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Kinderfilmfestival

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30. Internationales Kinderfilmfestival

17. –  25.11.2018

e 5,00 Österreich; e 6,50 Deutschland & EU; SFr 10,50 Schweiz; SSN 1993-811X Österreichische Post AG, MZ 15Z040275 M; substance media ltd., Mariahilfer Str. 76/31, 1070 Wien

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die 3 posträuber • 100% coco • the breadwinner • don't talk to irene • gordon und paddy • der grosse böse fuchs und andere geschichten • ich bin william • eine kleine weihnachtsgeschichte • mama muh und die krähe • ein monster auf bestellung • pichkus traum • rosie & moussa • ein schwerer rucksack • supa modo • thilda & die beste band der welt • der untergang spartas


J E T Z T G R AT I S M I T G L I E D W E R D E N !

FILMSTART: 29.11.

FILMSTART: 07.12.

FILMSTART: 20.12.

KINO UM NUR

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- G R AT I S P O P C O R N BEI JEDEM BESUCH

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www.familyfilmclub.at


30. INTERNATIONALES KINDERFILMFESTIVAL 17. BIS 25. NOVEMBER 2018

INHALT

In diesem Jahr findet das Internationale Kinderfilmfestival zum 30. Mal statt. Das heißt: Es sind bereits mehrere „Generationen“ von Kindern durch diese höchst vergnügliche Schule des Sehens (und Hörens) gegangen, die heute (hoffentlich) gut „ausgebildete“ und mit den Gestaltungsmerkmalen des Films bestens vertraute Kinobesucherinnen und -besucher sind. Aus Anlass des schönen Jubiläums haben wir einige ehemalige Mitglieder der Kinderfilm-Jury des Festivals aufgespürt und mit ihnen darüber gesprochen, wie das Kinderfilmfestival ihre Kinowahrnehmung geprägt hat. Neben den Beschreibungen zu den 16 Festivalfilmen dieses Jahrgangs finden Sie in unserem begleitenden Sonderheft, das wir nun auch schon zum 13. Mal produziert haben, zwei spannende Interviews mit Filmemachern, einen Rückblick von Franz Grafl, einem der Organisatoren, auf 30 Jahre Kinderfilmfestival, einen Text zum beliebten Topos des Klassenzimmers im Film und ein Interview mit Valentin Struklec, der eine erfolgreiche Firma für Visual Effects, unter anderem in Kinderfilmen, betreibt. Über all dem hoffentlich interessierten Lesen aber dürfen Sie nicht versäumen, mit ihren (Enkel-)Kindern das tolle Kinderfilmfestival zu besuchen, das wie immer eine breite Palette an Filmen anbietet und dabei einen großen geografischen Bogen – von Kenia bis Afghanistan, von Kanada bis Indien – spannt. In diesem Sinne wünschen wir ein erlebnisreiches und spannendes Kinderfilmfestival voller aufregender Begegnungen.

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Gartenbaukino Parkring 12, 1010 Wien U3, U4, 2, 4A. Acht Rollstuhlplätze Cine Center Fleischmarkt 6, 1010 Wien U1, U3, U4, 2A cinemagic in der Urania Uraniastraße 1, 1010 Wien U1, U4, 1, 2, O. Zwei Rollstuhplätze Votiv Kino Währinger Straße 12, 1090 Wien U2, 1, 37, 38, 40, 40A, 41, 42, 71, D. Vier Rollstuhlplätze

Eintrittspreise Einzelkarte € 5,Ö1-Club € 4,- pro Person kinderaktivcard € 4,- pro Person Gruppenkarten € 4,- pro Person (ab drei Personen) Festivalpass (für zehn Vorstellungen) € 30,-, übertragbar Mit BankCard der Erste Bank: Einzelkarte € 4,- pro Person; Festivalpass € 25,- (statt € 30,-) Mit Standard-Abo-Vorteilskarte: Festivalpass € 25,Ermäßigung für GPA-Mitglieder: Festivalpass € 25,-

Kartenreservierung Für alle Kinos unter 0664 465 56 60 oder an den Kinokassen Vorstellungen für Schulen: Reservierungen ausschließlich unter 01 4000 83400 oder cinemagic@wienextra.at www.kinderfilmfestival.at

don't talk to irene ................................................................................ 09 gordon und paddy .................................................................................. 10 der grosse böse fuchs und andere geschichten ......................... 12 ich bin william ........................................................................................ 13 eine kleine WeIhNachtsGeschichte ................................................... 14 Mama muh und die krähe . .................................................................... 15 ein monster auf bestellung ............................................................... 34 pichkus traum ......................................................................................... 34 rosie & moussa ....................................................................................... 35 ein schwerer rucksack......................................................................... 36 supa modo ................................................................................................. 37 thilda & die beste band der welt ..................................................... 38 der untergang spartas ........................................................................ 39 perspektive ohne himmel. Interview mit diego mascambroni .....16 aufklärung und auflehnung. das Klassenzimmer im film ......... 18 qualität und spirit. visual effects für kinderfilme . .................. 20 sonderveranstaltungen, spielplan .................................................. 23 und es bewegt sich doch .... 30 jahre kinderfilmfestival .......... 24 die qual der wahl. die Kinderjury ..................................................... 28 man fühlte sich wie ein kleiner star: Ex-jurymitglieder .......... 30 eine saubere sache. Interview mit nila madhab panda .............. 32 internationales kinderfilmfestival steiermark .......................... 41

30. INTERNATIONALES KINDERFILMFESTIVAL

17. – 25.11.2018 F I LM M A G A ZI N

FILMMAGAZIN

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DIE 3 POSTRÄUBER • 100% COCO • THE BREADWINNER • DON'T TALK TO IRENE • GORDON UND PADDAY • DER GROSSE BÖSE FUCHS UND ANDERE GESCHICHTEN • ICH BIN WILLIAM • EINE KLEINE WEIHNACHTSGESCHICHTE • MAMA MUH UND DIE KRÄHE • EIN MONSTER AUF BESTELLUNG • PICHKUS TRAUM • ROSIE & MOUSSA • EIN SCHWERER RUCKSACK • SUPA MODO • THILDA UND DIE BESTE BAND DER WELT • DER UNTERGANG SPARTAS

e 5,00 Österreich; e 6,50 Deutschland & EU; SFr 10,50 Schweiz; SSN 1993-811X Österreichische Post AG, MZ 15Z040275 M; substance media ltd., Mariahilfer Str. 76/31, 1070 Wien

Die Kinos

the breadwinner .................................................................................... 06

e 5,00 Österreich; e 6,50 Deutschland & EU; SFr 10,50 Schweiz; SSN 1993-811X Österreichische Post AG, MZ 15Z040275 M; substance media ltd., Mariahilfer Str. 76/31, 1070 Wien

Das Team des ray Filmmagazins

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BOHEMIAN RHAPSODY Rami Malek als Freddie Mercury: ein Gespräch CROOKED HOUSE Die Verfilmung von Agatha Christies eigenem Lieblingsroman GREEN PRODUCING Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in der Filmwirtschaft HALLOWEEN / SUSPIRIA Zwei HorrorKlassiker, neu bearbeitet. Als Bonus: ein Gespräch mit Jamie Lee Curtis FERNSEHSERIEN Ein umfangreiches Special über starke Frauen

abo@ray-magazin.at, T +43 (0)1 920 20 08-14 ray-Jahresabo (zehn Ausgaben, davon zwei Doppelnummern) Österreich: € 32,- Studierende: € 25,-, EU: € 45,Zweijahres-Abo: € 50,-, Schweiz: SFr 70,- inkl. Versandkosten Oder fordern Sie einfach ein Probeheft an! www.ray-magazin.at ray als ePaper: goreadly.com, www.kiosk.at

IMPRESSUM Medieninhaber und Verlag substance media ltd., Mariahilferstraße 76/3/31, 1070 Wien, +43 (0)1 920 20 08-0, F +43 (0)1 920 20 08 13, office@ray-magazin.at, www. ray-magazin.at Geschäftsführer und Herausgeber Andreas Ungerböck, Mitko Javritchev Art-Direktion Mitko Javritchev Mitarbeit an dieser Ausgabe Jakob Dibold, Franz Grafl, Petra Metelko, Günter Pscheider, Roman Scheiber, Jörg Schiffauer, Bettina Schuler, Gabriela Seidel-Hollaender, Angela Sirch Lektorat Pamina Kowalski Fotos Archiv ray; Internationales Kinderfilmfestival Anzeigen Andreas Ungerböck Druck Wograndl Druck GmbH, 7210 Mattersburg Erscheinungsort P.b.b. 1070 Wien Cover Pichkus Traum © Shiv Nadar Foundation

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die 3 posträuber zum gedenken an die grosse schriftstellerin christine nöstlinger: Eine flüssig Inszenierte Krimikomödie mit Witz, Tempo, schrägen Typen und flotter Musik. Text ~ Jörg Schiffauer Eröffnungsfilm Die 3 Posträuber Österreich 1998 Regie Andreas Prochaska Mit Robert Asherov, Stefan Clapczinski, Nicola Etzelstorfer, Franz Weisser, Dolores Schmidinger, Gusti Wolf, Jane Tilden, Rudolf Kowalski, Claude Oliver Rudolph, Thierry van Werveke, u.a. Länge 91 Minuten, Farbe Empfohlen ab 7 Jahren deutsche Originalfassung SA 17.11. 15 Uhr Gartenbau In Anwesenheit von Regisseur Andreas Prochaska MO 19.11. 9 Uhr cinemagic MI 21.11. 16 Uhr Cine Center DO 22.11. 15 Uhr Votiv Kino

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wischen zwei Kinderbanden, den Mupfer s und den Schmutzers, herrscht bittere Rivalität. Die spielerischen Auseinandersetzungen, die sich im Verlauf eines Sommers zutragen, nehmen oft – die Schmutzerbande hat ein besonderes Geschick, sich gar üble Streiche auszudenken – einen recht rustikalen Verlauf. Da kann es den Verlierern der Fehde schon passieren, dass ihnen der Hosenboden abgeschnitten wird oder man sie zwingt, Regenwürmer zu schlucken. Doch das alles tritt in den Hintergrund, als ein Mädchen, mit der alle befreundet sind, plötzlich verschwunden ist. Die abenteuerlustige Ivonka hatte nämlich bei einem ihrer Streifzüge zufällig drei Männer in einem abgelegen Haus belauscht, die einen großen Über-

fall planen. Pech nur, dass Ivonka von den angehenden Posträubern entdeckt und festgesetzt wurde. Die Mupfers setzen nun alles daran, ihre Freundin zu finden, tatkräftige Hilfe bekommen sie dabei ausgerechnet von Liese Schmutzer, Schwester des Anführers und Namensgebers ihrer großen Rivalen. Als Liese und die Burschen endlich die Spur der Posträuber – die kurioserweise alle drei mit Vornamen „Otto“ heißen – aufnehmen, wird die Sache wirklich turbulent. Mit Die 3 Posträuber lieferte Andreas Prochaska, der davor als Editor unter anderem mit Michael Haneke zusammengearbeitet hatte, seine erste Regiearbeit ab. Es war ein durchaus fulminanter Auftakt, an den Prochaska mit erfolgreichen Film- und Fernseharbeiten wie In 3

Tagen bist du tot, der Reihe Spuren des Bösen, Das finstere Tal und der demnächst anlaufenden achtteiligen Serie Das Boot nahtlos anzuknüpfen verstand. Die literarische Vorlage von Christine Nöstlinger – die große österreichische Kinderbuchautorin verstarb im Juni diesen Jahres; ihr zu Ehren findet diese Wiederaufführung auch statt – setzt Prochaska als turbulente, ungemein temporeiche Abenteuergeschichte in Szene, samt augenzwinkernden Zitaten aus einer Reihe höchst unterschiedlicher Genres. Die jugendlichen Protagonisten agieren dabei mit jener Mischung aus lausbubenhaften Charme und erfrischendem Anarchismus, die an zwei der bekanntesten Figuren von Mark Twain erinnert – Tom Sawyer und Huckleberry Finn.


100% coco DIe 13-jährige Coco ist ein Mode-Freak. Um sich von der Masse abzuheben, FLÜCHTET SIE IN DIE ANONYMITÄT DES INTERNETS – UND WIRD DORT ZU EINEM HEIMLICHEN STAR. Text ~ Bettina Schuler Hauptprogramm 100% Coco Niederlande 2017 Regie Tessa Schram Mit Nola Kemper, Valentijn Avé, Merel de Zwart, Firy Beuk, Thom Vendrik , u. a. Länge 88 Minuten, Farbe Empfohlen ab 9 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen In Anwesenheit von Hauptdarstellerin Nola Kemper so 18.11. 11 Uhr Cine Center so 18.11. 15 Uhr cinemagic Mo 19.11. 9 Uhr Votiv Kino

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orsagen mit Netzstrümpfen plus Leopardenstiefel? Für die 13-jährige Coco kein Problem. In Sachen Mode kann es ihr nicht außergewöhnlich genug sein. In ihrer Schule kommt das leider nicht besonders gut an. Denn die Girls dort orientieren sich in Sachen Klamotten lieber an den Stars und Sternchen auf Instagram. Um den ständigen Hänseleien zu entgehen, beschließt Coco, lieber auf den Einheitslook Jeans und TShirt zu setzen und sich fashiontechnisch, mit Tigermaske vorm Gesicht, im Internet auszutoben. Als sie mit ihren Videos an einem Vlog-Wettbewerb teilnimmt, gerät ihre Anonymität in Gefahr. Denn immer mehr Mädchen lieben den Modemix des mysteriösen Style Tigers. Doch als die Oberzicke sich

fälschlich als Style Tiger ausgibt, muss Coco handeln. 100% Coco ist eine moderne Version der Aschenputtel-Geschichte. Auch wenn es in diesem Fall kein vergessener Schuh, sondern ein besonders kreatives und cooles Outfit ist, das den echten Style Tiger enttarnt. Natürlich darf auch in dieser modernen Liebesgeschichte die Liebe nicht fehlen, die, wie es in dem Alter üblich ist, sich vor allem durch zahlreiche Missverständnisse auszeichnet. Bunt, leicht und sehr klassisch erzählt Tessa Schram die Geschichte der zauberhaften Coco, die, wenn sie mit ihren wachen Augen die Second-Hand-Läden durchstöbert, an ein Vögelchen erinnert, das gerade aus dem Nest gefallen und dabei ist, die Welt zu erkunden. Vor allem die der Mode.

Im Gegensatz zu den meisten Teenies ahmt Coco keine Insta- oder YouTube-Stars nach, sondern mixt sich aus verschiedenen Tipps und Trends ihren ganz eigenen StyleTiger-Chic. Womit sie sich ganz wesentlich von den anderen Mädchen an der Schule unterscheidet. Denn obwohl wir heute dank der Globalisierung und des Internets, niemand mehr darum bitten müssen, uns eine Levis aus den USA mitzubringen, sind die meisten Teenager einheitlicher denn je angezogen. 100% Coco zeigt, dass es sich, auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend sein kann, immer lohnt, aus der Masse herauszustechen und sein eigenes Ding zu machen. Ganz gleich, worum es geht: Mode, Freunde oder die Liebe.

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the breadwinner Ein mutiges afghanisches Mädchen kämpft um die Freilassung ihres Vaters, UM Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Text ~ Angela Sirch Hauptprogramm the breadwinner Irland/Luxemburg/ Kanada 2017 Regie Nora Twomey Animationsfilm Länge 93 Minuten, Farbe Empfohlen ab 12 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen So 18. 11. 15 Uhr Votiv Kino dI 20. 11. 9 Uhr Cine Center FR 23. 11. 19 Uhr cinemagic

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arvana geht mit ihrem Vater Nurullah, der im Krieg ein Bein verloren hat und deshalb nicht arbeiten kann, auf den Markt von Kabul, um dort einige Habseligkeiten zu verkaufen. Von kontrollierenden Taliban darauf angesprochen, warum er seine Tochter kaum verschleiert mit auf den Markt nimmt, gibt Nurullah Widerworte, die ihn teuer zu stehen kommen. Zuhause bei seiner Frau, der älteren Tochter und dem kleinen Bruder Zaki angekommen, dringen Taliban in das bescheidene Heim ein und nehmen den Vater gefangen. Das bringt die Familie in eine überaus missliche Lage, denn Frauen dürfen in Afghanistan nicht ohne männliche Begleitung außer Haus gehen. Als die Mutter zusammen

mit Parvana einen Versuch wagt, zum Gefängnis zu gehen – um zu sehen, wie es ihrem Mann geht, und um Gnade für ihn zu bitten –, wird sie von Taliban erwischt und schwer verprügelt. Die Not, in der sich ihre Familie befindet, macht die kluge Parvana erfinderisch. Sie schneidet sich die Haare kurz, schlüpft in die Kleider ihres verstorbenen Bruders und heißt fortan in der Öffentlichkeit Aatish. Auf einmal genießt sie ungekannte Freiheiten, kann allein am Markt einkaufen und sich frei bewegen. Doch die Sorge um ihren Vater bleibt. Sie versucht durch Gelegenheitsjobs genügend Geld aufzustellen, um die Beamten zu überzeugen, ihren Vater sehen zu dürfen. Unterstützung erfährt sie dabei von

einer Freundin, die sich ebenfalls als Junge ausgibt und mit ihr von einem besseren Leben träumt. Einem, in dem man sich auch als Mädchen oder Frau entscheiden kann, wer man sein möchte, und in dem man nicht von Terror und Krieg bedroht wird. In poetischen, animierten Bildern erzählt der irische Film The Breadwinner die Geschichte eines mutigen Mädchens, das selbst eine große Geschichtenerzählerin ist. Was mit einer ausgedachten Geschichte für ihren kleinen Bruder Zaki beginnt, wird zu einer Metapher für ihre eigene Tour de Force auf dem Weg in die Freiheit. Ein berührender, sowohl bestürzender als auch humorvoller Film, der in fast märchenhaften Bildern von einer harten Realität erzählt.


THEATER FÜR

Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene

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b Träumerin, Außenseiter oder Pausenclown – im größten Theater für Kinder und Jugendliche Europas, wahrscheinlich der Welt, ist für alle Platz! Innovative Produktionen, fesselnde Stoffe, fantasievolle Bühnenbilder und vielfältige Möglichkeiten zum Selber-Ausprobieren schicken große und kleine Abenteurer Saison um Saison auf eine spannende Theaterreise. Mit deiner Eintrittskarte der Vorstellung »Ronja Räubertochter« oder »Oliver Twist« bekommen du und deine Begleitperson die Kinokarte um 4,–.

steinkellner.com; Foto: Rita Newman

Mit deiner Eintrittskarte vom 30. Internationalen Kinderfilmfestival bekommst du bei der Produktion »Der kleine Lord« 30% Ermäßigung auf den Originalpreis! BÜHNENFÜHRUNG WORKSHOPS & CO.: Die Theaterpädagogik des Theaters der Jugend bietet die Möglichkeit, Theater von einer anderen Seite kennenzulernen: einen Blick hinter die Kulissen wagen, SchauspielerInnen bei Endproben besuchen, in der Maske mit Perücke, Bart und Schminke verwandelt werden und womöglich selbst im hellen Scheinwerferlicht stehen! KONTAKT www.tdj.at 01/521 10 DW 230


don’t talk to irene Eine herrliche kanadische Komödie über ein übergewichtiges Mädchen und ihren Traum vom Cheerleading. Text ~ Bettina Schuler Hauptprogramm don’t talk to irene Kanada 2017 Regie Pat Mills Mit Michelle McLeod, Geena Davis, Anastasia Phillips, Aviva Mongillo, Scott Thompson, u. a. Länge 86 Minuten, Farbe Empfohlen ab 13 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen

Di 20. 11. 15 Uhr cinemagic Mi 21. 11. 19 Uhr Votiv Kino Do 22. 11. 9 Uhr Cine Center

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lle amerikanischen Mädchen zwischen 5 und 16 Jahren scheinen Cheerleader werden zu wollen. Obwohl wir dank zahlreicher amerikanischer High-School-Filme und Lebensläufe von Hollywoodstars doch wissen, dass diese heiß begehrten Teenies im späteren Leben niemals zu den Reichen und Schönen gehören. Doch das hindert Irene nicht daran, an ihrem CheerleaderTraum festzuhalten. Unterstützt wird sie dabei von niemand Geringerem als Superstar Geena Davis, die via Poster über ihrem Bett dem Außenseitermädchen mit Rat zur Seite steht. Indes ihre Mutter, Ex-Cheerleader und Ex-It-Girl, die Tochter vor der Blamage bei der Bewerbung bewahren will. Denn dass ihre nerdige Tochter trotz zehn Kilo zu

viel das Zeug zum Cheerleader hat, kann sich die alleinerziehende Mutter nicht vorstellen. Doch wie immer im Leben kommt alles anders als die Erwachsenen ihren Kindern sagen. Dass ausgerechnet ein Schulverweis und die damit einhergehenden Sozialstunden in einem Altenheim Irene ihrem Ziel ein großes Stück näher bringen, das hätte sich selbst das kleine blonde Mädchen nicht träumen lassen. Don’t Talk To Irene ist ein gelungener Familienfilm, an dem alle Spaß haben können. Das liegt vor allem an Michelle McLeod: Es gelingt ihr, der übergewichtigen Irene, die auf Grunde ihres Styles und Aussehens per se nicht zu den coolen Mädchen gehört, alles überstrahlenden Charme und Selbstbewusstsein zu verleihen. Fasziniert schaut man

dem Mädchen zu, wie es trotz Mobbing durch die anderen Girls und trotz der Zweifel ihrer Mutter an ihrem Traum festhält. Und sich dabei von nichts und niemandem, auch nicht von der fiesen/schönen Gegenspielerin, ihre Zuversicht rauben lässt. In einem Erzählstil à la Little Miss Sunshine zeigt Regisseurin Pat Mills, dass Ausstrahlung unabhängig von den klassischen Schönheitsidealen funktioniert. Und wir immer an unseren Träumen festhalten sollen, egal, was die anderen sagen. Ein absolut sehenswerter und unterhaltsamer Film, der einen das Kino mit einem Lächeln auf dem Gesicht verlassen lässt und der einen wieder einmal daran erinnert, was Geena Davis doch für eine coole Socke ist.


gordon und paddy Kleine helden und grosse abenteuer im Liebevoll gezeichneten waldleben schwedens. Text ~ Jakob Dibold Hauptprogramm gordon och paddy Schweden 2017 Regie Linda Hambäck Animationsfilm Länge 65 Minuten, Farbe Empfohlen ab 6 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen So 18. 11. 11 Uhr cinemagic Do 22. 11. 9 Uhr Votiv Kino Sa 24. 11. 13 Uhr cinemagic So 25. 11. 15 Uhr Cine Center

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ine bedrohliche Silhouette huscht zwischen den Bäumen eines knisternden Waldes hindurch und deutet an, dass das idyllische Leben seiner Bewohner schon bald auf die Probe gestellt wird. Noch ahnt der Waldpolizei-Chef Gordon, eine in die Jahre gekommene Schildkröte, jedoch nichts von dem kommenden Trubel. Als Eichhörnchen Valdemar aufgebracht vom Verschwinden großer Teile seines Nussvorrats berichtet, rückt Gordon eher gemächlich zu den Ermittlungen aus. Vor lauter pflichtbewusster Geduld bis über den Kopf hin eingeschneit, lernt er am Schauplatz des Verbrechens den vermeintlichen Dieb kennen: eine kleine Maus, die nichts als der Hunger treibt. Nachdem schnell klar ist, dass der namenlose und

einsame Nager nicht der gesuchte Nussdieb ist, lernen sich die beiden näher kennen. In der warmen Polizeistube bekommt er von Gordon spontan den Namen Paddy verpasst und obendrein einen Job als Assistent angeboten. Paddy klärt das Verschwinden der Nüsse in Folge mit Bravour auf und wird bald darauf nach ausgiebigem Training Gordons Nachfolger, der sich schweren Herzens, aber doch froh über einen so würdigen Erben, zur Ruhe setzt. Doch kaum genießt Gordon Ruhe und Müßiggang beim Angeln am Teich, braucht der frischgebackene Polizeichef noch einmal die Hilfe seines Vorgängers. Schließlich scheint hinter dem rätselhaften Verschwinden eines Vogel-Eis, aus dem bald Nachwuchs schlüpfen sollte, sowie zweier Eichhornkinder

diesmal tatsächlich die stets unter Generalverdacht stehende Füchsin zu stecken, die den Wald seit jeher in Angst versetzt. Mit einer großen Portion Tapferkeit müssen Gordon und Paddy ihre letzte große gemeinsame Prüfung bestehen. In verträumter Kinderbuch-Optik schimmert Linda Hambäcks Adaption des Buches von Ulf Nilsson und Gitte Spee als kleine Fabel über Gerechtigkeit, Freundschaft und Zusammenhalt zu einem schönen, aber nicht naiven Happy End. Die bewegten Bilder werden dabei von einem hauchzarten Soundtrack begleitet, der aber das eine oder andere Mal zu überraschen vermag. Insgesamt kommen dabei weder Humor noch Gefühl zu kurz, sowohl in kleinen, aber feinen, als auch in großen Gesten.

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der grosse böse fuchs und andere geschichten was macht der fuchs, wenn er so gar nichts bedrohliches an sich hat? ein französischer animationsfilm mit Slapstick, Wortwitz und viel Herz. Text ~ Petra Metelko Hauptprogramm LE GRAND MÉCHANT RENARD ET AUTRES CONTES Frankreich 2017 Regie Benjamin Renner und Patrick Imbert Animationsfilm Länge 80 Minuten, Farbe Empfohlen ab 7 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen S0 18. 11. 11 Uhr Votiv Kino DI 20. 11. 16 Uhr Cine Center MI 21. 11. 15 Uhr cinemagic

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er Fuchs hat die Krise. Als nicht gerade begnadeter Jäger muss er sich mit den Rüben begnügen, die ihm das gärtnernde Schwein vom benachbarten Bauernhof aus Mitleid schenkt. So gern wäre er groß und böse, aber das Wesen, das sich vor ihm fürchtet, müsse erst geboren werden, gesteht er dem Wolf, seinem Mentor. Der weiß Rat: Dann soll der Fuchs eben die harmloseste, naivste und unschuldigste aller Kreaturen erbeuten − ein noch nicht geschlüpftes Küken − und warten, bis es zu einer ordentlichen Mahlzeit herangewachsen ist. Gesagt, getan. Der Fuchs stiehlt nicht nur ein Ei, sondern drei, und als die Küken schlüpfen, passiert, was keinen verwundern wird, der schon einmal etwas von Prägung gehört hat.

Wie der Fuchs mit der unfreiwilligen Mutterrolle und die Küken mit ihrer Identitätskrise zurechtkommen, zeigt Benjamin Renner, unterstützt von Animations-Spezialist Patrick Imbert, in der gelungenen Adaption seines eigenen Comics. Es ist ihre zweite Zusammenarbeit nach dem Oscar-nominierten Zeichentrickfilm Ernest & Célestine 2012. Zwei weitere Kurzfilme aus Renners aquarelliertem Universum eines Bauernhofs und seiner recht verhaltensoriginellen Bewohnerinnen und Bewohner machen den Episodenfilm komplett. In diesen lässt sich das gutmütige Schwein in die tolldreisten Abenteuer des verantwortungslosen Teenager-Duos Hase und Erpel hineinziehen, um das Schlimmste zu verhindern, als die beiden in Vertre-

tung des Storchs ein Menschenbaby ausliefern und nach einem von ihnen verursachten Unfall versuchen, das Weihnachtsfest zu retten. Der große böse Fuchs erzählt die phantasievollen Geschichten, die man durchaus als Fabeln verstehen kann, für Kinder ab 7 Jahren, fernab vom animierten 3D-Einheitsbrei, vielmehr klassisch und mit Slapstick, Wortwitz und viel Herz. Dafür gab es zu Recht den César für den besten Animationsfilm 2018. Genial zusammengehalten werden die Episoden von der Rahmenhandlung einer Theatervorstellung in drei Akten, die die tierischen Akteure geben – mit dem ganzen Drumherum, das wir alle von Schulvorführungen kennen: Aufregung, Lampenfieber, verpasste Vorhänge und Pannen inklusive.


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WINCENT

WEISS

MIT DEN STIMMEN VON WINCENT WEISS

YVONNE

CATTERFELD

MICHAEL BULLY

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SONY PICTURES ENTERTAINMENT PRÄSENTIERT „TABALUGA – DER FILM“ EINE PRODUKTION VON TEMPEST FILM PRODUKTION IN KOPRODUKTION MIT DEUTSCHE COLUMBIA PICTURES FILMPRODUKTION YVONNE CATTERFELD MICHAEL BULLY HERBIG RICK KAVANIAN HEINZ HOENIG RUFUS BECK KATHARINA THALBACH STORYBOARD TOBY GENKEL ANIMATION DIETRICH HASSE SOUND DESIGN NICO KREBS MISCHUNG MICHAEL KRANZ SCORE PETER HINDERTHÜR MUSIC PRODUCER PETER KELLER HANS-GEORG NÄDER FRANZ VON AUERSPERG

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AB 7. DEZEMBER IM KINO IN 2D uND 3D


ich bin william Die schwungvolle Komödie aus Dänemark erzählt unter anderem davon, wie wichtig es ist, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Text ~ Gabriela Seidel-Hollaender Hauptprogramm jeg er william Dänemark 2017 Regie Jonas Elmer Mit Alexander Magnússon, Rasmus Bjerg, Stinne Henriksen, Amina Awan Abou Arrakha, NielsMartin Eriksen, u. a. Länge 83 Minuten, Farbe Empfohlen ab 8 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen In Anwesenheit von Regisseur Jonas Elmer FR 23. 11. 9 Uhr Votiv Kino FR 23. 11. 15 Uhr cinemagic SA 24. 11. 15 Uhr Cine Center

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ehr Pech als William kann man wohl kaum haben. Sein Vater ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, seine Mutter ist krank und lebt in der geschlossenen Psychiatrie. Er besucht sie jeden Sonntag mit seinem Onkel Nils, bei dem er zum Glück auch einziehen kann. Onkel Nils ist ein im Grunde netter Mensch, doch sind alle anderen für ihn eigentlich Idioten. „Schwul“ ist für ihn ein Schimpfwort. Onkel Nils stopft seine Wohnung voll mit irgendwelchen Sachen, die ihm irgendwelche Leute vorbeibringen und die er dann wieder an irgendwelche anderen Leute weiterverkauft. William wird erst später verstehen, dass es sich um Hehlerware handelt, und auch, was dies bedeutet.

Und wenn er gerade nicht damit beschäftigt ist, trifft sich Onkel Nils mit anderen Männern zum Pokern. Manchmal hat er damit Glück. Doch diesmal hat er alles verloren und schuldet somit dem fiesen Gangsterboss Djernis jede Menge Geld. William, der eigentlich selbst ziemlich in Schwierigkeiten steckt, weil er in der Schule von drei gemeinen Klassenkameraden gemobbt wird, entschließt sich, aktiv zu werden. Er macht sich auf, zu Djernis zu gehen, um sich für seinen Onkel Nils einzusetzen. Seine Klassenkameradin Viola, in die William ein kleines bisschen verliebt ist, glaubt ihm das zuerst nicht. Und alles wird noch ein bisschen schwieriger, als Williams Mutter beginnt, ihm kleine Zettelchen mit rätselhaften Botschaften zuzustecken.

Ich bin William ist eine Art Gangsterfilm für Kinder. Und natürlich ist das, weil es ein Kinderfilm ist, nicht brutal und unerfreulich, Regisseur Jonas Elmer und sein Team haben nämlich eine schwungvolle Komödie geschaffen, die Spaß macht und zugleich sehr berührend ist. Die Erwachsenen sind in diesem Film äußerst skurille Persönlichkeiten, die offenbar außer Rand und Band geraten sind, und William ist derjenige, der helfen muss, die aus dem Ruder gelaufenen Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Temporeich und mit leichter Hand inszeniert, erzählt diese herrlich kuriose Geschichte aus Dänemark, wie wichtig es im Leben ist, im Leben die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht (nur) auf andere zu verlassen.


eine kleine weihnachtsgeschichte die Geschichte eines groSSen Verlustes, liebevoll verpackt in ein zauberhaftes märchen mit happy end. Text ~ Gabriela Seidel-Hollaender Zum Wiedersehen en liten julsaga Schweden 1999 Regie Asa Sjöström Mit Lisa Malmborg, Thomas Hedengran, Gunilla Röör, Jörgen Lantz, u. a. Länge 58 Minuten, Farbe Empfohlen ab 5 Jahren Deutsche Fassung DO 22. 11. 9 Uhr cinemagic Sa 24. 11. 15 Uhr Votiv Kino

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urz vor Weihnachten geht die kleine Ina mit ihrer Mutter in der großen Stadt Stockholm einkaufen. Mit dabei ist wie immer ihr gestrickter süßer Teddybär Noonoo, den Ina heiß und innig liebt. Die U-Bahn-Station ist voller Leute. Ina verliert ihren Bären während des Einstiegs in die Bahn und kann ihn nicht mehr zurückholen, weil die Türen schon geschlossen werden. Natürlich fahren sie und ihre Mutter zurück um Noonoo zu finden, doch der Bär ist nicht mehr da. Ein älterer Herr hat ihn gefunden und mit zur Poststation genommen, wo er ihn dann vergessen hat. Glücklicherweise treffen Ina und ihre Mutter aber diesen Mann bei ihrer Suche auf der Straße und er sagt ihnen, wo sie den Bären fin-

den können. Leider aber ist der Bär nicht mehr da, als sie bei der Post ankommen. Noonoo ist aus Versehen in einen Postsack gefallen und nun unterwegs auf einer abenteuerlichen Reise in den Norden des Landes. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Er gerät in einen Schneesturm und wird eingeschneit, doch ein tüchtiger Hund findet ihn und gräbt ihn wieder aus. Der aufmerksame Besitzer des Hundes bringt ihn mit der Bitte, die Besitzer zu finden zu einer Fernsehstation. Als der Teddy im Fernsehen gezeigt wird, sieht dies Inas Mutter tatsächlich, und sie ruft beim Sender an, doch dort ist der Teddybär inzwischen aus Versehen im Müll gelandet. Nach einer wahren Odysee landet Noonoo aber doch wieder in Stockholm, wo er schließlich

in einem Second- Hand-Laden zum Verkauf angeboten wird. Unterdessen steht Weihnachten vor der Tür und die Familie erwartet Inas Halbbruder aus Amerika, den das kleine Mädchen noch nie gesehen hat. Alle sind ganz aufgeregt! Wird Ina sich mit ihrem großen Bruder verstehen? Und wird sie Noonoo wiedersehen? Der zauberhafte schwedische Film aus dem Jahr 1999 trägt märchenhafte Züge und erzählt die Geschichte eines großen Verlustes schnörkelos, aber trotzdem mit viel Sensibilität – und natürlich haben die Filmemacher, wie es sich für einen Kinderfilm für die Allerkleinsten gehört, ein ganz wunderbares Happy End entworfen, bei dem nicht nur Inas Tränen schnell wieder trocknen.

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mama muh und die krähe die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer Kuh und einer Krähe in einem bezaubernden schwedischen Animationsfilm. Text ~ Günter Pscheider Zum Wiedersehen mamma mu & krÅKAN Schweden/Deutschland/ Ungarn 2008 Regie Igor Veyshtagin Animationsfilm Länge 78 Minuten, Farbe Empfohlen ab 4 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen so 18. 11. 15 Uhr Cine Center MO 19. 11. 15 Uhr Votiv Kino So 25. 11. 11 Uhr cinemagic

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ama Muh ist etwas Besonderes: Sie gibt sich keineswegs mit der Rolle der ewig grasenden Kuh zufrieden. Sie will Radfahren, Schwimmen, Schaukeln und auf Bäume klettern. Denn wer sagt, dass Kühe all diese Sachen nicht können sollen? Sie holt sich bei ihren Versuchen zwar immer wieder blaue Flecken, aufgeben ist aber ihre Sache nicht. Mit ihrem ewig optimistischen Gemüt schafft sie es auch, die anfangs sehr abweisende Krähe für sich einzunehmen. Die Krähe hat nämlich keine Freunde, auch wenn sie das nie zugeben würde. Erst langsam – nicht zuletzt durch die Geduld und den Langmut von Mama Kuh – entdeckt auch die Krähe die Freuden des Lebens und erkennt, dass Freundschaft eines

der wichtigsten Dinge für jeden ist und auch zwischen so unterschiedlichen Wesen wie sie Kühe und Krähen nun eben einmal sind, keineswegs unmöglich ist. Diese einfache Geschichte ist bestens auch für sehr kleine Kinder geeignet, denn die von Sven Nordqvist, dem Schöpfer der überaus beliebten „Pettersson und Findus“Geschichten, sympathisch gezeichneten Figuren sind trotz ihrer Fehler liebenswert und ihre Motive einfach zu verstehen. Eigentlich ist es eine klassische Entwicklungsgeschichte von jemandem, der lernen muss, seine Vorurteile zu überwinden, seine Gefühle zu zeigen und zu ihnen zu stehen. Diese nicht nur für Kinder wichtige Botschaft wird sehr klar verständlich in witzigen Anekdoten

vermittelt, die die Kleinen nicht überfordern und auch etwas ältere Kinder zum Nachdenken anregen können. Auch für Erwachsene ist es berührend zu sehen, wie sehr die Krähe ihre wahren Bedürfnisse verleugnet, einfach weil eine Krähe und eine Kuh ihrer Meinung nach nun einmal nicht befreundet sein können. Als die Krähe erkennt, wie sehr sie Mama Kuh braucht, ist es fast schon zu spät. Der zweite Aspekt der Story, dass man alles schafft, wenn man es sich nur zutraut, dient auf jeden Fall dazu, das Selbstbewusstsein der jungen Zuschauerinnen und Zuschauer entsprechend zu fördern. Denn wenn sogar eine denkbar ungelenke Kuh Radfahren lernen kann, wird man das als Kind wohl auch noch schaffen.


ein monster auf bestellung ein zwölfjähriges mädchen lernt, MIT SEINER AUSSENSEITERROLLE zurechtzukommen – mit hilfe eines selbstgebastelten roboters. Text ~ Bettina Schuler Hauptprogramm mail order monster USA 2018 Regie Paulina Lagudi Mit Madison Horcher, Emma Rayne Lyle, Josh Hopkins, Charisma Carpenter, u. a. Länge 87 Minuten, Farbe Empfohlen ab 8 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen DI 20. 11. 15 Uhr Votiv Kino MI 21. 11. 9 Uhr Cine Center SO 25. 11. 15 Uhr cinemagic

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eenager sind brutal. Ganz besonders Teenager-Mädchen. Das bekommen diejenigen schmerzhaft zu spüren, die nur etwas anders aussehen oder sich für andere Dinge interessieren – so wie die zwölfjährige Sam, die ein echter Comic-Nerd ist, und statt engen Shirts und Make-up am liebsten Jeans und einen lässigen Sweater trägt. Weshalb sie von den anderen Mädchen der Klasse, insbesondere von ihrer ehemaligen besten Freundin, tyrannisiert wird. Reden kann sie darüber mit niemandem. Auch nicht mit ihrem Vater, mit dem sie seit dem Unfalltod der Mutter allein lebt und der neben seinem Job mit Haushalt, Kind und neuer Freundin mehr als ausgelastet ist. Als Sam in einer Comiczeitschrift auf eine Anzeige stößt, in der für einen

Roboter zum Zusammenbauen geworben wird, kratzt sie all ihr Geld zusammen, um sich einen neuen Freund in ihr Leben zu holen. Doch als der Vater Sam eröffnet, dass er wieder heiraten will, kann selbst der Roboter das Mädchen nicht mehr zu Hause halten. Ein Monster auf Bestellung ist eine Mischung aus Science-Fiction, Familiendrama und Komödie, wobei der dramatische Teil überwiegt. Denn auch wenn die Grundkon­ stellation – ein junges Mädchen erweckt einen Roboter mit wilden bunten Haaren zum Leben – auf den ersten Blick komödiantisch ist, ist die Grundstimmung des Films doch eine traurige. In vielen Nahaufnahmen folgt der Zuschauer der einsamen Sam bei ihrem Weg durch den Alltag, begleitet sie bei ihrem Spieß-

rutenlauf durch die Schule und muss schweren Herzen sehen, wie sich das Mädchen vor den anderen in der Putzkammer versteckt oder ihre Sorgen mit ihrer verstorbenen Mutter am Grab bespricht. Wenn man in Sams dunkle traurige Augen blickt, würde man als Zuschauer am liebsten sofort in die Schule gehen und den anderen Mädchen mal ordentlich die Ohren langziehen. Mag sein, dass der Grundkonflikt (schlaues, cooles Indie-Girl gegen die Tennismädchen) schon hundert Mal erzählt wurde. Doch die sonderbaren ScienceFiction-Elemente und eine großartige Hauptdarstellerin machen Ein Monster auf Bestellung zu einem ungewöhnlichen und sehr charmanten Film, den man sich unbedingt ansehen sollte.

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Perspektive ohne Himmel Der argentinische Regisseur Darío Mascambroni über seinen anspruchsvollen Film „Ein schwerer Rucksack“. Interview ~ Gabriela Seidel-Hollaender

„Ein schwerer Rucksack“ ist ein Film über die Beziehung eines Jungen zu seinem abwesenden Vater. Ist der Film von einer wahren Geschichte inspiriert? Der Film ist von Gefühlen inspiriert, die durch eine wahre Geschichte entstanden sind, als ich ein Teenager war. Mein Onkel ist tatsächlich ermordet worden, und ich erinnere mich, dass ich mir Sorgen machte, weil einige in meiner Familie sagten, dass sein Sohn, mein Cousin, der gerade einmal zehn Jahre alt war, Rache üben könnte, wenn der Mörder aus dem Gefängnis käme. Ich habe versucht, mich an dieses Gefühl zu erinnern und daran gearbeitet, eine Geschichte zu schreiben, die das erzählt, was ich in dem Film ausdrücken wollte – jenseits der wahren Geschichte, die das Projekt ursprüng-

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lich ausgelöst hat. Der Film ist also von einer wahren Geschichte inspiriert, aber die Ereignisse, die Sie im Film sehen können, sind reine Fiktion. Sie haben das Drehbuch zusammen mit Miguel Angel Papalini und Florencia Wehbe geschrieben. Wie haben Sie gemeinsam an dem Buch gearbeitet? Ich habe mehr als zwei Jahre lang allein an der ersten Version des Drehbuchs gearbeitet. Mit Florencia lebe ich zusammen und wir teilen eigentlich immer alles, was wir schreiben, miteinander und helfen einander. Sie war also die erste Mitarbeiterin, die ich während des Prozesses hatte. Mit dieser ersten Version des Drehbuchs


Welchem Genre würden Sie den Film zuordnen? Ich denke, es ist ein realistisches Drama mit Spannungselementen, die der Handlung zu Gute kommen. Wie in allen realistischen Geschichten gibt es ein bisschen Komik, ein bisschen Tragik. Aber das Wichtigste war für mich das Drama, das Tomás durch die Abwesenheit seiner Familie in diesem schrecklichen Moment seines Lebens erlebt.

nahmen wir an einem Entwicklungswettbewerb in Argentinien teil, und das war die Gelegenheit, Miguel in das Team einzubinden. Wir haben zwei Monate lang zusammengearbeitet, um die Geschichte noch stärker zu machen. Miguel und Florencia haben viele Ideen zu dem Buch beigetragen, die sehr wichtig für den Film waren. Es ist schwierig und langwierig, in Argentinien einen Film zu finanzieren, weshalb ich geduldig sein musste. Ich habe die Zeit dann genutzt und begonnen, als Regisseur zu denken und das Buch noch Schritt für Schritt in Hinsicht auf die Dreharbeiten zu bearbeiten. Identität und die Verletzungen, die durch Lügen und mangelnde Kommunikation entstehen, sind die Hauptthemen des Films. Gleichzeitig handelt der Film von Freundschaft und Liebe. Was hat Sie am meisten interessiert? Der Mangel an Kommunikation ist ohne Zweifel das wichtigste Thema für mich. Der Film erzählt von einem Jungen, der die Aufmerksamkeit und Gesellschaft seiner Mutter, seiner Familie braucht. Er durchlebt den wahrscheinlich schwierigsten Moment seines jungen Lebens, und das einzige, was ihm geboten wird, ist Schweigen. Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Natürlich handelt der Film auch von Liebe und Freundschaft. Der Film soll ein Ausschnitt der Realität sein, und das Leben ist voller Liebe und Freundschaft, auch wenn es manchmal tragisch ist.

Wo wurde der Film gedreht, und wie war Ihr visuelles Konzept für die Geschichte? Der Film wurde in drei verschiedenen kleinen Städten in der Provinz Córdoba in der Mitte Argentiniens gedreht. Wir haben versucht, eine bestimmte Umgebung für den Film zu schaffen. Das visuelle Konzept, das ich entworfen habe, ist darauf ausgerichtet, den Szenen mit den Kindern zu Gute zu kommen. Die Kinder sind alle Laien, und ich wollte sie nicht durch eine zu nahe Kamera ablenken. Eine sehr einfache Idee, die ich aber besonders mag, ist, dass Tomás und seine Freunde nie in Richtung des Horizonts, also ins Freie gehen. Sie haben immer etwas vor sich, oder der Horizont ist hinter ihnen. Ich wollte das Gefühl schaffen, dass sie in diesem Ort gefangen sind. Wir haben deshalb viele hohe Winkel verwendet, damit man den Himmel nicht sehen kann. Der Film lebt sehr von dem talentierten Spiel der Kinderdarsteller. Wie haben Sie Ihre Schauspieler gefunden? Wir haben an den Schulen der Orte, wo wir den Film später gedreht haben, nach Kindern gesucht. Das Casting bestand aus einem einfachen Gespräch. Wir haben keine Schauspieler gesucht. Wir wollten echte Kinder, die einen bestimmten Charakter darstellen können. Wir haben uns etwa 200 Kinder angesehen, und als ich das erste Mal mit Facundo sprach, wusste ich, dass er der Richtige für Tomás war. Ich war beeindruckt von der Klarheit, mit der er Anekdoten erzählte, und dem großen Vokabular, das er benutzte. Jenseits des Spiels in den Szenen benahm er sich wie ein Profi und versuchte immer, das, was wir von ihm wollten, noch besser zu machen.

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Fack ju Göhte

Das schweigende Klassenzimmer

Aufklärung und Auflehnung Wenn sich der deutsche Spielfilm dem Klassenzimmer widmet, hat meistens jemand nicht aufgepasst. Anmerkungen zu einem angespannten Verhältnis.. Text ~ Michael Pekler

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ie Zeit der Revolutionen ist vorbei. Nicht nur im Kino, sondern auch im Klassenzimmer. Weshalb es vielleicht gerade deshalb für das heutige Kino so spannend ist, die Revolution im Klassenzimmer zu inszenieren – und sei es eine vergangene. Vor wenigen Monaten war ein deutscher Film auf der Berlinale und kurz darauf in den heimischen Kinos zu sehen, der sich in Anlehnung an den berühmten Kästner-Roman Das schweigende Klassenzimmer (2018) nennt. Der Film handelt von einer ostdeutschen Maturaklasse, die sich im Jahr 1956 dazu entschließt, für die Opfer des gescheiterten Ungarn-Aufstands während des Unterrichts eine Schweigeminute abzuhalten. Es soll ein Akt der Solidarität sein, denn die jungen Leute glauben der in der DDR offiziell verbreiteten Version der Ereignisse kein Wort. Die Schüler werden zu „Freidenkern“ und „Staatsfeinden“ erklärt, und auch der Zusammenhalt der Gruppe wird auf die Probe gestellt, denn so einig, wie es anfänglich scheint, sind sich die jungen Frauen und Männer dann doch nicht. Schulverweis und „Republikflucht“ stehen zur Debatte. Man kann diesem von Lars Kraume inszenierten Jugenddrama zwar einiges vorhalten, nicht aber, dass es seinen Zweck verfehlen würde. Im Gegenteil gewinnt man den Eindruck, dass hier eigentlich alles richtig gemacht wird, soweit man es eben aus dem pädagogisch wertvollen deutschen Klassenzimmerfilm kennt. Dazu kommen als Mehrwert die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, dem Verhältnis zur Nachkriegsgeneration sowie mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Freiheit und Kollektiv. Ausgestattet mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren wird Das schweigende Klassenzimmer also sicher bald seinen Weg in die deutschsprachigen Klassenzimmer finden – über den DVD-Player.

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Interessant ist dabei der Vergleich mit einem anderen deutschen Film, der zehn Jahre früher entstanden ist und zu dem Das schweigende Klassenzimmer sich als Gegenmodell ausnimmt. Während im historischen Osten die Schülerinnen und Schüler den Aufstand gegen das System proben, erschaffen sie im heutigen Westen ihr eigenes: In Die Welle erprobt Jürgen Vogel als Lehrer sein persönliches faschistoides Sozialexperiment im Unterricht. Hier geht es nicht um Widerstand gegen eine autoritäre Gesellschaft, sondern darum, ein eigenes autoritäres System zu installieren – und zwar eines, das am Ende bereit ist, sich bis zum ersten Schuss zu verteidigen. Regisseur und Ko-Autor Dennis Gansel bezieht sich mit seinem Film, der selbstverständlich den beabsichtigten Diskussionsstoff abgab, auf das bekannte „Third Wave“-Experiment aus den späten sechziger Jahren und die US-Verfilmung von 1981, sowie auf das – wenig überraschend – vor allem in Deutschland und Österreich zum Bestseller gewordene Buch von Morton Rhue. Die Welle lehnt sich als filmische Versuchsanordung an Arbeiten wie Das Experiment an und will natürlich warnen: vor reaktionären Tendenzen, totalitären Strukturen und vor Rechtspopulisten. Darüber könnte man seitenlange Analysen verfassen. Aber auch darüber, warum in Österreich vor wenigen Wochen die Vorführung des Films gestoppt wurde, nachdem an einer nordburgenländischen Schule in den Pausen die Schüler begonnen hatten, den Film nachzuspielen und in die Rolle von SS-Männern zu schlüpfen. Hat da jemand im Unterricht nicht aufgepasst oder fand danach gar die Idee nicht so schlecht? Vielleicht findet man eine Antwort ganz woanders, und zwar dort, wo man sie nicht vermutet: Der erfolgreichste deutsche Film mit den meisten Kinobesuchern im Filmjahr 2013 hieß nämlich Fack


The Dead Poet’s Society

Die Welle

ju Göhte. Inzwischen hat die Burleske mit dem rotzig-frechen Titel rund um eine Chaosklasse zwei Fortsetzungen sowie eine mexanische Neuverfilmung gezeitigt. Vielerorts ist seither zu lesen, dass die Geschichte rund um den undisziplierten Haufen mit dem Aushilfslehrer sehr nahe an der Wirklichkeit sei. Das Fack ju Göhte-Franchise hat den Ruf, gegen den Strich gebürstet zu sein, weit weg von den staubigen Pennäler-Filmen und den didaktisch wertvollen Filmen wie Schindlers Liste, der bekanntlich die Dauer von drei Unterrichtsstunden überschreitet. Ins Kino zu Fack ju Göhte gehen die Schüler und Lehrkraft indes gemeinsam freiwillig. Nun mag es wohl sein, dass man in unkonventionellen Zeiten mit unkonventionellen Methoden zum Erfolg kommt – für das Kino gilt das allerdings nicht. Denn Bora Dagtekins Komödienserie mag vieles nicht sein, konventionell gebaut und inszeniert ist sie aber mit Sicherheit. Wenn also nach zehn Jahren und gut gemeintem pädagogischen Einsatz ein Film wie Die Welle zu einem solchen Vorfall führt – der selbstverständlich ein Einzelfall bleibt –, während gleichzeitig ein Film wie Das schweigende Klassenzimmer mit Blick in die Vergangenheit gegen ideologischen Missbrauch antritt und sich eine Chaosklasse als deutscher Blockbuster erweist, dann stellt sich folgende Frage: Was macht das deutsche Kino mit seinen Klassen? Und welches Bild von Jugend im Klassenraum bekommt man im deutschen Kino eigentlich zu sehen? Was den Historienfilm über die DDR, die natürlich in einer fiktiven Stadt spielende Sozialstudie und den Klamauk verbindet, ist die Vorstellung, dass Gleichaltrige in einem Klassenzimmer eine Gemeinschaft bilden, die entweder rebelliert (gut), sich manipulieren lässt (schlecht) oder dieselben Schimpfwörter verwendet (lustig). Doch

die Ideen zu diesen Filmen kommen nicht aus den Klassenzimmern, sondern werden in diese als Schauplatz hineingetragen. Und so erfüllen diese Filme ihre Funktion: Sie wollen aufklären, aufrütteln oder abzocken. Aber erzählen sie tatsächlich etwas über das tägliche Leben im Klassenzimmer? Die Antwort lautet: nein. Es sind Typen, die sich hier in den Sitzreihen und auf dem Schulhof versammeln, von denen jeder seine Aufgabe hat. Damit unterscheiden sich diese Filme auch wesentlich vom Coming-of-Age-Genre, das die Weiterentwicklung seiner Charaktere auf dem Weg ins Erwachsenenalter vor Augen hat. Der deutschsprachige Klassenzimmerfilm ist, auch wenn er wie Fack ju Göhte modern aussieht, in dieser Hinsicht seit Jahrzehnten derselbe geblieben. Wie sehr dieses Bild dabei von einer kulturhistorischen Tradition bestimmt ist, zeigt ein Blick über den deutschsprachigen Raum hinaus: So richten Filme aus dem angloamerikanischen Kulturkreis auch im Klassenzimmer traditionell den Fokus auf Individualität (von Dead Poets Society bis Freedom Writers) und auf persönliche Entwicklung, während die Kulturnation Frankreich sich auch im Klassenraum um den Interessensausgleich bemüht. Und eben dazu bedarf es einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Gegenwart, die etwa dem französischen Dokumentarfilm nicht zufällig mit Arbeiten wie Nicolas Philiberts Etre et Avoir und Yves Yersins’ Tableau noir immer wieder Glanzlichter beschert. Als eines der gelungensten Beispiele im Spielfilmbereich mag Die Klasse (Entre les murs) von Laurent Cantet gelten, der auf dem autobiografischen Roman von François Bégaudeau basiert (der auch die Rolle des Lehrers übernommen hat). Die Klasse begleitet ein Jahr lang eine Gruppe Jugendlicher an einer Schule in einem Pariser Vorort, um präzise davon zu erzählen, was sich alles „in diesen Mauern“ abspielt: vom ersten Schultag bis zur Notenkonferenz. So unterschiedlich die Schüler, zum größten Teil Migrantenkinder, so unterschiedlich die Probleme und Lösungen, die sich jeden Tag aufs Neue stellen. Nicht nur aufgrund seines semidokumentarischen Gestus orientiert sich Die Klasse an der Wirklichkeit: Probleme sind zwar auch dazu da, um gelöst zu werden, zunächst aber müssen sie überhaupt als solche erkannt werden – ob sie auch gelöst werden können, ist eine andere Frage. Doch das gelingt nur, wenn der filmische Blick ins Klassenzimmer das, was sich heute dort ereignet, ernst nimmt. Das heißt nicht, dass man keine Historienfilme, Lehrstücke oder Klamotten drehen darf. Es bedeutet aber, dass man sich dafür interessieren muss, was tatsächlich in den Klassenräumen geschieht, und nicht, welche Art von Film dort hineinpassen würde. Denn eines ist das Klassenzimmer ganz sicher nicht: ein Kinosaal.

Entre les murs

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Das Team von Vast

qualität und spirit valentin struklec und seine firma vast haben sich mit ihren visual effects für „hexe lilli rettet weihnachten“ auch international etabliert. ein gespräch über einen HEISS umkämpften markt, über das schöne an der arbeit an kinderfilmen und über die digitale zukunft im kino. Text und Interview ~ Andreas Ungerböck

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ine kleine österreichische Firma in einem kleinen alten Haus im 5. Wiener Gemeindebezirk. Noch stehen Umzugskartons unausgepackt herum, aber an den Bildschirmen und Rechnern wird schon fleißig gewerkt. Ein eingeschworenes Team von hochspezialisierten Fachfrauen und Fachmännern arbeitet mit Hochdruck an den VFX (Visual Effects) für den großen deutschen Animations-Kinderfilm Die Heinzels, der im September 2019 in die Kinos kommen soll und nicht mehr und nicht weniger als „die Rückkehr der Heinzelmännchen“ verspricht. Dass eine kleine österreichische Firma in einem kleinen alten Haus im 5. Wiener Gemeindebezirk zum Zug gekommen und diesen Auftrag erhalten hat, ist natürlich keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis aufwändiger und professioneller Arbeit auf einem global umkämpften Markt, die Valentin Struklec und sein Team unter anderem an dem Kinder-Kassenerfolg Hexe Lilli rettet Weihnachten (2017) von Wolfgang Groos geleistet haben.

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Können Sie ein bisschen über die Entstehung und Entwicklung Ihrer Firma erzählen? Unser Kernteam hat vor vier Jahren als Arbeitsgemeinschaft mit einem starken kollektiven Gedanken begonnen. Die Qualität und der Spirit, mit dem wir an die Arbeit gehen, dürfte sich schnell herumgesprochen haben. Ohne Werbung und Marketing zu betreiben, arbeiteten wir an immer größeren Aufträgen. Das hat dann schlussendlich auch zur Gründung der Firma als rechtliches Rahmenwerk geführt. Seit den Anfangstagen hat sich zwar einiges verändert, aber diese Wurzeln sind heute noch sehr stark in der Firmenphilosophie verankert. Ohne diesen kollektiven Zusammenhalt und das starke Team wäre es vermutlich auch nicht möglich, die Qualität abzuliefern, die wir selbst uns im Kino und im Fernsehen erwarten. Wie steht es um die Arbeit als VFX-Supervisor in Österreich? Wie sind Sie das geworden?


Nach meinem Studium in Graz bin ich über Umwege in der VFXBranche gelandet. Für mich waren die Visuellen Effekte das letzte Mysterium und ein Bereich, den ich immer schon erforschen wollte. Meine Auslandserfahrungen waren sicher hilfreich, in Österreich gute Arbeit zu bekommen. Ich konnte Erfahrungen in London, Vancouver, München und Singapur sammeln und dort an großen Produktionen arbeiten, unter anderem sogar mit Hollywood-Größen wie Ridley Scott. Dieses Wissen versuche ich seit meiner Rückkehr in Österreich umzusetzen und weiterzugeben. Ich nehme an, VFX sind ein sehr umkämpfter Markt. Wie sind Sie denn an Ihre internationalen Aufträge gekommen? Das war das Zusammenspiel aus harter Arbeit und glücklichem Zufall. Unsere erste Producerin Sophie Pruszinsky und ich haben uns zufällig in einer Mitfahrbörse von München nach Wien kennengelernt. Sie war damals in einer großen deutschen VFX-Firma beschäftigt. Ich war gerade in Vancouver für eine internationale VFX-Firma tätig und auf der Suche nach einer Möglichkeit, wieder in Wien bei meiner Familie zu sein und trotzdem spannende Projekte umzusetzen. Kurz darauf habe ich begonnen, an der Filmakademie Wien im MasterStudiengang Digital Art-Compositing zu unterrichten. Irgendwie hat alles gut zusammengepasst, und wir haben für das erste Großprojekt Thomas Rath mit ins Boot geholt. Wir waren damals für die unglaubliche Zahl von 1.500 Shots verantwortlich. Trotz des großen Volumens sind wir aber auf das kreative Ergebnis immer noch stolz. Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Arbeit an „Hexe Lilli rettet Weihnachten“? Das Schöne, aber auch Herausfordernde waren die Gestaltungsmöglichkeiten. Wir wussten bereits nach den ersten Vorbereitungsgesprächen, dass es eine große Eröffnungsszene in dem Film geben wird. Die Verantwortung für eine derartige Szene zu übernehmen, setzt viel Vertrauen zwischen den Partnern voraus. Hier müssen wir uns bei blue eyes Fiction und der Dor Film bedanken, die uns bei dieser Produktion dieses Vertrauen entgegengebracht haben. Die Eröffnungsszene beginnt mit einem vollständig computergenerierten Bild. Sechs Artists haben über ein halbes Jahr daran gearbeitet. Wolken, Nordlichter, Nikolaus-Lichtwolke, Bäume, Häuser, Felder, Schnee und noch vieles mehr mussten von uns erstellt oder ausgetauscht werden. Um dieser Herausforderung mit möglichst großer Flexibilität begegnen zu können, mussten wir unsere Software-Pakete abstimmen und unsere Simulations-Pipeline auf SideFX Houdini Valentin Struklec im Helikopter bei den Dreharbeiten

umstellen. Der Abstimmungsprozess und die Qualiät der Effekte haben gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Um das 3D-Department zu entlasten, wurden die Nordlichter als reiner 2D-Effekt umgesetzt. Bei solch umfangreichen Arbeiten müssen wir Bildkomposition, Ausstattung, Lichtsetzung, Farbbild etc. beachten und haben somit eine Gesamtverantwortung über den Shot. Die erste Herausforderung hat sich ergeben, als wir das Material des Helikopter-Drehs gesichtet haben. Durch die Visualisierungen, die wir vor dem Dreh bereits erstellt hatten, wussten wir, dass wir einen recht starken Winkel in konstanter Geschwindigkeit fliegen mussten, um den Durchflug durch die Wolken später gut simulieren zu können. Ich habe während des Fluges den Piloten daher ständig ersucht, den Anflugwinkel steiler zu fliegen. Als der Helikopter während des Sinkfluges irgendwann laute Warnsignale von sich gegeben hatte, dachte ich schon, wir waren zu mutig. Das Endergebnis hat uns jedoch überzeugt. Die später am Computer hinzugefügte Wolkenschicht, durch die die Kamera fliegt, haben wir noch gebogen und verzerrt, um einen schönen, flüssigen Durchflug zu schaffen. Auch die Bildgestaltung war eine Herausforderung. Durch den dunklen Laubwald, der die Burg Kreuzenstein umgibt und kaum Schnee fängt, war die Burg in den Originalaufnahmen erst sehr spät sichtbar. Mittels Konzept-Zeichnungen haben wir versucht, die richtigen Gestaltungsmittel zu finden, um den Blick auf die Burg zu lenken und ein visuelles Zentrum zu generieren. Nachdem wir den Himmel ausgetauscht, das „Day for Night“-Grading angewendet und in die Fenster der Burg Lichter eingesetzt haben, hatten wir ein bisschen Spielraum, um den Kontrast und die Schärfe im Bereich der Burg noch ein wenig zu erhöhen. Zusammen mit den Schneeflocken und ein paar atmosphärischen Rauch- und Nebelelementen, die die Umgebung mythischer und unschärfer wirken lassen sollen, konnten wir den Blick weiter lenken und die Burg stärker herausarbeiten. Sie haben ja eine spektakuläre Schneewolke eingesetzt. Wie haben Sie das gemacht? Ja, zeitgleich haben wir während dieser Previz-Phase mit dem Look Development des Haupteffekts begonnen. Die Licht- oder auch Schneewolke, die auf die Burg zufliegt, sollte während ihres Anfluges ein reiner Lichteffekt sein. Um dabei die notwendige Deckkraft zu erhalten, haben wir Fluid-Simulationen und Sparks in die Lichtwolke integriert. Die Skalierung der Wolke und die unglaublichen Distanzen, die sie zurücklegt, haben es notwendig gemacht, die ComputerRessourcen aufzustocken. Am Ende der Produktion verwendeten wir zwei Terahertz an Rechenleistung, um die über eine Minute lange Szene zu berechnen. Die kreative Vorgabe war, dass sich theoretisch ein ganzer Schlitten mit Rentieren und Gespann in der Wolke verstecken lassen musste. Um diesen Effekt leinwandtauglich zu gestalten, war es in der finalen Szene notwendig, mehrere Simulationen mit verschiedenen Größen miteinander zu vermischen. Wenn der Schlitten aus dem 600 km entfernten Nordlicht entsteht, mussten wir ihn dementsprechend größer skalieren, um ihn über die große Distanz und die hohe Geschwindigkeit überhaupt sichtbar zu machen. Sie haben aber auch mit den Farben getrickst, stimmt das? Ja. Im Compositing wurde ein großer Teil des Farbspektrums der Originalaufnahmen ins Blau gezogen, um den gewünschten, fast monochromatischen „Day for Night“-Effekt zu generieren. Die helle und gut saturierte Lichtwolke hebt sich dadurch noch besser vom Hintergrund ab. Das anfangs erstellte Farbkonzept des Haupteffekts

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vorher/nachher: Hinzugefügte Effekte in Hexe Lilli rettet Weihnachten

sollte aus Violett, Grün, Blau bestehen und die Farben der Nordlichter widerspiegeln. Technisch gesehen haben wir den verfügbaren Farbraum voll ausgenutzt bzw. mussten auch an dessen Grenze arbeiten, um die gewünschte Sättigung zu erzeugen. Derart extreme Farbvariationen sieht man im Erwachsenenkino kaum. Daher schätzen wir die Arbeit im Kinderfilm noch einmal mehr. Gibt es Teile, die man auch analog hätte drehen können? Wir haben beim Drehen bereits versucht, die Lichteffekte auf den Wänden und der Umgebung mit einer Lichtdrohne anzuspielen. Um die Lichtwolke, in der sich der Nikolaus einhüllt, in die Szene zu integrieren, haben wir jedoch digital noch einmal sehr stark nachgeholfen. Die Drohne hat uns allerdings trotzdem unterstützt. Wenn auch manchmal nur als Schwenkhilfe für den Kameramann. Die Hintergründe sind ja real gedreht. Dabei mussten wir am Set bereits garantieren, dass die digitalen Ergänzungen funktionieren und zu unseren kreativen Vorstellungen passen. Beim Dreh selbst haben wir unter anderem mit einem Laserscanner gearbeitet, aus dem wir ein 3D-Modell der Burg erzeugt haben. Mit Hilfe dieses 3D-Modells konnten wir innen und außen zusätzliche Lichter setzen und Schneepatches auf die Dächer legen. Auch der Rundumflug der Lichtwolke konnte so ein Kontaktlicht erzeugen und wirkt dadurch integrierter. Es handelt sich ja um einen beliebten Kinderfilm. Was genau müssen solche Effekte haben, damit sie Kindern gefallen? Sie können mithelfen, die Zuschauer zu verzaubern! Für uns ist es das Schönste, im Kino die staunenden Gesichter zu beobachten, die sich für 90 Minuten in eine magische Welt entführen lassen. Zu unserer täglichen Arbeit zählen leider auch gestalterisch unsichtbare Effekte. Hintergründe müssen getauscht werden, Autofahrten sind oft billiger mit Greenscreen umzusetzen und im Nachhinein mit dem gewünschten Hintergrund zu kombinieren. Im Vergleich dazu hatten wir hier im Kinderfilmbereich die Möglichkeit, handlungsrelevante, sichtbare Effekte zu kreieren und die filmische Realität ein bisschen mitzugestalten. Wie man im Vorher/Nachher- Vergleich sieht, würden viele Szenen ohne unsere Effekte einfach nicht funktionieren. Wie sehen Sie grundsätzlich die Entwicklung auf dem Sektor? Wird man irgendwann auch Schauspieler digital „erzeugen“? Wo sind die Grenzen des Machbaren? Benjamin Button, Blade Runner, Star Wars, Avatar oder der letzte Fast-and-Furios-Teil sind nur ein paar Beispiele dafür, dass bis dahin für unmöglich Gehaltenes durch digitale VFX ermöglicht wird. Natürlich braucht man für solche Projekte dementsprechende Budgets und eine Armee an talentierten Künstlern. Ich vermute, dass sich das in Zukunft ändern wird. In den Bereichen Deep Learning und Artificial Intelligence sind beeindruckende Entwicklungen zu beobachten,

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und ich bin davon überzeugt, dass wir in naher Zukunft Schauspieler kopieren und auf einen anderen Schauspieler übertragen können, ohne dass hunderte Artists jeden Shot einzeln bearbeiten müssen. Im besten Fall wird unser Berufsfeld dadurch noch ein wenig kreativer, und wir können uns auf die wirklichen Gestaltungsaufgaben konzentrieren. Es wäre hilfreich, die technischen und handwerklich intensiven Themen dem Computer zu überlassen. Dadurch würden VFX vermutlich auch billiger und zugänglicher. Das würde wiederum Filme ermöglichen, die aktuell budgetär nicht umsetzbar sind. Ob es dem Filmemachen, wie wir es kennen, gut tut, sei dahingestellt. Was raten Sie jungen Leuten, die sich in dem Bereich beruflich versuchen wollen? Welche Ausbildung könnte nützlich sein? VFX-Artists sind Künstler, die sowohl technische Fähigkeiten als auch Management-Skills besitzen und sich ständig selbst vermarkten müssen – das ist eine ganz schöne Aufgabe! Abgesehen davon ist unser Berufsfeld recht jung, und die klassischen Ausbildungswege haben lange Zeit gefehlt. In meiner Generation fehlten zum Beispiel auch die Rollenbilder. Mit 30+ zählt man mit ein bisschen Glück bereits zu den erfahrenen Senior Artists. Man tut sich schwer zu prognostizieren, was die Zukunft noch bringen wird. Auch der Wissensaustausch ist schneller und unmittelbarer geworden. Bücher veralten nach wenigen Jahren und müssen ständig neu aufgelegt werden, um relevantes Wissen zu bieten, während Podcasts und Online-Tutorials zu neuen Standards der Weiterbildung werden. So kann man sich die Grundlagen des technischen Arbeitens problemlos im Selbststudium aneignen. Individuelle Fähigkeiten und Talente brauchen aber meiner Erfahrung nach eine persönliche Unterstützung. Ich genieße es sehr, auf der Filmakademie mit Kleingruppen und im Einzelunterricht zu arbeiten und auf diese Dinge eingehen zu können. So eine Ausbildung hätte ich mir in meiner frühen Entwicklung gewünscht. Auch für jüngere Medieninteressierte, die noch nicht das Masterniveau der Filmakademie erreicht haben, gibt es eine tolle Ausbildung an der HTL Spengergasse bzw. einen neuen Studiengang an der SAE, der sich dem Thema VFX widmet. Wie zuvor erwähnt, habe ich selbst jahrelang Erfahrungen im Ausland gesammelt und die Zeit sehr genossen. Viele dieser Länder haben das Potenzial der wachsenden Kreativbranche erkannt und versuchen durch ein Steueranreizsystem den neu entstehenden Wirtschaftszweig anzulocken. Vor allem für junge Leute ist es natürlich unglaublich spannend, die Welt zu bereisen und gleichzeitig an internationalen Großproduktionen zu arbeiten. Man bekommt dabei das Gefühl, die kulturelle Identität unserer Gesellschaft ein wenig mitzugestalten. Allerdings ist Wien nicht umsonst die lebenswerteste Stadt der Welt. Ich hoffe, dass wir auch hier die Rahmenbedingungen schaffen können, um gut ausgebildete Künstler halten und einen VFX-Standort etablieren zu können.


film I musik musikpädagogischer Workshop zum film „thilda & die beste band der welt“

internationaler tag der kinderrechte sonderveranstaltung mit dem film „The Breadwinner“

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unge Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten die Gelegenheit, an einem konkreten Beispiel die Funktionen von Musik und Geräuschen im Film kennenzulernen. Unter der Leitung von Nina Eisterer erkunden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, was Musik im Film bewirk, warum sie gezielt verwendet wird, und anhand praktischer Beispiele können sie den Unterschied zwischen diegetischem und nichtdiegetischem Ton kennenlernen. Für junge Menschen ab 10 Jahren. Im Anschluss an die Vorstellung am 24. November um 15 Uhr im cinemagic. Anmeldung erforderlich: T 0664 465 56 60 Dauer: ca. 120 Minuten, Unkostenbeitrag: EUR 3,–

Sa 17.11.

15 Uhr

m 20. November 1989 wurde die UN-Konvention über die Rechte des Kindes von den Vereinten Nationen verabschiedet und entwickelte sich schnell zum weltweit gültigen Grundgesetz der Kinderrechte. Traditionell verleiht die Kinderjury des Internationalen Kinderfilmfestivals jedes Jahr auch den UNICEF-Preis für jenen Film, der sich ganz besonders der Rechte von Kindern und Jugendlichen annimmt. Aus Anlass des Internationalen Tags der Kinderrechte zeigt das Kinderfilmfestival in einer Sonderveranstaltung den irischen Animationsfilm The Breadwinner (siehe S. 6) über die Unterdrückung von Frauen im afghanischen Alltag. Empfohlen ab 12 Jahren. Fr 23.11., 19 Uhr, cinemagic

Eröffnung im Gartenbaukino: Die 3 Posträuber + ab 7. In Anwesenheit von Regisseur Andreas Prochaska

Cine Center

cinemagic

Votiv Kino

11 Uhr

100% Coco * ab 9

Gordon und Paddy * ab 6

Der große böse Fuchs und andere Geschichten * ab 7

15 Uhr

Mama Muh und die Krähe + ab 4, DF

100% Coco * ab 9

The Breadwinner * ab 12

9 Uhr

Supa Modo * ab 9

Die 3 Posträuber + ab 7

100% Coco * ab 9

Pichkus Traum * ab 8

Mama Muh und die Krähe + ab 4, DF

Rosie & Moussa * ab 8

Thilda & die beste Band der Welt * ab 9, DF

Don't Talk to Irene * ab 13

Ein Monster auf Bestellung * ab 8

Ein Monster auf Bestellung * ab 8

Der Untergang Spartas * ab 14

Pichkus Traum * ab 8

16 Uhr Die 3 Posträuber + ab 7

Der große böse Fuchs und andere Geschichten * ab 7

Rosie & Moussa * ab 8

So 18.11.

Mo 19.11. 15 Uhr 9 Uhr Di 20.11. 15 Uhr 9 Uhr Mi 21.11. 15 Uhr

16 Uhr Der Untergang Spartas * ab 14

The Breadwinner * ab 12

16 Uhr Der große böse Fuchs und

andere Geschichten * ab 7

19 Uhr

Don't Talk to Irene * ab 13

9 Uhr

Don't Talk to Irene * ab 13

Eine kleine Weihnachtsgeschichte + ab 5, DF

Gordon und Paddy * ab 6

15 Uhr

16 Uhr Pichkus Traum * ab 8

Supa Modo * ab 9

Die 3 Posträuber + ab 7

9 Uhr

Ein schwerer Rucksack * ab 12

Thilda & die beste Band der Welt * ab 9, DF

Ich bin William * ab 8

15 Uhr

16 Uhr Rosie & Moussa * ab 8

Ich bin William * ab 8

Der Untergang Spartas * ab 14

* Hauptprogramm / + Zum Wiedersehen

Do 22.11.

Fr 23.11.

19 Uhr

The Breadwinner * ab 12

13 Uhr

Gordon und Paddy * ab 6

Sa 24.11. 15 Uhr

Ich bin William * ab 8

Thilda & die beste Band der Welt * ab 9, DF, anschließend Musikworkshop

Eine kleine Weihnachtsgeschichte + ab 5, DF

11 Uhr

Thilda & die beste Band der Welt * ab 9, DF

Mama Muh und die Krähe + ab 4, DF

Supa Modo * ab 9

15 Uhr

Gordon und Paddy * ab 6

Ein Monster auf Bestellung * ab 8 und Preisverleihung

Ein schwerer Rucksack * ab 12

So 25.11.

Alle Filme in Originalfassung, deutsch eingesprochen, außer DF = Deutsche Fassung

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Und es bewegt sich doch ... 30 jahre Kinderfilmfestival: EIN rückblick Text ~ Franz Grafl

In der großen Einkaufshalle halbnah: unschlüssig, neugierig, zweifelnd: Winky. Die Buntheit dieser Einstellung steht in Kontrast mit den übrigen eher dunklen Sequenzen der Weihnachtszeit. Ein Pferd für Winky / Hed pard van sinterklaas (Mischa Kamp, Niederlande, Belgien, 2006)

Trotz der Retrokleidung und des ungewohnten Schwarzweiß bleibt der Eröffnungsfilm 2015 in lebendiger Erinnerung. Nicht nur technisch, sondern auch in der Gefühlswelt auf Augenhöhe wird das erste Verliebtsein nachvollziehbar erkundet. Aniki Bóbó – raus bist du / Aniki Bóbó (Manoel de Oliveira, Portugal 1942)

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… nämlich das Verständnis und das Wissen über die Erzählkunst des 20. Jahrhunderts, den Film. Selten gibt es die Möglichkeit, ein Genre, in diesem Falle den Kinderfilm, in all seinen Facetten über einen so langen Zeitraum konzentriert und vertiefend zu verfolgen. Bleiben die behandelten Themen über die Jahre hinweg ähnlich, finden in der formalen Gestaltung Veränderungen statt, die dem Aufkommen der virtuellen Medienrealität und deren postmodernen Ausformungen geschuldet sind. Einzelne Erzählmotive erhalten entsprechend der veränderten gesellschaftlichen Situation intensivere Gewichtungen, bei denen die Welterfahrung der Kinder durch Auswahl der Motive, die die Erzählung formen, im Mittelpunkt stehen und die Themen prägen. Dazu gehören auch Bildausschnitte und Perspektiven, immer auf der Höhe der Kinder, die formal den Kosmos der kindlichen Welterfahrung nachzuzeichnen imstande sind. Natürlich hält neben der optischen Optimierung auch die vielkanalige akustische Kinoerfahrung Einzug, die ebenfalls – in ihren besten Beispielen – eine psychologisch vertiefende Auslotung der Filmheldinnen und -helden erlaubt. Gegen den Trend des zerstreuten Sehens, des immer stakkatohafteren Erzählens durch kurze rasche Schnitte und oberflächliche Charakterzeichnung, wendet sich das Festival mit seiner Auswahl, trotz des Wissens, dass Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit immer kürzer werden. Filme – gleich groSS wie das Leben Soziale Zuwendung nach Diskriminierung – Freundschaft mit anthropomorphen Tieren – originelle Einfälle, die die Erwachsenwelt durcheinanderwirbeln – bekannte literarische Vorlagen – Behinderung – Kinderleben in der Dritten Welt – phantastische Welten, und (leider) wenige österreichische Produktionen. Als Antwort auf gesellschaftlich-mentale Veränderungen kommen in den vergangenen 15 Jahren neue Formen der Familie wie Patchwork-Familien und selbstbestimmende Kinder, die jedoch oft in Vereinzelung und Einsamkeit aufwachsen, auf die Leinwand. Ihre Freunde sind Computer, Handy oder Roboter. Ausgangspunkt der Konflikte sind Mob-


bing und Stalking. Varianten des Sportfilms, Pferdewettbewerbe für Mädchen oder Fußballkämpfe für Jungen, bei denen sich die Kinder, sei es als Sieger/in oder als Verlierer/in, bewähren müssen, bilden die Rahmenhandlungen. Weihnachtsgeschichten, die besonders sensibel mit kindlichen Mythen und Ritualen umgehen, bilden eine eigene Serie. Manchmal erheben sie sich ein wenig ironisch über den kindlichen Glauben, manchmal ist die Stimmung geografisch oder klimatisch in andere Erdteile versetzt. Durch beide inszenatorischen Gesten ergeben sich bereits eigenwillige Brechungen. „Die Filmemacher haben sich einiges einfallen lassen, um aus traditionellen Weihnachtserzählungen und bekannten Figuren eine neue Geschichte zu basteln,“ stellte die Jurykritik der Kinder zum Film Das magische Weihnachten / Den Magiske Julaeske (Jacob Ley, Dänemark 2016) zum Beispiel fest. An die Welt, wie sie ist, heranzuführen, und diese auch als veränderbar erlebbar zu machen, ohne dabei auf das Kind-BleibenKönnen zu vergessen, war und ist das Spannungsfeld, in dem das Festivalprogramm seit Beginn oszilliert. „Was gibt es noch auf der Welt!“ Das Festivalprogramm stellt mit der alljährlichen Auswahl ein Gegenangebot zu den üblichen Kinoerfahrungen dar. Die geografische Vielfalt von internationalen Produktionen wird ebenso hervorgehoben wie oft daraus abgeleitete Erzählungen, die auf Grund ihrer kulturellen Tradition andere Formen nutzen. Dieses jedes Jahr neu zu definierende Sample widerspiegelt die bei uns oft unbekannte Üppigkeit filmischer Ausdrucksformen. Sie nehmen die altersadäquaten Wahrnehmungsmöglichkeiten ernst und stellen sich einer genauen und ausgewogenen Charakterisierung der Hauptpersonen und deren Lebenssituation. Um besser in die jeweils gezeigte Kultur eintauchen zu können, werden alle Filme in Originalsprache gezeigt und deutsch sensibel eingesprochen. So verbleibt die Sprache als Teil der jeweiligen kulturellen Identität und formt die agierenden Personen wie eine zweite Haut. „Wie stehen wir zu Genrefilmen, zum Sinn von Gewaltdarstellungen, zu den gezeigten Geschlechterrollen oder zur Gattung und Altersempfehlung?“ Diese Fragen müssen immer wieder von Neuem bei der Suche nach dem nächstjährigen Festivalflmprogramm beantwortet werden. Die historische Dimension wird jedes Jahr mit Beispielen aus der Filmgeschichte bzw. aus der Geschichte des Festivals mit Kinderfilmen bekannter Regisseure ausgelotet. Dabei wird auffällig, dass manche veralten, andere lebendig bleiben. Oft abgeschwächt wird dieser Alterungsprozess durch ein in Erinnerung gebliebenes Kinoerlebnis, wie zum Beispiel, wenn man den Film mit geliebten Menschen erlebt hat. Louis Malle, Claude Miller oder Manoel de Oliveira, bekannte Namen für Arthousefilm-Publikum, verweisen im Programm punktuell auf die kreativen Etappen des Genres. Rasche Veränderung in Musik, Mode oder Dekor führen zu ästhetischen „Falten“bildungen. Formen des Stummfilms, wie Pinocchio (Giulio Antamoro, Italien 1911), vermitteln ein Bewusstsein von der Genese des Mediums und unterstützen eine nicht alltägliche Entschleunigung im Sehen und Hören.

Körperlich spürbar in dieser Einstellung sind Wind und Sand. Die beiden sind aus einiger Entfernung gezeigt. Sie könnten auch als Mahnmal für eine respektvolle Annäherung an alle alleingelassenen Kinder gelesen werden. Kleiner Bruder / Bauyr (Serik Aprimov, Kasachstan 2013)

Taina, Kennerin der Geheimnisse des Dschungels, blickt uns vor dem schwarzen Hintergrund selbstbewusst entgegen, während Ikungut auf einer Eisscholle in ein Dorf voller Geister und Fremdenfeinde gespült wird. An ihren Gesichtern lassen sich ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit der Erwachsenenwelt ablesen. Taina – Abenteuer im Amazonas / Taina – Uma aventura na Amazonia (Tania Lamarca, Sergio Bloch, Brasilien 2001) Ikingut (Gisli Snaer Erlingson, Island, Norwegen, Dänemark, 2000)

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Spaß eines aufgeweckten Mädchens. Aus diesem Bild ist leicht die Leichtigkeit der Inszenierung abzulesen. Gleichzeitig bringt es neue Perspektiven der Geschlechterrollen ein, auch wenn es im Moment des Screenshots den beiden jungen Männern nicht so gut dabei zu gehen scheint. Hilfe, ich bin ein Junge (Oliver Dommenget, Deutschland 2001)

Der Lichteinfall durch die Zweige der Bäume erzeugt eine flirrende impressionistische Atmosphäre, in der sich Shana und ihr Begleiter sichtlich miteinander wohl fühlen. Durch die Geräusche der Natur findet sie zu einer ihr eigenen Musik auf der Waldgeige. Shana – The Wolf’s Music (Nino Jacusso, Schweiz, Kanada 2014)

„Der ist ja behindert“, ein Kommentar nach dem Film. Erst im Für-und-Wider im Gespräch eröffnen sich die vielfachen Ausdrucksmöglichkeiten dieser großen Augen, in denen sich das Schicksal des Helden widerspiegeln kann. – „Mehr Wissen macht mehr Spaß!“ Mein Leben als Zucchini / Ma vie de Courgette (Claude Barras, Schweiz, Frankreich 2016)

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Pate für die ständige Evaluierung und Nachjustierung des Festivals stand nicht zuletzt Bruno Latours „Actor Network Theory“ (1997) , die die notwendige Bedeutung der gleichwertigen Vernetzung von subjektiven und objektiven Faktoren bei erfolgreichen Projekten aktualisiert. Im konkreten Fall heißt das für uns, die zu oft abseits stehende Filmberichterstattung zu animieren, Präsentationsereignisse wie Einladungen von Kinderschauspielerinnen zu kreieren, Kooperationen mit bestehenden Theatern, themenzentrierte Literaturlesungen, generationsübergreifende Diskussionen, sei es mit cinephilen Erwachsenen, sei es in Schulen, oder neue unterschiedliche Publikumsgemeinschaften zu initiieren. Dazu gehört tendenziell auch eine Dezentralisierung und damit die Suche nach neuen Festivalkinos außerhalb des Wiener Gürtels und eine Erweiterung in enger Kooperation mit Kinos in den Bundesländern. Das „beste“ Festival ist jenes, das auch über die Festivalzeit hinaus inhaltlich und für das Publikum, das ja diese Veranstaltungen mit Steuergeldern finanziert, wirken kann. Porträts – Kinder der Welt Auf offene Schlüsse, auf differenzierte Personencharakterisierung und auf filmspezifische optische und akustische Sprache wird besonders wert gelegt. Die gezeigte Welt wird in ihrer Kausalität durch das Wissen und die Perspektive der Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller nachempfunden und begreifbar gemacht. Am aktuellen Zeitgeschehen sich orientierende Filmerzählungen oder zeitlose Parabeln über allgemeine Lebensfragen, die nicht nur Kinder bewegen, stellen diese aufregende Mischung an Welterfahrung dar. Das Publikum kann Menschen aus unterschiedlichen Weltgegenden kennenlernen. Bei der Auswahl fällt immer wieder auf, dass bestimmte Themen, wie das Kennenlernen anderer Kulturen, in aufeinander folgenden Jahren konzentriert vorkommen und dann wieder aus dem Interesse der Filmproduzierenden verschwinden. In den neunziger Jahren begegnen uns durch die Auswahl und Kadrierung der Erzählmotive Produktionen, die „das Kleingedruckte, das in den wirklichen Verhältnissen steckt“ (Alexander Kluge), hervorzuheben wissen. Beispiele kommen vor allem aus dem Iran wie Der Krug / Khomreh (Ebrahim Forouzesh, 1993), eine Wanderung vom Land in die Stadt, oder Ein Sack Reis / Kiseye Berendj (Mohammad-Ali Talebi, 1996), eine Irrfahrt durch die Großstadt. Beide Filme werden aus Sicht der Kinder zu abenteuerlichen Erlebnissen, die durch den detailreichen und akribischen Inszenierungsstil an Spannung gewinnen – etwas, das wir als Festival unterstützen: die Welt mit der Logik und dem Wissen der Kinder erkennen und einschätzen zu können. Filme für kleine und groSSe Menschen Neben den einzigartigen Erlebnisfaktoren große Leinwand und ausgeklügelter Raumton liegt die große Kraft der Kinoerzählung in der Phantasie des Publikums, wodurch Geschichten trotz detailgetreuem Naturalismus in der Möglichkeitsform, „was könnte sein, wenn“ folgenlos imaginiert werden können. – „Wer von uns hat sich nicht schon einmal gewünscht, jemand anderer sein zu können“, fragte sich die Kinderjury beim deutschen Film Hilfe, ich bin ein Junge (Oliver Dommerget, 2001). Special Effects, mit denen man an der Vorstellungswelt von Emma und Micky teilnehmen kann, werden hier als Erweiterung und Vertiefung des Themas, Geschlechterrollen-


Franz Grafl, Theater- und Politikwissenschafter, Mitarbeiter des Kinderfilmfestivals. Zuletzt veröffentlichte er „Imaginiertes Österreich im internationalen Film. Erzählung und Diskurs“. Vandenhoeck & Ruprecht / Böhlau Verlag 2017

17. – 25. November 2018

Filmfestival

30. Internationales

tausch, inhaltlich aufgeladen. Aber auch durch einen unmerkbaren Wechsel zwischen der sozialen Wirklichkeit und Traumbildern, die etwa in Shana – The Wolf’s Music (Nino Jacusso, Schweiz/Kanada, 2014) aus dem kulturellen Kosmos, der indianischen Naturerfahrung der Hauptperson genommen sind, kann eine geheimnisvolle und für uns unbekannte Spannung entstehen. Wie die genannten Beispiele anschaulich zeigen, ist der Kinderfilm ein Abbild der allgemeinen Auseinandersetzung um die Grenzen und Möglichkeiten bildlicher Erzählung und über die Zukunft des Kinos als Erlebnisraum, für das ja diese Produktionen mit all ihrer Sinnlichkeit gemacht werden. Im Namen der tausenden angeregten Zuschauerinnen und Zuschauer in Wien und in anderen Bundesländern (manche kommen bereits wieder mit ihren eigenen Kindern zum Festival), und im Namen aller bei der Auswahl und Organisation Beteiligten, erlaube ich mir zu sagen: „Wenn es das Festival nicht gäbe, müsste man es erfinden!“

FestivaLpässe „ray“ verlost zehn Festivalpässe für das Internationale Kinderfilmfestival 2018. Jeder Pass ist für zehn unvergessliche Kinoerlebnisse gültig. Einfach telefonisch reservieren und zum Festival gehen – egal, ob zweimal zu fünft oder fünfmal zu zweit oder zweimal zu viert und einmal zu zweit … Schicken Sie bis 9. November (!) eine Mail mit dem Betreff „Festivalpass“ an gewinnspiel@ray-magazin.at Name und Adresse bitte unbedingt vollständig angeben!

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Du wolltest schon immer einmal an einem Trickfilm mitarbeiten? Dann komm in den Lab Club! Im Trickfilmstudio des ZOOM Kindermuseums kannst du gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen einen kurzen Trickfilm gestalten, der anschließend ins Internet gestellt wird.

Foto Trickfilmstudio © ZOOM Kindermuseum/katsey.org

LAB CLUB: Vom Hier zum Jetzt nach Überall Was tut sich jetzt gerade in deinem Kopf? Wenn Gedanken kommen und gehen, was tauchen da für Wörter, Bilder, Farben, Töne und Gefühle auf? Und wenn sich gar nichts tut, ist dann im Kopf auch alles leer oder ganz viel Tohuwabohu? Gemeinsam schauen und hören wir hinein in die Gedanken und gehen mit ihnen auf eine abenteuerliche Reise in unbekannte Welten. Wir geben den Gedanken einen Körper und eine Stimme, lassen Fantasiegestalten entstehen und erzählen ihre Geschichte in einem Trickfilm. Am Ende des Workshops sind alle begleitenden Erwachsenen zur Präsentation ins Trickfilmstudio eingeladen.

TRICKFILMWORKSHOPS für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren Laufzeit: noch bis 24. Februar 2019 Beginnzeiten: Sa., So., Feiertag und während der Ferien: 14.00, 16.00 Uhr Dauer: 90 Minuten Anmeldung: Tel.: (01) 524 79 08 www.kindermuseum.at


Nach getaner Arbeit: die Kinderfilmjury 2017. Foto: Pepo Schuster

die qual der wahl Zum Wiener Internationalen Kinderfilmfestival gehört seit Jahr und Tag eine Kinderjury, die die schwierige, aber lohnende Aufgabe hat, die Preisträgerfilme zu ermitteln. Text ~ Andreas Ungerböck

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urorin bzw. Juror beim Kinderfilmfestival zu sein, hat offenbar eine nachhaltige Wirkung – siehe die Interviews mit den ExJurymitgliedern aus früheren Jahren auf Seite 30. Aber was kann es auch für filmbegeisterte Kinder im Alter von elf, zwölf Jahren Schöneres geben, als einzutauchen in eine fremde, faszinierende Sphäre von Filmen aus aller Welt, in denen Geschichten mit Kindern und über Kinder aller Altersgruppen erzählt werden, in allen nur erdenklichen Stilen, Schattierungen und Längen – mal eher realistisch und sachlich, dann wieder verträumt und phantastisch, immer aber mit dem Fokus auf eine kindergerechte Darstellung und mit einem humanistischen Schwerpunkt, der so gar nichts Altmodisches oder „Verzopftes“ an sich hat. Als wäre das noch nicht genug, sieht man diese doch recht vielen Filme in einer einzigen Woche zusammen mit Gleichaltrigen und mit der liebevollen und fachkundigen Begleitung durch Margarete ErberGroiss und Klaudia Kremser, die seit vielen Jahren die Kinderjurys betreuen. Aber die Filme werden nicht nur gesehen, sie werden anschließend gründlich besprochen und analysiert, es werden Texte dazu verfasst, und es werden – als Höhepunkt der Woche – am zweiten Sonntag die Preise des Internationalen Kinderfilmfestivals vergeben, eben ganz wie bei einer „richtigen“ Jury bei den großen Festivals in Berlin, Cannes oder Venedig. Zu vergeben sind der Preis der Kinderjury für den besten Film des Festivals – er ging 2017 an Amelie rennt von Tobias Wiemann. Den UNICEF-Preis für den Film, der sich am besten für die Rechte von Kindern einsetzt, vergab die Jury an Wallay – Heimat von Berni Goldblat. Dazu kommt noch der Publikumspreis, den alle Zuschauerinnen und Zuschauer mittels Karten-Abstimmung vergeben, er ging im Vorjahr an den niederländischen Film Der Fall Mäuserich von Simone van Dusseldorp.

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Auch dieses Jahr war der Ansturm auf die Plätze in der Kinderjury groß, und wieder konnten „nur“ sieben Kinder ausgewählt werden: Vier Mädchen und drei Jungen sind es diesmal, die sich dem Filmund Bewertungsmarathon heldenhaft stellen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie elf Jahre alt sind (außer Ronja, sie ist zwölf) und dass sie – wie könnte es auch anders sein – große Filmfans sind. Fanni etwa zählt Ziemlich beste Freunde, Wunder und Honig im Kopf zu ihren Lieblingsfilmen. So genau festlegen will sich Keno nicht, er meint: „Ich habe keinen, weil ich schon so viele gute Filme, die mir sehr gut gefallen haben, gesehen habe.“ Ziemlich beste Freunde taucht auch unter Lea-Marias Favoriten auf, ebenso wie Kokowääh, Die Unglaublichen und Meine teuflisch gute Freundin. Mara nennt Whale Rider, Die Vampirschwestern, Belle & Sebastian, Harry Potter und Coraline. Michal gibt nicht nur Filme schauen als sein liebstes Hobby an, er hat auch eine ganz umfangreiche Liste mit Filmen wie Harry Potter, Unsere Geister sollen leben!, Wie wäre es mit Spinat?, Der blaue Tiger, Rico, Oskar und die Tieferschatten, Burg Schreckenstein, Der rote Ballon, Der kleine Nick sowie Ernest & Celestine – hier ist also einiges dabei, was auch in den vergangenen Jahren beim Kinderfilmfestival gelaufen ist. Rafaél, der als Hobby unter anderem „Verkaufen“ angibt, hat es mehr mit größeren Produktionen wie Harry Potter, Karate Kid und Eine zauberhafte Nanny. Ronja schließlich, die Älteste der sieben, zeigt sich von Mamma Mia und Der Hobbit begeistert, aber auch vom vorjährigen Siegerfilm Amelie rennt. Am Ende dieses 30. Kinderfilmfestivals werden wir dann wissen, was diese filmbegeisterte Jury entschieden hat – bis dahin haben die „glorreichen Sieben“ die Qual der Wahl. Übrigens: Wer in der Kinderfilmjury der Festivalausgabe 2019 vertreten sein will, der/die muss sich schon heuer anmelden!


AB 6. No vembe r im Kin o

/EinhornFilm


In Orange

Die Farbe der Milch

25 Kinder und ein Vater

Moondance Alexander

Der Italiener

Rölli und die Elfen

Man fühlte sich wie ein kleiner Star 30 Jahre KinderfilmfestivaL: Ein Rückblick von fünf ehemaligen mitgliedern der kinderjurys. Text und Interviews ~ Günter Pscheider

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ahr für Jahr bekommen filmbegeisterte Kids im Alter zwischen 11 und 13 Jahren die einmalige wie ehrenvolle Möglichkeit, eine ganze Woche lang aufregende und ergreifende Kinderfilme gemeinsam zu begutachten und zu diskutieren, und am Ende Preise und lobende Erwähnungen dafür zu vergeben. Was bedeutet so eine spannende Erfahrung für Kinder, auch über das Ereignis hinaus? Wir sprachen mit Maya und Jakob, die beide 2005 in der Jury saßen, mit Vincent (2003), Vera (2005) und Felix (2007) über ihre damaligen Gedanken und Empfindungen, und was davon heute noch nachwirkt.

Was sind eure lebhaftesten Erinnerungen an die Teilnahme bei der Jury des Kinderfilmfestivals? Maya: Das intensive Diskutieren und die Schwierigkeit der Entscheidungsfindung. Ich habe spürbar erlebt, dass Filmgeschmack sehr unterschiedlich sein kann. Vera: Die Stimmung im Kinosaal, wenn wir als Jurygruppe gemeinsam auf unseren reservierten Plätzen gesessen sind. Einen sehr prominenten Platz nehmen die zwei Begleiterinnen Margarete und Klaudia ein. Sie haben uns bestens unterstützt und ich freue mich auch heute immer, wenn ich ihnen über den Weg laufe.

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Jakob: Die Preisverleihung, wo wir mit Mikro unsere Entscheidungen vor dem vollen Kinosaal bekannt geben mussten. Komischerweise war ich damals überhaupt nicht aufgeregt. Vincent: Diese Auseinandersetzung mit Film und Filmkritik hat mich nachhaltig beeinflusst und findet sich sogar in meiner Bachelor-Arbeit wieder. Es wäre mir ein Anliegen, dass filmedukative Elemente Teil des Schulunterrichts werden und so nicht nur einzelnen Mitgliedern von Kinderjurys, sondern allen Kindern zugänglich sind. Wisst ihr noch, was für euch das Aufregendste an der JuryTeilnahme war? Jakob: Ich war schon als Kind ein Riesen-Filmfan. Für mich war es allein schon wahnsinnig aufregend, zehn Tage hintereinander im Kino zu sitzen. Und die besten Sitzplätze waren immer für uns reserviert. Da war der Saal manchmal schon ganz voll, als wir zu unseren Plätzen geführt wurden. Man hat sich wirklich fast gefühlt wie ein kleiner Star. Felix: Man fühlte sich dort stets in einer wichtigen Rolle. Ein besonderes Highlight für die ganze Jury war die kurze Vorstellung vor dem Publikum, bevor es mit dem Film losging. Alles in allem also sicher eine der spannendsten Wochen meiner Kindheit.


Vincent: Für mich war es besonders spannend zu lernen, aus wie vielen verschiedenen Ebenen Film gebaut wird, das Zusammenspiel von Ton, Licht, Kamera, Schnitt und Regie. Die Kids werden beim Kinderfilm-Festival wunderbar spielerisch an Filmrezeption herangeführt, und innerhalb der Festival-Zeit wird dieser reflektierte Umgang mit dem Medium für die Kinder bereits zur Selbstverständlichkeit. Welche Filme von damals sind euch in Erinnerung geblieben und warum? Felix: In Orange und Der Italiener. Bei In Orange, dem Siegerfilm, handelte es sich um eine Fußball-Geschichte, wodurch er auf mich damals wohl einen so besonderen Eindruck gemacht hat. Der Italiener handelte vom Leben eines kleinen Waisen und berührte uns sehr. Heute würde ich vielleicht den zum Siegerfilm küren. Vera: Die Pipeline-Kids. Der war erst ab einem Alter freigegeben, das noch nicht alle Jury-Mitglieder erreicht hatten. Deshalb haben wir Teile des Films schon vor der Kinovorstellung angesehen und den Film intensiv besprochen und vorbereitet, damit es für niemanden ein schlechtes Erlebnis wird. Vincent: 25 Kinder und ein Vater, weil ich den gern als Preisträger gesehen hätte. Maya: Mein klarer Favorit damals war Die Farbe der Milch, und ich war sehr enttäuscht, weil er dann nicht gewonnen hat. Die Hauptdarstellerin war eine echte Identifikationsfigur für mich. Ich durfte auf der Bühne dann die lobende Erwähnung für meinen Lieblingsfilm verkünden, damit war ich auch zufrieden.

Aber es gibt ja trotzdem noch genug interessierte und kinohungrige Kinder da draußen, die sich auf ihre Tätigkeit in der Jury freuen und diese auch ernst nehmen. Jakob: Ich denke, für uns war die Teilnahme an einer Kinderjury damals aufregender als für die heutigen Kids. Wir wurden im Vergleich zur heutigen Zeit nicht mit Bewegtbild überflutet. Streaming war damals für mich ein Fremdwort, mein Nokia konnte auch noch keine Videos abspielen. Vielleicht ist aber gerade das das Spannende, dass die Kids heute kritischer sind als wir es waren. Weil sie einfach schon mehr gesehen haben. Vera: Ich habe wenig Kontakt zu Kindern in diesem Alter und deren Medien-Nutzungsgewohnheiten, daher ist diese Frage schwierig für mich. Ich denke aber, dass es grundsätzlich ein guter Rahmen ist, sich Zeit für eine eingehende Beschäftigung zu nehmen und genauer über ein Urteil nachzudenken. Im Gegensatz zum schnellen Wischen und Liken. Vincent: Damals wie heute lernen Kinder durch das Besprechen der einzelnen Filme bei so einer Jury, dass ein Film ein Kunstwerk ist, welches, ob gut oder schlecht umgesetzt, auch als solches betrachtet werden soll.

Wart ihr generell damals am Ende glücklich mit euren jeweiligen Jury-Entscheidungen? Maya: Mit der Entscheidung für den Gewinnerfilm war ich eben damals nicht ganz zufrieden, grundsätzlich fand ich die Diskussion und die Entscheidungsfindung in der Jury aber sehr gut. Jakob: Wir waren eine sehr bunte Truppe, und die Geschmäcker waren verschieden. Als es um die Entscheidung über den Siegerfilm ging, lag am Anfang ein „Mädchenfilm“ (Moondance Alexander) vorne. Wir waren halt mehr Mädchen als Buben in der Jury. Der Film hat uns Buben aber überhaupt nicht angesprochen. Mit meinen Kollegen habe ich es dann geschafft, ein paar weniger entschlossene Mädels umzustimmen. Gewonnen hat dann ein Film, bei dem es um ein Schwein aus Plastilin ging. Der Mädchen- und der Bubenfilm haben eine lobende Erwähnung bekommen – ein Kompromiss, mit dem ich leben konnte. Vera: Rölli und die Elfen war unser Siegerfilm. Ich kann mich erinnern, dass ich kurz danach nicht zufrieden war mit der Entscheidung und lieber Hilfe, ich bin ein Junge gewinnen lassen hätte. Heute denke ich, dass es schon richtig so war.

Wie ist euer Kinoverhalten heute, haben sich eure Filmvorlieben geändert, gibt es ewige Lieblingsfilme? Jakob: Heute gehe ich leider kaum mehr ins Kino. Dadurch, dass ich beim Fernsehen arbeite, habe ich untertags wahnsinnig viel mit allen möglichen Bildschirmen zu tun. Daher gestalte ich meine Freizeit so konträr wie möglich. Die Vorlieben sind aber gleich geblieben – es gibt nämlich keine. Vincent: Die Teilnahme an der Kinderjury hat meinen Zugang zum Medium Film nachhaltig geprägt und auch meine Berufswahl beeinflusst. Ich sehe mittlerweile beruflich viele Kinofilme. Aber klar habe ich immer noch Lieblingsfilme, von denen ich manche sicher schon mehr als zehnmal gesehen habe. Maya: Momentan gehe ich vermehrt zu Filmfestivals oder in Programmkinos. Durch das Kinderfilmfestival hat sich bei mir bald eine Vorliebe für fremdsprachige Filme im Original entwickelt. Und ich mochte schon sehr früh die Filme von Hayao Miyazaki und dem Studio Ghibli, sowie generell Animationsfilme. Felix: Mein Kinoverhalten hat sich natürlich verändert, nichtsdestotrotz versuche ich nach wie vor auch anspruchsvolle Filme zu sehen und nicht dem lauten Ruf jedes Action-Blockbusters zu folgen. Selbstverständlich gibt es aber auch hier Ausnahmen, so gehört zum Beispiel die Star Wars-Saga zu meinen absoluten Lieblingen. Vera: Ich bin jetzt nicht mehr so leicht verzaubert von einem Film. Ich merke, dass es immer weniger Filme gibt, die mir wirklich gut gefallen.

Ihr seid mittlerweile selbst erwachsen – glaubt ihr, dass sich angesichts der dramatischen Umwälzungen in der Mediennutzung die Teilnahme an der Kinderfilmjury heute vielleicht anders darstellt als für euch damals? Felix: Es ist für die (Kinder-)Kinobranche sicher herausfordernder geworden, heute mit dem restlichen Angebot mitzuhalten. Ich fürchte auch, dass es wesentlich schwieriger ist, ein Kind heute für den Gedanken zu begeistern, sich eine Woche lang ein bis zwei Filme täglich anzusehen und sich dabei nicht nur passiv unterhalten zu lassen, sondern bewusst auf viele Aspekte des Films zu achten.

Hättet ihr gern noch einmal die Möglichkeit, an einer Filmjury teilzunehmen? Jakob: Definitiv! Als Juror nimmt man Filme viel intensiver wahr. Das ist ein ganz anderes Filmerlebnis. Ich würde auch sagen, dass ich durch die Kinderjury eine Spur reifer geworden bin. Maya: Ja unbedingt, das war eine wunderbare und bereichernde Erfahrung. Das aus der Erwachsenenperspektive erneut zu erleben, das würde ich spannend finden. Felix: Ja, sofort! Auch wenn ich davon ausgehe, dass es wohl qualifiziertere Filmkenner als mich gibt.

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Ein Riesenproblem, das durch die Lage der Slums noch verschärft wird. Denn die meisten Slums liegen unweit eines Flusses, in die in Indien die Abwässer ungeklärt eingeleitet werden. Sie könne sich vorstellen, was das heißt. Wenn man dort wohnt, gewöhnt man sich mit der Zeit an diesen Gestank. Nur Pichku will das nicht gelingen. Denn durch seine Mutter, die in einer Räucherstäbchenfabrik arbeitet, weiß er, was es heißt, wenn ein Raum gut riecht. Deshalb wünscht er sich auch nichts sehnlicher, als sein Geschäft alleine auf einer sauberen Toilette erledigen zu können.

eine saubere sache Nila Madhab Panda über seinen auSSergewöhnlichen Film „Pichkus Traum“, über mangelnde Hygiene in den indischen Slums und über Hoffnungsschimmer durch eine Regierungskampagne. Interview ~ Bettina Schuler

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b Regie, Drehbuch oder Produktion: Nila Madhab Panda macht alles am liebsten gleich selbst. Über 70 Dokumentar-, Kurz- und Spielfilme hat der 45-jährige , aus dem Bundesstaat Odisha stammende Filmemacher bereits in seiner Vita stehen. In seinen Filmen widmet sich Panda immer wieder sozial-politischen Themen wie dem Klimawandel, der Kinderarbeit oder Fragen der Bildung und versucht durch eine unterhaltsame Erzählweise und Inszenierung, das Publikum für diese teils schwer verständlichen Probleme zu sensibilisieren. Diese Vorgehensweise benutzt der umtriebige Filmemacher auch in seiner aktuellen Arbeit Pichkus Traum (Halkaa), in der sich alles um den achtjährigen Pichku dreht, der sich im Gegensatz zu seinen Altersgenossen keinen neuen Fußball und keine neue PlayStation, sondern eine eigene Toilette wünscht. Warum dieser sehnliche Wunsch nur auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint und warum Hygiene in Indien noch immer ein großes Problem darstellt, darüber haben wir mit Nila Madhab Panda gesprochen. Die meisten Kinder, die in den Slums leben, träumen davon, reich zu sein oder zumindest in ein besseres Viertel zu ziehen. Der größte Wunsch Pichkus, des Helden Ihres Films, ist eine eigene Toilette. Ein ungewöhnlicher Wunsch, finden Sie nicht? Auch wenn sich die Situation in den Slums in den letzten Jahren stark verbessert hat und viele Bewohner mittlerweile ihren eigenen Fernseher, ein Fahrrad oder Mobiltelefon besitzen, haben die wenigsten eine eigene Toilette. Dementsprechend riecht es dort auch.

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Obwohl Ihr Film von etwas handelt, worüber normalerweise niemand spricht, ist es Ihnen gelungen, einen unterhaltsamen Film zu diesem Thema zu machen. Das Besondere am Kino ist, dass wir dort selbst sperrige Themen auf unterhaltsame Weise erzählen können. Das zumindest ist mein Ansatz beim Filmemachen. Ich möchte die Zuschauer mit meinen Filmen auf amüsante Weise für ein Thema sensibilisieren, mit dem sie sich normalerweise nicht auseinandergesetzt würden. So wie mit der fehlenden Hygiene in den indischen Slums. Durch Ihren Film bekommt man den Eindruck, dass das Leben in den Slums nicht so schlimm ist, wie man denkt. Trivialisieren Sie damit nicht die realen sozialen Umstände? Wenn wir über die Slums reden, müssen immer wieder bedenken, woher deren Bewohner eigentlich stammen, denn nur wenige sind dort geboren. Die meisten sind aus kleinen hübschen indischen Dörfern dort hingezogen. Sie wissen also, was Schönheit bedeutet und wie sie aussieht. Dementsprechend versuchen sie auch ihr Leben in den Slums zu gestalten. Mir war es wichtig, den Zuschauern diese andere, schöne und bunte Seite der Elendsviertel, die in den meisten Filmen ausspart wird, zu zeigen. Wir vergessen leider auch immer wieder, dass es genau diese Menschen sind, die unsere Städte am Laufen halten. Sie sind es, die tagtäglich unseren Dreck wegputzen und mit ihren Gelegenheitsjobs dafür sorgen, dass die Städte funktionieren. Welche Rolle hat die Regierung und ihr Engagement für ein sauberes Indien bei der Produktion des Films gespielt? Die Regierung hat sich natürlich darüber gefreut, dass wir, gerade jetzt, wo sie sich verstärkt für ein sauberes Indien einsetzt, einen leicht zugänglichen Film zum Thema Hygiene gemacht haben. Dementsprechend haben sie uns auch bei der Verbreitung des Filmes geholfen. Glauben Sie, dass deren Ziel, ganz Indien bis 2019 auf eine guten hygienischen Standard zu bringen, realistisch ist? Was diesen Punkt angeht, hat in den Köpfen der Menschen eine große Veränderung stattgefunden. Und auch wenn es sicher nicht einfach sein wird, diese Vision umzusetzen, ist in diesem Punkt immerhin schon sehr viel erreicht worden. Wovon haben Sie als Kind geträumt? Ich kann mich erinnern, dass ich davon träumte, einen eigenen Vogel zu haben. Und, ist Ihre Toilette genauso bunt wie die von Pichku? Was die Buntheit angeht, kann ich es leider nicht mit Pichku aufnehmen. Aber immerhin ist meine Toilette immer schön sauber.


„eine Feelgood Komödie“

BUFF International Film Festival

C/EinhornFilm C/thildaderfilm

„ein verrückter Roadmovie“

Adelaide International Youth Film Festival

AB 8 MBER 201 E V O N . 0 3 INO NUR IM K

thilda-derfilm.de


pichkus traum Der kleine Pichku, der im indischen slum lebt, wünscht sich nichts sehnlicher als ein eigeneS WC: SOZIAL ENGAGIERTES KINDERKINO ALS BOLLYWOOD-spektakel. Text ~ Bettina Schuler Hauptprogramm halkaa Indien 2018 Regie Nila Madhab Panda Mit Tathastu, Paoli Dam, Vipin Katyal, Ranvir Shorey, u. a. Länge 76 Minuten, Farbe Empfohlen ab 8 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen MO 19. 11. 15 Uhr cinemagic MI 21. 11. 9 Uhr Votiv Kino DO 22. 11. 16 Uhr Cine Center

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as neueste iPhone, ein eigener Laptop und eine Internet-Flatrate. Das sind die Dinge, die auf dem Wunschzettel eines Zehnjährigen aus der westlichen Mittelschicht stehen. Der Wunsch des kleine Pichku ist viel simpler. Denn er wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Toilette. Was in dem indischen Slum, in dem er mit seinen Eltern lebt, ein unbezahlbarer Luxus ist. Denn dort gehen alle Männer zu den Bahngleisen, um ihr Geschäft zu erledigen. Ein Albtraum für den kleinen Jungen, der nicht kann, wenn die anderem ihm dabei zusehen. Doch sein Vater, der all sein Geld für eine eigene Autorikscha spart, hält diesen Wunsch für den Spleen eines unreifen Kindes. Dass es am Ende ausgerechnet sein Sohn und

dessen aufgefallener Wunsch nach einer Toilette sein werden, die ihn vor dem Gefängnis bewahrt, hätte der strenge Vater sich niemals träumen lassen. Pichkus Traum schafft, was nur wenigen Filmen gelingt: Er sensibilisiert den Zuschauer für ein sozialpolitisch wichtiges Thema, die Armut und mangelnde Hygiene in den indischen Slums, auf sehr unterhaltsame Weise. Dafür bedient sich Regisseur Nila Madhab Panda der bunten Stilmittel aus den beliebten Bollywood-Filmen, die an Kitsch und Gesangseinlagen kaum zu überbieten sind. Nur eben träumt Pichku nicht etwa wie in den berühmten Kassenschlagern von der große Liebe oder dem großen Geld, sondern von einem ganz eigenen sauberen WC, in dem

ihn keiner stört. Indem der Regisseur Pichkus Tagträume in knalligen Farben ausmalt und sie mit kitschigen Songs unterlegt, die immer wieder dieses betörende „Parfüm“ besingen, führt er das ganze Genre ad absurdum. Zugleich zeigt er auf, wie grotesk es erscheint, dass in einem Land, in dem mehr als 800 Millionen Menschen in Armut leben, im Kino bunte Gesangsschnulzen so tun, als sei alles in Ordnung. Und auch, wenn am Ende des Films für den kleinen Pichku die Welt ein Stückchen besser ist, so ist sie das für den Rest der Menschen, die in den Slums hausen, noch lange nicht. Denn sie müssen noch immer den Müll der reichen Minderheit nach Rohstoffen durchsuchen, die sie für ein bisschen Geld weiterverkaufen können.


rosie & moussa der belgische film erzählt einfühlsam und charmant von einer besonderen Freundschaft und von der NotwenDigkeit, tolerant zu sein. Text ~ Gabriela Seidel-Hollaender Hauptprogramm rosie & moussa Belgien 2018 Regie Dorothée van den Berghe Mit Savannah Vandendriessche, Imad Borji, Ruth Beeckmans, Titus De Voogdt, Mourade Zeguendi , u. a. Länge 90 Minuten, Farbe Empfohlen ab 8 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen DI 20. 11. 9 Uhr cinemagic MI 21. 11. 15 Uhr Votiv Kino FR 23. 11. 16 Uhr Cine Center

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arum nur müssen sie in das hässliche Hochhaus am Rande von Brüssel ziehen? Und wieso ist ihr Vater ohne sie in ein fernes Land verreist? Von ihrer Mutter bekommt Rosie keine Antworten auf ihre Fragen. Als Rosie einen dicken Kater auf dem Balkon entdeckt, freut sie sich: Der knuffige Kater kann ihr über die Einsamkeit hinweghelfen, die sie in der neuen Umgebung befällt. Doch dann klingelt Moussa, der Junge von nebenan, und fragt nach seinem Kater. Er ist glücklich, sein Haustier wiedergefunden zu haben, er freut sich aber auch, Rosie kennenzulernen. Er zeigt ihr die Abkürzung auf dem Weg zur Schule, verbringt Nachmittage an den Bahngleisen mit ihr und führt sie zu seinem Lieblingsversteck

auf dem Dach des Hauses, Zugang streng verboten! Moussa ist ein bisschen verliebt in Rosie. Bald wird klar, dass auch für Moussa nicht alles leicht ist. Der Hausmeister hat keine Sympathie für die ausländischen Bewohner des Hauses und zeigt ihnen dies auch. Doch die Gemeinschaft im Hochhaus ist trotzdem stark, die Nachbarn sind füreinander da, und als Rosie und Moussa von dem Hausmeister beinahe auf dem Dach erwischt werden, hilft ihnen eine Nachbarin aus der Patsche. Rosie trifft einen Freund ihres Vaters und erfährt von ihm schließlich, wo sich dieser wirklich befindet: im Gefängnis. Mit Hilfe des Freundes besucht Rosie ihren Vater dort, und sie macht ihrer Mutter Vorwürfe, dass sie nicht ehrlich zu ihr war.

Als der Vater überraschend aus dem Gefängnis entlassen wird, möchte er zurück zu seiner Familie, doch seine Frau kann ihm nicht verzeihen, dass er sie so im Stich gelassen hat. Also begibt sich der Vater wirklich auf eine Reise und hofft, dass er eines Tages zu seiner Familie zurückkehren kann. Rosie ist zwar traurig, doch sie ist über all das Erlebte viel erwachsener geworden, und sie hat mit Moussa etwas Unschätzbares gewonnen: einen besten Freund. Basierend auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe erzählt Rosie & Moussa einfühlsam, humorvoll und charmant von einer traurigen Ausgangslage und einer ganz besonderen Freundschaft, vom Erwachsenwerden und der Notwenigkeit, tolerant und offen zu sein.

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ein schwerer rucksack KEIN EINFACHER STOFF: EIN ZWÖLFJÄHRIGER ARGENTINISCHER JUNGE WILL ENDLICH KLARHEIT DARÜBER HABEN, WER SEINEN VATER getötet HAT. Text ~ Gabriela Seidel-Hollaender Hauptprogramm MOCHILA DE PLOMO Argentinien 2018 Regie Dario Mascambroni Mit Facundo Underwood, Gerardo Pascual, Elisa Gagliano, Agustín Rittano, Osvaldo Wehbe, Rubén Gattino, u. a. Länge 67 Minuten, Farbe Empfohlen ab 12 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen FR 23. 11. 9 Uhr Cine Center SO 25. 11. 15 Uhr Votiv Kino

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omás ist zwölf, spielt gern Fußball und lebt allein mit seiner Mutter, die sehr viel arbeitet und selten zu Hause ist. Wenn sie frei hat, geht sie mit einem Mann aus, der sie mit einem amerikanischen Oldtimer-Schlitten abholt. Die meiste Zeit jedoch ist Tomás allein. Er weiß, dass sein Vater von einem Mann getötet wurde, aber er weiß nicht, warum und wie es passiert ist. Und irgendwie möchte keiner mit ihm darüber reden und ihm seine vielen Fragen beantworten. Seine Mutter fragt er, ob sie, wenn der Vater am Leben wäre, noch mit ihm zusammen wäre. Sie antwortet mit „ja“ und will damit das Thema auf sich beruhen lassen. Auch sein Großvater ist nicht gesprächiger. Er erklärt ihm, dass sein Vater ein guter

Mensch war, aber die falschen Freunde hatte und schließlich auf die schiefe Bahn geraten ist. Mehr ist auch aus ihm nicht herauszubekommen. Am Morgen wühlt Tomás sich durch die Wäsche, um ein sauberes Shirt zu finden. An diesem Tag kommt er zu spät zur Schule, aber das ist nicht zum ersten Mal passiert, weswegen er von seinem Lehrer suspendiert wird. Tomás geht zu seiner Tante, die scheinbar zögert, ob sie ihm die Tür öffnen soll, sich aber schließlich entschließt, ihn hereinzulassen und zum Mittagessen einzuladen. Doch Tomás spürt, dass er nicht wirklich willkommen ist und geht lieber wieder. Zusammen mit seinem Freund lässt er sich die Haare schneiden, später legt der Freund eine Waffe, die er

von seinem Bruder bekommen hat, auf den Tisch und schiebt sie zu Tomás hinüber. An dem Tag, als der Mann, der seinen Vater getötet hat, aus dem Gefängnis kommt, ist Tomás bereit. Er zieht das Fußballtrikot seines Vaters an und hat die geladene Waffe im Rucksack. Er will sich endlich von den Halbwahrheiten der Erwachsenen befreien und den Mörder seines Vaters stellen. Nach seinem Debüt Primero enero legt der argentinische Regisseur Darió Mascambroni erneut eine fein beobachtete und atmosphärisch dichte Arbeit vor. Ein schwerer Rucksack erzählt mit wenig Dialog und dokumentarisch anmutenden Bildern die Entwicklungsgeschichte eines Jungen, der vor allem eines will: ernstgenommen werden.


supA modo Eine Geschichte über Familie, Freude, Krankheit, Verlust und die Magie der Vorstellungskraft, die einem manchmal Superkräfte verleiht. Text ~ Angela Sirch Hauptprogramm supa modo Deutschland/Kenia 2017 Regie Likarion Wainaina Mit Stacie Waweru, Marrianne Nungo, Myawara Ndambia, Johnson Chege, u. a. Länge 74 Minuten, Farbe Empfohlen ab 9 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen Mo 19. 11. 9 Uhr Cine Center Do 22. 11. 15 Uhr cinemagic SO 25. 11. 11 Uhr Votiv Kino

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ie junge Joanna lebt in einem Dorf in Kenia. Sie liebt Action-Filme – vom akrobatisch kämpfenden Jackie Chan bis hin zum durch die Lüfte fliegenden Superman, dessen übernatürliche Kräfte sie auch gerne hätte. Doch Joanna, von allen Jo genannt, verlassen langsam ihre Kräfte: Sie hat Krebs. Als der Arzt Joannas Mutter mitteilt, dass er nichts mehr für ihre Tochter tun kann, beschließt sie, ihre Tochter mit nach Hause zu nehmen, sehr zum Ärger von Joannas älterer Schwester Mwix, die der Meinung ist, dass Jo im Spital besser aufgehoben wäre. Zu Hause angekommen, versucht die Mutter, ihr krankes Kind in Watte zu packen: Sie soll ja zuhause bleiben, sich nicht überanstrengen, möglichst

drei Pullover übereinander anziehen, damit sie nicht friert. Doch Jo ist wie jedes Kind wild darauf, draußen zu spielen und ihre schier grenzenlose Phantasie in spannende Superhelden-Geschichten zu verwandeln. Eine Verbündete im Geiste findet sie dabei in ihrer Schwester, die im Gegensatz zu ihrer Mutter die noch verbleibende Lebenszeit ihrer geliebten Schwester so schön und aufregend wie möglich gestalten möchte. Damit Jo denkt, sie habe tatsächlich Superkräfte, lässt sich Mwix so einiges einfallen – vom sich plötzlich wie durch Zauberhand bewegenden Salzstreuer bis hin zu einem Fußballmatch, in dem Jo ihre Gegner scheinbar mit einer magischen Handbewegung außer Gefecht setzt.

Bald macht das ganze Dorf bei diesen inszenierten Momenten mit, da ihnen Joannas strahlendes Superhelden-Lächeln ebenso viel Freude bereitet wie ihrer Schwester. Doch als die Mutter von dem bunten Treiben erfährt, ist der Zauber vorerst zu Ende, bis Jo ihre Liebsten und Freunde davon überzeugen kann etwas viel Größeres zu machen: ihren eigenen Superhelden-Film. Supa Modo ist eine zauberhafte Geschichte im wahrsten Sinn des Wortes. Mit viel Feingefühl und einer entzückenden Hauptdarstellerin gelingt es dem Film, einer deutschkenianischen Ko-Produktion, ein im Grunde trauriges Thema auf eine hoffnungsvolle und amüsante Weise zu erzählen. Und er zeigt, dass es viele Wege gibt, voneinander Abschied zu nehmen.

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tHIldA & die besTe band der welt Ein kleines Mädchen, ihr Cello und eine Rockband auf dem Weg zu einem Musikwettbewerb – ein Roadtrip der BESONderen Art. Text ~ Angela Sirch Hauptprogramm los bando Norwegen/Schweden 2018 Regie Christian Lo Mit Jonas Hoff Oftebro, Jakob Dyrud, Tage Hogness, Tiril Høistad Berger, u. a. Länge 94 Minuten, Farbe Verleih in Österreich Einhorn Film Kinostart in Österreich 30. November 2018 Empfohlen ab 9 Jahren Deutsche Fassung Di 20. 11. 9 Uhr Votiv Kino FR 23. 11. 9 Uhr cinemagic SA 24. 11. 15 Uhr Cine Center

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rim und Aksel haben einen Traum. Sie möchten mit ihrer Band Los Bando Immortale einmal Rockstars werden. Bevor sie aber von ihrer Heimat, der norwegischen Insel Helgøya aus die Welt erobern können, haben sie gleich mehrere Probleme: Gitarrist und Sänger Aksel kann nämlich überhaupt nicht singen, ihnen fehlt außerdem ein Bassist, und wie sollen sie überhaupt zu dem berühmten Rock-Wettbewerb in Tromsø gelangen, zu dem sie eingeladen wurden? Die Stadt liegt nämlich leider zwanzig Autostunden entfernt, und die Eltern haben entweder keine Zeit oder sind zu sehr damit beschäftigt, sich über jede Kleinigkeit zu streiten. Selbstbewusst schreiben die beiden Jungs die Stelle des Bassis-

ten aus, doch zum Casting kommt nur die kleine Thilda mit einem Cello, das größer ist als sie selbst. Als die ungewöhnliche junge Dame zu spielen beginnt, wissen Grim und Aksel allerdings ziemlich schnell, dass sie ihr drittes Bandmitglied gefunden haben. Während Grim überlegt, wie er seinem Freund Aksel mitteilen kann, dass er schlecht singt und sie es nur dank AutoTune zum Wettbewerb geschafft haben, engagiert die Band den jungen Rallyefahrer Martin als Tourbus-Chauffeur. Dieser ist froh, endlich aus dem väterlichen Automechanik-Betrieb heraus zu kommen, in dem er ständig für Arbeit eingeteilt wird und sich niemand dafür interessiert, was er eigentlich vom Leben will. Mit der Einverständniserklärung von Thil-

das Eltern in Händen macht sich das Quartett auf den Weg in den Norden, um die Geschichte der Rockmusik für immer zu verändern. Der Roadtrip, der mit kuriosen Begegnungen beginnt, erhält jedoch schon bald einen Dämpfer, als die Jungs erfahren, dass die kleine Thilda, die keine Freunde und ständig beschäftigte Eltern hat, bei der Einverständniserklärung geschummelt hat. Wird es die Truppe dennoch zu ihrem großen Traumziel in Tromsø schaffen? Mit Rockmusik in den Ohren und einer Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und Träume, an die man glauben sollte, ist Thilda & die beste Band der Welt ein sehr unterhaltsamer, mitreißender Film vor der wunderschönen Naturkulisse Norwegens und Schwedens.


der untergang spartas Die schönen und die niederschmetternden Seiten des Erwachsenwerdens – in klugen Worten und gewaltigen Bildern erzählt. Text ~ Angela Sirch Hauptprogramm la chute de sparte Kanada 2018 Regie Tristan Dubois Mit Lévi Doré, Eric K. Boulianne, William Cantin, Lili-Ann De Francesco, u. a. Länge 84 Minuten, Farbe Empfohlen ab 14 Jahren Originalfassung, deutsch eingesprochen MO 19. 11. 16 Uhr Cine Center MI 21. 11. 9 Uhr cinemagic FR 23. 11. 15 Uhr Votiv Kino

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er sechzehnjährige Steeve Simard absolviert das Abschlussjahr der GastonMiron High School in Saint-Lambert im kanadischen Québec. Während andere Teenager Tag und Nacht damit beschäftigt sind, zu einer Gruppe dazuzugehören und in eine bestimmte Schublade zu passen, ist Steeve so gar nicht an pauschalen Stempeln interessiert, die man aufgedrückt bekommt. Er hört gern HipHop, vergräbt sich in seine Bücher und schafft es, seine Umgebung, die er stets still beobachtet, in klugen Worten auf den Punkt zu bringen. Wenn er sich nicht gerade in sein Zimmer im Keller zurückzieht, das in seiner Unordnung Steeves smartem Geist gerecht wird, verbringt er Zeit mit seinem besten Freund. Er wäre

allerdings gern ein gefeierter Held des Football-Teams wie der Kapitän der High School-Mannschaft The Spartans und wünscht sich eine Freundin, am besten die wunderschöne Véronique, die er aus der Ferne anhimmelt und die mit dem aggressiven Footballspieler Giroux zusammen war. Doch eigentlich gefällt es ihm auch in seiner eigenen kleinen Welt ganz gut. Als Steeve beim Turnunterricht den im wahrsten Sinn des Wortes schlagfertigen Giroux mit Hilfe von YouTube vor den Augen aller alt aussehen lässt, wird der Bücherfreund von der Realität eingeholt und sieht sich auf einmal mit drohender Rache konfrontier t. Im Gegenzug klettert er jedoch in der Gunst Véroniques weit nach oben. Steeves Leben ist auf einmal ein

ständiges emotionales Auf und Ab und lässt ihn verstehen, wie nahe Freud und Leid oft beieinander liegen können und wie alle Entscheidungen, die man trifft, das beeinflussen, was einem passiert. Außderdem erkennt er, dass der äußere Schein oft Dinge verbirgt, die die die Realität in ein ganz anderes Licht tauchen. Der Untergang Spartas ist die Verfilmung des gleichnamigen kanadischen Jugendbuch-Bestsellers von Sébastien „Biz“ Fréchette, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat. Mit seinem ständigen Wechsel zwischen der Abbildung der Realität und den martialischen Bildern in Steeves Kopf schafft der Film eine ungewöhnliche Bildsprache, die mit der nahegehenden Erzählung Hand in Hand geht.

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Gewinnspiele

shrek – der tollkühne held

Zur DVD- und Blu-ray-Neuauflage des dritten Teils der beliebten Filmreihe verlost „ray“ dreimal die DVD.

Zur DVD- und Blu-ray-Neuauflage des ersten Teils der beliebten Filmreihe verlost „ray“ dreimal die DVD.

Beantworten Sie die folgende Frage: Wer spricht in der Originalfassung den Panda Po?

Beantworten Sie die folgende Frage: Wer spricht in der Originalfassung den Esel?

a) Jack Black b) Jack Nicholson c) Jackie Chan

a) Ed Harris b) Eddie Murphy c) Edward Norton

Schicken Sie bis 30. November eine Mail mit dem Betreff „Kung Fu Panda“ an gewinnspiel@ray-magazin.at

Schicken Sie bis 30. November eine Mail mit dem Betreff „Shrek“ an gewinnspiel@ray-magazin.at

KUNG FU PANDA 3 jetzt als Blu-ray und DVD erhältlich!

shrek – der TOLLKÜHNE HELD jetzt als Blu-ray und DVD erhältlich!

© 2018 Walt Disney

KUNG FU PANDA 3

Mickey-mouse-memory

madagascar 3 – flucht durch europa

Die berühmte Comic-Figur begeistert seit Generationen. Am 18. November 2018 feiert sie ihren 90. Geburtstag. Für alle, die von der charmanten Maus nicht genug bekommen können, verlost „ray“ drei Mickey-Memorys von Ravensburger. Alles Gute, Mickey!

Zur DVD- und Blu-ray-Neuauflage des dritten Teils der beliebten Filmreihe verlost „ray“ dreimal die DVD.

Beantworten Sie die folgende Frage: Wie heißt die Freundin von Mickey Mouse?

a) Ben Affleck b) Ben Kingsley c) Ben Stiller

a) Minnie b) Mary c) Maxie Schicken Sie bis 30. November eine Mail mit dem Betreff „Mickey Mouse“ an gewinnspiel@ray-magazin.at

Beantworten Sie die folgende Frage: Wer spricht in der Originalfassung den Löwen Alex?

Schicken Sie bis 30. November eine Mail mit dem Betreff „Madagascar“ an gewinnspiel@ray-magazin.at madagascar 3 – flucht durch europa jetzt als Blu-ray und DVD erhältlich!


10. Internationales Kinderfilmfestival Steiermark wie jedes jahr wird auch diesmal eine auswahl von zehn filmen des internationalen kinderfilmfestivals in vier kinos in der steiermark gezeigt.

Bitte um rechtzeitige Anmeldung: ines.wagner@kinderfilmfestival.at oder unter T +43 650 714 72 80 Die Kinderjury Die Kinderjur y in Kooperation mit dem KNAX-KLUB sind allesamt Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, die sich alle Wettbewerbsfilme ansehen und im Anschluss diskutieren, analysieren und bewerten. Am Ende des Festivals prämiert die Jury den besten Film des Festivals.

Ich bin William

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as Kinderfilmfestival bringt von 24. November bis 2. Dezember zehn außergewöhnliche und international prämierte Filme für Kinder von 5 bis 15 Jahren in die steirischen Kinos. In Graz, Liezen, Kapfenberg und Eibiswald zeigt das Festival im Zeitraum von neun Tagen eine Auswahl an spannenden, humorvollen und berührenden Kinderfilmen aus den unterschiedlichsten Ländern. Ziel ist es, den Kindern Filme näherzubringen, die ihnen ein Fenster zur Welt sind, große Unterhaltung bieten und gleichzeitig ein Bewusstsein für fremde Kulturen und Sprachen wecken. Das Programm In memoriam: Das diesjährige Festival wird mit der Verfilmung des gleichnamigen Christine-Nöstlinger-Buches „Die 3 Posträuber“ eröffnet. Ein unterhaltsamer Kinderkrimi, dem es weder an Action noch an österreichischer Prominenz mangelt. Ein Fokus des Festivals sind internationale Filme, wie der indische Film Pichkus Traum: Eine Ge-

schichte über den einfachen Wunsch eines Buben nach einer eigenen Toilette und etwas Privatsphäre. Ein sehr außergewöhnlicher Film ist der Animationsfilm The Breadwinner, der vom Alltag voller Unterdrückung eines afghanischen Mädchens in Kabul erzählt. Die Junge Kirche der Diözese GrazSeckau hat für die berührende deutsch-kenianische Ko-Produktion Supa Modo die Filmpatenschaft übernommen – ein Film, der die unglaubliche Macht der Phantasie hochhält. Ich bin William erzählt auf humorvolle Art von einem starken Jungen, der nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht und trotzdem immer das Beste daraus zu machen vermag. Schon für Kinder ab 5 Jahren gibt es eine gelungene Mischung an altersadäquaten Filmen, etwa Die geheimnisvolle Minusch, einen wundervollen Katzenkrimi. Die Festivaleröffnung findet am Samstag, dem 24. November, um 15 Uhr, im Grazer KIZ RoyalKino statt. Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei!

Originalfassungen Sechs der zehn Filme sind in Originalfassung und werden live im Kino deutsch eingesprochen. Das schärft das Bewusstsein für fremde Sprachen und Kulturen und zeigt gleichzeitig, dass nicht jeder Film „automatisch“ auf Deutsch ist. Das mag anfänglich schwer vorstellbar sein, doch dem Verständnis tut dies keinen Abbruch. Publikumspreis Alle Filme rittern auch heuer wieder um den Publikumspreis. Alle Kinobesucherinnen und -besucher können mit ihrer Eintrittskarte ihren Favoriten unter den Filmen wählen und den Gewinner des Publikumspreises küren. Kino für Schulen Die Schulvorstellungen im Rahmen des Kinderfilmfestivals sind ein Angebot an Pädagoginnen und Pädagogen der Pflichtschulen und der Unterstufe der Höher Bildenden Schulen für die Filmvermittlung im Unterricht. Zu allen Filmen stehen kostenlose Begleitunterlagen für den Unterricht zu Verfügung und auch schon vor dem Kinobesuch zum Download bereit: www.kinderfilmfestival.at/steiermark/ filmhefte Weitere Info unter T +43 650 714 72 80

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Supa Modo

S P IELTERMINE KIN D ER F ILM F ESTI V AL STEIERMARK KIZRoyal Kino Graz Sa 24.11.

Star Movie Liezen

Kinocenter Kapfenberg

Kino Eibiswald

Eröffnung, 15 Uhr

Die 3 Posträuber + ab 7, DF

So 25.11.

9 Uhr Gordon und Paddy *

Mo 26.11.

9 Uhr Die geheimnisvolle

8.30 Uhr Die geheimnisvolle

Di 27.11.

9 Uhr Ich bin William *

8.30 Uhr Die 3 Posträuber +

ab 6, OF

Minusch + ab 6, DF ab 8, OF

Minusch + ab 6, DF ab 7, DF

9 Uhr The Breadwinner * Mi 28.11.

ab 12, OF

15 Uhr Die geheimnisvolle

8.30 Uhr Amelie rennt + ab 10, DF

8.30 Uhr Die geheimnisvolle Minusch + ab 6, DF

Minusch + ab 6, DF

9 Uhr Supa Modo * Do 29.11.

ab 9, OF

15 Uhr Amelie rennt +

8.30 Uhr Die 3 Posträuber +

8.30 Uhr Die geheimnisvolle

8.30 Uhr Amelie rennt +

8.30 Uhr Amelie rennt +

ab 7, DF

Minusch + ab 6, DF

ab 10, DF

9 Uhr Amelie rennt + Fr 30.11.

ab 10, DF

15 Uhr Pichkus Traum

ab 10, DF

ab 8, OF

Sa 1.12.

So 2.12.

15 Uhr Der große böse

Fuchs und andere Geschichten * ab 7, OF

11 Uhr Eine kleine Weihnachtsgeschichte + ab 5, DF

* Hauptprogramm, + Zum Wiedersehen. Alle Filme in Originalfassung, deutsch eingesprochen, außer DF = Deutsche Fassung

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ab 10, DF


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Kaiserliches

für Kinder

Erfahre Interessantes und Lustiges über das Leben von damals und verkleide dich als Prinz oder Prinzessin. Du kannst das Museum selbst erkunden, oder an einer Führung teilnehmen.

(n) erleben

e t h c i h c s Ge Poldis Advent-TIPP:

in Schönbrunn im Schloss, im Kindermuseum und im Irrgarten in der Hofburg im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien

Feiern

Geburtstagsangebote für Kinder

Feiern wie die Kaiser

Ab dem 24.11. wird es weihnachtlich im Kindermuseum: Mit Bastelwerkstatt und Suchspiel!

www.kaiserkinder.at


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