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The Red Bulletin Januar 2018 - CHDE

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SCHWEIZ

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

DIE KUNST DES LEBENS RENÉ PRÊTRE RETTETE 6000 KINDER. INDEM ER DIE SCHÖNHEIT IHRER HERZEN WIEDERHERSTELLTE.

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CONTRIBUTORS

EDITORIAL Leidenschaft ist Leben

Lukas Mäder

Der Schweizer fotografierte schon Stars wie Ricardo Rodríguez, Roman Josi oder Snoop Dogg. Wir engagierten Mäder für unsere Coverstory mit dem Starchirurgen René Prêtre. Mäder: „Zu unserem Fotoshooting kam er frisch von einer OP. Und musste danach gleich zur nächsten. Wir durften ihn begleiten – und im OP-Saal beeindruckende Bilder machen.“ Ab SEITE 22 .

René Prêtre rettete 6000 Kinder. Der Schweizer Chirurg operiert – als einer der Weltbesten seines Fachs – die Herzen von Neu­ geborenen. Täglich. Teilweise zwölf Stunden am Stück. Mit Handgriffen, bei denen Bruchteile von Millimetern über Tod und Leben entscheiden. Im großen, sehr persönlichen Interview spricht Prêtre über Arbeiten unter höchster Anspannung, kritische Sekunden im OP, Leidenschaft, Perfektion, Zweifel – und über das Mindset eines Arztes, der Leben rettet, indem er die Schönheit eines Herzes wiederherstellt. „Ich bereite mich auf jede OP so vor, als wäre es meine erste“: ab Seite 22. Mit dem Begriff „Leidenschaft“ ist auch ein anderer Name untrennbar verbunden: Arnold Schwarzenegger. Er war Bodybuilder, Geschäftsmann, Hollywoodstar, Politiker – und ist nun glühender Umweltaktivist. Aber noch lange nicht am Ende seiner Reise an­ gelangt (ab Seite 42).

Franck Seguin

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Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion LUKAS MAEDER (COVER)

„Wir suchten nach außergewöhnlichen Momenten in noch unbekannten Tauchrevieren“, sagt der französische Fotograf Franck Seguin über seine drei Unter Unterwasser-Expeditionen mit Apnoe-Weltmeister Guillaume Néry. Die Bilder davon übertrafen alles, was wir kannten. Erkunden Sie japanische Unterwassertempel und tauchen Sie an der Seite von Pottwalen, ab SEITE 30.

THE RED BULLETIN


* Abzahlung des Gerätepreises von CHF 449.– in 24 monatlichen Raten, ohne Zinszuschlag/Gebühren, Mindestalter ist 18 Jahre. Erforderlich sind ein inOne mobile-Abo (z.B. inOne mobile XS, CHF 65.–/Mt., 24 Monate Mindestvertragsdauer), der Zusatzdienst Multi Device und eine spezielle SIM. Die Multi Device-Abogebühr erhält der Kunde während 6 Monaten geschenkt, danach ist der Zusatzdienst kostenpflichtig (CHF 10.–/Mt., keine Mindestvertragsdauer).

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INHALT Januar/Februar

BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

10 John Boyega: Der „Star Wars“-

Held liebt Paintball-Battles.

12 Der Pantauro-Kalender:

die besten Sportfotos 2018

14 Das derzeit spektakulärste

Triathlon-Bike der Welt 16 Der Musiker Zeal & Ardor mixt Gospel und … Black Metal. 18 Interview: Funk-Legende Bootsy Collins’ Bassfieber 20 Guillermo del Toros Tequila

GUIDE

Get it. Do it. See it. 76 Destination Red Bull: Reisen

abseits des Alltäglichen

80 Quadratische Zeitmesser 82 Highlights auf Red Bull TV 84 Top-Termine des Monats 86 Winter-Special: die beste

Ausrüstung

97 Impressum 98 Makes You Fly: das Action-

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ARNOLD SCHWARZENEGGER

Exklusiv-Interview: warum aus dem „Terminator“ ein Öko-Kämpfer wurde und wie er die Welt retten will.

50 DAVID HABLÜTZEL

Der Schweizer zählt zu den weltbesten Freestyle-Snowboardern – dank ungewöhnlicher Erfolgsphilosophie.

THE RED BULLETIN

ROBERT ASCROFT, FRANK SEGUIN/BUREAU 233, GIAN PAUL LOZZA

Foto des Monats


30

UNTERWASSER-MANN

Guillaume Néry ist der Ästhet unter den Apnoetauchern. Hier gibt’s die besten Bilder seiner Reisen zu Wasser­ höhlen und Pottwalweibchen.

FEATURES

22 René Prêtre

Von der Kunst, ein Kinderleben zu retten: der Schweizer Spitzen-Chirurg im Interview.

30 Im Rausch der Tiefe Ein globales Unterwasser-Abenteuer mit dem französischen Apnoetaucher Guillaume Néry.

42 Schwarzenegger 5.0 Die Öko-Mission des Hollywood-Titanen.

50 David Hablützel

„Scheitern, stürzen, weitermachen“: die Erfolgstipps des Schweizer Snowboard-Profis.

58 Kevin Rice

Der Mazda-Chefdesigner über Kreativität, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

62 Dakar to go

Reiseführer zur härtesten Offroad-Rallye der Welt.

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

„Star Wars“-Star John Boyega über seine Visionen und dass er in Paintball-Battles unbesiegbar ist

SHAMIL TANNA

JOHN BOYEGA DIESER MANN HAT EINEN PLAN SEITE 10

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

John Boyega … … ist gerade mal 25, hebt ab mit „Star Wars“ und „Detroit“, pfeift auf Jachten und Villen und will vor allem eines: bitte nicht von kleinen Farbkugeln getroffen werden.

„HEY, ICH BIN EIN PAINTBALL-KILLER“ T

he red bulletin: Mit „Star Wars“ haben Sie das große Los gezogen. Was machen Sie eigentlich mit dem ganzen Geld? john boyega: Ich investiere es in meine Produktionsfirma. Keine Jachten, keine schicken Villen … Nein. Ich habe einen Master Master­ plan. Das heißt, ich will eine Karriere, die für sich selbst spricht, indem ich die richtigen Entscheidungen treffe. Dafür brauche ich kreative Freiheit, und die kriege ich nur, wenn ich mir mein eigenes Basis­ lager schaffe. Was für Entscheidungen schweben Ihnen vor? Ich will mit meinen Filmen ethnische Vielfalt promoten, und ich bin sehr stolz, dass der erste Film meiner Firma mit Schauspielern verschiedenster Ethnien besetzt ist. Mein Traum ist es, alle möglichen Menschen einzubeziehen und Geschichten aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Mir ist es auch wichtig, dass meine Filme lange Bestand haben. Das Thrillerdrama „Detroit“ (Regie: Kathryn Bigelow; Anm.) zum Beispiel wird der größte Film meiner Karriere sein, denn er wird eine gigan­ tische kulturelle Wirkung haben. Die Leute werden den noch ihren Kindern zeigen. Verschwenden Sie je einen Gedanken an die Möglich-

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keit des Scheiterns? Scheitern gehört zum Rezept für Erfolg. Es motiviert mich. Scheitern bedeutet: Es gibt einen anderen Weg, eine andere Taktik, um an eine Sache heranzugehen. Wenn die Menschen nicht jeden Tag rausgehen und scheitern würden, hätten wir nicht die Gesellschaft von heute. Abgesehen von der Schauspielerei haben Sie angeblich noch eine andere Passion – Paintball. Ich bin ein Killer beim Paint­ ball. Wollen wir das mal rich­ tig definieren. Was macht Sie zum Killer? Ich bin ein Strategie­Fan. Beim letzten Spiel sagte ich den Jungs, dass sie schon einen Tag vorher da sein soll­ ten, damit wir genau planen können, wie wir vorgehen. Bei einigen der Spiele weißt du, mit welchem Team du’s zu tun hast. Und so kann ich kalku­ lieren: Das wird unser Gegner tun. Und so kriegen wir ihn. Haben Sie beim letzten Mal gewonnen? Was ist das für eine Frage? Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht beim Paint­ ball verloren. www.starwars.com

John Boyega, 25, „Star Wars“-Star, Filmvisionär, Paintball-Killer THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN

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SHAMIL TANNA

RÜDIGER STURM


Momentaufnahmen Gute Reise durch 2018: Zwölf Geschichten sind die Boote, auf denen wir losfahren.

IMMER DIE WAND ENTLANG alenderblätter bringen bunte Ordnung ins Leben – und nehmen dabei keinerlei Rücksicht auf unsere Sehnsucht. Es ist erstaunlich, was speziell die zwölf Blätter des Pantauro-Kalenders 2018 mit uns anstellen, auch weil sie mit nur jeweils einem Bild fabelhafte Geschichten erzählen. Etwa die von Snowboarder Travis Rice, der als Mastermind seines verblüffenden Films „The Fourth Phase“ auch nach Kamtschatka reiste. Vom Standpunkt der Zivilisation aus betrachtet, liegt diese russische Halbinsel beinahe auf dem Mond, tatsächlich aber am östlichen Ende Russlands, kurz vor dem Beginn Alaskas, besiedelt von Geysiren und Braunbären. Um die bloß eine Handvoll Sekunden im Film zu realisieren, harrten Rice und seine Begleiter Greg Wheeler und Eric Jackson vier Wochen in einer winzigen Hütte aus, mit einem feuer- und lavaspeienden Vulkan als schreck schrecklich-schöner Kulisse, weil Sturm, Schnee, Eis und Nebel andere Pläne hatten. Eine Übung in Demut, die Rice durchaus nicht fremd ist, schließlich war „The Fourth Phase“ bereits sein dritter Kinofilm mit dem Hauptdarsteller Snowboarden, nach „That’s It, That’s All“ und „The Art of Flight“. In diesen Filmen ging es stets um das Erwartenkönnen des entscheidenden Moments, so Rice: „Alles hängt vom richtigen Licht ab – dein Timing muss perfekt sein, weil es immer nur winzige Zeitfenster gibt, in denen du bei

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Premiere für Travis Rice: Für seinen dritten Kinofilm hinterließ er seine charakterischen Spuren im Schnee von Kamtschatka.

LUKAS PILZ/RED BULL CONTENT POOL, SCOTT SERFAS/RED BULL CONTENT POOL ROBERT SPERL

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bestmöglichen Bedingungen drehen kannst.“ Kurz bevor die russische Einsamkeit die Geduld von Travis und seinem Team auf aufgezehrt hatte, zeigte sich das Wetter gnädig – und erlaubte das Befahren der bis dahin von Snowboardern unberühr unberührten Hänge. Ein Erlebnis, das Travis Rice’ Demut recht gab: „Schließlich bewegen wir uns in einem Umfeld, in dem du das Ergebnis nicht vorausahnen kannst – der Natur.“ www.pantauro.com

Beyond the Ordinary 2018: Der Pantauro-Kalender versammelt Aufnahmen der besten Sportfotografen der Welt.

THE RED BULLETIN


BULLEVARD

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD

ZEIT, HIRN, MASCHINE

LAUFRÄDER

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ie kanadische Rennrad-Manufaktur Cervélo hat in ihrer erst knapp über 20-jährigen Geschichte alles gewonnen, was man gewinnen kann: Tour de France, Giro d’Italia, WM-Titel. Ihre eigentlichen Wurzeln liegen jedoch im Triathlon. In diesem hochkomplexen Sport, wo beim Material jeder Millimeter und jedes Gramm zählen, lassen sich Revolutionen anzetteln, die später die gesamte Fahr Fahrradbranche erfassen. Cervélo hat 1996 den ersten Carbonrahmen mit einem Gewicht von unter einem Kilo gebaut

und damit die Industrie vor den Kopf gestoßen. Aerodynamik, Fahrkomfort, Integration der Komponenten: Das Team rund um die Firmengründer Gerard Vroomen und Phil White war immer ganz vorn. Wie viel Hirn in der jüngsten Entwicklung P5x steckt, lohnt eine genauere Betrachtung. Apropos Hirn: Der Firmenname ist eine Kombination aus cervello, italienisch für Gehirn, und dem französischen vélo (Fahrrad). Passend! www.cervelo.com

Das 1711 Gramm leichte, aero­ dynamisch optimierte Carbon­ Duo ist speziell für die Verwen­ dung mit Scheibenbremsen konstruiert und gilt als derezeit schnellstes Laufrad am Markt.

SITZEINHEIT

Die tropfenförmige Sattelstütze lässt sich in Modulen kürzen und hat zwei Ebenen, auf denen der Sattel justiert werden kann. Plus: integrierter Flaschenhalter.

UNTERROHR

LENKEINHEIT

SCHALTUNG

TRETLAGER

GEPÄCKRAUM

BREMSEN

Eine elektrische Schaltung (hier die Red eTap von SRAM) funktio­ niert nicht nur präziser und leiser als eine mit Seilzügen, sie spart wegen geringerer Bedienkräfte auch Energie.

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Um möglichst viel Kraft in den Vortrieb zu bringen, ist die linke Seite um 11 Millimeter breiter als die rechte. Ausgelegt für Kurbeln mit Powermeter, die die Kraft des Athleten messen.

Die Fasern der Carbonstruktur sind penibel gemäß den auf­ tretenden Belastungen aus­ gerichtet, Vorderrad und Trink­ flasche aerodynamisch in die Tropfenform integriert.

Gerade im Training brauchen Triathleten Platz. Das P5x inte­ griert Trinksystem und Stau­ raum für Regenjacke, Werkzeug und Nahrung schlüssig an drei Positionen des Rahmens.

Die einzelnen Teile lassen sich nicht nur millimetergenau ver­ stellen, sondern auch beidseitig verwenden – dann mit unter­ schiedlichen Winkeln. Dazu: integrierte Kabelführung.

Der Scheibenbremse gehört auch im Triathlon die Zukunft. Aerodynamisch integriert und dank echter Achsen stabiler als die alten Schnellspanner­ Lösungen. THE RED BULLETIN

WERNER JESSNER

Zwischen Fahrrad und Fetisch: Das ist die Technik des so spekta­ kulären wie schnellen Cervélo P5x.

CERVÉLO

Triathlon-Bike


DER NEUE WRX STI 4x4 AB FR. 44’950.–. – 2.5-Liter-SUBARU-BOXER-Turbomotor mit 300 PS. – Verstärkte Brembo-Bremsanlage. – LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, LED-Abblendlicht, LED-Tagfahrlampen. – SI-Drive (3 Fahrmodi: Intelligent, Sport, Sport Sharp). – 6-Gang-Sportgetriebe. – 407 Nm, DCCD, VDC. – 19’’-Leichtmetallfelgen. – Rassiges Facelift. Abgebildetes Modell: WRX STI 2.5T AWD Swiss, man., 4-türig, 300 PS, Energieeffizienz-Kategorie G, CO2 252 g/km (55 g/km*), Verbrauch gesamt 10,9 l/100 km, Fr. 45’750.– (inkl. Metallic-Farbe), Fr. 44’950.– (mit Farbe Pure Red). Durchschnitt aller in der Schweiz verkauften Neuwagenmodelle (markenübergreifend): CO2 134 g/km. *CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder Strombereitstellung.

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Luzifers Siegel: FĂźr Zeal & Ardor bedeutet das Symbol Satans, ehrgeizig zu sein und sich selbst zu verwirklichen. Ziegen schlachtet er dennoch keine.

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THE RED BULLETIN


BULLEVARD

Zeal & Ardor Der Basler Musiker Manuel Gagneux alias Zeal & Ardor vereint ungleiche Genres: Black Metal und Gospel. Und: warum sich Rückschläge auszahlen.

DIESER MANN BESTAND DEN SATANS-TEST N

och niemand war vor Zeal & Ardor auf die Idee ge­ kommen, schwarze Sklaven­ lieder mit hartem Black Metal zu kreuzen. Ein zähes Experi­ ment, das sich für den 29­jäh ­ ­ ­jäh rigen Basler aber bezahlt ge­ macht hat: Sein Album „Devil Is Fine“ (2017) wurde von der internationalen Musikpresse vielfach als spannendstes Me­ tal­Album des Jahres gefeiert.

MATTHIAS WILLI

FLORIAN WÖRGÖTTER

the red bulletin: Wie wagt man sich an etwas noch nie Dagewesenes? zeal & ardor: Unbedingt spielerisch. Nimm das Projekt bloß nicht zu ernst. Und löse dich von der Vision, wie das Endprodukt aussehen sollte. Sei offen für Veränderung und das Seltsame. Mit dem Spaß dabei entsteht das Neue. Wie motivieren Sie sich, wenn nichts mehr geht? Wenn du glaubst, du setzt dich hin und schon kommt ein Geniestreich, vergiftest du deine Kreativität. Meistens entsteht das Geniale erst aus Langeweile oder im Frust. Wenn du eine Melodie aus

THE RED BULLETIN

Wut hinschmetterst, kann ihre Energie überraschen. Wie langweilig war Ihnen, als die Idee zum Album „Devil Is Fine“ kam? Extrem. Ich habe Leute auf der Online­Plattform 4chan gefragt, welche Musikgenres ich kombinieren solle. Einer meinte „Black Metal“, ein an­ derer „Nigger Musik“. Anstatt mich zu ärgern, reagierte ich mit einem Song. Den ersten Tracks fehlte noch der Groove. Wie packt man zusammen, was nicht zusammengehört? Mit Trial und Error. Ich musste sieben Songs schreiben, ehe ich mit dem ersten zufrieden war. Die anderen habe ich verworfen. Du musst zugeben können, dass etwas scheiße ist, und dich davon trennen. Was tun, wenn nicht alles auf Anhieb funktioniert? Dranbleiben! Und verliebe dich niemals in den ersten Entwurf. Ich habe Jahre ver­ schwendet, weil ich glaubte, was ich geschaffen hatte, sei bereits perfekt und ich müsse darauf aufbauen. Oft kommst du erst weiter, wenn du alles entsorgst und neu startest. Hört sich vielleicht an wie Guru­Quatsch, aber mir hat’s geholfen.

Mussten Sie sich vor der sturen Metal-Szene für Ihren offenen Black-MetalEntwurf rechtfertigen? Puristen meinen, ich würde das Black Black­Metal­Erbe bastar­ disieren und der Szene den Mittelfinger zeigen. Ich könnte das als Rückschlag deuten, nehme es aber als Kompliment, wenn meine Musik nicht dem Status quo entspricht. Viele sagen auch, das Album sei erfrischend und etwas voll­ kommen Neues. Ein Vertreter der Church of Satan hat Sie interviewt, um Ihren Glauben zu testen. Stimmt. Er hat mich wie ein Lehrer auf Fehler im Text aufmerksam gemacht: „Der Dämon heißt im Aramäischen aber …“ Ein interessantes, jedoch bizarres Gespräch. Bestanden? Offenbar. Wir spielen dem­ nächst ein Konzert in der Church of Satan in Los Angeles – bei meiner ersten schwarzen Messe. Trinken Sie Blut von frisch geschlachteten Ziegen? Nein, Ziegenblut ist eklig und unhygienisch. zealandardor.com

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BULLEVARD

Bootsy Collins Alte Mission, neues Album: Die BassLegende erklärt, warum wir alle mehr Funk im Leben brauchen und wie James Brown ihn zum Meistermusiker machte.

„MEIN BASS MUTIERTE ZUR SCHLANGE“ 18

S

eine Sternbrille und die groovigen Bassläufe sind Kult, er selbst gilt als Vater der Funkmusik. Mit 18 spielte Bootsy Collins in James Browns Band, danach machte er sich als Mastermind der durchgeknallten SpaceCombo Parliament-Funkadelic unsterblich. Hier erklärt der 66-Jährige, wie der Funk dein Leben verbessert. the red bulletin: Mit Ihrer neuen Platte wollen Sie uns den Funk nahebringen … bootsy collins: Weil Funk eine Lebenshaltung ist! Kernaussage: Nimm, was du hast,

THE RED BULLETIN

DAVID CARLO

Mit seinem Funk-Vibe hat Collins Superstars von Dr. Dre bis zu den Red Hot Chili Peppers beeinflusst.

und mach das Beste daraus. Am Anfang meiner Karriere konnte ich mir keinen Bass leisten – also spannte ich Basssaiten auf meine Gitarre. Wie kriege ich mehr Funk in mein eigenes Leben? Mach etwas aus nichts. Und sei spontan! Niemand sagt zu einer Frau: „Lass uns um 19 Uhr Sex haben!“, oder? Das würde die Spannung rauben. James Brown holte Sie als Teenager in seine Band. Was haben Sie von ihm gelernt? Er war sehr streng. Nach jeder Show sagte er, dass wir nicht gut genug seien. Selbst wenn wir wussten, dass wir das Haus gerockt hatten. Klingt eher demotivierend. Er zwang uns in elegante Anzüge und feine Schuhe. Dabei wollten wir ausflippen, jung sein. Einmal hatte ich seine Standpauken so satt, dass ich vor dem Konzert Drogen nahm. Ich war so high, dass mein Bass sich in eine Schlange verwandelte. Browns Reaktion? Er dachte, seine Erziehungsmethoden hätten versagt. Dabei war das Gegenteil der Fall. Was mir damals nicht klar war: Je öfter er uns kritisierte, desto härter übten wir. Um es ihm zu zeigen. bootsycollins.com

FLORIAN OBKIRCHER

Im Oktober brachte Bootsy Collins „World Wide Funk“ heraus, sein erstes Album seit sechs Jahren.


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BULLEVARD

wie Blut durch die Adern mei­ nes Landes, und Jalisco (der ‚Tequila-Bundesstaat‘; Anm.) steht für die Einheit zwischen dem Geist und der Erde, die Zeit und Tradition überdauert haben“, sagt del Toro. „Eine Quelle des Stolzes, die unsere Wurzeln bildet und uns prägt.“ Wer die Flasche (Preis: 550 €) öffnet, erlebt eine überwältigende Geschmacks­ melange, dem Reifeprozess in Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche ge­ schuldet. Doch Guillermo del Toro hat seiner Kreation auch einen gelinden Hauch von Okkultismus verpasst: In der Verpackung lassen sich zwei Kerzen unterbringen. Mit diesem Altar, der beim Öffnen entsteht, soll sowohl dem Tequila als auch der mexika­ nischen Tradition gehuldigt werden. Übrigens ist der Tequila früher dran als Regis­ seur del Toro: Die Flasche ist bereits seit Wochen zu haben, sein neuester Film „The Shape of Water“ kommt erst am 15. Februar 2018 in die Kinos. www.patrontequila.com

Unvergleichlicher Schnaps, umwölkt von einem Hauch Grauen, mit besonderer Liebe zu Mexiko produziert. Maßgeblich beteiligt: Cineast Guillermo del Toro.

EIN TEQUILA ZUM STERBEN 20

Die Schachtel birgt zwei Flaschen: eine voll von Tequila, die andere mit Likör aus Zitrusfrüchten. Nach dem Öffnen wird die Schachtel zum Altar: Guillermo del Toro wollte seiner limitierten Auflage einen Schuss Mystik verleihen.

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COURTESY OF TEQUILA PATRÓN

Jenseitiges Elixier

as macht Guil­ lermo del Toro, wenn er als Regisseur nicht gerade einen seiner märchenhaften Filme dreht? Tequila. Der in Guada­ lajara geborene del Toro hat dieses Jahr mit den Meistern von Patrón Tequila eine Son­ deredition des typisch mexika­ nischen Getränks kreiert. Als „Patrón × Guillermo del Toro“ ist dieser Tequila nicht bloß Genuss für alle Liebhaber flüssiger Delikatessen, sondern auch fürs Auge jener, welche Flaschen nach der Verpackung kaufen. Das rührt daher, dass der Regisseur, Schöpfer der Filme „Pans Labyrinth“ (2006) oder „The Shape of Water“ (2017), an der Gestaltung der Schachtel sowie an den Illus­ trationen im Inneren der Box mitgewirkt hat. „Tequila fließt

ALEJANDRO SERRANO

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René Prêtre ist einer der besten Kinderherzchirurgen der Welt. Wie lebt man damit, niemals einen Fehler machen zu dürfen? Text: Stefan Wagner Foto: Lukas Mäder Grooming: Jehan Radwan 22


Diese Hände retteten 6000 Kinder


„Mein Großvater, er war Uhrmacher, hat mir wohl das Talent fürs Filigrane vererbt.“ Prêtre ist eines von sieben Kindern einer Bauernfamilie. Er stammt aus Boncourt im Kanton Jura.


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ené Prêtre, seit Januar sechzig, Leiter der Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsspital Lausanne, operiert täglich ein bis zwei Herzen von Kindern, meist die von Neugeborenen. Die Chirurgie kennt keine größere Herausforderung als die Arbeit an diesen walnussgroßen Wunderwerken der Natur. Bei den bis zu 14 Stunden langen Operationen steht Prêtre regungslos vornübergebeugt, trinkt nur ein paar Tropfen Wasser aus einem Strohhalm, um ja nicht austreten zu müssen, trägt eine Lupenbrille mit fünffacher Vergrößerung. Erfolg oder Misserfolg entscheidet sich in Millimetern, manchmal Bruchteilen davon, und Erfolg oder Misserfolg heißt: Leben oder Tod, Zusammenbrüche der Eltern oder Freudentränen. Prêtre setzt sich nicht nur der medizinischen Aufgabe aus, sondern auch den Emotionen: Er selbst führt die Vorgespräche mit den Eltern, und er ist es, der, wenn er aus dem Operationssaal kommt, zum Handy greift. Fünf-, sechsmal pro Jahr beginnt das Gespräch mit einer Mutter mit den Worten „Es tut mir leid …“. Frühnachmittags, ein vollgeräumtes Büro im zehnten Stock der Universitätsklinik von Lausanne: Beethoven-CDs, Jura-Kaffeeautomat, Geschenkpakete. „Meistens Wein oder Pralinen“, sagt Prêtre und macht sich an der Verpackung einer Bonbonniere zu schaffen. Er sieht erstaunlich jugendlich aus, drahtig, mittelgroß, spricht auffallend leise, fast hauchend, das Deutsch ist vom französischen Akzent weichgespült. Als ich bei der Begrüßung sage, dass ich erstmals in 25 Jahren bei der Vor Vorbereitung auf ein Interview geheult habe, an den Stellen seines Buchs, in denen er über Kinder schreibt, die er verloren hat, über die Tragödien, seine eigene Ver Verzweiflung und die der Eltern, aber auch wie er eigentlich unrettbare Leben rettete, lächelt er kurz und nickt. „Möchten Sie eine Praline?“

THE RED BULLETIN

René Prêtre an der Arbeit im Universitäts­ spital Lausanne: Operationen dauern bis zu 14 Stunden.

the red bulletin: Professor Prêtre, es ist kurz nach 14 Uhr, ein normaler Donnerstag im November. Was haben Sie heute bisher gemacht? réne prêtre: Heute begann gestern Nacht. Um elf klingelte mein Telefon, ein Notfall, man wollte die Taktik mit mir absprechen. Um drei Uhr morgens war alles fertig, es geht dem Patienten gut. Um sieben operierten wir einen Säugling und dann einen Jungen, einen schweren Fall. Bei der OP entdeckten wir, dass alles noch komplizierter war als erwartet. Eine Herzklappe, die gestern im Ultraschall gut aussah, schloss nicht hundertprozentig richtig. Man hätte das akzeptieren können, aber ich wollte das in Ordnung bringen, denn eine perfekte Klappe bedeutet viel Lebensqualität, sie wächst ja mit wie eine eigene, nicht wie eine Prothese, die man später ersetzen muss, die Medikamente erfordert. Die erste Operation dauerte bis zehn, danach konnte ich die OP machen, die eigentlich für heute Vormittag vorgesehen war. Vor zwanzig Minuten wurde ich fertig. Es tut mir leid, dass ich Sie ausgerechnet an einem solchen Tag störe. Oh, keine Sorge, das ist ein ziemlich gewöhnlicher Tag. Als Skifahrer würde ich sagen: rote Piste, nicht schwarze.

Können Sie heute Abend abschalten? Oder wenigstens Ihr Handy? Das Telefon des Spitals nicht. Aber ich stelle es auf lautlos, ich bin auf einem Fundraising-Abend für Kinderherzchirurgie. Es genügt, wenn ich alle halben Stunden nachsehe, ob ein Anruf war. Sie wuchsen als eines von sieben Kindern auf einem Bauernhof auf, der einzige Kontakt zur Medizin war der zum Tierarzt. Wenn es auf dem Feld viel zu tun gab, holte Sie Ihr Vater während des Unterrichts aus der Klasse. Ihr Studium finanzierten Sie sich als Regionalliga-Fußballer. Das ist nicht der direkte Weg in die Spitzenmedizin. War es eine Art magischer Berufung? Nein, Zufall. Ein Freund sagte: Hey, heute endet die Anmeldefrist fürs Medizinstudium. Ich wusste nicht recht, was tun, also meldete ich mich an. Es gefiel mir zu Beginn auch nicht. Im zweiten Jahr des Studiums musste ich mit älteren Patienten arbeiten, es war mehr Pflege als Heilung, man konnte so wenig verändern, das deprimierte mich. Aber als ich die erste Operation sah, einen Blinddarm, wurde alles anders. Der schwer kranke Patient war plötzlich gesund, durch die Arbeit des Chirurgen, da kommt le grand sorcier (der große Zauberer; Anm.) und schneidet einfach die Erkrankung weg, wie mit einem baguette magique (Zauberstab; Anm.). Das faszinierte mich. Ein Bauernjunge mit Schwielen an den Händen von der Feldarbeit, woher hat der das Zeug zum WeltklasseChirurgen? Mit den Händen zu arbeiten, das kannte ich. Auf dem Bauernhof reparierten wir ja alles selbst, Traktoren, Maschinen, so bekommt man ein Verständnis für Mechanik, für Rekonstruktionen in drei Dimensionen. Mein Großvater, er war Uhrmacher, hat mir wohl das Talent fürs Filigrane vererbt. Schon als Kind bastelte ich stundenlang winzige Häuschen. Ich glaube, da wurde der Grundstein gelegt, dass ich heute Gefäße von Kindern nähen kann mit nicht mehr als einem Millimeter Durchmesser. Das war mein erstes Training für die Finger. Die Finger sind das Wichtigste in Ihrem Beruf? Augen, Finger, Konzentration. Den Augen kann man helfen, mit der Vergrößerung der Brille. Den Fingern kann man nicht helfen. Wenn man zittert, ist es vorbei. Aber niemand zittert gar nicht. Ich bin da relativ gut. Unter der Brille mit fünffacher Vergrößerung sehe ich kein Zittern. Man sieht es erst unterm Mikroskop, das habe ich mir einmal angesehen, das hat mich interessiert. 25


Wenn Sie zu Hause ein Bild aufhängen, schlagen Sie den Nagel selbst ein? Ich kann auch mit der Axt Holz machen! Viele erfolgreiche Menschen sagen, wirklich gut macht sie die Leidenschaft für das, was sie tun, fürs Singen, fürs Tennisspielen, fürs Forschen, was auch immer. Erfolg ist dann nur die Folge davon. Ist das bei Ihnen auch so? Ja, sehr. Ich liebe es, zu operieren. Verschlägt ein Tennisspieler einen Ball, kommt der nächste. Passiert Ihnen ein Fehler, ist ein Leben zerstört. Wie kann man am Abgrund Freude empfinden? Indem man die Operation nicht als Gefahr sieht, sondern als Möglichkeit, zur Gestaltung, zur Rettung. Es hat ein bisschen etwas von Kunst, was wir tun, von Bildhauerei, wir arbeiten ja in drei Dimensionen, und Ästhetik ist wichtig. Wenn ein Herz nach der Rekonstruktion schön aussieht, funktioniert es gut. Aber nur ein kleiner Fehler, und …! Fehler passieren. Das ist unvermeidlich. Man kann ihre Zahl minimieren, indem man nicht ans Scheitern denkt, sondern ans Gelingen. Stéphane Lambiel, der 2006 Olympia-Silber im Eiskunstlauf gewann, wurde einmal gefragt, ob er keine Angst vor einem Sturz hat. Er antwortete: Nein, er denkt an nichts als an die korrekten Bewegungen. Das hat mich im ersten Moment erstaunt, dann fiel mir auf: Ich denke ja genauso. Ich denke an den Weg, nicht an das Hindernis. An

die Lösung, nicht an das Problem. Am gefährlichsten sind auch nicht die komplizierten Fälle. Am gefährlichsten wird es, sobald man denkt, es kann nichts passieren, wenn sich einschleicht, was man Routine nennt. Aber Sie haben in dreißig Jahren rund 6000 Kinderherzen operiert. Man muss sich auf jede Operation vor vorbereiten, als wäre es die erste, mit der derselben Verantwortung und Konzentration und Anspannung. Das ist entscheidend. Sie haben vorhin eher nebenbei gesagt: „Fehler sind unvermeidlich.“ Dürfen Sie das so sagen? Eltern von Kindern, die Sie operieren, lesen hier mit. Man muss ehrlich sein. Und man muss immer alles tun, so gut man kann. Unver Unverzeihlich wäre ein Fehler aus mangelnder Vorbereitung oder Konzentration. Hier, in diesem Büro, hier sprechen Sie mit den Eltern? Ja. Warum führen Sie diese Gespräche selbst? Das ist doch eine Belastung, diese Schicksale, diese Angst. Wäre es nicht einfacher, Sie kennen nur die Fakten und sehen nur eine blutende Walnuss, die repariert gehört? Ich würde genauso kämpfen. Aber es würde etwas fehlen. In diesem Büro übergeben mir die Eltern das Leben ihres Kindes. Das ist ein Vertrauen, das ich niemals verraten darf. Es passiert sehr selten, aber es passiert, dass wir in eine Situation

„Die Eltern übergeben mir das Leben ihres Kindes. Das ist ein Vertrauen, das ich nie verraten darf.“ 26

kommen, in der wir eigentlich nichts mehr tun können, keine Chance. Aber du kämpfst trotzdem weiter, und manchmal geht es doch noch gut aus. Das würdest du nicht tun, wenn es um Walnüsse geht. Ich erinnere mich an einen Fall, einen sehr, sehr schweren. Man hat als Chirurg ein großes Ego, aber als die Eltern eine zweite Meinung einholten, hoffte ich, sie würden den anderen Chirurgen wählen. Sie kamen dann doch zurück. Bei der Operation habe ich gesehen, es geht nicht, wir kämpften stundenlang, es war aussichtslos, wir waren erschöpft. Ich bin hinaus auf den Korridor, da standen die Eltern, ich sagte: „Es wird nicht gehen. Wir haben keine Chance.“ Die Mutter brach zusammen, sie hat so geweint, es war unglaublich, der Vater, so verzweifelt … ich konnte dieses Bild nicht ertragen. Ich habe dann gesagt, wir probieren es noch einmal, ich bin wieder in den OP hinein, alles noch mal ganz von vorn, Stunden, wir waren alle weit über unseren Grenzen. Aber es ist dann doch gelungen. Wie lange hat die Operation gedauert? Ich weiß nicht mehr, 14 Stunden? Manchmal geht man morgens in den OP, und plötzlich ist es Mitternacht. Das muss egal sein. Nur Profi sein ist nicht genug. Es gehört das Herz dazu. Ich will glücklich machen, ich will helfen, und ich habe die Möglichkeit dazu. Das ist unser Privileg. Sie sprechen von Privileg. Wenn Sie eine Sekunde unkonzentriert sind, kann ein Kind sterben! Wenn Sie mit dem Auto bei Rot über die Kreuzung fahren, kann auch jemand sterben. Und Konzentration lässt sich trainieren wie ein Muskel. Ich kann konzentriert bleiben, weil ich das seit dreißig Jahren täglich mache. Und ich kann auf zwei Systemen parallel laufen: Die Finger erledigen ihre Aufgaben automatisiert, während das Gehirn die weitere Strategie durchdenkt. Meine Arbeit ist schwierig, aber sie ist kein Wunder. Freunde oder Verwandte operieren Sie dennoch nicht. Ich habe einmal die Mutter eines Freundes operiert. Es ist gut gegangen, aber es waren zu viele Emotionen. Unnötiges Risiko. So etwas werde ich nicht mehr tun. 98 Prozent der Operationen gehen völlig glatt. Dennoch werden Sie immer ausführlich zu den Problemen befragt, auch von mir jetzt. Ärgert Sie das nicht? Es sind 95 Prozent. Wir haben je zwei, zweieinhalb Prozent Mortalität und schwere Komplikationen. Und ich verstehe, dass Sie danach fragen. Das tun alle. Was war Ihr letzter schöner Erfolg? Am Montag, ein Junge, ein paar Tage alt. Der Anästhesist sah die Klappe und sagte: THE RED BULLETIN


René Prêtre wurde 2009 zum „Schweizer des Jahres“ gewählt. Während der TV-Gala war er auf einer Hilfsmission in Mosambik.

„Die kannst du nicht flicken, unmöglich.“ Es gelang mir. Und die Klappe wurde wunderschön. Das sind besondere Mo­ mente, wenn ein Kollege ein Limit sieht und du es überschreitest. Ist nicht die Dankbarkeit der Eltern das größte Lob? Emotional ja, fachlich nein. Eltern können nicht unterscheiden, ob meine Leistung besonders war. Ein Loch zwischen den Vorkammern flicken, das kann in Wahr Wahr­ heit jeder, aber die Eltern sind danach genauso dankbar, als hätte ich das Kind unter Herzmassage gerettet. THE RED BULLETIN

Wie haben Sie Montag gefeiert? Oh, es war wunderschön, in der Echogra­ phie zu sehen, wie das Herz wieder zu schlagen anfängt, Kraft aufnimmt, wie das Leben zurückkehrt. Man sieht, die Klappe schließt gut, öffnet sich perfekt, keine Turbulenzen mehr, les frissons dans le dos (da läuft einem der Schauer über den Rücken; Anm.), diese Schönheit, das Charisma des Herzens … Macht man da abends ausnahmsweise eine besondere Flasche auf? Nein, das geht nicht. Ein Glas kann ich trinken. Kein zweites. Man muss zur Tagesordnung übergehen. Es gibt Fälle, bei denen können Sie das nicht, zur Tagesordnung übergehen. Sie schreiben im Buch über Robin, einen elfjährigen, lebensfrohen Jungen. Ja. Eine große Tragödie. Wir haben die OP nicht gemacht, weil er unmittelbar in Lebensgefahr war, sondern um seine Lebensqualität zu verbessern, seine Lebenserwartung. Es war auch kein besonders komplizierter Eingriff. Kurz vor dem Termin bekam die Mutter aber Angst. Sie wollte die Operation nicht mehr. Ich habe sie überredet. Nach der OP gab es eine starke Blutung, der Kreis­ lauf stand still, Robins Gehirn war ein bisschen zu lang ohne Blut. Ich konnte den Eltern nicht in die Augen schauen. Sie wollten danach aufhören. Ja. Ich war in einem sehr schlechten Zu­ stand. Sehr schlecht. Wieso haben Sie doch weitergemacht? Nach langen, langen Gesprächen; mit meiner Anästhesistin, der ich sehr ver ver­ traue, mit dem Klinikdirektor. Ich wusste, ich hatte sorgfältig gearbeitet. Und die Zeit hilft. Es ist wie nach einem miss­ lungenen Sprung vom Zehnmeterbrett. Du knallst aufs Wasser, es tut so weh, und du kannst dir nicht vorstellen, je wieder zu springen. Aber nach ein paar Tagen beginnst du wieder … von drei Metern, dann von fünf, und so weiter. Robin war ein Fall von 6000. Es waren drei, vier in den dreißig Jahren. Umgekehrt, wie oft haben Sie Kinder gerettet, die ohne Sie gestorben wären? Pro Jahr wahrscheinlich drei oder vier. Kein Rhythmus mehr, keine Kontraktion, das Kind ist eigentlich fast tot, aber wir holen es trotzdem noch zurück. Ja, meine Bilanz ist gut. Aber wollen Sie ein Leben gegen das andere aufrechnen? Sie haben Eltern vor sich, die ihr Kind verloren haben, und Sie fühlen sich verantwort­ lich. So etwas werden Sie nicht mehr los. Der Junge vom Montag, wäre der gestorben ohne die Operation? Nein, da kann ich nicht behaupten, ich hätte ein Leben gerettet. Die Lebens­ 27


Kinderherzchirurgie, sagt Prêtre, hat etwas von Bildhauerei: „Nur wenn das Herz gut aussieht, funktioniert es auch gut.“


qualität wäre schlecht gewesen, ja. Der Junge hätte in der Schule nicht mit seinen Kameraden spielen können. Und bei jeder Infektion hätte es binnen Tagen vorbei sein können. Er wäre dreißig, vierzig Jahre alt geworden, maximal. Und jetzt, nach der Operation? Die neue Klappe hält wahrscheinlich nicht sein Leben lang, aber mindestens vierzig Jahre. Dann wird man sie leicht ersetzen können. Der Junge kann jetzt spielen, Sport machen, herumtollen, er kann siebzig, achtzig werden, ein fast normales Leben. Aber das ist eine Art von Leben retten, Herr Professor. Ein bisschen, ja. Vielleicht. Aber man muss vorsichtig sein, gerade nach solchen Erfolgen wie denen am Montag. Solche Freuden können enivrant sein (berau­ schend; Anm.). Aber man ist nicht toutpuissant (allmächtig; Anm.), man ist kein Gott auf Erden, die Natur hat immer das letzte Wort. Ganz wichtig in unserem Beruf ist l’humilité (Demut; Anm.). Ein Chirurg ohne Respekt vor jedem Eingriff ist gefährlich. Sie wurden Anfang des Jahres sechzig. Was geben Sie jungen Kollegen weiter, die Sie unterrichten? Das Handwerk … … ja, aber mindestens ebenso wichtig ist die Strategie. Eigentlich arbeiten wir nicht in drei Dimensionen, sondern in vier, denn die Zeit kommt dazu. Manchmal muss al­ les sehr schnell gehen, manchmal müssen wir vorausdenken, manchmal müssen wir Operationen rückwärts denken. Du kannst ein noch so guter Handwerker sein, wenn du Strategie nicht verstehst, landest du in einer Sackgasse, no way out. Woran erkennen Sie an einem jungen Chirurgen: Das wird ein Guter? Das merkt man schnell … Fleiß, großer Einsatz. Gute Leute fühlen sich immer verantwortlich. Ergreifen Initiative, war war­ ten nicht, bis man etwas braucht. Gehen in die Literatur, ohne dass man es ihnen sagt, suchen die Diskussion. Gute Leute strahlen. Sie lieben, was sie tun. In New York, ich war ganz am Anfang, sagte mir der Boss: Um ein guter Herzchirurg zu werden, musst du zehn Jahre lang zehn Stunden pro Tag operieren, „ten years, ten hours“. Ich lachte zuerst. Jetzt weiß ich, er hatte recht … Eine wichtige Sa­ che habe ich noch vergessen: Wenn Sie Kinderherzchirurg werden möchten, brauchen Sie künstlerische Begabung, Sie müssen etwas gestalten können, das äs­ thetisch ist, sonst funktioniert es nicht. Es gibt Studenten, denen sagt man: Zeich­ nen Sie ein Gesicht. Und sie zeichnen Au­ gen, Nase, Ohren, Mund, aber alles bleibt leblos. Ein anderer zeichnet ein Gesicht, und es hat Ausstrahlung. Den suche ich. THE RED BULLETIN

„Ganz wichtig in unserem Beruf ist Demut. Gerade nach großen Erfolgen. Ein Chirurg ohne Respekt vor jedem Eingriff ist gefährlich.“

Lupenbrille mit fünffacher Ver­ größerung: Prêtre operiert walnuss­ große Säuglingsherzen, näht Gefäße mit gerade mal einem Millimeter Durchmesser.

Sie sehen viel jünger aus als sechzig. Woher kommt die Energie? Ich habe nie etwas anderes gekannt, als viel zu arbeiten. Es war klar, dass ich als Siebenjähriger mit den Kühen, mit dem Traktor arbeite. Wenn es Arbeit auf dem Feld gab, holte uns der Vater aus der Schulklasse, und Kühe müssen ja auch Samstag und Sonntag gemolken werden. Als ich später Zeit für Fußball gebraucht habe, musste ich eben früher aufstehen.

Und was denken Sie: Wenn drei, vier Not­ fälle kommen, dass wir irgendwann sagen, ich habe keine Kraft mehr, ich gehe jetzt nach Hause? (Lacht herzlich.) Wie oft lassen Sie Ihr Herz checken? Meines? Noch nie … doch, einmal hatte ich vor einer Reise nach Mosambik un­ spezifische Beschwerden. Da machte ich ein EKG, mit Laufband. Aber ich kon­ trolliere manchmal meinen Blutdruck. Es stimmt also: Kein Beruf hat schlechtere Gesundheitsvorsorge als Ärzte. (Lacht.) Ja, ich sollte an meine Kinder denken. In Lausanne wird man jemanden finden, der meine Arbeit übernehmen kann. Aber in Mosambik, in Kambodscha? Als ich das erste Mal in Afrika war, zwölf Tage, hatten wir am Ende 25, 30 Kinder operiert. Sie alle wären sonst in ein paar Monaten, maximal Jahren gestorben. Sie liefen durchs Spital, diese kleinen schwarzen Kinder mit den weißen Kit­ teln, sie haben gelacht. Da hatte ich ein Gefühl, dass ich irremplaçable bin (un­ ersetzlich; Anm.). Hier in Lausanne, wenn ich mein Bein breche, haben wir zwei, drei Tage ein Problem. Ich habe sehr gute Leute im Team, und wir können unsere Kinder nach Zürich schicken. Hier wird kein Kind sterben, weil ich mir das Bein gebrochen habe. Die schweren Fälle hier in der Schweiz, die liebt mein Ego. Aber meine wahre Wichtigkeit, die merke ich in Mosambik und Kambodscha, bei den einfachen Fällen, um die sich sonst niemand kümmert. Werden Sie durch Ihre Erfahrung immer besser? Oder werden Sie durchs Nachlassen Ihrer körperlichen Funktion immer schlechter? Ich werde schlechter sein. Noch bin ich an meiner Spitze. Ich habe aber jetzt einen jungen Chirurgen in meinem Team, der wirklich sehr gut ist, so gut wie ich. Er wird diese schweren Operationen machen, wenn er besser als ich ist, denn es ist ja nicht meine Arbeit, sie gehört ja nicht mir. Ich werde vielleicht dann keine Säuglinge mehr operieren, Säuglinge sind immer sehr, sehr schwer, vielleicht operiere ich dann nur mehr Kinder ab drei Monaten, wieder ein paar Jahre später ab einem Jahr. Und dann bleibt immer noch so viel zu tun in Mosambik und in Kambodscha. www.le-petit-coeur.ch

„In der Mitte schlägt das Herz“, Rowohlt, 2017, 352 Seiten

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DIE WUNDER UNTER WASSER Eine atemlose Reise durch die Unterwasserwelt mit dem Ausnahme-Apnoetaucher Guillaume Néry. Text: PH Camy  Fotos: Franck Seguin/Bureau233

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Besuch in einer anderen Welt: In einem heiligen Brunnen der Maya in Mexiko schwebt Guillaume Néry durch eine Wolke aus Wassersto≠sulfid.


Es war die Neuentdeckung der Schwerelosigkeit – vor den ­Toren zu Japans Atlantis, in den Tiefen der heiligen Brunnen der Maya in Mexiko, auf Tuchfühlung mit dem gewaltigsten Apnoetaucher im Tierreich vor Mauritius. Als Guillaume Néry, vielfacher Apnoe-Champion, und der preisgekrönte Fotograf Franck Seguin beschlossen, noch unbekannte Unterwasserwelten zu bereisen, hatten sie von Abenteuern geträumt. Dass die zwei Franzosen in der Tiefe von der Geschichte vergessene Ort entdeckten und auf Bewohner trafen, die ihnen Respekt einflößten, hat sie verblüfft. Begleiten Sie Néry und Seguin auf drei Etappen ihres Projekts „One Breath around the World“, einer bizarren Reise durch die Ozeane. 32


Im Meer vor Mauritius: laut­lose Begegnung mit ­einem Pottwal, bevor das Tier in der Tiefe verschwindet


Umgeben von geschichtsträchtiger ­Vergangenheit: die „Unterwelt“ der Maya.


Wenn Guillaume Néry auf Bäume klettert, dann nur in Mexiko und unter Wasser.

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Damenkränzchen: Guillaume NÊry verbringt eine Stunde mit einer Gruppe Pottwalweibchen. Rechts: Tauchgang nahe Yonaguni (Japan)


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Nahe der Insel Yonaguni: 1985 entdeckt, ist diese erstaunliche Felsformation seit 1997 unter Tauchern bekannt. Ihr geologischer Ursprung ist ungewiss.

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Unter Tag: Den Maya dienten diese Höhlen für ­Opferrituale.


Die stille Reise durch die Ozeane

„Der Pottwal erscheint im Vergleich zum Hai eher grob geschnitzt“, sagt der Fotograf Franck Seguin. „Trotzdem ist er ein hervorragend modelliertes Raubtier für die Jagd in der Tiefsee.“

„Begib dich an außergewöhn­ liche Orte, und du findest auch außergewöhnliche Dinge“: So beschreibt Fotograf Franck Seguin das Projekt „One Breath around the World“: „Wir woll­ ten die Bewohner der Meere kennenlernen. Das allein erschien uns jedoch zu banal.“ Also rückten Fotograf Franck Seguin und Apnoetaucher Guillaume Néry drei Aspekte in den Mittelpunkt ihrer foto­ grafischen Reise, die im April begann: den Ort, die dort le­ benden Menschen und Tiere. Das größte Tier, dem sie begegneten, war der Pottwal. „Niemand weiß so ganz genau über ihn Bescheid“, sagt Seguin. „Wie Guillaume ist auch der Pottwal ein Rekord­ halter im Apnoetauchen – bis zu 90 Minuten lang und bis in 3000 Meter Tiefe kann er tauchen. Dort unten findet er seine Nahrung, zum Beispiel

Riesenkalmare.“ Mithilfe eines Hydrophons, einer akusti­ schen Sonde, kam Seguin im offenen Meer vor Mauritius auf die Spur der Riesen. In Mexiko tauchten die Franzosen ab in eine andere Welt: Sie waren an Land und dennoch unter Wasser. Nach fünf Stunden im Gelände­ wagen durch den Dschungel von Yucatán erreichten sie die Cenotes, Süßwasserreservoire und einst heilige Brunnen der Maya. „Vermutlich entstanden sie durch den Einschlag von Asteroiden“, so Seguin. „Knochenfunde deuten auf Opferrituale der Maya hin.“ Mystik ist auch in Japan allgegenwärtig, als Néry und Seguin die Unterwasserforma­ tionen nahe der Insel Yona­ guni erreichen, südlich von Okinawa. „Dieser vermutlich 5000 Jahre alte potentielle Unterwassertempel wurde erst 1985 entdeckt“, erklärt Seguin. „Es ist eine 200 Meter lange und 150 Meter hohe Gesteinsformation.“ Felsen, die bis heute ihr Geheimnis nicht preisgegeben haben. Was unumstritten ist: Yonaguni ist ein faszinierender Tauchplatz, den der französische Apnoe­ taucher Jacques Mayol 1997 bekannt gemacht hat. An allen Schauplätzen genoss Guillaume Néry, mehr mehr­ facher Weltmeister im Apnoe­ tauchen, einen Spaziergang unter Wasser – mitunter bis zum Äußersten. „Einige seiner Tauchgänge machte er mit leeren Lungen, als wäre er von innen versiegelt“, staunt Seguin. Er selbst taucht mit und ohne Sauerstoff, gemein­ sam mit einem Begleittaucher, der für die Sicherheit sorgt. Entscheidend für die Choreographie in der Tiefe: Das Bild wurde zuerst an der Oberfläche „in Szene gesetzt“, auch mit Hilfe von Nérys Lebensgefährtin Julie Gautier. Mit ihr sind Néry und Seguin bald in kühleren Regionen unterwegs: Ziel ist der Baikal­ see in Sibirien, der tiefste Süßwassersee der Welt. @franckseguinphoto; @guillaumenery 41


„ICH HABE GELERNT

UND GELERNT Text: Rüdiger Sturm Fotos: Robert Ascroft 42

Er war Bodybuilder und Geschäftsmann, Filmschauspieler und Politiker. So ernst Arnold Schwarzenegger diese Jobs auch genommen hat: Er hat mit ihnen bloß Erfahrungen gesammelt für sein fünftes Leben als Umweltaktivist. Nun will er die Welt retten, ohne Wenn und Aber.

UND GELERNT“


H

otel Majestic, Cannes. Arnold Schwarzenegger tritt auf und füllt die Suite, mit einem Schlag. Längst geht es nicht mehr um seine immer noch imponierende Physis. Wie sagt er später im Interview zum Thema Autos: „Es ist keine Frage der Größe, sondern des Motors.“ In seinem Fall ist der innere Antrieb eine Mischung aus zähem Optimismus und überwältigender Leidenschaft.


Dieser Motor befindet sich allerdings auch im permanenten Overdrive. Sobald Schwarzenegger einmal beschleunigt hat, lässt er sich nur schwer wieder einholen. Ein zusätzliches Telefoninterview, das einige Themen vertiefen soll, ist nicht so einfach zu arrangieren. Als der Termin letztlich steht, wird er in letzter Minute auf unbestimmt verschoben: Der Mann der vielen Karrieren – Bodybuilder/Filmstar/ Geschäftsmann/Politiker/Aktivist – steckt in einem Mahlstrom an Meetings fest. Ein Assistent nach dem anderen übernimmt bemüht das Staffelholz – und plötzlich, eines Abends, aus dem Nichts heraus der Anruf: Mr. Schwarzenegger steht zur Ver Ver­ fügung. Jetzt. In der Sekunde. Und dann startet der Siebzigjährige voller Energie – und tut das mit solchem Eifer, dass er am Ende über den ursprünglich vereinbarten Schlusspunkt hinausschießt. the red bulletin: In Cannes scheint die Sonne, und auch Sie strahlen über das ganze Gesicht. Ein spezieller Grund? arnold schwarzenegger: Ich habe heute schon Gewichte gestemmt. Danach fühle ich mich immer gut. Abgesehen davon war ich schon immer positiv drauf. Es gab nie einen Grund, warum ich das nicht hätte sein sollen.

Arnold Schwarzenegger, 70, verleiht als Umweltaktivist der Gefahr des Klimawandels ein Gesicht: „Es geht um unser Überleben als Menschheit.“

„EINER MEINER GRUNDSÄTZE WAR STETS: GIB IMMER 100 PROZENT.“ Arnold Schwarzenegger über seine ersten Jahre in den USA

Keine Zeit in Ihrem Leben, wo Sie Grund für schlechte Laune hatten? Nun, als ich in Thal (in Schwarzeneggers Heimat Steiermark; Anm.) aufwuchs, da schrieben mir meine Eltern immer die Sachen vor, die ich tun sollte: Geh heute in die Schule, geh in die Arbeit, hack Holz und so weiter. Aber mit fünfzehn habe ich dann meine persönliche Leidenschaft entdeckt. Ich habe am Thalersee Athleten getroffen, die dort trainierten, habe ge­ sehen, wie sie an den Ästen der Bäume Klimmzüge machten, wie sie boxten, Gewichte stemmten. Durch sie kam ich zum örtlichen Gewichtheberklub, der Athletik Union Graz. Zu der Zeit wollte ich unbedingt muskulös und stark sein. Ich wollte gewinnen, wollte einzigartig sein. Das klingt ein bisschen nach pubertärem Traum. Was war genau Ihr Plan? An den Wänden meines Zimmers klebten die Poster aller Athleten, die ich verehrte. Das war insbesondere der Bodybuilder Reg Park, dessen Geschichte ich in einem Magazin gelesen hatte: Wie er trainierte, wie er zuerst britischer, dann europäi­ scher Champion wurde und zuletzt Mr. Universe. Wie er in die Staaten ging, fürs Kino entdeckt wurde und dann im Film den Hercules spielte. Mir war klar: Das wollte ich auch. Das war der Bauplan für mein Leben. Als ich das erkannte, war ich richtig high. Die ganze Zeit lief ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht herum. Die Leute verstanden nicht, warum. Aber ich wusste genau, welchen Weg ich ein­ schlagen musste. Wenige dürften erwartet haben, dass Sie auch am Ziel ankommen. Eine der wichtigen Lektionen meines Lebens ist: Hör nicht auf die Schwarzseher. Jedes Mal, wenn ich etwas versuchen wollte, meinten diese Leute: „Das schaffst du nie. Du bist wahnsinnig.“ Aber ich habe gelernt, sie zu ignorieren. Jedes Mal, wenn jemand behauptet, etwas sei 45


unmöglich, weiß ich: Das ist es nicht. Offen gestanden: Ich genieße das sogar, denn dann boxe ich mich durch und mache aus dem Traum Realität. Nelson Mandela sagte einmal: „Alles scheint unmöglich, bis es jemand tut.“ Nur weil vor mir kein Österreicher BodybuildingChampion und Filmschauspieler wurde, bedeutete das nicht, dass ich das nicht schaffe. Diese Einstellung hat mir in meiner gesamten Karriere geholfen. Zum Beispiel mit zwanzig, als ich auf der gleichen verdammten Bühne stand, im gleichen Auditorium wie Reg Park fünf Jahre vor mir – wo er Mr. Universe geworden war. Das hört sich an, als sei das ein Kinder Kinderspiel gewesen. Das war’s sicher nicht. Es ist schnell gesagt, ich werde der beste Bodybuilder der Welt, aber es ist was ganz anderes, es auch zu tun. Einer meiner Grundsätze war stets: „Du musst immer hundert Prozent geben.“ Ich habe mich nie vor harter Arbeit gedrückt. Ich schlafe nicht mehr als sechs Stunden pro Tag. Als ich in die USA kam, konnte man mit Bodybuilding kein Geld verdienen. So machte ich meine Ausbildung und arbeitete parallel dazu noch als Maurer. War das nicht desillusionierend? Nein. Es hat mich ja nicht von meinem Ziel abgelenkt. Ich habe den Job gern gemacht und auch gutes Geld verdient. Gleichzeitig habe ich Schauspielunter Schauspielunterricht genommen. Es gibt im Leben keine Abkürzungen: An diesen Grundsatz musst du dich halten, wenn du’s ganz nach oben schaffen willst. Aber wenn du erst mal die europäische Juniorenmeisterschaft als „bestgebauter Athlet“ gewinnst und dann Mr. Universe wirst, gibt dir das gewaltiges Selbstvertrauen, und du weißt, dass du’s schaffen kannst, wenn du dir den Arsch aufreißt, wenn du diszipliniert genug bist und eine Vision hast. Das Rezept lautet: „Hab einen Traum!“? Richtig. Ich sehe meine Ziele ganz genau vor mir, visualisiere sie – nach dem Motto: „Sieh es, glaub daran, erreiche es.“ So funktioniert das. Wenn du dir dein Ziel nicht richtig vorstellst, wirst du’s nicht schaffen. Ziele erreicht man nicht aus Zufall, sondern nur, wenn du absolute Entschlossenheit und den nötigen Glauben mitbringst. Das ist etwas Spirituelles, eine fast schon religiöse Überzeugung. Wenn

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„ES GIBT IM LEBEN KEINE ABKÜRZUNGEN. AN DIE REGEL HALTE DICH AUF DEM WEG NACH OBEN.“

Schwarzeneggers erstes Business in den USA: ein Bauunternehmen mit Bodybuilding-Freund Francesco Columbu, European Brick Work, 1969

du das alles hast, macht dir dein Vorhaben umso mehr Spaß. Jedes Mal, wenn du dich schindest, weißt du, warum du das tust. Das ist keine lästige Pflicht. Wenn ich fünf Stunden am Tag trainiert habe, habe ich vor meinem inneren Auge gesehen, wie ich dem Mr.-Universum-Titel wieder einen Schritt näher komme. Hat’s manchmal wehgetan? Beim Dreh zu „Conan der Barbar“ musste ich mit blutigen Ellbogen und Knien über den Felsboden kriechen, und Regisseur John Milius meinte trotzdem: „Jetzt drehen wir’s noch mal.“ Aber ich habe mir vorgestellt, wie das im fertigen Film aussieht, und deshalb habe ich das Ganze mit Freuden wiederholt. Hingegen laufen die Leute, die an ihrer Arbeit keinen Spaß haben, deprimiert durchs Leben. Hätten Sie diese Gefühle auch in Öster Österreich erleben können? Ich musste nach Amerika. Das war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Alles, was ich erreicht habe, habe ich nur dank Amerika geschafft. Da versucht dir niemand Steine in den Weg zu legen. Die Leute helfen dir, sie sind positiv drauf, selbst wenn sie nicht geglaubt haben, dass ich alles durchziehe, was ich mir vorgenommen hatte. Sie bestreiten aber nicht, dass Sie auch Rückschläge verdauen mussten? Natürlich nicht. Es läuft immer so: Du gewinnst, dann fällst du hin, rappelst dich hoch, dann gewinnst du wieder. Wenn es einmal einen Schritt zurück geht, heißt

das nicht, dass du nicht wieder auf die Beine kommst. Du musst einfach mehr Siege erleben als Niederlagen. Ihre Siege kennen wir, aber was waren Ihre schlimmsten Niederlagen? Auf persönlicher Ebene sicher meine Scheidung. Und in professioneller Hinsicht, wenn ich einen Film gemacht habe, der den Bach runterging. Das ist mir eben ab und zu passiert. Auch in der Politik habe ich das erlebt. 2003 wurde ich zum Gouverneur gewählt, und 2005 habe ich über vier Gesetzesvorhaben bei einem Volksentscheid abstimmen lassen, von denen ich drei verloren habe. Aber dann habe ich mich aufgerappelt, wurde im Jahr drauf mit 56 Prozent der Stimmen wieder zum Gouverneur gewählt. Manche Zeiten sind großartig, manche beschissen. Aber ich fürchte mich nicht vor Nieder Niederlagen. Wenn ich was riskiere und es danebengeht – sei’s drum. Die Hauptsache ist, dass du aus deinen Niederlagen mehr lernst als aus deinen Triumphen. Was lernt man aus Niederlagen? Dass du dir gegenüber ehrlich sein musst. Du kannst anderen was vormachen, aber nicht dir selbst. Meine politische Nieder Niederlage zum Beispiel hatte damit zu tun, dass ich mir zu viel aufgehalst hatte. Du kannst nicht vier Vorhaben auf einmal durchsetzen, sondern nur eines nach dem anderen. Vielleicht hätte es trotzdem funktioniert, aber leider war auch das Timing schlecht. Diese Pläne waren ihrer Zeit voraus. Haben Ihnen dabei Ihre Erfahrungen als Sportler geholfen? Wie ich mit Rückschlägen umgehe, habe ich auch beim Sport gelernt. Ich lasse mir zum Beispiel 100 Kilo auflegen – und die stemme ich. Dann nehme ich 110 Kilo, mein persönlicher Rekord, und schaffe auch die. Als Nächstes versuche ich zum ersten Mal 120. Ich sage mir: „Probier’s

Initiator einer Denkfabrik: Am Schwarzenegger Institute for State and Global Policy der University of Southern California wird zu den Themen Politik, Umwelt, Energie, Erziehung und Gesundheit geforscht. THE RED BULLETIN


„JEDER JOB HAT AUCH EINE KOMISCHE SEITE.“

Schwarzenegger über die Kunst, stets über sich lachen zu können


mal. Vielleicht schaffst du’s mit der Unter­ stützung des Publikums.“ Wenn nicht, dann verabschiede ich mich und sage mir: „Dann beim nächsten Mal.“ Auf diese Weise fühle ich mich nicht wie ein Ver­ lierer. Mit dieser Einstellung gehe ich jede Herausforderung an. Auch die sogenannten Schicksals­ schläge? 2001 hatten Sie etwa einen schmerzhaften Motorradunfall und brachen sich dabei sechs Rippen … Unfälle passieren nun einmal. Die Frau, die vor mir fuhr, fand plötzlich die Adresse, nach der sie gesucht hatte, und stieg auf die Bremse. Ich krachte in sie rein, flog über das Auto und landete auf der anderen Seite. Was macht man da? Du landest im Krankenhaus, kurierst dich aus, rap­ pelst dich wieder auf, steigst auf deine Maschine. Bei Stunts ist es das Gleiche. Bei Dreharbeiten zu „True Lies“ ritt ich auf einem Pferd über das Dach eines Hotels und sprang dann auf eine Rampe, die sehr, sehr schmal war. Plötzlich fiel der Arm der Kamera auf die Nase des Pferdes. Das Tier flippte aus, und ich wäre fast 30 Meter tief auf einen Betonboden gefallen. Ich hätte tot sein können. Aber gleich darauf machte ich den nächsten Stunt. Die Politik war wohl Ihr bislang auf­ regendster Stunt? Es kann sehr schwierig sein, ein Ziel zu erreichen, wenn das nicht von dir allein abhängt. Du brauchst automatisch Millio­ nen Leute, die für dich stimmen. Hunderte Großspender müssen deine Kampagne unterstützen. Du sitzt vor 120 Abgeord­ neten und sagst: „Lasst uns Kalifornien neu aufbauen. Lasst uns mehr Straßen bauen, eine Hochgeschwindigkeitsbahn. Lasst uns das Gefängnissystem umkrem­ peln, denn die Haftanstalten sind über­ belegt.“ Und sie schauen dich bloß an nach dem Motto: „Warum sollten wir das tun?“ Das sind Demokraten, Republikaner, Unabhängige, und alle haben eine unter unter­ schiedliche Meinung. Und du hast keine andere Wahl, als sie zu überzeugen und die Menschen zusammenzubringen. Warum haben Sie sich das angetan? Amerika hat mich mit offenen Armen aufgenommen, deshalb wollte ich diesem Land etwas zurückgeben. Ich engagierte mich für die Special Olympics, dann orga­ nisierte ich Programme für die Betreuung nach Schulschluss, und zu guter Letzt kandidierte ich als Gouverneur. Nicht zuletzt, weil einer meiner wichtigsten Leitsätze heißt: „Bleib hungrig.“ Ich war immer hungrig, etwas für andere zu tun. Und ich wollte immer dazulernen. Als ich ins Bodybuilding einstieg, lernte ich alles 48

DIE 5 LEBEN DES ARNOLD SCHWARZENEGGER Die großen Vorzüge von Arnold Schwarzenegger: Er gibt stets 100 Prozent – und steigert sich mit der Qualität seiner Gegner.

Der Bodybuilder Kam ab 15 über Krafttraining und Gewichtheben (1965 Juniorenmeister) zum Bodybuilding. Erster Junioren-Titel 1965, erster WM-Titel 1967. Bis zu seinem Karriereende 1980 holte er 16 große Titel (siebenmal Mr. Olympia, fünfmal Mr. Universum).

Der Geschäftsmann Investierte früh und erfolgreich in Immobilien, auch dank Uni-Abschluss in Internationaler Wirtschaftslehre (1979). 1991 Gründung der Restaurantkette Planet Hollywood (mit Schauspielkollege Sylvester Stallone). Besitzt die Filmfirma Oak Production. Vermögen: ca. 300 Millionen Dollar.

Der Schauspieler Was 1970 mit „Hercules“ in New York begann (als Arnold Strong), ging weiter über „Stay Hungry“ (1976, Golden Globe) und „Pumping Iron“ (1977) bis zum Durchbruch als „Conan der Barbar“ (1982). 1984 „Terminator I“ (erster von vier) und Actionfilme wie „Total Recall“ (1990) und „The Expendables“ (ab 2010). Ausflüge ins komische Fach („Kindergarten Cop“, 1990, und „Junior“, 1994).

Der Politiker Erste Funktion: Unter Präsident George Bush sen. Vorsitzender des President’s Council on Physical Fitness and Sports (1990–1993). 2003 und 2007 zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.

Der Umweltaktivist Widersetzte sich schon als Gouverneur der USUmweltpolitik und legte spezielle Limits für Treibhausgase fest. Bestimmte 2008, dass bis 2020 ein Drittel der kalifornischen Stromenergie aus erneuerbaren Energien stammen muss. Engagiert sich bei Klima- und Start-up-Kongressen und mit seinem USC Institute for State and Global Policy.

über Anatomie und Muskelaufbau, nahm Schauspielunterricht, und der Regierungs­ sitz in Sacramento wurde schließlich zum größten Klassenzimmer, das ich je erlebt hatte. Ich saß in meinem Büro, und jeden Tag hatte ich Meetings mit Experten, die mich in den unterschiedlichsten Themen unterwiesen, Gesetzesvollzug, Gesund­ heitsversorgung, Ausbildung. Ich lernte und lernte und lernte. Auf diese Weise begann ich mich auch für Umweltschutz zu engagieren. Ein Wissenschaftler nach dem anderen machte mir seine Aufwar Aufwar­

tung und erzählte von den Gefahren der Klimaerwärmung, den wirtschaftlichen Konsequenzen, wie viele Todesfälle durch Umweltverschmutzung verursacht wer wer­ den, wie viele Kinder Asthma bekommen, was die Abhängigkeit von bestimmten Energien für unsere nationale Sicherheit bedeutet – und so weiter. Und jetzt sehen Sie jemanden im Weißen Haus, der anscheinend nicht die gleiche Lust hat zu lernen. Jeder hat einen unterschiedlichen Regie­ rungsstil. Ich denke mir nicht: „Ich würde an seiner Stelle dieses und jenes tun.“ Ich kann nur sagen: „Es ist wirklich schade, dass ich nicht kandidieren darf, weil ich nicht in Amerika geboren wurde.“ Denn ich meine, ich hätte gewinnen können. Aber es ist in meinem Interesse, den Präsidenten bestmöglich zu unterstützen. Wenn er ge­ winnt, gewinnen wir alle. Doch wenn er das Gegenteil von dem tut, was nötig ist, dann erhebe ich als Erster meine Stimme. Insbesondere was Themen angeht, für die ich eine Leidenschaft entwickle, etwa wenn er 1,2 Milliarden Dollar aus dem Budget für nachschulische Betreuungs­ programme streichen oder aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will. Was könnte sich der US­Präsident von Ihnen abschauen? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Meine Gesetze zur Verringerung der Treibhausgase in Kalifornien traten in Jahr 2012 endgültig in Kraft, und seither ist unser Staat für 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA zuständig – obwohl wir nur zwölf Prozent der Bevölkerung stellen. Die Kritiker sagen, wenn wir einen auf grün machen und Umweltschutzgesetze verabschieden, wird das Jobs kosten. Das sind alles Lügen. Kalifornien ist das beste Beispiel dafür, wie wir Wirtschafts­ wachstum und Umweltschutz in Einklang bringen. Ich würde mir wünschen, dass mich Trump kopiert. Er müsste mir nicht mal „Danke schön!“ sagen. Wünschen Sie sich manchmal, Politiker geblieben zu sein? Ich glaube, dass ich als Außenseiter mehr erreichen kann. Einige der größten Um­ wälzungen wurden nicht in Washington, London oder Paris gestartet, sondern von ganz normalen Menschen, von Gras­ wurzelbewegungen. So etwas wird nie klappen, wenn es nur von der Spitze her angestoßen wird, es muss auch von unten, von der Basis, kommen. Aber wie wollen Sie nun Ihre Umwelt­ ziele erreichen? Erst einmal müssen die Leute verstehen, worum sich das Ganze eigentlich dreht. THE RED BULLETIN


Den meisten sagt das Wort „Klima­ wandel“ gar nichts. Heißt das: Heute ist es kalt und morgen heiß? Jemandem aus Texas ist es egal, ob die Eisberge schmelzen. Ein Bewohner Iowas fühlt sich nicht betroffen, wenn der Meeresspiegel um über sieben Zentimeter steigt. Wir müssen also die Leute bei den Themen abholen, die ihnen etwas bedeuten. Sie sorgen sich um ihre Jobs. Und um ihre Gesundheit. Also erklären wir ihnen, dass sieben Millionen Menschen pro Jahr vorzeitig an den Folgen der Luft­ verschmutzung sterben und welchen Effekt bessere Motoren und energie­ sparende Technologien haben. Wir müssen ihnen beibringen, was sie selbst täglich ausrichten können, anstatt ihnen ein Horrorgemälde vorzuhalten. Das ähnelt Ihrer früheren FitnessPromotion … Genau. Damals sagte jeder: „Damit wirst du nur wenige erreichen. Wenn du dir Muskeln antrainierst, ist das schlecht für dein Herz.“ Und jetzt trainieren alle, fast jedes Hotel der Welt, jede Institution hat einen Fitnessraum. Was war das Geheim­ nis? Wir haben nie versucht, den Leuten ein schlechtes Gewissen zu machen. Wir sagten nie: „Der Typ ist fett!“ Oder: „Schaut, was sie für einen Riesenhintern hat.“ Wir haben den Körper gefeiert. Das Gleiche machen wir mit der Umwelt. Aus dem Grund habe ich mich auch bei der Dokumentation „Wonders of the Sea“ eingeklinkt. Das ist eine Dokumentation, die den Leuten die Liebe zum Meer nahe­ bringen will. Denn mit dieser Motivation werden die Leute auch bereit sein, es zu schützen. Andererseits: Besitzen Sie nicht einen Hummer-Geländewagen? Der ist nicht gerade als umweltfreundlich bekannt. Ich habe vier Hummer. Also? Einer fährt mit Biodiesel, ein anderer läuft mit Wasserstoffantrieb. Wasserstoff ist ja schadstofffrei, Biodiesel ist auch viel besser als normaler Kraftstoff. Und ich plane gerade, einen Elektroantrieb in den dritten einbauen zu lassen. Das wäre der erste Hummer mit Elektromotor. Wir sollten nicht mit dem Finger auf große Autos zeigen, sondern auf die Techno­ logie. Es kommt nicht auf die Größe an, denn umweltfreundliche Technologie wird immer besser verfügbar. Und an die glaube ich geradezu fanatisch. Jetzt, da Sie noch einen Karrierepfad eingeschlagen haben, denken Sie manchmal an die Abzweigungen, die Sie nicht genommen haben? THE RED BULLETIN

„DU KANNST ANDEREN WAS VORMACHEN, ABER NICHT DIR SELBST.“ Arnold Schwarzenegger über die Zeit, als er in Kalifornien zweimal zum Gouverneur gewählt wurde.

Nein, denn ich hab sowieso viel mehr gemacht, als ich ursprünglich wollte. Erst habe ich mir meinen Traum erfüllt, Body­ building­Champion und Filmstar – ja, und reich – zu werden. Dann führte eines zum anderen. Aus meinem karitativen Engagement entstand die Idee, Gouver Gouver­ neur zu werden, aber das war früher nie mein Traum gewesen. Dieser Traum hat sich allmählich entwickelt, und ich habe ihn mir dann zu eigen gemacht. Als in Kali­ fornien finanziell alles den Bach runterzu­ gehen schien, habe ich mich entschlossen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Dass ich danach die Umwelt zu meiner Leidenschaft machen würde, hätte ich Ihnen vor 15 Jahren nicht sagen können. Gehen wir zurück an den Anfang Ihrer Karriere. Vor vierzig Jahren spazierten Sie in Badehosen durch die Münchner Fußgängerzone und posierten für Fotos.

Was empfinden Sie heute, wenn Sie solche Bilder sehen? Sie müssen verstehen, dass ich einen ziemlich guten Sinn für Humor habe. Egal wie ernsthaft du deinen Job betreibst, er hat immer auch eine komische Seite. Wenn du als Bodybuilder auf der Bühne posierst, wetteiferst du mit hundert Leuten aus der ganzen Welt. Dein einziger Gedanke ist: „Ich will gewinnen. Ich habe den größten Bizeps. Ich werde sie alle umhauen.“ Aber ich kann sozusagen aus meiner Haut schlüpfen und über alles lachen, was ich treibe. Ob du der stärkste Mann auf der Welt bist oder der schnellste oder der beste Tänzer, es gibt immer etwas, was daran lustig ist. Und deshalb wanderten Sie halbnackt durch die Öffentlichkeit? Damals hat niemand Bodybuilding so richtig vermarktet. Für die Fotoaufnahmen hast du normalerweise an irgendeinem schönen See oder Berg posiert. Aber ich schlug vor, dass wir das an den Baustellen für die U­Bahn in der Mitte der Stadt machen. Das war alles ganz entspannt, ich habe mit alten Damen geplaudert, während die Leute alle ihre Mäntel anhatten und sich den Arsch abfroren. Das war ein Riesenhit. Ist Ihre Fähigkeit, sich über sich selbst lustig zu machen, womöglich das wahre Geheimnis Ihrer Karriere? Es war definitiv gut fürs Marketing. Als ich in den 1970ern nach Amerika ging, kam niemand auf den Gedanken, einen Bodybuilder in die Zeitung zu bringen. Aber dann drehte ich das Doku­Drama „Pumping Iron“, in dem ich erkläre, dass ich beim Trainieren ständig einen Orgas­ mus habe. Die Leute sagten sich: „Der Typ ist cool, der gibt gute Sprüche von sich.“ Ab da lud man mich zu jeder Talkshow ein – und Andy Warhol holte mich in sein „Interview“­Magazin. Ich war der erste Bodybuilder, der einen Pressebetreuer anheuerte. Einer Ihrer bekanntesten Sprüche wirkt ja wie ein Motto für ein Leben, in dem Sie sich permanent neu erfunden haben: „I’ll be back.“ Aber dieser Spruch stammt nicht von mir, sondern von „Terminator“­Regisseur James Cameron. Ich hatte mir meine eigene Version für diesen Satz zurecht­ gelegt, aber an die hätte sich kein Mensch erinnert. Ich stritt stundenlang mit Cameron, weil ich sagen wollte: „I will be back.“ Aber er setzte sich durch, und er hatte recht. Wie ich schon sagte: Du musst aus deinen Fehlern lernen. www.schwarzenegger.com 49


ANFÄNGER ANFÄ NGER50

TRI


CKS

DAVID HABLร TZEL will der beste Snowboarder der Welt werden. Seine ungewรถhnliche Erfolgsformel: Jeden Tag bei null beginnen.

Text: Alex Lisetz Fotos: Gian Paul Lozza


„JE WEITER DU NACH OBEN KOMMST, DESTO DÜNNER WIRD DIE LUFT. DAS HEISST: ÖFTER TIEF DURCHATMEN.“

Ein frostiger Morgen in Saas-Fee: Hier bereitet sich Hablützel auf den OlympiaWinter vor.

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Selbstzufriedenheit heißt Stagnation, sagt Hablützel. Und Stagnation heißt: von anderen überholt werden. Also widmet sich Hablützel jeden verdammten Trainingstag den Dingen, die er nicht kann.


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avid Hablützel kennt 99 Arten, den Front­ side Double Cork 1080 Stalefish zu vermasseln. Dazu sind keine gravie­ renden Fehler nötig. Diese Trickkombi­ nation ist so schwierig, dass eine schlampige Handbewegung reicht, eine Zehntelsekunde des Selbstzweifels, ein bisschen die Blick­ richtung ändern. Beim hundertsten Versuch hatte sein Körper jede Nuance des Tricks so verinnerlicht, dass er den Bewegungsablauf ohne Beteiligung des Gehirns herunterspulen konnte. „Du musst die Rotation mit dem Arm ein­ leiten, aber der Schwung muss aus dem Rumpf kommen“, erklärt Hablützel, „und du musst den Grab bis zur letzten Sekunde hinaus­ zögern, weil er die Drehbewegung stoppt.“ Er sitzt neben der Halfpipe im Neuschnee, eine Hand ruht am Board. Es ist ein strah­ lender Sonnentag in Saas­Fee, frühwinterlich kalt, und der 21­jährige ­­jährige Züricher steckt mitten in der Vorbereitung auf die Olympia­Saison. Tricks wie der beschriebene Double Cork haben den Olympia­Fünften von Sotschi in die Top­Liga der weltbesten Rider katapultiert. Heute Vormittag hat er sich an einem anderen Trick abgearbeitet. Bis zu den Spielen im Februar will er ihn zu einem Fixpunkt in seinem Repertoire machen, aber die Landung haut noch nicht richtig hin. „Manchmal gelingt ein neuer Move auf Anhieb“, sagt er, „und manchmal beißt man sich daran die Zähne aus.“ 54

TU, WAS DU LIEBST

David Hablützel reibt sich vor jeder Antwort die Schulter, er ist beim letzten Run darauf gestürzt. Er hätte sich heute einen schönen Vormittag machen können. Hätte unter dem Jubel seiner Crew all seine Lieblingstricks aus dem Ärmel schütteln können, Tricks, mit denen er bei jedem nationalen Contest Spitzenplätze in der Tasche hätte. Aber Hablützel will sich keine schönen Tage machen. Er will der Beste der Besten werden. Für dieses Vorhaben hat sich Hablützel eine Branche ausgesucht, in der es jede Saison noch einen Tick schwieriger wird, der Beste zu werden. „Der Sieger-Run im Olympia-Finale 2014 reicht heute nur noch mit Glück für einen Podestplatz“, schätzt er. Klar: Auch Tischler, Frisöre und Controller müssen sich permanent weiterentwickeln. Doch in der Snowboard-Weltspitze rast der Fortschritt im Schnellvorlauf vorwärts. So schnell, dass unter all dem Druck der Spaß auf der Strecke bleibt? Hablützel denkt ein paar Momente lang nach, dann zucken seine Mundwinkel, und seine Augen beginnen schalk schalkhaft zu glänzen. „Wenn du liebst, was du tust, stellst du dich diesem Druck mit Freude. Dann willst du die Entwicklung selber mitprägen, statt dich von ihr treiben zu lassen.“

SCHEITERN, STÜRZEN, WEITERMACHEN Um zu lieben, was er tut, macht David Hablützel jeden Tag Dinge, die er nicht liebt. „Wenn du in deinem Job weiter weiterkommen willst, musst du ständig raus aus der Komfortzone“, sagt er. „Du musst dich mit dem beschäftigen, was dich fordert, was dich unsicher macht, wovor du Angst hast.“ Selbstzufriedenheit heißt Stagnation, sagt Hablützel. Und Stagnation heißt Von-anderenüberholt-Werden. Darum widmet sich Hablützel jeden verdammten Trainingstag den Dingen,

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„ICH BIN ZUFRIEDEN, WENN MIR HEUTE EIN WINZIGES DETAIL BESSER GELINGT ALS GESTERN.“

Hablützels Spezialität: jeden Trick so mühelos aussehen lassen, als wäre er gar nicht anders denkbar


die er nicht kann. Er, der Champion, ver ver­ wandelt sich jeden Tag in einen Anfänger. Er scheitert, stürzt, handelt sich blaue Flecken ein. Und dann, irgendwann, steht er den Trick. „Diese Genugtuung, wenn dir etwas scheinbar Unmögliches schlussendlich doch noch gelingt“, sagt Hablützel, „gibt dir so viel Euphorie, dass du gleich wieder drei neue Aufgaben angehen willst.“ Aber lässt sich Hablützels Methode auch auf die Herausforderungen unseres Alltags umlegen? Sollten wir uns viel öfter auf neue Herausforderungen ein­ lassen, die wir von der Pike auf lernen müssten? „Das muss jeder für sich entscheiden“, sagt Hablützel, „ich bin einer, der es gern richtig macht, wenn ich was anpacke.“ Das klingt erst mal gut. Aber es lässt uns auch grübeln. Wie hält ein Ego es aus, ewig Anfänger zu bleiben? 99­mal zu scheitern, bevor es einmal triumphieren darf? Hablützel lässt sich die Frage durch den Kopf gehen. Er hat sie sich selbst schon oft gestellt. „Am Anfang ist es kein Problem. Wenn du für dein neues Hobby oder deinen neuen Job Talent mitbringst, entwickelst du dich so schnell weiter, dass du jeden Tag neue Erfolgserlebnisse hast. Aber je weiter du nach oben kommst, desto dünner wird die Luft. Das heißt: öfter tief durchatmen.“ Aus diesem Grund setzt er sich viele kleine Zwischenziele: „Ich bin zufrieden, wenn mir heute ein winziges Detail besser gelingt als gestern.“

NIMM DIE DINGE RADIKAL

Jetzt, in der Trainingsvorbereitung für die Olympischen Spiele, legt Hablützel seine Methode noch radikaler aus als je zuvor. Er trainiert jetzt nicht nur wie ein Anfänger. Er trainiert auch die gleichen Dinge wie ein Anfänger. Heute steht das Anfahren der Tricks auf seinem Stundenplan. Wir fragen nach. Eigentlich hatten wir seine Methode, wie ein Anfänger zu trai­ nieren, anders verstanden: als Mahnung, nie mit seinem Leistungslevel zufrieden zu sein; als Arschtritt, sich immer schwie­ rigeren Aufgaben zu stellen und so immer besser zu werden. „Stimmt ja auch“, sagt Hablützel, „aber es schadet nicht, wenn man es zwischen­ durch wörtlich nimmt.“ Darum beschäftigt er sich jetzt mit den ganz grundsätzlichen Fragen aus dem Snowboard­Grundkurs: 56

SO LERNST DU EINEN NEUEN TRICK

Wenn es nach David Hablützel geht, meistern wir jede neue Aufgabe in drei Stufen – egal ob es sich dabei um einen neuen Trick in der Halfpipe handelt oder um eine Herausforderung in Karriere, Alltag oder Hobbysport.

1. ANALYSIEREN

Als Erstes musst du verstehen, worin deine Aufgabe eigentlich besteht. Besorg dir so viele Informationen, wie du finden kannst: Fotos, YouTube-Videos, schriftliche Infos. Finde heraus, was die Schwierigkeiten sind, und suche Lösungen dafür.

2. VISUALISIEREN

Stell dir vor, wie du die Herausforderung Schritt für Schritt meisterst. Füge in deiner Vorstellung so viele Details wie möglich hinzu, bis sich die Vorstellung ganz real anfühlt.

3. AUSFÜHREN

Beginne mit einer Variante der Aufgabe, die du bereits gut beherrscht – zum Beispiel mit einem 180er, wenn du dir einen 360er vorgenommen hast. Geh die Vorstellung in deinem Kopf Schritt für Schritt durch. Sei dir ganz sicher, dass du die Aufgabe bewältigen kannst. Freu dich drauf – die Bestätigung, dass es im realen Leben klappt, ist jetzt nur noch Formsache. THE RED BULLETIN


Wie fahre ich eigentlich in die Halfpipe? Wo schaue ich hin? Wie stark gehe ich in die Knie? „Ich will in den kommenden Jahren jeden Trick, den ich dazulerne, auf der allersaubersten Grundtechnik aufbauen“, sagt er, „darum ist das perfekte Beherrschen der Basics so wichtig.“ Hablützels bescheidenes Auftreten und seine uneitle Trainingsphilosophie täuschen leicht über eine Tatsache hinweg: Hablützel verfolgt seine Ziele mit knallharter Professionalität. Als typischer Vertreter der jungen Snowboardergeneration lebt er das Leben eines Spitzensportlers – mit ganzjährigem Schnellkrafttraining, mit Sprung-in-denAirbag-Workshops, mit Technik-Feinschliff am Trampolin. Partys? „Gehören zum Leben. Aber es kommt vor, dass ich den Powderrun am frühen Morgen der Partynacht vorziehe.“ Seit Hablützel mit zehn Jahren in die Freestyle Academy in Laax eintrat, kreisen seine Träume ums Snowboarden. Nach dem Schulabschluss am Sport-Gymnasium Davos erfüllte er sich den ersten: Profi zu werden. Jetzt hat Hablützel einen neuen Traum. Er will ins Olympia-Finale und dort seinen Traum-Run fahren: „So stylish wie möglich und so hoch wie möglich. Und dann kommt es nur noch auf die Scores der Judges an.“ Wenn er die Höchstnoten bekommt, dann sicher nicht aus Anfängerglück. davidhabluetzel.ch

„DU MUSST DICH MIT DEM BESCHÄFTIGEN, WAS DICH FORDERT, WAS DICH UNSICHER MACHT.“


DAS

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IST

MAGIE

,,

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MAZDA

DIE


Was ist Kreativität, wie erweckt, wie behält man sie? Ein Gespräch mit Mazdas Chefdesigner Kevin Rice.

Interview: Werner Jessner Fotos: Manuel Vazquez


Mazda gilt in der Autobranche als eines der innovativsten und anspruchsvollsten und wurde vielfach prämiert. So unterschiedlich die Palette auch ist: Man erkennt sofort, dass es sich um einen Mazda handelt. Kevin Rice, 53, ist jener Mann, der für diese eindeutige Handschrift verantwortlich zeichnet. the red bulletin: Was ist Kreativität? kevin rice: Für mich ist es der Wunsch, etwas, das es noch nicht gibt, auf meine persönliche Weise darzu­ stellen. Woher kommt Kreativität? Ich wollte schon als Kind die Wurst nicht so schneiden, wie Mutter und Vater es vorgegeben haben. Ich wollte einen eigenen Weg finden. Das hat mit Ehrgeiz zu tun, mit Ego. Jeder ist mit diesen Eigenschaften geboren. Die Frage ist, mit wie viel und wie viel man zulässt. Sie arbeiten in einem krea­ tiven Beruf … … und daher musste ich das Quantum an Kreativität, das in mir steckt, kultivieren und Techniken erlernen, meine Kreativität sichtbar und ver ver­ ständlich zu machen. Lang­ fristig kannst du nur kreativ sein, wenn du lernst, dich selbst zu beherrschen. Im Gegensatz zu? Aktionismus. Oder jemand anderer beherrscht dich. Und das gelingt Ihnen?

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lebende Künstler denselben Stellenwert wie Denkmäler oder Naturschätze. Wir haben diesen Künstler also gebeten, sich Gedanken über unseren Claim „Soul of Motion“ zu machen. „Soul of Motion“ war für ihn ein Wasserfall. Wie hat er ihn um­ gesetzt? Er hat eine Box aus Stoff gebaut, sie mit 30 Schichten Schellack überzogen und mit 10.000 Fragmenten aus Eier­ schalen befüllt. Wenn du das Ding siehst und bewegst, den „Wasserfall“ in der Box hörst, dann bekommst du eine Gänse­ haut, weil er das Thema so exakt und doch so überraschend getroffen hat. Der eine zerschneidet seine Wurst anders, der andere baut Wasserfälle in Boxen. Da liegen aber schon Welten dazwischen. Warum? Beides ist gegen die Konven­ tionen. Beide sind nicht zufrieden mit dem Weg, den die Gesellschaft als den besten proklamiert. Zugegeben: Manchmal ist der neue Weg schlechter oder gröber als der alte, aber auch das muss man aushalten. Setzt Kreativität Selbstbewusstsein voraus? Eher das Gegenteil. Viele Sportler, Unternehmer oder Musiker haben kein Selbstbewusstsein. Es entsteht erst durch Kreativität. Ein Meister des Autodesigns, einer der großen Namen der Branche, war der Meinung, er habe sein Leben lang keinen schönen Entwurf zustande gebracht. Man muss zwischen Selbst­ vertrauen und Selbstbewusstsein unter unter­ scheiden. Deine Kreativität kommt aus dir selbst. Niemand kann dir dabei helfen. Das weißt du irgendwann und weißt auch, dass du etwas schaffen kannst. Selbstbewusstsein ist eine andere Sache. Können wir den Unterschied noch feiner rausarbeiten? Haben wir einen Psychologen bei der Hand? Am Beginn eines neuen Weges weißt du, dass er hart und beschwerlich sein wird. In aller Regel wird es finan­

Spektakulärer Wurf: RX Vision, die Studie eines künftigen Sportwagens

MAZDA

DAS DESIGN VON

Wenn ich einen Entwurf mache, mit dem ich nur zu 99 Prozent zufrieden bin, drehe ich durch. Für alle anderen mag es perfekt sein, aber eben nicht für mich. Und dann? Dann trittst du einen Schritt zurück und lässt jemand anderen das fehlende Prozent ergänzen. Du musst den Moment erkennen, wo du loslassen musst. Suche nach Perfektion kann Kreativität killen. Daher arbeiten wir in der Autobranche auch in Hierarchien. Es ist nicht ge­ sagt, dass ein Chefdesigner der bessere Designer ist, aber einer muss den Überblick bewahren. Und das geht eben nicht, wenn du mitten im kreativen Prozess steckst. Die Ergebnisse kreativer Arbeit sind also größer als die Menschen, die sie erschaffen haben? Es gibt Objekte, die du siehst und schön findest. Aber ein Objekt, das dich emotional berührt, ist etwas ganz anderes. Wie und warum das entstanden ist – das ist die Magie kreativer Prozesse. Un­ erklärlich, aber entscheidend. Versuchen wir das Unerklärliche zu fassen. Du musst viel mehr von dir selbst in deine Objekte rein­ packen, als man sieht. Ein Bei­ spiel: Vor zwei Jahren haben wir in Mailand ein Projekt mit einem japanischen Künstler gemacht, der als nationaler Schatz gilt … … heißt was? In Japan haben bestimmte


KEVIN RICE

Der 53-jährige Brite verantwortet seit 2014 das MazdaDesign für Europa. Er hat Transportation Design an der Universität Coventry studiert und für Opel, Giugiaro und BMW gearbeitet. Zwischen 1995 und 2000 ist er bereits bei Mazda am Zeichenbrett tätig gewesen und hat unter anderem den RX-8 entworfen. BMWs 3er- und 4erSerie stammen ebenfalls aus seiner Feder.

THE RED BULLETIN

zielle und zeitliche Grenzen geben. Und doch marschierst du los – weil du an dich und deine Kreativität glaubst. Schritt für Schritt schaffst du eine Menge an Energie, die zu Selbstbewusstsein wird, zu Gewissheit: Ja, ich werde Erfolg haben. Dieses Mal. Beim nächsten Projekt startest du wieder bei null. Auch was dein Selbstbewusstsein betrifft, während das Selbstvertrauen da ist. Wie hängen Inspiration und Kreativität zusammen? Jedenfalls nicht direkt. Inspiration ist eher ein subkutaner Prozess, der sich manchmal erst nach Jahren ausdrückt. Inspiration ist Kontrollverlust: Du hast das nicht selbst gemacht, sondern von außen aufgesaugt, und du weißt nicht, woher es kommt. Das ist cool, aber es passiert verdammt selten. Und dann?

Ist es wie Surfen. Inspiration ist deine Welle. Du als Person drückst dich auf ihr aus. Was inspiriert Sie? Alles. Das ist wie eine Krank Krankheit. Ich schaue alles an und speichere es ab. Die Bäume und die Wand. Gefällt mir das? Warum? Warum nicht? So geht das 24 Stunden am Tag, mein Leben lang. Kreatives Kraftfutter sind Möbel für mich, Architektur oder Tanz. Das Erstaunliche ist dann, zu welchen Gelegenheiten sich der Input in meiner Arbeit äußert. Warum sehen Autos heute so ähnlich aus? Gerade im Autodesign sind wir unglaublichen Einschränkungen unterworfen. Fußgängersicherheit, Fertigungsprozesse, Kosten, viele Dinge. Da etwas Neues auf die Straße zu bringen ist super schwierig. Aber man muss es trotzdem immer probieren.

Könnte man sagen: Beschränkungen als Schleifsteine, die dazu zwingen, Ideen zu schärfen? Einverstanden. Ein Beispiel: Beim aktuellen CX-5 wollten wir mehr Spannung in die Linie bringen und das Design vereinfachen. Wir haben eine sehr schlichte Haube gezeichnet und eine Nase, die nach oben zeigt – also genau das Gegenteil von dem, was man normalerweise macht, wenn man einen sportlichen Eindruck erzeugen will. Unsere Nase ist nicht die eines Bullen, sondern die eines Hais. Ein Beispiel dafür, wie man von äußeren Einflüssen zu kreativen Ansätzen gezwungen wird. Was halten Sie eigentlich von Retrodesign? Steckt da nur die Sehnsucht nach der heilen Welt drin, oder ist da doch mehr? Wir greifen da nicht hin. Die erste Generation des MX-5 hat mit dem britischen Roadster-Gefühl der 1960er gespielt. Seither sind wir immun. Autos wie Mini oder Fiat 500 treffen den Geschmack junger Leute, die die Urmodelle gar nicht mehr bewusst mitbekommen haben. Das muss man akzeptieren. Aber warum waren diese Autos so rund? Weil es die Produktionsmethoden nicht anders zugelassen haben. Warum waren die Autos der 1980er so eckig? Weil sich die Methoden der Blechverarbeitung geändert hatten. Die Schleifsteine für Kreative hat es immer schon gegeben. Haben Künstler, deren Werk erst in der Zukunft verstanden werden muss, mehr Freiheiten als solche, die in der Kreativ-Industrie arbeiten? Kreative Ingenieure machen bei uns schon heute sehr viel möglich. Sie schaffen uns Freiräume. Und es ist ein Irrglaube, dass gute Designs immer sofort verstanden wurden. Der Mini war einst ein Desaster, heute ist er eine Ikone. Das zeigt, dass sich Kreative durchaus trauen können, nicht sofort zu gefallen. mazda.at

„KREATIVITÄT KOMMT AUS DIR SELBST. NIEMAND KANN DIR DABEI HELFEN.“ 61


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FREDERIC LE FLOC‘H/DPPI

Die Rallye Dakar ist der Indiana Jones unter den Motorsport­ bewerben. Legende, Abenteuer und ultimative Herausforderung – nicht nur für Teilnehmer, sondern auch für dich als Zuseher: Hier kommt dein Profi­Reiseführer zur Dakar 2018 – für 15 hochoktanige Tage mit 14 Etappen durch Peru, Bolivien und Argentinien.

ADAM HAY-NICHOLLS

DAK AR


ERSTE REIHE FUSSFREI


Dakar-Reiseführer / PERU START: LIMA

Status: Perus Hauptstadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 24 °C Einwohner: 10 Millionen Essen: Meerschweinchen – wirklich! Es heißt „cuy“. Im Dakar-Stammlokal „Malabar“ serviert es Küchenchef Pedro Miguel Schiaffino mit Flussschnecken

vom Amazonas und pikanter ChorizoSauce. Trinken: Pisco Sour – Pisco (siehe rechts), verrührt mit Eiweiß, Limettensaft und Sirup. Im „Gran Hotel Bolivar“ soll Orson Welles 42 davon am Stück weggeputzt haben. LIMA–PISCO: drei Stunden (240 km) südwärts auf der Panamericana (1S).

PISCO

wie Tequila für Mexiko. Wer nüchtern bleiben will, probiert die riesigen Smoothies in der Saftbar „Los Tres Duendes“ („Die drei Elfen“). PISCO – SAN JUAN DE MARCONA: Weitere 300 Kilometer südlich auf dem Highway 1S, die Fahrt dauert rund viereinhalb Stunden.

Status: Hafenstadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 24 °C Einwohner: 134.000 Essen: pikantes Kartoffelpüree mit Oktopus im „As de Oro’s“ Trinken: Pisco natürlich! Dieser gelbliche Traubenbrand wurde hier erfunden, er ist für Peru

„DIE RALLYE DAKAR IST NICHT NUR FÜR DIE FAHRER EINE HERAUSFORDERUNG, SONDERN AUCH FÜR DIE ZUSCHAUER.“

PERU

GREG PAUL, RALLY TOURS NZ

BRASILIEN

Lima Pisco San Juan de Marcona

BOLIVIEN

Arequipa

La Paz

PERU Brütend heiße Tage, bitterkalte Nächte, der Pazifische Ozean zu deiner Rechten, mächtige Sandformationen zu deiner Linken. Und südlich von Lima bietet Perus Küste vertrautes Terrain für alle, die die Rallye Dakar noch in ihrer afrikanischen „Heimat“ erlebten: steile Sanddünen und krasse Drops, die Autofedern und Wirbelsäulen kaputtrütteln. Als Proviant hast du Lama-Spieße und eine Thermosflasche mit dampfendem Kokatee dabei. Wenn du in Ica von der Panamericana Richtung Wüste abbiegst, hörst du bald brummende Motoren. Du siehst einen Kamaz-Lkw, der sich eine Düne raufkämpft und dann ins Tal taumelt wie eine übergewichtige Hummel. Setz dich auf die Ladefläche deines Pick-ups und genieß das Spektakel.

Uyuni Tupiza PARAGUAY

CHILE Salta

Belén Chilecito Córdoba San Juan

URUGUAY

ARGENTINIEN

LOS GEHT’S

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JEAN MICHEL LE MEUR/DPPI, GETTY IMAGES

Die 40. Auflage der Rallye Dakar startet zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder in Lima. Der australische Rennsport-Freak Guy Basile war damals, 2013, dabei und schwärmt immer noch davon. „Den Start darfst du auf keinen Fall verpassen. Hier mit zwei Millionen Menschen zu stehen ist unbeschreiblich“, sagt Basile. „Direkt neben dem Strand, weit und breit nur Fans, in unendlich vielen Reihen. Die Leidenschaft der Südamerikaner. Der unglaubliche Lärm. Hast du das einmal erlebt, vergisst du es nie wieder.“ Peru ist wie geschaffen für Rallyes. „Südamerikas beste Rallyes finden hier statt“, sagt Stéphane Peterhansel, dreizehnfacher Dakar-Sieger und amtierender Champion in der Auto-Kategorie. „Mächtige Dünen, viel Wüste – ein bisschen wie Afrika. Das Gelände ist wahnsinnig interessant, eine besondere Herausforderung.“ Fans werden in Peru mit klassischer DakarAction belohnt. „Sanddünen gehören zur Dakar einfach dazu“, sagt Greg Paul, Eigentümer von Reisespezialist Rally Tours NZ. „Peru ist ein großartiger Ort, um Offroad-Action zu erleben.“ THE RED BULLETIN


Dakar-Reiseführer / PERU SAN JUAN DE MARCONA

Status: Gilt dank des Bergbaus als „Eisen-Hauptstadt“ Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 29 °C Einwohner: 20.000 Essen: Ceviche – an diesem Gericht aus rohem Fisch in Zitrone und Limettensaft labt sich

Peru angeblich schon seit zwei Jahr Jahrtausenden. Trinken: Chicha morada, ein alkoholfreies Getränk aus PurpurMais (maíz morado), das sehr süß sowie gut für Herz und Blutdruck ist. SAN JUAN DE MARCONA–AREQUIPA: neun Stunden und 570 Kilometer entlang der peruanischen Küste.

AREQUIPA

Status: Perus zweitgrößte Stadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 15 °C Einwohner: 870.000 Essen: der berühmte Ceviche mixto con erizo (Seeigel) in der Cevichería „Fory Fay“. Oder im Ofen gebratenes Schweinefleisch, begleitet von Pan-

flötenmusik, in der Picantería „La Nueva Palomino“. Trinken: Craft Beer im zu Recht sehr beliebten „Chelawasi Public House“. AREQUIPA–LA PAZ: zehn Autostunden bzw. 550 Kilometer westlich auf den Routen 34A und 3S nach Bolivien. Oder mit Latam Airlines über Lima.

„DIE ERSTEN VIER TAGE GIBT ES EINE MENGE SAND, ABER ES MACHT HÖLLISCH SPASS. UND DU MUSST HÖLLISCH AUFPASSEN. DENN DU WEISST HIER NIE, WAS AUF DICH ZUKOMMT.“ TOBY PRICE, DAKAR-MOTORRAD-SIEGER 2016

Der Südafrikaner Giniel de Villiers rast über eine Sanddüne: Dakar 2012, zwölfte Etappe von Arequipa nach Nazca, Peru.

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Dakar-Reiseführer / BOLIVIEN Status: höchstgelegene Hauptstadt der Welt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 9 °C Einwohner: 800.000 Essen: Palmenmark mit knusprigem Alpaka­Trockenfleisch und pochiertem Eigelb im modern eingerichteten „Gustu“ (Quechua­

Wort für „Geschmack“). Trinken: Ganz gleich was, solange es in der schrulligen, industriell eingerichte­ ten „Diesel Nacional“ ist, einer der coolsten Bars von La Paz. LA PAZ– UYUNI: 540 Kilometer auf den Routen 1 und 30 – geschätzte Dauer: sieben Stunden, 20 Minuten.

BOLIVIEN Du fühlst dich benommen, das Atmen fällt dir schwer, und der Altiplano, das breiteste Plateau der Anden, erstreckt sich in alle Richtungen bis zum Horizont: Auf über 4000 Meter Höhe wird allein schon die Navigation zur Herkulesaufgabe. Es ist nass, kalt, du hast nur noch ein Sandwich mit Kalbszunge übrig und bist hundemüde. Das Geröll unter den Reifen rüttelt dich durch, dein Kopf wird hin und her geschleudert, das Lenkrad reißt an deinen Händen. Auf dem Weg nach La Paz brummt ein Motorrad an dir vorbei. Nach La Paz erwartet dich Uyuni mit dem ersten nur aus Salz errichteten Hotel der Welt. Danach das Ödland von Tupiza, wo Butch Cassidy und Sundance Kid ihr Ende fanden. Im Gegensatz zu ihnen wirst du es weiter schaffen.

ERWARTE EXTREME

Extreme Terrains, extremes Klima: Die Rallye Dakar ist gleichermaßen Härtetest für Material, Fahrer, Teams und Zuseher. „Die erste Woche wird kein Honiglecken“, sagt Jean-Marc Aublanc-Piolot, der die diesjährige Strecke gemeinsam mit den Dakar-Or Dakar-Organisatoren von ASO plante. „Nach den ersten Etappen in der peruanischen Wüste geht es unterwegs von Arequipa nach La Paz auf den Altiplano hinauf – auf 4000 Meter Seehöhe. Hier beginnt die Bergstrecke, die bis Salta reicht. Der Sauerstoffmangel setzt dir zu. Später, in Argentinien, ist die Höhe kein Problem mehr – dafür die Hitze.“ Die Höhe und Boliviens unberechenbares Andenwetter machen diesen Abschnitt zu einer immensen Aufgabe. „Wegen des Sauerstoff Sauerstoffmangels wirst du müde und machst Fehler. Das Lenken 66

wird schwieriger“, sagt Flugzeugtechniker Lyndon Poskitt. Der Brite ging bei der Dakar 2013 in der Klasse „Malle Moto“, also solo und ohne Service-Team, an den Start. „Bolivien ist der einzige Ort, an dem ich mich jemals ver verfahren habe – und wenn du keine anderen Menschen siehst, kriegst du wahnsinnig

UYUNI

Status: Tor zur größten Salzebene der Welt Terrain: Salzwüste und Eis Durchschnittstemperatur: 10 °C Einwohner: 10.300 Essen: pikante Kalbszunge – hier ein Grund­ nahrungsmittel – und die beliebte Quinoa­Pizza. Trinken: boliviani­

scher Kaffee. Den besten – und eis­ gekühlte Biere – findest du in einem Lokal direkt neben dem Uhrturm, dem Wahrzeichen von Uyuni. UYUNI–TUPIZA: vier Stunden (206 km) auf der Route 21. Oder nimm den Zug „Expreso del Sur“ über Atocha, Fahrzeit: fünf Stunden, 20 Minuten.

schnell Panik. Die Dakar soll dich an deine Grenzen bringen – schließlich wurde sie dafür erfunden –, aber Bolivien schafft das besonders gut mit seinen Schlammbetten, den ausgetrockneten Flüssen, der dichten Vegetation und den kaputten Straßen.“ Fans, die heiß auf die buchstäblich atemberaubende Action sind, sollten gut ausgerüstet sein. „Es könnte wie im vergangenen Jahr viel regnen“, sagt Mathias Grill von Horizonte Tours. „Dann ist es nass und kalt, überall gibt’s Schlamm. Also denk auch an einen Regenschirm und ordentliche Stiefel.“ Doch manchmal nützt selbst die beste Vorbereitung nichts. „Bei einer Etappe war mir derart kalt, dass mir ein bolivianischer Polizist einen dicken Wollschal schenkte. Der Mann hat mein Leben gerettet“, sagt der britische Malle-Moto-Fahrer Max Hunt. „Einmal hatte es morgens in Bolivien minus fünf Grad. Und am Abend in Argentinien hatte es 45 Grad Hitze. Du musst wirklich auf alles vor vorbereitet sein. Vergangenes Jahr wurde sogar ein Fahrer vom Blitz getroffen!“

GETTY IMAGES

LA PAZ

THE RED BULLETIN


Dakar-Reiseführer / BOLIVIEN TUPIZA

Status: Boliviens Wilder Westen. Letzter Aufenthaltsort der legen­ dären Banditen Butch Cassidy und Sundance Kid Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 19 °C Einwohner: 26.000 Essen: preis­ werte Parillades (Fleisch und Fisch,

gegrillt) und uriges Ambiente im Bahnarbeiter­Stammlokal „Sede Social Ferroviaria“. Trinken: Chufflay, eine Mischung aus Limonade und Boliviens Nationalschnaps Singani. TUPIZA – SALTA: 500 Kilometer auf den Routen 14 und 9 – dauert etwa sechs Stunden, 45 Minuten.

„BOLIVIEN IST PERFEKT FÜR FANS. ES IST NASS, KALT, SCHLAMMIG … OHNE ALLRADAUTO BIST DU AUF­ GESCHMISSEN. ABER ICH LIEBE ES.“ GREG PAUL, RALLY TOURS NZ

Sergio Anguiano Reig (ESP) stellt sich mit seiner KTM 450 Rally Replica der achten Etappe der Dakar 2017.

THE RED BULLETIN

BLEIB FLEXIBEL

Details über die Strecke wer wer­ den häufig erst am Tag vor dem Start einer Etappe ver­ öffentlicht. Keine zusätzliche Schikane, sondern schiere Notwendigkeit: Die meisten kurzfristigen Änderungen sind vom schlechten Wetter erzwungen. Es ist also schon schwierig genug, überhaupt die richtige Strecke zu finden – geschweige denn, sie im Renntempo zu befahren. „Wir planen, so gut es geht“, sagt Greg Paul. „Aber von den Organisatoren gibt es kaum Infos, du musst extrem flexibel sein. Aber mein Job ist eben, dass du die Rallye siehst.“ Was für die Fahrer gilt, gilt auch für die Fans: Je härter du arbeitest, desto größer ist die Belohnung. „Es ist auch für uns Zuschauer alles andere als leicht“, sagt Julie Tuck. Sie verfolgte die Dakar 2017 in ihrem Wohnmobil, einem Iveco Daily 4×4. „Auf dem Altiplano jagten wir tagelang dem Tross hinterher, in letzter Minute wurden die Strecken geändert. Spanisch zu können hilft, weil kaum Englisch gesprochen wird. Auch die spanische Dakar Dakar­Homepage war 2017 aktueller als die englische. Besorg dir die bes­ ten Papierlandkarten, die du finden kannst. Rechne stets mit kurzfristigen Änderungen. Erkunde die Gegend im Vor Vor­ hinein, notiere dir die besten Aussichtspunkte. Denn es lohnt sich: Wenn die Piloten vorbeidonnern, ist das ein irrer Nervenkitzel.“ „Oder frag Einheimische“, sagt Guy Basile. „Sie kennen die besten Plätze. Und es macht Spaß, mit ihnen zu plaudern. Wir haben uns mit vielen angefreundet. Sie haben uns Bier und Essen gegeben – und Schnaps aus weiß der Geier was.“ 67


Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN SALTA

Status: hispanisches Lebensgefühl in argentinischer Talsenke Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 22 °C Einwohner: 619.000 Essen: traditionelle Kaninchengerichte plus Aussicht auf die Palmen der Plaza Güemes im Restaurant „Jovi Dos“

Trinken: Torrontés, lokal produzier­ ter Weißwein, in der historischen Bar „Peña Gauchos de Güemes“. Hier tranken einst die Helden des argen­ tinischen Unabhängigkeitskrieges. SALTA–BELÉN: sechseinhalb Autostunden, 450 Kilometer gen Süden auf den Routen 68 und 40.

BELÉN

Status: die abgelegenste Stadt der Rallye Dakar Terrain: Gestein Durchschnittstemperatur: 26 °C Einwohner: 12.000 Essen: beeindruckend große, beeindruckend saftige Fleischspieße im typisch argentini­ schen Restaurant „1900“. Trinken:

Nach einem Ausflug zu den groß­ artigen Inka­Ruinen im nahe ge­ legenen El Shincal entspannst du dich bei einem Glas Mendoza­Wein in der gemütlichen Bar „Oasis“. BELÉN–CHILECITO: 215 Kilometer auf der Route 40 nach Süden – dauert zwei Stunden, 45 Minuten.

ARGENTINIEN Geteerte Straßen, Weinberge, glühende Sonne, die Abschlussfeier in Córdoba ist in Sicht. Du rast durch Purmamarca, vorbei am „Berg der sieben Farben“ mit seinem in Rosa, Grün, Violett, Grau, Orange, Braun und Weiß schimmernden Fels. Weiter geht es zum Tal des Mondes, der Heimat von Gesteinsformationen wie nicht von dieser Welt. Am Horizont erscheint bald die Zivilisation – und die Zielflagge. Du hast das größte aller Rennen überstanden. Deine Helden und du, ihr werdet mit dem Pisco anstoßen, den du in Peru eingepackt hast.

Als Fan bist du bei der Dakar alles andere als passiver Zuschauer. Du musst für deinen optimalen Beobachtungspunkt erst mal hart arbeiten. Und wenn du dort bist, kann es passieren, dass die richtige Arbeit erst beginnt. Greg Paul begleitet seit 2013 Rallye-Touristen auf der Dakar. „Wir ler lernen manche Fahrer persönlich kennen. Und die Touristen bekommen das Gefühl, sie wären auch Teil der Rallye“, sagt er. „Wir haben schon kaputte Fahrzeuge abgeschleppt und 68

Motorradfahrer gerettet. Und wir sind ernsthaft offroad unterwegs. Du musst darauf vorbereitet sein, immer wieder im Nirgendwo festzustecken.“ Für die Fahrer sind diese Hardcore-Fans eine zusätzliche Motivation. „Dass es immer Briten bei der Dakar gibt, finde ich großartig“, sagt Sam Sunderland, Dakar-Sieger 2017 und Red Bull KTMFahrer. „Ihre Unterstützung ist sensationell. Vergangenes Jahr stoppte ich während einer Verbindungsetappe in dieser riesigen Salzwüste auf

4000 Meter Höhe. Ein paar Fans hatten Yorkshire-Tee dabei, ich wärmte mich auf, und wir plauderten sehr nett.“ So manchem Fahrer haben die Fans aber auch schon das Rennen gerettet. „Am vor vorletzten Tag stürzte ich bei einer Flussquerung“, sagt Max Hunt. „Der Motor soff ab. Die Zuschauer kamen mir sofort zu Hilfe. Sie packten das Bike und halfen, es auf den Kopf zu stellen und es zu schütteln, bis das Wasser rausgeflossen war. Als ich wieder starten konnte, jubelte die Menge.“

ERIC VARGIOLU/DPPI, REUTERS/FRANCK FIFE/POOL

ACTION NONSTOP

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Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN CHILECITO

Status: Kleinstadt mit Blick auf schneebedeckte Berggipfel Terrain: Gestein und Kies Durchschnitts­ temperatur: 24°C Einwohner: 38.000 Essen: Cazuela de gallina (herzhafter Hühnereintopf) und eine große Auswahl anderer regionaler

Spezialitäten im beliebten „El Rancho de Ferrito“. Trinken: dampfender Kaffee oder kühles Bier in der ausgefallenen Bar „Yops“, wo man sich am Schachbrett duelliert. CHILECITO–SAN JUAN: eine 400-Kilometer-Fahrt auf der Route 40 nach Süden, die etwa fünf Stunden dauert.

SAN JUAN

Status: Zentrum der zweitgrößten Weinbauregion Argentiniens Ter­ rain: Erde und Kies Durchschnitts­ temperatur: 24 °C Einwohner: 113.000 Essen: „Remolacha“ ist das größte Parrilla (Steakrestaurant) der Stadt. Trinken: Syrah, Malbec,

Cabernet Sauvignon, Bonarda, Chardonnay, Torrontés – was sonst? SAN JUAN–CÓRDOBA: siebeneinhalb Autostunden bzw. 580 Kilometer gen Osten auf der Route 20. Alternative: zwei Flüge am Tag mit Aerolíneas Argentinas, Flugdauer: etwas über eine Stunde.

Der Franzose Sébastien Loeb und Beifahrer Daniel Elena auf einem heiklen Strecken­ abschnitt der achten Etappe (von Uyuni/Boli­ vien nach Salta/Argentinien) der Dakar 2017.

„SALTA HAT EXTREME LAND­ SCHAFTEN, ÄUSSERST INTERESSANTE ETAPPEN, ABER DAS NAVIGIEREN IST SCHWIERIG. HIER KANNST DU SEHR LEICHT VERLORENGEHEN.“ MATHIAS GRILL, HORIZONTE TOURS THE RED BULLETIN

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Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN ZIEL: CÓRDOBA

Status: zweitgrößte Stadt Argentiniens, Zielort der Dakar Terrain: Schotter und Asphalt Durchschnittstemperatur: 25 °C Einwohner: 1,4 Millionen Essen: die Dinner-Tango-Show im „El Arrabal“, einem der wenigen

traditionell ausgerichteten Restaurants im Stadtviertel Nueva Córdoba. Trinken: Wer Whisk(e)y schätzt, kann im Hipster-Lokal „X-Bar“ im Stadtviertel La Cañada unter gut 200 Sorten wählen.

„ICH WAR AUF HUNDERTEN RALLYES, ABER KEINE IST WIE DIE DAKAR. ES IST EIN PRIVILEG, SIE ERLEBEN ZU DÜRFEN.“ DAN PROSSER, JOURNALIST über 7500 Kilometer zurück zurückgelegt“, sagt Max Hunt. „Die Distanzen sind ein Wahnsinn. Du musst wirklich für diesen Sport brennen.“ Wem das zu heftig ist, der kann auch auf halbem Weg dazustoßen. „In Argentinien ist das Zuschauen am einfachsten, weil du dort problemlos Fahrzeuge mieten und Aussichtspunkte erreichen kannst“, sagt Greg Paul. „Ich empfehle Salta als Ausgangsort. Von dort aus kannst du das Rennen ganz locker vier Tage lang verfolgen. Und dann zur Abschlussfeier nach Córdoba fahren.“

Etappe 12 der Dakar 2016 in Córdoba, Argentinien: Der Franzose Cyril Despres zeigt den Fans, was sie sehen wollen.

SEI BEREIT

Die Support-Teams hausen im Zeltlager, das nach jeder Etappe neu aufgestellt wird. Und sie schlafen in ihren Trucks, auf Campingbetten oder anderen behelfsmäßigen Konstrukten rund um die Autos. Die Zuschauer finden meistens Hotels entlang der Strecke. Aber Vorsicht: „Die Hotels können ausgebucht sein. Oder die Straße zu deinem Hotel ist wegen der Rallye gesperrt“, warnt Mathias Grill von Horizonte Tours. „Also nimm Zelt und Schlaf Schlafsack mit. Und achte darauf, dass du genügend Wasser und Essen dabeihast.“ „Camping ist der beste Weg, um die Action unmittelbar mitzuerleben“, sagt Julie Tuck. „An den Rennorten sind Unterkünfte schwer zu bekommen. Am besten, du reist mit Wohnmobil oder Zelt. So bleibst du flexibel genug, um zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.“

INVESTIERE ZEIT

Und welches Vehikel ist das beste? „Die Dakar ist riesig“, 70

sagt Greg Paul. „An manchen Tagen werden 800 Kilometer zurückgelegt. Mit den Support-Trucks bildet sich eine Karawane aus 3000 Fahr Fahrzeugen. Aber du kannst nicht einfach in Bolivien ein Auto mieten und dann über die Grenze nach Argentinien fahren. Wir lösen dieses Problem so: Wir verschiffen auslandszugelassene Toyota Land Cruiser nach Südamerika. So können wir die gesamte Rallye verfolgen.“

Der wahre Ausdauertest beginnt dann vor Ort. „Der Dakar zu folgen bringt lange Tage mit wenig Schlaf“, sagt Guy Basile. „Wir wollten möglichst viele Special Sections verfolgen. Das heißt, wir sind den Teilnehmern sozusagen vorausgefahren und haben die Action nur jeden zweiten Tag erlebt.“ Hardcore-Fans werden bei der Dakar zu Kilometerfressern. „Ich habe mit meiner Frau in unserem Wohnmobil

Die Sieger werden im Ziel gefeiert – aber Helden sind alle, die in Córdoba ankommen. Und dank der Partys an der Ziellinie fühlt sich jeder wie ein Gewinner. „Am Ziel wird alles sehr emotional“, sagt Paul. „Die Dakar passt wirk wirklich zu Südamerika, weil die Einheimischen gern feiern.“ „Die Leute dachten, wir wären Fahrer, und baten uns um Autogramme und Fotos“, sagt Basile. „Es wurde immer schwieriger, zu erklären, dass wir auch nur Zuschauer waren, also spielten wir irgendwann einfach mit. Und wir fühlten uns wie Rockstars.“ Hunt erlebte das Finish der Dakar zum ersten Mal als Zuschauer – und im Jahr dar darauf als Teilnehmer. „Das Zuschauen war ein echtes Abenteuer. Aber durch Argentinien zu fahren, wenn tausende Menschen die Straßen säumen, das schlägt alles. Wenn du diese Atmosphäre erlebt hast, dann willst du auch teilnehmen. Sei also nicht über überrascht, wenn du zuschaust und dich beim nächsten Mal als Fahrer anmeldest.“ redbull.com/dakar THE RED BULLETIN

REUTERS/MARCOS BRINDICCI, GETTY IMAGES

HALTE DURCH


Dakar-Reiseführer / ÜBERBLICK kann, wie handgewobene Ponchos und Decken aus der Wolle von Lamas, Alpakas und Schafen ent­ stehen. Neben den Webereien („teleras“) lohnt ein Besuch der Inka­Ruinen von El Shincal. Zwei Autostunden westlich von Belén findest du den spektakulären Nationalpark Laguna Blanca [1] mit traumhaften Lagunen und den Malereien in der Höhle Salamanca.

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CHILECITO „La Riojana Cooperativa“ produ­ ziert jedes Jahr 30 Millionen Liter Wein (und lädt zur Verkostung). SAN JUAN Bizarr: Im Naturreservat Ischigua­ lasto erinnern Gesteinsformatio­ nen an Alltagsobjekte.

LIMA Die Pyramide Huaca Pucllana im Süden Limas wurde um 500 n. Chr. gebaut, besteht aus sieben über­ einandergestapelten Lehmplatt­ formen und war einst ein zentraler Treffpunkt für alles, was Religion, Kultur oder Politik betraf.

CÓRDOBA Verpass auf keinen Fall die offizielle Dakar­Abschlussfeier und die After­ Show­Party von Red Bull!

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PISCO Die Ballestas­Inseln [2] gelten als „Galápagos für Arme“, was unge­ recht ist: Unglaublich reiche Fauna ist nur zwei Bootsstunden entfernt. SAN JUAN DE MARCONA Im Küstenschutzgebiet Punta San Juan leben Seebären und Seelöwen, und hier gibt’s Perus größte Kolonie der vom Aussterben bedrohten Humboldt­Pinguine. AREQUIPA Zum Nationalreservat Salinas und Aguada Blanca gehören die Höhlen von Sumbay mit ihren über 500 Höhlenmalereien [3], die 6000 bis 8000 Jahre alt sind. LA PAZ Auf dem Hexenmarkt werden Lama­ föten als Glücksbringer angeboten (man rechne hier mit abergläubi­ schen Dakar­Fahrern in der Warte­ schlange). Etwa zehn Kilometer 5

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außerhalb der Stadt befindet sich das Tal des Mondes, ein Labyrinth von mondartigen, jahrtausendelang erodierten Felsschluchten. UYUNI Die faszinierende Salzwüste [4] ist hier als Salar de Uyuni bekannt. Im nahe gelegenen Zugfriedhof ruhen die Überreste des Bahnnet­ zes, das britische Ingenieure im 19. Jahrhundert errichtet haben. TUPIZA Nach San Vicente [6], ein Dorf 100 Kilometer nordwestlich von Tupiza, flüchteten Butch Cassidy und Sundance Kid nach einem Raubüberfall auf eine Bergbau­ firma. Die bolivianische Armee tauchte auf und tötete die Gangster in einer legendären Schießerei.

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GETTY IMAGES (2), ALAMY(4)

SALTA 90 Autominuten von Salta entfernt liegen Purmamarca und der Berg der sieben Farben – der in Rosa, Grün, Violett, Grau, Orange, Braun und Weiß schimmert. Die 16­stün­ dige Fahrt mit dem „Zug in die Wol­ ken“ („tren a las nubes“) führt in die Anden auf 4200 Meter empor. Auf der Strecke liegen 29 Brücken, 21 Tunnel und 13 Viadukte. BELÉN Es gibt viele Textilwerkstätten in der Stadt, in denen man miterleben

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P u b l i r e p o rta g e

Tasting Notes Nase ausgewogene Mischung aus reifen grünen Äpfeln, WilliamsWilliams birnen und Frühlingsblüten. Fruchtnoten, Eiche mit einer süssen Vanillenote, aromatischer Hopfen und frische Kräuter

v.l.n.r. Seb Jones, Speyside Craft Brewery, Brian Kinsman, Glenfiddich Malt Master

Geschmack lebendig, mit einer kräftigen Zitrusnote, gefolgt von einer sanften Vanillesüsse und einem Hauch von frischem Hopfen Nachklang langanhaltende Süsse, dezenter grüner Hopfen

Ein bahnbrechend neuer Whisky. Über 125 Jahre Pionierarbeit 20 Jahre lang hatte William Grant den Traum, den «besten Whisky im Tal» zu machen. Mit Hilfe seiner Familie machte er schliesslich seinen Traum wahr. Im Sommer 1886 begann William, zusammen mit seinen sieben Söhnen und zwei Töchtern, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. Gemeinsam begannen sie mit dem Bau einer Brennerei, Stein für Stein. Nach einem Jahr harter Arbeit war es dann soweit und William nannte sie Glenfiddich, gälisch für «Tal der Hirsche». Williams Leidenschaft, seine Entschlossenheit und sein Pioniergeist prägen Glenfiddich bis in die Gegenwart. Der weltweit am meisten ausgezeichnete Single Malt Scotch Whisky wird bis heute in der Brennerei hergestellt, die noch immer in Familienbesitz ist und den innovativen Charakter seines Gründers durch fünf Generationen hinweg bewahren konnte.

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Der erste, je in IPA Bierfässern gereifte Single Malt Die neue Ausgabe ist das Werk von Glenfiddich Malt Master Brian Kinsman in Zusammenarbeit mit einem lokalen Bierbrauer. Der erste Schritt der beiden Partner war das Brauen eines neuen IPA Biers zur Abfüllung in die Whiskyfässer, in denen die erste Ausgabe der Experimental Series reifen sollte. Im Zug dieser intensiven Experimentierphase wurden drei verschiedene Biere in verschiedenen Stärken und mit unterschiedlichem Hopfenanteil gebraut. Brian füllte jeweils bis zu neun Fässer aus amerikanischer Eiche mit den neuen IPA Bieren und variierte die Lagerdauer, während der sie in Wechselwirkung mit dem Fassholz standen, bevor er sie mit Whisky füllte und anschliessend die so erzielten Geschmackprofile beurteilte. Glenfiddich Experimental Series – das Ergebnis der Partnerschaft und Kollaboration zweier gleichgesinnter Vordenker aus verschieden Branchen – eröffnet dank wahrem Experimentiergeist eine neue Whiskydimension. Glenfiddich IPA Experiment ist der erste der Serie von bahnbrechenden, neuartigen Whiskys.

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guide Get it. Do it. See it.

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Gründe, gut zuzuhören

JOHN CARTER/RED BULL CONTENT POOL

WINDTALKERS

Es heißt ja immer, man soll von den Besten lernen. Warum also nicht von einem 42fachen Weltmeister? Wir präsentieren: Bjørn Dunkerbeck, WindsurfIkone, im Bild rechts. Das darüber? Das könnten Sie sein, seinen Inputs folgend. Alle Infos auf den nächsten Seiten.

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GUIDE

Do it

Reisen abseits des Alltäglichen

THE RED BULLETIN: Was kann ich von Bjørn Dunkerbeck lernen, was mir kein anderer Surflehrer beibringen kann? BJØRN DUNKERBECK: Wenn ich eine Surfgruppe betreue, ist mir eines ganz besonders wichtig: nahe dran sein. Da ich neben den Kursteilnehmern mitsurfe, sehe ich relativ schnell, was einer verkehrt macht. Und aufgrund meiner Erfahrung erkenne ich, wo Bjørn Dunkerbeck, Verbesserungspotential ist. 48, im Weltcup bis Und das macht mich besser? 2014, nochmals Weltmeister 2016 Hier gilt wie überall: Wer die Anweisungen befolgt, der lernt viel. (Lacht.) Im Besonderen kommt dazu: Je besser die Kenntnisse, desto mehr lernt man. Wenn ich nun aber noch nie gesurft bin? Dann wird’s höchste Zeit, es auszuprobieren! Glaub mir: Wer einmal draußen ist und diese Freiheit spürt, kommt nicht mehr weg davon. Auf dem Wasser wird der Kopf frei. Du fühlst dich wie neugeboren. Irgendwann muss ich aber wieder runter vom Board. Leider. Aber keine Sorge, ob Tauch- oder Mountainbike-Tour, Dinner oder Insel-Erkundung – langweilig wird dir auf Gran Canaria nicht. Dafür sorgen wir schon. Nur Strandliegen an der Playa del Inglés wird es nicht spielen. (Lacht.)

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„AUF DEM WASSER WIRD DEIN KOPF FREI“

Sportstars und andere Ausnahmekönner nehmen Sie mit in ihre Welt. In diesem Fall: auf die Kanaren – das „Hawaii Europas“.

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O

b Segeln mit Doppel-Olympiasiegern, Abhängen mit Ausnahme-MCs oder die Teilnahme an einer Eisrallye – Destination Red Bull definiert die Beziehung zwischen Fan und Idol neu. Aus Helden werden Gefährten, aus Weltmeistern Lehrmeister. Bestes Beispiel: Bjørn Dunkerbeck, 48-jährige Windsurflegende und während einer einzigartigen Erlebnisreise auf Gran Canaria sieben Tage Ihr persönlicher Instruktor.

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Destination Red Bull

Bjørn Dunkerbecks „Wohnzimmer“ be­ geistert: 20 Grad im Wasser, super Wetter, konstanter Passatwind

THE RED BULLETIN

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Do it

REISEN ABSEITS

Entdecken Sie die faszinierende

Schnee, Eis und Platz, sich darin auszutoben

Schulter an Schulter mit Sportidolen Unvergessliches erleben. Events aus Perspektiven feiern, die sonst nur Professionals vorbehalten sind. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl der Reisen abseits des Alltäglichen. Willkommen bei „Destination Red Bull“!

Weitere Infos und Buchung unter www.destinationredbull.com

Eisrallye-Experience mit Mattias Ekström

HOT SEAT? WORTWÖRTLICH!

THE RED BULLETIN: Was erwartet die Teilnehmer, wenn sie Sie in Jukkasjärvi, 200 Kilometer nördlich des Polar­ kreises, besuchen? MATTIAS EKSTRÖM: Spaß in einem Winterparadies. Von so viel Schnee, Eis und Platz kann man anderswo nur träumen. Was ist mit Ihren Reisebegleitern genau geplant? Wir werden viel Auto und Snowmobile fahren und eine Tour mit Schlittenhunden machen. Geschlafen wird im Eishotel. Das, was wir Schweden im Winter halt so tun, wenn wir nicht in der Sauna sitzen. Was ist mitzubringen? Gute Laune, lange Unterhosen, dicke Socken und gute Handschuhe. Und vielleicht eine Taschenlampe. Denn viel Tageslicht gibt es hier oben im Winter nicht. Können Teilnehmer etwas falsch machen? Auf jeden Fall! Snowmobile fahren ist wie eine Mattias Ekström, Rallye für Amateure. Ist man zu flott unterwegs, 39, Motorsport­ kommen einem die Bäume schneller entgegen, Universalgenie, ist Ihr Fahrlehrer. als einem lieb ist. Wie schafft man es, die Fahrt in der Kälte tatsächlich zu genießen? Das Fahren selbst ist der größte Genuss. Wann kannst du im Auto schon hemmungslos Gas geben? Am Snowmobile bist du exponierter. Da spürst du Kälte, Wind, Geschwindigkeit – bis dir das Adrenalin einschießt. Und schon ist dir warm.

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RED BULL AIR RACE, ABU DHABI Leben Sie den Traum vom Fliegen in einem Red Bull Air Race-Cockpit.

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GUIDE Destination Red Bull

DES ALLTÄGLICHEN Welt von Red Bull hautnah.

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3 WINGS FOR LIFE WORLD RUN Mit Ihrem Idol laufen Sie für die, die es nicht können – ein einzigartiger globaler Event.

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RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES, POLIGNANO A MARE Mittendrin im Klippenspringer-Finalbewerb. Wagen Sie den Sprung Ihres Lebens!

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ABENTEUER-WOCHE MIT SOFÍA MULÁNOVICH IN PERU Genießen Sie eine ganze Woche mit Sofía und erleben Sie ihren Surfing-Lifestyle.

WINDSURFEN MIT BJØRN DUNKERBECK Im Fahrwasser des 42fachen Weltmeisters behaupten Sie sich gegen Wind und Wellen.

MOUNTAINBIKEN MIT AKSEL LUND SVINDAL Verbringen Sie einen Tag mit Ihrem Ski-Idol und entdecken Sie, wo sein Aufstieg begann.

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GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner

Get it „Cintrée“ steht für die abgerundeten Ecken der Cartier-Uhr, „Skeleton“ für skelettiert.

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QUADRATUHR DES KREISES

Der brasilianische Pilot Alberto Santos-Dumont flog zwar nicht das erste Motorflugzeug der Welt – das taten schon die Gebrüder Wright drei Jahre vor ihm –, er schaffte es dennoch in die Geschichtsbücher der Luftfahrt. Bei einem Essen im Jahr 1904 mit seinem Freund Louis Cartier, Enkel des Gründers des renommierten Pariser Schmuck Schmuckhauses, klagte Santos-Dumont darüber, dass er beim Steuern seines Flugzeugs nicht nach der Taschenuhr greifen könne. Diese Anregung brachte Cartier dazu, die erste Armbanduhr des Unter Unternehmens zu entwickeln: die quadratische Cartier Santos. Mit der Uhr am Handgelenk gelang Santos-Dumont am 12. November 1906 in seinem Doppeldecker der erste 220-Meter-Motorflug – es war die Geburtsstunde der Fliegeruhr.

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Das Design ist eine Hommage an eine gewisse Smartwach aus Cupertino, Kalifornien. Und wie ihr fruchtiges Vorbild verspricht die mechanische Uhr mit Handaufzug puren Luxus. Auf 50 Stück in Weißgold limitiert. h-moser.com

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Ein Panzer in Platin Louis Cartiers Liebe zu quadratischen Uhren bewog ihn 1917 zu seiner wohl berühmtesten Schöpfung: der Cartier Tank. Die eckige Uhr, in ihrer Formgebung von den Panzern des Ersten Weltkriegs inspiriert, war ein Geschenk an den legendären USGeneral Pershing, begeisterte aber auf Anhieb auch Adelige und Promis. Bis herauf in die Gegenwart: Lady Diana und Michelle Obama, Truman Capote, Yves Saint Laurent, Andy Warhol und Elton John besaßen bzw. besitzen eine Cartier Tank – der Sänger schrieb sogar ein Lied über Cartier. Kim Kardashian ersteigerte bei einer Auktion die Tank von Jackie Kennedy für 379.500 Dollar. Das hundertjährige Jubiläum der Uhr feiert Cartier mit der Tank Cintrée Skeleton in Roségold und Platin, jeweils auf – natur naturgemäß – 100 Stück limitiert. cartier.de

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Ein bahnbrechend neuer Whisky – die neue Ausgabe der Experimental Series ist das Werk von Glenfiddichs Malt Master Brian Kinsman in Zusammenarbeit mit einem lokalen Bierbrauer. Der erste Schritt der beiden Partner war das Brauen eines neuen IPA­Biers zur Abfüllung in die Whisky­ fässer, in denen die erste Ausgabe der Experimental Series reifen sollte. Das Resultat ist der erste Single Malt Scotch mit Finish in IPA Craft Beer Beer­Fässern. www.glenfiddich.com

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See it „As the Crow Flies“ – produziert von den Machern von „Follow Your Nose“ (2015)

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Ob du den Spuren der Ausnahmekönner im Schnee oder im Wüstensand folgen willst – bei Red Bull TV bist du ganz nah am Geschehen.

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bis 20. Jänner

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Die Route der härtesten Rallye der Welt führt 2018 von Peru über Bolivien nach Argentinien. Konkret: 10.000 Kilo­ meter teils unwegsamer Wüstenkurs – mit Aufstiegen bis 3000 Meter Höhe.

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Dokuserie

ON DEMAND

THE HORN

Real­Life­Doku: Über 1700 Rettungs­ einsätze fliegen die Piloten der Air Zermatt im Jahr. Nun gewährt „The Horn“ faszinierende Einblicke in die teils lebensgefährlichen Manöver.

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KIN MARCIN/RED BULL CONTENT POOL, ORIGINAL MEDIA/RED BULL CONTENT POOL

DAKAR 2018


Dezember/Januar

18 Dezember

PREMIERE

AS THE CROW FLIES

Jumps, Lines, Powder und viel Adrenalin: Der Wintersport-Streifen „As the Crow Flies“ begleitet die österreichische Snowboard-Ikone Gigi Rüf und seine Freunde – darunter die US-Stars Pat Moore und Travis Rice – auf der Suche nach den idealen winterlichen Plätzen, um der Kreativität am Board freien Lauf zu lassen. Gedreht wurde in Österreich, Italien, Japan, Alaska und Kanada; im urbanen Terrain wie im Backcountry.

Der Österreicher Gigi Rüf: Snowboard-Ikone und Kreativkünstler


GUIDE

Do it

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Dezember Lo & Leduc Die Berner Rapper Lo & Leduc ziehen wieder durchs Land. Im Gepäck ihr im März erschienenes, fünftes Album „Für Ingwer und Ewig“. Auf eine ausverkaufte Frühlingstour folgt nun die erhoffte Fortsetzung. Die smarten Jungs präsentieren ihren poppigen Mundart-Rap live, verstärkt von einer achtköpfigen Band. Weitere Konzerte: 16. 12. Stadtsaal, Wil; 18. 12. KKL, Luzern (Jeder Rappen zählt); 21. 12. Volkshaus, Basel; 22. 12. Festhalle, Bern. Kiff, Aarau; lo-leduc.ch

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bis 9. Februar

RACING FOR FUN MOTORRADTRIP

Sich einmal in die Kurven legen, wo es sonst nur die Profis tun: Beim Swiss Racing for Fun dür dürfen sich motorradbegeisterte Amateure auf dem spanischen MotoGP-Kurs Circuito de Jerez mit ihren Maschinen austoben. Die Rennstrecke kann für einen, drei, vier, fünf oder acht Tage gebucht werden. Gefahren wird frei – oder in vier Leistungsgruppen.

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und 20. Januar Ice Climbing World Cup Auch dieses Jahr kommt die Weltelite der Eiskletterer in den „Ice-Dome“ nach Saas-Fee – um mit Steigeisen und Eispickel eine 32 Meter hohe Eiswand zu bezwingen. Die Zuschauer haben von allen „Ice-Dome“Parkebenen aus beste Sicht auf die Action. Die Aftershowparty steigt mit Bands wie Vibez und den Reckless Roses. Saas-Fee; iceandsound.com

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bis 28. Januar Festival Au-delà des Préjugés Veranstalter JDS Events rückt zum mittlerweile 17. Mal die Hip-HopKultur in all ihren Facetten ins Licht. Der Fokus ist auf Breakdance gerichtet: Rund ums Thema „Distinction“ batteln sich B-Boys und B-Girls, um König(in) der Tanzfläche zu sein. Die Disziplinen: 1 gegen 1, 3 gegen 3. Weiters werden Partys mit Raps und Beats geboten sowie Workshops für den HipHop-Nachwuchs. Lausanne; jdsevents.ch

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Juni bis 1. Juli Gigathlon In Arosa/Davos messen sich Abenteurer auf dem Bike und Velo, beim Laufen und Schwimmen – und erstmals: beim SwimRun und Alpine Trailrun. Die zu bewältigenden Strecken führen über Berge, Schluchten und durch Seen. Ob Single, Couple oder Team of Five – eine atemberaubende Aussicht ist garantiert. Normalbucher bis 28. 2. Arosa/Davos; gigathlon.com

THE RED BULLETIN

MAXIMILIAN LEDERER, MARC WEILER PHOTOGRAPHY&FILM

Jerez de la Frontera; racingforfun.ch


Dezember/Januar/ Februar

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bis 4. Februar

ENGADINSNOW BEST OF FREERIDE

Anfang Februar trifft sich die FreerideGemeinde abseits der Piste zum Engadinsnow Contest in Silvaplana. Bei dem Freeride World Qualifier sammeln Top-Freeskier und -Snowboarder wichtige Punkte, um in die Freeride World Tour aufzusteigen. In der berüchtigten Corvatsch-Nordwand zählen Akrobatik, Flow und saubere Lines, um die Judges zu beeindrucken. Corvatsch, Silvaplana; engadinsnow.com

Bergwelten Jahresabo schenken

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SO EINFACH GEHT’S: Sie erhalten von uns die Ausgabe 6/2017 an Ihre Adresse. Diese können Sie der beschenkten Person unter den Christbaum legen.

DAS GESCHENKABO: Ab der Ausgabe 1/2018 vom 1. 2. 2018 erhält die beschenkte Person Bergwelten 1 Jahr (8 Ausgaben) direkt nach Hause.

IHR VORTEIL: Bergwelten ist ein schönes Geschenk. Die beschenkte Person wird bei jeder Ausgabe an Sie denken.

Hier bestellen: bergweltenabo.ch

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SNOW STYLE Über Jahrtausende waren Berge für Menschen eisige, unüberwindbare und todbringende Barrieren. Doch dann schnallten sie sich Bretter an die Füße … und der Spaß begann. Fotos: HAMISH BROWN Styling: SARAH ANN MURRAY

Linke Seite: Rossignol Soul 7 HD-Freeride-Ski, rossignol.com; Dynafit TLT SpeedfitSkitourenschuh, dynafit.com/de-ch Rechte Seite – sie, von oben: DC Joyfull CuffBeanie, dcshoes.com; GLORYFY Gi12 Bon Voyage StylediverSonnenbrille, gloryfy. com; SUPERDRY Hooded Fur Sherpa SD-Wind-AttackerJacke, superdry.com; MONTANE Primino 220 Zip Neck MerinoBaselayer, montane. co.uk; DC Franchise SE Snowboard/SkiFäustlinge, dcshoes. com; K2 WildheartSnowboard, de.k2snowboarding. com; O’NEILL Jones Sync Ski/SnowboardHose, oneill.com; BURTON Limelight Step On-Snowboardstiefel, burton.com

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GU I D E Er, von oben: SMITH Code-Helm, smithoptics.com; SCOTT LCG Compact-Ski/Snowboardbrille, scott-sports.com; DARE2B CoalesceT-Shirt, dare2b.com; JACK WOLFSKIN Exolight Range-Jacke, jack-wolfskin. ch; DC Shelter-Snowboard-Handschuhe, planet-sports.com; ­SALOMON Assassin-Snowboard, ­salomon.com; BURTON SouthsideHose, burton.com; DC Mutiny-SchnürSnowboardstiefel, dcshoes.com


Rechte Seite, links oben: ATOMIC Redster World Cup 110-Skischuh, atomic.com; K2 Spyne 130 HV-Skischuh, global.k2skis.com Rechts oben: MONTANE Windjammer Halo-Beanie, montane. co.uk; ADIDAS Progressor Splite-Skibrille, adidas.ch; BUFF Cordes, buffwear. com; COLUMBIA OutDry Ex ECO-Daunenjacke, columbiasportswear.ch; LÖFFLER Transtex WarmSeamless-Shirt und -Thermo-Handschuhe, loeffler.at; SALOMON MTN Alu S3-Stöcke, salomon. com; O’NEILL 88’ Shred Bib-Ski/Snowboard-Hose, oneill.com; LA SPORTIVA Crossover 2.0 GTX-Mountain-Running-Schuhe, lasportiva.com Links unten: BURTON Linden Beanie, burton.com; SMITH Squad XL Skibrille, smithoptics.com; BUFF Midweight Light Military Melange, buff.eu; ABSOLUT PARK Crew Neck, absolutpark.com; DC Network Technical Riding Weste, dcshoes. com; BURTON Heritage Collared-Daunenjacke, burton.com Rechts unten: DOUCHEBAGS The Douchebag-Ski- und Snowboard-Tasche, douchebags.com; BURTON Talent Scout-Snowboardund Step-on-Bindung, burton.com; STANCE Stoney Ridge-Socken, stance.com; K2 SaperaSnowboardstiefel, de.k2snowboarding.com

Von oben: ROSSIGNOL Progress EPP-MIPS-Skihelm, rossignol.com; SALEWA Puez TirolwoolDamenjacke, salewa.com; LANGE RX 120-Skischuh, lange-boots.com

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GU I D E Linke Seite, links oben: FISCHER Streif-Ski, fischersports.com; SALOMON MTN Alu S3-Stöcke, salomon.com Rechts oben: BURTON Nana-Beanie, burton. com; GLORYFY G9 XTR-Brille, gloryfy. com; SHACKLETON Submariner-Jumper, shackletoncompany. com; MONTANE IcarusJacke, montane.co.uk; CANADA GOOSE Arctic Down-Fäustlinge, c­ anadagoose.com; BLACKYAK Active Flex-­ Hose, global.blackyak. com; REEF Rover Mid WT-Schuhe, reef.com; HEAD Kore 105-Ski, head.com; TYROLIA AAAttack² 16 GWBindung, tyrolia.com Links unten: POC Auric Cut-Helm, pocsports.com; ANON WM1-Skibrille, burton.com; DARE2B Motif Luxe Ski-Mid­ layer-Jacke, dare2b. com; O’NEILL Jones Contour-Ski/Snowboard-Jacke, oneill. com; SPOT Gen3-GPSTracker, findmespot. eu; EVOC FR Day 16LTeam-Rucksack, evocsports.com; DC Franchise-Snowboard/ Ski-Handschuhe, ­dcshoes-uk.co.uk Rechts unten: JACK WOLFSKIN Exolight Slope-Hose, jackwolfskin.ch; STANCE PangeaSocken, stance.com; DC Search Boa-­ Snowboardstiefel, dcshoes.com Rechte Seite, von oben: K2 Diversion-Helm, de.k2snowboarding. com; ADIDAS Progressor Splite-Ski/Snowboardbrille, adidas. com; BLACKYAK VividJacke und Hooded-­ Silhouette-Fleece, global.blackyak.com; MAMMUT Pulse Barryvox 3-Antennen-LVSGerät, mammut.com; ARVA Airbag Reactor 25 Ultralight-AirbagRucksack, arva-­ equipment.com

Set Stylist: Sarah Gobourne Fashion Assistent: Emily Bulford Haare und Make-up: Bella Costanzo Models: Erika Pattison und James Crabtree@Select


XICO UND MIRADORES DEL MAR VERACRUZ

1863 gegründet, zählt die Stadt heute mehr als 8 Millionen Einwohner. An der Küste (Golf von Mexiko) ist das Klima tropisch, in den Gebirgsregionen sind die Temperaturen mild – Vielfalt auf einer Fläche von 71.820 Quadratkilometern.

WARUM HIER? Xico ist eine hübsche Stadt am Fuße des imposanten erloschenen Vulkans Cofre de Perote. Miradores del Mar ist eine kleine Ortschaft fern der Touristenströme in einer nahezu unberührten Umgebung.


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CHOLULA UND PERICOS PUEBLA

Im Osten Mexikos, 1823 gegründet, zählt der Ort heute über 6 Millionen Einwohner. Hier stieß man auf die ältesten Zeugnisse des Maisanbaus.

WARUM HIER? Cholula bedeutet auf Nahuatl „Ort derer, die geflohen sind“. Es handelt sich um eine interessante präkolumbische Stadt im Herzen von Puebla. In Pericos herrscht eine besonders friedliche Atmosphäre, die in Kombination mit der dortigen klaren Luft ideal zum Bouldern ist und Boulderprobleme/-routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verspricht.


TEPOZTLÁN UND YECAPIXTLA MORELOS

Der Name stammt von José María Morelos y Pabón, einer der Protagonisten der Unabhängigkeit Mexikos. Mit 4.893 Quadratkilometern handelt es sich um einen der kleinsten und am dichtesten besiedelten Bundesstaaten des Landes. Hier beginnt die Gebirgsregion, in der sich der Vulkan Popocatépetl befindet.

WARUM HIER? Es gibt zauberhafte Orte mit angenehmem Klima und alten Traditionen, malerische Städte und eine besonders schöne Landschaft.


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CREEL UND PEÑOLES CHIHUAHUA

Der größte Staat des Landes, mit einer Bevölkerung von mehr als 3 Millionen Einwohnern. Im Norden grenzt das Land an die Vereinigten Staaten. Der berühmte Burrito stammt aus dieser Gegend.

WARUM HIER? Creel liegt im Herzen der beeindruckenden Sierra Tarahumara und ist einer der wenigen Pueblos Mágicos im Norden von Mexiko. Peñoles gilt als eine der bekanntesten und interessantesten Kletterregionen des Landes. Die felsige Landschaft ist tatsächlich ein Traum und Anfang Frühling oder im Herbst kann man zudem perfekt zelten.


GUIDE

Check it

THE RED BULLETIN WELTWEIT Pures Skifahren in Vermont, mexikanische Triathlon-Power und Brooklyns Retro-GamingTempel: die Highlights unserer globalen Ausgaben im Januar.

USA PURE WINTER-ACTION Colorado, Alaska, Vermont und … Kalifornien? Wir stellen Amerikas spannendste Backcountry-Plätze vor.

The Red Bulletin als E-Paper: redbulletin.com

El triatleta natural de Xalapa (en Veracruz), Crisanto Grajales Valencia, 30 años, es el actual campeón del mundo de triatlón tras ganar en Salinas, Ecuador.

ACCIONES Texto: Marco Payán

MARCOS FERRO/RED BULL CONTENT POOL

POCAS PALABRAS,

MUCHAS 70

MEXIKO CRISANTO GRAJALES Die Fitness-Tricks des mexikanischen Triathlon-Stars.

DRINKING GA M E S A decade before arcade bars started popping up across the country, a group of friends in Brooklyn had a dream that pairing classic video games with quality booze was a match made in 8-bit heaven. Barcade CEO Paul Kermizian explains how a simple bar concept exploded into a mini empire. Words: Lizbeth Scordo Photography: Joao Canziani 60

USA DAS RETRO-PARADIES In der Barcade Bar in Brooklyn trifft das New Yorker Nightlife auf die Spielautomaten-Kultur der achtziger Jahre. Ein Besuch im Pixel-Paradies. 96

GROSSBRITANNIEN KATIE ORMEROD Eine Top-Snowboarderin – aus dem berglosen und schneearmen England? Wir treffen die Frau, die genau das werden will.

„ICH HABE EIN PROBLEM: ICH HÖRE ZU VIEL ZU.“ FRANKREICH KEV ADAMS Der Schauspieler und Frankreichs Humorist der Stunde verrät uns seine Strategie für kreatives Arbeiten. THE RED BULLETIN


Januar

IMPRESSUM SCHWEIZ

Editorial Director Robert Sperl

ANFÄNGER ANFÄ NGER50

TRI CKS

DAVID HABLÜTZEL will der beste Snowboarder der Welt werden. Seine ungewöhnliche Erfolgsformel: Jeden Tag bei null beginnen.

Text: Alex Lisetz Fotos: Gian Paul Lozza

SCHWEIZ DAVID HABLÜTZEL Der Schweizer will der weltbeste Freestyle­Snowboarder Freestyle Snowboarder werden, indem er täglich neu scheitert. Ein Treffen in der Halfpipe: ab Seite 50.

ÖSTERREICH GREGOR SCHLIERENZAUER Der erfolgreichste Ski­ springer der Gegenwart erzählt vom schwierigsten Comeback seiner Karriere.

Chefredakteur Alexander Macheck

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Melissa Stutz Anzeigenverkauf Marcel Bannwart, marcel.bannwart @ch.redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Postfach, CH-6002 Luzern, +41 41 329 22 00 abo@ch.redbulletin.com Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg

Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Head of Photography Fritz Schuster Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Andreas Rottenschlager, Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Commercial Director Franz Renkin Anzeigendisposition Andrea Tamás-Loprais Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Martina Maier, Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Country Management & Marketing Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Kristina Trefil, Stephanie Winkler Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Alexandra Hundsdorfer Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital)

Ihr neuer Thriller spielt im Frankfurter Gangster-Milieu. Aber wie viel GangsterMilieu steckt in Moritz Bleibtreu, Edin Hasanovic und Kida Ramadan? Ein Gespräch mit den drei Kino-Stars über Karriere, Ladendiebstahl und die Ratschläge ihrer Mütter. I N T E RV I E W: RÜ D I G E R S T U R M F O T OS : DAV I D F IS C H E R

Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Kristina Krizmanic IT Systems Engineer Michael Thaler

ZWISCHEN

VERBRECHEN UND

MORAL

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DEUTSCHLAND KINO-GANGSTER Moritz Bleibtreu, Edin Hasanovic und Kida Ramadan über Verbrechen im Kino und im richtigen Leben.

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Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien, Telefon +43 1 90221-28800, Fax +43 1 90221-28809, Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

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GUIDE

Action-Highlight

Steile Abfahrten, radikale Linien, Backflips über 20 Meter tiefe Schluchten: Red Bull Rampage ist der anspruchsvollste Free­ ride­Mountainbike­Bewerb der Welt. Gewinner 2017: Kurt Sorge aus Kanada (im Bild beim Lande­ anflug), der sich als erster Drei­ fachsieger in die Geschichts­ bücher katapultierte. Video: redbullrampage.com

„Verrückt … sprachlos … jetzt geht’s ab zur Siegerparty.“ Kurt Sorge, inzwischen 29, Sieger des Red Bull Rampage 2017, informiert Sekunden nach der Zieleinfahrt über seine Gefühlswelt.

PARIS GORE/RED BULL CONTENT POOL

Virgin, Utah, USA

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Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 11. Februar 2018. 98

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