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The Red Bulletin April 2018 - CHDE

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SCHWEIZ APRIL 2018, CHF 3,80

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

„AN DIE LEBENSGEFAHR GEWÖHNST DU DICH“ RISIKO-MANAGEMENT, LEADERSHIP, TEAM-SPIRIT VOLVO OCEAN RACE: WAS WIR VON DEN HÄRTESTEN SEGLERN DER WELT LERNEN KÖNNEN


NEUER FIESTA

Feel. Every. Fiesta. Moment. Mehr Infos auf ford.ch


EDITORIAL

Dreck, Sand, Steine, eine karge flache Landschaft, so weit das Auge reicht: Die Mojave-Wüste nordöstlich von Los Angeles ist somit der ideale Ort für Fans der „Mad Max“-Filme, um mit einem durchgeknallten Festival der Apokalypse zu huldigen. Was passiert, wenn 3500 kostümierte Freaks mit selbst gebranntem Schnaps im Gepäck in selbst gebauten Schrottautos aus allen Ecken der Welt in die Ödnis pilgern, um zu feiern? Wir haben es herausgefunden: „Apokalypse wow!“, ab Seite 70.

Fotograf Jim Krantz (li.) und Red Bulletin-Redakteur Florian Obkircher reisten für uns in die Mojave-Wüste, um mit „Mad Max“-Fans den Welt­ untergang zu feiern. Ein apokalyptischer Reisebericht, ab Seite 70.

Das Volvo Ocean Race ist die härteste Segelregatta der Welt. Was man braucht, um sie zu gewinnen, schildert Skipper Ian Walsh, der letzte S ­ ieger dieser 45.000-Seemeilen-Regatta rund um den Globus, im Interview über ­Leadership und Teamwork. Tröstlich: „An die Lebens­ gefahr gewöhnst du dich.“ Unsere Coverstory, ab Seite 52.

MIT AN BORD IN DIESEM HEFT

THOMAS ULRICH

Der Extremabenteurer durchquerte bereits das Franz-Josef-Land und die transpatagonischen Gletscher und wurde vom Magazin „National Geographic“ als „Adventurer of the Year“ ausgezeichnet. Regel­ mäßig bietet der Schweizer auch Touren zum Nordpol an – und zwar für jedermann. Wie man sich auf die 120-Kilometer-Tour bei ­minus 40 Grad durchs blanke Eis vorbereitet, liest du ab Seite 34.

SHAMIL TANNA

Der Londoner fotografierte schon Stars wie Lionel Messi, Rihanna, Jared Leto, Adam Małysz oder ­David Cameron. Für uns porträtierte Tanna den Hochspringer ­Mutaz Barshim – der den 1993 aufgestellten „ewigen“ Hochsprung-­ Weltrekord des Kubaners Javier Sotomayor brechen will. Die Begegnung mit einem Jahrhunderttalent ab Seite 24.

Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

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THE RED BULLETIN

AINHOA SÁNCHEZ/VOLVO OCEAN RACE (COVER)

DURCH DIE WÜSTE AUF DIE HOHE SEE


DER NEUE JAGUAR E-PACE

BEAUTIFUL FAST CARS.

Der neue E-PACE vereint typische JAGUAR Merkmale auf eindrucksvolle Weise. Dabei wurden die Vision des JAGUAR Gründers, Sir William Lyons, sowie Technik- und Design-Elemente heutiger und zukünftiger JAGUAR Modelle perfekt aufeinander abgestimmt. Erleben Sie ihn jetzt auf einer Probefahrt bei Ihrem JAGUAR Fachmann. JAGUAR E-PACE ab CHF 39’500.–. jaguar.ch

THE ART OF PERFORMANCE E-PACE 2.0 Diesel, man., 150 PS (110 kW), Normverbrauch gesamt: 4.9 l/100 km, 129 g CO2/km, Benzinäquivalent 5.6 l/100 km, 22 g CO2/km aus der Treibstoff bereitstellung, Energieeffizienz-Kategorie: B, empfohlener Nettoverkaufspreis CHF 39’500.–. Abgebildetes Modell: E-PACE R-Dynamic 2.0 Diesel, man., 150 PS (110 kW), Normverbrauch gesamt: 4.9 l/100 km, 129 g CO2/km, Benzinäquivalent 5.6 l/100 km, 22 g CO2/km aus der Treibstoffbereitstellung, Energieeffizienz-Kategorie: B, empfohlener Nettoverkaufspreis CHF 45’300.–. Durchschnitt aller in der Schweiz angebotenen Fahrzeuge: 133 g CO2/km.


INHALT April

FEATURES

24 Hoch wie nie

Mutaz Barshim gilt als Jahrhundert-Talent im Hochsprung, obwohl er nur selten trainiert. Wir trafen ihn zum Interview.

3 4 Dein Nordpol-Trip

Bei minus 40 Grad durchs Polareis zum nördlichsten Punkt der Welt wandern? Thomas Ulrich sagt: „Du schaffst das!“

4 4 Honda NSX extrem

Vollgas in Spielberg: die Testfahrt mit dem 600-PS-HybridGeschoss auf dem Red Bull Ring in Österreich.

5 2 Volvo Ocean Race

Ein Interview mit Skipper Ian Walker – dem bisher letzten Sieger der härtesten Segelregatta der Welt.

6 0 Skitour à la 1971

Sieben Ausdauerathleten überqueren den Alpenhauptkamm auf Skiern: willkommen bei Red Bull Der Lange Weg.

7 0 Apocalypse wow!

Schrott, Kostüme, aufgemotzte Autos: Auf dem WastelandFestival erwecken Fans die „Mad Max“-Filmreihe zum Leben.

24 MUTAZ BARSHIM

Der Ausnahme-Hoch­ springer aus Katar will den 2,45-Meter-Weltrekord von 1993 brechen – mit erstaunlichen Methoden.

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BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

12 Downhillen im Dienste

der Wissenschaft mit dem Österreicher Max Stöckl 14 Hollywood-Grenzgängerin Eva Green im Interview 16 Unbewaffnet, edel, schnell: Dieser Panzer macht Spaß. 18 Hochspannung bei 140 km/h: Hier kommt Russlands Spitzenrodler Roman Repilow. 20 Diese Songs prägten US-Musikgenie Moby. 2 2 So verschmilzt du die reale Welt mit Virtual Reality.

GUIDE

Get it. Do it. See it. 82 Highlights auf Red Bull TV 84 Can you make it? Mit 24 Dosen

Red Bull durch Europa

85 Toptermine im März und April 86 Training mit Brook Macdonald

JIM KRANTZ, SHAMIL TANNA, VISUAL IMPACT/THOMAS ULRICH

88 Wings for Life World Run

70

90 Auto-Trends 2018 97 Impressum 98 Action Highlight

WASTELAND

Das Gipfeltreffen der „Mad Max“-Fans in der Mojave-Wüste. The Red Bulletin besuchte das verrückteste Festival der Welt.

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THOMAS ULRICH

Der Schweizer Abenteurer macht dich fit für den Trip deines Lebens: „Deine acht Schritte zum Nordpol.“ THE RED BULLETIN

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Der neue Opel Insignia GSi

es lebe die unvernunft.

Serienmässig: 4x4 mit Torque Vectoring 8-Stufen-Automatik

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«Exclusive» Umfänge erhältlich ab Herbst 2018.


BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

Rast mit 100 km/h die Streif hinunter und sammelt dabei Daten: Downhill-Spezialist Max Stöckl

PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

CRASHTESTER

Mountainbiker MAX STÖCKL befuhr im Dienst der Wissen­ schaft die Streif. Mit erstaunlichem ­Resultat: ab Seite 12

THE RED BULLETIN

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STREIF AUF 2 RÄDERN: DOWNHILL FÜR DIE ­WISSENSCHAFT In Summe siebenmal. Das erklärt es vielleicht ein bisschen. Bei einem einzigen Versuch wäre der Stress vermutlich ­höher gewesen.

Mountainbiker Max Stöckl, 43, sammelte Daten zur Sturz-Forschung.

A

uf den ersten Blick war die Erstbefahrung der vereisten Streif durch den ­Tiroler ExtremMountainbiker Max Stöckl ein aufregender Stunt, auf den zweiten aber ein wissenschaftliches Experiment: Es galt herauszufinden, wie früh man Stürze erkennt (bzw. ob überhaupt), ehe sie geschehen. Als Max Stöckl in Kitzbühel am Start stand, verbargen sich unter seinem Anzug nicht nur ein muskulöser 100-Kilo-Körper, sondern auch Sensoren aller Art u. a. für Puls, Hirnströme, Muskelkontraktionen. Dazu kamen Mikrofone und Kameras am Bike, um rauszufinden, was im menschlichen Körper vor sich geht, wenn er sich Risiko aussetzt.

the red bulletin: Warst du nervös, als du am Start gewartet und in den eisigen Abgrund geblickt hast? max stöckl: Beim Warten am Start lag mein Puls im Bereich von 80 bis 90 Schlägen. Als das „Go!“ kam, sank er auf 60 Schläge, um erst danach wieder anzusteigen, als ich ­unterwegs war. Auch die Analyse der Gehirnströme ergab, dass das Projekt kein beson­ derer Stress für mich war, eher normale Konzentration. Wie oft bist du die Strecke hinuntergefahren? 12

Welche Geschwindigkeiten hast du erreicht? Nur leicht über 100 km/h. Das ist nicht so extrem. Schwieriger war es, ein 38-prozentiges Gefälle queren zu müssen. Auf den Videos erkennt man, dass nur eine allerletzte Stollen­ reihe an den Reifen gerade noch Grip hatte. Was erkennt man sonst an den Aufzeichnungen? Im Steilhang hatte ich einen totalen Bremsausfall. Innerhalb weniger Sekunden konnte ich die Bremshebel bis an den Lenker durchziehen. Die Mikrofone zeigen, dass das Schleifgeräusch der Beläge an der Scheibe verschwunden ist. Die Sensoren, die die ­Unregelmäßigkeit des Pulsschlags aufzeichnen – ein Indikator für Stress –, schlagen an, die Muskelkontraktionen verstärken sich. Die Ausfahrt mit einer Plastikplane vor dem Fangnetz war da noch drei, vier Sekunden entfernt, doch der Körper hat sich bereits auf den Crash vorbereitet. Und dann? Das Ganze passierte mir zweimal: Einmal konnte ich auf die Plane fahren und den Sturz vermeiden; das andere Mal verfing sich das wegrutschende Hinterrad wegen der Spikes im Schnee, und ich flog übers Bike ins Netz. Das Interessante daran: Die körperlichen Re­ aktionen zuvor waren gleich – egal ob du tatsächlich stürzt oder nur in Gefahr gerätst.

Stöckls Streif-Run: www.redbull.com

START 1665 m Karussell Mausefalle Steilhang

Alte Schneise Seidlalmsprung Lärchenschuss

Hausbergkante Querfahrt

Zielschuss

TOURING THE STREIF Die Streif in Zahlen: 3,3 ­Kilometer Länge, 860 Meter Gefälle. Der ­Rekord auf Skiern (Fritz Strobl am 25. 1. 1997) liegt bei 1:51,58 Minuten. Mit dem Bike ist das des fehlenden Grips wegen ­unmöglich. Stöckls Ziel war, unter drei Minuten zu bleiben – geschafft!

ZIEL 805 m

THE RED BULLETIN


B UL L EVA R D

PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

WERNER JESSNER

Downhiller Max Stöckl auf der Streif: Sensoren unter seinem Rennanzug messen Puls und Hirnströme.

THE RED BULLETIN

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the red bulletin: Ihren ­ xtremen Rollen nach zu e ­urteilen sind Sie ein mutiger Mensch. eva green: Eigentlich bin ich schüchtern. Tatsächlich? Ja. Aber gleichzeitig bin ich sehr obsessiv. Das treibt mich an und hilft mir dabei, meine Schüchternheit zu überwinden, um das zu tun, was ich im Innersten möchte. Was wäre das? Ich erkunde gern die dunkle Seite des Lebens. Meine Rollen ermöglichen mir das. Was bringt Ihnen das? Ich kann beim Dreh meine Emotionen auskotzen. Danach fühle ich mich lebendig, meine Sinne sind voll eingeschaltet, und das gibt mir Energie.

Sind das auch Rückzugsorte? Gewiss. Wie meine Wohnung. Die ist mein Königreich. Ich statte sie selbst aus. Teilweise wie einen Filmset. Einen Raum hatte ich einmal kom­ plett à la „Gladiator“ gestylt. Ein anderer war ganz in Chine­ sisch gehalten – alles in Rot. Und wenn Sie Ihre Schutz­ zonen verlassen müssen: Wie schützen Sie sich vor der Außenwelt? Ich trage verschiedene Masken – abhängig von der Situation. Und hinter diesen Masken kann ich dann ich selbst sein. Wann? Immer, wenn ich mit fremden Erwartungen bombardiert werde. Geben Sie uns Beispiel bitte. Jeder kennt das. Jeder kennt Blutsauger in seinem Umfeld. Wie reagieren Sie, wenn es zu heftig wird? Unlängst erzählten Sie, dass Sie sich ­gegen Harvey Weinstein zur Wehr setzen mussten. Indem du Nein sagst. Du sagst jedem Blutsauger klar und deutlich, dass er ­aufhören soll. Und wenn Leute behaupten, dass ein Nein auch Ja be­ deuten kann? Ein Nein ist ein Nein. Klar, eindeutig, unmissverständ­ lich: NEIN.

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Eva Green

DIESE FRAU SPRICHT FLIESSEND TEUFLISCH Die Schauspielerin taucht durch ihre Schüchternheit hinab in des Lebens ­dunkelste Abgründe und schützt sich mit Masken vor Blutsaugern, die wir alle nur zu gut kennen.

THE RED BULLETIN

RÜDIGER STURM

ie führte James Bond und Johnny Depp in die Irre, trotzte Teufel und Dracula. Mit Extremen hat es Eva Green, 37, auch in ihren nächsten ­Filmen „Euphoria“ oder „Nach einer wahren Geschichte“ zu tun. Die gebürtige Französin liebt Grenzerfahrungen und weiß wohl auch deshalb nur zu gut, wie man sich schützt – vor Filmproduzenten, Blut­ saugern oder sonstigen Krea­ turen, die dich mit dreisten Erwartungen bombardieren.

ANDREW TESTA/EYEVINE/PICTUREDESK.COM

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Wo finden Sie Ihre ­Energie, wenn Sie keine ­Rollen spielen? In Filmen, Büchern, Museums­ besuchen – geistiger Nahrung. ­Außerdem liebe ich die Natur. Es gibt wunderschöne Inseln in der Bretagne, da ist es sehr friedlich. Oder die Hallig Lange­neß in Nordfriesland. Diese Marschinsel ist zwei Auto­fahrstunden von Ham­ burg e­ ntfernt, aber es fühlte sich an, als sei ich am Ende der Welt. Das ist der surrealste Ort, den ich je besucht habe.


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Eva Green hat ein probates ­Mittel zur Abwehr allzu fordernder Zeitgenossen: Sie sagt „Nein!“. THE RED BULLETIN

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Ripsaw EV3

ALLMACHT-ANTRIEB Nicht nur Milliardäre wie Bruce Wayne fahren Panzer. Schon um eine halbe Million bist auch du dabei.

Kennen wir uns nicht? Der Vorgänger des EV3 ballerte sich in „Fast & Furious 8“ über die Leinwand.

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Ripsaw bestellt, sondern gleich eine ganze Flotte. Und wenn dir das Bild oben bekannt vorkommt, mag das am Auftritt des Vorgängers EV2 im Film „Fast & Furious 8“ aus dem Jahr 2017 liegen. Erhältlich ist der EV3 als Ein-, Zwei- oder Viersitzer, ­serienmäßig kommt er un­ bewaffnet und ungepanzert ­daher – dafür umso üppiger ausgestattet: optionale achtfach verstellbare Ledersitze, Wärmebildkamera, Rück­ fahrkamera und luftgefederte Vordersitze, damit man nur ja keinen Champagner verschüttet, wenn man Schlamm, Schnee, Dünen oder Flüsse durchquert. Die dreieinhalb Tonnen werden dank 1500 PS auf immerhin bis zu 120 km/h beschleunigt.

Außen robust, innen elegant: Gelenkt wird mit Lenkrad statt per PanzerSteuerhebel, das erhöht den Fahrkomfort.

Der Ripsaw ist, kurz gesagt, so ziemlich die komfortabelste Variante zum Überleben der Apokalypse. Warte nur nicht bis zum letzten Moment: Die Bauzeit eines Exemplars beträgt sechs Monate. ripsawtank.com

TOM GUISE

as ist der schnellste und stärkste Leichtgewichtspanzer der Welt.“ Geoff Howe ist unüberhörbar stolz auf sein 3500-Kilo-Baby namens Ripsaw. Außerdem ist das schmucke ATV (All ­Terrain Vehicle) beinahe ein Schnäppchen: Schon ab 500.000 Dollar weißt du alle Parkplatzsorgen dauerhaft ­gelöst. Howe kann auf eine illustre Kundenkartei blicken: 2001 bestellte die U. S. Army den Prototyp eines Vorgängers, den Geoff und sein Bruder Mike entwickelt hatten. Scheich Hamdan bin Mohammed bin Raschid Al Maktum, der Kronprinz von Dubai, hat dem Vernehmen nach nicht nur einen

RIPSAW

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LIEBE DEN REGEN

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Roman Repilow

DER SCHWERELOSE MANN Der russische Rodler mag auf diesem Schnappschuss entspannt aussehen. Doch das Gegenteil trifft zu: Rennrodeln ist Schwerstarbeit in Rückenlage. Die Körperspannung ist extrem, gelenkt wird mittels Kontraktion der Schulterund ­Wadenmuskulatur. Und das bei ­Geschwindigkeiten bis 140 km/h.

Fotograf Denis Klero fotografierte ­Repilow, Gesamtweltcupsieger 2016/17, letzten Oktober in Sotschi, Russland.

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DENIS KLERO/RED BULL CONTENT POOL

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Moby

„DAVID BOWIES ‚HEROES‘ VERÄNDERTE MEIN LEBEN“ Der Electro-Titan über 4 Songs, die seine Karriere prägten.

Für alle, die Mobys große Hits lieben: 2018 wird euer Jahr.

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DONNA SUMMER „I FEEL LOVE“ (1977)

GRACE JONES: „I’VE DONE IT AGAIN“ (1981)

JOY DIVISION „­ATMOSPHERE“ (1980)

„Ich hörte den Song erstmals mit 13, und er veränderte schlagartig alles in meinem Leben. Ich suchte mir sofort einen Job als Golf-Caddie, damit ich mir alle Bowie-Platten kaufen konnte. Jahrzehnte später wurden wir Freunde, und David verriet mir ein ­Geheimnis: Der Song begann als Cover von ‚I’m Waiting for the Man‘ von The Velvet ­Underground, bevor dieses Meisterwerk daraus entstand.“

„Ich hörte ihn in den 1970ern im Radio und halte ihn noch immer für einen der größten Songs. Genial, wie es Produzent Giorgio Moroder schaffte, mit minimaler Elektronik höchste sexuelle Spannung zu erzeugen. Die meisten, auch ich, hätten mehr eingebaut – und das hätte alles verdorben. Das Gleiche gilt für den Text: Er besteht aus nur zehn Wörtern, gehört aber zu den tiefsinnigsten überhaupt.“

„Klar, Grace Jones war cool, aber dieser klang so weich im Vergleich zu ihren anderen Dub-Tracks. Und als Vorstadtkind war ich männlichere ­Musik gewöhnt. Deswegen wehrte ich mich anfangs da­ gegen, diesen Track zu mögen. Bis ich durch ihn kapierte, dass R & B und Soul etwas in mir auslösen, was ich als Punkrock-Hörer nicht kannte. Und umso mehr verliebte ich mich dann in diesen Song.“

„In der Schule fühlte ich mich Sänger Ian Curtis und seinen Texten inniger verbunden als meinen Freunden. Ich liebte diesen Song, weil er emotional war und weil er elektronisch war. In den 1970ern glaubte man ja, man könne nur Rock oder nur Electro machen. Hier verstand eine traditionelle Band, dass Synthesizer und Drum Machine so viel mehr können als normale Instrumente – eine Offenbarung!“

THE RED BULLETIN

JONATHAN NESVADBA

DAVID BOWIE „HEROES“ (1977)

FLORIAN OBKIRCHER

it über 20 Millionen verkauften Alben ­gehört Moby (bürgerlich Richard Melville Hall) zu den erfolgreichsten Electronic-Musikern überhaupt. Auf seinem neuen, fünfzehnten Album „Every­ thing Was Beautiful, and Nothing Hurt“ kehrt er zu den Sounds zurück, die wir aus Hits wie „Porcelain“ und „Why Does My Heart Feel So Bad?“ kennen. Hier spricht der 52-Jährige über vier Lieder, die den Musikgeschmack des kleinen Jungen aus Connecticut prägten – und seinen Weg zum Erfolg ebneten.  moby.com


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Ungefähr so könnte schon bald dein Arbeitszimmer aussehen …

Magic Leap Lightwear

LEBE IN DEINEM COMPUTER

… und so du. Die meiste ­Arbeit erledigt dabei der Clip-on-Computer „Lightpack“ an deinem Gürtel. Er ist so stark wie ein ­MacBook Pro.

E

s sieht aus wie ein ganz normales VRoder AR-Headset: schräge Brille, Handcontroller, CPU am Gürtel. Doch Rony Abovitz’ Erfindung – er nennt sie ein wenig sperrig „räumlichen Computer“ – verändert vielleicht schon bald dein Leben. Denn die Magic Leap Lightwear erfasst mit Sensoren ­deine Welt und projiziert ein digitales Lichtfeld direkt auf deine Netzhaut, inklusive

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­interaktiver 3D-Objekte: ­Roboter, Videospiel-Monster, schwebende Fernseher, was auch immer. Und ist schlau genug, zu lernen und sich zu erinnern, wo die Objekte genau waren, wenn du zurück ins Zimmer kommst. Abovitz glaubt, dass damit Monitore schon ziemlich bald überflüssig werden. Andere, etwa David Nelson von der University of South California, sprechen von einem „neuen

Medium der Mensch-Computer-Interaktion“ und gar dem „Ende der Realität“. Dass es sich dabei um keine ­Spinnerei handelt, zeigen die Reaktionen der Big Player: Google investierte an die 1,5 Milliarden Euro in ­Magic Leap, und Lucasfilm produziert „Star Wars“-Content für die Lightwear. Noch dieses Jahr soll sich die Magic Leap dem Reality Check stellen. magicleap.com THE RED BULLETIN

TOM GUISE

Virtual Reality, Augmented Reality – alles Schnee von gestern. Bereits morgen verschmelzen analoge und digitale Welt: in deinem Gehirn.


ABFLUG 2,45 Meter im Hochsprung: Einer der großen Weltrekorde wird im Sommer 25 Jahre alt. Oder doch nicht? MUTAZ BARSHIM, Weltmeister aus Katar, steht vor dem größten Sprung, der je einem Menschen gelungen ist. Text STEFAN WAGNER Fotos SHAMIL TANNA

Mutaz Barshim beim Shooting für The Red Bulletin in seiner ­sport­lichen Heimat, der Aspire ­Academy in Doha

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he red bulletin: Mutaz Barshim, Sie wissen sicherlich, wie hoch ein ­Fußballtor ist. mutaz barshim: Ja, natürlich. 2,44 Meter. Ein Zentimeter höher als ­meine persönliche Bestleistung. Daran denke ich immer, wenn ich im Training an einem Fußballplatz vorbei jogge. Ich bin 1,85 Meter groß, und ich muss mich strecken, damit ich diese Höhe mit den Fingerspitzen überhaupt erreiche. Sie wollen da drüberspringen! Nein. 2,44 wären ja nicht genug. Den Weltrekord, die 2,45, will ich nicht ­einstellen. Ich will ihn brechen. Mein Ziel sind 2,46. Wir sprechen von einem der ganz ­großen Rekorde der Sportwelt. Der legendäre Kubaner Javier Sotomayor­ sprang ihn im Sommer 1993, das ist ein Vierteljahrhundert her, ganze ­Generationen von Hochspringern sind an dieser Höhe zerbrochen. Haben die Fachleute recht, wenn sie aus­ gerechnet Ihnen realistische Chancen auf den Rekord geben? Ja. 2,46 sind erreichbar, ganz sicher. „What gravity, huh?!“ Hahaha, ja, mein Motto. Bei allem Augenzwinkern in diesem Spruch: Ist die Schwerkraft nicht ein etwas überdimensionierter Gegner? Jeder Sprung ist im Kern eine Heraus­ forderung der Schwerkraft. Und ich schaffe ja auch, sie zu überwinden. Kurze Zeit bin ich ihr sogar entzogen. Hochsprung ist mehr fliegen als springen. Man ist lange genug in der Luft, um den Flug als Flug wahrzunehmen – und sogar zu genießen.

auf 2,10 liegt oder auf 2,30 – egal. Es geht um deinen Sprung, nicht um die Latte. Aber eine Latte auf 2,10 muss Sie doch langweilen. Das ist ja so, als würde Usain Bolt die 100 Meter in 13 Sekun­ den joggen. Nein, es ist ganz anders. Eine Latte auf 2,10 lässt dich in Ruhe. Eine Latte auf 2,40 macht Druck, setzt dich unter Stress. Allein dass sie da oben liegt, macht es schwieriger, technisch alles richtig zu ­machen. Denn die Versuchung ist groß, dass du etwas Besonderes probierst. Und genau das wäre falsch. Wenn du eine besonders schwere Aufgabe vor dir hast, dann wäre der größte Fehler, dass du dich von der Anspannung, vom Adrenalin dazu verleiten lässt, etwas ­Besonderes zu versuchen, etwas anderes als das, was du am besten kannst. Aber Sie können doch nicht 2,46 sprin­ gen, ohne an 2,46 zu denken. Meine Aufgabe ist nicht die Latte. Meine Aufgabe ist, den Schwerpunkt des Kör­ pers, die Hüfte, so hoch wie möglich zu kriegen. Das ist eben sehr einfach, wenn die Latte auf 2,10 liegt. Aber gar nicht mehr einfach, wenn sie auf 2,30 liegt. Und noch viel schwieriger auf 2,46. Bei einem guten Sprung denkst du nie an die Latte. Sondern immer an dich, an deine Technik, dein Können.

Ich würde auf Rücken und Hinterteil achten. Und einfach nur hoffen, die Latte nicht zu berühren. Nur Anfänger haben Angst vor der Latte. Sobald Sie verstanden haben, worum es im Hochspringen geht, wird alles ein­ facher. Die Latte wird immer unwichtiger, je besser Sie Hochspringen beherrschen.

Sie haben auch einmal gesagt, Hoch­ sprung ist eigentlich mehr Kunstform als Sportdisziplin. „You need speed, but not too much, you need power, but not too much, you need to be flexible, but not too much.“ Klingt eher nach Rätsel als nach Kunst. Nein, Kunst, das trifft es schon. Es ist ja genau wie in der Kunst: nicht schwer zu verstehen, aber schwer gut zu machen. Jeder kann laufen, jeder kann das rechte Bein hochschwingen, die Arme heben, springen, den Rücken durchbiegen. So wie jeder eine Leinwand nehmen kann, Farbe und einen Pinsel. Aber um ein gutes Bild zu machen, gehört eben mehr dazu. Da zählt dann jedes Detail.

Ich hätte gedacht, die Latte wird inter­ essanter, weil sie ja immer höher liegt. Nein. Das Geheimnis ist: Du springst ein­ fach jedes Mal, so hoch du kannst. Ob sie

Nun ja, bei Kunst kommt Kreativität dazu. Sie werden mir jetzt nicht er­ zählen wollen, dass der Hochsprung ein kreativer Akt ist.

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Nun ja … ich bin relativ groß gewachsen, daher ist der Oberkörper eine Schwach­ stelle in meinem System – ich muss also an seiner Stabilität arbeiten. Aber nicht zu viel, sonst werde ich steif. Ich muss schnell anlaufen, aber nicht zu schnell, sonst verfehle ich den Absprungpunkt … das sind nur zwei sehr einfache Aspekte. Es ist ein Puzzle, und jeder Teil wirkt sich auf alle anderen aus. Ziemlich kompli­ ziert. Und auch ziemlich stressig, für den Körper genauso wie für den Geist. Dabei sieht es so leicht und selbst­ verständlich aus, wenn Sie springen. Hahaha, ja, das sagen alle. Es wurde einmal gemessen: Beim Absprung lastet das zehnfache Körpergewicht auf Sprung­ gelenken, Knie, Rücken. Und je besser du technisch bist, desto mehr Energie machst du im Moment des Absprungs frei. Ein guter Absprung ist eine Explosion. Nach Ihrem ersten Sprung über 2,43 waren Sie schwer verletzt. Weil Sie ­alles richtig gemacht hatten? Ja. Stressfraktur. Die Belastung war ein­ fach zu groß. Mein Körper war für 2,43 noch zu schwach. Als ich mit 21 zum ersten Mal über 2,40 sprang, war das da­ vor 13 Jahre niemandem gelungen. 2,40 ­waren wieder Neuland für uns alle. Ich musste erst lernen, noch mehr zu regene­ rieren, noch weniger Wettkämpfe, noch gezielteres Training. Komplettes Check-up des Körpers alle vier, fünf Wettkämpfe. Ich bin regelmäßig beim Chiropraktiker, weil sich durch die Belastung kleine ­Knochen verschieben. Und das ist nur der Körper. Es ist heftig, was sich in deinem Kopf abspielt, wenn du vor einer Latte stehst, die auf 2,40 liegt. Tausend Gedan­ ken, Zweifel, Ängste, „was mach ich hier, wie soll ich das schaffen?“. Und du musst, ­bevor du anläufst, deine Gedanken um­ drehen. In „Ich werde es schaffen, ich kann das“. Ein Kampf im Kopf. Die Leute ver­ stehen das alles nicht. Sie sagen, es sieht so leicht aus, ich soll einfach einmal die Latte auf 2,46 legen und es probieren. Sie haben keine Ahnung, was das bedeutet. Aber ich vermute, Sie gewöhnen sich ja im Training an solche Höhen. Wie oft trainieren Sie jeden Tag? Ich springe zweimal pro Woche. Nicht ­öfter. Und je maximal zehn Sprünge. THE RED BULLETIN


„Eine Latte auf 2,40 bedeutet Stress, Zweifel, Ängste.“ „Hochspringen ist wie Kunst“, sagt Barshim, „nicht schwer zu verstehen, aber schwer gut zu machen.“


Mutaz Barshim beim Training: „Technik, immer nur Technik, Technik, Technik.“


„Scheitern ist der Funke, an dem sich die Motivation entzündet.“

Zweimal pro Woche? Sie nehmen mich auf den Arm. Nein. Mehr wäre viel zu viel Belastung. Ich wäre sofort wieder schwer verletzt. Wie viele Sprünge über 2,30 oder 2,40? Keiner, niemals. 2,15, maximal 2,20. Ich trainiere nicht Höhe, ich trainiere Technik. Immer nur Technik, Technik, Technik – alle Feinheiten. Aber der Unterschied zum Wettkampf ist dann doch riesig. O ja, ich weiß, ja. (Lacht.) Hochspringen ist im Grunde ein grau­ samer Sport. Aber nicht so, wie Sie bisher erzählten, sondern weil Sie jeden Bewerb mit einem Fehlversuch beenden. Auch wenn Sie als Sieger feststehen, versuchen Sie noch die nächste Höhe, so lange, bis Sie scheitern. Sie verlassen ein Stadion­nie mit einem Erfolg, sondern ­immer mit einem Scheitern. Ich finde das gut.

„Work hard, okay, aber wichtiger ist: work smart. Wenn du das Falsche wiederholst, wirst du immer besser darin, schlecht zu sein.“

Wirklich? Klar. Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen, und alles ist perfekt. Kein Scheitern, kein Grübeln, nichts zu verbessern, alles er­ reicht. Nicht gut. Beim Hochsprung gehen Sie weg, vielleicht haben Sie einen Rekord aufgestellt, vielleicht eine Goldmedaille gewonnen, aber der letzte Versuch: ge­ scheitert. An den denken Sie dann. An dem arbeiten Sie. Da bleibt nach jedem Wettkampf ein Funke, an dem sich Ihre Motivation neu entzündet. 99 Prozent Zu­ friedenheit ist viel besser als 100 Prozent Zufriedenheit. Viel, viel besser. Ich mag das sehr an unserem Sport. Den Weltrekord brechen, das geht übrigens aller Voraussicht nach nur, wenn Sie schon als Sieger in einem Wettkampf feststehen. Fehlt da nicht das letzte bisschen Hunger, Fokus? Es klingt mental ein bisschen kompliziert. Ist es auch. Ich liebe es, wenn es hin und her geht, der andere einen Zentimeter höher, ich ziehe nach. In New York sprang ich einmal 2,42, damals der zweithöchste Sprung der Geschichte, und der andere­ sprang auch 2,42, aber mit weniger Versuchen. Also gewann er. Super Wett­ kampf. In der Woche darauf sprang ich meine 2,43. Warum? Weil ich gegen ihn einfach nicht verlieren wollte. In London bei der WM stand ich mit 2,35 als Sieger fest. Ich hätte viel höher springen können, aber es war vorbei. Alle wollten feiern, die Spannung war draußen. Du kannst, wenn du zufrieden bist, keine Leistung bringen. Du musst hungrig sein.

Sie hoffen ja wirklich, dass Ihre ­Konkurrenten in Topform sind! Je stärker, desto besser. Ich brauche das. Sie haben Ihre Hochsprung-Karriere wahnsinnig spät begonnen, erst als Sechzehnjähriger. Stellen Sie sich einen F ­ ußballer, einen Tennisspieler, einen Rennfahrer vor, der erst mit 16 beginnt. Unmöglich! Ich weiß, ja. Aber mein Vater war Läufer, also begann ich auch mit dem Laufen. Ich war Geher. Und hin und wieder bin ich gesprungen. Heute sage ich: Das war ein Glück. Ich bin frisch geblieben. Was, hätte ich schon als Kind mit dem Hochsprung begonnen? Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre ich längst ausgebrannt. Ich halte auch nichts davon, Kinder zu etwas zu zwingen. Wenn aus Kindern Weltklasse-Athleten werden sollen, geht’s nicht anders. Schauen Sie mich an. Es geht. Aber Sie sind ein Wunderkind. Im Gegenteil! Ich war der Ungeschickteste in meiner Trainingsgruppe. Wirklich. Ich war mit 17 ein sehr schlechter Hoch­ springer. Vielleicht 1,90, die Mädchen sprangen höher als ich. Aber dann verliebte ich mich ins Hochspringen. Es wurde meine Leidenschaft. Ich war ­unglücklich, wenn ich schlecht sprang. Und glücklich, wenn ich gut sprang. Das hört man oft von Menschen, die in irgendeinem Bereich Weltklasse sind: Leidenschaft führt dazu, dass man eine Tätigkeit länger, härter, ausdauernder übt – und damit besser wird. Ich habe mich mit Hochsprung beschäf­ tigt, Videos angesehen, andere Springer studiert, aber gesprungen bin ich schon damals nur zweimal pro Woche. Kein Weltklasse-Athlet übt das, worin er gut sein will, nur zweimal pro Woche. Aber es genügt. Man muss nur darauf ach­ ten, das Richtige zu tun. Darauf verwende ich viel Zeit: genau zu wissen, was das Richtige ist. Work hard, okay, aber wich­ tiger ist: work smart. Wenn du das Falsche wiederholst, wirst du immer besser darin, schlecht zu sein. Zehnmal eine Übung kor­ rekt ausgeführt ist besser als tausendmal falsch. Achte immer zuerst auf die Qualität deines Trainings, nie zuerst auf die Menge. Ich sehe mir dasselbe Video hundert-, zweihundertmal an, bis ich vielleicht dieses eine Detail herausfinde, an dem wir dann zwei, drei Monate arbeiten. Mein Coach ist ein Genie darin, immer diesen einen Puzzlestein zu finden, an dem wir arbeiten müssen, um das Gesamte zu verbessern.   29


Ihr Coach ist Stanisław Szczyrba, ein Pole, der nach Katar geholt wurde, um mit den talentiertesten jungen Athleten des Landes zu arbeiten. Stimmt die ­Geschichte, dass er Sie das erste Mal gar nicht beim Hochspringen gesehen hat, sondern beim Basketball – und Sie sofort angesprochen hat mit den Worten „Du kannst 2,40 springen, Junge!“? Ja, so war das. Damals hatte ich 2,09 als Bestleistung. Da kam dieser alte Pole – er war damals ja schon Mitte 60 – und sagte: „Du kannst 2,40 springen.“ Was damals seit einem Jahrzehnt keiner geschafft hatte! Ich dachte, der Kerl sei völlig verrückt. Und Sie wollten nicht mit ihm arbeiten. Wir stritten dauernd. Ich wollte ausgehen, mein Leben genießen. Zum Training kam ich zehn, zwanzigMinuten zu spät – es war nie ein Problem. Doch dann tauchte er auf, und alles änderte sich. Eine Minu­te zu spät: Riesenproblem. Unkonzentriert beim Training: Riesenproblem. Ich wollte, dass der Verband ihn rauswirft, dass sie ihn zurückschicken nach Polen oder nach Schweden, wo er wohnt. Und was tat er? Er bliebt stur, pushte, pushte. Und kämpfte um mich. „Verschwende dein Talent nicht“, sagte er. „Du kannst Großes erreichen.“ Ich glaubte ihm nicht. Er ging mir mit ­seiner Professionalität auf die Nerven. Aber er blieb hartnäckig, und 2009, kurz bevor ich an die Universität gehen wollte, sagte er: „Gib mir zwei Monate. Geh mit mir auf Trainingslager, und tu zwei Monate lang, was ich sage. Wenn du danach an die Universität willst, werde ich dich nie wieder um etwas bitten. Aber gib deiner Karriere diese letzte Chance.“ Ich dachte: zwei Monate, ganz schön lang. Aber ich sagte zu. Wir fuhren nach Schweden. Kein Junkfood, keine Süßigkeiten, früh ins Bett, früh raus. Ich tat alles, was er sagte. Nach Schweden fuhr ich mit einer persönlichen Bestleistung von 2,14. Am Ende des Trainingslagers sprang ich 2,25. Elf Zentimeter in zwei Monaten! Wahn­ sinn. Ich sagte: „Okay, Coach.“ Seither arbeiten wir genau so, wie er es sagt. Das hat mich völlig verändert. Als Athlet, als Mensch. Er ist mein zweiter Vater. Szczyrba ist mittlerweile über siebzig. Sind Sie sicher, er ist noch up to date in allen Belangen des modernen Hochleistungssports? Nein. Aber in allen Belangen, die für ­meinen Hochsprung wichtig sind: ja. Da kommt eine neue Generation von Coaches von den Hochschulen, die 30

alle Studien über Biomechanik und Trainingswissenschaft auswendig ­kennen  … … er hasst Papiere! Und er hasst Com­ puter! Das einzige Programm, das er verwendet, ist Skype, um mit mir zu reden. Er ist perfekt in Biomechanik, weil er sie versteht. Er hasst es, wenn Leute daherkommen und uns von Studien erzählen, er hasst theoretisches Blabla. Er ist ein ­Genie. Er macht auch keine Trainings­pläne. Niemals. Ich hatte, seit wir miteinander arbeiten, noch keinen Trainingsplan. Aber jeder Hobby-Athlet hat einen ­Trainingsplan. Wir brauchen ihn nicht. Stanisław weiß jeden Tag auch so, was zu tun ist. Und wenn er dann einmal sagt: „Heute zehn­ mal 100 Meter Sprint“, und meine Ober­ schenkel sind müde, dann hat er eine andere Idee. Oder er sagt: „Macht nichts. Trotzdem zehnmal 100 Meter.“ Er ist eben ein Genie. Weltklasse-Athleten sehen üblicherweise sich als Chef und den Trainer als Dienstleister. Ich bin das Auto, er ist der Fahrer. Ich bin der Motor, er ist der Pilot. Wir sind ein Team, einer ohne den anderen funk­ tioniert nicht. Ich muss ihm aber exaktes Feedback geben. Zum Beispiel kann ich nicht sagen: „Ich habe Schmerzen im Knie.“ Ich muss die Schmerzen be­ schreiben können. Denn jeder Schmerz hat seine Botschaft. Der eine bedeutet: Stopp, nicht weiter. Der andere hingegen ist Bestätigung, dass du den richtigen Prozess angestoßen hast.

„Mein Trainer hasst Computer, hasst Papiere, hasst theo­ retisches ­Blabla, hasst Trainingspläne.“


Mutaz Barshim wird am 24. Juni 27 Jahre alt. Seine bisher größten Erfolge: zwei olympische Medaillen (Bronze London 2012, Silber Rio 2016), WM-Titel 2017 in London (nach Silber 2013 in Moskau), Gold bei der Hallen-WM 2014 sowie bei den Asienspielen 2010 und 2014


So sehen 2,46 Meter aus. Barshim selbst ist 1,88 Meter groß, „aber in meinem Körper stecken jetzt schon 2,47 Meter“, sagt er.


Sie wurden einmal gefragt, was Ihr Coach so gut macht. Und Sie haben mit dem lustigsten Satz geantwortet, den man über einen Hochsprung­ trainer überhaupt sagen kann: „He keeps my feet on the ground.“ Hahaha, ja. Aber es ist wirklich wichtig, nicht abzuheben. Egal wie viel Erfolg man hat. Er behandelt mich immer noch wie damals, als ich Junkfood und Süßig­keiten in mich reingestopft habe. Als ich ein dummer Junge war. Und das ist wichtig. Es ist wichtig, dass ich immer noch das gleiche Verhältnis zu meiner Familie habe wie früher. Dass ich immer noch die­selben Freunde habe. Es ist wichtig, dass man bescheiden bleibt. Ich bin vielleicht ein ziemlich guter Hochspringer,­aber das ist doch nur ein Teil des Lebens. Ein ziemlich kleiner sogar, einer, der ­eines Tages ganz wegfallen wird! Was bleibt dann übrig? Wie du dich anderen gegenüber verhältst. Wer meint, dass dir ein Weltmeistertitel oder ein Weltrekord das Recht gäbe, zu anderen unhöflich zu sein, der hat sehr vieles im Leben m ­ iss­verstanden. Für unser Fotoshooting haben wir die Latte auf zirka 1,90 Meter gelegt – für Sie gewiss eine lächerliche Höhe. Dennoch wollten Sie nur ein paar ­wenige Sprünge machen. Wieso das? Man muss vorsichtig sein. Man muss ­immer konzentriert springen, immer auf die Technik achten. Ich könnte fürs ­Shooting dutzende Male über die Latte springen, aber ich würde meiner Technik­ schaden. Ich wäre unkonzentriert, schlampig – und es würde sehr lange ­dauern, diese Unsauberkeiten wieder aus der Bewegung zu kriegen. Sie werden im Juni 27 Jahre alt. Sie kommen jetzt in die wahrscheinlich beste Phase Ihrer Karriere, und es gibt drei ganz große Ziele: die WM in Ihrer Heimat Katar 2019, Olympia in Tokio 2020 – und den Weltrekord. Seit Jahren traut man Ihnen den zu. Sind Sie schon ungeduldig? Ich glaube, es könnte, wenn alles perfekt läuft, diesen Sommer so weit sein. In meinem Körper stecken bereits jetzt 2,47. Aber wir reden hier vom höchsten Sprung, den je ein Mensch gemacht hat. So etwas kann man nicht erwarten oder verlangen. Es muss geschehen. Es nutzt dir nichts, wenn du den besten Tag deines­Lebens hast und es regnet oder der Wind dreht oder das Publikum ist nicht in Stimmung. Oder du hast bei 2,35 schon gewonnen. Wenn Sie in perfekter Form sind, das Wetter perfekt ist – und das einzige THE RED BULLETIN

„Meine Pokale und Medaillen will ich nicht sehen.“

ein wahnsinnig netter Kerl. „Wenn jemand meinen Rekord bricht, dann sollst du es sein“, hat er gesagt. Stellen Sie sich vor, Sie springen ­diesen Sommer tatsächlich 2,46. Aber ein ­anderer schafft 2,47. Vielleicht sogar im selben Wettkampf. Sie haben Ihr größtes Ziel erreicht, aber das Ziel ist nicht mehr da. Das wäre das Schlimmste, oder? Überhaupt nicht. Ich hätte mich ja verbessert. Und würde wissen, dass ich mich noch weiter verbessern kann. Von 2,43 auf 2,46, das ist ja eine riesige ­Verbesserung. Wieso sollte dann dort Schluss sein? Und was, wenn Sie diesen Sommer 2,46 springen und tatsächlich den ­Rekord haben? Was passiert dann mit Ihrer Motivation? Das wäre härter, als wenn ein anderer 2,46 schaffen würde. Auf jeden Fall. Es wäre viel Motivation weg.

Mutaz Barshim ist der erfolgreichste Athlet in Katars ­Geschichte. Und Aushängeschild der Aspire Academy

Problem wäre, dass Sie bei 2,35 schon als Sieger feststehen? Keine Chance auf den Weltrekord? Keine. Null. Wie oft haben Sie Javier Sotomayors legendären Sprung vom 27. Juli 1993 ­angesehen? Früher sehr oft. Aber mittlerweile nicht mehr. Ich kann wenig davon lernen, ­anderen Springern zuzusehen. Die meisten springen mit so viel mehr Kraft als ich. Vor allem Sotomayor, er hatte unglaublich viel Power. Ich springe mehr mit Speed, mit Flexibilität. Die meisten springen, ich versuche zu fliegen. Haben Sie Sotomayor je persönlich getroffen? Ja, oft, und ich war jedes Mal aufgeregt. Er ist ein Idol. Er ist Ihr größter Rivale! Sehen Sie’s doch so, dann wird’s mit den 2,46 leichter. Er hat mir erzählt, wie viel Angst er seit 2014 bei jedem meiner Wettkämpfe hat, dass er seinen Rekord verliert. Er hat ­richtig Angst davor! (Lacht.) Aber er ist

Die Heim-WM im Jahr darauf in Doha, Olympia 2020 in Tokio … Ich wäre der Beste aller Zeiten, was kann es Größeres geben? Am besten wäre wohl, ich schaffe den Weltrekord 2019 in Doha. Ja, das wäre das Beste. Stimmt es, dass Sie keinen einzigen ­Pokal, keine Medaille zu Hause haben? Ja, das ist richtig. Sie sagen: um hungrig zu bleiben. Ja. Ist alles irgendwo in einem Kasten versteckt. Als ich die Olympiamedaille einmal für ein Shooting brauchte, musste­ ich sie stundenlang suchen. Ich will diese­Trophäen nicht sehen. Wenn meine ­Karriere zu Ende ist, werde ich sie hervorkramen und aufstellen. Aber jetzt nicht. Sie würden mich ablenken. Ich will kein Gefühl der Zufriedenheit, der Sattheit in meinem Leben als professioneller Athlet haben. Und wenn es mit dem Weltrekord dann doch nie klappen sollte? Nicht so wichtig. Das Wichtigste ist, dass ich mich diesem Ziel verschreibe. Dass ich alles versuche. Solange ich sagen kann, ich habe alles versucht, ist alles okay. Dann ist es sogar ziemlich unerheblich, ob es am Ende klappt oder nicht. Das Schlimmste wäre – egal was ich erreiche –, dass ich am Ende meiner­ Karriere sagen muss: Es wäre mehr ­möglich gewesen.

mutazbarshim.net   33


DEINE ACHT SCHRITTE ZUM NORDPOL 120 Kilometer bei minus 40 Grad durchs Polareis gehen. Ganz rauf bis zum nördlichsten Punkt der Welt. THOMAS ULRICH meint, du schaffst das. Bist du bereit? Text REINER KAPELLER  Fotos VISUAL IMPACT/THOMAS ULRICH

Immer schön in einer Reihe gehen: Bei Thomas Ulrichs Nordpol-Expeditionen, hier im April 2015, ist ein gewisses Maß an Disziplin gefragt.

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T 36

Eispiste als Landebahn: Eine Antonow An-74 bringt die ExpeditionsTeilnehmer zum Foschungslager Barneo.

homas Ulrich, 50, Abenteurer, Fotograf und Autor, geboren in Interlaken, kennt den Nordpol wie nur wenige andere. Er war schon fünfzehn Mal am nördlichsten Punkt der Erde, seit 2004 auch mit kommerziellen Expeditionen. Auf diesen „Last Degree“-Trips fliegt er mit Menschen, von denen einige maximal als Hobbysportler durchgehen, von Spitzbergen nach Barneo – einer im Eis treibenden russischen Forschungs­station am 89. Breitengrad – und wandert von dort auf Skiern bei ­minus 40 Grad 120 Kilometer übers ­blanke Eis zum geographischen Nordpol am 90. Breitengrad. Ulrich meint, das ist gar nicht so verrückt, wie es klingt. Ein Nordpol-Annäherungsversuch in acht Schritten.

davor mit dem Training. Zwei bis drei ­lange Einheiten pro Woche sind ideal, meint Ulrich, je vier bis fünf Stunden ­zügiges Gehen. Fürs Training der Rumpfund Rückenmuskulatur schnallt er sich dabei einen Gurt um und schleift zwei Autoreifen durch den Wald. „Die Reifen bleiben hängen, müssen über Hindernisse gezogen und umgedreht werden. Das ist eine ziemlich gute Simulation dessen, was uns mit den 45 Kilo schweren Schlitten im Eis passieren wird.“ Keine Reifen zur Hand? Du kannst deinen Oberkörper auch anders trainieren: einen großen Rucksack mit Wasserflaschen füllen und damit rauf auf den Berg. Oben die Flaschen einfach ausleeren. (Oder ge­­ gebenenfalls austrinken.)

SCHRITT EINS: GEH IN DEN WALD

SCHRITT ZWEI: SPRING INS KALTE WASSER

„Jeder kann den Nordpol erreichen“, sagt Thomas Ulrich. „Alles, was du dafür ­können musst, ist, dich fünf bis zehn Tage durchzubeißen.“ Wer auf der Expedition nicht nur beißen, sondern sie auch ge­ nießen möchte, beginnt ein halbes Jahr

Wetter und Bedingungen am Nordpol sind unberechenbar. Läuft alles gut, spult man die 120 Kilometer in fünf Tagen runter. Läuft alles nicht ganz so gut, braucht man doppelt so lange. Muss tückische EisTHE RED BULLETIN


Das Motto für Reisen an den Nordpol: Solange man sich bewegt, wird einem nicht kalt.

Barneo, Die nördlichste Forschungsstation der Welt, ist das letzte Basecamp vor der Tour.

Bevor die Expedition losgeht, wird noch Treibstoff für die Benzinkocher getankt.

An der Leine: Jeder Teilnehmer packt und zieht ­seinen gut 45 Kilogramm schweren Schlitten selbst.

rinnen großzügig umgehen und kämpft mit Polarstürmen. Wichtiger als körper­ liche Fitness ist daher auch die geistige. Rückschläge lauern in jedem Moment, Stichwort Gegendrift: „Wenn es abends stürmt, kannst du mitsamt Camp auf ­einer Eisscholle abtreiben und im Schlaf mehrere Kilometer verlieren.“ Das mag frustrierend sein – aber du darfst dich nicht frustrieren lassen. Wichtig daher: vorher schon lernen, mit unangenehmen Situationen umzugehen. „Vor einer gro­ ßen Tour springe ich zwei- bis dreimal die Woche ins kalte Wasser. Es braucht Über­ windung, aber genau darum geht’s: sich selbst überwinden, positiv bleiben. Du darfst auf dieser Expedition eine Sache nie vergessen: Jeder Schritt, den wir ­machen, geht vorwärts. Das ist die Ein­ stellung. Schritt für Schritt, Stunde für Stunde, Tag für Tag.“

SCHRITT DREI: ZIEH DREI PAAR HANDSCHUHE AN

Minus 40 Grad sind nicht weiter schlimm, wenn du die richtige Ausrüstung dabei­ THE RED BULLETIN

„Du musst dich fünf bis zehn Tage durchbeißen.“ Thomas Ulrich ist überzeugt: Jeder kann den Nordpol erreichen.

hast. Einen Großteil davon stellt Thomas Ulrich, etwa Zelte, Schlafsäcke, Isolier­ matten und drei extrawarme Fausthand­ schuhe, die übereinander angezogen ­werden. Den richtigen Umgang mit dem Equipment lernen die Teilnehmer an ­einem Vorbereitungswochenende in der Schweiz. Und wenn einem unterwegs doch kalt wird? „Solange wir uns bewegen, ist alles okay. Wenn die Finger wirklich kalt werden, dann hilft Armkreisen.“ Manch­ mal wird es am Nordpol dann sogar ­richtig gemütlich. „Wenn du den Benzin­ kocher im Zelt voll aufdrehst, ist es nach zehn Minuten wie in einer Sauna. Aber ja nicht ausschalten – dann hat es zwei ­Minuten danach wieder minus 30 Grad.“

SCHRITT VIER: SCHWITZ NICHT

Wenn es eine Sache gibt, die man am Nordpol wirklich lassen sollte, dann ist das Schwitzen. „Ich hatte mal einen Kunden, der einfach zu viel anhatte. Der dampfte schon beim Hals heraus. Und sobald man auskühlt, wird das gefährlich.“ Generell braucht jeder Teilnehmer zwei bis drei   37


SO PLANST DU DEINE NORDPOLEXPEDITION

Die wichtigsten Antworten zum „Last Degree“-Trip

NORDPOL

Barneo

Spitzbergen

via Zürich nach Oslo

Wo beginnt die Tour?

In Oslo. Die Teilnehmer fliegen zu­ sammen nach Spitzbergen und von dort mit einer Antonow An-74 zur ­Forschungsstation Barneo. Mit dem Hubschrauber geht es dann zum Startpunkt am 89. Breitengrad.

Wer kann mit?

Mit etwas Vorbereitung und Durch­ haltevermögen wirklich jeder. Bei der von Thomas Ulrich 2006 geführten Tour war der älteste Teilnehmer 69, der jüngste erst 15 Jahre alt.

Wann geht’s los?

Barneo wird jedes Jahr im April für ­einen Monat neu aufgebaut, dann ist das Eis für die Landung am dicksten. Die nächsten Termine: 31. März bis 14. April 2019 und 3. bis 17. April 2020.

Was kostet es?

Das 15-tägige Abenteuer kostet pro Person gut 50.000 Franken. Die größ­ ten Kostenfaktoren sind die Nutzung der Infrastruktur auf Barneo und die Flüge in die Arktis.

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„Unsere Einstellung? Jeder Schritt, den wir machen, geht vorwärts.“ Die Verhältnisse am Nordpol sind unberechenbar. Aber mit Teamwork kann man auch große Hindernisse überwinden.


„Moderne Thermo­ unterwäsche kannst du zu Hause lassen.“ Eisige Aussicht: An seinen Körper lässt Ulrich nur Wolle. Darüber trägt er eine Gore-Tex- und eine d ­ icke Daunenjacke.


Die Trink- und Esspausen verbringt man am besten windgeschützt hinter Eisblöcken.

Achten Sie auf die Lücke: Ulrich entscheidet, ob Eisspalten überquert werden.

Für den Benzinkocher hat jeder Teilnehmer drei Deziliter Benzin pro Tag zur Verfügung.

Hier entlang: Thomas Ulrich trifft die Entscheidungen, die Gruppe folgt in seiner Spur.

„Ich habe Signalraketen dabei und trage Tag und Nacht eine Magnum am Körper.“ Tage, bis er weiß, wie viele Schichten er anziehen muss. In der Zeit probiert man herum, wechselt Kleider auch unterwegs immer wieder. „Du solltest stets im kalten Bereich sein, beim Marschieren darf dir maximal warm werden.“ Dass sich Feuch­ tigkeit bildet, die gefrieren kann, lässt sich nicht ganz vermeiden, aber auch ­dafür hat Ulrich einen Tipp: „Moderne Thermounterwäsche kannst du zu Hause THE RED BULLETIN

lassen. Wolle isoliert besser und ist im feuchten Zustand noch immer wärmer als Kunstfaser.“

SCHRITT FÜNF: MACH ES WIE THOMAS ULRICH

Eigentlich ist es ganz einfach. Du musst immer nur das tun, was Ulrich sagt. Um sechs Uhr früh geht’s los: aufwachen, aufs Klo gehen, Benzinkocher anschmeißen, Wasser schmelzen, Porridge frühstücken, Zelt und Schlitten packen. Dann wird in Ulrichs Spur marschiert. Zuerst zwei Stunden bis zur Trinkpause, dann noch­ mals eineinhalb Stunden, bis es Kraft­ nahrung gibt: viel Fett, Nüsse, Powerriegel, Schokolade. So geht’s weiter bis zum Abend, Fotostopps inklusive. Dann heißt es wieder Zelt aufbauen und im Schlaf­ sack den Abend verbringen. Wer seine 5000 bis 6000 Kalorien pro Tag verdrückt hat, macht seine Ausrüstung bereit, be­ freit Kleider vom Eis, trocknet sie und legt sich schlafen. Die Ruhe brauchst du, denn Ulrich steigert kontinuierlich von sieben auf zehn Stunden Marsch pro Tag.

SCHRITT SECHS: MACH SCHNELLE GESCHÄFTE

Am Nordpol muss es manchmal schnell gehen. Während das kleine Geschäft ­problemlos abläuft und eine Urinflasche nachts den Weg aus dem Zelt erspart, ge­ hört das große Geschäft gut vorbereitet. Das heißt Hosenträger im Zelt runter, Daunenjacke drüber und schnell hinter den nächsten windgeschützten Eisblock. Übertriebene Reinlichkeit ist jedoch fehl am Platz: „Versuche ja nicht dich abzu­ wischen, wie du das von daheim gewohnt bist.“ Im schlimmsten Fall bedeutet das Erfrierungen an der Hand. Und damit den vorzeitigen Rückflug per Helikopter.

SCHRITT SIEBEN: RECHNE MIT BESUCH

Eigentlich ist es am Nordpol ruhig. Aber gerade in den letzten Jahren hat die Klima­ erwärmung die Wassergrenze gen Norden verschoben. Folge: Es verirren sich immer wieder Eisbären auf der Suche nach See­ hunden in den Norden. Ulrich ist darauf vorbereitet: „Ich habe Signalraketen dabei   41


und trage Tag und Nacht eine Magnum am Körper. Zusätzlich ziehe ich neuer­ dings vor dem Schlafengehen einen Eis­ bärenalarmzaun mit sechs Carbonstöcken ums Camp. ­Darauf befinden sich Spreng­ kapseln, die bei Berührung einen lauten Knall ab­geben.“ Dass es zum Showdown mit Eisbären kommt, ist aber unwahr­ scheinlich: „Die meisten haben noch nie einen Menschen gesehen. Die sind nicht aggressiv, sondern neugierig. Ein Warn­ schuss ins Eis reicht.“

SCHRITT ACHT: VORBEI IST ES ERST GANZ AM SCHLUSS

Auf den letzten Metern zum Nordpol ver­ lassen die Teilnehmer Ulrichs Spur und gehen nebeneinander ins Ziel: „Obwohl hier alles flach ist, hast du das Gefühl, dass du auf einem Gipfel stehst; quasi auf dem höchsten Punkt der Welt. Rund­ herum ist überall Süden.“ Wirklich zu Ende ist für Ulrich die Expedition aber erst nach der Verabschiedung in Spitz­ bergen. „Manche Teilnehmer werden am Nordpol unvorsichtig und bauen das Zelt nicht mehr gewissenhaft auf. Ich mach dann ziemlich schnell klar, dass die Ge­ schichte noch nicht vorbei ist. Dass wir noch immer in der Arktis sind – und ent­ sprechend auf uns allein gestellt. Ein biss­ chen schlechtes Wetter genügt, und die Ankunft des Hubschraubers verzögert sich um bis zu zwei Tage. Aber Kuchen gibt’s trotzdem für alle.“

DIE EXTREMSTEN TOUREN VON THOMAS ULRICH

Seit 1988 erkundet der Abenteurer die entlegensten Gegenden der Welt.

P

atagonien, Grönland, Ame­ rika, Tibet: Thomas Ulrich hat die Welt im Expeditions­ modus kennengelernt. 2006 plante er, als erster Mensch allein und ohne Unterstützung den Nordpol zu überqueren und von Sibirien nach Kanada zu gehen. Das Vor­ haben scheiterte, Ulrich kam fast ums Leben, wurde im letzten ­Moment vor der Küste Sibiriens gerettet. Nur ein Jahr später kehrte er an den Nordpol zurück und er­ reichte mit seinem norwegischen Partner Børge Ousland seinen bis­ her größten Erfolg: Gemeinsam marschierten sie vom Nordpol aus auf die nordsibirische Inselgruppe Franz-Josef-Land und durch­ querten diese als Erste nach mehr als hundert Jahren. Insgesamt 1400 Kilometer zu Fuß, auf Ski­ ern, im Kajak. Dafür wurde ihnen vom „National Geo­graphic“Magazin der Titel „Adventurers of the Year“ verliehen.

Lust auf ein Abenteuer mit Thomas Ulrich? Auf seiner Website bietet er neben den „Last Degree“-Trips zum Nordpol auch 25 Tage dauernde GrönlandQuerungen an. Alle Infos: www.thomasulrich.com

„Die meisten Eisbären haben noch nie einen Menschen gesehen. Die sind nicht aggressiv, sondern neugierig.“ 42

Jetzt nur ja nicht ausrutschen: Die 526 Kilometer lange Durchquerung des südlichen patagonischen Inlandeises zählte zu Ulrichs forderndsten Expeditionen.


Ab ins Zelt: Bei der Erstdurchquerung des transpatagonischen Gletschers in Südamerika kämpften Ulrich und Partner Børge Ousland mit heftigen Stürmen.

Jemand zu Hause? In Grönland passierten Thomas Ulrich und sein österreichischer Wegbegleiter Robert Miller die verlassene Radarstation Dye 2.

Immer schön cool bleiben: Auf seiner Franz-Josef-LandExpedition im Jahr 2007 traf Thomas Ulrich auf nicht ­weniger als 40 Eisbären.

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RENDEZVOUS IN SPIELBERG

2018 startet die Scuderia Toro Rosso mit Honda-Power in die Formel 1. Mehr als Grund genug, um den NSX mit seinen vier Motoren und 600 PS am Red Bull Ring auszuführen. Text WERNER JESSNER  Foto KONSTANTIN REYER

Supersportwagen Honda NSX in Spielberg: 120 Zentimeter hohe und 308 km/h schnelle Hybrid-Kompetenz der rassigen Art

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„Die Nachbarn freuen sich, wenn sie nicht vom Grölen eines Supersportlers geweckt werden. Denn der NSX kann auch leise.“ Im „Quiet“-Modus rollt der Honda lautlos aus der Boxengasse, als wäre er irgendein beliebiges Elektroauto.

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Designer, lasst euch von der Luft leiten: Sehr schön sieht man die Tropfenform des Dachs. Ebenfalls schön und e∞zient: versenkte Türgri≠e


Die Sitzposition ist kompakt und kuschelig, allerdings nicht so klaustrophobisch wie in den meisten anderen Supersportwagen.

„Es gibt derzeit wahrscheinlich kein Auto, mit dem ein Laie so schnell fahren kann, und schnell heißt: schnell-schnell.“

C

osworth. Ferrari. Renault. In ihrer zwölf­ jährigen Formel-1-Geschichte ist die Scuderia Toro Rosso mit drei unterschiedlichen Motoren gefahren, die alle eines gemein hatten: Sie waren am freien Markt erhältlich, also nicht am letzten Stand der Technik. Von der Stange.­ Nicht perfekt ins Auto integrierbar. Friss oder stirb, aber zahl. Das Nachwuchsteam aus Faenza in der Emilia-Romagna hat nie Werksunterstützung gehabt, nicht einmal bei Sebastian Vettels sensationellem Sieg in Monza 2008. Die Erfolge zeigen, wie gut die kleine Truppe unter der Führung von Franz Tost arbeitet. Von Vettel über Ricciardo und Verstappen bis Sainz wurden junge Fahrer hier zu den Besten ihres Fachs ausgebildet. 2018 wird diese Arbeit endlich belohnt, und Toro Rosso wird erstmals in seiner Geschichte ein echtes Werksteam. Dafür muss man sich indirekt bei Fernando Alonso bedanken, der Honda bei dessen bisherigem Partner McLaren rausgeekelt hat: zu wenig Leistung, zu wenig haltbar seien die Motoren für Alonsos Ge­

THE RED BULLETIN

schmack. Was der Weltmeister von 2005 und 2006 übersehen haben mag: die dramatischen Verbesserungen, die Honda im Ver­lauf des letzten Jahres geschafft hatte. Manche halten den Honda-Motor bereits jetzt für so stark und haltbar wie jenen von Renault, mit dem Toro Rosso in der Saison 2017 gefahren ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass Honda ein wenig länger ge­ braucht hätte, um an die Spitze zu kommen. Zwischen 2006 und 2008 hatte man ein eigenes Team betrieben. Doch die Erfolge wollten sich nicht schnell genug einstellen, und so beschloss die Konzernzentrale, selbiges mit dem ganzen Rennstall zu machen. Teamchef Ross Brawn übernahm den Betrieb und das bereits fertig entwickelte Auto auf eigene Kosten – und wurde damit 2009 sensationellerweise mit Jenson Button Weltmeister. Auf dem Honda stand allerdings nicht mehr Honda drauf, sondern „Brawn GP“. Was für eine vergebene Chance, was für Folgen der Ungeduld! Im folgenden Jahr kaufte Mercedes den Laden und schmiedet seither im ehemaligen Honda-Werk WM-Titel. Man kann also davon ausgehen, dass Honda diesmal die Geduld aufbringen wird, um die Lorbeeren jener Bäume auch   49


Honda ist der größte Motorenhersteller der Welt und hat Senna und Prost in der Formel 1 zu Weltmeistern gemacht. Der Honda NSX aus der Vogelperspektive: Die Beschleunigung auf 100 km/h wird vom Hersteller nobel mit „unter drei Sekunden“ angegeben.


Lieb gewonnene Tradition schneller Hondas: Seit dem Roadster S2000 von 1999 werden sie mit einem Startbutton anstelle eines Schlüssels angelassen.

tatsächlich zu ernten, die man beim Comeback als Motoren­ lieferant im Jahr 2015 gepflanzt hat. Für Toro Rosso ist die ­Honda-Partnerschaft die Möglichkeit, erstmals gratis auf Maß­ arbeit zugreifen zu können, anstatt sich nach den Vorgaben eines Motorenherstellers zu richten. Statt mit Turnpatschen im Supermarkt einkaufen zu müssen, gibt es plötzlich angepasste Rennschuhe vom Spezialisten – umsonst. Honda ist der größte Motorenhersteller der Welt, hat Ayrton Senna und Alain Prost in der Formel 1 zu Weltmeistern gemacht und Mick Doohan und Marc Márquez in der MotoGP. Man kann davon ausgehen, dass Honda die komplexe Hybridtechnik des Formel-1-Motors unter Kontrolle bringen wird. Immerhin schafft man es ja auch, den aufregendsten Hybrid-Supersportwagen der Gegenwart zu bauen: Auftritt NSX.

D

er nur 120 Zentimeter hohe Muskel, der in Box 30 des Red Bull Ring steht, hat insgesamt vier Motoren: zuallererst einen Sechszylinder im Heck mit 507 PS. Ihm geht ein direkt daran aufgesetzter Elektromotor mit 48 PS zur Hand, dessen Aufgabe es ist, dem Ben­ zinmotor bei tiefen Drehzahlen auf die Sprünge zu helfen. Das ist das Elegante am Hybrid-Konzept: E-Motoren sind konstruktionsbedingt umso stärker, je niedriger die Drehzahl ist. Bei Verbrennern ist es genau umgekehrt. Kombiniert man die beiden, bekommt man Leistung übers gesamte Drehzahlband. Und weil man E-Infrastruktur inklusive zentral und tief verpack­ ter Batterien bereits an Bord hatte, konstruierte man an jedes Vorderrad einen zusätzlichen E-Motor mit 37 PS. Jetzt hatte das Auto auch noch Allradantrieb. All das ist technisch so spektakulär und kompliziert, wie es klingt. Noch komplizierter ist es, das Komplizierte einfach wirken zu lassen. Nicht jeder kann mit 600 PS umgehen. Die Chance, be­ reits beim Losfahren zu scheitern, ist groß. Nicht aber im Honda NSX. Er hat ein 9-Gang-Getriebe, sogar mit Automatikfunktion. Wählt man den „Quiet“-Modus, rollt er überhaupt elektrisch los wie jedes beliebige Elektroauto. Beeindruckend, aber auch ein wenig gespenstisch. Und doch: Die Nachbarn werden sich freu­ en, wenn sie nicht vom Auspuffgrölen einer Supersportrakete geweckt werden. THE RED BULLETIN

Die Aerodynamik des NSX ist extrem effizient, ohne dass man es notwendigerweise bemerkt. Dieses Auto braucht keine massiven Spoiler für Downforce.

Doch der NSX kann auch anders. Wir drehen den großen s­ ilbernen Knopf in der Mittelkonsole: „Sport+“-Modus. Es gibt diese Menschen, die sich völlig verändern, sobald die Schein­ werfer angehen. Alles ändert sich: Körperspannung, Stimme, Mimik, Blick. So ein Auto ist der NSX. Wenn man ihn lässt, wird er zur Bühnensau. Die Beschleunigung auf 100 km/h, ­nobel mit „unter drei Sekunden“ angegeben, verliert auch ­darüber nichts an Vehemenz. Völlig linear zoomt die komplexe­ Antriebsarchitektur den weißen Flügel über den Spielberg, dass dir angst und bange werden könnte, wüsstest du es nicht zu genießen. An drei Stellen zeigt der digitale Tachometer 235 km/h: vor der OMV‑, der Remus- und der Rauch-Kurve. Die Telemetrie­daten der Formel 1 weisen für 2017 ein TopspeedPlus von nicht einmal 100 km/h auf den Geraden aus. Warum das beeindruckend ist: Ein Motor der Formel 1 muss mit Fahrer 772 Kilo beschleunigen, die vier des NSX, ebenfalls mit Fahrer, immerhin 1,9 Tonnen. Noch spektakulärer:­Die enge Remus-Kurve schafft der Honda mit knapp unter 70 km/h. Die Formel 1 liegt hier knapp unter 90 km/h. Wie aber fühlt es sich an, innerhalb von 120 Metern von 235 auf 70 km/h zu verzögern und danach den Einlenkpunkt ganz präzis treffen zu müssen? Die Antwort ist große Kunst: sicher, berechenbar, spektakulär. Der NSX bleibt total stabil, die Lenkung scheint Gedanken lesen zu können, und sobald du wieder aufs Gas wechselst, spürst du, wie dich die beiden Motoren an der Vorderachse behutsam auf die Ideallinie ziehen. Dazwischen zieht einem die Fliehkraft die Wangen vom Gebiss. Es gibt der­ zeit wahrscheinlich kein Auto, mit dem ein Laie so schnell fahren kann, und schnell heißt: schnell-schnell. Ein befreundetes Auto­ magazin ließ 2015 die Crème de la Crème der Supersportler ­unter Profi-Hand am Red Bull Ring antreten, von Porsche bis Aston Martin. Die Daten zeigen, dass sogar ein Amateur mit dem NSX im Spitzenfeld mitgemischt hätte. Nach ein paar fliegenden Runden lassen Konzentration und Bremsen aber nach, wir rollen in die Box – elektrisch, flüsterleise. In Box Nummer 30 des ansonsten leeren Red Bull Ring warten ein paar Kinder und wollen tatsächlich ein Autogramm; warum bloß? Das Auto war so gut, nicht der Fahrer. Sorry, Kids! scuderiatororosso.redbull.com   51


BRIAN CARLIN/VOLVO OCEAN RACE

Das Volvo Ocean Race 2017/18 startete im Oktober in Alicante und führt 45.000 Seemeilen (83.340 km) um den Globus.


VOLVO OCEAN RACE

„WENN DU BEI DIESEM RENNEN KEINE ANGST HAST  ...   53


BRIAN CARLIN/VOLVO OCEAN RACE

Eine Welle trifft das Boot von Team Turn the Tide on Plastic, 4. Jänner 2018, Südpazifik.


... BIST DU ZIEMLICH SICHER DUMM“ Der britische Skipper IAN WALKER gewann das Volvo Ocean Race, die härteste Segelregatta der Welt. Und lernte 45.000 Seemeilen lang Grundsätzliches übers Leben. Text MAX SPRICK   55


„WIR SPRECHEN IM TEAM OFFEN ÜBER FEHLER. UND BAUEN UNS GEGENSEITIG WIEDER AUF.“

W

ellen, so hoch wie Mehrfamilien­ häuser, angetrieben von Stürmen, bei denen kein normaler Mensch einen Fuß vor die Tür setzen würde. Eiseskälte, die die Gischt auf der Haut gefrieren lässt. Tags darauf gleißende Sonne und spiegel­ glattes Meer, nicht die leiseste Brise. Das Volvo Ocean Race gilt als härteste Regatta, die es auf den Weltmeeren zu segeln gibt. Von Europa aus führt es alle drei Jahre durch den Atlantik, vorbei am Kap der Guten Hoffnung, durch den Indischen Ozean in den Südpazifik, rund um das Kap Hoorn nach Nordamerika, von dort wieder nach Europa. 45.000 Seemeilen (83.340 Kilometer; Anm.), ver­ teilt auf mehrere Etappen über insgesamt acht Monate. Der Sieger bekommt kein Preisgeld – und doch träumt jeder pro­ fessionelle Segler davon, seinen Namen zu sehen, eingraviert in einen der Silber­ ringe der Race Trophy. 56

Seit dem letzten Volvo Ocean Race 2015 ziert Ian Walkers Name den Pokal. 1996 und 2000 gewann der Brite Olympia-­ Silber, nahm danach am America’s Cup teil, segelte 2008 erstmals das Ocean Race. Die Erfahrungen auf hoher See ­haben ihn geprägt. Hier erzählt er davon.

Wie man mit ständiger Lebensgefahr umgeht

„Ich werde nie meinen ersten Sturm im Südlichen Ozean vergessen. Mein erstes Volvo Ocean Race, die erste Etappe Rich­ tung Kapstadt. Ich stieg vom Rumpf nach oben, um meine Schicht anzutreten. Der Wind blies mit 40 Knoten (ca. 74 km/h) Wasser über das ganze Deck, das Boot hob und senkte sich, und ich dachte: ‚Das ist purer Wahnsinn.‘ Wir kämpften, um die Kon­trolle zu behalten. Jeder normale­ ­Segler hätte alles getan, um aus dem Sturm raus zu kommen. Wir aber hielten mitten rein, um möglichst viel Wind in unsere ­Segel zu kriegen. Als ich das Steuer über­ nehmen sollte, war ich nicht sicher, ob ich überhaupt fähig bin, zu steuern. Aber als Skipper konnte nicht sagen: ‚Sorry,

Leute – ich habe Angst.‘ Also konzentrierte ich mich auf meine Atmung und die Kon­ trolle meines Herzschlags, um mich zu beruhigen. Dann trat ich ans Steuer. Wenn du keine Angst hast, bist du ziemlich sicher dumm. Auf hoher See fürchtest du dich am meisten vor dem Unbekannten. Vor Sturm und Dunkel­ heit. Wir segeln oft mit 30 Knoten (rund 55,6 km/h) durch pechschwarze Nacht, haben keine Scheinwerfer und sehen nicht, was vor uns liegt. Manchmal ­erwischst du dich dabei, wie du denkst: ‚Was mache ich hier?‘ Was wir da tun, ist viel gefährlicher als das, was ein normaler Mensch für seinen Lebensunterhalt tut. Aber wir sind darauf trainiert, wir haben das bestmögliche Equipment, und wir nehmen unsere Sicherheit sehr ernst. Gott sei Dank ist noch keinem Mitglied meiner Crew etwas passiert. Du kannst nicht die ganze Zeit nach­ denken, was alles passieren könnte, sonst wirst du verrückt. Ich vergleiche Segeln mit Autofahren: Da rasen Menschen mit 150 km/h über Straßen, ohne zu fürchten, dass ein Reifen explodiert oder ihnen ein anderes Auto reinfährt. Genauso ist es beim Segeln – du gewöhnst dich an die Lebensgefahr und wirst mit der Zeit ge­ radezu immun für den Gedanken daran.“

Wie motiviert man seine Teamkollegen, jeden Tag an ihr Leistungslimit zu gehen?

„Jede Minute, die wir wach sind, müssen wir nutzen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Das ist ein Vorteil des Volvo Ocean Race: Wer teilnimmt, will auch gewinnen. Im normalen Berufsleben verfolgen unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ziele. Der eine leistet Dienst nach Vorschrift, der andere tut alles, um Karriere zu machen. An Bord will jeder das eine große Ziel erreichen. Diese Grundmotivation erwarte ich von meiner Crew. Ich bin intolerant gegenüber Leuten, die nicht versuchen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. THE RED BULLETIN

MATT KNIGHTON/ABU DHABI OCEAN RACING/VOLVO OCEAN RACE, AMORY ROSS/VOLVO OCEAN RACE, KONRAD FROST/VOLVO OCEAN RACE

Ian Walker, 48, gewann 2015 die bisher letzte Auflage des Volvo Ocean Race mit dem Team Abu Dhabi.


Relative Ruhe: Team Vestas bei Sonnen­ aufgang auf der Etappe Melbourne–Hongkong

Unter Deck: Skipper David Witt (Team Sun Hung Kai/Scallywag) beim Positionsreport. Sein Kollege nutzt den Moment für einen wertvollen Powernap.


„MEIN TIPP FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE: ERWARTE VON DEINEN LEUTEN KEINE DINGE, DIE DU NICHT SELBER TUN WÜRDEST.“ Wir arbeiten in 4-Stunden-Schichten, man ist vier Stunden an Deck, danach vier Stunden Pause. Jeder an Bord ist kontinuierlich müde, hat Hunger und steht unter enormem Druck. Wir sind in einer Situation, wo man erwarten könnte, dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Auf meinen Booten ist das nur einmal passiert. Zwei Crewmitglieder lieferten sich eine Schlägerei. Als Skipper muss ich versuchen, den Konfliktgrund auszuräumen und einen gemeinsamen Weg nach vorn aufzuzeigen. Wenn das nicht funktioniert, muss ich den Unruhe­ herd loswerden. Ich habe einen der beiden im nächsten Hafen von Bord geschickt.“

Was macht einen erfolg­reichen Leader aus?

„Ich finde nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt. Jeder Skipper hat seine eigene Art. Ich persönlich will mit gutem Beispiel vorangehen, erwarte von meinen Leuten keine Dinge, die ich nicht selbst tun würde. Und ich ermahne sie, sich auf die Basics zu konzentrieren: Pünktlichkeit, hohe Standards, härter arbeiten als andere – und auch unbequeme Aufgaben gewissenhaft übernehmen. Das Deck schrubben zum Beispiel. Ich finde es ­außerdem wichtig, meinen Leuten zuzuhören, mir auch ihr Feedback zu Herzen zu nehmen und zu reflektieren, was ich gut und was ich schlecht gemacht habe. Und ein guter Anführer muss in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sie manchmal hart sind.“

Wie geht man mit Fehlern um?

Mahlzeiten einnimmt. Essen bedeutet Energie, und wenn du dir selbst Energie verweigerst, verweigerst du sie schlussendlich deinem Team. Neben den Grundlagen ist das Training elementar. Wir haben ein halbes Jahr lang trainiert – das war zum Teil härter als das Rennen an sich. Dir fehlen die Spannung und der Druck des Wettkampfs, und trotzdem musst du an jedem Trainingstag alles geben. Es versteht sich von selbst, dass auch Erholung eine große Rolle spielt.“

„Wir sagen immer: ‚Du lernst mehr aus einer Niederlage als aus einem Sieg.‘ Aber du lernst auch nur, wenn du einen ehrlichen Blick auf deine Leistung hast. Nachdem wir zweimal recht erfolglos teilgenommen hatten, haben wir uns hin­ gesetzt und eine Blaupause angefertigt. Zwar kann man Erfolg nicht planen, weil das Wetter unberechenbar bleibt, man kann aber sein Risikomanagement opti­ mieren. Ziel ist, dass wir uns so wenig Dingen wie möglich aussetzen, die dazu führen könnten, dass wir verlieren. Nun macht aber jeder Mensch Fehler, und auf hoher See kann jeder noch so kleine Fehler fatal sein. Wenn du zum Beispiel deine Segel in den Sturm stellst, also auf volles ­Risiko gehst, kann es passieren, dass dein Mast bricht oder deine Teamkollegen über Bord gehen, wenn du zu viel riskiert hast. Wenn etwas schiefläuft, bauen wir uns gegenseitig wieder auf, sprechen über den Fehler und darüber, wie wir ihn künftig ver­ meiden. Wenn alles gut läuft, darfst du aber nicht denken, du bist ein Gott­ begnadeter. Bleib demütig und f­ okussiere dich weiter auf dein Ziel. Ich war immer regelrecht begierig ­darauf zu beweisen, dass ich dieses Rennen gewinnen kann. Als ich es dann gewonnen hatte, war einer meiner ersten Sätze: ‚Gott sei Dank. Jetzt muss ich nie wieder daran teilnehmen.‘“

Wie erholt man sich in Extremsituationen?

„Auf den ersten Blick ist Schlafen in unseren Kojen unmöglich. Die Wände sind ungedämmt, es ist irrsinnig laut, kalt, und die Wellen werfen dich aus deinem ‚Bett‘. Mit Glück schläft man zwei Stunden am Stück. Manche schwören auf Musik und Hörspiele, um einzuschlafen. Ich halte Erschöpfung für das wirksamste Mittel. Du erreichst den Punkt, an dem du sofort einschläfst, auch wenn du dich kaum hinlegen kannst, weil du durch die Luft geworfen wirst. Aber du hast keine andere Wahl – dein Körper zwingt dich zu schlafen.“

„VIELE SCHWÖREN AUF HÖRSPIELE, UM AN BORD EINZUSCHLAFEN. ICH SAGE, ERSCHÖPFUNG IST DAS BESTE MITTEL.“

Um die Welt segeln: Instagram @volvooceanrace

In acht Monaten um die Welt: die Route des Volvo Ocean Race 2018 Bis 30. Juni kämpfen sieben Crews gegen haushohe Wellen und totale Erschöpfung. Live-Tracking aller Boote unter: www.volvooceanrace.com

11 10 12

Wie gewinnt man das Volvo Ocean Race?

„Auch hier kommt es auf die Basics an. Iss und trink genug, deine Ernährung ist entscheidend. Pass auf, dass du dich nicht verletzt. Arrangier dich mit deinen Teamkollegen. Halte dich warm, wenn es draußen friert, und kühl dich ab, wenn die Hitze unerträglich scheint. Früher haben wir pro Mann locker zehn Kilo im Verlauf des Rennens verloren. Jetzt nehmen wir unsere Ernährung sehr ernst – es ist eine feste Regel, dass jeder darauf achtet, dass der andere all seine 58

9

2 1 65

8

3

1 Alicante 2 Lissabon

4

3 Kapstadt 4 Melbourne

5 Hongkong 6 Guangzhou

7

7 Auckland 8 Itajaí

9 Newport 10 Cardiff

11 Göteborg 12 Den Haag

THE RED BULLETIN


DIE BESTEN TRAILS DER ALPEN ZU DEN VIDEOS: signature-trails.com #myPlace2Bike


Am Dach Tirols: die Alpenüberschreiter von 1971, unterwegs nach Livigno, Italien. Von links: Hans Mariacher, Hansjörg Farbmacher und Klaus Hoi. Im Hintergrund: der Ortler (3905 m).

DER LANGE WEG

RAX

Text SIMON SCHREYER  Fotos KLAUS HOI

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Spätwinter 1971. Vier Österreicher brechen zur ersten und bislang einzigen Ski-Überschreitung des gesamten Alpenhauptkammes auf. Das Quartett überquert dabei die markantesten und höchsten Gipfel zwischen Wien und Nizza und legt in 40 Tagen fast 2000 Kilometer und 80.000 Höhenmeter im Aufstieg zurück. März 2018. Diese längste Skitour der Geschichte soll wiederholt und zeitlich unterboten werden: Sieben internationale Athleten bereiten sich gerade auf den Start von Red Bull Der Lange Weg vor. Sie können vorerst nur erahnen, welche Schwierigkeiten sie erwarten.  NIZZA

VON DER RAX ZUR RIVIERA

Die Route der Abenteuertour Red Bull Der Lange Weg folgt jener des Teams von 1971. Die höchsten und markantesten Gipfel der Alpen werden dabei auf Skiern überschritten.

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Die Expeditionsteilnehmer Hansjörg Farbmacher, Hans Mariacher und Robert Kittl bei der Abfahrt vom Monte Viso (3810 m) im Nordwesten Italiens: Die hohen Temperaturen sorgten 1971 für stete Lawinengefahr.

Strada del Sole: Mariacher, Farbmacher und Kittl, kurz vor dem Gipfel der Sonnklarspitze (3463 m) in den Stubaier Alpen

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Das Team ’71

Diese vier Alpinisten und ihr Versorger schafften die erste Alpenüberquerung mit Skiern. ROBERT KITTL

„D

rei Tage und Nächte schneit es ohne Unterbrechung. Waagrecht weht der stürmische Wind die Flocken an die Wetterseite der Bäume; höher oben an lawinengefährliche Hänge. Der Schnee peitscht uns ständig ins Gesicht“, notiert Robert Kittl am 28. März 1971 in seinem Tagebuch. Kittl (1934  – 2008) ist ein Unentwegter, zäh und natur­begeistert. Von Beruf Heeresbergführer, ist der 37-jährige Österreicher Initia­ tor eines ganz besonderen Unternehmens: der Ski-Überschreitung des gesamten Alpenhauptkammes. Die Route zieht sich von Ost nach West und soll dabei über die markantesten und höchsten Gipfel der Alpen verlaufen. Noch nie zuvor wurde diese Strecke in einem Stück auf Skiern bewältigt, doch es gibt historische Vorbilder, die zumindest Teilstrecken absolvierten: In den 1920er Jahren tüftelte Ottorino Mezzalama aus Turin an einem möglichen „Sentiero del Duemila“ (Weg der zweitausend; wegen der 2000 Kilometer, die der Alpenbogen umspannt). Im Jahr 1956 erfolgte ein weiterer Versuch, diesmal von Walter Bonatti. Bonatti, zu seiner Zeit einer der Ausnahme-Alpinisten weltweit, hielt sich an die Südseite des Gebirgszuges. Seine zweimonatige Skitour von Slowenien bis zu den Seealpen, gemeinsam mit Lorenzo Longo und zwei weiteren Gefährten, nahm er eher als eine Art Erholungsausflug wahr. Robert Kittl nimmt die Idee auf und transferiert sie auf die höchsten Höhen der Alpen: wenn schon, denn schon. Die Herausforderung soll darin bestehen, her­ auszufinden, ob es möglich wäre, eine so gewaltige Strecke auf Skiern zurückzulegen. Eine Art Jakobsweg für Ski-Alpinisten, aufgespannt zwischen den Eckpunkten der Alpen: Wiener Wald und Alpes Maritimes. 1971 spielt der Faktor Zeit keine Rolle, Kittl und seine Freunde planen einfach acht Wochen ein. Das Unterfangen ist nicht nur eine sportliche Herausforderung auf höchster Ebene, es hat auch kulturgeschichtlich Bedeutung. Skifahren ist die bekannteste und typischste Fortbewegungsart in Europas zentralem Gebirgszug. Was würde also näherliegen, als den gesamten Kulturraum der Alpen auf Skiern zu durchqueren? Mit einem kleinen Team und einem Versorgungsbus, der an vereinbarten Punkten wartet und dessen Fahrer Lois Schett für das Team Übernachtungen auf Almen­ und in Winterräumen von Schutzhütten organisiert. Handliche Funkgeräte, Mobiltelefone, GPS, Google Earth, computerberechnete Wettervorhersagen und moderne Tourenski sind im Jahr 1971 noch Musik einer fernen Zukunft. Die Ski der Pioniere sind Spezialanfertigungen der Firma Fischer: etwas breitere Langlaufski aus Kunststoff mit Alukanten und Spannfellen ohne Klebestreifen. An den Füßen tragen die Athleten lederne Wanderschuhe mit Einrast-Stift von Steinkogler und Clip-Bin­ dungen von Rottefella. Abgefahren wird dementsprechend im Telemark-Stil. Als stärkendes und wärmendes Getränk haben die Alpenüberschreiter Honig-Hibiskus-Tee in extragroßen Thermoskannen dabei. THE RED BULLETIN

Vom schneidigen Heeresbergführer stammten Idee und Planung. Kittl war Motivator, hatte ­Humor und Hunger nach Horizonten. Der Leiter des Leistungszentrums der Heeressport- und Nahkampfschule in LinzEbelsberg verstarb im Mai 2008 74-jährig bei ­einem tragischen Alpinunfall am Dachstein.

KLAUS HOI

Hoi, geboren 1942, ist ­einer der erfahrensten Bergsteiger Österreichs. Das Tourenbuch des Nordwandspezialisten und Erstbegehers zahl­ reicher schwieriger ­Routen am Dachstein, im Gesäuse und Kaiser­ gebirge ist beeindruckend. Von 1978 bis 1996 war er Ausbildungsleiter des Verbands der Österreichischen Berg- und Skiführer.

HANSJÖRG FARBMACHER

Der gebürtige Tiroler machte sich zunächst als Langläufer einen Namen, bevor er sich auf Biathlon spezialisierte. Zwischen 1963 und 1975 nahm er an mehreren WMs und an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck teil. Farbmacher verstarb 1982 in Sistrans.

HANS MARIACHER

Geboren 1937 in Virgen, Osttirol. Mariacher war Heeresbergführer und Offiziersstellvertreter.

ALOIS SCHETT

Geboren 1933 in Vill­ graten, Osttirol. Der Versorger und Chauffeur des Teams fungierte bei der Alpenüberschreitung mit seinem VW-Bus als mo­biles Base Camp. Der ­Heeresbergführer und ­Vizeleutnant tat sich bei diesem Unternehmen als fürsorglicher Logistiker hervor.

Von links nach rechts: Farbmacher, Mariacher, Kittl, Hoi und Schett, kurz vor dem Start der Expedition

Alte Schule: Auf solchen Langlaufskiern zogen die vier Österreicher 1971 durch den Schnee der Hochalpen.

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„Wir fühlen uns als Hürdenläufer im endlosen Raum und ohne Zeitgefühl.“ KLAUS HOI, Teilnehmer 1971 Das Abenteuer nimmt am Knappenhof in Reichenau an der Rax seinen Ausgangspunkt, man schreibt den 21. März 1971. Von dort geht es zunächst in Richtung Tauernpass, den die Alpinisten sechs Tage nach dem Start erreichen. Die größten Gefahren im exponierten Gelände sind Lawinen, vereiste Flanken, veraltetes Kartenmaterial, das mehr als einmal in ungangbare Schluchten oder an unüberwindbare Staumauern führt, und Wetterbedingungen, die den nüchternsten Atheisten das Beten lehren. Doch die vier Berufssoldaten kämpfen sich gegen alle Widrigkeiten voran. „Unermüdlich ziehen wir unsere Spur über die Berge des Alpenhauptkammes“, erinnert sich Klaus Hoi in seinen Aufzeichnungen, „wir fühlen uns als Hürdenläufer im endlosen Raum und ohne Zeitgefühl.“ Den Großglockner (3798 m), dem sie am 31. März ihre Aufwartung machen, können sie jedoch wegen widrigster Wetterbedingungen nicht ganz bis zum Gipfel besteigen: Auf seinen vom Sturm spiegelglatt gefegten Flanken haben die vier Pioniere ohne Eisausrüstung keine Chance. Über Matrei und St. Jakob im Ahrntal führt die Route weiter nach Sterzing und Livigno. Am 8. April besteigt das Quartett den Piz Palü (3905 m) in der Schweiz. Auch hier spielen sich wieder nervenaufreibende Szenen ab. Aus dem Tagebuch Kittls: „Vor uns die Abfahrt nach Prettau in Italien. Zaghafte Spitzkehren bringen mich langsam tiefer. Die Hangneigung kann ich nur ahnen, nicht sehen … Auf einmal wird es mir zur Gewissheit: Ich fahre auf steilstem Gletschereis! Das unmittelbare Gelände in Form eines blanken Eisabbruches hebt sich vom Nebel ab. Ein kurzer Zuruf zu meinen Kameraden, ihre Richtung zu ändern. Mit Langlaufskiern am 45 Grad steilen Blankeis zu stehen ist aussichtslos. Wie mir

Farbmacher, Kittl und Mariacher am zerklüfteten Gipfelturm des Rheinwaldhorns (3402 m) in der Schweiz

Augen auf und durch: Farbmacher (li.) und Kittl in der nebelverhangenen Radeckscharte (Hohe Tauern)

Skyline aus Stein

Piz Palü, Mont Blanc und Co: Diese Berge warten auf der Tour.

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Forcellinapass, 2847 m

Piz Palü, 3905 m

Forcola di Livigno, 2315 m

Valle Alpisella, 2268 m

Stilfser Joch, 2757 m Punta di Rims, 2946 m

Schluders, 580 m

Weißkugel, 3739 m

Sonnklarspitze, 3463 m

Lappach, 1436 m Nevesersattel, 3027 m

Dreiherrenspitze, 3499 m

Kalserhöhe, 2387 m

Hoher Sonnblick, 3105 m Heiligenblut, 1288 m

Böckstein, 1131 m

Radeckscharte, 2872 m

Schmalzscharte, 2444 m

Taferlscharte, 2236 m

Seekarscharte, 2022 m

Greifenbergsattel, 2449 m Untertalbach, 869 m

Karlscharte, 2000 m

Mödlinger Hütte, 1521 m

Travissattel, 1785 m

Rax Biskogel, 1928 m

Hohe Veitsch, 1981 m

Illustration MANDY FISCHER


Die Alpen­ überschreitung 1971 in Zahlen Höhenmeter, Schön­ wettertage, Distanzen und mehr.

40

1917

0

48

Tage dauerte die Skitour: von 21. März bis 29. April 1971

trotzdem die Spitzkehre gelingt, ist mir unfassbar. Zentimeter um Zentimeter schiebe ich mich waagrecht über den Eiswulst, krampfhaft die Kanten belastend. Doch plötzlich gleiten die Füße vom Eis, ich rutsche immer schneller – in den Nebel, ins Nichts hinunter. Aus!, denke ich. So leicht, so unbeschwert geht das. Dann ein sanfter Druck. Ein angewehter Schneekeil hat meinen Sturz aufgehalten.“ Nach Zwischenstopps in den Wintersportorten Saas-Fee und Zermatt steuern die Skibergsteiger acht Tage später den höchsten Berg der Schweiz und zweithöchsten Berg der Alpen an: die Dufourspitze (4634 m) im Monte-Rosa-Massiv an der Grenze zu Italien. Weitere vier Tage danach stehen Kittl, Hoi, Farbmacher und Mariacher auf dem höchsten Punkt ihrer Alpenüberschreitung, dem Mont Blanc (4810 m). Robert Kittl: „Wie heiter und beschwingt sich uns der herrliche Berg heute zeigt; als ob er niemals Zeuge menschlicher Tragödien gewesen wäre. Ich betrachte die Schlechtwetterperiode der öster­ reichischen Alpen nunmehr als Maßstab für unsere Wertigkeit und glaube fest zu wissen, dass es nicht mehr schwieriger wird auf unserem Weg zum Meer.“ Doch der Expeditionsleiter täuscht sich: „Bei der Traverse zur Gonella-Hütte trete ich zwei Grundlawinen ab und entgehe knapp einer Katastrophe. Wir sitzen in der Biwakschachtel wie in einer Mausefalle. Lawinengefahr hinter uns und unter uns. Der Frost des Morgens wird uns in dieser Zone Sicherheit bringen. Bis dahin lassen wir uns von Lois verwöhnen.“

Kilometer legten die Abenteurer zu Fuß und mit Skiern zurück.

Kilometer tägliche Marsch­ leistung im Durchschnitt

Ruhetage

415,5

Marsch­stunden

10:18

tägliche Marsch­ stunden im Durchschnitt

81

80.510 Höhenmeter im Aufstieg

2173

Meter täglicher Höhenunter­ schied im Durchschnitt

Kilometer war die längste Tagesetappe von Casteldelfino bis Entracque (Ita­ lien), sie dauerte 15 Stunden.

10

„Plötzlich gleiten die Füße vom Eis, ich rutsche immer schneller – in den Nebel, ins Nichts hinunter.“

Tage mit sehr schlechtem Wetter, 9 mit schlechtem und 21 mit gutem

THE RED BULLETIN

Nizza

Col Saint-Roch, 990 m

Colle delle Finestre, 2178 m

Colle del Mulo, 2527 m

Monte Morfreid, 2495 m

Col de Valante, 2815 m

Col des Thures, 2194 m

Col de Trois Frères Mineurs, 2590 m

Col de Bramenette, 2860 m

Col du Palet, 2653 m Col de la Leisse, 2758 m

Col de la Seigne, 2512 m

Mont Blanc, 4810 m

Col de Malatrà, 2928 m

Fenêtre de Durand, 2797 m

Col de Valpelline, 3557 m Col de l’Evêque, 3392 m

Gornergletscher, 2190 m

Dufourspitze, 4634 m

Britanniahütte, 3030 m

Zwischbergenpass, 3434 m

Orognapass, 2461 m

Minoiapass, 2599 m

Bedretto, 1402 m San-Giacomo-Pass, 2313 m

Solepass, 2376 m

Rheinwaldhorn, 3402 m Aquila, 779 m

ROBERT KITTL, Teamleiter 1971

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Über den Col de la Seigne (2512 m), Bourg-Saint-Maurice und Casteldelfino erreichen die Österreicher schließlich am 29. April 1971 die Ortschaft Contes vor den Toren Nizzas – erschöpft, aber wohlauf. Das Team unterbietet somit den ursprünglichen Zeitplan um ganze zwei Wochen. Die Tage nach der Ankunft bringen den lang ersehnten Anblick von Frauen, eine Begrüßungszeremonie durch die Militärkapelle von Nizza und – wir haben es hier schließlich mit unverbesserlichen Alpinisten zu tun – Felsklettereien am steilwandigen Küstenabschnitt der berühmten Calanques.

Klaus Hoi haut Stufen ins Eis des Großglockners. Dennoch musste der Gipfel 1971 ausgelassen werden.

Z

eitsprung: Die Athleten von Red Bull Der Lange Weg ­wollen im März und April 2018 den Spuren von 1971 möglichst genau folgen. Seit damals ist niemandem eine Wiederholung des Höhen-Abenteuers gelungen. Sieben herausragende Alpinisten aus aller Welt, darunter drei Frauen, wurden für das Projekt ausgewählt. Man kennt sich zwar untereinander zumindest vom Hörensagen, hat jedoch noch nie gemeinsam eine Expedition gemeistert. Was sie alle eint? Die Liebe zur Bergwelt und die Leidenschaft für außergewöhnliche Heraus­ forderungen. Erfolgreich sind sie dann, wenn mindestens vier von ihnen in weniger als 41 Tagen Nizza erreichen. Zu Beginn plant das Team von Red Bull Der Lange Weg, die ursprünglich von Robert Kittl angedachte Strecke über das Tote Gebirge und den Dachstein zu nehmen. Diese mussten die Pioniere damals wegen des heftigen Schneetreibens für einen südlicheren Weg verwerfen. Ebenso steht die komplette Besteigung des Großglockners, die den Pionieren ja verwehrt blieb, am Programm – sofern nicht wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Denn auf bessere Verhältnisse zu warten, dafür bleibt keine Zeit. Um die Strapazen zu überstehen, brauchen die Teilnehmer ein besonderes Naturell. So wie Janelle Smiley aus den USA: „Ich mag es, zu leiden. Ich bin gut darin.“

„Das Projekt ist die Essenz von Abenteuer.“ MARK SMILEY, Teilnehmer 2018 Zum Reglement von Red Bull Der Lange Weg gehört, dass das Team die jeweilige Tagesetappe gemeinsam beginnen und beschließen muss. Es ist ein zentraler Punkt. Er macht aus einem potentiellen Wettkampf eine Expedition, bei der Gruppendynamik und Empathie gehörig auf die Probe gestellt werden. Doch vorne wegzudüsen, weil Kondition und Motivation gerade auf Höchststand laufen, ergibt auch logistisch wenig Sinn. Klaus Hoi vom Team ’71: „Es bringt nichts, wenn die Tagesetappe überschritten wird, denn dann bist du am Ende des Tages weiter in der Wildnis, in die der Versorgerbus ja nicht folgen kann. Das Team muss sich daher die Etappen harmonisch einteilen und auch gemeinsam einhalten. Die zentralen Fragen für mich als Teilnehmer waren: Was bringt der nächste Tag? Welche Qualität hat die Etappe? Und wie schaffe ich sie?“ Rücksicht auf individuelle und kulturelle Unterschiede zwischen den sieben Athleten aus fünf Ländern steht im Mittelpunkt des abenteuerlichen Skitour-Marathons. Tamara Lunger aus Italien zum Beispiel sagt mit entwaffnendem Lächeln über sich selbst:

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Lois Schett (re.) und das Base Camp auf vier Rädern. Farbmacher und Mariacher tauen in der Sonne auf.

Faktencheck Red Bull Der Lange Weg

Um dem Geist der Alpenüberschreitung von 1971 gerecht zu werden, muss das Team von 2018 folgende Spielregeln einhalten:

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Start: 17. März 2018 in Reichenau an der Rax.

Alle Gipfel und Tal­ orte, die das Team von 1971 passiert hat, sind zu erreichen.

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Insgesamt dürfen (wie 1971) maximal 64 Kilometer per Auto ­zurückgelegt werden.

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Das Team darf (so wie 1971) Equipment einsetzen, das dem mo­ Ein Begleitfahrzeug mit Material und Ver­ dernsten Stand der Tech­ pflegung wird die Athleten nik entspricht. Das Team darf seine (wie schon 1971) unter­ Ausrüstung jeder­ stützen. Die Alpinisten zeit beim Support-Auto dürfen jedoch keine wechseln. Transportmittel wie ­Skilifte, Gondeln oder Das Team muss Aus­ ­Helikopter nutzen. rüstung und Proviant

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Die Gruppe darf sich während der jewei­ligen Tagestour von­ einander distanzieren. Der ­tägliche Start und das E ­ rreichen des Tages­ ziels müssen gemeinsam erfolgen.

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Das Team ist allein für seine Sicherheit und die damit verbun­ denen Entscheidungen verantwortlich.

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für jeweilige Tages­ etappen selbst tragen.

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Sollte das Ziel nicht nach 40 Ta­ gen erreicht werden, kann die Projektleitung das ­Unternehmen beenden.

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Um erfolgreich zu sein, müssen mindestens vier der ­sieben Skialpinisten Nizza in w ­ eniger als 41 Tagen erreichen.

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WIR LAUFEN FÜR ALLE, DIE NICHT LAUFEN KÖNNEN ZUG 6. MAI 2018 – 13:00 UHR

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Die Herausforderer 2018

Triathlon, Bergsteigen, Trailrunning: was die Teilnehmer vor der Alpenüberschreitung gemacht haben. BERNHARD HUG, 44 (SCHWEIZ)

race in Bozen und bei der Deutschen Meisterschaft im Skibergsteigen jeweils Der Bergläufer, Trail­ den zweiten Platz. Der runner und Triathlet ab­ solvierte u. a. 20 Ironman-­ ­Fotograf und Filmer wird die Alpenüberschreitung Bewerbe. Bei mehreren auch dokumentieren. Adventure-Racing-WMs finishte er in den Top Ten. JANELLE SMILEY, 36

TAMARA LUNGER, 31 (USA) (ITALIEN) Janelle ist dreifache

NURIA PICAS, 41 (SPANIEN)

Tag am Meer: Hansjörg Farbmacher genießt nach 40 Tagen in der Wildnis die Wellen von Nizza.

Obwohl ihr Ärzte nach ­einem Kletterunfall 1999 attestierten, nie mehr laufen zu können, hat die Ultratrailrunnerin fast alle international relevan­ ten Bewerbe (Skyrunner World Series, Ultra-Trail World Tour) gewonnen.

PHILIPP REITER, 27 (DEUTSCHLAND) „Meine Schwäche ist sicherlich, dass ich keine Geduld habe.“ Und dass sie überbordenden Ehrgeiz hat, gehört zu ihrem Berufsprofil als Ultratrail-Läuferin und Besteigerin von mehreren Achttausendern. „Wie weit jeder der Teilnehmer ein Teamplayer sein kann, das wird sich unterwegs weisen“, meint der psychologisch versierte Bergfex und Organisator Heli Putz aus Bad Goisern, dessen Baby das Projekt ist. Doch genau darum geht es bei Red Bull Der Lange Weg: die anderen in der Gemeinschaft zu Höchstleistungen anzuspornen und dabei kameradschaftlich zu bleiben. Auf seiner Website nennt Putz diese Komponente von Extremsport-Events „Big Projects / Strong Family“. Zusammenhalt war schließlich auch schon das zentrale Element der ursprünglichen Expedition des Jahres 1971. Aus Robert Kittls Tagebuch von damals: „Die Gefährten schlafen – und mit dem Gedanken an sie verliert der Sturm da draußen an Bedeutung. Kameradschaft und gemeinsames Wollen formen sich zu einer Größe, die dem Sturm widersteht, das Ziel klar erkennen lässt. Wir werden den Schwierigkeiten begegnen, nicht ausweichen.“

Der Skibergsteiger und Trailrunner aus Bad Rei­ chenhall belegte 2017 beim Südtirol Ultra Sky­

US‑Meisterin im Skiberg­ steigen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Mark ­betreibt sie in Wyoming das Unternehmen Blue Square Productions, das Mountain Guiding und Filmaufnahmen anbietet.

MARK SMILEY, 37 (USA)

Der Fotograf, Filmema­ cher und Bergführer liebt spektakuläre Touren und fuhr mit Skiern u. a. vom Mount St. Elias (5489 m) in Kanada, dem Denali (6190 m) in Alaska und dem Huandoy-Ost (6070 m) in Peru ab.

DAVID WALLMANN, 27 (ÖSTERREICH)

2017 gewann der passio­ nierte Trailrunner aus Salzburg die SchönleitenTrophy, die Gaissau-Hin­ tersee-Trophy, die Stubai Basictrail und die Zug­ spitz Trailrun Challenge.

Das Team 2018, von links nach rechts: Bernhard Hug, Janelle und Mark Smiley, Tamara Lunger, Philipp ­Reiter, Nuria Picas. Nicht im Bild: David Wallmann.

Der Fortschritt von Red Bull Der Lange Weg kann ab 17. März 2018 hier mitverfolgt werden: redbull.com/derlangeweg

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SANDRA BIRKLBAUER/RED BULL CONTENT POOL

Die Südtirolerin wurde 2008 U23-Weltmeisterin im Skibergsteigen und gewann 2014 den Ultra­ lauf Transalpine-Run. Zu ihren Alpin-Projekten gehören Manaslu, Lhotse und K2. Eine Extrem-Ski­ tour absolvierte sie 2013: die Überquerung des ­Karakorum in Pakistan.


Festival-Highlight: die AutoShow, bei der die Besucher mit ihren Kampffahrzeugen wie in den „Mad Max“-Filmen durch die Wüste cruisen

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APOCALYPSE WOW!

Sie tragen Schrottkostüme, fahren Kampfkarren und handeln mit Bierkapseln: Jedes Jahr treffen sich tausende „Mad Max“Freaks in der kalifornischen Wüste, um das Ende der Zivilisation zu feiern. Willkommen beim verrücktesten Festival der Welt! Text FLORIAN OBKIRCHER Fotos JIM KRANTZ


Oben: Temperaturen über 40 Grad, Sandstürme, kaum Strom, und die nächste Dusche 30 Kilometer entfernt … Genau dafür lieben die rund 3500 Besucher ihr Wasteland Weekend. Postapokalyptische ­Zustände e­ rlebst du nirgendwo ­anders so authentisch. Links: Das Wasteland Weekend ist das einzige Fan-Festival mit ­Kostümpflicht rund um die Uhr – selbst für die Mitarbeiter. Die meisten Outfits sind Charakteren der „Mad Max“-Filme nachempfunden. Besonders populär in diesem Jahr: die weiß geschminkten „War Boys“ (rechts) aus dem Film „Mad Max: Fury Road“ (2015).

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THE RED BULLETIN


„Das hier ist eine utopische Fata Morgana, eine Hollywood-Ver­sion der Apokalpyse.” Jared Butler, Festival-Gründer


„Schnell, bewaffnet, ­ge­räumig“: Der Besitzer der „Fuel Injected Suicide ­Machine“ (Bild) nennt die Vorzüge seines Vehikels.

Vivid Vivka: Ihr am Festival preis­ gekröntes Kostüm enthält Kojoten- und Waschbärenknochen.


„Wasteland Weekend ist wie Crack für ­Cosplayer wie mich.” Vivid Vivka, Siegerin beim Kostüm-Contest

„Wir sehen bedrohlich aus“, sagt Teena in ­ihrem stacheligen Kriegerinnenkostüm, „aber Wastelanders sind die nettesten Leute überhaupt. Alle kümmern sich umeinander. Wenn du etwas brauchst, eilt dir sofort jemand zu Hilfe.“ THE RED BULLETIN

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„Wir sehen bedrohlich aus, aber Waste-­ landers sind die ­nettesten Menschen überhaupt.“ Teena, Freizeitkriegerin

51 Wochen im Jahr ist er ein Poolreiniger in New Jersey, hier beim Wasteland Weekend ist Jim spiritueller Führer. Untertags ordiniert er als Priester und hält Spontanhochzeiten ab, nachts steht er am DJ‑Pult. „2010 kam ich zum ersten Mal. Ich war 30 Kilo schwerer und extrem schüchtern“, sagt er. „Was ich hier erlebte, spornte mich an, mein Leben zu ver‑ ändern. Ich brachte mich in Form – und kam als Lord Humongous (charismatischer, mus‑ kulöser Bandenchef in ‚Mad Max 2‘; Anm.) zurück.“ Jim hat seine Rolle gefunden – und hilft nun seinen Kame‑ raden dabei, das auch für sich zu schaffen. „In der Postapokalypse ist essenziell, dass du deine Fähigkeiten genau kennst. Die rauen Be‑ dingungen hier helfen dir, sie zu finden. Eine Erkenntnis, die dir auch im echten Leben enorm weiterhilft.“

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Der Thunderdome ist eine 3-Meter-Kuppel, in der sich Festival-Besucher wie in „Mad Max 3“ mit Schaumschlägern duellieren.

Kampfverletzungen sind selten, erzählt die Thunderdome-­ Managerin Marisa, „einem Fighter musste allerdings mal ein Hoden entfernt werden“.


Frank (vorne) gewann mit seinem Fifi Fury (1969er-Plymouth-Fury-­ Chassis auf einem Kipp­ laster-Gestell) den Preis der Auto-Show.

Die „War Pigs“ kamen mit ihrem Bus aus Chicago – gut 3000 Kilo­ meter, die ihre Entschlossenheit schärften. „Mit 114 Fake-Waffen an Bord“, sagt Kapitän Sparky, „mögen wir nicht die Schnellsten sein, aber die Tödlichsten.“


U

m elf Uhr vormittags hielt Paul im schicken Geschäfts­ anzug einen Vortrag in seiner Anwaltskanzlei in Los Angeles. Jetzt, 16 Uhr, würde man Paul auf der anderen Seite des Gesetzes vermuten: dreckige Militärhosen, American-Football-Schulterpolster, Hundehalsbänder mit Stacheln. Am Kopf Schutzbrille, Stahlhelm, roter Irokese aus Besenborsten. In Angriffspose hockt er auf der Ablage eines Trucks in ­Camouflage-Farben. Als der Motor aufheult, reißt Paul den Speer in seiner rechten Hand in die Höhe und lässt einen bemerkenswert unjuristischen Schlachtschrei ab. Freilich beunruhigt das hier niemanden. Wir sind in der kalifornischen MojaveWüste, 50 Kilometer von der THE RED BULLETIN

nächsten Bastion der Zivili­ sation entfernt, und Hobbykrieger wie Paul sind in dieser Woche die Normalos. Beim Wasteland Weekend, dem weltgrößten PostapokalypseFestival, treffen sich jeden September 3500 Kostümfans, Autobastler und andere Freaks, um so zu tun, als hätten sie das Ende der Zivilisation nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich hinter sich gelassen. „Die Wahrheit ist: In der Kanzlei trage ich eine Verkleidung, hier bin ich ganz ich selbst“, sagt Paul, der sich hier am Festival Mr. Spike nennt. Was 2010 als Wüstenparty von ein paar hundert Anhängern der „Mad Max“-Filme be­ gann, hat sich als Wasteland Weekend zur etwas anderen Fan-Convention entwickelt. Inklusive „Mad Max“-Stars, die gelegentlich auftauchen, aber hier eben keine Stars sind, sondern dem FestivalMotto folgend ganz normale Festivalgäste – also vielleicht ein wenig duchgeknallt, ganz sicher aber kostümiert. Denn Kostüm ist am Wasteland Weekend Pflicht, ausnahmslos, für jeden, zu jeder Zeit. Das heißt in den meisten ­Fällen: Leder, Sportklamotten, Camouflage – je dreckiger, desto besser – und Altmetall, aus dem die Besucher bizarre Waffenattrappen wie Felgenschilder und KettensägenMaschinengewehre bauen. In den Outfits stecken oft ­Wochen voller Arbeit, das­selbe gilt für die Autos. An die hundert ­modifizierte Fahrzeuge – von einem Strandbuggy-Kran, von dessen Arm kopfüber eine ­gefesselte Schaufensterpuppe baumelt, bis zu einem schwer bewaffneten Chevrolet-Leichenwagen – rollen durch den Wüstensand der Wasteland City. Die Stadt, errichtet auf 80.000 Quadratmetern ödem Nichts, ist von Mauern aus rostigen Metallplatten und Autoreifentürmen umgeben. Im Inneren gibt’s Camps, Zelte aus erdfarbenen Laken und Tarnnetzen. Die Festivalbesucher sind organisiert in rund

Im realen Leben ist Festivalchef Jared Butler Drehbuchautor. Sein aktueller Film: „Blood Money“ mit John Cusack.

hundert Stämmen, die Namen wie „Dukes of the Nuke“ tragen. Diese Stämme bauen die Infrastruktur der temporären Stadt selbst auf, ohne Lohn. Es gibt Lazarett und Autowerkstatt, Kino und Bücherei. Einen Radiosender und eine Zeitung, die täglich vor Ort gedruckt wird. Provisorische Bars, eine Bühne mit Flammenkanonen, auf der nachts Live-Bands spielen, und das „Last Chance“-Casino – eine Zeltspelunke, in der jeder ­irgendwann mal landet. Nicht nur, um am Roulette zu drehen oder am Renntisch auf Kakerlaken zu setzen, sondern weil das Casino gleichzeitig die Bank des Festivals ist. „Echtes Geld rühren wir nicht an, bei uns wird in Kronkorken gedealt“, sagt Crash,

„Geld rühren wir hier nicht an. Wir tauschen Kronkorken.“

ein tätowierter Koloss mit ­biblischem Bart. Vom Cocktail bis zu den Spielschulden – gezahlt wird mit orangefarben besprühten Bierkapseln. Um die Währung zu erhalten, muss man Crash unterhalten. „Manche erzählen Witze, andere zeigen mir Zaubertricks“, sagt er. „Grad vorhin zeigte mir ­jemand seinen gebleichten Anus – das hat ihm drei Kronkorken eingebracht.“ Es sind diese alternativen Konzepte, die Wasteland für Gründer Jared Butler zur ­utopischen Fata Morgana ­machen. „Auf den ersten Blick ist es eine Hollywood-Version der Apokalypse“, sagt er. „Aber die Gesellschaft könnte viel von uns lernen: Wir stampfen in einer Woche eine Stadt aus dem Boden. Jeder muss bei allem mithelfen. Die Kostümpflicht macht’s möglich: Banker und Hippies, ­Leute, die im Alltag nicht miteinander reden, packen gemeinsam an. In unserer Gesellschaft wären Begegnungen, wie sie hier passieren, gerade heute so wichtig.“   79


DIESE WOCHE VIEL AUFZUGLEISEN?

Jetzt beflügeln lassen unter redbull.com/mywings


guide Get it. Do it. See it.

24 März

GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL

CRANKWORX WORLD TOUR Neuseelands Freeride-Legende Kelly McGarry plante den Slopestyle-Kurs in Rotorua (Bild), den viele MountainbikePros als den besten der Welt bezeichnen. Alle Tricks des ersten Stopps der Crankworx World Tour: live auf redbull.tv

THE RED BULLETIN

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GUI D E

See it

HANG ZUR ACTION Von Neuseelands berüchtigtsten Mountainbike-Trails zu Korsikas abgründigsten Küstenstraßen – die Highlights des Monats auf Red Bull TV.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine ­globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

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24 März   LIVE

CRANKWORX NEUSEELAND 2018

Zum Start der Crankworx World Tour 2018 kehrt die Elite der Freeride-Mountainbiker zurück zu den üppigen Trails von Rotorua im berühmten Whakarewarewa Forest (alias Redwoods) auf der Nordinsel. Hier, an einer der globalen Lieblings-Locations der Fahrer, beginnt auch die Jagd nach der Triple Crown: Aber kann ein Rider tatsächlich innerhalb eines Jahres drei der vier Slopestyle-Events gewinnen? Erlebe den Start der Jagd auf die Krone live.

THE RED BULLETIN


März / April

Handverlesene Musik, spannende Interviews. Aktuelle Empfehlung:

US-Rider Carson Storch bei der Crankworx in Rotorua 2016

Der Neuseeländer Brook Macdonald im Infight mit dem Rotorua-Track

THE RED BULLETIN

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL, DOM DAHER, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, MAX SCHIANO

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März bis 8. April*   LIVE

XTREME VERBIER 2018

Finale im 23. Jahr der weltgrößten Freeride-Tour: Ski­ fahrer und Snowboarder und die 500-Meter-Wand des Bec des Rosses. (* Wetterbedingt sind Verschiebungen möglich – für aktuelle Updates: siehe redbull.tv)

THE FEDERATION SOUND

6 26

bis 8. April   LIVE

RALLYE KORSIKA

Vierter Stopp der WRC-Saison 2018, auch bekannt als Rallye der 10.000 Kurven. Die meisten dieser Kurven befinden sich auf engen Bergstraßen, mit einer Felswand auf der einen Seite und einem Abgrund auf der anderen.

März   ON

DEMAND

RUIN AND ROSE

Berührender Streifen von Ben Sturgulewski: In einer Zukunft, in der die Erde nur noch Wüste ist, sucht ein kleiner Junge nach verschneiten Bergen. (Wer im Cast nach Top-Skifahrern sucht, wird jedenfalls fündig.)

14 März  ON AIR

Reggae- und DancehallGröße Max Glazer war Rihannas Tour-DJ und arbeitete schon mit allen Stars der Branche zusammen, von Sean Paul bis Vybz Kartel. Er lebt zwar in New York, reist aber regelmäßig nach Jamaika – und importiert von dort die frischesten Tunes. In seiner Sendung präsentiert er immer mittwochs ab 20 Uhr abgefahrene Dubplates und Interviews mit den prägenden Köpfen der Szene.

ZU HÖREN AUF REDBULLRADIO.COM

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Do it

Can you make it?

„DIESE WOCHE IST WIE EIN MONAT“

2016 hat das Team „Feel Alive!“ mit Siim Salumaa, Kaspar Rätsep und Georg Tulver gewonnen. Wir haben Georg um Tipps gebeten. THE RED BULLETIN:

Was sind die Herausforderungen bei Red Bull Can You Make It? GEORG TULVER: Am härtesten ist, wie man ohne Geld überhaupt aus der Stadt rauskommt. Georg Tulver: ITÖffentlicher VerStudent aus Estkehr? Geht nicht. land, Sieger 2016 Autostoppen auf Ausfallstraßen? Verboten. Wir starteten in Barcelona, und am Abend hatten wir es ­gerade einmal bis in die Toilette einer 100 Kilometer entfernten Ausgrabungsstätte geschafft, wo wir genächtigt haben.

Kein Geld, keine Gadgets, einzig 24 Dosen Red Bull als Währung und eine Woche Zeit, um sich quer durch Europa nach Amsterdam durch­zuschlagen: Can you make it?

B

udapest, Madrid, Manchester, Rom und Stockholm sind die Startpunkte für Red Bull Can You Make It 2018, eine Abenteuerreise der anderen Art: Die Dreier-Teams starten mit nichts als einem kleinen Rucksack mit dem Allernotwendigsten und 24 Dosen Red Bull als Zahlungsmittel und Tauschgut für Schlafplätze, Essen, Mitfahrgelegenheiten, ja sogar Flugtickets!

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Binnen einer Woche muss nicht nur Amsterdam erreicht werden, sondern es geht vor allem darum, unterwegs diverse Checkpoints und AbenteuerStationen anzulaufen, um Punkte für die Competition zu sammeln. Welches Team als erstes in der niederländischen Hauptstadt ankommt, ist nicht von Belang – es geht darum, wer unterwegs die meisten Checkpoint Challenges und Punkte auf der Adventure List meistert, außerdem den größten Score auf Social Media schafft. Ehrenkodex: kein Einsatz von Bar- oder Plastikgeld, keine geborgten Smartphones oder Laptops, keine Kumpels, die als Shuttles fungieren. Es geht um Kreativität und Spon­ taneität, um Abenteuergeist und ­Improvisation, um Verhandlungs­ geschick und Ausdauer – freilich ohne Gesetze zu übertreten. Es geht um eine Reise, die man nie mehr vergisst. 10. bis 17. April 2018, mehr auf redbullcanyoumakeit.com und facebook.com/redbullcanyoumakeit

Wogegen habt ihr die Dosen getauscht? Meistens gegen Mitfahrgelegenheiten. Wir sind mit locker 40 Autos mitgefahren. Diese eine Woche on the road fühlt sich an wie ein Monat, weil ständig was passiert. Was war das Beeindruckendste? Wie Menschen ihren Alltag umgeworfen haben, um uns zu helfen. Wir Esten sind – etwa im Vergleich zu Amerikanern – recht verschlossen. Es fällt uns nicht so leicht, Fremde anzusprechen. Das haben wir gelernt, definitiv. Hast du Tipps für die Teilnehmer? Reise mit leichtem Gepäck – je weniger, desto besser. Ich bin mit meiner Laptop­ tasche durchgekommen. Und nehmt ­unbedingt Skateboards mit, um in den Städten keine Zeit zu verlieren!

Gewinner 2016: Team „Feel Alive!“ aus Estland (von links: Georg Tulver, Kaspar Rätsep und Siim Salumaa)

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LUKAS WAGNETER/RED BULL CONTENT POOL (2), ARMIN WALCHER/RED BULL CONTENT POOL (2), WERNER JESSNER LUIS VIDALES/RED BULL CONTENT POOL

WENN DOSEN TÜREN ÖFFNEN

Mit Kreativität ans Ziel: Letztes Mal wurden Dosen gegen Tickets, Sky­diven oder auch eine Nacht im 5-Sterne-Hotel getauscht.

Wie ging es dann weiter? Am Morgen hat uns ein Arbeiter nach ­seinem 24-Stunden-Dienst ein Frühstück spendiert und mitgenommen. Cooler Typ. Das sind Glücksmomente!


Do it

März/April

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April

RED BULL HOMERUN

Davos trägt den verrücktesten Downhill-Bewerb der Schweiz aus – und jeder Skifahrer und Snowboarder ab 16 kann mitmachen. Modus: Nach dem Massenstart in Le-Mans-Manier auf dem Jakobshorn muss eine 6,8-KilometerAbfahrt (Waldpassagen inklusive!) schnellstmöglich bewältigt wer werden. Ziel: die legendäre Après-SkiLocation von Davos, das Bolgen Plaza – wo anschliessend die After-Race-Party steigt. redbull.com/ch-de/events/homerun

FABIAN WESTER/RED BULL CONTENT POOL, JASON HALAYKO/RED BULL CONTENT POOL

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bis 24. März m4music Viel mehr als nur ein Musikfestival: Das m4music – ausgetragen in Lausanne und Zürich – bringt schweizerische und internationale Top-Acts wie Ibeyi, Jacob Banks, Stereo Luchs oder Yung Hurn auf die Bühne, während im Rahmenprogramm Interviews, eine Demotape Clinic und Workshops für angehende Musiker stattfinden. Lausanne: 22. 3; Zürich: 23. und 24. 3; m4music.ch

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23

und 24. März Hill Jam Auf dem Flugplatz in Buochs feiert der Schweizer FreestyleEvent sein zehnjähriges Jubiläum. Auf der Agenda 2018: der legendäre Big-Air-Contest (Disziplinen: Ski und Snowboard), Skatepark-Sessions für jeder jedermann sowie ein Nachtprogramm inklusive der Hill Jam Concert Night – mit Culcha Candela, Chiddy Bang, Visu – und der Afterparty auf drei Floors mit Acts wie DJ Rafik. hilljam.ch

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bis 8. April Live is Life Drei Tage mit 17 Bands und 26 Konzerten zu Berg und Tal: Beim neuen Musikfestival in Arosa Lenzerheide finden intime Gigs von Künstlern wie Lo & Leduc, Seven, Dabu Fantastic und Klischée in beschaulichen Locations und in hochalpiner Natur statt. Stile: Pop, Blues, Hip-Hop und Rock. lenzerheide.com/de/ top-events/live-is-life

bis 8. April Urban Bike Das jährliche Event-Highlight für VeloFans. Beim Urban Bike Festival im Trendquartier Zürich-West kann man zum einen die neuesten Fixies, Falträder, Cargo- oder E-Bikes begutachten, zum anderen internationale Stars der Szene in Action bewundern wie etwa den Stunt-Radler Danny MacAskill oder den französischen Flatland-BMX-Weltmeister Matthias Dandois (Bild). urbanbikefestival.ch

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GUIDE

Do it

Fitness

BROOKS GERÄTE

Drei Dinge für Ausdauer, Kraft und Balance

Rennrad „Einen Großteil meiner Cardio-Einheiten mache ich mit meinem Chapter2Rennrad aus einer kleinen neuseeländischen Edelschmiede. Pro Saison sitze ich da gut und gern 5000 Kilometer drauf.“

Der neuseeländische MountainbikeDownhiller trägt den Spitznamen „Bulldog“ – rein optisch völlig zu Recht. Dabei trainiert er eher wie eine Katze.

Brook Macdonalds Maximalleistung am Ergometer beträgt 2100 Watt – so viel wie fünf E-Bikes zusammen!

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Brook Macdonald, 26, ist Profi, seit er mit 17 Jahren Junioren-Weltmeister geworden ist. Als Neuseeländer findet er das ganze Jahr über perfekte Bedingungen zum Biken vor. Und doch passiert sein Training seltener am Downhill-Bike, als man meint.

Langsam – schnell. Explosivität und Schnellkraft: „Dazu mache ich Kniebeugen mit der 100-Kilo-Langhantel. Ganz langsam runter, blitzartig hoch. Die Ausführung muss perfekt sein. Wenn du nach dem vierten Set völlig zerstört bist, hast du es richtig gemacht.“ Ebenso anstrengend: „20-Sekunden-Sprints mit dem Bike bergab im Gelände. Sechs, sieben Wiederholungen, mit jeweils 20 Sekunden Pause. Ein Fahrfehler, und du liegst auf der Nase.“

Rennen mit dem Rad. Im Winter fährt

Aktive Entspannung mit Girls. Wer

Brook Rennradbewerbe: „Es tut gut, sich in einer fremden Disziplin zu beweisen.“ Ein Kriterium hat er dank seiner SprintFähigkeit und Fahrtechnik gewonnen, bei einer viertägigen Tour hat er an zwei Tagen Top-Ten-Resultate geschafft. „Ich mag den Kampf Mann gegen Mann. Das ist etwas anderes als beim Downhill, wo der Gegner die Uhr ist. Und es macht Spaß!“

hart trainiert, muss sich auch erholen. „Stretching ist Pflicht. Die Zeit nach dem Workout ist gut investiert, denn wer geschmeidig ist, ist weniger verletzungsanfällig – in unserem Sport keine Nebensache. Ich mache dafür Yoga. Die Zeit vergeht schneller, Profis sagen dir, was du tun sollst, und außerdem bist du von knackigen Mädels umgeben!“

Kurzhanteln „Mein täglich Brot während des Wintertrainings. Je näher der Saisonstart rückt, umso mehr versuche ich, Gewicht und Substanz aufzubauen. Alternativ hätte hier auch eine Rudermaschine stehen können.“ WERNER JESSNER

DIESER MANN TRITT 2100 WATT INS ERGO

Swiss Ball „So ein unscheinbares Ding, das man nicht notwendigerweise mit Workout und Muskeln verbindet – dabei trifft das Gegenteil zu. Die tief liegenden Muskelschichten erreichst du damit perfekt – und die sind entscheidend für Rumpfstabilität.“

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JAN KASL/RED BULL CONTENT POOL, GRAEME MURRAY

FIT WIE BROOK MACDONALD

Qualitäten im Downhill: Körperbeherrschung, mentale Stärke und Kraft


P RO M OT I O N

must-haves

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1 MAMMUT BARRYVOX S

Das neue Mammut Barryvox® S ge­ hört zu den Lawinenverschütteten­ suchgeräten mit der grössten Emp­ fangsreichweite und dem breitesten sicher nutzbaren Suchstreifen (70 Meter) auf dem Markt. Es glänzt zusätzlich vor allem mit einer intui­ tiven Bedienung, die gerade unter Stress die e­ ntscheidende Zeit­ ersparnis bringen kann. www.mammut.com

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2 UNZERBRECHLICH & MADE IN AUSTRIA

Die gloryfy G13 ist die perfekte Unisex-­ Allround-Sportbrille! Die unzerbrech­ liche Brille aus dem innovativen und patentierten Spezialkunststoff NBFX, der auch nach starker Verformung wieder seine Ausgangsform annimmt, bietet noch dazu einzigartige optische Eigenschaften (Stichwort: Contour Lens Technology). www.gloryfy.com

3 ROCKY MOUNTAIN ALTITUDE POWERPLAY

More fun in less time! Das Rocky Mountain Altitude Powerplay mit ­komplett integriertem Antriebssystem ist mit einem der kraftvollsten Motoren auf dem Markt ausgestattet und be­ sitzt trotzdem das legendäre Handling und die Fahreigenschaften eines ­unmotorisierten Trailbikes. Das erste E-MTB, das sich wie ein normales MTB fährt! www.chrissports.ch

4 JACK WOLFSKIN ­B RIDGEPORT JACKET

Die Jacke besteht aus einer zu 100 % recycelten TEXAPORE ECOSPHEREMembran sowie aus 100 % recyceltem Oberstoff und Futter. Sie verbindet ­damit das Zero-Waste-Konzept der Membrane, bei dem Schnittabfälle dem Kreislauf wieder zugeführt ­werden, mit dem Upcycling-Konzept von PET-Flaschen, die bei Stoffen und ­Zutaten erneut zum Einsatz kommen. Zugleich bietet sie besten Wetterschutz und hohe Atmungsaktivität. Aus­ stattungsdetails: abnehmbare Kapuze, sieben Taschen und Taillenzug. www.jack-wolfskin.ch

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Do it

App Run

„FÜR UNSERE WHANAU“

Laufen für den guten Zweck – dank App, wo ­immer du willst

Der neuseeländische Allgemeinmediziner Willem Jordaan ist der Kopf hinter dem App Run im neusee­ ländischen Gisborne und erwartet mehr als tausend Teil­nehmer. Welche Vorteile sieht ein Arzt im Gruppentraining mit einer App?

Motiviert immer

Wer sich bewegt, lebt länger gesund. Die App motiviert zum Training, sobald man sein Smartphone sieht – und erinnert an das Ziel, nämlich Querschnitts­ lähmung heilbar zu machen.

Eigendynamik

In der Whanau (ein Wort der Maori, bezeichnet die erweiterte Familie; Anm.) zu laufen ergibt eine positive Eigendynamik, von der alle profitieren.

Laufen für jene, die es nicht können – selbst wenn du an keinem klassischen Wings for Life World Run teilnimmst: das Phänomen App Run erobert die Runner-Welt.

M

elbourne, Rio de Janeiro oder Kachetien (in Georgien) sind zu weit weg? Die Strecke in Wien oder München kennen Sie schon? Dank der Wings for Life World Run App spielt es keine Rolle mehr, wer wo läuft. Das größte globale Lauf-Event wird digital noch größer. Einfach App downloaden und am 6. Mai 2018 starten, ganz egal wo Sie sich befinden. Das Catcher Car kommt aus dem Smartphone. Die App trackt Ihren Lauf, feuert Sie unterwegs an, erfasst zum Schluss Ihre globale Platzierung und trägt Sie in die uni­ verselle Ergebnisliste ein – ganz so, als wären Sie bei einem klassischen World Run Event gestartet. Es ist

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also durchaus möglich, dass der Gesamtsieger 2018 von einem App Run kommt, weil er seine Strecke so gut gewählt hat! Selbstverständlich macht auch der App Run in der Gruppe mehr Spaß als allein. Ganz egal wie groß: Auf der ganzen Welt haben sich bereits Laufgruppen zusammengeschlossen, die ­gemeinsam trainieren und am 6. Mai mit der App am Wings for Life World Run teilnehmen. Von Kanada bis Neuseeland (siehe rechts), von Oslo bis Guadalajara in Mexiko reicht die Liste gemeinsamer App Runs. Im ­Moment halten wir bei über 100 organisierten App Runs weltweit – und es werden ­immer mehr. 2018 gibt es also noch ­weniger Aus­reden als sonst, nicht für jene zu laufen, die es nicht können. Selbstverständlich fließen auch sämt­ liche Startgelder des App Run in Forschungs­­ projekte zur Heilung von verletztem Rückenmark. Die App selbst ist gratis.

Gemeinsam raus

Man muss kein Geld ins Fitnesscenter tragen, um fit zu werden. Stattdessen verabredet man sich per App mit seiner Whanau, pflegt soziale Kontakte, ist im Freien, bewegt sich – und unterstützt eine gute Sache!

Starkes Ziel

Der Wings for Life App Run ist der Höhepunkt der gemeinsamen Vorbereitung. Alle freuen sich darauf. Gemeinsame Ziele verbinden die Whanau.

wingsforlifeworldrun.com Gratis downloaden, an­ melden, laufen: die Wings for Life World Run App

Willem Jordaan ist einer von vielen Organisatoren des App Run zum Wings for Life World Run.

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HUGO SILVA FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN

ZIELLINIE IN DER TASCHE

Für alle

Das Format des Wings for Life World Run erlaubt unterschiedlichste Zielsetzungen je nach Fitnessgrad und bringt auch Menschen zum Sport, die sich zu unsportlich für Bewerbe halten – dank App nun überall.


www.gims.swiss

#GimsSwiss


GUI D E

AUTOFRÜHLING WAS BLÜHT UNS, WAS SPRIESST, WO KEIMEN NEUE PFLÄNZCHEN? TRENDS, MODELLE UND ENTWICKLUNGEN FÜR DEN MOBILEN CONNAISSEUR. Text WERNER JESSNER


MERCEDES CLS

FÜR MEHR STIL Elegant wie ein Coupé, dank vier Türen aber praktisch wie eine Limousine – inzwischen in dritter Generation. Formal nimmt der CLS die künftige, deutlich reduzierte Designsprache vorweg, technisch schließt er zu den Flaggschiffen der S-Klasse auf. So kann er zum Beispiel eine halbe Minute vollkommen autonom fahren, bis der Fahrer wieder eingreifen muss. Auch die Motoren sind neu, sie reichen vom 286 PS starken Diesel bis zum 367-PS-Benziner mit 22 PS kurzfristigem EQ-Extra-Boost.  mercedes-benz.ch

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GUI D E FORD ECOSPORT

FÜR MEHR SOUND Liebe zum Detail, frische Optik. Nicht nur Front und Heck sind neu, auch der Innenraum kommt technisch aktueller daher: freistehender 8-Zoll-Monitor, sprachgesteuertes Entertainment-System, Rückfahrkamera und optional ein fettes Bang & Olufsen-Soundsystem. Und auf Wunsch ein farblich ­kontrastierendes Wagendach.  ford.ch

TREND NR. 1: CROSSOVER-MODELLE SIND DER NEUE MEGATREND. Die Grenzen zwischen Kombi und SUV verschwimmen zusehends.

ŠKODA KAROQ

FÜR MEHR CHART-ERFOLG Mit dem Karoq läuft sich ein präsumtiver Bestseller warm, beheimatet im boomenden Segment der Kompakt-SUVs. Vernünftige Abmessungen, komfortables Fahrwerk, groß­ zügige Bodenfreiheit, innen die lieb gewonnenen ŠkodaAufmerksamkeiten, dazu intelligenter Allrad und ab Sommer auf Wunsch sogar ein volldigitales Cockpit.  skoda.ch

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TREND NR. 2: NICHT JEDES AUTO MUSS AUSLADENDER SEIN ALS SEIN VORGÄNGER. Bei der schieren Größe ist der Plafond bald erreicht.

TOYOTA LAND CRUISER

FÜR DEN WÜSTENTRIP Seit 1951 ist der Land Cruiser Stammgast in den unweg­ samen Regionen dieser Welt. 2018 ist er dank neuer Front um 6 Zentimeter gewachsen, innen halten belüftete Sitze den Rücken bei unmenschlichen Temperaturen trocken. Den Weg weist ein neues Multimedia-System mit 8-Zoll-Touch­ screen. Hightech auch bei den Assistenzsystemen: Kollisions­ frühwarner, Spurassistent und adaptiver Tempomat sind ebenso an Bord wie eine 360-Grad-Kamera.  toyota.ch


RENAULT MÉGANE RS

FÜR MEHR KURVENGESCHWINDIGKEIT Der französische Kompaktsportler schaufelt 280 PS aus ­einem 1,8-Liter-Benzinmotor und verlässt sich auf Tugenden, die schon seine Vorgänger zur Benchmark gemacht haben: ein Fahrwerk, das wegen seiner Differenzialsperre an der Vorderachse Traktion und Vortrieb aufbaut und nun dank ­Allradlenkung gleichermaßen wendig wie stabil ist. Mit der bordeigenen Telemetrie kann jede verschlafene Sekunde, jede versäumte Kurve digital analysiert werden.  renault.ch

TREND NR. 3: UNSERE AUTOS WERDEN INTELLIGENTER. Systeme, die bereits an Bord sind, werden vernetzt.


GU I D E MITSUBISHI ECLIPSE CROSS

FÜR MEHR VON BEIDEM

SUV-Coupés: Hohe Sitzposition, aber sportlich geschnittene Karosserie. Zeigt: Ich kann unwegsam, fühle mich auf der Autobahn aber genauso wohl. Mit elektronisch gesteuertem Allrad, mit Automatik oder Handschalter, mit 163 PS starkem Benziner bei nur 1,5 Tonnen schlägt der Eclipse Cross in ­diese Kerbe. Brandneu die Steuerung über Touchpad in der Mittelkonsole – sofern man nicht auf die Sprachsteuerung ­vertraut.  mitsubishi-motors.ch

TREND NR. 4: CRASH-NORMEN SIND EIN STRENGES KORSETT FÜR DESIGNER. Ästhetische Revolutionen finden derzeit im Innenraum statt. JEEP GRAND CHEROKEE TRACKHAWK

FÜR MEHR BESCHLEUNIGUNG

3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 700 PS, 875 Newtonmeter. Launch Control. Brembo-Scheibenbremsen, vorn unfass­bare 40 Zentimeter im Durchmesser, für ebenso brutale Verzögerung. Carbon-Interieur mit Sportsitzen. Ein Tachometer, der bis 320 km/h reicht, G-Force-Sensor, Stoppuhr, schwarze 20-Zoll-Alufelgen. All das ist neu in einem waschechten 2,5-Tonner, der selbstverständlich auch Allrad kann.  jeep.ch

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Check it

THE RED BULLETIN WELTWEIT

DEUTSCHLAND FITNESS

In der kalifornischen Wüste wird der Weltuntergang gefeiert. Am Nordpol wartet dein Guide auf dich. Und Frank­ reich ist im Red Bull Air Race-Fieber: die Highlights unserer Ausgaben im April.

Bist du Biest oder Frei­ geist? Fünf Sportler und ihre besten Trainings­ methoden, die auch dich in Form bringen.

The Red Bulletin als E-Paper: redbulletin.com

“Like Burning Man, But More Badass” Apocolytic costumes, Thunderdome bouts, scrap-metal roadsters—every year, an army of Mad Max enthusiasts gather in the California desert to attend the WASTELAND WEEKEND. It‘s one way to celebrate the end of the world. Words FLORIAN OBKIRCHER

Photography JIM KRANTZ

One highlight is the car show, where the Wasteland tribes take their modified armored vehicles for a desert cruise in homage to the Mad Max films.

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USA WASTELAND WEEKEND Schrottkostüme, Staub und Kampfkarren: Begleite die Fans der „Mad Max“-Filme zum verrücktesten Festival der Welt.

„WENN ALLE A MACHEN, KANN B AUCH RICHTIG SEIN.“

DEINE ACHT SCHRITTE ZUM NORDPOL 120 Kilometer bei minus 40 Grad durchs Polareis gehen. Ganz rauf bis zum nördlichsten Punkt der Welt. THOMAS ULRICH meint, du schaffst das. Bist du bereit? Text REINER KAPELLER Fotos VISUAL IMPACT/THOMAS ULRICH

Immer schön in einer Reihe gehen: Bei Thomas Ulrichs Nordpol-Expeditionen, hier im April 2015, ist ein gewisses Maß an Disziplin gefragt.

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SCHWEIZ DEIN TICKET ZUM NORDPOL Seite 34: was dich auf dem Arktis-Trip mit Abenteurer Thomas Ulrich erwartet.

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ÖSTERREICH MATTHIAS WALKNER Der Weg zum Erfolg des MotorradChampions der Rallye Dakar.

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April

IMPRESSUM SCHWEIZ

Chefredakteur Alexander Macheck

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THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-Walek Country Channel Management Melissa Stutz Anzeigenverkauf Marcel Bannwart, marcel.bannwart@redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Postfach, CH-6002 Luzern, +41 41 329 22 00 abo@ch.redbulletin.com Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg

raisons de vivre Red Bull Air Race La France l’attendait depuis des années, le Red Bull Air Race s’installe à Cannes du 20 au 22 avril prochains et va faire tourner la tête des fondus d’aviation et de sports mécaniques d’un nouveau genre. ARMIN WALCHER/ RED BULL CONTENT POOL

Texte PH CAMY & PATRICIA OUDIT

Vitesse, précision et esthétique aérienne : le Red Bull Air Race arrive en France.

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FRANKREICH RED BULL AIR RACE Tollkühne Piloten und irre Rennen: wieso du die schnellste Motorsport-Serie der Welt nicht verpassen solltest.

GROSSBRITANNIEN TAHNÉE SEAGRAVE Die Britin gilt als künftige Gesamtsiegerin im Downhill-Mountainbiken. Seit sie herausfand, dass Spaß wichtiger als Gewinnen ist. Und zu gewinnen anfing.

Stv. Chefredakteur Andreas Rottenschlager Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Head of Photography Fritz Schuster Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Stefan Wagner (Textchef) Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Florian Wörgötter Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Commercial Director Franz Renkin Anzeigendisposition Andrea Tamás-Loprais Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Martina Maier, Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Country Management & Marketing Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Kristina Hummel Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Alexandra Hundsdorfer Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Kristina Krizmanic, Yvonne Tremmel IT Systems Engineer Michael Thaler

LO IMPORTANTE NO ES GANAR

Para Andrés Rodríguez, el ultraciclismo debe practicarse con estrategia impecable.

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien, Telefon +43 1 90221-28800, Fax +43 1 90221-28809, Web www.redbulletin.com

Es fácil decirlo para ANDRÉS RODRÍGUEZ, quien ganó el año pasado el Irish Ultra Challenge, pero lo hace con convicción. El número 34 del mundo de las carreras en bicicleta “superlargas” es capaz de pedalear por 4,800 kilómetros seguidos. ¿Su truco? “Entreno el aburrimiento”, entre muchas otras cosas más... Texto MARCO PAYÁN Fotografía MARCOS FERRO

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MEXIKO ANDRÉS RODRÍGUEZ 4800 Kilometer Fahrt, 380 Stunden am Rad, aber nicht im Ziel. Die Teilnehmer des Race Across ­A merica über Erfolg, der sich im Scheitern zeigt.

THE RED BULLETIN

Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11 – 15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl

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Action-Highlight

Hand aufs Herz: Sandboarden ist nicht ganz so cool wie Snowboarden. Es sei denn, Wojtek Pawlusiak nimmt sich der Sache an. Der polnische SnowboardProfi tat sich mit Rallye-Pilot ­Jakub Przygonski zusammen, und die zwei machten mit Jakubs Mini einen Trip ins Hinterland des Emirats. Für den zahlte sich das Training übrigens aus: Platz fünf bei der Rallye Dakar. Video: win.gs/Dune-Freestyle

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„Mein Board beschleunigte mit 340 PS.“ Snowboard-Pro Wojtek Pawlusiak – powered by Rallye-­Dakar-Pilot Jakub Przygonski und dessen Mini John Cooper Works Rally.

KIN MARCIN/RED BULL CONTENT POOL

Abu Dhabi

Makes you fly

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 8. April 2018. THE RED BULLETIN


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WIE FÜR DIE SCHWEIZ GEMACHT

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Vereinbaren Sie jetzt eine Probefahrt bei Ihrem Mitsubishi Partner. Mehr Informationen finden Sie unter: mitsubishi-motors.ch/wettbewerb *UPE: Eclipse Cross (Value) 1.5 l Benzin manuell, 163 PS, CHF 23’999.– inkl. MWST. | Abgebildetes Modell: Eclipse Cross (Style), 1.5 l Benzin manuell, 163 PS, CHF 28’659.– inkl. Design Pakete 1 & 2 und MWST. Normverbrauch 6.6 l/100 km, CO2 151 g/km, Energieeffizienz-Kategorie G, CO2 Durchschnitt aller verkauften Neuwagen CH: 133 g/km.


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