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SO LEICHT GEHT SCHWER Freeski-Star Mathilde Gremaud gelang ein Fabel-Sprung. Wie? Aus purer Freude!
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SEITEN
WINTE SPECIARL
DER NEUE CUPRA LEON e-HYBRID S P O R T S TO U R E R ES GIBT ZEITEN, DA FÄHRT MAN FÜR ANDERE, UND ES GIBT ZEITEN, DA FÄHRT MAN NUR FÜR SICH SELBST.
Mit bis zu 52 km rein elektrischer Reichweite kombiniert der neue CUPRA Leon e-HYBRID Sportstourer emissionsfreies Fahren im Stadtgebiet mit der ultimativen Fahrfreude von total 245 PS sowie einer Gesamtreichweite von bis zu 677 km jenseits der City Limits.
CUPRAOFFICIAL.CH New CUPRA Leon Sportstourer 1.4 e-HYBRID 245 PS 6-Gang DSG. Normverbrauch gesamt: 1.6 l/100 km, Stromverbrauch gesamt: 16.6 kWh/100 km, Benzinäquivalente gesamt: 3.4 l/100 km, CO2-Emissionen gesamt: 36 g/ km, CO2 Emissionen aus Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: 29 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: A. Mittelwert aller in der Schweiz erstmals immatrikulierten PWs: 174 g/km. Zielwert der bis Ende 2020 zu erreichenden CO2 Emissionen: 115 g/km.
E D I TO R I A L
WILLKOMMEN
DAS LEBEN IST SCHÖN
MATHILDE GREMAUD
hat als erste Frau der Welt einen Switch Double Cork 1440 geschafft, einen FreeskiFabel-Sprung. Hier probiert sie für uns einmal ein anderes Sportgerät. Ab Seite 40
Wir blicken auf ein Jahr zurück, das es in sich hatte. Kein Wunder, dass manch einer meint, am besten wäre es, 2020 in den hintersten Winkel eines unzugäng lichen Archivs zu verbannen. Man könnte diese Meinung teilen (in Zeiten, wo positiv zu sein et was Negatives ist, durchaus nahe liegend). Man könnte aber auch die faszinierenden, verrückten und wunderschönen Seiten eines Ausnahme-Jahres Revue passieren lassen. Weshalb wir gleich einmal 13 (ja, 13!) Bilder ausgewählt ha ben, die selbst 2020 für beste Stim mung gesorgt haben – zum Beispiel eine Profi-Game rin, die erfolgreich gegen Cyber-Mobbing kämpft; eine Frau, die allen Widerständen zum Trotz durchs Leben tanzt; eine Tauchlegende als Korallen riff-Retter. Grossartige Geschichten, grossartige Menschen, und ja, auch grossartige Momente, die dieses Jahr passiert sind.
CHRISTOF GERTSCH
hat Mathilde Gremaud begleitet. Der Berner «Magazin»-Autor, 38, ist vielfach preis gekrönt. Wer seinen Report liest, versteht auch, warum.
« 2020 war das beste Jahr meines Lebens.» Die Schweizer Sängerin Priya Ragu über ihren Erfolgsweg: ab Seite 58
NORMAN KONRAD (COVER)
Viel Spass mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion
SANFTER SOUND
«Ich denke, wir alle brauchen jetzt Entspannung», sagt Freeskier Nicolas Vuignier. Seine Songs für ruhige Stunden: auf Seite 28 THE RED BULLETIN
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I N H A LT The Red Bulletin Januar/Februar 2021
40 COVERSTORY
SPORT
40 D IE PREMIERE
Als erste Frau der Welt hat Mathilde Gremaud einen Fabel-Sprung geschafft – und die Ski-Welt staunt.
52 DER PISTENPIONIER
MATHILDES GESPÜR FÜR SCHNEE FreeskiPhänomen Gremaud im persönlichen Porträt
Er podcastet, fotografiert und rockt die Piste – Loïc Meillard will immer schnell ans Ziel.
MUSIK
58 D IE GLÜCKLICHE ANSICHTEN / EINSICHTEN
6 B EST OF 2020
Endlich: 2020 hat Priya Ragu mit ihrer Musik den Durch bruch geschafft.
13 Bilder als Hoffnungsträger: Die Welt ist aufregend, schön und faszinierend – trotz allem.
MOTOR
FILM
Toby Price, Matthias Walkner und Sam Sunderland – drei Einzelkämpfer mit Teamgeist.
32 DER FREIHEITSKÄMPFER
Joel Basman spielt «Aus brecherkönig» Walter Stürm. Ein Gespräch über die Freiheit.
WINGS FOR LIFE
36 DER SCHRITTMACHER
Wie der Wings for Life World Run den gelähmten Sport lehrer David Mzee stark macht.
64 D IE DAKAR-HELDEN
GUIDE
75 TRAVEL. Freeskier Laurent de Martin zeigt uns seine Heimat. 80 U HREN. Inspiriert von Aben teurern: die Longines Spirit.
Warum Lars Ulrich, Drummer von Metallica, einst eine Tenniskarriere ausschlug.
82 G AMING. eSport-Profis testen für uns «FIFA 21».
INNOVATOR
50 DER STADTDSCHUNGEL
Ein vietnamesischer Architekt lässt auf den Dächern ganze Wälder wuchern.
24 ZAHLEN, BITTE! 26 FUNDSTÜCK
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LOÏCS LIEBE ZUM LIMIT Skirennläufer Meillard und sein Bild von der Welt
Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen
MUSIK
38 DER TRAUMFÄNGER
52 NORMAN KONRAD, GIAN PAUL LOZZA, JENNY BROUGH, KONSTANTIN REYER
84 L ESEN. Stephen King erklärt, wie man besser schreiben lernt. 86 KALENDER. Das Laax Open und mehr – wo jetzt Action wartet. 88 REIN IN DEN SCHNEE! Was im Wintersport Flügel verleiht.
2 8 PLAYLIST 96 IMPRESSUM 3 0 CLUB DER TOTEN DENKER 98 PERFEKTER ABGANG
58 PRIYA UND IHR BESTES JAHR Wie der Schweizerin jetzt der Durchbruch gelang.
THE RED BULLETIN
64 ÜBER DIE BANDE Drei Männer, ein Ziel: der Sieg bei der Rallye Dakar – und warum sie dafür im Team kämpfen
THE RED BULLETIN
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DAS BESTE DES JAHRES
2020 Eines steht fest: Es war ein … äh, mühsames Jahr – voll mit Herausforderungen und Hindernissen. Doch wir beschlossen, daran zu wachsen. Text ANDREAS WOLLINGER
POWER OF LIFE
BEN THOUARD
Unser wilder Ritt
Plötzlich war nichts mehr wie vorher: Wir übersiedelten ins Homeoffice und kom munizierten nur noch via Videokonferenz. In dieser Situation zu beschliessen, das Red Bulletin völlig neu zu erfinden, war zwar kühn, machte aber dann unerwartet viel Spass. Sozusagen in Heimarbeit entstand ein ganz besonderes Heft: die «Power of Life»-Ausgabe, in der hundert Menschen – von Formel-1- Pilot Max Verstappen bis zu den Astronauten der ISS – mit persönlichen Botschaften Mut machten. Im Bild: das Coverfoto aus Tahiti. Das Astronauten-Interview gibt’s auf redbull.com/iss 7
SAMSTAG, 4. JULI
EIN FAST UNABHÄN
GIGES FORMEL-1
2020
-MAGAZIN FRIDAY,
AN ALM
OST IND
EPE NDE
NT Mot
oGP NEW
21 AUGUST , 2020
SPAPER
Doppelsieger Verstappen ist heiß aufs Spielberg-Triple.
EX PADDCLUSIVE OC EDITI K ONLY ON IN
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X! MA
TE ID TE KLAR LVER UTEN TITE MIN 30 DEM MIT
MADE
FULL THROTTLE!
IGER
MotoGP ROARS BACK TO THE
SPIE DAILY. LBERG.
RING
01.07.2020 13:58:11
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PREMIERE IN SPIELBERG
20.08.202
0 15:31:52
Die ganze Welt schaute im Sommer nach Spielberg in der Steiermark: Nicht nur, dass der Start der Formel-1-Saison Anfang Juli mit zwei Grands Prix statt in Australien in Austria über die Bühne ging, war hier im August auch die M otoGP für zwei Rennen zu Gast. Dafür war ein angemessenes Medium unverzichtbar: Also feierte das «The Red Bulletin Daily» sein Comeback – als täglich erscheinendes Magazin für Fans und Fahrerlager. Motto: Es gibt nur ein Gas – Vollgas! Zum Nachlesen: redbull.com/theredbulletinspielberg 8
PHILIP PLATZER/KTM
Täglich ein Magazin!
WINGS FOR LIFE WORLD RUN
Super gelaufen
CIMBALY/MARATHON DES SABLES
Ein grosses Sport-Event wie der Wings for Life World Run Anfang Mai? Undenkbar. Aber Absagen war auch keine Option. Der globale Lauf fand dann eben virtuell per App statt. Jeder der 77.103 Teilnehmer lief für sich allein zur gleichen Zeit an einem völlig frei wählbaren Ort (theoretisch hätte man, wie der Herr im Bild, auch in der Wüste von Marokko teilnehmen können). Das war fast der gleiche Spass wie sonst, und am Ende blieben 2,8 Millionen Euro für die Rückenmarksforschung. Mitmachen 2021: wingsforlifeworldrun.com
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«Ich tanzte, um mich aus dem Ärger rauszuhalten.» Viel schlechtere Voraussetzungen als Angela «Angyil» McNeal, 28, kann man wohl für den Start in ein Leben nicht haben: Sie kam 1992 in Kansas City als jüngstes von acht Kindern einer Allein erzieherin zur Welt und wuchs in einer berüchtigten Gegend der Stadt auf. Mit zehn fing sie im Ballett mit dem Tanzen an, heute ist sie eine der besten Freestyle- Tänzerinnen der Welt. Eine inspirierende Frau, eine berührende Geschichte in unserer US-Ausgabe. Angyil auf Instagram folgen: @angyil
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THE RED BULLETIN
ATIBA JEFFERSON, JILL HEINERTH
ANGYIL
JILL HEINERTH
Lockruf der Tiefe Die Kanadierin Jill Heinerth, 56, hat vor mehr als 25 Jahren ihren Job als Grafikerin hingeschmissen, um fortan ihre Leidenschaft fürs Höhlentauchen zu leben. Und weil sie nicht nur ziemlich unerschrocken ist, sondern auch eine fantastische Unterwasser-Fotografin, kamen wir in den Genuss, Orte zu sehen, die Menschen seltener besucht haben als den Mond. Hier zum Beispiel «The Pit», eine Höhle unterhalb der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Mit Jill abtauchen: intotheplanet.com
«Was mich bis heute zum Tanzen hinzieht? Es macht mich einfach glücklich. Punkt.» JILOU RASUL
«Niemand kann alles. Darum konzentriere dich auf etwas, bei dem du gut bist, und werde Weltklasse.» FANNY SMITH Als weltbeste Ski-Crosserin beherrscht Fanny Smith, 28, die Konkurrenz auf der Piste nach Belieben. Andererseits scheitert die Schweizerin an der Beantwortung einer E-Mail, weil sie eine angeborene Leseschwäche hat. Ihr Erfolgsgeheimnis: «Lieber an etwas arbeiten, was Freude macht, als sich ein Leben lang mit seinen Schwächen abzuplagen.» Das inspirierende Interview: redbull.com/fanny-smith 14
THE RED BULLETIN
EVA BERTEN, GIAN PAUL LOZZA, RYAN BORNE/CORAL GARDENERS
B-Girl Jilou Rasul, 28, aus Freiburg, porträtiert in unserem deutschen Heft, hat ein Tattoo am Oberarm, das unter anderem eine mathematische Formel zeigt: eine Funktion, die immer positiv bleibt und gegen unendlich geht. Das ist ihr Lebensmotto: Egal was rundherum passiert – wer weiss, was er will, und dazu positiv denkt, dem gehört die Zukunft. Jills Mission auf Instagram: @bgirljilou
«Wir wollen die Aufmerksamkeit der Welt auf die Bedeutung der Meere lenken.» GUILLAUME NÉRY Eine Gruppe junger Südsee-Franzosen um den 21-jährigen Titouane Bernicot verfolgt seit 2017 das ehrgeizige Ziel, die Korallenriffe der Erde zu retten. Inzwischen haben sie mit dem legendären ApnoeTaucher Guillaume Néry (im Bild oben) prominente Unterstützung erhalten. Eine beeindruckende Reportage aus einem bedrohten Paradies. Unterstütze das Projekt: Instagram @coralgardeners
THE RED BULLETIN
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FRED MORTAGNE
Welcome on Board
FRED MORTAGNE
Der Fotograf, den sie in der Szene nur French Fred nennen, hat nicht nur ein perfektes Verständnis für die Lebenswelt der Skateboarder, er besitzt auch die Gabe, ihr einen würdigen Rahmen zu verleihen. Seine Bilder sind plakative Kunstwerke, die spannende Geschichten über all die ungewöhnlichen Orte erzählen, die Skateboarder so gern für ihre Erfahrungen nützen – wie hier die Rohre vor einer Kesselfabrik bei Lyon. Freds Bilder: frenchfredstudio.com
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HANNES BERGER
FABIO WIBMER
Abenteuer vor der Tür Während viele Menschen im Frühling 2020 wegen der ungewohnten Umstände Trübsal bliesen, drehte der Wahl-Innsbrucker Fabio Wibmer, 25, ein YouTube-Video mit dem Titel «Home Office», in dem er mit seinem Trial-Bike daheim eine Menge kreativen Unfug anstellte. Ergebnis: Wibmer hat nun 80 Millionen Follower. Sein verblüffendes Credo: «Manchmal hast du sogar bessere Ideen, wenn du limitiert bist.» Uns zeigte der Sonnyboy, wie sich die Welt in einen Abenteuerspielplatz verwandeln lässt: Man muss nur genau genug hinschauen. Alle Videos gibt’s auf Fabios YouTube-Kanal
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WILL GADD
Der kanadische Eiskletterer Will Gadd, 53, hat sich einer Herausforderung gestellt, die vor ihm noch niemand gewagt hatte: Er kletterte in Gletschermühlen, die tief in den Eisschild Grönlands führen. Sie entstehen, wenn Schmelzwasser von der Oberfläche nach unten sickert. Das Abenteuer hatte aber auch einen wissenschaftlichen Zweck: Die Beschaffenheit der Gletschermühlen soll der Klimaforschung etwas über die globale Erwärmung erzählen. Will Gadd als Speaker erleben: willgadd.com 20
CHRISTIAN PONDELLA
Im Bauch Grönlands
«Ich will keine Leute tolerieren, die mich oder andere respektlos behandeln.» ANNE MUNITION Seit 2015 ist Anne Munition (ihren wahren Namen verrät sie nicht) Vollzeit-Gamerin auf Twitch. Das sei alles andere als leicht verdientes Geld, sagt die 31-jährige Kalifornierin, «wer das glaubt, sieht nicht den ganzen Hass, dem du dabei ausgesetzt bist». Deshalb ist sie jetzt konsequent: «Wenn jemand anfängt, garstig zu sein, fliegt er raus.» Annes Streams auf: twitch.tv/annemunition
«Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das durch. Komme, was wolle!» JOSH CAMPBELL, DAVID FISCHER
LUDWIG TREPTE Mit 12 stand er das erste Mal vor der Kamera, mit 23 gründete er eine Familie. Und voriges Jahr machte der heute 32-Jährige den Flugschein. Im Interview verriet der Berliner, einer der meist beschäftigten Schauspieler Deutschlands, wie er sich seine Lebensträume erfüllt. Und dass er noch viel vorhat, zum Beispiel eine Weltumsegelung. Das Interview auf: redbulletin.de 22
THE RED BULLETIN
Neuer
Renault CAPTUR PLUG-IN HYBRID Ab Fr. 34 100.–
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A B C D E F G
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25 JAHRE eBAY
Per Klick zum Glück Vom kaputten Laserpointer zur 168-Millionen-Dollar-Yacht: Seit einem Vierteljahrhundert ist eBay das wichtigste Auktionshaus im Internet. Hier die höchsten Gebote, die kuriosesten Käufe und mehr.
182.000.000
Menschen in 190 Ländern s teigern regelmässig auf Ebay. Im 2. Quartal 2020 gaben sie dort 27,1 Milliarden Dollar aus.
8086
ist die Typennummer jener Intel-Chips von 1976, die die NASA 2002 auf eBay kaufte, um alte Spaceshuttles funk tionstüchtig halten zu können.
168
Millionen Dollar liess sich Roman Abramowitsch 2006 eine 123-Meter- Yacht kosten. Es war die teuerste eBay-Transaktion aller Zeiten.
1.500.000.000 Versteigerungsobjekte finden sich im Schnitt auf der Seite.
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81
Prozent aller Verkaufsobjekte auf eBay sind neu; entgegen dem Ruf der Seite als Gebrauchtwarenplattform.
16,4
Prozent aller Verkäufe fallen in die Kategorie «Elektronik», am öftesten g esucht: «iPhone».
529,99
Dollar bezahlte jemand für ein Glas Luft. Inhalt: angeblich der Atem von Angelina Jolie und Brad Pitt, eingefangen bei einer Filmpremiere am roten Teppich.
18.30–22.30 Uhr ist statistisch gesehen die beste Zeit, um auf eBay einen Artikel zu verkaufen, da zu dieser Zeit die meisten Leute (=Käufer) online sind.
1997
wollte Software-Entwickler Pierre Omidyar seine Website AuctionWeb in EchoBay umbenennen. Weil der Name aber schon vergeben war, kürzte er ihn ab: eBay.
THE RED BULLETIN
CLAUDIA MEITERT
Dollar kostete der erste eBay- Artikel: ein kaputter Laserpointer. CEO Pierre Omidyar machte den Käufer auf den Defekt aufmerksam, doch der beschwichtigte: Er sammle kaputte Laserpointer.
Jahre nach Firmengründung war CEO Omidyar bereits Milliardär – mit 31 Jahren.
GETTY IMAGES (3), ALAMY, REUTERS
14,83
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THE PIONEER SPIRIT LIVES ON.
Warum diese Uhr? Nun, die neuartige Unruh-Spiralfeder aus Silizium widersteht den Magnetfeldern und Stössen, die wir im Alltag erleben. Dank der verbesserten Ganggenauigkeit und Zuverlässigkeit wird jede Uhr als COSC-Chronometer zertifiziert. Wie gross ist das Vertrauen in unsere neuen Modelle der Longines Spirit Collection? Es ist so gross, dass wir für sie volle fünf Jahre Garantie gewähren.
F U ND ST Ü CK
GERLINDE KALTENBRUNNER
Auf Messers Schneide Das Werkzeug, das der österreichischen Profi-Bergsteigerin am Dhaulagiri 2007 das Leben rettete. Vor fast zehn Jahren schrieb Gerlinde Kaltenbrunner Geschichte: Sie war die erste Frau, die alle vierzehn Achttausender-Gipfel der Welt ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwang. Vier Jahre davor, beim Versuch, den 8.167 Meter hohen Dhaulagiri zu besteigen, wäre die Mission um ein Haar tragisch gescheitert: Ein Schneebrett überraschte Kaltenbrunner eines Morgens in Lager 2. Zum Glück hatte sie eine Hand frei und ein Messer am Klettergurt, mit dem sie sich aus dem Zelt schneiden konnte.
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THE RED BULLETIN
CRAIG DILLON, ARCHIV GERLINDE KALTENBRUNNER/FOTO MATTHIAS PESCHTA
Bergsteiger-Legende: Die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner, 49, erreichte als erste Frau alle vierzehn Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff.
P L AYL I ST
NICOLAS VUIGNIER
«In diesen Zeiten tun uns sanfte Songs gut»
Vier Lieder zum Runterkommen – eine Wahl, die Freeskier Nicolas Vuignier, 30, ganz bewusst getroffen hat: «Ich denke, wir alle brauchen jetzt Entspannung.»
Aphex Twin
Skee Mask
Shabazz Palaces
Vegyn
Alberto Balsalm (1995)
50 Euro to Break Boost (2018)
Shine A Light (2017)
Debold (2019)
«Der Song ist fast so alt wie ich – aber das merkt keiner. Wie wir wissen, wird vieles mit dem Alter besser. Aphex Twin ist so etwas wie ein Pate in der elektronischen Musik. Er ist oft gesampelt worden. Und so habe auch ich ihn entdeckt. Ein Song zum Entspannen nach der Arbeit – in diesen Zeiten brauchen wir genau so etwas.»
«Ich kann mich bei diesem Song unglaublich gut konzen trieren, wenn ich arbeite. Ich mag die Melodie im Hintergrund. Skee Mask ist ein inter essanter Typ, ich habe lange nicht gewusst, dass er aus München ist – er macht sehr viele verschiedene Sachen, aber ‹50 Euro to Break Boost› mag ich besonders gern.»
«Shabazz Palaces sind ein HipHop-Kollektiv, das gerne musikalisch experimentiert. Dieser Song kommt aber ganz anders daher – leichtfüssig und intensiv. Er hat eine wunderschöne Soul-Stimmung. Ich würde ihn gern für eines meiner Videos verwenden. Bisher ist es mir aber leider nicht gelungen, die Rechte zu bekommen.»
«Um ganz ehrlich zu sein: Mich hat zuerst das Video begeistert, das ist eine analoge Angelegenheit: Ein Mann tanzt im blauen Puma-Jogger und weissen Sneakers, und von irgendwo weht Gesang daher. Und man fragt sich: Macht er sich über uns lustig, oder kann er es nicht besser? Ich jedenfalls liebe den Groove, den der Song hat.»
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THE RED BULLETIN
WOLFGANG WIESER
Nico, wie der seit kurzem Dreissigjährige aus Crans-Montana gern genannt wird, ist kein lauter Typ. In der nicht unbedingt leisen Free skier-Szene gilt er wegen seiner betont ruhigen Art als Ausnahme erscheinung. Seine Songauswahl für die Playlist ist daher keine Überraschung. Die vier Songs bezeichnet Nico selbst als «mellow», also als «sanft»: «Ich habe bewusst keine Club-Banger aus gewählt, weil die Clubs, wo sie gespielt werden könnten, derzeit ohnehin geschlossen sind. Ich habe mich für Lieder entschieden, die uns guttun und bei denen wir uns entspannen.»
Für fast jede*n die passende Überraschung
199.– Oakley Fall Line XL
D ER CLU B DER TOT EN DEN K ER
EMPEDOKLES
Sollten wir jetzt alle Vegetarier werden? Die grössten Denker aller Zeiten beantworten Fragen unserer Gegenwart, übermittelt durch den Philosophen Christoph Quarch. Diesmal: der antike Heiler und Weisheitslehrer Empedokles über den Zusammenhang von Ernährung und Menschlichkeit. Gegenfrage: Was, meine Freunde, würdet ihr von einem Menschen halten, der seine Vorfahren akribisch in Stücke schneidet, auf den Grill legt und genussvoll mit einer feinen Barbecue-Sauce verspeist? Fändet ihr nicht so gut, oder? Ist ja auch eine unappetitliche Vorstellung – nur noch zu toppen durch die Vision, dass man euch selbst nach eurem Ableben in die Pfanne haute. Das würdet ihr nicht wollen. Aber genau darauf legt ihr es an. Denn es könnte durchaus sein, dass das T-Bone vor euch von einem Rind stammt, in dem die Seele eurer Oma wohnte. Deshalb ein klares «Ja» auf eure Frage: Ihr solltet auf Fleischkonsum verzichten. Ob diese Eso-Spinnerei mein Ernst ist? Klar ist das mein Ernst. Denn Seelenwanderung hin oder her, eines habe ich verstanden: Alle Lebewesen sind miteinander verwandt. Streng genommen sind wir alle Teil eines einzigen grossen Lebens. Und deshalb verletzen, ja töten wir uns ein Stück selbst, wenn wir Tiere quälen oder schlachten. Wir peinigen das grosse Leben, das durch uns ebenso hindurchfliesst wie durch Fische, Lämmer, Schweine oder Kühe. Eigentlich, meine Freunde, wisst ihr das ohnehin – und verdrängt deshalb das Schlachten in anonyme Fabriken. Ihr scheut euch, den Tieren, die ihr esst, in die Augen zu schauen, bevor ihr sie tötet, und überlasst das Schlachten lieber anderen. Ihr fürchtet eure eigene Empathie, die euch davon abhalten würde, zum Messer zu greifen. Denn eigentlich liebt ihr die Tiere genauso, wie ihr euresgleichen liebt. Ja, ihr wisst um eure Verwandtschaft mit ihnen. Aber irgendwie könnt ihr trotzdem nicht davon lassen, an möglichst jedem Sommerabend ein Grillfest zu veranstalten. Meine Zeitgenossen waren übrigens auch schon leidenschaftliche Fleischesser. Und auch damals war absehbar, dass ihnen zu viel Fleischkonsum nicht gut-
tut. Deshalb habe ich ihnen die Geschichte von der Wiedergeburt erzählt. Das war keine pure Erfindung. Ich glaube fest daran, habe ich mich doch in Trancezuständen immer wieder an frühere Inkarnationen meiner Seele erinnern können: als Fisch und Schwein, ja auch als junges Mädchen oder als Gebüsch. Wenn das wirklich stimmt und ich schon etliche Male in Tiergestalt auf Erden wandelte, dann bin ich auch schon etliche Male geschlachtet und ausgenommen worden – und ehrlich gesagt: Das brauche ich nicht noch einmal. Keiner braucht das. Darum: Lasst das Fleischessen! Wenn ihr damit aufhört, werden eure Enkel vielleicht gar nicht mehr damit anfangen – und euch bei eurer nächsten Wiedergeburt als Wildschwein nicht zur Salame di Cinghiale verarbeiten. Und selbst wenn ich mir das alles bloss eingebildet haben sollte, bleibt doch ein wahrer Kern in der Seelenwanderungsgeschichte. Nämlich der, dass wirklich alle Lebewesen dieser Erde miteinander verbunden sind. Eure Wissenschaftler können euch vorrechnen, dass euer Fleischkonsum dem Ökosystem ebenso wie eurer Gesundheit auf Dauer schadet – und dass mit jedem geschlachteten Tier ein Teil des grossen Lebens, dessen Teil ihr seid, sterben muss. Die Dinge geraten aus dem Gleichgewicht, meine Freunde, wenn ihr weitermacht wie bisher. Und ja, okay, vielleicht müsst ihr auch nicht ganz auf eure Steaks verzichten. Es wäre schon viel gewonnen, wenn ihr euren Fleischkonsum reduziert. Ich esse offen gestanden auch einmal gern eine Tagliata fiorentina – denn es gibt ja auch ein paar meiner Vorfahren, die in die Pfanne zu hauen und kleinzukauen mir eine echte Freude ist. Also: Ganz so verbissen müsst ihr es nicht halten. Aber weniger Tiere töten heisst auf jeden Fall, mehr Mensch sein.
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gilt als einer der einflussreichsten Denker der Frühzeit der griechischen Philosophie. Aufgewachsen im sizilianischen Akragas, stand er unter dem Einfluss der in Süditalien weit verbreiteten pythagoreischen Tradition, die aus dem Orient die Lehre von der Wiedergeburt einer unsterblichen Seele in die griechische Welt eingeführt hatte. In einem seiner Lehr gedichte ging Empedokles der Frage nach, wie man sich als Mensch verhalten müsse, um seine ursprüngliche Göttlichkeit zurückzugewinnen. Als eines der probaten Mittel dazu er schien ihm der Verzicht auf jede Form von Fleischkonsum.
THE RED BULLETIN
DR. CHRISTOPH QUARCH
EMPEDOKLES (ca. 495–435 v. Chr.)
BENE ROHLMANN
« Ihr fürchtet eure Empathie, die euch davon abhalten würde, zum Messer zu greifen.»
EMPEDOKLES
«Wenn ich schon etliche Male in Tiergestalt auf Erden wandelte, dann wurde ich auch schon etliche Male geschlachtet – und ehrlich gesagt: Das brauche ich nicht noch einmal.» THE RED BULLETIN
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Joel Basman
«Einfach mal entspannen» Joel Basman, 30, spielt den «Ausbrecherkönig» Walter Stürm. Hier spricht er über Freiheit, den Umgang mit Rückschlägen und seine Strategien gegen Angst. Text RÜDIGER STURM Foto JOSEPH KHAKSHOURI
Mit Filmen wie «Vielen Dank für nichts» ist Joel Basman zu einem der wichtigsten jungen Schweizer Schauspieler aufgestiegen. Er spielte in dem für den Oscar nominierten Streifen «Unter dem Sand» und feierte mit «Wolkenbruch» einen grossen Kinoerfolg. Jetzt verkörpert der Dreissigjährige im Film «Stürm» den legendären Berufskriminellen und Ausbrecherkönig Walter Stürm (1942–1999), der in den Siebzigerund Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts als eine Art Robin Hood gefeiert wurde. the red bulletin: Der Untertitel des Biopics «Stürm» lautet: «Bis wir tot sind oder frei». Wie wichtig ist Ihnen Freiheit? joel basman: In mir steckt auf jeden Fall eine freiheitsliebende Ader. Die brauchst du, wenn du diesen Beruf machen willst. Aber es gibt auch Grenzen für dieses Freiheits bedürfnis. Wenn mir bei einem Dreh bestimmte Dinge nicht passen, haue ich deshalb nicht gleich ab. Was bedeutet der Begriff Freiheit für Sie konkret? Wenn ich zum Beispiel spontan den Koffer packen und verreisen kann. Vor zwei Jahren etwa habe ich mit einem Freund drei Tage vor Weih nachten einen Trip nach Costa Rica gebucht und bin hingeflogen.
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Sie sind mit achtzehn nach Berlin gegangen. War das auch Ausdruck Ihres Freiheitsdranges? Das könnte man so sagen. Ich war gewissermassen in der grossen wei ten Welt, hatte tausend Erwartun gen und keine Ahnung, was kommt. Und was kam? Zum ersten Mal habe ich mich ein sam gefühlt, das war sehr krass. Ich habe begriffen: Jetzt bin ich Tausende von Kilometern von meiner Heimat weg. Das kann einen schon runterziehen. Aber durch diese Er fahrung bin ich auch erwachsener geworden. Und gleichzeitig habe ich gute Menschen getroffen, die alle zu meinen Freunden geworden sind. „Gute Menschen»? Was meinen Sie damit genau? Die haben eine ähnliche Einstellung wie ich. Sie fragen nicht als Erstes: «Woher kommst du?», sondern sagen: «Tagchen, wie geht’s, was machst du heute?» Nachdem man als freiheits liebender Mensch auch einsam sein kann: Wie gehen Sie heute mit diesem Gefühl um? Es ist eine Gewohnheit geworden. Für mich ist es inzwischen normal, dass ich viel Zeit allein in Hotel zimmern verbringe, wenn nicht ge rade Corona ist. Wenn ich für mich bin, dann lese ich zum Beispiel. Und ich versuche, mich in dem Ort einzugrooven. Ich richte mich ein,
sodass ich mich wohlfühle, gehe auf Erkundungstouren, um die Stadt besser kennenzulernen. Freiheit kann auch Angst machen, heisst es. Wie sehen Sie das? Momentan erlebe ich eine gewisse Unsicherheit, weil im zurückliegen den Jahr wegen Corona 111 von 120 geplanten Drehtagen abgesagt oder verschoben wurden. Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt und weiss dann nicht mehr, wie es weitergeht. Da kommen manchmal schon existenzielle Fragen hoch. Wie gehen Sie mit dieser Un sicherheit um? Sport hilft auf jeden Fall. Du kannst dich auch ohne Gym fit halten. Und ganz wichtig ist der Austausch mit Familie oder Freunden. Es hört sich kitschig an, aber in Zeiten wie diesen merkt man das. Das hilft entschei dend, solche Sachen zu überstehen. Du musst dir aber auch selbst sagen: Ey, nicht verrückt werden! – zum Beispiel, wenn dir jemand irgend welche Fake News schickt. Halte einen gesunden Dialog mit dir selbst und gib dich nicht der Absurdität hin. Dann verlierst du nicht die Fassung. Gibt es Beispiele, wie Sie mit Angst fertig werden? Man muss sie halt kontrolliert zu lassen. Es ist okay, Angst zu haben. Ein ganz banales Beispiel: Du stehst an einem Geländer, schaust runter in die Tiefe und spürst eine Be klommenheit. Dann atmest du ein, legst die Hände aufs Geländer und merkst, es ist fest. Du guckst dich um, und auf einmal begreifst du: Du hast keine Angst mehr. Du musst dich einfach entspannen und mit der Angst klarkommen.
THE RED BULLETIN
«Es ist okay, Angst zu haben.» Joel Basman erklärt, wie er gelernt hat, die Kontrolle zu behalten.
THE RED BULLETIN
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Joel Basman
Drama mit Botschaft
In «Stürm: Bis wir tot sind oder frei» glänzt Joel Basman in der Titelrolle. 20 Jahre lang hielt der Einbrecher und Bankräuber Walter Stürm die Schweiz in Atem. Achtmal entkam er aus Gefängnissen und liess die Ermittler schlecht aussehen. Der ideale Stoff für ein spektakuläres Kinodrama mit sozialkritischer Botschaft, in dem Joel Basman in der Hauptrolle glänzt. Mehr Informationen: biswirtotsindoderfrei.de Ab 18. Februar in den Kinos
Walter Stürm verlor seine Freiheit immer wieder, weil er ständig im Gefängnis war. Wie kann man so etwas überstehen? Aus erster Hand wurde mir gesagt: Finde einen Job, mache Sport, absolviere eine Ausbildung und werde nicht süchtig nach Medikamenten oder Drogen, sonst wirst du die Zeit im Gefängnis nicht überstehen. Und gehe allem so weit wie möglich aus dem Weg. Das musst du konsequent durchziehen. Haben Sie sich selbst mal wie eingesperrt gefühlt? Das passiert mir an jedem Flughafen, weil man sich da nicht frei bewegen kann. Ich will rauchen, wenn ich rauchen will, und rausgehen, wenn ich rausgehen will, und nicht immer das Trara mit der Security haben. Ich sehe zwar ein, dass das alles nötig ist, aber ich mag diese Anspannung nicht. Und im übertragenen Sinn – hatten Sie je Situationen, in denen Sie in einer Sackgasse landeten und nicht weiterkamen? 34
Klar gibt es immer wieder solche Phasen im Leben. Zum Beispiel, als ich eben damals mit achtzehn nach Berlin kam. Hinter jedem Erfolg stecken viele Rückschläge, und das Entscheidende ist, dass man wieder aufsteht. Wie schafft man das? Das Beste ist es, Gespräche mit nahestehenden Menschen zu führen und die Situation zu erörtern. Ausserdem ist es wichtig, dass man die richtigen Massstäbe behält. Wenn ich einen Job nicht bekomme, ist das was anderes, als wenn zum Beispiel ein Elternteil krank wird oder man von seiner Vaterschaft erfährt. Mir hilft es auch, wenn ich Zeit mit meiner einjährigen Nichte und meinem fünfjährigen Neffen verbringe. Das mache ich einmal pro Woche. Von Kindern man kann lernen, sich nicht ständig Sorgen zu machen. Es ist eben nicht alles wichtig. Jetzt gibt es zum Beispiel eine Wasserschlacht, und da ist es egal, ob man eine teure Uhr oder eine trockene Hose anhat.
«Bleibe in einem gesunden Dialog mit dir selbst.»
Sie kommen aus einer multi kulturellen Familie. Ihre Mutter ist Schweizerin, Ihr Vater gebürtiger Israeli. Inwieweit haben Sie diese Wurzeln geprägt? Wir tragen alle unsere DNA in uns, was natürlich Auswirkungen hat. Ich bin in einem völlig offenen Haushalt gross geworden. Wichtig war auch, dass sich meine Eltern für ein Quartier in Zürich entschieden haben, wo hauptsächlich Ausländer leben und in dem alle Religionen vertreten waren, ob streng orthodoxe jüdische Chassidim, Christen oder Muslime. Zu Hause fielen keinerlei rassistische Schimpfworte. Ich reise immer wieder nach Tel Aviv, wo ich auch noch Familie habe – so sechzig, siebzig Verwandte. Ich möchte die Sprache noch besser lernen. Hebräisch kann ich zwar perfekt sprechen, aber nicht schreiben und lesen. Und eines meiner Lieblingsbücher stammt von einem Israeli: «Wie man Fanatiker kuriert» von Amos Oz. Wie kuriert man Fanatiker? Du musst versuchen, den dem Fanatismus zugrunde liegenden Konflikt zu verstehen: Wo, wann, warum ist der entstanden? Lege die Situation nüchtern vor dir auf den Teppich, schaue sie an, ohne nach Schuldigen zu suchen und ohne etwas schönzureden. Betrachte alles möglichst aus einer logischen Sichtweise. Wenn Sie mit jemandem Stress haben – wenden Sie solche Erkenntnisse für sich selbst an? Ich wünschte, ich könnte es. Schwierig wird es, wenn man emotional betroffen ist. Da machen wir alle Fehler. Es gibt keine Mrs. und keinen Mr. Perfect, nur perfekte Momente. Um die zu erreichen, brauchen wir Selbstreflexion. Und wir müssen ständig an uns arbeiten. THE RED BULLETIN
PHILIPPE ANTONELLO/PORT AU PRINCE PICTURES
Joel Basman als Walter Stürm mit Co-Darstellerin Marie Leuenberger als idealistische Anwältin Barbara Hug
Mehr Auszeit Wagen. Der Volvo V90 Cross Country. MEHR ENTDECKEN AUF VOLVOCARS.CH/V90CROSSCOUNTRY
Volvo Swiss Premium® Gratis-Service bis 10 Jahre/150 000 Kilometer, Werksgarantie bis 5 Jahre/150 000 Kilometer und Verschleissreparaturen bis 3 Jahre/150 000 Kilometer (es gilt das zuerst Erreichte). Nur bei teilnehmenden Vertretern. Abgebildetes Modell enthält ggf. Optionen gegen Aufpreis.
David macht Fortschritte Mit neuer Technik zu Rekorden: Der querschnitts gelähmte Sportlehrer David Mzee, 32, entwickelt sein Leben weiter – Schritt für Schritt. Text HANNES KROPIK
Als er sich nach 467 Metern in seinen Rollstuhl fallen lässt, ist David Mzee müde, aber glücklich. Beim Wings for Life World Run 2020 wird der 32-jährige Tetraplegiker (Querschnittslähmung, bei der Arme wie auch Beine betroffen sind; Anm.) auf der Laufbahn seiner Heimat gemeinde Wetzikon nach 32 Minuten vom virtuellen Catcher Car einholt. Der Wings for Life World Run kennt keine klassische Ziellinie: Ein (2020 virtuelles) Catcher Car startet 30 Minuten nach den Läufern. Holt es einen Teilnehmer ein, ist das Ren nen für ihn gelaufen. Sieger ist, wer die längste Strecke zurücklegt, also als Letzter eingeholt wird.
Mithilfe eines implantierten Stimulators kann David Mzee gehen. Beim Wings for Life World Run diesen Mai hat er 467 Meter geschafft. Mehr Informationen: wingsforlifeworldrun.com
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Seit dem Rennen darf David auf zwei persönliche Rekorde stolz sein: Nie zuvor seit seinem Unfall ist er weiter und länger auf den eigenen Beinen unterwegs gewesen. Und das, obwohl der Untergrund für seine Verhältnisse nicht ideal war: «Auf Asphalt bekomme ich die Füsse leichter vom Boden weg als vom Gummi der Laufbahn.» David ist seit einem misslungenen Dreifachsalto im November 2010 querschnittsgelähmt. Seine persönliche Entwicklung hat das Unglück nicht gestoppt: Er verstärkt das RollstuhlrugbyNationalteam, beendet sein Studium an der ETH Zürich als Jahrgangs bester und hält Inspirationsvorträge. Nun freut sich der Sportlehrer auf die Geburt seiner ersten Tochter im Dezember. Weltweite Beachtung findet der Sohn einer Schweizerin und eines Kenianers, weil er trotz seiner Behinderung wieder laufen kann. Seit 2016 nimmt er an einer klinischen Studie der ETH Lausanne unter Leitung von Professor Grégoire Courtine teil. Ein implantierter Neu rostimulator überwindet – grob ver einfacht erklärt – wie eine Brücke die verletzte Stelle im Rückenmark und leitet I mpulse an Davids Beine weiter. «Ein Kollege», erzählt David, «hat mich neulich an einen Satz erinnert, den ich kurz nach dem Unfall zu ihm gesagt habe: ‹Jetzt habe ich endlich eine richtige Challenge.›»
Den Rekord verdankt er nicht nur intensivem Training, sondern auch einer weiterentwickelten Tech nik. «Vergangenes Jahr sind meine Beine automatisch alle 1,5 Sekunden stimuliert worden, und ich musste diesem Rhythmus folgen. Wenn ich eine kurze Pause brauchte, selbst im Stehen, musste ich diese Impulse unterdrücken, und das hat zusätz lich Kraft gekostet.» Nun lösen Sensoren an den Schienbeinen die Stimulation aus: «Wenn ich mit dem Bein, das als nächstes in die Schwungphase ein tritt, auf die Zehenspitzen komme, verkleinert sich der Winkel zum Schienbein. Sobald dieser Punkt, den wir vorher definieren und zwischendurch anpassen können, überschritten ist, wird die Stimula tion ausgelöst.» Der entscheidende Vorteil ist, dass er die technische Unterstützung bewusst beanspruchen kann: «Wenn ich den Oberkörper nach vorne beuge, zieht es die Ferse ein wenig nach oben, und damit kann ich die Stimulation zuverlässig auslösen.» Das – bewusst unausgesprochene – Ziel ist es, irgendwann auch ohne Hilfe des Rollators gehen zu können: «Wenn ich am Rollator noch besser werde, ist das cool, aber kein Game Changer. Ob ich 390 Meter oder 467 Meter gehe, ist ein gradueller Unter schied, aber kein kategorischer. Das freihändige Gehen wäre der nächste funktionell wichtige Unterschied.» Den Wings for Life World Run 2021 hat David bereits fix in seine nächsten Entwicklungsschritte ein geplant: «Ich bin einfach Sportler durch und durch. Und ich bin sehr ehrgeizig. Für mich ist dieser Event aber auch ein wichtiger Gradmesser. Ich kann meine Ergebnisse verglei chen und weiss dann, wo ich stehe.» Auf jeden Fall mit beiden Beinen im Leben. Davids Weg folgen: david-mzee.ch
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ROMINA AMATO/WINGS FOR LIFE WORLD RUN
David Mzee
«Ich bin Sportler durch und durch. Und ich bin sehr ehrgeizig.» David Mzee im Rollstuhl. Er kämpft darum, wieder gehen zu können.
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Lars Ulrich Mehr als Metal Metallica sind beim Geldsammeln genauso unerbittlich wie beim Rocken. Mit der Stiftung «All Within My Hands» ist das Quartett seit 2017 aktiv: Auf Tour wird unter anderem ein Teil der Ticket-Einnahmen an lokale Organisationen gespendet. Metallica unterstützte in der Schweiz die Züricher «Sternschnuppe», die sich für Kinder und Jugendliche einsetzt. Wer mithelfen will: allwithinmyhands.org
gruppe zu den besten Spielern Dänemarks. Stimmt schon – ich bin das schwarze Schaf der Familie. Aber die vergan genen 39 Jahre haben gezeigt, dass die Entscheidung kein Fehler war. Ich wollte das machen, was mir wichtig war, nicht das, was andere von mir erwarteten. Das rate ich jedem: Folgt euren Träumen und tut das, was euch wichtig ist. Ver lasst euch auf euer Bauchgefühl.
2017 wurde Lars Ulrich in Dänemark zum Ritter geschlagen.
«Unser Motto ist Spass» Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich, 56, erzählt, warum es ratsam ist, seinen Träumen zu folgen. Interview MARCEL ANDERS
Mit 16 stand Lars Ulrich vor der Ent scheidung, Tennisprofi oder Drum mer in einer Band zu werden. Das Ergebnis ist bekannt – als Schlag zeuger von Metallica wurde er welt berühmt. Heute ist er 56, aber seine Truppe ist noch immer für Über raschungen gut: Das aktuelle Live album «S&M2» wurde mit dem San Francisco Symphony Orchestra auf genommen – und landete sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf Platz 1 der Charts. Im Interview 38
spricht der gebürtige Däne darüber, warum Experimente das Leben inter essant erhalten. the red bulletin: Herr Ulrich, Ihr Vater und Ihr Grossvater waren Tennisprofis. Haben Sie es jemals bereut, nicht in deren Fussstapfen getreten zu sein? lars ulrich: Nicht wirklich – haha. Dabei zählten Sie Anfang der 1980er-Jahre in Ihrer Alters
Mutige Entscheidungen treffen, dem Bauchgefühl folgen: Das machen Sie auch heute noch, wenn Sie zum Beispiel auf dem aktuellen Metallica-Album das Werk «Die Eisengiesserei» des russischen Avantgarde-Komponisten Alexander Mossolow aus dem Jahr 1926 spielen. Gab es Zweifel, ob die Fans da mitziehen würden? Natürlich gibt es immer Zweifel, ob wir zu weit gehen. Aber gleichzeitig lieben wir es, Sachen auszuprobie ren, die etwas abseitig erscheinen. Das ist wichtig, um die Band frisch und interessant zu halten. Und hätte es nicht funktioniert oder wäre es zu abgedreht gewesen, hätten wir jederzeit den Stecker ziehen können. Ein Sicherheitsnetz bauen, einen Plan B haben – auch das ist sehr wichtig, wenn du eine schwierige Entscheidung treffen musst. Aber im Prinzip ist unser Motto: Fühlt es sich gut an? Macht es Spass? Dann lasst es uns tun! metallica.com THE RED BULLETIN
SHAMIL TANNA
War Ihr Vater sauer, dass Sie diese aussichtsreiche Karriere einfach hingeschmissen haben? Nein, da war ich in einer glücklichen Situation. Er hat mich immer ermu tigt. Wahrscheinlich, weil er selbst ein grosser Musikfan war.
TIME IS WHAT YOU MAKE OF IT
Mathilde Gremaud in Saas-Fee: links von ihr der Portjengrat, davor das Almagellerhorn, rechts das Sonnighorn
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Winter-Special
So leicht ist schwer Freeskierin MATHILDE GREMAUD, 20, schaffte als erste Frau der Welt einen ganz besonderen Sprung: den Switch Double Cork 1440. Porträt einer jungen Schweizerin, die wie die fröhliche Lösung eines komplizierten Rätsels wirkt. Text CHRISTOF GERTSCH Fotos NORMAN KONRAD
A Als Mathilde Gremaud an einem Montag nachmittag im September als erste Frau der Welt den «Switch Double Cork 1440» stand, war es exakt drei Jahre her, dass sie zum ersten Mal über diesen Trick nachgedacht hatte. «Wäre doch was für dich», sagte ihr Trainer damals. Und sie antwortete: «Ey, spinnst du?» Das war während einer Trainings session, in der sie sich mit einem «Switch Cork 900» abmühte, einem rückwärts angefahrenen Salto mit eineinhalb Schrauben. Man würde denken, für eine Topsportlerin wie sie sei so ein Trick ein Kinderspiel. Doch wer immer das Schwere übt, dem gelingt irgendwann das Leichte nicht mehr. Genau deshalb hatte sich Gremaud angewöhnt, sich etwas häufiger dem ver meintlich einfacheren Teil ihres Reper toires zu widmen. Nun aber überdrehte sie trotzdem immer. Irgendwann sagte Misra Torniainen, damals der Schweizer Freeski-Nationaltrainer, heute Gremauds
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persönlicher Berater: «Du könntest ver suchen, gleich noch ein wenig weiter zu drehen.» So entstand aus dem ver patzten Switch Cork 900 die Idee zum Switch Double Cork 1440: rückwärts anfahren, Doppelsalto, zwei Schrauben – ein Wahnsinnssprung. Die besten Männer beherrschten den Trick zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren. Aber eine Frau? Torniainen sagt: «Ich glaube, die Männer hätten kein Wort geglaubt, wenn Mathilde erzählt hätte, dass sie sich daran versuchen will.» Mathilde Gremaud, Jahrgang 2000, wuchs in La Roche auf, einem Dorf in den Freiburger Voralpen am Fuss von La Berra. Der Berg ist bekannt als Win tersportgebiet, kein Wunder also, dass Gremaud auf Ski stand, kaum dass sie gehen konnte. Aber sie spielte auch Fuss ball, machte Leichtathletik, war mit dem Skateboard, den Rollerblades, dem Bike unterwegs. Sie war immer draussen. Im Winter baute sie mit anderen Kindern aus dem Dorf Schanzen. Und einmal kam der Tag, als ihr Cousin, der gleich neben an wohnte, ihr zeigte, wie man sich auf Ski in der Luft um 360 Grad dreht.
Und die kleine Mathilde? Die machte es nach, gleich beim ersten Versuch. Heute sagt sie: «Ja, im Sport – da ist es nie schwierig für mich.» Das sagt auch Torniainen, er hält sie für unglaublich talentiert. «Eine Begabte wie sie», sagt er, «gibt es auf Ski kein zweites Mal.» Wenn man sich Gremauds Switch Double Cork 1440 auf Video anschaut, geschehen nacheinander zwei Dinge. Zuerst ist man beeindruckt – man merkt, dass hier gerade eine neue Ära einge läutet wird. Dann passiert das eigentlich Besondere: Man will das Video immer und immer wieder abspielen, so hin reissend ist es. Denn Gremaud lässt etwas Schweres so leicht aussehen, dass man es im Kopf fast nicht begreift. Man weiss, wie krass der Trick ist, und gleichzeitig sieht man mit eigenen Augen, wie schön und anmutig sie ihn ausführt, so frei, als könnte sie tatsächlich fliegen.
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ettkämpfe im Freestyle-Winter sport können zum Zuschauen eine erstaunlich frustrierende Angelegenheit sein: Es kommt – weil der kleinste Fehler extreme Folgen hat – recht häufig zu Stürzen. Und wenn eine Darbietung gelingt, ist es nicht auszu schliessen, dass eine Athletin, ein Athlet dafür derart an die Grenzen gehen muss, dass in der Erinnerung des Publikums dann doch nur Anstrengung und Er schöpfung zurückbleiben. Und nicht Leichtigkeit, nicht Freiheit, obwohl der Freestyle-Wintersport genau aus diesem Antrieb heraus erfunden wurde.
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Winter-Special
« Die Männer hätten kein Wort geglaubt, wenn Mathilde erzählt hätte, dass sie sich daran versuchen will.» Mathildes Berater Misra Torniainen über die Bedeutung dieses Sprungs in der Freeski-Welt
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Das liegt daran, dass der Szene heute ein Drang innewohnt, gegen den sie sich lange wehrte: Alles muss immer noch komplizierter, ausgefallener, extremer sein. Das ist nicht per se schlecht. Es ist nicht verwerflich, das Beste aus sich her ausholen zu wollen. Aber die Entwick lung kann einem ästhetisch orientierten Publikum ein wenig die Lust nehmen. In diesem Spannungsfeld nun wirkt Gremaud wie die Lösung eines kom plizierten Rätsels. Keine Ahnung, wie sie das schafft, aber sie ist jederzeit beides: superehrgeizig und superlocker. Sie nimmt sich die anspruchsvollsten Tricks vor, baut sie aber nur in ihr Wett kampfprogramm ein, wenn sie diese mit grosser Wahrscheinlichkeit steht. Sie will gewinnen, sich dabei aber auf keinen Fall verbeissen. Und sie will besser werden, verträgt es aber nicht, wenn jemand ihr gegenüber das Wort «Training» benutzt. «Warum kann ich nicht einfach auf den Berg gehen und Ski fahren?», fragt sie.
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athilde Gremaud weiss noch ge nau, wie nervös sie als Mädchen vor Leichtathletik-Wettkämpfen war. Drei Jahre hintereinander war sie im 1000-Meter-Lauf eine der drei Jahr gangsbesten der Schweiz, doch jedes Rennen stresste sie, sie spürte den Puls schlag bis zum Hals. Dieses Gefühl, als ob man sich gleich übergeben müsste – sie hasste es. Irgendwann in dieser Zeit lernte sie, dass ihr die Strenge des Ausdauersports nicht zusagt. Und dass sie erfolgreicher ist mit ein wenig Ablenkung.
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Winter-Special
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Bereit fßr den Weg nach ganz oben – Mathilde Gremaud in Saas-Fee.
So funktioniert der Switch Double Cork 1440
Mathilde teilt die Flugphase in zwei Abschnitte Die Namen von Freestyle-Tricks klingen häufig wahnsinnig kompliziert, sagen aber alles – man muss sie nur Stück für Stück auseinandernehmen. Das gilt auch für den Switch Double Cork 1440: Der wird rückwärts angefahren («Switch»), dann folgen zwei 360-GradDrehungen um die Körperquerachse («Double Cork») und zwei 360-Grad-Drehungen um die Körperlängsachse – macht zusammen 1440 Grad. Wichtig: Rück-
wärts angefahrene Tricks sind schwieriger, und die Drehungen werden nicht eine nach der anderen aus geführt, sondern gehen ineinander über. Mathilde Gremaud unterteilt die Flugphase in zwei Abschnitte: Mit dem ersten Salto (Drehung um die Körperquerachse) verbindet sie eineinhalb Schrauben (Drehung um die Körperlängsachse), mit dem zweiten Salto noch eine halbe.
Als sie sich an jenem Montagnach mittag im September also darauf vor bereitete, als erste Frau der Welt den Switch Double Cork 1440 zu stehen, begab sie sich in Gedanken nicht in einen Tunnel, wie es auch im FreestyleWintersport viele tun. Sie weitete vielmehr den Blick, fand Konzentration ausgerechnet im Tumult. Sie alberte herum, hörte Musik, nahm damit den Druck von dem Moment – und fand gerade so in den magischen Zustand, in dem es nur um diese eine Abfolge ging: Anlauf, Absprung, Flug und Landung. Das war in Saas-Fee, auf 3500 Me tern über dem Meer, nach einem Trai ningstag – kurz vor der letzten Talfahrt 46
der Gondelbahn. In den Wochen zuvor hatte sich Gremaud auf dem Bag an den Trick herangetastet, das ist das grosse Luftkissen, das man beim Üben in den Landebereich einer Schanze oder einer Halfpipe legen kann. Sie spürte, dass et was geschieht und sie der Beherrschung des Tricks näherrückt. Aber reicht das? Wenn man noch nie von einer solchen Schanze abgesprungen ist, ist es schwer, sich das Gefühl dabei vorzustellen. Aber nach allem, was Freeskierinnen und Freeskier erzählen, nimmt der Respekt
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DOM DAHER/RED BULL CONTENT POOL
In Saas-Fee schaffte Mathilde Gremaud auf 3500 Metern ü. M. als erste Frau den Switch Double Cork 1440. Der historische Sprung zum Ansehen:
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auch dann nicht ab, wenn man es zum tausendsten Mal macht. Und selbst die Erfahrensten unter ihnen kennen diese leicht unbehagliche Ungewissheit – dann nämlich, wenn sie sich an einem neuen Trick versuchen. «Es ist wie eine Tür, die man öffnen muss, ohne zu wissen, was einen dahinter erwartet.» So erklärt es Misra Torniainen, der frühere Schweizer Nationaltrainer. Anders gesagt: Zum ersten Mal einen Doppelsalto mit zwei Schrauben zu machen, rückwärts angefahren, braucht richtig viel Mut. Und setzt voraus, dass man sich selbst richtig gut kennt. Dazu Torniainen: «Wenn du so etwas Schweres zum ersten Mal versuchst, musst du THE RED BULLETIN
« Wenn du so etwas Schweres zum ersten Mal versuchst, musst du sicher sein, dass dich dein inneres Gefühl nicht trügt.»
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Zeit zum Aufwärmen: Mathilde in der Berg station der Bergbahn Metro Alpin
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Bern
Schweiz Saas-Fee
s icher sein, dass dich dein inneres Gefühl nicht trügt. Du musst dich darauf verlassen können, dass du den Trick abbrichst, wenn du beim Absprung merkst, dass etwas nicht stimmt.»
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athilde Gremaud zu zeigen, dass sie diese Sicherheit hat – das war Torniainens Aufgabe. Und die begann lange vor jenem Montagnachmittag im September. Jedes Mal, wenn sie im Training einen Trick, der schiefzugehen drohte, rechtzeitig abbrach, sagte er: «Schau, dein inneres Gefühl trügt dich nicht.» Er war es auch, der ihr in SaasFee – man hört es deutlich im Video – im Augenblick des Absprungs zurief: «Hey, ’s isch guet!» «Wenn der Absprung passt, passt alles», sagt Gremaud. Sie stand den Trick, gleich beim ersten Versuch. Wie Jahre zuvor die allererste 360-Grad-Drehung. «Ein Mann ist den Switch Double Cork 1440 bei der Premiere nie schöner gestanden», meint Torniainen. Auch Monate später ist er von den Ereignissen oben auf dem Gletscher noch ergriffen. Vielleicht, weil er weiss, dass es so häufig schon anders war?
« Drei Jahre lang hatte sie mit dem Trick gelebt und sich ausgemalt, wie sie den Trick stehen würde.»
Das Schweizer Freeski-Nationalteam, das er geprägt hat, ist eines der besten der Welt, doch auf die erste Olympia medaille musste es bis 2018 warten: In Pyeongchang gewann Sarah Hoefflin Gold, Mathilde Gremaud wurde Zweite. Es war Torniainens Abschied. Mehr als ein Jahr dauert es noch bis zu den nächsten Winterspielen, sie sind Mathilde Gremauds grosses Ziel. Mindestens bis dahin will sie Profi sein, für ein Studium ist nachher Zeit. Warum sie mit der Weltpremiere nicht zugewartet habe, wurde sie nun oft gefragt. Wäre es nicht besser gewesen, die Konkurrenz mit einer Überraschung zu überwältigen und den Switch Double Cork 1440 erstmals im Olympiafinale 2022 zu zeigen, im Scheinwerferlicht und vor aller Leute Augen? Sie lacht, weil sie noch genau weiss, wie sie sich exakt diese Frage ebenfalls stellte. Doch sie beschloss, dass so viel Kalkül nicht zu ihr passen würde. Als sie merkte, dass sie für den Trick bereit war, wollte sie nicht den Flow unterbrechen. «Es hätte sich falsch angefühlt.»
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rei Jahre lang hatte sie mit den Gedanken an den Trick gelebt, wie aus dem Nichts tauchten sie manchmal auf: in der Gondel, unter der Dusche, im Bett. Oder auch mitten in einem Gespräch. Dann schweifte Mathilde Gremaud ab, zog sich in sich zurück und malte sich aus, wie sie den Trick stehen würde. Zunächst fiel ihr das unglaublich schwer – so weit weg war die Vorstellung von der Wirklichkeit. Aber das ist ein Teil dessen, wie sie funktioniert: Sie lässt sich etwas Verrücktes einfallen und verwirft es wieder. Dann wartet sie, bis die Idee zurückkehrt, aber als ernsthaftes Ziel, nicht mehr als ferner Traum. Und irgendwann, vielleicht an einem Montagnachmittag im September, irgendwann setzt sie in die Realität um, was am Anfang unmöglich schien.
Schnee garantiert Hochalpines Wintervergnügen in Saas-Fee
Die Ferienregion SaasFee/Saastal in den Walliser Alpen ist umgeben von Bergen und Gletschern, insgesamt ragen hier 18 Viertausender himmelwärts. Die Region eignet sich sowohl für sportliche Höchstleistungen als auch für erholsame Tage.
NaturschneeParadies
Das Saastal ist mit seinen 150 Pistenkilometern perfekt für jede Art von Wintersport – meist beginnt der Spass schon vor der Haustür und reicht bis auf 3600 Meter ü. M. Naturschnee ist während der ganzen Saison garantiert. Angeboten werden u. a. Skitouren, Eis klettern und Gletscher trekking.
Treffpunkt der Sport-Elite
Bereits zum fünften Mal gastierte vergangenen Oktober das Hoch leistungstrainingslager «The Stomping Grounds» im autofreien Saas-Fee. Mit dabei: internationale Topstars wie Mark McMorris und Anna Gasser. saas-fee.ch
Mathilde online: mathildegremaud.ch THE RED BULLETIN
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INNOVATOR
IDEEN FÜR EINE B ES S E R ZUKUNFTE
Wurzeln schlagen: Das «Baum-Haus» ähnelt fünf riesigen Blumentöpfen.
Dachlandschaften
Grüne Oase Wenn der vietnamesische Architekt Vo Trong Nghia, 44, Häuser plant, spriesst üppiges Grün – und du siehst die Stadt vor lauter Bäumen nicht mehr.
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o-Chi-Minh-Stadt ist die grösste Stadt Vietnams. Neun Millionen Menschen leben hier, weitere 21 Millionen in den Vorstädten. Eine Stadt voller Leben, eine Stadt voller Chaos – viele vergleichen sie mit einem Hurrikan. Doch ausgerechnet im Auge des Sturms herrscht himmlische Ruhe. Hier hat der Architekt Vo Trong Nghia Häuser errichtet, auf denen Bäume spriessen. Das Walddach bietet natürlichen Schatten in der tropischen Sonne, Vögel haben sich eingenistet.
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«Es geht darum, die Natur in unser Leben Einzug halten zu lassen», sagt der gläubige Buddhist. Sein Engagement für die Verwendung natürlicher Materialien hat ihm den Spitznamen «Bambus-Architekt» eingebracht. Er kann darüber entspannt lächeln. Mit Beharrlichkeit verfolgt er seine Vision: «Ich möchte, dass die ganze Stadt wie ein riesiger Park aussieht.» Seinem Ziel, einer grünen Metropole, nähert er sich beharrlich: Seine nächsten Bauten sind bereits im Entstehen. vtnarchitects.net
Vo Trong Nghia, 44 – ein zufrieden lächelnder Buddhist
THE RED BULLETIN
IN ALLER KÜRZE SO ÄNDERN WIR DIE WELT Red Bull Basement will Studenten inspirieren, die Welt zu verbessern – mit Innovationen. Hier 2 Experten-Tipps:
PHILIPP WESTERMEYER, ENTREPRENEUR Er hat mit seinem OMR- (Online Marketing Rockstar) Festival die Branche massiv beeinflusst. Heute sagt Philipp: «Je intensiver unsere Kommunikation ist, desto weniger Streit gibt es.»
Trainieren wie die Profis Viele Amateur-Fussballer verschenken Potenzial, weil sie ihre Leistung nicht optimal steigern. Die Macher der App B42 helfen ihnen, das nächste Level zu erreichen.
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on der bioelektrischen Aus wertung des Nervensystems über die Trainingssteuerung bis zum smarten Schusscoach «Footbonaut», der das Ballgefühl verbessert: Moderne Methoden helfen Profi-Fussballern, ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen. Amateur-Kicker hingegen sind manchmal schon froh, wenn der Trainer die Hütchen nicht vergessen hat. Nun kann auch Gründer Andreas Gschaider, 38, nicht alle Hobby-Fussballer mit Hightech-An lagen ausstatten, dafür will der Nieder bayer ihnen mit seinem jungen Münchner Unternehmen aktuelles Wissen der Trainingsforschung zugänglich machen. Wer die App B42 auf sein Smartphone lädt, bekommt innovative Trainingspläne – um seine Fitness-Performance zu optimieren und sich vor Verletzungen zu schützen oder um nach einer Verlet zung schneller wieder zurückzukommen. Je nach persönlichem Bedürfnis und Zeitbudget schlägt die App verschiedene Übungen zur Verbesserung von Athletik, Beweglichkeit oder Schnelligkeit vor. Im Fall einer Verletzung stellt sie einen effektiven Comeback-Plan zusammen. «Damit alle Programme perfekt austariert
Moderner Coach: B42 stellt jedem Fussballer ein innovatives Programm zusammen.
sind, haben wir sie gemeinsam mit renommierten Physiotherapeuten und Sportärzten erarbeitet», sagt Gschaider. Über 90.000 Fussballer haben die App bereits weltweit heruntergeladen, mehr als 600 Mannschaften setzen sie gemein sam ein. Nur beim Toreschiessen hilft die Anwendung leider noch nicht. b-42.com
INNOVATOR BY THE RED BULLETIN 02/2020
Alle Interviews: redbull basement.com/sessions
Der Sinn des Lebens
Der Reiz des Ungewissen
Bio-Hack Yourself!
12 Tipps für einen erfüllten Alltag – von Star-Autor Jay Shetty
Ein Aussteiger will die Welt mit einer revolutionären Yacht allein umsegeln.
Diese innovativen Gadgets optimieren Körper und Geist.
02/20
AUSGABE SCHWEIZ CHF 7
NASA Thomas Zurbuchen, Forschungsdirektor
Diese Schweizer Ava Lea von Bidder, Gründerin
IDEAS FOR A BETTER FUTURE
HIROYUKI OKI, HANNES BERGER, OMR, GEORG LINDACHER, B42
JOSHUA ZUKAS, DAVID MAYER
FABIO WIBMER, BIKE-ALLESKÖNNER Er zeigt Kunststücke, die uns mit offenem Mund staunen lassen. Längst gilt sein Name als Synonym für Kreativität. Der Rat des Österreichers: «Wenn du etwas mit Leidenschaft machst, werden die Menschen das erkennen.»
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THE RED BULLETIN
Riecht nach Teamspirit: Als Ansporn können sich Fussballer in der App gegenseitig herausfordern.
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Winter-Special
Loïc Meillard beim Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner im Tiroler Sölden. Er belegte Platz 5.
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PICTUREDESK.COM
«Wir werden immer ans Limit gehen»
LOÏC MEILLARD, 24, ist eines der grössten Talente im Weltcup- Zirkus. Und er lebt sein Leben, wie er Ski fährt: «Ich will aus jeder Minute das Maximum herausholen.» Text HANNES KROPIK Fotos GIAN PAUL LOZZA
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it seinen Junioren-Weltmeistertiteln in der Super-Kombination (2015), im Riesenslalom und der Kombination (jeweils 2017) hat der mittlerweile 24-jährige Wahl-Walliser ein grosses Versprechen abgegeben. Mit dem Sieg im Parallelweltcup begann Loïc Meillard voriges Jahr, dieses Versprechen einzu lösen. Der Sohn des früheren Speedskiers Jacques und ältere Bruder der JugendOlympiasiegerin Mélanie Meillard ist sich des sportlichen Potenzials seines Talents durchaus bewusst und sagt: «Mein g rosses Ziel ist selbstverständlich, den Gesamt-Weltcup zu gewinnen.» the red bulletin: Loïc, auf deiner Homepage stellst du dich als Skifahrer und Fotograf vor. Wie sieht dein Blick auf die Welt aus? loÏc meillard: Ich sehe, dass die Menschen immer im Stress sind. Aber in den Bergen weiss ich: Ich bin hier, in diesem Augenblick. Was ich in zwei Tagen machen muss, zählt nicht. Es ist wichtig, manchmal ein paar langsamere Schritte zu gehen und zu geniessen, was direkt vor mir liegt. Das klingt lustig aus dem Mund eines jungen Mannes, dessen Beruf es erfordert, sich schneller als alle anderen von Punkt A nach Punkt B zu bewegen. Ja, das ist schwer zu erklären. Aber ich habe immer schon sehr viel Zeit in der freien Natur verbracht, und dort lernt man, zwischendurch einfach einmal stehen zu bleiben. In einem Instagram-Posting hast du nach dem Saisonfinale im März geschrieben, dass du im vergangenen Winter nicht alle Ziele erreicht, aber zumindest viel über dich gelernt hast. 54
Loïc hat privat ein Faible für Fotografie. Hier zeigt er uns ein paar seiner schönsten Aufnahmen.
Immer, wenn etwas nicht so funktioniert, wie wir es gerne hätten, lernen wir. Fehler sind Teil unseres Lebens. Ich habe gelernt, dass ich mich in einem Rennen nur auf das fokussieren darf, was ich selbst kon trollieren kann.
«Es ist wichtig, zu geniessen, was direkt vor mir liegt.»
Und das wäre? Mein eigenes Skifahren. In Adelboden war ich im Riesenslalom nach dem ersten Lauf Dritter. Seit 2008 stand bei unserem Heimrennen kein Schweizer mehr auf dem Podest. Ich habe gedacht, dass ich es an diesem Tag schaffen könnte. Aber der THE RED BULLETIN
Fussballplatz auf den Lofoten Im Sommer waren wir in den Ferien in Norwegen. Auf den Lofoten liegt das Fischerdorf Henningsvær mit seinem berühmten Fussballfeld gleich neben dem Meer. Es hat geregnet und war sehr nebelig. Wir sind essen gegangen, und ich habe akzeptiert, dass dieses Foto nicht funktionieren würde. Doch zum Sonnenuntergang hat sich der Himmel geöffnet, und ich konnte meine Drohnenkamera starten. Ich selbst stehe auf dem Bild unten neben dem Fussball feld auf einem Stein.
Skitour in Island Ich gehe mit Freunden jedes Jahr im Frühling eine Woche auf Skitour. Dieses Bild ist 2019 in Island ent standen. Mit Fellen gehst du auf den Berg hinauf, fährst hinunter ans Meer, immer wieder. Wunderbar. Es gibt hier nur die Berge, das Meer und uns. Sonst nichts. Das sind die schönsten Ferien, die ich mir vorstellen kann.
Mond über Saas-Fee Im August haben wir um sechs Uhr morgens die Metro Alpin genommen, um am Gletscher Ski zu fahren. Der Mond ist gerade untergegangen, und die aufgehende Sonne hat dieses schöne, orange Licht auf den Schnee gezaubert. Zumindest eine kleine Kamera habe ich immer mit, auch wenn ich trainiere – um genau solche Momente festhalten zu können. THE RED BULLETIN
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Winter-Special
zweite Durchgang war langsam gesteckt, und ich habe mir zu viele Gedanken über die Kurssetzung gemacht. Ich bin dann Siebzehnter geworden und habe begriffen, dass ich das Rennen schon vor dem Start verloren hatte.
Welche Bedeutung hat für euch Athleten der Nationencup, den ihr in der vergangenen Saison nach 30 Jahren österreichischer Dominanz wieder für die Schweiz gewinnen konntet? Wenn ich am Start stehe, will ich für mich ein gutes Ergebnis erzielen und denke nicht an den Nationencup. Wenn ich schnell fahre, bringt das ohnehin automatisch Punkte für die Länder wertung. Dass wir gewonnen haben, zeigt aber, dass die ganze Mannschaft gut drauf war, und das freut mich. Musst du als Skifahrer Egoist sein oder Teamplayer? Denn natürlich musst du auf der Piste jeden schlagen wollen,
«Vielleicht sind wir berühmt, aber auch wir sind letzten Endes nur Menschen.» 56
Direktes Duell: Loïc beim Parallel-Riesenslalom in Chamonix. Rechts fährt Team kollege Thomas Tumler.
auch deine Teamkollegen. Andererseits pusht ihr euch als Team im Training immer wieder auf neue Levels … Skifahren ist ein Einzelsport. Wenn du am Start stehst, bist du allein. Aber du lebst praktisch das ganze Jahr gemeinsam mit deinen Kollegen, und je besser die Stimmung im Team ist, umso erfolgreicher sind wir alle. Wenn ein Team kollege bei einem Rennen auf dem Podest landet, freue ich mich für ihn. Und es motiviert mich, das nächste Mal selbst da oben zu stehen. Andere Sportler versuchen, ihr Privat leben möglichst privat zu halten. Du hingegen betreibst einen eigenen Podcast, «Behind an Alpine Skier», und bittest Kollegen vor das Mikrofon. Wie bist du auf diese für einen aktiven Profisportler doch ziemlich ungewöhnliche Idee gekommen? Einerseits bekommst du als Sportler oft die gleichen Fragen gestellt. Andererseits sehen uns die Fans im Fernsehen vor allem mit Sturzhelm und erfahren wenig über den Menschen unter diesem Helm. Nach dem vorzeitigen Saisonende hatte ich wegen Corona sehr viel freie Zeit und habe überlegt, wie ich sie sinnvoll nützen könnte. Der Podcast gibt mir die Gelegenheit, mit Kollegen entspannt Themen zu diskutieren, die uns wichtig sind. Priorität Nummer eins bleibt aber weiterhin: schnell Ski fahren.
Neben deinen Teamkollegen Marco Odermatt und Gino Caviezel war in dem Podcast auch die norwegische Weltcup-Starterin Maria Tviberg zu Gast, die Schwester deiner Freundin Rikke. Hast du nicht Angst, zu viel Privates preiszugeben? Bei manchen Fragen denke ich mir: Wollen wir darüber wirklich in der Öffentlichkeit sprechen? Aber ganz ehrlich: Mit all den Social-Media-Plattformen zeigen wir doch ohnehin sehr viel von uns. Ja, wir sind Sportler, und ja, vielleicht sind wir bekannt oder gar berühmt. Aber auch wir haben unsere Probleme und sind letzten Endes nur Menschen. Auch auf Social Media bist du sehr aktiv und betreibst unter anderem zwei Instagram-Kanäle (@loicmeillard und @loicscameralife; Anm.). Wie wichtig ist dir denn Anerkennung in Form von Likes oder Herzen? Das ist mir ziemlich egal. Ich poste ein Foto, weil es für mich ein schöner Moment war, und vielleicht motiviert das ja andere Menschen, sich selbst an der frischen Luft zu bewegen. Aber ob ein Bild dreitausend oder siebentausend Likes bekommt, sagt gar nichts. Das sind nur Zahlen. Du lebst in der kleinen Gemeinde Hérémence im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis. Wie wichtig ist dir dieser Flecken Heimat – auch in Hinblick darauf, dass du als Ski-Profi so viel Zeit auf Reisen verbringst? Ich wurde in Neuenburg geboren, dort habe ich während meiner ersten Lebensjahre auch gewohnt. Zum Ski THE RED BULLETIN
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Immerhin hast du wenige Wochen danach in Chamonix deinen ersten Weltcupsieg gefeiert und damit gleich Ski-Geschichte geschrieben: Du hast den erstmals ausgetragenen ParallelWeltcup gewonnen. Aber ganz ehrlich: Wie hoch ist die sportliche Wertigkeit eines Wettbewerbs, der nur aus zwei Saisonrennen besteht? Ich war schneller als alle anderen und besitze jetzt eine Kristallkugel, die sich auch in 20 Jahren zu Hause noch sehr schön machen wird. Aber im Endeffekt zeigen zwei Rennen nicht, was ein Weltcupsieg normalerweise beweist, nämlich dass du den ganzen Winter hindurch ganz vorn dabei warst. Deshalb ist diese Kugel sicher weniger wert als jene der Abfahrer, Slalom- oder Riesenslalomfahrer.
Hinter den Kulissen: Loïc beim Shooting für The Red Bulletin
fahren sind wir schon damals jedes Wochenende und in den Ferien nach Hérémence gekommen, und als ich elf war, sind meine Eltern mit mir und meiner Schwester endgültig über siedelt. Es ist sehr ruhig, der Ort liegt mitten in den Bergen. Ich wohne mit meiner Freundin in einer Wohnung, meine Eltern leben ein paar Häuser weiter. Ich bin sehr gerne unterwegs, fühle mich an vielen Orten wohl. Aber nach Hérémence kehre ich immer wieder sehr gerne zurück. Deine Freundin Rikke ist früher selbst Skirennen gefahren. Erleichtert das die Beziehung in einem Beruf, bei dem du den ganzen Winter über praktisch nicht zu Hause bist? Wie in jeder Beziehung ist Vertrauen wichtig. Beide Partner müssen verstehen, dass unser Job auch unsere Leidenschaft ist. Rikke fährt heute nur noch zum Spass Ski, aber sie versteht das gesamte System Ski-Weltcup, und das hilft uns natürlich. THE RED BULLETIN
Deine um zwei Jahre jüngere Schwester Mélanie ist ebenfalls Ski-Rennläuferin. Hast du Angst um sie, weil sie einen so gefährlichen Beruf ergriffen hat? Ja (lacht). Wenn sie am Start steht, habe ich grösseren Stress als bei meinen eige nen Rennen.
So ein Lob aus dem Mund eines der grössten Skifahrer der Geschichte ist natürlich schön. Mein grosses Ziel ist selbstverständlich, den Gesamt-Weltcup zu gewinnen. Aber das wollen die anderen auch. Immerhin weiss ich: Wenn alles passt, kann ich ganz vorne mitfahren.
Der Internationale Skiverband FIS versucht seit Jahren, das Verletzungsrisiko durch neue Vorgaben, etwa bei der Taillierung der Ski, zu minimieren. Hat das den Rennsport tatsächlich eine Spur sicherer gemacht? Skifahren mit hohem Tempo auf eisigen Pisten wird immer gefährlich sein. Die FIS kann Reglements ändern, so viel sie will, wir werden immer ans Limit gehen. Du kannst uns ein Stück Holz an die F üsse schnallen, und wir werden damit so schnell wie möglich fahren. Wenn du ge winnen willst, musst du riskieren. Wenn du riskierst, kannst du dich verletzen.
Ende Oktober bist du 24 geworden, also hast du hoffentlich noch eine lange Karriere vor dir. Aber hast du dir schon Gedanken über dein Leben danach gemacht? Ich habe keine Ahnung, was ich nach dem Rennsport machen möchte. Aber das Ziel ist, jetzt schnell genug zu fahren, damit ich nach der Karriere das Leben geniessen kann und nicht mehr viel arbeiten muss. Schauen wir einfach, welche Heraus forderungen dann auf mich zukommen.
Marcel Hirscher hat einmal gesagt: «Ich bin ein Fan von Loïc Meillard, er fährt hervorragend und ist ein grosses Talent für die Zukunft des Skisports.» Was bedeutet es dir, wenn der achtfache Gesamt-Weltcupsieger so ein Urteil abgibt?
Du wirkst wie ein Mensch, der lieber agiert als reagiert. Ja, ich gehe aktiv auf die Welt zu. Ich versuche, mein Leben so gut wie möglich selbst zu kontrollieren. Ich hasse es, Zeit zu verlieren, und will aus jeder Minute meines Lebens das Maximum herausholen. Loïc Meillard zum Anhören: loicmeillard.ch
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Regenbogen in Pastell – Priyas neues Leben ist so bunt wie ihr Outfit.
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« Das beste Jahr meines Lebens» Als Sängerin Erfolg zu haben war für PRIYA RAGU, 34, aus St. Gallen immer nur Zukunftsmusik. Bis 2020. Wie sie den Sprung geschafft hat, warum sie ihre Band per Tinder-Taktik wählen musste und wie ihr eine Vogelfeder den Weg zum Glück wies. Text SABRINA LUTTENBERGER Fotos JENNY BROUGH
Im
Nachhinein betrachtet war für Priya Ragu alles nur eine Frage der Zeit. Seit Jahren wird sie als kommender Superstar gehandelt – schliesslich hat sie es bereits 2013 ins Finale des wichtigsten Schweizer Nachwuchswettbewerbs, der Demotape Clinic, geschafft. Jetzt, mit 34, ist es endlich so weit: Priya hat seit dem Frühjahr ihren ersten Plattenvertrag in der Tasche. Die Single «Good Love 2.0» landete im Soundtrack von «FIFA 21», dem bekanntesten Fussballvideospiel der Welt. Und ihr Sound wird von Kritikern hoch gelobt, manche sagen sogar: Klingt wie nie gehört. Er ist geprägt von Priyas tamilischen Wurzeln – ihre Eltern waren in den 1980er-Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz geflüchtet, bevor Priya auf die Welt kam – und ihrer Leidenschaft für amerikanischen R ’n’ B. Warum gut Ding in ihrem Fall besonders viel Weile brauchte? Weil es dauerte, bis Priya sich klar wurde, dass sie wirklich nur eines wollte: Musik machen. Der Wendepunkt war 2017: Da verbrachte sie ein paar Monate in New York, um ihrem Traum fernab ihrer Heimat St. Gallen Leben einzuhauchen und Songs zu schreiben. Ab März 2020 ging alles ganz schnell: Lockdown, Label und ab nach London – in der britischen Metropole stellte sie eine Band zusammen und drehte auch gleich ein Video. Und hatte damit endlich Gewissheit: Ja, das lange Warten hat sich ausgezahlt.
« Es war wohl auch das erste Mal, dass eine Sängerin per Zoom-Call gesignt wurde.» 60
the red bulletin: Dir wurde schon seit deiner Teenagerzeit grosses Talent nach gesagt. Trotzdem hast du erst spät eigene Musik veröffentlicht. Warum? priya ragu: Ich bin jetzt viel selbstsicherer als früher. Es stimmt, es hat lange gedauert, bis ich eigene Songs geschrieben habe und bis mir die innere Stimme gesagt hat: «Komm, lass uns das jetzt wirklich mal probieren» (lacht). Als ich Ende 2018 das erste Lied veröffentlicht habe, b ekam ich sofort viel Aufmerksamkeit. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Stimmt die Story, dass dich daraufhin nicht nur eine, sondern 20 Plattenfirmen kontaktiert haben? Ja, tatsächlich! Da waren kleine Indielabels, aber auch grosse Majors dabei – übrigens alle aus dem Ausland. Aus der Schweiz hat sich kein Label gemeldet. Das ändert sich jetzt aber gerade. Jetzt beginnen auch die Schweizer, sich für mich zu interessieren. Du hattest schon einmal die Möglichkeit, bei einem kleinen Label zu unterschreiben, hast dich damals aber dagegen entschieden. Was war dieses Mal anders? Mein jetziges Label (Warner Music; Anm.) war mir von Anfang an sympathisch. Und auch der Deal war gut, das darf man nicht vergessen. Ich kann etwa meine Kreativität bei Visuals und Styling weiter ausleben, das ist mir alles frei überlassen. Das Einzige, was das Label macht, ist, mich zu unterstützen. THE RED BULLETIN
Priya Ragu,
34, tamilisch-schweizerische Soulsängerin aus St. Gallen. Tagsüber Technische Einkäuferin, abends Open-Mic-Teilnehmerin und Sängerin, seit Frühling 2020 bei Warner Music unter Vertrag. Ihre erste Single, «Good Love 2.0», ist im Soundtrack des Fussballvideospiels «FIFA 21» zu hören.
Tradition mit Twist
Obwohl Priya Ragu in der Schweiz geboren ist, ist sie sich ihrer tamilischen Wurzeln durchaus bewusst – und zeigt das auch. Hier trägt sie ein Outfit des Designers Amesh Wijesekera. Er wurde in London geboren, seine Familie stammt aber ebenfalls aus Sri Lanka.
Die Entscheidung, zu einem Major Label zu gehen, ist dir also leichtgefallen? Nein, es war ein grosser Schritt für mich. Ich hab mich schon gefragt, ob ein Major Label wirklich das Richtige für mich ist. Ich bin dann kurz mit dem Hund raus, Crooks heisst er. Auf dem Weg hab ich nach einer Antwort gesucht … und eine Feder gefunden. Das war wie ein Zeichen für mich. Die Feder zum Unterzeichnen! Das war wirklich krass … Diese Feder hängt jetzt übrigens immer noch bei mir in der Wohnung (lacht). Das hört sich an, als würdest du keine Kompromisse eingehen wollen, wenn es um deine Musik geht. Deinen Bürojob hast du aber nie aufgegeben. Auch jetzt nicht, oder? Stimmt, ich arbeite immer noch in meinem Beruf, allerdings nur noch zwei Stunden pro Tag. Ich glaub, das ist die Schweizerin in mir, die nicht ganz loslassen kann – zumindest so lange das noch machbar ist. Ich hab mir wirklich nicht gedacht, dass alles so schnell kommen wird, bin aber dafür sehr dankbar. 2020 war das beste Jahr meines Lebens! Das können nicht viele von einem Jahr wie diesem behaupten. Ich weiss, ich weiss. Das ist ein echtes Privileg. Ich meine, das ist ja wahrscheinlich auch das erste Mal in der Geschichte, dass eine Künstlerin über einen Zoom-Call gesignt wurde. Auch die Musiker für die Band habe ich online ausgewählt. Das Management hat mir Vorschläge geschickt, also wirklich vier verschiedene Gitarristen, vier Pianisten, Drummer … Und dann konnte ich wie im Katalog auswählen. Oder wie auf Tinder: links, links, rechts. Du warst ja schon einmal in einer Band. So hat alles angefangen. Ich bin mit tamilischer Filmmusik aus Kollywood aufgewachsen. Also im Norden Indiens sagt man ja Bollywood, im Süden ist es Kollywood. Mein Vater hatte eine kleine Band zusammengestellt, die Kollywood-Lieder gecovert hat. Mein Bruder hat Keyboard gespielt, und ich hab gesungen. Wir waren so ein bisschen die Ausnahmetalente in der Familie. Wenn am Wochenende die ganze Familie zu uns gekommen ist, dann hiess es auch immer gleich: «Priya, sing uns mal was vor!» (Lacht.)
«Ich glaube an Karma. Es gibt eine innere Stimme, die dir sagt, was du eigentlich willst.» Wie war das dann für dich, plötzlich deine eigenen Songs zu schreiben? Das Schreiben ist mir definitiv nicht so leicht gefallen, die Melodien kamen jedoch immer schnell. Ich glaube fest daran, dass es so etwas wie eine kreative Energie gibt und dass die etwas Göttliches ist. Manchmal kommen einem Ideen, man nimmt sie auf, und im Nachhinein denkt man sich: «Oh shit, war ich das jetzt? Wie hab ich das gemacht?»
Priyas Playlist
Bist du ein spiritueller Mensch? Schon eher. Ich glaube an Karma und Wiedergeburt. Ich glaube auch, Spiritualität hat etwas mit einem selbst zu tun. Dass man in sich geht, die Antworten in sich selbst sucht und findet. Es gibt immer eine innere Stimme, die dir sagt, was du eigentlich willst. Ich hab die Stimme auch sagen gehört, dass ich eigentlich Musikerin sein möchte, hab sie aber bewusst ignoriert. Mir hat die Selbstsicherheit gefehlt.
«Der Soundtrack meiner Kindheit – erweckt immer Nostalgie.»
Wie bist du selbstsicherer geworden? Durch viel Übung! Ich bin zum Beispiel am Morgen aufgestanden und habe drei Seiten in mein Tagebuch geschrieben, meine Gedanken, meine Unsicherheiten – so bin ich auf Lösungen gekommen, das war für mich ziemlich therapeutisch. Dann habe ich das Buch «Der Weg des Künstlers» von Julia Cameron gelesen, in dem es darum geht, seine Kreativität zu entdecken, was mich total motiviert hat. Man muss, glaube ich, ständig an sich arbeiten, sich fordern und sich aus der Komfortzone trauen.
«Meine LieblingsLive‑Band. Was für eine Energie!»
Was erhoffst du dir für die nächsten zwei Jahre? Das Ding ist: Ich mache die Songs, ich feiere sie ab, und wenn ich sie veröffentlichen kann, ist das so wie eine Geburt. Glaube ich. Vielleicht weniger anstrengend (lacht). Viel schöner ist für mich, zu sehen, was sich ergibt. Ich will mir nichts erwarten und dann enttäuscht werden. Es sind so viele Sachen geschehen, die ich mir im Traum nicht erhofft hätte. Ich bin froh, dass ich das, was ich gerade erlebe, jeden Tag in mein Tagebuch schreiben kann. So bleiben mir meine Erfahrungen und Emotionen für immer.
A. R. Rahman Bombay Theme (1995)
Oddisee The Goings On (2013)
Stevie Wonder Never Dreamed You’d Leave … (1971)
«Seine Stimme berührt meine Seele einfach zutiefst.» Zum Nachhören von Priyas Lieblingsliedern den QR-Code scannen.
Mehr aus Priyas Leben auf Instagram: @priyaraguofficial THE RED BULLETIN
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Kopfnuss von Toby für Hiasi, der wiederum Sammy im Schwitzkasten hat: die Herren Price, Walkner und Sunder land beim Red Bulletin-Fotoshoot
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Die Rallye-Dakar-Sieger MATTHIAS WALKNER, TOBY PRICE und SAM SUNDERLAND sind drei grundverschiedene Typen, sie sind Rivalen und trotzdem Freunde. Eine Geschichte über drei Motorrad - Einzelkämpfer und ihren erstaunlichen Teamgeist. Text WERNER JESSNER Fotos KONSTANTIN REYER
Ziemlich beste Gegner
«Ich bewundere Hiasis Zielstrebigkeit. Wenn er etwas will, organisiert er es sich.» Sam Sunderland
E
s ist der absolute Dakar-Adel, der hier in einem freund lichen Raum im Athlete Performance Center in Thalgau bei Salzburg sitzt und das macht, was er vermutlich am schlechtesten kann: warten. Der Australier Toby Price, 33, hat die härteste Motorradrallye der Welt in den Jahren 2016 und 2019 gewonnen, der Brite Sam Sunderland, 31, anno 2017 und der Salzburger Matthias Walkner, mit 34 Jahren der Älteste im Bunde, als erster Österreicher auf dem Bike 2018. In der vergangenen Woche haben sie hier gemeinsam trainiert, auf dem Ergometer, im Gym, hatten Massagen und Therapien, schulten Reaktion und Ausdauer, jeden Tag von morgens bis in den späten Nachmittag. Sie sind ein wenig geschlaucht.
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Zum Abschluss gab es einen Leistungstest, auf dessen Ergebnis sie jetzt warten. Ein wenig fühlt es sich nach Zeugnis verteilung an, bevor es am nächsten Tag nach Spanien geht, um auf dem Motorrad weiter zu trainieren, sich den fahrerischen Feinschliff zu holen für den Januar 2021 und das grosse Ziel der Rallye Dakar, die seit 2020 in Saudi-Arabien ausgetragen wird. Nur einer ist entspannt: Toby Price, der Mann mit der markanten Unfrisur und dem Fusselbart. Er weiss, dass seine Leistungswerte schlecht sein werden. Den Test hat er quasi nur aus Kollegialität mitgemacht. Drei Tage zuvor konnte er nämlich kaum noch gehen. Man muss überhaupt sagen, dass diese drei Männer die Kampfspuren ihres Sports deutlich sichtbar mitschleppen. Joggen kann keiner von ihnen mehr, «für Leute THE RED BULLETIN
MARCIN KIN
Matthias Walkner bei der Andalucía Rallye im Oktober: ein tolles Gefühl, endlich wieder auf dem grossen Motorrad Gas zu geben
Omnis il molentium eaquidunt, officipsunto bero quis ium elestrum fugiatis ea dus sit, num quas unt ad est modit ulpa aut volupta ne quam.
Matthias Walkner
Der 34-jährige Österreicher ist Motocross-Weltmeister des Jahres 2012. Seit 2014 fährt er Rallye, seine erste Dakar-Etappe gewann er bereits 2015. 2016 stürzte er schwer und brach sich den Oberschenkel. 2018 siegte er in der Motorrad-Wertung.
Toby Price
Der Australier, 33 Jahre alt, holte in seiner Heimat diverse nationale MeisterÂtitel in Motocross und Enduro, bevor er 2015 Rallye-Werksfahrer bei Red Bull KTM wurde. Das Vertrauen dankte er mit dem ersten Dakar-Sieg gleich im Jahr darauf und einer Wiederholung 2019.
nisieren wollte, um seinen fast hundert Kilo schweren Körper morgens aus dem Bett zu hieven, war eine Massage. «Ich hatte schon ein paar gebrochene Wirbel, Bandscheibenvorfälle. Seither liegen e inige Nervenstränge so knapp am Knochen, dass es immer höllisch schmerzt, wenn jemand versucht, die verkrampften Muskeln zu lockern. Ich bin einer der wenigen Menschen, denen es nach einer Physio-Einheit schlechter geht als vorher.» Hiasi Walkner kichert: «Du bist sowie so ein Unikum. So wie du funktioniert sonst keiner.» Was Toby jetzt erklären muss: «Mein Training besteht im Wesent lichen daraus, sehr schnell Motorrad zu
fahren. Das ist alles, was ich will und was mich schnell macht.» Der auf dem Papier erfolgreichste der drei Piloten sieht tatsächlich nicht aus wie ein Modellathlet. «Ich habe gern ein wenig Substanz am Körper, denn wäh rend einer Dakar habe ich schon einmal neun Kilo verloren. Was bleibt denn noch übrig von mir, wenn ich bereits um neun Kilo leichter an der Startlinie stehe?» Eine These, der Sam Sunderland heftig widerspricht: «Klar verliert man während der Rallye, bei der man zwei Wochen lang jeden Tag sechs, sieben, acht Stunden im Gelände fährt, Gewicht. Aber warum am Anfang zu viel Ballast mitschleppen? Das macht die ganze
«Toby stürzt trotz seiner enormen Risiko freude kaum. Er zwingt uns, scheinbare Grenzen immer wieder zu hinterfragen.» Matthias Walkner
MARCIN KIN
wie uns wurde einst das Rad erfunden», sagen sie lachend. Vor allem das Motor rad: Auf ihren KTM 450 Rally vollbringen sie Dinge, die sonst niemand kann. Wer erlebt hat, wie sie dreissig, vierzig Meter weit springen bei 140, 150 oder 160 km/h im Sand, wie sie auf Pfaden, die Normalsterbliche im Schritttempo bewältigen würden, die Bikes über Dut zende Meter rutschen lassen, um danach zentimetergenau den Scheitelpunkt einer Kurve zu erwischen, der lässt sich von dieser Bande scheinbarer Invaliden nicht täuschen. Sam Sunderland hat ein Bein, das um zwei Zentimeter kürzer ist als das andere, weil es in einem marokkanischen Feld lazarett, in dessen OP-Saal Katzen her umliefen, nach einem Sturz völlig schief zusammengenagelt wurde. Matthias Walkner klettert wie ein alter Mann aus seinem Land Rover De fender mit hoher Sitzposition, Knie und Sprunggelenk sind ziemlich erledigt. Und der Grund, warum Toby Price drei Tage zuvor «einen Bergekran» orga
In Spanien für Saudi-Arabien üben: Bei der Andalucía Rallye belegte Toby Price als bester KTM-Fahrer Platz vier im Gesamtklassement. THE RED BULLETIN
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Gute Stimmung: Schwer zu sagen, welcher der drei Champs der grรถsste Spassvogel ist.
Ha’il
ache nur noch anstrengender. Ein S 50-PS-Auto mit 1000 Kilo ist schneller als eines mit 1100.» Sam sieht aus wie ein Musterathlet, mit seinen knapp eins achtzig wiegt er 76 Kilo. Vor allem die tätowierten Ober schenkel, die sich unter den Shorts ab zeichnen, sind imposant. In den vergangenen Tagen hatte er sich vor allem mit Hiasi Walkner täglich gepusht: «Wie viele Wiederholungen, welches Gewicht? Matthias ist immer ein super Massstab.» Walkner hat die Liebe zum Training erst nach seiner schweren Verletzung 2017 entdeckt, als er monatelang nichts anderes tun konnte als zu versuchen, seinen Körper wieder zum einwandfreien Funktionieren zu überreden. «Zuvor stand ich eher auf der Seite von Toby: lieber etwas an Reserven anlegen. Doch dann ist das Training zu einer Art Sucht geworden, und ich habe begonnen, mich mit Marcel Hirscher auszutauschen: ‹Kennst du eine geile neue Übung?› – ‹Probier einmal das, das bringt etwas.›» Heute ist er eine menschliche Maschi ne, die es mit jedem aufnimmt.
MARCIN KIN
GETTY PREMIUM
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bwohl Einzelsportler, herrscht unter den Red Bull-KTM-Werks piloten eine seltene Eintracht. «Natürlich will ich gewinnen, ist ja klar. Aber wenn nicht ich es sein kann, dann werde ich alles tun, damit es einer der beiden Jungs hier ist», stellt Toby Price klar, und die Kollegen nicken. Dieser Teamspirit ist kein Vergleich zu früheren Zeiten im KTM-Team, als die Rivalität zwischen Marc Coma und Cyril Despres – beide mehrmalige Dakar- Sieger – geradezu physisch spürbar war (mit dem zweifellos gebotenen Respekt vor dem Können des Konkurrenten). Im aktuellen Werksteam geht es sogar so weit, dass man sich gegenseitig die Motorräder borgt. Als langjährigen Test fahrer interessiert gerade Matthias Wal kner jedes andere Bike, «nur durch den direkten Vergleich kann man ein Motor rad verbessern». Einmal, vor vielen Jahren, sei er sogar eine Honda Probe gefahren – nur für
Dschidda
Saudi-Arabien
Dakar 2021: die Route Gestartet wird am 3. Januar in Dschidda, wo am 15. auch das Ziel ist. Wie schon im letzten Jahr steht am Beginn eine Schleife, die am Roten Meer entlang nach Norden führt. Der Ruhetag findet am 9. Januar in Ha’il statt. Die genauen Etappenziele standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Was jedoch durchgesickert ist: Es soll zwei Loop-Stages geben, bei denen die Piloten das Biwak des Vortages ansteuern, ausserdem eine Marathon-Stage, bei der nur die Fahrer selbst an ihren Bikes schrauben dürfen.
sich, um zu spüren, wie sich ein fremdes Fabrikat anfühlt. Er sei gar nicht gut damit zurechtgekommen, so sein Fazit, was Toby Price nun gar nicht wundert: «Schon unsere drei Bikes, die auf den ersten Blick völlig identisch wirken, unter scheiden sich durch Dutzende Nuancen: die Position der Fussrasten etwa oder den Winkel, in dem die Hebel montiert sind, die Fahrwerksabstimmung, den Sattel oder Lenker: Als ich Sams KTM 450 Rally probierte, musste ich nach 20 Minuten mit Krämpfen absteigen. Schon minimale Änderungen bewirken, dass andere Muskelgruppen gefordert werden.» So unterschiedlich die Physis der drei Siegertypen ist, so unterschied lich ticken sie auch. Welche Skills eurer Kollegen hättet ihr gern? Matthias Walkner: «Ich hätte gern den Endspeed von Sam in den Dünen. Dass er jahrelang in Dubai gelebt hat, sieht man seinem Fahrstil an. Auf nichts als Sand gibt es keinen, der schneller fahren kann als er. Und von Toby würde ich mir seine Radikalität im Kopf wün schen. Aber wahrscheinlich will man die gar nicht – aus Angst.» Toby Price: «Das sollte man vielleicht nicht laut sagen, weil es respektlos klingt,
«Natürlich will ich gewinnen, ist ja klar. Aber wenn nicht ich, dann hoffentlich einer der beiden Jungs hier.» Toby Price THE RED BULLETIN
aber so meine ich das nicht, was jetzt gleich kommt: Mir ist egal, wie gut mein Körper mit fünfzig Jahren noch in Schuss sein wird. Ich will jetzt Gas geben, heute, ohne Rücksicht auf Verluste.» Wie tritt man gegen jemanden an, der dermassen ohne Rücksicht auf Verluste unterwegs ist, wenn einem die eigene Gesundheit lieb ist, Matthias Walkner? «Schwierig. Toby gibt uns allen etwas zu knabbern. Er ist nämlich kein Dummer, ganz im Gegenteil. Er weiss ganz genau, was er sagt, was er tut. Und trotz seiner immensen Risikofreude stürzt er kaum. Er zwingt uns alle, scheinbare Grenzen immer wieder zu hinterfragen.» Sam Sunderland, welche Eigenschaft hättest du gern von Matthias Walkner? «Seine Direktheit. Wenn er etwas will, dann organisiert er es sich. Wenn er hungrig ist, isst er. Wenn er schlafen will, schläft er. Wenn er gehen will, geht er. Du bist immer der, der im Restaurant als Erster bestellt, stimmt’s, Matthias?» Wie zur Bestätigung reagiert der An gesprochene nicht, sondern ist in sein Handy versunken. Eine wichtige Nach richt muss wohl geschrieben werden, im Moment redet eh Sam. Wer von den drei Alphatieren darf ans Steuer, wenn sie ein Auto teilen? Sam Sunderland: «Toby. Ich sitze am Bei fahrersitz und kontrolliere alles, damit wir eine Chance haben, seinen Fahrstil zu überleben. Matthias hockt hinten und schläft.» Hiasi ist aus seinem Handy auf getaucht und fragt: «Was?» – «Nix», sagt Toby. Toby und Sam lachen. Hiasi steckt das Handy weg. 71
«Ich hätte gern den Speed von Sam in den Dünen. Auf nichts als Sand kann keiner schneller fahren.» Matthias Walkner Würdet ihr euch als Freunde be zeichnen? Toby: «Ja klar. Unser Sport schweisst zusammen, gerade auch wegen seiner Gefährlichkeit. Selbst wenn wir Gegner sind, kämpfen wir nicht Ellbogen an Ellbogen, sondern die meiste Zeit allein gegen die Uhr. Dazu kommt, dass wir viel miteinander erlebt haben. Es gibt nur wenige Leute, bei denen ich mich so oft über WhatsApp melde.» Sam: «Von der Familie einmal ab gesehen, sucht man sich seine Freunde in der Regel nach gemeinsamen Inter essen. Mit Toby und Matthias kann ich mich über Dinge austauschen, die sonst niemand versteht: über Feinheiten des Roadbook oder was es bringt, eine längere Umlenkung des Federbeins 72
zu probieren. Wir haben Themen, bei denen kann sonst keiner mitreden.» Matthias Walkner: «Sam und Toby sind auf jeden Fall jene zwei Menschen, die geografisch am weitesten weg und mir trotzdem sehr nah sind.»
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ie Tür geht auf, es geht zur Zeug nisverteilung: Die Ergebnisse des Fitnesstests sind da. Toby geht raus und kommt bald zurück: Wie er wartet entspricht das Resultat seinem körperlichen Zustand am Tag des Tests, das muss man realistisch betrachten. Es scheint ihn aber nicht gross zu be kümmern. Er kann schnell Motorrad fahren, das weiss er. Darum geht es in seinem Kopf – und nicht um irgend welche Fitnessdaten.
Als Nächster wird Sam aufgerufen. Pokerface. Er lässt kein Sterbenswörtchen verlauten, bevor nicht auch Matthias sein Ergebnis hat: «Sag du!» – «Besser als erwartet, aber nicht so gut wie erhofft. Und du?» «Ich bin auf dem Level von vor fünf Jahren, noch vor meiner schweren Bein verletzung», grinst Sam Sunderland unter seiner Basecap. Hiasi wirkt jetzt ein wenig wortkarg. Noch ist Zeit, Rückstände aufzuholen, selbst wenn es im Endeffekt nicht um Kilo, Watt und Wiederholungen geht, sondern darum, während tausender Kilometer in der Wüste Saudi-Arabiens unter Hitze und Kälte, auf Sand und im Geröll, bei zu wenig Schlaf und zu viel Risiko weniger Fehler zu machen als die Konkurrenten. Wenn man sich schon während der Vorbereitung mit den Besten misst, weiss man, wo man steht. Und so etwas zu wissen, einen Massstab zu haben, das ist bei einer Veranstaltung, bei der es keine Sicherheiten gibt, unendlich viel wert. Wer die Rallye Dakar mitverfolgen will: redbull.com/Dakar THE RED BULLETIN
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Sam Sunderland in Aktion: Nach einem Unfall im Jahr 2015 ist sein rechtes Bein um zwei Zentimeter kürzer als das andere. Am Speed fehlt nichts.
Sam Sunderland
Der Brite, 31 Jahre alt, hat die Dakar im Jahr 2017 gewonnen. Als Einziger der drei ist er «gelernter» Rallye-Fahrer und bestreitet die härteste Motorrad-Rallye der Welt bereits seit 2012. Ausserdem ist er amtierender Weltmeister der Disziplin Cross-Country Rallies.
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terramatermagazin.com/fotowettbewerb Kategorien:
MENSCH | TIER | NATUR | UNTER WASSER Gesamtsieger und Publikumssieger werden mit wertvollen Preisen prämiert, ebenso das jeweils bestplatzierte Bild in jeder Kategorie. Die Partner des Terra-Mater-Fotowettbewerbs 2020:
GUIDE Tipps für ein Leben abseits des Alltäglichen
RUEDI FLÜCK
POWDERPARADIES
Mit Freeskier Laurent De Martin, 29, unterwegs in der Region Dents du Midi 75
GUIDE Reisen
«Für mich zählen die Hänge rund um die Grenzwärter- Hütte des Col de Cou zu den Highlights für Freerider.» Laurent De Martin, 29, Freeskier
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ch war zwölf, als ich im Snowpark von Les Crosets über meinen ersten kleinen Kicker sprang. In diesem Augenblick war mir klar: Das ist mein Ding! 17 Jahre sind seither vergangen, aber ich bin noch immer oft dort – wie ihr wisst, hat mich das Freeriden bis heute nicht losgelassen. (Wer es nicht weiss: Laurent war im Swiss Freeski Team, zuletzt hat er den Freeski-Film «From Switzerland With Love» gedreht; Anm.) Und Les Crosets zählt immer noch zu meinen Lieblingsresorts. Wie Morgins liegt es praktisch vor meiner Haustür. Wenn die Bedingungen zum Freeriden gut sind, bin ich meist auf den Hängen rund um den Col de Cou zu finden. Das Gelände erreichst du nach 45 Minuten Aufstieg aus dem Skigebiet Les Crosets. Dazu fährst du mit dem Schlepplift «Ripaille» hinauf, dann die Piste auf der rechten Seite hinunter, bis die Col-du-Cou-Hütte in Sichtweite kommt. Sie ist das Ziel des kurzen Hikes, der durch flaches, wenig lawinen gefährdetes Gelände führt. Für mich zählen die Hänge rund um die alte Grenzwärter-Hütte des Col de Cou zu den Highlights für Freerider – sie bieten einige schöne, zum Teil steile Freeride-Lines.
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From Switzerland With Love: «Am grössten Kicker, den wir für den Film gebaut haben»
Ausserdem kann man dort oben an vielen Spots gute Backcountry- Kicker bauen. Für meinen aktuellen Film «From Switzerland With Love» haben wir hier viele der Jump-Sessions gedreht. Aber Les Crosets bietet auch noch einige andere schöne Runs, die du leicht vom Lift aus erreichen kannst. Einer meiner Lieblingsspots ist der Grat des «Pierre plate». Du nimmst den Lift «Mossettes» und fährst die Piste auf der rechten Seite 500 Meter hinunter in Richtung «Les Portes de l’Hiver». Von dort gehst du etwa fünf bis zehn Minuten nach Osten zum Grat des «Pierre plate».
Room with a view: Blick auf die Dents du Midi THE RED BULLETIN
GUIDE Reisen
Bern
Anreise Die Region Dents du Midi ist nur 1,5 Stunden vom internationalen Flughafen Genf und knapp drei Autostunden von Zürich entfernt. Mit den Portes du Soleil bietet die Region Dents du Midi zwölf Skigebiete, die in der Schweiz und Frankreich
Schweiz
Dents du Midi
verteilt liegen. Mit einem Tagesticket für 67 Schweizer Franken kannst du mehr als 190 Lifte benutzen. portesdusoleil.com
Im Schneegestöber: Laurent De Martin (l.) mit US-Freeskier Lucas Wachs
RUEDI FLÜCK, LAURENT DE MARTIN, FRANCOIS MARCLAY ANDI SPIES
Gut zu wissen
Sonnenuntergang bei der Grenzwärter-Hütte am Col du Cou THE RED BULLETIN
Wer in der Gegend nach einer günstigen Übernachtung sucht, dem kann ich das Hotel Suisse in Champéry empfehlen. Dort hat es mit der Bar des Guides auch gleich eine gute Location, in der sich die Szene auf ein Getränk am Abend trifft. Für leckere Veggie-Burger ist das Chez Joe in Champéry die erste Adresse. Ich gehe nach dem Riden gerne in die Ze’Bar von der CraftbierBrauerei 7Peaks Brasserie in Morgins. Und wer – sofern das 2021 möglich ist – abends feiern will, bleibt in Morgins und zieht weiter ins Le Saf. Infos: regiondentsdumidi.ch
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GUIDE Reisen
Laurent Du Martin geniesst an seinem Lieblingsplatz die Aussicht auf die sensationelle Kulisse der Dents du Midi.
Mehr Freeride-Bilder aus Laurent De Martins Homeresorts: @laurentdm laurentdemartin.ch
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Mit besten Empfehlungen Wenn du das Gebiet das erste Mal besuchst, ist es ratsam, mit einem Guide auf Tour zu gehen. Tipp 1 Gehe niemals ohne LVS-Ausrüstung, also Pieps, Schaufel und Sonde, ins Gelände. Informiere dich immer am Morgen vor dem ersten Run über die aktuelle Lawinenlage und plane deine Freeride-Touren entsprechend.
«Wenn du willst, kannst du mit den Ski bis nach Frankreich fahren.»
Tipp 3 Bist du das erste Mal Ski fahren im Wallis, kann ein Freeride-Guide hilfreich sein. Es gibt hier viele gute Bergführer, die selbst immer Lust auf Powder haben. Sie kennen sich bestens aus und haben auch stets die aktuellen Schneeverhältnisse im Blick. Frag in einem der Shops oder Skischulen nach einem Guide.
Laurent De Martin über die Möglichkeiten der Region
redbull.com THE RED BULLETIN
ANDI SPIES
Tipp 2 Den Lagebericht bekommst du am Lift oder über die «White Risk»-App.
RUEDI FLÜCK
Jetzt hast du die Qual der Wahl, welche Linie du als Erstes in Angriff nehmen willst – ein wunderbares Luxusproblem! Meine Bilanz: Für passionierte Freerider ist die Region Dents du Midi ein Paradies. Insgesamt gibt es zwölf Skigebiete, die sich unter dem Namen «Les Portes du Soleil» zu einem Verbund zusammengeschlossen haben. Bei über 190 Liften und mehr als 600 Kilometern präparierter Piste ist Langeweile ausgeschlossen. Du kannst sogar mit den Ski hinüber nach Frankreich fahren! Und: Von überall gibt es eine tolle Aussicht auf die sieben markanten Gipfel der Dents du Midi. Wenn das Wetter wegen Schneefall oder Nebel schlechter ist, gehe ich übrigens zum Powdern nach Morgins. Dort gibt es eine Reihe von unglaublich schönen Waldabfahrten, auf denen man auch bei mieser Sicht viel Spass haben kann.
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GUIDE Uhren
LONGINES SPIRIT
Zeit für Pioniere Wie geschaffen für Abenteurer: Diese Uhr ist inspiriert von furchtlosen Fliegern, die schon vor hundert Jahren auf die Präzision von Longines vertraut haben. Elinor Smith, Howard Hughes, Amelia Earhart, Paul-Émile Victor – vier Flug-Pioniere, die Abenteuer lebten und Abenteuer liebten. Schon in den 1920erJahren verliessen sie sich auf die Sicherheit und die Präzision von Longines-Instrumenten. Letztere standen jetzt Pate für die aktuelle Longines Spirit- Kollektion. Preis: CHF 2900; longines.ch
VERHEISSUNGSVOLLES BLAU Blaues Zifferblatt, blaues Lederband: eine Farbe, die für Weite und Freiheit steht.
PRÄZISE VERSCHRAUBT SO BLEIBT DAS LOGO IMMER IM LOT
WOLFGANG WIESER
AUF KNOPFDRUCK ZUM RICHTIGEN DATUM Das Datum wird per Druckknopf eingestellt, gesichert von einem Schraubverschluss.
Die sechs Schrauben am Rücken der Uhr sehen nicht nur fantastisch aus, sie haben auch eine Funktion: Sie halten das Longines- Logo – eine Sanduhr mit Flügeln – stets exakt in der Waagrechten. Das Edelstahlgehäuse mit einem Durchmesser von 42 mm weist trotz der aufwendigen Verschraubung eine Wasserdichtigkeit von 10 bar auf. Das Uhrwerk mit Siliziumspirale und Chronometer ist COSC-zertifiziert. Plus: fünf Jahre Garantie.
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THE RED BULLETIN
GUIDE Gaming
Konzentriert vor den Bildschirmen: Sercan Kara (links), Andrés Torres
PROFI-TEST
Wie gut ist «FIFA 21»? Die eSport-Profis von FC Red Bull Salzburg haben die jüngste Version des beliebten Fussball-Games getestet. Ihr Urteil: Neue Features haben das Spiel spannender, schwieriger und besser gemacht. Auch die beiden «FIFA»-Profis und am tierenden eBundesliga-Meister Andrés Torres, 26, alias «AndresCYTorres7», und Sercan Kara, 22, alias «SercanGold», fiebern jedes Jahr dem Release des Spiels entgegen («FIFA 21»: 9. Oktober 2020) – wie zehn Millionen «FIFA»-Fans weltweit. Karas Fazit nach den ersten Wochen: «Es ist besser als die letztjährige Version. Mir gefällt, dass es realistischer geworden ist und dass fast immer der Bessere gewinnt. Das war bei ‹FIFA 20› noch ganz anders – da hat oft auch der schlechtere Spieler gewonnen. Wenn du jetzt besser als dein Gegner bist, gewinnst du auch.» 82
Davon durfte sich The Red Bulletin beim Lokalaugenschein in der eSportsArea in der Red Bull Arena in Salzburg überzeugen: Zwei Bildschirmwände mit jeweils drei Monitoren – einem grossen, zwei kleinen –, dazu vier Gamingstühle sorgen für professionelle Rahmenbedingungen. Für Kara ist diese Zone wie ein zweites Wohnzimmer. Und in seinem Wohnzimmer bestimmt er, wo es langgeht – auch im Duell mit dem Reporter. Wenn er den Controller in die Hand nimmt, wird er zur Maschine. Er macht kaum Fehler und bestraft die des anderen gnadenlos. Dass das ungleiche Match
letztlich «nur» 6:1 ausgeht, ist wohl der Milde von Kara zu verdanken. Dabei hatte der 22-Jährige ganz am Anfang grosse Probleme, in das neue «FIFA» hineinzufinden. «Ich habe mir sehr schwergetan und viele Partien ver loren. Ich musste mich erst anpassen.» Bei Kara dauert diese Phase üblicherweise zwei Wochen. Dann ist er wieder auf Profi-Niveau. «Davor kann mich wirklich jeder schlagen. Meine Freunde spielen immer in der Anfangswoche gegen mich, danach nicht mehr.» Teamkollege Torres, der 2017 mit dem Engagement beim FC Red Bull Salzburg zum ersten «FIFA»-Profi Österreichs auf-
«‹FIFA 21› ist heuer definitiv ein Game Changer.» Andrés Torres, 26, alias «AndresCYTorres7» THE RED BULLETIN
GUIDE Gaming
Szene aus «FIFA 21»: Am Ball ist Real-Stürmer Rodrygo.
TOP-TIPPS
So wirst du ein besserer E-Kicker Die «FIFA»-Profis Andrés Torres und Sercan Kara verraten, wie du zum Schirm-Herrn wirst.
MICHAEL KRITZINGER
KURT VIERTHALER
stieg, hatte ähnliche Probleme wie Kara. «Vergangenes Jahr bin ich mit einer Bilanz von 100 Siegen und 6 Niederlagen ge startet. Heuer war es mit Sicherheit der schlechteste Start, den ich je hatte. Ich hatte bei 100 Siegen 40 Niederlagen – das ist richtig schlecht.» Für Torres liegt das in erster Linie am stark veränderten Gameplay. «‹FIFA 21› ist definitiv ein Game Changer. Zum Beispiel kann man wieder Kopfballtore erzielen – das war in ‹FIFA 20› kaum möglich. Aus serdem ist die vom Computer gesteuerte Verteidigung extrem stark. Wenn man in der Nähe eines gegnerischen Verteidigers schiesst, dann blockt er den Schuss in 90 Prozent der Fälle ab. Egal wie hart
Jubel! Sercan Kara in Siegerpose
THE RED BULLETIN
«Mir gefällt, dass fast immer der Bessere gewinnt.» Sercan Kara, 22, alias «SercanGold» der Schuss auch ist. Da erwarte ich mir definitiv noch ein Update.» Weiters hat der Hersteller EA drei neue Features eingeführt, die das Game play stark verändern: Das agile Dribbling system ermöglicht sehr enge Dribblings – einfach R1 gedrückt halten und die ge wünschte Richtung ansteuern. Dadurch kann man dem ballführenden Spieler den Ball schwer abluchsen. Mit der «Positioning Personality» kön nen sich Weltklasse-Spieler noch präziser positionieren. Soll heissen: Die besten Stürmer erkennen beispielsweise Abseits fallen besser, Top-Verteidiger können Passwege genauer zustellen. «Kreative Läufe»: Dieses neue Feature hat gewaltiges Potenzial und kann das eigene Spiel total verändern – sofern man es beherrscht. Denn in «FIFA 21» kann man erstmals auch Spieler steuern, die nicht am Ball sind, und den Gegner mit ungewöhnlichen Laufwegen überraschen. «FIFA 21» gibt es für PS4, XBox One, PC, Nintendo Switch und Steam.
BEWEISE GEDULD IN DER DEFENSIVE «Der häufigste Fehler von Ama teuren ist, dass sie mit den Innen verteidigern rauslaufen und attackieren. Besser ist, mit defensiven Mittelfeldspielern zu verteidigen», erklärt Kara. «Vor allem weil die computergesteuerten Verteidiger sehr gut sind», fügt Teamkollege Torres hinzu. Seine Devise: «Geduldig bleiben und die CPU-Verteidi gung einfach machen lassen.» ALS FLANKENGOTT ZUM TORERFOLG Über Weitschüsse zu einem Tor zu kommen wurde in «FIFA 21» noch einmal erschwert. «Kann man dieses Jahr praktisch vergessen, weil die CPU-Verteidigung alles wegblockt», verrät Torres. Daher rät der «FIFA»-Profi zur guten alten Flanke – wenn auch etwas modi fiziert. «Ich verwende die L1-Flanke sehr häufig, wenn ich schon im Strafraum bin. Dann tippe ich die Flanke kurz an und bringe sie gefährlich in die Mitte.»
BESCHÄFTIGE DICH INTENSIV MIT DER TAKTIK «FIFA»-Profis erkennt man auch daran, dass sie vor dem Match fast genauso lange an Formation und Taktik feilen, wie letztlich das Spiel dauert. «Man kann j edem Spieler eigene Anweisungen geben – das tun Amateure sicher zu wenig», so Kara. «Ist beispielsweise mein Aussenverteidiger sehr offensiv, kann ich ihm die Anweisung geben, dass er bei Ballverlust wieder zurücklaufen soll», erklärt Torres.
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LESEN & SCHREIBEN
Königlicher Rat Stephen King hat bekanntlich unzählige internationale Megaseller geschrieben. Sein vielleicht bestes Buch ist jedoch ein sehr persönlicher Ratgeber. Text JAKOB HÜBNER
Ü
ber 400 Millionen verkaufte Bücher, rund 70 Kino- und TV-Ver filmungen, geschätzte 420 Millionen Dollar Privatvermögen – kein Zweifel, Stephen King ist einer der erfolgreichsten und reichsten Schriftsteller aller Zeiten. Da herrscht Einigkeit. Ganz anders sieht es hingegen bei der Frage aus, ob Stephen King auch ein guter Schriftsteller ist. Hier scheiden sich die Geister. Tatsächlich gibt es jede Menge nachweislich gebildete Menschen,
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die King für eine Art Hohepriester der trivialen Reissbrettliteratur halten. Wenn sie an deinem Billy-Regal entlangschlendern und darin mehrere King-Romane orten, lüpfen sie selbstgefällig eine Augenbraue und sagen: «Stephen King? Echt jetzt …?» Diese Menschen verbinden meist drei Gemeinsamkeiten. Erstens: Sie haben noch nie ein Buch von Stephen King ge lesen. Zweitens: Sie betrachten (zumindest in diesen Dimen sionen) kommerziellen Erfolg
und künstlerische Integrität als unvereinbar. Und drittens: Sie irren sich. Was würde man über einen Leichtathleten sagen, der den 100-Meter-Sprint genauso souverän beherrscht wie die 1500 Meter, die 10.000Meter-Langstrecke und die Marathon-Distanz? Vermutlich: Der Mann weiss, wie man läuft. Nun, Stephen King weiss, wie man schreibt. Präziser formuliert: Er weiss, wie man was schreibt – und diese instinktive Fähigkeit beschränkt sich keineswegs auf die angestammten Jagdgründe des «Königs des Horrors». Seine über 100 Kurz geschichten und Novellen (beim Heyne Verlag in feine Sammelbände gepackt) zeichnen sich nicht nur durch einen THE RED BULLETIN
VINZ SCHWARZBAUER
GUIDE Lesestoff
GUIDE Lesestoff
Vorwort aus «Das Leben und das Schreiben» Dies ist ein kurzes Buch, denn Bücher über das Schreiben sind voller Blödsinn. Belletristikautoren, ich eingeschlossen, haben keine grosse Ahnung davon, was sie eigentlich tun. Sie wissen nicht, warum etwas Gutes funktioniert und etwas Schlechtes nicht. Ich dachte mir: Je kürzer das Buch, desto weniger Blödsinn steht drin.
geradezu beängstigenden Ideenreichtum aus, sondern auch durch ihren perfekten Spannungsaufbau – was ge rade auf der gern unterschätz ten Kurzstrecke eine beson ders hohe Kunst ist. Ange sichts der enormen Menge und Vielfalt dieser Suspense-Qui ckies drängt sich der Verdacht auf, dass King schlichtweg nicht in der Lage sei, eine Ge schichte zu erzählen, die nicht furchtbar spannend ist. Wenn es ins Romanformat geht, wechselt King jedoch Stil und Tempo, öffnet Räume zwischen den Zeilen. Als schlauer Geschäftsmann (der er natürlich auch ist) weiss er, dass einem auf Sicht betrach tet die Leser abhandenkom men, wenn sie 500 Seiten lang den Atem anhalten. GenreMeilensteine wie «Carrie», «Shining», «Sie», «Es», «Die Arena» und rund 30 weitere internationale Bestsellertitel spielen virtuos mit einem sub tilen Grauen, das gar nicht auf dem Papier, sondern in un serer DNA geschrieben steht. Und ganz nebenbei hat Stephen King mit «Der Dunkle Turm» – womit wir beim Mara thon wären – innerhalb von dreissig (!) Jahren einen der irrsten und besten Romanzyk len der Fantastik geschrieben. Doch Vorsicht: Bevor man sich diesem verwegenen Cross over aus Fantasy-Dystopie und Italowestern nähert, das King selbst einmal als seinen «Jupiter» bezeichnete, sollte man sicherheitshalber ein wenig Anlauf nehmen. Denn der grandiose erste Satz «Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolver THE RED BULLETIN
mann folgte ihm» eröffnet eine Reise, die erst nach rund 5600 Seiten endet. Und auf hören geht sehr, sehr schwer. Das vermutlich beste Buch, das der 1947 in Portland, Maine, geborene Stephen Ed win King (bisher) veröffent licht hat, kommt allerdings weder aus der Horrorkiste noch aus dem Fantasy-Uni versum. Es ist ein Ratgeber. In «Das Leben und das Schrei ben», erschienen im Jahr 2000, gibt der Millionenautor – eingebettet in autobiografi sche Erinnerungen und Anek doten, die auch die dunklen Seiten seiner Karriere be leuchten – sehr persönliche Erfahrungen preis, wie man ein gutes Buch schreibt. Hoch gradig sympathisch, mitunter sehr lustig und durchgehend ungeheuer lehrreich – im wahrsten «Sinne des Wortes». Ein wirklich grossartiges Buch, das nicht nur jedem, der richtig schreiben will, nach drücklich ans Herz gelegt sei, sondern auch allen, die richtig lesen wollen. Stephen King? Echt jetzt!
STEPHEN KING «DAS LEBEN UND DAS SCHREIBEN» Deutsch von Andrea Fischer. Ullstein (gebundene Ausgabe), Heyne (Taschenbuch)
LESETIPPS
Autobiografische Feinkost Vier ausgesuchte Bücher, die das Leben schrieb
GREGORY DAVID ROBERTS Der 1952 in Melbourne, Australien, geborene Roberts wurde nach mehreren bewaffneten Raubüberfällen zu einer 23-jährigen Haft strafe verurteilt. Nach zwei Jahren gelang ihm die Flucht, und er setzte sich nach Mumbai in Indien ab. Was nun auf über 1000 Seiten folgt, ist die wohl abenteuer lichste Lebensgeschichte, die je aufgeschrieben wurde. Wie wahr sie ist, weiss nur einer. Kult ist sie jedenfalls. «Shantaram» (Goldmann)
ERNEST HEMINGWAY In seinem letzten, posthum veröffentlichten Buch skiz ziert Hemingway Erinnerun gen an seine Jahre 1921 bis 1926 in Paris. Anlässlich sei nes 50. Todestags erschien 2011 eine Neuübersetzung der Urfassung, ediert von Enkel Seán Hemingway und grossartig übersetzt von Werner Schmitz. Ein lite rarisches Kleinod vom Gross meister, nach dessen Lektüre man sich vor allem eines wünscht: eine Zeitmaschine. «Paris – Ein Fest fürs Leben» (Rowohlt)
TOM ROBBINS Keiner trägt die Narrenkappe tiefer ins Gesicht gezogen als der 1932 geborene US-Autor. Auch wenn der Grandseigneur des literarischen Wahnwitzes (u. a. «Buntspecht», «Pan Aroma» oder «Salomes sieb ter Schleier») seine Lebens geschichte als anekdotische Häppchen serviert, wartet hier ein üppiger Festschmaus: saukomisch, zutiefst klug und fabelhaft fabuliert. «Tibetischer Pfirsich strudel – Die wahre Geschichte eines fantastischen Lebens» (Rowohlt)
TERRY GILLIAM Als Gründungsmitglied der Monty-Python-Truppe und Regisseur von Filmjuwelen wie «Brazil», «Fear and Loathing in Las Vegas» oder «12 Monkeys» hat der 1940 in Minnesota geborene Gilliam einiges zu erzählen. Und er tut es – Illus trationen inklusive – auf eine Art und Weise, die keinen Zweifel daran lässt, dass auch ein Amerikaner trockenen britischen Humor im Blut haben kann. «Gilliamesque – Meine Prä-posthumen Memoiren» (Heyne)
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GUIDE Kalender
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Januar LANGLAUF MAL VIER
bis 23. Januar SPEKTAKULÄRER START FÜR DIE SNOWBOARD-PROFIS Mit dem Laax Open, einem der weltweit wichtigsten Snowboard-Contests, starten die Profis in den vorolympischen Winter. Tatsächlich gilt dieser FIS-World-Cup-Bewerb für viele als wegweisend. Mit dabei sind auch die Vorjahressieger Scotty James, Séb Toutant und Queralt Castellet – und natürlich will das Trio, ebenso wie Katie Ormerod (im Bild), die Community vor Ort und im Livestream begeistern. Die Finals sind für Freitag, 22. Januar, im Slopestyle und für Samstagabend, 23. Januar, in der beleuchteten Superpipe angesetzt. open.laax.com
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Dezember KEINE ANGST VOR GROSSEN WELLEN
Er gilt als absoluter Star in der Big-Wave-Szene. Doch im Februar 2017 dachte der heute 37-jährige Aus tralier Mark Mathews (Bild) an Rücktritt. Eine Welle hatte ihn gegen ein Riff geschleudert, wobei er schwere Verletzungen erlitt. Die 58-minütige Doku «The Other Side of Fear» zeigt, wie sich der Mann, der als Junge das Meer fürchtete, ent schlossen zurückkämpfte. redbull.com 86
6
Dezember TEYANAS SUPERSHOW «Das wird mein bisher ambitioniertester Auf tritt», sagt Teyana Taylor (Bild) gleich zu Beginn dieser Red Bull-Doku. Mit «Behind the Scenes of ‹House of Petunia›» erleben wir einen auf regenden Blick hinter die Kulissen der grandiosen Show des aufstrebenden Superstars im New Yor ker Manhattan Center. redbull.com THE RED BULLETIN
KATIE RUGGLI, BRIAN HALL/RED BULL CONTENT POOL, ANDREW CHISHOLM/RED BULL CONTENT POOL, AROSA TOURISMUS/NINA MATTLI
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Der klassische Langlauf event «La Diagonela» im Oberengadin stellt für Topathleten wie auch für Breitensportler ein einmaliges Erlebnis dar. Insgesamt gibt es an diesem Tag vier Rennen: «La Diagonela» über 65 Kilometer, «La Pachi fica» über 27 Kilometer sowie die 11 Kilometer lange «La Cuorta». Auf der 65 Kilometer langen Strecke findet auch der 4er-Staffel-Teamevent «La Stafetta» statt. ladiagonela.ch
GUIDE Kalender
28
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120 der weltbesten Free rider aus 16 Nationen pilgern nach Silvaplana zum legendären «Enga dinsnow». Wer’s durch die Qualifikation schafft, kommt in den Genuss des North Face Cor vatsch, wo das grosse Finale stattfindet. In der bis zu 65 Grad steilen Nordwand sind die Be dingungen für Freerider optimal. Die Zuschauer dürfen das Spektakel aus nächster Nähe beobachten. engadinsnow.com
Alle zwei Jahre ist das Val Müstair die Start etappe der Tour de Ski! Am Neujahrstag startet die FIS Tour de Ski mit einem Sprintrennen in Tschierv. Am Samstag, dem 2. Januar, und Sonn tag, 3. Januar, folgen Distanzrennen. Erwartet werden drei spannende Tage, in denen das Val Müstair ganz im Zeichen der Langlauf-Stars steht. Zuschauen ist nicht ge stattet, im TV werden die Rennen übertragen. tour-de-ski.ch
bis 31. Januar TREFFEN DER FREERIDER
15 und 16. Dezember KAMPF UM JEDEN ZENTIMETER Weite Sprünge, steile Kurven – und keine Angst davor, sich gefährlich nahe zu kommen. Jeweils vier Athletinnen und Athleten jagen beim Ski Cross World Cup auf der Kulmwiese in Arosa über die Strecke. Einziger Wermutstropfen: Die spektakulären Nachtrennen sind in diesem Jahr nur übers Fernsehen mitzuerleben. arosalenzerheide.swiss
S O U N D
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bis 3. Januar LANGLAUF IM VAL MÜSTAIR
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© 2020 HARMAN International Industries, Incorporated. Alle Rechte vorbehalten. JBL ist eine Marke von HARMAN International Industries, Incorporated, die in den USA und/oder anderen Ländern eingetragen ist. Die Wortmarke Bluetooth® und ihre Logos sind eingetragene Marken von Bluetooth SIG, Inc. Jegliche Nutzung dieser Marken durch HARMAN International Industries, Incorporated erfolgt in Lizenz. Andere Marken oder Handelsbezeichnungen sind im Besitz der jeweiligen Eigentümer. Änderungen an Merkmalen, Spezikationen und Aussehen können ohne vorherige Ankündigung erfolgen.
Rein in den Schnee! Ob mit Ski oder Snowboard, auf oder abseits der Piste: alles, was in diesem Winter Spass macht. Empfehlungen fßr die Wunschliste.
GUIDE Winterausrüstung
PERFEKTER SITZ Mit dem 360° Fit System kann die Position des Helms am Kopf feinjustiert werden.
SICHERHEIT
Reine Kopfsache Atomic Four Amid Pro
LAURENTS LIEBESGRÜSSE MOVEMENT LAURENT DE MARTIN LTD. Trifft ein legendärer Ski wie der «Fly Two» von Movement auf einen lässigen Free rider wie Laurent De Martin, ist das Ergeb nis ein Ski für Piste, Park und Backcountry oder, um Laurents Film zu zitieren: «From Switzerland With Love». Preis: CHF 625; movementskis.com
Wer Köpfchen hat, schützt es – mit dem Team-Helm der FreeskiAthleten von Atomic. Er bietet hohen Aufprallschutz (plus 40 Prozent im Vergleich zur geltenden Sicherheitsnorm), das Futter lässt sich heraus-, der Skibrillen-Clip abnehmen – so kannst du auch unterm Helm Beanie tragen. Preis: CHF 199; shop.atomic.com
BESTER BUDDY Wärmt, schützt vor Nässe und lässt sich per Kordel ganz einfach abdichten.
FÄUSTLINGE HART, ABER HERZLICH WOLFGANG WIESER
K2 RECON PRO Dieser Skischuh zeigt die nötige Härte für beste Kraftübertragung, ist aber dennoch nicht unnötig unbequem. Den techni schen Vorsprung erkennt man auch am Gewicht: 1740 Gramm. Und an der «Grip Walk»-Sohle – sie verhindert, dass man beim Gehen ausrutscht. Preis: CHF 749; k2snow.com THE RED BULLETIN
Kampf der Kälte! 686 Gore-Tex Linear Mitt Dieser Handschuh signalisiert selbstbewusst: Komm ruhig näher, Kälte! Du kannst dich gerne mit mir anlegen, aber ich werde dir keine Chance lassen – wer seine Hände in mich steckt, wird sicher nicht frieren. Alles andere kannst du vergessen, verstanden? Preis: CHF 98; 686.com 89
GUIDE Winterausrüstung
RETRO OHNE REUE
COOLE SOCKE
O’NEILL ORIGINAL ANORAK
TEAL PROJECT
Ein Anorak, inspiriert von der Geschichte, aber technologisch ganz im Hier und Heute: Er besteht zu 50 Prozent aus re cyceltem Material, hält Wasser dank einer speziellen Beschichtung draussen und ist trotzdem erfreulich atmungsaktiv. Gibt es in mehreren Farbkombinationen. Preis: CHF 279; oneill.com
Diese Sportsocke kann alles, was ein Leistungsträger können muss (Snowboar der David Hablützel hat massgeblich an der Entwicklung mitgearbeitet). Aber das ist noch nicht alles: Das Garn, aus dem sie besteht, wird aus Plastik gemacht, das aus dem Meer gefischt wurde. Limited Edition, Preis: CHF 38; teal-project.com
GIBT DIR AUFTRIEB
DURCHBLICK MIT NICO
TEAMWORK
HEAD KORE 99
SALOMON QST CHARGE HELM UND LO-FI GOGGLE
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Er ist steif, er ist wendig, und er verleiht dir im tiefen Pulver den nötigen Auftrieb: ein Allrounder, der dein Freerider-Herz höher schlagen lässt. Auch bestens geeignet, um auf Gipfel zu stapfen oder auf prä parierten Pisten abwärtszuschwingen. Preis: CHF 799 (inklusive Attack 13 GW Bindung); sportxx.ch
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Mit dem Helm behältst du stets kühlen Kopf – dank speziellem Belüftungssystem und dem Innenfutter aus Merinowolle. Die Brille dazu ist sowieso cool: Für sie stand Freerider Nicolas Vuignier Pate. Preis Helm: CHF 189; Brille: CHF 189; salomon.com
Die besten Völkl-Ingenieure sowie Spitzen- Freerider wie Markus Eder, Paddy Graham und Fabio Studer und der US-Künstler und frühere Surf-Profi Ben Brough haben diesen Ski gemeinsam entworfen. Markus Eder: «Es ist grossartig, zu sehen, wie u nsere Vision aufgegangen ist.» Preis: CHF 869; voelkl.com THE RED BULLETIN
GUIDE Winterausrüstung
WAS STECKT NOCH IM RUCKSACK? Ein Trinksystem und eine isolierte Tasche fürs Handy
LAWINENRUCKSACK
Doppelt hält besser ABS A.Light 35 Jahre nach der Erfindung des Lawinenairbags stellt ABS den A.Light vor – entwickelt für Freerider und Freetourer, die abseits ge sicherter Pisten auf der Suche nach dem besten Powder sind. Der Ruck sack verfügt über zwei Airbags; Schaufel, Sonde und Erste-Hilfe-Set sind mit einem Handgriff erreichbar. Preis: CHF 699; abs-airbag.com
ALLES IM GRIFF ATOMIC SKISTÖCKE UND SKI Der Skistock aus leichtem Aluminium hat einen rutschfesten Freeride-Griff und passt perfekt zu dem von Ski-Legende Chris Benchetler entworfenen FreerideSki, der auf und abseits der Piste Fahr spass garantiert. Preis Ski: CHF 729 (inkl. Warden 11 MNC Bindung); sportxx.ch; Preis Stock: CHF 49; shop.atomic.com
GEFÜHLVOLL
Leichte Übung Atomic Hawk Ultra 130 S Mit 1700 Gramm ist dieser Skischuh der leichteste Alpin-Skischuh, den Atomic je entwickelt hat. Ausserdem lässt sich sein spezi eller Innenschuh an deine Fussform anpassen. Mit d ieser Kombi entsteht beim Fahren jene Sorte Feingefühl, die jede Abfahrt zum Vergnügen macht. Preis: CHF 649; shop.atomic.com
SCHUTZ AUF DER PISTE HÄ? HALSSCHLAUCH COVID-19 Das Fragezeichen im Namen ist kein Tippfehler, genau betrachtet ist es eine Antwort. Dieser Halsschlauch verfügt nämlich über einen geprüften Filter gegen Covid-19-Viren. In diesem Winter mit Sicherheit eine vernünftige Investition. Preis: CHF 39.90; ha-wear.com
THE RED BULLETIN
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GUIDE Winterausrüstung
KURVENKÜNSTLER K2 RECKONER Ein Ski, den wir lieber nicht im Schnee v erschwinden sehen – denn der Reckoner von K2 mit seinen von Hand gezeichneten Designs ist zu schön, um abzutauchen. Andererseits: Nur so können wir das Auftauchen aus dem Powder-Paradies so richtig geniessen. Preis: ab CHF 600; k2snow.com
FLOTT BEIM WECHSELN Dank der SwiftlockTechnologie lassen sich die Scheiben schnell wechseln.
AUSSICHTSREICH
Perfekter Pisten-Look Dragon PXV2
Von dieser Brille sagen die Entwickler bei Dragon, dass sie das Ergebnis langer Arbeit, das Destillat von Jahren im Brillen-Design ist. Tatsächlich sieht man mit dieser Brille nicht nur gut, man sieht auch gut aus. Selbstverständlich integriert: perfekter UV-Schutz, gepanzerte Belüftung. Preis: CHF 299; europe.dragonalliance.com
IDEALE KOMBI Helm und Brille von Giro – umfassender Kopfschutz, weit reichende Aussicht
KOPFSCHUTZ STEIG EINFACH EIN TYROLIA ATTACK² 16 GW Vom Freeski-Pro bis zum All-MountainSkifahrer: Die Attack² 16 GW ist die beste (Ver-)Bindung. Die innovative Architektur vereint bei nur 2240 g Gewicht optimale Funktionalität mit höchstmöglicher Sicherheit und modernstem Design – also, ganz einfach einsteigen! Preis: CHF 300; tyrolia.com
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Mit Leichtigkeit Giro Grid Spherical MIPS & Contour Dieser Helm ist extrem leicht, sorgt dank verstellbaren Öffnungen für angenehme Belüftung und schützt durch die Spherical MIPS-Techno logie. Die Contour Brille verfügt über ein enorm weites Sichtfeld. Die Kombination mit der kontrastverstärkenden VIVID-Technologie macht sie überragend. Preis Helm: CHF 279; Preis Brille: CHF 279; girosnow.ch THE RED BULLETIN
LAAX.COM/OPEN
GUIDE Winterausrüstung
KUSCHELSPASS FACTION WOMENS HOODIE Hellgrauer Hoodie aus 100 Prozent aumwolle mit unübersehbarem FactionB Logo – für die schnelle Entspannung nach dem Skispass oder einen kuscheligen Abend nach einem kalten Wintertag. Fühlt sich gut an – in beiden Fällen. Preis: 99.95 CHF; factionskis.com
BERGKAMERAD 686 GORE-TEX STRETCH DISPATCH BIB Auf den ersten Blick eine wenig spekta kuläre graue Latzhose. Und trotzdem ist sie einer der Favoriten des 686-Teams – aus gutem Grund: Sie ist so strapazier fähig, dass sie locker 200 Tage in den Bergen «überlebt», ein Begleiter, auf den du dich verlassen kannst. Preis: CHF 579; 686.com
KOMPLETT-JACKET
FRAUENPOWER
686 HYDRA THERMAGRAPH JACKE
STÖCKLI NELA 96
FACTION PRODIGY 1.0X UND POLE
Sie wärmt bei Bibber-Temperaturen, sorgt aber auch im Frühling für Wohlfühl-Klima. Grund dafür ist das patentierte Thermagraph «Body Mapping Insulation System», das für einen Temperaturausgleich sorgt. Und sie hat auch sonst alles: SmartphoneTasche, Helm-kompatible Kapuze etc. Preis: CHF 469; 686.com
Ein Ski von Frauen für Frauen getestet – mit einer Mittelbreite von 96 mm ist er perfekt für Powder-Hänge geeignet. Dank seiner Leichtigkeit und der speziellen Ro cker-Konstruktion hast du im Tiefschnee stets Auftrieb und gleitest mit Leichtigkeit durch verschneite Landschaften. Preis: CHF 890; stoeckli.ch
Faction unterstützt die weltbesten Athleten, darunter die Freestyle-Skifahrerinnen Mathilde Gremaud und Kelly Sildaru. Beide nutzen den Prodigy 1.0x Ski. Er wurde entwickelt, um einzigartigen Frauen zu helfen, die Grenzen des Sports auszuloten. Preis Ski: CHF 499; Preis Stöcke: CHF 69; factionskis.com
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GEH AN DEINE GRENZEN
THE RED BULLETIN
IMPRESSUM
THE RED BULLETIN WELTWEIT
Aktuell erscheint The Red Bulletin in sechs Ländern. Auf dem Cover unserer britischen Ausgabe: Snowboard-Profi Katie Ormerod, 23, beim Trockentraining. Mehr Geschichten abseits des Alltäglichen findest du auf: redbulletin.com
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Gesamtleitung Alexander Müller-Macheck, Sara Varming (Stv.) Chefredaktion Andreas Rottenschlager, Andreas Wollinger (Stv.) Creative Direction Erik Turek, Kasimir Reimann (Stv.) Art Direction Marion Bernert-Thomann, Miles English, Tara Thompson Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Eva Kerschbaum (Ltg.), Marion Batty (Stv.), Susie Forman, Tahira Mirza, Rudi Übelhör Digitalredaktion Christian Eberle-Abasolo (Ltg.), Elena Rodriguez Angelina, Benjamin Sullivan Special Projects Florian Obkircher, Arkadiusz Piatek Managing Editors Ulrich Corazza, Marion Lukas-Wildmann Publishing Management Ivona Glibusic, Bernhard Schmied, Melissa Stutz Managing Director Stefan Ebner Head of Media Sales & Partnerships Lukas Scharmbacher Head of Co-Publishing Susanne Degn-Pfleger Projektmanagement Co-Publishing, B2B-Marketing & Communication Katrin Sigl (Ltg.), Mathias Blaha, Katrin Dollenz, Thomas Hammerschmied, Teresa Kronreif (B2B), Eva Pech, Valentina Pierer, Stefan Portenkirchner (Communication) Creative Services Verena Schörkhuber-Zöhrer (Ltg.), Sara Wonka, Julia Bianca Zmek, Edith Zöchling-Marchart Commercial Management Co-Publishing Alexandra Ita Editorial Co-Publishing Raffael Fritz (Ltg.), Gundi Bittermann, Mariella Reithoffer, Wolfgang Wieser Executive Creative Director Markus Kietreiber Projekt Management Elisabeth Kopanz Art Direction Co-Publishing Dominik Uhl (Ltg.), Stefanie Werth, Andreea Parvu Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Martina Maier, Alexandra Schendl, Julia Schinzel, Florian Solly, Stephan Zenz Abo & Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Nicole Glaser (Vertrieb), Victoria Schwärzler, Yoldaş Yarar (Abo) Anzeigenservice Manuela Brandstätter, Monika Spitaler Herstellung & Produktion Veronika Felder(Ltg.), Friedrich Indich, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Sandra Maiko Krutz, Josef Mühlbacher Finanzen Klaus Pleninger, Mariia Gerutska MIT Christoph Kocsisek, Michael Thaler Operations Melanie Grasserbauer, Alexander Peham, Yvonne Tremmel Projekt Management Gabriela-Teresa Humer Assistant to General Management Patricia Höreth Herausgeber & Geschäftsführer Andreas Kornhofer Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-0 Fax +43 1 90221-28809 Web redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Dietmar Otti, Christopher Reindl, Marcus Weber
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Perfekter Abgang
Ab in die Schnee-Kissen!
Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 7. Februar 2021. 98
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So muss Winter aussehen: Die US-Snowboard-Profis Blair Habenicht (li.) und Travis Rice toben sich im Kootenay Valley in British Columbia, Kanada, aus. Passender Name der Abfahrt im Bild: «Pillow Line», zu Deutsch: «Kissen-Strecke». Das ganze Powder-Abenteuer der beiden Schnee-Ästheten gibt’s im Video: redbull.com
FLÜÜÜGEL FÜR DEN WINTER.
MIT EISIG-FRUCHTIGEM GESCHMACK.
NEU
BELEBT GEIST UND KÖRPER.
Goodbye Brumm-brumm — 100% elektrisch
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