Skip to main content

The Red Bulletin DE 04/20

Page 1

DEUTSCHLAND APRIL 2020, € 2,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

DANIEL CRAIG Wie der Hollywood-Star James Bond seinen Stempel aufdrückt

AUF NUMMER SICHER

GETREDBULLETIN.COM

Für Abonnenten der JETZT ABONNIEREN!

Besser entscheiden mit Risikomanagerin Allison Schrager

MEISTER DER BALANCE

DANNY MACASKILL über Training auf einem anderen Niveau und Perfektionismus auf Knopfdruck


ALPHATAURI.COM


LET’S KEEP ON BUILDING STEAM

youtu.be/qKyvk5aww3k

LET’S ON ROL


CLIFF 4×4 ADVENTURE VAN

SUNLIGHT BUILDING DREAMS

Wir sind Erlebnis-Nomaden. Wir lieben das Abenteuer. Und wir tragen Träume in uns, die genauso raus müssen in die Welt wie wir … Deshalb haben wir eine unserer großen Visionen Wirklichkeit werden lassen: Wir haben den ultimativen Adventure Van gebaut – stark, völlig verrückt und absolut einzigartig. Der Adventure Van bringt uns nicht nur überall hin, er ist selbst ein Abenteuer. Unser CLIFF 4 × 4 hat eine Winch auf dem Dach, eine Kletterwand am Heck und einen Kicker an Bord. Die Dusche ist genauso flexibel wie Sofa, Bett und Boomboxen. Man kann die Slackline spannen, das Bike in den Montageständer klemmen und inder Hängematte chillen.

SPRAY

youtu.be/DXlEwb1F3iA

WIR SIND SCHON IMMER GUT DAMIT GEFAHREN,

Unsere Profi-Athleten vom SUNLIGHT Factory Team haben den Adventure Van liebend gern den härtesten Tests unterzogen. Mit ihren Bikes den Ätna befahren war der große Traum von Guido Tschugg & Oli Dorn. Wakeboard-Virtuoso Felix Georgii hat 500 Meter WinchSeil ausgeworfen und die Freeriderinnen Aline Bock & Lena Stoffel hatten Powder-Alarm im WhiteOut.

ZU GEHEN.

KEEP LING. SPLASH

youtu.be/_299645FfOE

Ihre Abenteuer und unseren Adventure Van seht Ihr in den Webisodes – SPLASH, STEAM, SPRAY.

ANZEIGE

STEAM. SPLASH. SPRAY.


EDITORIAL

WILLKOMMEN

STUNT IM TURNSAAL

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion

Wie bleibe ich cool, wenn jemand eine Delle in mein Auto fährt? Der antike Philosoph Epiktet weiß Rat. Ab Seite 22

5

Anregungen hat Ökonomin Allison Schrager, wie du dein Risiko vor Entscheidungen genau kalkulieren kannst. Ab Seite 68

IM MOMENT

Fred Mortagne lichtet Skateboarder auf ein­ zigartige Weise ab. Seine Schwarzweiß­ bilder: ab Seite 24 6

BENE ROHLMANN

Beim Shooting für unsere Modestrecke ab Seite 58 war Schauspieler Ludwig Trepte zum Abheben zumute. Leider machte das Wetter dem Flugschüler dann doch einen Strich durch die Rechnung.

IM FALL DER FÄLLE

FRED MURRAY (COVER), DAVID FISCHER

IM FLUGMODUS

Ein höhenverstellbares Pferd, blaue Gymnastikmatten, ein Sprungbrett und im Hintergrund die beliebten Sprossenwände. Die Kulisse von Danny MacAskills aktuellem Video ruft bei uns allen ­Er­innerungen an die Schulzeit hervor. Doch eines können wir an dieser Stelle vorwegnehmen: So wie von der Trial-­ Bike-Legende sind die Geräte in einem Turnsaal vermutlich noch nie genutzt worden. Ab Seite 44 kannst du nachprüfen, was wir damit meinen. Und erfährst dabei eine ganze Menge über Perfektionismus, Ehrgeiz und den Wert von Strichmännchen. Dinge aufzuzeichnen gehört auch zum Arbeitsalltag von Paula Beer. Auf jede Rolle bereitet sich die Schauspielerin (u. a. „Bad Banks“) penibel vor – inklusive handschriftlicher Notizen zu ihren Figuren. Im Interview ab Seite 40 erklärt sie, warum das Begreifen­ wollen schon immer ihr größter Antrieb war.

THE RED BULLETIN


I N H A LT

58

The Red Bulletin im April 2020

AUF DER STARTBAHN TV-Star Trepte ­verwirklicht seinen Traum vom Fliegen.

COVERSTORY

44 WORKOUT MIT BIKE

Trial-Profi Danny MacAskills eigenwillige Nutzung von Laufband, Schwebebalken und Co.

SKATEBOARD

24 K UNST AUF BRETTERN

Fotograf Fred Mortagne fängt das einzigartige Lebensgefühl von Skateboardern ein.

KINO

38 E IN LETZTES MAL BOND Daniel Craig über seinen Abschied als 007 und sein persönliches Vermächtnis.

FILM

58 D ER DURCHZIEHER

Fernsehstar Ludwig Trepte ­erfüllt sich konsequent seine Herzenswünsche. Wie gelingt ihm das? Eine Begegnung.

RISIKOMANAGEMENT

68 AUF NUMMER SICHER

Mit den Tipps der Ökonomin und Bestsellerautorin Allison Schrager triffst auch du bald bessere Entscheidungen.

GUIDE

PORTRÄT

40 SIE WILL ES WISSEN

Schauspielerin Paula Beer ­erklärt, warum das Begreifenwollen ihr größter Antrieb ist.

INNOVATOR

54 U NTER DEM MEER

Die geniale Tauchkapsel eines französischen Forscherpaars. Plus: die kluge Roboter-Dame.

5-MINUTEN-COACH

56 SO STARTEST DU NEU

Früher Hockey-Ass, heute Gründer: Moritz Fürste gibt Tipps für die zweite Karriere.

10 GALLERY 16 ZAHLEN, BITTE! 18 PLAYLIST

8

40

Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen 77 REISEN. „Überirdisch schön“ – Trip in die größte Höhle der Welt 82 F ITNESS. Trainings-Tipps von ­Segel-Champion Jimmy Spithill

AUF DER SUCHE Schauspielerin Beer zieht Mut aus wahrhaftigen Erlebnissen.

44

DAVID FISCHER, PETER RIGAUD, FRED MURRAY, FRED MORTAGNE

QUIPMENT. Die Story hinter der 84 E Uhr an James Bonds Handgelenk 86 E VENTS/TV. Wichtige Termine für die kommenden Wochen VENT-SPECIAL. Formel-1-Auftakt 88 E in Melbourne: 5 Faktoren der Sieger OME ENTERTAINMENT. Die 90 H ­besten Gadgets für das Sportjahr

19 FUNDSTÜCK 2 0 LIFE HACKS 2 2 CLUB DER TOTEN DENKER

9 6 IMPRESSUM 9 8 PERFEKTER ABGANG

AUF DEM BAND Trial-Bike-Künstler Mac­ Askill beim Training der etwas anderen Art

THE RED BULLETIN


24 AUF DEM SPRUNG Fotograf Fred Mortagne lichtet Skater kunstvoll vor ihren urbanen Kulissen ab.

THE RED BULLETIN

 9


YUCATÁN, MEXIKO

Die Halbinsel Yucatán hat eine ­geo­logische Besonderheit zu bieten: An der Oberfläche gibt es keinen ­einzigen Fluss, die Wasserläufe durch­ ziehen das Land alle unterirdisch. Die überfluteten Höhlen sind inzwi­ schen ein beliebtes Ziel für geübte Taucher. Und natürlich für ebenso ­erfahrene Fotografen. Der Tscheche Petr Polách arbeitete zum Beispiel bei diesem Foto mit fünf strategisch in der Höhle verteilten Blitzen. Sonst ist es dort nämlich komplett finster. polachpetr.cz

PETR POLÁCH/RED BULL ILLUME

Zauber der Tiefe


  11


ENGELBERG, SCHWEIZ

Sehr steil Der schwedische Fotograf Elias Lundh und sein Landsmann, der WeltklasseFreerider William Larsson, waren eigentlich bereits auf dem Rückweg von einem Shooting, bei dem sie eine Schlecht­­wetterfront überrascht hatte. Sie probierten ein bisschen vor einer Felswand herum, um mehr Kontrast in das flache Licht zu kriegen, da kam Lundh die Idee, seine Drohne zu starten. Und bingo: Selten gelingt es, die Steilheit des Geländes derart spektakulär ins Bild zu setzen. Instagram: @eliaslundh


ELIAS LUND/RED BULL ILLUME, WRENNE EVANS/RED BULL CONTENT POOL

ATLANTA, GEORGIA, USA

Soul im Anzug Die Dame im Bild heißt Teyana Taylor und war eine der Headlinerinnen des Red Bull Music Festivals, das im November „deep in the heart of Georgia“ stattfand. Was man sieht: Teyana ist auch Tänzerin und Model. Was man leider nicht hören kann: ihre fantastische Soul-Stimme, die schon ihre Mentoren Pharell Williams und Kanye West verzückte. Die aus Harlem stammende Sängerin ist mit NBA-Star Iman Shumpert verheiratet. Instagram: @wrenneevans   13


TSINGY DE BEMARAHA, MADAGASKAR

Albert Villarroya Farrarós hat einen ausser­ gewöhnlichen Plan: Der Spanier will alle Gebirgszüge dieser Welt überqueren, was ungefähr 15 Jahre dauern wird. Hier sehen wir sein Trainingsgelände: Die Granitnadeln des Nationalparks Tsingy de Bemaraha auf der Insel Madagaskar fordern Konzen­ tration und Kondition – genau die richtige Vorbereitung für einen Mann, der eine im Grunde unvorstellbare Herausforderung im Hochgebirge vor der Brust hat.

TYRONE BRADLEY

Herkulesaufgabe


  15


Z AHL EN, BI T T E!

FILM-JUBILÄUM

Die Lizenz zum Feiern 58 Jahre nach seinem ersten Leinwandabenteuer macht James Bond den ­Schurken nun zum 25. Mal das Leben schwer. Zur Premiere von „Keine Zeit zu sterben“ (2. April) betrachten wir die Karriere von 007 statistisch.

007

3

ist sein Codename. „00“ steht für die „Lizenz zum Töten“, Bond ist der siebte MI6-Agent, der diese bekam.

4662

Mal wurde auf Bond geschossen.

Einheiten Gin, 1 Einheit ­Wodka, ½ Einheit Kina Lillet.­ Geschüttelt, auf Eis, mit ­einem Stück Limonenschale: So will Bond seinen Martini.

37.000.000

Dollar kosteten die sieben eigens für „Spectre“ designten und bei den Filmarbeiten zerstörten ­Aston Martin DB10-Coupés.

¾

aller Frauen, mit denen der Geheimagent schlief, wollten ihn töten.

352

Menschen tötete Bond. Die meisten davon (47) fielen P ­ ierce Brosnan in „­ GoldenEye“ zum Opfer.

80

Zigaretten rauchte ­Bond-Schöpfer Ian Fleming in seinen besten Zeiten ­täglich. Bond selbst brachte es „nur“ auf 70.

½

7.063.663.466 Dollar spielte die gesamte Bond-Reihe im Kino ein. Der erfolgreichste Film war „Skyfall“ (2012).

16

Meilen durch 63 Länder legte Bond in seiner Filmkarriere zurück, 98.611 Meilen entfielen allein auf ­Roger Moore.

36

Jahre rüstete Desmond L­ lewelyn als „Q“ den Geheimagenten aus. Trotzdem ist er insgesamt nur eine halbe Stunde am Bildschirm zu sehen.

THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (8), PICTUREDESK (2)

130

Kalorien hat der Martini-Cocktail, den James Bond liebt. Ähnlich viele verbrennt Mann beim Sex.

337.903

CLAUDIA MEITERT

Minute konnte „Eisen­ beißer“ Richard Kiel sein Metallgebiss nur im Mund ­ öllische ­ ehalten, da es ihm h b Schmerzen bereitete.


Photo: R. Schedl

#GETDUKED BEAST-MODUS AKTIVIERT 2020 KTM 1290 SUPER DUKE R Das NAKED-Regelwerk wurde neu geschrieben. Die neue KTM 1290 SUPER DUKE R ist jetzt schlanker, brutaler und furchteinflößender als jemals zuvor. Mit einem brandneuen Fahrwerk in Verbindung mit perfektioniertem Federungssetup, dem führenden 1301cm3 LC8 V-Twin mit brutalem Vorwärtsschub, hemmungsloser Beschleunigung und einem fortschrittlichen Elektronikpaket ist das neue BEAST bereit es mit der Welt aufzunehmen.

Please make no attempt to imitate the illustrated riding scenes, always wear protective clothing and observe the applicable provisions of the road traffic regulations! The illustrated vehicles may vary in selected details from the production models and some illustrations feature optional equipment available at additional cost.


PLAYLIST

ALICIA KEYS

New York Skate of Mind Wenn die Soul-Sängerin, Schauspielerin und Aktivistin eine Auszeit braucht, holt sie die Rollerskates raus und macht die Playlist an. Alicia Keys ist eine Powerfrau. Seit ihr 2001 mit der Single ­„Fallin’“ der Durchbruch gelang, veröffentlichte die New Yorkerin zahlreiche Multi-Platin-Alben, gewann 15 Grammys und eta­ blierte sich als Schauspielerin und Filmproduzentin. Weil ihr das nicht genügt, ist Keys zudem noch politische Aktivistin und Mutter zweier Söhne (Egypt, 9, und Genesis, 5). Bei der Promo für ihr siebtes Album „ALICIA“ verriet die 39-Jährige, wie sie den Kopf freikriegt. „Ich skate viel mit meiner Familie. Es ist total lustig, und mit den richtigen Beats fühlt es sich einfach großartig an.“ Welche Tracks in jede Playlist gehören, hat sie hier für uns zusammengefasst. „ALICIA“ erscheint am 20. März; aliciakeys.com

Post Malone

Alicia Myers

Dr. Dre feat. Snoop Dogg

Alicia Keys

„Post Malones Songs sind die perfekte Skate-Mucke. Ich bin großer Fan von ‚Congratulations‘ (der 2017er-Single des in New York geborenen Rappers), aber ‚Circles‘ gefällt mir noch besser. Dieser Track (Malones vierte Nummer eins in den US‑„Billboard Hot 100“-Charts) ist zum Skaten geradezu ideal, weil du dich dazu einfach bewegen musst.“

„Ich liebe diesen Song, ganz besonders wenn ich meine Skates anhabe. (Singt:) ‚I want to thank you, Heavenly Father, for shining your light on me … I know it couldn’t have hap­ pened without you.‘ Der Track hat diesen unwiderstehlichen Rhythmus – du skatest und glaubst zu fliegen. Was für ein großer Song – speichert ihn unbedingt in eurer Playlist.“

„Wenn ich G-Funk beim Skaten höre, bin ich on fire. Das gilt für jeden Track auf ‚The Chronic‘ (dem Solodebüt und Hip-HopKlassiker von Dr. Dre). Ich liebe alles an der Platte, aber ganz besonders ‚Nuthin’ But a „G“ Thang‘. Also Songs mit großen Beats und coolem Vibe, bei denen man nicht stillhalten kann und einfach tanzen muss – darum geht’s doch.“

„Komm ich auch mit meinen Songs in Stimmung? Na klar. Alicia-Keys-Nummern sind gemacht fürs Skaten, vor allem ‚Time Machine‘ und auch ‚No One‘ (2007). Als ich klein war, ging ich mit Freunden oft zu Skate Key, einer Rollschuh­ halle in der Bronx. Während alle am Skaten waren, sind wir nur dagestanden und haben süß ausgesehen.“ (Lacht.)

18

Nuthin’ But a „G“ Thang (1992)

Time Machine (2019)

THE RED BULLETIN

MARCEL ANDERS

I Want to Thank You (1981)

SONY MUSIC

Circles (2019)


ANDREAS WOLLINGER

F U ND ST Ü CK

ROCK ’N’ ROLL

JULIEN’S AUCTIONS/SUMMER EVANS

Pizza Nirvana Pappteller mit einer von Kurt Cobain geschriebenen Setlist für ein Konzert, April 1990 Noch war die Platte „Nevermind“ mit dem Hit „Smells like Teen Spirit“ Zukunftsmusik. Kurt Cobain (1967–1994) tingelte mit seiner Band Nirvana durch die USA. Die Setlists schrieb er auf Pappteller, die vom Abendessen übrig blieben. Vor kurzem wurde eines dieser Artefakte versteigert. Erlös: rund 20.000 Euro.

THE RED BULLETIN

19


LIFE HACKS

SCIENCE-BASTLER

Tricks für Brillenträger

FEST VERBUNDEN

Schrauben-Ersatz Wer die Schraube des Brillenscharniers verloren hat, ist selbst noch lange nicht verloren – dank Zahnseide.

Kleine Kniffe, große Wirkung, Volume 19: wie du Brillen zu neuem Glanz verhilfst und dabei immer den Durchblick bewahrst. 1 Den losen Bügel in seine ursprüngliche Position bringen.

BRILLANT

Glanz ohne Kratzer Kleine Schäden in der Brille? Weiße Zahnpasta (ohne Schleifmittel) kann diese beseitigen.

2 Die Zahnseide durch die kleinen Ösen des Bügels und jene des Hauptteils fädeln, fest anziehen und mehrmals verknoten.

3 Abstehende Enden der Zahnseide mit der Schere abscheiden.

Zahnpasta mit Watte auftragen, mit Wasser abspülen – fertig.

Einfach sicher mit Gummi

Mehr Durchblick

Wenn die Brille beim Kochen oder Lesen ständig von der Nase rutscht, solltest du Gummiringerl zur Hand haben.

Seife verhindert, dass deine Brillengläser beschlagen. Warum? Sie nehmen ihnen die Oberflächenspannung.

Gummiringerl um die Bügelenden wickeln, bis sie von selbst h ­ alten. Einrichten, ­damit sie nicht drücken.

1 Seife auf beide Seiten der Gläser auftragen.

2 Mit einem Brillenputztuch die Gläser sorgfältig trockenpolieren.

20

THE RED BULLETIN

SASCHA BIERL

GLASKLAR

CLEMENS MAKANAKY

FIX WIE NIX


DER CLU B DER TOT EN DEN K ER

EPIKTET

Soll ich cool bleiben, wenn mir einer eine Delle ins Auto fährt? Die größten Denker aller Zeiten beantworten Fragen unserer Gegenwart, übermittelt durch den Philosophen Christoph Quarch. Diesmal: Epiktet verrät, wie man dem Leben mit stoischer Gelassenheit begegnet.

C

ool bleiben ist immer richtig, das könnt ihr mir glauben. Habe ich selber oft genug erlebt. Wobei die Worte meiner Heimatsprache Grie­ chisch besser zum Ausdruck bringen, worum es dabei geht: Apatheía und Ataraxía. Apatheía heißt nichts anderes als Leidenschaftslosigkeit. Und Ataraxía ist die Unerschütterlichkeit – beides Qualitäten reifer und er­ wachsener Menschen. Tugenden, wie man das zu meiner Zeit nannte. Wer über sie verfügt, der hat’s im Leben leichter – und wird auch eine Delle in seinem Auto locker wegstecken.

ich mit meinem Schicksal – aber wusste eben auch, dass es mein Schicksal war, auf das ich keinen Einfluss ­hatte. Sinnvoller erschien mir, mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich meine Seelenruhe niemals davon abhängig machen dürfe, was mir in der Welt da draußen widerfährt – und dass mir durch meinen ­Intellekt die Chance gegeben ist, mich gegen allen ­Ärger, der mir widerfahren kann, zu imprägnieren. Heute ärgert ihr euch über andere Dinge, aber ehrlich gesagt: Der Grund des Ärgers ist ziemlich egal. Worauf es damals wie heute ankommt, ist, dass ihr den Hebel in euch jederzeit auf den „Macht nichts“-Modus um­ stellen könnt. Wenn euch das schwierig erscheint, dann beginnt mit kleinen Übungen, wie ich sie einst in meiner Gebrauchsanweisung für das Leben (Encheiridion XII, 2) vorgeschlagen habe: „Fange mit geringfügigen Dingen an. Man verschüttet dir ein bisschen Öl, man stiehlt dir ein paar Flaschen Wein? Denke dabei: So teuer kauft man sich Gelassenheit, das ist der Preis für deine Seelenruhe. Umsonst bekommt man nichts.“ Ihr tut also gut daran, euch in der Kunst der unerschütterlichen Seelenruhe, die ihr heute Coolness nennt, zu üben. Denn euer Glück hängt allein an eurer Einstellung zum Leben. Es bringt nichts, die Welt nach euren Wünschen umbauen zu wollen. Die Welt ist die Welt, und sie tut, was sie tut.

Nun, ich weiß schon, eine solche Haltung einzunehmen ist leicht gesagt, aber schwer getan. Auch das hab ich in meinem Leben oft erfahren müssen. Etwa als ich, damals schon ein Freigelassener, von Kaiser Domitian († 96 n. Chr.) des Landes verwiesen wurde, weil er keine Philosophen um sich duldete. Damals haderte

22

Das einzig Sinnvolle ist, dich selbst umzubauen: mit einem lächelnden Ja zu akzeptieren, was du eh nicht ändern kannst (wie die Delle im Auto); und mit klarem Verstand das zu tun, was in deiner Macht steht. Frei von Leidenschaft und unerschütterlich im Herzen. So wirst du ein freier Mensch sein.

EPIKTET (ca. 50 – 135 n. Chr.) war ein griechischsprachiger Philosoph. Sein Name bedeutet „der neu Erworbene“, denn in seiner Jugend lebte er als Sklave im Haus eines römischen Freigelassenen namens Epaphroditus. Das hinderte ihn nicht daran, Vorträge des Stoikers Gaius Musonius Rufus zu besuchen. Nach seiner Freilassung gründete Epiktet in Rom eine eigene Denkschule, nach deren Schließung er seine Lehrtätigkeit bis ins hohe Alter in Griechenland fortsetzte.

THE RED BULLETIN

DR. CHRISTOPH QUARCH

Lasst mich aus meinem Leben er­ zählen! Ich wurde als Sklave geboren und als Kind zur Zeit des Kaisers Claudius († 54 n. Chr.) nach Rom gebracht. Als Sklave lernst du cool zu sein – selbst dann noch, wenn du einen Herrn hast, der dir im Zorn ein Bein zertrümmert, wie es mir bestimmt war. Hätte ich ihm deshalb zürnen sollen? Hätte ich mein Leben lang der Welt erzählen sollen, welch ein Unrecht ich erleiden musste? Weder hätte ich mit meinen Klagen mein kaputtes Bein geheilt, noch hätte ich meiner Seele damit etwas Gutes getan. Im Gegenteil: Ich hätte mich in meiner Opferrolle eingerichtet und mich noch einmal ver­ sklavt – zum Sklaven meiner eigenen Befindlichkeit und Denkweise hätte ich mich gemacht. Welch ein Unsinn wäre das gewesen!

BENE ROHLMANN

„ A ls Sklave lernst du cool zu sein, selbst wenn dir ein Bein zertrümmert wird.“


EPIKTET (ca. 50 – 135 n. Chr.)

Weiser und unerschütterlicher Philosoph: „Die Welt ist, wie sie ist, und sie tut, was sie tut.“ THE RED BULLETIN

23


ERFAHRUNGEN Skateboarder sehen die Welt mit anderen Augen: Sie muss sich in erster Linie befahren lassen. Der französische Fotograf FRED MORTAGNE alias French Fred hat dieses Lebensgefühl eingefangen. Text ANDREAS WOLLINGER  Fotos FRED MORTAGNE

VOLLES ROHR Diese Stahlrohre lagen vor einer Kesselfabrik irgendwo bei Lyon ­herum – wie geschaffen für SkateProfi Charles Collet und sein Board.

25


UNTER DER BRÜCKE Nochmals Charles Collet, hier funktioniert er einen Autobahnpfeiler bei der Stadt Mâcon zum Spielplatz seiner speziellen Neigungen um.

27


GLEICH GEHT’S AB Die Entschlossenheit, mit der der Kalifornier Nick Garcia hier Anlauf nimmt, lässt uns die Anmut des folgenden Tricks bereits erahnen.

28


FLIEGENDER FINNE Die Gestaltung des Platzes vor dem Rathaus von CrÊteil nahe Paris fasziniert French Fred seit 20 Jahren. Aber erst unlängst verhalf ihm der Finne Jaakko Ojanen zum perfekten Bild.


HOHE KUNST Es heißt, das von Star-Architekt Oscar Niemeyer in Niterói bei Rio de Janeiro gebaute Museum für zeit­genössische Kunst ähnle einem Ufo. So gesehen liegt das Arrangement mit Hernando „Naño“ Ramirez auf der Hand.

31


SPIEGELTRICK Eine interessante Ecke im „Institut du monde arabe“ in Paris, ein ­eleganter Switch Kickflip des ­Australiers Sammy Winter – fertig.

32


DIE REINE LEERE Der französische Skater Jérémie Daclin auf einem verwaisten Park­ platz vor einer Messehalle in Tokio, fotografiert aus dem 17. Stock eines Hotels nebenan.


LICHTSPIELE Ein Aquädukt irgendwo im Nirgendwo von Kalifornien, und US-Skateboarder Brandon Westgate versucht, sich den Kopf nicht anzuhauen. „Ich musste drei Jahre warten, bis das Licht endlich perfekt war“, erzählt Fred. „Seither ­waren Licht und Schatten nie wieder so.“

35


„Du probierst es wieder und wieder, und immer stimmt irgendwas nicht. Und plötzlich: Boom, here we are!“


SCHÖN COOL BLEIBEN Das gehört dazu: Charles Collet hat sich den Knöchel verstaucht. Die Schwellung muss sofort mit Eis bekämpft werden. Wenn keines aufzutreiben ist, tun es auch Tiefkühlerbsen.

37


Daniel Craig

Es ist das Ende einer Ära: Mit „Keine Zeit zu sterben“ tritt Daniel Craig nach 14 Jahren ab – als erfolgreichster aller bisherigen Bonds. Wie ist es ihm gelungen, Agent 007 seinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken? Interview RÜDIGER STURM

the red bulletin: Anfang des Jahres ernteten Sie viel Lob für Ihre Rolle als Detektiv in „Knives Out“. Eine Alternative für die Zeit nach Bond? daniel craig: Derartige Über­ legungen sind mir fremd. Das Dreh­ buch war einfach gut. Noch dazu eine Komödie! So etwas gibt’s so selten in Hollywood wie Hühner mit Zähnen.

Was ist Ihr Beitrag? Ich bin da voll involviert. In meinem Büro liegen die Drehbücher stapel­ weise. Und ich motiviere auch meine Kollegen und gehe ihnen ständig damit auf die Nerven. Das ist ein ganz schöner Stress! Wenn ich um drei Uhr in der Früh eine Idee habe, dann schreibe ich sie natürlich auf. Ich weiß gar nicht, wie das anders gehen sollte.

Hühner mit Zähnen? Sie kennen die Redensart nicht? Sagen wir mal: wie ein vierblättriges Kleeblatt in der Sahara.

Eigentlich sind doch Regisseure für die Drehbuchentwicklung ­zuständig. Mögen die das, wenn Sie sich so einmischen? Eigentlich ist mir das egal. Das ist meine Arbeitsweise, und es gab des­ halb noch nie Schwierigkeiten. Wir fordern uns alle permanent heraus und treiben uns gegenseitig an, mit einem einzigen Ziel: einen guten Film zu machen. Wenn wir ein ex­ zellentes Skript haben, dann können wir beim Dreh locker miteinander umgehen.

Das Drehbuch des neuen James Bond kann damit nicht Schritt halten? Das habe ich nicht gesagt. Am Skript von „No Time to Die“ war Phoebe Waller-Bridge, die Schöpferin von „Fleabag“, beteiligt. Sie ist absolut erstaunlich. Es war ein echtes Privi­ leg, dass sie mitmachen wollte. Das heißt, es werden auch neue Autoren dazugeholt, die mit Bond noch keine Erfahrung haben? Aber ja! Das ist alles ein extrem kollaborativer Prozess. Wir müssen uns jedes Mal etwas Originelles und Neues einfallen lassen. Unsere Maxime lautet: Lasst uns den vor­ hergehenden Film übertreffen!

38

Ist Ihr Ansatz auch schon mal schiefgegangen? Im Fall von „Ein Quantum Trost“ hatten wir leider kein richtiges Dreh­ buch, weil zu dem Zeitpunkt die Autoren streikten. Ich will den Film jetzt nicht heruntermachen, wir haben ihn so gut gemacht, wie wir konnten. Aber eine Produktion dieser Größenordnung kannst du eigent­ lich nicht ohne Skript stemmen.

Sie zeigten ja in den letzten Filmen mehr von Bonds Vergangenheit. Was war der Grund dafür? Das Ganze begann bei „Skyfall“, und es schien logisch, das weiter­ zuverfolgen. Bond wird älter. Er ist nicht einfach eine Schablone, son­ dern ein Mensch, den wir aus dem vorigen Film kennen und der von den Geschehnissen darin beeinflusst wird. Es ging nicht darum, seine Biografie auszubreiten, aber wir be­ nutzten sie, um einzelne Wendungen der Handlung anzustoßen. Als Sie bei Bond einstiegen, gab es viele Zweifler. Wie haben Sie es eigentlich geschafft, dieser Serie Ihren Stempel aufzudrücken? Als ich anfing, sagte ich zu Pro­ duzentin Barbara Broccoli: „Ich brauche das Selbstvertrauen, ans Set zu kommen und so zu tun, als wäre ich James Bond. Als Person bin ich meilenweit von ihm entfernt. Dazu muss ich ein Teil des Ganzen werden und bei den Filmen meinen Input geben können. Dann habe ich das Gefühl, dass wir richtig ­zusammenarbeiten, und wir können es miteinander versuchen.“ Genau das haben wir gemacht. „Keine Zeit zu sterben“ läuft am 2. April in den deutschen Kinos an.

THE RED BULLETIN

ERIK TANNER/CONTOUR/GETTY IMAGES

„Bond ist keine Schablone“

Sie sprachen von Ideen. Welche Stoßrichtung haben Sie bei der Bond-Konzeption verfolgt? Wenn ich mir eine Rolle anschaue, dann analysiere ich genau: Was beeinflusst diese Figur? Warum verhält sie sich so? Auf diese Weise bekommt sie einen gewissen psycho­ logischen Tiefgang. Nicht, weil ich sage: Dieser Mann muss als Person komplexer werden. Ich will einfach, dass er interessant ist, dass er innere Konflikte hat.


„Ich will einfach, dass Bond innere Konflikte hat.“ Wie Daniel Craig seine Rolle als 007 anlegt

THE RED BULLETIN

39


Paula Beer

„Bad Banks“-Star Paula Beer erklärt, warum ihr wahrhaftige Erlebnisse Selbstvertrauen geben und weshalb das Begreifenwollen ihr größter Antrieb als Schauspielerin ist. Text RÜDIGER STURM

Die ZDF-Serie „Bad Banks“, in der sie eine Investmentbankerin spielt, hat sie schlagartig bekannt gemacht, aber Kritiker hatten Paula Beer schon lange vorher gefeiert. Die 25-jährige Schauspielerin gilt als eine der g ­ roßen deutschen Nachwuchs­hoffnungen. Sie drehte mit Florian Henckel von Donnersmarck den Film „Werk ohne Autor“, der für einen Oscar nominiert wurde; in Frankreich spielte sie für Star­ regisseur François Ozon in dem ­Drama „Frantz“ und wurde prompt mit Romy Schneider ver­glichen. Egal ob Paula Beer eine ehrgeizige Bankerin, einen verstörten Teenager oder eine mörderische Nymphe ­verkörpert wie in ihrem neuen Film „Undine“ – ihre Figuren haben oft eine ganz besondere Aura. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Paula Beer nicht nur auf ihre Rollen mit Haut und Haar einlässt, sondern auch auf die Welt. Auf Instagram, ­ nderen sozialen ­Facebook oder in a Netzwerken wird man sie daher nicht finden, sie sucht ihre Inspi­ra­tion lieber in unmittelbaren Erlebnissen.

40

the red bulletin: In Ihrem neuen Film „Undine“ mussten Sie sprichwörtlich in Ihre Rolle eintauchen, weil es viele Unterwasseraufnahmen gab. Mögen Sie solche Herausforderungen? paula beer: Es ist schon hilfreich, wenn man in einer Rolle auch körperlich gefordert wird, wenn man zum Beispiel reiten oder fechten muss. So eine körperliche Erfahrung hilft, die Figur besser zu verstehen. Wenn man beim Tauchen spürt, wie es in acht Meter Tiefe ist, wie langsam man sich dort nur bewegen kann – das verändert einen. Was hat das Tauchen mit Ihnen gemacht? Ich hatte für ein anderes Projekt schon einen Tauchschein gemacht, damals hatte ich erst mal total Angst. Ich wusste, ich darf unter Wasser nicht atmen, und hatte Probleme, dem Atemgerät zu vertrauen. Aber sobald ich das geschafft und den Körper entspannt hatte, fand ich es völlig abgefahren, fast schwerelos durch den Raum zu schweben.

Lässt sich die Erfahrung beim Tauchen mit der Schauspielerei vergleichen, wo Sie sich auch in einer komplett anderen Welt bewegen? Total. Und deshalb bereite ich mich sehr penibel vor. Ich mache mir zu meinen Figuren ausführliche ­Notizen, um sie zu verstehen – fast wie ein Tagebuch. Das ist mein Gerüst. Wenn ich mich vor die Kamera stelle, dann stehen 70 Leute drumherum, es kann Störmomente geben, oder der Regisseur hat neue Ideen. Mit dieser gedanklichen Basis kann ich besser darauf reagieren. Geht es bei Ihrem Beruf auch darum, eigene Ängste zu besiegen? Die Schauspielerei ist ein Rätsel. Keiner kann dir wirklich sagen, wie man es macht, denn jeder ist anders, und jede Figur ist anders. Vor jedem ersten Drehtag sagt man sich: „Wie soll ich das machen?“ Ich versuche deshalb für mich herauszufinden, was alles dazugehört. Wobei ich nach zehn Jahren nicht das Gefühl habe, einen Schritt weiter zu sein. Andererseits ist genau dieses Be­ greifenwollen auch der Motor, der mich antreibt. Wie war das bei „Undine“? Regisseur Christian Petzold dreht viele Szenen nur einmal. Das kann furchterregend sein, denn du weißt, dass viel auf dem Spiel steht. Wenn du mit dieser einen Einstellung nicht zufrieden bist, kann es trotzdem sein, dass es die letzte war.

PETER RIGAUD

„Mein erstes Gefühl ist fast immer richtig“

andere Leute das hinkriegen und ich nicht. Deshalb bin ich immer wieder ins Wasser, und irgendwann war klar, dass nichts passiert.

Wie haben Sie damals Ihre Angst überwunden? Ich wollte mich ihr stellen. Ich dachte mir: Es kann ja nicht sein, dass THE RED BULLETIN


„Keiner kann dir wirklich sagen, wie man es macht.“ Paula Beer über die Schauspielerei

THE RED BULLETIN

41


Paula Beer

Die Historikerin Undine (Paula Beer) wird von ­einem Fluch geplagt: Sie muss jeden Mann töten, der sie betrügt oder verlässt. Doch sie bekommt eine Chance, ihr Schicksal zu ändern, als sie sich in einen Taucher (Franz Rogowski) verliebt. Christian Petzold, einer der wichtigsten deutschen ­Regisseure, verlegt die klassische Sage über die todbringende Nymphe in das heutige Berlin. Kinostart: 26. März

Wie sind Sie damit umgegangen? Manchmal hat es mir nichts aus­ gemacht, aber grundsätzlich geht man an so etwas mit einer enormen Konzentration heran. Vor komplexen Szenen war ich manchmal auf­ geregt. Aber dann habe ich mir ­gesagt: „Es ist gut und richtig, dass ich mich so fühle.“ Wenn es so ­extrem wurde, dass ich nicht mehr richtig denken konnte, versuchte ich zu überlegen, ob sich die Figur auch so fühlen würde, und diese Emotion dann zu benutzen. Ein Fehler wäre es, zu sagen, man ist nicht aufgeregt. Das macht es nur schlimmer. Funktioniert das im Alltag auch? Es ist jedenfalls für mich elementar, auf mein Gefühl zu hören und mir bewusst zu machen: Was will ich mit meinem Leben? Was ist mir in diesem Moment gerade wichtig? Ich will keine Dinge tun, nur weil andere denken, dass ich sie tun sollte.

42

Aber in Ihrem Beruf werden Sie ständig mit Erwartungen kon­frontiert. Wie sehr nehmen Sie das wahr? Natürlich kriegt man das mit. Es wird einem auch manchmal sehr ­direkt gesagt. Aber ich gucke schon, worauf ich Lust habe. Denn nur so habe ich auch Spaß daran, das gut zu machen. Wenn ich nur denke: „Sollte man vielleicht machen, aber ich habe keinen Bock“, dann habe ich keine Motivation. Und woher wissen Sie, dass Sie mit Ihrem Gefühl auch richtigliegen? Ich war ja schon mit zwölf am ­Theater. Und ich habe oft gemerkt, dass mein erstes Gefühl richtig ist. Sei es, ob ich jetzt mit Menschen klarkommen muss oder mir eine Meinung zu einem Projekt bilden will. Das entscheidet sich bei mir häufig in den ­ersten Sekunden. Klar denke ich manchmal: „Vielleicht sollte ich noch eine Nacht drüber schlafen.“ Dadurch hat sich meine Meinung aber noch nie geändert.

„Das Jahr in Paris hat mir gezeigt, wie ich funktioniere.“

Was war am schwierigsten? Wenn du die Sprache und ihre Fein­ heiten noch nicht so richtig kannst, ist es sehr schwer, sich ein soziales Umfeld aufzubauen. Das war für mich die größte Herausforderung. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig mir ein stabiles Umfeld ist. Viele pflegen heute ihre Freundschaften über soziale Netzwerke … Das ist nicht mein Fall. Wenn man dauernd sieht, wer was wo macht, dann beschäftigt man sich zu sehr mit anderen – statt sich darauf zu konzentrieren, wie man es vielleicht selbst machen wollen würde. Alles, was analog passiert, erfordert mehr Aufwand und deshalb mehr Besin­ nung. Wenn man nur eine Nachricht schickt, statt anzurufen, geht etwas verloren. Ich bin daran interessiert, mit Leuten wirklich in Kontakt zu sein. Vielleicht passiert das nur ein, zwei Mal die Woche, aber da kriege ich mehr mit, als wenn ständig eine Nachricht aufpoppt.

THE RED BULLETIN

CHRISTIAN SCHULZ

Moderner Wassergeist

Das setzt auch eine gewisse innere Reife voraus. Was sind die Erfahrungen, die Sie geprägt haben? Ich bin nach dem Abitur für ein Jahr nach Paris gegangen. Daran bin ich sehr gewachsen und habe viel Selb­ ständigkeit gewonnen. Ich habe in der Zeit verstanden, wie ich funktio­ niere, was mir schwerfällt und wie ich damit umgehen kann. Im Aus­ land kann man sich ausprobieren. Man ist nicht so an ein festes Umfeld gekoppelt, das einen seit Jahren kennt und vielleicht komisch guckt, wenn man Dinge anders macht. Es war nicht immer leicht in Paris, aber mir hat das sehr, sehr viel gebracht.


One of these will sell 2 million units in 4 weeks. Do you know which one? Insights on Demand. Learn more – Visit corporate.toluna.com


ANTRETEN ZUR

TURNSTUNDE Für viele Biker gehört das Gym zur Trainingsroutine. Doch Trial-Profi DANNY MACASKILL scheint da etwas missverstanden zu haben. Text RACHAEL SIGEE  Fotos FRED MURRAY

44


Erhebendes Gefühl: MacAskill studierte seinen neuen Trick „Hook to Frontflip“ extra für das „Gymnasium“-Video ein. „Ich wollte unbedingt ein Sprungbrett ein­bauen“, sagt er, „und den Schwung für einen außer­ gewöhnlichen Trick nützen.“


„IRGENDWANN HAST DU DIE ERLEUCHTUNG UND WEISST: DAS KRIEG ICH HIN. AUCH WENN ICH DAFÜR HUNDERT VERSUCHE BRAUCHE.“

D

anny MacAskill ist als TrialMountainbiker eine lebende Legende. Seine YouTube-Videos werden von bis zu 90 Millionen Fans gesehen, einer von ihnen – ein gewisser Lance Armstrong – empfiehlt sie als „absolutes Must-watch“. Darum wagte vor ein paar Wochen auch keiner, Danny die Meinung zu seiner neuen Video-Idee ins Gesicht zu sagen. „Lasst uns einen Clip im Gym drehen“, hatte er vorgeschlagen, „mit Turngeräten und Kraft­stationen.“ Alle hatten höflich genickt. Ein Fitnessvideo. Äh, nett. Jetzt sitzt der Schotte in seinem Van vor der Location und strickt mit den Fingern. Es ist Ende 2019, heute ist der erste Drehtag, und Danny MacAskill ist verdammt nervös. „Ich habe keine ­Ahnung, ob ich das überhaupt hinkriege“, sagt er. „Für die Hälfte der Aufnahmen werde ich wahrscheinlich hunderte Versuche brauchen.“ Bei der Planung des Drehs stellte sich nämlich heraus, dass Danny ein wichtiges Detail verschwiegen hatte. Das Video sollte keine Zirkeltrainingsanleitung für Trial-Biker sein, sondern ein Zirkeltraining mit dem Trial-Bike – und zwar in einem echten Turnsaal in seiner Heimatstadt 46

Glasgow – komplett mit CrossFit-Bereich, Bällen, Steppern, freien Gewichten, Sprossenwänden, Trampo­li­nen, Sprungböcken und Balancierbalken. Seit einer Woche bereitet sich Mac­ Askill hier auf den Dreh vor. „Ich fühlte mich dabei wie ein Kind auf dem Abenteuerspielplatz“, sagt der 34-Jährige. Doch heute ist keine Zeit mehr für Spielereien, heute muss er liefern – und Tricks zeigen, die die Welt so noch nicht gesehen hat. Er spricht sich Mut dafür zu. „Alles reine Gefühlssache“, sagt er. „Der Trick muss im Kopf gelingen. Der Körper zieht dann nach, du musst ihm nur die richtigen Befehle geben.“ Blöd nur, dass MacAskill Turnsäle und Fitnessstudios im Grunde nicht leiden kann. „Ich gehe nur hin, wenn ich un­ bedingt muss“, sagt er. „Meistens war das, wenn ich nach einer Verletzung wieder Form aufbauen musste, nach einem Knochenbruch oder so.“ Doch diesmal ist alles ein bisschen ­anders. MacAskill wird die ungeliebten Folterinstrumente heute als Rampen oder Hindernisse zweckentfremden, zum Überspringen oder Draufrumbalancieren. Zumindest hat er das vor. Denn der Weg zu einem bahnbrechenden Videoclip

Ausbalancierter Lifestyle: „Ich wollte unbedingt einen ‚Fakie Nose Manual‘ auf dem Schwebebalken machen“, sagt MacAskill über diesen Trick (Skizze auf Seite 53). „Das Rückwärtsrollen auf dem Vorderrad ist allerdings ein bisschen knifflig.“ THE RED BULLETIN


Mit der richtigen Einstellung (oben) wagt sich MacAskill an den Sprung von Slackline zu Slackline (unten): „Einen Millimeter daneben, und der Reifen rutscht ab“, erklärt er. „Da gehen von 100 Versuchen 99 schief.“

führt nur über die gute alte Trial-­andError-Methode. „Die Idee ist, ein paar Sachen zum Wackeln oder Kippen zu bringen – aber ob’s funktioniert, weißt du erst, wenn du wirklich mit dem Bike draufspringst. Bei einigen Tricks bin ich schon auf dem halben Weg. Du probierst herum, und irgendwann hast du die Erleuchtung, wie es vielleicht gehen könnte. Ab da weißt du: Du wirst vielleicht hundert Versuche brauchen, aber am Ende wird es hinhauen.“ Die Arbeit an einem Video beginnt ­allerdings schon lange davor. Bevor MacAskill am Set auftaucht (und eine komplette Filmcrew davon abhängig ist, dass er auf Knopfdruck absurd schwierige Tricks aus dem Ärmel schüttelt), geht er wochenlang jede einzelne Aufnahme im Kopf durch. „Zuerst scanne ich meine Umgebung nach balancierfähigen Kanten ab“, sagt er, „dann zeichne ich meine Ideen mit Strichmännchen auf.“ Unterwegs hat MacAskill immer ein Notizbuch für seine StrichmännchenFahrer dabei. Dort malt er ununterbrochen neue Ideen hinein – vielleicht für das nächste Projekt, vielleicht für eines in ferner Zukunft. Wer zufällig einen Blick darauf wirft, kann sich nur schwer vorstellen, dass das Gekritzel die Grundlage für ein atemberaubendes YouTube-

„MANCHMAL REICHT ES NICHT, EINEN TRICK MIT WORTEN ZU BESCHREIBEN.“ 48

THE RED BULLETIN


Dannys Originalskizzen: 1. Hook to Frontflip; 2. Plyometric Box Hops; 3. 360 Tyre Tap mit Sprung­ brett; 4. Jumps über Gewichte; 5. Nose Manual auf dem Schwebebalken; 6. Slackline-toSlackline Jump; 7. Hippy Hops; 8. Ghosty Bump Frontflips

1

2

3

4

5

6

7

8

SKIZZEN DES IRRSINNS

Ein Blick in MacAskills Notizbuch für das „Gymnasium“-Projekt: Was am Papier so einfach aussieht, setzt im echten Leben neue Maßstäbe. Ein Beispiel: „Die Gewichte wackeln, wenn ich auf sie springe“, sagt er etwa über Trick 4. „Ich will, dass sie alle hinter mir umkippen – dafür werde ich hundert Versuche brauchen.“ Noch mehr Kopfzerbrechen machte ihm vor dem Dreh Trick 8, die „Ghosty Bump Frontflips“: „Das ist einer der schwierigsten Tricks, die ich je versucht habe. Du hast beim Salto null Kontrolle über dein Bike. Wenn das hinhaut, ist es ein Wunder.“


„NORMALERWEISE BIN ICH HIER NUR, WENN ICH MUSS – ZUM BEISPIEL NACH VERLETZUNGEN, MEIST KNOCHENBRÜCHEN.“


Geräteturnen: So sieht es aus, wenn MacAskill eine seiner Bleistiftskizzen – in diesem Fall die „Plyometric Box Hops“ – in die Realität umsetzt.

51


„AM BIKE BIN ICH EIN PERFEKTIONIST – ABER NUR DA.“

Spinning einmal anders: MacAskill fährt sich am Lauf­ band warm – mit Wheelie.


Eine kurze Drehpause – und schon hat Danny die nächste Idee. „Für mich ist alles ein potenzieller Funpark.“

Video mit Millionen Views sein könnte. Doch MacAskills Strichmännchen-­ Methode scheint dafür genau der rich­tige Weg zu sein. „Manchmal reicht es nicht, einen Trick mit Worten zu beschreiben“, erklärt er, „vor allem nicht, wenn man ein so visu­ eller Mensch ist wie ich.“ Mit ein paar Strichen hält er nicht nur die technischen Schwierigkeiten fest, sondern durchlebt auch alle damit verbundenen Emotionen: „Da ahne ich schon die vierhundert Versuche, die ich dafür brauchen werde.“ Hin und wieder beißt sich Mac­Askill an einer seiner Ideen auch die Zähne aus. Etwa am 180 Frontflip, an dem er  in der Vorbereitung für dieses Video immer wieder scheiterte. „Zu Fuß ist der kein Problem, wenn du von einem kleinen oder großen Trampolin abspringst. Aber mit einem Bike unter dem Hintern kannst du dich nicht so geschmeidig bewegen. Ich sage nicht, dass der Trick unmöglich ist, ich habe ihn sogar schon mal ­gesehen. Aber nicht auf dem Niveau, wie ich es gern hätte.“ Am Set lernt man schnell, dass sein „So hätte ich es gern“ nur eine freund­ liche Version von „So wird es auf Punkt und Komma genau umgesetzt, Ende der Diskussion“ ist – vor allem, wenn er sich einen bestimmten Trick in den THE RED BULLETIN

„ICH GEBE NICHT AUF, BIS ES GELINGT. AUCH WENN ICH 200 EXTRA­ VERSUCHE BRAUCHE.“ Kopf gesetzt hat. „Dann gebe ich nicht auf, bis es mir gelingt – auch wenn ich zweihundert Extra­versuche brauche und den Dreh um einen Tag verlängern muss.“ MacAskills Alltagspersönlichkeit hat wenig mit seiner Bike-Persönlichkeit ­gemein. „Du musst dir nur mal den Saustall in meinem Van ansehen. Bei allen anderen Dingen im Leben denke ich mir: ‚Ach, das passt schon so.‘ Nur am Bike bin ich ein absoluter Perfektionist.“ Zum Glück hat er ein Team, auf das er sich hundertprozentig verlassen kann. Es besteht aus Freunden, mit denen er immer wieder zusammengearbeitet hat – wie Stu Thomson, dem Regisseur dieses Projekts, der auch MacAskills Filme „Imaginate“ (2013) und „The Ridge“ (2014) gedreht hat. „Ich kann mich auf mein Fahren konzentrieren und weiß,

dass sie die Geschichte perfekt erzählen, die Kameraeinstellungen im Griff haben, den Schnitt exakt so machen, wie ich mir das vorstelle.“ Nur eine Sache gibt er keinesfalls aus der Hand: die Musik. „Ich höre rund um die Uhr Musik. Und wenn ich Musik höre, sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus.“ Damit die Musik genau zu seiner Vision eines Clips passt, will er sich in Zukunft sogar an der Musikproduk­tion beteiligen. „Ich verbringe viel Zeit damit, Playlists auf meinem Handy durchzu­ gehen, und stelle mir vor, wie ich in den Bergen Chinas oder irgendwo in einer mediterranen Stadt am Meer fahre“, erklärt er uns. „Dabei habe ich immer auch die Skizzen aus meinem Notiz­buch im Hinterkopf.“ Als die Klappe für den ersten Take des Tages fällt, hat er sich noch immer nicht für den Soundtrack entschieden, weil kein Song perfekt passen will. „Ich bin nie ganz zufrieden“, sagt Danny, „aber ich arbeite daran, die Dinge lockerer zu sehen. In fünf Jahren will ich mir das Video ansehen und denken: Vielleicht ist nicht jeder Trick perfekt, aber wir haben 95 Prozent des Möglichen rausgeholt – und das ist genug.“ Jetzt ansehen: Danny MacAskills Clip „Gymnasium“ auf redbull.com

53


INNOVATOR Tauchkapsel in Aktion: wie ein Zelt auf 20 Meter Tiefe

Meeresforschung

Leben wie die Fische

Ein französisches Forscherpaar hat eine Kapsel gebaut, mit der man drei Tage unter Wasser bleiben kann. Sie wird die Ozeanografie revolutionieren.

54

G

hislain und Emanuelle Bardout führen ein außergewöhnliches Leben: Das Paar hat vor zehn Jahren seine bürgerliche Existenz in Frankreich auf­ gegeben, um auf einem Boot um die Welt zu reisen und die Ozeane zu erforschen. „Wir wissen mehr über die Oberfläche des Mars als über den Meeresgrund“, sagt

STARTPIONIEREUPS, U GENIA ND ERFINDU LE NGEN

Ghislain. Jetzt haben sie ein revolutionäres Werkzeug für ihre Mission entwickelt und gebaut: eine Tauchkapsel, mit der sie 72 Stunden, ohne aufzutauchen, unter Wasser verbringen können. Damit sind nun Abläufe im Unterwasserleben zu beobachten, die herkömm­ lichen Tauchern bis jetzt ver­­ borgen blieben. „Die Tiere

THE RED BULLETIN


Robotik

IN ALLER KÜRZE BESSER URLAUBEN

Putzige Assistentin Little Sofia, ein puppengroßer Roboter, soll Mädchen die Berührungsängste vor künstlicher Intelligenz nehmen.

Gäste verwöhnen ist schön, selbst verreisen auch. Zwei Ideen, die beides erleichtern.

H

umanoide Roboter lassen viele Menschen sich immer ein wenig unwohl fühlen. Schließlich vermitteln uns so manche Science-FictionFilme, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Androide die Macht auf der Erde übernehmen werden. Doch Little Sophia ist anders. Die handpuppengroße Roboterdame wurde von Hanson Robotics geschaffen, um anderen Macht – nämlich die Macht des Wissens – zu verschaffen. „Little Sophia soll vor allem junge Mädchen bestärken und ihnen Programmieren und künstliche Intelligenz

BESSER ABHEBEN Fliegen ohne Reue: Das verspricht Fabian Höhne mit Flyla. Die Plattform vermittelt Resttickets von Partner-­ Airlines an Studenten – und pflanzt zum Ausgleich des jeweiligen CO²-Ausstoßes Bäume. flyla.com

müssen vergessen, dass du da bist“, erklärt Ghislain. Die Kapsel, eine Weiterentwicklung der beim Profitauchen genutzten Taucherglocken und des Sättigungstauchens (geatmet wird ein HeliumSauerstoff-Gemisch), ist soeben in der Südsee auf seine Funktionstüchtigkeit getestet worden. Next Stop: Südpol. underthepole.com

THE RED BULLETIN

Mehr Inspiration für ­ ukunftsmacher gibt es Z im aktuellen INNOVATOR. Infos und Abo unter: ­redbulletininnovator.com

FRANCK GAZZOLA, HANSONROBOTICS.COM, KAIFER/ROAMLIKE, FLYLA

GRATIS EINRICHTEN Von der Seife bis zum Bett: Mit Roamlike (Sitz im WeWork-Büro Köln) bietet Co-Gründer Jens Büschgens Ferien­ wohnungsbesitzern kostenlose Produkte, deren Hersteller auf diese Art ihre Bekanntheit steigern wollen. roamlike.com

auf lustige und abenteuer­ liche Art und Weise nahe­ bringen“, sagt Jeanne Lim, CEO des Hongkonger Unter­nehmens. Die kleine Schwester von Roboter-Ikone Sophia kann Gesichter erkennen, auf Mimik reagieren, singen, Geschichten erzählen und Gespräche führen. Gesteuert wird sie via App am Smartphone oder ­Tablet, programmiert durch Blockly, ein System zur einfachen Nutzung der Programmiersprache Python. Denn diese Sprachen – und das ist jetzt keine ScienceFiction – sind die Zukunft. hansonrobotics.com

Little Sophia: so klein und schon so klug

55


5-MINUTEN-COACH

00:00

01:59

SO ERFINDE ST DU DICH N EU

Alles auf Anfang

Als Hockeyspieler gewann Moritz Fürste zweimal Olympia-Gold. Nach seiner Karriere baute er mit HYROX einen neuen Fitnesswettbewerb auf. Hier erklärt der Hamburger, wie der berufliche Neustart gelingen kann. 00:18

Finde Kollegen, die dich optimal ergänzen Du musst ehrlich zu dir sein: Was gelingt dir spielend? Was widerspricht deinem Naturell? Du kannst natürlich an dir arbeiten und versuchen, deine Schwächen auszumerzen. Oder du tust dich mit Menschen zusammen, die etwas besser können als du – und die du gleichzeitig bereichern kannst mit dem, was du besser kannst als sie. So haben wir es gemacht, als wir HYROX entwickelten. Wir waren von Anfang an ein Team: Christian Toetzke, ein Event-Profi, Michael Trautmann, der weiß, wie man eine Marke entwickelt, und ich, der weiß, wie Sportler ticken. Die beiden hatten schon unfassbar viel Erfahrung. Dass sie dabei waren, war ein Kickstarter für HYROX.

Lern dich neu kennen

Entwirf deinen Plan B frühzeitig

Vielleicht arbeitest du in einer Bank. Du machst deinen Job ordentlich, aber du merkst: Er erfüllt dich nicht. Du willst etwas anderes machen, weißt aber nicht, was. Frag dich: Welchen Teil deines Jobs machst du am liebsten? Kannst du daraus eine neue Karriere schmieden? Ich musste auch etwas finden, was zu mir passte. Mir half es, nicht zwanghaft nach etwas Neuem zu suchen, sondern nah am bisherigen Job zu bleiben: Ich merkte, dass meine zentrale Expertise der Sport ist. Dazu wollte ich lernen, wie man Sport vermarkten kann. Mein Rat: Bau dir ein Fachgebiet auf, das an das angrenzt, was du schon kannst. Dir macht es Spaß, mit Zahlen zu jonglieren, aber Bausparverträge verkaufen ist dir zu langweilig? Kauf dir ein Buch übers Gründen und melde dich bei deinem alten Studienkollegen, der gerade ein Start-up aufbaut und vielleicht einen Finanzexperten sucht.

Wenn du eine zweite Karriere starten willst, bereite sie vor, so gut es geht – und während du noch deine erste 03:07 Karriere lebst. 2008 und 2012 holte ich mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft Gold bei den Olympischen Spielen in Peking und London. Ein Jahr darauf spielte ich eine Saison in Indien! Ich hatte eine wunderbare Karriere als Sportler – aber ich wusste: Anfangs hatten wir ein Problem: Keine Eines Tages wird sie enden. Also habe Sau kannte HYROX. Logisch, es war ja ich schon während meiner Zeit als Hockey-Profi nebenher studiert. Nach eine neue Sportart. Um sie bekannt zu machen, stürzten wir uns erst mal Olympia 2016 in Rio wollte ich meine auf Fachmedien im Fitnessbereich. Karriere beenden, und als ich mein Das hat aber gar nichts gebracht – Studium ein Jahr zuvor abgeschlossen außer dass wir wahnsinnig viel Geld hatte, fing ich erst mal bei einer Werbe­agentur an. Ein smoother Übergang verbrannten. Das war ein Rückschlag. ist besser als ein Kaltstart. Bevor du Aber man könnte auch sagen: Das waren Learnings. Im Sport habe ich deinen Job schmeißt, um dich selbst zu finden: Schau, ob du neben der Argelernt, dass Tiefpunkte wie schwere beit eine Fortbildung machen kannst – Verletzungen auch Wendepunkte sein oder frag in deiner Firma, ob du in ankönnen. Der Körper bekommt Zeit, dere Abteilungen reinschauen kannst. sich mal wieder zu erholen und in

01:58 56

THE RED BULLETIN

CHRISTOPH STEINWEG, TOM SCHLEGEL

NICLAS SEYDACK

Jede Krise kann eine Chance sein


03:36

neue Form zu bringen. Ein anderes Beispiel: Nach meinem Studium bekam ich in der Werbeagentur die Aufgabe, mich um die Olympia-Bewerbung für Hamburg zu kümmern – wir haben eine tolle Kampagne entwickelt und bekamen sogar den Zuschlag. Aber dann stimmten die Hamburger per Volksentscheid gegen Olympia. Das tat weh. Da habe ich gelernt: Du kannst nicht alles steuern, und das macht nichts – ohne den Olympia-Rückschlag hätte ich niemals mit meinem Team HYROX erfunden. Deshalb: Glaub an dich, auch wenn’s beim zweiten Karrierestart schwer wird. Nach jedem Tal geht es wieder bergauf!

04:13

Steck dir hohe Ziele „Welchen Teil deines Jobs machst du am liebsten? Kannst du daraus eine neue Karriere schmieden?“ Moritz Fürste

Was ist HYROX? HYROX kombiniert CrossFit, Functional Training und Laufen. Alle Sportler – Profis und Amateure – durchlaufen einen klassischen Wettbewerb: acht Kraftübungen, dazwischen je einen Kilometer auf der Laufbahn. Es gewinnt, wer die Competition am schnellsten schafft. Wer in dieser Saison noch dabei sein will, kann sich für die Events in München (21. 3.) und Berlin (4. 4.) anmelden. In Berlin steigt zugleich die WM. hyrox.com

Jeder hat einen Traum. Unserer ist, dass HYROX eines Tages eine olympische Sportart wird. Klingt vermessen? Vielleicht, aber es ist eine Vision, die uns antreibt. Gleichzeitig sage ich: Sei auch dankbar für das, was du auf dem Weg erreichst. Für mich ist es jedes Mal ein geiles Gefühl, wenn wir einen HYROX-Parcours aufbauen – und die Menschen kommen, um den Sport zu machen, den wir erfunden haben. Ich erinnere mich noch an unser erstes Event im November 2017 in Hamburg: Wir haben die Halle aufgebaut, plötzlich stand da zum Anfassen, was vorher nur auf Papier existierte. Es kamen 600 Leute, einfach unglaublich! Im vergangenen Dezember hatten wir unser erstes USA-Event in New York. Wir sind immer noch sehr klein, wir haben noch nicht die Welt verändert. Aber das kann ja noch werden!

05:00 THE RED BULLETIN

57


Schwung auf der Piste: Auf dem Flugplatz in Strausberg übt Ludwig Trepte für den Pilotenschein. Trenchcoat BELSTAFF Pullover CLOSED Hose und Gürtel ALPHA TAURI Boots und Socken MORESCHI

58


DER DURCHSTARTER

Schauspielkarriere mit 12, Familiengründung mit 23, Flugschein mit 31: Filmstar LUDWIG TREPTE erfüllt sich seine Herzenswünsche mit erstaunlicher Entschlossenheit. Wie gelingt ihm das? Eine Begegnung. Text ANNE WAAK Fotos DAVID FISCHER Styling SINA BRAETZ  Styling-Assistenz HANNAH PIEPER


„Meistens spiele ich Figuren, die brennen, sich nach Zugehörigkeit sehnen.“ Weste mit Gürtel C. P. COMPANY Bomberjacke und Hose ALPHA TAURI Boots MORESCHI

Ü

ber dem Flugplatz hängen dichte Wolken, es ist diesig und kalt. Ludwig Trepte muss am Boden bleiben. An Fliegen ist bei diesem Wetter nicht zu denken, dafür ist die Sicht zu schlecht. Das ist ­ärgerlich für Trepte. Der 31-Jährige liebt das Fliegen, die Ruhe in der Luft, die Übersicht, diese andere Perspektive auf die Welt. Mehr als ein Jahr lang ist er jede Woche hier herausgefahren, auf den Flugplatz in Strausberg, eine Autostunde

60

östlich von Berlin, um seinen Flugschein zu machen. Theorie pauken, Pflichtstunden fliegen, jetzt steht er kurz vor der praktischen Prüfung. Dabei ist es nicht so, dass er sonst nicht genug zu tun hätte. Trepte ist einer der meistbeschäftigten Schauspieler Deutschlands, und das seit fast zwanzig Jahren. Am 18. März startet in der ARD „Unsere wunderbaren Jahre“, ein Dreiteiler über die Anfänge der Bundesrepublik, in dem er eine Haupt­rolle spielt. Er ist Ehemann und zwei­facher ­Vater. Und einer, der seine Ziele mit be-

wundernswerter Konsequenz und Angstfreiheit verfolgt und sagt: „Ich glaube ­daran, dass man alles schaffen kann.“ Damit ist Trepte so etwas wie der AntiPeter-Pan. Statt seine Kindheit ins Unendliche zu verlängern, sich alle Türen offenzulassen und solange es geht durchs eigene Leben zu trödeln, nimmt er es in die eigene Hand. „Die Zeit ist begrenzt“, sagt er. Es scheint, als wolle er in diese begrenzte Zeit so viel Leben hineinpacken, wie nur irgendwie geht. Doch statt getrieben wirkt er sehr zufrieden damit. THE RED BULLETIN


Früh an Bord: Trepte steht vor der Kamera, seit er 12 Jahre alt ist. Bomberjacke A.P.C. 3D-Performance-Strick-T-Shirt und Hose  ALPHA TAURI


Alles im Blick: Am Fliegen liebt Trepte besonders die Ruhe und die Übersicht in der Luft. Trenchcoat BELSTAFF Poloshirt aus BaumwollPiqué ALPHA TAURI Jeans LEVI’S Sonnenbrille RAY-BAN Boots MORESCHI


Geboren wurde Trepte 1988 im OstBerliner Stadtteil Prenzlauer Berg, als Sohn des landesweit bekannten Rocksängers Stephan Trepte. Als Zwölfjähriger besuchte Trepte gemeinsam mit ihm ein Konzert von Rammstein und traf die Band nach deren Auftritt. Die Show hinterließ einen bleibenden Eindruck; Treptes Berufswunsch stand fest: Er wollte auf der Bühne stehen. Seine Mutter meldete ihn bei einer Castingagentur an, weil sie vermutete, die Schauspielerei könnte etwas für den Jungen sein. Womit sie absolut recht haben sollte. Seinen Einstand gab Ludwig Trepte im Jahr 2001 dann auch gleich in einer deutschen Fernseh-Institution, dem „Tatort“: als nickelbebrillter, leicht lispelnder Chorknabe, der Zeuge eines Mordes wird. Von da an ging es steil aufwärts, bald wurde er auch für Hauptrollen besetzt. In „Kombat Sechzehn“ spielte der damals 16-Jährige einen jungen Neonazi, zwei Jahre später in „Guten Morgen, Herr Grothe“ einen schwierigen Hauptschüler. Für die Schule im echten Leben, in der er sich ohnehin die meiste Zeit langweilte, blieb ihm da schon kaum mehr Zeit. In der achten Klasse war er vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt und schaffte gerade so den Abschluss. Eine Schauspielschule hat Trepte nie besucht. Alles, was er kann, hat er sich selbst angeeignet. Seine Karriere ist eine ohne Netz und doppelten Boden. Eine Absicherung – etwa durch ein Studium – wäre Ludwig Trepte nie in den Sinn gekommen. „Ich bin Schauspieler“, sagt er, als duldete nichts anderes neben sich. „Das ist keine Wahl, die ich hatte.“

A

lso stürzte er sich da hinein, mit voller Kraft. In einem Alter, in dem andere pubertieren, ihre Grenzen ausloten und generell gern orientierungslos durchs Leben taumeln, stand er schon vor der Kamera und verdiente sein eigenes Geld. In den Jahren, in denen viele studieren, feiern und sich in hoffnungslose Affären verrennen, heiratete er und freute sich über sein erstes Kind, mit gerade mal 23.

THE RED BULLETIN

„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das durch. Komme, was wolle!“ Leichte PrimaLoft-Jacke und Taurex-T-Shirt  ALPHA TAURI Jeans CITIZEN OF HUMANITY

„Die Idee war, dass wir selbst als Eltern noch jung sind und mehr Zeit haben, ­unsere Kinder zu begleiten“, erklärt er die Entscheidung, die seine Frau Deborah und er damals ganz bewusst trafen und – typisch Trepte – gleich in die Tat umsetzten. Mathilda ist heute sieben Jahre alt, ihr kleiner Bruder Joschua feiert demnächst seinen ersten Geburtstag. Heute, mit Anfang 30, wenn viele andere Karrieren gerade erst Fahrt aufnehmen, hat Ludwig schon in mehr als 60 Produktionen mitgespielt und so gut wie jeden

Preis gewonnen, den es für Schauspieler in Deutschland – und darüber hinaus – zu holen gibt: den Max-Ophüls-Preis, die Goldene Kamera, den Adolf-GrimmePreis. 2015 gewann der Kurzfilm „Er­ ledigung einer Sache“, in dem Trepte die Hauptrolle spielte, den „Studentenoscar“ – also die Auszeichnung, die von der ­Oscar-Akademie in Hollywood an Nachwuchsfilmemacher verliehen wird. Weitere internationale Aufmerksamkeit brachten ihm der Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ über eine Gruppe   63


„Ein guter Vater ist auch jemand, der sich entschuldigt und sagt: Ich konnte es einfach nicht besser.“ Wildlederjacke BELSTAFF

von Freunden im „Dritten Reich“, der 2014 mit dem US-amerikanischen Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet wurde. Und dann war da noch die Rolle des Oberleutnants Alex Edel in „Deutschland 83“, der ersten deutschen Serie, die jemals auf einem US-amerikanischen Sender ausgestrahlt wurde. Eine Filmkritikerin des renommierten Magazins „New Yorker“ schrieb, mit seiner warmen Darstellung habe Trepte die Figur schnell zum komplexesten Charakter der ganzen Serie gemacht. 64

S

o ist das oft: Auch wenn der Film selbst nicht ganz so ge­ lungen sein sollte, Trepte sticht heraus. Man erinnert sich an ihn, an die Intensität und Sicherheit, die er vor der Kamera ausstrahlt. „Meist spiele ich Figuren, die brennen und sich nach Zugehörigkeit sehnen. Sie sind nicht zufrieden mit einer Situation und wollen was verändern“, fasst Trepte die Gemeinsamkeiten seiner Rollen zusammen. Es ist vor allem sein Ehrgeiz, der ihn treibt, und seine Disziplin. „Wenn ich mir

etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das durch. Komme, was wolle“, sagt er. „Ich mag Aufgeben nicht, ich bin kein Fan vom Scheitern. Obwohl Scheitern auch legitim ist.“ Nur eben nicht für ihn. Zusammen mit seiner Abenteuerlust und seinem Hang zu schnell aufkommender Langeweile macht ihn das zu einem, der immer nach Herausforderungen sucht. Er hat den Motorradführerschein, er weiß, wie man Boote auf Binnengewässern und dem Meer steuert. Gefragt, welche Eigenschaften ein Pilot brauche, antwortet er: THE RED BULLETIN


Hoch hinaus: Als Nächstes möchte Trepte den Kunstflug- und den Helikopterschein machen. Leichte PrimaLoft-Jacke und Taurex-T-Shirt ALPHA TAURI Jeans CITIZEN OF HUMANITY


Geldgeschenk für alle Im TV-Dreiteiler „Unsere wunderbaren Jahre“ spielt Ludwig Trepte einen jungen Mann in der Nachkriegszeit. Zur Einführung der D‑Mark erhielt 1948 jeder Bürger 40 Mark. Der ARD-Mehrteiler „Unsere wunderbaren Jahre“ folgt verschiedenen Menschen (dargestellt von Ludwig Trepte, Katja Riemann, Anna Maria Mühe) dabei, wie sie ein neues Kapitel im L ­ eben aufschlagen. Auf Basis des gleich­namigen Romans von Peter Prange zeigte die TV-Serie, wie eine Generation versuchte, die Dämonen der Vergangenheit hinter sich zu lassen und ganz neu zu beginnen.

Parka und Hose ALPHA TAURI Boots MORESCHI

„Stabilität, Extravertiertheit und Leis­ tungsvermögen.“ Womit er sich selbst ziemlich gut beschrieben hätte. Aber sosehr er die Abenteuer, die ­Geschwindigkeit und die Schauspielerei auch liebt: „Das ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste sind meine Kinder.“ Das ist die andere Seite des Ludwig Trepte: die des liebevollen, engagierten Vaters. Dabei sei es gar nicht so, dass, wie man oft sagt, seine Kinder ihn ängstlicher gemacht hätten – schließlich ist es das Schlimmste, was Eltern sich vorstellen 66

können, dass dem Nachwuchs etwas ­passiert. Er sei, sagt er, allerdings heute emotional verletzlicher, weil alles, was sie an Schmerz und Ablehnung erleiden, ihn selbst genauso trifft wie sie. Seine Kinder haben Ludwig Trepte emphatischer ­gemacht, empfindsamer und ruhiger. Wenigstens ein bisschen. Trepte sagt aber auch von sich selbst, dass er das schon sehr gut mache. Er sei ein „wahnsinnig guter Vater“ und muss ein wenig lachen angesichts dieses un­ verhohlenen Selbstlobs. Er sei einer, der

T

repte gibt zu, dass seine Fliegerei in einem gewissen Kontrast zum Dasein als verantwortungsvoller Familienvater steht. Erst wenige Tage zuvor ist auf dem Flugplatz eine Maschine bei einem Testflug ab­gestürzt, beide Insassen tot. Aber Ludwig Trepte wäre nicht Ludwig Trepte, wenn ihn das bremsen könnte. Er weiß auch schon, was nach dem Flugschein kommt. Als Nächstes stehen die Kunstflugberechtigung und der Heli­ kopterschein auf dem Plan. Und irgend­ wann der Segelschein – für die Welt­ umrundung, die er vorhat, wenn seine Kinder älter sind. Ludwig Trepte, der Durchstarter, hat noch lange nicht seine Reiseflughöhe erreicht. THE RED BULLETIN

WDR/UFA FICTION/WILLI WEBER

„Ich mag Aufgeben nicht, ich bin kein Fan vom Scheitern. Obwohl Scheitern legitim ist.“

seinen Kindern zuhört, für sie da ist und versucht, ihnen auf Augenhöhe zu be­ gegnen. Er schildert, wie sein Sohn neu­ lich nicht dazu zu bewegen war, in die Richtung zu laufen, in die Papa gehen wollte, sosehr der auch „Hier lang!“ rief. Wie er die Geduld verlor angesichts der Sturheit und des Eigensinns des Kleinen. Bis er auf die Knie ging und feststellte, dass der Junge aus seiner Perspektive ­einen halben Meter über dem Boden gar nicht hätte sehen können, wohin die väterliche Hand zeigte. „Ein guter Vater ist auch jemand, der sich entschuldigt und sagt: Ich konnte es nicht besser.“


H

T

S

CA

POD

A U F F A Z . N E T/

HÖREN SIE REIN

BEDEUTEN?

WÜRDE ES

WE ITE RDE NK E N W ÜRDE , WAS

KÖNNEN SIE DAS ERKLÄREN? WENN MAN DAS JETZT MAL

SEITE?

ANDERE

WIE SIEHT DAS DENN DIE

DA S N I C H T N U R E I N VO R U R T E I L?

IST

ABER

A U F D E N E R S T E N B L I C K V I E L L E I C H T,

KÖ N N E N . “ O K AY,

SCHAFFEN

EINE

ALL

WIRD DIE DEUTSCHE BANK ES

„ A N D T H E O S C A R G O E S T O . “ „ J A , N AT Ü R L I C H

WIR SCHAFFEN DAS!“

G E S C H A F F T,

VIELES

O

S

„WIR HABEN

DARE YOU!“

I M M E R S O , W I E ’ S K O M M T. “ „ H O W

EINFACH, DEUTSCHLAND IST EIN STARKES LAND.“ „ M A N N I M M T ’ S

„ICH SAGE GANZ

UHR.

17

IMMER UM

F R E I TA G S .

A B S O F O R T M O N TA G S B I S

UND ICH BIN SANDRA KLÜBER.

HOLDERRIED.

I S T TA M I

ME

A

N

MEIN

ICH BIN ANDREAS KROBOK.

FÜR DEUTSCHL AND.

PODCAST

Z.

A.

F.

BEIM

WILLKOMME N

HÖREN. HERZLICH

KÖNNEN SIE DIE F.A.Z. NICHT NUR LESEN, SONDERN AUCH

D I E F. A . Z . G E H Ö R T ? A B S O F O R T

SCHON

EUTE

Heute schon die F.A.Z. gehört? Jetzt neu: der F.A.Z. Podcast für Deutschland.

Ab sofort können Sie das vielfältige Angebot der Frankfurter Allgemeinen nicht nur lesen, sondern auch hören. Von montags bis freitags widmet sich unser täglicher Podcast umfassend einem Schwerpunktthema aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport oder Wissen. Zusätzlich verschaffen wir Ihnen einen Überblick über zwei bis drei weitere relevante Themen. Freuen Sie sich auf unterschiedliche Standpunkte, spannende Einblicke und neue Denkanstöße – wann und wo immer Sie wollen.

Jetzt reinhören unter faz.net/podcast


Allison Schrager studierte als Risiko­­managerin das Verhalten von Big-Wave-Surfern, Pokerspielern und Prostituierten.

FORSCHUNG IM BORDELL

Die New Yorker Ökonomin ALLISON SCHRAGER, Expertin für Risiko­management, hat an unerwarteten Orten studiert, wie man Risiken berechenbar macht. Zum Beispiel in legalen Bordells in Nevada. Das soll uns jetzt helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Text JONAS VOGT  Fotos MISHA FRIEDMAN

68

THE RED BULLETIN


Die 8,6 Millionen Einwohner von New York City g ­ ehen jeden Tag Risiken ein. ­Allison Schrager weiß, was sie d ­ abei besser ­machen könnten.


Schragers Karriereweg lief keineswegs geradlinig: Mitte der 2000er-Jahre schrieb sie für die Web­ site des „Economist“. Unbezahlt.

„Erfolgreiche Menschen machen sich bewusst, warum sie Risiken eingehen, und wissen, wie sie Gefahren minimieren.“ 70

THE RED BULLETIN


„Lebe deinen Traum, aber lebe ihn klug. Nimm dir keinen Riesen­ kredit auf, sondern sichere dich vielfältig ab.“

A

llison Schrager ist Öko­nomin, Spezial­ gebiet: Alters­vorsorge. Klingt trocken, ist es aber nicht. Das zeigt allein der Titel ihres B­uches. Er lautet übersetzt: „Kommt ein Ökonom ins Bordell“. Schrager erklärt darin an­ hand lebensnaher Beispiele die Ana­ tomie von Risiken. Ihre Forschung führte die Professorin der New York University dabei unter anderem auf die Pferderennbahn, zu einem Big-Wave-Surfer, an den Pokertisch, in ein Bordell oder zu einem Papa­ razzo. Denn laut Schrager können ­ isiken umzugehen wir lernen, mit R – und so bessere Entscheidungen zu treffen. the red bulletin: Ihr Buch ­be­ginnt mit Ihrem Besuch in ­einem Bordell in Nevada. Was hat eine Forscherin in einem Bordell zu suchen? allison schrager: Ich ging einer Frage nach: Warum ist legale Prosti­ tution in Nevada so erfolgreich? Wo die Freier dort doch deutlich mehr zahlen müssen als auf der Straße – und den Frauen trotzdem weniger Geld bleibt. Und wie lautet die Antwort? Ganz einfach: Risikomanagement. Für die Prostituierten kompensiert die relative Sicherheit den Verdienst­ ausfall, und die Freier müssen keine Angst haben, ins Gefängnis zu kom­ men. Es ist unterm Strich einfach ein guter Deal für beide Seiten, die auf diese Weise ein kalkuliertes, ein „smartes“ Risiko eingehen. THE RED BULLETIN

Was genau ist ein smartes Risiko? Ein smartes Risiko bringt dich dei­ nem angepeilten Ziel näher. Und gleichzeitig minimiert es die Gefahr, damit zu scheitern. Wovon reden wir eigentlich, wenn wir das Wort „Risiko“ verwenden? Die meisten Menschen betrachten Risiko als etwas Schlechtes. In der Ökonomie ist damit aber etwas anderes gemeint: nämlich alle Mög­ lichkeiten – gute wie schlechte. Sie haben für Ihre Forschung mit vielen erfolgreichen Menschen ­gesprochen. Was haben diese ­gemeinsam? Sie sind alle sehr gute Risiko­ manager. Erfolgreiche Menschen machen sich bewusst, warum sie Risiken eingehen, und wissen, wie sie die Gefahren minimieren. Das Erstaunliche: Viele dieser Menschen hatten keine spezielle Ausbildung. Trotzdem managen sie Risiko auf eine planmäßige, methodische Weise – so als hätten sie Finanzmanagement studiert. Die Gesellschaft neigt dazu, ­Menschen zu glorifizieren, die große Risiken eingegangen sind. Warum eigentlich? Unsere Gesellschaft hat eine seltsame Beziehung zum Risiko. Wenn wir sagen, etwas ist riskant, meinen wir im Normalfall: Tu es nicht! Aber wir bewundern auch waghalsige Menschen, die mit dem Kopf durch die Wand gehen. Eine Gruppe, die dabei fast übersehen wird, ist jene, die sehr sorgfältig und bedacht Risiken eingeht.   71


„Wette gegen dein eigenes ­Fußball­team. Wenn es gewinnt, freust du dich über den Sieg – wenn es verliert, über das Geld.“

Wie treffen wir bessere ­Entscheidungen? Das kann man trainieren. Man kann lernen, Wahrscheinlichkeiten realistischer einzuschätzen und die richtigen Werkzeuge einzu­ setzen. Die sind nicht nur in der Finanzwelt interessant – sondern für jeden Bereich des Lebens. Angenommen, ich bin Journalist, backe aber auch fantastische Cupcakes. Soll ich das Risiko eingehen, meinen Job aufzugeben und ­einen Cupcake-Shop zu eröffnen? Wenn das Ihr Traum ist, dann sollten Sie das wahrscheinlich tun. Aber Sie ­sollten es eben auch auf kluge Weise machen. Nicht Hals über Kopf einen ­Riesenkredit aufnehmen, sondern sich über verschiedene Finanzie­ rungen absichern. Das Wichtigste ist: Es muss wirklich Ihr Ziel sein. Sie schreiben, dass sich Menschen ­ihrer genauen Ziele gar nicht bewusst sind. In Ihrem Buch führen Sie das B ­ eispiel an, dass „Ich will heiraten“ und „Ich will glücklich verheiratet ­bleiben“ ­keine iden­ tischen Ziele sind … Genau. Im ersten Fall ist es rational, die erste Person zu heiraten, die ­einen wirklich liebt. Im zweiten be­ darf es aber anderer Überlegungen. Diese können zu derselben Person führen, müssen aber nicht. Sie definieren fünf Schritte zur ­ ntscheidungsfindung. besseren E Über den ersten, die Ziele, haben wir bereits gesprochen. Was sind die nächsten vier? Der nächste ist, verzerrte Wahr­ nehmungen ­los­zuwerden – die sind Gift für das Risikomanagement. Klassisches Beispiel: Wir denken beim Pokern, dass unser aktuelles und das nächste Blatt irgendwie 72

­zusammenhängen. Oder der Krimi­ nelle, der meint, weil er mit Steuer­ hinterziehung durchgekommen ist, wird er auch mit Betrug durch­ kommen. Das sind alles Sachen, ­die wir ­sicher zu wissen glauben. Und so entstehen ­Fehler. Der dritte Schritt wäre: nicht mehr ­Risiko ­einzugehen als unbedingt nötig. Wie funktioniert das? Im Finanzwesen erreicht man das mit Diver­sifizierung. Lieber ­Aktien von 500 Firmen besitzen als von 50. Das ist ein sehr wichtiges Konzept, nicht nur bei der Anlage. Nehmen wir wieder den Journalisten als Beispiel: Ich könnte mich darauf konzentrieren, der beste Schreiber zu werden. Aber dann bin ich nur so lange sicher, solange man Schreiber braucht. Ich könnte zum B ­ eispiel auch zusätzlich Programmieren lernen. Kommen wir zum vierten Schritt. Das ist das eigentliche Management. Wenn wir uns Risiko als Verteilung von guten und schlechten Optionen vorstellen, wollen wir die schlechten­ so gering halten wie möglich. Eine der Möglichkeiten ist Hedging. Dabei gebe ich potenzielle Vorteile auf, um potenzielle Nachteile ab­

zufedern. Ein einfaches Beispiel: gegen das eigene Fußballteam wetten. Wenn es gewinnt, fühlt man sich zwar etwas schlechter, weil man Geld verloren hat. Aber dafür hat man auch einen Trost, wenn sie verlieren. Die andere Möglichkeit ist die Versicherung. Dabei behalte ich alle Vorteile und bezahle jemand anderen dafür, die Nachteile zu übernehmen. Wir haben schon darüber ­gesprochen, dass sich diese ­Mechanismen auf alle Lebens­ bereiche übertragen lassen. Was wären Hedging und Versicherung im Kontext eines Dates? Hedging wäre zum Beispiel, sich nie ganz auf jemanden einzulassen. Man erlebt zwar nie das ganze Hoch der Liebe, aber man wird auch weniger verletzt. Eine Ver­ sicherung wäre es, sich jemanden in der Hinterhand zu halten, auf den man im Zweifelsfall zurückgreifen kann. Das sind aber moralisch eher zweifelhafte Tipps. Wir haben noch nicht über die Unsicherheit gesprochen. Das ist der letzte Punkt, der immer zu wenig Aufmerksamkeit kriegt. Es können immer Dinge passieren, mit

BESSER ENTSCHEIDEN IN FÜNF SCHRITTEN 1. PLANEN

Setze dir nur Ziele, die du auch wirklich erreichen willst. Noch wichtiger: D ­ efiniere deine Ziele prä­zise: „Ich will heiraten“ braucht ein anderes Risiko­ management als das Ziel „Ich will glücklich ver­heiratet bleiben“.

2. PRÜFEN

Hinterfrage vor deiner Entscheidung alles, was du schon sicher zu wissen glaubst. So beugst du fatalen Fehlern vor. Denn wer unbeabsichtigt von einem Irrtum ausgeht, dem hilft später das beste Management nichts mehr.

3. MINIMIEREN

Halte das Risiko minimal: Du willst 50 Aktientitel kaufen? Kauf lieber 500! Gehen davon 25 Firmen pleite, ist es egal.

4. MANAGEN

Stelle dir alle guten und schlechten Optionen vor und sorge dafür, dass die schlechten, falls sie ein­ treten, nicht zu viel Schaden anrichten.

5. FLEXIBEL SEIN

Unerwartetes passiert oft. Halte dir also eine Hinter­ tür offen, falls deine Pläne den Bach runtergehen. THE RED BULLETIN


„Eine Ver­sicherung in Liebesdingen wäre es, sich jemanden in der Hinterhand zu halten – das ist moralisch aber eher zweifelhaft.“ Schrager will Menschen dazu bringen, Risiken als kalku­lier­bar zu sehen.

denen man nie im Leben gerechnet hätte. Man sollte eine gute Risikomanagement-Strategie haben, aber so flexibel bleiben, dass man noch reagieren kann. Nehmen wir wieder den Cupcake-Shop. Sie haben einen wunderbaren Businessplan, haben alles ausgearbeitet, Kredite auf­ genommen – und plötzlich kommt es zu einem großen Ausbruch von Diabetes. Damit konnten Sie nicht rechnen. Dann müssen Sie flexi­bel genug sein, Ihre Pläne zu ändern.

realistische Einschätzung haben, was mein Beitrag ist. Aber es gibt in Verhandlungen auch HedgingStrategien. Das heißt, ich biete meinem Chef mehrere Optionen an: Ich möchte gerne zehn Prozent mehr Gehalt, würde mich aber auch mit fünf Prozent zufriedengeben, wenn ich dafür mehr Urlaubstage bekäme. Das schwächt die Verhandlungsposition für die erste Option, aber die Chance steigt, dass ich überhaupt mit etwas rausgehe.

Wenn ich meinen Chef morgen um eine Gehaltserhöhung bitte: Was sollte ich im Vorfeld ­bedenken? Zuerst einmal die Klassiker: Ich sollte mir einen Überblick über die finan­zielle Situation meines Unter­ nehmens verschaffen und eine

Nach all Ihren Forschungen: ­Treffen Sie heute bessere Entscheidungen? Nicht immer, aber doch meistens. Das ­Training, das Bewusstmachen der ­Mechanismen hilft mir auf jeden Fall.

THE RED BULLETIN

Kann das jeder lernen? Na freilich! Was ich im Zuge meiner Forschungen gelernt habe: Jeder hat ­ spekt das in sich. Jeder hat einen A im Leben, wo er Risiken sehr klug und methodisch eingeht. In ­anderen Bereichen wird man aber über­rollt, wenn man die Wissen­schaft dahinter nicht versteht. Wenn man Menschen darauf hinweist, dass sie diese Mechanismen bereits anwenden, können sie sie besser auf andere L ­ ebensbereiche übertragen.

Allison Schrager: „An Economist Walks into a Brothel. And Other Unexpected Places to Understand Risk“, Preis: 18,25 Euro

73


EINE WELT­ REISE ZU FUSS

Albert Villarroya ­Farrarós trainiert für die Herausforderung seines Lebens: Er will in 15 Jahren um die Welt wandern.

74

THE RED BULLETIN


ANZEIGE

Der Spanier Albert ­ illarroya Farrarós beim V Training in Madagaskar.

V

iele von uns wollen mehr von der Welt sehen. Manche reisen ein ganzes Jahr lang kreuz und quer über den Planeten, andere unter­ nehmen gemeinsam mit Freunden ­Wochenendtrips an neue Orte. Doch nicht viele können von sich behaup­ ten, eine Weltreise zu machen wie Albert Villarroya Farrarós. Der Abenteuer-Junkie mit Wohn­ sitz Chamonix hat sich eine Mammut­ aufgabe vorgenommen: Er will in 15 Jahren einmal um die ganze Welt wandern und dabei alle wesentlichen Gebirgszüge überqueren. Nachdem er die Schule im Alter von 18 Jahren verlassen und die Pyrenäen auf sei­ nem Fahrrad durchquert hatte, kam Farrarós zu einem Entschluss: Die einzige Möglichkeit, die Freiheit in der Natur wirklich zu erleben, er­ fordert eine noch viel größere Reise – und zwar im Alleingang. In Kooperation mit der OutdoorSchuhmarke Merrell trainiert der Sportler derzeit für dieses ambitio­ nierte Ziel. „Im Training gibt es zwei sehr wichtige Aspekte: den körper­ lichen und den mentalen“, erklärt er. „Jeden Morgen nach dem Aufstehen klettere ich einfache Solo-Routen oder bouldere. Und anschließend gehe ich zur Arbeit. Nachmittags ­mache ich Bergläufe, damit ich fit bin für lange Strecken bergauf.“ Aber aus welchem Grund tut man sich so eine Herkulesaufgabe an?

THE RED BULLETIN

75


ANZEIGE

OUTDOOR­ WUNDER Der MQM Flex 2.0 GTX von Merrell bietet alles, was du brauchst, um dein Ziel zu erreichen – bei jedem Wetter, in jedem Gelände.

„Ich bin in dem kleinen Städtchen Sant Cugat in der Nähe von Barce­ lona groß geworden“, erklärt Albert. „Und ich hatte alles: ein Zuhause, viele Freunde, eine tolle Familie, eine Freundin, die mich liebte. Trotzdem hatte ich das Gefühl, das Leben nicht wirklich genießen zu können. Ich ­redete immer mit denselben Leuten, lernte keine neuen Menschen kennen und tat nur das, was von mir erwar­ tet wurde. Etwas musste sich ändern. Dann durchquerte ich die Pyrenäen mit dem Fahrrad. Aber noch im sel­ ben Jahr kam es mir so vor, als hätte es diesen zweiwöchigen Trip nie ge­ geben. Ich fühlte mich leer. An diesem Punkt traf ich eine ­Entscheidung, die mein Leben für immer verändern sollte: Ich flog nach Südamerika – mit der Idee, zu Fuß nach Hause zurückzulaufen. Da die Ent­fernung zu groß war, um sie in Kilometern zu messen, konzen­ trierte ich mich darauf, was mich am meisten interessierte: Menschen. Damit wurde mein Ziel greifbar. Ich wollte ein Leben führen, das es mir erlaubt, so viele Menschen wie mög­ lich kennenzulernen und von ihrem Lebensstil, ihrer Kultur und ihren Interessen zu lernen, mich verschie­ densten Situa­tionen anzupassen und gleichzeitig gesünder zu leben. Ich beschloss, die Welt in Form ­einer ‚Weltreise zu Fuß‘ zu bereisen, dabei alle großen Gebirgsketten zu überqueren und – sofern es die Be­

76

dingungen zulassen sollten – durch Zustieg und kletternd zu bezwingen. Die Outdoor-Schuhmarke Merrell war von meiner Idee sofort begeistert, und so begannen wir zusammen­ zuarbeiten. Wir wollten gemeinsam in ein Land reisen, in dem ich unter schwierigen Bedingungen für meine Herausforderung trainieren konnte. Madagaskar ist bekannt für seine Hitze, seinen Dschungel und seine ab­ gelegenen Berge. Zu meiner großen Freude waren die Einheimischen großartig – sie machten es mir ganz leicht, die erhofften zwischen­ menschlichen Beziehungen aufzu­ bauen. Es geht ja nicht darum, auf den Mond zu fliegen. Und auch nicht darum, alles radikal zu verändern. Sondern darum, den ersten Schritt zu machen und dann dranzubleiben.“

Braucht man für jede OutdoorAktivität ­einen eigenen Schuh, kann das ganz schön anstrengend sein. Deshalb hat Merrell einen Allround-Schuh ent­ wickelt, der sowohl für ambi­ tionierte Trailrunner als auch für Gelegenheitswanderer ge­ eignet ist. Die zweite Genera­ tion des beliebten MQM Flex von Merrell verfügt über ein reißfestes, sportliches Ober­ mate­rial, eine flexible gedämpfte Zwischensohle und eine spezielle Berglaufsohle, welche die besten Eigenschaften eines Trail- sowie eines Wanderschuhs in einem Schuh vereint. Die GORE-TEX Invisible Fit-Technologie bietet Stil, Passform und Trage­gefühl ganz nach deinem Geschmack und hält darüber hinaus deine Füße zuverlässig trocken.

Optimale Passform

Die äußerst komfortable Passform sorgt für ein angenehmes Tragegefühl, während die einzigartige flexible Konstruktion das Gewicht reduziert und Druckstellen minimiert.

Wasserdicht & robust

Ob Sommerregen oder eiskalte Pfütze: Deine Füße bleiben stets trocken – sowohl auf der kurzen Joggingrunde als auch auf der Langstrecke.

Extrem atmungsaktiv Dampf in Form von Schweiß kann einfach entweichen, so dass du dich auch bei großer Anstrengung wohlfühlst.

Schnell trocknend

Damit du schnell wieder durchstarten kannst.

THE RED BULLETIN

TYRONE BRADLEY

Der MQM Flex 2.0 GTX von Merrell ist der perfekte Schuh für Farrarós’ Herausforderung.


GUIDE Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen

OXALIS ADVENTURE

JOSHUA ZUKAS

EXPEDITION IN DIE GRÖSSTE HÖHLE DER WELT Hang Son Doong, Vietnam

77


GUIDE Reisen

Unfassbar groß und ein Öko­ system nicht von dieser Welt: Ryan Deboodt hat die größte Höhle der Welt in Vietnam erkundet.

„C

ooler Ausblick“, sagt mein Guide Hieu. Sehr witzig. Ich taste mich gerade tief unter der Erde einen 50 Meter langen, schmalen Grat entlang, unter mir ein klaffender Krater aus bleierner Schwärze. Ein falscher Schritt, und mich verschluckt das pure Nichts. Trotzdem macht mir die rasiermesserscharfe Felskante größere Sorgen: Wenn ich ausrutsche, schlitzt sie mir bestimmt die Wade auf. Wir zählen Tag 3 unserer Expedition zur Son-Doong-Höhle in Vietnam. Die Eckdaten der größten bekannten Höhle der Welt: 5 Millionen Jahre alt, über 5 Kilo­ meter lang, 200 Meter hoch, 150 breit – hier drin hätte eine New Yorker Häuserzeile Platz. Inklusive Wolkenkratzer. Für ihre Größe verhielt sie sich lange Zeit sehr diskret: Bis 1991 war ihre Existenz völlig unbekannt. Und blieb es vorerst auch. Denn der ortsansässige Holzarbeiter Ho Khanh, der sie entdeckte, weil er sich vor einem Unwetter in den Höhleneingang gerettet hatte, konnte die Stelle 20 Jahre lang nicht mehr wiederfinden – dabei ist der Phong-Nha-Ke-Bang-Nationalpark, in dem sich die Höhle befindet, kleiner als Hongkong. 2009 setzte sich eine Expedition der British Caving Association in Bewegung. Und fand den Eingang mit Hos Hilfe nach zweimonatiger Suche. Auch heute war ein Team von zehn Leuten nötig, um mich hierherzubringen – nach langen Irrwegen durch dichten Dschungel und zu durchwatende Flüsse. Als ich am Ende des Grats angelangt bin, löst Hieu das Sicherungsseil, damit ich mich umsehen kann. Jetzt erst wird mir klar, dass seine Bemerkung über die Aussicht kein Witz war. Ich hatte nur in die falsche Richtung geblickt: nämlich nach unten. Weil ich so auf jeden Schritt konzentriert war, hatte ich das klaffende Loch im Höhlendach übersehen. Dieser Deckeneinsturz – man nennt das auch Doline – ist das Ergebnis einer seismischen Verschiebung vor etwa einer halben Million Jahre. Jetzt erst bewundere ich den Sonnenstrahl, der wie ein Laser durch die Öffnung fällt, und erkenne das 78

Stück unterirdischen Regenwald, der auf dem eingestürzten Deckenteil wuchert. Hier in der Hang Son Doong wachsen noch Pflanzen, die an der Oberfläche vor Hunderttausenden von Jahren ausgestorben sind. Weil die Temperatur niedriger und die Luftfeuchtigkeit höher als draußen ist, konnte sich hier drinnen ein Ökosystem entwickeln, das es so nirgendwo sonst gibt. Für den menschlichen Organismus sind die Verhältnisse eine Herausforderung: Heute morgen erwachte ich klatschnass in meinem Zelt. „Nimm dich vor Fußfäule in Acht“, hatte man mich zuvor noch gewarnt. Direkt hinter Hieu klettere ich hinauf Richtung Licht, bis mich der Dschungel halb verschlungen hat. Aus dem Laub ragt ein moosbewachsener Stalagmit, riesig und wie aus einer anderen Welt. „Wir nennen ihn die Hochzeitstorte“, sagt Hieu, „kletter doch mal rauf!“ Ich finde, dass er eher wie ein gigantischer Schimmelpilz aussieht. Doch am Weg nach oben zieht mich die 360-Grad-Aussicht in ihren Bann. Rund um mich zwitschern die Vögel, und die Natur ist so unberührt, dass ich mich wie Ho Khanh persönlich fühle, als er die Höhle entdeckt hat. Bis heute waren mehr Menschen am Everest als hier drinnen. Doch das könnte

Der Weg zur Höhle führt durch den Dschungel.

THE RED BULLETIN


Die 90 Meter hohe ­„Vietnamesische Mauer“ aus Kalkspat kann nur mit Kletterausrüstung gemeistert werden.

RYAN DEBOODT, OXALIS ADVENTURE

GETTY IMAGES

Hanoi

sich bald ändern. Seit sie offiziell den Titel „Größte Höhle der Welt“ trägt, setzen sie viele Abenteurer auf ihre Wunschliste. Um dem Ansturm gerecht zu werden, schlug ein vietnamesischer Projektentwickler 2014 den Bau einer zehn Kilometer langen Seilbahn vor, der die Besucher des Phong-Nha-Ke-Bang-Nationalparks bequem zum Höhleneingang transportieren sollte. Aufgrund des heftigen Widerstands von Umweltschützern legten die Lokalpolitiker diesen Plan vorerst auf Eis. 2016 schaltete sich US-Präsident Obama bei einem Staatsbesuch in die Debatte ein: „Naturdenkmäler wie die Son-DoongTHE RED BULLETIN

Phong-Nha-Ke-BangNationalpark

Dong Hoi

Abenteuer im Untergrund PREIS: € 3200 DAUER: vier volle Tage, drei Übernachtungen im Zelt, zwei im Hotel

Vietnam

REISEZEIT: Jänner bis August GRUPPENGRÖSSE: sechs bis zehn Personen ANREISE: Flug von Hanoi oder HoChi-Minh-Stadt zum Flughafen Dong Hoi, von hier mit Fahrer zum Briefing im Hotel.  oxalisadventure.com

79


GUIDE Reisen

In der Son-DoongHöhle wachsen Pflanzen, die draußen schon vor hunderttausenden Jahren ausgestorben sind.

Da gibt’s noch viel mehr Die Hang Son Doong ist nicht die einzige Höhle im Speläo­logenParadies Phong-Nha-Ke‑BangNationalpark. HANG PYGMY Die Miniaturversion des Son-DoongAbenteuers – relativ gesehen. Zur ­Unternehmung zählen eine Dschungel­ wanderung bei Sauna-Bedingungen, ein riesiger Höhleneingang mit Untergrundgarten und ein paar haarsträubende Klettereien am Seil.

Überirdisch schön: der Innenraum der Son-Doong-Höhle

80

In den größten Kammern der Höhle (Höhe: 200 m) hätten die Pyramiden von Gizeh (146 m) Platz. Neben einigen ihrer Stalagmiten (Höhe: 80 m) nimmt sich der Arc de Triomphe in Paris (50 m) fast armselig aus. Und die weltgrößte Kirche, der Petersdom im Vatikan (Länge: 220 m), würde als Ganzes durch das Loch in der Decke passen (Breite: 280 m). 200 m 175 m Pyramiden von Gizeh 146 m

150 m 125 m

Petersdom

100 m 75 m Arc de Triomphe

50 m

50 m 25 m

Stalagmiten

THIEN DOONG Die „Höhle des Paradieses“ ist die perfekte Höhle für Einsteiger – künstlich beleuchtet, mit Holzstegen ge­ sichert und bequem mit dem Auto zu erreichen.

Packliste Was du dabeihaben musst OHRSTÖPSEL Fernab der Stadt gibt’s trotzdem Frühverkehr: Morgens um fünf ver­ lassen tausende Schwalben die Höhle, um auf Insektenjagd zu gehen – und machen dabei einen Heidenlärm. GELSENSPRAY Vom Blutegel gebissen? Reiß ihn dir ja nicht von der Haut – die Blutung würde so schnell nicht aufhören. Trag stattdessen Gelsenspray auf: Der Egel wird von selbst loslassen. TALKUMPUDER Der einzige Weg, Fußfäule zu ver­ hindern: Trockne deine Füße gründlich einmal pro Tag. Ein Handtuch reicht dafür nicht, verwende lieber Talkum. THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES, KEVIN GOLL

Größenvergleich

RYAN DEBOODT

Höhle müssen für unsere Kinder und Enkelkinder bewahrt werden.“ Bis auf weiteres darf die Höhle also ein unberührtes Naturdenkmal bleiben – reserviert für jene harten Knochen, die die schweißtreibende Wanderung in ­enormer Luftfeuchtigkeit überstehen und für das Gustostückchen am Schluss gerüstet sind: eine 90-Meter-Wand aus Kalkspat, genannt die „Vietnamesische Mauer“, die nur mit Kletterausrüstung zu bewältigen ist. Für das erste Forschungsteam 2009 war hier Schluss. Für mich als in Vietnam lebenden Abenteuerjournalisten und HöhlenBegeisterten ist die Hang Son Doong ein Faszinosum. Aber noch mehr begeistern mich die beiden riesigen Dolinen, vor allem nachts. Mit 280 Metern Breite – mehr als zwei Fußballfelder lang – eröffnet die größere von ihnen einen tränenförmigen Blick auf den Nachthimmel mit seinen Millionen Sternen. Wo sonst kann man so eine Aussicht von einem Punkt hunderte Meter unter der Erde genießen?

HANG VA Nur ein paar Kilometer von der SonDoong-Höhle entfernt (und vielleicht sogar mit ihr verbunden?): Diese Höhle ist eine Pilgerstätte für Fotografen. Sie lieben deren symmetrische kegelförmige Stalagmiten, die aus grün schimmernden Wasserbecken aufragen.


•N

FLÜÜÜGEL GIBT’S AUCH OHNE ZUCKER.

Z

ER

K

ER

M AC H C S E O ZUC

K

G

EU E R •


GUIDE Fitness

Ruder-Ergo HASSLIEBE Die größte Heraus­ forderung: Einheiten am Ruder-Ergometer. „Die sind brutal. Und effektiv.“

TRAINIEREN WIE EIN PROFI

Smarter Segler

5 Uhr: Tagesbeginn

Butterkaffee, „Dog Show“ und Luft anhalten: wie der australische Segel-Champ Jimmy Spithill trainiert, um das bockigste Schiff in der Geschichte des America’s Cup zu bändigen. Die 23-Meter-Yacht vom Typ AC75 rast auf Tragflügeln mit Tempo 100 über die Wellen und ist nur mit Mühe davon abzuhalten, zu crashen, zu kentern oder der Crew sonstwie auszukommen. „Das er­ innert mich an Helikopter­ fliegen“, grinst Skipper Jimmy Spithill, 40, „das ist auch nicht von sich aus stabil. Und je weiter du das Boot aus seiner Stabilität treibst, desto 82

schneller läuft es.“ Dieser Balanceakt zwischen Speed und Crash verlangt der Mannschaft mental und körperlich alles ab. Der America’s Cup, das renommierteste Segelrennen der Welt, entwickelte sich vom Elite­ereignis zum brutalen Hochleistungssport. Wie man sich dafür wappnet, erklärt Jimmy Spithill, der Skipper des Teams „Luna Rossa Prada Pirelli“:

Ich steh gern zeitig auf, Frühstück lass ich aus. Stattdessen nehm ich Bulletproof Coffee (Kaffee mit Kokosöl und Butter), dazu einen ElektrolytShake. Im An­schluss geht’s ins Gym. Aufwärmen am Grinder (Handkurbel-Ergo) und am Rad-Ergo, dazu Stretching. Am Montag geben wir uns danach am Grinder die Kante, kurbeln 45 Minuten bei steigender ­Belastung bis zur totalen Erschöpfung. Am Dienstag ist Kraft dran, etwa Kniebeugen und Hip Thrusts (im Liegen durchgeführte Hüftstöße nach oben) mit Gewichten. Am Mittwoch geht’s in den Pool. 60 Minuten SchwimTHE RED BULLETIN


GUIDE Fitness

SMO V/ 3MPG.CH FOR RED BULL CONTENT POOL, CARLO BORLENGHI/LUNA ROSSA CHALLANGE

ALEXANDER MACHECK

„Der Game-Changer war die Umstellung der Ernährung.“ men, das schont die Gelenke, ist aber brutales Cardiotraining, und wenn der Puls am Anschlag ist, versuche ich so weit tauchen wie möglich. Das musst du lernen – für den Fall, dass du im Training oder Rennen über Bord gehst. Am Donnerstag gibt’s Y ­ oga. Konnte ich früher nicht leiden. Jetzt finde ich es gut. Ist für Mobilität und Regeneration unglaublich effektiv. Am Freitag veranstalten wir die „Dog Show“: Wir laufen zwischen Kegeln Slalom und andere Muster. Sieht aus wie Hundetraining, bringt’s aber voll. Dazu ­ ergsteigen, TreppenJogging, B laufen. Hauptsache draußen. Darüber hinaus gehen wir möglichst oft zum Segeln aufs Wasser. Hängt vom Wetter ab und davon, ob unsere Ingenieure das Boot freigeben. Die optimieren das Schiff ständig – wie in der Formel 1. Neben diesem Standard­ programm absolviere ich fast jeden Tag auch noch eine 20-minütige CrossFit-Einheit. Meine liebste Übung: Schnurspringen mit speziellen Elementen aus dem Boxtraining, zum Beispiel die Schnur pro Sprung zweimal durchziehen. Effizienteste Übung: Burpees – Hochstrecksprünge, kombiniert mit Liegestützen. Apropos Boxtraining: Ich war Boxer auf der Highschool.

Luft anhalten ÜBERLEBEN Hier auch im Meer: für den Fall, dass du mit Maximalpuls über Bord gehst

Grinder ALLZWECKWAFFE Zum Aufwärmen und für den FitnessCheck am Montag

­ egatten. Das hilft mir bei R Warum? Weil du beim Boxen und beim Segeln eigentlich Schach spielst. Du stehst unter Druck, musst taktisch zwei Schritte voraus sein und blitzartig reagieren.

Rennmaschine BALANCE-AKT Die „AC75“ im Einsatz. Die America’s Cup World Series startet am 23. April 2020 in Cagliari, Sardinien.

THE RED BULLETIN

Heiß-kalt-Therapie

Was noch? Ah ja. BigwaveSurfer Laird Hamilton, ein Kumpel von mir, hat mich auf eine Art Heiß-kalt-Therapie gebracht. Mehrmals pro Woche setz ich mich 25 Minuten in die Sauna und dann drei Minuten in ein Eiswasser­ becken. Die Schockreaktion ­ örpers ist großartig. des K Alle Schmerzen und Verspannungen sind weg, und du fühlst dich total energie­ geladen. Der Game-Changer in meinem Leben war jedoch die Umstellung meiner Er­ nährung. Ich laborierte an Entzündungen an den Unter­ armen. Mein Freund Robert

Bray behandelte mich über Jahre. Eines Tages sagte er zu mir: „Jimmy, ich kann das gern den Rest deines Lebens machen. Aber irgendetwas stimmt nicht mit dir. Wir sollten uns das ansehen.“ Einen großen Bluttest später war klar: Ich bin gegen gewisse Nahrungsmittel allergisch. Ich habe dann meine Ernährung umgestellt, nehme etwa kein Gluten mehr zu mir, esse nur noch bio und lege zwischendurch Fastentage ein. Die ­Beschwerden sind weg, ich fühle mich um zehn Jahre jünger und regeneriere mich zwischen den Trainingsein­heiten deutlich schneller. lunarossachallenge.com

83


GUIDE Equipment

ZEITMESSER

Zum Sterben schön Omega Seamaster Diver 300 m „007 Edition“ In Daniel Craigs erstem Auftritt als James Bond – dem 2006 erschienenen Film „Casino Royale“ – gibt es eine Szene, in der Vesper Lynd, Mitarbeiterin des britischen Schatzamtes, gespielt von Eva Green, einen ersten Versuch unternimmt, James Bond zu durchleuchten. „Rolex?“, fragt sie nach dem Uhrengeschmack des undurchschaubaren Geheimagenten. „Omega“, korrigiert er sie. Dies ist ein Moment, in dem Craigs neue Interpretation des berühmten Spions sich von früheren, konventionelleren Darstellungen abhebt. Tatsächlich trägt 007 bereits seit Pierce 84

Brosnans Debüt in „GoldenEye“, 1997, eine Omega, wobei Bonds Verbindung zu dem Schweizer Uhrenhersteller – und ganz besonders der Seamaster-­Serie – noch viel weiter zurückreicht. Als der Schriftsteller Ian Fleming die Figur James Bond schuf, ließ er sich von realen Kommandotruppen inspirieren, die er im Zweiten Weltkrieg während seines Einsatzes für den britischen Marinenachrichtendienst erlebt hatte. So wurde Bond zum Commander der Royal Naval Reserve. Als Omega 1957 die erste Seamaster 300 her­aus­brachte, beruhte das Modell auf

omegawatches.com THE RED BULLETIN

TIM KENT, OMEGA

Daniel Craig in „Casino Royale“ im Jahr 2006, mit seiner Omega Seamaster Planet Ocean 600 m am Handgelenk

den wasserdichten Armbanduhren der britischen Armee im Zweiten Weltkrieg; die O-Ring-Gummidichtung richtete sich sogar nach den U-Booten jener Zeit. Die Uhr wurde zum Renner unter den NavyTauchern, und bereits 1967 bestellte das Verteidigungsministerium eine den An­ forderungen der Militärspezifikationen entsprechende Version, in der „0552“ eingraviert war, um sie als Eigentum der Royal Navy zu kennzeichnen. 1995 beschloss die 007-Kostümbildnerin Lindy Hemming, dass Bond die Seamaster mit blauem Ziffernblatt tragen würde. Um Craigs letzten Auftritt als stilvoller Spion zu feiern – nämlich in „Keine Zeit zu sterben“ –, schuf Omega die Seamaster Diver 300 m 42 mm „007 Edition“ aus ­Titan Grade 2 in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler. „Sie haben Vorschläge von mir eingearbeitet“, sagt Craig. „Wenn Omega mir früher Titanuhren zeigte, dachte ich immer: ‚Wow, es ist fast so, als würde man keine Uhr tragen.‘ Sie sagten darauf: ‚Okay, machen wir sie aus Titan.‘ Es geht um einen Unterschied von einigen Gramm, aber es ist unglaublich bequem.“ Craigs Einfluss äußert sich auch im alternativen NATO-Armband: „Ich befestige meine Uhren seit Jahren an NATO-Armbändern.“ Es verleiht der Seamaster 300 militärische Authentizität. „Es gibt diese Tradition von Omega und den britischen Armeeuhren des Zweiten Weltkrieges“, sagt Craig. „All diese Elemente, die ich verbinden wollte, hat Omega realisiert.“ Am aussagekräftigsten ist die Seriennummer auf der Rückseite des Gehäuses, auf dem ein „A“ eingraviert ist (Hinweis auf eine verschraubte Krone); das selbsterklärende „007“; „62“ (das Jahr des ersten James-Bond-Films, „Dr. No“); „923 7697“ (Identifikationsnummer einer Tau­ cher­uhr); und „0552“, das Markenzeichen eines Marinebefehlshaberzeitmessers.

TOM GUISE

Daniel Craig bekam seine erste Omega von seinem Vater zum 18. Geburtstag. Es sollte weitere 34 Jahre – und die Rolle als 007 – brauchen, bevor er die Ge­ legenheit bekam, sein eige­ nes Modell zu entwerfen.


ILLUSTRATOR

GUIDE Equipment

XX

EDITOR

Omega hat die Uhr anlässlich des letzten Auftritts von Daniel Craig als James Bond entworfen. THE RED BULLETIN

85


EVENTS März / April 2020

2

bis 5. April MACH DICH FIT Neue Fitness-Geräte und -Apps testen, dazu viele Live-Events erleben: Die weltweit größte FitnessMesse FIBO steigt in Köln. 1100 internationale Aussteller sind zu Themen wie Wellness, Digitalisierung und Business dabei. Besucher können abschalten, netzwerken oder bei Trainings ins Schwitzen kommen. Kölnmesse; fibo.com

27 Popping, Locking, Breaking, Waacking, House oder Hip-Hop: Beim Contest „Red Bull Dance Your Style“ sind alle Stile e­ rlaubt – die Tänzerinnen und Tänzer müssen spontan auf verschiedene Musik­ richtungen reagieren. Im Geist des Street Dance wird im One-on-One-Battle angetreten – die Zuschauer entscheiden, wer gewinnt. Zu den Favoriten zählt Slunch aus Hamburg (Bild), der 2019 bis ins Finale kam.  München; redbull.com; Weitere Termine: 27. 3. Frankfurt, 25. 4. Düsseldorf

21

März MIT TEMPO 80 ÜBER EIS Sie müssen auf Schlittschuhen ­Haar­nadelkurven meistern, über ­Hindernisse springen, sich Stufen emporkämpfen: Der 700 Meter lange ­Parcours von Red Bull Ice Cross, auf dem Geschwindigkeiten von bis zu 80 Sachen erreicht werden, ist nichts für schwache Nerven. Auf der weltweit einzigen permanenten Strecke in Moskau wird das globale Finale der Saison ausgetragen. Hier entscheidet sich, wer die WM-Pokale 2020 holt. Live-Stream: 18:00 CET Park Patriot, Moskau; redbull.com 86

18

und 19. April BESSER GRÜNDEN Auf dem Founder Summit treffen sich Gründer und ­solche, die es werden wollen. Neben 60 Rednern, wie UnternehmerStar Patrick Bet-David, gibt es auch ein Entertainment-Acts. RheinMain CongressCenter, ­Wiesbaden; foundersummit2020.com

THE RED BULLETIN

TOMISLAV MOZE/RED BULL CONTENT POOL, ADAM KLINGETEG/RED BULL CONTENT POOL, JONAS KINSKI, CHRIS RAUSCH, FABIO LOVINO

März TANZ, WIE DU BIST


EVENTS März / April 2020

28 März bis 4. April FINALE AM ABGRUND  LIVE   Die aller­letzte Etappe der spektaku­ lären Free­ride World Tour findet in der atemberaubenden Berglandschaft der Schweizer ­Alpen statt: An der ­legendären Flanke des Bec des Rosses messen sich beim Verbier Xtreme die Freerider am ultrasteilen Hang, um ihre Weltmeister zu küren. Bec des Rosses, Verbier; freerideworldtour.com

21

und 22. März MTB-PREMIERE  LIVE   Zum Start der neuen Saison gastiert der MTB-Weltcup erstmals im portugiesischen Lousã – einem der absoluten Hotspots Europas für Downhill-Fahrer. Lousã, Portugal; redbull.com

10 April DIE SPANNENDSTE BLUME DER WELT  LIVE   Zuerst eroberte Umberto Ecos Buch die Welt, dann der Film mit Sean Connery in der Hauptrolle: Nun kommt „Der Name der Rose“ als achtteilige Serie ins Free TV. John Turturro spielt den Mönch William von Baskerville, der mit ­einem Mordkomplott konfrontiert wird. ServusTV sendet die ersten zwei Episoden am 10. 4. ab 20.15 Uhr.  servustv.com

Der neue BOOMSTER GO

PLAY HARD.

Der BOOMSTER GO legt den legendären Teufel Sound in deine Hand. Egal ob beim Wandern, am Bike oder bei der Umrundung des Mars. Wohin wirst du ihn mitnehmen? teufel.de/boomster-go


EVENT-SPECIAL März  / April 2020 2. Training

„Fußballer spielen täglich ­Fußball. Die Formel 1 verbietet zwischen den Rennen den Kontakt mit dem Sportgerät. Daher ist für unsere Piloten Kartfahren Pflicht. Dessen Reize, ob motorisch, sensorisch oder optisch, sind jenen im Rennauto sehr ähnlich.“

3. Disziplin

„Pünktlich zum Meeting zu ­erscheinen hat nichts mit ­Disziplin zu tun, sondern ist Selbstverständlichkeit. Disziplin bedeutet, sich gemäß den individuell erstellten ­Plänen zu ernähren, fleißig zu trainieren und Erholungsphasen einzuhalten. Wer nicht täglich mindestens vier ­Stunden körperlich schuftet, wird von der Maschinerie F1 mit i­hren Ab­lenkungen und ­Strapazen gefressen.“

bis 15. März

Max Verstappen, 2019 in Melbourne Dritter, jagt die WM-Krone.

Formel-1 Auftakt In Melbourne fällt der Startschuss zur neuen F1-Saison. Mit alten Rivalitäten und einem „neuen“ Team. Die Saison 2020 ist die letzte vor der großen Revolution: 2021 wird ein neues Reglement mit vereinfachter Aerodynamik und größeren Rädern neuartige Autos produzieren. Bei den Top-Teams bleibt das Personal unverändert: Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen wird versuchen, sich gegen Lewis Hamilton im Mercedes und die FerrariDoppelspitze Leclerc/Vettel zum jüngsten Weltmeister der Geschichte zu krönen. Ein neues Team steht jedoch in der Startaufstellung: Aus der Scuderia Toro Rosso wurde die Scuderia AlphaTauri. Und auch unter neuem Namen darf sich der Rennstall als erfolgreichste Talent88

„Das sind die fünf Faktoren, die einen Sieger ausmachen.“ AlphaTauri-Teamchef Franz Tost schmiede der Formel 1 bezeichnen: 68 Grand-Prix-Siege gehen bislang aufs Konto von Fahrern, die unter Teamchef Franz Tost ausgebildet wurden. Hier verrät er, was junge Fahrer zu Champions macht.

1. Talent

„Nur für jene zwanzig Menschen, die in den Cockpits sitzen, läuft der Film in einem ­Formel-1-Auto langsam ­genug ab, um ihm folgen zu können. Durch Üben verstehen Talent­ lose zwar den Plot, aber die Feinheiten bleiben ihnen ver­borgen. Talent wirkt sich ­hingegen direkt auf die Kon­ stanz aus: Je talentierter, ­desto prä­ziser spult der ­Fahrer seine Runden ab.“

4. Automatisch ­reagieren

„Neue Knöpfe am Lenkrad, neue Modi in der Software: Wer gut werden will, verinnerlicht jedes Detail und kann ­automatisch reagieren: Wenn das Team ‚Mode 5‘ verlangt, muss der Fahrer – ohne nachzudenken! – wissen, was er zu tun hat, wie sich das Auto verhalten wird und wie er seinen Fahrstil anzupassen hat.“

5. Von anderen lernen

„Fahrer müssen ihre individuellen Schwächen analysieren. Was machen andere besser, und wie kann ich sie über­ treffen? Keine Ausreden, sondern Lösungen suchen. Bei ­AlphaTauri haben wir o ­ ffene ­ eder Pilot Daten­auswertung. J sieht, was der Teamkollege macht. Sehr gute Fahrer erkennen, warum der Kollege Zeit gewinnt, und setzen das in ihrer nächsten Runde um. Weniger gute schaffen es erst in ­Runde fünf – oder schieben die Schuld auf äußere Umstände. Aber die werden in der ­Formel 1 ­ohnehin nicht alt.“ Infos zu Team, Fahrern, Auto unter: scuderiaalphatauri.com THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES

13


JAHRESABO

getredbulletin.com

€ 25,90

BEYOND THE ORDINARY Erhältlich am Kiosk, im Abo, als E-Paper, auf theredbulletin.com oder als Beilage in einer Teilauflage von:

RICARDO NASCIMENTO / RED BULL CONTENT POOL


GUIDE Home Entertainment

Dein Dream-Team Fußball-EM, Olympische Spiele, Tour de France: 2020 steht im Zeichen des Sports. Mit diesen Geräten erlebst du die Events des Jahres zu Hause, als wärst du dabei. Text WOLFGANG WESTERMEIER

SPRICH MIT MIR! Dank Google Assistant musst du seltener Knöpfe drücken und kannst Anweisungen auf Zuruf geben. Etwa bei einem Tor für dein ­ oogle, Team: „Hey G mach mal lauter!“

WLAN-LAUTSPRECHER

Bewegungs-Ass

ORDENTLICH UNTERWEGS Zum Mitnehmen – zum Beispiel zum Gartenfest bei Freunden – gibt es diesen praktischen Umhängegurt.

90

Klar, das Euro-Finale schauen wir eher auf dem Bildschirm. Aber wer mal wieder bewusst eine Radioübertragung hört, merkt schnell, dass die gute alte Audiotechnik nichts von ihrem Reiz verloren hat. Talentierte Reporter transportieren dich quasi mit ihrer Stimme aufs Spielfeld. Diesen WLANLautsprecher von JBL kannst du dafür durch die komplette Wohnung und auch mit in den Garten nehmen. Dank 360-Grad-Funktion strömt der Stadion-Sound in jede Richtung Preis: 149 Euro; jbl.de THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (2)

JBL Link Portable


GUIDE Home Entertainment

DIE UNPARTEIISCHE LOGITECH HARMONY 950 Aus den Boxen tönt noch Musik, auf dem Fernseher läuft ein Videospiel, und gleich startet das Achtelfinale Frankreich gegen Spanien. Mit dieser Universalfernbedienung bleibst du Herr der Lage und kannst alle Geräte mit einer Hand bedienen. Funktioniert mit über 270.000 Geräten von über 6.000 Herstellern und ersetzt bis zu 15 Fernbedienungen. Die Hinter­grundbeleuchtung hilft, die „Macht“ auch im Dunklen zu finden. Preis: 279 Euro; logitech.de

MOTORLEINWAND

Flankenwunder Celexon HomeCinema Tension

ROUTINIER APPLE iPAD Was der FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga, ist Apple auf dem Tablet-Markt: der absolute Platz­hirsch. Auch in der siebten Gene­ration bietet das iPad auf ­seinem 10,2-Zoll-Retina-Bildschirm über­ragende Bildqualität und schlichtes Design. Ideal also, um im Bett das DFB-Pokal-Finale zu ver­ folgen, ­während der Partner ge­rade auf dem ­Fernseher seine Lieblings­ serie auf Netflix zu Ende schaut. Preis: ab 379 Euro; apple.de THE RED BULLETIN

Ein Knopfdruck auf der Fernbedienung – schon rollt die Leinwand, angetrieben von einem Motor, herunter. Dank einem eigens entwickelten Fiberglas­gewebeTrägertuch gibt die Leinwand Full-HD- und 4K-Inhalte exakt in der Qualität wieder, die der Projektor ermöglicht. Zudem bietet sie einen breiten Betrachtungswinkel, sodass auch Gäste, die im Wohnzimmer links und rechts außen sitzen, jederzeit beste Sicht aufs Geschehen haben. Preis: 780 Euro; celexon.de

EASY AUFBAU Die Leinwand kommt mit allen Teilen zum Aufhängen und Montieren sowie mit ­einer Funk- und einer Infrarotfernbedienung.

91


GUIDE Home Entertainment

MANAGER AMAZON FIRE TV CUBE

OLED-FERNSEHER

„Alexa, schalt den Fernseher ein!“ Mit diesem Zuruf könnte demnächst das Sportschauen mit Freunden beginnen. Als leistungsstärkstes TV-­Gerät von Amazon bietet der Media­player Fire TV Cube garantiert ruckelfreie Streams in 4K-Ultra-HD. Anbieter wie Netflix oder DAZN sind integriert. Preis: 120 Euro; amazon.de

Rekordhalter Panasonic HZW2004 Besser hast du die Tour de France (sowie andere Sport-Events oder Filme) noch nie gesehen: Gemeinsam mit Hollywood-Produzenten entwickelt, erreicht das neue Flaggschiff von Panasonic eine um bis zu 20 Prozent höhere Spitzen­ hellig­keit im Vergleich zu bisherigen OLED-Fernsehern. Was das heißt? Selbst im taghell erleuchteten Zimmer siehst du alle Details in höchster Qualität. Preis: noch keine Angaben, ab Juli im Handel; panasonic.de

GAMECHANGER LG CINEBEAM HU85LS Kurzpass-Taktik mal anders: Dieser Laserprojektor von LG braucht nur 5 Zentimeter Abstand zur Wand, auf die er dann sein Bild in 4K-Qualität und mit 90 Zoll Diagonale wirft. Bei 10 Zentimetern schafft er 100 Zoll, möglich sind bis zu 120 Zoll. Preis: 5999; z. B. via heimkinoraum.de

SOUNDBAR Samsung harman/kardon HW-Q90R Wenn die Stimmung im Stadion hochkocht, kann es einem so vorkommen, als würde man von den Gesängen verschluckt: Dieses Gefühl ermöglicht dieser 7.1.4-KanalSoundbar nun auch beim Fernsehen zu Hause. Genau genommen handelt es sich um ein System mit 17 integrierten Lautsprechern, die den Sound auch nach oben und zu den Seiten abstrahlen und so 3D-Klang ermöglichen. Kabellose Rücklautsprecher bieten Surround-Sound. Preis: ab 1.179 Euro; samsung.de 92

SPRINTER SIEMENS iQ700 Es sind viele Gründe denkbar, sich diesen schlauen, per App steuer­ baren, mit vielen Profi-Funktionen ausgestatteten Dampfbackofen zu kaufen. Aus Sicht des Sportfans fällt einer besonders ins Gewicht: Dank coolStart-Funktion wird die Pizza bis zu zehn Minuten schneller fertig. Preis: 3328 Euro; siemens.de THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES

Spielversteher


GUIDE Home Entertainment

GEHT AUF DIE GELENKE Dank Falttechnik kannst du die Kopf­hö­rer erstaunlich klein ­zusammenlegen, indem du die Ohrmuscheln nach innen klappst.

DIE SIND GANZ OHR Eng anliegende ­Ohrpolster gewähren nicht nur hohen Trage­ komfort, sondern helfen auch, Umgebungs­ geräusche wie Ge­spräche abzuschirmen.

Sport-Highlights 2020 Eishockey-Weltmeisterschaft 8. bis 24. Mai, Zürich und Lausanne DFB-Pokal-Finale 23. Mai, Berlin Champions-League-Finale 30. Mai, Istanbul Fußball-Europameisterschaft 12. Juni bis 12. Juli, ganz Europa Tour de France 27. Juni bis 12. Juli, Frankreich Olympische Sommerspiele 24. Juli bis 9. August, Tokio Paralympische Spiele 25. August bis 6. September, Tokio Leichtathletik-Europameisterschaft 26. August bis 30. August, Paris Golf: Ryder Cup 25. bis 27. September, Haven (CT), USA THE RED BULLETIN

KOPFHÖRER

Champion Sony WH-1000XM3

Black Box: sicher verpackt für unterwegs

Stell dir vor, du willst das Elfmeter­ schießen im Euro-Halbfinale schauen, und um dich herum tobt eine Familienfeier mit lauter Fußballbanausen. Lösungs­ vorschlag: Einfach diese kabellosen Kopf­ hörer via Bluetooth mit Smartphone oder Tablet verbinden, und los geht’s. Moderne Noise-Cancelling-Funktionen wie der HDProzessor QN1 halten den Partylärm fern. Preis: 379 Euro; sony.de   93


SA WAREHOUSE ONE GMBH & CO.KG | NÜRNBERGER STR.23 | 40599 DÜSSELDORF


ALE fun is our

religion

G

RDIN A O B R E M M SU

SKI | SNOWBOARD | WAKE | SURF | SKATE | FASHION

warehouse-one.de


Impressum

GLOBAL TEAM

THE RED BULLETIN WELTWEIT

Aktuell e­ rscheint The Red Bulletin in sechs Ländern. Auf dem Cover unserer US‑Ausgabe lässt Street‑Dancerin Angela „­ Angyil“ McNeal aus Kansas City, Missouri, ihre Haare fliegen. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

96

Chefredakteur Alexander Macheck Stv. Chefredakteure Andreas Rottenschlager, Nina Treml Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (stv. CD), Miles English, Tara Thompson Head of Photography Eva Kerschbaum Deputy Head of Photography Marion Batty Photo Director Rudi Übelhör Textchefs Jakob Hübner, Andreas Wollinger Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de ­Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas, Tahira Mirza Managing Director Stefan Ebner Head of Media Sales & Partnership Lukas Scharmbacher Publishing Management Sara Varming (Ltg.), Ivona Glibusic, Bernhard Schmied, Melissa Stutz, Mia Wienerberger B2B-Marketing & -Kommunikation Katrin Sigl (Ltg.), Agnes Hager, Alexandra Ita, Teresa Kronreif, Stefan Portenkirchner Executive Creative Director Markus Kietreiber Co-Publishing Susanne Degn-Pfleger (Ltg.), Elisabeth Staber (Ltg.), Mathias Blaha, Raffael Fritz, Thomas Hammerschmied, Marlene ­Hinterleitner, Valentina Pierer, Mariella Reithoffer, Verena Schörkhuber, Sara Wonka, Julia Bianca Zmek, Edith Zöchling-Marchart Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch, Simone Fischer, Martina Maier, Florian Solly Anzeigenservice Manuela Brandstätter, Monika Spitaler Herstellung Veronika Felder Produktion Friedrich Indich, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Sandra Maiko Krutz, Nenad Isailović, Josef Mühlbacher MIT Christoph Kocsisek, Michael Thaler Operations Alexander Peham, Yvonne Tremmel Assistant to General Management Patricia Höreth Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus ­Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), ­Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-0 Fax +43 1 90221-28809 Web redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Herausgeber Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl

THE RED BULLETIN Deutschland ISSN 2079-4258 Länderredaktion David Mayer Lektorat Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy KirnbauerWalek, Belinda Mautner, Klaus Peham, Vera Pink Country Project Management Natascha Djodat Media Sales Matej Anusic, matej.anusic@redbull.com Thomas Keihl, thomas.keihl@redbull.com Abo Abopreis: 21,90 EUR, 10 Ausgaben/Jahr, getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com Druck Quad/Graphics Europe Sp. z o.o., Pułtuska 120, 07-200 Wyszków, Polen

THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Länderredaktion Pierre-Henri Camy Country Coordinator Christine Vitel Country Project M ­ anagement Alessandra Ballabeni

THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Tom Guise (Ltg.), Lou Boyd, Florian Obkircher Lektorat Davydd Chong (Ltg.), Nick Mee Publishing Manager Ollie Stretton Media Sales Mark Bishop, mark.bishop@redbull.com Fabienne Peters, fabienne.peters@redbull.com

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Christian Eberle-Abasolo Lektorat siehe entsprechenden Eintrag bei Deutschland Publishing Management Bernhard Schmied Sales Management The Red Bulletin Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Stefanie Krallinger Media Sales Franz Fellner, Christopher Miesbauer, Nicole Okasek-Lang, Britta Pucher, J ­ ennifer Sabejew, Johannes ­Wahrmann-Schär, Ellen Wittmann-Sochor, Sabine Zölß; Kristina Krizmanic (Team Assistant) anzeigen@at.redbulletin.com Sales Operations & Development Anna Schönauer

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Nina Treml, Wolfgang Wieser Lektorat siehe entsprechenden Eintrag bei Deutschland Country Channel Management Meike Koch Media Sales Marcel Bannwart (D-CH), marcel.bannwart@redbull.com Christian Bürgi (W-CH), christian.buergi@redbull.com

THE RED BULLETIN USA ISSN 2308-586X Länderredaktion Peter Flax (Ltg.), Nora O’Donnell Lektorat David Caplan Director of Publishing Cheryl Angelheart Country Project Management Laureen O’Brien Media Sales Todd Peters, todd.peters@redbull.com Dave Szych, dave.szych@redbull.com Tanya Foster, tanya.foster@redbull.com

THE RED BULLETIN


SEI DABEI

WIR LAUFEN FÜR ALLE, DIE ES NICHT KÖNNEN IN MÜNCHEN ODER ÜBERALL MIT DER APP

3. MAI 2020 – 13:00 UHR

100% DER STARTGELDER FLIESSEN IN DIE RÜCKENMARKSFORSCHUNG

WINGSFORLIFEWORLDRUN.COM


Perfekter Abgang

Schaumtänzerin

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 14. April 2020. 98

THE RED BULLETIN

ERIK BOOMER/RED BULL CONTENT POOL

Extrem-Kajak-Weltmeisterin Nouria Newman hat sich auf einer Reise ins chilenische Patagonien in einige der wildesten Flüsse der Welt gewagt. Hier paddelt die Französin in der Gischt des Río Engaño. Mehr Infos und Videos auf: redbull.com


WENN DER AKTENBERG RUFT. FREE

Mit den eigenen Stärken zu neuen Höhenflügen: www.wingfinder.com

AS

SE

SS

MENT


AB 2. APRIL IM KINO

JA M E S B O N D ’ S CHOICE SEAMASTER DIVER 300M 007 EDITION OMEGA Boutiquen: Berlin • Frankfurt am Main • Hamburg • München


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
The Red Bulletin DE 04/20 by Red Bull Media House - Issuu