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2 | 2026 Das Kundenmagazin von energieUri
Alpine Spitzenleistung Steiles Gelände, anspruchsvolle Logistik und präzise Teamarbeit. Auf der Sidenplangg zeigt energieUri, was mit viel Know-how und Innovationskraft möglich ist. Ein Besuch auf der Grossbaustelle der ersten alpinen Photovoltaikanlage der Zentralschweiz.
AUGENBLICK
Regionale Wertschöpfung dank Urner Energieprojekten Ob beim Windpark im Riental, bei der alpinen Photovoltaikanlage in der Sidenplangg, bei der Grossbatteriespeicheranlage im Plattischachen oder wie im Bild beim Kraftwerk Meiental in Wassen: Die Grossprojekte von energieUri schaffen nicht nur eine nachhaltige Energieversorgung, sondern generieren auch zahlreiche Aufträge für das Urner Gewerbe und damit direkte Wertschöpfung im Kanton. Allein bei der alpinen Photovoltaikanlage sind neben energieUri rund zehn weitere Urner Unternehmen beteiligt, beim Wasserkraftwerk Meiental sogar mehr als zwanzig. Die Investitionen in die Urner Energiezukunft kommen somit nicht nur der Energieproduktion zugute, sondern stärken auch die regionale Wirtschaft, sichern Arbeitsplätze und fördern lokales Know-how.
EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser 23 Lernende von energieUri konnten im Juli ihren Lehrabschluss feiern – eine eindrückliche Zahl. Sie unterstreicht unser grosses Engagement für die Berufsbildung. Wir sind überzeugt: Eigene Fachkräfte auszubilden, ist das beste Rezept, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und den künftigen Bedarf zu decken. Mehr über unsere erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen erfahren Sie auf Seite 11. Genau solche Fachkräfte braucht es auch für unser aktuelles Innovationsprojekt in der Sidenplangg. Bei der ersten alpinen Photovoltaikanlage geht es vorwärts. Welche Herausforderungen der Bau mit sich bringt und welche Vorteile Photovoltaikanlagen in den Bergen gegenüber Anlagen im Flachland bieten, erfahren Sie ab Seite 6. Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen mit der neuesten Ausgabe von energieUri-aktuell! Werner Jauch, CEO energieUri-Gruppe
Foto Seite 1: Marc Püntener, Seite 2: House of Drones AG, Seite 3: Remo Inderbitzin
Aus dem Inhalt
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Alpine Solaranlage Die Arbeiten für die erste alpine Photovoltaikanlage der Zentralschweiz laufen auf Hochtouren.
Grossbatteriespeicher am Netz Seit dem Sommer betreibt energieUri einen der grössten Batteriespeicher der Schweiz.
Das Felslabor im Berg Im Jura erforscht die Nagra, wie sich radioaktive Abfälle tief im Gestein lagern lassen. Ein Besuch vor Ort.
Impressum 5. Jahrgang, September 2026, erscheint halbjährlich Herausgeber: energieUri AG, Herrengasse 1, 6460 Altdorf, energieuri.ch Redaktionsadresse: Redact Kommunikation AG, 8152 Glattbrugg; redaktion@redact.ch Projektleitung: Simon Fallegger | Gestaltung: Dana Berkovits, Jacqueline Müller, Christoph Schiess Druck: Gisler 1843 AG, 6460 Altdorf
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KURZ UND BÜNDIG
17 Mitarbeitende feiern ihren nächsten Karriereschritt Der nächste Schritt in der beruflichen Laufbahn ist ein besonderer Meilenstein. So sind Ende Juni 17 Mitarbeitende der energieUri-Gruppe an der diesjährigen Beförderungsfeier ausgezeichnet worden. Die gezielte Förderung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mit arbeiter ist ein zentraler Bestandteil der Personalentwicklung bei der energieUri-Gruppe. Dass dieser Ansatz erfolgreich ist, zeigen die zahlreichen internen Beförderungen und Funktionsanpassungen, die jedes Jahr möglich werden. Anlässlich der kleinen Feier würdigte CEO Werner Jauch das Engagement der Geehrten: «Mit eurem Einsatz, eurer Leistungsbereitschaft und der Übernahme von Verantwortung habt ihr euch diesen Kar riereschritt verdient.» Besonders erfreulich ist, dass viele der Beförderten ihre berufliche Laufbahn bereits mit einer Ausbildung bei der energieUri-Gruppe begonnen haben.
KURZ ERKLÄRT
STROMPREISE AB 2027 Ab 2027 gelten in der ganzen Schweiz einheitliche Regeln für die Gültigkeit der Strompreise. Bisher konnten Energieversorger ihre Preise entweder nach dem hydrologischen Jahr (Oktober bis September) oder nach dem Kalenderjahr (Januar bis Dezember) festlegen. EnergieUri orientierte sich dabei – wie viele andere Versorger – am hydrologischen Jahr. Neu gelten die Strompreise schweizweit jeweils für das Kalenderjahr. Die neuen Strompreise wurden wie bisher Ende August veröffentlicht, treten jedoch erst am 1. Januar 2027 in Kraft. Für die einmalige Übergangsphase von Oktober bis Dezember 2026 gelten bei energieUri deshalb weiterhin die bisherigen Preise. Ab dem 1. Januar 2027 profitieren Kundinnen und Kunden dann von den erneut gesunkenen Strompreisen. Weitere Informationen finden Sie unter strompreise.energieuri.ch.
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KURZ UND BÜNDIG
Nationale Studie: energieUri ist Reputations-Spitzenreiter 2026 Die Medienreputationsstudie 2026 der swissreputation group sorgte Mitte Mai für eine Überraschung: energieUri belegt den Spitzenplatz unter den 30 untersuchten Schweizer Energieversorgern – vor dem Aargauischen Elektrizitätswerk AEW und dem Stadtzürcher ewz. Für die Studie wurden Medienberichte aus dem Zeitraum von April 2025 bis März 2026 analysiert und die Reputation der Schweizer Energieunternehmen bewertet. Dass energieUri das Ranking anführt, führen die Studienautoren unter anderem auf mehrere Projekte mit schweizweiter Ausstrahlung zurück: Dazu zählen der Bau eines der grössten Batteriespeicher der Schweiz (BESS) im Plattischachen, die erste alpine Photovoltaikanlage der Zentralschweiz auf der Sidenplangg sowie der Windpark Uri. Auch bei der Tonalität der Berichterstattung erreicht energieUri den Spitzenwert aller untersuchten Unternehmen.
DIE ZAHL
350 Gigawattstunden
Strom liefert energieUri für den Bau der zweiten Gotthardröhre auf der Urner Seite.
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SCHWERPUNKT
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Urner Innovationskraft im Schächental Die Arbeiten auf der Sidenplangg für die erste alpine Photovoltaikanlage der Zentralschweiz laufen auf Hochtouren. Ein Besuch auf der Grossbaustelle auf 2000 Metern über Meer zeigt, wie ein weiteres visionäres Energieprojekt von energieUri vorangetrieben wird. T E X T R E M O I N FA N G E R
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as Gelände ist steil und steinig, die Aussicht eindrücklich, der Arbeitsplatz alles andere als gewöhnlich. Gesichert bewegen sich die Mitarbeitenden von energieUri teils fünf Meter über dem Boden entlang der massiven Tragekonstruktionen der alpinen Photovoltaikanlage (APV) Sidenplangg. Modul für Modul, Schritt für Schritt verkabeln sie die grossflächigen Solarpanels miteinander, jeder Handgriff sitzt. Kein Wunder: Hier ist ein eingespieltes Team am Werk, das auch unter anspruchsvollen Bedingungen präzise zusammenarbeitet. Was auf der Sidenplangg in der Gemeinde Spiringen seit dem Spatenstich im Frühling 2025 entsteht, ist ein Projekt mit Pioniercharakter. Auf rund 2000 Metern über Meer realisiert die APV Sidenplangg AG – ein Partnerwerk von energieUri und aventron AG – in der durch Lawinenverbau ungen geprägten Landschaft die erste alpine Photo voltaikanlage der Zentralschweiz. «Mit der APV Sidenplangg zeigen wir ein weiteres Mal, dass wir nicht nur über die Energiewende sprechen, sondern sie auch konkret umsetzen», sagt Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der APV Sidenplangg AG und CEO der Projektinitiantin energieUri. «Das Projekt verbindet Urner Innovationskraft mit einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Stromproduktion.» Mit einer geplanten Leistung von über 8 Megawatt und einer Jahresproduktion von mehr als 12,5 Gigawattstunden wird die Anlage künftig Strom für etwa 2800 Haushalte erzeugen. Besonders wertvoll ist dabei die hohe Winterproduktion: Denn rund die Hälfte der Energie entsteht in den Monaten, in denen die Schweiz für gewöhnlich am stärksten auf Stromimporte angewiesen ist (mehr dazu Seite 8).
Spitzenleistungen in der kalten Jahreszeit Dass dieses Potenzial nicht nur auf blossen Berechnungen beruht, zeigte sich im vergangenen Winter. Nachdem bereits im November 2025 – sechs Monate nach dem Spatenstich – die ersten dreizehn Prozent der Anlage ans Netz angeschlossen wurden, produzierte die APV Sidenplangg erstmals erneuerbare Energie. So blickte man anlässlich der Generalversammlung des Partnerwerks Ende März 2026 auf sehr erfreuliche Produktionswerte aus den vergangenen Wintermonaten zurück: Denn an den Tagen, an denen über dem Talboden eine geschlossene Nebeldecke lag, profitierte die Anlage auf der Sidenplangg stark von den deutlich besseren Sonneneinstrahlungsbedingungen. «Die Stromproduktion im Winterhalbjahr lag dabei rund dreimal höher als bei Anlagen im Tal boden», erklärt Reto Baumann, verantwortlicher Projektleiter Energie bei energieUri. «Bemerkenswert ist dabei, dass unsere APV ihre höchsten Leistungsspitzen nicht im Sommer, sondern in der kalten Jahreszeit erreicht – genau dann, wenn die Schweiz besonders auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen ist.» Zurück auf der Grossbaustelle: Über den Köpfen der Arbeiter schwebt für die letzten Meter vom Installationsplatz zum finalen Standort ein Helikopter mit einem weiteren Solartisch am Seil und setzt das tonnenschwere PV-Element präzise auf den vorbereiteten Stahlträgern ab – bereit für die kommenden Verkabelungen. Denn bis zum Wintereinbruch in diesem Jahr sollen über 900 weitere Konstruktionen und rund 5600 zusätzliche Module installiert werden. Verläuft alles planmässig und ist Petrus dem Bauprojekt gutgesinnt, wird die Leistung der Anlage mit der zweiten Bauetappe bis im Spätherbst auf zirka 5 Megawattpeak (MWp) steigen.
SCHWERPUNKT
«Eine Herausforderung, die wir nicht beeinflussen können» Denn auch das Wetter spielt auf 2000 Metern über Meer eine wichtige Rolle. Starke Winde, Gewitter oder schlechte Sicht können Arbeiten verzögern und erfordern gelegentlich Anpassungen der Abläufe auf der Baustelle. «Das Wetter gehört zu den Herausforderungen, die wir nicht beeinflussen können», sagt Simon Cathry, Projektleiter bei energieUri und verantwortlich für die Koordination der Elektroarbeiten bei der APV. «Sogar Anfang Juni schneite es noch auf der Sidenplangg, bevor dann zwei Wochen später die anhaltende Hitzewelle einsetzte.» Mindestens ebenso anspruchsvoll seien jedoch das steile und steinige Gelände und die damit verbundene Logistik. «Die grösste Aufmerksamkeit gilt dabei stets der Sicherheit aller Arbeiterinnen und Arbeiter, sie hat auf der Baustelle immer oberste Priorität», betont Simon Cathry. Bevor die eigentlichen Arbeiten an
« Die Stromproduktion im Winterhalbjahr lag rund dreimal höher als bei Anlagen im Talboden.» Reto Baumann, Projektleiter
den Solartischen beginnen, werden entlang der Tragekonstruktionen zertifizierte Sicherheitsseile gespannt, die den Mitarbeitenden als temporäre Absturzsicherung dienen. Das erfordert eine enge Koordination aller Beteiligten. Denn auf dem Gelände arbeiten verschiedene lokale Unternehmen gleichzeitig an unterschiedlichen Bauabschnitten. Während die Mitarbeitenden von energieUri die Solarmodule verkabeln, erstellt die PORR Group
Wichtiger Winterstrom: Die Vorteile der alpinen Photovoltaik Diffuse Strahlung
Strahlreflexion
Streulicht
Reflexionsstrahlung (Albedo)
Vereinfachte Darstellung der Funktionalität alpiner Photovoltaikanlagen
Die Schweiz benötigt insbesondere im Winterhalbjahr grosse Mengen an Strom. Gleichzeitig sinkt in dieser Jahreszeit die Produktion von Solaranlagen im Flachland. So war die Schweizer Stromversorgung in den vergangenen Jahren in der kalten Jahreszeit immer wieder auf Importe angewiesen. Mit dem steigenden Strombedarf durch die zunehmende Elektrifizierung – beispielsweise bei Mobilität, Wärme und Industrie – sowie den vom Schweizer Stimmvolk beschlossenen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie dürfte sich diese Herausforderung in
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den kommenden Jahren weiter verschärfen. Verschiedene Szenarien gehen davon aus, dass der Schweiz spätestens ab 2035 insbesondere im Winterhalbjahr eine Stromlücke droht. Alpine Photovoltaikanlagen leisten dabei einen wichtigen Beitrag, diese Lücke zu verkleinern. Dank ihrer Lage oberhalb der Nebelgrenze profitieren sie in den Wintermonaten von mehr Sonneneinstrahlung als Anlagen im Flachland. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Die länger vorhandene Schneedecke reflektiert das Sonnenlicht und lenkt zusätzli-
che Strahlung auf die Module. Moderne, beidseitig aktive Solarmodule, wie das bei der APV Sidenplangg der Fall ist, können dieses Licht sogar auf der Vorder- und Rückseite nutzen und so zusätzliche Energie erzeugen. Zusammen mit den tiefen Temperaturen im Gebirge, die den Wirkungsgrad der Module erhöhen, führt dies zu deutlich grösseren Erträgen im Winter. Die alpine Photovoltaikanlage Sidenplangg produziert somit gerade dann besonders viel Strom, wenn der Bedarf am höchsten ist – und leistet einen weiteren Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Alpine Photovoltaikanlage Sidenplangg: 75 Prozent der Investitionskosten bleiben bei Urner Unternehmen.
100 Meter weiter oben bereits neue Verankerungen für die Tragekonstruktionen. «Eine gute Planung und Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist deshalb entscheidend», ergänzt Reto Baumann.
Starke Partnerschaften für den Projekterfolg Dass die Arbeiten so effizient voranschreiten, ist der engen Zusammenarbeit zahlreicher Firmen aus der Region zu verdanken. Denn von den Investitionskosten von rund 40 Millionen Franken bleiben etwa 75 Prozent, rund 30 Millionen Franken, in Form von Aufträgen bei mehr als zehn Urner Unternehmen – vom Transport und von der Logistik bis hin zu Bauund Montagearbeiten. Und auch bei energieUri wird das Bauprojekt bereichsübergreifend umgesetzt. Von Fachleuten aus der Elektrogebäudetechnik über den Energie- und Kraftwerksbereich bis hin zu den
Netzspezialistinnen und -spezialisten tragen alle zum Erfolg des Projekts bei. Letztere standen im Sommer vor einer besonderen Herausforderung: Damit der produzierte Solarstrom zuverlässig ins Stromnetz eingespeist werden kann, mussten sechs Transformatoren mit einem Gewicht von jeweils knapp vier Tonnen zur Anlage transportiert werden. Da selbst die verfügbaren Helikopter für diese Lasten nicht ausgelegt waren, wurde zusammen mit den Spezialisten der Wipfli AG eigens dafür eine spezielle Transportlösung für das steile Gelände entwickelt. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme voraus sichtlich Ende 2028 liegt zwar noch einiges an Arbeit vor. Doch schon heute zeigt die APV Sidenplangg eindrücklich, was mit regionaler Zusammenarbeit, technischem Fachwissen, viel Energie-Know-how und einer gemeinsamen Vision möglich ist.
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WISSEN
Das E-Auto als Stromspeicher In Elektroautos sind grosse Batterien verbaut. Diese lassen sich für mehr nutzen als nur zum Autofahren. Was kann das bidirektionale Laden? TEXT G ABRI E L VI L ARE S
V2H (Vehicle-to-Home)
Überschüssiger Strom, etwa aus Photovoltaikanlagen, wird in der Autobatterie gespeichert. Von dort kann er beispielsweise nachts zum Betrieb einer Wärmepumpe oder anderer Geräte genutzt werden.
Bidirektionale Wallbox V2G (Vehicle-to-Grid)
Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, was Schwankungen und Verbrauchsspitzen ausgleicht. Die Abwicklung der Abrechnung dieses netzdienlichen Verhaltens kann allerdings anspruchsvoll sein.
Bidirektionales Laden Bidirektional heisst so viel wie «in beide Richtungen». Im Zusammenhang mit Laden ist die Fähigkeit von E-Autos gemeint, Strom nicht nur aufzunehmen, sondern auch wieder nach aussen abzugeben, beispielsweise zurück ins Haus, an externe Geräte oder ins Stromnetz. V2L (Vehicle-to-Load)
Elektrogeräte können in eine im Fahrzeug verbaute konventionelle 230-V-Haushaltsteckdose eingesteckt werden. Die Möglichkeit ist bereits bei mehreren Fahrzeug modellen vorhanden.
Die Vorteile Eine E-Auto-Batterie verfügt über eine deutlich höhere Speicherkapazität im Vergleich zu einer Hausbatterie, wie sie oft zusammen mit einer Photovoltaikanlage eingesetzt wird (oft das Sechs- bis Siebenfache). Der produzierte Solarstrom kann so effizienter genutzt und der Eigenverbrauch gesteigert werden. Zudem können Verbrauchs- und Produktionsspitzen im öffentlichen Stromnetz gebrochen werden, wenn E-Autos Strom ins Netz zurückspeisen oder daraus aufnehmen.
Die Herausforderungen Noch ermöglichen bei Weitem nicht alle E-Auto-Modelle bidirektionales Laden. Damit das zu Hause möglich ist, braucht es eine spezielle Wallbox (Ladestation), die mit dem Auto kommunizieren kann. Die Kosten dafür sind aktuell noch ziemlich hoch, teils über 10 000 Franken. Allerdings wurden bereits wesentlich kostengünstigere Systeme angekündigt. 10 AKTUELL 2/ 2026
BERUFSBILDUNG
Glückwunsch zum Lehrabschluss Zum erfolgreichen Abschluss gratulieren wir den 23 Lehrabsolventinnen und -absolventen der energieUri-Gruppe ganz herzlich. Ihr dürft stolz auf euch sein! F OTO S M AT T E O S TA D E L M A N N
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01 Ahmad Alahmar, Solarmonteur EBA 02 Yannick Arnold, Fachmann Betriebsunterhalt EFZ 03 Fynn Arnold, Elektroinstallateur EFZ 04 Levin Bellmont, Elektroinstallateur EFZ 05 Jan Bissig, Elektroinstallateur EFZ 06 Andrin Desax, Elektroinstallateur EFZ 07 Janis Fedier, Elektroinstallateur EFZ 08 Dawit Fitsum, Logistiker EFZ 09 Emelie Gisler, Elektroinstallateurin EFZ 10 Silvan Gisler, Elektroinstallateur EFZ 11 Lilly Jehle, Elektroinstallateurin EFZ 12 David Kempf, Elektroinstallateur EFZ
13 Jaden Kopp, Montage-Elektriker EFZ 14 Patrick Léautaud, Automatikmonteur EFZ 15 Thomas Ott, Netzelektriker EFZ 16 Patrik Preni, Elektroplaner EFZ 17 Lena Püntener, Kauffrau EFZ 18 Luisa Schuler, Detailhandelsfachfrau EFZ 19 Matteo Stadelmann, Mediamatiker EFZ 20 Lukas Bissig, Detailhandelsfachmann EFZ (ComDataNet AG) 21 Enrique Ordoñez, ICT-Fachmann EFZ (ComDataNet AG) 22 Farzad Rezayi, Informatiker EFZ (ComDataNet AG) 23 Purusothan Thayakaran, Detailhandelsfachmann EFZ (ComDataNet AG) AKTUELL
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Irland
Skandinavien
Die Schweiz ist dabei ein wichtiger Knotenpunkt. Durch 41 grenzüberschreitende Leitungen ist sie mit ihren Nachbarn verbunden. Ihre Stauseen können schnell Strom aufnehmen oder abgeben. Im Winter hat die Schweiz aber einen hohen Importüberschuss.
Fällt ein Kraftwerk oder eine Leitung aus, können andere – auch ausländische – einspringen. Das macht die Versorgung stabiler.
Mehr Versorgungssicherheit
Die Pfeile symbolisieren den Stromaustausch 2024 zwischen zwei Ländern. Die Pfeildicke ist ein Mass für die Strommenge.
Grossbritannien
Kontinentaleuropa
Legende
Europa ist in vier regionale Gruppen unterteilt. Innerhalb einer Gruppe laufen die Wechselstromnetze synchron («im Takt»). Der Stromaustausch zwischen den Gruppen erfolgt über Gleichstromleitungen.
Mehrere regionale Gruppen
FR 818
13 193
Stromflüsse Millionen Kilowattstunden im Jahr 2024
I NFOGR AFIK JACQUE LINE MÜLL ER
DE 8317
REC HERC HE UND TEX T ALE XANDE R JACO BI
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1866
2308
Die Stromnetze fast aller europäischen Länder sind miteinander verknüpft. Das erhöht die Versorgungssicherheit. In diesem Verbund spielt die Schweiz eine zentrale Rolle als Stromdrehscheibe.
1958 startete das europäische Verbundnetz mit dem Zusammenschluss der Stromnetze von Frankreich, Deutschland und der Schweiz im «Stern von Laufenburg».
Skandinavien Netz läuft nicht synchron mit Kontinentaleuropa, ist aber über Gleichstromleitungen damit verbunden.
AT/FL
Europaweit verbunden
INFOGRAFIK
3854 20 864
470
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Produktion
Es gibt immer mehr Solarund Windkraftwerke mit stark schwankender Stromproduktion. Ein «Supergrid» mit länderübergreifenden Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) soll den Ausgleich ermöglichen.
Zukunftsblick: das Supergrid
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Stromproduktion und -verbrauch müssen stets übereinstimmen. Bei zu hoher Produktion steigt die Netzfrequenz an, bei zu hohem Verbrauch sinkt sie. Das Gleichgewicht ist erreicht, wenn die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz liegt.
Verbrauch
50 Hertz
Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber koordinieren den sicheren Betrieb des Stromsystems. Sie sind im Verband ENTSO-E zusammengeschlossen. Dieser umfasst 40 Betreiber in 36 Ländern.
Der Verband ENTSO-E
Frankreich ist der grösste Stromexporteur Europas und produziert rund 70 % des Stroms mit Kernenergie.
Quellen: ENTSO-E, Swissgrid, LowCarbonPower.org
Iberische Halbinsel ist nur über sieben Stromleitungen mit dem Rest Europas verbunden.
Grossbritannien ist seit dem Brexit nicht mehr in der ENTSO-E, importiert aber viel Strom von dort.
Italien ist der grösste Stromimporteur Europas und setzt nach dem Kernenergieausstieg stark auf Gas.
Deutschland hat keine Kernenergie mehr. Rund 40 % des Stroms basieren auf Kohle und Gas.
Österreich hat dank windstarker Ebenen im Osten 40- bis 50-mal mehr Windkraft als die Schweiz.
Polen hat vor allem Kohlekraftwerke und produziert stark mit CO₂ belasteten Strom.
Baltikum ist seit 2025 vom russischen Verbundnetz abgekoppelt.
GROSSBAT TERIESPEICHER
Erster Urner Grossbatteriespeicher erfolgreich in Betrieb Im Zentralschweizer Energie-Hub Plattischachen ist im Sommer einer der grössten Batteriespeicher der Schweiz in Betrieb genommen worden. EnergieUri stärkt damit die Flexibilisierung der Stromproduktion und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. TEXT RONNY ARNOLD
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FOTOS TIMON ARNOLD
Die Grossspeicheranlage im Plattischachen hilft dabei, Schwankungen aus der Produktion von volatiler erneuerbarer Energie auszugleichen.
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n den vergangenen Monaten ist im Industrie gebiet Plattischachen neben der Autobahn A2 einer der bislang grössten Batteriespeicher der Schweiz entstanden. In unmittelbarer Nähe zum energieUri-Kraftwerk Arniberg und zum Swissg ridUmspannwerk wurden 28 Container mit einem Gesamtgewicht von über 1300 Tonnen angeliefert und von den Fachleuten von energieUri installiert. Seit diesem Sommer sind die beiden Grossbatteriespeicheranlagen von energieUri und Axpo am Netz. Zusammen verfügen sie über eine Speicherkapazität von rund 115 Megawattstunden. Grossbatteriespeicheranlagen – kurz BESS genannt – dienen dazu, schnell elektrische Energie zu speichern und bei Bedarf wieder ins Stromnetz einzuspeisen. Sie helfen, Schwankungen bei der Strom erzeugung aus volatilen erneuerbaren Energien wie der Photovoltaik auszugleichen, die Netzstabilität zu erhöhen und damit die Versorgungssicherheit zu stärken. Überschüssiger Strom kann kurzfristig gespeichert und sobald nachgefragt wieder bereitgestellt werden. Dadurch lässt sich das Stromnetz effizienter nutzen.
Wie wichtig solche innovativen Speicherprojekte sind, hat das letzte Halbjahr eindrücklich gezeigt. Die zunehmend dezentrale und schwankende Stromproduktion insbesondere von Solaranlagen, die mehr produzieren als für den Eigenbedarf nötig und so überschüssigen Strom ins Energienetz zurückspeisen, stellt das Energienetz im Sommerhalbjahr vor grosse Herausfor derungen. Genau dann können Batteriespeicher ihre Stärken ausspielen. Gleichzeitig reduzieren solche Anlagen den Bedarf an Ausgleichsenergie – wovon alle Urner Stromkundinnen und -kunden profitieren. Für energieUri ist der Grossbatteriespeicher nach dem ersten Urner Pumpspeicherkraftwerk im Bolzbach beim Kraftwerk Isenthal ein weiteres innovatives Energieprojekt zur kurzfristigen Speicherung von Energie. Mit der Wasserstoffproduktionsanlage der H2Uri AG beim Kraftwerk Bürglen engagiert sich der Urner Energiedienstleister zudem in einer für die Schweiz noch weitgehend neuen Technologie. Wasserstoff bietet mittelfristig das Potenzial, Energie auch saisonal zu speichern und damit einen weiteren Beitrag zur sicheren und nachhaltigen Energieversorgung zu leisten. AKTUELL
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AUSPROBIERT
Strom schmecken nd em Löffel u in e , e li fo lu Mit A t eine nge entsteh u Z n e n e ig e der n Die «Zunge . e ri e tt a B e klein es verblüffend in e t is » e ri e batt onikiches Elektr rl h fä e g n u un d d r Kinder. Un fü t n e m ri e exp che h ihre kindli ic s ie d , e ll a für ahrt haben. Neugier bew RE C H ER C
H E C EL ES
TE BL AN C
Stück Alufolie (ca. 15 cm lang, ca. 5 cm breit)
Gabel oder Löffel aus Edelstahl oder Silber
So funktioniert’s 1 Rollen Sie ein Stück Alufolie zu
einem länglichen Streifen, der genau so lang ist wie das Besteck.
2 Zunge rausstrecken: Legen Sie den Alustreifen an die linke, das Besteck an die rechte Zungenspitze, ohne dass sie sich berühren.
3 Führen Sie die Alufolie und das Besteck ausserhalb des Mundes am unteren Ende zusammen. Damit schliessen sie den Stromkreislauf.
4 Ein Kribbeln auf der Zunge oder ein säuerlich-metallischer Geschmack sind der Beweis: Das Experiment funktioniert.
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Das ist passiert Zwei verschiedene Metalle werden durch eine leitfähige Flüssigkeit miteinander verbunden. In diesem Experiment übernimmt der Speichel diese Rolle. Dadurch entsteht zwischen Aluminium als Anode (Minuspol) und dem Besteckmetall als Kathode (Pluspol) eine kleine Spannung von bis zu 0,8 Volt, etwa halb so viel wie bei einer AA-Batterie. Das Aluminium gibt dabei Elektronen ab, sie fliessen zum edleren Metall. Dieser sehr schwache Strom zeigt sich als Kribbeln oder metallischer Geschmack auf der Zunge.
REPORTAGE
Ghostbusters der alten Stromwelt Im geplanten Tiefenlager im Zürcher Unterland werden die Geister der atomaren Stromerzeugung Hunderte Meter tief in sicheres Gestein verbannt. Wie das funktionieren soll, erforscht die Nagra seit Jahrzehnten in einem Stollensystem im Jura. T E X T A N D R EA S S C H WA ND ER
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er Zementbelag auf dem Tunnelboden ist von Rissen durchzogen. «Das ist genau das, was wir erwartet haben», sagt Heinz Sager, Geograf bei der Nagra. Der Boden hebt sich, und «darum sind die Tunnels hier mit stählernen Bögen gestützt, die wie Teleskope gebaut sind und vom Berg langsam zusammengedrückt werden». Jede noch so kleine Lücke versucht der Berg so schnell wie möglich wieder zu schliessen – genau so, wie er künftig strahlende Abfälle einschliessen soll. Sager führt seit Jahrzehnten Besucherinnen und Besucher durch das Felslabor im Mont Terri – ein verzweigtes Stollensystem beim
F OTO S CO NR A D VO N SCH UBER T
Patrick Studer und Heinz Sager kennen sich aus in der Unterwelt des Juras. Dank der Forschung in diesem Stollensystem ist heute ein Tiefenlager machbar.
jurassischen Städtchen Saint-Ursanne. Die Kavernen verlaufen parallel zur Autobahn A16 «Transjurane». Bei deren Bau in den 1990ern stiess man in sogenannten Opalinuston vor, ein weiches Sedimentgestein mit vielen eingeschlossenen Ammoniten. Schon damals weckte das Material die Neugier der Geologinnen und Geologen bei der Nagra. Hier könnte man die Geister loswerden, die das Atomzeitalter gerufen hat.
Der Berg macht alles selber Die Faltung des Juras hat hier die Sedimentschichten teilweise um 45 Grad geneigt. In solchen Störungen
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REPORTAGE
« Wir befinden uns geologisch gesehen im Interglazial, einer Warmphase zwischen zwei Eiszeiten.» Heinz Sager
sollte nichts gelagert werden, weil zu befürchten ist, dass das in den nächsten Jahrmillionen wieder passiert. Aber man kann erforschen, was passiert, wenn geologische Prozesse den Untergrund stören. Denn der Opalinuston ist auf den ersten Blick ein wenig naheliegendes Material für die Endlagerung. Er ist weich, verformt sich, quillt auf, wenn er feucht wird, drückt Stollen im Lauf der Jahre zusammen. Im Extremfall «kriecht» er mit bis zu einem Millimeter pro Woche. Deshalb bilden sich in den Tunnelböden nach kurzer Zeit jene Buckel und Risse. Gesteine wie Granit erscheinen da als Lagergestein sinnvoller. «Granit ist auch eine Möglichkeit», sagt Heinz Sager. «Wir haben deshalb auch ein Felslabor im Grimsel. Doch in der Schweiz haben wir uns
für den Opalinuston entschieden.» Das hat gute Gründe: Der Ton besteht aus Sedimenten, die in einem prähistorischen Meer entstanden sind und dessen Lebewesen, vor allem die darin millionenfach vorhandenen Ammoniten Leioceras opalinum, eingeschlossen sind, aber nicht zerstört wurden. Weil die Fossilien auch nach 175 Millionen Jahren im Ton erhalten sind, weiss man, dass die Gesteinsschichten bereits mehrere Eiszeiten unbeschadet überstanden haben. Genau so soll der Opalinuston künftig auch radioaktive Abfälle einschliessen – möglichst ohne menschliches Zutun. Der Berg macht alles selber.
Das Problem ist die nächste Eiszeit
Saint-Ursanne (hinten links) ist zu einem internationalen Zentrum zur Erforschung von Tiefenlagern geworden. Das Felslabor befindet sich in den Felsen rechts, das Besucherzentrum (flaches, braunes Gebäude) nahe dem Bahnhof.
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«Wir befinden uns geologisch gesehen im Interglazial, einer Warmphase zwischen zwei Eiszeiten», erklärt Heinz Sager. Die nächste Eiszeit kommt bestimmt. Die Gletscher werden etwa an denselben Orten durch fliessen wie in den letzten Eiszeiten. Sie werden Städte und Infrastruktur weghobeln und die Landschaft völlig umgestalten. Der radioaktive Abfall muss vor den Eismassen geschützt sein. Im Gegensatz zu den Jurahügeln bei Saint-Ursanne hat der Opalinuston in Stadel «Nördlich Lägern» bereits fünf Eiszeiten völlig unbehelligt überstanden. Die Zeiträume, in denen die Nagra denkt, sind bisweilen verwirrend. «Wir müssen Dinge bauen, die man mit gutem Gewissen sich selbst überlassen kann», sagt Patrick Studer, Kommunikationsver antwortlicher der Nagra. Man ist deshalb in den letzten Jahren von grossen Bauten abgekommen.
Der Opalinuston verschliesst jeden Hohlraum innert weniger Jahrzehnte. Die Zugangsstollen müssen deshalb mit Teleskopstahlbögen gestützt werden, die der Berg langsam ineinanderdrückt.
Die Entsorger
Die Pakete mit abgebrannten Brennstäben werden in einen Stahlbehälter verpackt und im Stollen auf eine Unterlage aus Tonziegeln gestellt. Dann wird der Hohlraum fest mit Bentonit verfüllt.
Die stählernen Abfallbehälter werden in den Lagerstollen auf Tonblöcke gestellt. Dann stopft eine speziell konstruierte Maschine den Stollen mit Bentonit voll. Das ist ein körniges, wasseraufnehmendes Tongestein, das auch als Katzenstreu verwendet wird. Es soll die nächste Umgebung des Behälters möglichst lange möglichst trocken halten. Nach einigen Jahrzehnten verschliesst der Opalinuston die Stollen nahtlos und schliesst die Behälter mit den Abfällen ein, ohne sie zu beschädigen. Gleichzeitig ist er so dicht, dass auch in Jahrmillionen keine radioaktiven Teilchen oder gar Gegenstände an die Oberfläche gelangen werden. Und um allein die Radioaktivität abzuschirmen, reichen bereits wenige Meter Gestein. «Die wichtigste Barriere gegen die Radioaktivität ist der Ton, nicht der Stahl des Behälters», sagt Patrick Studer. Denn: «Korrosion gibt es immer. Und irgendwann verschwindet der Behälter», betont Heinz Sager. «Doch das ist dann irrelevant.»
Möglichst wenig Stahl und Beton Das Tiefenlager soll nach neusten Erkenntnissen mit möglichst wenig Fremdmaterial gebaut werden. Das Gestein schliesst permanent alle Öffnungen und quillt auf, wenn Wasser eindringt. Es «heilt» sich selber. Ausser den Behältern mit den Abfällen bleibt nichts unten – keine Eisenbahnschienen, kein Stahl, kein unnötiger Beton, keine Geräte, keine Abfälle. «Das ist der gegenwärtige Stand des Wissens», betont Patrick Studer. Denn das Projekt laufend weiterzuentwickeln und zu verbessern, ist ein entscheidender
Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) wurde 1972 gegründet. Sie soll aus dem Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke anfallende radioaktive Abfälle sicher tief im Boden einlagern. Seit 1996 werden in Saint-Ursanne entsprechende Technologien erforscht.
Teil des Prozesses. Die Nagra plant alle Systeme und Prozesse so, dass möglichst keine statisch festen Entscheide getroffen werden – möglichst alle Projektteile sollen laufend neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden können. Dank dieser jahrzehntelangen Forschung weiss die Nagra heute sehr genau, was sie «Nördlich L ägern», 900 Meter tief unter einer Fläche von etwa zwei Quadratkilometern, in der Erde bauen will. Insgesamt werden maximal 40 Kilometer relativ enge Stollen ausgebrochen. Heinz Sager rechnet mit rund 1,5 Millionen Kubikmetern Tunnelausbruch. Zum Vergleich: Für die beiden Röhren des 9,3 Kilometer langen Seelisberg-Autobahntunnels wurden in den 1970er-Jahren zwischen 1,5 und 2 Millionen Kubikmeter Fels ausgebrochen. Das beim Bundesrat beantragte Projekt reicht für die Abfälle der heute bestehenden Kraftwerke. Um flexibel planen zu können und sicherzustellen, dass dort keine Geothermiebohrungen gemacht werden, hat die Nagra eine Fläche von 26 Quadratkilometern als Schutzbereich ausgeschieden. Theoretisch würde so die Geologie auch Platz für den Abfall eines weiteren Kraftwerks bieten. Das würde aber wieder jahrelange Planungs- und Bewilligungsverfahren bedeuten. Mittlerweile heisst das Projekt des Tiefenlagers «Terradura» – die harte, zähe Erde. Das ist genau jene Eigenschaft, mit welcher der Opalinuston das Problem der radioaktiven Abfälle löst. Er schliesst die Geister der nuklearen Stromerzeugung auf ewig tief unter dem Boden ein. AKTUELL
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RAT UND TAT
Der Stromfresser in der Tasche Jede und jeder von uns hat eins, und viele legen es kaum aus der Hand: das Smartphone. Sein Stromverbrauch ist klein. Doch in der Masse zählt, wie wir es nutzen und laden. Drei Hacks zeigen, wie es effizienter geht. TEX T JEANNINE HIRT
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martphones sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie begleiten uns durch den Alltag, sind unser Kommunikationsmittel, unser Navi, unsere Unterhaltung und unser Büro. Ihr Stromverbrauch beim Laden ist überschaubar: Ein durchschnittliches Smartphone benötigt im Jahr nur wenige Kilowattstunden Strom.
Millionen Handys Was auf den ersten Blick unbedeutend erscheint, gewinnt in der Masse an Gewicht. In der Schweiz besitzen über 95 Prozent der Bevölkerung ein Handy. Bei rund neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind somit täglich Millionen Geräte im Einsatz, die immer wieder Strom brauchen.
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Strom steckt aber nicht nur im Gerät, sondern auch im Netz dahinter: Mobilfunknetze und Rechenzentren verbrauchen Energie. Rechenzentren kommen in der Schweiz bereits auf rund 3,6 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Mit jeder Nachricht, jedem Telefonat und jedem Video nutzen wir Server, die Daten verarbeiten und weiterleiten. Und wir verschicken, streamen und speichern immer mehr Daten.
Laden zur falschen Zeit Wir laden unsere Smartphones oft abends, wenn wir nach Hause kommen. Doch genau dann ist der Stromverbrauch in vielen Haushalten ohnehin schon hoch: Es wird gekocht, gewaschen, ferngesehen – und vielerorts laufen mehrere Geräte gleichzeitig. So entstehen die typischen Verbrauchsspitzen am frühen Abend. Ein Smartphone verbraucht zwar wenig Strom. Doch beim Laden spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle. Auf der nächsten Seite entdecken Sie versteckte Stromfresser und drei einfache Hacks, mit denen Sie Ihr Smartphone effizienter laden.
Was zusätzlich Strom frisst 1
Ein helles Display frisst bis zu 30 Prozent Ihres Akkus.
Die beliebten Social-Media-Apps sind sehr energieintensiv.
Hintergrundsynchronisation kostet konstant Strom.
Pushnachrichten halten das Handy ständig mit Servern verbunden.
Ortungsdienste empfangen laufend Signale und benötigen dabei Energie.
Drei Hacks für effizienteres Laden Laden Sie Ihr Smartphone möglichst tagsüber statt während der abendlichen Verbrauchsspitzen. Ist der Akku voll, ziehen Sie das Ladegerät aus der Steckdose. Setzen Sie auf energieeffiziente Ladegeräte. Nutzen Sie Ihr Smartphone während des Ladens möglichst nicht. Das Gerät wird sonst wärmer und lädt weniger effizient. Der Flugmodus hilft dabei – und Abschalten tut auch mal gut. Laden Sie Ihr Smartphone an einem kühlen Ort und vermeiden Sie direkte Sonne. Hitze verlangsamt den Ladevorgang und belastet den Akku. Ein einzelnes Smartphone fällt kaum ins Gewicht. Millionen davon schon. Genau darin liegt das Potenzial: Wer das Handy bewusster nutzt und lädt, spart im Alltag spürbar Energie.
Akkus hassen Extremzustände Warum Hitze, 100 % und 0 % Ladung Ihrem Handy schaden, erfahren Sie hier.
TIPP
Die unterschätzte Herbstfrucht Die Quitte ist eine Frucht voller Gegensätze. Roh ist sie hart und bitter, gekocht jedoch aromatisch und süsslich. Wir liefern ein einfaches Rezept für ein herbstliches Dessert. T EXT GA BR IEL V IL A R ES
Sehen aus wie Zitronen, sind aber erst gekocht ein Genuss.
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ntensiv. Fruchtig. Süsslich. Der betörende Duft der Quitte macht sofort Lust auf einen Bissen. Ihr würziges Aroma erinnert an eine Mischung aus Apfel, Birne und Zitrone. Aber Achtung: Die goldgelbe Frucht roh zu essen, ist keine gute Idee. Denn roh ist sie kein Gaumenschmaus, sondern hart und bitter. Zumindest die einheimischen Sorten. Doch richtig zubereitet, kann die Herbstfrucht ein Feuerwerk für die Geschmacksknospen zünden. Aber nicht nur die Sinne werden sich freuen, auch der Vitaminhaushalt jubiliert. Denn Quitten liefern Vitamin C und verschiedene B-Vitamine wie Folsäure. Diese unterstützt wichtige Prozesse wie Zellteilung und Blutbildung und ist besonders für Schwangere von Bedeutung. Die Frucht ist zudem reich an Mineral stoffen wie Kalium. Zu guter Letzt fördern die darin enthaltenen Ballaststoffe, insbesondere Pektin, die Verdauung. Wann haben Sie zuletzt eine Quitte gegessen? Die meisten kennen die Frucht höchstens als K onfitüre zum Frühstück. Wie wäre es mal mit Saft, Kompott, Salatdressing, Chutney, dem traditionellen Quittenbrot oder allerlei Backwaren mit Quitte? Wir machen den Anfang und liefern ein Rezept.
Einfaches Herbstrezept: Ofenquitten mit Honig Quitten gründlich waschen, schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Stücke in eine Auflaufform legen und mit Zitronensaft beträufeln. In einer Schüssel Honig, Zimt und die gehackten Nüsse vermengen und über die Quittenstücke geben. Die Quitten bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) im Ofen etwa 30 bis 40 Minuten backen, bis sie weich und goldbraun sind. Warm serviert passen die Ofenquitten hervorragend zu Joghurt oder Vanilleglace. En Guete!
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Zutaten 2 Quitten 2 EL Honig 1 EL Zitronensaft 1 TL Zimt 1 Handvoll gehackte Baumnüsse oder Mandeln
RÄTSEL
Welches Wort wird gesucht? Online mitmachen Das Teilnahmeformular zum Wettbewerb finden Sie auf redact.ch/wettbewerb oder indem Sie mit Ihrem Handy den QR-Code scannen. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2026.
Per Postkarte Alternativ können Sie uns eine Postkarte – mit Angabe des Lösungsworts, Ihres Namens, Ihrer Adresse und Ihres Mails oder Telefons – schicken an: Redact Kommunikation AG Europa-Strasse 9 8152 Glattbrugg
Viel Spass beim Rätseln! Teilnahmebedingungen: Über diesen Wettbewerb führen wir keine Korrespondenz. Ihre Daten werden ausschliesslich für den Wettbewerb genutzt und danach wieder gelöscht. Es ist keine Barauszahlung der Preise möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Das Lösungswort der letzten Ausgabe war «WELTALL».
1. Preis
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3. Preis
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AKTUELL
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energie, die bewegt.