ÖSTERREICH
ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
Brandstifter aus Überzeugung
DER RALLYE-GOTT Sébastien Loeb fährt die Dakar – auch blind
9 TAGE ORGIE IN MEXIKOS MEKKA DER FEUERWERKE
DER BÖSEWICHT Tim Roth liebt schwierige Charaktere
GAME CHANGERS 2016
ELON MUSK und 15 weitere Menschen und Ideen, die dein Leben verändern werden
WINTER SPECIAL
Die geilsten Tools für Fun im Schnee
€ 2,50 JÄNNER 2016
Design abseits ausgetretener Wege.
Hannes arcH, Österreichs erfolgreichster Rennpilot
Die MazDa allraD-MoDelle.
Verbrauchswerte: 4,7 – 7,2 l/100 km, CO2-Emissionen: 123 – 165 g/km. Symbolfoto.
mEhr auf mazda.at
T R AV I S R I C E Foto von: Travis Rice
#BEAHERO
DIE WELT VON RED BULL
44 PYROMANIE
Die Kleinstadt Tultepec ist Mexikos FeuerwerksMekka. Einmal im Jahr brennt es neun Tage lang.
ART STREIBER/AUGUST (COVER), FLORIAN RAINER, PICTUREDESK
WILLKOMMEN In „Game Ch angers 2016“ stellen wir (ab S. 23) 16 Visionäre, Ideen und Gadgets vor, die unser Leben verändern: Elon Musk fliegt uns zum Mars. The Void ist der erste Freizeit park, den wir mit Virtual-Reality-Brillen er leben. Atommüll verwandelt sich in Energie. Dave Asprey macht das Beste aus unseren Körpern und Polyamorie unser Liebes leben spannender. Raúl de Anda und José Medina befreien uns von der Herrschaft der Angepassten. „Angry Birds“ kommen ins Kino. Bakteriensprays ersetzen Duschen. Insekten sind das Fleisch, Graphen ist der Werkstoff der Zukunft, und Loretta Lynch könnte den Weltfußball-Verband retten. Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion THE RED BULLETIN
Diese Frau zwang sogar Apple in die Knie. TAYLOR SWIFT, SEITE 34
5
JÄNNER 2016
68
AUF EINEN BLICK
DER RALLYE-GOTT
Sébastien Loeb fährt erstmals die Dakar. Mit dem Diesel-Monster von Peugeot. Wenn es sein muss, blind.
GALLERY 14 HOT SHOTS. Die Fotos des Monats.
106
FEATURES 23 Game Changers 2016 16 Menschen und Ideen, die dein Leben verändern werden.
44 Die Brandstifter
Die neuntägige Pyromanen-Orgie in Mexikos Mekka des Feuerwerks.
54 Höhenflug
66 GLAUBE NICHT AN GRENZEN
Nach einer schlimmen Erfahrung bekam Robin Arzón ihr Leben mit Fitness in den Griff. Jetzt motiviert sie andere.
DAS GROSSE WINTER-SPECIAL
Unter diesen Umständen darf es ruhig kalt werden. Wir präsentieren die besten Tools für Fun im Schnee.
60 Heroes Gregory Porter, Tim Roth, Buraka Som Sistema, Robin Arzón.
68 Sébastien Loeb
Der Rallye-Gott fährt erstmals die Dakar und erzählt über das Sehen.
74 10 Tage Beach-Party
Beim BPM Festival in Mexiko legen einige der besten DJs der Welt auf.
ACTION!
74 TECHNO IN DER KARIBIK
Einige der weltbesten DJs machen zehn Tage lang, 24 Stunden täglich, Party an Mexikos Karibikküste. Kurz: BPM. 6
62 GELIEBTER UNSYMPATHLER
„Hateful Eight“-Bösewicht Tim Roth erklärt, warum er keine Angst davor hat, problematische Charaktere zu mimen.
81 SEE IT. GET IT. DO IT. Reise, Gadgets, Filme, Musik und Motor. 106 SALES SPECIAL Winterspaß-Garanten 118 READ BULL Michal Hvorecký 122 MAGIC MOMENT Makes you fly
THE RED BULLETIN
FLAVIEN DUHAMEL, JA TECSON, ANTON BREY/OPEN FACES, IAN WITLEN, CORBIS
Ski-Freeride mit Motor-Gleitschirm: Willkommen bei „Degrees North“.
www.porsche-design.com
THE NEW FRAGRANCE
MARK WEBBER FOR PORSCHE DESIGN FRAGRANCES
THE RED BULLETIN BACKSTAGE JÄNNER 2016
CONTRIBUTORS MIT AN BORD
MICHAL HVORECKÝ
Beim BPM Festival in Mexiko: zehn Tage durchfeiern
Party-Marathon in der Karibik Das BPM Festival in Playa del Carmen auf der Halbinsel Yucatán lockt jedes Jahr 70.000 Musikfans an Mexikos Karibikküste. Gefeiert wird zehn Tage lang. Mehr als 300 DJs legen 24 Stunden pro Tag auf. Legendär ist die entspannte Stimmung vor Ort. Weltstars wie Richie Hawtin relaxen bei Tacos und Bier, Polizeikontrollen enden in spontanen Dance-Partys. Zum Start des 2016er-Festivals am 8. Jänner hat uns Organisator Phillip Pulitano verraten, wie er selbst seine Kräfte optimal über zehn Tage verteilt. Seite 74.
MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS
Der mehrfach ausgezeichnete slowakische Autor leitet die Bibliothek des Goethe-Instituts im heimatlichen Bratislava. Seine Shortstory handelt von Liebe, Schnaps und Weihnachten in der Nordslowakei. Seite 118.
RED BULLETIN WELTWEIT FLORIAN RAINER
Von seiner Reportage über Mexikos neuntägiges Pyrotechnik-Fest in Tultepec kehrte der Wiener Fotograf mit Brandwunden an beiden Händen heim. Die Bilder, die er mitbrachte, waren die Schmerzen wert. Seite 44.
The Red Bulletin erscheint aktuell in zehn Ländern. Im Bild das Deutschland-Cover mit dem Red Bull Soundclash-Duell Haftbefehl gegen Sido. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget
Rallye-Legende Loeb und Fotograf Duhamel beim Shooting in Marokko
„Séb arbeitet gern schnell – im Cockpit und beim Shooting.“ FOTOGRAF FLAVIEN DUHAMEL Der Franzose Duhamel begleitete Landsmann Sébastien Loeb, den neunfachen Rallye-Weltmeister, bei dessen Training für sein erstes Antreten bei der Rallye Dakar. „Ich lag im Sand. Séb jagte seinen Racer über die Düne neben mir. Ich vertraute ihm“ (S. 68).
8
THE RED BULLETIN
Verwandelt Benzin in Adrenalin. Der neue Audi RS 3 Sportback mit 5-Zylinder-TFSI®-Motor und 270 kW (367 PS). Rennsport-Technologie in Serie.
www.audi.at CO2-Emission gesamt in g/km: 189–194. Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 8,1–8,3.
THE RED BULLETIN: WEB-HIGHLIGHTS
Video: Abheben im Hochgebirge Per Motor-Glider erkunden SkiAbenteurer bisher unentdeckte Hänge. In unserem Clip zeigen Profis, wie man ihn steuert. redbulletin.com/motorglider
EXKLUSIV AUF
REDBULLETIN.COM Alle Storys sofort lesen:
TERO REPO, GETTY IMAGES, FLORIAN RAINER
Einfach online unseren Newsletter abonnieren. Oder The Red Bulletin auf Facebook, Instagram & YouTube folgen.
„STELL DICH DEINER REISE: MEXIKO GRÖSSTEN ANGST“ IN FLAMMEN Er war der „Twilight“-Held, wurde Weltstar und zerbrach fast daran. Uns erzählt Robert Pattinson, wie er sich zurückkämpfte.
Tequila, Street Food, feuerfeste Kleidung: die fünf wichtigsten Travel-Tipps für das traditionelle Pyrotechnik-Fest von Tultepec.
redbulletin.com/pattinson
redbulletin.com/tultepec
10
THE RED BULLETIN
Das sagt zumindest der Volksmund so. Oder so 채hnlich. Wie auch immer, Sekt & Co. lassen sich prima mit der fruchtigen Vielfalt von Happy Day mischen.
www.rauch.cc
Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Paul Krisai, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Georg Eckelsberger, Raffael Fritz, Sophie Haslinger, Werner Jessner, Holger Potye, Martina Powell, Mara Simperler, Clemens Stachel, Manon Steiner, Lukas Wagner, Florian Wörgötter Web Kurt Vierthaler (Senior Web Editor), Christian Eberle, Vanda Gyuris, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Ellen Haas, Eva Kerschbaum Illustrator Dietmar Kainrath Verlagsleitung Franz Renkin Anzeigendisposition Sabrina Schneider Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Manuel Otto, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Karoline Anna Eisl, Simone Fischer, Julia Schweikhardt Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Matthias Zimmermann (App) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Maximilian Kment, Karsten Lehmann Office Management Kristina Krizmanic IT Systems Engineer Michael Thaler Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldas Yarar (Abo) General Manager und Publisher Wolfgang Winter Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag und Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall
12
THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Ulrich Corazza Lektorat Hans Fleißner Country Project Management Lukas Scharmbacher Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Thomas Hutterer, Corinna Laure anzeigen@at.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@redbulletin.at Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: www.redbulletin.at/impressum Redaktionsadresse Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Leserbriefe leserbriefe@at.redbulletin.com
THE RED BULLETIN Deutschland, ISSN 2079-4258 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Christian Baur, Nina Kraus Anzeigenverkauf Martin Olesch martin.olesch@de.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@de.redbulletin.com
THE RED BULLETIN Frankreich, ISSN 2225-4722 Länderredaktion Pierre-Henri Camy Country Coordinator Christine Vitel Übersetzung und Lektorat Étienne Bonamy, Susanne & Frédéric Fortas, Ioris Queyroi, Frédéric Pelatan, Claire Schieffer, Gwendolyn de Vries Country Project and Sales Management Leila Domas Anzeigenverkauf Cathy Martin, +33 (0)7 61873115, cathy.martin@fr.redbulletin.com Redaktionsadresse 12 rue du Mail, 75002 Paris, +33 1 40 13 57 00
THE RED BULLETIN Großbritannien, ISSN 2308-5894 Länderredaktion Ruth Morgan Redaktion Richard Jordan, Florian Obkircher Lektorat Nancy James (Ltg.), Davydd Chong Country Project & Sales Management Sam Warriner Anzeigenverkauf Mark Bishop, +44 (0)77 20088588, mark.bishop@uk.redbull.com Redaktionsadresse 155-171 Tooley Street, London SE1 2JP, +44 (0)20 3117 2000
THE RED BULLETIN Irland, ISSN 2308-5851 Länderredaktion Ruth Morgan Redaktion Richard Jordan, Florian Obkircher Lektorat Nancy James (Ltg.), Davydd Chong Anzeigenverkauf Deirdre Hughes, +353 (0)1 86 24 88 504, redbulletin@richmondmarketing.com
THE RED BULLETIN Mexiko, ISSN 2308-5924 Länderredaktion Luis Alejandro Serrano Redaktion José Armando Aguilar, Pablo Nicolás Caldarola Lektorat Alma Rosa Guerrero Country Project & Sales Management Giovana Mollona, Paula Svetlic Anzeigenverkauf Humberto Amaya Bernard, +55 5357 7026 humberto.amayabernard@mx.redbull.com Abo Abopreis: 270 MXP, 12 Ausgaben/Jahr
THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Länderredaktion Arek Piatek Lektorat Hans Fleißner Country Channel Management Antonio Gasser Product Management Melissa Stutz Anzeigenverkauf Marcel Bannwart, +41 (0)41 7663616 oder +41 (0)78 6611727, marcel.bannwart@ch.redbull.com Abo The Red Bulletin Leserservice, Luzern; Hotline: +41 (0)41 329 22 00 Abopreis: 19 CHF, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@ch.redbulletin.com
THE RED BULLETIN Südafrika, ISSN 2079-4282 Länderredaktion Angus Powers Lektorat Nancy James (Ltg.), Davydd Chong International Sales Management Lukas Scharmbacher Country Project & Sales Management Andrew Gillett Anzeigenverkauf Ryan Otto ryan.otto@za.redbull.com Abo Abopreis: 228 ZAR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, subs@za.redbull.com Redaktionsadresse South Wing, Granger Bay Court, Beach Road, V&A Waterfront, Cape Town 8001, +27 (0)21 431 2100
THE RED BULLETIN Südkorea, ISSN 2465-7948 Länderredaktion David Bae Redaktion Jung-Suk You Local Sub-Editor Bon-Jin Gu Director of Publishing Michael Lee Anzeigenverkauf Hong-Jun Park, +82 2 317-4852, hjpark@kayamedia.com Redaktionsadresse Kaya Media, 6 Samseong-ro 81-gil, Gangnam-gu, Seoul Tel.: +82 2 317-4800, E-Mail: redbulletin@kayamedia.com
THE RED BULLETIN USA, ISSN 2308-586X Länderredaktion Andreas Tzortzis Redaktion David Caplan Director of Publishing & Advertising Sales Nicholas Pavach Country Project Management Melissa Thompson Anzeigenverkauf Dave Szych, dave.szych@us.redbull.com (L. A.) Jay Fitzgerald, jay.fitzgerald@us.redbull.com (New York) Rick Bald, rick.bald@us.redbull.com (Chicago) Abo www.getredbulletin.com, subscription@us.redbulletin.com, Abopreis: 29,95 USD, 12 Ausgaben/Jahr Redaktionsadresse USA 1740 Stewart Street, Santa Monica, CA 90404
THE RED BULLETIN
MARC MARQUEZ 2 facher MOTO GP Weltmeister
LIMITED EDITION MARC MARQUEZ
€ 490,-
Erhältlich in Ihrem Uhren- und Schmuckgeschäft • Nähere Informationen unter www.timemode.com/lotus
GALLERY
RAUCHZEICHEN UTAH, USA BILD: ARMIN WALCHER
Eigentlich wollten Kirby Chambliss (ganz vorn), Nicolas Ivanoff (dicht dahinter) und Matthias Dolderer ihre Maschinen bloß zum Red Bull Air Race nach Las Vegas überstellen. Doch über der Wüste von Utah packte die Kunstpiloten das Trick-Fieber. Ergebnis: ein schräger DreifachFormationsflug durch das Monument Valley. Saison-Highlights: www.redbullairrace.com
14
ARMIN WALCHER/RED BULL CONTENT POOL
FOSSÁ-TAL, ISLAND BILD: ERIC PARKER
Mit der Erstbefahrung des 35 Meter hohen Keyhole-Wasserfalls in British Columbia im Westen Kanadas errang Aniol Serrasolses im Oktober 2014 Legendenstatus in der Kajak-Szene. Nach Island lockte den Spanier eine wahre Mammutaufgabe. Im Tal der Fossá bezwang Serrasolses zehn Wasserfälle hintereinander. Im Bild Drop Nummer eins aus 15 Meter Höhe. Wildwasser-Tweets: twitter.com/aniol10
16
ERIC PARKER/RED BULL CONTENT POOL
KALTES BAD
MANN IM SCHATTEN
THESSALONIKI, GRIECHENLAND BILD: ALEX GRYMANIS
ALEX GRYMANIS/RED BULL CONTENT POOL
Der Grieche Dimitris Kyrsanidis ist ein ewegungskünstler. Nach Stationen im B B‑Boying und Parkour turnte sich der Zwanzig‑ jährige vor zwei Jahren in die FreerunningWeltspitze. Sein Erfolgsrezept sind sechs Stunden tägliches Training, vom Kunstturnen bis zum Sprung von Hausdach zu Hausdach. Video-Highlights: redbullartofmotion.com
19
LUKASZ NAZDRACZEW/RED BULL CONTENT POOL
STEINZEIT
KEMER, TÜRKEI BILD: LUKAS NAZDRACZEW
Mit dem Slogan „Höchst amüsantes Extreme Enduro“ lockt Red Bull Sea to Sky jeden Herbst die Geländemotorrad-Elite an die türkische Riviera. „Amüsant“ heißt in diesem Fall, sich drei Tage über Kieselstrände (Bild), Downhill-Trails und den 2365 Meter hohen Olympos (türkisch: Tahtalı Dag ˘ ı) zu quälen. Altmeister Graham Jarvis, 30 (GBR), scha≠te die Tortur am schnellsten. Video-Highlights: www.redbullseatosky.com
21
¨ ¨ Flugel Fur jeden geschmack. red Bull in 4 Fruchtigen geschmacksrichtungen. ZT JET ZE AB AN S G DA A H R . J
TROPICAL
CRANBERRY
LIMETTE
HEIDELBEERE
The Red Bulletin’s Game Changers
MENSCHEN, DINGE UND IDEEN, DIE 2016 UNSER LEBEN VERÄNDERN WERDEN
THE RED BULLETIN
1. Elon Musk 2. The Void 3. Dave Asprey 4. Atommüll 5. Cara Delevingne 6. Raúl de Anda und José Medina 7. „Angry Birds“ 8. Bakterien 9. Taylor Swift 10. Loretta Lynch 11. Insekten 12. Live Tracking 13. Graphen 14. Megan Ellison 15. Emojis 16. Internet der Dinge
23
ELON MUSK bringt die Menschheit auf den Mars.
„Ich möchte einmal auf dem Mars sterben – aber nicht, indem ich bei der Landung abstürze.“ Wenn Elon Musk, geboren 1971 in Südafrika und später in den USA zum Dotcom-Milliardär avanciert (etwa mit einer Idee namens Pay Pal), so etwas sagt, meint er es ernst. Schließlich geht es ihm darum, die Welt zu retten – mit den Mitteln des „American Dream“, also einer erfolgreichen Firmengründung nach der anderen. 2003 investierte er in den Elektroautohersteller Tesla Motors, dessen CEO und ProduktArchtitekt er mittlerweile ist. Solar City, deren Vorsitzender er ist, konzipiert und vertreibt Solarstromanlagen. Mit Hyperloop hat er die 24
ART STREIBER/AUGUST
1
Vision einer superschnellen und umweltfreundlichen Luftkissenbahn entworfen, die Flugzeuge überflüssig machen soll. Und mit SpaceX will er sich schließlich seinen lebenslangen Traum erfüllen und das Zeitalter der Mars-Kolonien einläuten. Sein Raumfahrtkonzept könnte die Kosten von Weltalltrips um 90 Prozent reduzieren, behauptet er. Schon jetzt liefert SpaceX mit eigenen Raketen Nachschub an die Internationale Raumstation ISS. Bis die ersten Menschen dann tatsächlich zum Mars geschickt werden können, soll es gerade mal zwanzig Jahre dauern. „Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters der Weltraum erkundung“, sagt Elon Musk, der Hollywood immerhin als Realvorlage für den milliardenschweren Welt retter Tony Stark alias „Iron Man“ gedient haben soll. Und er prophezeit uns, dass die Zukunft der Menschheit im All liege. Den nächsten Schritt auf seiner langen Reise zum Roten Planeten will Musk noch dieses Frühjahr schaffen: wenn die neueste SpaceX-Rakete „Falcon Heavy“ ihre Alltauglichkeit beweisen wird – die stärkste Weltraumrakete unserer Zeit.
THE RED BULLETIN
Der neue Steve Jobs? Elon Musk – das Vorbild einer ganzen Generation von Tech-Geeks und Start-ups.
THE RED BULLETIN
25
THE VOID macht virtuelle Realität
endlich alltagstauglich.
Ein Astronaut, der zum ersten Mal an der äußeren Hülle der Internationalen Raumstation ISS herumschraubt, hat zuvor jeden nötigen Handgriff schon tausende Male ausgeführt. Im Virtual Reality Lab der NASA. Die Technologie funktioniert. Und sie wird immer besser. Warum also, rufen die Gamer dieser Welt seit Jahren, warum gibt es noch immer kein entsprechend sensationelles Virtual-Reality-Spiel? Es könnte sein, dass ihr Ruf im Jahr 2016 endlich erhört wird. Danke, Ken Bretschneider! Danke, Curtis Hickman! Danke, James Jensen! Die drei USamerikanischen Unternehmer wollen im Sommer The Void eröffnen – einen riesigen Indoor-Freizeitpark, in dem spielbegeisterte Nicht-Astronauten wie du und ich sagenhafte Landschaften, gespenstische Gebäude oder außerirdische Raumschiffe erkunden können. Mit Hilfe einer VR-Brille, die 180 Grad des Blickfelds abdeckt, und eines Spezialanzugs, der e inen durch hohes Gras gehen oder Regen spüren lässt. Oder dir das Gefühl gibt, dass zwanzig Taranteln deinen Rücken hochkrabbeln. In Wirklichkeit schleichen die Spieler dabei durch ein Labyrinth aus grauen, verschiebbaren Wänden. 26
Die sie zwar anfassen können, an deren Stelle sie aber computergenerierte Bilder sehen. The Void wird derzeit in Pleasant Grove, Utah, gebaut. Ein halbstündiger Spiel-Trip wird etwa 30 Dollar kosten. Ist es das also? Erlebt Virtual Reality mit The Void endlich den Durchbruch, auf den wir seit den Neunzigern warten? Seit dem, ähem, Datenhandschuh? Facebook und die Geeks von Oculus basteln jedenfalls auch schon fieberhaft an einem virtuellen Gaming-Universum. Und von dort wird die erweiterte Realität wohl bald auch den Alltag jenseits des Entertainments erobern. Software-Riese Microsoft hat bereits seine HoloLens vorgestellt – eine AugmentedReality-Brille, die zum Beispiel dem Hausmann der Zukunft bei Reparaturen helfen könnte. Indem sie die zum Austauschen des Abflussrohrs notwendigen Handgriffe ins reale Blickfeld einblendet. Von dort scheint dann der nächste Technologie-Sprung nur allzu logisch: das Einblenden der virtuellen Realität direkt auf die Kontaktlinse. Aber bis es so weit ist, laufen wir sicherlich noch mehrere Spielrunden mit helmgroßen Fliegenaugen durch The Void.
CORBIS
2
Kleiner werden die Dinger im Moment einfach nicht. Das Oculus Rift soll dieses Jahr endlich auf den Markt kommen.
THE RED BULLETIN
4
ATOMMÜLL wird sich in Energie auflösen. Oder uns.
Eines wissen wir mit Sicherheit: Doc Brown lag falsch. Mit radio aktivem Plutonium kann man nicht durch die Zeit reisen. Echt schade. Man kann tödlich radioaktives Material aber dazu nutzen, die Welt zu retten. Das beweisen drei junge Genies: Taylor Wilson, heute 21 Jahre alt, baute im Alter von 14 einen MiniKernfusionsreaktor in der Garage. Seitdem tüftelt er an Plänen für Kernspaltungs-Kraftwerke, die das Problem des radioaktiven Mülls lösen sollen, statt dazu beizutragen. Die beiden MIT-Absolventen Leslie Dewan, 31, und Mark Massie, 29, schmieden ähnliche Pläne. Auch sie haben – zumindest auf dem Papier – einen Kernreaktor der nächsten Ge neration entworfen. Alle drei wollen eines der größten Probleme der Menschheit lösen – und das buch stäblich: Ihre Flüssigsalzreaktoren könnten den hochradioaktiven Abfall aus herkömmlichen Kernkraft werken als Energiequelle nutzen und damit Strom erzeugen. Mit einer Effektivität von 98 Prozent. Wenn das nicht funktioniert, hilft nur eines: Doc Browns Zeitmaschine. Wollen wir das Zeug allen Ernstes für die nächsten 100.000 Jahre vergraben? Oder wollen wir es in Strom umwandeln?
THE RED BULLETIN
DAVE ASPREY schraubt an seiner und deiner Biologie.
Der 43-jährige US-Amerikaner ist so etwas wie der Popstar unter den weltweit rund 100.000 ambitionierten Biohackern – Menschen, die mitunter radikal in ihren Körper eingreifen, um ihn zu verbessern. Oder ihm gar übermenschliche Fähigkeiten zu verleihen. Etwa mit Augentropfen, die einen in kompletter Dunkelheit sehen lassen. Asprey hat einen etwas sanfteren, aber sehr wirkungsvollen Hack für sein Leben gefunden. Der besteht vor allem darin, dass er jeden Morgen seinen selbst angebauten Spezialkaffee trinkt: Den mixt er mit einem Stück Butter (!) und Kokosnussölextrakt. Erhöht angeblich die Leistungs fähigkeit. Und die Intelligenz.
3
Genial? Marketinggag? Oder genialer Marketinggag? Mix Butter in deinen Morgenkaffee und probier es erst mal selber aus.
27
28
THE RED BULLETIN
POLYAMORIE wird unser Liebesleben spannender machen.
NIK HARTLEY/CORBIS OUTLINE
ER: Schatz, Frank hat mir erzählt, er und Anna haben an der Uni eine Frau kennengelernt. Sie verbringen viel Zeit zu dritt miteinander und … SIE: … und? ER: Sie machen jetzt auf Polyamorie. SIE: Und das heißt? ER: Frank hat auch Sex mit der Frau. Und trotzdem keine Krise mit Anna. SIE: Weil er es ihr verheimlicht? ER: Nein! Weil sie es total aufregend findet. Sie waren sogar schon zu dritt im Bett! Frank sagt, es fühlt sich ein bisschen so an, als wären alle frisch verliebt. SIE: Und was soll das jetzt heißen? Du findest das gut? ER: Na ja, ich hab nichts gegen Experimente. Rein theoretisch. Für dich wäre das nichts? SIE: Ich wusste nicht, dass du ein verkappter Seventies-Kommunarde bist. Rein theoretisch: Wie lernt man wen kennen, der dafür offen wäre? ER: Im Internet gibt es so einige Poly-Dating-Seiten. SIE: Du hast dich also anscheinend schon informiert. Könnten wir nicht einfach Frank fragen? Den fand ich schon immer ganz … ER: … Frank?! Besser jemanden, den wir nicht kennen. SIE: Dann laden wir uns Tinder aufs Telefon! Mit dem geht das doch auch, oder? Wie Cara Delevingne zu Polyamorie steht, ist nicht hundertprozentig verbürgt. Aber eines ist sicher: wie wir zu Cara Delevingne stehen – polyamourös.
THE RED BULLETIN
5 ER: Das kennst du? SIE: Klar, ist wie aufreißen, ohne sich anzusprechen. ER: Also ich wäre dabei. Aber nimm dir alle Zeit der Welt. SIE: Klar, wann geht’s auf die Piste? ER: Äh, wie jetzt? SIE: Wir hätten schon viel früher Verstärkung holen sollen. ER: Verstärkung?!? Ich glaube, du hast da was missverstanden. Bei Polyamorie geht es nicht nur um Sex. Es geht um echte Beziehungen. Dass man auch zwei oder mehr Partner lieben kann – ohne einen davon zu verletzen. Rein theoretisch. SIE: Wie auch immer. Hauptsache, endlich wieder ein Orgasmus. ER: Was?!? Aber letztens bist du doch … SIE: Ja! Rein theoretisch. ER: Das heißt, ich allein genüge dir nicht? SIE: So meine ich das doch gar nicht. Aber vier Augen sehen nun mal mehr als zwei. ER: Moment. Du liebst mich doch noch? Oder? SIE: Klar, Bärchen! Aber man kann doch vielleicht auch zwei Partner lieben – ohne einen zu verletzen. Nicht?
29
6 Raúl de Anda (links) und José Medina h elfen Menschen auf die Sprünge, die die Welt verändern wollen.
30
THE RED BULLETIN
7
RAÚL DE ANDA UND JOSÉ MEDINA fördern unvernünftige
AGUSTÍN DE JESÚS ROMO RODRÍGUEZ
Projekte auf der ganzen Welt, um uns alle von der Herrschaft der Angepassten zu befreien. Jahrzehntelang haben wir es mit Vernunft versucht. Man nehme nur die Entwicklungshilfe: Millionen von Menschen spenden Milliarden von Euro für die armen Länder dieser Welt – aber das Geld versickert oft spurlos, ohne dass sich dort etwas ändert. Deshalb machen Raúl de Anda und José Medina jetzt alles anders. Die beiden Mitbegründer der Organisation Unreasonable México wählen Menschen mit „unmöglichen“ Ideen aus, stellen ihnen Mentoren mit unternehmerischer Erfahrung zur Seite und überreden Investoren, die wagemutigen Vorhaben zu finanzieren. Das Ergebnis: erfolgreiche und profitable Sozialprojekte wie Eneza Education (bringt Bildung per Smartphone in ländliche Regionen Afrikas), Solidarium (brasilianische Kunsthandwerker verkaufen ihre Erzeugnisse online) oder Girl Effect Accelerator (junge Frauen aus a rmen Verhältnissen erhalten eine Ausbildung, um sich selbständig zu machen). „Wir müssen Superhelden werden, weil die Welt uns braucht“, sagt Raúl de Anda, dessen Gründerzentrum eine Filiale des global agierenden Unreasonable Institute ist. Ihr Credo: Es waren immer schon die Querdenker, die Außenseiter oder „irre“ Wissenschaftler, die die Welt zum Guten verändert haben. Nicht die Angepassten, nicht die Buchhalter, nicht die Bürokraten. Mit seinem Namen bezieht sich das Institut auf einen Gedanken George Bernard Shaws: „Aller Fortschritt hängt vom unvernünftigen Menschen ab“, schrieb der irische Schriftsteller einmal. Oder, um es mit Steve Jobs und seiner legendären „Think Different“-Kampagne für Apple zu sagen: „Ein Hoch auf die Verrückten!“ THE RED BULLETIN
„ANGRY BIRDS“ läuten eine neue Ära des
kindergefährdenden Gewaltkinos ein. Attacke! Hmm … das heißt also, während Kinovorführungen des „Angry Birds“-Films wird es verboten sein, „Angry Birds“ am Smartphone zu spielen.
Der 20. Mai 2016 könnte Hollywood verändern. An diesem Tag startet „The Angry Birds Movie“ in den USKinos. Es wird der erste Blockbuster sein, der auf einem Mobile Game basiert. Und dass es ein Blockbuster wird, davon kann man jetzt schon ausgehen: Denn um ein Erfolg zu werden, müsste nur ein Bruchteil der Leute ins Kino gehen, die sich das Spiel runtergeladen haben. Und wir halten mittlerweile bei sagenhaften zwei Milliarden Downloads. Erreichen die wütenden Piep mätze am traditionell besten Startwochenende des Kinojahres eine imposante Flughöhe, darf man bald darauf weitere Kinostarts erwarten. Die Drehbücher für „Fruit Ninja“, „Doodle Jump“ und „Candy Crush Saga“ liegen mit Sicherheit schon auf Hollywoods Festplatten.
31
8
BAKTERIENSPRAYS werden unsere Duschen
ersetzen. Davon ist David Whitlock überzeugt. Er hat sich zuletzt irgendwann Ende der neunziger Jahre gewaschen. Und überlässt anderen die Drecksarbeit.
32
CORBIS
16.000 Liter Dusch- und Badewasser. Sechs Stück Seife. Vier Flaschen Duschgel bzw. Shampoo. Das alles verbraucht ein Europäer durchschnittlich in einem Jahr um sich sauber zu halten. Alles komplett umsonst. Das behauptet zumindest David Whitlock, Chemiker vom nicht gerade als unseriös geltenden Forschungsinstitut MIT. Whitlock erzählt freimütig, dass er sich zuletzt irgendwann Ende der neunziger Jahre geduscht habe. Seither lässt er andere für THE RED BULLETIN
sich putzen: Legionen von Bakterien, die sich auf seiner Haut wohlfühlen. Whitlock und sein Start-up AOBiome h aben ein Spray entwickelt, das Duschen überflüssig machen soll. Der Star in der Sprühdose heißt Nitrosomonas eutropha, ist stäbchen- oder birnenförmig und findet sich normalerweise im Boden. Es ist ein zwei Mikrometer langes Bakterium, das von Ammoniak lebt. (500 hintereinander aufgereiht wären also einen Millimeter lang.) Zweimal am Tag sollte man sich dem Bakteriennebel aus der Dose aussetzen, erklärt Whitlock. Milliarden von kleinen „Nitros“ lassen sich dabei auf der Haut nieder und beginnen dort ihr Wunderwerk. Bevor die Menschen begonnen haben, sich fast täglich zu duschen und sich bei jeder Gelegenheit die Hände mit Seife zu waschen, erzählt Whitlock, hätten sich die Putzbakterien auf unserer Haut sehr wohl gefühlt. Und dort für natürliche Sauberkeit gesorgt, indem sie unseren Schweiß wegfraßen. Was wir heute als Hygiene und Sauberkeit bezeichnen, hat im Lauf der letzten zwei Jahrhunderte mit Sicherheit viele schwere ansteckende Krankheiten eingedämmt. Aber, so Whitlock, übertriebene Hygiene beschere uns auch Allergien – und bahne den Weg für andere Krankheitserreger, die davor von freundlichen Bak terien wie den „Nitros“ abgewehrt worden waren. Whitlock hat nachgewiesen, dass die Anwesenheit von Ammoniak-oxidierenden Bakterien auf der Haut Entzündungen und Irritationen eindämmt. Und das Immunsystem stärkt. Insgesamt trägt ein erwachsener Mensch etwa hundert Billionen Mikroorganismen spazieren – zusammen wiegen diese gut zwei Kilo. Die meisten davon sind in unserem Darm zu Hause, wo sie für uns unverzichtbare Dienste bei der Verdauungsarbeit erledigen. Dass man diese unsichtbaren Freunde mit probiotischen Joghurts oder anderen Nahrungs mitteln unterstützen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dave Whitlock ist überzeugt, dass unsere Hautbakterien bald eine ähnlich steile Popularitätskurve in der öffentlichen Meinung nehmen werden wie ihre Cousins aus der Darmflora. Sein Spray, der unter dem Markennamen „Mother Dirt“ verkauft wird, soll uns die gesunde Hautflora unserer ungewaschenen Vorfahren zurückgeben. Dirty ist das neue Clean.
2016 ist das Jahr, in dem nicht nur dein Essen, sondern auch deine Haut „bio“ wird: dank lebendiger Mikroorganismen, die alles abgrasen, was dreckig ist und stinkt. www.motherdirt.com
THE RED BULLETIN
33
34
THE RED BULLETIN
9
TAYLOR SWIFT verwandelt Sexisten in Feministen.
Sie sieht so nett, direkt harmlos aus, hat in Wahrheit aber die Welt in ihrer Hand. In den vergangenen fünf Jahren mauserte sich das Country-Sternchen Taylor Swift zum größten Popstar des Planeten. Um Taylor die Allmächtige nicht zu verärgern, ging letztes Jahr sogar Apple in die Knie und änderte über Nacht das Geschäftsmodell seiner Streaming-Plattform. Nebenbei hat sie die wich tigsten Magazincover der Welt geschmückt, von „Vanity Fair“ bis „Time“-Magazin. Noch ausständig: der „Playboy“. Klar, dass die Feministin Swift keinen Bock darauf hat, sich nackt vor der Kamera auf seidenschimmernder Porno-Bettwäsche zu räkeln. Das Männermagazin hätte aber – kann man den Gerüchten Glauben schenken – die Queen of Pop trotzdem gern auf dem Titelblatt. Und machte ihr deshalb ein Angebot, das mit der 62-jährigen Tradition des Hefts brechen würde: Sie dürfte als erste bekleidete Frau das Cover zieren. Und zwar jenes der März-Nummer – die auch ganz ohne Taylor eine historische Ausgabe sein wird: Ab diesem Heft nämlich wird es im „Playboy“ keine (komplett) nackten Frauen mehr zu sehen geben. Wir rechnen eins und eins zusammen und formulieren das noch mal: Um Taylor Swift zu gefallen, wird es im „Playboy“ keine nackten Frauen mehr zu sehen geben. Kniet nieder!
SARAH BARLOW
Wenn du in ein paar Jahren ein reicher Musiker bist, denk an Taylor Swift zurück: Ohne sie kriegte nämlich Apple dein ganzes Geld. Oder Google. Oder die Mafia.
THE RED BULLETIN
35
LIVE TRACKING wird immer genauer, immer
kleiner, immer normaler. Und wir dabei immer besser.
10 LORETTA LYNCH zerschlägt (und rettet) den Weltfußballverband.
Moment mal: Wäre sie nicht die perfekte neue FIFA-Präsidentin? Hat sie schon jemand gefragt? Dürfen wir sie noch schnell nominieren?
Die US-Justizministerin stürmte letztes Jahr fast im Alleingang die Mauern der FIFA – der größten und mächtigsten Sportorganisation der Welt. Um die höchst dubiosen Foulspiele diverser FIFA-Funktionäre ans Licht der Ö≠ent lichkeit zu bringen, musste offenbar erst eine unparteiische Frau das Spielfeld betreten. Loretta Lynch ließ vorigen Mai mehrere ranghohe Mitarbeiter des Weltfußballverbandes verhaften. Und zwang so auch den skandal umwitterten Präsidenten Sepp Blatter dazu, zurückzutreten. Lynchs große Stärken: ihre Distanz zum Fußball und der unumstößliche Wille, die besonders heißen Eisen anzupacken. Schon als Staatsanwältin ließ sie Menschenhandelsringe auffliegen, legte sich mit korrupten Wall-StreetBankern und der US-Polizei an. Ihr Credo: „Keine Person steht über dem Recht, keine korrupte Organisation außerhalb seines Zugriffs.“ Loretta Lynch und ihr Team stehen aber erst am Anfang der Ermittlungen. Blatter und sein Kollege von der UEFA, Michel Platini, wurden mittlerweile sogar suspendiert. Doch der Reformprozess in der FIFA scheint noch immer nicht abgesichert zu sein. Die alten Kräfte lassen nicht so leicht von der Macht. Damit die FIFA das Vertrauen der Fußballfans zurückgewinnen kann, muss Loretta Lynch mit Sicherheit noch einige rote Karten verteilen.
36
Um das Beste aus sich selbst rauszu holen, hat der Mensch schon immer auf Technik gesetzt. Nicht erst seit es das Wort „Selbstoptimierung“ gibt. Man den ke nur an so wundervoll vorsintflutliche Erfindungen wie das Laufband. Doch die Welt wird unaufhaltsam mobiler. Deshalb müssen neue Geräte vor allem leicht, klein und multifunktional sein. Wie zum Beispiel The Dash von Bragi: Die smarten, drahtlosen Ohrknöpfe spielen Musik beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen (!) und zeichnen gleichzeitig die Körper aktivität auf. Ein Bewegungssensor, ein Thermometer und ein optischer Sensor haben in dem Mini-Tracker Platz. Die stylischen Ohrknöpfe geben uns einen Vorgeschmack darauf, was uns dieses Jahr im Bereich des Live-Trackings bevor stehen könnte: nämlich das vorzeitige Ende der Tracking-Armbänder. Und der Aufstieg der mit Sensoren aufgerüsteten Alltagsgegenstände.
12
Das eigene Leben braucht nicht viel Platz. Fast alles passt auf so einen Winzling wie diesen von Bragi. Aber was passiert mit deinen Daten, wenn der Ohrstöpsel rausfällt? www.bragi.com
THE RED BULLETIN
11 DDP IMAGES, DREAMSTIME, CORBIS
Augen zu und durch: Belohnt wirst du mit einem Plus an Geschmacksvielfalt. Allein unter den Heuschrecken gibt es 11.000 Arten.
THE RED BULLETIN
INSEKTEN sind das Fleisch der
Zukunft (vorausgesetzt, die Speisekarten der Zukunft verzichten auf Makroaufnahmen). Manche sagen Ungeziefer dazu. Andere nennen sie den wichtigsten Eiweißlieferanten der Zukunft. Was Hühner, Schafe und Rinder leisten, kriegen Insekten nämlich viel besser hin: aus pflanzlichen Nährstoffen hochwertige Proteine zu erzeugen. Für die Produktion von einem Kilo Fleisch fallen bis zu 13 Kilo Futter an. Bei Insekten sind es nur 1,7 Kilo. Krabbelnde Nahrungsmittel mögen für europäische und nord amerikanische Gaumen abstoßend sein. Doch ist alles eine Frage der Gewohnheit: Bei den alten Römern galten Käferlarven als Delikatesse. Und in vielen Weltgegenden sind Heuschrecken und Mehlwürmer bis heute eine nahrhafte Zuspeise. In zwanzig Jahren wird ein Zehntel der weltweiten Proteinversorgung aus Insekten bestehen, prognostiziert die UNO. Am wahrscheinlichsten in ge trockneter Form: Mehlwurmmehl ist vielseitig verwendbar, und das New Yorker Start-up Exo produziert be reits Proteinsnacks aus zermahlenen Grillen. Zwischendurch mexikani sche Heuschrecken-Tacos oder frit tierte Wasserkäfer à la thailandaise? Warum nicht – Sushi gab es im Wes ten bis vor ein paar Jahren auch nicht an jeder Ecke. Starköche wie René Redzepi oder David Faure haben Insekten längst in ihre Menüs integriert. Und die Biotech-Künstlerin Katharina Unger hat eine Insekten farm entwickelt, in der du leckere Soldatenfliegenlarven daheim züch ten kannst. Und erst die knusprig frittierte Honigameise! Yummy! 37
GRAPHEN ist der Werkstoff der
Zukunft. Aber wann kommt sie endlich, die Zukunft?
Eine Atomlage dick: So stellen sich Technologie-Forscher die Zukunft vor. Und Bienen den Himmel.
14
MEGAN ELLISON zeigt Hollywood, wie man
Filme produziert, die mutig und erfolgreich sind.
13
Böse Zungen behaupteten bis vor zwei Jahren, Megan Ellison sei haupt beruflich Tochter. Hieße ihr Vater nicht Larry Ellison, Softwareguru und drittreichster US-Amerikaner, wäre die 29-Jährige nur eine weitere Stu dienabbrecherin, die von einer Film karriere träumt. Doch Ellison nutzte ihr bescheidenes Taschengeld, um Filme zu produzieren. Gute Filme. Heute gilt sie als Avantgardistin eines Kulturwandels in Hollywood: Während sich die großen Filmstudios immer weiter in deppensichere Remake-Prequel-Sequels flüchten, finanziert die junge Erbin ungewöhn liches, m utiges Kino. Es sind Filme mit m ittleren Budgets, aber großen Stars: Kathryn Bigelows Bomben erfolg „Zero Dark Thirty“, Paul Thomas Andersons ScientologyEpos „The Master“ und Harmony Korines Punk-Disneyclub-Crossover „Spring Breakers“ würden ohne die Jungproduzentin nicht existieren. Interviews gibt sie keine. Mit der Öffentlichkeit kommuniziert Ellison lediglich via Katzenfotos und bissige Tweets. Sie hat die Zukunft kapiert. Und für alle, die mit Filmen wie „Her“ nicht so viel anfangen konnten, macht Megan Ellison bis 2018 zwei „Terminator“-Sequels. Versprochen.
38
THE RED BULLETIN
GETTY IMAGES(2)
Wissenschaftler nennen Graphen den Wunderwerkstoff, der die Technik-Branche revolutionieren wird. Warum? Die Kohlenstoffverbindung besteht aus bloß einer einzigen Lage Atome, ist daher unfassbar leicht und dünner als jedes andere Material. Die Displays und Touchscreens der Zukunft werden wir dank Graphen falten oder zusammenrollen können. Mikrochips werden noch winziger und 10.000-mal so schnell sein wie heutige Chips. Graphen gehört die Zukunft, keine Frage. Aber noch sucht die Wissenschaft nach Methoden, Graphen massenhaft zu produzieren. Bedenkt man, dass ein Werkstoff bis zu seiner Markteinführung normalerweise rund vierzig Jahre erforscht wird, darf ruhig noch ein bisschen Zeit und Geld investiert werden. Schließlich kennt man die Wunderkraft von Graphen erst seit etwa zehn Jahren.
TRAVEL IN STYLE.
Details bei Ihrem ŠKODA Berater. Symbolfoto. Stand 11/2015.
Verbrauch: 4,0–7,2 l/100 km. CO2-Emission: 105–164 g/km.
Der neue ŠKODA Superb Combi. „Travel in Style. Travel in Space.” – Die perfekte Kombination aus Form, Funktion und Technik. Die Erfolgsgeschichte des ŠKODA Superb geht weiter: der Superb Combi präsentiert sich im neuen Design mit innovativen Infotainment- sowie Assistenzsystemen. Darüber hinaus bietet er für Fahrer und Passagiere sowie auch deren Gepäck im Kofferraum ausgesprochen viel Platz. Überzeugen Sie sich selbst vom neuen ŠKODA Superb Combi – am besten bei einer Probefahrt. Das Thema „Raum” ist es auch, das den neuen Superb mit der beeindruckenden Show „Red Bull Flying Illusion” verbindet. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Breakdance und Projektion – was ist Realität, was ist reine Illusion? Ist es das Zusammenspiel, das das unglaubliche Raumgefühl erzeugt? Finden Sie es heraus! Informationen zur Show erhalten Sie unter redbullflyingillusion.at. Der neue ŠKODA Superb Combi ist natürlich auch mit dabei!
redbullflyingillusion.at
superb.skoda.at
facebook.com/skoda.at
youtube.com/skodaAT
15 Für alle vor 1990 Geborenen: Das Zungeraus-und-ZwinkerEmoji bedeutet übersetzt so viel wie: „Willkommen in der Ironie-Hölle der Generation Y!“
EMOJIS machen unsere Sprache bunter.
Sofern wir die Codes verstehen.
40
ÜBERSETZUNG: Die Leute auf der ganzen Welt kommunizieren heute über Emojis. Egal ob sie gerade lustig, traurig oder nachdenklich drauf sind. Leider ist es manchmal echt hart und verwirrend, die richtige Bedeutung der Emojis herauszufinden. Ein Wörterbuch wäre nicht schlecht. Aber denk nicht zu viel nach, lass dich nicht verwirren, Hauptsache, du schickst möglichst oft das Scheißhaufen-Emoji raus. Ja, so was finden wir lustig. 2016 werden viele neue Emojis verö≠entlicht. Zum Beispiel diese Hand. Sie bedeutet: Ruf mich an! Wir fragen uns: Hätte das nicht das allererste Emoji sein müssen?
APPLE INC.
ORIGINALTEXT:
THE RED BULLETIN
PROFESSIONAL CONQUEROR MUDMASTER GWG-1000
Wer an seine Grenzen gehen muss, sollte wissen was kommt. Dank TRIPLE SENSOR TECHNOLOGIE mit digitaler Kompassanzeige, Barometer, Höhenmesser und Thermometer sind Sie Ihrer Zeit auch unter den härtesten Bedingungen einen Schritt voraus. Und weil der Boden der Tatsachen oft schmutzig ist, werden Gehäuse und Bedienelemente der MUDMASTER Kollektion vor Schlamm und Staub geschützt. So glänzen Männer dann, wenn’s wirklich tough wird.
Für weitere Informationen zum Produkt besuchen Sie bitte unsere Website:
g-shock.eu
INTERNET DER DINGE verwischt analog und digital.
42
„If This Then That“: Mit dieser simplen Phrase will Linden Tibbets das „Internet der Dinge“ revolutionieren. Die Welt um uns herum besteht schon heute immer mehr aus Dingen, die mit intelligenten, vernetzten Sensoren ausgestattet sind – von der Spielzeugdrohne bis zum Lichtschalter am Aquarium. Ganz abgesehen von unseren Apps am Smartphone. Tibbets’ IFTTT-Plattform will diese unaufhörliche globale Datenflut für jeden einzelnen User übersichtlicher machen. Und das digitale Leben wieder ein bisschen einfacher statt komplizierter. So schaltet IFTTT beispielsweise zwei
Dein Kühlschrank spricht jetzt mit deinem Handy, und vom Auto aus schaltest du das Licht ein – das Licht im Haus.
THE RED BULLETIN
MASHA TACE/DEPOSITPHOTOS
16
Apps zusammen und automatisiert ihre Aktionen. Linden Tibbets nimmt uns damit auch ein wenig die Angst vor der „Infosphäre“, wie der italienische Philosophieprofessor Luciano Floridi jene nahe Zukunft nennt, in der unser Leben vollkommen geprägt sein wird von digitalen Informationen. Und jede Handlung, die wir setzen, neue Informationen generieren und sie vernetzen wird. Mit seinem G eniestreich IFTTT er innert uns T ibbets daran, dass wir selbst nie aufhören dürfen, aktive Player der Infosphäre zu sein.
Zusätzlich eines von 365 Schne eschuhpaaren ge winnen!
Mit Bausparen eines von 32 HuskyErlebniswochenenden gewinnen! Mit Raiffeisen Bausparen können Sie entspannt in die Zukunft blicken. Nützen auch Sie eine der sichersten Arten des Vermögensaufbaus und profitieren Sie von unseren attraktiven Zinsen und der Bausparprämie. Gewinnen Sie jetzt mit Bausparen eines von 32 spannenden Husky-Erlebniswochenenden in Österreich oder eines von 365 Schneeschuhpaaren. Aber nicht vergessen: Am 32. Dezember ist es zu spät. Mehr Infos auf www.bausparen.at
Raiffeisen Bausparkasse GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien
D N A R B TULTEPEC IST MEXIKOS FEUERWERK-HAUPTSTADT. TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER
Ein Feuerwerksstier rollt seiner Be stimmung entgegen: bei Mexikos größtem Pyrotechnik-Fest
D
STIFTER EINMAL IM JAHR BRENNT SIE NEUN TAGE LANG. FOTOS: FLORIAN RAINER
45
TULTEPEC PRODUZIERT FEUER WERK FÜR 120 MILLIONEN MEXIKANER. JEDES JAHR RICHTEN DIE FABRIKARBEITER WETTKÄMPFE FÜR PROFI- PYROMANEN AUS.
Früher Abend in Tultepec: Eine Stierattrappe wird zur Parade ins Stadt zentrum gebracht.
In wochenlanger A rbeit fertigen die Einwohner Tultepecs überlebens große Stierattrappen aus Pappmaché und bestücken sie mit Feuerwerkspatronen. Gut 300 dieser „Tori tos“ paradieren am Höhepunkt der „Feria Nacional de la Piro tecnia“ zum Haupt platz. Dort werden sie angezündet. Danach steht die Stadt kopf.
A
ls ich im Internet von der Feria Nacional de la Pirotecnia in Tultepec las, war ich auf Anhieb begeistert“, erzählt der Wiener Fotograf Florian Rainer. „Tultepec ist Mexikos Feuerwerk-Hauptstadt. Die Einwohner produzieren Raketen und Böller für 120 Millionen Menschen. Jedes Jahr Anfang März richten die Fabrikarbeiter neuntägige Feuer-Wettkämpfe und Paraden aus. Es ist ein Volksfest für Profi-Pyromanen. Ich musste einfach hin. Anfang März flog ich nach Mexiko City und nahm den ersten Bus Richtung Norden. Tultepec liegt 35 Kilometer außerhalb der Stadt. Im Lauf der Fahrt stiegen erstaunlich viele Männer mit Brandverletzungen zu. Da wusste ich, ich war richtig. Als ich in Tultepec ankam, herrschte Feierstimmung in den Straßen. Frauen grillten Hühner über Einkaufswagen, Männer tranken Tequila. Die größten Feuerwerke starteten zu Beginn der Feria. Am Abend marschierte ich mit 5000 Menschen auf ein Feld, um den Castillo-Wettstreit zu sehen. Castillos sind Holztürme, an denen Flammenräder und Raketenrampen montiert sind. Jeder Turm wird von einem Pyrotechniker ‚bespielt‘, der sein Feuerwerk per Fernzündung abbrennt. Wenn ein Feuerrad blockierte, kletterten Männer auf die brennenden Türme und schoben es mit bloßen Händen wieder an. Ein surrealer Anblick. Mein persönliches Festival-Highlight gab’s an Tag zwei. Für die Parade der Toritos hatten die Einwohner über 300 dieser Stiere aus Pappmaché gebastelt. In jedem Stier steckten bis zu 4000 Feuerwerkskapseln. Als es dunkel wurde, zog die ToritoParade Richtung Hauptplatz. Dort wurden die Stiere entzündet. Die Stadt stand kopf. Überall spritzten Funken und explodierten Magnesiumkapseln. Die Menschen tanzten um rauchende Toritos. Ich fotografierte bis vier Uhr früh. Im Morgengrauen zählte ich die Brandlöcher in meinem Pullover. Die Hose hing mir in Fetzen von den Beinen, ich hatte Verbrennungen an beiden Händen. Die Leidenschaft fängst du eben nur ein, wenn du nah dran bist.“ Florian Rainers Foto-Reportagen: www.florianrainer.com
47
Kleines Bild: funkenspeiender Stier bei der Parade der Toritos im Stadtzentrum von Tultepec. Großes Bild: Beim Wettbewerb der Castillos, der bis zu 30 Meter hohen Feuerwerkstürme, brennen Pyrotechniker kunstvoll aufgebaute Turm-Feuerwerke per Fernzündung ab.
DIE FEUERWERKSTÜRME SIND SO HOCH WIE STROMMASTEN. DIE EXPLOSIONEN STEUERT EIN PYROTECHNIKER PER FERNZÜNDUNG.
49
Mobiler Klettertrupp: Vier Männer versuchen das blockierte Feuerrad eines Castillos in 20 Meter HÜhe in Gang zu setzen.
MÄNNER KLETTERN UNGESICHERT AUF TÜRME AUS BRENNENDEM HOLZ.
Bild oben und Mitte: Jede Stierattrappe bei der Toritos-Parade wird mit bis zu 4000 Feuerwerkspatronen bestückt. Der Funkenregen ist dementsprechend dicht. Unten: Raketen am Fuß der Feuerwerkstürme unterstützen die nächtliche Show der Pyrotechnik-Meister.
51
Heiß und laut: Jedes Torito-Team wird von einem Einpeitscher (li.) angetrieben.
Die Festivalbesucher kommen ohne Schutzbekleidung aus. Meist genügt ein Kapuzenpulli. Puristen ver zichten sogar darauf.
52
THE RED BULLETIN
DIE BEWOHNER VON TULTEPEC TRAGEN IHRE BRANDWUNDEN WIE TROPHÄEN.
Tanz in den Morgen: Der letzte Funkenstrahl verglüht um vier Uhr früh. Am Tag danach tragen die Männer ihre Brandwunden wie Trophäen.
HÖHENFLUG MIT DEM MOTOR-GLEITSCHIRM IN UNZUGÄNGLICHES TERRAIN FLIEGEN, UM UNBERÜHRTE HÄNGE ZU BEFAHREN? WILLKOMMEN BEI „DEGREES NORTH“, EINER NEUEN DIMENSION DES FREERIDENS.
TEXT: AREK PIATEK BILDER: TERO REPO
TOUCHDOWN
Frage: Wie gelangt man zu potentiellen FreerideSpots, die zu Fuß oder per Helikopter unerreichbar sind? Antwort: mit einem Motor-Paragleiter. So weit die Idee von Snowboarder Xavier de le Rue und Freeskier Sam Anthamatten fürs Filmprojekt „Degrees North“ – das Fotograf Tero Repo in atemberaubenden Bildern dokumentierte: „Monatelang filmten wir in Alaska. Das Foto entstand auf einem Gletscher, wo Helis verboten sind. Sam und der Pilot suchen im Tandemflug die Gegend nach fahrbaren Hängen ab. Auf diesem Plateau starten die beiden gerade durch. Warum? Eine Abfahrt erschien hier doch ein wenig zu riskant.“
55
FLUGOBJEKT „Ein motorisierter Hängegleiter ist ein geniales Ding: Du kannst sogar bei Schnee starten, auf Skiern – mit nur wenigen Metern Anlauf – und rund drei Stunden fliegen, ehe der Sprit ausgeht. Einen Nachteil aber hat der Motorschirm: Bei Windböen gerät er rasch außer Kontrolle. Das Bild rechts zeigt unseren erfahrenen Piloten Christophe, der Sam und Xavier abwechselnd mitnahm und an unberührten Hängen Alaskas absetzte. Übrigens: So ein Motorgleiter ist bis zu 70 km/h schnell. Aber: Bei minus 30 Grad sollte man möglichst langsam fliegen – um Frostbeulen im Gesicht zu vermeiden.“
„VORTEIL DES MOTORPARAGLEITERS? DU KANNST ÜBERALL STARTEN. NACHTEIL? BEI WIND VERLIERST DU RASCH DIE KONTROLLE. SEHR RASCH.“
AUSSTIEG
„Für diese Luftaufnahme fixierte ich die Kamera am Rand des Gleitschirms. Hier hat sich Xavier de le Rue in fünf Meter Höhe vom Piloten losgeschnallt und ist abgesprungen – um gleich nach der Landung eine unfassbare Line zu ziehen. Der Spot: eine abgeschiedene Steilwand an Alaskas Rainbow Glacier. Neigung: 50 Grad.“
56
ABFAHRT
„Einen Gleitschirm kannst du in der Luft nicht anhalten – so waren die Absprünge eine heikle Angelegenheit: Schnallst du aus zu großer Höhe ab, riskierst du einige Überschläge nach der Landung – auch wenn Alaskas Schnee tief und weich ist. Apropos weicher Schnee: Gefährlich war der ‚Slu≠‘, knietiefe Schneestaub-Lawinen, die den Jungs beim Fahren den Boden unter den Füßen wegziehen können. Auf dem Bild fährt Xavier gerade jenen herabstürzenden Schneemassen davon.“
SCHNEEHOTEL
„Dass Not erfinderisch macht, unterschreib ich sofort! Nachts raubten uns die pfeifenden Winde den letzten Nerv: Schlafen im Zelt war fast unmöglich. Bis Samuel eine geniale Idee hatte: Wir gruben einen Hohlraum in den Schnee – und jeder schaufelte sich seine eigene Schlafkoje. Die Folge: Der Lärm war kein Problem mehr. Schon nach der ersten Nacht unter der Oberfläche waren alle bestens ausgeruht und doppelt motiviert für die nächsten Touren.“ „Degrees North“ zu sehen auf: redbull.tv
ALASKA
„Wer Alaska mit dem Motorschirm erkundet, braucht viel Geduld. Denn ideale Flugbedingungen – mit Windstille, Sonne, klarer Sicht – sind dort rar. Die meiste Zeit des Tages saßen wir in Zelten und bearbeiteten Filmmaterial, das wir mit Helm- und Gleitschirm-Go Pros und Drohnenkameras aufgenommen hatten. Das da im Bild sind übrigens Christophe und vorne ein nervös zappelnder Sam – der an dem herrlichen Tag kaum erwarten konnte, dass es endlich losging.“
„FÜR FREERIDER BEDEUTET ‚ENTDECKEN‘: ORTE FINDEN, WO NOCH KEINER WAR. MANCHMAL HEISST ES ABER AUCH: NEUE WEGE FINDEN, WIE MAN DAS TUT.“ 59
HEROES
„GUTE SONGS MÜSSEN WAHR SEIN“ GREGORY PORTER Ein ehemaliger Football-Spieler
hat die schönste Stimme des Jazz. Der GrammyGewinner über den Mut, sich neu zu erfinden.
60
Mit Musik. Ich war mit den Gospelsongs meiner Mutter aufgewachsen, einer Pastorin. Nach der Verletzung wurde Singen meine Therapie. Ich dachte: „Okay, deine Spielerkarriere ist vorbei. Dann stellst du dich vor dem Match auf das Feld und singst die Nationalhymne.“ Das Singen der Hymne ist der emotionale Höhepunkt vor jeder Partie – aber man erwartet dort keinen ehe maligen Linebacker. Wie reagierten die Leute? Nach dem Spiel kamen sie zu mir und sagten, sie hätten
ich bin doch kein Macho. Ich singe auch über verletzliche Männer. Gute Songs müssen wahr sein, nur das zählt. Welcher Song erzählt denn die Wahrheit über Sie? „Real Good Hands“ vom Album „Be Good“. Es geht darum, wie du vor deinem zukünftigen Schwiegervater um die Hand seiner Tochter bittest. Ist mir selber passiert. Ich war richtig nervös und brauchte drei Tage, um mir eine Strategie zu überlegen. Dann sagte ich das, was später eine Zeile im Songtext wurde: „Papa, hast du’s vergessen? Als junger Mann hast du dieselbe Situation erlebt wie ich.“ Hat’s geklappt? Ich bin glücklich verheiratet.
„WENN HINTERN-WACKELN DAS EINZIGE IST, WAS UNS DIE POP‑MUSIK ZU BIETEN HAT, HABEN WIR EIN PROBLEM.“ Gänsehaut bekommen. Einige weinten sogar, weil sie meine Stimme so berührte. Sie waren 22, Ihre Schulter kaputt, Ihr Publikum heulte: Auch so kann eine Karriere beginnen. Wieso veröffent lichten Sie Ihr erstes Album („Water“, ebenfalls Grammynominiert; Anm.) erst sieb zehn Jahre später? Ich dachte einfach nicht dran. Ich trat in kleinen Clubs auf und sang am Broadway. So kam ich über die Runden.
ernd ihren Hintern zeigt … Kim Kardashian? Nein, die andere … Miley Cyrus? Genau. Das ist Entertainment. Und wenn ich auf dem Dancefloor bin, will ich unterhalten werden. Aber wenn das alles ist, was wir kriegen, haben wir ein Problem. Die Songs auf Ihrem Album handeln davon, verletzte Vögel zu heilen, oder von enttäuschter Liebe … Ich sehe vielleicht so aus, aber
Und Ihre Football-Karriere? Vermissen Sie das Adrenalin und den Schmerz? Nein, meine rechte Schulter schmerzt ja noch immer, wenn ich mich schnell bewege. Und für das Adrenalin sorgt mein Sohn. Er ist jetzt drei und will schon Football spielen. Ich muss also lernen, mit der linken Hand zu werfen. Andreas Rottenschlager Gregory Porter live auf Tour: www.gregoryporter.com THE RED BULLETIN
VINCENT SOYEZ
T
he Red Bulletin: Herr Porter, wo steht eigentlich der Grammy, den Sie 2014 für Ihr Album „Liquid Spirit“ gewannen? Gregory Porter: Auf einem Regal in meiner Wohnung in Brooklyn. Ich hatte ihn monatelang nicht ausgepackt. Die Schachtel sah so edel aus. Kritiker loben Ihren Bariton und feiern Sie als Retter des Jazz. Dabei wollten Sie als junger Mann Football-Profi werden … Ich war Linebacker im CollegeTeam der San Diego Aztecs. … und zwar ein ziemlich ge fürchteter. Warum haben Sie so knapp vor dem Sprung in die Profi-Liga NFL mit dem Sport aufgehört? Weil meine rechte Schulter im Eimer war. Tacklings gegen den Mann, dieselbe Stoßbewegung, jahrelang. Als ich 22 war, sagte der Arzt: „Gregory, du wirst nie wieder Football spielen.“ Die Diagnose haute mich um. Ich war darauf programmiert, Athlet zu sein. Und innerhalb von Sekunden platzte mein ganzer Lebenstraum. Wie haben Sie den Schock verarbeitet?
Mittlerweile begeistert Ihre Stimme sogar in Montreux, beim berühmtesten JazzFestival der Welt. Wie kamen Sie zum Jazz? Weil er die großen Fragen des Lebens stellt: Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Wieso gibt es Ungerechtigkeit in der Welt? Songs wie Nina Simones „Mississippi Goddam“ haben zur Gleichberechtigung der Schwarzen genauso viel beigetragen wie die Bürgerrechtsbewegung. Jazz ist geistreicher Protest. Jetzt verstehe ich, wieso Sie keine Chart-Musik machen. (Überlegt.) Ich glaube, jede Musik hat ihre Funktion. Sogar Mainstream-Pop. Nehmen Sie diese junge Frau, die dau-
Gregory Porter, 45, Jazz-Wunder: „Die Leute weinten, weil meine Stimme sie berührte.“
Tim Roth, 54, Haneke-Opfer: „Manchmal produziert man einfach Mist.“
„ES SIND DIE SCHURKEN, DIE EINDRUCK MACHEN“ TIM ROTH Der „Hateful Eight“-Star liebt schwierige Charaktere. Und weiß, warum man keine Angst davor haben sollte, ein Bösewicht zu sein.
T JOHN RUSSO/CORBIS OUTLINE
im Roth ist einer der großen Charakterdarsteller seiner Generation. Und ein Liebling des Publikums – selbst als Killer, Widerling oder Bösewicht. In Quentin Tarantinos jüngstem Western „The Hateful Eight“ mögen wir ihn als schießwütigen Henker. Mit uns bespricht der 54-Jährige, warum es wichtig ist – und höllisch Spaß macht –, die dunklen Ecken des Lebens zu erkunden. the red bulletin: Ich fand online eine Fotogalerie Ihrer Rollen. In 80 Prozent der Bilder sieht man Sie mit Schusswaffe oder Schwert. Warum diese Vorliebe für Bösewichte? tim roth: Ich war in der Schule ein richtiger Außenseiter, wurde gehänselt, lief eigentlich immer vor irgend jemandem davon. Ich weiß also, wie man Tyrannen spielt – ich hab sie oft genug beobachtet, ich bin oft genug vor ihnen geflüchtet. Gerade die Bösewichte sind in Filmen oft die stärksten Charaktere. Was sagt das über uns als Gesellschaft aus, wenn wir uns an den THE RED BULLETIN
Bösewicht erinnern und nicht an den nachdenklichen Charakter? Macht es nicht einfach irren Spaß, im Publikum zu sitzen und jemandem dabei zuzusehen, wie er sich komplett in eine Rolle reinsteigert? Ich sehe da nichts Schlimmes. Wie Quentin sagt, man geht doch ins Kino, es ist nicht öffentlichrechtliches Fernsehen. Tarantino-Filme sind besondere Spielwiesen für dunkle Charaktere, wegen all des schwarzen Humors. Zuerst verzieht man das Gesicht, und dann lacht man. Ist es
Spitzenkandidaten an Fahrt gewinnt, erreicht auch der Rassismus ein neues Level. Sie verstecken es nicht einmal, sie versuchen sich gegenseitig darin zu übertreffen. Das macht den Film noch eindringlicher. Die Rolle des Bösewichts bekommt in einem Film mit politischer Botschaft besonderes Gewicht, nicht? Sie wird besser. Aber manchmal produziert man trotzdem einfach Mist. (Lacht.) Hier frage ich jetzt nicht nach, oder? Nein, nein, tun Sie das nicht. Mein nächster Film, für die BBC, ist jedenfalls wirklich relevant – es geht um einen Mann, dessen Sohn, ein Militärpolizist, im Irak getötet
Verfolgen Sie Ihre Rollen bis nach Hause? Meine Frau sagt manchmal „Um Gottes willen, du siehst unheimlich aus.“ Das ist ein paar Mal passiert. Einmal arbeitete ich mit Regisseur Michael Haneke am Thriller „Funny Games“. Es war unglaublich hart. Wir gingen in den ersten Drehtag und be endeten ihn ziemlich verstört. Und das steigerte sich dann Tag für Tag, fünf oder sechs Wochen lang. Der Film hat uns echt alle fertiggemacht. Schon als ich das Drehbuch las, wollte ich es eigentlich nicht machen. Als ich dann die deutsche Version des Films sah, dachte ich nur: „Ach du Scheiße!“
„ICH WEISS, WIE TYRANNEN AUSSEHEN. UND WIE MAN SIE SPIELT. ICH BIN ALS KIND OFT GENUG VOR IHNEN DAVONGERANNT.“ so vielleicht erträglicher? Auf dem Set lachen wir uns die meiste Zeit kaputt … „The Hateful Eight“ ist witzig und dabei fast schockierend aktuell (nach dem Bürgerkrieg werden acht verwegene Gestalten in einer Postkutschen-Raststation eingeschneit; Anm.). Als wir das Drehbuch durchgingen, gab es die Proteste in Baltimore (infolge der Polizeigewalt gegen Schwarze; Anm.). Während die Kampagne für die Nominierung des republikanischen
wurde. Er beginnt Fragen zu stellen und entdeckt eine Verbindung zum ChilcotUntersuchungsbericht über den Irakkrieg. Er öffnet den Sarg seines Sohnes, sieht, was passiert ist, und will Antworten auf seine Fragen. Premier minister Blair gibt sie ihm nicht, und so geht er selbst ins Rennen um die Wahlen und konfrontiert ihn vor laufenden Kameras. Er nimmt es mit der Regierung auf, aber auf eine sehr elegante und ruhige Art.
Wie kommt man von solchen Erfahrungen wieder runter? Ich setzte mich in den Flieger heim und ließ alles hinter mir. Oder versuchte es zumindest. Welchen Charakter würden Sie gern einmal spielen? Ich liebe Jago (Othellos intriganten Widersacher, Anm.). Noch so ein Schurke. Er ist ein toller Typ! Ein guter Soldat! (Lacht.) Ann Donahue thehatefuleight.com
63
„DIE STRASSE MACHT DIE MUSIK“ BURAKA SOM SISTEMA Die portugiesische ElektroBand bereist zur Inspiration die Welt. Und findet Genialität, wo man sie am wenigsten vermutet: in Afrikas Slums und Indiens Hinterhöfen.
64
gebracht, internationale Hits wie „Up All Night“ und „Hang over“ produziert – zudem ist ihr Song „Kalemba“ auf dem Computerspiel „FIFA 10“ zu hören. Die Suche nach span nenden Musik-Subkulturen geht indes weiter: „Die besten Sounds“, so Branko, „entstehen eben nicht in Hochglanz- Tonstudios, sondern in den Hinterhöfen dieser Welt.“ the red bulletin: Was ist geniale Musik? branko: Wenn du gute Musik kopierst, ist das natürlich nicht genial. Wenn du ganz was
Nimm Kuduro. Heute ein Tanz- und Musikstil und eines der stärksten kulturellen Phä nomene Angolas. Entstanden in den Neunzigern, weil einige Leute Electro-Music am PC mit afrikanischer Folklore mixten. Das Ergebnis ist verblüffend. Die spannendste Musik kommt also nicht aus Hightech-Studios? Im Gegenteil. Eher von den Straßen Indiens und Afrikas. In Mosambik etwa beginnt gerade ein cooler Trend: Bondoro. Ähnlich wie Kuduro, nur weicher. Wir forschten den Produzenten aus und reisten nach Beira. Sein Studio? Ein Hinterhof. Und dort stand nur ein Computer plus Boxen. Aber die Musik, die aus denen
„SEIN STUDIO IN MOSAMBIK: NUR EIN COMPUTER PLUS BOXEN. ABER WAS AUS DENEN KAM, HAT UNS ECHT UMGEBLASEN.“ Neues machst, auch nicht, weil die Menschen beim Hören überfordert sind. Geniale Musik ist ein Mix aus neuen und bekannten Elementen. Etwas, das überrascht und zu gleich bekannt anmutet. Gibt es seltener, als man glaubt. Wie findet ihr diese Musik? Wenn wir an neuen Tracks arbeiten, durchforsten wir Soundcloud oder YouTube nach interessanten Strömun gen aus aller Welt. YouTube steckt voller Genies. Oft stößt
Bei euren inspirativen Weltreisen interessieren euch hauptsächlich lokale Subkulturen. Warum? Sie sind ohne Einfluss der Major-Industrie, unverdorben. Und wenn sie vor Ort gedeihen und lokale Elemente mit einbeziehen, dann wissen wir: Die Musik ist Ausdruck einer Haltung. Und ehrlich. Und Ehrlichkeit tut dem Sound sehr gut. Der Hörer spürt das. Wer macht so eine Musik? Jeder, der sich berufen fühlt.
kam, hat uns umgeblasen. Eure Weltreisen wurden in der Doku „Off the Beaten Track“ sogar verfilmt … Der Film ist ein Geschenk an unsere Fans. Wir wollten zeigen, wo unser Sound her kommt. Das Feedback hat uns erstaunt. Die Leute sagten: „Hey, seitdem ich die Wurzeln eurer Musik kenne, genieße ich sie noch mehr.“ Arek Piatek buraka.tv THE RED BULLETIN
PRIMARY TALENT
S
chon mal was von Kuduro gehört? Vielleicht nicht, aber ziemlich sicher haben Sie schon mal Kuduro gehört: einen Mix aus hartem Techno, aggressivem Rap und brachia len afrikanischen Rhythmen. Und extrem tanzbar. Weltbekannt machte den Sound die portugiesische Elektronik-Band Buraka Som Sistema – die einen unkonven tionellen Zugang zum Musik machen pflegt: „Bevor wir ein Album aufnehmen, machen wir erst mal eine inspirative Weltreise“, sagt BSS-Mitglied João Barbosa alias Branko, „und stöbern unbekannte lokale, aber geniale Musikstile auf. Dann basteln wir aus den Eindrücken unseren Sound.“ Begonnen hat alles 2006, als die neu gegründete Band auf die angolanische Musik richtung Kuduro stieß, einige Songs in dem Stil aufnahm und sie in einem Lissaboner Club spielte: „Die Leute dreh ten durch“, so Branko, „und wir sagten uns: Okay, Kuduro und ähnliche Stile sollte die ganze Welt kennenlernen.“ Seither hat BSS mit dieser Philosophie drei Alben heraus
du so auf Tracks und denkst dir: „Was zur Hölle ist das? So etwas hab ich noch nie gehört!“ Dann setzen wir uns in den Flieger, um diese Szenen vor Ort zu erkunden. Um die Pro duzenten dahinter zu treffen und mit ihnen zu arbeiten. Wohin ging eure letzte Reise? Nach Venezuela. Der dort angesagte Sound heißt Tuki. Klingt wie tropischer Techno- Hardcore. Elektronisch und sehr schnell. Die Hintergrund- Story: Vor Jahren versuchten zwei lokale DJs den alten Hit „Pump Up the Jam“ von Technotronic zu kopieren – und kreierten dabei unabsicht lich ein neues Genre. Heute ist Tuki riesig, zu den Partys in Caracas kommen 5000 Leute.
Buraka Som Sistema, von links: DJ Riot, Blaya, Kalaf Ângelo, Branko; vorn: Conductor
Robin Arzón, 33, Instagram-Antreiberin: „Vergessen Sie Ihre Ausreden.“
66
„ICH GLAUBE NICHT AN GRENZEN“ ROBIN ARZÓN änderte durch Fitness ihr Leben. Jetzt will sie andere dazu bewegen, Ziele zu erreichen, die sie für unerreichbar halten.
D
JA TECSON
ie „Botschafterin des Schweiß“, wie sich Robin Arzón selbst bezeichnet, schmiss eine viel versprechende Karriere als Anwältin hin, um Fitness-Coach und Ultramarathon-Läuferin zu werden. Und sie wurde in beiden Disziplinen Weltklasse. the red bulletin: Wie kamen Sie eigentlich zum Laufen? robin arzón: Ich begann während des Jura-Studiums zwischen den Vorlesungen – es war ein innerer Zwang, wie eine Flucht, reinigend für Körper und Geist: Ich konnte meine Gefühle aus mir „rausrennen“ und Emotionen aufarbeiten, sogar solche, die unbewusst waren. Aber Sie hätten ja nebenbei laufen können, das tun viele Anwälte. Was fasziniert Sie so sehr am Laufen, dass Sie Ihre vielversprechende Karriere als Juristin dafür aufgegeben haben? Ganz einfach: Eines der gewaltigsten Dinge, die in unserer Macht stehen, ist, unseren Körper selbst zu verändern, sein Gewicht, seine Form, die äußere wie die innere. Und dafür ist nichts besser geeignet als Fitness. War Ihre Entscheidung karrieretechnisch nicht ein Rückschritt? Ach, ich habe gerade einen Buchvertrag unterzeichnet und bekomme demnächst eine eigene TV-Show … also lautet die Antwort nein. Doch abgesehen davon ist es für mich der größte Erfolg, dass
ich mein Leben selbst gestalte. Ich war einfach nicht glücklich und entschied mich, etwas anderes zu machen – ohne zu wissen, was mich erwartet. Inwieweit hat Sie das auch als Persönlichkeit ver ändert? Ich habe gelernt, dass man sein Leben selbst erschaffen kann. Und nun möchte ich andere Menschen ermutigen, sich nicht an den Checkboxes zu orientieren, die andere für sie definiert haben. Sie setzen in Ihrer Arbeit konsequent auf Social Media – warum? Weil die Vorstellung, dass wir als globale Community gemeinsam trainieren, eine gewaltige Inspiration ist. Sie zu nutzen ist fantastisch. Aber natürlich musst du auch in der Lage sein, was daraus zu machen, in die Gänge zu kommen. Auf Instagram rumscrollen und sich Inspiration holen, ist einfach. Dann geht’s aber um die eigent liche Frage: Was machst du daraus? Was ist der wichtigste Gedanke auf dem Weg zu einem aktiveren Leben? Gedanken steuern uns. Es ist daher extrem wichtig, dass man nicht an das denkt, was man nicht zu können glaubt. Sondern an das, was man zu können glaubt. Der Unterschied ist enorm. Ich weiß, Menschen können Unglaub liches leisten. Vergessen Sie Ihre Ausreden. Ich glaube nicht, dass uns Grenzen gesetzt sind. Richard Jordan robinarzon.com
Für all die Dinge, die Ihr Leben in Balance halten
Die Zeit kann man nicht anhalten. Deshalb ist es umso wichtiger, jede Sekunde zu genießen. Carpe Diem, oder besser gesagt: Karte Diem. Mit der neuen JCB Balance Kreditkarte. Ab sofort auch im Doppel mit einer VISA oder MasterCard zum attraktiven Vorteilspreis erhältlich. Jetzt bestellen auf www.jcbbalance.com
„ICH BIN AUCH SCHON
BLIND GEFAHREN“
Dieser Mann kann alles: Nach Rallye, Tourenwagen und Bergrennen gibt Séb Loeb 2016 sein Dakar-Debüt.
SEHEN WIR WIRKLICH NUR MIT DEN AUGEN? KANN MAN SEINE SINNE SO TRAINIEREN, DASS DAS BILD IM KOPF SCHÄRFER UND VERLÄSSLICHER IST ALS JENES AUF DER NETZHAUT? JA, DAS GEHT: SAGT RENNFAHRER-LEGENDE SÉBASTIEN LOEB. TEXT: WERNER JESSNER FOTOS: FLAVIEN DUHAMEL
69
M
an muss kein Motorsport-Fan sein, um zu erkennen, dass Sébastien Loeb ein Ausnahmeathlet ist. Es reicht, wenn man den 41-jährigen Franzosen bei der Arbeit beobachtet. Das Staunen kommt dann von selbst. Er erzeugt diese ganz besonderen Sébastien-LoebMomente. Augenblicke höchster Präzision, wie nur er sie zustande bringt. Diese Momentaufnahmen sind eindrucksvoller als die neun Rallye-WM-Titel, die Podiumsplatzierung bei den 24 Stunden von Le Mans, die Siege in der WTCC, die unglaublichen Zeiten bei Formel-1-Testfahrten oder der Streckenrekord beim Pikes-Peak-Bergrennen, wo er sogar die vom Computer kalkulierte theoretisch machbare Bestzeit unterbot. Je schwieriger die Aufgabe, desto präziser funktioniert Loeb. Wo für seine Gegner kariertes Papier reicht, arbeitet Loeb auf Millimeterpapier. Die vorletzte Kurve am Pikes Peak bei seiner Rekordfahrt im Jahr 2013 war so ein Loeb-Moment: Nach 19,5 von 20 Kilometern wartete die vorletzte von 156 Kurven, ein dreifacher Rechtsknick … „… 150 km/h, keine Leitschienen. Ein Ort, an dem du keinen Fehler machen willst.“ Kein anderer Fahrer traf den blinden Einlenkpunkt auf 4300 Meter Seehöhe. Der Großteil der Piloten war froh, überlebt zu haben, und eierte
70
irgendwie durch diese Passage. Während sie suchten und wenig fanden, berührte Sébs Vorderrad die weiße Linie der Streckenbegrenzung – absolute Perfektion. Was siehst du, wenn du an diese Kurve denkst? „Zwei Bodenwellen, die es noch vertrackter machen.“ Heißt das, dass du Kurven dreidimensional siehst? „Ich weiß gar nicht, ob ich sie wirklich sehe. Wenn ich im Auto sitze, rufe ich Informationen ab, die ich bei der Besichtigung oder im Training gespeichert habe.“ Du kennst alle Strecken auswendig? „Auf der Rundstrecke natürlich. Den Pikes Peak habe
Lange Tage in Marokko: Bei seiner Rallye-RaidPremiere im Herbst 2015 lernte S ébastien Loeb auf die harte Tour, was MarathonBewerbe ausmacht: zuerst verirrt, dann technische Probleme, schließlich ein zwei facher seitlicher Überschlag. Am Ende Platz 44, aber viel gelernt und gesehen.
„AKUSTISCHE REIZE VERFEINERN DAS, WAS DU SIEHST ODER ZU SEHEN GLAUBST. DAS BILD BEKOMMT MEHR TIEFE. SKIFAHRER SEHEN EIS NICHT NUR. SIE HÖREN ES AUCH.“
ich auch auswendig gelernt. Und einige der Rallyes habe ich wahrscheinlich ebenfalls intus, vor allem jene, wo sich die Landschaft ändert. Ich orientiere mich an Kuppen, Bäumen, Flüssen. Das ging mir immer leicht von der Hand.“ Könntest du theoretisch blind fahren? „Habe ich schon gemacht.“ Wie bitte? „Auf einer Nacht-Etappe bei der Wales-Rallye war das Licht meines Autos furchtbar schlecht. Ein Scheinwerfer hat in den Himmel geschielt, der zweite zur Seite. Es regnete und war nebelig. Das war furchtbar, darum habe ich das Licht ausgeschaltet und bin die Sonderprüfung im Dunklen zu Ende gefahren.“ Komplett im Blindflug? „Lieber kein Licht als schlechtes Licht. Das Mondlicht hat grob die Konturen gezeichnet, den Rest der Strecke habe ich in meinem Kopf ergänzt. Und die Ansage meines Beifahrers war die Rückversicherung, dass die Bilder in meinem Kopf auch stimmen.“ Heißt das, du siehst im Auto auch mit den Ohren? „Akustische Reize ver feinern das, was du siehst oder zu sehen glaubst. Das Bild bekommt mehr Tiefe. Skifahrer sehen eine Eisplatte nicht nur, sie hören sie auch. Eis klingt anders als Schnee. So ähnlich ist das bei mir: Wenn sich das, was ich höre, nicht mit dem deckt, was ich 71
sehe oder erwarte, gehe ich in den Alarmmodus. Bloß dass mein Kantenkratzen eben die Ansage des Beifahrers ist.“ Sitzt du allein im Auto: Wessen Stimme hörst du? „Weiß nicht genau. Eher nicht die meines Beifahrers. Vermutlich meine eigene.“ Sébastien Loeb war Turner, die beste Schule überhaupt, um seinen Körper kennenzu lernen, sagt er. Er funktioniert für ihn wie ein zweites Paar Augen, weil er immer weiß, in welcher Position er sich befin det – und zwar höchst genau. Er beschreibt das mit einem Bild aus der Turner-Szene. Viele, die einen Rückwärts salto zu springen versuchen, würden in der Luft die Augen schließen und darauf ver trauen, richtig abzuspringen. Loeb hingegen hat auch in der Luft die Augen offen, um feine Korrekturen anbringen zu können. Falls er einen Ab sprung verpatzt – was selten genug vorkommt –, kann er darauf noch in der Luft reagie ren, weil sein Hirn zu jedem
72
Zeitpunkt weiß, in welcher Position sich der Körper be findet, und daher die Kapazität hat, optische Informationen dazuzurechnen. Eine Fähigkeit, die ihm in unbekannten Situationen sehr geholfen hat, beispielsweise bei seinen Formel-1-Tests. Da war er quasi ohne Vorbereitung bis auf 1,8 Sekunden an die Bestzeit Arrivierter heran gekommen. „Im Formel-1- Auto passiert alles um vieles schneller als überall sonst. Würdest du normal bei 110 Metern bremsen, bremst du in der F1 bei 70, und du kommst mit höherer Geschwindigkeit. Hier unterstützt das, was du mit dem Körper fühlst, das, was du mit den Augen siehst.“ Je feiner die Interaktion zwi schen Auge und Körper funk tioniert, desto mehr Freude und Sicherheit hast du im All tag, davon ist er überzeugt. Diese Fähigkeit hilft dem All tagssportler genauso wie im höheren Alter vielleicht bei einer Eisplatte, einer Treppe. Lerne mit dem Körper zu sehen, das ist ein Rat, den Loeb Eltern mitgibt: „Mit vierzig wird man selbst vielleicht kein
Turner mehr, aber man kann seine Kinder in den Verein einschreiben. Manche Dinge lernst du als junger Mensch ganz einfach, und du profi tierst das ganze Leben davon.“ Im konkreten Fall kommt freilich auch noch ein Paar Adleraugen dazu. Glück? Ver erbung? Karotten zur angeb lichen Steigerung der Seh schärfe musste der Sohn einer Mathematikprofessorin und eines Turnlehrers jedenfalls nicht essen, sagt er heute. Andere tragen mit 41 Jahren Brillen, er hingegen hat nichts von seiner Sehschärfe ver loren, die ihn sogar für eine Pilotenausbildung qualifiziert hätte. Während des Interviews hängt an der gegenüberliegen den Seite des Raumes das Bild eines Citroën Xsara auf der Schweden-Rallye. Loeb kann die Nummerntafel problemlos entziffern. Oder ist das ein Trick und er hat sich bloß an seine alte Nummer erinnert? „Das ist mein Teamkollege Carlos Sainz, nicht ich.“ Zwangsläufig habe sich sein Sehen über die Jahre spezialisiert, sagt Loeb. Sein Fokus liege eindeutig auf dem
unmittelbaren Gesichtsfeld. „Bei Tests, wo du vor einer Wand stehst, auf der kurz Lichter aufleuchten, oben, unten, links, rechts, und du musst sie schnellstmöglich berühren, bin ich wahnsinnig schlecht.“ Wahnsinnig schlecht vermutlich nach den eigenen, enorm hohen Maßstäben. Ebendiese Fähigkeit, nämlich alles zugleich im Fokus zu behalten, braucht er aller-
dings bei seiner aktuellen Herausforderung: Bei der Rallye Dakar muss er zugleich in die Ferne und in die Nähe blicken. Ein Auge sucht den Weg, den ihm der Beifahrer nur grob ansagen kann statt Kurve für Kurve, Stein für Stein. Es ist eine fremde Stimme im Kopf, die den optischen Eindruck unterstützt – das ist schon einmal nicht leicht. Während also das eine Auge versucht,
„ICH HABE DIE SCHEINWERFER ABGEDREHT. LIEBER KEIN LICHT ALS SCHLECHTES LICHT.“ South Africa’s Kieron Palframan is helped out of the pool. “We love the challenge,” says teammate Ryan Stramrood. “But reco very is scary. You’re in someone else’s hands. When you turn the corner, you get euphoria. It’s like, ‘Wow, hell yes!’”
sich zwischen Dünen, Bäumen und Flussbetten nicht zu verfahren, scannt das zweite den Untergrund nach Steinen und anderen Hindernissen, die dem Unternehmen oder zumindest einem Reifen bei 160 km/h und mehr rasch einmal ein Ende bereiten können. „Das ist wirklich anstrengend. Du musst zu viele Reize zugleich abarbeiten. Draußen hat es 40 Grad, im Auto 60, dein Hirn läuft permanent auf zwei Spuren parallel. Und wenn du einen Fehler machst, ist vielleicht alles vorbei. So schnell kannst du gar nicht schauen.“ www.peugeot-sport.com
Abgesehen vom neuen Peugeot 2008 DKR16 geht Team PeugeotTotal auch mit einer All-Star-Besetzung an den Start der Dakar 2016: mit Rekord sieger Stéphane Peter hansel, Cyril Despres und Carlos Sainz.
Willkommen beim BPM Festival an Mexikos Karibikküste: Jedes Jahr verwandeln hier die weltbesten DJs das Touristenzentrum P laya del Carmen zehn Tage lang in eine Party-Hochburg.
JEFF CORRIGAN
Text: Marco Payán
74
Im TechnoParadies
Himmlisch gut: Showcase von BPitch Control im Rahmen des BPM Festivals
Karibisches ebensgefühl, L Techno, Partys – zehn Tage und Nächte lang, rund um die Uhr
Blue Parrot Beach Club, das Epizentrum des BPM Festivals
DOUG VAN SANT (2), DANILO LEWIS, PEARCEY PROPER
Sperrstunde? Fehlanzeige. Manchmal feiert hier sogar die Polizei die ganze Nacht.
76
Frank & Tony legen im Beach Club Canibal Royal auf …
… ebenso wie The Rumors bei ihrem Showcase.
änner ist der ToteHose-Monat der EntertainmentIndustrie: Studios schicken ihre schwächsten Filme in die Kinos, Zeitschriften und Magazine sind dünner als sonst, Platten-Releases und Live-Gigs seltener. Wir alle schalten nach einem ausgelassenen Dezember einen Gang zurück. Nun … fast alle. Eine Stadt an der mexikanischen Karibikküste, 70 Kilometer südlich von Cancún, feiert den Jänner zehn Tage und Nächte lang ausgelassen. „Es ist das Festival für Jetsetter und Trendsetter. Für junge Leute, die das ganze Jahr über hart arbeiten, damit sie im Jänner zehn Tage hierherkommen können.“ BPM, sagt Phillip Pulitano, sei kein Ding für die breite Masse. Auf dem Festival, das er mitbegründet hat, laufe ganz bewusst keine Mainstream-RadioMusik: Es spiele die Crème de la Crème der elektronischen Musik. „Wir haben auch kein großes Gelände mit vielen Bühnen. Das Festival findet überall in Playa del Carmen statt. Unsere Bühnen sind die Floors, Clubs und Beach Clubs der ganzen Stadt.“
Beats auf dem Beach Alles begann hier mit einer Konferenz für elektronische Musik, einer PR-Plattform für Showcases der Plattenfirmen. Aber schon nach ein paar Tagen – und einigen fetten Partys – begriff Phillip, dass das hier der Anfang von etwas viel Größerem sein könnte. „Die Musik, die Location, die Atmosphäre hatten diese ganz eigene Energie, alles bekam wie von selbst eine Dynamik.“ 2007 startete das Festival mit 21 Events, verteilt auf sieben Tage, und 5000 verkauften Tickets. „Im nächsten Jahr waren es 15.000“, erzählt Phillip im Blue Parrot, einem der Beach Clubs, die das Festival in den letzten Jahren verändert hat: Es geht um mehr als Sandstrand und Wasser sport. Hier steht – und das mittlerweile ganzjährig – die Musik im Mittelpunkt. 2015 verkaufte das BPM gut 63.000 Tickets, 2016 erwartet man sogar 70.000.
The Sound of the Police „Verschaff mir ein Foto mit dem DJ, und ich lass ich euch länger spielen.“ Das sagte vor einigen Jahren ein Polizist kurz vor 78
BPM ist „das Festival der Jetsetter und der Trendsetter“, so die Eigendefinition.
Schauplatz Blue Parrot: Uner und Technasia bei Back-to-back-Sets
dem offiziell festgelegten Ende einer Party. Noch in derselben Nacht sprach die lokale Polizei gemeinsam mit dem Main-Act tüchtig dem Tequila zu. Und weil so viele Fotos geschossen werden mussten, verschob sich die Sperrstunde immer weiter und weiter in den Morgen. Das war freilich nicht das einzige Mal, dass die Polizei in den Party-Modus schaltete. Einmal aß Phillip mit Richie Hawtin Tacos in dessen Lieblingsrestaurant. Statt Türen gibt es hier große Metall-Rollläden. Wenn man sie hochzieht, fühlt man sich beinahe so, als würde man auf einer der Hauptstraßen der Stadt sitzen. Beide wussten, dass sie beim Taco-Essen zu fällig auf die perfekte Location für ein Überraschungsset gestoßen waren. Ein Jahr später waren die Leute zu tausenden im Restaurant – nicht um zu essen, sondern wegen Richie Hawtin und Dubfire. Der Besitzer tanzte wie ein Verrückter und verlor irgendwann den Überblick darüber, wie viele Tacos er serviert hatte. Die Tische wurden für einen improvisierten Dancefloor weggerückt, und auf der Straße tanzten so viele Menschen, dass der Verkehr komplett zum Erliegen kam. „Das ist eine der Hauptverkehrsstraßen der Stadt, natürlich kam die Polizei. Zunächst sah alles nach Schwierigkeiten aus. Aber es dauerte nicht lange, bis auch die Polizisten mittanzten.“ Während des Festivals schläft Phillip nicht mehr als drei Stunden pro Nacht, zehn Tage lang. Wie übersteht man einen solchen Musik-und-Party-Marathon? „Für mich funktioniert es am besten, wenn ich mir das Feiern aufteile, ein wenig tagsüber, ein wenig nachts. Ich gehe um sechs Uhr abends zum Strand, höre zwei oder drei Acts. Genieße es. Esse eine Kleinigkeit, mache ein Nickerchen und wache um zwei wieder auf, um in die Nacht zu feiern. So machen das viele.“
DANILO LEWIS, DOUG VAN SANT
Überraschungen Die Idee hinter BPM ist es, in den Straßen von Playa del Carmen von einem Club zum nächsten zu ziehen und seine LieblingsDJs zu hören. Und unterwegs trifft man nicht nur andere Gäste, sondern auch andere DJs, die genau dasselbe machen. „Hier verschwinden die DJs nicht einfach nach ihrem Set. Wir müssen ständig ihre Flüge verschieben, weil sie nicht heimwollen.“ Das ganze Jahr über wird an diesen zehn Tagen über zwei Wochenenden im Jänner gefeilt und geplant – Phillip und
sein Team denken dabei an jedes Detail. Doch am Ende sind es gerade die Überraschungen, die Phillip am meisten schätzt. Zum Beispiel, als Marco Carola plötzlich aus heiterem Himmel bei einer Party in Phillips Haus auflegte. „Er spielte zehn Stunden am Stück und war kein bisschen fertig!“ Sie beschlossen, am nächsten Abend gemeinsam für Familie und Freunde zu kochen, „in der Küche kam Marco mehr ins Schwitzen als beim Auflegen“. Das sind die Anekdoten, die Phillip am meisten liebt. „Und es gibt viele Geschichten, die ich nicht erzählen darf“, sagt der Taco-liebende Italo-Kanadier mit einem Lächeln. Seth Troxler, einer der Über-DJs, nimmt immer seine Mutter zum Festival mit. „Ich sah ihn zufällig in einem Souvenirladen Sombreros kaufen.“ In der Nacht flippte die Crowd aus, als Seth in seinem DJBooth in Mamita’s Beach Club einen der Sombreros aufsetzte. So was kann man nicht planen. Es gibt nur eine Sache, die würde Phillip gern ein wenig besser kontrollieren können: das Wetter. Es kann die Ticketverkäufe ruinieren, es kann den Ablauf des Festivals durcheinanderbringen. Vor einigen Jahren warfen Wind und Regen in Mamita’s Beach Club ein ganzes Zelt um und zerstörten teures Sound equipment. Damit die Party weitergehen konnte, mussten sie Zelt und Anlage inner halb weniger Stunden neu aufbauen. „Der Regen und alles andere darf die Leute nicht davon abhalten, Spaß zu haben.“
Wachstum Das Festival in der 200.000-EinwohnerStadt, die noch vor wenigen Jahrzehnten ein winziges Fischerdorf war, wird auch in Zukunft organisch wachsen. Neben der neuen Dschungel-Location in der Nähe von Playa del Carmen gibt auch ein Kickoff-Event in Südamerika, eine Clubnacht in Europa sowie Tourdaten in Mexiko und anderen Ländern. „Aber nichts lässt sich mit Playa del Carmen vergleichen, wo wir ganze zehn Tage haben.“ Selbst wenn es ein Event ist, das Leute aus der ganzen Welt anzieht, aus Aus tralien, Europa, Afrika und Südamerika, kommt die Mehrzahl der Partygänger weiterhin aus Mexiko. „Sie lieben den Techno-Sound abseits des Mainstreams.“ Vielleicht ist das ja nicht nur Erfolgs rezept des BPM Festivals, sondern auch sein Verdienst. thebpmfestival.com
79
silvretta-montafon.at
See it. Get it. Do it.
AC T I O N !
TRAVEL
FROST BEKÄMPFUNG
Das Ende der Welt lockt mit herzerwärmend eisigen Wänden.
KEITH LADZINSKI
Eine senkrechte Felsflanke ist nicht Herausforderung genug? Wie wär’s mit einer senkrechten Wand aus Eis – in einer der entlegensten Gegenden der Welt? Nördlich vom Polarkreis warten in Ilulissat, Grönland, gefrorene Wasserfälle und vereiste Klippen darauf, bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad erklettert zu werden.
82
84
88
92
94
TRAVEL
GEAR
CULTURE
WHEELS
EVENTS 81
ACTION
TRAVEL GRÖNLAND Mehr entdecken Licht-Show Schneeschuhe an legen – und los geht’s: Geführte nächtliche Touren rund ums fros tige Ilulissat sind die perfekte Gelegenheit, eines der spekta kulärsten Natur phänomene live zu erleben: Nordlichter. pgigreenland.com
DER INSIDER
„TRITT DAS EIS SO RICHTIG – WIE EINEN FUSSBALL! UND DEIN FUSS SOLLTE IM IDEALFALL IM RECHTEN WINKEL ZUR WAND STEHEN“, SAGT MARC CAR RERAS. „WENN DIR DAS GELINGT, IST ALLES OKAY.“
82
„Fühlt sich an wie Schweben.“
Chillig An Eisbergen entlang driften und die über wältigende Polarküste erkunden wie bereits die ersten Zuwanderer hier vor inzwischen fast 4000 Jahren – und zwar von einem traditionellen grön ländischen Kajak aus. greenland.com
Carreras. „So was ist verdammt hart und sehr, sehr kni≠lig, besonders bei Wind.“ Von mentalen und physischen Heraus forderungen abgesehen, bietet Grönland Kletterern aber vor allem eines: das spek takuläre Umfeld der Region nördlich des arktischen Polarkreises. „Es gibt zwar bekanntere Orte zum Eisklettern, etwa Kanada oder Norwegen“, sagt Carreras. „Aber hier klettert man auf der Polkappe – und das ist einfach monumental!“ Nur an vier kleinen Punkten, den Spitzen der Äxte und Frontzacken der Steigeisen, im Eis zu hängen bringt Kletterern zudem eine Erfahrung, die sie im klassischen Berg sport kaum machen können: „Man fühlt sich, als würde man frei schweben“, sagt Carreras. „Es ist ein einzigartiger Blick winkel auf die Welt.“
Auf Du und Du Wer die Inuit-Kultur näher kennenlernen will, besucht ein „Kaf femik“. Bei diesem alten grönländischen Brauch laden Familien zum Essen, Trinken und Fröhlichsein in ihr Heim ein. touristnature.com
MADS PIHL (5)
Selbst für erfahrenere Kletterer sind Eis-Aufstiege eine ganz eigene Herausforderung – jeder, der auf einem ver eisten Gehweg schon mal den Boden unter den Füßen ver loren hat, kann sich das lebhaft vorstellen. „Eisklettern geht nicht so intuitiv wie Felsklettern“, sagt Marc Carreras, Geschäftsführer des Adventure-Anbieters PGI Greenland. „Die Herausforderung beim klassischen Klettern ist je zu einem Drittel technisch, physisch und mental. Beim Eisklettern spielt der Kopf eine viel größere Rolle. Eis ist nicht annähernd so stabil wie Fels – es verlangt viel Geduld und die Bereitschaft, sich sehr spezielle Techniken anzueignen. Und was absolut essentiell ist: Man muss damit zurechtkommen, außerhalb seiner Komfortzone zu sein.“ Spezielle Eisgeräte, technische Steigeisen mit riesigen Front zacken für die Füße und Eisäxte für jede Hand, geben an den glasartigen Ober Ilulissat, flächen wenigstens eine faire Chance auf Grönland Halt. Die Sicherung der Kletterer erfolgt Ilulissat über Verankerungen in solidem Fels sowie Lust auf eisige über eine Seilverbindung zum Guide. Das Abenteuer? Risiko, ins Verderben zu schlittern, ist pgigreenland.com daher gering. („Es gibt eine Regel unter professionellen Eiskletterern: ‚Fall nicht!‘“, sagt Carreras mit einem Grinsen.) Der eigentliche Härtetest ist ohnehin, bei den klirrenden Temperaturen konzentriert zu bleiben. „Letztes Jahr haben wir in Ilulissat sämtliche Wetterrekorde gebrochen und sind bei minus 20 Grad geklettert“, erklärt
THE RED BULLETIN
Engineered With
GORE-TEX 速 products GUARANTEED TO KEEP YOU DRY速 promise.
ACTION
UHREN
Redaktion: Gisbert L. Brunner
DIE NÄCHSTE GENERATION TAG Heuer tritt in der Smartwatch-Arena gegen die etablierten Goliaths an. Seit die Apple Watch im April 2015 auf den Markt kam, stehen traditionelle Uhrenhersteller vor einem Dilemma: Sollen sie versuchen, dem Technikriesen mit seinem tragbaren Wunderding die Stirn zu bieten, oder bei ihren wunderschön handgefertigten Uhren-Klassikern bleiben? TAG Heuer fand darauf eine einfache Antwort: beides! Wie bereits auf der Uhrenund Schmuckmesse Baselworld 2015 angekündigt, brachte das Unternehmen nun die TAG Heuer Connected heraus, eine neue Art von Smartwatch. Die Schweizer entwickelten sie gemeinsam mit Computerchip-Spezialist Intel und Software-Gigant Google, um einen ernstzunehmenden Konkurrenten gegen Apples jüngsten Geniestreich ins Rennen zu schicken. Bei allem technologischen Hokuspokus bleibt die Connected aber den Wurzeln von TAG Heuer treu, wie CEO Jean-Claude Biver betont: „Sie ist in erster Linie eine Uhr.“ Und tatsächlich: Das runde 46-mm-Titangehäuse trägt alle signifikanten Merkmale der bekannten TAG‑Heuer-Carrera-Uhren. Die wahre Innovation verbirgt sich jedoch hinter dem kratzfesten Saphirkristall-Touch- Die TAG Heuer Connected kann über Kontakte in screen: ein hochentwickelter, einer Ladeschale geladen mit Intel-Prozessor ausgewerden. Ihre Akkulaufzeit statteter Mikrocomputer. soll bis zu 30 Stunden betragen. Willkommen in der Zukunft … tagheuerconnected.com
84
Die digitalen Zifferblätter imitieren klassische 3-Zeigerund Chronographen-Designs von TAG Heuer. Beim Launch kann zwischen Blau, Schwarz und Weiß gewählt werden. Doch die Downloadmöglichkeit von immer neuen Zifferblättern sowie Special- Edition-Versionen setzen der Individualisierung keine Grenzen.
Über den Google Play Store lassen sich zahllose Apps herunterladen. Die Uhr selbst ist mit externen Sensoren aus gestattet – praktisch für Fitness- und Schlaf-TrackingApps – und ermöglicht ihrem Träger, Voice-Memos auf zunehmen, den Wetterbericht zu checken, Kalender-Erinnerungen zu bekommen und vieles mehr.
Die TAG Heuer Connected lädt Daten von bzw. speichert sie auf Cloud (via WiFi) oder Smartphone (via Bluetooth). Anders als die Apple Watch ist die Connected zudem „bilingual“ – sie kann sowohl mit Android- als auch mit iOS-Geräten kommunizieren (wenn auch mit Einschränkungen bei letzteren).
THE RED BULLETIN
GEAR
Jean-Claude Biver, 66, TAG-Heuer-CEO
ZUKUNFTSSICHER
GETTY IMAGES
TAG-Heuer-CEO Jean-Claude Biver über die Connected. The Red Bulletin: Welche Idee steht hinter der TAG Heuer Connected? Jean-Claude Biver: Ihr Kern steckt in unserem Slogan: „Swiss Avant-garde since 1860“. Wenn man seit 1860 Avantgarde ist, gilt das natürlich auch für 2015. Avantgarde zu sein ist für TAG Heuer ein Prozess aus Tradition ebenso wie aus Innovation. Da passt die Connected genau ins Konzept. Und wie kam es zur Entwicklung der Uhr? Die Idee kam uns wegen Apple. Die Schweizer Uhrenindustrie war bislang nicht sehr in SmartTechnologien involviert. Wir hatten das immer als Neben sache betrachtet, als etwas für Sport- und Outdoor-Aktivitäten.
THE RED BULLETIN
Die Apple Watch hat uns einen kleinen Schock versetzt, sie hat uns wachgerüttelt. Aber da hatte Apple natürlich einen riesigen Vorsprung. Uns war klar, wenn wir diese Arena betreten, haben wir viel aufzuholen. Mit Intel und Google haben Sie sich ziemlich starke Partner ins Boot geholt … Eine Zusammenarbeit mit Partnern, die so weit wie Apple sind, war der einzige Weg. Für Software war Google mit seiner Android Wear die einzige Option – 70 Prozent Markt anteil! Bei der Hardware gehört Intel einfach zu den Techno logiemarktführern. Sie sind unsere strategischen Partner. Google liefert uns quasi das Chassis, Intel den Motor. Es
war ein logischer Schritt: Tut man sich mit dem Marktführer zusammen, ist man immer am aktuellsten Stand. Kauft man nur die Technologie, läuft man stets Gefahr, am Ende mit etwas Veraltetem dazustehen. Entwickelte TAG Heuer die Hardware gemeinsam mit Intel, oder kamen die Ideen allesamt aus Kalifornien? Intel machte uns mehrere Vorschläge. Im Sommer 2014 hatten wir noch darüber gesprochen, einen Mikroprozessor zu benützen, wie es Apple und ei-
„Wenn man seit 1860 Avantgarde ist, gilt das natürlich auch für 2015.“
nige der anderen Firmen machten. Aber dann tauchte der Leiter der Entwicklungs abteilung mit diesem Ding auf, gerade mal so groß wie eine Münze, aber voller elektronischer Komponenten. Ich fragte, was das sei. Er sagte: „Ein Computer.“ Ich war sprachlos. Sie erklärten mir, dass dieses Teil ganz einfach mit einem Bildschirm und einer Tastatur betrieben werden könne, der kleinste Computer der Welt. Ich sagte, wir sollten diese Technologie nützen, voraus gesetzt, sie wäre zeitgerecht marktreif. „Computer“ impliziert einen gewissen Grad an Auto nomie. Ja, das ist auch der Fall – was bestimmte Basisfunktionen betrifft, ist die Connected tatsächlich autonom. Man kann mit ihr Musik hören oder einfach die Uhrzeit checken. Um jedoch die volle Bandbreite an Funktionen nützen zu können, braucht man noch immer eine WiFi- oder eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone. Die Connected ist in erster Linie eine Uhr, auch wenn sie einen Mikrocomputer besitzt. Eines der größten Probleme mit Smartphones – und auch Smartwatches – ist, dass sie binnen kurzer Zeit veraltet sind. Wie verhält es sich da mit der TAG Heuer Connected? Wird man sich alle ein, zwei Jahre eine neue Uhr anschaffen müssen? Nein, natürlich nicht. Man kann neue oder verbesserte Software installieren – wie bei einem Smartphone. Wer immer die jüngsten technologischen Innovationen haben will – wie beispielsweise eine Uhr mit integrierter Kamera –, wird sich irgendwann ein neues Modell kaufen müssen. Es scheint aber so zu sein, dass potentielle Smartwatch-Kunden diese Tatsache in Kauf nehmen. Wir haben noch keine Erfahrung in dem Bereich – das ist Neuland für uns. Wir müssen einfach schauen, wie es läuft, und daraus lernen.
85
ACTION
GEAR
VOLLE KONTROLLE
Smarte Technologie für ein Leben ohne Kabelsalat. Anki Overdrive
Sengled Pulse
Nest Thermostat
Der Albtraum jeder Carrera-Rennbahn: Dank elastischer Streckenteile muss die Bahn nicht eben verlaufen. Gesteuert und gefeuert wird kabellos via Smartphone. Sick. anki.com
Via App steuert man die smarte Birne mit dimmbarer LED-Leuchte und Bluetooth-Speaker. Für satteren Sound koppelt man sie mit anderen Satelliten-Leuchten. shop.sengled.com
Die dritte Thermostat-Generation erhält den Heizbefehl via Smartphone. Das Ding analysiert Heizgewohnheiten und gibt Tipps. Fast schon unheimlich. nest.com
Connected Scale von Drop Antitalent in der Küche? Mit der cleveren Küchenwaage könnte sich das ändern. Sie verbindet sich mit Smartphone oder Tablet und gibt aufs Gramm genaue Anweisungen. getdrop.com
Aufgeladen werden die Autos auf der mitgelieferten Lade station. Das dauert keine zehn Minuten, also gut zwei YouTube-Videos.
86
Razer Nabu
Smarter Coffee
Fitness-Tracker und Armbänder mit SmartphoneAnbindung gab es schon vor Razer. Social-MediaKontakte zwischen zwei Nabus per Händeschütteln austauschen ist aber neu. razerzone.com
Der Traum jedes Koffeinfreaks: Die Kaffeemaschine mit WiFi-Anbindung mahlt Bohnen und brüht Kaffee auf Befehl direkt nach dem Aufstehen oder schon am Nachhauseweg. firebox.com
Fugoo Style
Mit seiner auswechselbaren Hülle ist der Fugoo einer der modischsten Bluetooth-Lautsprecher am Markt. 40 Stunden Wiedergabe, 360-GradSound: einpacken, mitnehmen. fugoo.com
THE RED BULLETIN
THE RED BULLETIN PROMOTION
ANZEIGE
auf das Helge Payer fliegt riolet. Cab que Evo e neu
GENAU DEINS: INDIVIDUALITÄT!
Fotos: Achim Bieniek
D a n n kö n n te e s a u c h g e n a u d e i n D i n g s e i n , d a s b ra n d n e u e Ra n g e R ove r Evo q u e C a b r i o l e t e i n e n S o m m e r la n g zu fa h r e n . Zugegeben, SUVs gibt es wie Sand am Meer. In diesem Crossover-Einerlei ist der Range Rover Evoque seit nunmehr vier Jahren eine Ausnahmeerscheinung. Kein Wunder, dass er sich in kürzester Zeit zum Bestseller entwickelte und mehr als 100 internationale Design- und Automobil-Preise einheimste. Nun setzt Land Rover noch eins drauf – besser gesagt, nimmt dem Evoque oben etwas weg, nämlich das Dach: Im Frühjahr 2016 rollt der Evoque, als weltweit erstes Cabriolet in der Klasse der kompakten Premium-SUV, zu den Händlern. Die Testfahrten im Crossrail-Tunnel, der aktuell unter der Londoner City entsteht, zeigten bereits eindrucksvoll, dass der Neuling unverfälschte Land Rover-Gene
besitzt. So viel ist jetzt schon fix: Ein Cabriolet mit leichtem Stoffdach für alle Jahreszeiten, mit komfortablem Platz für vier Passagiere und Skisack mit opti maler Leistung auf jedem Terrain. Auch Helge Payer, ehemaliger Torhüter der österreichischen Nationalmannschaft, freut sich schon auf das Evoque Cabriolet. Der Besitzer einer Torwartschule und TV-Fußballexperte legt übrigens auch immer wieder als DJ Hand an. Ein Individualist eben. Und was macht dich einzigartig? Zeig’s uns auf einem Foto, werde das Evoque Urban Individual und fahr einen Sommer lang oben ohne!
www.urbanindividuals.at
DIE INDIVIDUELLEN HIGHLIGHTS DES EVOQUE CONVERTIBLE Weltweit das erste Cabriolet in der Klasse der kompakten Premium-SUV.
Im Heck verborgener Überrollschutz, aktiviert in 90 Millisekunden.
Vollautomatisches Sto≠ dach mit hervorragender Schallisolierung.
W I R S UC H E N D IC H! Slacklinen in der City, Gra∞ti-Kunst im urbanen Raum oder BASE Jumping – was macht dich individuell? Zeig’s auf einem Foto, werde EVOQUE URBAN INDIVIDUAL und GEWINNE DAS EVOQUE CABRIOLET für den kom menden Sommer 2016! Foto-Upload und Infos zum Gewinnspiel auf www.urbanindividuals.at Infos zum Evoque Cabriolet findet man auf www.landrover.at
ACTION
CULTURE Macht sich nass: Für die Rolle des Bodhi lernte Ramírez surfen.
SCHARF AM SCHIRM
Neue Releases, die man auf dem Radar behalten sollte.
FILM „The Revenant“ „Birdman“-Regisseur Alejandro G. Iñárritu zeigt Leonardo DiCaprio als Trapper auf einem Rachefeldzug gegen diejenigen, die ihn in der Wildnis dem Tod überließen. Reicht es für Leo diesmal zum Oscar? Ab 15. Jänner werden Wetten angenommen. foxmovies.com
WILDER HUND
Das Remake des Action-Thrillers „Point Break“ packt noch ein paar Extremsportarten drauf. Wir trafen den neuen Bodhi, Édgar Ramírez. The Red Bulletin: Wie ist es, die Rolle eines Extremsportlers angeboten zu bekommen, der zum Bankräuber wird? Édgar Ramírez: Ich war vierzehn, als der erste „Point Break“ („Gefährliche Brandung“, Anm.) in die Kinos kam. Der hat mich echt geprägt. Hätte mir jemand erzählt, dass ich einmal Bodhi spielen würde … ich hätte ihn für verrückt erklärt. Der Charakter hat mich unglaublich beeindruckt, wegen seiner Freiheit und des idealistischen Kampfs, den er führt. Zu der Zeit ging es ja überall nur um Kohle, und genau dagegen hat Bodhi rebelliert. Jetzt bezahlen wir die Rechnung dafür, und die Jungs im neuen Film lassen sich das nicht gefallen – es geht nicht nur um eine Auf lehnung gegen das System, es geht um eine echte Revolution. Hand aufs Herz: Wie viele der Stunts sind selbst gemacht? Wir gingen ans Limit und manchmal darüber hinaus. Als wir die Kletterszenen beim Salto Ángel in Venezuela drehten, hing ich am höchsten Wasserfall der Welt, unter mir 900 Meter Todesrauschen. Ich lernte in Tahiti surfen, in einem der heftigsten Wellengänge des Jahrhunderts. Das war keine Blue Box. Das war echt und mehr als eine Produktion, es war eine Expedition. Top-Athleten und -Stuntmänner waren als Ratgeber am Set – wie hat sich das auf den Dreh ausgewirkt? Es war eine große Ehre, Laird Hamilton als Surflehrer, Xavier De Le Rue als Freeride-Guru und Chris Sharma als Kletter-Mentor zu haben. Sie haben uns Techniken beigebracht und psychisch vorbereitet – wir versuchten ihren Stil nicht nur zu kopieren, sondern wollten auch verinnerlichen, was diese Jungs fühlen, wenn sie ihre irren Dinge schaffen. Das war eine unfassbare Erfahrung. „Point Break“ läuft ab dem 21. Jänner im Kino.
88
ADRENALINJUNKIES Wenn Extremsport auf Action-Filme trifft. „Point Break“ (1991) Der spirituelle Krieger Bodhi (Patrick Swayze) und seine surfende Bankräubergang werden vom FBI-Agenten und Ex-Footballspieler Johnny Utah (Keanu Reeves) unterwandert. Regisseurin: Kathryn Bigelow! „Cli≠hanger“ (1993) Sylvester Stallone (der auch am Drehbuch mitkämpfte) gerät in den Rockys als Klettermax Gabe Walker in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel mit John Lithgows Söldnertrupp.
GAME „Lego Marvel’s Avengers“ Spiel die Miniaturversion von „Captain America“, „Iron Man“ und Co in Legos jüngstem Digital-Ableger, der dem Plot von „Avengers Assemble“ und „Avengers: Age of Ultron“ (und jedem MarvelFilm dazwischen) folgt. Ab 29. Jänner auf allen Plattformen. lego.com
„Tödliche Geschwindigkeit“ (1994) Charlie Sheen als eigenwilliger Fallschirmsprung-Trainer und die ehemalige KGB-Agentin Nastassja Kinski durchkreuzen die Pläne der russischen Mafia.
DVD „Brenna tuat’s schon lang“ Regisseur Marcus H. Rosenmüller erzählt in seiner Kino-Doku die Karriere des musikalischen Querdenkers Hubert von Goisern. Mit 83 Minuten Bonusmaterial, inklusive unveröffentlichter Konzert-Highlights. www.hubertvongoisern.com
THE RED BULLETIN
INTERPOL PICTURES, TWENTIETH CENTURY FOX FILM CORPORATION, NIKO TAVERNISE/HBO
FILM
CULTURE
ACTION
PROSIT!
DIETMAR KAINRATH
Kainraths Neujahrswünsche in zwei Bildern.
Mehr geht nicht. 0€
Handy
35 € Tarif
GratisAktivierung GratisRufnummernmitnahme
Samsung Galaxy S6
20 € Servicepauschale /Jahr. Aktion gültig bis 31.12.2015. 24 Monate Mindestvertragsdauer. 35 € / Monat im Tarif Hallo XL. Details: www.drei.at
CULTURE
THE PLAYLIST MATT BERNINGER
TALENTALARM Das neue Jahr bringt neue Gesichter. Hier drei aufstrebende Musikerinnen, die man 2016 auf der Rechnung haben sollte.
2013 erschien das sechste Album der Indie-Rock- Titanen von The National: „Trouble Will Find Me“ schaffte eine Grammy-Nominierung und Top-3- Plätze in den US- und UK-Charts, es folgte eine 18-monatige Welttournee. Statt dann Pause zu machen, ging Frontmann Matt Berninger ins Studio und arbeitete gemeinsam mit Musikerkollege Brent Knopf am Nebenprojekt EL VY. Im Gegensatz zu den melancholischen The-NationalSongs gibt es auf dem Debüt „Return to the Moon“ zackige New-Wave-Riffs und optimistische Disco-Rhythmen. Uns erzählt der 44-Jäh rige, welche Songs ihn geprägt haben. elvy.co
Minutemen
Olivia Newton-John
„This Ain’t No Picnic“ (aus: „Double Nickels on the Dime“)
„Hopelessly Devoted to You“
„Als ich ‚Return to the Moon‘ schrieb, sah ich ‚We Jam Econo‘, eine Doku über die US-Punkband Minutemen und die Freundschaft zwischen deren Mitgliedern D. Boon und Mike Watt. Es geht um Liebe, Schmerz und diesen ganzen Jugendscheiß. Der Film war eine große Inspiration für die Figuren meiner Songs. Was die Musik von Minutemen angeht, gehört das mit zum Besten.“
„Als kleiner Junge war ich wahnsinnig in Olivia Newton-John verliebt. Ich glaube, sie war meine erste große Liebe, entweder sie oder Annette Funicello vom Mickey Mouse Club. Aber auch ihre Musik war großartig. Es liegt so viel Romantik in einem Song wie ‚Hopelessly Devoted to You‘, und mit zwölf geht das einem echt nah. Es ist unmöglich, sich nicht in Olivia zu verlieben.“
The Smiths
Leonard Cohen
„Bigmouth Strikes Again“
„Famous Blue Raincoat“ (aus: „Songs of Love and Hate“)
„Wie alle meine Schulfreunde hörte ich Van Halen, Rush und AC/DC. Das änderte sich, als meine Schwester diese Single nach Hause brachte. Mit dem Song formte ich so was wie eine Identität. Zum ersten Mal merkte ich, dass Musik mehr als Unterhaltung sein kann, dass es Musiker gibt, die in hässliche und unsichere Regionen ihres Herzens vordringen und damit großartige Popsongs schaffen.“
„Ich versuche seit Jahren eher vergeblich, Liedtexte zu schreiben, die es mit denen Leonard Cohens aufnehmen können. Mein Cohen-Moment auf dem EL‑VY-Album ist ‚Sleeping Light‘, da kehre ich den Frauenhelden in mir hervor. Keine Ahnung, wie überzeugend das ist. Dieser wundervolle Cohen-Klassiker war meine Referenz, aber Matt Berninger ist wohl nicht so sexy wie Leonard Cohen.“
Duran Duran „Rio“ „Ich liebe den Song. Und erst das Video! Simon Le Bon und Band mit Supermodels auf einer fetten Yacht. Auch das versteh ich unter dem guten Rockstar-Leben, von dem ich immer geträumt hab. Und was habe ich erreicht? Ich bin verheiratet, habe Kinder und bin Frontmann von The National, einer Band, die nie im Leben auf ein Boot steigen würde. Ich finde, ich bin ein gottverdammter Loser.“
90
Dua Lipa Die 20-jährige Londonerin steht beim selben Management wie Lana Del Rey unter Vertrag, ihre rauchige Debüt-Single „New Love“ hat FKATwigs-Koproduzent Emile Haynie aufgefettet. Für Fans von: Sia, Adele Anspieltipp: „New Love“
THE GADGET Batband
Das Ding sieht nicht nur aus wie eine Sci-Fi-Requisite. Es ist womöglich die Zukunft, wie wir Musik unterwegs hören. Anders als gewöhnliche Bluetooth-Headsets bedient sich das Batband der KnochenLeit-Technologie. Dabei wird Musik mittels Vibrationen über die Schädelknochen transportiert, die Ohren bleiben frei, und man kriegt Geräusche der Außenwelt mit. studiobananathings.com
Miya Folick Die Kalifornierin wuchs in einer buddhistischen Familie auf und wird als herausragendes Songwriting-Talent gehandelt. Ihre Folk-Songs sind karg, kraftvoll und doch zart. Für Fans von: Feist, Cat Power Anspieltipp: „I Got Drunk“
Alessia Cara In weniger als einem Jahr wurde aus dem YouTube- Ruhm der 19-jährigen R&B-Sängerin nicht nur ein Plattenvertrag beim Riesenlabel Def Jam, zudem steht auch Taylor Swift auf sie. Für Fans von: Lorde, The Weeknd Anspieltipp: „Here“ DEIRDRE O’CALLAGHAN, KIRSTIN SINCLAIR
ACTION
THE RED BULLETIN
Your favourite artists share their personal playlists: Headphone Highlights on rbmaradio.com
ACTION
WHEELS MOTORMERCH … und ein, ähm, Mini4WD.
Bentley Collection Einen Hauch mehr Understatement als der Bentayga bringen die jüngsten Neuzugänge in Bentleys LifestyleKollektion – alles von Ledertaschen zu Kaschmirschals. bentleycollection.com
COMEBACK MIT KNALL
Alfa Romeo meldet sich in Bestform zurück. Mit seiner neuen Giulia Quadrifoglio provoziert Alfa Romeo hinsichtlich Spezifikationen und Preis durchaus Vergleiche mit den etablierten Giganten unter den Mittelklasse- Limousinen: Ihr 510-PS-Motor und die 3,9 Sekunden von 0 auf 100 stellen sie unvermeidlich in eine Reihe mit BMW M3, Audi RS 4 oder Mercedes-AMG C 63. Doch in diese Gesellschaft gehört die Giulia Quadrifoglio eigentlich ja gar nicht. Während es nämlich bei anderen Marken um Bewunderung geht, geht es bei Alfa Romeo um Liebe.
NATÜRLICHE SCHÖNHEIT
Bentley bringt Luxus in die Landschaft. Angesichts der unaufhaltsamen Zunahme von Edel-SUVs war es nur eine Frage der Zeit, bis echte Luxusmarken ihre Interpretation des Themas vorlegen. Für alle, die das neue Range-Rover-Spitzen modell nicht opulent genug finden, gibt es nun den Bentley Bentayga – Bentley und SUV in einem. Sein 6-Liter-W12-Biturbo liefert dem Bentayga 600 PS, das Interieur wurde von den Kunsthandwerkern des Bentley-Ateliers handgebaut und bietet detailreichen Luxus, wie ihn nur generationenlange Erfahrung hervorbringen kann. Selbstverständlich stehen auch so ziemlich jeder Farbton, jedes Leder und jede Holzmaserung zur Wahl. Wer also ins Gelände will, ohne auf Komfort zu verzichten, hat mit dem Bentley Bentayga jetzt endlich Gelegenheit dazu. bentleymotors.com
92
Etwas gezügeltere Giulias werden folgen, den Launch bestreitet Alfa aber mit dem Topmodell: Unter der langen Haube verbirgt sich ein gemeinsam mit Ferrari ent wickelter 2,9-Liter-V6-Biturbo. Und die von Alfa-Limousinen gewöhnte Eleganz wurde durch eine markantere Linienführung und wuchtigere Form ersetzt. Trotz allem ist die Giulia auf eine Art schön, wie ihre deutschen Rivalen es nicht sind – schließlich wollte Alfa bestehende Verehrer begeistern und gleichzeitig die Marke vorwärtsbringen. alfaromeo.com
Die Giulia Quadrifoglio erreicht 307 km/h, ihr elektronisches Sperrdifferential sorgt auch bei rasantestem Speed für optimale Traktion und sicheres Handling.
Land-RoverTretauto Land Rover will offenbar jüngeres Publikum anziehen: Die maßstabsgetreue Miniversion des klassischen Defender beeindruckt mit Details und kostet tatsächlich nur etwa die Hälfte vom großen Bruder. landrover.com
Jaguar by Oliver Sweeney Zwei neue schöne Schuhmodelle für Fahrer: Weslake sowie Sayer (im Bild unten), benannt nach Motorenbauer Harry Weslake bzw. Autodesigner Malcolm Sayer. oliversweeney.com
THE RED BULLETIN
purwitzer.at
MOMENTE ‌ die du nie vergisst!
carrera-toys.com
ACTION
EVENTS Christian Schwegler (links/Nr. 6, mit Yordy Reyna und Stefan Stangl) erzielte in Wien das Siegestor.
SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen
11
Dezember BiathlonWeltcup Rund 40.000 Zuschauer wollen Österreichs Biathlon-Asse wie Simon Eder oder Dominik Landertinger zum ersten Heim-Podestplatz seit vier Jahren treiben. 11. – 13. 12., Hochfilzen
16
Dezember Manu Delago
Die österreichische Fußballbundesliga verabschiedet sich mit der 20. Runde in die Winterpause – und das mit einem echten Schlagerspiel: Der Meister aus Salzburg empfängt den Vizemeister aus Wien. Gibt es in der dritten direkten Saisonbegegnung endlich den ersten Heimsieg? Bei den ersten beiden Duellen setzte sich jeweils die Gastmannschaft mit 2:1 durch. redbullsalzburg.at
14. – 17. Jänner Skiflug-WM
16. Dezember K.I.Z Gasometer, Wien 2005 stellten K.I.Z die deutsche Hip-Hop-Welt auf den Kopf: mit den satirisch-frechen Texten ihrer Hits wie „Alles Schlampen außer Mutti“, die provozierten, ohne Gewalt zu verherrlichen. Und mit wilden Live-Shows, die dem Berliner Quartett schon früh den Ruf als Punks des Deutschrap einbrachten. Nun präsentieren K.I.Z ihr fünftes Album „Hurra die Welt geht unter“ (Nummer 1 in Deutschland und der Schweiz) erstmals live in Wien. k-i-z.com
Kulm, Bad Mitterndorf Gregor Schlierenzauer (Bild) hat den zweiten Skiflug-WM-Titel nach 2008 im Visier. Die Konkurrenz ist stark, allen voran Titelverteidiger Severin Freund (GER), der mit 237,5 Metern auch den Schanzenrekord am Kulm hält. skifliegen.at
19. Dezember Rise & Fall Mayrhofen im Zillertal Einzigartiger Staffelbewerb für Skibergsteiger, Paragleiter, Mountainbiker und Skifahrer bzw. Snowboarder. Eines haben sie gemeinsam: Zu überwinden gilt es 430 Höhenmeter – für die Bergsteiger und Mountainbiker rauf, für Paragleiter und Skifahrer/ Boarder runter. riseandfall.at
94
19
Dezember Peaches Stars von Madonna bis Iggy Pop verehren die Kanadierin wegen ihrer irren Auftritte zwischen Punk-Konzert, BurleskShow und Musical. 19. 12., Ottakringer Brauerei, Wien
19
Dezember Blue Tomato Plan P Zweiter Stopp der mit 40.000 Euro dotierten QParks Tour für Free skier und Snowboarder. Startberechtigt: Profis und Amateure. 19. 12., Superpark Planai
THE RED BULLETIN
GEPA PICTURES, MICHAEL WERLBERGER
13. Dezember Red Bull Salzburg vs. Rapid Red Bull Arena, Salzburg
Hauptberuflich spielt Delago in Björks LiveBand das Hang. Ein topf förmiges Blechinstrument, dessen sanfte Klänge er bei den SoloKonzerten mit Elektronik-Beats mixt. 16. 12., ARGEkultur, Salzburg
THE RED BULLETIN PROMOTION
ANZEIGE
EIN ECHTER AUFSTEIGER!
Fotos: Reinhard Fichtinger
Wa s h a b e n B o u l d e r-We l t m e is te r i n A n n a S tö h r u n d d e r Fo r d Ku g a g e m e i n s a m ? S i e s i n d b e i d e ex t r e m g e lä n d eg ä n g i g u n d b eweg e n s i c h h öc h s t e l eg a n t a u f j e d e m Te r ra i n – i n d er S t a d t u n d a u f d e m L a n d .
Die Kraft, Technik und die nötige Cleverness sind beim Bouldern das A und O. Eine, die zweifelsohne über alle drei verfügt, ist Anna Stöhr. Die Tirolerin hat damit beim Bouldern schon alles erreicht, was es zu erreichen gibt, und ist doppelte Weltmeisterin (2007 und 2011). Auch der beliebteste SUV aus dem Hause Ford ist ein echter Aufsteiger, ein ungebrochener Verkaufsschlager und immer für Überraschungen gut. So debütierte die derzeit aktuelle, zweite Kuga-Generation schon 2012 mit einer sensorgesteuerten Heckklappe. Unerwartete Situationen machen das Bouldern wie die Fahrt mit dem Ford Kuga spannend. Schließlich macht er dank seinem intelligenten Allradantrieb alles mit und bleibt – wie Anna – stets stabil und kraftvoll auf Kurs. Ins neue Modelljahr startet der kompakte SUV mit einigen Neuigkeiten, die nicht nur Anna Stöhr freuen werden:
„Es sind immer neue Herausforderungen zu bewältigen. Keine Bewegung ist komplett gleich, und daher wird es nie langweilig!“ ANNA STÖHR, BOULDER-WELTMEISTERIN
Innen gibt ein neues Interieur samt dem sprachgesteuerten Kommunikations- und Entertainmentsystem Ford SYNC 2 den Ton an. Damit lassen sich gekoppelte Mobiltelefone, Entertainment-Funktionen, Klima und Navigation mit einfachen Sprachbefehlen oder alternativ über einen acht Zoll großen Bildschirm steuern. Außen glänzt der Kuga in den neuen, markanten Karosserie-Farben CasalisGrün und Iridium-Schwarz.
www.ford.at
KAMERAD AUF 4 RÄDERN Kraftvoll im Gelände, souverän auf der Straße, einzigartig im Komfort: Der Ford Kuga vereint Offroad-Fahrspaß mit höchster Alltagstauglichkeit und Sicherheit. • Innovative Fahrer-Assistenzsysteme: Einpark-Assistent, Toter-Winkel-Assistent, Active City Stop-System, Fahrspur-Assistent, ein Fernlicht-Assistent, Müdigkeitswarner, Verkehrsschild-Erkennungssystem. • Motoren: zwei EcoBoost-Benzinmotoren (110 kW/150 PS und 134 kW/182 PS) und drei TDCi-Dieselmotoren (88 kW/120 PS, 110 kW/150 PS und 132 kW/180 PS). Drei Triebwerke lassen sich mit dem intelligenten Allradantrieb kombinieren, für zwei der 4 × 4-Versionen steht das Ford PowerShiftAutomatikgetriebe zur Wahl.
ACTION
EVENTS NEVER STOP Wie man zu laufen beginnt und nie wieder stehen bleibt.
Start Ab diesem Moment gibt es keine Ausreden mehr: einmal losgelegt, nie mehr aufgehört. Prokrastinieren (bitte nachschlagen) sinnlos, der Startschuss für ein aktives Leben erfolgt genau jetzt. (Na gut, diese Seite fertig lesen gilt noch.)
Ob Wings for Life World Run oder Extremlauf: Entscheidend ist der erste Schritt.
Er war stark übergewichtig, rauchte und trank. Dann begann er zu laufen und wurde Extremläufer: Christian Schiesters drei Tricks, ein aktives Leben zu beginnen. Zwei Dinge braucht es, um den Couch-Potato hinter sich zu lassen: „Erstens einen verbindlichen Startschuss. Und der erfolgt jetzt, in dieser Sekunde. Worauf warten?“ Aufschieben Christian Schiester, sei bloß eine Flucht vor Langstreckenmann dem eigenen Mut: „Der Mensch ist historisch als Läufer geboren. Es gibt keinen Grund, nicht zu laufen.“ Nächster Schritt: ein weißes Blatt Papier. „Darauf notierst du täglich deine gelaufenen Kilometer.“ Tempo, Distanz? Egal. „Selbst bloß zu gehen ist besser, als zu sitzen.“ Schiesters Zettelstapel, an denen er täglich vorübergeht, beinhalten Läufe durch Wüsten und ewiges Eis genauso wie seine ersten Meter, an die er sich bestens erinnert: „Ich wog 100 Kilo und wollte die drei Kilo meter bis zum Schloss in meinem Heimatort schaffen, ohne stehen bleiben zu müssen.“
96
Seine ersten Ausflüge endeten beim Briefkasten am Ende der Straße. Aber: „Ich habe nicht mehr aufgehört – weil ich jeden Tag an dem weißen Zettel vorbeimusste.“ Der Lohn ist der dritte Trick des einstigen Bonvivants: „Wenn du nach dem Sport heim kommst, fühlt sich alles anders an – die Dusche, die frische Wäsche. Dann darf’s auch ein Bier sein oder eine Pfeife im Sonnen untergang. Zuvor muss man allerdings seinen Hintern in die Höhe gebracht haben.“ Es sei, wie ein großes Rad zu drehen: „Am Anfang ist viel Kraft erforderlich, um es in Bewegung zu bringen. Doch je länger man es dreht, umso leichter geht es, bis schließlich alles fast wie von selbst geschieht.“ Am 8. Mai 2016 erfolgt an weltweit 34 Locations (in Österreich: Wien) zeitgleich der Startschuss zum Wings for Life World Run 2016. Wer schafft es, dem verfolgenden Catcher Car am längsten zu ent kommen? Infos, Tipps und Anmeldung: www.wingsforlifeworldrun.com
Papier Ein weißes Blatt Papier dokumentiert, wie weit du heute gelaufen bist. Wichtig: Man notiert das tatsächlich Erreichte, keine Wünsche, Vor haben oder Trainings pläne. Dieses Blatt wird gut sichtbar in der Wohnung platziert.
Goodie Jeder Mensch hat Dinge, auf die er sich besonders freut: ein Stück Kuchen, ein Glas Wein, gute Musik und ein Buch auf dem Sofa. Belohnung kommt von Lohn: Nur wer etwas geleistet hat, hat auch Anspruch darauf.
THE RED BULLETIN
PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL, MIRJA GEH/RED BULL CONTENT POOL
„EIN WEISSES BLATT PAPIER“
WINTER AM RING
VON 28. NOVEMBER 2015 BIS 21. FEBRUAR 2016
WINTER-BUGGY WINTERWANDERWEG WINTERTRAININGS ADVENTDORF BULLEN-RUTSCHE INDOOR TRIAL EISLAUFEN LANGLAUFEN BIATHLON KINDERRODELN UVM... www.projekt-spielberg.com www.facebook.com/Projekt.Spielberg
Maria Mayr Chefeinkäuferin Liebe Fussl Kundin! Lieber Fussl Kunde! Die Adventzeit steht vor der Tür. Sicher sind auch Sie auf der Suche nach Geschenken. Gönnen Sie sich eine schöne Zeit bei Fussl und vielleicht finden Sie das eine oder andere Lieblingsstück für Ihre Lieben oder für Sie persönlich. Gerade bei den bevorstehenden Weihnachtsfeiern wollen Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen. Verlassen Sie sich dabei auf die Stil- und Qualitätssicherheit von Fussl. Damen setzen auf feminine Looks mit einem Touch Lässigkeit, Akzente setzt ein leuchtendes Orangerot. Trendige Herren lieben Strick in allen Varianten, modische Hemden und lässige Sakkos. Diese aktuellen Kombinationen sind auch als Weihnachtsgeschenk immer gern gesehen. Ich wünsche eine stimmungsvolle Adventzeit und ein schönes Weihnachtsfest! Geschenktipp: Die beliebten Fussl-Geschenkkarten (siehe Seite 4) erhalten Sie in allen Filialen. Diese Karten sind unbegrenzt gültig und machen unter dem Christbaum sicher Freude. Ab € 50,erhalten Sie ein kleines Präsent gratis dazu!
Sa.Hara
Kleid 59.99
Sa.Hara
Blusentop 39.99
Sa.Hara Edition Hose 49.99
17&co.
Poncho 29.99
Sa.Hara
Kleid 69.99
Sa.Hara
Blusentop 39.99
Jean Carriere Gilet 49.99 Pulli 49.99 Hemd 39.99
Jean Carriere Pulli 49.99 Hemd 39.99
Jean Carriere
Cordsakko 89.99 Hemd 34.99
Weihnachtsgeschenkkarte
Ein Geschenk, das jeden Wunsch erfüllt! Erhältlich in allen Fussl Modestraßen – eine edle Verpackung gibt‘s gratis dazu! Sie können Ihre Karte auch individuell auf www.fussl.at/de/geschenkkarte/ gestalten.
Jean Carriere Weste 39.99 Hemd 39.99
Jean Carriere Pulli 49.99 Hemd 29.99
Jean Carriere Jean Carriere
Pulli 49.99 Hemd 29.99
Pulli 39.99 Hemd 34.99
17&co.
Weste 49.99
Jean Carriere Hemd 34.99
Jean Carriere Pulli 29.99 Hemd 34.99
Jean Carriere Pullover 39.99 Hemd 34.99
Jean Carriere Pullover 39.99 Hemd 39.99
Jean Carriere Hemd 34.99 T-Shirt 15.99
Jean Carriere Pullover 39.99 Hemd 29.99
17&co. OBERÖSTERREICH
Asten, Bad Hall, Bad Ischl, Braunau, Eferding, Enns, Freistadt, Gmunden, Haid, Linz 3x, Mattighofen, Mauthausen, Micheldorf, Ort, Ottensheim, Perg, Ried/I. 3x, Rohrbach 2x, Schärding, Schlüßlberg, Seewalchen, Steyr, Traun, Vorchdorf, Vöcklabruck 2x, Wels 2x
Blazer 89.99
Jean Carriere Hemd 29.99
SALZBURG
Bischofshofen, Bruck/Glocknerstraße, Elsbethen, Eugendorf, Mittersill, Saalfelden, Salzburg Ginzkeyplatz, St. Johann/Pongau, Tamsweg TIROL
Fügen/Zillertal, Hall, Imst, Innsbruck, Kufstein, Lienz, Landeck, Mayrhofen, Reutte, Schlitters, St. Johann, Vomp, Völs, Wörgl 2x STEIERMARK
Bad Radkersburg, Deutschlandsberg, Fohnsdorf, Fürstenfeld, Gleisdorf, Gralla, Citypark Graz, Graz Nord, Kapfenberg, Knittelfeld, Leibnitz, Leoben 2x, Liezen, Mürzzuschlag, Murau, Mühldorf/Feldbach, Rosental KÄRNTEN
Feldkirchen, Hermagor, Klagenfurt, Neukauf Spittal/Drau, St. Andrä, St. Veit, Villach, Völkermarkt, Wolfsberg NIEDERÖSTERREICH
Bad Vöslau, Baden-Oeynhausen, Bruck a. d. Leitha, Gänserndorf, Gmünd, Groß Enzersdorf, Herzogenburg, Hollabrunn, Horn, Krems 2x, Leobersdorf, Melk, Mistelbach, Neulengbach, Neunkirchen 2x, Purgstall, Stockerau, St. Pölten 2x, Traisen, Vösendorf, Waidhofen/ Thaya, Waidhofen/Ybbs, Wr. Neudorf, Wiener Neustadt 2x, Ybbs a. d. Donau, Zwettl VORARLBERG
Bludenz-Bürs, Bregenz 2x, Egg, Götzis, Hard 2x, Hohenems, Rankweil BURGENLAND
Eisenstadt, Frauenkirchen, Güssing, Mattersburg, Neusiedl, Oberpullendorf, Oberwart, Parndorf WIEN
Businesspark, Citygate, Columbus Center, Gatterederstraße, Stadlau NEUERÖFFNUNG IM NOVEMBER: Bad Radkersburg, Wiener Neustadt Fischapark Die genauen Adressen der angeführten Filialen finden Sie auf www.fussl.at
fussl.at
HOT STUFF & COOL EVENTS
HABT MEHR Empfehlungen des Hauses für mehr Spaß, Action und Performance im Schnee, kundig ausgewählt von Menschen, die es wissen müssen.
WINTER!
Silvretta Montafon
Open Faces Freeride Series, 26./27. 2. 2016
Schneeauge GoPro Hero 4 Session
Weil nur passiert ist, was dokumentiert ist: die kleinste, leichteste GoPro der Firmen geschichte. Robust, wasserdicht, mit 1‑Knopf-Steuerung. € 329,99 www.de.gopro.com
EVENT!
ANTON BREY/OPEN FACES, MIKE BASICH/GO PRO, MIA KNOLL/OPEN FACES, GO PRO
Thomas Feuerstein, Vorjahressieger
Thomas Feuerstein: „Sobald genügend Schnee liegt, ist der Spielplatz erö≠net. Und selbst wenn es mehrere Tage nicht schneit, findest du in der Region Silvretta Montafon immer ein Fleckchen Powder. Ich weiß noch, dass ich beim Bewerb letztes Jahr sehr nervös war. Der Contest-Face ist nicht zu unterschätzen, er hat einige herausfordernde Drops, selbst für einen Local wie mich. Am besten haben es natürlich die Zuschauer. Großer Livescreen, Ferngläser und ein Moderatorenteam sorgen dafür, dass sie perfekt in die Show eingebunden werden. Neben Bier, Käsespätzle und Kaiserschmarrn, serviert von einer hübschen Kellnerin im Dirndl, kann man den besten Freeridern dabei zuschauen, wie sie sich auf hohem Niveau batteln. Was will man mehr?“ www.silvretta-montafon.at
107
Fieberbrunn
Freeride World Tour, 6. 3. 2016 Nadine Angerer: „Fieberbrunn ist ein sehr vielfältiges Skigebiet, sowohl für Einsteiger als auch für Profis. Du kannst einerseits spie lerisch im Wald fahren, aber es gibt auch genügend wirklich schwierige Hänge. Die meisten Freeride-Lines sind ohne Hike erreichbar. Der Tour-Stopp in Fieberbrunn ist mein Heimrennen. Der Wildseeloder, den wir beim Wettbewerb befahren, hat seine Tücken: Er ist steil, exponiert und lang, man braucht viel Ausdauer. Der Event fühlt sich an wie ein kleines Festival der Ski-Enthusiasten. Ich ho≠e, ich werde rechtzeitig fit!“ www.fieberbrunn.at
108
Farbige Fitness Carbon will take you home
Tyrolia AAAmbition 12 Carbon Leichter, aber ebenso sicher: In Carbon ausgeführt, ist die TourenBindung 200 Gramm leichter, qualifiziert sich somit für Bergläufe, ist aber auch auf ambitionierten Touren ein bewährter Partner. € 749,– www.tyrolia.com
Polar Fitness tracker A300 Bewegen, essen, schlafen, fit werden: Der A300 von Polar ist ein Fitnesstracker, der dir hilft, deine Ziele zu erreichen. Keine Aus reden: Eine der sechs Farben gefällt jedem. € 119,95 www.polar.com
FREERIDEWORLDTOUR.COM/DAVID CARLIER, MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL, FABIO STUDER
EVENT!
Nadine Angerer, Freeride-Pro
HOT STUFF & COOL EVENTS
Sicht, die nicht bricht
Touren- Favorit
Atomic Backland 95 Die Verkaufscharts der Spezialisten von Gigasport lügen nicht: Dieser progressive Tourenski mit All Mountain Rocker ist zu Recht ein Bestseller. € 499,99 www.gigasport.at
Gloryfy GP4 Fabio Studer
Rahmenlose Goggle mit Doppelscheibe und riesigem Ge sichtsfeld, wie Free skier Fabio Studer eine trägt. Unzer brechlich, 100 % UV‑Schutz und AntiScratch inklusive. € 139,– www.gloryfy.com
Feder handschuh Warrior Dynasty AX1
Der Handschuh des EC Red Bull Salzburg, eine dringende Emp fehlung auch für Hobbyspieler: butterweicher Grip und stinkfrei dank Polygiene-Innenleben, das Bakterien keine Chance gibt. € 189,90 www.warrior.com
HOT STUFF & COOL EVENTS
Schnee, Eis, Fels
Salewa Condor Evo Gore-Tex
King of Carve Head i.Supershape Speed
Mit seinem schmalen Profil, dem Belag mit Race-Strukturschli≠ und der handgebauten Worldcup-SandwichCap-Konstruktion der Schnellste unter den Schnellen auf prä parierten Pisten. € 749,90 inklusive Bindung PRX12 www.head.com
Am Klettersteig ebenso daheim wie bei Schnee schuhwanderungen oder auf anspruchs vollen Bergtouren. Perfektes Gefühl für den Untergrund dank Vibram-Teton-Sohle. € 279,95 www.salewa.at
Armada Harlaut Insulated
ANNA ULLRICH
Wasserdicht, warm, durchdacht und trotzdem anders kommt die Pro-Jacke der Freestyle-Sensation Henrik Harlaut daher. Der 24-jährige Schwede mag es baggy und ist damit offensichtlich nicht allein: Bestseller bei Blue Tomato!
€ 279,95 www.blue-tomato.com
DJ Crazy Sonic
Saalbach/Hinterglemm Rave on Snow, 10. – 13. 12. 2015
EVENT!
Go baggy!
Crazy Sonic: „Das Festival ist ein Advent der anderen Art: drei Nächte lang super Houseund Technomusik direkt an den tollen Pisten in Saalbach/Hinterglemm. Meine besondere Empfehlung ist das traditionelle Open Air am Samstagnachmittag auf der Reiteralm. Die neun weiteren Locations – von der örtlichen Tiefgarage bis zur Tennishalle, die beim Festival in Clubs umfunktioniert werden – sind mit extrem guten Anlagen ausgestattet und liegen alle im Umkreis von fünf Gehminuten, was sich sehr positiv auf das familiäre Festivalgefühl und die Partystimmung auswirkt. Apropos Festivalgefühl: Wer davon nicht genug kriegen kann, mietet sich zu zehnt eine Hütte im Ort. Das Rave-on-Snow-Pendant zum sommerlichen Badeteich: die Sauna.“ www.saalbach.com
111
HOT STUFF & COOL EVENTS
Après – und davor Sicher verbunden
Dynafit TLT Radical FT 2.0
Der Klassiker unter den rahmenlosen Tourenski-Bindungen hat nach intensivsten Test-Torturen das TÜVSiegel für geprüfte Sicherheit erhalten. Ein weiteres Argument für das Leichtgewicht! € 500,– www.dynafit.com
112
Dolomite Cinquantaquattro High FG GTX Zeitloser Gore-TexWanderschuh mit Veloursleder, der auf der Rodelbahn ebenso brilliert wie unter der Schirmbar. € 169,99 www.gigasport.at
Wer hat’s erfunden?
Burton Antler Genau, Jake Burton war’s. Das Antler mit dem spektakulären De sign von Tom French ist ein entspanntes Premium-All-Terrain-Board, leicht, schnell, vielseitig und fehlerverzeihend. € 650,– www.eur.burton.com
THE RED BULLETIN
359.99
atomiC Herren Skischuh Hawx 110 MEMORY FIT für perfekte Passform / Gold-Innenschuh mit 3M Thinsulate PlatiniumIsolierung / Flex 110 399.99
atomiC Damen Skischuh Hawx 100 MEMORY FIT für individuelle Anpassung Gold-Innenschuh mit 3M Thinsulate Platinum-Isolierung / Flex 100 399.99
Salomon Damen Skischuh Quest access Custom Heat Komfortabler Allmountain Skischuh mit Custom Heat Technologie von Therm-ic / Anpassbarer My CustomFit Sport Wollmetal Innenschuh Ride & Hike Technologie / Flex 80 399.99
Beratung: Analyse deiner Fußform und Bedürfnisse. Fitting: Hochmoderne Technologien für perfekte Passform. Wow-Effekt: Skischuhe, die wie angegossen sitzen!
Graz | Klagenfurt | Villach | Brunn am Gebirge | Innsbruck | Liezen | Fohnsdorf | Kapfenberg/St.Lorenzen Oberwart | Spittal | Lienz | Bärnbach | Fürstenfeld | Bad Ischl | Wolfsberg
* Gültig solange der Vorrat reicht - längstens bis 24.12.2015
Salomon Herren Skischuh X Pro 100 CS CUSTOM SHELL für ideale Anpassung My CustomFit 3D Performance Innenschuh / Flex 100
Axel Naglich, Ski-Legende
Mayrhofen/Zillertal Rise & Fall, 18./19. 12. 2016
Axel Naglich: „Rise & Fall ist neben dem Nordkette Quartett in Innsbruck der einzige Teambewerb dieser Art: mit einer Sta≠el, die aus Tourengeher, Para gleiter, Mountainbiker und Skifahrer oder Boarder besteht. Es sind die Touren geher, die dieses Rennen vorentscheiden, und dafür ist das Zillertal ja wie gemacht. Toll ist vor allem der Teamaspekt. Wenn’s nicht gut läuft, bist du nicht allein verantwortlich, und wenn du etwas reißt, dann freust du dich mit Freunden. Der Wettbewerb schweißt euch zusammen. Gute Stimmung, geile Berge, viele Sportler und ein Haufen lustiger Leute im Zielraum – perfekt.“ www.zillertal.at
114
4478
Swatch The Route Erst vor 150 Jahren wurde das 4478 Meter Matterhorn erstmals bestiegen. Swatch ehrt das Jubiläum mit dieser Uhr – auf 4478 Exem plare limitiert, inklusive Beutel aus Segeltuch. € 110,– www.swatch.com
Kopf hoch! Bu≠ Beanies
Styles von Bandana bis Beanie, Materialien für jeden Einsatz zwischen Club und Eishöhle, Designs von schlicht bis crazy: Die Spanier von Bu≠ sind die Spe zialisten für den Kopf. € 35,– www.buff.eu
THE RED BULLETIN
MICHAEL WERLBERGER
EVENT!
HOT STUFF & COOL EVENTS
A1.net
Das iPhone 6s für doppelte Freude.
Einfach A1.
SIM-Pauschale € 19,90/Jahr
A1 Go! Premium Tarif 64,90/Monat für A1 Festnetz-Internet Kunden, ansonsten € 74,90/Monat. Vertragsbindung 24 Monate. Aktivierungsentgelt € 69,90. Aktion gültig bei Erstanmeldung bis 31.1.2016. € 100,- Guthaben wird auf der ersten Rechnung gutgeschrieben. Keine Barablöse möglich. Details auf A1.net
1
Musthaves! 2
3
4
5
6
7
PROMOTION
8 1
SKI THERMO SOCKS VON CEP
Leichtfüßig und warm durch einen langen Pistentag: Mit den Ski Thermo Socks sind dem Skivergnügen keine Grenzen gesetzt. Die Strümpfe aus hochfunktionellem Kompressionsgestrick haben eine angenehm wärmende Wirkung und verbessern die Blutzirkulation im Bein. Der Kompressionsdruck erhöht zudem die Koordination und Stabilisierung der Muskeln und Gelenke. www.cepsports.com/de 2
FITBIT CHARGE HR
Überwache automatisch und kontinuierlich deinen Puls zur Erreichung deiner Fitnessziele. Messe Schritte, Entfernungen, Kalorienverbrauch und vieles mehr! Hole dir deine Motivation für neue Bestleistungen und bleibe mit Hilfe der Anrufer-ID sowie der Uhrzeitanzeige auf dem Display stets auf dem Laufenden – mit jedem Schritt, jedem Herzschlag und jeden Tag. www.sportscheck.com/fitbit 3
9
POLICE GIFTBOX
Das perfekte Geschenk für coole Typen: Multifunktionsuhr MAMBA mit blauem Edelstahlgehäuse, gehärtetem Mineralglas und schwarzem Lederband – kombiniert mit einem Bluetooth-Speaker im Totenkopf-Design, der, sobald er Musik spielt, leuchtend blaue Augen bekommt. In jeglicher Sicht ein Hingucker – POLICE Uhr und Bluetooth-Speaker in der limitierten Geschenkbox. www.timemode.com/police 4
TOP SPEED – GREAT FUN!
Wenn man mit diesem heißen Renner im Siegerdesign und beeindruckend kraftvoller Racing-Konstruktion die Strecke betritt, sind neidische Blicke gewiss. Als Ready to Run Racer ist der Carrera RC Red Bull NX1 mit allem nötigen Zubehör, vor allem mit einem Lithium-Ionen-Akku, für puren Fahrspaß ausgestattet. www.carrera-rc.com 5
BESTENS GESCHÜTZT
Helm und Brille von POC, welche in Zusammenarbeit mit Aaron Blunck ent wickelt wurden, begeistern sowohl Park & Pipe-Fahrer als auch TiefschneeEnthusiasten. Der leichte und robuste Helm bietet zudem die Möglichkeit, Haube und Brille unter dem Helm zu tragen. Das kratzfeste sphärische Glas von Zeiss sorgt für scharfe Sicht und absorbiert schädliche UV-Strahlung. www.gigasport.at 6
10
AUF ZU NEUEN ABENTEUERN
Stylisch, klein, leicht und überragend in ihrer Funktion sind die Unterwasser gehäuse von Seacam. Die silbernen Gehäuse werden nur für ausgewählte Spiegelreflexkameras hergestellt und sind dem Unterwasser-Fotografen perfekt in die Hand gebaut. Ab in die Tiefe, auf zu neuen Abenteuern! NEU: SEACAM compact für die SONY A7II www.seacam.com 7
DAS ERSTE 4K ULTRA HD SMARTPHONE
Erlebe deine schönsten Bilder in atemberaubender Auflösung auf dem weltweit ersten 4K Ultra HD Smartphone – dem Xperia™ Z5 Premium. Dank des innovativen 4K-Displays erlebst du deine Fotos und Videos ab jetzt in einer völlig neuen Dimension. Willkommen in der Smartphone-Welt von morgen! www.sonymobile.com/de/products/phones/xperia-z5-premium 8
COOLE MASCHE VON BUFF®
Der Winter steht vor der Tür: Ein heißer Kandidat für die neue Lieblingsmütze ist dieses Modell aus der neuen Mützenkollektion von BUFF®. Mit seiner „Slouchy Fit“ gibt das „Gymmer Knitted Hat Buff®“ jedem Outfit die gewisse Lässigkeit. Ob Schneespaziergang oder Stadtbummel – mit der Strickmütze und dem passenden Neckwarmer sind Kopf und Hals vor Kälte geschützt. www.buff.eu 9
11
CADE COMPLETE CARE – MEN
Angereichert mit den ätherischen Ölen aus CADE, Birkensaftextrakt und Buchenknospenextrakt, bietet diese tägliche Gesichtspflege Feuchtigkeit und sorgt damit sofort für ein angenehmes Hautgefühl. Sie stärkt und schützt die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen. Die mit Feuchtigkeit versorgte Haut ist geschmeidig, gestrafft, zart und regeneriert. www.loccitane.at 10
DESIGN FÜR TOUGHNESS
Unter härtesten Bedingungen besticht die Kollektion durch perfekte Sichtbarkeit der Höhenmeter-, Luftdruck- und Temperaturanzeige sowie den Schutz aller Bedienelemente vor Schmutz und Schlamm. Eingestellt auf die örtliche Zeitzone, empfängt sie das entsprechende Funksignal und zeigt automatisch die exakte Zeit an. Integrierte Solarzellen liefern die Energie für den Antrieb. www.masterofg.de 11
ACTIONSPIELPLATZ AUF DER BOOT
Wakeboarden, Skimboarden oder Stand Up Paddling im Winter? Das geht: von 23. bis 31. Jänner 2016 in der Beach World der boot Düsseldorf. Bei 26 °C könnt ihr euch in Halle 1 auf dem 1.000-m²-Wasserbecken austoben und Trendsportarten testen. Auch Stars wie Philip Köster trefft ihr dort. Auf der weltgrößten Wassersportmesse gibt es in 16 Hallen alle Neuheiten aus dem Wassersport zu entdecken. www.boot.de
READ BULL
LIEBE UND TOD ZU WEIHNACHTEN VON MICHAL HVORECKÝ
Michal Hvorecký
Geboren 1976 in Bratislava. Studium der Kunst geschichte in Nitra. Nach einem Auslandssemester in den USA veröffentlichte er seinen ersten Roman „City: der unwahrscheinlichste aller Orte“ als Liebesgeschichte in Zeiten der Globalisierung. Es folgten „Eskorta“, ein Roman über einen arbeits losen Schauspieler, der sich als Callboy verdingt, und „Tod auf der Donau“, eine Satire über Aus wüchse des Tourismus. Hvoreckýs Familie mütter licherseits gehörte zur Minderheit der Zipser Deutschen, was Deutsch für ihn zur zweiten Muttersprache macht, in der er auch schreibt (etwa die Bühnen satire „Slowakisches Institut“). Hvorecký lebt als Autor, Übersetzer und Leiter der Bibliothek am Goethe-Institut in Bratislava.
118
antasy-Film, Deleuze eine Käsesorte und Sartre eine F Rockband. Aber mit welchem Recht hätte ich meinen Studenten das Abkupfern vorwerfen können, wo sogar der einzige „Dozent“ am Institut in aller Seelen ruhe die Raubkopie einer tschechischen Arbeit als seine Habilitation ausgab? Die Lehrstuhlleitung hatte mir zu Beginn des Prüfungszeitraums verkündet, dass bei mir niemand durchfallen dürfe, weil ihnen sonst Subventionen gestrichen würden. Es genügte mir schon, das Gebäude von weitem zu sehen, um das Gefühl von entsetzlicher Leere zu bekommen.
A
ls Heiligabend näher rückte, wurde alles noch schlimmer. Mein Büro war so mit Tannenzweigen vollgepackt worden, dass ich nicht mehr wusste, wo ich sitzen soll. Wenn die Lehrkräfte sich mit genauso viel Verve, wie sie sie fürs Dekorieren und das Absingen von Weihnachtsliedern aufwendeten, in ihre wissenschaftliche Arbeit gestürzt hätten, hielte ich meine Vorlesungen hier an einer slowakischen École normale supérieure. Zum Bruch kam es an dem Tag, als mir meine Vor gesetzten mitteilten, sie würden zum Zweck der internationalen Publikationstätigkeit einen Verlag in der Ukraine gründen und dort ihre eigenen „Fachbücher“ herausgeben. Auf der Sitzung des pseudowissenschaftlichen Rates erklärte ich, dass ich die Hochschule aus Protest verlassen werde. Im Innern war ich mir aber nicht ganz so sicher, denn das hätte den Verlust des Pariser Stipendiums bedeutet, aber vor allem: Wo sollte ich hin? Mein Zuhause in La Défense war schon seit Jahren nicht mehr mein Zuhause, so wie meine Frau Denise nicht mehr meine Frau war. Trotz alledem wünschte ich mir, sofort zurückzugehen. Doch dann traf ich sie. Lucia war nicht meine Studentin, sie war noch im Grundstudium. Nie im Leben hatte ich eine so schöne junge Frau gesehen, eigentlich noch ein Mädchen. Sie kam zu mir in die Konsultation, um zu fragen, ob sie mein Oberseminar zur französischen Poesie und Prosa besuchen dürfe. (Dass es ausfiel, weil sich niemand eingeschrieben hatte, war ihr entgangen …) Sie wollte wissen, ob ich Érik Orsenna bereits behandelt hätte, und bat mich um Empfehlungen für Bücher von Marguerite Duras. Ich traute meinen Ohren kaum. Wir kamen ins Gespräch und konnten gar nicht wieder aufhören. Lucia las gerne Camus im Original, und zwar nicht nur Albert, sondern auch den von mir so verehrten Renaud, Autor des Skandalwerks „La Campagne de France“. Sie sprach praktisch akzentfrei Französisch, denn als Gymnasiastin hatte sie ein
THE RED BULLETIN
STEFAN LAKTIS
D
ie verschneite Straße verlor sich vor meinen Augen. Das Navi meldete, dass das Gebiet, in das ich gerade hineinfuhr, gar nicht existiert. Und wenn ich nun aus Versehen in Polen gelandet war? Ich war spät dran, das letzte Dorf, das das GPS noch gekannt hatte, lag zwanzig Kilometer hinter mir und war nach irgendeinem Laubbaum benannt – eines der Wörter, die ich auf Slowakisch kannte, weil es in meinem Sprachlehrbuch aus unerfindlichen Gründen fast in jeder Lektion wieder auftauchte. Was suchte ich eigentlich hier, am nördlichen Ende eines Landstrichs namens Orava? In meinem Leben musste doch irgendetwas grundlegend falsch laufen, wenn ich drauf und dran war, Weihnachten an einem Ort zu verbringen, den es auf der Landkarte gar nicht gibt. Während der Feiertage sollte man sich erholen, doch ich war dermaßen gestresst, dass mein Herz raste und meine Stirn schweißnass war. Sechs Stunden war ich jetzt schon unterwegs, verzweifelt über den Verkehr in diesem Land, wo es offensichtlich viel mehr Autos gab als Einwohner. Was wäre, wenn ich jetzt – Gott bewahre! – eine Panne hätte? Ich umklammerte das Lenkrad noch fester, um meine Hände am Zittern zu hindern. Mir ging durch den Kopf, was ich während meiner drei Monate in diesem Land erlebt hatte. Ich war hierhergekommen, um an einer Universität, die diese vornehme Bezeichnung überhaupt nicht verdient hatte, Französisch zu unterrichten. In diesem seltsamen Staat entstanden Hochschulen sogar an Orten, wo es nicht einmal Oberschulen gab. Die Studenten lasen nichts, den Inhalt der Bücher holten sie sich aus dem Netz. Sie glaubten, „Die Suche nach der verlorenen Zeit“ sei ein amerikanischer
READ BULL
Jahr in Marseille verbracht. Ich konnte den Blick nicht von ihr losreißen. Eine Flut von Gedanken und Plänen stürzte auf mich ein. Gern hätte ich sie in ein Café eingeladen, aber in dieser Plattenbauhölle gab es keins, nur eine Unmenge von Kneipen. Drei Tage später gab mir Lucia einen „französischen“ Kuss, wie ich ihn in Frankreich noch nicht erlebt hatte. Als sie mich einlud, Weihnachten bei ihrer Familie zu verbringen, ließ ich mir meine Freude darüber nicht anmerken, um sie nicht zu verschrecken. Übers Internet kaufte ich für sie den neuen Houellebecq und eine schöne Ausgabe der „Mandarins von Paris“ sowie, um mit dem Zeitgeist Schritt zu halten, auch noch einen E-Book-Reader. Meine Kündigung zog ich zurück – zur großen Freude der Lehrstuhlleitung, die sich dank meiner mit internationalen Kontakten brüsten konnte.
E
ndlich erblickte ich auf einem Schild den aus zwei Wörtern bestehenden Ortsnamen. Ich trat auf die Bremse, und sofort kamen meine Reifen auf der nicht geräumten Straße ins Rutschen. Lucias Anweisungen folgend, stoppte ich am Ende des Dorfes. Viel sah ich nicht, denn Laternen gab es nur in bescheidenem Umfang, doch es sah aus wie in einem Freilichtmuseum. Ich stieg aus, hinein in die vollkommene Stille der Nacht. Vor einem folkloristisch gestalteten Holzhaus erblickte ich Lucia, und alles andere hörte auf wichtig zu sein. Ich nahm das Gepäck aus dem Kofferraum, wir umarmten uns kurz, und dann trat ich ein. Todmüde absolvierte ich die Vorstellungsrunde mit den Eltern – ein Ritual, vor dem es mir bei neuen Freundinnen von jeher grauste – problemloser als üblich. Der stämmige Vater stellte gerade auf dem Ofen aus Karamell, Spiritus und Schinkenspeck Treibstoff her, offenbar eine volkstümliche Wintermischung für Landmaschinen. Die gelbliche Flüssigkeit allerdings goss er in Schnapsgläser und bot mir eins an. Ich schnupperte an dem heißen Gebräu. Hriatô. Die geheime mitteleuropäische Antwort auf den Absinth. Es schüttelte mich, und ich verspürte leichtes Unwohlsein. Doch um den gastfreundlichen Herrn nicht zu beleidigen, kippte ich das Zeug auf ex. Nach dem zweiten Glas weiteten sich meine Pupillen, nach dem dritten fing ich an zu halluzinieren. Ich lernte zehn Verwandte von Lucia kennen und versuchte ihre urwüchsigen Namen im Kopf zu behalten. Obwohl die Nacht schon weit fortgeschritten war, bot mir die Mutter eine dicke Linsensuppe an, in der ein Holzlöffel aufrecht stand. Die ganze Zeit über hatte ich gehofft, mich endlich an Lucia schmiegen zu können, doch als Schlafplatz bekam ich einen Verschlag in einer Ecke des lang gestreckten Hauses zugewiesen. Trotz meiner Ent täuschung, allein zu sein, schlief ich ein wie ein Baby. Sehr früh am Morgen weckte mich ein Klopfen. Ich freute mich schon sehr auf Lucia, allerdings
THE RED BULLETIN
erschien ihr Vater in der Tür meiner Kammer und erst hinter ihm – in Tracht! – seine Tochter. Sie erläuterte mir geduldig, was er sagte, und übersetzte meine Antworten. Kommt am Tag der Geburt des Herrn als Erstes eine Frau mit guten Wünschen, so bringe das Unglück. Zuerst müsse ein Mann das Zimmer des Gastes betreten. Einen blöderen Brauch konnte ich mir in diesem Moment nicht vorstellen. Noch im Pyjama bekam ich ein Glas hausgemachten Sliwowitz und gleich noch eins, auf einem Bein könne man ja nicht stehen. Ich hielt die Franzosen von jeher für ein Volk von Alkoholikern – doch was war dann das hier? Zum Frühstück aß ich nur wenig, denn man wies mich an zu fasten; Alkohol jedoch zählte nicht, also wurde mir ununterbrochen nachgeschenkt. Auf den Vater hatten die harten Sachen keinerlei Wirkung. Unter jede Tischdecke im Haus legte er Geld, auf dass im nächsten Jahr in der Familie keine Not herrsche. Das gefiel mir, also wollte ich es ihm gleichtun, doch hatte ich nur Kreditkarten dabei – ausgerechnet hierher hatte ich nicht gerade weiß Gott was für Bargeldbeträge mitgenommen. Ich würde demzufolge weiter mein ärmliches Lehrer dasein fristen müssen.
Hriatô ist ein Schnaps aus Speck, Spiritus und Karamell.
U
m elf ging es zu den toten Vorfahren. Der kleine Friedhof mit den Holzkreuzen auf einem steilen Hügel war mit Kränzen und trockenen Blumen übersät. Wir zündeten Kerzen an und stellten sie in die roten Lämpchen. Getrunken wurde Honigwein, der auch über die Gräber ver gossen wurde, damit die Toten nicht verdursteten. Ich riss meine Augen auf angesichts dieses heid nischen slawischen Rituals, an dem Claude LéviStrauss seine Freude gehabt hätte, aber Lucia sagte mir, ihre Familie sei katholisch. Später stach der Vater auf dem Hof ein Schaf ab und ließ es ausbluten, auf dass der Boden erwache und fruchtbar sei. In den Brunnen streute er eine Prise Salz, also würde das Wasser wohl gesund bleiben. Lucia brachte einen runden Kuchen, der in seiner Form an die Sonne erinnerte und sicherstellen sollte, dass sie nach der Wintersonnenwende recht bald wieder höher steigen und die Welt wärmen möge. Das wagenradgroße, mit Rosinen, Honig, Quark und Honig gefüllte Gebäck schmeckte jedenfalls besser als unser französischer „Weihnachtsbaumstamm“ Bûche de Noël. Gestärkt machte ich einen Spaziergang durch die Umgebung. Ich ging davon aus, an der eisigen Luft wieder nüchtern zu werden. Hinter dem Haus lag ein Bauernhof mit einer Schafherde und zwei Kühen, mit Schweinen, Hühnern und Hasen. Der Hof, über dem
119
READ BULL
Der Weihnachtsbaum hing von der Decke wie ein Erhängter.
READ BULL Lesevergnügen im Red Bulletin
Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. Diesmal ist es der Slowake Michal Hvorecký. Sein aktueller Roman „Tod auf der Donau“, erschienen im Tropen Verlag, ist eine bitterböse Abrechnung mit den Auswüchsen des Kreuzfahrttourismus.
Übersetzung aus dem Slowakischen: Mirko Kraetsch
120
ein säuerlicher Geruch lag, wurde von einem Hund bewacht. Ich versank in Schneewechten, lauschte dem Dröhnen der Bäume im Wind und kam mir vor wie in einem Roman von Charles-Ferdinand Ramuz. Lucia fand ich am Ofen. Aus Honigteig formte sie Tierfiguren und schob sie zum Backen ins Rohr. Einem fertigen Schaf biss ich ein knuspriges Bein ab, und Lucia fuhr mich zum ersten Mal an. Dieses ausgezeichnete Backwerk durfte man auf keinen Fall essen – damit die Viecher nicht krepierten! Das weihnachtliche Abendessen begann um drei, also zu einer Zeit, zu der wir in Paris meist erst zu Mittag essen. Mein Magen knurrte bereits, aber keine Spur von etwas zu essen. Der Vater legte den Fuß boden mit Strohgarben aus, damit es im Haus immer genügend Korn fürs Brot geben möge. Jedes Familien mitglied angelte sich blind einen Halm und zeigte ihn den anderen. Ich zog den kürzesten, was bedeutete, dass ich innerhalb eines Jahres sterben würde. Die Verwandten bemitleideten mich lautstark und schüttelten traurig den Kopf. Dann wurde symbolisch ein Apfel aufgeschnitten. Ich ahnte schon, was dahintersteckte, und schnappte mir deshalb aus der Obstschale den schönsten. Der Vater hieb ihn mit einem Messer entzwei. Unter der makellosen Schale war das verfaulte Fruchtfleisch bis zum Kerngehäuse von Minitunneln durchzogen, und zwei Maden feixten mir hämisch ins Gesicht. Schon bald würde mich eine schreckliche Krankheit nicht verschonen, konstatierte die Tischgesellschaft.
I
ch wollte die Stimmung ein wenig auflockern, deshalb stand ich auf, um einen Trinkspruch auszubringen. Im Chor schrien sie mich nieder und durchbohrten mich mit Blicken. Am Heiligen Abend bediene allein die Hausfrau, alle anderen hätten sitzen zu bleiben, bis zum abschließenden Gebet dürfe niemand aufstehen, sonst müsse er sterben. Mir blieb die Spucke weg. Mein Blick fiel auf einen leeren Teller – sie hatten auch für die verstorbene Tante gedeckt, falls ihr Geist beschließen würde zurück zukehren. Meine Überzeugung, dass die französische Kultur die morbideste der Welt ist, bekam Risse. Ich probierte die selbst gemachten Oblaten mit Honig, Walnüssen, Knoblauch und schwarzem Pfeffer. Die Mutter erzählte die Geschichte von der Geburt des Erlösers und sprach von den Scheidewegen des Lebens. Lucia zeichnete mir mit dem Finger ein Kreuz aus Honig auf die Stirn und leckte es wieder ab. Dann forderte sie mich auf, es ihr gleichzutun. Da musste sie mich nicht zweimal bitten. Wahrscheinlich ging ich zu leidenschaftlich ans Werk, denn der Vater schnappte sich eine Axt. Ich bekam es mit der Angst, dass er mich umbringen würde, doch er schlug sie in den Holzbalken über dem Tisch, auf dass das Metall unsere Gesundheit stähle. Dann schmiss er auch noch
eine Hacke zwischen die Tischbeine und wickelte eine dicke Kette um den Tisch – so würde sich die Familie übers Jahr wieder treffen. Das erste gute Zeichen. Endlich durfte ich mich ans Essen machen. Die Fressorgie bestand aus neun Gängen und erreichte ihren Höhepunkt in der für die Orava-Region typischen Kohlsuppe mit Wurst, Schweinerippchen und Pilzen, angeblich der besten weit und breit. Es folgten Grumbieren, Lokschen, Pofesen, Weihnachtstorte … ich bat um ein Glas Wasser, doch zur Antwort bekam ich dermaßen schockierte Blicke, dass ich auch weiterhin nur mit Wein und Schnaps nachspülte. Meine Zunge wurde schwer, mir wurde schwindelig, und mein Bauch war kurz vorm Platzen. Auf dem Tisch war wohl alles zu finden – außer Geflügel, das auf dem Boden scharrt, auf dass es das Glück nicht zerkratze. Von jeder Speise wurde auch den Tieren etwas gebracht.
D
ann war Bescherung. Der Weihnachtsbaum hing von der Decke wie ein Erhängter. Die Beine knickten mir weg. Ich bekam überhaupt nichts geschenkt, aber alles, was ich Lucia mitgebracht hatte, feierte Erfolge, und das genügte mir. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg ins Nachbardorf zur Mitternachtsmesse. Es herrschte dichtes Schneetreiben, und ich schleppte die fünf Kilometer auch noch eine Last mit mir herum. Der Vater hatte in der Adventszeit einen Tisch hergestellt, für den er keinen einzigen Nagel aus Metall verwendet hatte. In der kleinen Holzkirche stellte ich ihn vor den Altar. „Damit die Leute sofort erkennen können, wer alles eine Hexe ist“, wie mir Lucia erklärte. Ich schämte mich dafür, nur dieses eine Mal im Jahr zur Messe zu kommen, und das auch noch sturzbetrunken, aber der sympathische Priester, ausgesprochen frankophil, hatte sogar noch mehr gebechert als ich. Nach einem mörderischen Gläschen Birnenbrand im Pfarrhaus wurde der Raum um mich herum durchsichtig und versank im Dunkeln. Ich sackte auf meinem Stuhl zu einer Toulouse-Lautrec-Position in mich zusammen und erblickte eine totenbleiche Frau, die schweigend von einem leeren Teller aß. Mein Filmriss reichte über mehrere Stunden bis zu dem Moment, als ein cadeau bei mir eintraf. Joyeux Noël! On va chez toi ou chez moi?, fragte ich, aber Lucia schüttelte nur mit dem Kopf. Sie brachte mich in die Scheune, auf ein Lager aus Stroh. Le réveillon. Die Schafe pressten sich vor Kälte genauso dicht aneinander wie wir, verbunden durch gegenseitige Nähe. Je t’adore, ma biche. La petite mort. Ich schlug die Augen auf, und über meinem Kopf hing ein Mistelzweig. Es hatte aufgehört zu schneien, die Sonne kam heraus und begann zögerlich die Welt zu erwärmen. Im nächsten Jahr würde ich ausschließlich lieben und sterben.
THE RED BULLETIN
STAGE ENTERTAINMENT TOURING PRODUCTIONS PRÄSENTIERT
Mit dabei
LIVE-BAND VINTAGE VEGA!S mit Giovanni Zarrella
Annette Dytrt
5-fache deutsche und tschechische Meisterin
13. - 24. Jan. 2016 TICKETS 01 79 999 79
www.stadthalle.com
GLASGOW, SCHOTTLAND 3. Oktober 2015 Kicker, die auf Schienen durch den Raum gleiten, eine Looping-Röhre in der Größe eines LKWs: Für sein Red Bull Kaleidoscope-Video baute BMX‑Pro Kriss Kyle den Bikepark der Zukunft und landete gleich mehrere Trick-Weltpremieren. Der Clip: redbulletin.com/kaleidoscope
„Der Videodreh klappte perfekt. Mir war noch Stunden später schwindelig.“ BMX-Star Kriss Kyle schätzt erfolgreiche Arbeitstage.
DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 12. JÄNNER 2016. 122
THE RED BULLETIN
RUTGER PAUW/RED BULL CONTENTPOOL
MAGIC MOMENT: MAKES YOU FLY
Jetzt im Abo! Die Schönheit der Berge neu entdecken.
6 + 2 Ausgabe Jahresvig n + nette 2016
€ 99,90* K
os
te
nlo
se Lieferun
g
01/361 70 70-800 | abo@bergwelten.com | bergwelten.com/vignette * Angebot gültig bei Lieferung innerhalb von Österreich. Die Zusendung der Vignette erfolgt eingeschrieben nach verbuchtem Zahlungseingang, ab 1. 12. 2015. Gilt für zweispuriges Kfz bis 3,5 t hzG.
UNSER TIPP: BERGWELTEN eignet sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk! Infos unter bergwelten.com/weihnachten
LEUCHTET, OHNE ZU BLENDEN
Mit LED-Matrix-Licht. Jetzt können Sie Ihr Aufblendlicht immer eingeschaltet lassen. Denn das IntelliLuxLED®-Matrix-Licht* stellt sich selbstständig auf die Verkehrssituation ein und sorgt für dauerhafte Fernlicht-Sicht, ohne zu blenden. Damit haben Sie bei Dunkelheit 40 Meter mehr Reaktionszeit.** Wenn das mal nicht Oberklasse ist! Mehr auf opel.at
Der neue Astra. Ärgert die Oberklasse.
* Optional bzw. in höheren Ausstattungsvarianten verfügbar. ** Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h.
Verbrauch gesamt in l / 100 km: 3,4 – 5,6; CO2-Emission in g / km: 90 –129. Abbildung zeigt Sonderausstattungen.