Ryan Gosling / Terje Isungset / Sébastien Ogier / Neymar / Tina Weirather / Matthias Schweighöfer
DAS MAGAZIN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN
RED BULL RAMPAGE
BIG BALLS BICYCLE CLUB
DR. HELMUT MARKO
DER MANN HINTER VETTEL
DIE VERBOTENEN WINKEL UNSERER WELT Wie „Place Hackers“ den Städten ihre Geheimnisse entreißen
EUR 3,50
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Jänner 2013
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JÄNNER 2013
Der neue BMW 1er
Freude am Fahren
Symbolfoto
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PISTENGAUDI.
Der neue BMW 1er, erstmals mit xDrive, zeigt überall, was in ihm steckt. Ob in schnellen Kurven oder auf langen Strecken: Dank der besonderen Feinabstimmung von Antrieb, Fahrwerk und Lenkung erleben Sie immer außergewöhnliche Dynamik. Auch auf Schnee zeigt er sich von seiner besten Seite. Denn BMW xDrive sorgt für optimalen Grip auf jedem Untergrund – damit auch schon die Fahrt zur Piste eine Gaudi wird.
BMW xDRIVE. DAS INTELLIGENTE ALLRADSYSTEM.
BMW 1er Modelle mit xDrive: von 135 kW (184 PS) bis 235 kW (320 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 4,7 l/100 km bis 7,8 l/100 km, CO2-Emission von 123 g/km bis 182 g/km.
DIE WELT VON RED BULL
Jänner 80
DER KRONPRINZ Tritt in die Fußstapfen des neunfachen Rallye-Weltmeisters Sébastien Loeb: Sébastien Ogier.
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MESSERWÜRFE & BALLETTSTUNDEN Wie aus einem Problemkind Hollywoods vielseitigster Superstar wurde: Ryan Gosling.
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SEIT ICH ANGST HABE, BIN ICH GESUND Ski-Stern Tina Weirather im Interview mit WeltcupVeteran Marco Büchel.
COVERBILD: BRADLEY L. GARRETT. BILDER: GETTY IMAGES, DAN CERMAK, GIAN PAUL LOZZA, MATTIAS FREDRIKSSON
WILLKOMMEN!
„Waren keen’ gute Zeiten“, sagt Matthias Schweighöfer irgendwann unterwegs, aber auf die unmittelbare Situation hat sich dieser Satz garantiert nicht bezogen. Denn der 31-Jährige, der Popularität und Klasse auf so wunderbare Weise miteinander versöhnt, hatte offenbar richtig Spaß beim Gespräch mit Red Bulletin-Autor Christian Ankowitsch. Dem ab Seite 72 nachzulesenden Ergebnis verdanken wir unter anderem Aufklärung von Fragen wie: Mag er seine Sommersprossen? Ist er wirklich so brav, wie alle denken? Wieso hackt er Holz am Prenzlauer Berg? Ist er seinen Eltern noch böse, weil sie sich getrennt haben? War er wirklich der einzige Junge unter 28 Mädchen im Gymnasium? Und mit wie vielen von ihnen hatte er was? Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion
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BIG BALLS BICYCLE CLUB Wir begleiten fünf Rider bei Red Bull Rampage, dem härtesten FreerideRennen der Welt.
DIE WELT VON RED BULL
Jänner MEIN BODY UND ICH Motocrossmeister Mohammed Balooshi öffnet seine skurrile Krankenakte.
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ENGELSMUSIKERIN Welche Tipps Charli XCX Pop-Granden wie Coldplay gibt.
Red Bulletin
Tablet App Matthias Schweighöfer, RallyeCrack Sébastien Ogier und Place Hackers an verbotenen Plätzen: jetzt auf Video. Gratis für Android & iPad
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DIE VERBOTENEN PLÄTZE UNSERER STÄDTE U-Bahn-Schächte, Baustellen, Flaktürme: Urban Explorers erobern die Welt auf ihre ganz eigene Weise.
08 Fotos des Monats 14 Kurz gemeldet: Skurrile Weltmeisterscha en, Kino-Highlights 2013, TrapDance 20 Einst & jetzt: Ski & Schuhe 26 Physik: Basketball 39 Zahlen, bitte: Das Gesetz der Serie
BILDER: NAIM CHIDIAC, MARIA ZIEGELBÖCK, ATLANTIC RECORDS, ADVENTUREWORLDWIDE.NET
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DER DOKTOR HINTER SEB VETTEL Interview mit Dr. Helmut Marko zu Sebastians drittem Formel-1-Titel.
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DIE WELT VON RED BULL
Jänner ” Ich finde
es selber komisch, dass ich nicht der totale Mann bin. “
92 TRAINIEREN WIE NEYMAR
Schwitzen, schlafen, siegen: Der zwanzigjährige Ausnahmestürmer verrät uns, wie er sich für seine Auftritte auf dem Fußballrasen fit macht.
Matthias Schweighöfer
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SCHLUSS MACHEN WIE EIN PROFI Kinoschatzi Matthias Schweighöfer über seinen neuen Film und was er alles „krass“ findet.
28 DER EISMUSIKER AUS GEILO
Seine Instrumente baut der Norweger Terje Isungset selbst – aus blankem Eis. Und lädt alljährlich zum Festival der frostigen Klangwelten nach Geilo.
more
Body & Mind Heliskiing am Ende der Welt
90 GET THE GEAR
Hightech für Unterwasser-Fotografen
98 TOP-SPOTS
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DU WILLST FLIEGEN? DANN SPRING!
Aufnahmerituale, Gitarren im Bett – und was zu tun ist, wenn der Hunger kommt: Die vier Jungs von Heaven’s Basement erzählen, was dich auf dem Weg in den Rock-Olymp erwartet.
Wo es im Januar trotz Kälte heiß ist
100 EVENTS
Die wichtigsten Ter-
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mine in Österreich
102 KAINRATH
Mit spitzer Feder: Events des Monats
104 FERNSEHEN
Das Red Bull TVFenster bei ServusTV
106 KOLUMNE
Lebenshilfe mit Christian Ankowitsch
106 IMPRESSUM
Out now: Charli XCX/Skiweltcup Moskau/Club: Eleven in Tokio/Cocktail: Wellness/Take 3: Tame Impala/Night Snack: Samosas auf Sansibar
BILDER: OLIVER MARK, PHILIP PLATZER, VIDAR HERRE, GETTY IMAGES
88 TRAVEL
OfďŹ zieller Vitamin Partner
1 Glas* Orangensaft deckt den
Tagesbedarf an Vitamin C *1 Glas entspricht 250 ml
TE TO N PA S S , W YO M I N G , U SA
LICHTBILD
Für ein Bild wie dieses, erläutert Fotograf Mark Fisher, brauche es folgende Zutaten: große Kälte, klare Luft, zeitigen Aufbruch in die Berge und lange Belichtungszeiten. Bei einer Skitour am Teton Pass in der Nähe von Jackson, Wyoming, kam all das zusammen – Fisher: „Ich liebe es, wenn die Stirnlampen den Baum mit Licht malen und du im Hintergrund den Mond siehst.“ www.fishercreative.com Bild: Mark Fisher
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DES MONATS
DES MONATS
LI E N Z , Ö STE R R E I C H
MINIMAL ART „Safety Discussion“, die neueste Route von Kletterass David Lama in den Lienzer Dolomiten, bezieht ihren Reiz aus höchstem Risiko. Auf zehn Seillängen im neunten und zehnten Schwierigkeitsgrad setzten Lama und sein Partner Peter Ortner bei der Erstbegehung als Zwischensicherung nur sechs Bohrhaken. Wer wagt, könnte auch gewinnen: Lama wurde von „National Geographic“, gemeinsam mit neun weiteren Kandidaten, für seine Besteigung des Cerro Torre in Patagonien für den Preis „Adventurer of the Year 2012“ nominiert. Mitvoten unter: www.david-lama.com Bild: ASP Red Bull/Florian Klingler
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DES MONATS
H O KK AI D O, JAPAN
KÜSS DIE WAND Bei der eleganten Bewältigung von Hindernissen beobachten wir hier den US-Snowboardvirtuosen Jeremy Thompson. Mit dieser Aufnahme brillierte der finnische Fotograf Rami Hanafi bei Red Bull Illume, dem größten Actionfotografie-Contest der Welt. Jetzt geht’s wieder los: Der Bewerb 2013 ist bereits eröffnet. Fotos können bis zum 30. April eingereicht werden. Alle Infos unter: www.redbullillume.com Bild: Rami Hanafi
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Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen
Weltbritisch Großbritannien versorgt die Welt 2013 mit den kreativsten Weltmeisterschaften.
WORLD PEA SHOOTING CHAMPIONSHIP, WITCHAM Munition: trockene Erbsen. Fünf Schuss mit Blasrohr aus 3,65 m Distanz auf eine Zielscheibe.
WORLD TOE WRESTLING CHAMPIONSHIP, ASHBOURNE Ziel ist es, den Kontrahenten mit der großen Zehe von der Wettkampfplatte zu drücken.
WORM CHARMING CHAMPIONSHIP, WILLASTON Ultimativer Charmetest: Wer lockt in 30 Minuten die meisten Regenwürmer an die Oberfläche?
FOLDING BIKE WORLD CHAMPIONSHIP, OXFORDSHIRE Nach Le-Mans-Start geht es mit Klapprädern (und in Bürokleidung) über eine 13-km-Strecke.
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BLICK VORAUS Superhelden und Hobbits, Zauberer und Astronauten: Das Kinojahr 2013 verspricht eine bezaubernde Vielfalt magischer Momente. Die Erfolgsformel für Filme des Jahres 2012? Superhelden in 3-D. „The Avengers“ und „The Dark Knight Rises“ spielten je über eine Milliarde Dollar in die Kinokassen. Der Trend erlebt 2013 eine sanfte Evolution: Robert Downey Jr. schlüpft abermals in seine Rüstung („Iron Man 3“, Kinostart: 1. 5.), Chris Hemsworth schwingt erneut den Hammer („Thor: The Dark World“; 7. 11.), und Superman bekommt ein neues Gesicht, nämlich jenes von Henry Cavill („Man of Steel“, 20. 6.). Harte Konkurrenz aber erwartet die Comic-Helden aus dem Märchenland: James Franco kämpft als Zauberer von Oz („Die fantastische Welt von Oz“, 7. 3.) gegen die Hexen Mila Kunis und Rachel Weisz, ehe Peter Jackson seine Hobbits („Der Hobbit 2“, 12. 12.) auf weitere Reisen schickt. Und ins Weltall entlässt Regisseur J. J. Abrams den intergalaktisch gut aussehenden Chris Pine alias Captain Kirk („Star Trek into Darkness“, 16. 5.).
Fantasy-Helden (von oben nach unten): Henry Cavill, Robert Downey Jr., Chris Hemsworth und Mila Kunis.
BILDER DES MONATS
MOMENT MAL!
Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach per Mail an: phototicker@redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.
Barbados Die Leine in der linken Hand bringt Vor-, die Dose in der rechten den nötigen Auftrieb. Christopher Pilgrim
Tanz den Trap Ein neuer Musikstil erobert Clubs:
Kaya Turski, Königin des Slopestyle
BILDER: REX FEATURES (3), ACTION IMAGES, WARNER BROS, PICTUREDESK.COM (2), DISNEY/PLANET PHOTOS, GETTY IMAGES, GRAEME MURRAY/RED BULL CONTENT POOL, MAGNUS HASTINGS, LIONSGATE FILMS
Kaya und der Tag X Viermal X-Games-Gold in Serie? Das gab’s bei den Damen erst zweimal (Lindsey Jacobellis im Snowboard- und Ophélie David im Skicross). Kaya Turski, 24, Kaya Turski (CAN) kanadische Freeskierin, erfüllt eine sehr wesentliche Voraussetzung für Titel Nummer vier: Sie hat die letzten drei zu vergebenden Goldmedaillen geholt. Welche war die schönste? „Die erste, 2010. Nach Bronze 2009 hatte ich ein Jahr an nichts anderes gedacht.“ Die knappste? „Die dritte, 2012. Der Switch 900 ging in den ersten beiden Läufen in die Hose. Beim dritten Lauf stand ich als Allerletzte oben am Start und dachte, okay, man kann nicht immer gewinnen, gib einfach dein Bestes. Ich probierte den Switch 1080, er gelang – und, hey, Gold!“ Und überhaupt? „Meine Eltern. Ja, meine Eltern! Sie machen die X Games noch spezieller für mich. Sie sind jedes Mal dabei, und ich schwöre, sie sind mindestens so aufgeregt wie ich. X Games ohne meine Eltern möchte ich mir gar nicht vorstellen!“ www.kayaturski.com
BAAUER: HARLEM SHAKE Der Dubstep-Bass sitzt tief, die HipHop-Beats hüpfen: Mit diesem Hit setzte sich der 23-jährige US-Produzent auf den Trap-Thron.
MAJOR LAZER: ORIGINAL DON (FLOSSTRADAMUS REMIX) Der Remix trat den Trap-Hype los. Diplo (Major Lazer) ist ein großer Förderer des neuen Genres.
TNGHT: TNGHT Die beiden Red Bull Music AcademyAbsolventen Hudson Mohawke und Lunice produzierten als TNGHT die cleverste wie wuchtigste Trap-Platte.
KNALLHART Jung-Schauspielerin Jaimie Alexander macht Männern Angst … und große Augen: die Action-Beauty über Wrestling, Messer und Knarren. Sie ist jung, bildhübsch und knallhart: Jaimie Alexander (28), leidenschaftliche Actionheldin. 2011 spielte sie eine Hauptrolle in der Marvel-Superhelden-Verfilmung „Thor“, nun nimmt sie es an Arnold Schwarzeneggers Seite in „The Last Stand“ mit der mexikanischen Mafia auf. Wie fühlt sich eine Frau beim Actionfilm-Dreh? Das ist schon eine Männerrunde. Aber ich bin das gewohnt, ich wuchs mit vier Brüdern auf. Ich las Comics und spielte mit Actionfiguren. In der Schule war ich dann auch im Wrestling-Team. Kriegst du viel Fanpost von pickeligen Jungs?
Schon. Aber auch viele Briefe von jungen Frauen, die sich mit meiner Rolle in „Thor“ identifi zieren. Das bedeutet mir sehr viel. Welche ist deine Lieblingswaffe am Set? Das Messer. Knarren sind okay. Aber wir schießen mit Platzpatronen ins Leere. Beim Messerkampf bist du ganz nahe am Gegner, das ist fast wie Tanzen. Das klingt ja beängstigend! Ich sammle Messer. Immer, wenn ich in einer Stadt drehe, kaufe ich eines am Flohmarkt. Große, antike Messer mit schöner Gravur. Einsetzen musste ich meine Messer aber zum Glück noch nie. „The Last Stand“: ab 31. 1. im Kino
Manchmal muss sich Jaimie Alexander mit Schießzeug begnügen.
DAS GEWINNERBILD
Belfast Steife Brise und tiefer Boden sorgten für Kurzweil unter 400 Mountainbikern beim Red Bull Foxhunt. Predrag Vucˇkovic´
Feilding „Mad Mike“ Whiddett bewies auf dem Manfeild Park Raceway auf Neuseelands Nordinsel die Driftfähigkeit seines RX-7. Andrew Mills
Montpellier Stabile Seitenlage im ersten Stock: „Battle of the Year 2012“ im Breakdance. Markus Berger 15
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Kitzlichtgewitter Von 25. bis 27. Jänner findet das 73. Hahnenkammrennen statt. Drei von vielen außergewöhnlichen Geschichten auf der Streif und dem Ganslernhang schrieben diese drei Österreicher. Slalom 2000
Super-G 2003
Nach dem schweren Motorradunfall im August 2001 schien Hermann Maiers Karriere zu Ende. Doch nur 13 Tage nach dem Comeback gewann der „Herminator“ am 27. Jänner 2003 den Super-G in Kitz und ließ sechs Tage später WM-Silber folgen. Abfahrt 2004
Stephan Eberharters fehlerlose Fahrt (in 1:55,48) auf eisiger Piste gilt als die perfekteste aller StreifSchussfahrten. Der Zweitplatzierte Daron Rahlves war ratlos: „Ich weiß nicht, wie Steff das gemacht hat – er muss ein paar Tore ausgelassen haben.“ www.hahnenkamm.com
Sofia Mountainbiker Matti Lehikoinen (FIN) zeigte beim Red Bull Ride the Palace mächtige Sprünge. David Robinson 16
AWOLNATION IM ANFLUG
Die US-Rocker kommen für zwei Gigs nach Österreich. Sänger Aaron Bruno über Metallica und Sex mit Songs. Zwischen Gitarrensalven und dreckigen Beats: Aaron Bruno und seine Band Awolnation lieferten 2011 mit „Megalithic Symphony“ ein Meisterwerk, das Rocker und Raver gleichermaßen begeisterte – die Single „Sail“ verschaffte Awolnation gut zehn Millionen YouTube-Klicks und Platin-Status in den USA. Im Jänner kommt die Band für zwei Gigs nach Österreich. : Letztes Jahr warst du ständig auf Tour. Highlights? : Kürzlich spielten wir auf einem Festival in New Orleans vor Metallica – das allein war für mich als Fan ihrer frühen Werke schon aufregend. Aber es kam noch besser: Nach der Show stand plötzlich MetallicaSänger James Hetfield mit seinen Kindern vor mir. Er klopfte mir auf die Schulter und sagte: „Tolle Show. Meine Tochter ist ein großer Fan. Können wir ein Foto mit dir machen?“
Hangar-7 Viktoria Wolffhardt, Marco Schwarz und Vanessa Bittner wurden mit dem Jugendsportpreis 2012 ausgezeichnet. Hans Osterauer
Wie schlägst du die Zeit im Bus tot? Vor allem lese ich. Ich war nie ein guter Schüler, Bücher interessierten mich nicht. Das hat sich total geändert. Derzeit lese ich Neil Youngs Autobiografie. Er ist ein ziemlicher Wirrkopf, vermutlich kann ich mich deshalb so gut mit ihm identifizieren. Was fällt dir als Erstes ein, wenn du an Österreich denkst? Die Berge und das Essen. Bei meinem ersten Österreich-Besuch aß ich ein Wiener Schnitzel. Großartig! Mittlerweile bin ich aber Pescetarier und bevorzuge deshalb Käsespätzle. Dein letztes Wien-Konzert? Jemand im Publikum hielt mir während der Show ein Plakat entgegen: „Ich will mit diesem Song Sex haben!“ Großartig, oder? Bessere Fans kann man sich wohl kaum wünschen. Live in Graz (29. 1., PPC) und Salzburg (30. 1., Rockhouse); Tickets: awolnationmusic.com
Kapstadt
150 Trail-Runner quälten sich über die landschaftlich reizvolle, aber athletisch herausfordernde Strecke am Lion’s Head. Craig Kolesky
BILDER: PICTUREDESK.COM (3), RED BULL MUSIC ACADEMY
Der damals 20-jährige Mario Matt war bis Kitzbühel 2000 nur Insidern bekannt. In seinem erst dritten Weltcup-Slalom holte sich der Tiroler mit Startnummer 47 den ersten Sieg und deklassierte die Konkurrenz mit fast einer Sekunde Vorsprung.
Awolnation-Frontmann Aaron Bruno beehrt Graz und Salzburg.
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ME AND MY BODY
MOHAMMED BALOOSHI
1 STICHTAG
Am fünften Tag der Rallye Dakar 2012 flog mir eine Biene ins Ohr: Das waren die heftigsten Schmerzen meines Lebens. Ein Arzt musste mir das Tier wieder rausziehen: Es war riesig! Ich konnte die Etappe fortsetzen – die Biene habe ich behalten. Sie liegt in einem Einmachglas bei mir daheim.
Kaputte Knochen, blaue Flecken, eine Riesenbiene im Ohr: Der Motocross-Meister aus den Vereinigten Arabischen Emiraten öffnet seine skurrile Krankenakte. www.redbull.com
5 REINFALL
4 HOLZFUSS
Ich habe mir die Nase, einige Rippen und meinen linken Unterarm gebrochen – so böse, dass meine Hand nur noch schlaff hinunterbaumelte. Mein rechter Fuß ist der einzige Körperteil, der bisher heil geblieben ist. Und ich klopfe auf Holz, dass das so bleibt.
Exklusives Video: MotocrossChampion Mohammed Balooshi gibt Gas in der Red Bulletin Tablet-App.
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2 STANDGAS
2008 stürzte ich vom Motorrad. Die Folge: gebrochenes Steißbein. Ich konnte monatelang weder sitzen noch liegen. Trotzdem gewann ich zwei Wochen nach dem Unfall ein Meisterschaftsfinale – indem ich das Rennen im Stehen fuhr.
3 FLACHMANN
Ein Jahr später übersprang ich bei einem Rennen in den Emiraten den Dreifach-Kicker und detonierte im Flachstück. Mein linkes Fußgelenk barst in acht Teile. Die Ärzte mussten mir Metallplatten einsetzen, um es wiederherzustellen. Was soll ich sagen? Es funktioniert wunderbar.
TEXT: RUTH MORGAN. BILDER: NAIM CHIDIAC
Bei der Rallye Dakar 2012 stürzte ich in ein Loch auf der Strecke. Ich brach mir die rechte Hand und renkte meine Schulter aus. Ich war der erste Fahrer aus den Emiraten, der an der Dakar teilgenommen hat. Und – Inschallah! – eines Tages werde ich zurückkehren und es bis ins Ziel schaffen.
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WINTERSPIELBERG
BILDER: PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL
Bei Schnee und Eis zeigt der Red Bull Ring in Spielberg sein anderes, genauso schönes Gesicht. Eislaufen, Eisstockschießen oder Eishockeyspielen am Dach der Bull’s Lane, Langlaufen am Ringgelände, Kinderrodeln am Schönberghof. Oder lieber Offroad-Buggy-Fahrten auf dem kniffligen Parcours im Fahrerlager, Winter-Enduro mit dem Motorrad oder eine AdrenalinInjektion in Form der 40 Meter langen Bullen-Rutsche vom Dach der Bull’s Lane? Zu aufregend? Jeden Sonntag gibt es beschauliche Kutschenfahrten mit einer Pferdestärke über den verschneiten Red Bull Ring (selbstverständlich trotzdem auf der Ideallinie). Eine besonders innovative Neuigkeit kommt im Infield der Rennstrecke zum Einsatz, nämlich eine wettkampftaugliche BiathlonAnlage mit modernen Laser-
gewehren. Feingefühl ist auch auf der Carrera-Rennbahn, einem exakten Modell des Red Bull Ring, in der Bull’s Lane gefordert (bei vergleichsweise heißeren Daumen). Ziemlich warm wird es Einsteiger- und Mittelklasse-„Trialisten“ auf dem Indoor-Trial-Parcours im Boxengebäude werden. Freilich kann man die winterlichen Verhältnisse auch dazu nutzen, im Driving-Center bei minimalen Reibwerten mit der Physik zu spielen: Als adäquate Geräte dafür empfiehlt die Red Bull RingCrew KTM X-Bow oder Mitsubishi Evo IX (auch das eigene Auto ist willkommen). Fazit: „Nomen est omen“ gilt in Spielberg das ganze Jahr über. Daten, Öffnungszeiten und Preise: www.projekt-spielberg.com
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Alpinski und -schuhe
FAHRTECHNIK
Das Fehlen der Stahlkanten (wurden erst 1928/29 erfunden) wirkte sich mit instabiler Schuh-BindungsKombination direkt auf die Fahrweise aus: Nicht jäher Richtungswechsel, sondern gleichmäßiges Schwingen war das Ideal.
Ob mit Leder und Holz oder Kunststoff und Metall: Seit über 100 Jahren geht es um den Genuss des Schwingens.
HANDARBEIT
Die Fertigung von Skischuhen lag Ende des 19. Jahrhunderts in der Hand normaler Schuster. Basis waren Bergschuhe, die durch steiferes Leder, eine mehrfach vernähte Sohle und Metallbeschläge (wo es zum Kontakt mit der Bindung kam) „skitauglich“ wurden.
MATERIAL
BIEGSAM
Ursprünglich für Sitzmöbel erdacht, brachte Thonets Holzbiegetechnik auch bei der Herstellung von Sportgeräten Vorteile.
ca. 1899 THONET-SKI, LEDER-SKISCHUHE 1852 ließ sich der deutsche Tischler Michael Thonet ein Verfahren patentieren, „Holz durch Zerschneiden und Wiederverleimen jede beliebige Form und Biegung in verschiedene Richtungen zu geben“. Später folgte noch eins für das Biegen von Holz durch Wasserdampf. Dieses Wissen wandte Thonets Firma, deren Möbel bis heute Weltruhm genießen, auch beim Bau von Sportgeräten an – etwa Rodeln, Tennisschlägern und auch Skiern.
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BILDER: KURT KEINRATH
Skier aus Vollholz (Buche, Esche) besaßen ab 1850 Vorspannung (bessere Fahreigenschaften). Schichtverleimte Skier gab es ab 1900, Mischvarianten (Kunststoff/ Holz) ab 1946. Erstaunlich: Der Thonet-Ski war bereits tailliert und damit einfacher steuerbar.
PASSGENAU
Die Schale des Schuhs wird bei einem „Fitting“ an die Anatomie des Fußes angepasst. Ein spezielles HighTech-Polymer sorgt für bessere Temperaturstabilität (im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen) und Vibrationsdämpfung.
HEBELWIRKUNG
Mit einem einfachen Klick am Hebelmechanismus verwandelt sich der Hybrid-Ski von einem geländegängigen Freeride-Rocker in einen Pisten-Racer für lange, aggressive Schwünge.
SCHICHTWEISE
Der Kern des Skis besteht nach wie vor aus Holz. Darüber wird mittels Sandwich-Sidewall-Konstruktion eine zweifache Titanalbegurtung (Air-Carbonverstärkt) gezogen.
AUFTRIEB
Eine positive Vorspannung an seiner breiten Schaufel lässt den Rocker im Pulverschnee besser „aufschwimmen“.
2013 FISCHER HYBRID SKI 7.0, FISCHER VACUUM SCHUH Der „Rocker“ gilt als innovativstes Skimodell seit dem „Carver“. Besonders im Tiefschnee bietet die taillierte Konstruktion (121-75-104 mm) mit flacher Schaufel Vorteile. Der Hybrid gleicht nun Schwächen des Rockers bei hohem Tempo aus. Wird der Hebel an der Skioberfläche betätigt, erhöht sich die Spannung, und die Bretter verwandeln sich in Racingskier, die Schwungradien von 17 Metern ermöglichen. wwww.fischersports.com
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HERO
GEORGE KINGSTON
NHL-Coach, Weltmeister mit Team Canada, Trainer von Damen- und Paralympic-Teams: Kaum ein Coach hat mehr erlebt als der 73-jährige Co-Trainer des EC Red Bull Salzburg.
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Name George Kingston Geburtsdatum/-ort 20. 8. 1939 in Biggar, Kanada Stationen als Trainer Universität: University of Calgary
NHL: Calgary Flames Minnesota North Stars Atlanta Thrashers Florida Panthers (Assistant Coach) San Jose Sharks (Headcoach) Nationalteams: Norwegen, Kanada, Deutschland, Mexiko, norwegischer Damen- und Ice-Sledge-Hockey-Coach Erfolge als Coach Weltmeister ’94 Silber Olympische Spiele ’94 (jeweils mit Kanada)
” Die Spieler sind dafür durch die Hölle gegangen. Aber letztlich hat es funktioniert. “
wechselnde Partner zur Seite stellen. Kommunikation oder Automatismus? Ab einem gewissen Tempo funktioniert Hockey nur noch, wenn du die Wege deiner Mitspieler blind kennst. Salzburgs Chefcoach Pierre Pagé wird häufig dafür kritisiert, ohne fixe Position spielen zu lassen. Wie sehen Sie das? Bei den San Jose Sharks habe ich ein ähnliches System mit vier Stürmern praktiziert, die in zwei Wellen angreifen. Die Spieler sind dafür durch die Hölle gegangen. War das Hockey immer schön? Nein. Hat es letztlich funktioniert? Und ob! Wie wird die Rolle des Verteidigers in so offensiven Systemen interpretiert? Wie die des Fußball-Libero. Er muss schnell und beweglich sein, das Spiel
lesen, Angriffe einleiten und gegebenenfalls selbst ganz nach vorn gehen können. Die nächste Entwicklung … … wird 3-D-Hockey sein, mit LacrosseEinflüssen. In den Colleges gibt es eine Reihe von Spielern, die den Luftpass beherrschen. Junge, kreative Athleten, nicht unbedingt immer die physisch stärksten. Was unterscheidet gute von herausragenden Spielern? Ihr Orientierungsvermögen. Gretzky wusste schneller als andere, wo er in ein paar Augenblicken stehen musste. Er war kein Scharfschütze, aber er hatte ein herausragendes Spielverständnis, wie Sidney Crosby oder Ryan Nugent-Hopkins: Sie antizipieren das Spiel blind. www.redbulls.com
TEXT: WERNER JESSNER. BILD: PHILIPP FORSTNER
: Vor Salzburg haben Sie das Nationalteam Mexikos trainiert. Was um Himmels willen hat Sie dorthin verschlagen? : Die Spieler fahren vier Stunden zur Eishalle, Trainingsende ist um Mitternacht. Heimweg, schlafen, am nächsten Morgen Brotberuf: Ich hatte Anwälte, Zahnärzte und Architekten im Team. Sie haben das dreimal pro Woche gemacht. Warum sollte man eine derart motivierte Gruppe nicht trainieren? Sie waren zuvor lang in Norwegen. Was kann sich Österreich abschauen? Als ich 1989 zum ersten Mal in Norwegen arbeitete, endeten viele Spiele 11:9 oder 7:10. Das taktische Level Österreichs ist viel höher, auf Augenhöhe mit der Schweiz und Deutschland. Oft mangelt es hier aber an Disziplin. In Norwegen habe ich unnötige Penaltys radikal abgestellt. Aber Härte gehört doch zum Hockey! Natürlich. Österreich war immer ein körperlich starkes Team. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Aber Macho ist Macho, und smart ist smart. Wie unterscheidet sich die Arbeit mit körperbehinderten Athleten? Bei Olympischen Spielen gibt es wenige Medaillengewinner, bei den Paralympics hingegen ausschließlich Sieger, weil sie es vom Unfall oder der Krankheit bis zu den Paralympics geschafft haben. Doch obwohl sie ausschließlich Winner sind, haben sie den Respekt voreinander nicht verloren. Und die Arbeit mit Frauen? Sie hören dir zu. Männer binden ihre Schuhbänder, während du redest, fummeln am Stock rum, schauen in die Luft: Frauen sind fokussiert. Jung oder alt? Jungen Spielern kannst du mehr beibringen. Bei alten geht es darum, Stärken herauszuarbeiten und sie gemäß ihrer etablierten Muster gezielt einzusetzen. Ein funktionierendes Team braucht beides. Linien-Bingo oder fixe Formationen? Man muss Paare finden. Denen kann man
KURZ & DENNOCH EINZIGARTIG
Strahlende Gesichter bei den Siegesfeiern des vergangenen Monats.
„Ich bin der glücklichste Mensch der Welt“, gab Frederic von Osten (GER) zu Protokoll, als er sich auf den Philippinen den Wakeboard-CableWM-Titel sicherte.
BILDER: BEWEGTEZEITEN.DE, ROLAND HASCHKA/Q PARKS, GETTY IMAGES (2)
Der 21-jährigen Britin Aimee Fuller gelang mit dem Sieg beim O’Neill Pleasure Jam in Schladming ein verheißungsvoller Auftakt der TTR World Snowboard Tour.
Zweimal Abfahrt, einmal Super-G: Lindsey Vonn (USA) war in Lake Louise erneut nicht zu schlagen und holte ihre Siege 12 bis 14 in der kanadischen Provinz Alberta.
Mit seinem Erfolg bei den Barclays Singapore Open ist Matteo Manassero, 19 (ITA), der jüngste Golfer, der dreimal auf der European Tour gewinnen konnte.
B U L L E VA R D
MEINE WELT
RYAN GOSLING
Schlägereien, Feminismus, Ballett-Unterricht: wie aus einem kanadischen Problemkind Hollywoods vielseitigster Superstar wurde.
ES SE
JUNGE R HERKU LES
Als Zwölfjähriger sang Gosling in der KinderTV-Show „The Mickey Mouse Club“. Seine jungen Kollegen am Set: Britney Spears, Christina Aguilera und Justin Timberlake, bei dessen Familie Gosling wohnte. Es folgte die erste Hauptrolle in der FantasySerie „Young Hercules“. Wie sich der Schauspiel-Grünschnabel dabei anstellte, kann man heute auf YouTube bewundern.
LIE BE ZU R PU PPE
is änderte Goslings Kunstverständn idDav der ihm als , ikal sich rad et“ in Lynch-Klassiker „Blue Velv nur noch die Hände fiel: „Ich wollte er dem unt n Filme machen, die ma e: Folg ss.“ mu n ebe terg Tisch wei i Rollen als jüdischer Neonaz 1), plato(„Inside a Skinhead“, 200 haber ieb g-L nischer Sexspielzeu 7) und 200 “, uen Fra die („Lars und kleiMordverdächtiger in Frauen 0). 201 “, ngs Thi d Goo ll dern („A
STUNT SPEZIA LIST
Nach kleineren Rollen in Großproduktionen und Hauptrollen in Independent-Streifen landete Gosling 2011 gleich drei Hollywood-Erfolge in Serie: Er spielte in der Komödie „Crazy Stupid Love“, in George Clooneys „The Ides of March“ und im Thriller „Drive“, in dem er einen kriminellen Stunt-Fahrer mimt. 2012 kommt Gosling mit „The Place Beyond the Pines“ erneut als Stuntman in die Kinos – dieses Mal auf dem Motorrad.
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„HEY GIRL …“
Gosling kombiniert gutes Aussehen und großes Talent. Im Internet tobt ein Hype um den attraktiven Kanadier; bisheriges Highlight: der Blog einer US-Studentin, eine sehnsuchtsseufzende Kombination aus augenzwinkernd verbrämtem Feminismus und Bildern des Hollywood-Beaus. Jetzt wurde aus dem Blog gar ein Buch: „Feminist Ryan Gosling: Feminist Theory from Your Favorite Sensitive Movie Dude“.
RESTAU RANTRESTAU RATOR
r Seine Rolle als drogenabhängiger Lehre ng im Drama „Half Nelson“ brachte Gosli 2007 eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller ein. Zwei weitere Filme folgten, danach pausierte Gosling für drei Jahre, um ein marokkanisches Restaurant in Beverly Hills zu renovieren. Weitere, noch ausgedehntere Pausen sind vorgesehen. „Wenn ich mit 46 noch immer vor der Kamera stünde“, sagt Gosling, „würde mich das sehr überraschen.“
PRÜ GELEI IN NEW YOR K
Im August 2011 wurde Gosling an einer New Yorker Kreuzung Zeuge einer Prügelei. Ein Mädchen filmte die Szene. „Das ist der Typ aus ,The Note book‘“, kreischte sie, als sie den Schauspieler erkannte. In der Hollywood-Romanze von 2004 bekam Gosling dank seines Charmes das Mädchen. Im wirklichen Leben trennte er immerhin die Streithähne.
… BRI NGT MA’AM ZU BET T
Squad“ Goslings neuester Streifen „Gangster er-Film brech t-Ver ei-jag Poliz r ist ein klassische Gosling in der Tradition von „L. A. Confidential“. hrer: „Wollen brilliert darin als Mafiajäger und Verfü Frau aus mir are ehrb eine und olen raush hier Sie mich e im Trailer. Ston a Emm e izend machen?“, fragt eine aufre e Sie eigentlich wollt „ich ng, Gosli ortet antw m“, „Nein, Ma’a ins Bett kriegen.“ Gosling auf Verbrecherjagd: gangstersquad.warnerbros.com
TEXT: PAUL WILSON. ILLUSTRATION: LIE-INS AND TIGERS
FLIEG EN DE STEA KM
R Ryan Gosling wurde am 12. November 1980 in eine Mormonenfamilie aus Ontario geboren. „Niemand hat geglaubt, dass ich Schauspieler werde“, sagte er 2007 in einem Interview. Gosling flog von der Schule, weil er Steakmesser nach Mitschülern warf. Er schluck te Ritalin gegen sein Aufmerksamkeitsde fizitsyndrom und entdeckte seine Leid enschaft für Schauspiel und Ballett .
¨ ¨ FLUGEL FUR JEDEN GESCHMACK.
CRANBERRY, HEIDELBEERE, LIMETTE. UND DIE WIRKUNG VON RED BULL.
Mit Feinarbeit zu Extrapunkten: Rajon Rondo, Point Guard der Boston Celtics, an der Freiwurflinie
B U L L E VA R D
FORMELSAMMLUNG
WURFMASCHINE
ILLUSTRATION: MANDY FISCHER. BILD: ANDREW D. BERNSTEIN/GETTY IMAGES
Am Ausgangspunkt der Parabel: ein nervenstarker Techniker. Unser Physiker* erklärt den perfekten Basketball-Freiwurf. RONDOS WINKELPROBLEM Im Bild links sehen wir Boston-Celtics-Star Rajon Rondo beim Freiwurf-Versuch. Die Frage lautet: Bei welchem Abwurfwinkel ist seine Treffsicherheit am größten? In der US-Profiliga NBA hat der Ball einen Durchmesser von 23,9 cm (dB), der Netzring einen Innendurchmesser von 45 cm (dR). Käme der Ball zentral genau von oben, wären also rundherum mehr als 10 cm Platz. Es gibt aber auch einen flachsten Winkel, unter dem der Ball einfliegen muss, damit er gerade noch durch den Ring passt, ohne diesen zu berühren. Diesen Winkel kann man mit sinβ = dB/dR bzw. β = arcsin(dB/dR) berechnen – er liegt in unserem Fall bei rund 32° (siehe Abb. 1). Die Wurfbahn lässt sich anhand der Gleichung y = –gx²/(2v²0 cos²α) + x tanα + h0 herausfinden: g ist die Fallbeschleunigung (9,81 m/s²), v0 die Abwurfgeschwindigkeit (m/s), α der Abwurfwinkel, x und y horizontale und vertikale Raumkomponente (m) und h0 die Abwurfhöhe (m). Der Basketballring hängt auf 3,05 m, die Freiwurflinie ist 4,19 m von der Mitte des Ringes entfernt. Rajon Rondo ist 1,85 m groß, daher hat der Schwerpunkt des Balls beim Abwurf eine geschätzte Höhe von 2,20 m. Wenn man die Gleichung oben nach v auflöst, erhält man den Zusammenhang zwischen Abwurfgeschwindigkeit und -winkel (Abb. 2). Dabei nehmen wir an, dass Rondo genau in die Mitte des Ringes trifft. Damit der Einflugwinkel β größer als 32° ist und der Ball direkt durch den Ring passt, muss der Abwurfwinkel α mindestens knapp 47° betragen. Man sieht, dass Rondo bei steilem Abwurf deutlich schneller werfen müsste, was eine Quelle für Ungenauigkeiten darstellt. Um wie viel flacher oder steiler könnte Rondo bei gleicher Abwurfgeschwindigkeit werfen, ohne den Ring zu treffen? Dieses Problem löst man mithilfe numerischer Simulationen, wobei man den Winkel so lange verändert, bis der Ball den Ring berührt. Die Auswertung ergibt Abb. 3: Bei rund 47° kann sich Rondo keine Abweichung erlauben. Zwischen 48° und 53° liegt aber ein „Fenster“, in dem sich eine Winkelungenauigkeit von 6 bis 8° ausgeht. Wirft er noch steiler, sinkt die erlaubte Ungenauigkeit dramatisch und liegt nur noch bei etwa 2°. Erfreulicherweise fällt das „Fenster“ genau in den Bereich um die Minimalgeschwindigkeit. Das ist praktisch, denn wenn Rondo mit mindestens 47° und kleinstem Krafteinsatz wirft, trifft er automatisch den Winkelbereich mit der größten erlaubten Streuung. Diese Überlegungen gelten übrigens auch für größere Spieler – nur werden die Abwurfwinkel dann flacher. www.bostonceltics.com *Mag. DDr. Martin Apolin, 47, Physiker und Sportwissenschaftler, arbeitet als AHS-Lehrer und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buchautor.
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B U L L E VA R D
Kaltblütiger Jazz: Terje Isungset (48), der Erfinder der Eismusik
TERJE ISUNGSET
Seine Instrumente baut der Norweger selbst – aus blankem Eis. Und lädt alljährlich zum Festival der frostigen Klangwelten. Geburtsdatum/-ort 4. Mai 1964, Geilo, Norwegen Werdegang Vor seiner „Eiszeit“ war Isungset Percussionist der norwegischen Jazzband Orleysa und spielte mit dem Saxophonisten Karl Seglem, u. a. in dem Trio Utla. Anforderungen Der „Technical Rider“ des Musikers für Auslandskonzerte beinhaltet: Eisblöcke in verschiedenen Größen, einen gekühlten Arbeitsraum sowie eine elektrische Motorsäge. Zusätzlich bringt er selbst norwegisches Eis zu Konzerten mit. Album „Winter Songs“, 2010
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Jeden Jänner lädt Terje Isungset Jazzmusiker aus aller Welt in sein Heimatstädtchen Geilo ein. Um mit ihnen ein einzigartiges Musikspektakel aufzuführen: das Ice Music Festival. Dabei bestehen alle verwendeten Instrumente aus gefrorenem Wasser. Aus Eis, das der Komponist aus einem kleinen See nahe der Stadt schneidet und zu Flügelhörnern, Cellos und Xylophonen verarbeitet. : Woher kam die Idee, Eis erklingen zu lassen? : Das war 1999. Ich war eingeladen worden, ein Konzert vor einem gefrorenen Wasserfall zu geben. Dafür entwarf ich Instrumente aus Stein, Holz und Eis. Und der Klang des Eises hat mich nicht mehr losgelassen. Was fasziniert Sie am Eissound? Die tiefen Frequenzen und der ätherische Klang. Es ist referenz-
freie Musik, nichts kommt dem Klang des Eises nahe. Welches Eis klingt am besten? Das von Flüssen und Seen. Je klarer, desto besser. Künstliches Eis kann klanglich nicht mithalten. Wie entstehen die Instrumente? Mit einer Motorsäge werden Blöcke aus dem Eis geschnitten und dann mit Messern bearbeitet. Die Eiskonzerte beim Festival finden im Freien statt. Was sind die optimalen Bedingungen? 20 Grad minus und Windstille. Wenn es regnet, klingt das Eis nicht. Wenn es zu warm wird, schmilzt es. Wir veranstalten das Festival im Jänner zu Vollmond, wenn’s am kältesten ist. Schmelzen die Instrumente bei Konzerten tatsächlich weg? Das passiert oft. Deshalb ist Spontaneität für Eismusiker sehr wichtig. Normale Instrumente sind berechenbar, Eisinstrumente nicht.
Welche Eisinstrumente stellen Sie her? Blasinstrumente, Percussions und auch Saiteninstrumente. Bis auf die Saiten und die Stimmmechanik ist alles aus Eis. Verwenden Sie dabei normale Stimmungen? Bei CD-Aufnahmen ja. Wenn man mit einem Chor arbeitet, ist das hilfreich. Live verstimmen sich die Instrumente ohnehin ständig, schon wenn man einmal ins Horn bläst, wird der Trichter größer. Welche Instrumente sind kompliziert in der Herstellung? Je kleiner die Teile, desto heikler. Die kleinsten sind fünf Millimeter groß. Die brechen sehr leicht. Wo lagern Sie die Klangerzeuger während des Festivals? In Iglus wegen der konstanten Temperatur im Inneren. Iglus sind auch für die Herstellung der Instrumente perfekt: Es ist still, du hörst deinen eigenen Herzschlag. Was passiert nach dem Konzert mit Ihren Instrumenten? Wir geben sie dem Publikum mit der Aufforderung: „Trinkt sie.“ Ice Music Festival: 24. bis 27. 1. 2013, Geilo, Norwegen; www.icefestival.no
TEXT: FLORIAN OBKIRCHER. BILD: DDPIMAGES
DER EIS-MUSIKER AUS GEILO
Die letzte sammlung Das Schicksalsjahr der Menschheit zum Nachlesen.
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M{ZD{ 6 leidenschaftlich anders
SKYACTIV
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KODO: SOUL OF MOTION
” Die von Natur aus emotionale Anziehung des Autos möchte ich im Design ausdrücken “ Ikuo Maeda, Mazda Global Head of Design
Sparsam und gleichzeitig sportlich? Mazdas smarte Technologien machen es möglich.
İ-ELOOP Weltpremiere für die schlaue Schleife: Jetzt wird jeder Funke Energie genützt.
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Der Mazda6 auf YouTube: Einfach QR-Code mit dem Smartphone einscannen, und schon sehen Sie Design und Technologie in voller Fahrt.
MAZDA6
AM ANFANG EINER NEUEN ZEIT SKYACTIV-TECHNOLOGIE UND KODODESIGN ERÖFFNEN EIN NEUES KAPITEL IN DER AUTOMOBILGESCHICHTE: JETZT SCHLÄGT DAS HERZ IM TAKT MIT DER VERNUNFT – UND DIE KLASSENBESTEN VERBRAUCHSWERTE GIBT ES OBENDRAUF.
Text: Max Hödl
KODO: SOUL OF MOTION Bewegung sogar im Stillstand: Dieser scheinbare Widerspruch ist die Grundlage von Mazdas neuer Design-Philosophie Kodo. Dazu haben die Experten rund um Ikuo Maeda eine Anleihe bei der Natur genommen: den Muskeltonus von Tieren und Menschen. Eine Katze strahlt bereits vor dem Sprung Dynamik aus – allein durch Anspannung und Konzentration. Auf ähnliche Weise lässt auch der neue Mazda6 in jeder Situation die Energie der Bewegung erahnen.
Die Skyactiv-Technologie spart Sprit und erhöht den Fahrspaß. Wie das funktioniert? Das zeigt das Video hinter dem QR-Code!
M{zd{ ¡-ACTIVSENSE
DER PRIVATE BODYGUARD Sicherheit ist reine Knopfsache – zumindest im neuen Mazda6 mit seinen intelligenten elektronischen Assistenzsystemen.
Das breite Programm an aktiven Sicherheitstechnologien wird ab sofort unter dem Titel „i-ACTIVSENSE“ zusammengefasst. Im neuen Mazda6 zählen dazu je nach Ausstattung und Wunsch: ein adaptiver Tempomat mit radargestützter Distanzregelung (MRCC), ein Pre-Crash-Safety-System mit aktivem Bremseingriff (SBS), die Abstandserkennung (DRSS), der CityNotbremsassistent (SCBS), der Spurhalteassistent (LDWS), der Fernlichtassistent (HBC) und viele mehr.
Überwacht und warnt: der Spurhalteassistent.
Kontakt unerwünscht: City-Notbremsassistent.
g
Gibt es heutzutage überhaupt noch bahnbrechende Innovationen? Die Frage muss gestattet sein, schließlich hat man bei so vielen wiederkehrenden Trends oft das Gefühl, die Zeit sei eine Schleife und die grundlegenden Technologien seien alle bereits erfunden worden. Bei Anwandlungen wie diesen ist es durchaus ratsam, sich näher mit dem neuen Mazda6 zu beschäftigen. Dann wird man rasch eines Besseren belehrt: Es gibt sie nämlich noch, die kreativen Ideen, die neuen Ansätze, die, man kann’s ruhig sagen: Revolutionen. Im Fall des Mazda6 wird die Zeitenwende unter dem Banner der SkyactivTechnologien vollzogen. Dahinter steckt keine singuläre Aktion, sondern ein Bündel an Maßnahmen – und gerade dieser ganzheitliche Ansatz macht Skyactiv so interessant. Konkret durften die Ingenieure fast jede Komponente am Auto in Frage stellen und sich an bessere Lösungen wagen. Beispiel Karosserie: Durch den erhöhten Einsatz von hochfesten Stählen
konnte sie leichter werden – und trotzdem steifer ausfallen. Der erste Vorteil verringert den Verbrauch und erhöht den Fahrspaß; der zweite Benefit verbessert die Crash-Sicherheit, eliminiert Störgeräusche und kommt der Fahrwerksabstimmung zugute. In dieser Tonart geht es weiter. Im Bereich der Getriebe erweitert eine völlig neu konstruierte Sechs-Stufen-Automatik die bislang bestehenden Limits: SkyactivDrive ist kompakter und leichter als herkömmliche Versionen, arbeitet effizienter und schaltet so sportlich und direkt, wie man es sich nach dem ersten Blick auf das Auto zu Recht erwartet. Selbstverständlich betrifft Skyactiv auch die Motoren – in ganz besonderem Maß sogar. Was Skyactiv kann, beweist der Dieselmotor mit einem Rekordwert: In der Version mit 150 PS verbindet er sportliche Fahrleistungen (eine Höchstgeschwindigkeit von 211 km/h!) mit einem Normverbrauch von lediglich 3,9 Litern auf 100 Kilometer. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert dieser Fahrzeugklasse und würde auch einem Kleinwagen schmeicheln. Mazda erzielt ihn mit einer 4,87 Meter langen Limousine. Auch die anderen Motoren können als Referenz in ihren Segmenten gelten: so-
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Die Skyactiv-Technologie erfasst alle Bereiche des Fahrzeugs und macht den neuen Mazda6 ausgesprochen leichtfüßig – was man ihm vom ersten Anblick an gerne glauben will.
MAZDA6
M{ZD{6 SPORT COMBI
QUADRATUR DES KREISES Ästhet und Pragmatiker, Sportler und Sparer, Raumfahrzeug und Herzensbrecher: Wer alles auf einmal will, ist ein Fall für den Sport Combi.
Kodo: Soul of Motion – was hinter Mazdas neuer Design-Philosophie steckt, zeigt dieses Video auf YouTube. Einfach scannen und staunen.
Effizient und direkt: das neue Automatikgetriebe Skyactiv-Drive. Mit dem HMI-Commander (u.) lässt sich das Infotainment intuitiv steuern.
wohl der mit 175 PS stärkere Skyactiv-D als auch die Benziner, die in den Leistungsstufen mit 146, 165 und 192 PS im Programm stehen. Letztgenannter ist die bislang stärkste Auslegung eines SkyactivMotors und wird ausschließlich mit Automatikgetriebe kombiniert. Auch diese sportliche Variante ist mit einem Normverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer ein Musterbeispiel an Effizienz. Die erstaunliche Sparsamkeit ist nicht nur Folge von Gewichtsreduktion, konsequentem Feilen an der Aerodynamik und fortschrittlichen Antrieben, sondern auch weiterführenden Technologie zu verdanken. So ist das Start-Stopp-System i-stop in allen Versionen des Mazda6 serienmäßig – und wird in allen Dieselmodellen mit dem neuen i-ELOOP ergänzt. Diese schlaue Entwicklung von Mazda gewinnt beim Rollen und Bremsen Energie zurück, um damit das elektrische Bordnetz zu versorgen. Dabei arbeitet es viel schneller und effektiver als eine herkömmliche Batterie. Weniger als eine Sekunde in der Rollphase reicht bereits, um den Ladevorgang des i-ELOOP in Gang zu setzen. Der Effekt: nochmals weniger Verbrauch. War bislang von der technischen Eleganz des Skyactiv-Pakets die Rede, so darf der offensichtliche Teil der Revolu-
Der große Laderaum lässt sich einfach erweitern: entweder auf Knopfdruck an den Fondsitzlehnen oder per Hebelzug vom Kofferraum aus. Werkzeugkisten, Obststeigen, Holzlatten? Klar kann man auch die simplen Dinge des Arbeits- und Alltagslebens im neuen Mazda6 Sport Combi transportieren. Platz gibt’s dafür allemal genug. Aber viel besser als diese profanen Dinge passen die Zutaten für einen bewegten Lebensstil hinein: das Equipment für Golf oder Reiten, fürs Kitesurfen oder Paragliding, fürs Skifahren oder Eishockey. Wer den Sport im Namen trägt, der fühlt sich eben auch allen naturnahen Aktivitäten verpflichtet. Die wahre Größe des Mazda6 Sport Combi sieht man ihm zunächst nicht an. Sogar um einen Hauch kürzer als die Limousine, sind seine dynamischen Proportionen ein echter Eyecatcher. Mit kokettem Schwung streben die Linien dem Heck zu, wo sie mit einem sportlichen Dachkantenspoiler und einem muskulösen Stoßfänger für ein dramatisches Finale sorgen. Hinter der Heckklappe wartet ein 522 Liter großer Kofferraum; der Blick darauf wird über ein geniales System zur automatischen Öffnung der Abdeckung freigegeben. Die Kunst der Erweiterung basiert auf einer portionsweise umlegbaren Rückbank und einer Entriegelung, die wahlweise direkt an den Sitzen oder mittels einer Fernbedienung vom Kofferraum aus erfolgt. Auf diese Weise wird der sportliche Kombi zu einem echten Raumwunder – mit 1648 Liter Stauvolumen und einer fast zwei Meter langen Ladefläche.
DAS AUTO IN ZAHLEN
schnelle nummern Fahrfreude und Fortschritt lassen sich eigentlich nicht
Die Scheinwerfer besitzen LED-Lichtquellen; auf Wunsch verbreiten sie adaptiv Kurvenlicht (AFS), indem sie den Bewegungen des Lenkrads folgen.
tion nicht länger warten: die Schönheit der Form, die Mazdas Kodo-Philosophie auf ein neues Hochplateau der angewandten Ästhetik hebt. Dabei geht es um Spannung, um Intensität, um Bewegung, die sogar im Stillstand zu erahnen ist. Wie das geht? Es ist eine Frage des Muskeltonus, der in den Wölbungen und Linien der Karosserie steckt. Oder anders gesagt: Einem Geparden nimmt man seine Liebe zur Geschwindigkeit ja auch dann ab, wenn er sein Mittagsschläfchen hält. Das feine Gespür für Proportionen, Flächen und die dazupassende Qualität der Verarbeitung setzt sich im Interieur fort. Dort gilt neben der Ästhetik die Maxime der Praktikabilität: Wohlfühlen basiert auf allen Sinneseindrücken. Also strebt der Mazda6 auch hier nach Bestmarken. Dank des langen Radstands zählen Fuß- und Knieraum im Fond zu den besten seiner Klasse. Die Sitzflächen und die Lehnen wurden verlängert, die Armauflage ist breiter. Auch die Vordersitze wurden nochmals komfortabler (und leichter, weil die Skyactiv-Detektive auch hier geforscht haben). Hinzu kommt eine Fülle an Dienstbarkeiten und Luxus. Beispielsweise das optionale Infotainmentsystem, das trotz komplexer Fähigkeiten fingerleicht bedienbar ist: einerseits am großen Touchscreen, andererseits am intuitiven HMICommander, der griffgünstig in der Mittelkonsole platziert ist: So steuert man das Navigationssystem mit TomTom-Technologie ebenso leicht wie das PremiumSoundsystem von Bose oder die über Bluetooth gekoppelte Freisprecheinrichtung. Die Ausstattung lässt sich über vier Stufen den eigenen Wünschen anpassen: vom Basismodell Emotion über Challenge und Attraction bis zur Topversion, die den neuen Mazda6 in ihrem Namen am besten beschreibt: Revolution.
Um die technische Sonderleistung von Mazda ins rechte Licht zu rücken, benötigt man noch eine zweite Zahl: 150. Dann ist die Sensation perfekt: Der 150 PS starke 2,2 Skyactiv-D konsumiert im Normverbrauch nur 3,9 Liter auf 100 Kilometer! Diesem Spitzenwert im Segment entspricht ein sensationell niedriger CO -Ausstoß, der sogar einem Klein² wagen schmeicheln würde: 104 g/km.
0,26
Die Aerodynamik besitzt einen entscheidenden Einfluss auf die Verbrauchswerte – und der wird umso größer, je schneller man fährt. Die Designer und Techniker von Mazda waren daher bestrebt, den sogenannten cW-Wert durch aufwendige Detailarbeit an der Karosserie und am Unterboden zu verringern. Mit einem cW-Wert von 0,26 zählt der neue Mazda6 zu den Weltbesten seiner Klasse.
100
Hohes Gewicht ist aus zwei Gründen der erklärte Feind der Mazda-Ingenieure: Es behindert die Sportlichkeit und erhöht die Verbrauchswerte. Klar, dass ein Diätplan daher Teil der Entwicklungsarbeit am Mazda6 war. Obwohl die neue Generation größer wurde und besser ausgestattet ist, sank das Gewicht um bis zu 100 Kilo. Wie das möglich war? Durch schlaue Konstruktion und wertvolle Materialien wie ultrahochfeste Stähle, die zusätzlich für mehr Steifigkeit sorgen.
26.990
Das ist der Preis, um den man ab sofort in den Mazda6 einsteigt – mit viel Luxus, Raum, dem kompletten Sicherheitspaket und den Hightech-Lösungen der Skyactiv-Technologien. Zur Ausstattungslinie Emotion zählen unter anderem sechs Airbags, DSC, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ein Bremsassistent und ein Hill Holder, der das Anfahren am Berg erleichtert. Mit an Bord sind außerdem die Klimaanlage, ein Audiosystem mit USB-Anschluss, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Leichtmetallfelgen und vieles mehr. Noch Wünsche offen? Dann gibt’s die darauf aufbauenden Varianten Challenge, Attraction und Revolution.
489
Ein ordentlicher Kofferraum gehört zu den Basics automobiler Pflichten. Beim Mazda6 ist er wieder einmal größer geworden: 489 Liter misst er bei der Limousine, 522 Liter beim Kombi. In beiden Fällen lässt sich der Laderaum denkbar einfach erweitern: entweder durch direkt angebrachte Knöpfe oder vom Heck aus mittels zweier Hebel.
14:1
Noch ein Weltrekord: Kein anderer GroßserienBenzinmotor der Welt arbeitet mit einem so hohen Verdichtungsverhältnis wie Mazdas Skyactiv-G 2,0, der in zwei Leistungsstufen mit 146 und 165 PS angeboten wird. Der Vorteil: Die hohe Verdichtung verbessert den Wirkungsgrad – und der wiederum sorgt für niedrigere Verbrauchswerte.
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3,9
in Ziffern ausdrücken. Oder vielleicht doch?
MAZDA6
İ-eLOOP?
Klingt lustig und erinnert an einen Welthit von Cyndi Lauper: i-ELOOP. Dahinter verbirgt sich aber eine der schlauesten Erfindungen der letzten Jahre: ein intelligenter Energiekreislauf, der den Spritverbrauch deutlich verringert. Und so funktioniert’s: Wann immer man vom Gas geht oder bremst, wird die Energie des Dahinrollens in einem Kondensator eingefangen. Die so gewonnene Power wird für die elektrischen Verbraucher genutzt oder an die Fahrzeugbatterie weitergeleitet. Der Clou dabei: Der Kondensator ist ein flotter Bursche, der Energie viel schneller speichert und wieder abgibt als ein herkömmlicher Akku.
Born to race Kaum auf der Straße, biegt der Mazda6 auch schon auf die Rennstrecke ein – und zwar mit dem neuen SkyactivDieselmotor. Wenn der Tourenwagen Ende Jänner beim 24-Stunden-Rennen in Daytona, Florida, erstmals antreten wird, ist das eine doppelte Weltpremiere: Noch nie zuvor war bei diesem legendären Langstrecken-Event ein Dieselfahrzeug am Start. Mehr Infos gibt’s auf der Facebook-Seite von Mazdaspeed Motorsports.
FingerÜbung
Zwei brandneue Apps fürs mobile Leben MAZDA6 Farben, Felgen, Inte rieur: So hat man alle Infos zum neuen Mazda6 immer in der Hosentasche dabei.
STUDY IN MOTION KodoDesign als Foto App: Bewegungs abläufe werden durch Mehrfach belichtung sichtbar.
ER FÄHRT WIE AUF KUFEN Autofahren und Eishockey haben mehr gemeinsam, als man denkt.
Tommy Koch, 29, ist Kapitän des Eishockey-Rekordmeisters EC-KAC, erfolgreichster aktiver Nationalteamspieler und seit zwei Jahren auf Mazda unterwegs. An seinem Auto schätzt er die Power, das Handling, die gute Übersicht und ein perfektes Equipment – eben genauso wie beim Eishockey. Der Klagenfurter Stürmerstar über …
… Speed: „Gibt dir immer einen gewissen Kick. Ordentlich Leistung darf ein Auto also schon haben – aber auf der Straße siegt doch die Vernunft.“ … Härte: „Gehört zum Eishockey einfach dazu. Im Auto hab ich’s lieber komfortabel.“ … Equipment: „Braucht immer extrem viel Platz. Bei meinem Hobby ist es auch nicht viel besser: Ich geh gern fischen.“ … Technik: „Eine meiner Stärken im Spiel, der Schlüssel zum Erfolg. Ich mag auch sonst, wenn die Dinge reibungslos klappen und wenn die Technik nützlich ist: Einparkhilfe, Sitzheizung, zugfreie Klimatisierung – das habe ich in meinem Mazda zu schätzen gelernt.“ … Ausdauer: „Am Eis müssen wir uns die Kräfte einteilen. Wenn das ein Auto auch kann, dann ist das bei den aktuellen Spritpreisen sicher kein Fehler.“ FOTO: ZEITPUNKT
Was kann eigentlich …
Gewinnen Sie mit dem neuen M{zd{6!
Wir verlosen zwei Wochenenden für zwei Personen im luxuriösen G’Schlössl Murtal samt Spielberg Funpark-Tickets, zwei Smartphones inklusive Grundgebühr für ein ganzes Jahr und die Anreise im neuen Mazda6 (12.– 14. April 2013). So einfach machen Sie mit: QR-Code links scannen und die virtuelle Teilnahmekarte ausfüllen. Oder gleich direkt auf www.mazda.at/gewinnspielredbull mitmachen!
Teilnahmeschluss ist der 31. März 2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Was, wenn Design Schönheit mit Kraft verbindet?
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KODO Design fängt die Schönheit und Dynamik von Bewegung ein. Das athletische, aerodynamische Design des neuen Mazda6 harmoniert perfekt mit der innovativen SKYACTIV Technologie und der neuen i-ELOOP Bremsenergierückgewinnung. Der leistungsstarke 150-PS-Dieselmotor mit einem beeindruckenden Drehmoment von 380 Nm verbraucht nur 3,9 Liter/100 km. Verbunden mit i-ACTIVSENSE mit adaptivem Tempomat, Spurwechselassistent und intelligentem Bremsassistent wird Fahrspaß völlig neu definiert.
Der neue M{zd{ 6. Leidenschaftlich anders. www.mazda6.at Verbrauchswerte: 3,9–6,4 l/100 km, CO2-Emissionen: 104–150 g/km. Symbolfoto.
B U L L E VA R D
ZAHLEN DES MONATS
DAS GESETZ DER SERIE Pleiten produzieren Pleiten, Triumphe Triumphe. Doch nicht immer ganz so extrem wie in diesen sechs Beispielen …
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Die World Open 1981 in Toronto eröffneten eine neue Ära im Squashsport: Der 17-jährige Jahangir Khan schlug im Finale den Dominator der 1970er-Jahre, den Australier Geoff Hunt. Der jüngste Sieger in der Geschichte des Turniers fand offenbar Gefallen am Gewinnen: In den darauffolgenden fünf Jahren und acht Monaten gewann der Pakistani 555 Spiele in Folge – die längste Siegesserie im Profisport.
Jahangir Khan
TEXT: ULRICH CORAZZA. BILDER: GETTY IMAGES (5), PICTUREDESK.COM, DIGITALCITIZEN.CA
Eine 31-jährige Niederländerin könnte Khans Bestmarke allerdings gefährden. Esther Vergeer, die seit 1999 an der Spitze der Weltrangliste im Rollstuhltennis steht, hält (bei Redaktionsschluss) bei 470 Matches ohne Niederlage. Vergeer gewann nicht nur sämtliche 21 GrandSlam-Turniere, bei denen sie antrat. Sie tat das auch in durchaus überzeugender Manier: In den 16 Sätzen ihrer letzten acht Grand-Slam-Endspiele gab die siebenfache Paralympics-Goldmedaillengewinnerin gerade einmal fünf Games ab, sechsmal setzte es ein 6:0, 6:0.
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Die Chicago Cubs sind das einzige Team der Major League Baseball, das seit über hundert Jahren auf einen Titel warten muss: Zuletzt war es 1908 so weit. Die „Cubbies“ halten aber auch einen positiven Rekord. 1935 konnten sie 21 Spiele in Folge gewinnen – die längste Siegesserie der MLB. (Zum Titel reichte es trotzdem nicht.)
Große Geduld mussten die Fans des 1976 gegründeten National-Football-League-Teams Tampa Bay Buccaneers aufbringen. In der ersten Saison gingen alle 14 Spiele verloren. Im folgenden Jahr gab es in den ersten zwölf Matches zwölf Pleiten. Die Erlösung des in vielen Late-Night-Talkshows bereits heftig verspotteten Teams folgte im 27. Spiel: 33:14 gegen die New Orleans Saints.
Chicago Cubs
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Chip Beck
NBA-Stars wie Dennis Rodman, Wilt Chamberlain oder Shaquille O’Neal … allesamt keine Helden von der Freiwurflinie. Doch den Vogel schoss Chris Dudley ab. 1990 verfehlte der 2,11 Meter große Center 17 seiner 18 Freiwürfe, 13 davon in Serie. Besonders peinlich: Ein Versuch war ein „Air Ball“, der nicht einmal das Brett traf. Dudleys Erklärung: „Mir gingen einfach zu viele Dinge durch den Kopf.“ Als schlechtesten Freiwerfer muss sich allerdings Ben „The Beast“ Wallace bezeichnen lassen, der 2012 seine Karriere mit der inferioren Quote von 41,8 Prozent beendete.
Esther Vergeer
Chris Dudley
Tampa Bay Buccaneers
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Beim Las Vegas Invitational 1991 spielte „Chip“ Beck mit 59 Schlägen die Runde seines Lebens (eine „59“ gelang bisher nur vier weiteren PGATour-Spielern). Doch in den Jahren 1997 und 1998 verlor der fünffache Turniersieger völlig seinen Schwung und verpasste bei 46 Turnieren in Folge den Cut für die beiden finalen Turnierrunden, beendete seine Karriere und begann Versicherungen zu verkaufen. Später holte Trainerlegende Jim Suttie den Amerikaner aus der Krise. „Als ich mit Chip zu arbeiten begann, schoss er den Ball kreuz und quer.“ Heute spielt der 56-Jährige recht erfolgreich auf der PGA Champions Tour.
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Die Welt ist gröSSer, als du denkst
Versteckt, verlassen, versperrt: Es sind die unzugänglichsten Orte einer Stadt, die sogenannte „Urban Explorers“ bzw. „Place Hackers“ interessieren: Diese sind eine ganz spezielle Spezies von Entdeckern.
London, Grossbritannien The Shard Einer der eindrucksvollsten „Place Hacks“ der jüngeren Vergangenheit gelang der London Consolidation Crew (LCC) letzten April: der Lon doner Shard, der derzeit wohl be kannteste Wolkenkratzer Londons. „Das war schon ziemlich beängsti gend“, sagt Explorer und Fotograf Otter. „Ich muss kämpfen, wenn ich Gebäude mit 30 Stockwerken hoch steige. Aber 72? Und ein Kran dazu?“ Fast eine halbe Stunde dauerte der Anstieg über die Treppen, ehe sie oben angekommen waren und den Kran am Dach bestiegen. Lohn der Arbeit: der exklusivste und atem beraubendste Blick auf London. Bild: Bradley L. Garrett/ www.placehacking.co.uk
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es muss alles selbstverständlich wirken, sonst werden die Leute misstrauisch.“ Die Nerven sind angespannt, Adrenalin durchflutet ihren Körper, aber die Mitglieder der kleinen Gruppe lassen sich nichts anmerken: Mit festem Schritt kreuzen sie eine vielbefahrene Straße und nähern sich einem hohen Stacheldrahtzaun. Sie verschwinden im nahen Gestrüpp, schlüpfen durch eine Lücke in einen Hof mit einer baufälligen Eisentreppe. Es ist kühl, die ganze Atmosphäre in der stillgelegten Etikettierungsfabrik (Foto oben) in einem Brüsseler Vorort befördert die Gänsehautbildung. Im Inneren des Gebäudes, das seit Jahren nicht mehr genützt wird, finden sich überall Anzeichen von Eindringlingen. „Irgendwer war immer schon vor dir da. Es gibt kein Erforschen in dem Sinn, dass man etwas entdeckt, das der Menschheit bisher verborgen geblieben wäre“, sagt Koen L., der Leiter der Expedition, und lässt seine Maglite-Taschenlampe auf eine Sammlung von Bierflaschen auf einem zerstörten Pult schwenken. „Aber jeder kommt aus anderen Gründen her. Und jeder nimmt anderen Erfahrungen mit.“ Das ist es, worum es geht beim Urban Exploring: den städtischen Raum zu erforschen und Spuren zu hinterlassen in der Welt hinter den Absperrungen. Grenzen zu durchbrechen, Hindernisse zu überwinden liegt in der menschlichen Natur. „Wir sind geborene Entdecker“, sagt Dr. Bradley L. Garrett, Wissenschaftler und einer von ganz wenigen Urban Explorers (bzw. Place Hackers), die nicht anonym bleiben wollen. „Es ist ein Urinstinkt. Als Kind verbringst du
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viel Zeit damit, deine Umgebung zu erkunden. Wird man älter, zwingt dir die Gesellschaft Zurückhaltung auf. Urban Explorers sind Menschen, die das ignorieren.“ Weltweit gibt es zehntausende Mitglieder der UrbEx-Community. Urban Explorers klettern auf Kräne und Brücken, steigen in U-Bahn-Netze ein und erkunden Industrie- und Gewerberuinen. Wo immer es ein „Kein Zutritt“-Schild gibt, finden sich abenteuerlich gesinnte Charaktere, die sagen: „Uns doch egal.“ Urban Explorers gibt es in den USA und Europa seit den 1960ern, seit dem Beginn der 2000er Jahre ist ihre Zahl stark angestiegen. 2005 erschien die UrbEx-Bibel „Access All Areas“, und Urban Exploration ist seitdem eine globale Bewegung, via Internet und Diskussionsforen werden Fotos, Filme und Erfahrungen ausgetauscht. „Manche Urban Explorers tun es, um ihren Protest gegen das System auszudrücken“, sagt Koen L. „Andere sehen es als eine Art urbaner Archäologie, sie wollen den ‚Pyramiden der industriellen Ära‘ deren Geheimnisse entlocken. Für wieder andere ist es einfach ein Spiel.“ Die meisten Urban Explorers halten sich an den Leitfaden, der auf UrbEx-Websites zu finden ist. Andere wiederum denken, dass Regeln dem Wesen der Urban Exploration grundsätzlich zuwiderlaufen. „Es ist auf eine amüsante Weise paradox, einen Kodex für Leute zu entwerfen, die sich Regeln widersetzen“, sagt Moses Gates, ein erfahrener Explorer, dessen Memoiren „Hidden Cities“ demnächst erscheinen. Einigkeit herrscht unter Urban Explorers jedenfalls in einem Punkt: Ob etwas legal oder illegal ist, hat keinen Einfluss
auf Planung und Umsetzung einer Mission. Urban Explorers sind überzeugt, dass jeder das Recht hat, sich Zugang zu Einrichtungen öffentlicher Infrastruktur zu verschaffen – zu allem, was mit Steuergeld bezahlt wurde oder erhalten wird. Einige dehnen den Öffentlichkeitsbegriff auf Unternehmenseigentum aus und überhaupt auf alles, was Allgemeinheit und Gesellschaft berührt. Im April kletterten Garrett und die London Consolidation Crew in London auf die Spitze von The Shard, dem mit 310 Metern höchsten Gebäude Europas. Nicht alle in der Community waren mit der Aktion einverstanden, insbesondere mit der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit. „Einige sind der Meinung, dass es Schaden anrichtet, wenn wir unsere Aktionen öffentlich machen“, sagt Garrett. „Publicity führt dazu, dass Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden und der Zugang zu immer mehr Orten unmöglich wird. Ich sehe da keine unmittelbare Bedrohung, zumindest noch nicht. Wir sind ja immer noch jede Woche draußen und ‚knacken‘ neue Plätze.“ „Es wird immer schwieriger, neue Orte zu finden“, sagt hingegen Koen L. und verschwindet wieder durch das Loch im Zaun außerhalb der Etikettierungsfirma in Brüssel. Er ist zufrieden mit den vier Stunden, die er damit zugebracht hat, jedes Stockwerk, jedes Büro und jedes Regallager zu fotografieren. „Aber die Welt ist groß, und wenn du hinter alle Fenster und Wände blickst, wird sie noch größer.“ www.placehacking.co.uk
BILD: BENITA LIPPS
„Geh einfach rein, als wärst du hier daheim –
LONDON WALBROOK-BACH An die zwanzig unterirdische Flüsse sollen durch Londons Unterwelt fließen. Nicht die Existenz aller ist gesichert – diesen hier gibt es aber ganz zweifelsfrei, und obendrein an prominenter Stelle: im Herzen Londons, unter dem Bankenviertel. „Er ist einer der ältesten seiner Art in London“, erläutert Urban Explorer Silent UK, der 2009 dieses Foto seines Kollegen BambooPanda schoss. Bild: Silent UK
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LIVERPOOL, GROSSBRITANNIEN WEST TOWER „Irgendwann wurde uns klar, dass die größten Baustellen jeder Großstadt ganz einfach zugänglich sind“, sagt Snaps von Adventure Worldwide. Die Baustelle des West Tower in Liverpool, bald darauf mit einer Höhe von 140 Metern das höchste Gebäude der Stadt, erwies sich damals als unwiderstehlich. Hier genießt Explorer Frank 2006, zwei Jahre vor dessen Fertigstellung, auf der Spitze des Turms das Panorama. Bild: www.adventureworldwide.net
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ŽELJAVA, KROATIEN FLIEGERSTOLLEN Die gewaltige Kaverne Željava an der Grenze zwischen Kroatien und BosnienHerzegowina wurde 1968 für die jugoslawische Luftwaffe erbaut. Das Gebäude mit dem Codenamen „Objekat 505“ war zu seiner Zeit eines der größten und teuersten Militär-Bauprojekte, und es besteht aus riesigen Tunneln und Hangars, wo MiG-Jagdflugzeuge abgestellt und gewartet wurden. Obwohl es Versuche gab, die Anlage zu zerstören, kann sie nach wie vor betreten – und erforscht – werden. Hier gibt uns Explorer Urban Fox eine Vorstellung von der enormen Dimension dieses Bauwerks. Bild: adventureworldwide.net
ANTWERPEN, BELGIEN U-BAHN-SYSTEM Der australische Urban Explorer Dsankt klettert aus einem noch nicht fertiggestellten Bereich des Antwerpener U-BahnNetzes. „Wir fanden diesen riesigen Schacht und haben einen Tag gebraucht, um alle erforderlichen Seile zu kaufen, damit wir hinunterkommen konnten“, sagt Fotograf Snaps. „Es wurde eine lange Nacht. Wir sind gerade noch vor Sonnenaufgang wieder herausgeklettert.“ Bild: adventureworldwide.net
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MOSKAU, RUSSLAND UNTERIRDISCHER FLUSS Nachdem sie den unterirdischen Fluss Neglinnaja erforscht hatten, kamen Steve Duncan und seine Crew über die Einstiegsluke eines Abflusskanals ausgerechnet am Rande des Roten Platzes wieder an die Oberfläche. Der Fluss war ursprünglich eine Hauptwasserader der russischen Hauptstadt gewesen; Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er aber in den Untergrund verlegt. Kurz nach ihrem Auftauchen wurden die Amerikaner von russischer Militärpolizei festgenommen. „Auch wenn der Kalte Krieg vorüber ist“, sagt Duncan, „ist man hier nicht gerade überglücklich, wenn US-Bürger unter dem Kreml rumkrabbeln.“ Die Polizei befand die Hobbyforscher bald jedoch für eher verrückt als bedrohlich und ließ sie laufen. Bild: Steve Duncan
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LONDON DOWN STREET Diese 1932 geschlossene U-Bahn-Station liegt im Herzen von Mayfair in Londons Zentrum. Im Februar 2011 war Bradley Garrett als Teil eines Fünf-MannTeams dort. „Wir hatten keine Seile, also stiegen wir auf Pfeilern und rostigen Rohren runter. Dann saßen wir zu fünft auf einem Vorsprung, unter uns 20 Meter Dunkelheit“, sagt Garrett. „Die Züge fuhren in dem Tunnel tief unter uns, und der warme Fahrtwind blies uns schwarzen Staub ins Gesicht.“ Bild: Bradley L. Garrett/ www.placehacking.co.uk
ST. PAUL, MINNESOTA, USA VERSORGUNGSTUNNEL „Durch den weichen Sandstein, auf dem die Zwillingsstädte St. Paul und Minneapolis stehen, ließen sich relativ leicht viele Tunnel anlegen“, weiß Steve Duncan. Hier sieht man einen nicht mehr benutzten Tunnel des Telefonnetzwerks mit immer noch verwendeten WasserVersorgungsrohren. Bild: Steve Duncan
MOSKAU U-BAHN-VERSORGUNGSTUNNEL „Es ist total schwierig, reinzukommen, ohne erwischt oder von Zügen getötet zu werden, aber unser Reiseführer hat da diesen Hintereingang in die Metro entdeckt“, erzählt Steve Duncan. Teil des Tunnelsystems, das bis zu 75 Meter tief unter der Stadt verläuft, sind auch Schutzbunker, voll ausgestattet mit Versorgungsund Waschräumen. Bild: Steve Duncan
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WIEN, ÖSTERREICH FLAKTURM Die Nazis haben ab 1940 in Berlin (3), Hamburg (2) und Wien (3) insgesamt acht Paar Flaktürme gebaut, die als oberirdische Flugabwehr-Geschütztürme dienten. Sie boten als Luftschutzbunker auch tausenden Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten. Von außen scheinen die meisten Türme intakt, innen sieht das ganz anders aus. „Ein Bereich des Flakturms, in den wir eingedrungen sind, war komplett zerstört“, sagt Snaps. „Dieses Foto zeigt Urban Fox inmitten der Trümmer – es gibt uns eine Vorstellung davon, wie riesig der Bau ist.“ Bild: www.adventureworldwide.net
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NIAGARA, KANADA NIAGARAFÄLLE Die Relikte des Kraftwerks bei den Niagarafällen sind besonders interessant für Explorer: Sie dokumentieren die Versuche des Menschen, die Naturgewalt der Wasserfälle technisch nutzbar zu machen. Dieses Foto zeigt den Auslauf des William-Rankine-Kraftwerks: Irgendwann einmal führte dieser Tunnel Wasser, das nahe der Kante der Fälle ins Kraftwerk einlief und am Fuße der Schlucht wieder zurück in den Fluss strömte. „Der Höhepunkt unserer Aktion war, als wir ein Seil ins Innere des Kraftwerks hinabließen und es im Stockwerk der eingemotteten Turbinen wieder herauskam“, sagt Snaps. Bild: www.adventureworldwide.net
LONDON HERON TOWER Nach The Shard und dem One Canada Square (236 Meter) im Geschäftsviertel Canary Wharf ist der Heron Tower (202 Meter) Londons dritthöchstes Gebäude. „Als wir dort ankamen, war die Stadt in Nebel gehüllt. Die Sicht war gleich null, aber das hat auf besondere Weise alles nur noch reizvoller gemacht“, schwärmt Silent UK. Die Spitze des Turmmasts befindet sich auf 230 Meter Höhe. Auf diesem Foto ist Explorer Speed zu sehen, bei einem Place Hack 2008, als das Gebäude noch in Bau war. Bild: Silent UK
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GAS GEBEN, Eine wunderbare Seilschaft im Gipfelteam: Sebastian Vettel und Helmut Marko. Interview: Herbert Völker Bild: Maria Ziegelböck
Dr. Helmut Marko Um nicht immer die gleichen Fragen zu beantworten, hat man sich auf „Red Bull Motorsportdirektor“ geeinigt, für eine Job-Description reicht das aber nicht wirklich. Marko ist Berater, Analyst, Strippenzieher, Mediator, eine unangefochtene Autorität sowohl im Teambetrieb als auch in einer übergeordneten Schlauheit, die Theorie und Praxis des Rennsports erstaunlich oft auf den Punkt bringt.
S
o schreibt sich die Story des großen Triumphs in feinen Nuancen, die über ein Jahrzehnt hinweg immer mehr Kontur gewannen bis zu einer wesentlichen Kraftlinie des Weltmeisterteams: Sebastian (25) und „der Doktor“ (69). Red Bull Racing-Motorsportdirektor Dr. Helmut Marko kommt aus der Pulverdampfzeit des Jochen Rindt, sogar aus der gleichen Stadt, Graz, und wesentliche Duelle wurden noch mit elterlichen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen ausgetragen. Ein vom Vordermann aufgewirbelter Stein beendete beim Grand Prix von Frankreich 1972 die Formel-1-Karriere Markos. Es begann eine neue Laufbahn mit vielfältigen Talenten. Eines davon betraf seinen Zugang zum Rennsport aus einer gesamtheitlichen Sicht, die ihm alle denkbaren Facetten zwischen Taktik und Strategie offenlegte. Darüber lässt sich ganz gut reden. : Warum ist eigentlich der „Doktor“ zu einem Bestandteil Ihres Namens geworden? Das ist ja in dieser Branche völlig ungewöhnlich. Da kommt der Doktor nur als Rennarzt vor, nicht als Jurist oder Techniker. Hat das damit zu tun, dass Sie schon früh die Respektperson haben raushängen lassen? . : Noch während meiner Rennfahrerkarriere hatte ich das Jus-
ZUSATZBILD: GETTY IMAGES
bis der Doktor kommt
EINE DURCHAUS VERBINDLICHE NUMMER Mit dem Einser können sie gut leben und in die allzu kurze Winterpause abtauchen: LangzeitGespann Sebastian Vettel und „der Doktor“
Studium abgeschlossen. Das war schon eher ungewöhnlich, und ich glaube, es hat den Medien gefallen, einen „Doktor Marko“ im Starterfeld hervorzuheben. Es gab ja nicht so viele Doktoren unter den Le-Mans- oder Formel-1-Fahrern. Danach ist mir das als eine Art Kürzel oder Vornamen-Ersatz geblieben, jeder im Umfeld kennt den „Doktor“ und meint nicht die medizinische Betreuung. Sie haben den Ruf, von moderner Kunst genauso viel zu verstehen wie von den tieferen Geheimnissen des Rennsports, gelten aber als sehr kühl, distanziert. Stört Sie das? Wer harmoniesüchtig ist, kann in der Formel 1 nicht erfolgreich sein. Es widerspricht ja kaum jemand, wenn man Sie als „Ziehvater“ im Sportleben des Sebastian Vettel bezeichnet, über nunmehr gut zehn Jahre hinweg. Das begann, als er noch ein Junge mit Zahnspange war. Wie hat er dann die Nestwärme gekriegt, die ein junger Mensch in seiner Entwicklung braucht? Bei seinen Eltern ist es ihm sicher gutgegangen. Junge Menschen mit einem 53
ALLES WIRD WIEDER GUT Singapur, das 14. Rennen im Jahr 2012: Ein frisches Gesamtpaket aus Technik, Speed und Motivation brachte den Wendepunkt der Saison.
Hang zur Nestwärme bleiben möglichst lang in ihrer hoffentlich geschützten Zone. Andere stecken früh ihre Nase in den Gegenwind. Sie sind nicht angewiesen auf Streicheleinheiten. Denen reicht es, wenn man ihre Leistung anerkennt – auch schon mit fünfzehn, sechzehn. Hier künstlich eine Atmosphäre der Kuscheligkeit zu schaffen würde an der Formel 1 vorbeiführen. Wann durfte Vettel Sie zum ersten Mal duzen? Keine Ahnung, wirklich. Irgendwann ergibt es sich, ohne großes Trara. Wie hat sich Ihr Verhältnis dann zu dieser offensichtlich sehr tragfähigen Partnerschaft entwickelt? Wir sind erst einmal Geschäftspartner auf einer sehr klaren, offenen, ehrlichen Ebene. Wenn er Probleme hat, kommt er mit denen unmittelbar zu mir – und umgekehrt, wenn ich Anliegen habe. Das funktioniert auf sehr professionelle Art. Darüber hinaus kommt man sich natürlich auch menschlich näher, keine Frage. Können Sie auch so richtig miteinander Schmäh führen? Da läuft schon einiges, aber ich rede nicht drüber. Charakteristisch für Sebastian ist ja, dass der Rennfahrer Vettel für die Öffentlichkeit da ist – sein Privatleben will er aber privat halten. Was auch verständlich ist. Es hat aber auch damit zu tun, dass er so unglaublich fokussiert ist auf seinen Job, dafür braucht er einfach die nötige Ruhe und die Zeit. Da muss er 54
sich absondern, dann kann er etwas abrufen, was kein anderer Fahrer hat – im Qualifying oder im Rennen. Über die Vorbereitung bin ich ganz gut informiert, da bleiben ihm dann viele Freiheiten, dass er sich persönlich alles so einteilen kann, wie es ihm ein Optimum an Performance bringt. Der PR-Zirkus zu Saisonende muss ihn wohl schon an die Schmerzgrenze geführt haben … … das muss man ihm eindeutig zugutehalten: Er könnte wesentlich mehr Geld verdienen, wenn er öfter für PR-Auftritte zu haben wäre. Da hält er sich sehr zurück. Außerhalb seiner normalen Verpflichtungen innerhalb unseres Teamprogramms versucht er auch nur solche Sachen auszuwählen, die ihm Spaß machen. Sie wirken wie eine Art freischwebender Künstler über oder inmitten der
„SIE GELTEN ALS SEHR KÜHL, DISTANZIERT. STÖRT SIE DAS?“ – „Wer
harmoniesüchtig ist, kann in der Formel 1 nicht erfolgreich sein.“
sehr verwachsenen Struktur eines Formel-1-Unternehmens. Da geht’s ja auch um die Verflechtung von sportlicher Strategie und technischer Ausrichtung, um politischen und wirtschaftlichen Weitblick. Da mittendrin sind Sie der „Analyst“. Wohin fließt Ihre Analyse? Ins Team, zu den Fahrern, zum Chef. Zum Unterschied von allen anderen kann ich mich auf das Gesamtbild konzentrieren. Stichwort „Chef“. Welche Rolle spielt Dietrich Mateschitz während der Saison für das Team? Wenn ich ihm zu bestimmten Zeiten sage, dass es hilfreich wäre, wenn er da oder dort auftauchte, dann ist er dafür zu haben. Es kann schon ein Besuch im Werk einen Motivationsschub bewirken. Oder der Besuch einer Rennstrecke. Er ist ja auf der Motivationsseite eh der Allerbeste, der genau weiß, wie man das macht. Er war 2012 bei zwei Rennen: Barcelona und Monza. Er hat dann gemeint, es sei besser, wenn er nicht mehr käme. Denn das waren genau die zwei Rennen, wo wir am schlechtesten abgeschlossen haben. Ich will nicht sagen, dass er abergläubisch ist, sagen wir eher so: Er ist ein spiritueller Mensch. Ich weiß, dass Didi am Fernseher irrsinnig mitfiebert, mitzittert und auch ein sehr gutes Know-how darüber hat, was Glück bei Rennen ist und was nicht – wie schaut’s mit einer Performance über drei Rennen aus und dergleichen.
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„WIR SCHAFFEN DAS!“ So freut sich einer, der an das glaubt, was er sagt: Singapur war der Beginn eines famosen Zwischenspurts mit vier Siegen en suite.
BILDER: GETTY IMAGES (4), MARKUS KUCERA
ZUM VERGLEICH: DER WELTMEISTER MIT 15 2002 fuhr Sebastian seine letzte Saison im Kart. Bereits im Jahr davor war er deutscher und europäischer Juniorenmeister gewesen.
Er ist eher für uns aufrichtend, wenn es nicht so gut läuft. Er donnert dann nicht hinein, sondern sagt: „Das wird schon!“ Nicht „Ihr müsst!“, sondern „Das Glück ist ein Vogerl“ oder solche Sprüche, die dann eher aufbauend und aufmunternd sind. Da gäbe es Gegenbeispiele von anderen Teams … … die uns aber nichts angehen. Wir wollen die abgelaufene Saison nicht noch einmal zerreden, aber lassen Sie uns doch anhand von ein paar Aspekten eine Fieberkurve der Befindlichkeiten nachzeichnen und vergleichen, wie die handelnden Personen reagiert haben. Das Jahr war geprägt davon, dass wir den Speed, den wir hatten, nicht immer abrufen konnten. Der Anfang war holprig, dann gab es das Hoch von Bahrain (4. Rennen; Anm.), und als wir geglaubt haben, wir sind wieder so weit, kam Valencia (8. Rennen) mit diesem blöden Lichtmaschinenschaden, überlegen in Führung liegend. Dann Vettels nächste Lichtmaschine in Monza (13. Rennen). Wir waren rund vierzig Punkte zurück, aber es gab keine Schuldzuweisungen, das ganze Team ist nur enger zusammengerückt, und jeder hat gesagt: „Wir schaffen das!“ An erster Stelle Vettel: „Wir schaffen das!“ Wie irritiert war Adrian Newey während dieser Durststrecke? Sehr irritiert, und er hat deshalb seinen Arbeitseinsatz – der schon nicht gering ist – deutlich verstärkt. Es ging erstens um das Verständnis der Reifen im Zusammenspiel mit dem Auto – in diesem Jahr eine ganz, ganz heikle Tüftelei. Zweitens die Reaktion auf eine „Lex Red Bull“, die mit der erlaubten Verformung der Frontflügel zu tun hatte. Drittens musste er auf den Vorteil des „exhaust blowing“ verzichten. Das war vielleicht der schwerste Schlag für uns, denn in der Nutzung der Abgase
waren wir absolute Meister. Mittlerweile ist diese Technik schon wieder erlaubt, wenn auch in abgeschwächter Form. Und viertens kann man noch sagen, dass die spezielle „Vettel-Abstimmung“ gefunden werden musste, durchaus unterschiedlich von der des Webber-Autos. Erst dann kann Vettel diese unglaublichen 110 Prozent im Qualifying abrufen. Wie war Ihre eigene Gemütsverfassung in jenen Wochen? Zeigten Sie Nerven? Die Anspannung ist da, aber Probleme machen mich noch konzentrierter als sonst. Je härter es wird, desto ruhiger sehe ich die Sache. Ich schlafe allerdings deutlich schlechter. Ich habe meinen Leuten gesagt: „Burschen, wir brauchen keinen Vettel, wenn wir ihm nicht das Auto hinstellen können, das er braucht, um seine Fähigkeiten optimal zur Wirkung zu bringen.“ Alle waren so unglaublich bemüht – aber eine Zeitlang haben wir ja selbst nicht verstanden, was da los war. Hat Christian Horner Nerven gezeigt? Horner ist generell der ausgleichende Pol – aber das letzte Rennen hat seine Nervenkraft, glaube ich, bis ans Äußerste strapaziert. Die Luft war bei uns vor dem letzten Rennen zum Schneiden. Für das Team – für Vettel nicht. Noch sind wir nicht in Brasilien, sondern wollen erst einmal den Umschwung erleben. Der kam … … in Singapur (dem 14. Rennen; Anm.), keine Frage. Adrian Newey und sein Team hatten die allumfassende Lösung parat – bei der Reifenharmonie, dem Frontflügel, der Auspufflösung. Das hat den Fahrern Selbstvertrauen gegeben. Am deutlichsten war das im Qualifying zu merken. Wir waren dann schon um 13 Punkte vorn, als der Nervenkitzel von Abu Dhabi (18. Rennen) kam: zu wenig Benzin im Tank nach der Quali, Rückreihung, Durchmarsch, Fehler unter Safety Car, Flügel gewechselt, wieder vom letzten Platz losgedonnert.
VORWÄRTS UND RÜCKWÄRTS Die Luft, die sich Vettel mit Rang zwei im US-Grand-Prix von Austin verschaffte (o.), brauchte er in Brasilien (li.) beinahe auf: die inzwischen schon berühmte Geisterfahrereinlage in Runde eins
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Platz drei war unter diesen Umständen natürlich fantastisch, aber es hat nicht gereicht für eine vorzeitige Befreiung. So hat sich alles aufgeschaukelt für den letzten Lauf in Brasilien … … mit dem wohl aufregendsten Moment der ganzen Saison … … nicht für mich. Vettel wird von Senna in der ersten Runde umgedreht, das mag den Zuschauern ein Nonplusultra an Spannung bescheren. Ich bin ganz ruhig geworden – ich sehe, dass der Motor läuft, die Beschädigung ist auch bald eingeschätzt, und dann schaue ich nur, dass er Neunzehnter ist, 71 Runden vor sich hat, um zwei Sekunden schneller fährt als der Mann auf Platz 8, auf den er hinkommen muss. Und damit bin ich beschäftigt. Dank Teamleistung haben wir das ja auch hingekriegt mit dem zusätzlichen Boxenstopp und dergleichen. Wie haben Sie Vettels Gemütszustand während des Auf und Abs der Saison beobachtet?
„PROBLEME MACHEN MICH NOCH KONZENTRIERTER ALS SONST. Je härter es wird, desto ruhiger sehe ich die Sache.“
komischen Sprüchen beschäftigt ist. Vettel ignoriert das alles, liest auch keine Zeitungen, kein Internet. Darum geht’s ja, wir konzentrieren uns auf unseren Job: das schnellstmögliche Auto und das bestmögliche Team zu stellen. Wie kommt Mark Webber mit derart wechselnden Situationen zurecht? Mir kommt es so vor, dass Webber im Schnitt pro Jahr zwei Rennen hat, wo er unschlagbar ist. Aber er kann diese Form nicht übers Jahr halten. Und sobald er in
Und etwas, das, glaube ich, auch ganz entscheidend ist: Mark war während seiner ganzen Karriere nie in einem Spitzenteam, galt aber immer als Überflieger, wenn er bloß mal im richtigen Team wäre. Dann gelangt er mit Red Bull zu einem Auto, mit dem das Siegen möglich ist – und genau jetzt kommt der Jungspund daher und nimmt ihm die Butter vom Brot. Psychologisch ist das natürlich nicht einfach, das kann schon an der Persönlichkeit nagen – mehr als verständlich. Ist es besser, beinharte Rivalen oder umgängliche Kumpels im gleichen Team zu haben? Das Wichtigste ist, dass die beiden nahezu gleich schnell sind, damit sie sich gegenseitig fordern – und die Technikercrew das Feedback kriegt, wo die Limits des Autos sind. Fast alle Fahrer haben Präferenzen von Rennstrecken: Auf der einen sind sie besser, auf der anderen weniger gut. Je besser die Fahrer, desto geringer die Schwankung. Wenn man
DAS ENDE EINER MÄR Er sei zwar schnell, könne aber nicht überholen: Mit den Rennen in Abu Dhabi (o.) und Brasilien sollten wohl die letzten Spötter verstummen.
Sebastian ist nahezu fehlerlos gefahren. Aber es gibt da ein Phänomen – das ist einfach so: Nach der Sommerpause geht seine Leistungskurve steil nach oben. Das war auch in den Vorjahren schon so. Woran das liegt, weiß ich nicht. Aber es kann keine Zufälligkeit sein. Da kommen wir wieder auf seine Vorbereitungszeit zurück, auf sein Sich-Abschotten – dass er dann noch die Reserven abruft, die andere nicht mehr haben. Zum Beispiel Alonso, der ja sehr mit Politik und 56
der WM aussichtsreich ist, tut er sich mit dem Druck, der dadurch entsteht, etwas schwerer. Und parallel zur aufsteigenden Form vom Seb gibt es bei Mark – kommt mir vor – ein gewisses Abflachen. Wenn da auch noch technisches Pech dazukommt, etwa die Lichtmaschine, dann gerät er in eine Spirale, die sich relativ leicht nach unten bewegt. Kein Fahrer bleibt da unbeeindruckt, man merkt ihnen die Anspannung an. Krass war 2010, als Webber mit den besseren Chancen als Vettel in das letzte Rennen gegangen ist – und die Enttäuschung über diese Niederlage hat er wohl auch in die Saison 2011 mitgenommen, ist ja gut verständlich.
zwei gleich starke Piloten hat, dann weiß man, wo man mit dem Auto steht. Für die Teamharmonie ist es natürlich angenehmer, wenn die zwei sich verstehen. Aber wir haben zwischenzeitlich einen Modus Vivendi gefunden. Sebastian und Mark arbeiten konstruktiv in der Autoabstimmung zusammen – es liegen ja auch alle Daten offen. Abendessen werden sie wahrscheinlich nicht gemeinsam gehen. Das ist aber in den meisten Teams so – und auch nicht notwendig. Zwei Alphatiere können sich auch nie wirklich verstehen. Vettel bleibt in dieser Sache ja wunderbar cool, aber wie empfinden Sie die Sticheleien, dass es da einen weltbesten Fahrer gebe – und der hieße eben nicht Vettel. Da ist einiger Schrott im Umlauf. Vettel könne nicht überholen – lächerlich, man sehe sich bloß Abu Dhabi und Brasilien an.
BILDER: GETTY IMAGES (2), GEPA-PICTURES.COM
ZWEI ALPHATIERE, EINE RICHTUNG Das Verhältnis der Herren Vettel & Webber ist zu kühl für lauschige Abendessen, doch ausreichend harmonisch für eine effiziente Autoabstimmung.
DAS ERSTE HOCH DES JAHRES Der Anfang des Jahres war holprig, dann kam das vierte Rennen, Bahrain, und nach seinem ersten Saisonerfolg führte Vettel in der WM.
Er könne nur gewinnen, weil er in einem „Newey-Auto“ sitze. Immerhin haben wir zwei Newey-Autos am Start – wieso belegen wir dann nicht jedes Mal die Plätze eins und zwei? Dann der Spruch des großen Jackie Stewart, dass Vettel unbedingt in ein anderes Team müsse, um sich zu beweisen. Das sagt gerade einer, der den Löwenanteil seiner Erfolge nur in einem einzigen Team, Tyrrell, eingefahren hat. Das kann ich nicht ernst nehmen. Wir bei Red Bull Racing sind kein Pragmatisierten-Verein. Solange wir dem Sebastian ein Auto hinstellen und ein Umfeld bieten, in dem er Weltmeister werden kann, wird er das wahrscheinlich mit uns machen. Wenn beides nicht mehr passt, dann wird man frisch überlegen. Aber wir haben ein sehr gutes JuniorProgramm – und dann ist vielleicht irgendwann einmal ein anderer in unserem Auto Weltmeister. Der alte Herr Enzo Ferrari hat seinerzeit ja schon gegen die englischen „garagisti“ als quasi unwürdige Formel-1-Gegner gewettert. Dass er jetzt einen Getränkehersteller als übermächtig hinnehmen müsste, würde er wohl schwer ertragen … Ich glaube, der alte Enzo würde solche Niederlagen in keiner Weise goutieren, aber die Leistung des Gegners anerkennen. Und dass er seine Burschen entsprechend herbeuteln würde, damit sie alles machen, um uns zu schlagen. Aber nicht mit solchen Aktionen, wie wir sie zuletzt erlebt haben. Alonso ist ja dauernd in Politik involviert. Ich glaube, dass er gegen Saisonende
Nerven gezeigt hat. Aussprüche wie „Ich fahre gegen Hamilton und nicht gegen Vettel!“ oder „Ich fahre gegen Newey!“ sind ein Psycho-Scharmützel. Aber wir haben gesagt: „Nicht einmal ignorieren!“ Sie haben den Ruf eines besonders schlauen und nachdenklichen Beobachters der Szene gewonnen. Was sagen Sie zum Zustand der Formel 1? 85 Prozent der Rennen laufen wirklich gut. Ein Paradebeispiel war Austin, Texas, wo eine ganze Stadt und ein ganzer Bundesstaat in höchster Euphorie über das Rennen waren. Das Rennen war das Ereignis – es war einfach eine Aufbruchstimmung. Generell ist der Zustand der Formel 1 in Ordnung, es gibt spannende Rennen. Da hat sicherlich auch das DRS (Drag Reduction System zur Verminderung des Luftwiderstandes; Anm.) dazu beigetragen. KERS (Kinetic Energy Recovery System zur Rückgewinnung kinetischer Energie; Anm.) ist eine sehr aufwendige Sache, trägt aber natürlich auch zur Show bei. Was Kostenreduktion betrifft, sind wir gern dafür zu haben. Es darf aber nicht darauf hinauslaufen, einseitig die Aerodynamik, die ganz klar unsere Stärke ist, zu beschneiden. Chassis mit Motor – das muss ein Paket sein. Grundsätzlich wird 2013 technisch stabil bleiben. Da ist es wichtig, ein Auto zu haben, das auf allen Strecken schnell ist – und vor allem zuverlässig. Zuverlässigkeit spielt eine immer größere Rolle. Man darf sich keine Ausfälle leisten. Das ist ja das Geheimnis von Alonso, der 2012 nie einen technischen Defekt hatte.
Die große Veränderung kommt dann 2014 mit dem „kleinen“ Sechszylindermotor. Die Prognosen gehen dahin, dass man die gleichen Leistungen wie heute erreichen wird, mit einer wesentlichen Verstärkung von KERS, bei geringerem Benzinverbrauch. Das ist schon eine Signalwirkung an die Außenwelt – etwas, das die Automobilkonzerne auch in ihren Strategien notwendig brauchen. KERS bringt mindestens eine Verdoppelung an verfügbarer Zusatzpower – durch logistische und technische Fortschritte. Die Batterien werden leichter, können mehr Kapazität speichern, obwohl sie kleiner werden. Zum Schluss noch eine persönliche Frage. Ertappen Sie sich manchmal bei Gedankenspielen, wie Ihr Leben verlaufen wäre, wenn Ihre Formel-1Karriere nicht 1972 durch ein zufällig aufgewirbeltes Steinchen gestoppt worden wäre? Sie wurden ja immerhin als Jochen-Rindt-Nachfolger gehandelt … Ich mache nie Gedankenspiele wegen meines verlorenen Auges. Es ist passiert, und mehr gibt es darüber nicht nachzudenken: Es ist eben passiert. Man hat ja genug Beispiele von sehr erfolgreichen Rennfahrern, die nach dem Abtreten in ihrem Leben scheitern, weil sie nicht wissen, wie das jetzt weitergehen soll. Für mich gab’s eine klare Entscheidung: Hallo, das ist jetzt etwas ganz anderes. Es geht weiter, alles geht weiter. Das ist übrigens auch ein gutes Motto für unser Team. www.redbullracing.com
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BIG BALLS BICYCLE CLUB
Ungehbar, unfahrbar, undenkbar: die Red Bull Rampage. Wir begleiten fünf Rider, vom Rookie bis zum Racer, vom Favoriten bis zum Gesamtführenden der FMB World Tour, und der einzige Mensch, der jedes einzelne Mal am Start war, wacht über die Geschichte. Festhalten! Text: Werner Jessner, Bilder: Mattias Fredriksson
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Andreu Lacondeguy am Weg zum Start. Runter geht’s ßbrigens zu seiner Rechten.
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n den Alpen würde hier ein Sicherungsseil hängen. Der Gipfelgrat ist keinen Meter breit, der Abgrund auf der einen Seite ist vielleicht 70 Meter tief, während es auf der anderen sicher doppelt so tief runtergeht. „Der Sturz, der die Karriere beendet, liegt hier immer im Rahmen der Möglichkeiten“, philosophiert DownhillVizeweltmeister Gee Atherton. Allerdings nicht für ihn, denn der Engländer hat seine Knöchel bereits bei einem gründlichen Trainingssturz beleidigt. Jetzt kann er bloß noch auf Krücken im Ziel rumstehen. Lieber sitzt er aber, und aus der Seitentasche seiner Shorts lugt eine Packung Ibuprofen hervor, ein empfehlenswertes Schmerzmittel, wer’s kennt. Der Gipfelgrat türmt sich zu einer Verwerfung auf. Es kommen Fußgänger entgegen, sie setzen sich auf die Fersen und rutschen so die zwei, drei kritischen Meter runter. Man grüßt einander freundlich, immerhin kann man sich hier auch mit den Händen festhalten. Bis zum Gipfel sind es keine 100 Meter mehr. Die Aussicht von hier heroben: atemberaubend. Kluge Lehrer sollten ihre Geographie- und Geologiestunden in Utah abhalten, die Kids würden Tektonik, Erosion und Gesteinszusammensetzung wortlos begreifen. In der Beschaffenheit dieses wunderschönen rostbraunen Berges liegt das Geheimnis der Red Bull Rampage, ihre Magie und die Unmöglichkeit, sie anderswo zu reproduzieren. Es ist ein zarter, zerbrechlicher Sandstein, stei-
ES IST DEIN BERG, DEINE LINIE, DEIN WILLE, DEIN KÖNNEN. DEIN LAUF BEI DER RED BULL RAMPAGE, DAS BIST DU. 60
Woher kommen wir, wohin gehen wir? Die endgültigen Fragen der Menschheit bekommen in Utah eine neue Dimension. Hier auf Fact Finding Mission: Kyle Strait
Oben: Kurt Sorge fehlerlos und federleicht unterwegs zu seinem ersten Sieg. Unten: Martin Söderström, der Mann mit der steilsten Lernkurve. Nur seine Hose kostete ihn den FMB-Gesamtsieg.
nerner Sand eher, mit wenig Kraft zu zerkrümeln, in beliebig großes Korn zu zerteilen bis hin zu feinstem Staub. In Verbindung mit Wasser bindet der Sand und wird wieder tragfähig, härtet dabei aber nicht endgültig aus, wie es Zement tun würde. Ein solches Gestein überlebt nur in Gegenden ohne Frost und ohne viel Regen, es ist ein Blick zurück in die Urzeit, geologische Greise, die aussehen wie Steinkinder. Warum uns das an dieser Stelle interessiert: Man fällt verhältnismäßig weich in Virgin, Utah. Einer schickt sich nun an, den Lobgesang auf die geologische Besonderheiten der Wüste von Utah zu stoppen: Der Kanadier Brandon Semenuk, Sieger der Red Bull Rampage 2008, ist als Führender der Freeride Mountainbike World Tour zum Schlussbewerb nach Virgin gereist. „Der Boden ist schwer zu lesen und vermittelt wenig Vertrauen“, sagt Brandon. Man ist geneigt, das für Understatement eines Dominators zu halten, der in dieser Saison die größten und wichtigsten Freeride-Events gewonnen hat, doch das Muskelpaket mit dem kunstvoll verschlampten Haarschnitt winkt ab: „Red Bull Rampage ist eine eigene Liga. Das ist der Contest, den jeder gewinnen will. Er definiert die Grenzen des mit einem Mountainbike Machbaren jedes Mal neu.“ Weil das mit dem 21-jährigen Herrn Semenuk einer sagt, der bei der Erstauflage der Red Bull Rampage (damals noch auf der anderen Straßenseite des kleinen Dorfs Virgin) erst elf Jahre alt war, fragen wir beim einzigen Rider nach, der bei je61
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dem einzelnen Mal am Start war: Thomas Vanderham, 28. „Ist mein siebter Start heuer“, lacht der große Charismatiker aus British Columbia, Kanada, den man auch den Roger Moore des Freeridens nennt, weil er stets so wirkt, als müsse er sich selbst nach den wildesten Aktionen höchstens den Staub vom Sakko klopfen. Doch dieser Eindruck täusche, meint er: „Ich habe mich durchaus schon schwerer verletzt. Vor der Red Bull Rampage schlafe ich noch immer unruhig, selbst wenn ich inzwischen weiß, was ich zu tun habe. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Nacht vor dem ersten Mal: Wir hatten alle keine Ahnung. Keine Sekunde lang habe ich die Augen zugemacht. War vielleicht nicht meine beste Vorbereitung!“ Das Geheimnis sei, so Vanderham, sich bei der Komposition seines Laufs auf seine Stärken zu konzentrieren und Schwächen zu vermeiden. Da nämlich nur Start und Ziel vorgegeben sind und dazwischen alles frei und erlaubt ist, gibt es unendliche Möglichkeiten für Kreativität. Du kannst als Rider schaufeln und bewässern, soviel du willst, du kriegst Holz und Stein und jederzeit so viele helfende Hände, wie du finden kannst. Es ist dein Berg, deine Linie, dein Wille, dein Können. Dein Wahnsinn, deine Dämonen. Deine Angst, dein Körper, deine Limits. Dein Lauf bei der Red Bull Rampage, das bist du. Vanderham fährt eigentlich keine Contests mehr, sondern beschränkt sich auf Filme und Reisen. „Die einzige Ausnahme ist die Red Bull Rampage. Meine Stärke sind weite, schnelle Sprünge. Ich liebe Big Mountain, extremes Gelände, ich kann gut Schwung mitnehmen, ich mag weite Transitions.“ Je einen Backflip probiert? „Das eine oder andere Mal. Aber kopfüber am Bike zu hängen fühlt sich eher gruselig an. Ich bin mehr fürs Weitspringen.“ Als logische Folge hat er mit seinem Hilfstrupp eine Landung im Gegenhang geschaufelt, die um mindestens fünf Meter höher liegt als die von – verglichen mit Vanderham – Filigrantrickser Martin Söderström, der an dieser Stelle denselben Absprung nutzt. Der schlaksige Schwede erlebt in diesem Herbst seine Red Bull Rampage-Initiation, wobei erschwerend dazukommt, dass er als Zweitplatzierter
Zuerst ein ramponiertes Sprunggelenk, dann Painkiller, ein neuer Versuch, ein wilder Crash, noch mehr Painkiller: Am Sonntag war der unkaputtbare Gee Atherton endgültig Zuschauer. Bis 2013 ist aber alles wieder gut, logisch.
MAN NENNT IHN AUCH DEN ROGER MOORE DES FREERIDENS, WEIL ER SICH SELBST NACH DEN WILDESTEN AKTIONEN NUR DEN STAUB VOM SAKKO KLOPFT. 62
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Der lange Fußmarsch zum Gipfel und der lange Weg heim, wenn du gestürzt bist: Darren Berrecloth hatte Trost nötig, nachdem sein Mut und seine Phantasie am Aushebeln der Physik gescheitert waren.
Vor allem in der Quali am Freitag wurde eifrig gestürzt. Kenny Smith blieb schrecklich lang liegen.
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der FMB World Tour nach Utah reist. Mit Herantasten wird also nicht viel sein, zumal Brandon Semenuk viel mehr als BigMountain-Spezialist gilt als Martin mit seinem Dirtjump-Hintergrund. Schon im Vorfeld hatte Söderström gedämmert, dass Red Bull Rampage eine Nummer größer sein würde als alles, was er bislang gemacht hat. Die schiere Größe der Jumps, die absurde Steilheit und Ausgesetztheit des Geländes, die apodiktische Unmöglichkeit von Chicken-Lines haben dem besten Freerider Europas mehr zugesetzt, als er ahnen konnte. Sein Ansatz: im oberen, wilden Teil überleben, im unteren Teil mit den großteils künstlichen Hindernissen brillieren. Das alles kaschiert er mit seinem Strahlelachen, aber genauen Beobachtern fällt sehr wohl auf, dass Söderström einen Gutteil seiner Linie erst zu einem Zeitpunkt trainiert, da der Rest bereits an den Bikes schraubt und Wunden leckt. Inmitten des Wahnsinns aus Heldenmut und nonchalanter Verleugnung von Blessuren steht ein schnatternder Zwerg, dem das alles völlig wurscht ist: Red Bull Rampage? „Ein wichtiger Contest, aber eben auch nur ein Contest, man.“ Respekt? „Nein, man.“ Aufgeregt, nervös? „Warum, man?“ Wer wird gewinnen? „Viele können hier einen guten Lauf runterbringen, man.“ Du auch? „Und ob, man!“ Kein Zweifel: Hier lässt Andreu Lacondeguy Druck ab, einer der Geheimfavoriten in diesem Jahr. Vor zwei Jahren, als Rookie, wurde er bloß deshalb „nur“ Vierter, weil ihn eine Windbö bei einem Backflip vom Bike gefischt hatte. Andreu hat mit seiner spanischen Gang eine völlig kranke Line in den Berg geschaufelt, immer dabei sein Bruder Lluis, selbst kein Kind von Traurigkeit und ebenfalls Weltklasse am BMX. (Sachdienlicher Hinweis für alle, die die zwei nicht auseinanderhalten können: Auf Andreus Fingerknöchel ist tätowiert, auf jene von Lluis .) „Ich halte Red Bull Ram-
„ICH HALTE RED BULL RAMPAGE FÜR NICHT SO GEFÄHRLICH, WEIL DU DIR DEINE LINE SELBER SCHAUFELST.“ 64
page für weniger gefährlich als andere Events, weil du dir die Absprünge und Landungen selber schaufelst und dich nicht hirnlosen Streckenbauern ausliefern musst wie sonst oft.“ Große Worte. Man ahnt im Fahrerlager: Die Judges werden in diesem Jahr vermehrt Augenmerk auf Kreativität und Big-MountainSkills legen. Die Zeiten, da tumbe Jackasses mit einem einzelnen Killer-Trick gambeln konnten, sind vorbei. Thomas Vanderham: „2001 waren sicher mehr balls als skills involviert. Heute hält sich das die Waage.“ Es wird Nacht über der Wüste. Morgen ist der große Tag.
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ee Atherton widerspricht der Balls-versus-SkillsTheorie, schleppt sich morgens um acht, als das Licht noch klar ist und die Zuschauerzahl spärlich, trotz seiner Verletzung aufs Bike. Der Drop, den er springen will, wäre der größte seiner Karriere. Gut zehn Meter über dem Boden bleibt er mit der rechten Körperseite an einem Felsvorsprung hängen, kurz gehen die Lichter aus, der Helm ist voller Blut. Doch weder ist die Karriere beendet noch die ohnehin schon angebrochene Packung Ibuprofen, bloß die Saison. Nicht von ungefähr ist die Red Bull Rampage traditionell der letzte Stopp vor der Winterpause.
Wahnsinnige Konstanz: Thomas Vanderham ist der Beweis, dass man bei jeder einzelnen Red Bull Rampage starten, in die Top Ten kommen und gesund bleiben kann.
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Kurt Sorge, Red Bull Rampage Sieger 2012.
Brandon Semenuks Line vom Berg ist krank. Kein Menschenwesen kann auch nur auf die Idee kommen, im oberen Teil hier fahren zu können, geschweige denn, es dann auch tatsächlich durchzuziehen. Semenuk schon. Es sind Flüchtigkeitsfehler, die ihn in beiden seiner Läufe k. o. schicken. Plötzlich ist die Gesamtwertung der FMB World Tour wieder offen. Thomas Vanderham haut zwei RogerMoore-Läufe runter. Jeder davon hätte in allen bisherigen Ausgaben der Red Bull Rampage vermutlich für einen Sieg gereicht. 2012 setzt sich immerhin seine beeindruckende Serie von sieben Top-10Finishes fort. Van the Man ist happy. Jetzt freut er sich auf die Skisaison. Geheimfavorit Andreu Lacondeguy kackt zweimal relativ unspektakulär ab. Sein Schnattern kriegt einen ärgerlichen Unterton. Er wird wieder Vierter werden. Martin Söderström legt die steilste Lernkurve des Wochenendes an den Tag. In seinen Final-Runs käme kein Mensch auf die Idee, dass er zum ersten Mal hier sein könnte. Wiewohl er sich aus dem Specialized-Waffenarsenal bloß das Modell Status gefischt hat, ein Bike für Hobby- und Nachwuchskrieger, lässt er den gefürchteten oberen Teil leicht und irrelevant erscheinen; eine unglaubliche mentale Leistung. Unten zaubert er wie erwartet – bis zum letzten Sprung. Am Weg zum Gesamtsieg der FMB World Tour bleibt er beim allerletzten 360er mit dem Hosenboden am Sattel hängen. Spätestens jetzt weiß die Welt um die Qualität von Björn-Borg-Unterhosen. Söderström ist sichtbar angepisst, „aber zweitbester Freerider der Welt ist nicht so schlecht. Und ich habe die kühlsten Eier.“ Das hat er Brandon Semenuk voraus, dafür ist Letzterer überraschend doch noch FMB-Tour-Champ geworden, trotz zweier Stürze. Gee Atherton hat inzwischen zwei Mädels kennengelernt. Der Kanadier Kurt Sorge hat mit zwei grundverrückten Runs die Judges verzaubert und gewinnt – nicht zu Unrecht. Unbesungene Helden: Will White für die ärgste Performance auf einem Bike, das schon vor zehn Jahren als grottig gegolten hätte. Alle Blut-, Gewebe- und Knochenspender, die in der Qualifikation am Freitag weit über alle Limits gegangen sind. Geoff „Gully“ Gulevich für die dicksten Eier bei seinem Drop-in zur Einfahrt zum Icon Sender: Dieser Mann springt, wo alle anderen tasten. Und die beste Nachricht zum Schluss: Ein Wiedersehen in Virgin, Utah, wird es bereits 2013 geben. www.redbullrampage.com
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ANGST HABE, BIN ICH GESUND.
” SEIT ICH
Interview: Marco Büchel Text: Doris Büchel Bild: Gian Paul Lozza 66
”
Ihr Onkel Andreas – einer der besten Skifahrer, den das Fürstentum Liechtenstein je hatte – sagte ihm einst, er möge das Skifahren bleibenlassen und lieber in Saint-Tropez Sonnenschirme vermieten. Sie war damals vier Jahre alt. Er blickt heute als vierfacher Sieger auf eine 20-jährige Karriere im Skiweltcup zurück, sie beendete die vergangene Weltcup-Saison als Zweite in der Abfahrts- und Neunte in der Gesamtwertung. Marco Büchel, 41, plaudert mit Tina Weirather, 23: Zwei Liechtensteiner über die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau, Lindsey Vonn und die Angst als täglichen Begleiter.
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: Die laufende Saison verspricht nicht zuletzt durch die Weltmeisterschaft in Schladming spannend zu werden. Wie ist deine Motivation? : Ich habe im vergangenen Winter Blut geleckt. (Lacht.) Dabei bin ich nicht immer ganz am Limit gefahren. Trotzdem war ich relativ schnell. Ich bin hoch motiviert. Du fährst heuer erstmals mit dem neu eingeführten Material. Wie hast du die Umstellung auf die längeren, weniger taillierten Ski gemeistert? Die Umstellung war eigentlich keine Sache. Nach dem Finale hatte ich nie mehr einen alten Ski an den Füßen, bin quasi von einem Tag auf den anderen mit dem neuen Material gefahren. Aber es brauchte sehr viele Tests, um zu sehen, wie sich was verhält, wenn ich Sachen verändere.
Schwierig, dass man sich dann nicht verrennt, oder? Absolut! Mein Trainer drehte fast durch, weil ich ständig am Testen war und mich nicht mehr auf das Skifahren konzentrieren konnte. Was meinst du konkret? Die Abstimmung mit dem Schuh war knifflig. Beim Training in Ushuaia in Argentinien hatten wir unterschiedlichste Verhältnisse. Dadurch merkte ich immer schnell, wie gut was funktioniert. Auf diesem Niveau muss alles perfekt sein. Ich probiere so lange, bis es für mich passt. Gibt es jemanden bei deiner Skifirma Atomic, eine andere Läuferin zum Beispiel, auf deren Testurteil du dich verlassen kannst? Bei mir war das bei Head immer Didier Cuche … Ich versuche möglichst unvoreingenommen zu testen, ohne zu wissen, was die anderen Athletinnen davon halten. Wenn die Resultate übereinstimmen, passt’s.
Tina Weirather, Skirennl채uferin: Das Talent der Liechtensteinerin liegt in der Familie.
Gehen wir weg vom Material. Ich persönlich war nie das Riesentalent. Es gab haufenweise talentiertere Kollegen, die es allerdings im Weltcup nie geschafft haben. Du hingegen giltst als eines der größten Talente im Skizirkus. Was hältst du von der Aussage, dass einer, der talentiert ist, es schwerer hat, ganz nach vorne zu kommen? Ich denke, ich bin talentiert, stimmt. Und ich gebe zu, ich war nicht immer die Fleißigste. Mit zweieinhalb Jahren habe ich das Skifahren gelernt. Meine Mutter hat mich immer unten an den Skischuhen gehalten, damit ich die Knievorlage lerne. (Lacht.) Lange Zeit war ich besser als die anderen, obwohl ich gleich viel tat. Irgendwann habe ich kapiert, dass ich mehr tun und härter arbeiten muss, um noch besser zu sein. Ich habe also noch die Kurve gekratzt. Aber es stimmt schon, viele Talente bleiben so auf der Strecke. Wie lebt es sich im Schatten berühmter Eltern? Ich spüre keinen Druck. Ich bin stolz auf das, was sie erreicht haben. Aber es ist natürlich schwierig, so gut zu werden wie meine Mutter … … ist das denn dein Ziel? Nein. Ich verfolge lieber meine persönlichen Ziele. Allerdings bin ich froh, so erfahrene Menschen um mich zu haben. Reden wir über deine Kreuzbandrisse: Du hattest vier davon … Der erste war kein Problem, obwohl beide Knie betroffen waren. Ich dachte: Mein Gott, das gibt’s halt. Der zweite, ein Jahr später, war zäh. Und der dritte? Das war ein Weltuntergang! Ich musste mir echt lange überlegen, ob es noch Sinn macht. Irgendwann habe ich mich entschieden, es nochmals zu probieren. Warum? Ich habe ein Praktikum bei einer Lebensversicherung gemacht. Da wurde mir klar, Skifahren ist einfach das Geilste. Egal ob du mehr oder weniger erfolgreich bist: Wenn du die Chance hast, diese Trainings zu erleben, in einer Mannschaft zu sein, zu reisen, viele Leute kennenzulernen, in der Natur zu sein, deine Grenzen jeden Tag auszuloten … also wenn du diese Chance hast – die kriegen ja vielleicht nur zwei von hundert –, musst du sie packen. Dein Vater war von deiner Entscheidung nicht begeistert. Er hat mir geraten, aufzuhören und etwas Gescheites zu lernen. (Lacht.) Ich verstehe ihn. Er wollte nicht, dass ich leide. Skifahren ohne Leiden geht nicht … Stimmt. Seit ich mich allerdings entschieden habe weiterzumachen, hat er nie mehr etwas gesagt. 68
Wenn du im Starthaus stehst – im Training oder im Rennen – und du siehst, wie steil es ist: Kommt da Angst auf? Ich habe jeden Tag Angst. Der Gedanke, mich nicht verletzen zu dürfen, begleitet mich, wo immer ich bin. Ich weiß, ich kann mir nicht mehr viel erlauben. Ist das nicht kontraproduktiv? Mhm, schon. Ich bin nicht in jedem
ICH WILL NICHT WIE MEINE MUTTER WERDEN, ich verfolge lieber meine persönlichen Ziele.
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Die Skifamilie Einst und jetzt: Hanni Weirather, Tinas Mutter, feiert ihren Slalomsieg – als Hanni Wenzel – bei den Olympischen Spielen 1980 (o. re. mit Erika Hess [li.]/SUI, Platz 3, und Christa Kinshofer/GER, Platz 2). Harti Weirather, Tinas Vater, gewann 1982 die WM-Abfahrt in Schladming. Tina Weirather holte 2006 und 2007 je einen Junioren-WM-Titel in RTL und Abfahrt.
Tina Weirather gilt als „Liechtensteins größtes Skitalent“. Kein Wunder bei den Genen: Mutter Hanni Weirather-Wenzel ist die erste und bisher einzige Olympiasiegerin Liechtensteins. Sie gewann 1978 und 1980 den Gesamtweltcup und holte fünf weitere Siege in den Disziplinenwertungen. Papa Harti Weirather siegte zu Beginn der Achtziger in sechs Abfahrtsrennen, gewann 1981 den Abfahrtsweltcup und wurde 1982 AbfahrtsWeltmeister. Dies ausgerechnet in Schladming, dort, wo Tochter Tina ab 4. Februar um eine Medaille mitkämpfen wird. Als Draufgabe siegte Tinas Onkel Andreas Wenzel 14-mal im Skiweltcup, davon sechsmal in der Kombination. 1980 gewann Andreas Wenzel den Gesamtweltcup.
Training schnell. Aber: Seit ich Angst habe, bin ich gesund. Davor hatte ich keine Angst. Und war ständig verletzt. Dann bist du vorher also über deinem Limit gefahren? Ich habe nichts anderes gekannt. Heute bin ich in jedem fünften Training weit abgeschlagen, weil ich mich nicht überwinden kann. Ich will jeden Tag gesund überstehen. Das ist irgendwie krass… Sich jeden Tag überwinden: Wie gehst du damit um? Es ist nicht Angst im Sinne von Panik. Mehr im Sinne von Respekt und dem Wissen, was passieren kann … Kannst du dieses Gefühl beschreiben? 69
„Macht Lindsey Fehler, habe ich eine Chance“, sagt Weirather. Beim Super-G in Lake Louise machte Vonn keine: Sie siegte vor Stacey Cook (li.) und, ex aequo, Tina Weirather und Maria Höfl-Riesch (re.).
Ich liebe die Gefahr und diese gewisse Unsicherheit. Für mich ist das der Alltag. Es bedeutet, immer im Bewusstsein zu leben. Es tönt krass, aber ich mag diese Angst, irgendwie. Sie ist nicht nur negativ. Für mich waren die Emotionen immer das Wichtigste. Angst, Panik, Freude, Jubel, die ganze Bandbreite halt ... Wir hatten kürzlich einen Sportwissenschaftler dabei, der hat im Training Pulsmessungen gemacht. Ich hatte sieben Minuten vor dem Start zum ersten Lauf 145 Schläge. Das ist nur im Kopf. Das Gefühl ist nicht schön. Aber ich möchte es trotzdem nicht missen. (Grinst.) Ein Spitzensportler lernt damit umzugehen. Mir geht’s teilweise vor einem Rennen richtig schlecht. Körperlich. Dann möchte ich einfach davonlaufen, oder ich hoffe, dass das Rennen abgesagt wird. (Lacht.) Ich fühlte mich manchmal wie auf einer Schlachtbank. So quasi: Noch sechs Minuten, dann bin ich dran. Arg. Aber: Je schlechter es dir am Start geht, desto besser geht’s dir danach im Ziel. Wir leben einfach extrem intensiv. Hast du Rituale am Start? Manchmal quassle ich, manchmal bin ich ganz still. Je nach Tagesverfassung. Ich hatte mein Ritual, immer. Doch manchmal habe ich mir gedacht, das wird jetzt richtig schlimm. Wenn es nach drei Schwüngen gut drehte, dachte ich: Okay, so schlimm ist es gar nicht. Bei mir ist es so: Entweder bin ich nervös, weil es voll krass ist. Oder weil es nicht krass ist und ich Angst habe, dass ich es unterschätze. (Beide lachen laut.) Deine letzten Gedanken, bevor du dich aus dem Starthaus katapultierst? Ich denke an den Start. An die nächste Bewegung. Fertig. Nicht an die Fahrt. 70
Themawechsel. Lindsey Vonn: Fährt sie wirklich auf einem Niveau, das außer Reichweite ist? Oder fährt sie gut, und alle anderen sind einfach zu schwach? Ich sag so: Ich muss viel besser fahren als sie, um gleich schnell im Ziel zu sein. Und das ist so, weil …? … sie fast 20 Zentimeter größer ist, etwa 15 Kilo mehr wiegt, einen Herrenski fährt. Wenn wir beide genau gleich den Berg runterfahren, ist sie schneller als ich. Ganz einfach. Aber? Wenn Lindsey einen Fehler macht und ich nicht, dann habe ich eine Chance. Nur: Solange sie so super drauf ist, ein so großes Selbstvertrauen und die Erfahrung hat, kann ich Zweite werden. Aber nicht gewinnen. Aber: Sie macht auch Fehler. Das muss ich eiskalt ausnutzen. Wie frustrierend ist das? Es ist aussichtslos, irgendwie. Ich meine, du versuchst alles. Es ist nicht einfach, damit umzugehen. Wie schätzt du grundsätzlich das Niveau des Damenrennsports ein? Die Dichte hat extrem zugenommen in den vergangenen Jahren. Noch vor ein paar Jahren waren einige Läuferinnen, die nach der Startnummer 25 ins Rennen gingen, nicht schön anzuschauen. Das hat sich gebessert. Rein technisch sind wir nicht mehr weit von den Männern entfernt.
JE SCHLECHTER ES DIR AM START GEHT, desto
besser geht es dir im Ziel. Wir leben extrem intensiv.
Sind die Damen auf ihren Strecken unterfordert? Wir könnten schwierigere Strecken fahren, klar. Würdest du das gerne? Hmmm, grundsätzlich gefällt’s mir immer, wenn’s abwärts geht. (Grinst.) Kitzbühel? Nein. (Überlegt lange.) Wenn es gleich gesteckt wäre wie bei den Männern, hätte ich bei der Mausefalle schon den Schiss in der Hose. Glaub mir, das haben die Männer auch. Es ist auch zu lang. Nach 1:50 über einen Zielsprung? Das ist doch krank. Und dann die Traverse … Nein, das traue ich mir nicht zu. Du hast im Sommer häufig mit den Männern trainiert. Wovon hast du am meisten profitiert? Vom Start. Die nehmen mir da schon drei Zehntel ab. Und sonst? Sie sind einfach in allem ein bisschen besser, etwa beim Material. Frauen befassen sich nicht so damit, Männer dagegen sind Mega-Tüftler. Es lässt sich aber auch extrem viel aus dem Material rausholen … Genau. Ich befasse mich sehr damit. Aber es gibt fast keine Damen, mit denen ich mich darüber austauschen kann. Die meisten schauen mich nur schief an bei diesem Thema. Du warst jetzt Neunte im Gesamtweltcup. Wann stehst du zuoberst? Mein Gott. Das ist noch weit weg. Irgendwann wird es sicher ein Thema. Dazu müsste ich in drei Disziplinen weit vorne sein. Aber wer weiß, vielleicht fahre ich ja in ein paar Jahren nur noch Speed. Genau das dachte ich mir nämlich grad beim letzten Riesenslalomtraining … (Lacht laut.) Bei mir war die Zeit gekommen, mit Riesenslalom aufzuhören, als einer der Exoten am Start beide Stöcke verlor und im Ziel trotzdem schneller war als ich. Mein Servicemann sagte nur trocken: „Jetzt hören wir auf damit.“ Auweh! Wenn du im Februar zur WM nach Schladming reist, jenem Ort, an dem dein Vater 21 Jahre zuvor Weltmeister wurde … was bedeutet das für dich? Das wird vermutlich ein Mega-Hype um mich. Ich konnte ja heuer beim Weltcupfinale schon ein bisschen erleben, was dort abgeht. … du wirst jemanden brauchen, der dir hilft, der sagt: Sie braucht jetzt noch fünf Minuten. Das habe ich mich am Anfang nicht getraut. Aber ich stelle mich darauf ein, dass ich mich abschotten muss. Sonst wird’s stressig. Aber: Ich freue mich! www.tina-weirather.com
ZUSATZBILD: GETTY IMAGES
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ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN. THE RED BULLETIN.
Ein Leben wie im Film
Matthias Schweig höfer, 31. Die Eltern Schauspieler. Bereits in der Schule auf der Theaterbühne, Fernsehdebüt mit sechzehn, der erste Kinofilm mit zwanzig.
„PASST JA. GEHÖRT ZU MIR. HABE ICH AKZEPTIERT. MUSS SO SEIN.“
Ein Fotostudio in BerlinKreuzberg. Ein großer, weißgetünchter Raum, der Fotograf, sein Assistent, die Maskenbildnerin und das Model; es hat einen Bademantel um sich geschlungen und telefoniert. Nebenan eine kleine Küche, wo das Interview stattfinden soll. Als Matthias Schweighöfer kommt, irrlichtert er erst einmal ein paar Minuten herum. Seine Tochter war nicht im Kindergarten, hatte geschlafen, musste dann erst anderswo hingebracht werden – das Übliche eben. Schließlich setzt sich der Schauspieler an den kleinen
Tisch in der Küche. Auf die Anrede „Herr Schweighöfer …“ reagiert er mit der Aufforderung, einander zu duzen. Hm. Ob das gut sei? Nach einem kurzen Gespräch einigen wir uns auf Vornamen plus Sie: „Siezen klingt gut. Macht man viel zu selten.“ Dann das Gespräch. Matthias antwortet konzentriert, schlagfertig, lustig, offen. Es macht ihm offensichtlich Spaß. Könnte noch lange so weitergehen. Tut es aber nicht. Nach 45 Minuten ist der kleine Zauber vorbei. Text: Christian Ankowitsch Bilder: Oliver Mark
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: Was zeichnet einen guten Anfang aus? : Geschwindigkeit und Musik. So dass man sofort in die Filmgeschichte reingezogen wird. Und im Theater? Eine komische Szene. Wie das Milan Peschel an der Volksbühne in Berlin gemacht hat. Der tritt auf und sagt: „Polen war ick jewesen. Frankreich war ick jewesen. Fleischer war ick jewesen. Bäcker war ick ooch jewesen. Spanien war ick jewesen. Und Dortmund war ick ooch schon jewesen.“ eBook oder Hardcover? Wenn, dann Hardcover. Stammfriseur? …friseurin. Charlotte, privat. BVG-Monatskarte? (BVG = Berliner Verkehrsbetriebe; Anm.) Ich hatte heute ein Interview in einem Bus. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich das letzte Mal während meiner Schulzeit Bus gefahren bin. Was ist so schlimm daran? Dass ich nicht privat bleiben kann. S- und U-Bahn fahre ich noch ab und zu. Mit Brille und Kappe? Meistens mit Mütze. Hält warm an Wintertagen. Und im Sommer? Auch mit Mütze? Nein. Im Sommer einfach – Auto. Formel-1-Zuschauer? Nein. Ihre letzte Bestellung bei Amazon? Ich habe noch nie etwas bei Amazon bestellt. Hacken Sie immer noch Holz auf Ihrem Vierseitenhof bei Potsdam? Ja, aber viel zu wenig. Ich habe mir jetzt eine Wohnung geholt. Und da gibt es einen Unterstand, wo ich auch Holz hacken kann. Mitten in Berlin? Am Prenzlauer Berg. So richtig mit Holzblock? Nicht wirklich. Aber ich habe eine kleine Axt und einen Ofen, mit dem ich immer heize. Haben Sie die selber gekauft, die Axt? Ich habe mittlerweile eine tolle Assistentin. Wir haben sie von einem Dreh. Die Assistentin? Oder die Axt? Die Axt ist vom Dreh und die Assistentin ist von den Drehs. Die geheimnisvollste Ecke in Ihrem Potsdamer Garten? Der Pavillon. Olivgrün gestrichen. Aus Holz. Zugewuchert? Ja, mit Wein. So dicht, dass man nicht mehr reinkommt. Haben Sie schon einmal versucht, mit 73
Ihrer Wachsfigur in Madame Tussauds Berliner Kabinett ein Gespräch zu führen? Habe ich, als ich sie zum ersten Mal gesehen habe. Weil ich das alles ziemlich absurd finde. Sie sind 31 und seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Fragen Sie sich manchmal: „Wieso ich?“ Nie. Ich gehe immer nur vorwärts. Was sehen Sie, wenn Sie doch einmal zurückschauen? Ein richtiges Leben, und das auf relativ wenige Jahre konzentriert. Haben Sie manchmal Angst, dass nichts mehr kommen könnte? Darüber denke ich nicht nach. Vielleicht renne ich auch vor etwas Privatem weg. Werden Sie von der Vergangenheit geschoben? Oder werden Sie von etwas gezogen? Weder noch: Ich ziehe. Was oder wen? Alle um mich rum. Laut „Süddeutscher“ sind Sie darauf abonniert, ein „süßer, blonder Spitzbube mit Sommersprossen“ zu sein. Irgendwelche Einwände? Nein. Haben Sie überhaupt Sommersprossen? Ja. Aber man sieht sie gerade nicht, weil ich schon geschminkt bin. Haben Sie jemals versucht, sie wegzukriegen? Warum denn? Sieht doch jut aus. Passt ja. Gehört zu mir. Habe ich akzeptiert. Muss so sein. Sie sind gerne brav? Bin ich gar nicht. Von außen betrachtet wirken Sie so. Stimmt, viele halten mich tatsächlich für sehr brav. Jemals damit gehadert? Nee, ick bin halt immer so, wie ick bin. Was die Leute sich denken, denken sie sich halt. Daran werkle ich nicht herum, das wäre mir viel zu mühsam. Lady Gagas Leben wäre mir echt ein bisschen zu anstrengend. Sie haben 876.244 Fans auf Facebook. Ist das nicht beängstigend? Ich finde das auch krass. „Krass“ bedeutet was? Absurd, surreal. Weil ich die Zahl nicht fassen kann. Wie lautet der Promotionsauftrag für unser Gespräch? Auf meinen neuen Film hinzuweisen, „Schlussmacher“. Im Untertitel heißt er: „Liebe ist nichts für Feiglinge“. Warum? Weil die einen sich nicht zu kämpfen trauen und immer schon aufgeben, wo eine Beziehung eigentlich erst losgeht. 74
FILMOGRAFIE Schweighöfer mal vier: ein Charakterkopf mit und ohne Verkleidung.
RUSSENDISKO
2012 Als Russe Wladimir in der freien Verfilmung von Wladimir Kaminers Roman: Die Kritik schwankte zwischen fad und gelungen.
RUBBELDIEKATZ
2011 Ein Nachwuchsschauspieler sucht den Erfolg und verkleidet sich dafür als Frau. Nominiert für den Deutschen Filmpreis 2012.
OPERATION WALKÜRE
2008 Kommandiert als Leutnant Herber das Erschießungskommando des HitlerAttentäters Graf Stauffenberg (Tom Cruise).
DER ROTE BARON
2007 Als Flieger-Ass Manfred von Richthofen Hauptdarsteller in einem trickreich verfilmten Weltkrieg-I-Film samt Liebesgeschichte.
Und die anderen viel zu sehr festhalten, obwohl man eigentlich schon loslassen sollte. Wo stehen Sie? Genau dazwischen. Eine gute Position? Ja. Warum ist der Film gut? Weil er sehr berührend ist. Er erzählt das Schicksal von zwei Jungs, die aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Der eine kann keine Nähe zulassen, der andere kann keine Liebe loslassen. Und das ist am Ende berührend. Und lustig. Welchen spielen Sie? Den, der keine Nähe zulassen kann. Werden Sie am Schluss bekehrt? Ick kriege eine Chance. Woran erkennt ein Insider, dass Sie in der DDR aufgewachsen sind? Dass ich viele Sachen zu essen aufhebe und nicht wegschmeiße. Schlagersüß oder Bambina? Bambina. Aus Gewohnheit. (Anm.: Zwei Schokoladenmarken aus der DDR, die mittlerweile wieder erhältlich sind.) MIFA oder Diamant? Diamant. (Zwei DDR-Fahrrad-Marken.) Drei Sätze über Anklam. Bin da geboren. Nie wieder da gewesen. Viel von gehört. (Anklam ist Schweighöfers Geburtsort in Mecklenburg-Vorpommern, nahe der Ostsee gelegen.) Zwei Sätze über Chemnitz. Der „Nischel“ war Programm. Auf jeden Fall Heimat. (Der „Nischel“ ist der Spitzname für das Karl-Marx-Monument in Chemnitz, das zwischen 1953 und 1990 Karl-Marx-Stadt hieß, dessen bekanntestes Wahrzeichen. „Nischel“ heißt so viel wie „Kopf“ bzw. „Schädel“.) Einen Satz über Berlin. Im Sommer tut es gut, und im Winter tut’s weh. (Schw. zitiert den Song „Dickes B“ der Berliner Band Seeed um Peter Fox.) Wonach roch es im Haushalt Ihrer Mutter? Nach Neubau und Teppichboden. Beim Vater? Nach Holzdielen und immer nach Kerzen. Wie lange waren Sie Ihren Eltern böse dafür, dass sie sich getrennt haben? Das ist immer noch ein Thema. Einerseits bin ich dankbar, weil ich zwei Leben mitgekriegt habe und mich entscheiden konnte, welches ich annehme. Andererseits geht das Gefühl des Behütetseins flöten. Gab es immer doppelt Geschenke? Immer. Das war toll. Mutter hat sich viel mehr Mühe gegeben als Vater. Der hat bloß gefragt: „Wat willstn habn?“ Da hab ick jesagt: „Vielleicht doch ’ne PlayStation?“ – „Na jut, hier haste. Komm, geh mal einkaufen.“
ZUSATZBILDER: DDP (2), PICTUREDESK.COM (2). KLEID: DONNA KARAN, ANZUG: HUGO BOSS
ACTION
SCHLUSSMACHER
Ein Mann, der für andere Beziehungen beendet: In seiner zweiten Regiearbeit nach „What a Man“ ist Schweighöfer auch vor der Kamera der Chef.
Und Ihre Mutter hat sich etwas ausgedacht? Mutter ist immer praktisch: Es gab oft Strümpfe und Seife, einen schönen Rollkragenpullover, Duschgel. Immer noch? Ich sage ihr zwar immer, sie soll mir nichts schenken, aber ich bekomme manchmal Sachen, wo ick dann sage: „Mama, wirklich, tut mir leid, wie kommst du eigentlich darauf, solche Sachen zu kaufen?“ Welche denn? Untersetzer mit Motiv drauf. Wo ick mir denke: „Okay.“ Können Sie schon Witze darüber machen, dass Ihr Vater mal kurzzeitig IM bei der Stasi war? Ja, klar. Ich habe aber nicht weiter nachgefragt – das ist seine Story. Er wird sich überlegt haben, was er da gemacht hat. (Schw.s Vater Michael war vom Dezember 1975 bis Jänner 1977 unter dem Decknamen Paul Reuer Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR. Er beendete die Zusammenarbeit auf eigene Initiative.) Wie war’s zu Hause, wenn die Theaterpremieren Ihrer Eltern bevorstanden? Viel alleine gewesen. Immer Hölle. Viel geheult. Die Eltern dafür bestraft, dass sie jetzt gehen. Sie sind zu Hause gesessen und haben geweint. Ja. Icke, icke. Gab’s viel Stress. Gab’s viel Stress. Waren keen’ gute Zeiten. Ich glaube, dass meine Eltern bei den Premieren immer ein schlechtes Gewissen hatten. Aber mittlerweile kenne ick det. Mussten Sie Text abhören? Nein. Waren die Eltern aufgeregt? Na klar. Meine Eltern waren überhaupt viel nervös. Am Abend der Premiere haben sie sich immer eingesprochen. „Mhm, bbbbbb, hop aus dem Fenster, brrrrrrrrr, mmmmmmmmm.“ So ging das die ganze Zeit. Machen Sie das auch? Wenn ich Theater spiele, ja. Das letzte
SchĂśner Mann
Es braucht keinen Bartwuchs, um bei den Mädels anzukommen. Und gut ankommen ist schon gar kein Grund, arrogant zu werden.
”
ACTION
ICH BIN NICHT DER MASKULINE
TYP. ICH FINDE
ES JA SELBER SEHR KOMISCH,
DASS ICH NICHT SO DER TOTALE MANN BIN. “
mal habe ich „Nord“ (nach L.-F. Céline, Regie: F. Castorf, 2007; Anm.) an der Volksbühne gespielt. Da mussten wir vier Stunden über die Bühne rennen, und das war halt echt krass. Da musste ich mich auf jeden Fall warm machen. „Krass“ steht in diesem Fall wofür? Für extrem, sagen wir mal. Spitzname in der Schule? Schweigi. Ist „Matze“ tatsächlich der Kosename, den Ihre Freunde verwenden? Steht auf Facebook. Wer mich „Matze“ nennt, ist definitiv nicht mein Freund. Ihre Freunde nennen Sie wie? Matthias. Geben Sie es zu: Die Geschichte, dass Sie der einzige junge Mann unter 28 Mädchen am Chemnitzer Gymnasium waren, ist gelogen. Die hat sich Ihre Agentur ausgedacht. Nein, das war wirklich so. An meinem Gymnasium in Chemnitz gab es ein musisches Profil mit den Schwerpunkten Theater, Kunst, Deutsch und Musik. Darauf hatten die meisten Jungs keinen Bock. Ick natürlich sofort: Geil! Diese Jahren müssen Sie geprägt haben. Das war schon eine krasse Zeit. „Krass“ steht … … für interessant. Wir haben Kunstreisen nach Venedig und Paris gemacht. Wenn man nur mit Mädchen unterwegs ist, wirst du irgendwann wie eines behandelt. Von wem? Von den Mädchen, weil man im Endeffekt eine von ihnen ist. Das ist halt der Matthias, der ist sowieso immer da. Keine großen erotischen Wahnsinnigkeiten? Nee. Irgendwann hatte ich mal mit jeder was, aber das war in so einer Klasse klar. Welchen Tick hatte der Leiter Ihrer Theater-AG? Frau Schröder? Sie hat unheimlich gerne Keyboard gespielt. Und sie ging gern ins FKK-Bad. Sie waren also auch dort. Ich musste, mit meiner Mutter. Die ging dort unheimlich gerne hin. Ich finde: Das
muss jetzt nicht sein. Und dann habe ich dort auch noch ständig die Theaterlehrerin getroffen. Wer war in der Theater-AG in der Mehrheit: die mit dem übersteigerten Geltungsbedürfnis? Oder die Berufenen? Die Mehrheit war so drauf: „Was machen wir hier eigentlich?“ Der Rest hatte echt Lust drauf. So wie ich. Ihr Jahr an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin war wozu gut? Um einerseits zu wissen, dass ich es auch auf eine Schauspielschule schaffe. Und andererseits, dass ich definitiv etwas anderes will, als eine Schauspielschule zu besuchen. Ihr erster Satz, den Sie jemals auf der Bühne gesagt haben, lautete wie? Keine Ahnung. Das ist echt krass. „Krass“ … … erschreckend. Was sagen Sie Ihrer Tochter, sollte die jemals auf die Idee kommen, Schauspielerin zu werden? Ick habe mir überlegt, wat sage ich meiner Tochter, wenn sie nicht auf diese Idee kommt. Und? Dann bekomme ich auf jeden Fall noch ein zweites Kind. Pfeifen Sie im Theater? Essen Sie auf der Bühne? Niemals. Sie sind abergläubisch. Nein, aber das sind einfach Sachen, die man aus Respekt vor der Bühne nicht macht. Meine Eltern haben sie mir früh eingebläut. Ihre aktuelle Gute-Nacht-Lektüre mit der Tochter? „Das große Buch vom Mutigsein“. (Von Jane Chapman und Tim Warnes. Loewe Verlag 2012.) Sind Sie jemals von sich selber gelangweilt? Manchmal, im Privaten. Immer, wenn ich aus bestimmten Rhythmen nicht rauskomme. Dann denke ich: „Mann ej, das hast du echt mit siebzehn schon gemacht. Jetzt bist du bald zweiunddreißig. Krieg’s mal auf die Reihe!“ Zum Beispiel? Parkzettel dann zu überweisen, wenn sie zu Hause erscheinen, und nicht erst ein halbes Jahr später. Welches Kompliment genießen Sie wie am ersten Tag? „Ich finde, du bist ein hübscher Mann.“ Alles andere ist mir gar nicht so wichtig. Und welches ist unerträglich? „Du bist sooo süß!“ Verständlich. Ich bin jetzt auch nicht der maskuline Typ. Ick habe keinen Bartwuchs.
Überhaupt keinen? Man sieht nichts. Nur so ein bisschen. Ich finde es ja selber sehr komisch, dass ich nicht so der totale Mann bin. Es gibt Frauen, die das wahnsinnig sexy finden. Bart? Nein. Sie! Mich? Ja, Sie als Mann! Wirklich? Matthias, das ist doch absurd: Sie kokettieren schamlos. Nein, keine Ahnung. Ich trete mit den Leuten nicht immer so in Kontakt. Da müssen Sie doch nur die Postings auf Ihrer Facebook-Seite lesen! Die kenne ich, klar. Aber ich beziehe sie nicht auf mich. Sie lesen Sie, als ob Sie einer fremden Figur gälten? Genau so. Etwas ganz anderes ist es, wenn jemand vor mir sitzt, mir übers Gesicht streicht und sagt: „Ich finde, du bist ein sehr schöner Mann!“ Dann würde ich sagen: „Okay. Krass.“ „Krass“ steht in dem Fall wofür? Das haut mich jetzt gerade um! Wo wollen Sie um alles in der Welt nie mehr hin? Das will ich nur allgemein beantworten: zurück. Und zwar in einen realen Traum, den ich mal hatte und der nicht in Erfüllung gegangen ist. Es wäre wunderbar gewesen, wenn er Wirklichkeit geworden wäre? Das wäre sehr schön gewesen. Das lassen wir jetzt so nebulös stehen. Ja, ist doch schön! Krass. „Krass“ heißt in dem Fall? Gut. In welchem Moment dachten Sie: Kann so bleiben! Da gab es zwei Momente: Als ich in Amerika gemeinsam mit meinem Freund Novi die Route 66 auf die Rocky Mountains zugefahren bin. Und der andere Moment war, als ich mit der Mutter von meinem Kind zusammen im Krankenhaus war und Greta geboren wurde. Haben Sie wirklich gedacht: „Kann so bleiben?“ Oder klang das anders? Nein, nein. „Kann so bleiben“, habe ich wirklich gedacht. Das war eine gute Form von Familie. Zwei Leute, überwältigt. In einem gemeinsamen Zustand. Der sich leider aufgelöst hat. Mehr oder weniger, ja. Aber wer weiß, was in fünf Jahren ist?
Den Trailer zu Matthias Schweighöfers neuem Werk „Schlussmacher“ gibt es in unserer Red Bulletin Tablet App.
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ACTION
HEAVEN’S BASEMENT
Du willst fliegen? Dann spring! Aufnahmerituale, Gitarren im Bett – und was zu tun ist, wenn der Hunger kommt: Vier junge Briten erzählen, was dich auf dem Weg in den Rock-Olymp erwartet. Text: Florian Obkircher, Bild: Thomas Butler
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2010 verließ euer damaliger Sänger von heute auf morgen die Band … : Er hat uns eine Woche vor Tourstart sitzenlassen. Also baten wir den Frontmann einer befreundeten Band, kurzfristig einzuspringen. Der Aushilfssänger verlor jedoch nach einigen Konzerten seine
Naturgewalt auf der Bühne: Sänger Aaron Buchanan und Gitarrist Sid Glover.
Stimme. Daraufhin übernahm ich kurzerhand selbst das Mikrofon. Wie kam dann Aaron an Bord? : Wir hörten uns hunderte von Sängern an. Wir suchten mehr als einen ausgezeichneten Frontmann. Wir suchten jemanden, der bereit ist, alles zu geben. Und diesen Jemand fanden wir in Aaron. Gab’s Aufnahmerituale? : Klar! Als Erstes zog Aaron bei uns im Bandhaus ein. Dann machten wir ihn so betrunken wie möglich, um zu sehen, was passiert. Um sicherzustellen, dass er sich im Rausch nicht in einen Irren verwandelt. Auf einem Rummelplatz in Nottingham musste er sich an den Security-Leuten vorbei in den Backstage-Bereich schummeln. Tests in dieser Art musste Aaron über sich ergehen lassen, bevor er als Mitglied aufgenommen wurde. Wir mussten sicher
sein, dass er für die Band von einer Klippe springen würde. Wenn du nicht springst, wirst du nie fliegen. Ihr wohnt im selben Haus? : Das schweißt zusammen. Andere Bands kriegen im Tourbus oder Tonstudio einen Lagerkoller. Uns passiert das nicht, für uns ist das der Normalzustand. Und es ist unglaublich, wie sich dieses blinde Vertrauen, diese Chemie auf der Bühne auswirkt. Bei den ersten Shows mit Aaron meinten Leute, es wirke so, als ob er schon ewig an Bord wäre. Wart ihr schon einmal knapp dran, alles hinzuschmeißen? : Am Anfang war’s alles andere als leicht. Einmal ging uns auf Tour das Geld fürs Essen aus. Wir waren so hungrig, dass wir Schokoriegel an der Tankstelle klauten. Wenn wir mit großen Bands spielten, schlichen wir uns in deren Umkleideraum und aßen die Reste vom Catering. Das klingt vielleicht arg, aber am Ende sind das die Abenteuer, an die man sich am liebsten erinnert. Ihr steht ja gerade erst am Anfang … : Vor einiger Zeit fragte uns jemand, was wir machen würden, wenn die Leute unsere Platte hassten. Ich weiß, das wird nicht passieren. Aber ich musste trotzdem nicht überlegen: weitermachen. Wir sind derzeit in Höchstform, wir sind hungrig, wir wollen die Menschen mit unseren Live-Shows beeindrucken. Und es klappt: Die Konzerte werden jede Nacht größer. Das Debütalbum „Filthy Empire“ (Red Bull Records) erscheint im Februar. Tourdaten und Hörproben gibt’s auf: www.heavensbasement.com
Das Video zur Session im Red Bull Studio in London und den DownloadLink zur Single „Fire, Fire“ gibt’s in unserer Red Bulletin Tablet App.
ZUSATZBILD: GETTY IMAGES
Sänger Aaron Buchanan schreit mit geballten Fäusten ins Mikrofon und schüttelt seine blonde Mähne, Sid Glover kniet am Boden und würgt seine Gitarre mit aller Kraft. Die Inbrunst, mit der Heaven’s Basement dem Heavy Metal huldigen, ist atemberaubend. Das erkannten auch Bon Jovi, die Deftones und Papa Roach und nahmen das Quartett mit auf Tour. : Wann habt ihr euch dem Rock verschrieben? : Mit vier bekam ich eine Gitarre. Als Kind nahm ich sie mit ins Bett. Sie ist wie ein dritter Nippel. : Es gibt ein Video, auf dem ich als Sechsjähriger im Kinderzimmer zu einem Aerosmith-Song Schlagzeug spiele. Oben ohne, mit der Nachttischlampe als Spotlight. Einer eurer ersten Gigs fand im City of Manchester Stadium statt. : Ja. Aber nicht als Hauptband. : Bon Jovi waren auf Tour. Die Vorgruppe wurde von einer lokalen Radiostation gekürt. Voraussetzung: Man musste aus Manchester kommen. Wir logen. Und bekamen den Job. : Die gaben uns 15 Minuten. Das war uns zu wenig. : Als der Manager von Bon Jovi unseren Soundcheck hörte, verdoppelten die tatsächlich unsere Auftrittszeit! Ihr habt einen fantastischen Ruf als Live-Band. Was ist euer Geheimnis? : Was unsere Lieblingsbands wie Pink Floyd, Led Zeppelin oder Aerosmith auszeichnet, ist ihre Magie beim Zusammenspielen. Von Freddie Mercury hab ich mir abgeschaut, wie man singt und sich auf der Bühne bewegt. : Das Wichtigste: Mach keine halben Sachen. Wenn du deine Gitarre zertrümmern willst, dann zerdrisch sie richtig. Wenn du ins Publikum springen willst, dann schmeiß dich voll rein.
Heaven’s Basement, das sind (von links): Sid Glover (Leadgitarre), Rob „Bones“ Ellershaw (Bass), Chris Rivers (Drums) und Aaron Buchanan (Gesang)
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Aufbruch Wenn am 15. Jänner die 81. Auflage der Rallye Monte Carlo startet, beginnt ein neues Zeitalter in der World Rally Championship: bunter, frischer, jünger. An vorderster Front: Sébastien Ogier und VW. Ein Blick hinter die Kulissen. Text: Werner Jessner, Bilder: Jozef Kubica
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as Flugzeug aus Zürich mit Sébastien Ogier an Bord ist gelandet, es ist kalt und trüb in Hannover. Keine fünfzehn Minuten dauert es mit dem Taxi vom Flughafen in die Ikarusallee Nummer 7a. Hinter dieser pompös klingenden Adresse verbirgt sich eine relativ unscheinbare Sammlung von immer wieder angestückelten Werkshallen, errichtet auf dem Gelände eines ehemaligen Flugfeldes. Noch immer ist die Gegend von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg kontaminiert. Vor ein paar Jahren wurden Blindgänger unter einer der Hallen entdeckt, man musste den Boden anbohren und die gefährlichen Relikte von Spezialisten entschärfen lassen. Dort, wo einst die Rüstungsproduktion des Schwerindustriegiganten Hanomag Ziel der alliierten Luftangriffe war, wird heute die Speerspitze der künftigen WRC-Kampagne von VW entwickelt: der brandneue Polo WRC. Der ist so neu, dass bis zu diesem Tag nicht einmal Stammpilot Sébastien Ogier das endgültige Design seines Rennautos gesehen hat. Klar, er kennt die diversen Evolutionsstufen seines künftigen Arbeitsgeräts. Natürlich war er in die Entwicklung des Polo WRC von Anfang an maßgeblich eingebunden. Auch diese frühen Versionen parken hier in der Werkstatthalle, daneben diverse Škoda Fabia S2000, Autos der zweiten 80
Kronprinzenrolle
Nach Sébastien Loebs Rückzug in die Altersteilzeit führt sein Vornamenskollege Ogier im brandneuen VW Polo WRC die Attacke auf den verwaisten Thron des Rallye-Königs an.
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Kategorie, mit denen sich der 29 Jahre alte Franzose in diesem Jahr während der Saison in Form gehalten hat. Aber die letzte Eskalationsstufe, das fertige Gerät, so wie es ein paar Wochen später im noblen Monte Carlo präsentiert werden wird, ist selbst für ihn neu. Die letzten Aufkleber wurden tatsächlich erst vor wenigen Minuten angebracht.
der Fahrer. Man wird ihnen näher sein, als das bislang vorstellbar war. Idee dahinter: Rallye soll nicht nur für die unverzagten Fans vom alten Schlag interessant sein, sondern neue in der ganzen Welt erobern. Auch das Fahrerfeld ist für 2013 frisch zusammengeschüttelt. Man lehnt sich jedenfalls nicht zu weit aus dem Fenster, zählt man VW mit seinen Fahrern Sébastien Ogier und dem Finnen Jari-Matti Latvala zumindest zum erweiterten Favoritenkreis. Eine Einschätzung, die auch VWs oberster Motorsportler Jost Capito teilt: „Wir möchten in der zweiten Saisonhälfte aus eigener Kraft aufs Podium fahren können. 2014 wollen wir gewinnen, 2015 um den WM-Titel kämpfen.“ Fahrer Sébastien Ogier sieht das ähnlich: „Für die Rallye Monte Carlo erwarte ich mir, dass wir das Ziel erreichen und uns dann von Rallye zu Rallye steigern. Der Polo WRC ist viel schneller als der Škoda Fabia S2000, mit dem ich 2012 gefahren bin. Ich bin sehr happy mit dem Fortschritt, den wir in der Entwicklung gemacht haben; das Auto fühlt sich viel besser an als letztes Frühjahr. Wie schnell wir wirklich sind, wird sich erst im
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s ist ein besonderer Moment, als Ogier, schlank, groß gewachsen, ordentlich frisiertes helles Haar, in Turnschuhen, einen Rucksack lässig übergeworfen und einen mächtigen Gepäcktrolley hinter sich herziehend, durch die leere Halle auf das Auto zugeht. Noch während er das Team begrüßt, das mit ihm während des letzten Jahres gewachsen ist, schweifen seine Blicke unstet zum Polo WRC, der im hinteren Teil der Halle wartet. Händeschütteln, Schulterklopfen, der unvermeidliche Smalltalk, dann endlich die ersten Momente allein mit dem weiß-blau-grauen Polo. Eine Runde ums Gerät, noch eine, Fotos mit dem iPhone, ein breites Grinsen: „Schön.“ Ogier und VW sind die neue Traumkombination in der Rallye-WM, besser bekannt unter dem Namen World Rally Championship (WRC), die anno 2013 nach Jahren relativer Tristesse auf neuem Fundament durchstartet. Ist die Formel 1 die Krone des Motorsports auf der Rundstrecke, so ist Rallye die höchste Disziplin für Generalisten. Selbst ein Michael Schumacher hat Rallyefahrer stets für die besten Autofahrer des Planeten gehalten. Artisten, die der Physik zwischen Jänner und November auf der ganzen Welt auf Schnee, Eis, Schotter und Asphalt Kurve für Kurve ein Schnippchen schlagen. Seit dem Ende der monströsen Gruppe B im Jahr 1986 gab es keine so einschneidenden Änderungen in der RallyeWM mehr wie heuer: Das Red Bull Media House und die Sportsman Media Group sind gemeinsam neuer Promoter der Rallye-WM, und sie wollen diesen wunderbaren Sport wieder so präsentieren, wie es ihm mit seiner reichen Tradition gebührt. 2013 wird es Live-Übertragungen in TV und Web geben, Grafiken, intelligent aufbereitete Zahlenspiele, es wird Blicke hinter die Kulissen geben und intime Porträts
Von der Wüste zur Monte
„ Meine erste RallyeErinnerung? Die Monte 1989, als Lancia dominierte. Für die Gruppe B bin ich knapp zu jung.“ Sébastian Ogier
Die Mechaniker haben in diesen Hallen schon die siegreichen VW Race Touareg der Rallye Dakar vorbereitet, wie man an den wiederverwerteten Startnummern an den Werkzeugboxen erkennen kann.
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Der will nicht nur spielen
Der Polo WRC ist ein Rennwagen reinsten Wassers. Im Vergleich zu seinem älteren Cousin Škoda Fabia S2000, dessen Gene er teilt, wirkt er in allen Details moderner, schneller und aggressiver.
direkten Duell mit der Konkurrenz herausstellen.“ Séb Ogier ist ein echtes Vollgastier. 2011 hat er als Sébastien Loebs Teamkollege ebenso viele Rallyes gewonnen (nämlich fünf) wie sein Vornamensvetter. Man kann sagen: Kein Fahrer war dem Großmeister je so knapp auf den Fersen wie der 29-jährige Ski-Fanatiker aus dem
Bergdörfchen Gap. Der programmierte Loeb-Nachfolger, der ebenfalls aus der harten wie exzellenten Nachwuchsschule des französischen Automobilverbands kommt, sah die beste Chance, den überlebensgroßen Landsmann vom Thron zu stoßen, darin, das gewohnte Umfeld bei Citroën zu verlassen und sich mit dem jungen Team von Volkswagen Motorsport
zusammenzutun. Deren Referenz: Man wusste immerhin genau, wie man ein erfolgreiches Team formt. Das hatte man mit drei Siegen bei der Rallye Dakar hinlänglich bewiesen. Von WRC hatte VW deutlich weniger Ahnung. Ogier: „Anfangs hat man schon sehr deutlich gemerkt, dass VW ein junges, unerfahrenes Team war. Wir haben versucht, ihnen unsere Erfahrung zu vermitteln, Automatismen, die wir bei unserem alten Team geschätzt haben, zu etablieren und Fehler zu vermeiden.“ Dazu bekam er bei Tests Unterstützung von keinem Geringeren als „El Matador“, 83
Probieren und studieren
Das intensive globale Entwicklungsprogramm mit verschiedenen Evolutionsstufen des Polo WRC dauerte beinahe ein ganzes Jahr. Am Steuer: Ogier selbst, Rallye-Legende und Dakar-Sieger Carlos Sainz und Entwicklungsfahrer Dieter Depping
dem charismatischen zweifachen Rallye(Ex-)Weltmeister und Dakar-Sieger Carlos Sainz. Auf Asphalt und Schotter, im Schnee Skandinaviens und auf den Geröllpisten Südamerikas, auf konzerneigenen Asphaltstrecken und über österreichische Bergstraßen reifte der Polo WRC zu jenem Auto, das Ogier und VW an die Spitze der Rallyewelt bringen soll.
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reilich wird das nicht so einfach sein: 2013 verspricht eine spannende Saison zu werden. Das Citroën-Weltmeister-Team wird nicht nur Loeb bei dessen ausgewählten Einsätzen weiter unterstützen, sondern mit dem Finnen Mikko Hirvonen und dem erfahrenen Rückkehrer Dani Sordo (ESP) den WM-Titel jagen. Selbst wenn Ford sich als Werksteam zurückgezogen hat, gelten die Fiesta WRC als dem Citroën DS3 WRC nahezu gleichwertig, die handelnden Personen hinter den Kulissen sind gleich, die Fahrer neu: Mads Østberg (NOR) und Nasser al-Attiyah (QAT). Private Minis werden versuchen, den Arrivierten in die Suppe zu spucken, der koreanische Hyundai-Konzern scharrt mit einem eigenen WRCTeam in den Startlöchern. Ogier konzentriert sich vorläufig freilich auf jemand anderen, nämlich seinen frisch von Ford gekommenen Teamkollegen Jari-Matti Latvala: „Wie immer im Motorsport ist dein Teamkollege der erste Mann, den du schlagen musst. Aber nicht immer ist Speed entscheidend: Manchmal musst du auch cle-
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„ Ich bin überzeugt, dass wir die zwei – neben Sébastien Loeb – weltbesten Rallyefahrer unter Vertrag haben.“ Jost Capito, VW-Motorsport-Direktor
ver sein und taktisch fahren. Von Jari-Matti erwarte ich, dass er schnell ist und um den WM-Titel kämpfen will. Dass er versucht, mich zu schlagen, genau wie ich ihn. Alle kennen seinen Speed, das garantiert gute Fights. So puschen wir Auto und Team.“ In die gleiche Kerbe schlägt VWMotorsport-Chef Jost Capito: „Wir haben keinen Nummer-1-Fahrer. Selbst wenn Sébastien schon seit einem Jahr beim Team ist und Jari-Matti frisch zu uns gekommen ist, erwarten wir von beiden Fahrern, dass sie das Auto gemeinsam schneller machen und sich gegenseitig antreiben. Allen
muss klar sein: Zuerst kommt das Team, dann kommt lange nichts. Und erst dann kommen Einzelinteressen. Ich bin der Überzeugung, dass wir die beiden besten Rallyefahrer der Welt neben Sébastien Loeb unter Vertrag haben.“ Ebendas ist die große Frage im Fahrerlager der WRC: Wie viele Rallyes wird Loeb 2013 bestreiten? Insgeheim hoffen alle, dass sich der neunfache Weltmeister mehr als nur hie und da in der WM blicken lässt. Monte und Schweden gelten als fixe Audienzen, detto Argentinien und Sardinien, und wer weiß, wonach ihm noch gelüstet. Jeder Vergleich mit dem Superstar ist eine echte Standortbestimmung und für alle Beteiligten unendlich wertvoll, ganz besonders für ein junges Team wie VW. Séb Ogier ist zwar voller Respekt vor seinem berühmten Ex-Teamkollegen („Er war der härteste Gegner, den man überhaupt haben konnte. Er hat mich gezwungen, jeden Tag an meine Limits zu gehen“),
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Nacht der langen Messung
Auch auf Nacht-Sonderprüfungen ist man bei Volkswagen Motorsport bestens vorbereitet, startet doch etwa die letzte Etappe der Rallye Monte Carlo erst nach halb zehn Uhr abends.
Was ist neu: Red Bull und die WRC
allerdings hat er nicht vor, sein eigenes Licht auch nur eine Sekunde unter den Scheffel zu stellen. Er sieht sich als künftigen Weltmeister, daran lässt er keinen Zweifel: „Natürlich muss ich der Meinung sein, dass ich der schnellste Fahrer da draußen bin. Hätte ich da auch nur die geringsten Zweifel, bräuchte ich erst gar nicht ins Auto zu steigen. Aber Rallye ist ein Teamsport, da müssen sämtliche Puzzlesteine am richtigen Platz liegen. Ein schneller Fahrer allein ist nicht genug.“ Daher gibt es in der Ikarusallee zu Hannover bis Saisonstart noch viel zu tun. Die Team-Trucks müssen für die Präsentation vor der Weltpresse lackiert, die Werkstatt muss fertig adaptiert werden, auch die Techniker-Crew braucht noch Training, um im Stress der Rallye-WM mit deren minutenengem Zeitplan auch tatsächlich perfekt zu funktionieren. Schon am Tag nach Ogiers Besuch bricht der gesamte Tross zu einem Test-
gelände in Norddeutschland auf, eine Rallye-Simulation über drei volle Tage steht am Programm. Noch ist es nicht der Ernstfall, aber es fühlt sich schon fast so an. Außenstehende würden keinen Unterschied bemerken. Endlich geht es wieder los, endlich prasseln wieder Steine an den Unterboden von Ogiers Auto, endlich pfeift der Turbo, endlich kommen wieder die präzisen Kommandos von Copilot Julien Ingrassia durch den Interkom, endlich geht es wieder um Bestzeiten im Kampf Mann gegen Uhr. Die letzte Saison, als er nur testen, entwickeln und im Škoda Fabia S2000 in der zweiten Leistungsklasse starten konnte war schlimm, sagt Ogier: „Aber das ist ja jetzt vorbei.“ www.wrc.com
Den Clip mit Sébastien Ogier im brandneuen Polo WRC gibt es in der Red Bulletin App.
Das Red Bull Media House und die Sportsman Media Group sind gemeinsam neuer Promoter der WRC. Der Vertrag läuft bis 2018 und soll der Rallye-WM wieder jenen Stellenwert geben, der dieser spektakulären Spielart des Motorsports gebührt. Red Bull Media House/Sportsman Media Group sind für alle kommerziellen Aspekte der Rallye-WM zuständig, darunter Marketing-, Media- und Sponsoring-Rechte. Man produziert das globale TV-Signal und arbeitet an neuen Medienformaten, um WRC noch attraktiver und für den Zuschauer leichter zugänglich zu machen. Darüber hinaus werden – gemeinsam mit der FIA – die künftigen WRC-Kalender erarbeitet.
WRC-Kalender
2013
15. bis 20. Jänner Monte Carlo 7. bis 10. Februar Schweden 7. bis 10. März Mexiko 11. bis 14. April Portugal 2. bis 5. Mai Argentinien 30. Mai bis 2. Juni Griechenland
20. bis 23. Juni Italien 1. bis 4. August Finnland 22. bis 25. August Deutschland 12. bis 15. September Australien 3. bis 6. Oktober Frankreich 24. bis 27. Oktober Spanien 14. bis 17. November Großbritannien
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Womit Ernst Koschier Bilder wie dieses macht, verr채t er ab Seite 90.
Inhalt 88 REISE-TIPP Heliskiing auf Kamtschatka 90 GET THE GEAR Ernst Koschier, Unterwasserfotograf 92 TRAINING Neymar 94 NIGHTLIFE Out Now: Charli XCX/ Parallelslalom in Moskau/Club: Eleven/Cocktail: Wellness/Take 3: Tame Impala/ Nightsnack: Samosas 98 TOP SPOTS 100 SAVE THE DATE 102 KAINRATH 104 RED BULL TV-FENSTER bei ServusTV
BILD: ERNST KOSCHIER
106 KOLUMNE von Christian Ankowitsch
MORE BODY & MIND
Kamtschatka als Mehr an Möglichkeiten: Zwischen den Gipfeln und dem Ziel am Pazifik liegen aufregende Höhenmeter.
AUF UND DAVON DER REISE-TIPP DES MONATS
Pulverschnee und Pulverdampf KAMTSCHATKA, RUSSLAND. Auf
Russlands östlichstem Zipfel erwartet Tiefschneeliebhaber ein spezielles Skivergnügen, inklusive schwer atmender Vulkane, Bärenfährten und einer Anreise-Odyssee.
Das Knattern der Turbinen des monströsen Mi-8-Helikopters betäubt die Ohren. Ein künstlicher Schneesturm verdunkelt die Sonne, die Wände des Hotel Antarius in Paratunka zittern. Für die Gäste drinnen ist dieser Lärm jedoch das Signal: Sie haben den ersten Skitag in Kamtschatka vor sich. Einen Skitag auf der russischen Halbinsel mit meterhohem, flockig feinstem Pulverschnee und traumhaften Abfahrten aus Höhen von 3000 Metern bis an die Strände und Fjorde des Pazifiks. Was die Skifahrer bereits hinter sich haben, ist der mit achteinhalb Stunden längste Inlandsflug der Welt, von Moskau nach Petropawlowsk-Kamtschatski, dem administrativen Zentrum der Region. Die 88
Anreise kann aus logistischen Gründen ausschließlich über Russlands Hauptstadt erfolgen; dementsprechend aberwitzig ist sie. Selbst Skifahrer aus Asien müssen den Umweg über Hongkong und Helsinki nehmen. Die Mehrheit der Gäste kommt ohnehin aus Russland, doch auch die klassischen Alpenländer wie Frankreich und Deutschland sind gut vertreten. Kamtschatka ist knapp größer als Deutschland und eingezwickt zwischen Pazifik, Ochotskischem Meer und Beringsee: Ebendiese exponierte Lage ist für die wunderbare Schneequalität verantwortlich. Das nutzbare Heliskigebiet umfasst die Größe der Schweiz: Die Gebirgszüge und Vulkane erstrecken sich über 800
Kilometer von der Insel Paramushir im Süden bis zu den Vulkanen Schiwelutsch und Alnei im Norden, die Auswahl der Abfahrten ist unerschöpflich. Powder fällt hier gern in fetten Flocken vom Himmel. Begräbt er die Chance aufs Fliegen – auch nicht schlecht: Das Sicherheitstraining und Lawinenschulungen mit ABS-Rucksäcken, Schaufeln, Sonden und Lawinenverschüttetensuchgeräten ist ebenso wichtig. Geübt wird am tiefverschneiten Helipad, der einzigen flachen Stelle weit und breit inmitten der Birkenwälder, gleich neben dem Hotel. Hinterher werden russischer Sekt und Trüffelkekse gereicht, in
Merke: Bär von hinten ist besser als Bär von vorn.
TEXT: BARBARA GRUBER, OLIVER NITZ. BILDER: ANDREY BRITANISHSKIJ (2), FRANÇOIS-R. THEVENET(4)
Eine ewig verschneite Kulisse am Ende der Welt: Kamtschatka ist für SkiAficionados ein Paradies. Sichtweite des Pools, der raucht wie später die Vulkane am Horizont. Der erste Tag ist (leider) ein sogenannter Down Day, ein Tag, an dem die Helikopter wegen Schneefalls nicht fliegen können. Also ab ins Skiresort Krasnaja Sopka über dem Hafen, mit Eisbrechern am Horizont. Ein alter Schlepplift „made in Czechoslovakia“ ruckelt nach oben. Hinunter geht’s zwischen engstehenden Birken am unpräparierten Hang, Pistenraupen sind hier unbekannt. Das Abendprogramm gibt einen Vorgeschmack auf das, was einen in der folgenden Woche erwartet: Schokokugeln und Kaffee als Jause, ein Spaziergang zum Fischmarkt, um sich mit Red Caviar einzudecken, oder ein Saunagang mit Pivo Kamtschatskoje, dem lokalen Bier, als Durstlöscher und einer TV-Opernübertragung im Ruheraum, wo ein famoses Plüschsofa zum Fläzen einlädt. Am nächsten Morgen der erste Flug. Der Mi-8-Transporthubschrauber hängt behäbig wie ein Autobus in der Luft, doch schaufelt er die Gruppe ungerührt auf die Gipfel. Rausspringen, letzte Instruktionen der Skiguides, die fast unheimliche Stille genießen. Die Luft schmeckt nicht nur nach Powder, sondern auch nach Schießpulver: Der Vulkan, der in der Ferne qualmt, steuert Schwefeldampf bei. Nach dem „Go!“ startet man einzeln in die verschiedensten Rinnen, die sich vor der Gruppe ausbreiten und die weit unten in Mulden und Tälern zusammenlaufen. Im Tal wartet schon wieder der Heli, und auch wenn man gerade „That was the best run in my life!“ gerufen hat, ist die nächste Abfahrt noch einen Hauch traumhafter. Ist die Luft raus und der Sprit alle, kommt die Antwort auf die Frage, warum wir unsere Badesachen mitnehmen sollten: Wir landen am Rückflug mitten im verschneiten Nichts – Nalytschewo, eine Thermalquelle mit kleinem Holzbadehaus. Schnell in die Badeanzüge und ab ins Wasser – Haube am Kopf lassen, sonst frieren die Haare ein. Dazu wird Bier und Fisch gereicht, die Anspannung des Tages entlädt sich in Grinsen und Schneeballschlachten. Einziges Problem nach der Wohltat: Die aufgeheizten Füße passen nicht mehr in die in der Zwischenzeit eingefrorenen Skischuhe – die ärgste Qual nach einem traumhaften Skitag.
Dann bis später: Die russischen Helikopter bieten durch ihre schiere Größe viel Flugkomfort.
HELISKIING IN KAMTSCHATKA
Eine der raren Ansiedlungen in unendlicher Weite
Snack oder exotisches Mitbringsel: Räucherfisch
Anreise: Via Moskau nach Petropawlowsk, der Hauptstadt Kamtschatkas (Flugzeit ca. neun Stunden). Die Skistationen liegen eine Fahrstunde außerhalb der Stadt. Zeitunterschied: Petropawlowsk = MEZ plus elf Stunden Unterbringung: Komfortable Mittelklassehotels, durchweg mit Pool, Sauna & Bar Gelände: Alle Schwierigkeitsgrade. Die Abfahrten – Start zwischen 500 und 3000 m Seehöhe inmitten aktiver Vulkane (der
höchste: Kljutschewskaja Sopka, 4750 m) – führen durch Wälder und über Gletscher runter bis auf Meereshöhe. Formalitäten: Reisepass und Visum Anbieter: Heliski Russia (heliskirussia.com), Vertikalny Mir (vertikalny-mir.com) und Arlberg Alpin (arlbergalpin.at). Packages ab ca. 5000 Euro/Woche/Person inkludieren Vollpension und acht bis zehn Flugstunden (ca. 30.000 Höhenmeter). Jede Gruppe wird von erfahrenen Bergführern begleitet.
RUSSLAND
Petropawlowsk
Wegweiser am Pistenrand: aktive Vulkane
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MORE BODY & MIND
Unterwelt
GET THE GEAR DIE AUSRÜSTUNG DER PROFIS
Rund 250 Stunden im Jahr verbringt der Salzburger Unterwasserfotograf Ernst Koschier tauchend in den Weltmeeren. Um die teils doch recht scheuen Ozeanbewohner ins rechte Bild zu rücken, hilft ihm auf seinen Indonesien-, Südsee- oder PapuaNeuguinea-Expeditionen pure Hightech. 1. Seacam Superdome-Port Die Vorsatzlinse aus gehärtetem Mineralglas und hochfestem Leichtmetall wird für Halb-halbAufnahmen (über bzw. unter Wasser) verwendet. Es liefert dank optischer Veredelung perfekte Qualität bei Fisheye- sowie Weitwinkelzoomobjektiven. 2. Diopter-10+-SubSee-Vergrößerungslinsen von ReefNet Vor den Makroport gesteckt, bewirken die klapp- und steckbaren Linsen bei Dioptrien von 10+ eine Vergrößerung um das 3,5fache. 3. TillyTec LED W26 Backuplight (+ Ersatzakkus) Wasserdicht bis 200 Meter, erzeugt die LED-Lampe eine Lichtstärke von 6000 Lux – vergleichbar mit einer 25-WattHalogenlampe. Brenndauer: rund fünf Stunden. 4. Nikon D800E Kamera Die 36-Megapixel-VollformatSpiegelreflexkamera sorgt selbst bei schlechten Lichtverhältnissen (ISO 100 bis 6.400) für unglaubliche Auflösungen. Das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung ist robust, feuchtigkeits- und staubbeständig. 5. Scubapro-Flossen, Modell Seawing Nova Gorilla Hydrodynamisch designt, ermöglichen die leichten Elastomer-Flossen effiziente Kraftübertragung im Wasser und guten Vortrieb bei Strömung. 6. Tauchcomputer Suunto D6 Aus Sicherheitsgründen trage ich bei langen und bei Wiederholungstauchgängen immer zwei dieser Titan-Armbanduhren mit Saphirglas. Die Computer liefern alle nötigen Informationen (Himmelsrichtung, Gaswechselfunktion und Algorithmus für vollständige, kontinuierliche Dekompression).
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7. Seacam Silver D800 Der Bentley unter den Unterwasser-Gehäusen ist 2950 g schwer, aus Leichtmetall-Legierung gefräst, zweifach gehärtet, oberflächenverdichtet, eloxiert und fast unverwüstlich. Die Druckknöpfe meines wichtigsten Begleiters (dicht bis 80 m Tiefe) sind mit nahtlosen Präzisions-O-Ringen abgedichtet. 8. Kowalski LED 620 Die 20-Watt-Power-LED-Taucherlampe aus seewasserbeständigem Aluminium ist von 20 bis 100 Prozent stufenlos verstellbar. Mit 1300 Lux als Suchscheinwerfer und für Nachttauchgänge geeignet, hält der Akku rund 70 Minuten.
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9. Unterwasserblitze Z-240 Type 4 von Inon Die beiden Blitze (Ladezeit 1,6 Sekunden) sind klein und handlich. Ihr starkes Fokuslicht erleichtert die Scharfstellung. Bei Nahaufnahmen scheuer Tiere werden Rotlichtscheiben vor das helle Fokuslicht gesetzt. 10. Nautilus Lifeline Gerade im Meer kann das wasserdichte Notrufsystem auf GPS- und Funkbasis (Reichweite 20 km) lebensrettend sein. Ist bei Tauchgängen immer an mir.
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11. Atomic Aquatics ST1 Die erste und zweite Stufe des Atemreglers aus Titan ist jeweils sehr leicht und sorgt für stets gleichmäßigen Atemwiderstand (auch kopfüber) in jeder Tiefe. 12. Atomic-Aquatics-Maske Die verzerrungsfreie Tauchermaske aus weichem Silikon sitzt wie angegossen. Ich verwende eine Spezialanfertigung mit optischen 2+-UltraClearGläsern für den Nahbereich. www.ernstkoschier.com www.seacam.com
Seit 1983 absolvierte der mittlerweile 52-jährige Unterwasserfotograf Ernst Koschier weit über 3000 Tauchgänge. Sechs Monate pro Jahr befindet er sich auf Expedition. Immer mit dabei: 20 Kilogramm Ausrüstung im Wert von 35.000 Euro
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BILD: PHILIPP FORSTNER
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Schwitzen, schlafen, siegen
In der Meisterschaftssaison gilt: Für 90 Minuten Höchstleistung sind Phasen intensiven Trainings ebenso nötig wie Pausen.
Erster Stürmer
WORK OUT TRAINIEREN WIE DIE PROFIS
NEYMAR DA SILVA SANTOS JÚNIOR. Der zwanzigjährige Ausnahmekönner soll im Sommer 2014 Brasiliens Weltmeistermacher sein. Sein Rezept: unermüdlicher Trainingseifer und Salat-Diät.
Seine Tempo-Dribblings bezaubern die Fußballwelt, Nationalheiliger Pelé hält ihn für „besser als Messi“: Neymar da Silva Santos Júnior gilt als Brasiliens größtes Stürmertalent. Seit er mit siebzehn in der Kampfmannschaft des FC Santos debütierte, schoss er mehr als hundert Tore für den Kultklub. Bei den Olympischen Spielen 2012 führte der Rechtsfuß Brasilien ins Finale. Sein Schlüssel zum Erfolg? Bedingungsloser Einsatz und Opferbereitschaft: „Training und Matches dominieren meinen Alltag. Wenn ich nicht für Santos spiele, stehe ich für das Nationalteam auf dem Feld. Weshalb ich meinen kleinen Sohn Davi Lucca und meine Familie leider nicht oft sehe.“ Schlimmer noch als das ungeliebte Lauftraining findet Neymar seine Sportlerdiät: „Ich wünschte, ich könnte essen, was ich will. Aber bei mir steht eine ausgewogene Mischung von Proteinen und Kohlenhydraten mit viel Salat auf dem Speiseplan – sieben Tage in der Woche.“ Die Neymar-Formel. Dass seine Dribblings für sechsstellige Zugriffszahlen auf YouTube sorgen, ist rasch erklärt: Für Neymar gehört Spaß zum Spiel. Die Voraussetzungen, um Fußballprofi zu werden? Laut Neymar „Talent und der Wille, hart an sich zu arbeiten“. Dazu kommt eine ordentliche Portion Hingabe: „Wenn du nicht liebst, was du tust, kannst du niemals erfolgreich sein. Es geht um die Leidenschaft im Spiel. Ich bin privilegiert: Fußball ist mein Beruf – und ich habe Riesenspaß dabei.“ 92
MONTAG Vormittag: Ruhepause 12 Uhr: Mittagessen 13–16 Uhr: Ruhepause 16–17:30 Uhr: Taktiktraining mit der Mannschaft 17:30–19 Uhr: Trainingsmatch 19 Uhr: Abendessen
FREITAG 10 Uhr: Frühstück 11 Uhr: Taktiktraining mit der Mannschaft 12 Uhr: Techniktraining 13 Uhr: Mittagessen Nachmittag: Ruhepause 19 Uhr: Abendessen
DIENSTAG 9 Uhr: Frühstück 10–11 Uhr: Taktiktraining mit der Mannschaft 11–12 Uhr: Techniktraining. Übungen, einzeln oder in der Gruppe: Schusstechnik, Pässe, Dribblings 12 Uhr: Mittagessen Nachmittag: Ruhepause 19 Uhr: Abendessen
SAMSTAG 9 Uhr: Frühstück 10 Uhr: Traineransprache 11–12 Uhr: Ruhepause 12 Uhr: Mittagessen Nachmittag: Ruhepause 15:30 Uhr: leichte Mahlzeit 18:30 Uhr: Match SONNTAG Freier Tag
MITTWOCH 9 Uhr: Frühstück 10 Uhr: Traineransprache 11 Uhr: Ruhepause 12 Uhr: Mittagessen Nachmittag: Ruhepause 18 Uhr: leichte Mahlzeit 21 Uhr: Match DONNERSTAG Vormittag: Regeneration 15 Uhr: Auslaufen am Feld 16 Uhr: Hydrotherapie – intensive Wasserstrahlmassage, um die Muskelregeneration zu beschleunigen 19 Uhr: Abendessen
Ergebnisse und Spielpläne: www.santosfc.com.br
Den Clip mit Neymar da Silva Santos Júniors besten Trainings-Tipps gibt es in der gratis Red Bulletin Tablet-App!
TEXT: RUTH MORGAN. BILDER: GETTY IMAGES, PICTUREDESK.COM
Hoffnungsträger und Nationalheld: der Ausnahmefußballer, der Real Madrid einen Korb gab
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Nightlife Die Macht der Nacht
OUT NOW
ACTION
„Ich mache Engelsmusik“
Skiweltcup Moskau
Charli XCX. So stil- wie selbstbewusst: Die 20-jährige Britin liebt die Spice Girls und gibt Coldplay Karrieretipps. Sie steht einen Schritt vorm großen Durchbruch: Charli XCX. Die Blog-Welt feiert sie als neue Lykke Li, Coldplay nahmen sie mit auf Europa-Tour. Dabei ist die Debütplatte der Britin noch gar nicht erschienen. Mit Kolleginnen wie Grimes und Sky Ferreira ist sie Teil einer neuen Generation von Musikerinnen. Frauen, die ihre Karriere vom Songwriting über das Styling bis zum Videodreh selbst schaukeln. Künstlerinnen, die selbstbewusst zwischen kitschigen Pop-Referenzen und Avantgarde balancieren. Spice Girls und Experimental-Elektronik – das muss kein Widerspruch sein. Das beweisen die düsteren Synthesizer-PopHymnen von Charli XCX. Red Bulletin: Du wirst als erste Ikone des anbrechenden Neunziger-Jahre-Revivals gehandelt ... Charli XCX: Ich war immer ein großer Fan der Spice Girls. Als ich klein war, wollte ich deren sechstes Mitglied sein. Ich liebe die Musik aus der Zeit. Aber auch Grunge und die CyberRave-Kultur. Die Mode war damals erfrischend. Hat dieses Neunziger-Faible auf deinem Album auch Spuren hinterlassen? Ja, aber ich will meine Songs nicht zeitlich einordnen, ich bezeichne sie als melancholische Engelsmusik. Das Mixtape „Super Ultra“ ist bereits erschienen, das Debütalbum folgt Anfang Februar. www.charlixcxmusic.com
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Wie war die Tour mit Coldplay? Irre! Vor 50.000 Leuten zu spielen, da fühlst du dich wie ein Superstar. Hat dir deren Sänger Chris Martin Karrieretipps gegeben? Nein, aber er machte mir Komplimente für meine Musik. Tipps gab ich ihm. Er hat da diesen coolen Tanzschritt, den er nur einmal während der Show macht. Ich sagte ihm: „Den musst du unbedingt öfter bringen!“
FORTSETZUNG: Am 29. Jänner findet zum zweiten Mal im Luschniki-Park inmitten der russischen Hauptstadt ein FIS-Skiweltcuprennen statt. STARTRAMPE: Die 16 besten Damen und Herren der Weltcup-Startliste messen sich in K.-o.-Rennen über die 56 Meter hohe Stahlkonstruktionspiste. WARM ANZIEHEN: Heißt es für die Titelverteidiger Julia Mancuso (USA) und Alexis Pinturault (FRA) und für die Fans – die Temperaturen können in Moskau zu dieser Jahreszeit auf –30 °C absinken.
NIGHT QUOTE
”Ein ” Ein Nachtspaziergang ist der beste Ideenlieferant. “ Joanne K. Rowling, britische Schriftstellerin
COCKTAIL
Wellness Der Cocktail des Monats macht seinem Namen alle Ehre. Denn der Genuss des cremigeisgekühlten Wellness führt unweigerlich zu einer Steigerung des Wohlbefindens. Dafür sorgt zunächst Carpe Diem Kombucha Quitte, das auf bekömmliche Weise Körper und Geist anregt. Dann Ananassaft, der mit Vitaminen und Mineralien die Leistungsfähigkeit erhöht. Und Honig und Naturjoghurt, die für einen gehörigen Energieschub sorgen. Punkto Geschmack kommt der Wellness fruchtig daher: Quitte und Vanille (Kombucha) dominieren, Ananassaft steuert Exotik bei, zudem verleiht der Honig einen Hauch von Süße.
CLUB DES MONATS CLUB ELEVEN B1F/B2F Thesaurus Nishiazabu 1-10-11 Nishiazabu, Minato-ku, Tokio 106-0031 Japan www.go-to-eleven.com
BILDER: ATLANTIC REC., IMAGO, CLUB ELEVEN, FOTOSTUDIO EISENHUT & MAYER
CLUB
Voll auf die Elf Eleven. Abseits der riesigen Leuchtreklamen des PartyViertels Roppongi verbirgt sich diese Club-Perle des Tokioter Nachtlebens: Eleven. Der Name Eleven ist eine Anspielung auf … … die Anzahl der Angestellten, als wir den Club eröffneten. Außerdem lieben wir die Rock-Komödie „Spinal Tap“ und deren legendäre Ansage: „Voll auf die Elf!“ Ach, und unsere Adresse ist 1-10-11. Euer Club liegt im … … Stadtteil Nishi-Azabu. Eine Wohngegend, aber nicht weit vom Party-Viertel Roppongi. Dass es keine U-Bahn-Station
ZUTATEN 8 cl Carpe Diem Kombucha Quitte 4 cl Ananassaft 2 Teelöffel Honig 5 cl Joghurt
ZUBEREITUNG Alle Zutaten mit etwas zerstoßenem Eis in einen Elektromixer geben (Honig zuletzt hinzufügen, sonst klebt er am Mixerboden!) und mixen, bis alles homogen ist. In ein Glas füllen und mit Essblüten garnieren.
in unmittelbarer Nähe gibt, führt dazu, dass Erwachsene zu uns ins Eleven kommen, nicht so sehr die Kids. Eure Stammgäste sind … … Musikliebhaber. Die Leute, die bei uns tanzen, wissen, wozu sie sich gerade bewegen. Die verrückteste Nacht hattet ihr … … bei der Eröffnung des Clubs. 1500 Leute waren da, und das unter der Woche. Der DJ damals: die Studio54-House-Legende François K. Wir sollten auch eure Toiletten erwähnen, weil … … wir unser Damen-WC vergrößert haben, damit die Ladys nicht so lange in der Schlange anstehen müssen. Richtig abgehen tut’s … … ab ein Uhr morgens, da drängen sich bis zu 800 Menschen am Dancefloor. Ausruhen können sich die Tänzer … … in unserer Lounge im Obergeschoss auf supergemütlichen Couches. Ein Taxi ins Stadtzentrum kostet … … zirka 1800 Yen (17 Euro, Anm.). Interview: Yuko Ichikawa (Besitzer)
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MORE BODY & MIND
GITARREN-EFFEKTGERÄT DIAMOND VIBRATO Dieses Effektpedal war bei fast jedem Song der Platte im Einsatz. Wenn du die Gitarre da durchschickst, klingt sie wie ein klappriges Boot mitten im Ozean. Dadurch entsteht dieser nebelige Klang, dieses Gefühl von Seekrankheit beim Hörer. Du denkst, jeden Moment fällt alles auseinander. Wenn du den Effekt mit dem Bass verwendest, knurrt er wie ein hungriger Magen. Echt genial.
NIGHTSNACK
TAKE 3
„Meine akustischen Waffen“ Tame Impala holen die sechziger Jahre in die Gegenwart. Mit psychedelischen Sounds, die besser klingen als das Original. Mastermind Kevin Parker über seine Geheimwaffen im Tonstudio. Tame Impala sind die Band der Stunde. Von Musikmagazinen gefeiert, von Kollegen wie Mark Ronson oder Noel Gallagher als Lieblingsband gepriesen. Der Grund: Keine andere Band hat den Sound der sechziger Jahre so drauf wie das australische Quintett. Die Gitarren mäandern, der Gesang fliegt wie ein Pingpongball durch den Klangraum, das Schlagzeug poltert druckvoll und verzerrt. Doch trotz all dieser Referenzen an die psychedelische Phase der Beatles klingen Tame Impala druckvoll und frisch. So frisch, dass die Band vom renommierten Elektroniklabel Modular unter Vertrag genommen wurde und mit Hipster-Bands wie MGMT tourt. Mit ihrem zweiten Album „Lonerism“ wagen sich Tame Impala noch weiter in psychedelische Gefilde vor, der vielbejubelte Klang des Debüts wurde von Bandchef Kevin Parker noch verfeinert. „Die Platte entstand in einer kleinen Wohnung in Paris. Vollgeräumt mit Kabeln, Instrumenten und komischen Klangkisten, ich habe quasi auf den Verstärkern geschlafen.“ Welche Gerätschaften den Sound der Platte ausmachen, welche Aufnahmetricks Parker zum gefeierten Klangtüftler machen, verrät er hier.
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PRO-ONE SYNTHESIZER VON SEQUENTIAL CIRCUITS Eine Kiste aus den achtziger Jahren, in die ich mich beim ersten Tastendruck verliebt habe. Die Sounds klingen scharf wie aus einer Laserkanone geschossen. Aber auch viele der schier schwebenden Klänge auf der Platte verdanken wir diesem Synthesizer. Ich kaufe Instrumente nie für einen Song, sie müssen Alleskönner sein. Und so einer ist dieser Pro-One.
KOMPRESSOR DBX 165A Ein anderes Schmuckstück aus den achtziger Jahren. Dieser Kompressor lässt das Schlagzeug klingen, als würde eine Bombe einschlagen. Als würde der Led-Zeppelin-Schlagzeuger John Bonham einen Hip-HopBeat spielen. Der 165A ist eine akustische Waffe und kann weit mehr, als nur die Lautstärke anheben. Er macht den Schlagzeugklang aggressiv und direkt. So, als würde er in deinen Gehörgängen explodieren.
Sansibar: Samosas Der beliebteste Snack in Stone Town, der legendären Altstadt von Sansibar City, kam von Indien übers Meer. WIE MACHT MAN SAMOSAS? Der Teig für Samosas ist meist eine Mischung aus Weizenmehl, Wasser, etwas Salz und Öl. Er wird zu runden Fladen ausgewalzt, die halbiert, gefüllt und zugeklappt werden. Meist sind die Füllungen vegetarisch: mit Zwiebeln verrührte Kartoffeln, Kichererbsen oder Currys, aromatisiert mit Kreuzkümmel und verschiedenen indischen Gewürzmischungen. Unbedingt gehören zu den brennheiß servierten Samosas Chutneys aller Art.
Bilder: getty images, dbx, diamond, pro-one, Fotostudio Eisenhut & Mayer
Ein Abend in den Forodhani Gardens Wenn in den Forodhani Gardens am Rand der Altstadt von Sansibar die Sonne untergeht, bauen die Straßenhändler mit den dreieckigen Teigtaschen ihre Stände auf. Ein Snack-Streifzug auf dem Night Market ist anfangs gewöhnungsbedürftig, denn das Fleisch für die Spieße liegt ungekühlt auf den Tischen, die Fische werden oft bereits gegrillt mitgebracht und vor dem Verkauf nur noch aufgewärmt. Mit Samosas ist man aber auf der sicheren Seite: Die kommen frisch und heiß aus dem Fett.
Erst Samosatime, dann Partytime Kendwa Beach, eine Autostunde nördlich von Stone Town, ist einer der populärsten Strände Sansibars. Hier finden regelmäßig nächtelange Vollmondpartys statt. Ein Abend auf Sansibar beginnt oft auf dem Night Market, von dort chauffieren Taxis und Shuttle-Services bunt zusammengewürfelte Menschengruppen zum Kendwa Beach.
Jeder Kultur ihre eigenen Dreiecke In Afrika werden Samosas oft als Fastenspeise während des Ramadans gegessen. In Palästina und Israel heißen sie Sambusak. Portugiesisch beeinflusste Kulturen von Moçambique bis Brasilien sagen Chamuças; in diesen Ländern kommen oft auch Lamm oder Huhn in die Taschen.
Samosas als Politikum Dass Samosas längst auch in westlichen Ländern beliebte Snacks sind, wird von islamischen Fundamentalisten mit Argwohn betrachtet. In Somalia führten militante Gruppen kürzlich einen regelrechten Krieg gegen die Teigtaschen. Mit Lautsprechern fuhren sie durchs Land und warnten vor dem Snack. Der etwas merkwürdige Grund für die Anti-Samosa-Bewegung: Die dreieckige Form symbolisiere die christliche Dreifaltigkeit.
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Top Events
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Jänner 2013
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Sport
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11. – 27. 1., SPANIEN
HandballWeltmeisterschaft Zum 23. Mal wird das per Definition weltbeste Herrenteam in der wohl körperbetontesten Ballsportart ermittelt, die besten 24 Handball-Nationen treffen bei insgesamt 76 Spielen in sechs spanischen Städten aufeinander. Das Endspiel der Handball-WM findet in der 16.500 Zuschauer fassenden Palau Sant Jordi Arena in Barcelona statt; mit Titeln verwöhnt hat sich zuletzt Frankreich: Weltmeister 2009 und 2011, Olympiasieger 2012.
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9 22. – 27. 1., KITZBÜHEL, ÖSTERREICH
FIS-Skiweltcup Herren
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Rund 100.000 Zuschauer säumen jedes Jahr den Pistenrand bei den traditionellen Hahnenkammrennen im noblen Tiroler Skiort. Höhepunkt des Wochenendes ist der Abfahrtslauf auf der 3312 Meter langen „Streif“: Sie gilt als die schwierigste Strecke der Welt, die Namen der Schlüsselstellen Mausefalle (85 % Gefälle), Kompression oder Hausbergkante jagen selbst erfahrenen Läufern einen Schauer über den Rücken. Wer in „Kitz“ gewinnt, darf sich zu den Größten des Skirennsports zählen. Nach dem Rücktritt des Schweizers Didier Cuche, der fünf der letzten sechs Abfahrten für sich entschied, wird ein neues Siegergesicht gesucht.
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Frankreichs Herren sind die Handballdominatoren.
2 Aksel Svindal im Kampf mit der „Streif“
15. – 20. 1., MONACO
24. – 27. 1., BUTTERMILK MOUNTAIN, ASPEN, USA
WRC Rallye Monte Carlo
Winter X Games 17
eine Rallye im Jahr 1911 erstmals aus2 Wenn getragen wurde, darf sie getrost als „Mutter“ des heutigen Rallyesports bezeichnet werden. Die Rallye Monte Carlo ist ein Automobil-Motorsport-Klassiker wie die 24 Stunden von Le Mans oder Indianapolis 500. Größte Herausforderung in den winterlichen Seealpen? Das einfallsreiche Wetter. Bei Trockenheit ist das Heizen auf den Asphaltstraßen ein Vergnügen, bei Regen oder Schnee wird’s teuflisch rutschig. Highlight der Rallye? Die legendäre Etappe über den Col de Turini, sie wird erschwerend bei Nacht ausgetragen.
Medaillen bei den X Games sind selbst für die Top-Stars der Ski-, Snowboard- und Snowmobile-Freestyle-Szene ein ausreichend verlockender Anreiz, sich ganz besondere Tricks einfallen zu lassen. So erreichte X-Games-Legende Shaun White (bisher gesamt 12 Titel) im Vorjahr mit einem perfekten Superpipe-Finallauf das Maximum von 100 Punkten. Der Kanadier Mark McMorris (zweifacher Goldmedaillengewinner 2012) und Torstein Horgmo (NOR) zeigten beim Snowboard Big Air die ersten Triple Corks der Geschichte.
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Gefährlicher Asphalt in den französischen Alpen
MORE BODY & MIND
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Farbenpracht beim „philippinischen Mardi Gras“ 17. – 27. 1., CHRISTCHURCH, NEUSEELAND 13. 1., LOS ANGELES, USA
Golden Globes Im Jänner beginnt in Hollywood die Award-Saison. Den Anfang machen dabei seit 69 Jahren die Golden Globes, verliehen vom Auslandspresseverband. Die Globus-Statue ist einer der wichtigsten Preise der Filmindustrie – und ein guter Gradmesser für die im Februar folgenden Academy Awards. Eine der diesjährigen Preisträgerinnen steht schon vorab fest: Jodie Foster wird als viertjüngste Schauspielerin der Filmgeschichte für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
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World Buskers Festival Straßenkünstler beleben Marktplätze, MetroBahnsteige und Einkaufspassagen und schmücken unseren Alltag mit Farbklecksen. Die besten fünfzig der Welt treten alljährlich beim World Buskers Festival in Neuseeland auf, dem wichtigsten Treffen des reisenden Künstlervolks. Gemeinsam mit lokalen Darstellern verwandeln sie die Altstadt von Christchurch für zehn Tage in ein buntes Wunderland mit Jongleuren, Musikern, Pantomimen, Stelzenläufern, Clowns – und 250.000 Besuchern.
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9./10. 2 ., IVREA, ITALIEN 3. 2., MERCEDES-BENZ SUPERDOME, NEW ORLEANS, USA
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Super Bowl XLVII
Storico Carnevale di Ivrea In der norditalienischen Kleinstadt feiert man den Karneval anders: Die Bürger bewerfen sich mit Orangen. Um sich vor Kopfverletzungen zu schützen, tragen die meisten zu ihrer Ritterverkleidung passende Vollvisierhelme. Der Brauch erinnert an einen Volksaufstand im Mittelalter, als die Bürger einen grausamen Feudalherrn mit Hilfe essbarer Munition vertrieben. Damals waren’s vorwiegend Bohnen, mit denen das Volk die vorbeiziehenden Wagen beschoss, heute sind es an die 4000 Orangen, die bei der alljährlichen Schlacht von Ivrea durch die Luft fliegen.
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Im Vorjahr verfolgten weltweit rund 800 Millionen Zuschauer das größte Sport-Einzelereignis der Welt, bei dem sich die New York Giants gegen die New England Patriots mit 21:17 durchsetzten. Wirtschaftskrise hin oder her – beim 47. Endspiel der National Football League im Superdome von New Orleans wird definitiv nicht gespart. Bereits bestätigt ist der Auftritt von Rhythm-&-Blues-Star Beyoncé Knowles bei der Halftime-Show, vermutlich wird sie Ehemann Jay-Z mitbringen. Außerdem werden in diesem Jahr Rekord-Werbepreise von knapp vier Millionen Dollar für einen 30-Sekunden-Spot erwartet.
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BILDER: DDPIMAGES, GETTY IMAGES (3), PICTUREDESK.COM (2)
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Kultur 9. – 12. 1., GRONINGEN, NIEDERLANDE
Eurosonic Noorderslag Für Bands ist die Einladung zum Eurosonic wie die Aufnahmebestätigung der Harvard-Universität für Jusstudenten. Nur die allerbesten Newcomer werden zum wichtigsten Nachwuchsfestival Europas eingeladen. Für die Fans heißt das: 300 Live-Konzerte in drei Tagen. Dazu gibt’s Vorträge und Konferenzen, in denen die Zukunft der Popmusik verhandelt wird. Pflichttermin ist diesmal das Konzert der britischen Band Chvrches, ihr verträumter Synthesizer-Pop gilt schon jetzt als Highlight des Musik-Jahres 2013.
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Star der Super-Bowl-Halbzeitshow: Beyoncé 13. – 20. 1., KALIBO, PHILIPPINEN
Ati-Atihan
Bunte Kostüme, laute Trommelmusik, prächtig geschmückte Paradewagen, Partys an allen Straßenecken: Wem der Karneval in Rio de Janeiro zu überlaufen und touristisch ist, der sollte sich ein Flugticket auf die philippinische Insel Panay sichern. Denn während der zweiten Woche im Jänner läuft die Kleinstadt Kalibo zu gewaltiger Hochform auf. Seit hunderten von Jahren versammeln sich bei dieser philippinischen Spielart des Mardi Gras die verschiedenen Volksstämme der Insel, um dem Santo Niño, dem Jesuskind, zu huldigen und sich mit ihren traditionellen Kostümen in Sachen Farbenpracht zu messen.
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Die Vitamin-C-Bomben fliegen tief in Ivrea.
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Save the Date Jänner 2013
8. JÄNNER, ZILLERTAL-ARENA, GERLOS
Gloryfy Bastards
Zum vierten Mal versammeln sich 32 geladene internationale Snowboarder und Freeskier auf einem der größten Set-ups Europas. Chris Sörman, Peter König und Co tricksen sich über 15-MeterObstacles und 22-Meter-Tables. Ebenfalls bestens besetzt: die Aftershowparty mit den Wax Wreckaz.
Visuelles Dreiländermatch am Kitzsteinhorn
13. JÄNNER, HÖHNHART
Andreas Goldberger sucht wieder Mädchen und Buben im Alter von sechs bis zehn Jahren, die das Zeug zum zukünftigen Skisprungstar haben. Los geht’s am 13. Jänner im oberösterreichischen Höhnhart. Informationen zu allen sechs Tourstopps auf: www.goldi-cup.at 18. JÄNNER, BAD GASTEIN
Urban Ice 2.0 Im Vorjahr sicherte sich Georg Santner den Premierensieg des Eiskletter-Bewerbs im K.-o.-Modus. Heuer werden sich Santner und rund 20 weitere mit Pickel und Steigeisen bewaffnete Kletterer erneut die 30 Meter hohe Eiswand mit abschließendem vertikal verstellbarem Überhang hinaufkämpfen. 11. JÄNNER, SAALBACH
Mountain Attack Über 500 internationale Teilnehmer werden bei der 15. Auflage des härtesten österreichischen Tourenskimarathons am Start stehen. Für den Titel „Mountain Man“ gilt es, auf 40 Kilometern sechs Gipfel des Glemmtales mit 3008 Höhenmetern zu überwinden. Der große Gejagte ist der spanische Profi-Skyrunner Kilian Jornet, der bei den letzten beiden Veranstaltungen triumphierte.
23. – 26. JÄNNER, ZELL AM SEE/KAPRUN
Red Bull Shr3d Die magische Drei: Drei Dreierteams aus drei Ländern haben drei Tage Zeit, um den besten dreiminütigen Snowboard-Videoclip zu produzieren. Das österreichische Team wird von Stylemaster Marc Swoboda, das slowenische von Air & StyleGewinner Marko Grilc und das polnische von Railkönig Wojtek Pawlusiak angeführt. Unterstützung erhalten die Kapitäne von zwei Landsleuten, die nach Einsendung von Demovideos von einer Jury auserkoren wurden. Gedreht wird in den Parks und dem Backcountry des Kitzsteinhorns. Die entstandenen Clips werden bei der Abschlussparty am 26. Jänner in der Burg Kaprun präsentiert und vom Publikum nach den Kriterien Kameraführung, Schnitt und Komposition bewertet. Ausklingen wird der Dreiländerkampf auf der Tanzfläche, wo je ein österreichischer, slowenischer und polnischer DJ auflegen werden. www.redbull.at/shr3d
26. JÄNNER, ARENA, WIEN
FM4 Geburtstagsfest Ein Freiluft-Festival mitten im Jänner: Für die meisten Veranstalter wäre das Selbstmord. Nicht so für das beliebteste Jugendradio des Landes, FM4. In diesem Jahr feiert der Sender seinen 18. Geburtstag. Mit Gästen wie dem kalifornischen Synthesizer-Magier Toro Y Moi, dem Rapper Marteria und den Brit-Rockern Delphic. Außerdem hosten die DJs Beware und Functionist die Red Bull Sounds of Austria Stage, auf der sich junge DJs beweisen können. Details zur Anmeldung dafür gibt’s auf fm4.orf.at
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Toro Y Moi stellt in Wien sein neues Album vor.
BILDER: ERWIN POLANC/RED BULL CONTENT POOL, WILDBILD, MARC BERTEL
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Red Bull Crashed Ice Der zweite Stopp führt unsere Helden auf Kufen nach St. Paul, Minnesota, wo Champ Kyle Croxall (CAN) seinen Vorsprung ausbauen will.
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Die Königsklasse des Rallyesports ist zurück, und ServusTV zeigt zwischen Jänner und November sämtliche Highlights aller 13 Stationen der Saison 2013. Der erste Stopp der World Rally Championship führt die Fahrer nach Monte Carlo, die Hauptstadt des Fürstentums Monaco. Bei uns sehen Sie die Zusammenfassung dieses exklusiven Rennwochenendes – näher kann man am Motorsport nicht dran sein. Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter
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HEAVEN’S BASEMENT: „FILTHY EMPIRE“ – NEUES ALBUM Die britischen Rocker von Heaven’s Basement releasen am 4. Februar ihr lang erwartetes Debüt-Album, das den Titel „Filthy Empire“ trägt. Selbiges wurde von John Feldmann (The Used, Black Veil Brides) produziert und enthält die Single „Nothing Left to Lose“, die auch der Signature Song von Red Bull Crashed Ice ist. Nach Touren mit Halestorm und Seether sind Heaven’s Basement im Vorprogramm von Buckcherry in Kanada und im Februar als Headliner in England unterwegs. 5
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enschen wie ich leben davon, dass man sie anruft und fragt: „Hast du nicht eine Idee?“ Meine allererste Idee besteht dann regelmäßig darin, zu behaupten, ich hätte eine. Um gleich darauf einen Rückzieher zu machen: „… aber lassen Sie mich ein wenig darüber nachdenken.“ Anschließend setze ich mich an meinen Schreibtisch und starre vor mich hin. „Schönes weißes Blatt“, denke ich, „vielleicht besteht die gute Idee darin, es zu beschreiben. Wie es mich ansieht. Erst freundlich. Dann bedrohlich. Bis ich aufstehe, um zum Regal zu gehen.“ Das denke ich so lange, bis ich aufstehe, um zum Regal zu gehen. Dort stehen viele Bücher, in denen Autoren die Kunst des Ideenhabens beschreiben. Das heißt: Sie bieten keine einzige konkrete Idee. Hinweise wie den folgenden sucht man vergeblich: „Sollten Sie eine Idee für Ihre Kolumne in diesem wunderbaren Monatsmagazin TRB suchen, dann schreiben Sie doch darüber, welche verheerende Wirkung der Anblick schöner Frauen auf den Intelligenzquotienten von Männern hat. Haben Forscher der Universität Nijmegen (Niederlande) herausgefunden. War 2009, aber immer noch interessant. Männer sind derart testosterongesteuert, dass sie ihre spärliche Intelligenz mit dem Herumposen verbrauchen. Nun machen Sie schon!“ Nichts davon. Stattdessen erklären die Autoren, wie man gute Ideen produziert. Sie sind also wie Köche, die tiefenscharf beschreiben, wie man exzellentes Essen kocht, ohne uns auch nur ein winziges, ungelenk mit Frischkäse bestrichenes Stück Brot zu servieren. (Sollten Sie – nur so als Idee – einen provokanteren Vergleich bevorzugen: Diese Autoren sind wie Eunuchen, die Fortbildungskurse in Sachen Kamasutra veranstalten, ohne jemals einen hochzubekommen.)
Ankowitschs Kolumne belebt Körper und Geist
Unser kluger Körper! Wer neue Ideen finden will, sollte den Schreibtisch verlassen – und losrennen. In diesen Büchern kann ich dann lesen, ich hätte keine Ideen, weil mein Gehirn darauf geeicht sei, die inspirierende Wirklichkeit auf langweilige Muster zu reduzieren. Das hilft mir tatsächlich weiter, wenn auch anders als geplant. Denn wegen der Erkenntnis, dass ich zu blöd fürs Ideenhaben bin, lasse ich meine Stirn verzweifelt aufs weiße Blatt sinken. Dieser Gefrierpunkt der Kreativität bringt mich schließlich dazu, aufzuspringen, durchs Büro zu tigern und zu denken: „Ich bin gescheitert, der Job ist weg, ich ende
sicher als Gebrauchstextautor, der beschreiben muss, welche KamasutraStellungen gut für schöne Frauen sind, die unter von blöden Männern schlecht gestrichenen Frischkäsebroten leiden.“ Ich verwerfe die Idee sofort wieder, bemerke aber erleichtert, dass ich erste vage Ideen zu formen beginne. Und das damit zu tun hat, dass ich mich bewege. Ich habe obiges Drama unzählige Male durchlebt, weshalb ich Sie direkt mit meinen einschlägigen Erkenntnissen versorgen will. Es besteht eine enge, bisher wenig erforschte Wechselbeziehung zwischen Kopf und Körper. Das heißt: Wir denken tatsächlich mit dem ganzen Körper. Wer sitzt, verblödet; wer sich bewegt, wird klug: So ist etwa eine lockere Joggingrunde der beste Weg, um Ideen zu produzieren, zu ordnen und wieder zu vergessen. Zigfach erprobt. Wer ein Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten will, ist gut damit beraten, jedesmal einen anderen Platz einzunehmen, um seinen Gedanken Raum im wahrsten Sinne des Wortes zu geben. Weil Sie diese Kolumne sicher im Sitzen gelesen und daher nur teilweise verstanden haben, lade ich Sie nun zu einem gemeinsamen Spaziergang durch den winterlichen Park ein. An dessen Ende werden wir unter einer Lawine brillanter Ideen verschüttet worden sein – womit es mir zum ersten Mal in meiner langjährigen Kolumnistentätigkeit gelungen wäre, die Zeitform des Futur II sinnvoll einzusetzen. Auch so eine Idee, die ich immer schon mal realisieren wollte. Christian Ankowitsch, 53, ist ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Lebenshelfer. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
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ILLUSTRATION: ALBERT EXERGIAN
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