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Megawatt_02_2026

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Megawatt 2 | 2026

Vom Stall zum Strom Reto Nussbaumer erntet auf seinem Hof doppelt: Nebst Äpfeln, Eiern und Angus Beef produziert und vermarktet er mit Primeo Energie auch Strom. Seite 8

Das Kundenmagazin von Primeo Energie


Ein Dorf als Kraftwerk In Lupsingen steht die grösste lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) im Netzgebiet von Primeo Energie. 64 Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,3 Megawattpeak vernetzen Produzenten und Strombezügerinnen zu einem lokalen Energiesystem. Überschüssiger Solarstrom bleibt im Dorf und wird direkt vor Ort verbraucht. So bleiben nicht nur erneuerbare Energie, sondern auch Wertschöpfung in der Region. Wie die LEG Lupsingen im Alltag funktioniert, erfahren Sie vom LEG-Initiator Manuel Ballmer hier im Blogbeitrag mit Video:


Liebe Leserin, lieber Leser Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist die Grundlage unseres Alltags. ­Damit das so bleibt, entwickeln wir unser Energiesystem laufend weiter. Denn die Art, wie Strom und Wärme erzeugt, verteilt und genutzt werden, verändert sich spürbar. ­Immer mehr Strom entsteht dezentral. Wärmepumpen und Elektromobilität er­höhen den Bedarf, und die Produktion aus Solar- und Windkraftanlagen schwankt je nach ­Wetter und Tageszeit. Ein ausgewogener Erzeugungsmix aus bewährten Technologien wie der Wasserkraft, neuen Erzeugungskapazitäten, digitaler Intelligenz und dem Stromaustausch mit dem Ausland ist der Garant für einen reibungslosen Übergang. Diese Entwicklung verstehen wir als gemeinsame Aufgabe und als Chance, die wir zusammen mit Ihnen, unseren Kundinnen und Kunden, gestalten wollen. Wie das konkret aussieht, zeigen wir in dieser Ausgabe: Mit einer LEG wie jener in Lupsingen, die Sie auf der gegenüberliegenden Seite sehen, werden Sie selbst zu Stromversorgerinnen und Stromversorgern. Im Wärmeverbund Birstal nutzen wir unter anderem Abwärme aus den Rechenzentren von uptownBasel, die sonst ­ungenutzt bliebe. Und mit unseren Wahl- und dynamischen Tarifen eröffnen wir Ihnen neue Möglichkeiten, Strom gezielter und netzdienlicher zu nutzen und Ihre Kosten zu beeinflussen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und freue mich auf Ihr Feedback.

Cédric Christmann, CEO Primeo Energie

Foto Seite 1: Timo Orubolo, Seite 2: Niels Franke

Aus dem Inhalt

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Weniger zahlen, flexibler nutzen

Land- und Energiewirt zugleich

Server liefern Wärme

Primeo Energie senkt erneut die Strompreise, integriert das AVAG-Netz und lanciert einen neuen Wahltarif.

Reto Nussbaumer setzt auf seinem Hof auf Solarenergie und macht die Energietransformation zum Geschäft.

Mehr als nur Datenverarbeitung: Bei der Empa in Dübendorf helfen Serveranlagen beim Heizen.

Impressum

8. Jahrgang | Heft 16, Oktober 2026 | erscheint halbjährlich Herausgeberin Primeo Energie, Weidenstrasse 27, 4142 Münchenstein Redaktion Viktor Sammain M. A. | Redact Kommunikation AG Redaktionsadresse Redact Kommunikation AG, 8152 Glattbrugg; kundenmagazin@primeo-energie.ch Projektleitung Jeannine Hirt | Gestaltung Dana Berkovits Druck Vogt-Schild Druck AG, Derendingen

PRIMEO ENERGIE

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FLUG IN DIE FLAMMEN

Foto: Empa

Drohnen sind heute in vielen Bereichen im Einsatz. So unterstützen sie etwa die Polizei bei Fahndungen, helfen Landwirtinnen und Landwirten beim ­präzisen Düngen, oder sie inspizieren im ­Energiesektor autonom Windturbinen, Solaranlagen oder Hochspannungsleitungen. Nun erobern die Drohnen ein weiteres, ­besonders anspruchsvolles Feld: den Brandherd. Das Schweizer Unternehmen Firedrone e ­ ntwickelt eine Drohne, die selbst bei Temperaturen von bis zu 200 Grad ­Celsius fliegen kann. Ein neuartiges Polyimid-­Aerogel schützt ihre Elektronik. Die «FireDrone» reduziert das Risiko für ­Einsatzkräfte, i­ ndem sie gefährliche und komplexe Bauten wie ­Industriehallen oder Tunnel zuerst erkundet. 2027 beginnt die ­Feuerprobe unter ­realen Bedingungen.

NACHGEFRAGT

Wie entsteht Akzeptanz für Windenergie bei der Bevölkerung?

Martina Schwizer, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am RISE-HSG, dem Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy der Universität St. Gallen.

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Information allein reicht nicht, es ist auch eine Frage der Emotionen. Zu diesem Ergebnis kommt unsere aktuelle Studie in der Region St. Gallen. 75 Prozent der Befragten stehen Windenergie sehr oder eher positiv gegenüber, nur eine kleine Gruppe von 11 Prozent lehnt sie stark und emotional ab. Transparente Verfahren, regionale Wertschöpfung und finanzielle Beteiligung sind wichtig, aber am Ende geht es um Vertrauen in die handelnden Akteurinnen und Akteure. Das entsteht aus lokaler Verankerung und Gesprächen mit Menschen vor Ort. Dabei gilt es, die realistischen Auswirkungen von Windkraftanlagen greifbar zu machen und den Nutzen aufzuzeigen: sauberer, einheimischer Strom mit hohem Winteranteil.


SEIT WANN GIBT ES EIGENTLICH …?

DIE ZAHL

5,92 Millionen

Kubikmeter Holz werden in der Schweiz als Energieholz genutzt. Das entspricht etwa 2400 olympischen Schwimmbecken oder 220 000 Lastwagenladungen.

TRAKTOREN Die neolithische Revolution vor rund 10 000 Jahren markiert einen Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: Aus Jägern und Sammlerinnen wurden sesshafte Bauern und Viehzüchterinnen.

E-Lastwagen: Die Schweiz an der Spitze

Mit der Sesshaftigkeit begann die ­systematische Bewirtschaftung der Böden. Über Jahrhunderte steigerten neue Werkzeuge wie der Bodenwendepflug, bessere Zuchtmethoden und effizientere Anbausysteme die Erträge. Zugtiere wie Pferde und Ochsen zogen als «Motoren» Pflüge, Eggen und Wagen. Dennoch blieb körperlich schwere Arbeit ­lange ­Alltag. Gemäht wurde mit der Sense, Heu gewendet und Dünger verteilt mit der Gabel. Erst im 19. Jahrhundert begann mit der Dampf­ maschine die Mechanisierung der Landwirtschaft. Dampftraktoren ­ersetzten Zugtiere. Um 1900 setzte sich der Verbrennungstraktor durch und prägte das 20. Jahrhundert.

Auf den Schweizer Strassen holen die Elektro-Lastwagen auf: Mittlerweile fahren hierzulande 21,3 Prozent der neu zugelassenen LKW über 3,5 Tonnen vollelektrisch. Damit belegt die Schweiz im europäischen Vergleich Platz 1. Beim E-Auto belegt sie hingegen keinen Spitzenplatz. Eine mögliche Erklärung: Private schrecken vor dem höheren Preis zurück. Unternehmen hingegen rechnen bei Lastwagen langfristig. Obwohl E-Trucks zwei- bis dreimal teurer sind, fahren sie je nach Modell rund dreimal günstiger.

9,5

Schweiz

11,9

10,3

Niederlande Norwegen

7,9

8,9

8,0 10,3

Schweden

6,3 13,7

Island 9,3

Dänemark Griechenland

5,5 11,6

Deutschland

4,3

2,1

2,1

1,8

Österreich

5,9 0,9

4,7

UK 3,1

Frankreich

1,8

1,9

Belgien

1,5

2,1

Finnland

1,2 1,9

Italien

1,8 0,3

Luxemburg

1,1

0,6

Spanien

1,2

0,4

Tschechien

1,5

0

1,7

5%

10 %

15 %

Elektrische mittelschwere Lastwagen (3,5 – 16 Tonnen) Elektrische schwere Lastwagen ( > 16 Tonnen)

20 %

Quellen: Swiss eMobility, SRF

EU + EFTA  + UK

Der Anteil der Landwirtschaft an den gesamtschweizerischen Treibhaus­ gasemissionen beträgt heute rund 15 Prozent. Um diesen zu senken, ­rücken alternative Antriebstechnologien in den Fokus. E-Traktoren gelten als vielversprechende Option: Sie ­arbeiten leiser, verursachen weniger Emissionen und reduzieren die ­Betriebskosten. Ein Vorreiter ist der Schweizer Hersteller Rigitrac. Sein seit 2021 europa­weit zugelassener Elektrotraktor kommt im Gemüseund im Rebbau sowie im kommunalen Unterhalt zum Einsatz.


Primeo Energie senkt Strompreise 2027 und erweitert dynamischen Tarif 2027 zahlen grundversorgte Kundinnen und Kunden von Primeo Energie im Durchschnitt rund 2 Prozent weniger als im laufenden Jahr. VIK TOR SAMMAIN

E

s ist die dritte Preissenkung in Folge. Für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh bedeutet der Rückgang eine Einsparung von rund 30 Franken im Jahr. Gewerbebetriebe mit einem jährlichen Bedarf von 30 000 kWh können mit einer Entlastung von rund 200 Franken rechnen. Die Senkung variiert für Kundinnen und Kunden individuell je nach Produkt und Bezugsprofil. Der Strompreis setzt sich aus den Kosten für Energie, Netznutzung, Messung und den gesetzlichen Abgaben zusammen. 2027 sinken vor allem die Kosten für die Energiebeschaffung. Auch bei der Netznutzung gibt es Entlastungen, zudem fallen die Kosten für Systemdienstleistungen von Swissgrid sowie die Bundesabgaben tiefer aus. Der Netzzuschlag und die Messkosten bleiben unverändert.

Primeo Energie pachtet AVAG-Stromnetz Per 1. Januar 2027 pachtet Primeo Energie das Stromnetz der Aare Versorgungs AG (AVAG) in der Region Olten. Primeo Energie übernimmt damit die Verantwortung als Netzbetreiberin. Im Zuge der Verpachtung werden die Stromtarife in den beiden Netzgebieten vereinheitlicht. Durch den gemeinsamen Betrieb der beiden Netzgebiete lassen sich Strukturen vereinfachen und Kosten senken. Hintergrund der Verpachtung sind steigende Anforderungen an die Energiewirtschaft, etwa die Integration von Solarstrom in das Netz, Flexibilitäten und neue Regulatorien.

PRIMEO ENERGIE

In der Primeo Energie-App haben Sie jederzeit Einblick in Ihren Stromverbrauch.

Neuer Wahltarif «Primeo Dynamisch» Primeo Energie ergänzt per 1. Januar 2027 den aktuellen Wahltarif «Primeo NetzDynamisch» für die Kundengruppe Basis neben der bestehenden Netzum eine dynamische Energiekomponente. Der erweiterte Tarif wird unter dem Namen «Primeo Dynamisch» angeboten. Kundinnen und Kunden, die ihren Stromverbrauch gezielt steuern und in günstigere Zeiten verlagern, können damit ihre Stromkosten weiter senken. Der Tarif eignet sich insbesondere für Haushalte mit grösseren, zeitlich verschiebbaren Strom­ bezügen, etwa für Elektroautos, Wärmepumpen oder Batteriespeicher.

Ausführliche Informationen zu den Strompreisen 2027 finden Sie unter primeo-energie.ch/strompreise.

« Wer seinen Stromverbrauch flexibel steuert, kann künftig stärker von den Entwicklungen am Energiemarkt profitieren.» Lukas Küng, Geschäftsführer der Primeo Netz AG

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UNSICHTBARES GAS Ein Gas, das kaum jemand kennt, spielt in der Stromversorgung eine wichtige Rolle. Was steckt hinter dem Begriff SF6 und weshalb wirkt es sich trotz Helferfunktion auf unser Klima aus? Hier gibt es Antworten. GABRIEL VILARES

Was ist eigentlich SF6?

Gibt es Alternativen?

Die Abkürzung SF6 steht für Schwefelhexafluorid. Das künstlich hergestellte Gas ist farb- und geruchlos, nicht brennbar und für Menschen im Normalzustand nicht giftig.

In Mittelspannungsanwendungen sind SF6-freie Alternativen seit 2026 Pflicht. Bei sehr hohen Spannungen ist der ­Ersatz technisch anspruchsvoller, wird aber vorangetrieben. Es gibt vielversprechende Lösungen wie die Luftisolierung oder alternative Isoliergasgemische. Primeo Energie verwendet bei ­allen neuen Schaltanlagen SF6-freie ­Lösungen und setzt die genannten ­Alternativen aus Luft, Vakuum und klima­ freundlichem Gasgemisch ein.

Ist es klimaschädlich? Ja. Gelangen SF6-Emissionen in die Atmosphäre, bleiben sie dort gegen drei Jahrtausende erhalten und wirken sich sehr stark aufs Klima aus. Es ist das stärkste bekannte Treibhausgas der Welt. Ein Kilogramm SF6 ist gleich wirksam wie 23  500 Kilogramm CO₂. Das entspricht etwa neun Hin- und Rückflügen für einen Passagier von Zürich nach New York in der Economy Class.

Warum kommt es zum Einsatz? SF6 wird geschätzt, weil es sehr träge ist und deshalb sowohl Wärme wie auch Elektrizität sehr gut isoliert. Vorstellen kann man es sich als unsichtbares Schutz- oder Löschgas. Es löscht in Hoch- und Höchstspannungs-Schaltanlagen gefährliche Blitze – sogenannte ­Lichtbögen –, die im Innern des Leistungsschalters beim Schaltvorgang entstehen, und sorgt für eine sichere Unterbrechung des Stromflusses. Eine gasisolierte Schaltanlage benötigt deshalb nur ­etwa fünf bis zehn Prozent des Platzes einer konventionellen Freiluftschaltanlage.

Was gilt in der Schweiz? Der Einsatz von SF6 ist in der Schweiz grundsätzlich verboten. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, in denen das Gas noch nicht durch andere Stoffe ersetzt werden kann (z. B. Isoliergas in elektrischen Hochspannungsanlagen oder in Teilchenbeschleunigern).

PRIMEO ENERGIE

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«Jede und jeder von uns ist verantwortlich für die Landschaft und die Welt, von und in der wir leben.» Reto Nussbaumer, Land- und Energiewirt

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Der Bauer, der auch Energie erntet Auf seinem Hof in Hauenstein produziert Reto Nussbaumer Lebensmittel und Solarstrom. Mit PV-Anlagen, Batteriespeicher und dem System Equalio zeigt er, wie Landwirtschaft und Energiewirtschaft zunehmend zusammenwachsen. A N D R E A S S C H WA N D E R

TIMO ORUBOLO

A

uf dem Hof von Reto Nussbaumer wachsen Hochstammäpfel, grasen Black-Angus-­ Rinder und scharren Hühner. Doch der Landwirt produziert längst nicht mehr nur Lebensmittel. Auf den Dächern seiner Ställe erntet er auch Solarstrom, in der Garage arbeitet ein Batteriespeicher. «Als Bauer braucht man mehrere wirtschaftliche Standbeine», sagt Nussbaumer. Zu Tieren, Hofladen und Obstbau ist deshalb ein weiteres Produkt hinzugekommen: Energie.

Eier, Most und Sonnenstrom Vielfalt ist für Nussbaumer nicht nur eine wirtschaftliche Strategie, sondern eine Grundhaltung. Im Hofladen verkauft er Eier, Fleisch und Süssmost. Gleichzeitig vermarktet er Strom und Energiedienstleistungen gemeinsam mit Primeo Energie. «Natürlich hat man auch eine Verantwortung gegenüber der Landschaft und der Welt, von der und in der man lebt», sagt er.

«Angus Beef, Eier, Süssmost» – doch der Solarstrom fehlt: Die Hoftafel erzählt nicht die ganze Geschichte.

Als gelernter Elektromonteur kennt er sich zudem mit Strom aus. Viele Installationen auf dem Hof konnte er selbst umsetzen. Die Solaranlagen sind für ihn längst mehr als Technik auf dem Dach – sie sind ein zusätzlicher Betriebszweig und liefern erst noch erneuer­bare Energie.

prägen das Energiesystem der Zukunft. Denn erneuerbare Energien liefern Strom nicht auf Knopfdruck, sondern dann, wenn die Sonne scheint. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, Angebot und Nachfrage flexibel aufeinander abzustimmen.

Wenn der Hof dem Netz hilft

Hier kommt der Batteriespeicher ins Spiel. Über ­Equalio, das Flexibilitätssystem von Primeo Energie, ist er mit dem Strommarkt verbunden. Der Speicher kann überschüssige Energie aufnehmen oder bei Bedarf Kapazität bereitstellen.

Scheint die Sonne über dem Hauenstein, produzieren Nussbaumers Solaranlagen besonders viel Strom. Oft sogar mehr, als Kühlanlagen, Maschinen oder Haushalt verbrauchen können. Genau solche Situationen

Die Batterie als Puffer


«An sonnigen Tagen dient meine Batterie nicht nur dem Hof, sondern auch dem Stromnetz.» Reto Nussbaumer

«An diesem wolkenlosen Tag mit wenig Stromverbrauch müsste die Batterie eigentlich längst voll sein», sagt Nussbaumer. Tatsächlich liegt der Ladestand bei rund 30 Prozent. «Jetzt hält Primeo Energie die ­Batterie bereit, um überschüssigen Strom aus dem Netz aufnehmen zu können.» So hilft der Speicher nicht nur dem Hof, sondern auch dem Stromnetz.

Von der Batterie bis zum Wahltarif Auf Nussbaumers Hof zeigt sich, wie das Stromsystem der Zukunft funktioniert. Über Equalio werden Batterien und andere flexible Anlagen vernetzt und so ­eingesetzt, dass sie das Stromnetz stabilisieren. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Ertragsmöglichkeiten. «Flexibilität ist das neue Gold», lautet ein oft zitierter Satz in der Energiewirtschaft. Denn mit dem Ausbau von Solar- und Windenergie wird es immer wichtiger, Strom dann zu nutzen, wenn besonders viel vorhanden ist. Was auf Nussbaumers Hof bereits Alltag ist, wird zunehmend auch für Haushalte interessant. Mit den

neuen Wahltarifen von Primeo Energie können Kundinnen und Kunden ihren Stromverbrauch gezielt in sonnenreiche Stunden verlagern. Wer dann das Elektroauto lädt, die Waschmaschine laufen lässt oder den Geschirrspüler einschaltet, nutzt mehr Solarstrom und unterstützt die Energietransformation ganz konkret im Alltag. Für Reto Nussbaumer ist diese Entwicklung längst Realität. Auf seinem Hof produziert er nicht nur Eier, Fleisch, Obst und Solarstrom – sondern auch Flex­ ibilität für ein Energiesystem, das Produktion und Verbrauch immer besser miteinander verbindet.

Wie Equalio funktioniert und weshalb Flexibilität im Strommarkt immer wichtiger wird, lesen Sie im Blogbeitrag «Das virtuelle Kraftwerk im Heustall»:

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Elektroheizungen ade Elektrospeicherheizungen sind ineffizient und in vielen Kantonen bereits verboten. Was gilt es zu beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten. GABRIEL VILARES

Warum müssen sie weg? Sie sind Stromfresser und verbrauchen in der Schweiz über 3 TWh Strom pro Jahr. Das sind mehr als fünf Prozent des Stromverbrauchs. Wärmepumpen brauchen nur zwischen einem Fünftel und einem Drittel des Stroms und sparen so sehr viel Geld. Mit dem gesparten Strom können zusätzlich mehrere Zehntausend Elektroautos fahren.

Womit ersetzen? Theoretisch eignen sich als Ersatz Wärmepumpen, Holzöfen, Pelletheizungen oder Fernwärme. Praktisch fehlt aber in elektrisch beheizten Häusern oft die wasserbasierte Wärmeverteilung über Radia­ toren oder Bodenheizungen. Der Einbau ist sehr teuer und aufwendig. Günstiger sind allenfalls Split-Klimageräte, die als Luft-Luft-Wärmepumpen direkt die Raumluft aufheizen.

Was gilt in Baselland und in Solothurn?

Steuerabzug möglich? Zusätzlich zu Fördergeldern können Haus­ besitzerinnen und Hausbesitzer in BaselLandschaft und Solothurn die Kosten für den Ersatz einer Elektroheizung derzeit in der Regel steuerlich geltend machen, sofern es sich um eine energetische Sanierung handelt. Solche Investitionen gelten als energiesparende Massnahmen und können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die heutigen Regelungen gelten voraussichtlich noch bis mindestens 2027.

Der Ersatz einer Elektroheizung wird in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn finanziell unterstützt. Gefördert werden insbesondere Wärmepumpen, Holzheizungen oder der Anschluss an ein Netz für erneuerbare Wärme. Welche Beiträge möglich sind, hängt vom Gebäude und von der gewählten Lösung ab. Prüfen Sie hier, ob Sie Anspruch auf Fördergelder haben.

Wer weiss Rat? Bei Fragen gibt unsere Energieberatung Antworten:

Baselland

Solothurn


Europaweit verbunden Die Stromnetze fast aller europäischen Länder sind miteinander verknüpft. Das erhöht die Versorgungssicherheit. In diesem Verbund spielt die Schweiz eine zentrale Rolle als Stromdrehscheibe. ALE X AND E R JACOB I

Europa ist in vier regionale Gruppen unterteilt. Innerhalb einer Gruppe laufen die Wechselstromnetze synchron («im Takt»). Der Stromaustausch zwischen den Gruppen erfolgt über Gleichstromleitungen. Legende

2308 AT/FL FR

Grossbritannien

Skandinavien

Irland

1866

13 193 818 470

20 864

Kontinentaleuropa

DE 3854

Stromflüsse Millionen Kilowattstunden im Jahr 2024

8317

Mehrere regionale Gruppen

Die Pfeile symbolisieren den Stromaustausch 2024 zwischen zwei Ländern. Die Pfeildicke ist ein Mass für die Strommenge.

IT

Mehr Versorgungssicherheit

Der Verband ENTSO-E

Fällt ein Kraftwerk oder eine Leitung aus, können andere – auch ausländische – einspringen. Das macht die Versorgung stabiler.

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber koordinieren den sicheren Betrieb des Stromsystems. Sie sind im Verband ENTSO-E zusammengeschlossen. Dieser umfasst 40 Betreiber in 36 Ländern.

Die Schweiz ist dabei ein wichtiger Knotenpunkt. Durch 41 grenzüberschreitende Leitungen ist sie mit ihren Nachbarn verbunden. Ihre Stauseen können schnell Energie auf­ nehmen oder abgeben. Im Winter hat die Schweiz aber einen hohen Importüberschuss.

Verbrauch

1958

startete das europäische Verbundnetz mit dem Zusammenschluss der Stromnetze von Frankreich, Deutschland und der Schweiz im «Stern von Laufenburg».

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50 Hertz

Produktion

Stromproduktion und -verbrauch müssen stets übereinstimmen. Bei zu hoher Produktion steigt die Netzfrequenz an, bei zu hohem Verbrauch sinkt sie. Das Gleichgewicht ist erreicht, wenn die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz liegt.


Icon Zukunftsblick: das Supergrid Es gibt immer mehr Solar- und Windkraftwerke mit stark schwankender Stromproduktion. Ein «Supergrid» mit länderübergreifenden Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) soll den Ausgleich ermöglichen.

Skandinavien Netz läuft nicht synchron mit Kontinentaleuropa, ist aber über Gleichstromleitungen damit verbunden.

Baltikum ist seit 2025 vom russischen Ver­bundnetz abgekoppelt.

Deutschland hat keine Kernenergie mehr. Rund 40 % des Stroms basieren auf Kohle und Gas.

Grossbritannien ist seit dem Brexit nicht mehr in der ENTSO-E, importiert aber viel Strom von dort.

Österreich hat dank windstarker Ebenen im Osten 40- bis 50-mal mehr Windkraft als die Schweiz. Frankreich ist der grösste Stromexporteur Europas und produziert rund 70 % des Stroms mit Kernenergie.

Iberische Halbinsel ist nur über sieben Stromleitungen mit dem Rest Europas verbunden.

Polen hat vor allem Kohlekraftwerke und produziert stark mit CO₂ belasteten Strom.

Schweiz produziert bis zu 60 % des inländischen Stroms mit Wasserkraft.

Quellen: ENTSO-E, Swissgrid, LowCarbonPower.org

Italien ist der grösste Stromimporteur Europas und setzt nach dem Kernenergieausstieg stark auf Gas.


Wenn Server heizen Serveranlagen können mehr als einfach nur Daten verarbeiten. Bei der Empa in Dübendorf helfen sie beispielsweise sogar beim Heizen. Ein Besuch an einem Ort, an dem die Digitalisierung Wärme liefert. GABRIEL VILARES

KILIAN J. KESSLER

Foto: Empa, ROK Architects

D

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orian Rollin steht in der Küche seiner Wohnung nahe der Zürcher Stadtgrenze in Dübendorf und schrubbt gerade eifrig einen Teller. Durch die grosse Fensterfront fallen die letzten Sonnenstrahlen an diesem leicht bewölkten Nachmittag. Draussen herrschen herbstliche Temperaturen, doch drinnen ist es angenehm warm. Auf den ersten Blick nichts Aussergewöhnliches. Doch die Wärme, die das Gebäude mitheizt, stammt nicht von einer herkömmlichen Heizungs­ anlage. Sie entsteht dort, wo man sie kaum vermuten würde: in einem kleinen Rechenzentrum im Unter­ geschoss. Dass die Abwärme der Server im Heizsystem des Gebäudes integriert ist, erfährt Rollin erst während unseres Besuchs. «In diesem Gebäude gibt es nahezu in jedem Bereich Innovationen, sodass man gar nicht nachkommt», sagt er und lacht. Seit über einem Jahr wohnt er im NEST, dem Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt). Die Wohnungen stehen Forschenden während befristeter Aufenthalte zur Verfügung. So auch Rollin, der als wissenschaftlicher Assistent beim Wasserforschungsinstitut ­Eawag arbeitet. Die meisten Entwicklungen seien im Alltag fast unsichtbar. «Ich profitiere jeden Tag davon, ohne ständig darüber nachzudenken.» Genau das möchte die Empa hier unter Beweis stellen. Technologien sollen nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag unter realen Bedingungen funktionieren.


Dorian Rollin macht den Abwasch in seiner Küche. Erst während unseres Besuchs erfährt er, dass die hausinternen Server mit ihrer Abwärme zum Warmwasser und zur Beheizung des Gebäudes beitragen.

Aus Rechenleistung wird Wärme «Hier entsteht die Energie, die vielerorts leider ungenutzt verpufft», sagt Binod Koirala vom Urban Energy Systems Lab der Empa. Der Spezialist für nachhaltige Energiesysteme empfängt uns ein paar Stockwerke unter Rollins Wohnung. Hinter einer Glastür stehen 40 Server mitten im Raum, surren etwa so laut wie ein Staubsauger unermüdlich vor sich hin. Hier werden während 24 Stunden an 7 Tagen Daten verarbeitet. Damit die Server nicht überhitzen, sorgen Ventilatoren für einen ständigen Luftstrom durch die Anlagen. Die dabei entstehende Wärme wird normalerweise ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Hier nicht. «Wir verwenden ein hybrides Kühlsystem aus Flüssigkeits- und Luftkühlung», erklärt Koirala. Dank der Flüssigkeitskühlung lässt sich die Wärme direkt an der Quelle aufnehmen. Dies ermöglicht es, Temperaturen von über 50 Grad ins Heizsystem einzuspeisen. Wird eine höhere Temperatur benötigt, kann eine Wärmepumpe nachhelfen. So lässt sich die Energie nicht nur für das Heizen der Räume, sondern auch fürs Duschen oder für den Abwasch nutzen. Die Anlage im NEST ist im Vergleich zu grossen kommerziellen Rechenzentren bescheiden. Dennoch zeigt das EU-Forschungsprojekt HEATWISE eindrücklich, was möglich ist. Binod Koirala, der das Projekt an der Empa leitet, sagt: «Bei Rechenzentren ist die Bilanz relativ einfach. Aus einer Kilowattstunde Strom wird am Ende fast eine Kilowattstunde Wärme.»

«Mit der Abwärme ersetzen wir einen Teil der fossilen Heizenergie.» Dr. Binod Koirala, Empa

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40 Server verarbeiten hier rund um die Uhr Daten. Ihre Abwärme landet jedoch nicht ungenutzt in der Umgebung, sondern wird ­direkt ins Heizsystem des NEST-Gebäudes eingespeist.

« Solche Technologien sind besonders spannend.» Dorian Rollin, NEST-Bewohner

Während Rollin den Abend mit einem Buch ausklingen lässt, ­arbeiten die Server im Untergeschoss unermüdlich weiter.

Schweiz als internationaler Rechenzentren-Hub Mit der fortschreitenden Digitalisierung gewinnt das Thema Abwärmenutzung weiter an Bedeutung. Rechenzentren sind das physische Rückgrat unserer digitalen Welt. Sie speichern, verarbeiten und verteilen täglich enorme Datenmengen. Ohne diese spezialisierten Infrastrukturen würden das Internet, KI-Anwendungen wie ChatGPT, Cloud-Dienste, Streaming und moderne Kommunikationsmittel nicht funktionieren. All das benötigt eine grosse Menge an Strom. 2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 Terawattstunden (TWh), was rund 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird mit einem Anstieg von bis zu 3,2 TWh gerechnet. Damit wächst auch das Potenzial der entstehenden Abwärme. Und die Schweiz ist für Rechenzentren aufgrund hoher politischer Stabilität und strikter Datenschutzgesetze besonders lukrativ. Mit rund 120 Rechenzentren hat sich das Land zu einem der 20 grössten Hubs 16 PRIMEO ENERGIE 2 | 2026

weltweit entwickelt. Tendenz steigend. «Mit der Abwärme ersetzen wir einen Teil der fossilen Heizenergie», ist der Empa-Forscher überzeugt. Wie gross das Potenzial ist, veranschaulicht eine Studie des Bundesamts für Energie aus dem Jahr 2023. Demnach können Schweizer Rechenzentren bis zu 185 000 Haushalte mit Abwärme versorgen – etwa 4 bis 5 Prozent aller Schweizer Haushalte.

Von der Abwärme zum Gemüse Das Spannende daran: Das Prinzip funktioniert nicht nur für riesige Rechenzentren. Koirala sieht überall dort Möglichkeiten, wo bereits Server b ­ etrieben werden. Sei es in Banken, Spitälern, Universitäten oder in öffentlichen Verwaltungen. «Die Nutzung der Serverabwärme muss nicht zwingend die einzige Wärmequelle sein. Sie kann auch bestehende Heizsysteme ergänzen und deren ­E nergieverbrauch ­reduzieren», erklärt der Empa-­Forscher. Dass die Idee auch ausserhalb von Forschungs­ gebäuden interessant ist, zeigen erste Anwendungen in der Schweiz. So entstand im zürcherischen


Anteil der Rechenzentren am gesamten S ­ tromverbrauch in der Schweiz:

6,0 %

Der Empa-Forscher hofft, dass künftig keine Abwärme mehr verpufft.

2,8 %

2013

3,1 %

2019

3,6 %

2024

2030 (Prognose)

Quelle: Bundesamt für Energie (BFE)

uptownBasel liefert Wärme für Birstal ­ ielsdorf ein Energieverbund, der Abwärme aus den D Rechenzentren nutzt. Ab Ende des Jahres soll dieser bis zu 3500 Haushalte mit CO₂-neutraler Wärme beliefern. Auch in kleinerem Umfang findet die Technologie bereits A ­ nwendung. Der Gemüsebauer Grob aus dem thurgauischen Schlattingen nutzt die Abwärme einer kleinen Serveranlage für die Beheizung seiner Gewächshäuser. «Solche Beispiele werden Schule machen», ist Koirala überzeugt. Zurück in der Wohnung von Dorian Rollin. Es wird langsam Abend. Nach dem Abwasch macht er es sich auf dem Sofa gemütlich und schlägt ein Buch auf. Während er liest, rechnen die Server im Untergeschoss munter weiter und erzeugen dabei Wärme. Nicht nur in der direkten Umgebung, sondern im ganzen Gebäude. Etwas, das nun auch Rollin weiss. «Solche Technologien sind besonders spannend, weil sie sich perfekt im Alltag einfügen. Auch deswegen habe ich wohl bis heute nichts davon mitbekommen», sagt er und vertieft sich wieder in seine Lektüre. An den Temperaturen in seiner Wohnung gab es jedenfalls nie etwas auszusetzen.

Primeo Energie verbindet in Zusammenarbeit mit dem Innovationscampus uptownBasel digitale Infrastruktur mit der regionalen Wärmeversorgung. Das Unternehmen liefert die Energie für die Rechenzentren auf dem Areal und macht zugleich deren Abwärme für den Wärmeverbund Birstal nutzbar. Auf uptownBasel steht neben einem Quantencomputer seit 2026 auch ein kommerziell nutzbarer KI-Supercomputer mit 192 Nvidia-Hochleistungsprozessoren. Beim Betrieb der Anlagen entsteht rund um die Uhr Wärme. Primeo Energie bereitet diese mithilfe von Wärmepumpen auf und speist sie in das Wärmenetz ein. So kann sie zur Versorgung von Liegenschaften in Arlesheim, Münchenstein und Reinach genutzt werden.


Der Stromfresser in der Tasche Jede und jeder von uns hat eins, und viele legen es kaum aus der Hand: das Smartphone. Sein Stromverbrauch ist klein. Doch in der Masse zählt, wie wir es nutzen und laden. Drei Hacks zeigen, wie es effizienter geht. JEANNINE HIRT

S

martphones sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr weg­ zudenken. Sie begleiten uns durch den Alltag, sind unser Kommunikationsmittel, unser Navi, unsere Unterhaltung und unser Büro. Ihr Stromverbrauch beim Laden ist überschaubar: Ein durchschnittliches Smartphone benötigt im Jahr nur wenige Kilowattstunden Strom.

Millionen Handys Was auf den ersten Blick unbedeutend erscheint, gewinnt in der Masse an Gewicht. In der Schweiz besitzen über 95 Prozent der Bevölkerung ein Handy. Bei rund neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind somit täglich Millionen Geräte im Einsatz, die immer wieder Strom brauchen. Strom steckt aber nicht nur im Gerät, sondern auch im Netz dahinter: ­Mobilfunknetze und Rechenzentren v ­ erbrauchen Energie.

18 PRIMEO ENERGIE 2 | 2026

Rechenzentren kommen in der Schweiz bereits auf rund 3,6 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Mit jeder Nachricht, jedem Telefonat und jedem Video nutzen wir Server, die Daten verarbeiten und weiterleiten. Und wir verschicken, streamen und speichern immer mehr Daten.

Laden zur falschen Zeit Wir laden unsere Smartphones oft abends, wenn wir nach Hause kommen. Doch genau dann ist der Stromverbrauch in vielen Haushalten ohnehin schon hoch: Es wird gekocht, gewaschen, ferngesehen – und vielerorts laufen mehrere Geräte gleichzeitig. So entstehen die typischen Verbrauchsspitzen am frühen Abend. Ein Smartphone verbraucht zwar wenig Strom. Doch beim Laden spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle. Auf der nächsten Seite entdecken Sie versteckte Stromfresser und drei einfache Hacks, mit denen Sie Ihr Smartphone effizienter laden.


Was zusätzlich Strom frisst 1

Ein helles Display frisst bis zu 30 Prozent Ihres Akkus.

Die beliebten Social-Media-Apps sind sehr energieintensiv.

Hintergrundsynchronisation kostet konstant Strom.

Pushnachrichten halten das Handy ständig mit Servern verbunden.

Ortungsdienste empfangen laufend Signale und benötigen dabei Energie.

Drei Hacks für effizienteres Laden Laden Sie Ihr Smartphone möglichst tagsüber statt während der abendlichen Verbrauchsspitzen. Ist der Akku voll, ziehen Sie das Ladegerät aus der Steckdose. Setzen Sie auf energieeffiziente Ladegeräte. Nutzen Sie Ihr Smartphone während des Ladens möglichst nicht. Das Gerät wird sonst wärmer und lädt weniger effizient. Der Flugmodus hilft dabei – und Abschalten tut auch mal gut. Laden Sie Ihr Smartphone an einem kühlen Ort und vermeiden Sie direkte Sonne. Hitze verlangsamt den Ladevorgang und belastet den Akku. Ein einzelnes Smartphone fällt kaum ins Gewicht. Millionen davon schon. Genau darin liegt das Potenzial: Wer das Handy bewusster nutzt und lädt, spart im Alltag spürbar Energie.

Akkus hassen Extremzustände Warum Hitze, 100 % und 0 % Ladung Ihrem Handy schaden, erfahren Sie hier.


Das E-Auto als Stromspeicher In Elektroautos sind grosse Batterien verbaut. Diese lassen sich für mehr nutzen als nur zum Autofahren. Was kann das bidirektionale Laden? GABRIEL VILARES

V2H (Vehicle-to-Home)

Überschüssiger Strom, etwa aus Photovoltaikanlagen, wird in der ­Autobatterie gespeichert. Von dort kann er beispielsweise nachts zum Betrieb einer Wärmepumpe oder anderer Geräte genutzt werden.

Bidirektionale Wallbox V2G (Vehicle-to-Grid)

Der Strom wird ins öffentliche Netz ­eingespeist, was Schwankungen und Verbrauchsspitzen ausgleicht. Die ­Abwicklung der Abrechnung dieses n ­ etzdienlichen Verhaltens kann allerdings a­ nspruchsvoll sein.

Bidirektionales Laden Bidirektional heisst so viel wie «in beide Richtungen». Im Zusammenhang mit Laden ist die ­Fähigkeit von E-Autos gemeint, Strom nicht nur aufzunehmen, sondern auch wieder nach ­aussen abzugeben, beispielsweise zurück ins Haus, an externe Geräte oder ins Stromnetz. V2L (Vehicle-to-Load)

Elektrogeräte können in eine im F ­ ahrzeug verbaute konventionelle 230-V-Haushaltsteckdose ein­­­gesteckt werden. Die Möglichkeit ist ­bereits bei mehreren Fahrzeug­modellen vorhanden.

Die Vorteile Eine E-Auto-Batterie verfügt über eine deutlich höhere Speicherkapazität im Vergleich zu ­einer Hausbatterie, wie sie oft zusammen mit einer Photovoltaikanlage eingesetzt wird (oft das Sechs- bis Siebenfache). Der produzierte Solarstrom kann so effizienter genutzt und der Eigenverbrauch gesteigert werden. Zudem können Verbrauchs- und Produktionsspitzen im öffentlichen Stromnetz gebrochen werden, wenn E-Autos Strom ins Netz zurückspeisen oder daraus aufnehmen.

Die Herausforderungen Noch ermöglichen bei Weitem nicht alle E-Auto-Modelle bidirektionales Laden. Damit das zu Hause möglich ist, braucht es eine spezielle Wallbox (Ladestation), die mit dem Auto kommunizieren kann. Die Kosten dafür sind aktuell noch ziemlich hoch, teils über 10 000 Franken. Allerdings wurden bereits wesentlich kostengünstigere Systeme angekündigt. 20 PRIMEO ENERGIE 2 | 2026


Strom schmecken Löffel und m e in e , e li e Mit Alufo entsteht ein e g n u Z n e der eigen enbatterie» g n u Z « ie D rie. kleine Batte s und unge e d n e ff lü rb für ist ein ve experiment ik n o tr k le E re fährliches , die sich ih e ll a r fü d n en. Kinder. U ewahrt hab b r ie g u e N kindliche CELESTE

BLANC

Stück Alufolie

(ca. 15 cm lang, ca. 5 cm breit)

Gabel oder Löffel aus Edelstahl oder Silber

So funktioniert’s 1 Rollen Sie ein Stück Alufolie zu einem

länglichen Streifen, der genau so lang ist wie das Besteck.

2 Zunge rausstrecken: Legen Sie den Alu­ streifen an die linke, das Besteck an die rechte Zungenspitze, ohne dass sie sich berühren.

3 Führen Sie die Alufolie und das Besteck

ausserhalb des Mundes am unteren Ende zusammen. Damit schliessen sie den Stromkreislauf.

4 Ein Kribbeln auf der Zunge oder ein säuerlich-metallischer Geschmack sind der Beweis: Das Experiment funktioniert.

Das ist passiert Zwei verschiedene Metalle werden durch eine leitfähige Flüssigkeit miteinander verbunden. In diesem Experiment übernimmt der Speichel diese Rolle. Dadurch entsteht zwischen Aluminium als Anode (Minuspol) und dem Besteckmetall als Kathode (Pluspol) eine kleine Spannung von bis zu 0,8 Volt, etwa halb so viel wie bei einer AA-Batterie. Das Aluminium gibt dabei Elektronen ab, sie fliessen zum edleren Metall. Dieser sehr schwache Strom zeigt sich als Kribbeln oder metallischer Geschmack auf der Zunge.

Mehr Energieexperimente können Sie im Primeo Energie Kosmos erleben.

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Die unterschätzte Herbstfrucht Die Quitte ist eine Frucht voller Gegensätze. Roh ist sie hart und bitter, gekocht jedoch aromatisch und süsslich. Wir liefern ein einfaches Rezept für ein herbstliches Dessert. GABRIEL VILARES

Sehen aus wie Zitronen, sind aber erst gekocht ein Genuss.

I

ntensiv. Fruchtig. Süsslich. Der betörende Duft der Quitte macht sofort Lust auf einen Bissen. Ihr würziges Aroma erinnert an eine Mischung aus Apfel, Birne und Zitrone. Aber Achtung: Die gold­gelbe Frucht roh zu essen, ist keine gute Idee. Denn roh ist sie kein Gaumenschmaus, sondern hart und bitter. Zumindest die einheimischen Sorten. Doch richtig zubereitet, kann die Herbstfrucht ein Feuerwerk für die Geschmacks­ knospen zünden. Aber nicht nur die Sinne werden sich freuen, auch der Vitaminhaushalt jubiliert. Denn Quitten liefern Vitamin C und verschiedene B-Vitamine wie Fol­säure. Diese unterstützt wichtige Prozesse wie Zellteilung und Blutbildung und ist besonders für Schwangere von Bedeutung. Die Frucht ist zudem reich an Mineral­stoffen wie Kalium. Zu guter Letzt fördern die darin enthaltenen Ballaststoffe, insbesondere Pektin, die Verdauung. Wann haben Sie zuletzt eine Quitte gegessen? Die meisten kennen die Frucht höchstens als ­Konfitüre zum Frühstück. Wie wäre es mal mit Saft, Kompott, Salat­ dressing, Chutney, dem traditionellen Quittenbrot oder allerlei Backwaren mit Quitte? Wir machen den Anfang und liefern ein Rezept.

Einfaches Herbstrezept: Ofenquitten mit Honig Quitten gründlich waschen, schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Stücke in eine Auflaufform legen und mit Zitronensaft beträufeln. In einer Schüssel Honig, Zimt und die gehackten Nüsse vermengen und über die Quittenstücke geben. Die Quitten bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) im Ofen etwa 30 bis 40 Minuten backen, bis sie weich und goldbraun sind. Warm serviert passen die Ofenquitten hervorragend zu Joghurt oder Vanilleglace. En Guete!

Zutaten 2 Quitten 2 EL Honig 1 EL Zitronensaft 1 TL Zimt 1 Handvoll gehackte Baumnüsse oder Mandeln


Finden Sie das Lösungswort? Online mitmachen Das Teilnahmeformular zum Wettbewerb finden Sie auf redact.ch/wettbewerb oder indem Sie mit Ihrem Handy den QR-Code scannen. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2026.

Per Postkarte Alternativ können Sie uns eine Postkarte – mit Angabe des Lösungsworts, Ihres Namens, Ihrer Adresse und Ihres Mails oder Telefons – schicken an: Redact Kommunikation AG Europa-Strasse 9 8152 Glattbrugg Viel Spass beim Rätseln! Teilnahmebedingungen: Über diesen Wettbewerb führen wir keine Korrespondenz. Ihre Daten werden ausschliesslich für den Wettbewerb genutzt und danach wieder gelöscht. Es ist keine Barauszahlung der Preise möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Lösungswort der letzten Ausgabe war «WELTALL».

1 . Preis

2. Preis

Smarte Sonnenbrille Klassisches Design trifft auf smarte Funktionen: Die Ray-Ban Meta Wayfarer RW4006 der ersten Generation verbindet ikonischen Stil mit moderner Technologie. Machen Sie freihändig Fotos und Videos, hören Sie Musik, telefonieren Sie oder teilen Sie Ihre Perspektive per Livestream – alles direkt über die Sonnenbrille. Und Sie sehen dabei erst noch gut aus. Gesamtwert des Preises: 330 Franken

3. Preis

Eine Nacht über den Wolken

Der Mittelpunkt jeder Raclette-Party

Grüessech auf 1650 m ü. M.: Alpine Lebensfreude erwartet Sie im neu renovierten Mürren Palace. Das 1874 erbaute Hotel liegt auf dem höchsten Punkt der Bergterrasse im autofreien Mürren im Berner Oberland – mit atemberaubendem Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Der Gutschein gilt für zwei Personen in einer Junior Suite inklusive Frühstück, Spa und Zugang zum Alpinen Sportzentrum.

Mit diesem Raclette-Grill geniessen Sie gemütliche Raclette-Abende ohne störenden Rauch und starke Gerüche. Der integrierte Rauchabzug mit Aktivkohleund Fettfilter reduziert Dämpfe und Gerüche wirksam. Die Absaugung lässt sich auf Grillplatten- und Pfännchenebene individuell einstellen und sorgt für eine angenehme Luftzirkulation.

Gesamtwert des Preises: 680 bis 800 Franken

Gesamtwert des Preises: 149 Franken

Hotel Mürren Palace, 3825 Mürren, muerren-palace.ch

Lehner Versand AG, 6210 Sursee, lehner-versand.ch

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Wissen und aufbauen n profitiere

Wissen schafft Chancen Gemeinsam für eine klimafreundliche Energiezukunft – wir bündeln Energie.

Wer Energie versteht, kann fundierter entscheiden. Der Primeo Energie Kosmos und unsere Energieberatung machen komplexe Themen verständlich – für Sie und die nächste Generation.


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