SCHWEIZ
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
BILDER, DIE DIE WELT VERÄNDERTEN 70 JAHRE MAGNUM SPORTSPORT FOTOGRAFIE
Muhammad Ali, 1966
WOTAN WILKE MÖHRING
über Hai-Attacken, Fallschirm-Sprünge, ein erfülltes Leben
GENF TANZT
auf Europas erstaunlichstem Electronic Arts Festival
MOTOGP BACKSTAGE
Wie sich KTM der Königsklasse stellt
MAI 2017 CHF 3,80
R A FA OR T IZ
VIDEO STABILISATION
WASSERDICHT SPRACHSTEUERUNG
CONTRIBUTORS
EDITORIAL
Henri Cartier-Bresson
Robert Bösch
Der Outdoor-Fotograf dokumentiert seit mehr als 30 Jahren spektakuläre Bergwelten rund um den Globus, 2001 war er auf dem Mount Everest. Mit unserem Inter Interviewpartner, Extrem-Bergsteiger Ueli Steck, verbindet Bösch eine jahrzehntelange Freundschaft. „Wir entwickelten eine äusserst e∞ziente Zusammenarbeit, wenn es ums Fotografieren und Filmen geht“, sagt Bösch. Überzeugen Sie sich selbst, ab SEITE 62 .
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Viele Wege führen ans Ziel Die Welt ist gross und Rettung lauert überall – so der Titel eines Buchs von Ilija Trojanow. Ein zuversicht licher Zugang zur allgegenwärtigen Aufgabe: Wie behaupte ich mich in einer fordernden Situation? Alpinist Ueli Steck schafft es, weil er sich erstaun liche Ansichten erlaubt. „Wer keine Angst hat, unter unter schätzt seine Aufgabe – und überschätzt sich“, sagt Steck. Erfrischend für einen Kletterer, der sich regel mässig extremen Wänden ausliefert (ab Seite 62). Auch das Motto von Wotan Wilke Möhring ergibt Sinn: „Bleib wach und hungrig. Erst wenn du tot bist, ist es vorbei.“ Möhring, Deutschlands aktuell schärfste schauspielerische Allzweckwaffe, weiss, wovon er spricht: Hat er doch den erstaunlichen Weg vom Punk zum Bundeswehrsoldaten absolviert (ab Seite 26). Man kann Aufgaben auch auf ein hochmotiviertes Team verteilen. Die Zweiradfirma KTM springt 2017 ins eisige Wasser der Königsklasse MotoGP. Und setzt auf eine spezielle Strategie: anstelle ausgetretener Pfade ganz neue Wege zu gehen – auch eine Variante, um am Ende Erfolg zu haben (ab Seite 32). Viel Spass beim Lesen! Die Redaktion THE RED BULLETIN
THOMAS HÖPKER/MAGNUM PHOTOS (COVER), RENE BURRI/MAGNUM PHOTOS
„Magnum ist ein Gedankengebäude, geteilte menschliche Qualität, Neugier an dem, was in der Welt vorgeht, Respekt davor und Sehnsucht, es bildlich umzusetzen.“ Sagt Cartier-Bresson, einer der Gründerväter. Den 70. Geburtstag feiert die Fotoagentur 2017 weltweit (siehe www.magnumphotos. com/magnum-photos-70) – auch mit dem Buch „Magnum Manifesto“ (Thames & Hudson). Magnums beste Sportfotos ab SEITE 4 0.
Grow up. Zieh aufs Land. Der neue GLA bietet dir als kompakter SUV genügend Platz für das Leben und alles, was es bereithält. Mit einer Leistung, mit der du dich in jedem Gelände wohlfühlst. Werde auf deine Weise erwachsen.
Drive
www.mercedes-benz.ch
INHALT Mai
BULLEVARD GUIDE 10 Das ist Thors Frau 12 57er-Jaguar, wiederbelebt
Get it. Do it. See it. 82 Red Bull TV: Tipps für
aktive Couch-Potatoes!
84 Wings for Life World Run:
14 Was Dinge über ihre be-
rühmten Besitzer verraten
15 Adam Trent, Magier 16 Ein Abend mit Olga,
dem russischen Model
18 YouTube-(Klick-)Millionär 20 Festivals: ja, aber bitte
mit allem Komfort 22 Das Eis des Columbus 23 Der 200.000-DollarSneaker 24 Der beste Kochs der Welt auf Mexiko-Tour
86 90 96 98
Laufen für einen guten Zweck Anstehende Top-Events Motorrad-Special: gepflegte private Fluchten Impressum Makes You Fly
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ILFENESH HADERA
Der neue „Baywatch“-Star lässt sich nicht auf ihre Bikinifigur reduzieren: Producer Dwayne Johnson hat mit ihr eine starke Frau mit Herz und Hirn gecastet.
32 DIE KÖNIGSKLASSE
KTM stellt sich der bisher größten Aufgabe seiner Firmengeschichte – der MotoGP –, mit Demut und zäher Verbissenheit.
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THE RED BULLETIN
DOVE SHORE, GREG FUNNELL
Life and Style Beyond the Ordinary
FEATURES 26
Wotan Wilke Möhring
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Der Rookie der Königsklasse
biegt gern spontan vom rechten Weg ab. Das hält den Schauspieler frisch. Mit über 260 WM-Titeln als Basis nimmt KTM nun die MotoGP ins Visier.
40 Opus Magnum
70 Jahre Magnum heißt auch: 70 Jahre Sportfotografie auf höchstem Niveau.
56
Ilfenesh Hadera
62
Ueli Steck
70
Björk
74
Das Electron Festival
fiel einmal vom Startblock ins Wasser. In „Baywatch“ taucht sie als Star auf. vertraut seiner Angst: Sie zeigt dem Kletterer die Probleme, die er lösen muss. ist eine Visionärin des Pop. Und hat eine visionäre Idee für Mark Zuckerberg.
AUF AUGENHÖHE
Wenn mit Magnum die prominenteste Fotoagentur der Welt feiert, darf „The Greatest of All Time“ nicht fehlen: Muhammad Ali.
PHILIPPE HALSMAN/MAGNUM PHOTOS
in Genf hat ein schönes Motto: Unsere Welt braucht mehr Verrücktheit.
40
THE RED BULLETIN
7
BULLEVARD LIFE
&
STYLE
BEYOND
THE
ORDINARY
JUAN ALDABALDETRECU/TRUNK ARCHIVE
Elsa Pataky schlüpft in „Fast & Furious 8“ wieder in die Rolle der taffen Elena Neves.
DIE ROLLEN DER ELSA PATAKY SCHAUSPIELERIN, , GOTTHEIT MODEL SEITE 10 9
BULLEVARD
Das ist Thors Frau
Einst eroberte Elsa Pataky das Herz eines Avengers – nun die Kino-Leinwand. Chris Hemsworth’ Heimtrainerin macht bösen Jungs wieder Angst.
FAST, FURIOUS, FIT-FANATISCH 10
S
chon lange vor ihrer Heirat mit Chris Hemsworth war Schauspielerin und Model Elsa Pataky in ihrer Heimat Spanien ein Star. In „Fast & Furious 8“, dem achten Teil der Blockbuster-Franchise, spielt die vielsprachige Schönheit (Spanisch, Englisch, Französisch, Rumänisch, Italienisch) wieder – nach „Fast & Furious“
5 bis 7 – die unbestechliche Polizistin Elena Neves. Eine Rolle, die der Globetrotterin, Sport- und Fitnessfanatikerin passt wie angegossen. Wenn sie zu Hause in Australien gerade mal nicht mit dem Dirtbike durch die Gegend flitzt, legt sie sich in knallharten Workouts mit ihrem Mann an. Thor herausfordern? Klarer Fall: Elena ist eine Göttin. @elsapatakyconfidential THE RED BULLETIN
JUAN ALDABALDETRECU/TRUNK ARCHIVE
Zierlich, aber ganz schön kämpferisch: Pataky, 40, hält sich mit Yoga, Surfen und Boxen in Hochform.
BIKE
SESSIONS 2017
20. UND 21. MAI BETZHOLZ (ZH) 27. UND 28. MAI RIVERA (TI)
3. UND 4. JUNI COSSONAY (VD) 10. UND 11. JUNI DERENDINGEN (SO) 17. UND 18. JUNI STOCKENTAL (BE)
240 TESTBIKES 5 LOCATIONS SCHNUPPER- UND KURVENKURSE ENDURO-TRAINING 1/8-MEILEN-SPRINT MINI TESTFAHRTEN STUNTSHOWS BIKE-AUSSTELLUNGEN FOOD UND DRINKS BIKERS-MEET UND VIELES MEHR
BIKESESSIONS.CH
Mit freundlicher Unterstützung von:
MAGAZIN
BULLEVARD
Jaguar XKSS
Am Abend des 12. Februar 1957 verbrannten in Coventrys Jaguar-Fabrik neun Supercars. Nun sind sie wieder da.
JUSTIN HYNES
DAS WUNDER VON COVENTRY
G
erade 16 (sechzehn!) Stück gibt es weltweit vom Jaguar XKSS, Baujahr 1957, dem ersten Supercar der Geschichte. Die Chance, einen davon in deiner Auffahrt parken zu dürfen, ist etwa so groß, wie den LottoJackpot zu knacken – zweimal nacheinander. Letzteres wäre aber wohl auch Voraussetzung für den Erwerb: Gerade kommt zum ersten Mal seit 2005 ein XKSS auf den Markt. Im US-Auktionshaus Gooding & Company erwartet man ein Höchstgebot in der Dimension von 16 bis 18 Millionen Dollar.
Um diesem Engpass abzuhelfen, beschloss Jaguar im vergangenen Jahr, eine wohlfeile Alternative anzubieten: Um schlanke 1,2 Millionen Euro bekam man einen von neun brandneuen XKSS, dem Original in allen verführerischen Details nachempfunden. Wobei „bekam“ nur theoretisch zu verstehen ist. In der Praxis sind sie längst ausverkauft. Warum gerade neun? Nun: Damals, im Jänner 1957, beschloss Jaguar, sein Motor Motorsport-Engagement auslaufen zu lassen (beim 24-StundenRennen in Le Mans Ende Juni 1957 standen fünf Jaguar auf den ersten sechs Plätzen). 25 D-Types waren übrig, sie waren für den lukrativen USMarkt bestimmt. 16 wurden verkauft und ausgeliefert, ehe am Abend des 12. Februar 1957 in der Jaguar-Fabrik in Coventry ein verheerendes Feuer ausbrach. Und die neun restlichen Autos zerstörte.
2016, also knapp 60 Jahre später, verkündete Jaguars Classic-Abteilung den Bau von „Nachfolgemodellen“ der neun verlorenen XKSS. Jede Mutter und jede Schraube wurden exakt nachgebildet: vom 262-PS-3,4-Liter-Reihen-Sechszylinder-D-Type-Motor bis zu den Vollledersitzen, den Messingknöpfen am Armaturenbrett und sogar den originalen Smiths-Anzeigegeräten – alles detailgetreu wie 1957. Nette Kuriosität: Die Autos erfüllen auch die Emissionsund Sicherheitsstandards von 1957 auf Punkt und Beistrich. Heißt, man darf 2017 damit nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Besitzern wird empfohlen, um individuelle Berechtigungen anzusuchen oder auf private Straßen auszuweichen. Was für Leute, die sich ein Auto um 1,2 Millionen leisten können, kein unlösbares Problem sein sollte. jaguar.com
Zeitreise: Der neue XKSS ist „Baujahr 1957“ bis zur Straßenverkehrsordnung.
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Sende-Schuss
Henry Leutwyler erzählt von Idolen des letzten Jahrhunderts – von Gandhi bis Elvis – anhand spezieller Fotos ihrer Besitztümer.
„ELVIS WAR KEIN FAN DER TV-NEWS“ 14
C
harlie Chaplins Stock, Michael Jacksons Tanzschuhe, Alfred Hitchcocks Reisepass und Elvis Presleys TV-Gerät – mit Einschussloch: Vor zwölf Jahren stellte sich der Schweizer Celebrity-Fotograf Henry Leutwyler der Auf Aufgabe, emblematische Besitztümer seiner Idole aufzuspüren und abzulichten. 124 solcher Objekte hat er in seinem Buch „Document“ vereint. the red bulletin: Berühmt wurden Sie durch Ihre Por träts von Stars. Was reizte Sie daran, deren Habselig keiten zu fotografieren? henry leutwyler: Weil Gegenstände oft mehr über
ihre Eigentümer erzählen als deren Fotos. Inwiefern? Porträts in Magazinen werden heute extrem nachbearbeitet. Bei den Gegenständen im Buch ging ich mit der Nüchternheit eines Kriminalfotografen ans Werk: von oben, brutal und ungeschönt. Wie kommen Sie an Objekte wie Elvis’ Fernseher? Ich wurde von seiner Familie nach Memphis eingeladen, um den Nachlass des „King“ für ein Buch zu fotografieren. Was ist die Geschichte hinter dem Einschussloch? Elvis war ein Waffennarr – und angeblich kein großer Fan der TV-Nachrichten. www.henryleutwyler.com
THE RED BULLETIN
HENRY LEUTWYLER
Elvis’ Fernseher aus Leutwylers Buch „Elvis by the Presleys“
FLORIAN OBKIRCHER
BULLEVARD
BULLEVARD
Meister der Illusion
Das Entertainment-Biz kennt keinen härteren Job als den des Magiers. Doch dem ehemaligen Straßenkünstler Adam Trent gelang eine zauberhafte Karriere.
TRICKTÄTER
„The Road Trick“ mit Adam Trent – alle Episoden nur auf Red Bull TV
CORY JONES
ANDREAS TZORTZIS
A
THE RED BULLETIN
dam Trent wurde Magier, weil er stotterte. Als Kind war er wegen des Sprachfehlers gehänselt worden, aber sobald er anderen Leuten Zaubertricks vorführte, konnte er plötzlich mit großer Selbstverständlichkeit flüssig reden. the red bulletin: Nach der Uni schlugst du dich ein Jahr lang als Straßenkünstler durch, warst auf Kreuzfahrtschiffen und bei bunten Schulabenden zu Gast. Du bist offenbar einer, der sich durchbeißen kann … adam trent: Du musst etwas nur wirklich wollen, dann findest du deinen Weg. Das hat nicht mal was mit Talent zu tun. Es gibt viele Magier, die talentierter sind als ich. Aber ich arbeite härter. Was fasziniert dich an deinem Job? Es war von jeher die Magie, die mir im Leben neue Türen geöffnet hat. Immer schon. Und, hey, ich bekomme stets Gratis-Drinks in den Bars. Und lerne wirklich nette Menschen kennen. … was so viel heißt wie: Frauen. Ich sage dir eines: Magie ist der beste Eisbrecher, den du dir denken kannst. Abonniere den The Red Bulletin Podcast auf iTunes und höre das gesamte Interview. 15
BULLEVARD
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ie Nacht begann im VIP-Raum auf der Rue de Rivoli, wo Fotograf Keffer auf der Feier des „Playboy“-Comebacks in Frankreich vorbeischaute. Auf der Tanzfläche bewegten sich zwei Models, nach denen sich jeder umdrehte: Olga Kobzar und Maria Demina. „Wir lernten uns in Moskau kennen“, so Olga. „Und sind oft gemeinsam nach Paris gereist. Maria ist jünger als ich und mehr das Partygirl.“ Olga hatte mit achtzehn zu modeln begonnen – zuerst nur aus Spaß, dann wurde es zum Beruf. Die 25-jährige Russin hatte auch ein Playmate-Shooting mit Fotografin Ana Dias. „Ich liebte es, für Ana und den ‚Playboy‘ zu posieren. Es ist wichtig, mit jemandem zu arbeiten, der deine Ansichten über Schönheit und Fotografie teilt.“ Im VIP-Raum wollte Olga „in die Nacht starten und neue inter interessante Leute kennenlernen“. Olga und Keffer zogen dann weiter zum Versailles, einem superluxuriösen Loft, das dem Schweizer Fotografen Damien Ropero gehört. Ob Olga so hart feiert, wie sie beim Fotoshooting rackert? „Nein, in Fotoshootings stecke ich viel mehr Energie“, sagt sie. „Und ich mag eher kleine Partys in Clubs mit Freunden. Und kleine Pariser Bars wie das La Maison Sage“ (am Boulevard Saint-Martin; Anm.). Und sie scheint die Wahrheit zu sagen, wenn man sich ihr Instagram-Profil so ansieht. instagram.com/bugs_bunny_gf
Nachtschwarm Fotograf Keffer ist der König des Pariser Nachtlebens. Diesmal war er mit Model Olga Kobzar unterwegs.
EIN HARTES LEBEN 16
KEFFER
PIERRE-HENRI CAMY
Völkerverbindender VIP-Raum bei der Party von „Playboy“ Frankreich: Olga Kobzar (Russland) und ein Glas Bordeaux (Frankreich)
BULLEVARD
Einer der DownhillHelden: Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger Greg Minnaar
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THE RED BULLETIN
Der YouTube-Millionär
Selbstgespräche bei 70 km/h, Angst, Freude, Jubel, und alles ohne Filter: Claudio Caluori begeistert seine Zuseher.
SO FAHREN ALLE AUF DEINE VIDEOS AB
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er ehemalige ProfiDownhiller Claudio Caluori präsentiert auf Red Bull TV die schnellsten und schwierigsten Bike-Strecken der Welt. Seine YouTube-Clips sind Kult für Millionen Zuseher. Uns nennt er seine drei Schritte auf dem Weg zum YouTube-Ruhm.
DANIEL KUDERNATSCH
Schritt 1: Check das richtige Equipment.
MICHAL CERVENY, DAN CERMAK
„Drei GoPros, eine am Helm, eine am Lenker, eine auf der Brust, dazu ein hochsensibles, aber gegen Windgeräusche unempfindliches Mikrofon. Das garantiert gestochen scharfe Aufnahmen – bei eindrucksvoller Soundkulisse.“
das Alltag – für den Zuseher aber Wahnsinn. Ich kann das Gefühl nur vermitteln, indem ich selbst Gas gebe – und das kann ich nur, weil ich perfekt vorbereitet bin. Ich kenne die Strecken von früher oder gehe sie vor der Fahrt ab. Und bei der Fahrt selbst bin ich konzentriert, als ginge es für mich um Weltcuppunkte.“
Schritt 3: Zeig, wie viel Spaß du hast. Und wie viel Angst.
„Die Strategie hinter meinen Live-Kommentaren? Gar keine. Es gibt zwei Dinge, auf die ich achte: die Live-Analyse der Strecke für den Zuseher – ‚Lots of dust, slippery!‘ –, konkrete Tipps zu Linie und Technik – ‚Try to take the inside line; no, that doesn’t work‘. Da ist doch noch was: Wenn ich richtig Schiss habe oder richtig Spaß, dann beginne ich mit mir selbst zu reden. ‚First little crash at the first corner, you better focus, Claudio.‘ Oder: ‚Oh, oh, oh, whaaaa! Stay on your bike, stay on your bike, Claudio!‘ Also sobald du mich meinen Namen sagen hörst, weißt du: Schlüsselstelle!“
Suche nach „Claudio“ auf dem YouTube-Kanal von Red Bull. Der regelmäßige Bonustrack: Red Bull TV überträgt alle UCI Mountainbike-Weltcup-Rennen 2017 live. Die Saison startet mit dem Downhill am 30. April in Lourdes, Frankreich.
Schritt 2: Du weißt, wovon du sprichst.
„Mit bis zu 70 km/h durch den Wald, über 20 Meter weite Sprünge: Für Kaliber wie Weltmeister Loïc Bruni oder Weltcupsieger Aaron Gwin ist THE RED BULLETIN
Claudio mit seinen Arbeitsgeräten: Helm, GoPro, Downhillbike
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BULLEVARD
Komfortzone
Du willst nicht mehr drei Tage wach sein? Musst du auch nicht. So überlebst du ein Musikfestival mit 30 plus.
FESTIVALS SIND FÜR JEDERMANN
F
estivals sind eine tolle Sache, vorausgesetzt, man ist etwa 20 Jahre alt. Man trinkt viel, wälzt sich im Schlamm, duscht drei Tage nicht und findet trotzdem problemlos einen Sexualpartner. Bloß: Irgendwann ist man keine 20 mehr. Und trotzdem haben viele Leute Lust auf Festivals. Zu Recht. Sie sind auch eine tolle Sache, wenn man aus den ganz jungen Jahren rausgewachsen ist. Man muss manche Dinge nicht mehr machen, kann dafür andere viel intensiver genießen. Hier sind ein paar Tipps, wie du Festivals auch mit 30 plus zu einem Erlebnis machst.
Kein Zelt: Wenn irgend-
wie möglich, such dir eine Gelegenheit, in einem Bett zu schlafen. Viele Festivals ver vermieten Hütten, andere bieten
Shuttles an, die Gäste aus den Hotels der nächstgelegenen Stadt zum Gelände und wieder zurück bringen. Ein Bett und eine eigene Dusche wirken Wunder, was die verfügbare Energie angeht.
Genieß die Musik:
Du hast schon einiges gesehen und musst nicht mehr jede Hype-Band feiern. Aber du kannst es natürlich. Informier dich im Vorfeld, was du dir anschauen möchtest.
Wähle die richtige Kleidung: Funktions-
kleidung (warm, wasserdicht, viele Taschen) schaut seltsam aus. Aber wen willst du beeindrucken? Die 20-Jährigen? Du bist erwachsen. Zieh an, was du willst. Und hab’s bequem.
Gib Geld aus: Du hast einen Job und musst nicht mehr so auf jeden Euro achten wie die Studenten um dich herum. Nutze es! Zumal viele Festivals Möglichkeiten bieten, Geld für sinnlose Dinge wie Bungee-Jumping auf den Kopf zu hauen. Mach, was du willst. Du bist auf Urlaub. Pfeif auf alles:
JULIAN BAJSEL
Die Red Hot Chili Peppers sind 50 plus. Wenn die auf Festivals gehen können, kannst du das auch.
JONAS VOGT
Du willst dich im Schlamm wälzen und drei Tage nicht duschen? Go for it. Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Auch mit 30 plus.
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD
Evolutionsführer
Journalist Scott Carney hielt Kälte künstler Wim Hof für einen Scharlatan. Wollte ihn eiskalt überführen. Das Ergebnis: Er wurde Fan des „Iceman“.
m extreme Kälte zu überstehen, braucht Wim Hof nur die richtigen Gedanken, eine spezielle Atemtechnik und Shorts. Das brachte dem 57-jährigen Niederländer den Spitznamen „The Iceman“ ein – und einiges an kritischem Zweifel. Der US-Investigativjournalist Scott Carney, 39, wollte Hof als Scharlatan über überführen. Dessen Fähigkeiten seien einfach eine genetische Laune der Natur, fernab jeder – von Hof behaupteten – nachahmbaren Methode. „Ich traf Wim das erste Mal 2011. Ich hielt seine Behauptungen für gefährlich, ihn selbst für einen dieser selbsternannten Gurus“, sagt Carney. „Aber ich lag ordentlich daneben.“ Wie Carney in seinem neuen Buch „Extrem gesund“ erklärt, lösen Hofs Methoden tief in unserer DNA verborgene Reaktionen aus. Die sich evolutionär ganz einfach erklären
Scott Carney (ausnahmsweise bekleidet) verliebte sich in Kälte.
lassen, denn unsere Vorfahren mussten sich ja, um als Spezies zu überleben, extremen Umwelteinflüssen anpassen. Diese Fähigkeit hat sich unser Körper bewahrt. Carney: „Was die Wim-HofMethode und – wichtiger noch – die Evolutionsbiologie zeigen: Ständig wechselnde Umwelteinflüsse wecken in uns er erstaunliche Fähigkeiten. Die gesamte, durch Jahrmillionen an Evolution gestählte Maschinerie wird in Gang gesetzt, unser Körper kann sich auf Kälte, Hitze und Höhe extrem gut einstellen. Du kannst sogar deine Körpertemperatur bewusst erhöhen!“ Man überlege nur, was das für unsere Heizkosten bedeuten könnte!
SONYA DOCTORIAN/HENNY BOOGERT
JOSH RAKIC
DAS EIS DES KOLUMBUS
U
1:52 Stunden: Wim Hof hält den Welt rekord im Eissitzen.
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THE RED BULLETIN
BULLEVARD
Schuhkult
In Sneaker zu investieren macht dich vielleicht nicht reich. Aber es macht ganz sicher eine Menge Spaß.
rinnerst du dich an den einen Kumpel, der dir seine schrankgroße SneakerSammlung zeigte, aber du durftest um Himmels willen nur ja keinen Schuh anfassen? Der Typ dachte mit Sicherheit, er sitzt auf einer Goldmine. Womit er vielleicht sogar recht hatte. Wie man Sneaker zu Barem macht, weiß niemand besser als Josh Luber, Daten- und Sneakerfanatiker. Er betreibt StockX, eine Art Sneaker-Börse. „Der Wiederverkaufsmarkt erinnert an das Nike-Symbol“, beschreibt Luber. „Vor dem Release schießt der Preis in die Höhe, dann stürzt er ab und klettert danach wieder nach oben.“ Wie hoch, das bestimmt die Nachfrage. Ein Paar der Yeezy Boost 350 V2 Zebra,
Der Nike Mag aus „Zurück in die Zukunft II“. Letzten Herbst kam er auf den Markt – und war sofort ausverkauft.
ANDREAS TZORTZIS
DER 200.000DOLLARSNEAKER
E
die adidas im Februar rausbrachte, kostete 250 Dollar. Gehandelt werden sie bereits um das Dreifache – weil das Gerücht umging, die Schuhe würden nur in einer Kleinauflage produziert. Gibt es eine Garantie, dass du mit deinen Schuhen Geld machst? „Nein. Aber behalte dein Paar zumindest zwei Jahre lang“, sagt Luber, „dann siehst du, was sich tut.“ Der ultimative Geheimtipp: Verschaffe dir Insiderwissen aus der Produkduk duktion – ein streng gehütetes Geheimnis. Von den selbstschnürenden Nike Mags etwa kamen nur 89 Paar auf den Markt. Was erklärt, warum beim Release ein Einzelpaar um 200.000 Dollar im Zuge einer Charity versteigert wurde. Und nun auf StockX zuletzt um stattliche 28.000 Dollar gehandelt wurde. www.stockx.com
THE RED BULLETIN
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BULLEVARD
Noma(d) Chef
René Redzepis Kopenhagener Restaurant „Noma“ wurde viermal zum besten der Welt gekürt. Aber sein Style setzt sich überall durch.
DAS SIND MENÜS DES BESTEN KOCHS DER WELT
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René Redzepi, Koch-Revolutionär
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Sydney touren Redzepi, mittlerweile 39, und seine Crew durch Mexiko, um neue Zutaten und Ideen zu sammeln. Es wird dort vom 12. April bis 28. Mai verrückte Variationen von Tacos und Gerichten aus Masa (spanisch, Maisteig; Anm.) geben. Die schlechte Nachricht: Die 600-DollarTickets waren bereits nach einem Tag ausverkauft. noma.dk/mexico
In die Gänge kommen: So erobert ein Däne die kulinarische Welt. ANDREAS TZORTZIS
Ergebnisse seiner Streifzüge durch die Natur servierte: in Ziegenbutter angebratene Karotten mit Kamillenzweigen. Oder mit Kräutern und Seetang vom nahen Strand gedünstete Austern. Und es schmeckte: 2010 bis 2012 sowie 2014 wurde „Noma“ von der Fachzeitschrift „Restaurant“ als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet. Nach Popup-Triumphen in Tokio und
VINCENT LONG
ange bevor „saisonale Küche“ zum globalen gastronomischen Killerargument wurde, ging René Redzepi in Skandinavien in den Wald. Der ehemalige Lehrling des berühmten US-Restaurants „French Laundry“ eröffnete mit nur 25 Jahren sein Restaurant „Noma“ im Hafen von Kopenhagen, in dem er die
THE RED BULLETIN
Wir begleiten Querschnittgelähmte. Ein Leben lang. Die Forschung ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Gemeinsam mit der Wings for Life Stiftung setzen wir uns für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Querschnittgelähmten ein. www.paraplegie.ch
7. MAI 2017 IN OLTEN
„ICH BIEGE …
… GERN VOM WEG AB“ NUR WER NEUGIERIG BLEIBT, FÜHRT EIN ERFÜLLTES LEBEN, SAGT WOTAN WILKE MÖHRING. DER SCHAUSPIELER WEISS, WOVON ER SPRICHT. EIN INTERVIEW ÜBER FALLSCHIRMSPRÜNGE, SPANISCH-STUNDEN UND DIE SACHE MIT DER GIFTSCHLANGE IN MEXIKO. TEXT: RÜDIGER STURM FOTOS: DAVID FISCHER
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GRAU-TRISTES REGENWETTER in Köln, doch Wotan Wilke Möhring ist davon unbeeindruckt. Wie ein junger Hund tobt der Schauspieler hier am Rheinufer entlang, joggt Treppen rauf und runter, klettert auf Bäume, wirft Steine. Diese Überdosis an Energie hat den Neunundvierzigjährigen zur aktuell ehrlichsten Allzweckwaffe im deutschen Film und Fernsehen gemacht. In seinem neuesten Streifen, der Komödie „Happy Burnout“, verblüfft er in einer Rolle, die ganz im Widerspruch zum adrenalin geladenen Sportler steht: Er flüchtet als leidenschaftlich fauler Punk in ein Sanatorium, um eine Bescheinigung für Arbeitsunfähigkeit zu bekommen. Für Möhring ein Ausflug in seine eigene Vergangenheit.
the red bulletin: Beim Red BulletinShoot trotzen Sie als gestählter Rocky-Typ --Typ Wind und Wetter. Im Film „Happy Burnout“ spielen Sie einen phlegmatischen Punk, der in den Tag hineinlebt. Haben diese beiden Figuren noch was gemeinsam? wotan wilke möhring: Der Punker ver ver körpert das Element des Chaos. Und Chaos tut vielen eingefahrenen Situationen gut, auch wenn es manchmal mit schmerz haften Erfahrungen verbunden ist – du musst vom Gewohnten Abschied nehmen, musst neuen Dingen begegnen. Für einen Sportler ist das wie ein Kick, der ähnlich wirkt wie Chaos. Physische Strapazen sind ja manchmal gut, um den Geist anzuschubsen … Ja. Das merke ich, wenn ich mal bei einem Dreh eine Nacht nicht schlafe. Wenn du da durchmachst, kommst du danach auf ganz andere Gedanken. Sie waren in Ihrer Jugend selbst Punk – warum eigentlich? Es war eine wichtige Ablösung und Ab grenzung vom Elternhaus. Und ich habe dabei gelernt, dass die Meinung anderer nicht so wichtig ist. Dass der Wert eines 28
Menschen nichts mit seinem Äußeren zu tun haben muss und es auf das Innen leben ankommt. Viele Menschen haben das anders gesehen. Was ist da passiert? Ich bin wegen meines Aussehens nicht mehr in Kneipen hineingekommen, in denen ich vor meiner Punkzeit keine Schwierigkeit gehabt hatte. Einmal sah ich in einem Baumarkt eine alte Frau, die schwere Holzlatten gekauft hatte. Ich wollte ihr helfen, sie nach Hause zu tragen, aber sie ist vor mir weggerannt, weil sie wohl dachte, ich wollte sie ihr klauen. Das Extremste war, als ich von Neonazis angegriffen wurde. Einmal hielten sie mir eine Knarre an den Kopf, ein andermal wurde ich krankenhausreif geprügelt. Hat Sie das eingeschüchtert? Ich fand das alles grotesk. Das hat mich darin bestätigt, noch mehr dagegen zu sein und die Haltung „Du darfst nur so sein und nicht anders“ nicht an mich her her anzulassen. Sie gingen danach zur Bundeswehr – das passte ja so gar nicht zusammen … Ich wollte erst verweigern und mit geistig Behinderten in New York arbeiten, aber das ging nicht, war zu kompliziert. Und dann habe ich gesehen, dass sich viele von meinen Freunden nur drücken wollten, aber ich hatte keine Lust dazu. Viele, die über die Bundeswehr genörgelt haben, waren gar nicht dabei gewesen. Ich dachte mir: „Jetzt gehe ich hin und schaue mir das an.“ Etwas aus erster Hand zu erfahren ist was anderes, als Halbwahrheiten wieder wieder zukäuen, die man aufgeschnappt hat. Wir ahnen es bereits: Nun folgte ein Albtraum …
Meine Haare wurden abgeschnitten, meine Ringe und Armbänder mussten runter – anfangs habe ich es angenommen wie ein Gefangener in Alcatraz, nach dem Motto „Jetzt musst du das durchhalten“. Aber ich hatte einen sehr starken Willen und habe viel auf diese Weise geschafft. Auch mit Hilfe von Sport? Ich war komplett unsportlich, als ich da hin bin, aber dann war ich einer der Besten, weil ich es den Leuten zeigen wollte. Das mache ich immer noch: Ich mag es, ins kalte Wasser zu springen und meinen Mann zu stehen. Letztlich hatte ich dann dort eine Superzeit. Wir kon kurrierten alle miteinander: Wer darf als Erster springen? Wer macht den besten Offizierslehrgang? Ich habe sogar ver längert. Für mich war das wie ein Riesen spielplatz. Ich habe auch noch nie so viel Zeit in der Natur verbracht. Und danach war ich fit wie ein Turnschuh. Muskel kater hat mir nichts mehr ausgemacht. Dass Soldaten als reine Befehlsempfänger gelten: Damit hatten Sie keine Probleme? Im Soldatengesetz steht, es gebe keinen Befehl wider das eigene Gewissen. Warum soll dir jemand einen Schwachsinnsbefehl geben? Übungen haben einen Zweck, und zwar den, dass du im Notfall alles automatisiert beherrscht. Außerdem war es für mich wichtig, dass das ständige Auf begehren, mit dem ich als Punk meinen Vater nervte, nicht zu einer Masche wird. Eine innere Stimme sagte: „Du musst lernen, die Schnauze zu halten und nicht immer die erste Geige zu spielen.“ Konnten Sie danach mit diesen neuen Erfahrungen etwas anfangen? Sie wurden ja nicht sofort Schauspieler. Nach der Bundeswehr überlegte ich, ob ich nicht in den USA Firejumper werde – also zu den Spezialeinheiten der Feuer wehr gehe, die in der Natur in einem Brandgebiet abspringen. Allerdings schei terte es daran, dass ich keine Green Card hatte. Ich habe mich dann für jeden mög lichen Scheißdienst gemeldet und bin mit der kompletten Kohle eineinhalb Jahre auf Reisen gegangen. Vermutlich nicht auf Wellness-Urlaub. Garantiert nicht. Ich habe da tausend ge fährliche Situationen erlebt. Zum Beispiel? In Mexiko war ich sechs Wochen mit Hippies unterwegs, und einmal hat mich beim Wandern eine Schlange gebissen. Einer der Typen hat mir etwas gegeben THE RED BULLETIN
„ICH MAG ES, INS KALTE WASSER ZU SPRINGEN.“
Styling: Sina Braetz Jacke und RollkragenSweater: Obscur Shorts: Lacoste Running-Leggings: Reebok Sneaker: Nike
„BLEIB WACH UND HUNGRIG …
und an der Wunde rumgesaugt, und damit hatte sich das Ganze erledigt. Oder in Las Vegas wollte ich von einem Dealer was zum Rauchen kaufen. Das war dummerweise zwei Nebenstraßen vom Strip entfernt. Er meinte, ich solle dort warten, und ist mit meinen 20 Dollar weg – das war für mich unendlich viel Geld, und so bin ich hinterher. Aber dann wurde ich von seinen Kompagnons verjagt und hatte mich am Ende total verlaufen. Ich kann es keinem empfehlen, in Las Vegas nachts abseits der beleuchteten Straßen loszuziehen. Sie haben auch als Türsteher gejobbt. Gab’s da ebenfalls haarige Situationen? Klar. Ich hatte zwar einen Rausschmeißer, aber der war aus der russischen Armee desertiert und durfte in keine Schlägerei verwickelt werden. Also stand ich immer allein da. Einmal habe ich ein paar Typen weggeschickt, die Drogen verticken wollten, aber die warteten bis morgens um fünf, sechs Uhr draußen auf mich. Wir hatten kein Telefon, um die Polizei zu rufen. Also musste ich durchs Klofenster in den Innenhof und mich nach Hause verdrücken. Ein andermal war ich unter wegs, um Eis für den Club zu kaufen, und auf dem Berliner Ku’damm hätte ich bei nah einen Wagen gerammt, in dem gerade ein MafiaDeal am Laufen war. Mir sind da alle möglichen Sachen passiert. Hatten Sie jemals richtig Angst? Wirklich Panik hatte ich nur einmal, bei meinem Aufenthalt in Mexiko. Mit einer Bekannten bin ich aufs Meer raus geschwommen. Da war ein Boot draußen im Wasser, zu dem wollten wir hin. Die Wellen wurden immer größer, und auf einmal habe ich um das Boot rum viele dunkle Flossen gesehen. Da war klar: Das ist ein Fischerboot, und um das kreisen lauter Haie. Keiner hat einen Mucks ge macht, um den anderen nicht noch mehr zu ängstigen. Wir meinten nur: Lass uns umdrehen. Aber ich hatte noch die Spuren meines Schlangenbisses an mir, und Haie können Blut ja meilenweit riechen. Ich dachte, die kommen jeden Moment, und bin wie ein Wahnsinniger geschwommen und dann mit Armen wie aus Blei auf dem Strand gelegen. In Ihrem Film geht’s auch ums Erwachsenwerden. Sind es solche Erfahrungen, die einen zum Mann machen? Nein. Das war kein Vergleich zur Geburt meines ersten Kindes, bei der ich auch da bei war. Da habe ich mich zum ersten Mal erwachsen gefühlt. Geburt und Tod, das sind die größten Offenbarungen, das sind THE RED BULLETIN
…ERST WENN DU TOT BIST, IST ES VORBEI.“
Schnittstellen zu einer anderen Welt. Die Geburt meiner Kinder, auch der Tod mei nes Vaters, das sind ebenfalls Erfahrungen von Chaos, wo du dich selbst erkennst und dein Leben umso intensiver spürst. Sie holen sich Ihre Dosis Chaos aber nicht nur bei Extremerfahrungen … Natürlich nicht. Dafür habe ich meinen Beruf. Ich habe das Glück, dass ich zwischen den Projekten wählen kann. Jede Rolle ist anders. Das ist die maximale Befriedigung, dass wir über einen Punk wie in „Happy Burnout“, einen „Tatort“ Kommissar oder über Old Shatterhand reden. Dieser Beruf ist für mich genau das Richtige an Adrenalin und Heraus forderung. Außerdem habe ich noch
meine mittlerweile drei Kinder – mit denen ist jeder Tag anders. Aber Ihr eigenes Leben planen Sie? Nein, überhaupt nicht. Es gibt bei mir nichts Geradliniges, ich bin immer vom Weg abgebogen, weil sich das für mich richtig anfühlte. Mein einziges Ziel ist es, meine Lebensfreude und Kraft zu erhalten. Und das erfordert, dass du nicht immer dasselbe machst und nicht aufhörst, zu lernen. Deshalb habe ich jetzt Spanisch gelernt und bin gerade dabei, Surfen zu lernen. Du musst wach und hungrig auf das Leben bleiben, das ist nicht mit einem bestimmten Alter vorüber. Erst wenn du tot bist, ist es vorbei. www.happyburnout-derfilm.de 31
M A E T ILDIN BU
NG
HEN C S N E M 8 3 , XEN O B T R ND O P S N 64 TRA EN, 4 BIKES, 2 FAHREERDUET: I N AUS 10 NARTAIOUS EINE EINHEIT SGCPH-MTEAM. WIE MAN DRABOX VON KTMS MOTO IN DE
r er Jessne Text: Wern
Fotos: Gre
g Funnell
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Unmittelbar nach der Session erster Ansprech partner: Crew Chief Tom Jojic
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„WAS ICH MIR WÜNSCHE? DIE ERFAHRUNG VON ZEHN TESTTAGEN MEHR.“ BRADLEY SMITH, WERKSFAHRER
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ie besteht man als Rookie gegen den Platzhirsch? Nicht durch Kopieren. Nur wer seinen eigenen Pfad sucht, kürzere Wege geht und zielorientierte Hemdsärmeligkeit über hierarchische Strukturen stellt, hat eine reelle Chance, die Etablierten auszuhebeln. Wie KTM den Einstieg in die Königsklasse des Zweiradsports anlegt, ist ein Muster Muster beispiel dafür.
„Egal ob Regen oder nicht, langsam brauche ich eine Aussage“, sagt Günter Bauer, der Chefdesigner des Chassis. Das Warten zerrt an den Nerven, und man will endlich arbeiten. In der Nacht davor sind schwere Schauer über die Rennstrecke von Sepang, Malaysia, gezogen, und nun, zu Mittag, ist die Strecke immer noch nicht ganz auf getrocknet. Nicht so jedenfalls, dass die Techniker vernünftige Rückschlüsse ziehen könnten. Zwar ist das bereits der 46. Testtag in der noch jungen MotoGPGeschichte von KTM, zwar ist in den Bikes der beiden Piloten Pol Espargaró und Bradley Smith bereits die xte Version eines Rahmens verbaut, aber in diesem Biotop ist das KTMTeam blutiger Rookie. Sepang ist der erste offizielle Test der Saison 2017, erstes Messen mit der Konkurrenz, erster Ernstfall. Gegner wie Honda, Yamaha, Ducati haben jahrzehntelange Erfahrung und bewegen sich am technischen Optimum: KTM muss noch die Grundlinie finden. „Was ich mir wünsche?“ Rider Bradley Smith in seinem Klappstuhl links in der Box fährt sich über den kahl rasierten Schädel: „Die Erfahrung von zehn Testtagen mehr.“ Manager. 15 Jahre lang hat Einen ficht das nicht an: Mike Leitner, 54, den KTMTeam er bei Honda in unterschiedlichen Positionen in der MotoGP gearbeitet, unter anderem als Crew Chief des mehrmaligen Vizeweltmeisters Dani Pedrosa. Seine wichtigste Auf Auf gabe bei KTM war und ist es, von der grünen Wiese weg ein Team aufzubauen, das es mit seinem früheren Arbeitgeber aufnehmen kann, mehr noch: das Weltmeisterteam der der einst schlagen soll – mit dessen ureigenen Methoden. Leitner: „In Mattighofen machen wir Dinge anders. Wir fragen nicht lang, sondern handeln. Egal wie viele Nationalitäten du an Bord hast: Das Mutterhaus gibt die Kultur vor.“ Das heißt in diesem Fall: keine langatmigen Board Meetings, keine Abstimmung mit einer fernen Konzernzentrale, sondern kurze Wege und Eigenverantwortung.
37 Leute, die mit dieser Philosophie zurechtkommen, hat Leitner ausgesucht, zum Großteil kommen sie natürlich aus dem „Metier“. Jetzt müssen sie lernen zusammenzuarbeiten. „Das größte Genie hilft dir nichts, wenn es lieber daheim am Laptop sitzt oder während der Arbeit auf die Uhr schaut. Jeder, der in meinem Team ist, muss für die Sache brennen, leidensfähig sein und das ständige Unter Unter wegssein wegstecken können. Den fach lich Besten kannst du nicht brauchen, wenn er mit der Situation in der Box nicht umgehen kann: dem Druck, der Enge, dem Stress. Das Fahrerlager gebiert einen eigenen Menschenschlag.“ Der Großteil spricht bereits eine gemeinsame Sprache, als er hierher zum Test kommt. Aber jetzt muss KTM seine eigene entwickeln. Andreas Rieger ist einer der wenigen „Zivilisten“, die sich für die Arbeit an der Strecke qualifiziert haben, ein Mann ohne MotoGPErfahrung. Der Mechaniker hat früher bei einem KTMHändler
„WAS BRAUCHEN WIR? KURZE WEGE, EIGENVERANTWORTUNG.“
Pro Fahrer kümmert sich ein Dutzend Fachkräfte allein um die Technik des Bikes.
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Als einziger Her steller im Feld baut KTM die Rahmen aus Stahl statt Alu. Auch beim Fahrwerk geht man eigene Wege.
„DAS MÜSSEN WIR UNTER KONTROLLE KRIEGEN.“ POL ESPARGARÓ SUCHT SEIN HECK.
geschraubt, bevor er sich ins Werksteam hocharbeiten konnte. „Gestern waren wir von 8 bis kurz vor 23 Uhr in der Box, mit 15 Minuten Mittagspause.“ Immerhin gibt es Einzelzimmer für alle: „Wenn du abends nicht die Tür hinter dir zumachen kannst und so ein wenig Privatsphäre kriegst, drehst du irgendwann durch.“ Sein Boss Mike Leitner pflichtet bei: „Selbst wenn ich den Großteil aus Kandidaten rekrutiert habe, die Stress gewohnt sind: Du willst ein Team, das das ganze Jahr hindurch funktioniert. Die Leute brauchen Freiräume und eine Möglichkeit zum Rückzug. Wir kleben ohnehin den ganzen Tag aufeinander.“ Dass es 38 Personen braucht, um zwei Bikes auf die Rennstrecke zu bringen, klingt erst mal nach viel. Und doch gibt es mehr Jobs als Köpfe. Leitner: „Mir ist lieber, wir rücken zusammen und teilen die Aufgaben, als dass einer an der Strecke steht und nicht weiß, was er tun soll: so groß wie nötig, so klein wie möglich.“
DAS TEAM: SO GROSS WIE NÖTIG, SO KLEIN WIE MÖGLICH.
Kein Platz für Ausreden: Dank Telemetrie ist der Fahrer genauso gläsern wie seine Rennmaschine.
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ie Truck-Fahrer sind etwa auch für die Rennreifen zuständig, und während die Fahrer auf der Strecke sind, sind sie es, die über Pit-Boards – Tafeln, die über die Boxenmauer gehalten werden – mit den Fahrern kommunizieren. Denn Boxenfunk wie in der Formel 1 gibt es in der MotoGP nicht. Und so fällt scheinbar minder wichtigen Chargen eine ganz entscheidende Rolle zu. „Jeder Fahrer will seine eigene Art der Kommunikation, du musst dich in ihn und den Rennverlauf reinfühlen“, verrät einer der Jungs. „T während eines Rennens hieß etwa bei einem: Time. Zeit, anzugreifen. Manchmal war das ganze Board voll mit harten T.“ In Mike Leitners Auffassung von Teamgeist gibt es keine unwichtigen Jobs: „Der, der das Kettenschloss vernietet, ist so wichtig wie jeder andere. Das habe ich allen gleich am ersten Tag gesagt: Was nützt mir der stärkste Motor, die beste Elektronik, wenn sich die Räder nicht mehr drehen? Dieser Respekt vor dem Kollegen wird von oben gelenkt und gelebt.“ Hier hilft ihm sein Vorwissen: „Ich habe in beinahe jeder Position gearbeitet. Daher kann ich mich in meine Mannschaft hineinversetzen und verstehe, warum sie welche Entscheidungen getroffen hat. Mein Job? Das Gesamte zu begreifen und zu optimieren. Kein Tag, an dem ich nicht eine Verbesserung anstoßen würde.“ In der Box herrscht mittlerweile Betriebsamkeit. Die Strecke ist komplett aufgetrocknet, das Testprogramm beginnt. Fünf Runden, dann wieder in die Box, um ein besseres Set-up zu finden. Jeder THE RED BULLETIN
Der Boss: Mike Leitner, im Fahrerlager sozialisiert. Ein Muskelpaket mit eisernen Nerven, das nichts überrascht. Schon gar nicht beim Testen.
Fahrer hat zwei Bikes. Selbst die Piloten können optisch keinen Unterschied ausmachen, „aber wenn du draufsitzt, spürst du ihn nach wenigen Metern“, sagt Bradley Smith. Nuancen machen den Unterschied aus: die Wandstärke des Rahmens, ein geringfügig anderes Innenleben der Gabel. Bevor ein Fahrer auf die Strecke geht, wird aus dem hinteren Teil der Box eine Garnitur Räder geholt, auf 90 Grad er erhitzt. Nun werden zwei Carbon-Bremsscheiben montiert, Stückpreis: 5000 Euro. Die Räder kommen in Position, die Bremssättel werden angeschraubt, die Bremsanlage entlüftet und mit frischer Bremsflüssigkeit gefüllt. Was beim örtlichen Bikeshop nach einem Service mit Wartezeit klingt, ist hier Routine. Zwölf Liter Benzin werden aus der Kühltruhe im Boxentrakt geholt und abgefüllt. Kühltruhe? Ja, denn im Rennen muss die Temperatur des Treibstoffs zwischen 15 und 20 Grad betragen. Man mischt also Benzin auf Raumtemperatur so lang mit gekühltem, bis man „legal“ unterwegs ist.
Kaltes Benzin hat weniger Volumen, man könnte damit mehr als die erlaubten 22 Liter mitnehmen, daher die Übung. Heizdecken runter, der 270 PS starke V4-Motor startet, sein Urschrei aus TitanAuspuffrohren erhellt die Boxengasse. Zwölf Minuten später ist Pol Espargaró wieder da. Ein Laptop wird angeschlossen, Daten werden ausgelesen. Ein Ventilator kühlt die Elektronik des Bikes am Stand. Ein Schluck aus der Trinkflasche, dann Debrief: „Am Beginn der Bremsphase verliert das Hinterrad Grip. Ich muss den Bremsdruck modulieren. In dieser Phase tänzelt das Heck. Das müssen wir unter Kontrolle kriegen.“ Der Fahrer ist der Boss. Sein Crew Chief Paul Trevathan gibt Anweisung an Chefmechaniker Christophe Leonce, die Jungs machen sich an die Arbeit. Während Mike Leitner kurz bei seinem Fahrer nachfragt, wird die Ver Verkleidung demontiert, der Schwingendrehpunkt um Millimeter verändert, der Dämpfer angepasst. Und weiter geht’s. Für Laien mag das alles sehr routiniert wirken, doch nicht für Mike Leitner: „Wir haben überall Verbesserungspotential.“ Diese Einstellung zieht sich durchs ganze Team. Jeder sucht in seinem Bereich. Mechaniker Andreas Rieger: „Das Bike muss schrauberfreundlicher werden. Ein Motortausch dauert noch drei Stunden. Im Ernstfall zu lang. Wir haben noch viele Kabelbinder und einfache Lösungen, wo am fertigen Bike Clips und Schnellverschlüsse sitzen. Crasht ein Fahrer im Qualifying, zählt jede Sekunde.“ Chassistechniker Günter Bauer: „Für den nächsten Test bauen wir neue Rahmen. Auch die Verkleidung wird sich ändern.“ Motorenbauer Kurt Trieb: „Unsere Updates kommen später im Laufe der Saison.“ Pilot Bradley Smith: „Das Team ist schon recht gut, aber jeder Einzelne muss noch ein Prozent aus sich rausquetschen. Wenn 38 Menschen jeweils ein weiteres Prozent Leistung in ihrem Bereich finden, ergibt das unterm Strich eine ganze Menge.“ Darin sieht Smith den größten Unter Unterschied zwischen Werks- und Satellitenteams, die bis dato seine Arbeitgeber waren: „In einem Werksteam gibt es keine 99 Prozent.“ Das ist genau die Einstellung, die Mike Leitner sehen will. Und dann? „Dann kriegen wir bei den ersten Rennen kräftig eine über den Schädel, rücken noch näher zusammen und beginnen, den Rückstand auf die etablierten Teams abzutragen. Wenn du gewinnst, funktioniert jede Truppe. Aber wenn du unten liegst, dann entscheidet der Charakter.“ „Ready to Race: KTM Goes MotoGP“-Doku on Demand auf redbull.tv 39
MAGNUM
FORCE 70 JAHRE SPORT-FOTOGRAFIE 1947 gründeten die Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, William Vandivert, George Rodger und David Seymour (alias Chim) in New York eine Fotoagentur, und weil dabei (angeblich) eine 1½-Liter-Champagnerflasche im Spiel war, gaben sie ihrer Agentur den Namen Magnum. Gegründet als Kooperative, um in Sachen Qualität und Honorare souveräner gegenüber Kunden auftreten zu können, entwickelte sich Magnum dank seiner kreativen Mitglieder zur Messlatte der Pressefotografie – in jedem Bereich des Genres. Im Red Bulletin, das künftig mit Magnum kooperieren wird, zeigen wir die besten Sport-Beispiele aus siebzig Jahren Visual Storytelling.
Text: Robert Sperl
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THE RED BULLETIN
MICHAEL SCHUMACHER Peter Marlow, 2001
Die Melancholie eines dreifachen Weltmeisters: Michael Schumacher entspannt sich im Zuge von Testfahrten in Mugello, Italien, in seinem Wohnmobil. Peter Marlow gelang hier, was nur exzellente Fotografen beherrschen: Er machte sich quasi unsichtbar – und das Foto zum Gemälde.
THE RED BULLETIN
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WASSERSPRINGER IN SANT’ELIA
Ferdinando Scianna, 1982
Der Sizilianer Scianna war eine rare Doppelbegabung, sowohl brillanter Schreiber als auch begabter Fotograf. Als Meister des Moments lässt er auch Inszenierungen aussehen wie Produkte des Zufalls – wie hier in Sant’Elia nahe Siracusa, Sizilien.
ARNOLD SCHWARZENEGGER Elliott Erwitt, 1977
Aufgewachsen in Paris und Mailand, 1939 in die USA emigriert, hatte Elliott Erwitt bereits mit Stars wie Marilyn Monroe gearbeitet (und Bob Dylan noch vor sich), als er Arnold Schwarzenegger fotografierte. Ebenfalls Emigrant, war Schwarzenegger damals als Bodybuilder bereits eine BerĂźhmtheit.
THE RED BULLETIN
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RUGBY-TRAINING John Vink, 1999
Fabrikarbeiter, Marktfahrer, Bauern: Das Rugby-Team der südfranzösischen Kleinstadt Villefranche-de-Lauragais setzt sich aus Amateuren zusammen. Ehrgeizig, aber ohne Tagesfreizeit, weshalb die Sportler nur abends trainieren können. Geübt wird dann bis spät in die Nacht, oft bis zur völligen Erschöpfung.
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TOUR DE FRANCE Harry Gruyaert, 1982 Bekannt wurde Harry Gruyaert mit Reportagen über Marokko, Indien und Ägypten. Als gebürtiger Belgier hatte er jedoch auch stets ein emotionales Nahe verhältnis zum Radsport und damit zur Tour de France. Dort waren es nicht nur die Stars, die ihn faszinierten, sondern auch Nebendarsteller wie der Öster reicher Harald Maier, der im Foto oben in voller Fahrt zeitsparend verarztet wird, oder skurrile Episoden wie der Sitzstreik auf der 12. Etappe, ebenfalls 1982.
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THE RED BULLETIN
IM VÉLODROME D’HIVER Henri Cartier-Bresson, 1957
Der Mitbegründer von Magnum, das Genie der Schwarzweiß fotografie, setzte jahrzehntelang Maßstäbe. Sein Credo: sich auf leisen Sohlen, quasi stumm, annähern – ein Wort kann alles verderben – und den entscheidenden Augenblick einfangen. So wie hier in der Pause beim Sechstagerennen in Paris.
MUHAMMAD ALI Abbas Attar, 1974 (oben), Thomas Höpker, 1966 (unten) Zwei Ansichten des besten Boxers aller Zeiten. Oben in Kinshasa vor seinem epischen Kampf gegen George Foreman, dem „Rumble in the Jungle“ – schier unverwundbar, unbewegt, unbeeindruckt von der internationalen Presse. Unten in London, beim Besuch von Dreharbeiten, von einer nervösen Biene irritiert – empfindsam, verschreckt, ja ängstlich. Dabei hatte Ali auf seinen seidenen Bademantel, mit dem er den Ring betrat, den Spruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ aufsticken lassen.
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THE RED BULLETIN
CASSIUS CLAY
Philippe Halsman, 1963
101 Covermotive des berühmten „Life“-Magazins stammen von dem amerikanischen Fotografen, dazu herausragende Porträts von Dalí, Einstein oder Chagall. Das schafft nur, wer wie Halsman stets tiefer blickte: „In jedem Gesicht versteckt sich das Geheimnis eines anderen Menschen.“ Als Halsman den jungen Box-Profi und Olympiasieger von 1960 in New York fotografierte, hieß der noch Cassius Clay, ließ aber bereits sein zweites Gesicht erahnen: das des unumstrittenen Weltmeisters.
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MEXIKANISCHES RINGEN Alex Webb, 1978
Der Amerikaner Webb sieht sich als Straßenfotograf: Das heißt leben mit permanenten Konflikten und Konfrontationen, während du deinem inneren Kompass folgst. Bisweilen sucht er auch die Auseinandersetzung u nter einem Dach, wie hier beim „Lucha libre“.
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DER BOXER
Peter Marlow, 1996 Ihre Kämpfe finden im Rampenlicht statt, doch im Training tauchen die Boxer ab in die triste Atmosphäre der Gyms, wo es nach Schweiß riecht und nach geplatzten Träumen. Hier „Prince“ Naseem Hamed, damals WBO-Weltmeister im Federgewicht, bei einem Adidas-Werbedreh, in New York.
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MARADONA John Vink, 1986 Argentinien wurde 1986 Fußball-Weltmeister, mit einem 3:2 im Endspiel gegen Deutschland. Für John Vink steht Argentiniens Nummer 10, Diego Maradona, sinnbildlich für den Erfolg: zum einen durch sein spielerisches Genie, zum anderen durch ein schlitzohrig gegen England erzieltes Tor. Die Hand Gottes sei dabei im Spiel gewesen, beteuerte Maradona hinterher, und der WM-Titel adelte seinen Betrug.
EN GARDE! Christopher Anderson, 2015 Der gebürtige Kanadier Christopher Anderson wurde durch seine Fotos aus den Kriegsgebieten dieser Welt bekannt. Da war es gewiss eine erfreuliche Alternative, einmal in der ältesten Fechtschule in Paris arbeiten zu dürfen, in der Salle d’Armes Coudurier (nahe Notre-Dame). Auch hier werden Kämpfe mit äußerster Vehemenz ausgetragen, jedoch nach streng einzuhaltenden Regeln.
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FUSSBALL Abbas Attar, 1976 (oben), Harry Gruyaert, 1998 (unten) Warum Fußball das faszinierendste und weltumspannendste aller Spiele ist? Zwei Fotos mögen als nonverbale Antwort genügen. Ob in den Untiefen eines regengetränkten Spielfelds in Guapi, an Kolumbiens Pazifikküste, oder der roten Erde auf dem Trainingsplatz von Canon Sportif de Yaoundé, Kamerun: Windschiefe Tore zur Orientierung, ein Ball und der Ehrgeiz der Spieler reichen aus, um ein wahres Feuer der Begeisterung zu entfachen.
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MAGNUM FORCE 70 JAHRE SPORTFOTOGRAFIE
ROBERT CAPA/INTERNATIONAL CENTER OF PHOTOGRAPHY/MAGNUM PHOTOS,RENE BURRI/MAGNUM PHOTOS, HELGE KIRCHBERGER PHOTOGRAPHY/RED BULL HANGAR-7
A
ls die Fotoagentur Magnum im Frühjahr 1947 bei einem Mittag essen im New Yorker Museum of Modern Art gegründet wurde, hatten ihre Gründungsväter mit Sport wenig im Sinn. Robert Capa, William Vandivert, David Seymour, genannt „Chim“, George Rodger und Henri Cartier Cartier Bresson waren Kriegsberichterstatter ge wesen. Nun trieb sie an, die Neugier der Menschen nach anderen Dingen als den Schrecken des Krieges zu befriedigen. Eine Mischung aus Reportern und Künstlern, waren MagnumFotografen auf der Suche nach ungewöhnlichen Formaten. Sie fühlten sich dabei nur der höchsten Qualität verpflichtet: Bis heute haben sich nur knapp 100 Fotografen für eine Mitarbeit bei Magnum qualifiziert. Oft war ihre Arbeit ein Aufbegehren gegen den Mainstream, den die Magazine, Illustrierten und Zeitschriften der dama ligen Zeit vorgaben. Da war es doppelt sinnvoll, dass Magnum sich nicht nur als künstlerische Instanz etablierte, sondern auch als wirtschaftliches Konstrukt – die Mitglieder leisteten Beiträge, die allen zugutekamen –, was für die notwendige Unabhängigkeit gegenüber Kunden sorgte. Auch wenn sportliche Themen speziell in der Gründerzeit nahezu keine Rolle spielten: Wenn ein Robert Capa oder ein Henri Cartier CartierBresson sich in diesem Bereich äußerten, ließ sich ihre Meister Meister schaft nicht verbergen. Capas Aufnahmen von Ringern in Georgien von 1947 waren etwa so eine fabelhafte Fingerübung. In welchem Ansehen Capa damals stand, belegt folgende Tatsache: Der Autor einer RusslandReportage im „Ladies’ Home Journal“, der Pulitzer Pulitzer und spätere Nobel preisträger John Steinbeck, wurde damals mit 3000 Dollar honoriert. Capa bekam 20.000 Dollar. (Ein Mittelklasseauto kostete zu der Zeit rund 1500 Dollar.)
THE RED BULLETIN
Magnum-Fotografen als Miterfinder einer Sprache, die jedes Auge versteht: James Dean von Dennis Stock (o.), „D-Day“ von Robert Capa (Mitte), Ché Guevara von René Burri (u.). Und: der Katalog zur Jubiläums-Ausstellung.
Fachlich war es für die MagnumFoto grafen problemlos, sich im Genre Sport zurechtzufinden. Capas berühmtes Credo „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nahe genug dran“ galt zynischerweise für Aufnahmen unter feindlichem Feuer ebenso wie für Pferde rennen, Ringkämpfe und Baseballspiele. Auch das Handwerkszeug für den Ein satz im Schützengraben hatte eine ähn liche Qualität wie für die Arbeit an der Laufbahn: kleine, schnell bedienbare Fotokameras und sensibles Filmmaterial. Und wenn Cartier CartierBresson in seinem 1952 erschienenen Buch „Images à la sau vette““ („Bilder im Vorübergehen“) von der Pflicht des Fotografen spricht, stets bleibende Eindrücke von flüchtigen Ereig nissen zu kreieren, trifft er exakt den ent scheidenden Punkt der Sportfotografie bei Magnum: Ziel war nicht, eine Aktion
bloß einzufrieren, damit der Betrachter diesen Moment noch einmal „konsumie ren“ konnte. Es ging darum, eine Aktion regelrecht zu entschlüsseln. Doch der noch viel wichtigere Punkt war: MagnumFotografen waren auch im Genre Sport grandiose Geschichten erzähler. Ihre Fotos sind nicht der Zucker Zucker guss, sondern die Torte. Ein einziges Bild mit seiner Vielzahl an Details, Phrasen, Schattierungen und Zwischentönen reicht aus, um eine zweite, dritte, ja vierte Ebene eines Ereignisses herauszuschälen, welche die Phantasie des Betrachters erst anregten und ihm halfen, ein Ereignis zu Ende zu denken. MagnumFotografen nahmen Sport stets als eine spezielle Herausforderung an, so zum Beispiel Jonas Bendiksen. Der reißt sich im Winter oft von seiner Arbeit als Dokumentarfotograf los, um beim Ski fahren spezielle Motive einzufangen. Etwa 2014, als er mit Freeskier Henrik Windstedt unterwegs war und danach schwärmte: „Die interessantesten Momente für mich sind die, wenn Kunst auf Sport trifft.“ MagnumFotografen sind auch bereit, mehr Mühe zu investieren und geduldig auf den rechten Moment zu warten. Thomas Höpker, dem wir einige der eindringlichsten MuhammadAliBilder verdanken, begleitete den Boxer fast drei ßig Jahre lang. Höpkers Ziel war, irgend wann unsichtbar zu sein: Erst dann war der verschlossene Ali zu enträtseln. Höpkers Vorbild war wohl Magnum Kollegin Inge Morath. Die geradezu in die Haut von Marilyn Monroe schlüpfte, um 1960 auf dem Filmset von „The Misfits“ an deren wahres Ich heranzukommen. „Die Monroe beherrschte alle Tricks, um zu posieren und sich zu verstellen“, erzählte Morath. Doch irgendwann kam ihr Moment. magnumphotos.com
MAGNUM ZU GAST IM SALZBURGER HANGAR-7
Die Ausstellung „70 Jahre Sportfotografie“ wird von 5. April bis 1. Mai bei freiem Eintritt im architektonisch einzigartigen Hangar-7 zu sehen sein, der eine Sammlung von historischen Flugzeugen der Flying Bulls sowie Formel-1-Rennwagen beherbergt. Der Hangar-7 bietet aber nicht nur Raum für Kunstausstellungen, sondern ist mit seinem Restaurant „Ikarus“, zwei Bars, einer Outdoor Lounge und einem Café auch ein Treffpunkt für (kunstliebhabende) Genießer. hangar-7.com
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FRAU SCHWIMMEN
DIESE
INS
BRINGT DICH
D E N „ B AY WAT C H “ - S TA R I L F E N E S H H A D E R A M Ö C H T E M A N N I E M E H R L O S L A S S E N . D I E N E W YO R K E R I N I S T B O D E N S TÄ N D I G , BEWEIST MITGEFÜHL UND SIEHT DAZU NOCH HAMMER AUS. DA – EINE WELLE! BITTE RETTE UNS! T E X T: N O R A O ’ D O N N E L L F O T O S : D O V E S H O R E
Bikini: Duskii
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Einteiler: Duskii Sonnenbrille: Vintage
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I E R E C Y C E LT M A N D I E 1 9 9 0 E R -T V - K U LT S E R I E „ B AY W AT C H “ U N D M A C H T DARAUS EINEN FILM, DER S I C H N A C H 2 0 1 7 A N F Ü H LT ? MIT AUGENZWINKERN. UND D E M R I C H T I G E N C A S T. F Ü R D W AY N E J O H N S O N , H A U P TDARSTELLER UND PRODUZ E N T, WA R D A S C A S T I N G SEINER ANGEBETETEN N I C H T G E R A D E E I N FAC H . „SIE MUSSTE SO VIEL S E I N “, SC H R I E B J O H N SO N A U F I N S TA G R A M . „ S TA R K , I N T E L L I G E N T, S C H Ö N , BEEINDRUCKEND, WITZIG. DARF ICH VORSTELLEN: D I E TA L E N T I E R T E I L F E N E S H HADERA GEHÖRT JETZT Z U U N S E R E R ‚ B AY W AT C H ‘ FA M I LI E .“ Wir können das Anforderungsprofil be stätigen: Hadera ist all das und mehr. Die 31jährige jährige Schauspielerin ist eine echte New Yorkerin (präzise: Harlem), spielte bereits im gefeierten HBOSechsteiler „Show Me a Hero“ sowie in Showtimes „Billions“ und ist einer der Lieblinge von Regisseur Spike Lee. Nicht unbedingt der Lebenslauf, den man hinter einer Rolle in „Baywatch“ erwarten würde, aber Hadera ist eben alles andere als gewöhnlich. Kurz gesagt: The Rock hat einfach Geschmack.
THE RED BULLETIN
the red bulletin: 1989 schrieb „The Hollywood Reporter“ zur „Baywatch“Pilotfolge: „Natürlich beißen die Zuseher wegen der geölten Körper an.“ Hat sich ein Vierteljahrhundert später etwas am „Baywatch“-Mindset geändert? ilfenesh hadera (lacht): Na ja, klar geht es immer noch um Fitness, um gutes Aussehen. Zac Efron wurde zur Maschine. Und Dwayne war ohnehin nie etwas an deres. Aber der Film hat auch Witz und nimmt sich nicht super ernst, ohne dabei zur Parodie des Originals zu verkommen. Plus: Wir haben fette Explosionen und Verfolgungsjagden am Wasser! Wie empfindet man als Frau den Ver Vergleich von damals und heute? Das Lustige an meiner Figur (Stephanie Holden; Anm.) ist, dass sie die zugeknöpf zugeknöpf teste der drei Rettungsschwimmerinnen ist. Darum habe ich mich nie wie ein Objekt gefühlt. Dwayne Johnson sagte, du bist härter als ein Diamant. Hat er recht? Ich hatte das Glück, dass mich unglaub lich starke Frauen aufzogen: meine Mutter und meine Großmutter. Meine Groß mutter ist 84, aktiv, unabhängig, schlau, abenteuerlustig und verdammt hart. Das gilt auch für meine Mutter. Sie ist meine beste Freundin, und niemand ist so cool wie sie. Sie kommt aus Vermont und hat diesen lässigen HippieVibe. Vibe. Mum und Granny sind die mitfühlendsten, wunder wunder vollsten, liebenswertesten Frauen, die ich kenne, aber eben auch verdammt taff. Deine Eltern leiten das „African Services Committee“, eine New Yorker Organisation, die Flüchtlingen hilft. Dein Vater flüchtete ja selbst aus Äthiopien in die USA. Was an der Arbeit deiner Eltern hat dich am meisten geprägt? Sie brachten mir bei, dass ich wirklich immer versuchen soll, ein guter Mensch zu sein, in jeder Situation. Man weiß ja nie, was andere durchmachen mussten. Darum muss man Menschen mit Mit gefühl und Großzügigkeit begegnen.
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Top: Duskii Einteiler: Duskii Sonnenbrille: Vintage
MAN ALLES GIBT, KOMMEN, MÖCHTE, NICHT ZIEL ERREICHT.“ SCHÄMEN,
„SOLANGE
WO MAN HIN
UM DORTHIN ZU
MUSS MAN SICH
FÜR DEN WEG
AUF DEM MAN SEIN
Stylist: CHRISTINA PACELLI, TheOnly.Agency Assistant Stylist: CAROLINE CURTIS Hair: MATT FUGATE, Exclusive Artists using Kerastase Paris Make-up: CAROLA GONZALEZ, Forward Artists
Hat diese Einstellung deiner Eltern einen Anteil an deinem Erfolg beim Film? Hm … wenn ich mir ansehe, was meine Eltern leisten, dann kommt mir meine Schauspielerei ziemlich dürftig vor. Verstehst du, was ich meine? Aber mit der Schauspielerei kannst du doch enorm viele Menschen erreichen. Das stimmt, aber man muss sich ständig an die Möglichkeiten dieses Jobs erinnern. Ich schätze mich glücklich, jeden Tag das tun zu können, was ich liebe. Jahrelang arbeitete ich in einem Restaurant, ich schlug mich durch, um die Rechnungen bezahlen zu können. Was war ich denn? Eine Bedienung, keine Schauspielerin. Aber so sah ich das nie, das hätte ja nichts gebracht. Solange man alles gibt, um dorthin zu kommen, wo man hin möchte, muss man sich nicht für den Weg schämen, auf dem man sein Ziel erreicht. Jetzt hast du es geschafft. Der Traum ist wahr, ja. Aber es ist hart, wenn mich meine Eltern wegen einer abgelehnten Förderung anrufen und ich am Strand in meinem roten Bikini rumstolziere. Sagen wir mal: Von außen ist der Einfluss der Arbeit meiner Eltern auf meine nicht leicht zu erkennen. Aber als Celebrity kannst du doch Gutes für die Sache tun! Das stimmt auch, ja. Und endlich spüre ich, dass ich mich nützlich machen kann. Vor kurzem gründeten meine Eltern einen Jugendausschuss und fragten mich, ob ich eine Rede halte, um das Ganze anzuschieben. Ich rede nicht gerne vor Leuten, aber ich habe ihnen zugesagt, ein Video zu machen. Und ich dachte mir, wäre es nicht cool, wenn Dwayne die Kids zu Beginn begeistert? Jeder liebt The Rock. Ich musste ihm das nicht groß erklären. Er wusste, was meine Eltern machen, meinte nur: „Klar, ich bin dabei“, und machte das coolste, netteste Video, das man sich vorstellen kann.
Apropos: Dwaynes Instagram-Post hast du mit „Für alle, die mich auslachten, als ich 1997 beim Schwimmen vom Startblock fiel“ beantwortet. Klär uns auf. Ich war im YMCA-Schwimmteam, bevor ich zur Highschool ging. Beim letzten Bewerb machte ich mich auf dem Startblock bereit – aber ich fiel noch vor dem Startschuss ins Wasser. Der wohl peinlichste Moment meines Lebens. Ich wollte nie mehr auftauchen. Schrecklich. Wie gut schwimmst du heute? Ich bin eine ziemlich gute Schwimmerin. Zwei Monate lang trainierten wir zweimal die Woche, je zwei Stunden am Stück. Ist jetzt nicht die Welt, aber bei zwei Stunden im Pool geht etwas weiter. Voll krasses Training, ein Ganzkörper-Workout. Wie war denn die Stimmung am Set? Wir hatten eine großartige Zeit. So viele unterschiedliche Charaktere. Alexandra Daddario etwa ist ein Clown. Sie kommt auch aus New York, es war schön, noch jemanden von dort dabei zu haben. In den TV-Shows der 1990er hörte man immer wieder von Zickenalarm. Keine Spur! Drei Mädels im Badeanzug – da erwartet offenbar jeder, dass es da gleich mal heftig abgeht, dass abschätzige Kommentare kommen. Aber da war gar nichts. Wahrscheinlich ist es auch nur die Erwartung, die Leute haben, wenn drei Mädels aufeinandertreffen. Auf dem Set jedenfalls haben wir alle unser Bestes gegeben – und keine hat versucht, die anderen auszustechen. Auf gewisse Art definiert ihr neu, was es heißt, ein „Baywatch“ babe zu sein. Was für ein schräger Ausdruck – was soll das überhaupt bedeuten? Dass man seine Intelligenz nie ver verstecken soll, um Männer nicht einzuschüchtern? Die alten „Baywatch“Zeiten sind ja so was von vorbei … Und das ist gut so. „Baywatch“ kommt am 1. Juni ins Kino
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Auf dem Frendopfeiler der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Gebiet, Frankreich
UELI STECK
IST EINER DER BESTEN ALPINISTEN UND KLETTERER DER WELT UND MÖCHTE KEIN HELD SEIN. EIN GESPRÄCH ÜBER DIE ERSTAUNLICHEN QUALITÄTEN DER ANGST. TEXT: STEFAN WAGNER
FOTOS: ROBERT BÖSCH
DUMMER
MUT 62
he red bulletin: Herr Steck, ich möchte mit Ihnen heute gar nicht übers Bergsteigen reden. Sondern über Angst. Zum Bei spiel, ob Sie die Angst in Ihrem Job brauchen, als Kitzel, ob Sie sie suchen oder ob Sie Angst vor der Angst haben. Wie Sie die Angst überwinden oder ob man Angst überhaupt überwinden soll. Ob Angst Energie nimmt oder Energie gibt. Ob Angst fürs Überleben wichtig ist oder der Lebensfreude im Weg steht. Aber bevor wir anfangen: Möchte jemand, der einen Beruf ausübt, in dem jeder kleinste Fehler zum Tod führen kann, überhaupt gern über Angst reden? ueli steck: Klar. Denn es glaubt mir ja keiner, aber ich bin ein extremer Angsthase. Da kokettieren Sie jetzt. Wären Sie wirklich ein Angst hase, würden Sie ja schon vor Angst sterben, wenn Sie ungesichert durch eine hunderte Meter hohe Wand kletterten. Im Gegenteil. Angst ist der Grund, warum ich noch am Leben bin. Angst ist etwas fundamental Wichtiges. Wer keine Angst hat, unterschätzt seine Aufgabe und über über schätzt sich. Wer keine Angst hat, bereitet sich nicht gut genug auf eine Aufgabe vor. Ich bin sehr dankbar für meine Angst. Sie sagen jetzt: Angst ist ein extrem schlaues Warninstrument der Natur. Ich sage: Angst ist aber mindestens ebenso sehr emotionaler Ballast. Wer Angst hat, kann zugleich nicht glücklich sein. Gehen wir’s doch analytisch an, dann wird es ganz ein fach. Wovor haben wir Angst? Vor einer Situation, der wir uns nicht gewachsen fühlen. Vor etwas Fremdem, das wir nicht einordnen können. Auf das wir keinen Ein fluss haben. Wenn wir auf eine Aufgabe nicht gut genug vorbereitet sind. Und genau da setzt mein System an: Ich suche das Ungewisse. Ich suche diese Herausforderung, die mir Angst macht, das hat ja etwas extrem Faszinierendes, das fordert mich heraus. Und dann beginne ich mich mit den Aus lösern der Angst zu beschäftigen. Aber völlig rational. Meine Angst zeigt mir die Probleme, für die ich Lösungen finden muss. Es wird zu einer Frage der Logik, und dadurch wird das Ungreifbare greifbar. Am Schluss, wenn ich alles richtig gemacht habe, ist die Angst weg. Dann bin ich gut genug vorbereitet. Dann bin ich bereit. Dann weiß ich: Jetzt kann ich es machen.
WER KEINE ANGST HAT, UNTERSCHÄTZT SEINE AUFGABE UND ÜBERSCHÄTZT SICH. 64
THE RED BULLETIN
Auf der Jungfrau, Berner Alpen, Kanton Bern, Schweiz THE RED BULLETIN
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Und wenn nicht? Dann mach ich es nicht. Dann weiß ich: Es ist zu viel, es überfordert mich, und in eine solche Situation möchte ich nicht reingehen. Wir leben in einer Welt, in der Heldentum unter anderem mit Waghalsigkeit und Mut assoziiert wird, Herr Steck. Gerade in Ihrem Beruf, nicht? Ich bin weder waghalsig noch mutig. Natürlich könnte man die Angst vor einer Tour überwinden, könnte besonders mutig sein. Aber das wäre dumm. Denn was passiert dann? Dann kommt die Angst unterwegs. Und das ist ganz schlecht. Angst hat vor allem die Aufgabe, dir Lücken aufzuzeigen. Die kannst du vor Beginn der Tour schließen. Aber unterwegs? Ganz schlecht. Das geht dann nicht mehr. Fatal. Angst während eines Projekts ist ganz, ganz schlecht. Das zeigt, dass du in der Vor bereitung einen Fehler gemacht hast. Dann hast du dir etwas zugemutet, das dich überfordert. Das beste Mittel gegen Angst ist Kontrolle, korrekt? Völlig korrekt. Aber Sie können mir doch nicht erzählen, dass sich Projekte wie die Ihren immer an Pläne halten. Da kann doch nicht alles kontrolliert ablaufen. Ein guter Plan beschränkt sich ja nicht auf Plan A. Er hat auch Plan B, Plan C und so weiter. Wenn dies oder jenes passiert, muss ich darauf vorbereitet sein. Plan C, Plan D, Plan E, das können Sie noch so lange fortsetzen, ein Restrisiko wird es immer geben. Sie sind ja kein Nordic Walker, Sie sind einer der extremsten Bergsteiger der Welt! Restrisiko haben wir überall im Leben. Und glauben Sie mir, ich akzeptiere da nur das absolute Minimum. Ich bin ja ein Angsthase, vergessen Sie das nicht! Dass man beim Bergsteigen sterben kann, ist mir klar. Das Risiko eines Unfalls ist da, genauso wie es beim Autofahren da ist oder beim Skifahren. Ich muss akzeptieren, dass es einen Rest gibt, auf den ich keinen Zugriff habe. Den kann ich sehr, sehr minimieren, aber ganz weg krieg ich ihn nie. Aber deswegen nicht Auto fahren, nicht Ski fahren, nicht klettern? Das wäre falsch. Also: akzeptieren oder Finger weg. Hatten Sie dennoch auf dem Berg schon Angst? Ja. Da hätte ich jetzt gern drei Beispiele, bitte. Die erste und größte: 2013, auf dem Mount Everest, ein eskalierter Konflikt mit Sherpas. Die attackierten uns, aus einem völlig nichtigen Grund, es war unfassbar, Gewalt, eine völlig willkürliche Situation, irrational, für mich völlig unbeeinflussbar. Sie griffen uns mit Steinen an, schrien, dass sie uns töten würden. Dass jemand so ausrasten kann, das erschütterte mich. So sehr, dass Sie danach tatsächlich überlegt haben, Ihre Bergsteigerkarriere an den Nagel zu hängen. Bei allem Respekt: War das nicht ein wenig überreagiert? Nein. Mein ganzes Weltbild war erschüttert, ich hatte so etwas nicht für möglich gehalten! Ich brauchte Monate, bis ich wieder halbwegs im Reinen mit der Welt und mir
NATÜRLICH KÖNNTE MAN BESONDERS MUTIG SEIN. ABER DAS WÄRE DUMM.
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war. Ich musste alles neu sortieren. Dieses Erlebnis hat mein System um gestellt. Heute gehe ich anders auf Menschen zu, misstrauischer, kritischer. Fällt Ihnen eine zweite Angst-Situation ein? 2014 mit meiner Frau in Geboren am 4. Oktober 1976, klettert seit seinem Peru, beim Abstieg über über 12. Lebensjahr, seit dem sah ich, dass der Wind 18. Lebensjahr professio Schnee verweht hatte. Ein nell. Gelernter Zimmer Schneebrett löste sich, ich mann. Lebt mit Frau Nicole wurde verschüttet, hatte in Ringgenberg, Kanton den Mund voll Schnee, Bern. Zahlreiche Erst begehungen/Erstdurch aber zum Glück sah meine steigungen (z. B. Nord Frau meinen Rucksack, wand des Gasherbrum II), konnte mich rausziehen. spektakuläre SoloProjekte Das war wirklich knapp, (z. B. ShishapangmaSüd da ging es um Sekunden. westwand), hält viele alpi Ich dachte, jetzt ist es nistische SpeedRekorde (z. B. EigerNordwand, fertig mit mir. Meine Frau HeckmairRoute, 2:22:50). rettete mir das Leben. Mehrfacher Buchautor Ich habe mich in dieser („8000+“, „Speed“, „Der Situation vor allem sehr nächste Schritt“, „Solo“). geärgert, weil ich durch ein paar Minuten Unacht samkeit uns beide in so eine Situation gebracht habe. Da konnte ich mich nur bei meiner Frau bedanken und entschuldigen. Es war also vor allem Ärger, erst in zweiter Linie Angst. Ich hätte noch ein paar Vorschläge zu Situationen, die sich für Angst eignen würden. 2007 zum Beispiel, Annapurna-Südwand, da stürzten Sie 200 Meter ab. Das ging zu schnell für Angst. Zuerst war ich bewusstlos. Und als ich am Gletscher zu mir kam, war klar, was zu tun war: zuerst checken, ob etwas gebrochen ist. Und dann einen Plan umsetzen, wie ich da wieder raus komme. Völlig rational. 2008, wieder Annapurna-Südwand: Der Spanier Iñaki Ochoa kollabierte, Sie versuchten ihn zu retten, er starb vor Ihren Augen. Keine Sekunde Angst. Trauer, ja. Und Ärger, dass er kein Dexamethason dabeihatte, ein Medikament gegen Höhenkrankheit. Hatte er aus ethischen Gründen nicht mitgenommen. Hätte er es dabeigehabt, würde er wohl noch leben. Wenn auf 7000 Metern im eisigen Wind jemand in meinen Armen stirbt, mich würde das ja einiger einigermaßen mitnehmen. Ich kann in extremen Situationen Emotionen sehr gut ausschalten. Wie ist die Lage? Was ist der nächste Schritt? Jammern hilft nicht. Darüber nachdenken, das hilft. Wenn ich zum Beispiel ohne Seil klettere, da könnte ich denken: Uh, unter mir 500 Meter nichts, jetzt nur keinen Scheiß machen. Das wäre falsch. Oder es gibt die Möglich keit, an den nächsten Griff zu denken. Das ist richtig. Eines Ihrer spektakulärsten Projekte war die Solobesteigung der Annapurna-Südwand, in 28 Stunden. Sie wurden weltweit gefeiert, tolle Heldenstory. Nachher sagten Sie: Die Entscheidung, ganz raufzugehen, sei spontan gefallen, die Dynamik der Situation habe von Ihnen Besitz ergriffen, Sie sprachen danach von einem Risiko, so groß, dass es garantiert kein zweites
UELI STECK
THE RED BULLETIN
Foto: Rainer Eder
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Mal gutgehen würde. Das passt doch gar nicht zu Ihnen! War das nicht schrecklich unvernünftig? Tatsächlich, da haben Sie recht. Ich war wirklich zu weit gegangen. In einen Bereich, in den ich nicht vorstoßen will. Das war ein Fehler! Dass mir so ein Fehler passierte, hat mich danach regelrecht aus der Bahn geworfen. Aber Sie waren ein Held. Es ist doch egal, ob es gut ausgeht, ob ich dafür gefeiert werde. Ein Fehler bleibt ein Fehler. Ich musste wirklich für mich überlegen: Wie krieg ich das in den Griff? Wie kann ich sicherstellen, dass ich nie wieder so handle, wirklich: mich nie wieder zu etwas verleiten lasse, das ich nicht geplant hatte? Denn so was macht mir wirklich Angst. Es war ein brutaler Prozess, da wieder rauszukommen. Da geht es tief rein in Themen wie Ego, wie Ehrgeiz. Sie sind kein Fan unseres Heldenbegriffs, scheint’s. Je waghalsiger, desto besser, so läuft das, aber das ist doch Schwachsinn! Für mich ist eine perfekte Bergtour das Gegenteil davon! Perfekt ist es, wenn du am Ende sagst: Es war ganz einfach. Perfekt ist, alles unter Kontrolle zu haben, weil die Vorbereitung perfekt war. Alles andere ist für mich nicht erstrebenswert, all diese ach so heroischen Besteigungen, wie Reinhold Messner das vielfach gemacht hat, der hat so oft Glück gehabt! Das möchte ich nicht! Perfektion braucht kein Glück! Ich verstehe, was Sie meinen, aber wenn ich bei meinem Chefredakteur mit einer Schlagzeile wie „Bergtour problemlos geglückt“ anrücke, wird er mir seine Hilfe bei der beruflichen Neuorientierung anbieten. Ich möchte auch Grenzen verschieben, meine eigenen Limits austesten, Neues möglich machen. Aber eben nicht durch Waghalsigkeit in der Umsetzung, sondern durch besondere Qualität der Vorbereitung. Ich bin überzeugt, allein mit perfekter Vorbereitung lassen sich Grenzen verschieben, ohne dass du deine Komfortzone verlässt. Ein Rekord ist immer das Ergebnis eines perfekten Prozesses, und es ist der Prozess, der mich interessiert, nicht das Ergebnis. Du bist ja auch viel glücklicher im Leben, wenn du prozessorientiert bist, nicht ergebnisorientiert. Erfolg misst sich nicht am Ergebnis, sondern an der Qualität des Prozesses. Das meinen Sie jetzt aber weniger theoretisch, als es klingt. Ich erkläre es Ihnen. 2011, Mount Everest, mein erster Versuch ohne Sauerstoff. Ich war auf 8700 Metern, da fehlte noch eine lächerliche Stunde auf den Gipfel. Aber ich hatte kein Gefühl mehr in den Zehen, und ich wusste: Everest ohne Sauerstoff, das größte Problem ist die Kälte. Also habe ich mich hingesessen, Schuhe ausgezogen, meine Füße waren weiß wie der Schnee, fühlten sich an wie Holz. Da wusste ich, es ist zu kalt, jetzt muss ich runter. Eine Stunde vorm Gipfel! Alle stapften an mir vorbei nach oben, auch die Weekend-Bergsteiger, die sich da halb hinauftragen lassen. Nur der Profi-Bergsteiger Ueli Steck, der dreht auf 8700 Metern um. Und genau das war ein Erfolg! Dass ich meinen eigenen Plan umgesetzt habe. Ich habe mich nicht unter Druck setzen lassen, ich habe mich nicht von
ERFOLG MISST SICH NICHT AM ERGEBNIS, SONDERN AN DER QUALITÄT DES PROZESSES.
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Auf der Aiguille Blanche de Peuterey, Peuterey-Grat, Mont Blanc, Italien
der Erwartungshaltung von irgendjemand anderem dazu bringen lassen, etwas Falsches zu tun. Herr Steck, Sie sind aber Profi. Und kein Sponsor wird glücklich sein, wenn Sie seine Produkte tragen und sagen: Mit diesem oder jenem Bergschuh hab ich es geschafft, rechtzeitig vor dem Gipfel umzudrehen. Genau das, was Sie ansprechen, ist die Kunst. Es nicht zuzulassen, dass irgendjemand anderer Einfluss auf meine Komfortzone bekommt. Ich gehe jetzt bald nach Nepal, und schon Monate davor entziehe ich mich jeder Kommunikation. Genau deswegen. Beantworte keine E-Mails, egal wer was von mir will. Das ist Teil meiner Vorbereitung und meiner Verantwortung. Meine letzte Frage geht jetzt doch ums Bergsteigen. Von 2007 bis 2015 wurde der Marathon-Weltrekord von 2:04:26 auf 2:02:57 verbessert, um anderthalb Minuten. Sie haben 2007 erstmals den Rekord für die Besteigung der Eiger-Nordwand aufgestellt, 3:54 Stunden. 2015 schraubten Sie ihn auf 2:22, anderthalb Stunden weniger! Wie sind solche Sprünge in einer ernsthaften Sportart heute noch möglich? Weil Bergsteigen als Sportart noch in den Kinderschuhen steckt. Als Leistungssport kommt es erst in die Gänge, sehr langsam. Ich weiß, dass ich mir da jetzt keine Freunde mache, aber wenn Sie sich das Himalaya-Bergsteigen ansehen, auch bei den Jungen, das hat immer noch das Niveau der 1980er Jahre. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe die Berge, sie sind weit mehr als ein Sportgerät, aber die sportliche, die leistungsorientierte Auseinandersetzung damit, mit zielgerichtetem, professionellem Training, da können wir Bergsteiger von den Marathonläufern noch sehr viel lernen. Das kann jeder so halten, wie er will, aber wenn Sie mich fragen: Wir stecken noch zu sehr in dieser Abenteurer-Mentalität. uelisteck.ch THE RED BULLETIN
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„ICH BIN TINDER FÜR TECHNOLOGIE“ Mit jeder neuen Platte öffnet Björk ein Fenster zur Zukunft. Hier erklärt die große Pop- Visionärin, warum ihre Liebe zur Natur sie zu High-Tech- Ideen inspiriert, wie Trolle die Kreativität anregen und weshalb Mark Zuckerberg die Weltmeere säubern sollte. Text: Florian Obkircher Fotos: Santiago Felipe
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B jörk ist der PopKonkurrenz immer einen Schritt voraus. Sie kollaboriert von jeher mit coolen jungen Elektronikern, um ihren Sound voranzutreiben. 2015 drehte sie als erste Musikerin ein 360Grad Musikvideo. 2011 veröffentlichte sie mit „Biophilia“ die allererste Platte im App Format. In Skandinavien wird diese heute im Schulunterricht eingesetzt. Was Björk zu ihren visionären Ideen inspiriert? Ihre starke Bindung zur Natur – und Trolle, wie die 51jährige jährige Isländerin beim Interview im Rahmen der Red Bull Music Academy in Montreal erzählt.
the red bulletin: Im Laufe Ihrer Karriere traten Sie in kleinen PunkClubs ebenso auf wie in großen Opernhäusern. Wo singen Sie am liebsten? björk: Ich singe am liebsten auf Berg gipfeln. Dort oben habe ich meistens auch die besten Ideen für Songs. Ist das nicht schade? Dort oben hört Sie doch niemand. Im Tonstudio versuche ich mich in dieses BerggipfelGefühl hineinzuversetzen. Außerdem tüftle ich gerade an einem mobilen Aufnahmestudio, das ich bei meinen Wanderungen mitnehmen kann. Beflügelt frische Luft Ihre Kreativität? Es fühlt sich befreiend an, in der Natur zu singen. Was für mich von jeher wie Therapie ist. Als Kind hatte ich einen müh samen Schulweg: 40 Minuten zu Fuß in der Finsternis, jeden Morgen. Das Singen beruhigte mich, wenn ich Angst bekam in der Dunkelheit. Sorry, aber diese Vorstellung vom befreiten Singen am Berg klingt kitschig. Waren Sie jemals in der isländischen Wildnis unterwegs?
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Leider nein. Wenn ich von einer innigen Beziehung mit der Natur spreche, dann geht’s dabei nicht um Baumumarmungen oder Akustik Akustik gitarre am Lagerfeuer. Die Natur in Island ist Hardcore! Es gibt kaum Tiere oder Bäume. Die Landschaft ist karg und brutal. … und dennoch inspirierend? Genau deshalb inspirierend! Wir haben eine reiche animistische Tradition in Island. Das bedeutet: Menschen glauben, dass jedes Objekt eine Seele hat. Jede Klippe und jeder Fels hat eine Geschichte zu erzählen. Woher kommt dieser Glaube? Das hängt mit den Trollen zusammen. Ähm … Trolle sind nachtaktive Kreaturen. Wenn sie es nicht vor Sonnen aufgang zurück in ihre Höhlen schaffen, werden sie zu Stein. Isländer glauben, dass Felsen versteinerte Trolle sind. Und wie kriegt man die dazu, ihre Geschichten zu erzählen? Die denken sich die Menschen selbst aus. Ein Freund von mir verdiente früher sein Taschengeld als Touristenführer. Und er erzählte den Besuchern bizarre Geschichten: dass die Moose auf dem höckrigen Lavagestein Schafe gewesen seien, die von einem Vulkanausbruch überrascht wurden. Sie sehen also, die weite, leere Landschaft in Island beflügelt die Kreativität. Sie ist quasi eine weiße Leinwand für die Fantasie. Kann eine starke Bindung zur Natur die Kreativität auch entfachen, wenn man nicht zwischen versteinerten Trollen lebt? Na klar! Hirnaufnahmen zeigen, dass nach 45 Minuten Wandern in der Natur etwas mit deinem Körper passiert. Der Rhythmus der Schritte stimuliert offenbar den Denkprozess. Ich versuche jeden Tag mit einem ausgiebigen Spaziergang zu beginnen. Und es ist fast immer das Gleiche: Nach einer Dreiviertelstunde überkommt mich plötzlich eine extreme Erleichterung. Es macht Klick, ich fühle mich total im Einklang – und die Probleme des Alltags verschwinden für den Moment. Was tun als Großstädter ohne Park in unmittelbarer Nähe? Als reisende Musikerin kenne ich das Problem gut. Ich versuche immer, möglichst viele Konzerte in Küstenstädten zu spielen: Bei einem Spaziergang am Meer hast du 180 Grad Leere um dich herum. Ich brauche diese Weite, damit sich bei mir dieses Gefühl der Erleichterung einstellt.
ES SOLLTE HEISSEN: VORWÄRTS ZUR NATUR, NICHT ZURÜCK! THE RED BULLETIN
Es ist interessant, dass Sie als großer NaturFan dennoch stets mit aktuellster Technologie arbeiten, wenn es um Ihre Musik geht. Ich bin viel weniger technikversiert, als die Leute glauben. Ich brauche die Hilfe von Freunden, um meinen Laptop aufzuräumen. Und das von der Musikerin, die App-Alben und Virtual-Reality-Musikvideos veröffentlicht? Mein Ziel ist, eine Brücke zwischen Technologie und Musik zu bauen. Ständig tauchen neue Tools auf, die unser Leben verändern. Mit meiner Kunst versuche ich, neue Verwendungszwecke für diese Tools zu finden. Ich bin Tinder für Technologie. Wie meinen Sie das? Ich bin wie eine Kuppler KupplerApp. Immer, wenn eine neue Technologie auf den Markt kommt, über lege ich, wie ich sie am besten nutzen könnte. Als ich 1999 meinen ersten Laptop kaufte, war mir schnell klar, dass dieses Ding mit seinen Aufnahmemöglichkeiten bald das klassische Tonstudio ersetzen würde. Im Touchscreen sah THE RED BULLETIN
„Hass ist ein wichtiges Werkzeug, um rauszufinden, was du nicht willst. Nur wenn du das weißt, findest du deinen Weg.”
bjork.com
ich dann ein perfektes Werkzeug für pädagogische Zwecke. Ich nutzte es für „Biophilia“, um meine Vorstellung von intuitiver Notenkunde zu verwirklichen. Sie müssen wissen, ich war eine aufmüp fige Schülerin. Meine Lehrer vermiesten mir die Freude an der Musikwissenschaft durch ihren trockenen Ansatz. Björk war also eine junge Rebellin? Und stolz darauf! Jugendliche Arroganz ist wichtig und charakterbildend. Igor Strawinsky schrieb in seinem Buch „Musi kalische Poetik“ sinngemäß: „Es ist toll, zu hassen.“ Als Teenager konnte ich Bach und Beethoven nicht ausstehen. Ich fragte meinen Lehrer: „Wieso soll ich mich für diese toten Deutschen interessieren?“ Weil sie zu den wichtigsten Komponisten der Geschichte zählen? Mein Punkt ist: Hass ist ein Werkzeug, um herauszufinden, was du nicht willst. Und nur wenn du das weißt, kannst du den richtigen Karriereweg für dich finden. Ich ermutige jeden: Sei wütend, hab keine Scheu davor, Dinge zu hassen. Wie haben Sie sich diesen Lust-aufHass-Ansatz zunutze gemacht? Streichinstrumente waren mir als Teen ager zuwider, heute verwende ich sie oft auf meinen Platten. Diese jugendliche Ignoranz gegenüber einem Instrument gab mir später die Möglichkeit, mich ihm von einer anderen Seite zu nähern – und es so auf neue, originelle Weise zu nutzen. Zurück zum Thema, wie passen Natur und Technologie für Sie zusammen? Oft heißt es, die Natur sei die Vergangen heit und Technologie repräsentiere die Zukunft. Das ist Blödsinn. Es sollte heißen: vorwärts zur Natur, nicht zurück. Die Verbindung der beiden Elemente wird immer wichtiger. Stellen Sie sich vor, die führenden TechFirmen würden sich ordentlich im Umweltschutz engagieren. Mit unserer heutigen Technologie könnten wir die Weltmeere säubern. Ein Aufruf zum Handeln? Klar, denn mit Erfolg kommt Verantwor Verantwor tung. Wir sollten zehn Firmen wie Google, Facebook und Apple dazu auffordern, jeweils eine Milliarde in die Säuberung der Ozeane zu investieren. Ich bin mir sicher, wir könnten 2020 damit fertig sein. Falls Mark Zuckerberg also zufällig dieses Interview liest … … dann soll er sich bei mir melden. Ich würde alle willigen TechMilliardäre in mein Ferienhaus in Island einladen. Um die Drinks kümmere ich mich – und vielleicht koche ich sogar für sie.
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DAS FESTIVAL ALS INSTRUMENT Wie man sich selbst treu bleibt – und dabei alles verändert: Jérôme Soudan, der Mann hinter dem Genfer Electron, Europas erstaunlichstem Electronic-Arts-Festival. Text: Stephanie Fuchs
GABRIEL ASPER
Shows, Arts, Performances – und viel E-Musik: Das Electron bricht mit den Konventionen klassischer Elektro-Festivals.
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will es niemandem leichtmachen: Fünf über die ganze Stadt verstreute Locations, mehr als hundert bestenfalls Insidern be kannte, aufstrebende Electronic Art Acts aller Genres und ein konsequent aus gelebter Hang zur sperrigen, avant gardistischen Programmierung. In wenigen Tagen geht in Genf die 14. Ausgabe des Electron Festivals über die Bühne. Jérôme Soudan, DJ, Produzent und künstlerischer Leiter, verantwortet diese Erfolgsgeschichte fern aller Strom linien. Ein Gespräch über Balancen, Erb gut und Vertrauen. the red bulletin: Elektro-Festivals haben offenbar eine geheime, weltweit gültige Erfolgsformel, und sie ist nicht kompliziert. Sie lautet: Lass drei Tage lang Superstar-DJs auf irgendeinem Acker auflegen. Dann kommen 100.000 Leute, die Bier aus Bechern trinken und bis zu den Knien im Dreck versinken, und alle werden reich. Ihr Festival hat nichts davon. Keine Super Superstars, kein Acker, keine 100.000 Leute, und reich wird auch niemand. jérôme soudan: Und das gut so, wie ich finde. Es reicht Ihnen ja nicht einmal, sich der Erfolgsformel zu verweigern. Sie gehen einen Schritt weiter. Und machen das Gegenteil von allem, was herkömmlicherweise Erfolg verheißt. Ihr Programm ist ein avantgardistischer Mix aus elektronischer Musik, Performance, Tanz und digitaler Kunst. Fürchten Sie gern um Ihre Existenz?
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Sie sprechen stets freundlich über Genf. Dabei hat die Stadt mit Fördergeldern für die diesjährige Ausgabe gegeizt. Kein Drama. Wir leben ohnehin in erster Linie von den Ticketverkäufen. Also vom kleinen, feinen ElectronPublikum. Das so klein dann auch wieder nicht ist: 20.000 sind es jedes Jahr. Das ist mehr als ordentlich. Was ich besonders mag: Die Leute kommen sogar, wenn ihnen kein einziger Künstler im Programm etwas sagt. Die vertrauen uns. Sogar die hundert Tickets, die wir vor der offiziellen Programm präsentation auflegen, gehen sofort weg. Wie baut man solch blindes Vertrauen auf? Indem man den Leuten nicht einfach einen Künstler vor die Nase setzt, der auf
Herzstück des Electron: die unzähligen Clubkonzerte – an gleich fünf Genfer Locations
GABRIEL ASPER, SEBASTIAN MOITROT (2)
DAS ELECTRON
Nein, so weit gehen wir doch nicht. Man muss sich aber schon 365 Tage im Jahr ins Zeug legen, um die Menschen für ein multidisziplinäres ElektroFestival zu begeistern. Wo liegen die Grenzen Ihrer Risikofreude und Ihres Wagemuts? Wer nicht wie andere sein will, muss bereit sein, Risiken einzugehen. Und es braucht wohl auch ein wenig Mut, konse quent auf große Namen zu verzichten, stattdessen lieber Newcomer oder noch unentdeckte Künstler zu buchen. David Guetta wird niemals beim Electron auf auf treten. Und soll es auch nicht. Was ist falsch an David Guetta? Gar nichts. Aber er ist ein globaler Super Super star. Und Weltstars und Electron, das ver ver trägt sich einfach nicht. Nicht der Beliebig keit des Mainstreams zu verfallen ist in unserer FestivalDNA verankert. Das gilt übrigens auch für die Stadt Genf als Festivalort.
THE RED BULLETIN
„LEIDENSCHAFT BEGINNT ABSEITS DES MAINSTREAMS.“
Electron-Klassiker: der „Torture Garden“, ein Mix aus extremer FetischPerformance, Burlesque und sexy Catwalk-Show
Ob im Palladium oder Club Zoo (u.): Rohdiamanten Âerfreuen hier die Crowd.
IN THE TEMPLE OF BOOM
Das Motto des Electron Festivals Nummer 14 lautet: „Techno Is My Religion“. 41 elektronische Musik- und Performance-Acts rocken vom 13. bis 16. April das Electron in Genf. Das musikalische Line-up 2017 führen die House- und TechnoActs Booka Shade sowie Chris Liebing an. Auf keinen Fall verpassen sollte man außerdem den Gig der jungen Techno-Künstlerin Rebekah, die – glaubt man Jérôme Soudan – eine ziemlich große Zukunft vor sich hat. Und sonst? „Die Eröffnungsshow von Performance-Künstlerin Elena Montesinos ist ein Muss. Extrem verrückte Dinge werden passieren!“ electronfestival.ch
GABRIEL ASPER (2), PAUL HEGI, SEBASTIAN MOITROT
Jérôme Soudan
YouTube gerade durch die Decke geht. Sondern sich Mühe gibt: sich regelmäßig in einen Flieger setzt und zu Konzerten fährt; sich ständig in der Szene bewegt; ehrlich Bock drauf hat, die ungeschliffenen Rohdiamanten zu finden. Das nehmen die Leute wahr. Was muss denn so ein Rohdiamant mit bringen, um es bei Ihnen ins Festival programm zu schaffen? Nehmen wir als Beispiel einen DJ. Der muss zwei Dinge können. Erstens: einen unverwechselbaren Mix liefern. Zweitens: mich mit seiner Trackauswahl über raschen. Einfach aufzulegen, was eben gerade angesagt ist, sich niemals ein bisschen aus dem Fenster lehnen … tod langweilig. Ein kühner Zugang, wenn man in erster Linie von den Ticketverkäufen lebt. Es braucht einfach ein gesundes Gleich gewicht. Ich kann kein gutes Festival auf die Beine stellen, wenn ich die Ver änderungen der Festivalszene ignoriere. Ich kann aber auch kein gutes Festival auf die Beine stellen, wenn ich mich im Programm und in meiner Arbeit dafür nicht persönlich wiederfinde. Muss man als Festivalorganisator tatsächlich persönliche Erfüllung in seinem Job finden? Ich mache diesen Job ja nicht nur, weil ich andere Menschen für elektronische Kunst begeistern will. Ich will mich auch selbst immer wieder dafür begeistern. Dafür ist das Festival mein Instrument. Neues lernen, mich von anderen DJs oder Künstlern inspirieren lassen; meine per per sönliche Leidenschaft für alles abseits des Mainstreams am Leben halten. Es ist Ihnen offenbar wirklich 13 Jahre lang gelungen, sich treu zu bleiben. Wie haben Sie das gemacht? Was heißt denn das: sich treu bleiben? Klar, das bedeutet eine gewisse Konse quenz. Dass man nicht unbequem wird, dass man das verfolgt, was einem wirk wirk THE RED BULLETIN
lich wichtig ist, dass man der Versuchung widersteht, vorsichtshalber mit dem Strom zu schwimmen. Sich treu bleiben hat aber nichts mit Sturheit zu tun, nichts mit Scheuklappen, verwechseln Sie das nicht. Sondern? Sich treu bleiben heißt, eine eigene Haltung zu kultivieren, aber sich zu bewegen, etwas zu wagen, nicht blind irgendeinem Ideal hinterherzujagen. Das misslingt, wenn man immer nur den direkten, geraden Weg sucht. Das Electron Festival hat auch stürmi sche Zeiten hinter sich. Sicherlich gibt es in mehr als zehn Jahren Festivalgeschichte Momente, die einen ins Grübeln bringen. Wo man sich fragt: Ist das noch immer mein Weg? Ist es immer noch der richtige Weg?
Wie kriegt man solche Zweifel in den Griff? Meine erste Anlaufstelle ist meistens meine Frau Emmanuelle (Emmanuelle Dorsaz ist Festivaldirekorin des Electron; Anm.). Sie erinnert mich dann daran, warum wir eigentlich machen, was wir machen. Für wen wir es machen. Das reicht. Wir bleiben seit 13 Jahren unseren Grundsätzen, unbekannte oder auf strebende Acts zu fördern, treu, wir haben dieselbe DNA wie das pure House und TechnoClubFestival, als das wir 2003 starteten. Auch wenn wir damit äußerlich seit dem Wandel zum elektro nischen Kunstfestival 2008 nichts mehr zu tun haben. Und wenn es sich richtig anfühlt, dann werden wir das Electron irgendwann wieder ein Stück weit neu erfinden. Die DNA wird bestehen.
„UNSERE WELT BRAUCHT MEHR VERRÜCKTHEIT!“ Das Electron macht seinem Ruf als schrillstes Stadtmusikfestival Europas alle Ehre.
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RED BULL SEIFENKISTENRENNEN. 10.09.2017, LAUSANNE
LENKER UND DENKER GESUCHT! Das ist die Chance Spuren im Asphalt und in den Köpfen von Tausenden Zuschauer zu hinterlassen! Bewerben Sie sich jetzt mit einer Skizze Ihrer visionären Seifenkiste um einen der begehrten Plätze auf der Startrampe. Einsendeschluss ist der 02. Juni 2017. Mehr Informationen auf www.redbull.ch/seifenkistenrennen
guide Get it. Do it. See it.
7 GARTH MILAN/WINGS FOR LIFE WORLD RUN
Mai 2017
DIE GANZE WELT LÄUFT
Der ungewöhnlichste LaufEvent des Jahres: Die Starter treten miteinander an – gegen das sie verfolgende Catcher Car. Wo? Weltweit und für einen guten Zweck. Alles über den Wings for Life World Run auf Seite 84.
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GUIDE
See it Poo Bear (links) blickt aufregenden sechs Monaten entgegen.
DA STEPPT DER BÄR
Auf Red Bull TV ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Dieses Monat top: bärige Produzenten, bezaubernde Männer und rasante Action auf zwei und vier Rädern.
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Robin Thicke: „Poo Bear und ich denken in denselben Mustern.“
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April/Mai
29 THE RED BULLETIN
April
SERIE
POO BEAR – AFRAID OF FOREVER
Jason „Poo Bear“ Boyd schrieb Hits für Usher, Kelly Rowland und Justin Bieber. Kann er nun in diesem knallharten Geschäft den nächsten großen Wurf landen? Und wie stellt er sich den seelischen Narben seiner Kindheit, um bereit zu sein für die Hochzeit mit seiner Verlobten?
DUSTIN DOWNING (2), BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, ALBERTO POLO/RED BULL CONTENT POOL
30 28 11
April
LIVE
UCI MOUNTAINBIKE-WELTCUP
Der Moutainbike-Weltcup 2017 startet mit dem spektakulären Downhill-Bewerb im französischen Lourdes. Können die Topstars Aaron Gwin (USA) und Rachel Atherton (GBR) ihre Vorjahressiege wiederholen? Die Finalläufe sind am 30. April live mitzuverfolgen.
bis 30. April
LIVE
WRC RALLYE ARGENTINIEN
Erstmals 1980 ausgetragen, begeistert Südamerikas einziger WRCLauf durch Vielfalt. So wechseln Sonderprüfungen auf schnellen, sandigen Straßen nach Santa Rosa de Calamuchita mit engen Bergstraßen in der „Mondlandschaft“ des Traslasierra-Gebirges.
Mai
SERIE
THE ROAD TRICK
Adam Trent ist zur Zeit einer der angesagtesten jungen Illusionisten. Zehn Episoden lang reist der 31-jährige Amerikaner durch 13 europäische und nordafrikanische Länder. Mit Hilfe seiner Magie-Künste durchbricht er kulturelle Barrieren und lernt Land und Leute kennen.
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GUIDE
Do it
Mai Du läufst, wo du willst Wings for Life World Run-App
Action hautnah Red Bull TV-Live-Stream
Du kannst in keiner der 24 Städte am Wings for Life World Run teilnehmen? Kein Problem. Einfach App runterladen und auf deiner eigenen, selbstgewählten Strecke gegen das virtuelle Catcher Car (und andere App-Runner!) antreten. Mehr Info auf: wingsforlifeworldrun.com
Red Bull TV liefert dir die spektakulären Bilder von den Läufen aus aller Welt als Live-Stream ins Wohnzimmer. Von Catcher-Car-Action und Statistiken über CelebrityInterviews bis zu interaktiven Features. Ab 12.00 Uhr auf redbull.tv
7 WINGS FOR LIFE Mai
WORLD RUN
Beim globalen Lauf-Event – dessen Erlöse beitragen, Querschnittslähmung heilbar zu machen – übertreffen sich Hobby- und Profiläufer selbst. Warum? Das weiss Psychologin Dr. Rhonda Cohen: „Das Catcher Car motiviert enorm. Das Spiel mit der Angst, ‚gefangen‘ zu werden, setzt ungeahnte Kräfte frei.“ Schweiz-Start des Wings for Life World Run 2017: 13.00 Uhr, in Olten. Start des Catcher Cars: 13.30 Uhr. Anmeldung: wingsforlifeworldrun.com
MOTIVIERE DICH! 5 SIEGER-TIPPS 1 Fitness ist geil – und beginnt im Kopf. Halt! Bevor du mit dem Training beginnst, mach dir eines klar: Das Gefühl, fit zu werden, ist mehr wert als jede Anstrengung, die du investierst! Denke immer daran – vor allem, wenn du gar keine Lust aufs Training hast. Hilft gut, den inneren Schweinehund zu killen.
2 Verwandle Training in ein Abenteuer Daniela Ryf aus Solothurn, Siegerin des Ironman Hawaii 2015 und 2016
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Schon mal bei Regen durch den Wald gelaufen? Unbedingt einmal machen! Das pure Abenteuer: Dunst, feuchter, weicher Boden, der Klang der Tropfen – all das bringt dich auf neue Gedanken. Das Beste dran: die Dusche hinterher.
3 Lauf für deine Belohnung Wenn du trainierst, dann belohne dich dafür. Und geniesse es! Eine fette Pizza nach dem Training? Klar, warum nicht. Du wirst ausserdem merken, um wie viel sie besser schmeckt, als wenn du vor dem Essen nichts gemacht hättest.
4 Termin fixieren – am besten mit Freunden Mach einmal in der Woche ein Training mit einem Freund aus! Warum? Das hält dich bei der Stange: Jemanden zu ver versetzen ist nämlich gar nicht so leicht.
5 Lauf, so langsam du kannst
Du musst dich nicht immer quälen. Superlangsam zu laufen ist auch okay – wenn dein Körper es so will. Hauptsache, du hast dir die Laufschuhe angezogen und bist rausgegangen – denn die meisten scheitern schon daran …
THE RED BULLETIN
LUIS VIDALES FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN, JESPER GRONNEMARK/RED BULL CONTENT POOL
Daniela Ryf
GUIDE
Do it
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April Deftones Alternative Metal ohne Alter native: Die Deftones spielen in Zürich in der Halle 622 den ein zigen SchweizGig ihrer „Gore Tour 2017“. Zu hören gibt es harte Riffs und den markanten Gesang von Frontmann Chino Moreno, der je nach Einsatz seiner Effektgeräte mal eupho risch, mal alles zermalmend klingt. Support: Skyharbor. Halle 622, Zürich; deftones.com
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bis 7. Mai Bike Days Bei den Solothurner Bike Days – mit über 25.000 Besuchern das grösste nationale Zweirad festival – kommen Velofahrer aller Glaubensrichtungen auf ihre Kosten. Die TodoListe zum Abstrampeln: auf dem Pumptrack Runden jagen, MiniDrome und TrialShows auschecken, beim MTBDirt jump staunen und EMountain bikes testen. Solothurn; bikedays.ch
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und 27. Mai Red Bull Flying Illusion Lebensretter für alle, die bei der Frage „Wann gehen wir mal wieder ins Theater?“ ins Schwitzen kommen: Bei Red Bull Flying Illusion erlebt man spektakuläre TheaterIllusionen mit orchestralem HipHop und Break danceMoves, ohne von auffällig par fümierten 90Jährigen eine mit dem Stock aufs Schienbein zu kriegen. Hallenstadion Zürich; flyingillusion.redbull.ch
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bis 10. Juni
GREENFIELD FESTIVAL
Wo bis 2003 Schweizer Militärflugzeuge lärmten, beschallen heute allsommerlich riesige PA-Anlagen das Publikum im Berner Oberland. Ganz oben in der 2017er-Formation: Blink 182, Green Day und In Flames. Seit 2016 gibt die „Mönch Stage“ auch Durchstartern des Gothic- und Mittelalter-Genres eine Bühne. Interlaken; greenfieldfestival.ch
Manchmal muss man etwas riskieren. Das dachte sich auch Avril Lavigne, als sie ihren Song „Sk8er Boi“ mit einem Code versah und damit Millionen machte. Ähnlichen Erfolg wünscht man den Orga nisatoren der Sk8board PumpKing Challenge 2017, einer RennSerie auf sogenannten Pumptracks – bis zu zwei Meter breiten Pisten für Sk8ter Girls und Boys (im Bild: Schumiswitzerland und Moritz Greber). Den Anfang machen die Zeitrennen mit Bodenwellen und Steilwandkurven auf dem Pump track in Pfäffikon ZH. Avril würde es lieben.
TOBIAS SUTTER, MANUEL LOPEZ
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April bis 9. September PumpKing Challenge
Indoor Bike Park, Pfäffikon ZH; pumpkingchallenge.ch
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THE RED BULLETIN
April/Mai/Juni
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und 29. April
ROCKET AIR
Ein zehn Meter grosses GhettoblasterHindernis, Vokuhilas, wohin man blickt, und eine mannshohe Diskokugel: Das Slopestyle-Event des Jahres atmet den Haarsprayduft der Achtziger. Auch das Level geht steil, als Goldevent ver versammelt die Freeride Mountain Bike World Tour die besten Rider der Welt (Bild: Max Fredriksson aus Schweden, die Nummer zwei von 2016). Eishalle Thun; rocketair.ch
FREITAG 23. JUNI 2017
DIE FANTASTISCHEN VIER LO & LEDUC I PEGASUS DABU FANTASTIC I NEMO SAMSTAG 24. JUNI 2017
DEEP PURPLE GOTTHARD KROKUS
23. – 25. JUNI 2017 HINWIL
FIDDLERS GREEN CRYSTAL BALL I QL SONNTAG 25. JUNI 2017
JOHN FOGERTY
1969 SHOW
PERFORMING THE SONGS OF CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL
CHEAP TRICK I BONNIE TYLER
BLACK STAR RIDERS I DANKO JONES I TONI VESCOLI&CO HAUPTPARTNER
CO-PARTNER
BÄCKEREI KONDITOREI CAFE
MEDIENPARTNER
AUTOBAHNKREISEL
rockthering.ch
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GUIDE
SCHNELL WEG! Ausgewählte Bikes für den gepflegten Eskapismus zwischen Weltreise und nur mal eben Brötchenholen.
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PURISSIMO
KTM 1290 SUPER DUKE R Wie weit: bis zum letzten Pass. Fluchtgrund: Du hast die Moto GPKonstruktionszeichnungen gemopst, und jetzt sitzt dir ein Rudel bekannt unerschrockener KTMTestfahrer Testfahrer im Nacken. Gute Argumente: 177 PS und SplitFace mit LEDSchein Split werfern sieht man. Feinheiten wie einen Tempomaten, der bis 200 km/h geht, Transponder Transponder schlüssel oder BluetoothKopp lung über das CockpitInstrument muss man entdecken. Ganz zu schweigen von der brachialen Performance in allen Lebens lagen, die man fühlen muss. ktm.com
BLICK ZURÜCK
DUCATI SCRAMBLER DESERT SLED Wie weit: bis in die Zukunft zurück. Fluchtgrund: Suche nach einer besseren Welt. Gute Argumente: Als Bike für leichtes Gelände zeigt die 75 PS starke Ducati Scrambler, wie vielseitig sie ist: Speichenfelgen, neues Fahrwerk, längere Schwin ge und eine Optik, als käme sie direkt von der Baja California anno 1969. Ein leichter Hang zur Vergangenheit, als man noch ohne Helm, dafür mit Zigarette im Mund Motorrad gefahren ist. ducati.ch
DER EILIGE GRAL SEI WIEDER DA
YAMAHA MT-09 Wie weit: bis an die Spitze der Zulassungsstatistik. Fluchtgrund: kein Leben ohne Bike – selbst wenn man es ein paar Jahre lang ohne probiert hat. Gute Argumente: Der 3-Zylinder-Streetfighter mit 115 PS geht mit neuer Frontmaske, Anti-HoppingKupplung und neuer Gabel in die frische Saison und erfüllt selbstverständlich die Euro-4-Abgasnorm. yamaha-motor.eu
KLEINAUFLAGE
KAWASAKI NINJA H2 CARBON Wie weit: bis ins Weltall. Fluchtgrund: Von Aliens verfolgt, aber immerhin hast du ihr Bike erwischt. Gute Argumente: Diese radikal elitäre Ausgabe der grimmigen Kompressor-Rakete zählt zum Ärgsten, was man reiten kann. Carbon-Frontverkleidung, auf 120 Stück limitiert, 215 PS stark und über 300 km/h schnell. Wer im Auge des Orkans so viel Muße hat: Im Digitalcockpit wird sogar der aktuelle Ladedruck eingeblendet. kawasaki.ch 92
HARLEY-DAVIDSON ROADSTER Wie weit: bis zum Horizont. Fluchtgrund: im falschen Leben. Gute Argumente: Sieht aus wie ein Custom-Umbau, kommt aber aus dem Werk – 1200-Kubik„Blockhead“-V2-Motor mit 69 PS, viel Schwarz, aggressive Sitzposition und Fünfspeichen-Räder im Retro-Look. harley-davidson.com
GUIDE
BITTE BERÜHREN
DUCATI 1299 SUPERLEGGERA Wie weit: bis ins Museum. Fluchtgrund: Kunstraub. Denn was sonst ist dieses 95.000 Euro teure, nur 500-mal gebaute Carbon-Kraftpaket mit 215 PS, wenn nicht ein – Kunstwerk? Gute Argumente: stärkster Zweizylindermotor, der je Ducatis Hallen in Bologna verlassen hat, Drift-Control über eine 6-AchsenSensorbox, Data Recording, dazu eine Optik, wie sie nicht näher an der MotoGP sein könnte. ducati.ch
Was sonst ist dieses 95.000 Euro teure CarbonKraftpaket, wenn nicht ein Kunstwerk?
SCHWERENÖTER
BMW K1600 B Wie weit: weiter als alle anderen. Fluchtgrund: Das Wohnmobil ist defekt, aber keine Sorge: Platz, Komfort und Langstreckentauglichkeit sind vergleichbar. Gute Argumente: Long and low, dabei 160 PS stark: Hier kommt der erste „bagger“ aus Bayern und außerdem die erste BMW mit elektrischem Retourgang. bmw-motorrad.ch 93
BAYERN FREI
BMW R NINET RACER Wie weit: bis zurück in die 1970er Jahre. Fluchtgrund: auf YouTube in die Aufzeichnungen historischer Motorradrennen reingesaugt worden. Gute Argumente: 110 PS starker Boxermotor, ABS und automatische Stabilitätskontrolle, aber die klassische Sitzposition von einst mit schlanker Halbschalenverkleidung, zurück zurückversetzten Fußrasten, Stummellenker und Höckersitzbank. bmw-motorrad.ch
BRENNSTOFF
HONDA CBR1000RR FIREBLADE Wie weit: bis zur Zielflagge. Fluchtgrund: Internationale Top-Talente wollen dir deine Position als hungrigster Hai auf der Rennstrecke streitig machen. Gute Argumente: totale Kontrolle über pralle 192 PS durch KurvenABS, Wheelie-Control, Traktionskontrolle und Power-Selector. Auf Wunsch zusätzlich ein semiaktives Fahrwerk (Fireblade SP). honda.ch
Optisch nah an historischen Rennen der 1970er Jahre.
ABFAHRER
KTM 1290 ADVENTURE S Wie weit: Dakar liegt jetzt in Südamerika? Okay, bin gleich da. Fluchtgrund: der endgültige Ausbruch aus dem normalen Leben, zumindest für ein Jahr oder so. Gute Argumente: Der 1290erMotor mit seinen 160 PS ist eine Macht, vor allem in Verbindung mit der sportlichsten AdventureVersion. Auch toll: das neue Farb-Display mit SmartphoneAnbindung. ktm.com 94
THE RED BULLETIN
GUIDE
GEILES GADGET
SCHUBERTH SR2 Seit 2016 werden alle Fahrer des Red Bull MotoGP Rookies Cup mit dem SR2 von Schuberth ausgestattet. Verständlich, dass nicht allein Sicherheit TopPriorität hat, sondern auch Tragekomfort und geringes Gewicht. Wichtig auch: ausgefeilte Aerodynamik, die die Nackenmuskulatur schont und den Kopf im Fahrtwind ruhig hält. schuberth.com
VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG
TRIUMPH BONNEVILLE BOBBER Kein Ding zu viel, ganz wie bei den Umbauten der 1950er Jahre, bevor dann die Chopper kamen.
Wie weit: im Idealfall bis zum gleichnamigen Salzsee in Utah (oder halt einem Café in der Gegend). Fluchtgrund: für Steve McQueen gehalten worden. Gute Argumente: 19-Zoll-Vorder- und 16-Zoll-Hinterrad ergeben mit Stahlrahmen und Einzelsitz den klassischen Bobber-Look: kein Ding zu viel, eben ganz wie die Umbauten der 1950er. 1200 Kubik, 77 PS, ABS. de.triumphmotorcycles.ch
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THE RED BULLETIN
GUIDE
Action-Highlight
Für Autofahrer ist diese Garage in Hollywood bloß ein Parkplatz, für Streetrunner Gabriel Nunez aber ein idealer Spielplatz, um neue, nicht ungefährliche Moves einzustudieren. Der Chef der Tempest Freerunning Academy und Stuntman trägt seinen Spitznamen zu Recht: Jaywalker – der Fußgänger, der sich an keine Regeln hält. Mehr auf: tempestacademy.com
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„Betrachte die Angst als Freund, nicht als Feind.“ Streetrunner Gabriel „Jaywalker“ Nunez hat keinen Horror davor, bei riskanten Abflügen auch einmal zu scheitern.
DAN KRAUSS
Hollywood, Kalifornien
Makes You Fly
Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 11. Mai 2017.
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