrer über den Großbildschirm. Dann kündigt der Stadionsprecher mit Bassstimme die Athleten an – jeweils begleitet von einem rockigen Einlauf Einlauf­Song. Bei Roczen hört man „Bro Hymn“ der 90er 90er­Punkband Pen­ nywise. Zum Erschallen der Akkorde wird ein buntes Feuerwerk gezündet. Roczen fährt ein, winkt ins Publikum, springt mit dem Bike rum. Die Zuschauer flippen aus. Doch das erhoffte Wunder bleibt aus. Roczen, der die meiste Zeit im Mittelfeld feststeckt, wird Vierter. Zwei Wochen spä­ ter, nach einem zweiten Platz in Houston, kehrt Roczen ins Angel Stadium zum Anaheim 2 zurück – exakt am ersten Jah­ restag des schicksalhaften Rennens. Als Geste an seine Fans, seine Crew und seine Familie zieht er ein gelbes Shirt an – gelb wie damals beim Sturz. Am Ende des Abends liegt er auf Platz neun. Es ist der Zeitpunkt, an dem er allen deutlich macht, dass er den Unfall hinter sich gelassen hat. Bei einem Interview er er­ läuterte er auf seine typisch knappe Art: „Es macht mir nichts aus, einmal darüber zu reden. Es macht mir nichts aus, fünf fünf­ zehnmal darüber zu reden. Aber ich bin mit Anaheim 2 fertig. Ein Jahr, das war das Limit.“ Die Botschaft dahinter ist klar: Die Zeit, in der er von seinen Fans für mo­ ralische Siege bewundert und respektiert wurde, erklärt er nun für beendet. Nun gilt es nur noch, sich für sein Comeback ganz an der Spitze abzurackern. Doch in San Diego einige Wochen später lenkt Roczen früh in eine Kurve und versucht, seinen Gegner Cooper Webb einzuschüchtern, der ihn eine Kurve zuvor bedrängt hat. Aber das geht nicht gut. Beide Fahrer stürzen, und Roczens rechter Arm, sein guter, verklemmt sich zwischen der Schwinge und dem rotie­ renden Hinterrad von Webbs Yamaha. Roczen bricht sich einen Knochen in seiner rechten Hand. Wieder muss er über einen Unfall sprechen – und abermals ein Comeback ankündigen. „Gut Ding will Weile haben“, schreibt er kurz darauf auf Instagram und fügt hinzu: „Dann eben draußen.“ Im Mai will Roczen bei der Out­ door Motocross­Saison an den Start gehen. door­ Er wird auch diesen Bruch überwinden.


„Ich langweilte mich zu Tode. Ich musste wieder zurück.“ Mit diesem Satz begann Roczens Rückkehr.

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WIE DU IN MEETINGS SCHLAUER WIRKST

(OHNE SCHLAUER SEIN ZU MÜSSEN) SARAH COOPER machte als Designerin bei Google Karriere. Jetzt brilliert sie als beißende, alberne, schlaue Satirikerin mit dem Spezialthema Business. Und ist der witzigste Konferenzraum-Coach, den du dir vorstellen kannst. Text SETH ABRAMOVITCH Fotos KLARA FUCHS


Sarah Cooper macht dich im Job erfolgreicher. Weil sie ein Auge fßr deine Schwächen hat.

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Mach dich wichtig: Illus­ tration aus Coopers Buch „100 Tricks, um in Mee­ tings schlau zu wirken“

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täglichen Bürowahnsinn“ erschienen, randvoll mit augenzwinkernden Beobachtungen und witzigen Erinnerungen aus ihrer eigenen Zeit im Top-Management, ergänzt mit schlauen Tipps für alle, die ihren Ausstieg aus den herkömmlicheren Karrierewegen noch vor sich haben. Aktuell arbeitet sie bereits an der Fortsetzung des Bestsellers (US-Originaltitel: „How to Be Successful Without Hurting Men’s Feelings“, also sinngemäß „Wie wird man erfolgreich, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen“), einem ironischen Guide für Frauen im Arbeitsalltag, praktischerweise zeitlich passend zur #MeToo-Ära. Wird also wohl der nächste Erfolg werden. Besonders bemerkenswert an Sarah Coopers Geschichte: Sie hat es als afroamerikanische Frau geschafft, sich gleich in zwei Bereichen durchzusetzen, die notorisch von weißen Männern dominiert werden: IT und Comedy. Dass sie gelernt hat, sich zu behaupten, hat sie zum Teil ihrer Erziehung zu ver verdanken. 1980, Sarah war drei Jahre alt, zogen ihre Eltern – der Vater Ingenieur, die Mutter Human-Resources-Managerin – aus ihrer Heimat Jamaika nach Maryland in den USA. Als sie aufwuchs, berichtet Cooper, „war ich begeistert davon, zu performen, aufzutreten, auf der Bühne zu stehen. Zuerst wollte ich überhaupt Sängerin werden. Aber, nun ja, meine Stimme wollte das nicht. Dann entdeckte ich das Theater für mich.“ Ihr Plan, an der University of Maryland Schauspiel als Hauptfach zu belegen, scheiterte am Veto ihrer Eltern. Cooper schlug also nicht ganz freiwillig den Weg Richtung Vernunftstudium ein, machte auch ihren Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, „ein Schauspiel-Diplom wäre genauso nützlich gewesen“, meint sie, „aber so was weiß man ja immer erst am Ende eines solchen Studiums“. Der Zufall wollte, dass sie in ihrem letzten Semester einen Multimedia-Design-Kurs belegte – „und ich wusste sofort, das ist mein Ding“. Es folgten der Abschluss an der Georgia Tech, einem der angesehensten Technologie-Institute der Welt, und der erste Job (damals bei Yahoo). Mit dreißig dann der erste Ausstieg. „Ich wollte es damals so richtig mit der Schauspielerei versuchen“, lässt sie uns wissen. „Ich ging zu jeder Menge Auditions. Und war richtig schlecht darin, THE RED BULLETIN

SARAH COOPER

atsächlich änderte sich Sarah Coopers Leben von einem Moment auf den anderen. Sie erzählt über die wichtigste und zugleich verrückteste Entscheidung ihres Lebens in ihrer Stand-up-Comedy-Show: „Da war dieser Online-Artikel, einer von denen, der sagt: Kündige deinen Job! Lebe deine Träume! Der übliche Quatsch. Aber ich fand ihn gut. Also kündigte ich. Erst später wurde mir bewusst, dass die Leute, die diese Artikel schreiben, eigentlich nur deinen Job haben wollen.“ Cooper war nicht irgendwer bei Google, sondern sie leitete ein Team bei dem maßgeblichen Projekt Google Docs. Ihre Entscheidung sah zunächst nicht wirklich wie ein Aufstieg aus: Sie verdiente sich in den Monaten danach ihre Miete mit Kellnern und Uber-Taxi-Fahren. „Alle hielten mich für verrückt“, sagt sie. „Wirklich. Alle.“ Aber sie blieb auf ihrem Weg. Sie begann einen Blog, der so durch die Decke ging, dass sie nur sechs Monate nach dem Ausstieg bei Google einen lukrativen Buchdeal in Händen hielt. Mittlerweile ist „100 Tricks, um in Meetings schlau zu wirken. Das Überlebenshandbuch für den


Coopers neues Buch: „Wie man erfolgreich wird, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen“.


Coopers Google-Karriere Karriere wurde zum RechercheRecherche--Tool Tool

P

leite zu sein, bei ihren Eltern zu wohnen – all das hatte sie bald satt, und die Aussichten auf baldigen Reichtum waren überschaubar: Bezahlt wurde sie für ihre Auftritte nur, wenn sie ihre Freunde dazu brachte, in die Clubs zu kommen, in denen sie auftrat, und Drinks zu konsumieren. Das sah nicht wirklich nach einer Geschäftsidee aus. Deshalb beschloss Cooper, wieder in ihren Plan-B-Beruf zurückzukehren. Sie bekam einen Job in den New York City Headquarters von Google. Dort bestätigte sich zunächst auch alles, was man über Google-Büros so hört: „Es war alles perfekt. Sie gaben sich extrem viel Mühe, die Arbeitsatmosphäre angenehm zu gestalten. Es gab kleine Arbeitswinkel. Es gab eine Bibliothek. Es gab versteckte Wände, die man auf aufmachen konnte, um dahinter zu arbeiten oder ein Nickerchen einzulegen – was ich ziemlich oft gemacht habe. Und es gab Cafeterias in jedem Stock, die Frühstück, Mittag- und Abendessen servierten.“ Doch die Sehnsucht nach dem Rampenlicht war den Annehmlichkeiten und den Karrierechancen zum Trotz zu stark, um sie zu ignorieren. Also ging Cooper nach langen Arbeitstagen, an denen sie sich der Gestaltung des Google Doc Toolbar gewidmet hatte, noch in New Yorker Comedy Clubs. Bei einem ihrer Auftritte traf sie auf Szene-Star Todd Glass, dem gefiel, was die junge Managerin machte, und er gab ihr einen entscheidenden Rat. „Er sagte: ‚Dein Leben ist die Basis deiner Comedy. Je mehr du erlebst und je bewusster du es erlebst, desto mehr Mate64

PRO-LEVEL: COOPERS TRICKS FÜRS OFFICE Sarah Cooper erklärt die vier besten Hacks, mit denen du im nächsten Meeting garantiert wie ein Boss auftrittst.

1. Rechnen

„Ich habe es oft beobachtet und fand es total witzig. Wenn jemand zum Beispiel sagt: ‚25 Prozent der Menschen klicken auf diesen Button‘, sag etwas wie ‚Oh, also ungefähr einer von vier‘. Klingt bebe scheuert, aber funktioniert! Leute lassen sich von Mathe-Kenntnissen Kenntnissen ziemlich beeindrucken.“

2. PowerPoint-Takeover

„Den Vortragenden zu bitten, eine Folie zurückzugehen, ist großartig, denn es ist völlig egal, was du danach sagst. Sobald du sagst: ‚Können Sie eine Folie zurückgehen?‘, denkt jeder, dir sei als Einzigem etwas aufgefallen, was die anderen verpasst haben. Du kannst dann ruhig so etwas wie ‚Oh, ah – was bedeuten diese Zahlen?‘ sagen. Und es sieht aus, als würdest du echt aufmerksam zuhören.“ THE RED BULLETIN

SARAH COOPER

einfach ungeschickt vor der Kamera. Ich fühlte mich nicht einmal wohl dabei. Das mit der Schauspielerei ging derart schief, dass ich sogar wieder bei meinen Eltern einziehen musste.“ Aber sie gab nicht auf. Um sich dem ultimativen Schauspielstress auszusetzen, meldete sie sich zu einer „Open Mic Comedy Night“ an – um den blanken Horror zu überwinden, den sie davor hatte. „Meine Idee war: Ich tue das, wovor ich die größte Angst habe. Fühle mich danach in meiner Haut wohler – und werde dadurch zu einer besseren Schauspielerin.“ Zu ihrer eigenen Überraschung gab es aber keinen Horror. Nur Spaß. Das improvisierte Umfeld gefiel ihr. Und wurde zum Startpunkt ihrer Comedy-Karriere.


„Business-Tipps für Frauen widersprechen einander.“ 3. Einen Schritt zurück

„Das ist ein Spitzentrick: Wenn alle einen Haufen Ideen in die Runde werfen und du nicht wirk­ lich etwas beizutragen hast, unterbrich sie und sag einfach: ‚Leute, lasst uns einen Schritt zurück machen. Welches Pro­ blem wollen wir wirklich lösen?‘ Und jeder wird versuchen, das zu beantworten, und dich als jemanden betrachten, der wirk­ lich die Übersicht behalten hat.“

rial hast du.‘ Damit meinte er aber keine tollen Abenteuer. Er meinte Aufmerksam­ keit und Konzentration auf das, was ohne­ hin Tag für Tag passierte.“ Cooper kletterte die Google­Karriere­ leiter zwar höher – aber mit einer anderen Perspektive. Ihr Job wurde ihr wertvollstes Recherchetool, „ich musste nur genauer hinsehen!“. Und sie sah jede Menge. Angefangen von den Programmierern („Die sind so stolz darauf, bei Google zu arbeiten, dass sie sogar beim Sex ihre Mitarbeiterausweise tragen“) bis zum Umgang mit Multikulturalität („Wir nennen neue Mitarbeiter Newglers, alte Mitarbeiter Grayglers und schwarze Mit­ arbeiter David and Sean.“) Über die Jahre fielen ihr immer mehr Comedy­würdige Situationen auf, zum Beispiel die verschiedenen Arten, wie angeregte Diskussion beendet werden können: indem einer alle aufforderte, „einen Schritt zurück“ zu machen. Oder wie ein anderer in seinem ergonomisch geformten Herman­Miller­ Miller Aeron­Sessel Miller­ vom Tisch rollte und anfing, im Konferenz­ raum auf und ab zu gehen. Oder wie ein Junior Exec aus dem Meeting stürmte, um einen vermeintlich wichtigen Anruf an­ zunehmen. Jedes Mal fiel Cooper bei den Betreffenden ein gewisses Leuchten auf – als würde sie eine geheimnisvolle Aura der Kompetenz umgeben. Cooper begann, diese Tricks zu sammeln und zu posten. „Das Ding verbreitete sich wie verrückt“, spricht sie über „10 Tips to Appear Smart in Meetings“. 2014 gründete sie Cooper Review. Bald darauf verließ sie Google.

F 4. Der Aufsteh-Trick

„Das habe ich bei Google oft gesehen. Jedes Mal, wenn du aufstehst, zum Fenster rüber­ gehst, dich an die Wand lehnst und im Raum auf und ab gehst, werden sich die Leute fragen, worüber du nachdenkst, und du wirkst automatisch schlau.“ THE RED BULLETIN

ür das anstehende Buch „How to Be Successful Without Hurting Men’s Feelings“ verwendete Sarah Cooper ihre Erfahrungen aus zwei ganz unterschiedlichen Bereichen, die aber eines doch gemeinsam haben: Sie werden von weißen Männern domi­ niert. „In der Comedy war ich oft die ein­ zige Frau, die in einer Show aufgetreten ist“, sagt sie. Zuerst versuchte sie, erfolg­ reichen männlichen Komikern nachzu­ eifern. „Aber dann kapierte ich, wenn ich einfach ich selbst bin, klappt das viel bes­ ser.“ Die gleiche Erfahrung hatte sie auch tagsüber bei Google gemacht. „Ich wollte mein Team anders führen als die ganzen Männer in den Top­Positionen. Und auch hier hatte ich gelernt, dass es ganz okay ist, seinen eigenen Weg zu gehen.“

Im Buch geht es um die Doppelmoral, der Frauen in der Arbeitswelt begegnen. „Zum Beispiel die Sache mit dem Lächeln: Wenn Frauen nicht lächeln, werden sie als Bitch wahrgenommen. Also solltest du lächeln. Aber ja nicht zu viel! Mein schlechter Rat ist also: ‚Finde eine Art zu lächeln, die irgendwo dazwischen ist, auch wenn du dich dabei fühlst, als wür wür­ dest du gerade einen Schlaganfall er­ leiden.‘ Es geht im Prinzip darum, diese ganzen Business­Ratschläge für Frauen auf die Schippe zu nehmen, die einander so komplett widersprechen.“ Männer bekommen erwartungsgemäß ihr Fett ab. In einem anderen Kapitel, betitelt mit „Men’s Achievement Stickers“, empfiehlt sie, Männern als Belohnung für außergewöhnliche Leistungen im Büro Sticker zu verleihen. Auf denen etwa steht: „Ich habe heute noch niemandem meinen Penis gezeigt.“ Cooper selbst war zwar nie Opfer, aber sie war überhaupt nicht über über­ rascht über die Enthüllungen rund um sexuelle Belästigungen bei Uber, die im Juni 2017 schließlich zum Rücktritt von CEO Travis Kalanick führten. „Weder war ich überrascht, noch kann ich mir vor­ stellen, dass irgendeine Frau überrascht war, was da aufkam“, meint sie. „Es war wohl eher für viele Männer ein ‚O Gott, so was passiert wirklich?!‘­Moment. Aber Frauen kennen so was. Es ist Teil ihres All­ tags. Nur haben Frauen diese Dinge lange unter den Teppich gekehrt. Wahrschein­ lich auch aus Angst um ihre Karriere.“ Heute ist Cooper eine gut gebuchte Speakerin, zuletzt sprach sie 30 Minuten über die Zukunft der IT, „zum Beispiel über raw water (in den USA finden sich immer mehr Leute, die ungefiltertes, unbehandeltes und unsterilisiertes Quell­ wasser um 30 Euro pro 10 Liter ver­ kaufen, und immer mehr, die es auch kaufen; Anm.), über Bitcoins und wie Roboter uns umbringen werden. Titel des Vortrags: „Das ist die Zukunft“. Coopers eigene Zukunft sieht rosiger aus. Doch trotz ihrer Erfolge bleibt sie so pragmatisch, wie es jemandem mit IT­­Vergangenheit IT­ Vergangenheit entspricht. „Du hast es nie wirklich geschafft“, sagt sie. „Es bleibt eine Tretmühle, jeden Tag, egal was du tust und egal wie weit du gekommen bist. Und das Einzige, worum es geht: den nächsten Schritt zu machen.“

thecooperreview.com 65


DAS ZIEL IM GRIFF ALEXANDER MEGOS ist einer der besten Kletterer der Welt. Warum? Weil er auf jeder Route seine 10 Prinzipien des Erfolgs befolgt. Text BEN KRISCHKE


FRANK KRETSCHMANN/RED BULL CONTENT POOL

Alexander Megos, 24, Ausnahmekletterer: „Scheitern beginnt in dem Moment, in dem du dein Ziel unterschätzt.“

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1 ALLES BEGINNT MIT DEM ZIEL. Das ist tatsächlich der erste Schritt: ganz genau zu wissen, was du erreichen willst. Bevor ich mich für einen Fels entscheide, schaue ich mir jede Route erst mal ganz genau an. Zunächst von unten, danach klettere ich in den Fels rein, einfach um rauszufinden, ob er mir taugt. Das ist Vorarbeit. Das Projekt beginnt erst, wenn ich dieses besondere Gefühl bekomme: „Ja, da will ich hochklettern.“ Ab diesem Moment: Tunnelblick. Ab da setze ich alles daran, mein Ziel auch zu erreichen.

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RÜCKSCHRITTE SIND WICHTIG. Du musst wissen, dass

man sich nicht immer steigern kann. Leistung entwickelt sich nicht als gerade Linie, die nach oben, oben, oben zeigt, sondern als Welle. Mal ist man besser, mal schlechter, das musst du akzeptieren. Deshalb habe ich null Problem damit, mir auch mal ein Ziel zu suchen, das leichter ist als frühere. Das mag vielleicht wie ein Rückschritt aussehen – ist aber Voraussetzung für den nächsten Fortschritt. Denn wer immer nur das noch Schwerere und abermals Schwerere versucht, riskiert, dass irgendwann überhaupt nichts mehr geht – und das wäre fatal für deine Motivation.

DU BEGINNST JEDES MAL BEI 3 NULL.

seit ich Profi bin, sind sie auch meine Manager. Das Wichtigste: Ich kann mich absolut auf sie verlassen. Wenn du nicht völliges Vertrauen in dein Team hast und die Erfahrung und das Wissen deiner Mentoren nicht annehmen kannst, wirst du keine außergewöhnlichen Leistungen erbringen können.

5 PLANE JEDES DETAIL.

Wenn du an dein Limit gehen möchtest, ist für Überraschungen kein Platz. Das heißt für mich, ich muss für den Tag X nicht nur körperlich, klettertechnisch und mental perfekt vorbereitet sein. Sondern ich muss auch die Route bis ins Detail kennen, jeden einzelnen Griff, jeden einzelnen Stand. Das gelingt, indem ich die Route in einzelne kleinere Etappen unterteile und diese wieder und wieder klettere, und zwar so präzis, dass ich jeden Griff und jeden Schritt abends im Bett noch einmal durchgehen kann.

„Leistung entwickelt sich nicht als gerade Linie, die nach oben, oben, oben zeigt, sondern als Welle. Mal ist man besser, mal schlechter, das musst du akzeptieren.“

6 SCHEITERN IST EINE OPTION. Auch wenn man sich noch so gut vorbereitet: Es gibt keine Garantie für Erfolg. Sobald du an dein Limit gehen möchtest, ist Scheitern immer eine Möglichkeit. Das musst du wissen, und das musst du auch akzeptieren. Aber du darfst dich davon nicht beirren lassen, im Gegenteil. Immer und immer wieder musst du dir bewusst machen: Du kannst dein Ziel erreichen.

Megos klettert, seit­ dem er sechs Jahre alt ist. Links: die Route „First round, first minute“, 9b, in Margalef, Nordost­ spanien, 2016

FRANK KRETSCHMANN/RED BULL CONTENT POOL, ADAM PRETTY

Beim Klettern ist jedes Projekt einzigartig, jedes ist eine ganz neue Herausforderung, jedes hat seinen eigenen Charakter. Allein schon wegen der Gesteinsarten: Sandstein, harter Granit mit seinen vielen kleinen, leistenförmigen Kanten oder Kalkstein, der extrem glatt sein oder viele Leisten haben kann, an dem Stalagmiten emporwachsen können wie angeklebte Rohre oder bei dem Löcher die Hauptgriffarten sind – wie in der Fränkischen Schweiz, wo ich lebe. Deshalb muss man jede Route, jeden Fels, jedes Ziel immer wieder neu visualisieren, neu lernen, sich neu einfühlen. Selbst wenn es eine scheinbar einfachere Aufgabe ist: Du beginnst jedes Mal bei null. Scheitern beginnt in dem Moment, in dem du dein Ziel unterschätzt.

DEINE PARTNER 4 ERST MACHEN DICH WIRKLICH GUT.

Seit meiner Jugend sind Patrick Matros und Ludwig „Dicki“ Korb meine Trainer, sehr enge Freunde, wahre Mentoren. Und 68

THE RED BULLETIN


„Klettern bedeutet Rückschläge“, sagt Megos, „es gibt nur wenige Momente, in denen alles glatt läuft.“


Alexander Megos in der Route „Coup de Grâce“ (9a) im Schweizer Valle Bavona, die er im zweiten Versuch kletterte

Klettern bedeutet sehr viele Rückschläge und nur ganz, ganz wenige Momente, in denen es einfach läuft. Das heißt, du kannst dich noch so gut vorbereiten, es gibt immer unendlich viele Gründe, warum etwas dann doch nicht klappt. Vielleicht fühlst du dich selbst nicht ganz so gut in Form oder nicht ganz so sicher, vielleicht schwitzt du ein bisschen zu sehr, weil es ein paar Grad zu warm ist, vielleicht hat sich das Wetter anders entwickelt als vorhergesagt. Wenn ein Versuch tatsächlich miss­ lingt, was dann? Das Erste und Wichtigste ist, keine Ausreden zu suchen. Niemals die Verantwortung bei Faktoren suchen, auf die du keinen Einfluss hast, niemals! Der Hauptgrund, warum ein Versuch misslingt, ist – so sehe ich das –, dass du mental einfach nicht stark genug für die Herausforderung warst. Es lag nicht daran, dass du es nicht kannst. Sondern daran, dass du deine Leistung nicht in ausreichendem Maß abrufen konntest.

GUTER VERLIERER WIRD 8 EIN AM ENDE ZUM SIEGER.

Wenn ich irgendwann merke, dass eine Route einfach nicht machbar ist – für mich nicht, an diesem Tag nicht –, dann muss ich fähig sein, abzubrechen. Das heißt ja nicht, gescheitert zu sein, ich habe das Ziel erst einmal zurück­ 70

gestellt: Ja, die Route hat mich vielleicht in der ersten Runde geschlagen, aber in der zweiten Runde komme ich zurück – und dann sehen wir weiter.

RUHIG MAL DEINEN 9 TRICKSE KOPF AUS.

Ich habe es ja weiter oben schon erwähnt, aber zum Schluss noch einmal, weil es so wichtig ist: Positiv denken ist der Schlüssel zum Erfolg! Sobald du zweifelst, dass du die Heraus­ forderungen schaffen kannst, die vor dir liegen, hast du eigentlich schon verloren. Belüge dich da ruhig selbst, rede dir ein, dass du dein Ziel erreichen kannst, dass du da ganz sicher hochkommst, dass du alle dafür nötigen Fähigkeiten besitzt.

DER NÄCHSTE SCHRITT 10 NUR ZÄHLT. Du darfst dein Ziel nicht zu verbissen erreichen wollen. In anderen Worten: Du darfst über den Blick aufs Ziel den Weg dorthin nicht aus den Augen verlieren. Ich denke beim Klettern nie daran, wie es sich wohl anfühlen wird, wenn ich oben angekommen bin. Sondern immer nur an die einzelnen Griffe, die wie ein Film in meinem Kopf ablaufen, an die einzelnen Schritte, die mich die jeweilige Route entlangführen – der nächste Griff, der nächste Schritt, immer weiter, bis ans Ziel.

instagram.com/alexandermegos

STEILER AUFSTIEG Die Megos-Story Seinen ersten Felsen erklomm Alexander Megos, 24, im Alter von sechs Jahren. Mit zehn kletterte er, gemeinsam mit seinem Vater, bereits sogenannte Mehrseillängen­ routen bis 300 Meter, wurde später zwei­ mal Jugend­Europameister und einmal Jugend­Vizeweltmeister. Doch Profi werden wollte der Erlanger nie. Für ihn war Klettern ein Hobby. Bis er während einer Spanienreise mit achtzehn die weltweit erste Onsight­Begehung einer Route mit Schwierigkeitsgrad 9a schaffte. Onsight bedeutet, dass Megos einfach draufloskletterte, ohne zu wissen, welche Hindernisse auf ihn warten. Mit dieser Leistung wurde Megos auf einen Schlag berühmt. Mittlerweile zählt er zu den besten Felskletterern der Welt und kann zahlreiche Erstbegehungen auf­ weisen. Zudem wurde er im Vorjahr Vize­ europameister im Bouldern sowie Zweiter beim Weltcup­Finale im Vorstieg (Lead). THE RED BULLETIN

ADAM PRETTY, THOMAS BALLENBERGER/RED BULL CONTENT POOL

BIST 7 VERANTWORTLICH IMMER DU.

„Wenn ein Versuch misslingt, was dann? Das Wichtigste: keine Ausreden suchen und niemals Faktoren verantwortlich machen, auf die du ohnehin keinen Einfluss hast.“


„Du musst deine persönlichen Gefühle unterdrücken“ Wallendes Silberhaar wie Albert Einstein, verträumter Blick, sanfte Stimme. Wer AXEL PETERMANN zum ersten Mal begegnet, hält ihn für einen Philosophen. Dabei war dieser Mann der Schrecken hunderter Gewalttäter. Und ist es noch: Auch im Ruhestand versucht Deutschlands renommiertester Profiler, inzwischen zum Bestsellerautor aufgestiegen, ungelöste Verbrechen aufzuklären. Für The Red Bulletin schildert er seine Erfolgsstrategien. Text RÜDIGER STURM

Fotos ERIK WEISS

Verbrecher-Jäger Petermann, 65: mehr als tausend Fälle in 39 Jahren

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Tatort-Rekonstruktion: Der Schlüssel zur Klärung eines Delikts liegt in der Interpretation der Spuren und in der Analyse des Opfers. Da die Auswahl des Opfers und Tatortspuren auf Täterentscheidungen basieren, werden Tatmotiv und Täterpersönlichkeit sichtbar.

he red bulletin: Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Mord-Tatort? axel petermann: Ganz genau sogar. Das war in der zweiten Januarhälfte 1975 – an einem Sonntag. In einem Bremer Neubaugebiet lag in einem Hochhaus ein älterer Mann erdrosselt am Boden, um seinen Hals ein Tuch geschlungen, die Zunge hervorgequollen. Neben der Leiche ein Kochtopf mit abgebrochenem Stiel. Das Opfer war im Streit von seinem Sohn getötet worden – der dann auch die Polizei rief. Ich weiß noch, dass der Sohn dunkle, zurückgekämmte Haare hatte und einen blauen Overall trug. Haben Sie sich übergeben? Nein, warum? Weil man das in Filmen häufig so sieht. Das ist ein Klischee. Ich denke mir: „Herrschaftszeiten, wenn ich in der Mord­ kommission arbeite, dann ist das meine Entscheidung.“ Ich muss die Bilder des gewaltsamen Todes ertragen können, an­ sonsten hätte ich meinen Beruf verfehlt. Meine erste Reaktion in solchen Fällen ist immer: Was ist dort passiert? Warum hat der Täter auf diese Weise getötet? In Ihren Büchern schildern Sie Mordfälle mit brutal verstümmelten Opfern. Lässt Sie das kalt? Klar habe ich Mitgefühl mit dem Opfer und darf im ersten Moment auch Abscheu zeigen, aber dann muss sich die Professio­ nalität wieder einstellen. Wobei ich von übertriebener Coolness auch nichts halte. Einmal habe ich bei einer Obduktion eine Staatsanwältin erlebt, die mit ihrer Louis­ Vuitton­Tasche Vuitton ­­Tasche daherkam und sich dann was zum Essen herausholte. Du sollst schon Ehrfurcht vor dem Tod haben. 74

Woher kommt Ihr extrem präziser, sachlicher Blick? Wahrscheinlich geht der auf meine Kindheit zurück: Es hat mich schon immer fasziniert, Pilze zu suchen und zu unterscheiden, Insekten zu beobachten, Pflanzen zu sammeln und zu bestimmen. Hinzu kamen Jahre intensiver professioneller Schulung und Erfahrung. Ich versuche an einem Tatort im Kopf Ordnung zu halten, die Spuren aufzunehmen und zu hinterfragen, was sich zugetragen hat, wie der Täter agierte, das Opfer reagierte, die Interaktion zwischen beiden. Ich habe gelernt, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Dafür war es hilfreich, dass ich mir genaue Notizen gemacht habe: Wie hoch ist ein Lichtschalter? Wo sind die Steckdosen? Welche Blutspuren gibt es? Wie liegen die Räumlichkeiten im Uhrzeigersinn, und so weiter. Wie bleiben Sie dabei so gelassen? Ich versuche einfach, diese Spuren zu interpretieren. Unlängst bearbeitete ich einen Fall aus Tirol, wo 1990 eine junge Frau ermordet wurde. Die Familie glaubt nicht, dass der Mann, der dafür verurteilt wurde, wirklich der Täter war. Ich habe den Tatort in einem großen Raum nachgestellt. Eigentlich wollte ich allein sein, um die ursprünglichen Spuren, von denen es Fotos gibt, und die sonstigen Beschreibungen in den Raum zu übertragen. Aber ständig kamen der Ehe­ mann und die Schwester des Opfers dazu, die mir soufflieren wollten, was ich denken sollte. Ich war genervt, aber zum Glück habe ich es gelernt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und mich gegen solche Störungen gedanklich abzublocken.

„In der Regel hast du es nicht mit einem kühl kalkulierenden Täter zu tun, wie er in Krimis vorkommt. Sondern mit einem, der einmal tötet. Für ihn ist der Mord der negative Höhepunkt seiner Biografie.“


Axel Petermanns Albtraum-Album. Sein Buch „Auf der Spur des Bösen“ kam 2010 auf die „Spiegel“-Bestsellerliste. Drei Episoden daraus dienten als Vorlagen für „Tatort“Verfilmungen des Hessischen Rundfunks.

Und wenn Sie doch mal genervt sind und nicht mehr klar denken können? Dann gehe ich nach draußen und lasse mir den Wind um die Ohren pusten oder mache Sport. Mit dieser Methodik lassen sich Mordfälle lösen? Mit dem Wind und dem Sport allein natürlich nicht, aber mit dieser Analyse bekomme ich Spurenbilder, die manchmal zu einem Indizienprozess führen. Häufig endet das in einer Verurteilung, aber nicht immer. Daher war ich immer bestrebt, ein Geständnis zu bekommen. Wie schnell schießen Sie sich auf einen Verdächtigen ein? Ich versuche immer, andere Möglichkeiten zuzu­ lassen und alle gleichrangig nebeneinanderzustellen. Natürlich habe ich Versionen, die ich präferiere, aber ich kann nicht ausschließen, dass es anders gewesen sein kann. Erst einmal muss ich alle Varianten auch auf Plausibilität prüfen. 75


Teil der Strategie Axel Petermanns – und was man daraus lernen kann: klaren Blick bewahren, versachlichen. Und stets sich selbst anzweifeln: Ergibt meine Theorie einen Sinn?

Wenn es dann zum Verhör kommt – was ist dafür die beste Strategie? Meiner Meinung nach musst du dich schon ein wenig verbiegen, deine persön­ lichen Gefühle unterdrücken und Inter­ esse für den Menschen im Täter zeigen und versuchen, seine Motive zu verstehen. Denn ich möchte ihn ja zum Sprechen bringen, ohne dass er gleich nach einem Anwalt verlangt. Sobald er sich ver ver­ schließt und sagt: „Ich will nicht mehr“, wird die Aufklärung sehr, sehr schwierig: Der Täter muss sich und sein Motiv ver ver­ standen wissen. Biedern Sie sich dafür an? Natürlich nicht – ich würde nie versuchen, etwas zu beschönigen. Tötet ein Mann seine Frau, weil sie sich von ihm trennen wollte, gibt es beispielsweise folgende

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Vernehmungsstrategie: Man erklärt ihm, er habe keine andere Wahl gehabt, weil er sich ein gemein­ sames Leben vorgestellt hatte. So nach dem Motto „Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als sie zugab, einen anderen zu haben“. Aber das war nie mein Ding. Was war Ihr „Ding“? Ich nehme den Verdächtigen, so wie er ist, werte sein Handeln eher wissenschaftlich. Ich bin von Haus aus eher vorsichtig und zurückhaltend. Es gibt Beispiele von Ermittlern, die bei der Vernehmung sehr emotional vorgehen. Da wird es laut, der Verdächtige wird bedrängt und beschimpft. Für mich ist das schlechter Stil. Ich habe mich immer gefragt: Mit wem würdest du dich in einer ähnlichen Situation unterhalten? Wir vertrauen uns eher demjenigen an, der uns versteht, als einer Person, die uns nur Druck macht und unser Handeln verwerflich findet.


Funktioniert so eine Strategie gegenüber einem raffinierten Mörder? In der Regel hast du es nicht mit einem kühl kalkulierenden Täter zu tun, wie er in den Krimis immer dargestellt wird. Das sind Menschen, die einmal töten. Für sie stellt der Mord einen negativen Höhe­ punkt in ihrer Biografie dar. Sie können mit der Tat nicht richtig umgehen; sie lässt ihnen keine Ruhe. Müssen Sie nicht doch irgendwann Druck machen? Natürlich, aber zuerst sollte man den Verdächtigen einfach reden lassen und sich alles anhören, ohne es weiter zu kommentieren: der freie Bericht. Aber gleichzeitig musst du das Verbrechen gut kennen – zudem alle Hinweise und Indizien, die dafür sprechen, dass der Be­ treffende der Täter ist. Schließlich kommt der Punkt, wo du den Bericht hinterfragst und den Tatverdächtigen mit den Ab­

Axel Petermann, 65, war 39 Jahre Kriminal­ polizist. Er bearbeitete mehr als 1000 Fälle von Tötungsdelikten bzw. Fällen „unnatürlichen“ Todes, speziell auch nach dem Ansatz des Profilings: Dabei findet sich der Schlüssel zur Klärung eines Tötungs­ delikts in der Inter­ pretation der Spuren am Tatort und in der Analyse der Opfer­ persönlichkeit. Peter­ mann ist Berater der TV­ Serie „Tatort“, lehrt als Dozent für Kriminalistik und schreibt Bestseller, zum Beispiel „Auf der Spur des Bösen“.

Am Ende aller Interpretationen steht nicht der Punkt: Wie hat sich das Opfer gefühlt?, sondern die einfache Frage: Was ist passiert?

weichungen zu den Ermittlungen konfrontierst. Dann darfst du auch schon energischer werden. Sind Sie in allen Vernehmungen so gelassen geblieben? Gab’s nicht mal Täter, die Sie zur Weißglut gebracht haben? Es gab auf jeden Fall Menschen, die ich richtig wider wider­ wärtig fand. Etwa der Fall eines Familienvaters Ende zwanzig, der ein Bordell betrieb. Eine Prostituierte war ihm richtig hörig. Wenn er sagte, du isst nichts, dann aß sie nichts, wenn sie zwölf Stunden anschaffen sollte, dann machte sie das und gab ihm das ganze Geld ab, weil sie hoffte, dass sie mit ihm eine Zukunft haben könnte. Aber irgendwann lernte sie eine andere Prostituierte kennen, die ihr sagte, dass sie sich das nicht mehr gefallen lassen solle. Beide Frauen fuhren zu ihm nach Hause, wo sie seine Ehefrau fanden und einweihten. Das empfand der Mann als absoluten Vertrauensbruch, den er nicht hinnehmen wollte. Also brachte er sie um … Aber das war noch nicht das Perverseste an dem Fall. Er hatte sich ein transportables Krematorium bauen lassen, in dem er die Leiche verbrennen und dabei zusehen wollte, nur funktionierte das nicht. Nach langem Hin und Her holte er einen Freund zu Hilfe, mit dem er die Leiche mit Fleischwolf und Kreissäge zerkleinerte und zurück nach Bremen brachte. Als er dann das Krematorium verschrotten lassen wollte, kam das jemandem verdächtig vor, der verständigte die Polizei und somit auch mich. Ich habe selten jemand erlebt, der so wenig Empathie hatte und so narzisstisch war. Der Mann schilderte den Mord völlig emotionslos, bezichtigte sogar seinen Freund der Tat. Doch als er von seiner Frau und den Kindern Besuch bekam, war er wie verwandelt – er mutierte zum liebevollen Familienvater. Wie haben Sie ihn geknackt? Er war so empfindsam, dass man ihn nicht kritisieren durfte. Also machte ich gute Miene zum bösen Spiel und ließ ihn reden. So gestand er dann noch zwei Morde, die er früher begangen hatte. Ich blieb dabei konzentriert und bestimmt, aber ich forderte ihn nicht heraus. Einem Kollegen hingegen, der ihm gegenüber eine negative Bemerkung machte, sagte er, er wolle nie wieder etwas mit ihm zu tun haben.

Schuh eines Mordopfers, Schauplatz des Mordes, Blutspuren: Bei genauer Betrachtung beginnen Tatorte zu sprechen. So wie 1983, bei Petermanns erstem großen Fall: Eine zerstückelte Frauenleiche steckt in einem Müllsack. Falsche Zeugenaussagen und ein falsches Tatzeit-Gutachten erschweren die Aufklärung, doch Petermann überführt den Täter: Es war eine Kneipen-Zufallsbekanntschaft. THE RED BULLETIN

Woher nehmen Sie eigentlich dieses Durchhaltevermögen? Ich machte zeitlebens viel Sport – früher war ich Leichtathlet, während meiner Zeit bei der Polizei spielte ich hochklassig Handball. Da lernst du, nicht aufzugeben, auch wenn es wehtut und dir eine Nieder Nieder­ lage droht. Es kommt immer wieder mal vor, dass sich deine Vorstellungen nicht realisieren lassen, dass du am Ende deiner Weisheit bist. Und dann überlegst du: Was habe ich sonst noch für Möglich­ keiten? Gibt es neue Erkenntnisse in der Wissen­ schaft? Kann ich mit Zeugen oder dem Verdächtigen noch einmal sprechen? Du darfst dich einfach nie zufriedengeben, musst optimistisch bleiben und immer wieder aufs Neue nach Lösungen suchen. Bis sie sich einstellen. 77


WATCH NOW

GLADIATORS OF THE ALPS www.redbull.tv/gota


guide Get it. Do it. See it.

28 April

BRUTALER HÄRTE-TEST

JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL

Station 5 der Rallye-Weltmeisterschaft 2018, erbitterter Kampf um Zehntelsekunden auf Bergstraßen und Schotter: redbull.tv ist live dabei bei der ArgentinienRallye, dem brutalen Härtetest für Mensch und Material (im Bild: der Este Ott Tänak, der 2017 in Argentinien Dritter wurde).

THE RED BULLETIN

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GUIDE

See it

Downhill-Mountainbiken in Kroatien, Racen in Argentinien und Laufen für die, die es nicht können – die Monats-Highlights auf Red Bull TV.

6 Mai

LIVE

WINGS FOR LIFE WORLD RUN 2018

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

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Tausende in aller Welt laufen für die, die es nicht können. Wer nicht am Wings for Life World Run zugunsten der Rückenmarksforschung teilnimmt, kann via Red Bull TV live dabei sein.

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bis 30. April

LIVE

RALLYE ARGENTINIEN

Station fünf der Rallye-WM erwartet die besten Fahrer der Welt mit einer der aufregendsten Challenges: enge Bergstraßen, Schotter, Fels, Schlamm. Die ganze Action driftet live auf Red Bull TV.

THE RED BULLETIN

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL (2), KIN MARCIN FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL

SCHRITTE, TRITTE, DRIFTS


April / Mai

22 April

LIVE

UCI MTB WORLD CUP KROATIEN

Die Französin Myriam Nicole beim Weltcup in Leogang, Österreich, im Juni 2017

Neue Location für die Downhill-MountainbikeElite beim zweiten Weltcup-Event 2018: Lošinj, die kroatische Insel, bietet dabei eine einzigartige Rennkulisse. Zwischen Steinmauern schlängelt sich die Strecke auf malerischen Straßen durch die Stadt Veli Lošinj zum Hafen. 300 Fahrer stellen sich der Challenge … LiveÜbertragung mit deutschem Kommentar.

R 7 UH , 1 S I B ELLT T S E B GE N MOR ER T EF GE L I

intersport.ch

Aaron Gwin (USA), Sieger des DownhillWeltcup-Events in Val di Sole, Italien, 2017


GUIDE

Get it

Uhren

Die Limited-EditionHamilton gibt es entweder mit Armband aus wüstenbraunem Leder (Bild) oder Edelstahl.

OMEGA SEAMASTER RAILMASTER

Abgehärtet

Die originale Railmaster wurde 1957 für Eisenbahnarbeiter gebaut und konnte Magnetismus von 1000 Gauß aushalten. Dieses aktualisierte Modell nimmt es sogar mit einem fünfzehnmal stärkeren Feld auf. omegawatches.com

CO-PILOT

Hamilton, gegründet 1892, ist untrennbar mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden. 1918 wurden die Uhren aus Pennsylvania erstmals im Luftver Luftverkehr eingesetzt, im damals neuen US-Luftpostdienst zwischen Washington und New York. Acht Jahre später waren Richard E. Byrd – der erste Pilot, der den Nordpol überflog – sowie Albert Hegenberger und Lester Maitland auf ihrem transpazifischen Rekordflug vom US-Festland nach Hawaii mit einer Hamilton am Handgelenk unter unterwegs. Und in den 1930er-Jahren war sie die offizielle Uhr von vier US-Airlines. Kaum verwunderlich also, dass Hamilton ein Jahrhundert später der offizielle Zeitnehmer des Red Bull Air Race ist.

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RAYMOND WEIL TANGO 300

Tiefgründig

HAMILTON KHAKI X‑WIND AUTO CHRONO LIMITED EDITION

100 Jahre in der Luft

Sein erstes Jahrhundert in der Luftfahrt feiert Hamilton mit einer Limited Edition der X-Wind. Die trägt ihren Namen wegen ihres Driftwinkel-Rechners – ein komplexer, von einer drehbaren Lünette unterstützter Mechanismus, der zusammen mit den Fluginstrumenten Seitenwinde berechnet. Das Edelstahlgehäuse umrahmt ein großes 45-mm-Zifferblatt mit leuchtenden Ziffern, die bei Tag- und Nachtflügen gleichermaßen gut ablesbar sind. Und im Inneren läuft Hamiltons erstes Uhrwerk mit Silikon-Spiralfeder. Sie ist antimagnetisch und weniger stoßanfällig, was für bessere Haltbarkeit und längere Genauigkeit sorgt. Es wurden nur 1918 Exemplare dieser Uhr hergestellt – als Referenz an das Jahr, in dem Hamilton erstmals abhob. hamilton.com

Die Zahl im Namen bezieht sich auf die Tiefe, die diese Taucheruhr überstehen kann: 300 Meter. Doch mit Saphirkristallglas, Edelstahlgehäuse und -armband macht sie auch an der Oberfläche gute Figur. raymond-weil.com

PORSCHE DESIGN CHRONOGRAPH 911 TURBO S

Sportlich

911 Turbo S fürs Handgelenk: Vollgas-Chronograph mit korrekter Lackierung, entsprechenden Materialien (Titangehäuse, CarbonZifferblatt, Sitzleder-Armband) und den Rädern nachempfundener Rückseite. porsche-design.com

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PROMOTION

must-haves

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1 DIE LAUFSCHUHREVOLUTION

Mit der Einführung von Blushield lanciert Diadora eine Technologie, welche die Art, wie wir uns das Laufen vorstellen, verändern wird. Diadora präsentiert somit auf dem Markt einen universellen Schuh, der Leistung und Dämpfung, Reaktivität und Anpassung des Schuhs an den athletischen Bewegungsablauf in einem einzigen Produkt vereint. www.diadora.com

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2 VISIER FÜR ALLE FÄLLE

Aufsteigen, Visier runter, und los geht’s. Das Fahrrad wird künftig zum wichtigsten Verkehrsmittel im urbanen Raum. Es verspricht Unabhängigkeit und Lebensqualität. Um dies auch nutzen zu können, braucht es Accessoires, die den Radfahrer auf seinem täglichen Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Café optimal schützen. Der neue uvex finale visor ist eines von ihnen. www.uvex-sports.com

3 CALDORADO III

Die Trailrunner unter Ihnen haben endlich einen Schuh gefunden, der den nötigen Halt, Komfort und Schutz bietet. Aus abriebfestem Obermaterial, mit Sohlen- und Zehenschutz und Hightech-Schaum für den Komfort, den Sie auf jedem Gelände benötigen. Die neue individuelle Passform macht den Schuh perfekt. Steine, Wurzeln und unebene Böden? Alles kein Problem! www.columbia sportswear.de

4 SUPERLEICHTE WUNDERWAFFE

Die funktionale, leichte Isolationsjacke von Mountain Hardwear überzeugt mit einer hervorragenden Thermoregulation und eignet sich für den vielseitigen Bergeinsatz. Die Polartec-AlphaIsolierung sorgt für hohe Atmungsaktivität und schnellen Feuchtigkeitstransport. Das ATherm Jacket ist trotz seiner elastischen Eigenschaften wasserund windabweisend. www.chrissports.ch

5 ALPHABOUNCE BEYOND

Der AlphaBOUNCE Beyond ist speziell auf Kraft, Tempo und Kondition ausgelegt und vereint die innovativsten Technologien und Materialien von adidas, die zusammengenommen Sportlern drei entscheidende Vorteile bieten, nämlich eine ideale Passform, ein hervorragendes Laufgefühl und eine optimale Bewegungsübertragung. www.adidas.ch

6 OUTDRY EX FEATHERWEIGHT

Vergessen Sie nicht, diese wasserdichte, superleichte Shell mit fest angebrachter Kapuze und verschweissten Aussennähten auf Ihr nächstes grosses Abenteuer mitzunehmen. Diese Aussenjacke verfügt über ein Unterarmbelüftungssystem, das durch intelligente Luftzirkulation für Abkühlung sorgt. Ausserdem bietet sie genügend Stauraum für wichtige Gegenstände. www.columbia sportswear.de

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GUIDE

Do it

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und 20. Mai 50 Jahre Air Zermatt Die beste Bergwacht der Welt rettete seit 1968 tausende Menschenleben. Das heisst aber auch: Wer die Oberwalliser Helden und ihre neun Hubschrauber aus der Nähe zu sehen bekommt, hat normalerweise ein ernstes Problem. Nicht so am dritten Maiwochenende: Zum Firmenjubiläum lädt die Air Zermatt zu zwei Tagen der offenen Tür mit Rundflügen und Helikoptershows. Heliport Raron; www.air-zermatt.ch

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Juni bis 1. Juli

„Wenn’s irgendwo egal ist, ob es regnet, dann in Schlammgallen“, sagte Campino von den Toten Hosen im Vorjahr über das Mistwetter. Mitfeiern lohnt sich auch 2018 bei jeder Witterung: wegen der einzigartigen Lage im Natur Naturschutzgebiet und wegen des Lineups von Depeche Mode (Bild), The Killers und Nine Inch Nails bis zum Indie-Folk von Angus & Julia Stone und tanzbarem Elektro von Kungs.

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bis 6. Mai Bike Days Laufradrennfahrer trifft Olympiasieger trifft Flatlander trifft Dirtjumper: Das grösste nationale Velofestival feiert drei Tage lang die Vielfalt des Fahrrads. Im Rahmen der VeloExpo stehen kostenlos 250 Modelle aller Arten und Marken zum Test bereit, beim Öufi-Cup messen sich Prominente – und am Freitag und Samstag gibt’s eine Partynacht mit DJ-Line-up in der Rythalle. Solothurn; www.bikedays.ch

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St. Gallen; www.openairsg.ch

und 6. Mai Sneakerness Vergangenen Sommer erzielten Michael Jordans blau-weisse 1984erConverse bei einer Online-Auktion 190.373 Dollar Erlös. Bei Europas wichtigster Turnschuh-Convention kann man schon für viel weniger Geld Schnäppchen machen. Dennoch riskant: Das Riesenangebot legendärer Sammlerstücke, limitierter Editionen und schwer erhältlicher Kult-Marken verführt schnell zum Kaufrausch. Zürich-Oerlikon; www.sneakerness.com

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bis 12. Mai Fantasy Basel Von 10. bis 12. Mai dürfen alle, die ihr wahres Ich gern hinter Verkleidungen und Masken verstecken, unter sich bleiben: nämlich draussen. Drinnen in der Messe Basel feiern Cosplayer und Comic Freaks, Gamer und Filmfans ein extrovertiertes Fest der Fantasie – mit Ausstellungen, Walking Acts, Game-Neuvorstellungen und Gästen aus Film und TV. Basel; www.fantasybasel.ch

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ORIGINAL MEDIA/RED BULL CONTENT POOL, ANTON CORBIJN, NICOLAS KUHN

OPENAIR ST. GALLEN


Mai / Juni

20 bis 23. Juni Rock the Ring Festival

Was tun gegen Autobahnlärm? Übertönen, sagen die Ring Rocker – und setzen ihre Massnahme inmitten des Hinwiler Autobahnkreisels um. Tatkräftige Mithilfe leisten in diesem Jahr Santana, die Simple Minds und Jan Delay, zudem gibt es ein Wiedersehen mit UB40, Manfred Mann’s Earth Band, Level 42 und Uriah Heep. Hinwil; www.rockthering.ch

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Mai The Dance 2018 Ein dreistündiges Tanzspektakel ohne Atempause: Bei The Dance batteln die weltbesten zehn Urban Dance Crews – mit mitreissenden Choreografien – um den Sieg. Apropos mitreissend: 2017 über­ zeugte die britische Truppe Proto­ type die Jury am meisten, sie wird bei The Dance 2018 ihren Titel ver­ teidigen. Highlight des Rahmen­ programms: Live­Act Luca Hänni. Hallenstadion, Zürich; thedance.ch

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bis 9. Juni Caribana Festival Die zweitbeste Sache nach einem Tag am Karibikstrand? Ein Abend beim Caribana am Ufer des Genfersees. Mit Rock (Status Quo) und Metal (Eluveitie), Electro (Petit Biscuit) und Reggae (Protoje & The Indiggnation). An Tag eins eröffnen Patrick Bruel, Fabian Tharin und Aliose. Crans-près-Céligny; www.caribana-festival.ch

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und 16. Juni Alpine Cup Was ist noch schwerer, als ei­ nen der vier anspruchsvollsten Mountainbike­Marathons der Alpen zu gewinnen? Den MTB Alpine Cup zu gewinnen, die gemeinsame Rennserie der vier herausforderndsten Mountain­ bike­Marathons. Beginnt am 14. Juni beim Hero Südtirol Do­ lomites und endet nach 450 Ki­ lometern und 19.500 Höhen­ metern im September bei der La Forestière Bulls Bikes. www.alpinecup.com

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GUIDE

6 Do it

Mai

WINGS FOR LIFE WORLD RUN IN ZUG Alles, was du über den globalen Charity-Lauf wissen musst – und was dich als Läufer auf der Strecke erwartet.

Stars am Start in Olten, 2017: Fanny Smith (li.) und Francine Jordi (2. v. re.)

DER LAUF FÜR ALLE

Der Wings for Life World Run ist ein Lauf für jeden – vom Anfänger zur Wettkämpferin, vom Rollstuhlfahrer zur Power-Walkerin. Am 6. Mai 2018 starten Läuferinnen und Läufer zum 5. Mal zeitgleich in zahlreichen Städten weltweit. Wie lange und wie weit du laufen wirst, hängt ganz allein von dir ab. Dein Fitness-Level? Nebensache.

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Der Modus

Eine fixe Distanz wie im Marathon gibt es nicht. Stattdessen erwartet die Läufer ein Adrenalinkick: 30 Minuten nach dem Start fahren die „Catcher Cars“ los und verfolgen als bewegliche eine Art Ziellinie die Teilnehmer. Wer eingeholt wird, für den ist das Rennen vorbei. Globaler Sieger 2017 wurde der schwedische Rollstuhlfahrer Aron Anderson. Erst nach 92,14 Kilometern holte ihn das Catcher Car ein – Weltrekord.

Der Zweck

Alle Startgelder fließen zu hundert Prozent in Forschungsprojekte der Wings for LifeStiftung zur Heilung von Querschnittslähmung. Übrigens: Wer nicht vor Ort sein kann, hat die Chance, mit der Wings for Life World Run-App gegen ein virtuelles Catcher Car anzutreten – ganz egal wo man sich gerade aufhält.

THE RED BULLETIN


Mai Die Strecke

Nach vier Rennen in Olten feiert der Schweizer Wings for Life World Run sein Debüt in Zug. Am 6. Mai erwartet die Läufer ein idyllischer und abwechslungsreicher Kurs durch die Zentralschweiz. Die Strecke – im Schnitt flach, zwischen 415 und 450 Höhenmetern – beginnt bei der Bossard Arena und führt nach Baar, ehe es inmitten beschaulicher Landkulisse nach Niederwil bei Cham geht (Kilometer Kilometer 20). PS: Wer den Schweizer Vor Vorjahressieger Sylvère Pruvost schlagen will, sollte sich auf einen Langstrecken-Kampf über 68,11 Kilometer einstellen. Alle Information zur Anmeldung, den Wings for Life World Run­App­Runs sowie der Timeline auf: wingsforlifeworldrun.com

ROMINA AMATO FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN (2), LUIS VIDALES FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN,

Manuela Schär

„SCHREIT DER MÜDE KÖRPER, SCHREI ZURÜCK!“ Manuela Schär, 33, Sprint­ und Lang­ streckenspezialistin

Die Schweizer Rollstuhl-Athletin Manuela Schär hat sich an die Weltspitze der Leichtathletik gekämpft. Bewegung und Sport, Querschnittslähmung und For Forschung liegen der Krienserin am Herzen. Sie ist Botschafterin des Wings for Life World Run 2018. THE RED BULLETIN: 2017 hast

du die größten Marathons der Welt gewonnen. Was erwartet dich beim Wings for Life World Run in Zug?

Die Catcher Cars schließen zu den Teil­ nehmern auf.

MANUELA SCHÄR: Das wird ein Lauf zum Genießen, weil man hier miteinander rennt, nicht gegeneinander. Außerdem läufst du wie durch eine Postkarte: die Bergkulisse der Alpenkette, davor der Zuger See.

Die einen Läufer werden sicher noch mehr Gas geben. Die anderen werden erlöst sein, wenn sie endlich eingeholt werden.

Was ist dabei die größte Herausforderung? Ich lasse meinen Sportrollstuhl daheim und fahre mit meinem Alltagsrollstuhl, der nicht konzipiert ist für Distanz und Tempo. Vielleicht hat mein RollstuhlMechaniker noch einen Tipp, wie ich ihn etwas tunen kann.

In jedem Marathon erreicht der Körper seine Grenze. Wie steht man das mental durch? Ich suche schon im Training bewusst die Kante, an der es nicht mehr weitergeht. Dann setze ich noch einen drauf. Verlässt du diese Komfortzone immer wieder, gewöhnst du dich an den Schmerz. Dann weißt du im Rennen: Das Ende naht doch nicht, es wird sogar besser.

Wie schnell fährst du mit deinem Sportrollstuhl? Mein Top-Speed auf der Bahn liegt bei 32 km/h. Im Schnitt fahre ich um die 25 km/h. Mein Alltagsrollstuhl wird wohl im Schritttempo unterwegs sein.

Wie denkt man positiv, wenn der Körper nicht mehr kann? Wenn der Körper schreit, er kann nicht mehr, schreie ich zurück: Doch, du kannst! Bloß nicht denken, es geht nicht mehr. Das ist kontraproduktiv.

Wie geht man ins Rennen, wenn weltweit Tausende zur selben Zeit loslaufen? Es motiviert sehr, in einem großen Läuferfeld zu starten. Noch mehr aber, wenn der Spaß im Mittelpunkt steht. Das ist eine Party mit einer großen Familie.

Hast du noch einen Kondi­ tionstipp für Hobbyläufer? Laufe täglich eine halbe Stunde locker. Teil dein Tempo ein, taste dich heran. Trink viel mit Kohlenhydraten und Salz. Wenn die Muskeln brennen: Zähne zusammenbeißen. Es lohnt sich, wenn die Hormone jubeln.

Steigt der Ehrgeiz, wenn man vom Catcher Car gejagt wird?

THE RED BULLETIN

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GUI D E 1 HOKA ONE ONE MACH

Passform und Komfort sind die Stärken des Hoka One One Mach. Sein leichtes Gewicht (190 g), die DualDensity-­Zwischensohle, die flexible Ferse und der fester Vorfuß ermöglichen spritzige und ­dynamische Runs. hokaoneone.com 2 NEW BALANCE 890 V6

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UND LOS!

Verstärkte Zwischensohle und leichte 256 Gramm Gewicht – der New Balance 890 v6 ist ein dynamischer Schuh für schnelle Runs, aber auch für Ganztages­ rennen. Mit seinen neu entworfenen Leisten bietet der Schuh etwas mehr Raum in der Zehenbox und minimiert so die Blasengefahr. newbalance.de 3 PUMA SPEED 600 IGNITE 3

Durch das atmungs­ aktive Mesh-Material „Netfit“ kannst du beim Schnüren die optimale Passform herstellen. Eine energieabsorbierende Dämpfung garantiert Extra-Schwung. puma.ch

Egal ob du auf der Straße oder durchs Gelände läufst: Diese Schuhe, Gadgets und Outfits helfen dir, jedes Ziel zu erreichen.

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Text TISH HAMILTON Fotos DIMITRI NEWMAN

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ROAD

UNDER ARMOUR HOVR SONIC CT 4

Der Sonic überzeugt durch eine Dämpfungsschicht aus HOVR-Foam vom Vorfuß bis zur Ferse. Im Bereich des rechten Mittelfußes steckt zudem ein Sensor, über den du Geschwindigkeit, Distanz, Laufrhythmus und Schrittlänge nachverfolgen kannst. underarmour.ch 5 ASICS GEL NIMBUS 20

Bereits zum 20. Mal kommt dieser neutral gedämpfte Klassiker auf den Markt: Fans lieben die leichte Flyte-Foam-­ Zwischensohle, die Gelpolster im Fersen- und Vorfußbereich sowie die Mesh-Toebox für Zehenfreiheit. Mit dieser eleganten Platin-Edition feiert das Kultobjekt seinen Geburtstag. ascis.de

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6 NIKE EPIC REACT FLYKNIT

Davon träumen Läufer: Dämpfung und Energieabsorption ohne zusätzliches Gewicht. Dieser Schuh bietet ein cooles Paket aus passgenauem Flyknit-Obermaterial und einer dynamischen leichtgewichtigen React‑Foam-Laufsohle. nike.ch 7

ON CLOUD X

Für fast jedes Training: Dieser leichte und gleichzeitig stabile Schuh kombiniert eine markante schlauch­ förmige Unterfuß­ dämpfung mit atmungsaktivem Mesh-Obermaterial sowie verstärkter Mittelsohle, die deine Seitwärtsbewegungen stabilisiert. on-running.com

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TRAIL 1 SALOMON S/LAB SENSE ULTRA 2

Diese Neuauflage aus der Sense-Ultra-Serie bietet eine verbesserte Passform dank reibungsfreiem, weil nahtlosem Innenschaft mit außenliegendem SensifitSystem, dessen Futter zusätzlich den Mittelfuß stabilisiert. Ein tiefes Profil an Ferse und Vorfuß gewährleistet eine satte Landung und unterstützt deine Schnellkraft. salomon.com

2 SALEWA ULTRA TRAIN 2

3 LA SPORTIVA BUSHIDO MOUNTAIN RUNNING

Der Ultra Train 2 eignet sich für Speed Hiking und Mountain Training und orientiert sich im Einsatzbereich an Adventure-Sportarten. Das an Bergsschuhe angelehnte Schnürsystem ist auf Passform ausgerichtet, und die Michelin-Sohle gewährleistet effektiven Antritt und Grip auf nassen und rutschigen Oberflächen. salewa.ch

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SAUCONY KOA TR

Echter Hybrid: Dank niedriger Profiltiefe rollt dieser Schuh auf der Straße perfekt ab, bietet zugleich aber Grip auf erdigem Untergrund. Eine abgeschrägte Zehenbox sorgt für zusätzliche Stabilität und erlaubt maximale Ausdehnung beim Durchstarten. saucony.ch

Auf fels- und wurzeldurchsetzten Trails wünschst du dir den Schutz dieses kraftvollen Schuhs. Ein tiefes Profil bietet effektiven Antritt sowie Stabilität. Eine dicke TPU-Zehenkappe verhindert ein Anstoßen der Zehen, und die stabile Mittelfuß-Konstruktion vermindert ein Rutschen. Trotzdem gewährt der Schuh einen flinken Lauf. sportiva.com

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GUIDE

TECH 1 GARMIN FORERUNNER 235

Marathon-Veteranen und Hobby-Jogger lieben die klassische Forerunner 235 aufgrund ihres bequemen Handlings, der präzisen ganztägigen Aktivitätsüberwachung, der optischen Herzfrequenzanzeige, der drahtlosen Hochlad-Möglichkeit in Garmin Connect und der einfachen Synchronisierung mit Strava und anderen Sport-Apps. garmin.de

3 JAYBIRD RUN TRUE WIRELESS SPORT KOPFHÖRER

4 SKULLCANDY METHOD BT SPORT EARBUD

Komfortabel und schweißbeständig mit minimalistischer On-Ear-Bedienung, bieten die Run-True-Kopfhörer sauberen, frischen Sound. Und wenn du durch eine Extra-Einheit richtig ins Schwitzen kommen willst, verschafft dir die Schnellaufladung von Jaybird in fünf Minuten eine Stunde Wiedergabezeit. jaybirdsport.com

5 FITBIT IONIC SMARTWATCH

Diese soft klingenden bluetoothfähigen Kopfhörer sind miteinander durch ein Nackenband verbunden, dessen Enden mit Bedienknöpfen versehen sind. Das Extra für Langstreckenläufer und Co: Method BT ist schweißresistent, wetterbeständig und bietet beeindruckende neun Stunden Wiedergabezeit mit nur einer einzigen Aufladung. skullcandy.ch

2 BOSE SOUNDSPORT FREE WIRELESS KOPFHÖRER

Diese Kopfhörer bieten bis zu fünf Stunden kraftvolles basslastiges Audiovergnügen mit einfacher On-Ear-Steuerung. Wasserabweisendes Mesh-Material an den In-Ear-Kopfhörern verhindert das Eindringen von Schweiß. Über verstellbare Stöpsel passt sich der SoundSport Free gezielt deinen Ohren an und bleibt dank Einsätze immer in Position. Auch top: der schlichte Ladekoffer mit LED-Anzeige. bose.ch

Diese Uhr zeichnet Distanz, Geschwindigkeit und Dauer von Lauf-, Rad- und Schwimmtrainings mittels eingebautem GPS auf und misst ganztägig die Herzfrequenz. Sie speichert 300 Songs und unterstützt Apps wie Fitbit Pay. Zudem verfügt sie über eine Akkulaufzeit von gut drei Tagen. fitbit.com

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HUAWEI WATCH 2

Die robuste Android-Wear2.0-kompatible Huawei Watch 2 verfügt über GPS, einen NFC-Chip und eine anpassbare App-Anzeige. Weiters bietet sie Workout-Aufzeichnung, Herzfrequenzmonitor und voreingestellte Workouts. Du kannst außerdem mit ihr telefonieren sowie Textnachrichten empfangen und versenden. In Europa ist die Uhr in einer entsprechenden 4G-Version erhältlich. amazon.de

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GUIDE ICEBREAKER FLUID ZONE LONG SLEEVE ZIP 1

Diese leichte Merino­ jacke verfügt über flache Taschen und atmungs­ aktive Mesh­Einsätze am Rücken und unter den Armen, damit du einen kühlen Kopf be­ wahren kannst. icebreaker.com 2 NIKE SHIELD CONVERTIBLE RUN JACKET

Diese wasserabweisende Jacke mit Kapuze lässt sich in einer praktischen Tasche verstauen. In den Taschen mit Reiß­ verschluss kannst du Telefon, Schlüssel und Karten sicher unter­ bringen. nike.ch 3 2XU MID RISE 7/8 COMPRESSION TIGHTS

PATAGONIA HOUDINI JACKET 4

Federleicht, komforta­ bel, atmungsaktiv – die Houdini macht ihrem Namen alle Ehre und schützt zuverlässig vor Wind und Regen, lässt sich auf Handgröße verpacken und in einer winzigen Tasche mit Karabinerhaken ver­ stauen. Praktisch! patagonia.com 5 UNDER ARMOUR THREADBORNE STREAKER SHIRT

Die Microthread­Tech­ nologie in diesem mit Flachnähten versehenen, weichen T­Shirt trans­ portiert Schweiß in Rekordzeit nach außen und lässt es so schnell wieder trocknen. underarmour.ch

OUTFIT

SAXX KINETIC RUN 5'' SHORTS 6

Laufhose, die alles in Position hält – für Typen, die bequeme Walkshorts mit kom­ fortabler Innenhose möchten. Neun Mesh­ Einsätze in der „Ball­ Park Pouch“ im Inneren der Shorts sind der Clou, wobei die flachen Nähte unangenehmes Scheuern verhindern. amazon.de

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Neben der Kompressi­ onsfunktion im Bereich der Oberschenkel, der Gesäßmuskeln und der Waden stärkt der Bund dieser Hose deinen Bauchbereich. Extra: eine kleine Tasche für Kreditkarten und Co. 2xu.uk

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BUFF PRO RUN CAP

Über seitliche Schlitze verschafft diese Kappe deiner Sonnenbrille festen Sitz, blockt UV-Strahlen, belüftet deinen Kopf über minimale Öffnungen und transportiert deinen Schweiß ab, bevor er dir in die Augen tropft. buff.eu

2 USWE VERTICAL 10 HYDRATION PACK

Das Meshgewebe hält den Rucksack trocken, in den zahlreichen Taschen lassen sich Telefon und Snacks verstauen, die 1,5-Liter-­ Shape-Shift-Trinkblase lässt sich über einen Schieber öffnen und für heiße Tage mit Eis befüllen. Nach deiner Rückkehr kannst du sie zum Reinigen ganz einfach umstülpen. uswe-sports.com

3 OAKLEY FLAK DRAFT PRIZM ROAD SONNENBRILLE

Diese High-Definition-­ Sonnenbrille aus der Flak-­ Serie von Oakley belüftet durch ihr Halb­rahmenDesign zuverlässig. Das Auswechseln der Gläser (Ersatzgläser nicht inklusive) erfolgt über das benutzerfreundliche Auslösesystem. oakley.com

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ACCESSORIES

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4 STANCE MINIMALISM CREW SOCKS

Seiner Kombination aus ­Design und Funktion verdankt das junge Unter­ nehmen Stance seinen Kult­ status in der Laufszene. Die Minimalism Crew Socks versprechen ausgereifte Fußspezifität (links/rechts), Kompression, leichte Dämpfung und einen bunten Look. stance.com

5 NIKE DRI-FIT TEMPO 360 FLASH LAUF-HANDSCHUHE

Seidige Dri-Fit-Handschuhe halten deine Hände an kühlen Tagen warm und trocken, während du mit den touchscreenfähigen Spitzen an Zeigefinger und Daumen dein Gerät bedienen kannst. Die charakteristischen Streifen machen den Handschuh zum Hingucker. via: 21run.com

6 ADIDAS ZONYK AERO MIDCUT PR

Für den Multisportler ist die leichtgewichtige Zonyk die perfekte Brille, die deine Augen durch ihre geschwungene Form vor Insekten, Schmutz und Wind im Gelände oder auf der Straße schützt. Ein abnehmbares Schaumsto≠band absorbiert den Schweiß. adidassporteyewear.com

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GUIDE

Check it

THE RED BULLETIN WELTWEIT

FRANKREICH MATTHIAS DANDOIS

Wie man dank positiven Gedanken schneller läuft, die Eroberung der „Dawn Wall“ in Kalifornien und ein BMX-WeltBMX-Weltmeister, der ins Kino wechselt: die Highlights unserer Ausgaben im Mai.

Ein BMX-Star, der SchauSchau spieler werden will? Die Kollegen aus Frankreich trafen Monsieur Dandois zum Cover-Interview.

The Red Bulletin als E-Paper: redbulletin.com

KTM/PHOTOSDAKAR.COM

Laia Sanz, KTM-Werkspilotin: 100 Prozent Zielankünfte beim härtesten Motorsport-Event der Welt – also 100 Prozent richtig gemacht

DIESE FRAU SCHLÄGT 9 VON 10 MÄNNERN BEI DER RALLYE DAKAR Weil sie ihre Träume lebt, obwohl ihr alle davon abgeraten haben. Die Spanierin LAIA SANZ und ihr 15-Punkte-Programm für ein erfolgreiches Leben an der Spitze.

Text WERNER JESSNER

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ÖSTERREICH LAIA SANZ Wie sich die spanische KTM-Werkspilotin an der Spitze der Motorrad-Rallyes dieser Welt und gegen Männer behauptet.

Freddy Lau, Kino-Grenzgänger und Hobbygolfer, beim Red BulletinShooting in Berlin: „Neugier ist der beste Antrieb für ein interessantes Leben.“

„ICH DARF DAS EIGENTLICH NICHT SAGEN …“

„WAS IST DAS SKATEBOARD? ICH SAGE: EINE PHILOSOPHIE.“

… aber für The Red Bulletin tut er es doch: FREDDY LAU, 28, prägender Schauspieler seiner Generation, erzählt von seinem Leben zwischen Baukränen, Wettmafia und Filmset. Eine Begegnung in 20 Szenen. Text ANDREAS ROTTENSCHLAGER

Fotos DAVID FISCHER 33

DEUTSCHLAND FREDDY LAU Auf dem Cover der Deutschland-Ausgabe: Kinostar und Urban-Golfer Freddy Lau.

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SCHWEIZ JIM ZBINDEN Der Chef des ehemaligen Genfer Skate-Museums „Pulp68“ zeigt uns seine Sammlung. Ab Seite 32.

THE RED BULLETIN


Mai

IMPRESSUM SCHWEIZ

Ido Portal, movement guru: “To hell with what other people say!”

“I’ve been thrown out of gyms on many occasions” Monkeys, comedians and children inspire him, and he earns six-figure sums through his private training sessions. Movement expert IDO PORTAL gives top sports stars’ minds and bodies a workout. The good news is that his teachings will work for you, too Words ANDREAS ROTTENSCHLAGER

Photography CYRILL MATTER

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GROSSBRITANNIEN IDO PORTAL Der Mann, der aus Fitness-Studios geworfen wird, obwohl er Spitzensportler trainiert, tanzt in England auf dem Cover.

USA THE DAWN WALL Eroberer der El-CapitanFelswand und eindeutig schwindelfreie Stars: die Coverstory über die Kletterer Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson.

EL SECRETO ES LA PASIÓN La mayoría de los atletas e investigadores del deporte coinciden en que la clave para lograr un mejor desempeño –correr más rápido, aguantar más kilómetros, por ejemplo– está en la mente. JUAN LUIS BARRIOS, el mejor fondista mexicano en la actualidad, no opina lo mismo. Para él, el corazón es el que domina y el que te hace sacar lo mejor de ti. Cuerpo y mente son los que hacen caso

El atleta mexicano se destaca por su resistencia al correr los maratones más pesados... y lo disfruta.

Texto KARINA RODRÍGUEZ Fotografía MAURICIO CARRANZA 48

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MEXIKO JUAN LUIS BARRIOS Mentaler Turbo: Der mexikanische Mittel- und Langstreckenläufer erzählt, wie du im Kopf – und somit auf der Strecke – schneller wirst.

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THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-Walek Country Channel Management Melissa Stutz Anzeigenverkauf Marcel Bannwart, marcel.bannwart@redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Postfach, CH-6002 Luzern, +41 41 329 22 00 abo@ch.redbulletin.com Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg

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GUIDE

PIERRE-HENRI CAMY

Makes you fly

Wildwasser-Ballett Nein, das ist kein Sturz. Sondern Freestyler Tom Dollé, 17, der auf der Rhône in Lyon, Frankreich, seinen „Blunt“ übt – eine 180-Grad-Rotation auf der Nase seines Kajaks. Chapeau!

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 13. Mai 2018 98

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TOUS DROITS RESERVES-KEVIN SAUSSURE

Action-Highlight


Wir begleiten Querschnittgelähmte. Ein Leben lang. Die Forschung ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Gemeinsam mit der Wings for Life Stiftung setzen wir uns für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Querschnittgelähmten ein. www.paraplegie.ch


Crossover by Renault KADJAR & CAPTUR

So machen Abenteuer Spass: Kadjar und Captur jetzt mit attraktiven Prämien. Neuer Captur Life TCe 90, 5,1 l/100 km, 113 g CO2/km, Energieeffizienz-Kategorie E, CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung 27 g/km, Katalogpreis Fr. 18 400.–, abzüglich Schrott prämie Fr. 4 500.–, abzüglich Lagerprämie Fr. 1 000.– = Fr. 12 900.–. Durchschnitt aller erstmals immatrikulierten Personenwagen 133 g CO2/km. Angebote gültig für Privatkunden auf gekennzeichneten Fahrzeugen bei den an der Aktion beteiligten Renault Händlern bei Vertragsabschluss und Immatrikulation vom 01.04.2018 bis 30.04.2018. Die Schrottprämie gilt beim Tausch eines Personenwagens gegen ein neues Renault Modell. Dabei muss der Kauf durch den im Fahrzeugausweis des eingetauschten Fahrzeugs eingetragenen Halter erfolgen. Das Fahrzeug, welches gegen ein neues Renault Modell eingetauscht wird, muss seit mindestens 6 Monaten immatrikuliert und noch fahrtüchtig sein. Renault empfiehlt

www.renault.ch


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