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The Red Bulletin Mai 2013 - AT

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Das Magazin abseits des Alltäglichen

Mark Wahlberg

Aus der Zelle nach Hollywood BASE-Jumpen am Bridge Day

ein Volksfest für 450 Verrückte

BPAike rs’ raDise EUR 3,50

Mai 2013

Die aufregendsten

Bike-Trails der Welt

Mai 2013


Lieber Bahn statt Autobahn. In neuer ÖBB-Bestzeit von Wien nach Salzburg: ab jetzt in nur 2:22 Stunden. Alle Infos auf oebb.at Fahrzeit von 2:22 h seit 09.12.2012 auf der Strecke Wien-Salzburg bzw. Salzburg-Wien ausschließlich mit den ÖBB railjet-Zügen. Bei der angegebenen Fahrzeit handelt es sich um die schnellstmögliche Verbindung auf der angegebenen Strecke. Alle Informationen zu den Fahrzeiten unter oebb.at oder beim ÖBB-Kundenservice 05-1717.


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Vormittag: W端stentour in Douz Nachmittag: Wassersport auf Djerba

www.tunesien-info.at


Die Welt von Red Bull

Mai

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Titelstory: Downhillen im Paradies

Die besten Bike-Trails von Utah bis Neuseeland. Plus: die Insider-Tipps der Locals.

Winter wie der vergangene bauen eine Radfahr­ geilheit auf, die nach besonders gepflegter Ent­ ladung verlangt. Wenn Sie also gerade auf der ­Suche nach ein paar sachdienlichen Routen-Tipps für den kommenden Urlaub sind, wir hätten da ein paar Ideen. In British Columbia, Utah, Nepal zum Beispiel oder in China und Neuseeland. Vorgestellt von Local Guides, in deren Hände man sein Schicksal ohne Bedenken legen kann, wir sagen nur: Brandon Semenuk, Darren Berrecloth, René Wildhaber. Und sollte Ihr nächster Urlaub schon verplant sein, versorgt Sie die üppige Strecke ab Seite 28 mit so viel Fototapetenkraft, dass sich eine Weltreise locker auch im Kopf ausgeht. Gute Fahrt, viel Spaß! Die Redaktion 6

46

Olga dreht auf

Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko über Weltraum-Rallyes mit Tom Cruise und ihre Lieblingswaffe am Set. the red bulletin

Coverbild: john wellburn/red bull content pool. Bilder: universal, Mattias Fredriksson

Willkommen!


Die Welt von Red Bull

Auf einen Blick Bullevard

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Die Stadt als Computer

Städte können sprechen – und Architekt Carlo Ratti hat gelernt, ihnen zuzuhören.

news  Das Wichtigste in Kurzform mein Körper  Eis-König Derek Wedge einst und jetzt  Motorroller meine Welt  Bradley Cooper Formel  Die Physik des Kickflips Glückszahlen  Sportrekorde

Features 28 Downhill-Weltreise

Acht Traumziele für Biker im Porträt.

40 Mark Wahlberg

Interview mit einem Unangepassten.

Bilder: Mauritius Images, getty images, julie glassberg, corbis, tomislav moze/red bull content pool

46 Bond-Girl mit Biss

Olga Kurylenko erobert Hollywood.

48 Das Computer-Hirn

88 Interview: Talib Kweli

Der Hip-Hop-Gelehrte aus New York über sein neues Album und die InternetRevolution im Musikgeschäft.

Die digitale Stadt der Zukunft.

56

56 Bridge Day Festival

Action: Freifall-Festival

64 Unter Haien

450 BASE-Jumper, eine Brücke, sechs Stunden Zeit: Beim Bridge Day treffen blutige Anfänger auf eiskalte Profis.

Wo BASE-Jumper Woodstock feiern. Extrem-Charity mit Katherine Sparkes.

68 Todesberg K2

Regisseur Nick Ryans riskanter Trip.

70 Stiefel statt Drogen Mexikos Tanz aus der Hölle.

More Body & Mind

82 Reise: BESSER BADEN

Das größte, das höchste, das kälteste: sechs Schwimmbecken der Super­ lative im globalen Vergleich. the red bulletin

86 Training: Karim Darwish

Flinke Beine und „Killer“-Workout: Der ägyptische Squash-Großmeister erklärt seinen Trainingsplan.

82 REisetipp  Spektakuläre Pools 84 g et the gear  Spider-Mans Stuntman 86 training  Squash mit Karim Darwish 88 n ightlife  Die Macht der Nacht 92 save the date  Nationale Top-Events 94 Cartoon  Kainraths spitze Feder 96 F ernsehen  Red Bulls TV-Fenster 98 kolumne  Ankowitschs Welt 98 impressum 7


D u bai , Ve r e i n i gte Ar ab i s c h e E m i r ate

Höhentraining Dass seine Heli-Plattform am Superlativ-Hotel Burj Al Arab einmal als Motocross-Spielplatz herhalten muss, hätte sich der britische Architekt Tom Wright gewiss nie gedacht. Dem Spanier Dany Torres war das allerdings egal. Beim luftigen Warm-up für den Red Bull X-Fighters-Stopp in Dubai musste er lediglich den Bremsweg beachten: Die Plattform liegt 210 Meter über dem Persischen Golf. Alle Tourstopps: www.redbullxfighters.com Bild: Balazs Gardi/Red Bull Content Pool

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Pu r mamarc a , Arg e nti n i e n

Zielgerade

Der Auftrag eines Show-Run-Piloten: Formel-1-Atmosphäre an ungewöhnliche Orte exportieren. Etwa auf die staubige Hauptstraße des Indianerdorfes Purmamarca in der argentinischen Provinz Jujuy. Der Mann im Cockpit: Neel Jani aus der Schweiz. Sein Bolide: ein 800 PS starker RB7. Janis Resümee der Testfahrt: „Ich konnte nicht volles Tempo gehen – wir fuhren schließlich durch ein Dorf. Und dann brach da noch ein Gewitter los, und die Sache wurde richtig spannend.“ Neel Janis Fahrtenbuch: www.neel-jani.com Bild: Gustavo Cherro/Red Bull Content Pool

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Al-Ai n , Ve r e i n i gte Ar ab i s c h e E m i r ate

Wüstenwelle Die Oasenstadt Al Ain liegt eine Autostunde land­ einwärts an der Grenze zwischen Abu Dhabi, das zu den Ver­einigten Arabischen Emiraten zählt, und dem Sultanat Oman – und ist dennoch ein Hotspot für Surfer. Die Wellen rollen jedoch auf Knopfdruck heran: Bis zu drei Meter hoch türmen sich die künstlichen Brecher dann im ­Becken des Wadi-Adventure-Parks. Australiens Surf-Ass Sally Fitzgibbons hat diesen Wüstenpool bereits ­getestet und war hingerissen: „Es ist wie Wellenreiten auf dem Mars.“ www.wadiadventure.ae Bild: Trent Mitchell/Red Bull Content Pool

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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen

Venedig in Farbe Ab 1. Juni präsentieren sich 150 Künstler aus 37 Ländern bei der Biennale di Venezia, dem wichtigsten Kunstfestival der Welt. Hier die vier größten Talente, auf deren Werke Sie ein Auge haben sollten.

1. Sarah Sze Sze kreiert aus Alltagsgegenständen wie Strohhalmen und Post-its raumgreifende Installationen.

2. Tavares Strachan In einer 360-Grad-Videoinstalla­ tion enthüllt er, wer wirklich der erste Mensch am Nordpol war.

Gut Holz Die Möbel des Neo-BarockDesigners Ferruccio Laviani sehen aus, als sei der Video­ rekorder stecken geblieben. Eine Barockkommode aus dunklem Holz, mit edlen Goldornamenten – und einem großen Loch in Pink. Für den Italiener Ferruccio Laviani ist Möbeldesign dann spannend, wenn Tradition auf Moderne trifft. Oder besser: wenn zwei Kunstepochen ohne Airbag aufeinanderprallen. „Ich fühle mich wie der rebellische Sohn aus gutem Elternhaus, der die Erbstücke seiner Oma in ein besetztes Haus bringt und etwas Neues da­raus macht“, sagt der 52-Jährige. Dieser Ansatz spiegelte sich in seiner letztjährigen Kollektion „F* The Classics“ wider, aus der die erwähnte Kommode stammt. Mit seinem aktuellen Projekt „Good Vibrations“ geht er noch einen Schritt weiter: Lavianis handgearbeiteter Eichenschrank für das italienische Möbelhaus Fratelli Boffi (rechts) sieht aus, als wäre das Band im Videorekorder hängen geblieben. Eine Herausforderung fürs Gehirn. „Mir gefiel die Idee, ein Möbelstück in der Wohnung zu haben, das aussieht, als sei es eine Bildstörung“, sagt er. „Ein Kasten, der dir einen Schlag versetzt, wenn du daran vorbeigehst.“

Möbel fürs digitale Zeitalter: Lavianis neuer Holzschrank

www.laviani.com 3. Joana Vasconcelos Die Portugiesin baut meterhohe Kerzenständer aus Sektflaschen und Ungeheuer aus Stoffresten.

4. Akram Zaatari Der geheime Biennale-Star zeigt die Schattenseiten der Nachkriegsgesellschaft im Libanon.

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Bilder des MOnats

Moment  mal!

Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach per Mail an: phototicker@redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.

New York

BMX-Biker Edwin DeLaRosa cruist – wohl auch dank einer kleinen Stärkung – elegant durch die Straßen des Big Apple. Stan Evans the red bulletin


Nach­ gehört

3 Platten, die heute noch so frisch klingen wie damals.

2,03 Meter groß, stark beim Block: Sebastian Fuchs (re.) ist der neue Partner von Julius Brink.

Four Tet: „Rounds“ (2003) Dieses zarte Elek­ tronik-Meisterwerk von Four Tet klingt, als würde ein Spiel­ zeug-Orchester Jazz-Rock spielen.

Bilder: ferruccio laviani, Guardian News & Media ltd., tavares Strachan, getty images, picturedesk.com, imago (2), tim lüdin/red bull content pool (2)

Die Wahl des ­Olympiasiegers Nach Jonas Reckermanns Rücktritt suchte der deut­ sche BeachvolleyballOlympiasieger Julius Brink einen neuen Part­ ner. Seine Wahl (für die Sebastian Fuchs Spiele in Rio 2016): Se­ bastian Fuchs, 26, 2,03 Meter groß, l­ ange Arme, sprungkräftig, top athletisch. „Das ist natürlich eine große Motivation, mit dem besten Abwehrspieler der letzten vier Jahre ein Team zu bilden“, freut sich der Ex-Hallenvolleyballer Fuchs auf seine Chance. „Julius ist ein äußerst professio­ neller Sportler, der bei jedem Training oder Ballwechsel hundert Prozent gibt – ein Vorbild in Sachen Einstellung.“ Und was schätzt Fuchs am Weltmeister von 2009 am meisten? „Ich habe Julius als sehr hilfs­ bereiten, lebensfrohen Menschen kennen­ gelernt, dem Zusammenhalt extrem wich­ tig ist … davon profitiere ich nun täglich.“ www.fivb.org

PJ harvey: „Rid of Me“ (1993) Eine Platte wie ein Wutschrei: Mit „Rid of Me“ spielte sich die damals 23-jäh­ rige Harvey in den Rock-Olymp.

Im Visier Sie gilt als Europas talentierteste Rennfahrerin: Beitske Visser (18) über Vorbild Sebastian Vettel und Gegner Ralf Schumacher. red bulletin: Du warst 2012 in der Nachwuchs­ serie ADAC Formel Masters Gesamt-Achte, hast sogar ein Rennen gewonnen – als Rookie und einzige Frau im Fahrerfeld. Dieses Jahr zählt der Sieg, oder? beitske visser: Klar. Das ist auch realistisch, weil ich mich mittlerweile gut auf die ­schnelleren Formel-Renn­ wagen eingestellt habe. Was kommt danach? Irgendwann der Formel-1-WMTitel. Das ist mein Wunsch. Da wird Sebastian Vettel aber was dagegen haben. Mein Vorbild! Gegen ihn zu fahren wäre ein Traum. Wir sind ja auch „Teamkollegen“. Ich bin Mitglied des Red Bull Junior Teams, wie er es war.

Im Moment gilt NASCARStar Danica Patrick als schnellste Frau der Welt. Blickst du zu ihr auf? Klar, aber ich will natürlich besser werden als sie (lacht). Einen bekannten Racer hast du schon ins Schwitzen gebracht: Ralf Schumacher. Wie kam es dazu? Bei einem Kartrennen in Kempen (Nordrhein-Westfalen; Anm.). Ich war lange Erste, er Zweiter. In der letzten Runde drängte er mich raus – und bekam zehn Sekunden Zeitstrafe. Er war wütend und protestierte, die Strafe wurde zurückgenommen, aber es machte Spaß, seinen Ärger zu sehen, dass ein junges Mädchen schneller war als er (lacht). www.redbulljuniorteam.com

TALKING HEADS: „SPEAKING IN TONGUES“ (1983) Das erfolgreichste und beste Album von David Byrnes legendären Kunst­schul-Punks.

Beitske Visser träumt vom Formel-1-Titel.

DAS GEWINNERBILD

Nogaro

Sébastien Loeb startete in Frankreich mit einer Qualifying-Bestzeit in die FIA GT Series-Saison. François Flamand the red bulletin

Colombo Gruppenbild mit Trophäe: die sechs Teamkapitäne beim Red Bull Campus Cricket World-Finale auf Sri Lanka. Dimitri Crusz

Pretoria

Beim Red Bull Beat Battle-Qualifier in Südafrikas Kapitale waren mitunter mehr Arme als Menschen dazu zu sehen. Mpumelelo Macu

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Bullevard

Mein Körper und ich

Derek Wedge

Rastalocken, Narben, brennende Oberschenkel. Ein Blick auf den Körper des Ice Cross DownhillWeltmeisters. www.redbullcrashedice.com

Haare: zu Lang

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Meine Haare sind mein ­Markenzeichen. Seit fünfzehn Jahren lasse ich sie wachsen, seit zehn habe ich Dreads. Für Ice Cross Downhill leider unpraktisch. In den obligaten Rennhelm musste ich hinten erst einmal ein Zopf-Loch schneiden.

Spätfolgen: akut

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Als Vierjähriger wurde ich von einem Auto angefahren und brach mir ein Bein. Es wuchs danach langsamer als das andere. Die Spät­ folgen bekam ich mit 24 zu spüren: Bandscheiben­ vorfall. Am Eis tat mir zuletzt jeder Sprung weh. Nun ist intensives Rückenmuskeltraining angesagt.

1  Schmerzen: 100 Pro

2  Fokus: Speed

Ich wiege 69 Kilo und habe 100-Kilo-Koloss Kyle Croxall als Ice Cross Downhill World Champion abgelöst. Masse ist in unserem Sport nicht alles. Croxall räumt die ­Gegner aus dem Weg, ich setze auf Speed. Mein Plus: ­kräftige Beinmuskeln und relativ leichter Oberkörper.

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NArben: JA

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Beim Ice Cross Downhill kam ich bisher mit blauen Flecken und Abschürfungen davon. Andenken am Körper habe ich von anderen Dis­ ziplinen: Die Narben an ­Ellbogen und Knie etwa stammen vom Skaten. Das Hüft-Tattoo beinhaltet die ­Initialen meiner Mutter.

the red bulletin

Credit: text: arkadiusz piatek. bild: Thomas Stöckli

Mit 60 km/h auf Schlittschuhen durch den Eis­kanal zu rasen – da sind harte Crashes unvermeidlich. Auch wenn du nicht stürzt, sind Schmerzen garantiert: Nach jedem Lauf brennen deine Oberschenkel vor ­Anstrengung minutenlang.


happy day Zitronenspritzer naturtrüb.

Der fruchtig natürliche Durstlöscher mit viel echtem Saft aus vollreifen Zitronen.

RAUCH. Frucht, Familie & Natur. Seit 1919.

www.rauch.cc

Frisch aus dem Rauch-Tal:


Bullevard

Opulenz und Extravaganz im Wiener Rathaus

1001 Nachtschwärmer Die Vernissage von Red Bull Curates fand am 21. März in der Kunsthalle Wien statt.

Kühle Kunstwerke Im März verpassten heimische Künstler zehn Red Bull Canvas-Kühlschränken einen neuen Look. Darunter Newcomer wie Iv Toshain oder das Designstudio ­Valence genauso wie renommierte KünstDieses Kunstwerk ler von Eva Schlegl ist im Kunsthallencafé über Alex Wiederin in Wien im Einsatz. bis Gregor Eichinger. Das Duo Jana & JS kreierte eine verschachtelte Stadt, die sich um den Cooler schlingt, Clemens Wolf funktionierte seinen Kühler in einen goldenen Tresor um. Nach der Ausstellung in der Kunsthalle Wien wandern die Werke nun an ihr natürliches Habitat – an die Bars der besten Lokale und Clubs der Stadt. Mehr Infos unter: www.redbull.at

red bulletin: Das heurige LifeBall-Thema lautet „1001 Nacht“. Was fasziniert Sie daran? gery keszler: Als Kind verschlang ich die Geschichtensammlung. Dieser Zauber, die Erzählungen in den ­Erzählungen. Dass die ­Märchen nicht nur lustig oder traurig sind – sondern vor allem auch erotisch –, das verstand ich erst später. Wie erleben Sie die Ballnacht? Die gesamte Nacht ist für mich eine Hochschaubahn der Gefühle, mein Team und ich stehen unter Hochspannung. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hochrangige Repräsentanten wie Bill Clinton oder Michel Sidibé von UNAIDS in Wien begrüßen dürfen. Wir tragen eine große Verantwortung, das macht auch beim mittlerweile 21. Life Ball noch ab und zu nervös.

Gibt es einen Traumgast, den Sie ­gerne einmal am Ball begrüßen ­würden – oder begrüßt hätten? Dame Elizabeth Taylor. Sie war nicht nur eine wunderbare Schauspielerin, sie war vor ­allem eine Vorreiterin im Kampf gegen HIV/Aids sowie gegen die Diskriminierung von Homosexuellen. Haben Sie Styling-Tipps? Mit dem Thema kann man dieses Jahr aus dem Vollen schöpfen, was Opulenz und Extravaganz betrifft. Man sollte aber nicht vergessen, dass in „1001 Nacht“ der Körper auch ein Spiegelbild der Seele ist. Daher macht einmal mehr nicht pure Provokation, sondern Raffinesse und Liebe zum Detail den Life-Ball-Style zu einem würdigen Statement. 21. Life Ball: 25. Mai, Rathaus, Wien www.lifeball.org

Bilder: trottoir media/philipp schuster (3), picturedesk.com, getty images

Die bunteste Ballnacht des Jahres: Life-Ball-Chef Gery Keszler über Elizabeth Taylor und das passende Outfit.

Wollten Sie nicht schon immer einmal wissen, wo man am besten Ruhe und Kraft tankt? Mikulov

stories.czechtourism.com


Die Sieger des Monats

Diese Athleten gewannen doppelt, hauchdünn oder aus beinah aussichtsloser Position.

Bilder: getty images, heiko wilhelm, nffu.org, cudby s./KtM images. illustration: dietmar Kainrath

Nachdem Carissa Moore bereits in Margaret River triumphiert hatte, ließ die 20-jährige Surferin aus Hawaii beim Rip Curl Pro am Bells Beach einen weiteren Sieg in Aus­ tralien folgen.

Boulder-Kletterer Kilian Fischhuber (AUT) bewies mit der Goldmedaille bei den Military Games seine gute Form. Eine Woche später feierte er in Millau (FRA) den 19. Weltcupsieg.

Olga Kharlan (UKR) setzte sich in einem spannenden Finale des Säbel-Weltcups in Antalya gegen die zweifache Olympiasiegerin Mariel Zagunis (USA) mit 15:14 durch.

Unmittelbar nach dem Start des Indianapolis 250 Supercross war Marvin Musquin an letzter Stelle gelegen. Nach dramatischer Aufholjagd siegte der Franzose doch noch.

the red bulletin


Einst und jetzt

Motorroller

Kumpel für Stadt und Land, treuer Lastesel, Gefährte für die kleinen Fluchten: Kraftvolle Scooter waren stets eine pfiffige Motorrad-Alternative.

Rahmen

Rumi hatte sich als Zulieferer der Flugzeugindustrie Knowhow in puncto Aluminium­ verarbeitung erworben. Man baute Alu-DruckgussRahmen, wo andere noch jahrzehntelang schnöde ­Bleche oder Rohre ver­ schweißen sollten.

Front

Zehn Zoll kleine Räder machen die Rumi wendig. Hightech anno 1954: Der Schein­werfer ist per Seilzug mit der Gabel verbunden, das „Ameiserl“ leuchtet beim Lenken in die Kurve hinein.

Motor

Zweizylinder-Zweitakter mit Doppel-Fallstromvergaser: Das war Musik in den Ohren damaliger Rollerfahrer. 6,5 PS machten den kleinen Motorradschreck gut und gern 100 km/h schnell.

1954 Rumi Formichino 125 Der italienische Hersteller Rumi war in Bergamo beheimatet und begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Bau von Motorrollern und -rädern, um das Land wieder mobil zu machen. Als Höhepunkt der Rollerkunst gilt der stilistisch und technisch spektakuläre „Formichino“, zu Deutsch: kleine Ameise. 1962 ging das Licht aus und Firmengründer Donnino Rumi fortan seiner eigentlichen Berufung als Bildhauer und Künstler nach.

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Schlichte Eleganz der einzigen Armatur und ein Tank, der zugleich den einzigen Scheinwerfer hält. motorradmuseum.at

the red bulletin


Bullevard

Komfort

Ein verstellbares Windschild, Stauraum unter dem Sitz und ABS machen Trips mit dem BMW C 600 Sport bequem. Gegen Aufpreis gibt’s Luxus: Topcase, Sitz- und Griffheizung, Navi und Reifendruck­ kontrolle.

Fahrwerk

BMW kombiniert einen Alu-Druckguss-Rahmen mit Stahl; das 15-ZollHinterrad wird von einer Einarmschwinge gehalten. Scheiben­ bremsen mit ABS ankern verlässlich.

Antrieb

2 Zylinder, 4 Takte, 8 Ventile, Automatikgetriebe, elektro­ nische Benzineinspritzung, ­Katalysator: Der leise Motor des BMW leistet 60 PS und beschleunigt bis 175 km/h.

text:werner jessner  bilder: kurt keinrath

2013 BMW C 600 Sport Maxi-Scooter vereinen die Autobahntauglichkeit eines Motorrads mit dem Wetterschutz und der Praktikabilität eines Rollers. Sie sind häufig in den Speckgürteln rund um Ballungszentren anzutreffen, haben aber gleichzeitig das Potential, gestandene Motorradfahrer auf kur­vigen Landstraßen mehr als nur zu ärgern. Der C 600 Sport von BMW ist fast zehnmal so stark wie der Rumi, mehr als doppelt so schwer und gut eineinhalbmal so groß.

the red bulletin

Behagliche neue Welt: Das digitale Cockpit mit Bordcomputer ist gut geschützt. bmw-motorrad.at

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Bullevard

Meine Welt

Bradley Cooper

Selten war ein Hangover einer Karriere so förderlich wie jener von Bradley Cooper: In gerade vier Jahren schaffte er es vom Nobody in die Hollywood-Elite.

Oscar-reif

Coopers brillanter Verkörperung eines tablettensüchtigen Autors in „Ohne Limit“ (2011) folgte „Silver Linings“ (2013, Oscar-Nominierung). Es blieb wegen Daniel DayLewis’ genialer „Lincoln“-Darstellung bei der Nominierung, was das Lob von „No Limits“Kollege Robert De Niro nicht schmälert: „Er ist wirklich gut und wird immer besser.“

Vernarbt

Bradley Charles Cooper ­wurde am 5. Jänner 1975 in Philadelphia geboren. ­Jugendliche Alkoholexzesse, Drogenprobleme und Prügeleien hinterließen Narben an Leib und Seele. „Ich schämte mich für so viele Dinge“, gestand er dem „Hollywood Reporter“.

Verletzlich

Wer den „Sexiest Man Alive“ 2011 für ein allzu selbst­ bewusstes Alphatier hält, liegt grundfalsch. „Bradley ist e­ xtrem verletzlich“, verriet „Hangover“-Regisseur Todd Phillips. „Da ist eine ­innere Wärme, die man ihm nicht zutrauen würde.“

Geschult

Cooper, der dank eines Auslandssemesters in Aix-enProvence übrigens fließend Französisch spricht, war 2011 der erste Absolvent der berühmten New Yorker Actors Studio Drama School, der als Gast in die Fernsehshow „Inside the Actors Studio“ geladen war.

Verliebt

Verkatert

2005 spielte Cooper in „Die Hochzeits-Crasher“ einen ­gehörnten Verlobten. 2009 reiste er mit Ed Helms, Zach Galifianakis (& Justin Bartha) nach Las Vegas: „Hangover“ katapultierte „Coop“ end­ gültig in die Mimen-Topliga.

Verhandelt

Die ersten zwei „Hangover“Filme spielten rund eine Milliarde Dollar ein. Ende Mai kommt das Finale der ChaosTrilogie in die Kinos. Nach ­zähen Gagenverhandlungen freuen sich Cooper und seine kongenialen Kumpane Helms und Galifianakis über je 15 Millionen Dollar Gage.

www.facebook.com/thehangover

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the red bulletin

text: paul wilson. illustration: lie-ins and tigers

Geküsst

Am Beginn seiner Schauspielkarriere wurde Cooper in „Sex and the City“ von Carrie geküsst … und abserviert. Später präsentierte er ein TV-Reisemagazin (u. a. von ­einem kroatischen NudistenStrand). Seine erste nennens­ werte Rolle bekam Bradley in der US-Fernsehserie „Alias“.

Mit zwölf sah Cooper „Der Elefantenmensch“: „Der Film ging mir nicht aus dem Kopf, ich musste dauernd weinen.“ 2012 spielte er die Rolle auf der Bühne, 2013 will er damit sogar am Broadway auf­ treten. Außerdem arbeitet er ­aktuell an einem Skript der ­Sci-Fi-Novelle „Hyperion“.


Bullevard

„Um Adrenalin geht’s“

Bilder: Tom Bause

Die Tirolerin Christina Schafranek sitzt seit 2007 im Rollstuhl. 2013 fährt sie wieder Downhill-Rennen. the red bulletin: Seit einem Fahrradsturz bist du gelähmt. War­ um bist du wieder aufgestiegen? Christina Schafranek: Leidenschaft lässt sich nicht aufhalten. Einmal Biker, immer Biker. Mein Freund Thom war Koch und Radkurier und hat sich CAD-Konstruktion, Schweißen und Fräsen selbst bei­ gebracht, um mir ein Downhill-Quad zu bauen. Hältst du Downhill für eine gefährliche Sportart? Sicher gefährlicher als beispielsweise Yoga. Bei Action-Sportarten gilt schon ein bisschen das Motto: No risk, no fun. Es geht um Adrenalin. Hast du jemals daran gedacht, das Biken aufzugeben? Ja, zirka einen halben Tag lang in der Reha. Dann war der Drang, wieder

auf die Trails zu kommen, zu stark. Ein perfekter Tag am Bike … Sommer, Sonne, ein staubiger Trail, Thom und Hund einpacken, und los geht’s. Danach ein kühles Bier, chillige Musik und das gute Gefühl nachwirken lassen. Wie fühlt sich dein Körper nach so einem Downhill-Tag an? Sehr angenehm, sozusagen im Flow. Dann spür ich nicht mal mehr meine Rückenschmerzen, die ich seit dem Unfall chronisch habe. Was diktiert deine Limits? Enge und Steilheit des Geländes. Mein Quad ist einen Meter breit und hat einen kurzen Radstand, da wird’s bei sehr hohen Stufen und Spitzkehren brenzlig bis unfahrbar. www.wingsforlife.com

Christina Schafranek: auf der Innsbrucker Nordkette für das Team von Wings for Life unterwegs

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US-Skateboard-Profi Torey Pudwill: „Der Kickflip? Noch immer mein Lieblingstrick.“


Bullevard

FormelSammlung

Ein Brett dreht durch

bild: Atiba Jefferson/Red Bull Content Pool. Illustration: Mandy Fischer

Der „Kickflip“ ist der Klassiker der SkateboardTrickschule. Unser Physiker* lüftet sein Geheimnis.

So dreht man ihn: Wer mit dem Skateboard abheben will, muss dessen Hebeleigen­ schaften nutzen. Durch Gewichtsverlagerung auf den hinteren Fuß wird das Brett über die Hinterachse gekippt (Abb. 1 und 2). Weil der vordere Hebel viel länger ist, bewegt sich der Körper­ schwerpunkt (KSP) des Boards, der etwa in der Mitte liegt, wesent­ lich schneller in die Höhe. Berührt die „Tail“ (das hintere BoardEnde) den Boden, hört diese Bewegung aber nicht auf. Aufgrund der Trägheit schnellt das Board nach oben und hebt ab – etwa so, als schlüge man auf die Zinken einer Gabel. Das Board rotiert nun um die Tiefenachse gegen den Uhr­ zeigersinn. Aber wie bringt man es dazu, sich auch um die Längs­ achse zu drehen? Der Drehimpuls L eines isolierten Systems (zum Beispiel des Skateboards) ist konstant. Anders gesagt: Das Brett kann sich nicht von selbst um die Längsachse zu drehen ­beginnen. Man muss es durch ein Drehmoment M, also eine Kraft, die abseits vom KSP wirkt, in Drehung versetzen. Es gilt dann M = ∆L/∆t. Der Skater schafft das, indem er den vorderen Fuß von uns aus gesehen nach rechts hinten über die „Nose“ (das vordere Board-Ende) zieht. Dadurch beginnt sich das Brett ers­ tens im Uhrzeigersinn um die Tiefenachse und zweitens um ­seine Längsachse zu drehen (Abb. 2 bis 5). Nun fliegen Skater und Board isoliert durch die Luft, bis sich Letzteres einmal um seine Längsachse gedreht hat. In dieser Flugphase nutzt man wieder die Trägheit aus. Die Horizontal­ geschwindigkeit von Skater und Board bleibt während des freien Flugs erhalten, weil der Luftwiderstand zu vernachlässigen ist. Am Ende des Tricks – zeitlich knapp nach Abb. 4 – berührt der Skater mit dem Hinterfuß das Board, stoppt es (erzeugt also wie­ der ein Drehmoment) und steigt drauf. Voilà! In Zahlen heißt das: Die Längsdrehung des Boards dauert etwa 0,2 s (von Abb. 2 bis kurz nach Abb. 4). Es muss daher mit beachtlichen 5 U/s oder 300 U/min rotieren! Gleichzeitig dreht sich das Board in ­dieser Zeit 90° im Uhrzeigersinn um die Tiefen­ achse. Weil der Skater am höchsten Punkt der Flugbahn wieder „aufsteigt“, kann man die Flughöhe des Skateboard-KSP mit h = (g/2)t² = 0,2 m abschätzen. Dazu ist eine vertikale „Abkick­ geschwindigkeit“ von v = √ 2gh  = 2 m/s nötig. Kickt man lang­ samer, muss sich das Board noch schneller drehen. Die Heraus­ forderung: zwei schnelle Teilbewegungen rasch zu koordinieren. So steht man ihn: „Ein durchschnittlich begabter Skater muss etwa ein Jahr üben, bis er den Kickflip beherrscht“, sagt US-Pro-Skater Torey Pudwill (links im Bild). Und der 22-jährige „T-Puds“ hat folgenden Tipp: „Trainiert den Trick zuerst auf Gras. Dort kann man ihn sicher landen und schrittweise Selbstvertrauen aufbauen.“ Das Video zur Formel: www.youtube.com – „Torey Pudwill Kickflip“ eingeben * Mag. DDr. Martin Apolin, 48, Physiker und Sportwissenschaftler, arbeitet als AHSLehrer und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor.

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Bullevard

Zahlen des Monats

Für die Ewigkeit Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden? Hier ein paar Beweise, dass das nicht ganz so stimmt.

2857

Michael Phelps

Wilt ­Chamberlain

Der beste Eishockeyspieler aller Zeiten? Natürlich ein Kanadier. Wayne „The Great One“ Gretzky sammelte in seiner aktiven Laufbahn (1979–1999) 61 NHL-Rekorde. Nicht alle haben bis heute Bestand, unerreichbar bleiben aber wohl die 2857 KarrierePunkte (Tore und Assists). Auf Platz zwei der ewigen Liste folgt Mark Messier … mit 1887.

Eine Olympia-Goldmedaille ist der Traum jedes Sportlers. Ausnahmeathleten wie Larissa Latynina (Turnen), Mark Spitz (Schwimmen) oder Carl Lewis (Leichtathletik) schafften neun. US-Schwimmstar Michael Phelps beendete nach den Spielen 2012 seine Karriere mit 18 Goldenen. Insgesamt räumte „The American Bullet“ 71-mal Edelmetall bei Olympia, WM und Pan-PacificMeisterschaften ab. Jack Burke

100

„Wie ein Rolls-Royce in einem Feld von VWs“, sagte Rennbahn-­ Manager Chick Lang über das schnellste Rennpferd der Geschichte. Der Hengst Secretariat, ein Englisches Vollblut, demütigte 1973 beim Belmont Stakes auf Long Island mit einer Siegerzeit von 2:24:00 Minuten die Konkurrenz mit 31 Längen Vorsprung. Kein anderes Pferd lief die 1½ Meilen je unter 2:26 Minuten.

Das Football-Spiel Georgia Tech gegen Cumberland

111

Am 6. April 1893 traten Andy ­Bowen und Jack Burke in New Orleans’ „Olympic Club“ gegen­ einander an. Nach 7:19 Stunden (damals gab es noch keine festgesetzte ­Rundenanzahl) stand noch kein Sieger fest. Die mittlerweile mit gebrochenen Hand­ knöcheln b ­ oxenden Prügelknaben blieben beim Gong zu Runde 111 einfach in ihren Ecken sitzen. Um 4:43 Uhr befand der Ringrichter: „no contest“… ohne Wertung.

26

Am 2. März 1962 erzielte Basketball-Superstar Wilt Chamberlain mit den Philadelphia Warriors im Spiel gegen die New York Knicks 100 Punkte. (Nur ein einziger anderer Spieler – Kobe Bryant von den L. A. Lakers – übertraf seither mit 81 auch nur die 75-PunkteMarke.) In jener Saison brachte es der berüchtigte Womanizer „Wilt the Stilt“ auf unerreichte 4029 Saison-Punkte.

222

Secretariat

Wayne Gretzky

Am 7. Oktober 1916 trafen die College-Teams von Georgia Tech und Cumberland aufeinander. Cumberland hatte kurz zuvor sein Football-Programm ein­gestellt. Um einer Strafe wegen Nicht-­ Antretens zu entgehen, wurde eine 14-köpfige Mannschaft aus ­Studenten zusammengewürfelt. Die Folge: 222:0, das schlimmste ­Debakel der Football-Historie. the red bulletin

text: ulrich corazza. Bilder: getty images (3), picturedesk.com (3)

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DER NEUE JAGUAR F�TYPE.

YOUR TURN. Jede Generation hat ihre Ikonen. Aber nur wenige davon werden zu Legenden. Jetzt liegt es an Ihnen, die automobile Legende Ihrer Generation zu erleben: den neuen Jaguar F-TYPE. Entdecken Sie die Wiedergeburt des Jaguar Zweisitzers und die Fortschreibung der ruhmreichen Ahnenreihe. Ab 25. Mai bei Ihrem Jaguar Partner.

JAGUAR.AT

Jaguar F-TYPE: Kraftstoffverbrauch in l/100 km: 12,6–15,9 (innerorts); 6,9–8,3 (außerorts); 9,0–11,1 (komb.); CO2-Emission in g/km: 209–259. Abbildung zeigt Symbolfoto.


Biken, bis die Sonne untergeht: Trips ­zwischen Genuss und Adrenalin

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Die b e st e n BikeTrails der W e lt Atemberaubendes Panorama, endlose ­S ingletrails, exotische Kulturen: wohin fahren, wenn die Hometrails ­l a ngweilig werden, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen? Wir haben acht Traum-Destinationen für das end­ gültige Abenteuer auf zwei Rädern.

Bild: ale di lullo

Text: Werner Jessner


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Kanadische Wildnis Fraser River Kanada

British Columbia ist der Naturspielplatz schlechthin.

„Mein Bike und ich sind auf der ganzen Welt unterwegs, immer auf der Suche nach dem perfekten Spot. Der mächtige Fraser River, Lebensader von WestKanada, liegt quasi in meinem Vorgarten und liefert perfekte Bedingungen. Der Untergrund ist hart genug, um kranke Lines zu shapen, und doch weich genug für eine gute Traktion.“

Anreise British Columbia ist der Naturspielplatz schlechthin. Der Fraser River zieht sich über fast 1400 Kilometer von den Rocky Mountains nach Vancouver. Die Berrecloth-Spots sind nur per Boot erreichbar. Einstiegspunkt ist Williams Lake, sieben Stunden nordöstlich von Vancouver. Kontakt: www.jetboatadventures.com Wohnen Im Zelt am Fluss Beste Zeit Juli bis September Abseits vom Bike Lachsfischen mit anschließendem Barbecue in Gesellschaft von Adlern, Dickhornschafen und Bären.

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Bilder: John Gibson/Red Bull Content Pool, Mattias Fredriksson (2), Crispin Cannon/Red Bull Content Pool, Credit: Ian Hylands/Red Bull Content Pool, Crispin Cannon/Red Bull Content Pool, Ian Hylands/Red Bull Content Pool

Local Guide Darren Berrecloth Freeride-Legende


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De r K lassi k e r Wh istle r K a na da

„Whistler hat MTB-­ Geschichte geschrieben. Hier wurde erstmals ein Skiresort im Sommer zum MTB-Resort um­ gemodelt. Man hat auch mehr Zeit und Liebe in die Trails investiert als anderswo. Die ganze Stadt lebt und atmet Mountainbike. Jeder ­Biker sollte zumindest einmal im Leben in Whistler gewesen sein.“

Local Guide Brandon Semenuk Gesamtsieger der Freeride Mountainbike World Tour 2012

Im Sommer gibt es In Whistler kein Leben abseits des Bikes.

Anreise Knapp zwei Autostunden von Vancouver entfernt. Wohnen Von Hotel bis Apartment: Whistler ist für jedes Budget und jede Gruppengröße ­bestens gewappnet. kosten Tagespässe ab 56 CAD (ca. 42 €) Beste Zeit Juni bis September Abseits vom Bike Es gibt kein Leben abseits des Bikes. Im Sommer dreht sich hier alles um den schönsten Sport der Welt. Trotzdem gut: im Zentrum bei Bier und Burger Menschen beobachten. bike.whistlerblackcomb.com


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E ndlos e r Gri p Big Wate r U ta h, USA

Local Guide Darren Berrecloth Freeride-Legende

„Nach dieser Destination für ‚Where the Trail Ends‘ habe ich drei Wochen lang gesucht. Das Terrain aus Bentonit ist in alle Richtungen fahrbar, und landschaftlich gehört Utah zu den schönsten Spots der Welt. Selbst wenn ich im feuchten British Columbia groß geworden bin, entdecke ich doch immer mehr die Magie der Wüste.“

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Anreise Flug nach Las Vegas oder Salt Lake City, dann drei bis vier Stunden im Auto. Big Water ist als „recreational area“ gewidmet, also ist Biken hier ausdrücklich erlaubt. Wohnen Big Water ist eine Kleinststadt mit nicht einmal 500 Einwohnern. Wenige Zimmer treffen auf wenige Touristen. Beste Zeit Nahezu das ganze Jahr über Abseits vom Bike Der Grand Canyon ist selbst für den geübtesten Freerider unfahrbar, lohnt aber in jedem Fall den Abstecher (ca. 200 Meilen Richtung Süden).


Bilder: Scott Markewitz/Red Bull Content Pool, Ian Hylands/Red Bull Content Pool

Landschaftlich gehรถrt Utah zu den schรถnsten Flecken der erde.


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Am Fusse des Himalaya Mustang Nepal

„Kranke Downhills, flowige Singletrails und geschmeidige CrossCountry-Strecken vor dem atemberaubenden Panorama des Himalaya. Mein Lieblingstrail führt in die ehemalige Königsstadt von Mustang, Lo Manthang, die von der UNESCO – völlig zu Recht – als ‚einzigartig auf der Welt‘ beschrieben wurde.“

Trails vor dem atem­ beraubenden Panorama des Himalaya

Bilder: Blake Jorgenson/Red Bull Content Pool, Blake Jorgenson/Red Bull Content Pool, Credit: christoph malin, Mads Mathiasen, Georg Grogger

Local Guide Mads Mathiasen Tourguide von himalayan-trails.com

Anreise Mustang liegt im Schatten der Annapurna, der nächste Flughafen heißt Jomsom, Kathmandu der nächst­ größere. Ab hier geht es mit Guides weiter. Wohnen In Tea-Houses, die von Ein­ heimischen betrieben werden. Alternative: Camping. kosten Das Upper Mustang Permit kostet 500 US-Dollar und gilt für 10 Tage. Pro Tag in Nepal sollte man zwischen 100 und 250 USD kalkulieren. Beste Zeit Mitte April bis Ende Juni Abseits vom Bike Näher kommt man den Achttausendern Dhaulagiri und ­Annapurna nicht und damit ­einigen Kapiteln der Geschichte des Höhenbergsteigens.


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Alpine Vielfalt Tirol Österreich

„In Tirol sind die Voraussetzungen zum Biken dank unserer Berge ideal. Bislang ließ die In­frastruktur noch zu wünschen übrig, aber das ändert sich gerade. Nordkette Innsbruck, Steinach am Brenner oder Serfaus vereinen Landschaftserlebnis mit Fahrspaß.“

Local Guide Georgy Grogger Bikepark-Entwickler bei www.trailsolutions.at

Anreise Über die Flughäfen Innsbruck oder München Wohnen Reichhaltiges Angebot infolge einer überdimensionierten Wintertourismus-Infrastruktur kosten Tagestickets für die Bikeparks bewegen sich rund um 30 €. Beste Zeit Altweibersommer (im September): klare Luft, bunte Farben und gut ausgefahrene Trails Abseits vom Bike Die Studentenstadt Innsbruck setzt dem Klischee des jodelnden Lederhosenträgers nahezu italienische Leichtigkeit und Urbanität entgegen.

In Tirol sind die Voraussetzungen zum Biken ideal.

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Glück im Rudel Alpe d’Huez Frankreich

Local Guide René Wildhaber 6facher Mégavalanche-Sieger

„Mégavalanche in Alpe d’Huez ist der größte Downhill-Marathon der Welt, zugänglich für Amateure wie Profis. 2000 Biker fahren vom Gipfel des 3330 Meter hohen Pic Blanc 2500 Höhenmeter bergab. Die schnellen schaffen es in 50 Minuten, die langsamen brauchen ­einen halben Tag.“

Anreise Mit dem Auto über die berühmten 21 Kehren der Tour de France. Nächstgelegener Flughafen: Turin oder Grenoble. Wohnen Im Apartment oder Hotel, das man im Paket mit der Teilnahme am Rennen bucht. kosten Rennen plus Liftticket: 55 €. www.megavalanche.com Beste Zeit Mégavalanche-Woche ist vom 8. bis 14. Juli 2013. Abseits vom Bike Tartiflette. Bergfranzösische Spezialität aus Zwiebeln, Kartoffeln und Speck, kräftig mit Käse überbacken. Sättigt Legionen.

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2500  Höhen­m eter talwärts: intensiver Genuss im zeitraffer für 2000 Rider


Bilder: Stefan Hunziker, Lukas Maeder / Red Bull Content Pool


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Unterm Meer Turpan, ­Wüste Gobi China

Local Guide Jack Ho Tourguide und -organisator

Credit: Bilder: John Wellburn/Red Bull Content Pool, graeme murray/Red Bull Content Pool (2), Jack Ho, Graeme Murray

Ein pitto­ resker Spiel­ platz, wie ­g eschaffen für Downhill

„Die brennenden Berge von Turpan sehen aus, als wären sie fürs Downhillen geschaffen worden, ein pittoresker Spielplatz, wie man in ‚Where the Trail Ends‘ sehen kann: Turpan ist der heißeste Teil Chinas. Bei mehr als 40 Grad Celsius im Sommer ­verlieren selbst hart­ gesottene Rider die Freude am Biken.“

Anreise Peking, Inlandsflug nach Ürümqi, dann ca. drei Stun­ den per Auto nach Turpan Wohnen Im Hotel mit drei, vier oder fünf Sternen. 50 Dollar pro Nacht sind eine realistische Kalkulation. kosten Visa 120 Dollar, Inlandsflug ca. 400 Dollar, Shuttles vor Ort je nach Route, Größe und Personenanzahl. Beste Zeit Im März/April bzw. Oktober sind die Temperaturen am erträglichsten. Abseits vom Bike Turpan liegt an der Seiden­ straße, was den unter­ schiedlichsten Kulturen 2000 Jahre lang Gelegen­ heit gab, ihre Spuren zu hinterlassen.


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Paradies am Ende der Welt Rotorua Neuseeland

Local Guide Brook Macdonald Weltklasse-Downhiller

Die Trails liegen nur wenige Minuten von der Stadt entfernt.

„Rotorua hat einfach alles: endlose XC-Trails und einen großartigen Downhill-Kurs. Zudem liegt beides nur wenige Minuten von der Stadt entfernt und ist ganzjährig befahrbar. Allenfalls Whistler ist besser – vor allem der dortige Downhill. Aber Rotorua ist im Vergleich viel günstiger.“

Anreise Auckland mit seinem inter­ nationalen Flughafen liegt vier Autostunden nördlich. Wohnen Motels, Cottages und Lofts, die auf Biker eingestellt sind, in direkter Nähe. Alternative: Wohnmobil in Auckland mieten. Kosten Bus-Shuttle kostet 10 Neuseeland-Dollar (ca. 6,50 €) Beste Zeit Der Winter der nördlichen ­Hemisphäre ist der Sommer der südlichen. Wir empfehlen den Jänner, wenn es bei uns richtig kalt und ungemütlich ist. www.riderotorua.com Abseits vom Bike Empfiehlt sich Entspannung in Rotoruas Thermalquellen.

Mehr Mountainbike-Action in der Red Bulletin Tablet Edition.

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Mark Wahlberg

Vom

Sünder zum

Heiligen Interview: Rüdiger Sturm Bilder: Dewey Nicks/Trunk Archive

Mark Wahlberg ist ein ruhiger Mensch – in seinen Gesten, in ­seinem Blick, in seinem Tonfall. Der Grund dafür ist an diesem Tag offensichtlich: Schlafmangel in Kombination mit einer Überdosis Interviews. Doch hinter aller ­Müdigkeit werden jene Intensität und Ernsthaftigkeit spürbar, die der 41-Jährige auch auf der Leinwand zeigt. Sei es in BlockbusterKomödien wie „Ted“, klassischen Dramen wie aktuell „Broken City“ oder bei der im August startenden Actionkomödie „Pain & Gain“: 40


Gesetzesbrecher, Musiker, Filmstar, Familienmensch: In Mark Wahlbergs athletischem Körper steckt ein Mensch mit vielen Gesichtern.


Wahlberg mag auf den ersten Blick brav wirken, doch schon nach wenigen Sätzen bricht jene Bestimmtheit durch, die seine erstaunliche Filmkarriere erklärt. Diese Kraft stammt nicht aus Wahlbergs Erfahrungen im Showbusiness und nicht aus den Tagen, als er als Rapper Marky Mark mit der Band Funky Bunch in den USA die Nummer 1 der B ­ illboard Hot 100 war: Der vierfache Vater hatte weit härtere Schlachten zu überstehen. the red bulletin: Es gab eine Zeit, da war Mark Wahlberg ein schlimmer ­Junge – ist das korrekt beschrieben? mark wahlberg: Sagen wir, ich war eine Zeitlang ein Kleinkrimineller, aber ich hatte das Glück, wieder eine saubere Weste zu bekommen – im Gegensatz zu meinen Freunden von damals, die ent­ weder tot sind oder im Gefängnis. Sie saßen sogar 45 Tage einer Zwei­ jahresstrafe wegen Körperverletzung ab. Wie wird aus einem Knastbruder ein Hollywoodstar? Manchmal frage ich mich das selber. Ich hatte einfach den Drang und die Sehn­ sucht, mein Leben umzukrempeln. Ich habe mich total reingehängt, um etwas Positives zu erreichen. Nicht, dass ich je geglaubt hätte, dass ich so eine Reise ­erleben würde. Aber ich habe sehr, sehr hart gearbeitet. Wenn du aus dem Nichts kommst, inspiriert dich das, loszulegen und etwas auf die Beine zu stellen. Ist leichter gesagt als getan … Klar, denn als ich aus dem Gefängnis ent­ lassen wurde, kehrte ich zurück in meine alte Nachbarschaft. Ich wollte nicht mehr in der Gang sein, aber ich traf diese Typen jeden Tag. Und wenn du nicht für sie bist, bist du gegen sie. Das wurde schwierig. Was ist passiert? Gab es Prügel? Es gab eine ganze Reihe von Auseinander­ setzungen, aber ich wollte mich nicht mehr auf diese Sache einlassen. Jetzt möchte ich andere Kids inspirieren, es mir gleichzutun. Deshalb gründete ich eine Stiftung für Kinder in den Problem­ gegenden in Boston, wo ich aufwuchs. Auf der Leinwand scheinen Sie sich aber immer noch zu dieser Art Leben hingezogen zu fühlen. In Ihren jüngs­ ten Filmen „Broken City“ und „Pain & Gain“ spielen Sie wieder Figuren, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Genießen Sie so etwas? Ja, denn dabei kann ich aus meinem ­eigenen Leben schöpfen. Ich versuche ­immer, Rollen zu finden, mit denen ich mich identifiziere. So nutze ich meine ­Erfahrungen auf positive Weise, und des­ 42

halb kann ich die Gefühle dieser Charak­ tere besser vermitteln, als würde ich auf irgendeine Schauspieltechnik zurück­ greifen. Sehe ich andere Schauspieler in solchen Rollen, denke ich mir manchmal: „Das fühlt sich für mich nicht echt an.“ Sie konfrontieren sich bei der Schau­ spielerei mit Ihren alten Dämonen? Genau. Indem ich spiele, erforsche ich die dunkle Seite meines Selbsts, und aus dem Grund mag ich auch extreme Charaktere. Das Ganze hat etwas Therapeutisches an sich. Am Ende eines Arbeitstages bin ich zufrieden, weil ich meine Aggressionen, Leidenschaften und Emotionen ausgetrie­ ben habe. Ich könnte also behaupten, ich habe meine Dämonen gezähmt. Ist Ihren Kindern bewusst, was ihr Vater einst erlebt hat? Sie sind noch jung – neun, sechs, vier und drei Jahre alt. Ich erzähle ihnen das erst, wenn ich muss. Ich werde bis zur letzt­ möglichen Sekunde damit warten. Aber Sie werden ihnen davon erzählen?

Ich will meine Vergangenheit sicher nicht verschweigen. Aber sie sollen auch nicht den Eindruck bekommen: „Papa hat schlimme Sachen durchgemacht, und am Schluss war es okay. Wir können alles tun, was wir wollen, es wird schon alles gut werden.“ Denn das ist nicht der Fall. Ich kenne keine anderen Erfolgsgeschichten von Leuten, die ein ähnliches Milieu wie meins und solche Entscheidungen, wie ich sie traf, überlebt haben. Keiner von denen hat die Freiheit und den Luxus, ­davon zu erzählen. Ihre Haft scheint also eine positive ­Wirkung auf Sie gehabt zu haben … Allerdings nicht, was mein Verhältnis zu Frauen angeht. Ursprünglich, als ich mich zum ersten Mal verliebte, war ich ein sehr netter Typ, und als ich ins Gefängnis musste, wollte sie nichts mehr mit mir zu tun haben. Sie war nicht bereit, zu warten. Ich möchte ihr heute keine Vorwürfe ­machen, aber damals brach mir das Herz, und ich traf die Entscheidung: Ich werde mich nicht mehr verlieben. Alles andere, aber nicht das. Und so lief es darauf hin­ aus, dass ich vielen Menschen weh tat. Erst als ich meine heutige Frau kennenlernte und wir unsere erste Tochter bekamen, begriff ich: „Oh mein Gott, das hat alles ­einen Sinn.“ Jetzt habe ich vor Frauen den größten Respekt, und den bringe ich auch meinen Jungs bei. Sie sollten nicht den gleichen Pfad einschlagen wie Papa. Die wichtigste Lektion, die Sie Ihren Kindern beibringen? Gott zu lieben und ihm zu dienen. Das ist entscheidend. Daraus folgt alles andere.

„Ich h at t e Glück – im Gegensatz zu meinen Freunden: Di e s i n d entweder tot oder im ­G e f ä n g n i s . “ the red bulletin


www.peugeot.at

DAS UNFASSBARE SIEGERLÄCHELN. Dieses Lächeln hat beim RCZ Online-Voting gewonnen. Wir gratulieren Frau Ingrid Fuchshofer ganz herzlich. Mehr auf www.rcz.at

CO2-Emission: 139 –168 g / km, Gesamtverbr.: 5,3 – 7,3 l /100 km. Symbolfoto.

DER NEUE PEUGEOT RCZ


Auf des Sie sind also gläubig? Ich bin praktizierender Katholik. Jeden Sonntag gehe ich in die Kirche; schließ­ lich habe ich für vieles Buße zu tun. Du musst einen langen Weg gehen, willst du nicht in der Hölle landen. Ich beginne den Tag damit, dass ich mich hinknie und in meinem Gebetsbuch lese. Mein Glaube hat mir geholfen, der Vater und Ehemann zu werden, der ich heute bin. Und all das zu erreichen, was ich erreichen wollte – persönlich und beruflich. Wie reagieren Sie, wenn andere Leute Ihren Glauben nicht ernst nehmen? Jeder hat das Recht auf seine Meinung. Ich werde die meine jedenfalls nicht ­ändern. Ich bin ein recht offener Mensch, aber mein Glaube und meine Über­ zeugungen sind in Stein gemeißelt. Die katholische Kirche steht wegen ihrer starren, altmodischen Haltung jedenfalls ziemlich unter Beschuss. Ich unterschreibe nicht alles, wofür die Kirche steht. Aber ich glaube ja nicht an sie, sondern an den Herrn. Gibt’s noch andere Situationen in Ihrem Leben, wo Ihr Glaube nützlich ist? Wenn ich mit einem Verlust zurechtkom­ men muss oder wenn mir etwas das Herz bricht. Meine Schwester starb am gleichen Tag, an dem meine Tochter geboren wurde. Vor fünf Jahren starb mein Vater – das war sehr schwer für mich, aber dank meines Glaubens konnte ich das Leben und die Erfahrungen, die ich mit ihm teilte, so richtig würdigen. Mein Glaube hilft mir also, das Wichtige zu erkennen. Denken Sie, dass Ihr Vater in irgend­ einer Form weiterexistiert? Oh mein Gott, ich sehe so viel von ihm in meinem jüngsten Sohn. Wie er sich be­ 44

Messers Schneide Er war des versuchten Mordes angeklagt, kokainsüchtig, Unterwäschemodel, Rapper, Pornostar-Darsteller: Die Biografie von Mark Robert Michael Wahlberg begann am 5. Juni 1971 in Boston, wo das jüngste von neun Geschwistern zunächst als jugendlicher Gewalttäter zugange war. Nach ersten Zusammenstößen mit der Polizei wurde er mit sechzehn nach dem Angriff auf zwei Vietnamesen zu zwei Jahren Haft verurteilt, von denen er 45 Tage absaß. Danach wurde alles besser: Mit der Band Marky Mark and the Funky Bunch stürmte er in den Neunzigern bis an die Spitze der Dance-Charts. Er posierte für eine Calvin-Klein-Kampagne, dann wollte ihn Hollywood. 1997 erlebte er als Pornostar Dirk Diggler in „Boogie Nights“ seinen Durchbruch. Nach Erfolgen wie „Der Sturm“ oder „Three Kings“ wurde er mit „The Departed“ für einen Oscar nominiert. 2012 spielte seine Komödie „Ted“ weltweit rund 550 Millionen Dollar ein. Wer auf Wahlbergs Spuren wandeln will: Für 14 Millionen Dollar ist die Luxusvilla des Boston-Celtics-Fans zu haben, samt 230-m²-Fitnessstudio und Basketballfeld im Celtics-Stil.

wegt, wie er spricht, wie er griesgrämig ist. Mein Sohn hat eine richtige AlterMann-Sache laufen. Es ist unglaublich! Als frommer Christ sind Sie sicher mit dem Prinzip, auch die andere Wange hinzuhalten, vertraut. Was halten Sie als ehemaliges Gangmitglied und aktu­ eller Actionstar davon? Das lässt sich nur schwer in die Praxis umsetzen, aber ich versuche es so gut wie möglich zu tun. Ich hoffe nur, dass ich nie so eine Horrorsituation erleben muss wie

die Eltern bei dem Schulmassaker in New­ town, Connecticut. Du solltest natürlich imstande sein, dich zu verteidigen, und manchmal musst du das. Gleichzeitig müssen wir auch vergeben können. Der Glaube ermöglicht mir, viele Dinge zu ­akzeptieren, die ich normalerweise nicht akzeptieren könnte. Aber es ist schwierig, denn es gibt einen Teil in mir, der sagt: „Du hast mir was angetan, und jetzt mache ich dich fertig – und vielleicht kannst du mir dann verzeihen.“ Wer musste Ihnen zuletzt verzeihen? Das dürfte meine Frau gewesen sein. ­Meine Söhne sind ganz besessen von Paintball, und sie fragten mich, ob sie auf jemand schießen dürften. Ich sagte nein, aber ich habe einen Freund, der gelegent­ lich in Filmen auftritt, wo er echte Schläge abbekommt – ein harter Bursche eben. Also meinten sie: „Können wir auf ihn schießen?“ Er hatte nichts dagegen, und so feuerten wir auf ihn. Wir starben dabei fast vor Lachen und nahmen das auch auf Video auf, das wir uns ständig anschau­ ten. Bis meine Frau es fand. Sie war total sauer auf mich, brüllte mich an ohne Ende. Dafür musste ich lange Zeit büßen. Offenbar hat Ihre Frau die Hosen an. Haben Sie viele Opfer für sie gebracht? Ich musste schon ein paar harte Entschei­ dungen treffen. Als ich sie kennenlernte, lebte ich mit fünf, sechs Freunden in einer Wohnung. Aber ich wusste, dass das mit ihr etwas Besonderes werden könnte. Deshalb entschloss ich mich, auszuziehen und mir mein erstes Haus zuzulegen. Meine Freunde wollten alle mitkommen. Aber als ich dann das Haus hatte, sagte ich: „Sorry, Jungs, aber ihr kommt nicht mit.“ Ich bin sie alle losgeworden. Vermissen Sie diese Zeiten nicht? Diese Freunde waren ein schlechter Ein­ fluss für mich; wir machten die ganze Zeit nur Party. Sie würden staunen, wie viel Sie weiterbringen, wenn Sie aufhören, zu trinken und nachts um die Häuser zu zie­ hen. Manchmal stehe ich jetzt sogar um halb fünf Uhr in der Früh auf und spiele Basketball. Zwei Stunden später bringe ich dann die Kinder in die Schule. Sind die Kinder braver als Sie einst? Natürlich, auch wenn mein Vierjähriger immer versucht, mich unter die Gürtel­ linie zu boxen. Manchmal erwischt er mich, wenn ich nicht aufpasse, das tut dann weh. Wenn ich ihn allerdings dabei sehe, muss ich einfach lachen. Bringen Sie uns auch zum Lachen … … das ist einfach: Denken Sie nur daran, wie ich „Boogie Nights“ gedreht habe – mit einem riesigen Gummipenis, der an meinem echten klebte. www.painandgainmovie.com

the red bulletin


Effizientes Roaming für Red Bull?

Gedacht. Getan. Kommunikations-Lösungen von A1. Kann Roaming für einen Weltkonzern wie Red Bull je effizient sein? Wir denken ja. Weil eine intelligente Kommunikationslösung für rund 500 Red Bull MitarbeiterInnen die mobile E-Mail-Kommunikation im Ausland optimiert.

A1.net/business

Einfach A1.


Name Olga Kostjantyniwna Kurylenko Geburtsdatum/-ort 14. November 1979 in Berdjansk, Ukraine ­(damals UdSSR) Beruf Schauspielerin und Model Spricht Russisch, Englisch und Französisch Erste Rolle Frau im Taxi, im Video zu Seals Schmusehit „Love’s Divine“ (2003) Ernste Rolle Ben Afflecks Geliebte im Arthouse-Drama „To the Wonder“ (2012) von ­Terrence Malick

„ Meine RohrbaughR9-Neunmillimeter zerlegte ich in acht Sekunden.“


Olga Kurylenko

Feuer aus Berdjansk Bond-Girl mit Killerinstinkt, Filmstar ohne Flausen: Die ukrainischfranzösische Actionheldin über Model-Mythen, Schusswaffen und ihre Raumschiff-Rallye mit Tom Cruise. Interview: Andreas Rottenschlager

Diese Frau spielt Champions League: 120 Millionen Dollar kostete der aktuelle Blockbuster „Oblivion“, in dem Olga Kurylenko an der Seite von Tom Cruise zu ­sehen ist. Dabei zündet die Karriere des Ex-Models bereits 2008 mit der Rolle der mysteriösen Camille in „Ein Quantum Trost“: ein Bond-Girl ohne Affäre, das schwitzt, schießt und blutet, um den Mord an ihren Eltern zu rächen.

bilder: universal

the red bulletin: Frau Kurylenko, können Sie noch immer eine Rohr­ baugh-R9-Pistole in acht Sekunden auseinandernehmen? olga kurylenko: Meine Bond-­ Waffe? Natürlich. Ich habe erst kürzlich mit meinen Schießtrainern gesprochen. Die wundern sich bis heute, wie ich das Ding so rasch zerlegt habe. Am Ende der Dreharbeiten war ich schneller fertig als sie. Wann haben Sie zuletzt mit BondDarsteller Daniel Craig telefoniert? Gar nicht. Er hat mir seine Nummer nie gegeben (lacht).

komfortablen Lebensstil leisten. Aber ich brauche nicht mehr, als ich von früher ­gewohnt bin. Was ist Ihre intensivste Kindheits­ erinnerung an Berdjansk? Ich schwimme im Meer, bis ich blau bin. Ich habe als Kind ganze Tage am Strand verbracht. Meine Mutter kriegte mich kaum aus dem Wasser. Sie wurden mit dreizehn von einem Model-Scout entdeckt und zogen mit sechzehn allein nach Paris. Was gab ­Ihnen Ihre Mutter mit auf den Weg? Sie sagte: „Sei froh, du wirst Paris sehen.

zu arbeiten. Ich würde meine Tochter zur Seite nehmen und ihr erklären, wie das Geschäft wirklich funktioniert. Kurylenkos neuer Film: das Science-FictionEndzeit-Spektakel „Oblivion“. Tom Cruise gibt den Helden einer von Aliens zerstörten Erde. An seiner Seite: Kurylenko, geheimnisvolle Frau aus einer Raumkapsel. Die Erfolgsformel: High-End-Spezialeffekte treffen auf eine groß angelegte Verschwörung.

„Oblivion“ spielt in der Zukunft. Wie wird die Welt im Jahr 2073 aussehen? Ich hoffe, dass unser Planet dann noch existiert. Vielleicht werden wir keine Autos mehr fahren, sondern mit Bubbleships (futuristisches ­Mini-Raumschiff, das Tom Cruise im Film steuert; Anm.) durch die ­Gegend fliegen – das würde uns den Stau am Morgen ersparen. Was kann man von Tom Cruise lernen? Tom ist ein Vollprofi. Er kommt nicht einfach aufs Set und spielt. Er bespricht jede Szene, selbst kleinste Einstellungen. Vor Dreh­beginn Olga Kurylenko wird 1979 in Berd­haben wir uns an einen Tisch gesetzt jansk, Süd-Ukraine, geboren, einer und das Script durchgeackert. Jeder grauen Industriestadt am Asowschen Sturzflug: Kurylenko und Tom Cruise an Bord des Bubbleships konnte Vorschläge zu seiner Figur Meer. Als sie drei wird, lassen sich ihre Darüber solltest du dich freuen, selbst einbringen oder Dialoge verbessern. Tom Eltern scheiden. Olga wächst bei Mutter wenn es mit deiner Karriere nichts wird.“ arbeitet gewissenhaft – und er erwartet und Großmutter auf und teilt die Wohnung Sie hätte mir so eine Reise nie bezahlen denselben Einsatz von seinen Partnern. mit mehreren erwachsenen Verwandten. können. Es gibt eine Redensart im RussiIhre größte Herausforderung am Set? Sie lernt Klavier spielen und nimmt Ballettschen: „Paris s­ ehen und sterben“. Diese Wir hatten diesen Prototyp des Bubblestunden. Es sind die letzten Jahre der zerStadt hat mich schon immer fasziniert. ships. Das Cockpit hing an einem Kran. fallenden Sowjetunion. Zwei Jahre später zierten Sie das Cover Man konnte es drehen, um Sturzflüge zu der „Vogue“. Was halten Sie von Modelsimulieren, die man später im Film sieht. Sie sind sehr bescheiden aufgewach­ Castingshows? Es hat sich angefühlt, als säßest du in sen. Wie prägt das einen Menschen? Hätte ich eine Tochter, ich ließe sie nicht ­einer Waschmaschine, die auf SchleuderWenn du am Existenzminimum lebst, daran teilnehmen. Ich glaube nicht, dass gang gestellt ist. Ich musste einen Monat lernst du irgendwann damit umzugehen. dieser Konkurrenzgedanke der Psyche der lang trainieren – bis mir endlich nicht Du merkst, wie wenig du zum Überleben Kinder guttut. Wenn du dich dauernd mehr schlecht wurde! brauchst. Ich denke, es ist schlimmer, „Oblivion“ mit Olga Kurylenko: derzeit im Kino ­fragen musst, was passiert, wenn du verwenn du aus reichem Hause stammst und Online-Trailer: www.oblivionmovie.com lierst. Ich habe damals einfach begonnen dann verarmst. Ich kann mir heute einen the red bulletin

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Credit: Bild: Getty images


Der Freiluft-

Computer  Die Stadt von morgen will permanent mit Daten gefüttert   werden, prophezeit Architekt und Stadtplaner Carlo Ratti.   Als Gegenleistung sortiert sie den Müll, schickt pünktlich   Taxis zum Flughafen und hüllt uns in Wärmeblasen,   damit wir es stets kuschelig haben.  Interview: Steffan Heuer


T

the red bulletin: Professor Ratti, als Leiter des SENSEable City Lab am Massachusetts Institute of Technology wollen Sie den Puls der modernen Stadt messen, ganz so, als ob urbane Gebilde aus Millionen Menschen, Gebäuden und ­Maschinen ein lebendiger Organismus wären. Wie soll das funktionieren? carlo ratti: Wir wollen herausfinden, wie dieselben Technologien, die in den vergangenen paar Jahrzehnten unser ­Leben tiefgreifend umgekrempelt haben, nun unsere Städte verändern. Man muss sich das vor Augen halten: Wir generieren heute alle paar Tage genauso viele Daten wie die Menschheit seit Anbeginn der Zeit bis in die Gegenwart! Und ein Großteil davon stammt aus Städten. Kann man diese Informationen sammeln, auswerten und mit dem Rest der Welt teilen, lassen sich Städte lebenswerter machen. Welche Daten sammeln Sie? Grob lassen sich die Datenquellen in drei Kategorien einteilen. Einmal solche, die als Nebenprodukt unseres Alltags anfallen, etwa des Stromnetzes oder unseres Verkehrswesens. Zum zweiten werten wir Sensordaten aus. Diese elektronischen Fühler sind so billig geworden, dass man sie auf überall einbauen, ankleben oder drauf drucken kann. In einem Experiment haben wir Hausmüll quer durchs Land verfolgt, denn Abfall wandert keineswegs nur auf die Deponie vor der Stadt. Die dritte Sorte Daten, der user-generated content, ist besonders spannend. Das sind all die Informationen, die wir Tag für Tag auf Dienste wie Twitter oder Facebook hochladen: Bilder, Kommentare, Checkins. All diese Daten ergießen sich Sekunde für Sekunde durch eine Stadt, und sie sind Goldes wert, um unsere Umgebung besser zu verstehen. Wir drohen bereits jetzt in einer Flut aus Status-Updates und Nachrichten zu ertrinken. Wie soll da ein großer ­Datenstaubsauger Sinn stiften und die Lebensqualität steigern? Big Data – also salopp gesagt alles, was nicht mehr in eine Tabelle passt – ist im 50

Moment ein Modethema. Was wir machen, könnte man als „Urban Big Data“ bezeichnen. Terabytes an Daten in Echtzeit sind nur ein Meer aus Nullen und Einsen und erklären gar nichts. Man muss Daten visualisieren, um zu verstehen, was sich tut. Dinge wie ein plötzlich auftretender Stau, ein Unwetter, ein großes Sportereignis können das Leben in einer Stadt innerhalb von Minuten zum Erliegen bringen. Es geht also nicht um Land­ karten oder Stadtpläne, auf die man ­Datensätze aufpfropft, sondern um die Frage, wie ich meine Hände in diesen ­Datenstrom stecken kann und jene Dinge herausfische, die wichtig sind. Das klingt nach akademischer Fleiß­ arbeit. Was hat der normale Bürger davon? Klar sind wir Forscher, aber letztendlich wollen wir Prototypen bauen, die allen zugutekommen: Stadtplanern, Architekten, Beamten, Unternehmen, jedem ein-

zelnen Bürger. Wer Daten in Echtzeit auswertet, kann in einer Stadt bessere oder völlig neue Dienstleistungen anbieten. Ein erster Versuch ist ein Datenbrowser, den wir entwickelt haben. Der erste ­Prototyp besteht aus drei großen Touchscreens, bei denen man mit den Händen auf kleinste Details zoomen kann, selbst wie viele Passagiere jetzt gerade in einem bestimmten Bus sitzen. Das ist offensichtlich etwas für Experten. Der normale ­Bürger wird auf diese Auswertungen mit tragbaren Geräten wie Smartphones oder iPads zugreifen. Sie sind am besten geeignet, um das Verhalten live zu verändern. Ich sehe etwas, während ich unterwegs bin, und kann darauf reagieren. Das einfachste Beispiel ist eine Staumeldung, die mich veranlasst, einen anderen Weg zur Arbeit einzuschlagen … … das kann jedes Navi im Auto oder Google Maps auf meinem Telefon schon lange …

Wir generieren heute alle paar Tage genauso viele Daten wie die Menschheit seit Anbeginn. Nahverkehr am Beispiel Singapur: Wer fährt wie lange mit, wer steigt wo zu, und wie gut sind die Verkehrsmittel besetzt?

the red bulletin


Gleichungen mit ­vielen Unbekannten in solche mit vielen Bekannten verwandeln: Je mehr Daten eine Stadt Carlo Ratti und seinem Team liefert, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis.

Zur Person:

Bilder: oskar schmidt

Der Italiener Carlo Ratti, 42, leitet das SENSEable City Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston. Das 2004 gegründete Labor versteht sich als interdisziplinäre Einrichtung, die als Schnittstelle zwischen Mensch, Stadt und Technologie fungiert. Insgesamt 30 Forscher arbeiten an Projekten aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Design, Ingenieurwesen, Informatik, Naturund Wirtschaftswissenschaften. Ein zweites Labor mit zehn Mitarbeitern besteht seit 2010 in Singapur. Diese Gruppe entwickelt und realisiert ­Experimente und Prototypen zur ­datengetriebenen Stadt in Metro­ polen auf der ganzen Welt.

… richtig! Aber was passiert, wenn man diesen Effekt mit dem Faktor tausend ­multipliziert und alles in meinem Alltag zu einem Feedback-Kreislauf erwacht? Etwa ein Dienst, der Wetterdaten mit den Start- und Landezeiten aller Flugzeuge kombiniert und den Taxiunternehmen minutengenau sagt, wie viele Autos sie zu jedem Terminal schicken sollen – ohne dass ein Mensch eingreifen muss? Genau das verwirklichen wir gerade in Singapur. Wir kriegen die Ankunfts- und Abflug­zeiten vom Flughafen. Wir haben die­selben D ­ aten für den Hafen. Wir ­haben Daten zum Energieverbrauch, zur Luftqualität, zum Mikroklima in der Stadt. Wer das alles visualisiert, erkennt plötzlich ganz neue Zusammenhänge. Die Liste, wie man dieses Datenpuzzle

nutzbringend zusammensetzen kann, ist endlos. Eine Smart City oder eine „fühlende Stadt“ ist also nichts anderes als eine Stadt, die am Internet hängt? Das kann man so sagen. Alle Bestandteile einer Stadt müssen miteinander reden und einander zuhören: Häuser, Straßen, jedes Objekt und jede Person mit Netz­ anschluss. Das Gleiche ist übrigens in der Formel 1 in den vergangenen zehn Jahren passiert. Wer früher ein Rennen gewinnen wollte, brauchte ein gutes Fahrzeug und einen guten Fahrer. Physische Objekte waren entscheidend. Heute zählen digitale Häppchen, die Bits. Jeder Rennwagen ist mit tausenden Sensoren gespickt, die ­Daten sammeln und sie auf Rechner in den Boxen schicken. Dort werden sie aus­ 51


gewertet, um in Echtzeit Entscheidungen zu treffen, die Sieg oder Niederlage ­bedeuten. Das Gleiche passiert heute in urbanen Zentren. Es ist, als ob wir unsere Städte in Formel-1-Rennwagen mit extrem schnellen Feedback-Kreisläufen verwandelten. Das wird Dienste wie Müllabfuhr, Verkehrsplanung, Energie- und Wasserversorgung verbessern. Normalerweise beschweren sich ­Bürger über das Schneckentempo, in dem Probleme behoben werden, die sie bemerken … Feedback-Loops sind die eigentliche Grundlage aller dynamischen oder lebendigen Systeme. Menschen erfassen Informationen und reagieren auf sie – etwa so, wie wenn ich jemanden zum ersten Mal treffe. Wir sehen uns an, schütteln ein­ ander die Hand und sammeln Daten. Je mehr dieser Kreisläufe aus Fühlen und Handeln wir haben, umso besser für eine Stadt. Nehmen wir Boston als Beispiel. Wie viele andere US-Städte hat es eine Hotline. Man wählt 311 und kann sich über alle möglichen Dinge beschweren: den Krach nebenan, einen umgestürzten Baum, ein Schlagloch. Die Bewohner übernehmen eine neue Rolle und zwingen die Verwaltung, schneller zu reagie-

ren. Boston hat das einen Schritt weiter getrieben und das Projekt New Urban ­Mechanics gestartet, das jeden Bürger zu einer Art Super-Hausmeister macht. Man soll Probleme nicht nur melden, sondern gleich dabei mittun, sie zu beheben. Packt man diese geballte Kraft der Daten in ein Smartphone, tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Wie wird der Alltag einer datengetriebenen Stadt von morgen aussehen? Wird das ein vollautomatischer Tanz der Maschinen und Sensoren, dem die Menschen mit offenem Mund zusehen? Nein, alle diese Ideen drehen sich um den Menschen. Technologie ist nur ein Mittel zum Zweck. Die Bürger einer Stadt sind noch aus einem weiteren Grund unersetzlich: wegen ihrer Smartphones. Mit ihnen kann man dank einer Fülle eingebauter Sensoren wie Beschleunigungsmessern und Kameras jede Menge Daten erheben. Man kann messen, wie man arbeitet, wie man sich bewegt und so weiter. Genauso wichtig ist das Smartphone als Schnittstelle zur intelligenten Stadt, die quasi mit uns spricht. Das Telefon erschließt unsere Umwelt und beeinflusst unser Handeln. Wir bauen letztlich ein städtisches Betriebssystem: Moderne Städte

Das Smartphone ist die Schnittstelle zur intelligenten Stadt. 52

Wohnen, Verkehr, Architektur: Viele Probleme moderner Städte sind keine Frage des Fassungsvermögens, sondern der Nachfragespitzen. Je mehr Feedback die Städte geben, ­desto „artgerechter“ können sie für ihre Bewohner adaptiert werden.

sind nichts anderes als große FreiluftComputer. Welche Ihrer Projekte haben bislang das meiste Aufsehen erregt? Ich bin heute noch stolz auf Real Time Rome, eines unserer ersten Experimente von 2006. Damals haben wir erstmals ­Daten aus dem Mobilfunknetz einer Millio­ nenstadt ausgewertet, um zu sehen, wie eine Stadt sich bewegt und pulsiert. Das war die Initialzündung für viele Start-ups. Es macht Freude, etwas anzustoßen, und andere machen ein Geschäft daraus. Einige Ihrer Ideen sind aber auch zu fertigen Produkten geworden … … Copenhagen Wheel zum Beispiel. Wir the red bulletin


Bilder: oskar schmidt

Alle Teile einer Stadt müssen miteinander ­reden und ­e inander ­zuhören: Strassen, ­Häuser, ­Objekte, jedermann im netz.

haben ein vernetztes Stadtrad entwickelt, mit dem man durch die dänische Hauptstadt fahren kann. Man kann das Rad mit seinem Handy aufsperren und bestimmen, wann der Elektromotor einspringen soll. Ein Sensor im Hinterrad sammelt Daten über den Lärmpegel, den Straßenzustand und die Luftverschmutzung. So füttert ­jeder Bürger eine detaillierte Umwelt-­ Datenbank. Wir haben kürzlich Risiko­ kapital dafür eingeworben. Was haben Sie aktuell in der Pipeline, um die urbane Lebensqualität zu verbessern? Ein cooles Projekt läuft in Spanien an. Spanische Städte haben puntos limpios,


Carlo Ratti ist Forscher, ­verliert aber die Praxis nicht aus den Augen: „Letzt­ endlich wollen wir Proto­ typen bauen, die allen zugutekommen.“

an denen man Sperrmüll wie alte Sofas oder eine Waschmaschine abliefern kann. Wir haben einen Microsoft-Kinect-Sensor, den man sonst zur Steuerung von Spielkonsolen benutzt, umfunktioniert, um den Sperrmüll zu scannen. Das System tweetet dann automatisch: „Ich bin eine Couch. Kommt und adoptiert mich!“ So können andere Bürger lesen, was sie vor der Müllhalde retten können. Davon ­profitieren alle. Es gibt kostenlose Möbel, die Entsorgungsfirma spart Benzin, und die Kommune fördert den Zusammenhalt unter ihren Bürgern. Die Müllabfuhr, mit der wir arbeiten, will das zuerst in Madrid ausprobieren. Ein zweites Projekt heißt EyeStop. Das sind urbane Möbel für Bushaltestellen, die wir mit der Stadt Florenz und deren Verkehrsbetrieben entwickelt haben. 54

EyeStop beobachtet seine Umwelt und sammelt Daten zur Luftqualität, wie viele Menschen unterwegs sind, was gerade in der Stadt passiert. Es bereitet sie für wartende Passanten auf und liefert sie ihnen per Wi-Fi aufs Smartphone. So wird die Bushaltestelle zur interaktiven Schnittstelle mit der Stadt, zum gigantischen iPhone. EyeStop ist also kein Infokiosk, sondern es kommuniziert mit Bürgern in Echtzeit, damit sie ihr Verhalten anpassen können. Mehrere Städte rund um die Welt testen gerade die Prototypen. Haben Sie auch Ideen, die mehr nach Science-Fiction klingen? Durchaus. Wir verschwenden viele Ressourcen, weil wir nachts leere Büros heizen und tagsüber leere Wohnungen. Warum liefern wir Energie nicht genau dorthin, wo gerade Menschen sind? Daraus haben

wir zwei Ideen entwickelt. Die erste heißt EnterNight Phase 1, die per Wi-Fi-Signal erfasst, wo in einem Gebäude sich Menschen aufhalten, und die Heizung entsprechend reguliert. Die zweite Phase, Enernet, geht weit darüber hinaus. Wir wollen Wärmeblasen schaffen, die Menschen von Raum zu Raum folgen. Anstatt also ein ganzes Haus oder Stockwerk zu heizen, bekommt jede Person ihre Wärme­ zone zugewiesen. Noch wissen wir nicht, wie man das technisch am besten umsetzt. Man kann Infrarotheizungen in die Wände einbauen, deren Wärmestrahlen einem Körper folgen, oder man fügt eine Kette von Infrarotbirnen in die Decke ein, die wie von Geisterhand an- und ausgehen, wenn man sich unter ihnen bewegt. Entscheidend ist die dynamische Antwort auf den Menschen in Echtzeit. Können die vielen Millionenstädte von morgen ohne diese Art ständiger Datensammlung überhaupt funktio­nieren? Vier Zahlen sagen alles über die Zukunft der Stadt: 2, 50, 75, 80. Städte nehmen zwei Prozent der Erdoberfläche ein, beherbergen aber 50 Prozent der Bevölkerung. Diese verbraucht 75 Prozent der Energie und produziert 80 Prozent aller CO²-Emissionen. Alle diese neuen Techthe red bulletin

Bild: oskar schmidt

Die Smart-City-Idee am Beispiel Singapur: Verkehrsteilnehmer füttern via Sensoren oder Smartphones ein Rechenmodell mit Daten, die Lösung kommt als Vorschlag retour – und schon wird aus einem Umweg ein Weg.


Die Zukunft der Heizung sind Wärmeblasen, die den Menschen von Raum zu Raum folgen.

nologien schaffen neue Feedback-Kreisläufe, welche die Städte optimieren. Viele Probleme sind nämlich keine Frage des Fassungsvermögens einer Stadt, sondern der Nachfragespitzen. Wir müssen besser planen, um die Auslastung der Straßen oder des Stromnetzes zu glätten. Wie sind Sie auf das Thema der intelligenten Stadt gekommen? War es die Frage nach der Nachhaltigkeit oder die Neugier nach Daten? Sie kennen sicher die berühmte Abschlussrede, die Steve Jobs vor Stanford-Absolventen gehalten hat. Darin sagte er sinngemäß, dass man immer erst hinterher erkennen kann, wie aus den Punkten in einem Lebenslauf eine Linie entsteht. Man muss nur seinem Herzen folgen. Mir ging es ähnlich: Ich fing als Architekt und Ingenieur an und landete unter Computer­ wissenschaftlern am MIT. Betrachtet man eine Stadt aus dem Blickwinkel von Design, Informatik und Sozialwissenschaften, ­fügen sich diese unterschiedlichen Aspekte plötzlich automatisch zu einem Ganzen. Ich wollte immer schon neue Antworten auf alte wie neue Probleme finden. Oft

greifen wir dabei auf Dinge zurück, die uns schon als Kinder am Herzen lagen. In diesem Sinne hat jeder von uns mit vier oder fünf sein Aha-Moment. Was war Carlo Rattis erleuchtender Moment? Haben Sie heimlich Sensoren im Elternhaus installiert? Ich hatte einen Hund, aber ich habe keine Elektronik auf ihn gepackt. Eigentlich war ich immer eine Nervensäge und ein Störenfried, der anderen auf den Wecker ging, weil er mit einer bestehenden Lösung nie zufrieden war. Mit fünf, sechs Jahren ­waren meine Altersgenossen mit ihren Spielzeugautos glücklich. Ich fand das doof und dachte nach, wie toll es wäre, wenn man Autos hätte, die sich wie Kapseln zusammenstecken ließen und von ­allein fahren würden. Genau das haben wir vor kurzem am MIT entwickelt!

Mehr zur „Stadt der Zukunft“: in der Mai-Ausgabe unseres Schwestermagazins „Terra Mater“ (ab 14. 5. am Kiosk) und in der Red Bulletin Tablet Edition.


450 BASE-Jumper st端rzen sich von einer Br端cke in die New-River-Schlucht in West Virginia. Die Profis

Am seidenen

Faden

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testen ihr Menschen-Katapult, Neulinge zittern bereits im Hotel. Willkommen beim Bridge Day Festival. Text: Andreas Rottenschlager, Bilder: Julie Glassberg

Das Freifallfest: „Du fühlst dich wie ein Spieler, der den Jackpot knackt.“


cott Haynes steht auf einem drei Meter hohen Metallgerüst im Garten des Holiday Lodge Hotels und holt noch einmal tief Luft. Er will seinen Absprung üben. Ein allerletztes Mal. Scott trägt sein schwarzes Haar kurz geschoren. Sein Gesicht versteckt er hinter ­einer grüngerahmten Sonnenbrille. Er ist nicht besonders groß, wirkt aber durchtrainiert. Scott steckt in einem Klettergurt, an dessen Rückseite zwei Gummiseile befestigt sind. Die Seile sollen seinen Sprung abfedern. Er streckt seine Arme im 45-Grad-­ Winkel zur Seite und blickt geradeaus. Er sagt: „Three, two, one – see ya!“ Dann hopst er von der Plattform. Die Gummiseile dehnen sich – Scott landet sanft auf einer Matratze. Was aussieht wie eine Kinderturnübung, soll im Ernstfall Scotts Leben retten. Der 23-jährige New Yorker trainiert für seinen ersten BASE-Jump. Seine Ab-

sprungposition wird entscheiden, ob der Flug angenehm verläuft oder in einem Desaster endet. BASE-Jumping gilt als gefährlichste Variante des Fallschirmspringens. Die Abkürzung steht für Sprünge von Buildings, Antennas, Spans and Earth (Gebäuden, Antennen, Brücken und Klippen). Der freie Fall dauert nur wenige Sekunden, Reserveschirme hätten da keinen Sinn – die Zeit in der Luft (airtime) würde nicht ausreichen, um sie rechtzeitig zu öffnen. „BASE-Jumper sind glückliche Menschen“, sagt Scott, nachdem er seinen Klettergurt abgelegt hat. Er studiert Englisch am Utica College im US-Bundesstaat New York. Nach seinem Abschluss möchte er Kinder unterrichten. Scott ist einer von 450 Springern, die einen Platz beim Bridge Day Festival ­ergattert haben. Sechs Stunden lang ­stürzen sich die Objektspringer dabei von der Brücke über der New-River-Schlucht in West Virginia – völlig legal, vor den ­Augen von bis zu 80.000 Zusehern. Der Bridge Day ist das Woodstock der Szene: eine große Sprungshow, an der abgeklärte Veteranen ebenso teilnehmen wie nervöse Anfänger oder furchtlose Haudegen. Im Holiday Lodge Hotel im nahe gelegenen Oak Hill haben die Sportler ihr Quartier aufgeschlagen. Das 8000-Einwohner-Nest wird zwei Tage lang zum größten BASEJumper-Treffpunkt der Welt. Wer beim Bridge Day mitspringen will, muss mindestens 100 Skydives absolviert haben. Skydiving ist die Vorstufe zum ­BASE-Jumpen. Man wirft sich aus Flugzeugen, der Freifall dauert Minuten. Man lernt, sich in der Luft zu stabilisieren und den Schirm kontrolliert zu steuern. Scott

Am Abend im Hotel: Das Packen des Fallsc hirms ist ein Ritual – jedes Mal aufs Neue. Die Aufgabe

Links oben: Exit-Training am Gummiseil. Die richtige Körperhaltung kann lebensrettend sein. Rechts oben: ­Falten, zupfen, sichern – Ace Henderson packt ­seinen Fallschirm. Links: ­Warten an der Absprungplattform. „Manche ver­ halten sich wie Süchtige.“

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lautet: Falte ein Stück Stoff so makellos in deinen Rucksack, dass du dein Leben daran hängen kannst. zum Beispiel hat 110 Skydives in seinem Logbuch stehen, dazu den Kurs für BASEJump-Anfänger: „Du lernst, wie du Notfallsituationen meisterst, etwa wenn sich eine deiner Leinen um den Schirm wickelt und du ins Trudeln gerätst.“ Scott sagt, es gebe zwei Sorten von Menschen: „Die einen stehen lieber mit beiden Füßen am Boden. Die anderen träumen schon als Kind vom Fliegen.“ Scott gehört eindeutig zu letzterer Gruppe. „Fürchtest du dich vor morgen?“ „Ich habe absolute Panik.“ „Warum springst du dann?“ „Weil ich mich dabei lebendig fühle. Wer dieses Glücksgefühl einmal erlebt hat, kommt nie mehr davon los. Es ist wie bei einem Spieler, der den Checkpot geknackt hat.“ the red bulletin

Scott erzählt, manche Skydiver würden ihre Kleidung verkaufen, um sich neue Schirme leisten zu können. „Sie zeigen klassische Symptome von Süchtigen.“ Scott ist nach Oak Hill gereist, obwohl in dem Ort kein einziges Hotelzimmer mehr frei war. Die Nacht vor seinem allerersten BASE-Jump verbringt er in einem Zelt im Garten. In der Lobby der Holiday Lodge haben die Springer mittlerweile jeden Quadratzentimeter in Beschlag genommen. Menschen knien am Teppichboden vor ihren Schirmen, zupfen Falten zurecht und breiten ihre Leinen fein säuberlich nebeneinander aus. Die meisten Sprünge abseits des Bridge Day finden in der Illegalität statt. Selten erlebt man die Szene so offen wie hier.

Wer BASE-Jumper werden möchte, muss sich in einer Art Kastensystem ­beweisen: Man assistiert befreundeten Springern. Dann sucht man sich einen Mentor: einen erfahrenen BASE-Jumper, der den Novizen auf seinen ersten Sprung vorbereitet, Gefahren erkennt und falsche Erwartungen dämpft. Dan Blakeley ist ein solcher Ausbilder. Gerade packt er seinen Schirm. Dan ist ein bulliger Kerl mit kräftigem Händedruck und weichen Gesichtszügen. Er hat mehr als 6000 Skydives und 500 BASEJumps absolviert und rund 50 Springer in die Kunst des Objektspringens eingeführt. Dan sagt: „Mir ist es egal, wie viel Erfahrung jemand mitbringt. Manche Menschen sollten schlicht und ergreifend keine BASE-Jumper werden.“ 59


„Wie wählst du deine Schüler aus?“ „Ich finde heraus, wie schnell der Betreffende Entscheidungen trifft. Beispiel: Jemand kippt einen Drink um, das Glas rollt vom Tisch. Bist du derjenige, der es auffängt? Es gibt Menschen, die von Natur aus tollpatschig sind. Zu denen muss ich sagen: ‚Leider nein.‘“ Dan erzählt: „Das Schlimmste, was meinem Sport passieren konnte, war YouTube. Die Kids sehen einen spektakulären BASE-Jump. Was sie nicht sehen, sind die jahrelange Arbeit und die Vorbereitung, die dem Sprung vorausgehen.“ Dan hat Freunde sterben sehen und wäre vor ein paar Jahren fast ertrunken, als er nach einem missglückten Sprung im Wasser landete. Ans Aufhören hat er nie gedacht: „BASE-Jumping ist mein ­Leben. Ich liebe es, wenn mein Herz zu rasen beginnt.“ Dan hat es aufgegeben, mit anderen Leuten über die Gefahren seines Sports zu diskutieren. Aber wer ehrlich inter­ essiert sei, dem erkläre er es gern: „BASEJumper sind keine lebensmüden Irren“, sagt er. „Ich werde alt und grau auf meiner Veranda sterben.“

D

er Abend vor dem Event. Eine seltsame Mischung aus Hektik und Anspannung befällt die Springer im Hotel. Jeder hat seine eigene Methode, um mit dem Druck fertig zu werden: früh schlafen gehen, Gleichgesinnte um Rat bitten, die dritte Dose Bud Light knacken. Im Flur im ersten Stock ist es schon still, als Ace Henderson beginnt, seinen Schirm zu packen. Es ist ein Ritual – jedes Mal aufs Neue. Die Aufgabe: Falte ein zeltgroßes Stück Stoff so makellos in deinen Rucksack, dass du bedenkenlos dein Leben daran hängen kannst. Ace ist ein stiller Meister seines Fachs. Ihm zuzusehen hat etwas Meditatives. Er legt sich bäuchlings auf seinen Schirm, um die Luft herauszupressen. Er streicht Falten glatt. Er sichert den gefalteten Schirm mit Klammern. Ace bewegt seine Finger mit der Präzision eines Chirurgen, wenn er die Leinen parallel am Boden spannt und sie danach zu einer Achterschlaufe legt. Man hat das Gefühl, er kümmere sich gerade um einen guten Freund. Rund 25 Minuten dauert die ­gesamte Prozedur. Dann schließt Ace

Links oben: Brautpaar Erika und Patrick – erst die Heirat, dann der Absprung. Links unten: Anspannung in der Warteschlange. Rechts: Exit-Plattform auf der New-River-GorgeBrücke: „Wir sind keine lebensmüden Irren.“

zusatzbild: vertical visions

Donald ist 83. Ein Kleiner Mann mit freund lichem Gesich t. Heute absolviert er seinen zweiten BASE-Jump.

s­ einen Rucksack. „Ich wollte es ordentlich machen“, sagt er. Der nächste Morgen: Bridge Day. Die Autofahrt vom Hotel zur New River Gorge Bridge dauert keine fünf Minuten – dann steckt der Wagen in einer Menschenmenge fest. Der Bridge Day ist auch ein Volksfest: Hotdog-Stände säumen die Straße. Eltern tragen ihre Kinder auf den Schultern. Foto­ apparate klicken. Man bestaunt die Wagemutigen bei ihrem verrückten Hobby. Die New River Gorge Bridge spannt sich auf knapp einem Kilometer Länge über den New River. Die Zuseher drängen Richtung Brückenmitte, wo die Absprungplattform vom Rand der Fahrbahn ragt. Die Falldistanz bis zum Flussbecken: 267 Meter. Den Springern bietet sich ein beeindruckendes Panorama: Rotbraune Laubbäume säumen eine Hügellandschaft, die sich bis zum Horizont erstreckt. Unten im Fluss ziehen die Boote der Wasserrettung ihre Kreise. Von der Brücke aus betrachtet, sind sie kleine Spielzeugschiffchen. Ab neun Uhr werfen sich die BASEJumper im Minutentakt von der Brücke. Ein surreales Schauspiel: abstürzende Körper, aufpoppende Schirme, danach ein gemächliches Gleiten Richtung Fluss. Die Springer tapsen zaghaft von der Brücke oder schlagen selbstbewusst Saltos. Sie blicken ernst oder schneiden Grimassen. Viele schreien „See ya!“ – „Wir sehen uns, bis dann!“ –, bevor sie sich hinunterstürzen. Es klingt, als würden sie sich selber Mut machen. Um zehn Uhr der erste Höhepunkt des Tages: Donald M. Cripps erklimmt die Plattform. Donald ist 83 Jahre alt – der ­älteste Teilnehmer im Feld. Ein kleiner Mann mit freundlichem Gesicht. Donald hat in der Pension mit Skydiven begonnen, zuvor diente er als Techniker in der US-Marine. Er versucht heute seinen zweiten BASE-Jump. Donald zeigt keine Anzeichen von Nervosität. Er ist wahrscheinlich der entspannteste Teilnehmer in diesem Jahr. Seine ersten beiden Fallschirmsprünge absolvierte er Anfang der 1950er Jahre im Korea-Krieg. Die meisten Leute hier waren damals noch gar nicht geboren. Donald winkt ins Publikum. „Have a nice day!“, sagt er – und springt prompt von der Brücke.


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Erika bekommt ihren Tandem-Gurt angelegt. Wenige Minuten nach ihrer Trauung stürzen sich Braut und Wer glaubt, das Schauspiel an der ­ bsprungplattform könne nicht mehr A ­getoppt werden, wird beim Abfeuern des Menschen-Katapults eines Besseren belehrt. 24 Plätze haben die Veranstalter für das Teufelsding freigegeben: ein auffällig rot gestrichener Prototyp, der in seiner Bauweise stark an Maschinen erinnert, die wir von Bildern mittelalterlicher Belagerungen kennen. Angetrieben wird das Ding mit Druckluft. 10.45 Uhr: Joe Nesbitt macht es sich rücklings auf dem Katapultsitz bequem. Fragen Umstehender beantwortet er nur 62

noch in Halbsätzen. Mit „Wollte mal was Neues ausprobieren“ erklärt er wortkarg, was ihn hierher getrieben hat. Nein, seiner Familie habe er nichts davon erzählt, das klingt bei ihm so: „Schicke ihnen nachher ein Foto.“ Pffffft! Ein kurzes, heftiges Pfauchen, der stählerne Arm fährt aus, Joe wird in hohem Bogen von der Brücke geschleudert. Der Mann erweist sich als Vollprofi. Er demonstriert drei Rückwärtssalti und öffnet seinen Schirm. Man möchte das Gesicht seiner Eltern sehen, später, wenn sie das alles auf Foto sehen. the red bulletin


Links: BASE-Jumper beim Absprung von der Brücke über die New-River-Schlucht: zaghaftes Tapsen und selbstbewusste Saltos. Rechts: Scott Haynes nach seinem Premierensprung: „Es gibt Menschen, die träumen vom Fliegen.“ Unten: nass, aber weich – der New River wird zur Landezone.

W Bräutigam von der Brücke – die Menge jubelt. 11 Uhr: Der emotional-skurrile Höhepunkt des Events – die festliche Trauung am Abgrund. Erika Terranova zieht alle 30 Sekunden nervös an ihrer Wasser­ flasche. Sie trägt einen weißen Kapuzenpulli. In ihrem Haar steckt ein kleiner Schleier. Erika wird in wenigen Augen­ blicken Patrick heiraten. Und danach von der Brücke springen. Festgeschnallt an ­ihren frisch angetrauten Ehemann. Von der Plattform weht der Wind Wortfetzen des Treuegelöbnisses ins Publikum: „Ich werde dich immer stärken … an dich glauben … dich respektieren …“ Um the red bulletin

Punkt 11.15 Uhr sind Erika und Patrick Mann und Frau. Die Braut bekommt ihren Tandemgurt angelegt. „Ja“, sagt Erika, „die Angst vor dem Sprung war größer als die Anspannung wegen der Hochzeit.“ Kurz darauf stürzen sich Bräutigam und Braut gemeinsam Richtung New River in die Tiefe. Die Zeremonie ist somit perfekt. Die Menge auf der Brücke jubelt ihnen hinterher. 14 Uhr: noch eine Stunde bis zum Ende des Events. Die Schlange vor der Sprungplattform reißt nicht ab.

er ohne Fallschirm zum New River will, zwängt sich in einen der gelben ShuttleSchulbusse. Quietschend quält sich das Gefährt über die Serpentinen 20 Minuten talwärts. Unten erwartet die Zuschauer eine Mischung aus Drama und Freude: Springer, die es bei der Landung mit dem Speed übertreiben, werden am Schirm hängend über den Schotter des Ufers geschleift. Daneben zieht die Wasserrettung jubelnde BASE-Jumper aus dem Fluss. Am Rand der Landezone, patschnass und mit breitem Grinser im Gesicht: Scott Haynes, unser Student aus New York. Patschnass … also gesprungen? Jawoll, zweimal. Vorbereitung? Ein Müsliriegel zum Frühstück. Mehr brachte er nicht runter. Was hat er als Nächstes vor? „Du weißt, wofür die Abkürzung BASE steht?“, fragt Scott – und fährt gleich fort: „Ich suche mir ein Gebäude, eine Antenne und eine Klippe.“ www.o∞cialbridgeday.com

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Katherine Sparkes

Typisch Flamingo Sie schwimmt mit Haien, sammelt 20.000 Fußballtrikots und bäckt Gebäude in Thailand: Katherine Sparkes ist die Frischzellenkur der Charity-Bewegung.

A

n einem ungewöhnlich kühlen Frühlingsdienstag sitzt Katherine Sparkes in einem Café im englischen Bristol, beobachtet Schwimmer im frostigen Wasser des ­Außenpools und fragt sich: Wird meine eigene Schwimmtechnik gut genug sein? Gut genug, um im September wie geplant von Alcatraz nach San Francisco zu kraulen, durch berüchtigt starke Strömungen und an Haien vorbei? „Bis jetzt bin ich schon mal ganz gut darin, mit den Beinen im Wasser zu strampeln“, lacht die 32-Jährige. „Scherz beiseite, vor mir liegt noch ein weiter Weg. Wann immer ich Wasser sehe, schießt mir ein: ‚Katherine, du musst üben!‘“ Das gilt übrigens auch für den nächtlichen Rollerblade-Marathon in Paris, das Radrennen über 260 Kilometer in Italien und die Besteigung eines Berges in Brasilien. Bei all diesen Bewerben tritt die Britin im Zuge von 13 Challenges im Jahr 2013 an, deren ­Erlös Sparkes’ Charity-Organisation The Flamingo Foundation zugutekommt. Katherine Sparkes leitet nicht nur die Foundation, sondern parallel dazu auch ihre Firma Flamingo, die sie gründete, als sie gerade mal 22 war. Unternehmens­ inhalt: Companys mit unternehmerischer Sozialverantwortung ausstatten. Klingt trocken, ist aber hoch spannend. „Noch vor fünf Jahren wusste in Groß­ britannien niemand etwas mit der Ab­ kürzung CSR – Corporate Social Responsibility – anzufangen. Ich auch nicht“, sagt Sparkes. „Ich nannte das damals 64

auch noch nicht so. Ich hatte einfach nur etwas getan, das mir logisch erschien: Wenn eine Firma etwas Gutes tut, bringt ihr das genauso viel wie den Menschen, denen sie hilft. Sie bekommt tolle und billige Werbung durch die mediale Berichterstattung, Preise für ihr Engagement, ein besseres Profil – und junge Leute heuern

„Ich hatte kein Geld. Nur einen alten Computer und eine Vision.“ l­ ieber bei Unternehmen mit sozialer Verantwortung an. Kurz: jeder profitiert.“ Ein schlaues Modell, das funktioniert. Katherine baute in Afrika Schulen wieder auf, errichtete in Thailand aus gebranntem Schlamm Spielhäuser für Kinder, sammelte Anzüge für obdachlose Arbeitssuchende in Großbritannien, Musikinstru­ mente für junge Talente ohne Geld auf

der ganzen Welt oder 20.000 BHs für ­Firmengründerinnen in Afrika, die diese dann in ihren kleinen Läden verkauften. Katherines Firma wächst und wächst. Und das, obwohl Sparkes, als sie Flamingo im Keller ihrer Studenten-WG gründete, als Publizistik-Absolventin zwar eine ­gelinde Ahnung von PR, aber nicht die ­geringste davon hatte, wie man eine Company leitet. „Die Leute glauben, dass es sehr schwierig ist, Unter­ nehmer zu werden“, sagt Katherine. „Aber das ist ein Mythos. Ich hatte kein Geld – und schon gar keinen 5-Jahres-Geschäftsplan. Ich hatte nur einen gebrauchten Computer und die Vision dieser Win-win-Situation, dass Menschen etwas tun, das anderen zugutekommt.“ Sparkes’ erster Klient war der ­Besitzer der Pub-Kette, in der sie als Teilzeitkraft gearbeitet hatte. Er ist bis heute ihr Kunde. An ein gemeinsames Projekt erinnert sich Katherine besonders gerne: „Er wollte promoten, dass man in seinen Pubs Fußballspiele live im TV sehen kann. Aber kein Medium hätte diese Nachricht gebracht. Das war nicht interessant genug. Deshalb dachten wir uns die ‚Fair Play‘-Kampagne aus. Wir riefen dazu auf, alte Fußballtrikots für ­Kinder in Afrika zu spenden.“ Der Erfolg der Aktion war enorm. „Stars und Politiker machten mit. In den Pubs wurden insgesamt mehr als 20.000 Shirts abgegeben!“, erzählt Sparkes. „Danach flogen wir mit zehn Pub-Geschäftsführern nach Kapstadt, um Kinder zu treffen, die solche Trikots bekommen hatten. Es war fantastisch. So etwas hatten die the red bulletin

zusatzbild: flamingo creative

Text: Ruth Morgan, Bild: Shamil Tanna


Name Katherine Sparkes Alter 32 Geburtsort Bristol, Großbritannien Top Ten Wurde von JCI als eine der „Ten Outstanding Young Persons“ 2012 ausgezeichnet. Top-Tipp Werde Treuhänder einer Charity-Organisation: „Die lieben es, junge dynamische Menschen dabeizuhaben. Plus: Du lernst, eine Firma zu leiten.“

Linke Seite: Katherines helfende Hand beim Projekt „Bau eine Schule innerhalb eines ­Monats“ in Kenia


„Wir halten uns nicht mit langen, Meetings auf. Wir arbeiten einfach immer weiter.“ den Kids auf dem Boden herumzutollen – da bin ich glücklich!“ Ein erhebender Moment war auch, als Katherine 2012 erfuhr, dass sie für ihre Arbeit ausgezeichnet werden sollte. Junior Chamber International (JCI), die größte Jungunternehmer- und Junge-Führungs­ kräfte-Organisation der Welt, der immer­ hin John F. Kennedy, Kofi Annan oder Al Gore als aktive Mitglieder angehörten, prämierte sie für ihre herausragenden Leistungen im Bereich „Social Entrepre­ neurship“ (siehe auch den Kasten „In bes­ ter Gesellschaft“ auf dieser Seite). „Der Preis war eine große Sache. Ich hätte nie im Leben erwartet, dass ich aus­ gewählt werde“, erzählt Sparkes. „Ich flog nach Taipeh zur Award-Zeremonie und verbrachte eine sehr inspirierende Zeit mit den anderen Preisträgern. Sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches bewegen wie man selbst, ist genial.“

Manager noch nie erlebt.“ Das ist übrigens typisch Flamingo: „Wir wollen nicht, dass unsere Klienten einfach nur überdimensio­ nale Schecks überreichen. Wir wollen, dass sie an den Projekten aktiv teilnehmen.“ Auch typisch Flamingo, weil charakte­ ristisch für Katherine: die Vielfalt der Auf­ gaben und Projekte und der damit verbun­ denen Anforderungen. „Aus mir ist eine Allrounderin geworden“, sagt Sparkes. „Eben bin ich noch mit Firmenbossen in einem Businessmeeting, im nächsten ­Moment stehe ich auf einer Leiter und verfuge Fliesen in einem Altersheim oder schlafe in einer Hängematte in Kenia.“ Heute, im Café in Bristol, ist sie ganz Firmenchefin: elegant gekleidet, Makeup, beige Hochhackige an den Füßen. Wohler fühlt sie sich aber in Khakihosen und zwischen Kindern in Afrika: „Mitten im Nirgendwo mit zerzausten Haaren mit 66

In bester Gesellschaft Katherine Sparkes ist eine von zehn Gewinne­ rinnen & Gewinnern des Awards, den die globale Jungunternehmer-Organisation JCI für heraus­ ragende Leistungen im Bereich „Social Entrepreneurship“ vergibt. Hier drei weitere Preisträger: Bobby Kensah, Großbritannien Unterstützt junge Menschen auf deren Weg aus der Kriminalität. Gründete das „Phase One“-Netzwerk, durch das benachteiligte Jugendliche Jobs finden. Tendai Concilia Wenyika, Simbabwe Rief das Zimbabwe Young Women’s Network ins Leben und die Zimbabwe Entrepreneurs Youth Association. Inspiriert Jugendliche, in der eigenen Gemeinde aktiv zu werden. Aisling Neary, Irland Setzt ihr medizinisches Know-how als Hebamme für bedürftige Menschen auf der ganzen Welt ein. Sammelte nebenbei 26.000 Euro und ließ damit in einem ghanaischen Dorf eine Schule bauen.

www.flamingo-creative.co.uk www.jci.cc the red bulletin

zusatzbilder: flamingo creative

Oben: „Shade Aid“ – Katherine ließ Sonnenbrillen für Menschen in Entwicklungsländern sammeln. ­Unten: das „Little Learners“-Projekt – Lesen und Schreiben lernen und dabei auch noch Spaß haben!

S

parkes hat nun zwar einen ­internationalen Preis, ein Büro in Bristol, fünf fixe Teammit­ glieder und bis zu zwanzig freie Mitarbeiter, aber auch nach zehn Jahren hat sie ihre grundlegende Geschäftsphilosophie nicht geändert. „Ich habe immer noch kein Unterneh­ menskonzept“, lacht sie. „Jeder Plan, den ich aufstelle, wird spätestens nach einer Woche von der Realität überholt. Ich ­denke, viel hängt vom Bauchgefühl ab. Außerdem muss man schnell sein und sich weiterentwickeln. Als Unternehmen können wir schrumpfen oder wachsen – je nachdem, wie viele Leute wir gerade brauchen –, und die Bürokratie habe ich sowieso immer minimiert. Wir halten uns erst gar nicht mit langen, ineffizienten Meetings auf: Wir arbeiten einfach immer weiter. Du musst eine Saat in den Unter­ nehmen säen, die hoffentlich gedeiht. Man muss etwas bewegen und selbst in Bewegung bleiben.“ Spricht’s, sieht zum Fenster des Cafés hinaus und denkt beim Stichwort „Bewe­ gung“ heute vermutlich vor allem an die perfekte Kraultechnik für die Bucht von San Francisco.


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nick Ryan

Hoch dramatisch Beinah hätte den Regisseur aus Dublin bei Dreharbeiten am „Todesberg“ K2 das Schicksal jener ereilt, deren Geschichte er in einem packenden Film erzählt.

Bevor Regisseur Nick Ryan nach Pakistan aufbrach, setzte er sein Testament auf. Der energiegeladene, vor Optimismus sprühende Dubliner wusste, dass ihn keine herkömmlichen Dreharbeiten erwarten würden: Sie führten ihn zum K2, den mit 8611 Metern zweithöchsten und gefähr­ lichsten Berg der Welt. Dort würde er eine Dokumentation drehen, „The Summit“; sie sollte die Geschichte einer Expedition nacherzählen, bei der im Jahr 2008 elf Bergsteiger ihr Leben verloren hatten. Als Ryan wohlbehalten nach Irland zu­ rückkehrte, hatte er nicht nur die Story einer dramatisch gescheiterten Expedition im Gepäck, sondern auch eine zweite, die beinahe ihn das Leben gekostet hätte. „The Summit“ ist ein packendes Werk und für einen Streifen dieses Genres auch erstaunlich erfolgreich: Ryan gewann beim Sundance Film Festival den Preis für den besten Schnitt, im Herbst startet der Film sogar landesweit in den US-Kinos. „Für viele Leute ist Extrem-Alpinismus irgendwie dekadent, ein Erste-Welt-Pro­ blem“, sagt Ryan. „Sie tun sich schwer, mit jenen mitzufühlen, die Berge wie den K2 besteigen. Ich habe diesen Film auch ge­ macht, um diese spezielle Faszination für alle Menschen zugänglicher zu machen.“ Die Bergsteiger in Ryans Film sprechen vom „Gipfelfieber“, einem übermächtigen inneren Drang, den Gipfel eines Berges zu erreichen, gegen alle Widerstände. Der Drang steckt wohl auch in Ryan: Wie sonst ist es zu erklären, dass es ihm am letzten Tag der Dreharbeiten, nach einer Woche des Wartens in einem pakistanischen ­Armeelager nahe dem K2, doch gelang, die Armeepiloten zu überzeugen, trotz schlechter Wetterprognosen mit Kamera­ mann Stephen O’Reilly und Techniker Mike Wright aufzusteigen. Insgeheim ­spekulierte Ryan, dass niemand umkeh­ ren würde, wenn sie einmal so nah am Berg in der Luft wären. 68

Ryan behielt recht: Die beiden Heli­ kop­ter stiegen höher und höher, in einem davon Ryan mit der Joystick-Steuerung seiner Cineflex-Kamera in der Hand. Die Helikopter stiegen Richtung Flaschenhals, einer Stelle unterhalb des K2-Gipfels, wo 2008 die Tragödie passiert war. „Der bloße Anblick des K2 reicht aus, dir die Angst bis ins Mark fahren zu lassen“, erinnert

„Der Blick auf den K2 ist wie der Blick auf ein Monster, das dich seit ­Jahren verfolgt.“ sich Ryan, „wie er dasteht, ganz für sich allein, ein riesengroßer, gezackter Zahn.“ Ryan hatte Sauerstoff dabei, war aber so mit der Kamera beschäftigt, dass er vergaß, sich die Atemmaske aufs Gesicht zu drücken. Dann sah er den Flaschen­ hals und hörte die Piloten sagen: „Wir können nicht höher.“ Darauf Ryan: „Wie hoch sind wir?“ – „23.500 Fuß!“ Das sind

exakt 7163 Meter, 1200 Meter über der maximalen Höhe, in der man den ein­ motorigen Eurocopter Écureuil noch ­sicher bedienen kann. O’Reilly im zweiten Heli gelangen Aufnahmen in 7620 Meter Höhe. Ab da war Ryan klar, warum die ­Piloten, die sein Team flogen, in Pakistan als „Die Furchtlosen Fünf“ bekannt sind. Die Euphorie sollte nicht anhalten. Ein zweiter Flug endete nach einem ­Motorschaden mit einer Crash-Landung. Wie durch ein Wunder wurde keiner der Insassen verletzt. Und Grippesymptome bei Ryan stellten sich als Hypoxie heraus, Höhenkrankheit, als eine Folge von Sauer­ stoffmangel – was tödlich enden kann. Plötzlich also wieder eine neue Situation: Der Transport des benommenen Ryan auf eine sichere Höhe hatte absoluten Vor­ rang. Die Piloten mussten dafür erneut über ihre Grenzen gehen. Diese dramatische Situation half Ryan später zu verstehen, welche Entscheidun­ gen am Berg zu treffen sind; Entschei­ dungen wie jene seines Landsmannes Ger McDonnell, der sich 2008 einen Lebens­ traum erfüllte und den K2 bestieg – und beim Abstieg beim Versuch, seine Kame­ raden zu retten, tödlich verunglückte. McDonnell hatte die goldene Regel des Bergsteigens gebrochen, unter allen Umständen zuerst sein eigenes Leben zu ­sichern. McDonnells Entscheidung steht nun im Mittelpunkt von „The Summit“ – und es ist eine, die Ryan jetzt noch besser nachempfinden kann. „Jeder, der den Film sieht, würde ­gerne denken, dass er in Gers Situation genauso wie jener gehandelt hätte. Wir ­zeigen aber Situationen, in denen das nicht immer der Fall ist, nicht immer mög­ lich, nicht immer richtig ist. Der Film hat mein Denken über Bergsteiger verändert, mein Verständnis für sie. Ich hoffe, es geht vielen anderen Leuten genauso.“ www.thesummitfilm.com

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Film Stills: Nick Ryan

Text: Declan Quigley, Porträtbild: Clíona O’Flaherty


Bergsteigerschicksale am K2: Nick Ryans Film „The Summit“ kommt noch dieses Jahr in die Kinos.

Name und Beruf Nick Ryan, Regisseur Geboren 21. April 1969, Dublin

Credit:

Regiearbeiten Zwei Kurzfilme über Piloten: „A Lonely Sky“ (2006) und „The ­German“ (2008) Und da war noch … James Irwin, mit Apollo 15 achter Mensch auf dem Mond, lud Ryan ein, mit ihm am Ararat nach Noahs Arche zu suchen. Ryan musste leider absagen. (Irwin versuchte es mehrmals selbst, jedoch ergebnislos.)


illkommen in Matehuala“, steht in über­ dimensionalen Lettern auf einem impo­ santen Zementbogen über der Einfahrts­ straße zur Stadt, was der Besucher nur als Ausdruck von unerschütterlichem Opti­ mismus oder ausgeprägtem Zynismus ver­ stehen kann. In Matehuala fühlt man sich im ­Wesentlichen von zwei Gasthöfen will­ kommen geheißen, deren kulinarische Philosophie sich in ihren Namen verbirgt – El trailero („Der Lastwagenfahrer“) und Las infieles („Die Untreuen“) –, sowie von Schrottplätzen, Bergen von alten Reifen und Müllhalden. Es ist nicht lang her, da sah hier alles anders aus. Sogar aus Europa kamen Jour­ nalisten nach San Luis Potosí, der Haupt­ stadt des gleichnamigen Bundesstaats im Norden Mexikos. Angelockt hatte sie Tribal Guarachero, eine farbenfrohe Mischung aus elektronischer und traditioneller ­lateinamerikanischer Musik. Es war nicht nur die Musik, die dem Tribal Guarachero Aufmerksamkeit ver­ schaffte. Es waren auch die Tänzer, ihre aufwendigen Choreografien und vor allem ihre atemberaubenden Schuhe mit den spektakulär langen aufgebogenen Spitzen. Heute bestimmen nicht die pointy boots respektive botas picudas, wie dieses Schuhwerk genannt wird, die Geschichten über San Luis Potosí, nicht die Tänzer und auch nicht die Musik. Die Geschichten handeln von Drogen, Gewalt und Ver­ zweiflung. Und von Menschen wie Édgar Morales, Matehualas neu gewähltem ­Bürgermeister, der am Vormittag des 12. August erschossen wurde, als er eben von einer Hochzeit kam. 70

Tanz aus dem

SUMPF Wie sich Mexikos verlorene Genera­tion mit einem neuen Musikstil und spitzen Schuhen aus dem Teufelskreis aus Drogen und Gewalt befreit. Text: Aníbal Santiago, Fotos: Katie Orlinsky


Die Tribal-Musik ­tragen sie im Herzen, die pointy boots an den Füßen: Daran erkennt man Hip-Hop „hecho en México“.


Seit dieser Nacht sind sie Stars, was sich vor allem daran zeigt, dass Heerscharen von Frauen zu ihren Auftritten pilgern.

„Das ist unser Hip-Hop“

La Dichos heißt die etwas desolate Straße, die von Matehuala gen Süden führt. Hier wollen wir das Tribal-Guarachero-Quintett Los Parranderos („Die Partylöwen“) fotografieren. Vereinbarter Treffpunkt ist Mesquit Rodeo, ein imposanter Club mitten in der Wüste. Die Luft flimmert in der Sonne, als ein in die Jahre gekommener blauer Dodge Grand Caravan in einer Staubwolke herandröhnt und scheppernd abbremst. Im Inneren des Vans spielt Musik, ein paar junge Leute nicken rhythmisch mit den Köpfen. Pascual Escobedo – er ist der Bandleader der Parranderos – kurbelt das Autofenster hinunter, das fröhliche Schnarren eines mexikanischen Akkor­ 72

deons schwappt uns entgegen, das Chunta-ta eines Schlagzeugs und ein ausgelassener Refrain: „Ich habe Schmetterlinge im Bauch, wenn mein Handy klingelt und ich sehe, dass du es bist.“ Die Partylöwen schälen sich aus dem Auto und blinzeln in die Sonne. Mesquit Rodeo spielt eine wichtige Rolle in ihrer Band-Geschichte. Hier ­gewannen sie, angetan mit hautengen Jeans, T-Shirts, Hüten und pointy boots, vor mittlerweile drei Jahren ihren ersten Tribal-Disco-Contest. Seit dieser Nacht sind Pascual, Miguel, Jonathan, Erick und Luis Stars, was sich vor allem daran zeigt, dass Heerscharen von Frauen zu ihren Auftritten bei Messen, in Discos und auf Rodeos pilgern.

Weiß der Himmel, wie die beiden Frauen Wind davon bekommen haben, dass Los Parranderos jetzt hier sind, aber Tatsache ist, dass sich Lucy Méndez, eine 30-jährige extrovertierte Texanerin, und die 23-jährige Mayra Rivera aufgeregt zappelnd der Szene nähern. Lucy, deren Kurven mühevoll von einem schwarzen Top gebändigt werden, wirft sich bemerkenswert offensiv an ihre Idole ran. Ein wenig dezenter legt es Mayra an, die sich von ihrem Job als Verkäuferin davon­ gestohlen hat, um ein paar Blicke der Band zu erhaschen. „Für uns Mexikaner in den USA ist Tribal unser Hip-Hop“, ­erklärt Lucy, während sie abwechselnd mit ihrer Freundin tuschelt und den ­Parranderos verzückte Blicke zuwirft. „Sie machen einen auf harte Jungs, aber in Wahrheit sind sie einfach nur süß. Und diese engen Hosen machen mich ganz nervös“, sagt Lucy und läuft rot an. Sie mustert die Jungs in ihren schwarzen und rosa pointy boots und den T-Shirts the red bulletin


Links: Luis Puente, ­Jonathan Castillo, Erick Castillo, Pascual Escobedo und Miguel Hernández (v. li.) sind Los Parranderos. Oben: Jonathan ­Cas­tillo bei Proben im Mesquit Rodeo. Unten: Miguel ­Hernández düst durch seine Heimatstadt.

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mit aufgedruckten riesigen Bierflaschen. Der Sand unter den Sohlen ihrer Stiefel knirscht bei jedem Schritt, sie haben die Daumen an den Hosentaschen ihrer Jeans eingehakt, lachen über ihre eigenen Scherze und blicken drein wie routinierte Herzensbrecher in Soap Operas. Das Leben besteht für Los Parranderos aus Tanz, Musik, Geld, Mädchen, Spaß. Also ziemlich genau so, wie sie es sich ­erträumt hatten, als sie sich vor ein paar Jahren ein tolles Leben ausmalten, und

vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Aber der Traum kann jede Sekunde zerplatzen. Denn Mexikos Norden ist NarcoLand, in der Hand von Drogenbossen. Tribal wird immer weiter in den ­Norden gedrängt, bis an den Rio Grande, und über den Grenzfluss hinaus, hinüber nach Texas.

„Ich mag deine Schuhe“

Joel überblickt den dicht bevölkerten Dancefloor im Kalúa, einer Disco im Norden von Dallas. Seine enge Hose klebt an den Oberschenkeln, um den Hals baumelt ein goldenes Kreuz. Eine Aura der Ernsthaftigkeit umgibt Joel, die auch nicht von den Dutzendschaften junger Frauen zu erschüttern ist, die um ihn herumschleichen. Joels Gesichtsausdruck ist erhaben, seine schwarzen Schuhe sind aufregend spitz und glänzen. „Man zieht pointy boots an, geht damit aus, dann kommen die Mädels und sagen: ‚Ich mag deine Schuhe.‘ So läuft das.“ Seine drei Freunde nicken mit ihren Federhüten Beifall, als hätte Joel ­soeben eine der großen Wahrheiten des Lebens ausgesprochen. „Wo sind die Leute aus Tamaulipas?! … aus Zacatecas?! … aus Chihuahua?!“, schallt es aus den Boxen. Das Publikum des Kalúa besteht zum größten Teil aus Mexikanern – acht Millionen Menschen mit mexikanischen Wurzeln leben in ­Texas, das sind 30 Prozent der Bevölkerung des US-Bundesstaats –, und die Nennung des jeweiligen Heimat-Bundesstaats wird mit vergnügtem Gejohle quittiert. Oben in der 73


Sound-Box dreht DJ Nando die Musik des mexikanischen Schnulzensängers Julión Álvarez leiser, um Platz zu machen für 3Ball MTY. Und wenn es um Tribal geht, macht man gerne Platz für 3Ball MTY.

„Keiner kann an organisierte Kriminalität denken, während er tanzt.“

Raus aus der Gewalt

3Ball MTY – der Name ist eine Lautmalerei von „Tribal Monterrey“ – gewannen 2012 den Latin Grammy Award als „Best New Artist“, ohne freilich eine wirklich neue Band zu sein. Die gemeinsame Geschichte von Erick Rincón, Alberto Presenda (a/k/a DJ Otto) und Sergio Zavala (alias Sheeqo Beat) hatte schon Jahre zuvor in ihrer nordmexikanischen Heimatstadt Antiguo de Monterrey begonnen, als sie auf Teenagerpartys spielten. Aber die Situation wurde immer un­ gemütlicher, und als eines der Band-Mitglieder im Jahr 2011 einen Auftritt verpasste, weil Drogendealer die Straße mit einem Bus versperrt hatten, war die Zeit gekommen, sich anderswo umzusehen. 2012 lösten 3Ball MTY tatsächlich ihr Ticket raus aus der Gewalt ihrer Heimat, als sie es mit ihrer Single „Inténtalo“ auf Platz eins in den Latin-Charts des „Bill­ board“-Magazins schafften; 3Ball MTY spielten im El Zócalo in Mexico City, im Staples Center von Los Angeles und sogar in Europa, beim Worldtronics-Festival in Berlin. Im Kalúa im Norden von Dallas hat die Nacht in der Zwischenzeit Fahrt aufgenommen. Frauen schmiegen sich an Männer und schwingen ihre Hüften im Tribal-Rhythmus. Bald bilden die Paare einen Kreis um den Dancefloor und be­ wegen sich langsam gegen den Uhrzeigersinn, die Ellbogen angewinkelt, ein Bier in der Hand. „Mexikanische Musik war nicht mehr zeitgemäß, bis Tribal kam“, erklärt DJ Nando, während er am Regiepult des Kalúa an den Reglern dreht. Niemand verlässt die Ordnung des Kreises im Kalúa. Nur hie und da löst sich ein Bursche aus der Reihe und macht ein paar Moves in der Mitte der Tanzfläche. So mexikanisch die Party auch ist, die Gesetze sind amerikanisch: Pünktlich um zwei Uhr fährt DJ Nando die Regler runter.

„Ich hab’s geschafft“

Nachts füllen die F-150 Ford, die 1500erRam und andere übergewichtige Pick-ups die Disco-Parkplätze in Dallas, tagsüber jagen sie den Harry Hines Boulevard hinunter, eine belebte mexikanische Einkaufsstraße. Viele halten bei Nummer 11253, „Gómez Western Wear“. Jeder Zentimeter der Wände, der Regale, des 74

Erika heißt das ­ eschäft in Mate­ G huala, wo die spitzen Schuhe produziert werden, maßgefertigt für Männer, Frauen und Kinder.

Fußbodens im Laden ist voll mit Produkten, die Mexikaner, so betont Gómez, „wie echte Mexikaner“ kleiden sollen. ­Anders gesagt: Es geht in Gómez’ Laden um Stiefel und Hüte. Auf einem Regal stehen vierzig Paar pointy boots. Die spitzen Schuhe blitzen und funkeln purpur, silber, rot und blau, es gibt welche aus Satin und welche mit Pailletten, solche mit Glitzersteinen, ­goldenen Haken und falschen Diamanten. Gómez arbeitete bis ins Jahr 2000 als Kellner, ehe er sich selbständig machte. Er schwört auf pointy boots aus gebräuntem Kalbsleder und Kalbshaut, „es gibt keine besseren Materialien“. Die Spitzen der Schuhe sind so lang, so weit die Fantasie reichen kann. „Ich habe schon welche mit zwei Metern Länge gemacht.“ ­Da konnte man dann nach den Spitzen greifen, ohne sich zu bücken. „In Dallas kriegt der Mexikaner alles, was er braucht“, sagt Gómez. Was er in Mexiko nie kriegen könnte: einen guten Truck – und ein gutes Paar Schuhe. „Wenn du sie trägst, heißt das: ‚Seht her, ich hab’s geschafft.‘“

„Ihr sorgt für den Style“

Es ist gerade drei Jahre her, da begannen Los Parranderos, drei Mal die Woche in den staubigen Straßen ihres Viertels zu proben. Es folgten kleine Engagements, Auftritte bei Hochzeiten und bei Geburtstagsfeiern. 2011 meldete sich Erick Rincón von 3Ball MTY via Facebook: „Jungs, ich will ein V ­ ideo mit euch machen. El Bebeto und América Sierra werden singen. Ihr seid cool. Ihr übernehmt den Style-Part.“ Ein paar Tage später reisten Los Parranderos nach Monterrey. Produzent Tony ­Selectah verpasste ihnen für das Video zu „Inténtalo“ (mittlerweile 37 Millionen YouTube-Klicks) einen neuen Look. Unmittelbar nach dem Dreh ging es weiter: Gemeinsam mit 3Ball MTY eroberten sie Mexiko, füllten ganze Stierkampfarenen mit Fans. „Tribal in den Straßen, Tribal in den Geschäften, Tribal im Fernsehen“, sagt Pascual Escobedo, Bandleader der Los Parranderos, „so war das.“ „Aber die Mädchen schauten dich nur an, wenn du auch die richtigen Schuhe trugst“, erinnert Erick von 3Ball MTY. the red bulletin


Oben: Tribal-Tänzer bei einem Spaziergang in den Straßen von Matehuala. Links: Pascual ­Esco­bedo, Frontmann der Parranderos

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„Wir wollen unser Visum“ Das Klacken der Schritte hallt im riesigen, spärlich beleuchteten Mesquit Rodeo, die Parranderos machen sich bereit zur Probe für ihre Show heute Abend. Wie jeder Auftritt wird es mehr als ein Auftritt sein. Denn Tribal ist mehr als Musik: Tribal ist ein Statement für Lebensfreude und Optimismus, Tribal gibt Hoffnung, Tribal ist Ablenkung vom Alltag des Drogenkriegs in San Luis Potosí. „Keiner kann an organisierte Kriminalität denken, während er tanzt“, sagt Escobedo. Doch obwohl die lokalen Radiostationen Tribal rauf und runter spielen, sinkt die Zahl der Live-Shows. „Ausgehen heißt nicht nur Spaß. Ausgehen heißt auch Angst“, gibt Escobedo zu. „Keiner von uns trinkt Alkohol, weil wir einen klaren Kopf behalten müssen. Wir bleiben immer in Gruppen, bewegen uns nur auf beleuchteten Hauptstraßen. Wir hören von den Morden und den Leichen … was, wenn während einer Show etwas passiert?“ Um der Angst in Matehuala zu entkom­ men, muss man 340 Kilometer nordwärts

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Alle Besucher des Clubs werden durchsucht – selbst jene mit den vertrauenerweckenden pointy boots.

fahren. Dort ist das neue Tribal-Paradies, Texas. 160.000 Menschen haben das in den letzten paar Jahren getan, sie haben ihre Heimat San Luis Potosí für immer verlassen. Auch Los Parranderos wollen raus. Miguel Hernández erzählt: „Einer unserer Fans hat ein YouTube-Video hochgeladen, in dem er sagt: ‚Lasst diese Jungs in Ruhe. Sie sind aus meiner Heimat Matehuala, und dank ihnen geht es Matehuala besser.‘ Doch wir wollen unser Visum. Die Leute auf der anderen Seite warten auf uns.“

Der blaue Lamborghini

Auf den Stufen des Club Rio in Dallas sind heute Eiscreme, Tacos und Tortillas die Renner. Es ist Sonntagnachmittag, TribalParty, viele Kinder sind da. Doch nicht mal das kann Don Pepe, den mächtigen Moderator mit rotem T-Shirt und Doppelkinn, von einem Seitenhieb abbringen: „Die ­mexikanische Band, die heute spielt, ist nicht für den Grammy nominiert, sie wird Gramm für Gramm nominiert, hahaha.“ 76

Er hebt sein Bierglas in Richtung eines Cowboys mit schwarzem Hut, Koteletten und einem überdimensionalen Abbild von Folk-Held Jesús Malverde auf der Brust; Malverde gilt als Schutzpatron der Drogen­ händler. „Jungs, bis dass die Zirrhose uns scheidet“, ruft Don Pepe. Auch der Cowboy hebt sein Glas und lacht. Sonntage bieten Mädchen und Jungs hier kaum mehr als zwei Möglichkeiten: sich die Zeit mit Kinderspielen zu vertreiben oder Tanzschritte zu üben. Und wie jeden Sonntag entscheiden sich Dutzende von ihnen fürs Tanzen auf dem riesigen Dancefloor im Inneren des Clubs. Ihre alten Schuhe bieten nicht sehr viel Halt auf dem glatten Boden, die Kids rutschen aus, stolpern, stoßen sich ihre Köpfe, schlagen sich die Knie auf. Aber es ist eine Frage der Ehre, den Hut auf dem Kopf zu behalten, passiere, was wolle. Die Kinder, die hier ihre Sonntage ver-

bringen, sind solche wie Carlos Zaragoza: Carlos ist neun Jahre alt und gewann bereits sechsmal den Kiddie Tribal Contest. Vielleicht hat er ein paar Kilo z­ u viel auf den Rippen, aber er tanzt mit der Geschmeidigkeit einer Katze. Tribal ist sein Leben, Tribal ist seine Zukunft. Hie und da gewinnt Carlos bei Contests ein wenig Preisgeld, und er legt jeden Cent auf die Seite, um irgendwann seinen Traum wahr werden zu lassen: „Wenn ich einmal groß bin, will ich reich genug sein, um mir einen blauen Lam­ borghini kaufen zu können“, erzählt er.

Ein Bild von einem Mann

Fernando Martínez, Bandleader von Tribal Matehuala, hat sein schwarzes Pontiac-­ Cabrio im Zentrum der Stadt geparkt. „Kann ich ein Bild machen, mit dir auf der Motorhaube?“, fragt ihn die Fotografin unserer Story, als er mit seinem

„Ausgehen heisst nicht nur Spass, sondern auch Angst. Wir bleiben in gruppen und ­bewegen uns nur auf Hauptstrassen.“ the red bulletin


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Oben: Im Kalúa Club von Dallas drehen die mexikanisch-amerikanischen Tribal-Fans ihre traditionellen Runden. Rechts: In Texas leben an die acht Millionen Menschen mexikanischer Abstammung. Jede Woche strömen Hunderte von ihnen in die Clubs von Dallas, wo sich Tribal zum ­König der Tanzfläche ­entwickelt hat.

hautengen T-Shirt und leuchtenden pointy boots, in eine After-Shave-Wolke gehüllt, an ihr vorbeischreitet. Fernando ziert sich ein wenig, ehe er einwilligt. Mit seiner Zurückhaltung ist es dann aber erstaun­ lich schnell vorbei: Denn aus der Traube an Passanten, die sich in wenigen Minuten bildet, tritt eine schwarzäugige Schön­ heit mit engen Hosen. Ein koketter Blick, die Einladung, mit ihm zu posieren, ein Lächeln, und sie sinkt in seine Arme. „Mit 78

meinem Körper und dem hier“, grinst Fer­ nando und deutet auf den Pontiac, „kön­ nen sie mir einfach nicht widerstehen.“ Martínez und seine Band verzichten übrigens auf Hüte, und sie tragen anstelle der pointy boots gerne „Tribal Sneakers“, knallbunte Turnschuhe. Martínez’ Band gehören sogar zwei Frauen an – ein Tabu­ bruch im Tribal. Einige Blocks weiter stehen dreißig be­ waffnete Polizisten in Alarmbereitschaft.

Denn dort treffen sich die Parranderos für ein Fotoshooting. Die Ecke von Juárez und Cinco de Febrero ist trostlos wie jede andere in der Stadt, staubig, schäbig, ein paar vertrocknete Bäume. Drei kleine Kinder, offensichtlich Brü­ der, verlassen gerade ihr Haus und werfen staunende Blicke auf die Schuhe der Band. „Los Parranderos!“, flüstert ihnen ihre Mutter von der Türschwelle aus zu. Ein paar Augenblicke später, während die Tänzer vor einer graffitibesprühten Wand für den Fotografen posieren, sieht sich der dreijährige Ángel ein Video auf einem Smartphone an. „Jetzt pass auf, wie du diesen Rhyth­ mus tanzt / ein Fuß hier, ein Fuß da / mit den langen Schuhen dran / so tanzt du, so tanzt du Tribal“, lautet sinngemäß der Text zum Song, gemeinsam inter­ pretiert von El Rey del Tribal und Los Parranderos. Der kleine Junge blickt auf das Display des Phones, hinüber zur Band. Dann fängt er an mit seinen Armen und Füßen zu kreisen: Tribal, die ersten Schritte. ­Pascual Escobedo, der berühmte Band­ leader der Los Parranderos, zwinkert dem Knirps zu. Mit diesem Video sorgte 3Ball MTY für Furore: www.youtube.com/watch?v=LRYNWfJzfVE the red bulletin


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Besuch im Stunt-Labor: Wer die Luftauftritte von ­„Spider-Man“-Darsteller ­Andrew Garfield perfektio­ niert, sehen Sie auf Seite 84.

Inhalt 82 REISE-TIPP Swimmingpools der Superlative 84 GET THE GEAR Stunt-Guru Andy Armstrong öffnet seine Trickkiste. 86 TRAINING mit Squash-Profi Karim Darwish 88 NIGHTLIFE Out Now: Talib Kweli/Laufen bei Nacht/Club: Das Fabrik/Take 3: Phoenix 92 SAVE THE DATE 94 KAINRATH 96 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV

bild: rex features

98 KOLUMNE von Christian ­Ankowitsch

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more body & mind

1. Das Höchste Marina Bay Sands, Singapur Vom Hotelpool aus verfolgen die Badegäste g ­ elassen das hek­ tische Treiben der Metropole – 200 Meter unten ihnen.

Pool extrem

Auf und davon Der Reise-Tipp des Monats

1 Kilometer lang, 200 meter hoch, im Eis,

im Paradies und wild wie der Ozean. Wir präsentieren: sechs Schwimmbecken der Superlative. 5

6. Das Idyllischste

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alila Ubud, Bali Glänzt inmitten von Balis ­Regenwalddickicht, hoch über dem Ayung-Fluss.

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more body & mind

2. Das Wildeste Bondi Icebergs, Australien Direkt am legendären Bondi Beach in Sydney gelegen, sorgt die Brandung für dramatische Frischwasserzufuhr.

3. Das grösste

text: ulrich corazza. Bilder: Corbis (3), imago, reuters, mauritius images

San Alfonso, Chile Bei 1013 Meter Länge fasst die Badelandschaft 250.000 Kubik­ meter Wasser.

5. Das Eisigste Blue Lagoon, Grindavík, island Besonders im isländischen Winter eine Wohltat: das knapp 40 °C warme, mineralreiche Thermalwasser.

4. Das Tiefste Nemo 33, Brüssel, Belgien Das 35 Meter tiefe IndoorTauchbecken ist speziell für Tauchlehrgänge konzipiert.

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text: florian Obkircher. Bild: annie collinge

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Andy Armstrong, 59, und sein Sohn James (re.) arbeiten gerade am Set von „The Amazing Spider-Man 2“.

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get the gear Die Ausrüstung der Profis

So schwingt Spider-Man Er lässt Schauspieler Feuer fangen und Spider-Man oder Thor durch die Luft ­fliegen: Stunt-Koordinator Andy Arm­ strong zeigt uns seine Wirkungsstätte.

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1. Elektronische Winde Mittels dieser an einem Kran angebrachten Winde schwingt ­Spider-Man durch die Häuserschluchten von Manhattan. Der Stuntman hängt dabei an einem sehr dünnen Seil, das ihn über eine Spanne von fünf Häuserblocks befördert. 2. Crashtest-Dummy Ein Stunt muss möglichst spektakulär aussehen, dabei aber wiederholbar und absolut sicher sein. Diesen schmalen Grat ermitteln wir anhand von Hartplastikpuppen mit dem Gewicht eines Erwachsenen. 3. Ratchet Die Ratchet ist ein über Druckluft gesteuerter Zylinder, der den Stuntman mit einer Gurtkorsage schlagartig nach hinten zieht. Das Gerät wird u. a. verwendet, um die Druckwelle einer Explosion zu simulieren.

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4. Amspec-Stunt-Matten Früher musste man die bis zu einen Meter dicken Matten am Set geschickt tarnen. Heute entfernt man sie einfach in der digitalen Nachbearbeitung. 5. Action Fire Jel Bei Feuerszenen wird das Gel auf jene Körperstellen aufgetragen, die nicht von der Kleidung bedeckt sind. Ungefähr 40 Sekunden schützt die Salbe die Haut vor den Flammen, dann muss sofort gelöscht werden. 6. Nomex-Schutzanzug Bei Feuerszenen verwenden wir die gleichen Schutzanzüge wie Rennfahrer. Man trägt sie unter der Kleidung, damit der Stunt möglichst echt aussieht. Beim Dreh von „Hoffa“ warnte ich Regisseur Danny DeVito im Vorfeld vor der Feuerszene. Und

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trotzdem fiel er aus der Rolle, als er mich brennen sah. Er brüllte: „Löscht ihn!“ 7. Spielzeugautos Jede Verfolgungsjagd wird mit Spielzeugautos vorbereitet und ausgearbeitet. Wir malen einen Straßenplan auf Papier. Dann nimmt jeder Stuntfahrer das Auto, das er in der Szene fahren wird, und fährt die Sequenz nach. Da fühlt man sich wie in die Kindheit zurückversetzt. 8. Feuerlöscher Bei großen Explosionen brennen zehn Personen gleichzeitig. Für jeden Stuntman stehen sechs Feuerlöscher bereit. Je zwei am Ausgangs- und Zielort, zwei auf halbem Weg, falls der Stuntman stürzt – macht pro Film gleich mal 100 Flaschen. 9. Apple iPad Schon vor dem ersten Drehtag filme ich mit meinem Team alle Stunt-Szenen des Films im Studio probehalber auf Video. Am Set zeige ich der Crew auf meinem iPad, wie die Szene aus­ sehen soll. Bei einem Film wie „The Amazing Spider-Man“ hab ich 200 vorproduzierte Szenen auf meiner „Bibel“ gespeichert. 10. Stützkorsett Rücken und Hals sind die ­Achillesferse eines Stuntmans. Deshalb ist dieses KarbonfaserStützkorsett vor allem bei Autostunts ein Muss. In „The Green Hornet“ rasierte mein Sohn einem Bus mit seinem Auto das Dach weg und überschlug sich. Dank diesem Gurtgeschirr stieg er aus, als wäre nichts gewesen. Taurus World Stunt Awards: 10. Mai, Hollywood; Details: taurusworldstuntawards.com

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Rund 20 Stunden pro Woche verbringt der 22fache Turniersieger in der Vorbereitungszeit auf dem Court.

meine Trainings-woche Montag 9 Uhr: 2 km Aufwärmlauf (4 Min./km), danach 15 Min. Stretching (Fokus: Oberschenkel und Rücken) 9.45 – 10:30 Uhr: Beinarbeit-Drills am Squashfeld. 50 Whg. zu je 30 Sek. mit 10 Sek. Pause (Puls: 180) 11.30 – 13 Uhr: Techniktraining 18 – 19.30 Uhr: Trainingsmatches mit dem äpyptischen Nationalteam Dienstag 18 – 20 Uhr: Nationalteamtraining, Stretching, eine Stunde Massage Mittwoch 9.30 Uhr: 40 Minuten Training auf der Laufbahn („Killer of the Champs“): 4-mal 800 Meter (jeweils in 2:30– 2:40 Min.), 5-mal 400 Meter (70–75 Sek.), 6-mal 200 Meter (30 Sek.) 12 – 13 Uhr: Techniktraining allein auf dem Court (z. B. Drop Shots) 18 – 19:30 Uhr: Nationalteamtraining Donnerstag 9.30 – 11.00 Uhr: Fitnesseinheit: 4 Sätze zu je 12–15 Whg. Beinpresse, Schulterheben, Bizeps-/Trizeps-Curls, 4× 30 Whg. Kreuzheben, 4× 40 Sit-ups 11 – 12.30 Uhr: Techniktraining (z. B. Drillübungen von Angriffsschlägen) Freitag Ruhetag

work out Trainieren wie die profis

Karim Darwish. Der

31-jährige ägyptische Squash-Profi gibt in jedem Training 120 Prozent, liebt seine Arbeit … und Schmerzen. „Squash ist mein Leben“, beschreibt Karim Darwish, der 2009 elf Monate die Nummer 1 der Welt war, die Passion für seinen Sport. Kraft, Schnelligkeit und Grundlagenausdauer erarbeitet sich der Mannschaftsweltmeister 2009 und 2011 in der Wettkampfpause im Juni und Juli in seiner Heimat. Sein Rezept: „In jedem Training 120 Prozent geben, um im Wettkampf 100 abrufen zu können. Manchmal tut es weh, morgens aufzustehen … aber genau das liebe ich, weil es mir zeigt, dass ich Fortschritte mache“, verweist Darwish auf schmerzvolle Trainingseinheiten wie „Killer of the Champs“ (siehe Mittwochvormittag).  www.psaworldtour.com 86

Sonntag 9 Uhr: Fitness (siehe Donnerstag) 11 – 12.30 Uhr: Technik-/Taktiktraining 18 – 20 Uhr: Trainingsmatches mit dem Nationalteam

Mein Trainings-Tipp

Bewegung ist alles Das Um und Auf im Squash-Sport ist die Beinarbeit. Die fängt bereits bei der Wahl des richtigen Schuhwerks an – es muss extrem leicht (ca. 350 Gramm), gut gedämpft und rutschfest sein (ich verwende aktuell den Asics Gel-Blade 3). Während eines Squash-Matches läuft man rund 15 Kilometer (Maße eines Squash-Courts: 6,4 × 9,75 m). Umso wichtiger ist es daher, zu lernen, sich ökonomisch zu bewegen – am besten beim „Trockentraining“ auf dem Court. Hier eine kleine ­Anleitung: jeweils in der Feldmitte beginnend, rund 30-sekündige Sprints in alle vier Ecken des Courts … und das Ganze 30-mal.

Karim Darwish im Red Bull Diagnos­ tics & Training Center Thalgau (Sbg.)

the red bulletin

text: ulrich corazza. bilder: Tomislav Moze/Red Bull Content Pool

Gegen die Wand

Samstag 9.30 Uhr: 8-mal 400 Meter (jeweils in 68–72 Sek. mit 1 Min. Pause), Auslaufen und Stretching 11.30 – 13 Uhr: Technik-/Taktiktraining 13 – 13.45 Uhr: Schlagtraining allein 18.30 – 20 Uhr: Trainingsmatches


eristoff tracks

urban art forms festival

preSented By

NEu: 3 tage MainStage

the prodigy· Seeed · deichkind parov Stelar & Band · kniFe party

Fritz kalkBrenner · Fedde le grand · ModeStep

caMo&krooked · dada liFe · zedd · dUB FX · oliver koletzki MoonBootica · MogUai · noiSia · Borgore · Feed Me · BaaUer

chriS lieBing · len Faki · gUS gUS · nicone & SaScha BraeMer ForMat:B · WankelMUt · tUBe & Berger · dUMMe JUngS Foreign BeggarS · dirtyphonicS · zoMBoy · delta heavy

cyBerpUnkerS · danny avila · congorock · SigMa · tc · SaSha caraSSi · the zoMBie kidS FM BelFaSt · neoSignal · MonSta · hvoB · illSkillz · FoUrWard · parachUte yoUth

reptile yoUth · tai · gUdrUn von laXenBUrg · Beltek · 17th BoUlevard · Body & SoUl · phillip cUe diSaSzt · etepetete · niko SchWind · raMpUe · JonaS Mantey · SUtter cane · BeWare & FUnctioniSt Joyce MUniz · padre el Ferenco · der Wanderer · daniel MorgenStern · dUBeSQUe · MaSSoUd · naked FiSh

Steve looney · Ben drill · chriS Stohl · Jenny delano · MaX hizzle · hallerSon · dJ Snare · pandora & coda · on d’rUgS Mc daXta · Stork creW · deFilla · hattori & BaSS.ikk · Janda · Bc-SySteM · MotSa · MiSchkonSUM & dino de MeeS Ben-e · JenS tiMBer · danny la vega B2B paco di Bango · Martin FreUdentanz · MoSBee · apUa & kWak · david Mogyoro · dJane eoS . . . . . ................................................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

netSky · high contraSt · danny Byrd · S.p.y · Fred v & graFiX

Metrik·rockWell ·McMantMaSt·McyoUthStar·McWrec·Mat&concept·Spaceant . . . . . ................................................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . red BUll MUSic acadeMy Stage

Mike Skinner · Φz · zinc · nick hook · SinJin haWke · cid riM WolFraM · pUSchMann · vUk & didier · Feloneezy · Bitz

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VISUAL ARTISTS

4yoUreye · lichttapete · Blackdata · the pXlz · dornröSchen · nippleFiSh · onkel tUca · der lUStige aStronaUt · optical engeneerS draWvolUtion · laMpenSchirM · dazed StyleS · andreaS Steinkogler · SkylaB · videoten · 5takt · BreakvieW · nikita · SUSita · WillUSion

04.-06.July 2013 · schwarzlsee unterpremstätten / graz www.urbanartforms.com

Tickets sind über www.musicticket.at, in allen Ö-Ticket Filialen und Vertriebsstellen (sowie unter +43 1 96096 bzw. www.oeticket.com) in den Filialen der Raiffeisenbank Niederösterreich und Wien (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder) sowie in jeder Bank Austria Filiale (Ermäßigung für Ticketingkunden und MegaCard-Members) erhältlich.


m o r e b o dy & m i n d

Nightlife Die Macht der Nacht

out now

Action

„Ich mag bemitleidenswerte Helden“ Talib Kweli holt Hip-Hop aus der Halbwelt. Der Rapper über den Arabischen Frühling und die Musikrevolution im Internet. Als Talib Kweli 1995 die Bühne betrat, war er ein Außenseiter. Der New Yorker stellte anfangs mit den poetischen und sozialkritischen Texten seines „Conscious Rap“ einen Gegenpol zur Gangsta-Szene dar. Heute ist der 37-Jährige einer der erfolgreichsten Rapper der Welt. Er gilt als Hip-HopGelehrter, der bei aller Tiefgründigkeit weiß, wie man eine Party zum Kochen bringt. Im Zeichen dieses Spagats steht auch sein sechstes Album. The Red Bulletin: Das Intro der Platte erinnert mit seinen Anfeuerungsrufen an eine Demonstration. Talib Kweli: Die Kraft des Arabischen Frühlings hat mich sehr beeindruckt. Das spiegelt sich auf der Platte wider. Das Album ist wie ein Tag in meinem Leben. Es geht um Politik, um die Liebe und meine Rolle im Musikgeschäft. Du veröffentlichst auf deinem eigenen Plattenlabel. Wieso? In den neunziger Jahren war mehr Geld da. Damals verbrachte ich viel Zeit im Tonstudio, während ich heute auch als Geschäftsmann agieren muss. Ich mag

„Prisoner of Conscious“ (Javotti Media) von Talib Kweli ist bereits erschienen. www.talibkweli.com

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die Herausforderung, weil sie Unabhängigkeit bringt. Leute wie Kendrick Lamar, der auf meiner Platte als GastRapper dabei ist, haben den Durchbruch via Internet geschafft – ohne große Plattenfirma im Rücken. Du hast Schauspielerei studiert. Deshalb die Frage: Wäre dein neues Album ein Film, wer würde Regie führen? Wes Anderson. Weil ich seinen eigen­ willigen Stil bewundere und weil wir beide – ich in meinen Texten, er in ­seinen Filmen – eine Vorliebe für ­bemitleidenswerte Helden haben.

Nachtlauf In MOde: In vielen Städten etablierten sich in den letzten Jahren zunehmend Laufveranstaltungen bei Nacht (von der Kurzdistanz bis zu Marathons). Vorteile: Gerade in den Sommermonaten sind die Temperaturen in der Nacht erträglicher. Gut für Allergiker: Der Pollenflug ist nächtens vermindert. zu beachten: Stirnlampen sind nützlich. Achtung: Wegen der Dunkelheit erfordert Laufen bei Nacht eine höhere Konzentration. Auch der Biorhythmus muss sich erst auf die späten Laufzeiten einstellen – das gehört im Training beachtet.

Night quote

” Leben ist das, was passiert, wenn du nicht schlafen kannst. “ Fran Lebowitz (US-amerikanische Schriftstellerin)

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Cocktail

Vanillegarten Der Cocktail des Monats Mai entstand als gewagtes Experiment, erzählt dessen Erfinder Michael Steinbacher, Barkeeper in der Mayday Bar im Salzburger Hangar-7: „Mit Petersilie ist in diesem Drink eine Zutat enthalten, die auf den ersten Blick so gar nichts mit Cocktails zu tun hat. Dabei harmoniert das Küchenkraut perfekt mit Ginger Ale und Angostura.“ Anfangs leicht säuerlich im Geschmack, entwickelt der alkoholfreie Drink im Mund ein unvergleichbar würziges Aroma, das von Petersilie und Vanille dominiert wird.

Club des Monats Club

Bilder: DOROTHY HONG/Vision Music, getty images, fabrik (3), Fotostudio Eisenhut & Mayer

„Das Tor zu einer anderen Dimension“ Das Fabrik ist mehr als ein Club. 3500 Tänzer machen aus der alten Fabrik am Stadtrand Madrids jedes Wochenende ein Rave-Dorf, regiert von den besten DJs der Welt. Muskulöse Kerle speien Feuer, leicht ­bekleidete Damen tanzen in überdimensionalen Cocktailgläsern. Laserstrahlen zischen durch den Raum, riesige Kanonen an der Decke schießen Trockeneissalven auf die Tanzfläche. Aus den gigantischen Boxentürmen dröhnt der Bass, auf der Bühne thront der DJ und „predigt“ den 3500 Nachtwesen vor ihm. Das Fabrik ist der Inbegriff des Superclubs. Ein Club, der mit seinen bunten Lichtern anmutet wie ein Tor zu einer anderen Dimension. So beschreibt Manager Daniel Perellón sein Reich am liebsten. 2003 eröffnete er das Fabrik am Stadtrand von Madrid mit dem Ziel, einen Club zu eröffnen, der den Megaclubs auf Ibiza Paroli bieten kann. Und das ist ihm gelungen: Neben den drei Floors – jeder von ihnen für sich würde schon als Großclub durchgehen – gibt es kleine Restaurants, eine hauseigene Boutique und etliche

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Zutaten

Zubereitung

12 cl Ginger Ale 2 Spritzer Angostura 2 Barlöffel Vanille­ zucker 4 Limettenachtel 10 Petersilienblätter Crushed Ice

Limettenstücke, Petersilie und Vanillezucker in einem CaipirinhaGlas zerdrücken. Angos­ tura, Ginger Ale und Crushed Ice beifügen. Zutaten verrühren, bis sich der Zucker auf­ gelöst hat. Als Deko: die Spitzen eines Petersilienblatts in Vanillezucker tunken.

Chill-out- und VIP-Bereiche. Einen sogar im Freien mit eigenem Ententeich. Derartiges Übermaß verlangt natürlich nach den entsprechenden Zeremonienmeistern. Samstags legen mit DJs wie Uroš Umek, Steve Bug, Ben Sims und Carl Cox die größten Namen aus Techno und Progressive auf, der Geheimtipp aber sind die Sonntagspartys mit ihren Kostüm­ themen wie „Tim Burton“. Denn wenn ­Alice im Wunderland und Edward mit den Scherenhänden zu pumpenden HouseBeats tanzen, steht das Tor zur fünften ­Dimension wirklich sperrangelweit offen. Fabrik Avenida de la Industria 82 28970 Humanes de Madrid, Spanien www.grupo-kapital.com/fabrik

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Nightlife

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Phoenix-Sänger Thomas Mars (li.): Inspiration durch Kunst

Dan Flavin (1933 – 96)

Meine Frau schenkte mir eine seiner Skizzen. Ich finde Flavins minimalistische Installationen inspirierend. Für ­unsere neue Lichtshow haben wir uns einiges bei ihm abgeschaut. Spannend finde ich, dass seine Werke ein natürliches Ablaufdatum haben, denn ­Neonfarben leuchten nicht ewig. Seine Arbeiten werden immer teurer, gleichzeitig verblassen sie.

2 Donald Judd (1928 – 94)

Er war einer der besten Designer seiner Generation. Heute findet man im Internet Anleitungen, wie man Judds Möbel selbst bauen kann. Das wirft die Frage auf: Was ist wichtiger, Konzept oder Ausführung? Diese Diskussion gibt’s auch in der Popmusik. Jeder kann heute daheim eine Platte produzieren. Ich denke: Ohne gute Ideen hilft das beste Handwerk nichts.

Take 3

„Da gibt’s nichts zu ­erklären“ Phoenix. Die französische ­Indie-Band liebt Kunst. Sänger Thomas Mars über seine liebsten zeitgenössischen Musen. 2009 war ein großes Jahr für Phoenix. Das Pariser Quartett verkaufte eine Million ­Exemplare seiner Platte „Wolfgang Amadeus Phoenix“ und gewann den Grammy Award für das beste Alternative-Album. Verdiente Lorbeeren für eine Band, die schon seit 13 Jah-

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ren mit perfekten Indie-Pop-Songs, angesiedelt zwischen zeitloser Eleganz und großer Emotion, begeistert. Inspiration schöpft die Band aus benachbarten Kunstfeldern. Sänger Thomas Mars schreibt regelmäßig die Musik für die Filme seiner Ehefrau, der Regisseurin Sofia Coppola. Außerdem sind er und seine Bandkollegen Fans zeitgenössischer Kunst. „Wir lieben amerikanische Künstler wie Dan Flavin und Edward Ruscha. Ihre Werke sind so minimalistisch wie frisch“, sagt der 36-Jährige. Während der Arbeiten an „Bankrupt!“, dem fünften Phoenix-Album, habe die Band versucht, deren Werke in Musik umzusetzen. „Wenn mich Leute nach der Bedeutung des Plattentitels fragen, bin ich immer wieder versucht, eine Antwort im Stil von Ed Ruscha zu geben: ‚Da gibt’s nichts zu erklären‘“, sagt Mars amüsiert – und nennt drei zeitgenössische Meister, die das neues Album formten. www.wearephoenix.com

3 Edward Ruscha (* 1937)

Neben seiner Kunst schätze ich vor ­allem die Interviews mit dem Pop-ArtTitanen. Weil er darauf hinweist, wie ­unnötig es ist, Kunst zu zerreden. Wenn ihn Leute zu seinen Bildern befragen, sagt er gern: „Da gibt’s nichts zu erklären.“ Ich finde diese Einstellung toll. Er sagt quasi: Schau einfach hin, lass es auf dich wirken. Dann verstehst du’s. Oder auch nicht.

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Nightsnack

Mexiko ShrimpsCocktail Veracruz An Mexikos Karibikküste dominieren Shrimps & Limetten, Tomaten & Koriander die Kultur des Streetfood.

text: klaus kamolz. Bilder: getty images (4), corbis (2), ddpimages Fotostudio Eisenhut & Mayer, imago

Shrimps, Shrimps, Shrimps Minutenlang konnte Bubba, der Freund von Forrest Gump, Shrimpgerichte aufzählen. Im mexikanischen Bundesstaat Veracruz, einem Paradies für Seafood-Liebhaber, funktioniert das auch: Es gibt Tacos mit Shrimps, Omelettes mit Shrimps, Reis mit Shrimps; man kann sie grillen und kochen, backen oder roh belassen. Aber überall wird, sozusagen als Pflichtübung, der lokale Cocktail serviert, egal ob im kegelförmigen Glas, im ­Teller oder auf den Straßen im Pappbecher. So gehört sich das Der Cocktail, als „coctel de camarones“ auf Menükarten von Restaurants und Schildern von Snack-Ständen (die heißen in Veracruz „palapas“) ange­ priesen, hat zwei fixe Begleiter: salzige Cracker (hier natürlich manchmal auch Maistortillas oder Nachos) und danach den Toro oder El Torito, einen Milchshake mit exotischen Früchten (wobei: in Veracruz sind sie ja gar nicht exotisch) und Rum.

Shrimps-Cocktail: der Grund für die Schlange vor Veracruz’ Straßenhändlern

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„Veracruz“ fast forward Mit der ziemlich üppigen Cocktailsauce aus Mayonnaise und Ketchup hat man im tropischen

Mexiko nicht viel am Hut. Der Shrimps-Cocktail Veracruz ist ­wesentlich leichter und frischer. Im Schnelldurchlauf: Shrimps kochen, mit Knoblauch, Jungzwiebeln, Chili, Olivenöl und ­Limettensaft marinieren; Tomaten pürieren, Avocados würfeln und Koriander hacken; alles mit Chilisauce vermischen. Fertig. Ein enger Verwandter Eine Abwandlung des ShrimpsCocktails, in der auch Krabbenfleisch und Hummer vorkommen, heißt in Veracruz „Vuelve a la vida“, was „Zurück ins Leben“ bedeutet. Und warum? Weil dieser Cocktail ein äußerst beliebter Kater­vertreiber ist.

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Save the Date Mai 2013 29. Mai, Krieau, Wien

Green Day

31. Mai – 2. Juni, Red Bull Ring, Spielberg

DTM

Seit 2011 gastiert das Deutsche TourenwagenMasters wieder auf der traditionellen steirischen Rennstrecke. Der 4326 Meter lange, hügelige Kurs ist die dritte Station der Meisterschaft und neben Brands Hatch (GBR), Moskau (RUS) und Zandvoort (NED) eine von nur vier Strecken außerhalb Deutschlands. Dass das Interesse auch in Österreich enorm ist, bewiesen im Vorjahr 50.000 ­Zuschauer am Rennwochenende. www.dtmspielberg.at

Steiniger Weg zum ­Erfolg: Titelverteidiger Jonny Walker 30. Mai Bis 2. Juni, Erzberg, Eisenerz

Erzbergrodeo Das Erzbergrodeo gilt nicht umsonst als härteste Offroad-Veranstaltung der Welt. Der Beweis: 2012 sahen von den 500 Startern, die sich über den Prolog für den Königsbewerb, das Red Bull Hare Scramble, qualifizierten, gerade einmal sieben das Ziel. Am schnellsten absolvierte dabei Jonny Walker die zwanzig Checkpoints mit furchteinflößenden Namen wie Devil’s Kitchen, Hell’s Exit oder Arch of Pain. Der 22-jährige Brite wird heuer der große Gejagte sein. Einen Vorgeschmack auf das Xtreme-Enduro-Spektaktel gibt es beim Rocket Ride (30. Mai). Dort gilt es, einen dreiteiligen Steilhang in Bestzeit zu bewältigen. Was dabei vor allem gefragt ist: kompromissloses Gasgeben. Red Bull Hare Scramble: am 2. Juni um 11 Uhr live auf Servus-TV

29. Mai bis 2. Juni, Graz

25./26. Mai, Möslestadion, Götzis

Springfestival

Der seit 1975 jährlich ausgetragene Leichtathletikbewerb ist das bestbesetzte Mehrkampf-Meeting (Zehnkampf Herren, Siebenkampf Damen) der Saison. Heuer dürfen sich die Fans auf zwei ganz besondere Gäste freuen: Neben Weltmeister Trey Hardee will der aktuelle Weltrekordhalter Ashton Eaton (USA, 9039 Punkte) erstmals antreten. www.meeting-goetzis.at

Über hundert Künstler in fünf Nächten: Das Springfestival in Graz be­ reitet selbst geübten Party-Hoppern Stress. Mit einem Festivalpass können sich die Besucher durch die besten Francesco Clubs der Stadt tanzen. Die HighTristano (li.) mit Band lights: Amy-Winehouse-Produzent Mark Ronson steht hinter den Plattenspielern, Francesco Tristano gibt mit seiner Band Aufgang ein Konzert ­zwischen Barockmusik und House, Mykki Blanco, Joy Orbison, Jackmaster und andere rocken die Red Bull Music Academy Stage (29. Mai, Postgarage). Empfehlung: auf jeden Fall vorschlafen. Kann bei diesem Aus­ dauertest zwischen Beats, Bass und Katerfrühstück keinesfalls schaden.

In Götzis: Zehnkampf-Weltrekordler Ashton Eaton

www.springfestival.at

Hypo-Meeting

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Bilder: flo hagena/red bull content pool, getty images, fabien breuil

Eine der erfolgreichsten und fleißigsten PunkRock-Bands der Welt – letztes Jahr veröffentlichte das Trio gleich drei (!) neue Alben – geht mit dem neuen Material auf Tour und zeigt, dass man auch nach 25 Dienstjahren im Musikgeschäft noch ­rocken kann wie Hölle. www.greenday.com

the red bulletin


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30. Mai bis 1. Juni, Salzburg

Gaisbergrennen

Steil bergauf: 400 Meter, 36 Grad Steigung

www.src.co.at

Alfa Romeo 8C Monza

19. Mai, Kulm, Bad Mitterndorf

Red Bull 400 Für die Teilnehmer ist die Direttissima auf die weltgrößte Naturflug­ schanze der wohl härteste 400-Meter-Lauf ihres Lebens. Im Vorjahr erklommen dennoch 700 Teilnehmer (in Einzel- oder Staffelbewer­ ben) den respektgebietenden Hang mit bis zu 36 Grad Steigung. Messen kann man sich auch heuer wieder mit Andreas Goldberger – der Neo-Vierziger bezwang den Berg bereits mehrmals von unten (und natürlich ein wenig öfter von oben) – und Berglauf-Spezialist Markus Kröll. Für Entspannung nach den Strapazen sorgt abends ein Red Bull Brandwagen-Konzert. www.redbull.at/400

communico

Bilder: picturedesk.com, Erwin Polanc/Red Bull Content Pool

Zwischen 1929 und 1969 ging es im Rennen auf den Gaisberg um die schnellste Zeit. Seit 2003 gilt es es für die teilnehmenden Motorräder und Automobile, den Berg möglichst gleichmäßig zu erklimmen. Dies­ mal werden sechs Wertungsläufe ausgetragen (der Stadt Grand Prix, ein Lauf auf dem Salzburgring und vier Wertungsprüfungen auf den Gaisberg). Start­ berechtigt sind Fahrzeuge bis Baujahr 1969. Der Sieger errechnet sich aus der geringsten Zeitabweichung von vorgegebenen bzw. selbstgewählten Sollzeiten.

HONDA empfiehlt

Die vielseitige CB500F, die sportliche CBR500R und die handliche Straßenenduro CB500X – alle verfügen über serienmäßiges ABS, einen hochmodernen Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 470 ccm und 35 kW (48 PS). Egal ob du in die nächste Führerscheinklasse aufsteigen oder einfach Motorradfeeling pur genießen möchtest, die CB500-Serie wurde für deinen Fahrspaß entwickelt! Details unter www.honda.at.


illustration: dietmar kainrath

k a i n r at h

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the red bulletin


Die Spiele der UEFA Champions League live im österreichischen Free TV und online mit Live-Stream auf sport.puls4.com und mobil mit der PULS 4 App. Mit PULS 4 HD können Sie die Spiele in High Definition und Dolby Digital 5.1. empfangen. Das gibt’s nur hier: PULS 4


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Volles Programm Das Red Bull TV-Fenster bei ServusTV: Jede Menge Action auf Ihrem Bildschirm. www.servustv.com

Sonntag, 12. Mai, 17.00 Uhr

Bullit – Valencia in Flammen Alljährlich basteln die Bewohner Valencias farbenfrohe Statuen – um sie anschließend im Rahmen des Fallas genannten Frühlingsfests abzubrennen.

UCI Mountain Bike World Cup 2013 Kraft, Ausdauer und Siegeswille sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg in der Mountainbike-Disziplin Cross Country. Der Startschuss für die diesjährige Weltcupsaison fällt in Albstadt (Baden-Württemberg), wo die ersten Sieger im Cross Country und Cross Country Eliminator ermittelt werden. Natürlich auch mit am Start: die Tirolerin Lisi Osl (Bild), die sich 2013 zumindest unter die Top Ten kämpfen will.

Sonntag, 19. Mai, 23.25 Uhr

Bon Jovi – Live on Stage Um ihr neues Album „What About Now“ feierlich vorzustellen, luden Bon Jovi 350 Fans zu einem exklusiven Privatkonzert. ServusTV war mit dabei.

Mittwoch, 29. Mai, 21.15 Uhr

Das Wunder am Mount Everest Samstag, 25. Mai, 12.00 Uhr

Red Bull X-Fighters: USA Die weltbesten Freestyle-Motocrosser machen Halt im kalifornischen Glen Helen, wo Lokalmatador Todd Potter seinen Vorjahressieg verteidigen will.

So sind Sie im Bild 96

2006 geht für den Australier Lincoln Hall ein Traum in Erfüllung: Der erfahrene Bergsteiger erreicht den Gipfel des Mount Everest – woran er 22 Jahre zuvor noch gescheitert war. Beim darauf folgenden Abstieg bricht Hall plötzlich zusammen, wird von den Sherpas, die ihn begleiten, für tot gehalten und zurückgelassen. Am nächsten Morgen findet ihn eine Gruppe Bergsteiger im Schnee – lebendig. Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter

0800 100 30 70 the red bulletin

Bilder: gepa pictures/McKlein/red bull content pool, essential viewing/mark rogers, picturedesk.com, getty images, joerg mitter/red bull content pool

Samstag, 25. Mai, 11.30 Uhr


p ro m ot i o n

Must-haves!

D er blaue Turbo bei Verletzungen Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Blutergüsse beeinträchtigen Sie beim Sport und auch im Alltag. Dolo-Menthoneurin®, das Schmerz-Gel mit der bewährten Sechsfach-Wirkung, hilft rasch und zuverlässig bei Sport- und Unfall­ verletzungen. 1

Wirkstoffe: Diethylaminsalicylat, Heparin-Natrium, Menthol. DOLPT04134 Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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DOSH „AERO“ – Are you ready for summer? Entwickelt und hergestellt von einer mehrfach ausgezeichneten Industrial Design Group in Sydney/Australien, stellt die DOSH-Geldbörse eine Weltneuheit im Hinblick auf Design, Konstruktion und Fertigung dar! Einzigartiges Design, wasserfestes Desmopan®, handlich und praktisch un­ zerstörbar – das ist DOSH! Alle DOSH Wallets gibt’s im CEEPLE LIFESTYLE STORE. 2

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EA T THE BALL® – EAT SMART, FEEL GOOD Als dreidimensionales Gebäck in verschiedensten Ballformen sorgt Eat the Ball® für eine Revolution am Brotmarkt: Die originalgetreuen Bälle bleiben mehr als 24 Stunden frisch und sind aus rein natürlichen Zutaten hergestellt. Zu kaufen gibt’s die leckeren Energiebündel beispielsweise bei Spar Gourmet, Zielpunkt, M-Preis und Baguette, Maximarkt, Meinl am Graben, OMV Tankstellen mit VIVA Shop und im Großhandel – ein echtes Gebäck für Siegertypen! 3

3

www.eattheball.com 4 FROM THE DESERT TO THE CITY Was sich vor über sechzig Jahren an den Füßen der französischen Fremdenlegionäre bewährte, avanciert heute zum Schuhwerk der Trendsetter. Egal ob in New York oder Berlin, der „roughe“ Look ist weltweit angesagt. Die lässigen Boots eignen sich für den Großstadtdschungel genauso wie für das Backcountry. Palladium gilt als das Original in Sachen robuste Stiefel mit Zehenkappe und derber Sohle.

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5 PURES ZEITGEFÜHL Die R-POWER CHRONO von Roamer ist ein Chronograph, der mit seiner Optik überzeugt. Ein unverwüstliches PVD-schwarz ­beschichtetes Edelstahlgehäuse bildet das Fundament für diesen Chronographen. Dank des roten Silikonarmbandes findet sich ein stimmiger Zeitmesser auf dem männlichen Handgelenk wieder!

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6 Megatrend aus den USA Superstars schwören auf die natürliche, revitalisierende Erfrischung durch Kokosnuss­ wasser. Beim Sport und im Alltag. Nährstoffreich, kalorienarm und isotonisch wertvoll. Rauch Coco Mio wird direkt aus jungen Kokosnüssen gewonnen, ist zu 100 % natürlich und ohne Zusatz von Zucker. „Rauch Coco Mio – 100 % Pure“ bietet den puren Geschmack. „Rauch Coco Mio – Ananas“ ist die fruchtige Alternative mit bestem Ananassaft. Gut gekühlt genießen.

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W

ie gut mein Zeugnis wurde, entschied sich bereits in der allerersten Unterrichtsminute jedes neuen ­Schuljahres. Davon war ich felsenfest überzeugt. Wenn ich da nicht aufpasste, wäre das Jahr gelaufen, gegessen, vergeigt, versemmelt, verbaselt, versägt, ­verhaut und versaut. In dieser allerersten Schulminute entschied sich nämlich regelmäßig, wo ich das Jahr über sitzen sollte, denn vergeben wurden unsere Plätze nach dem „First come, first serve“Prinzip: Wer früh genug da war, konnte sich aussuchen, wo er sitzen wollte. Und ich wusste genau, wo: am Fenster in der vierten Reihe! Hätte mich damals jemand gefragt, warum mir kein Trick zu mies war, um genau diesen Platz zu ergattern, hätte ich darauf geantwortet: Da sieht mich keiner! Heute weiß ich, dass ich damals aus dem Bauch heraus den Ernst meiner Lage ­erkannt hatte. Denn seit Jahren mehren sich die Beweise, dass unsere schulischen und beruflichen Triumphe bzw. unsere Niederlagen weniger davon abhängen, ob wir wissen, wie man in einem Term ­Variable faktorisiert, sondern vielmehr vom Umstand, wo wir im Unterricht ­sitzen und wann wir bei Prüfungen drankommen. So hat sich bereits vor über dreißig Jahren erstmals angedeutet, dass zwischen den Noten von Studenten und deren Sitzplätzen ein enger Zusammenhang besteht. Dass ich das erst heute mitbekomme, hat damit zu tun, dass ich mich mit meiner Platzwahl (vierte Fensterreihe) ins päd­ agogische Nirwana manövriert hatte. Ich hätte besser in der ersten Reihe gesessen. Dort vorne nämlich schneiden Studenten am besten ab; sitzen sie hinten, am schlechtesten; und lümmeln sie mittig herum, medioker. Und zwar auch dann,

Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist

Erster sein! Wie erfolgreich wir sind, hängt nicht nur in der Schule davon ab, wo wir sitzen und wann wir drankommen. wenn nicht die Studenten ihre Plätze wählten, sondern die Professoren sie willkürlich platzierten; es ist also nachweislich der Sitzplatz, der unseren Erfolg mitbestimmt. Die Gründe dafür sind mannigfach: Vorn sehen und hören wir besser, vorn sieht uns der Lehrer in die Augen, vorn melden wir uns mit Fragen und Bemerkungen, weil sich kein Mitschüler um­ drehen und uns kuhäugig anstarren kann: Du Streber! Das erklärt auch, warum auf Eltern­abenden ständig darüber debattiert wird, welche Kinder um- oder weggesetzt

werden sollen, ob die Sitz-Karten nie, täglich oder wöchentlich neu gemischt werden sollten etc. Die Eltern ahnen, dass es um die Wurst respektive das Zeugnis ihrer Johanns und Marlenes geht. Und werden grundsätzlich. Zu Recht. Auch unsere Chancen, einen Job bzw. Studienplatz zu bekommen, hängen ­weniger von unserer Klugheit ab als davon, wann wir beim Vorstellungsgespräch an die Reihe kommen. Das hat eine aktuelle Studie ergeben, für die der Psychologe Uri Simonsohn von der University of Penn­ sylvania und die Betriebswirtin Francesca Gino von der Harvard Business School über zehn Jahre lang 9300 Aufnahme­ gespräche für einen Studienplatz aus­ werteten. Das Resultat: Die Beurteilung eines Bewerbers richtet sich danach, wie die vorhergehenden gewirkt haben. Das heißt: Waren vormittags schon zwei Hochbegabte dran, hatte der dritte Hochbegabte keine Chance mehr. So nach dem (unbewussten) Motto: Irgendwann muss doch ein Doofer kommen! Die ­beiden Wissenschaftler knüpfen an ihre Erkenntnis eine überaus schlimme Vermutung: was, wenn dieser Mechanismus auch bei Gerichtsurteilen, Kreditvergaben und der Beurteilung von Schularbeiten wirkt? Die später Kommenden also ­benachteiligt  … Was diese Kolumne betrifft, brauchen Sie freilich keine Sorge zu haben: Hier ­sitzen alle Leser gewissermaßen in der ersten Reihe. Und: Sie dürfen jederzeit die Hand heben und Fragen stellen, denn der Einzige, der hier kuhäugig dreinschaut, bin ich – und das auch nur, weil ich zum Ende kommen muss. Christian Ankowitsch, 53, ist ein öster­ reichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838: Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin Chefredakteur Robert Sperl Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann Fotodirektion Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Redaktion Alexander Macheck (Stv. Chefredakteur), Werner Jessner (Leitender Redakteur), Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Mitarbeiter Stefan Wagner Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz Fotoredaktion Ellen Haas, Catherine Shaw, Rudi Übelhör Senior Illustrator Dietmar Kainrath Autor Christian Ankowitsch Illustratoren Albert Exergian, Mandy Fischer Corporate Publishing Boro Petric (Ltg.); Christoph Rietner (CR); Dominik Uhl (AD); Markus Kucˇera (FD); Lisa Blazek (Red.); Christian Graf-Simpson, Daniel Kudernatsch (App) Lektorat Hans Fleißner Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter Sádaba Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Nicole Glaser, Johanna Jenewein, Klaus Pleninger, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Peter Schiffer, Julia Schweikhardt, Sara Varming Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Romana Müller, Martin Olesch; anzeigen@at.redbulletin.com Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management Manuela Geßlbauer, Anna Jankovic IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise Das Red Bulletin erscheint monatlich als Eigenbeilage von und in Kooperation mit folgenden Partnerzeitungen – in Österreich: Kleine Zeitung, Kurier, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Der Standard, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten. Deutschland: Leipziger Volkszeitung und Vertrieb an Hochschulen (CAMPUSdirekt Deutschland GmbH). Irland: The Irish Times. Frankreich: L’Équipe. Groß­britannien, Neuseeland, Nordirland, Schweiz und Südafrika: alternativer Vertrieb. Kuwait: Kuwait Times. Mexiko: Milenio Diario. In den USA: New York Daily News, Chicago Tribune, LA Times, Houston Chronicle. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: www.redbulletin.at/impressum

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 4. Juni 2013. 98

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