BRUNECK, 11. Februar 2021, JG. 33, NR. 3-804/2021 erscheint 14-tägig, EZLNR. 0,77 EURO - Poste Italiane SpA - Versand im Postabonnement - ges. Dekr. 353/2003 (abg. in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1, Komma 1, NE BOZEN, ISSN 2532-2567
Ausgabe 3/2021
Der Aufschrei
Kultur am Boden
Regierungskrise - bald am Ende?
Sen. Meinhard Durnwalder
„Die fetten Jahre sind vorbei!“
Alfred Valentin
Integration und Emanzipation
Laura Volgger
Hochzeit & Reisen
Sonderthema:
Neueröffnung in Mühlen in Taufers Olearia del Garda Olivenöl Extra Vergine
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TITELTHEMA
Der Wert der Kultur in Corona-Zeiten: Die verkannte Wertschöpfung
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SOZIALES & GESUNDHEIT
Aspiag spendet 1,1 Millionen Kilo Waren: Gegen die Lebensmittelverschwendung
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MENSCHEN IM PORTRAIT
Alfred Valentin: „Die fetten Jahre sind vorbei“
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GESELLSCHAFT & MENSCHEN
Laura Volgger: Integration und Emanzipation als Eckpfeiler der Gesellschaft
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WIRTSCHAFT & UMWELT
Nachhaltiges Leben im Pustertal: Wünsch Dir die Welt
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GESCHICHTE & HISTORIE
Der „Stockermüller“ in Unterwielenbach: Das Schicksal eines Hauses
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KULTUR & KUNST
Kunstwerkstatt Akzent: Das 10-jährige Jubiläum 32 Forschungsstelle Gustav Mahler in Toblach: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit 34 BILDUNG & SCHULE
Mittelschule am Herz Jesu Institut in Mühlbach: Die Sache mit der Weltoffenheit Internationaler Vorlesetag: Herbert und die intakte Leitung
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SPORT & FREIZEIT
HC Pustertal scheidet im Italienpokal wieder aus: Es will einfach nicht klappen 42 Gsiesertal-Lauf: Der Lauf findet statt! 44 SONDERTHEMA
Hochzeit & Reisen
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IMP R ESS U M Sitz, Redaktion und Verwaltung: Oberragen 18, 39031 Bruneck, Tel.: 0474 550 830, Fax: 0474 410 141 Internet: www.pz-media.it Email: info@pz-media.it · Egtr. Trib. BZ Nr. 23/89 v. 2.10.1989 Erscheinung: 14-täglich; Verantw. Direktor: Reinhard Weger (Chefred.) Sekretariat: Michaela Huber; Akquisition: Hans Paulmichl, Josef Tasser Redaktion: Reinhard Weger, Dr. Judith Steinmair, Monika Gruber, Barbara Pöder, Dr. Johann Passler, Dominik Faller, Alexander Dariz, Karlheinz Pallua, Dr. Egon Mair, Dr. Rudolf Gruber, Dr. Josef Willeit, Verena Duregger, Margareth Berger, Judith Gruber Grafik: Andreas Rauchegger, Kerstin Voigt; Herausgeber: Pustertaler Medien GmbH - Oberragen 18, 39031 Bruneck, Im PT-Abo vert. ROC-Nummer: 2717, ISSN 2532-2567 Mitglied der USPI (Unione Stampa Periodica Italiana) Druck: Fotolito Varesco, Nationalstraße 57, Auer - hergestellt aus Papier von UPM, das mit dem EU-Umweltzeichen Reg.-Nr. FI/011/001 ausgezeichnet ist.
KULTUR- UND EVENTDIENSTLEISTER LEIDEN Die heimische Kultur und die Eventdienstleitung haben eine große Bedeutung für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Doch es scheint, als hätten die politischen Vertreter den Wert von Kultur und Kunst in diesen schweren Zeiten (heute möchte ich das C-Wort an dieser Stelle nicht über die Tasten bringen) offenbar nicht erkannt. Den Schönwetterreden folgten wenige Taten, welchen von den Betroffenen eher als Makulatur und weniger als konkrete Hilfestellungen gewertet werden. Zwar wurde das Kulturbudget der Autonomen Provinz Bozen in den vergangenen Jahren erhöht und in den letzten zehn Monaten auch Kulturhilfen aufgelegt, aber der Verteilungskampf wird mit dem Fortbestehen dieser Krise immer heftiger. Die Betroffenen fürchten, dass sie abermals in der Reihe nach hinten gestellt werden.
INHALT & KOMMENTAR
POLITIK & VERWALTUNG
Regierungskrise in Rom: „Super Mario“ soll es nun wieder richten Ortspolizei Bruneck blickt zurück: Die Seuche im Mittelpunkt
Die Grünen haben im Südtiroler Landtag anlässlich der jüngsten Sitzung einen Beschlussantrag eingebracht, demzufolge eine Erhebung der wirtschaftlichen Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in die Wege geleitet werden sollte. Der Vorschlag wurde versenkt, was zu großer Kritik Anlass gab. Brigitte Foppa (Grüne) hat es im PZ-Interview auf den Punkt gebracht, indem sie darauf verwies, dass es nicht darum geht, was die Kulturförderung bringt, sondern im Umkehrschluss was die Kultur uns selbst bringt. Das ist ein elementarer Unterschied und rückt die ganzheitliche Erhebung über die Wertschöpfung von Kultur und Kunst in den Fokus der Betrachtungen. Denn Kultur und Eventdienstleister sind wichtig für die gesamte Gesellschaft und die Wirtschaft selbst. Darauf fußt im Grunde unser ganzes Leben. Klaus Gasperi, der Gottvater des Brunecker Stadttheaters, geht sogar soweit, dass Kultur- und Künstlerförderung zugleich auch aktive Wirtschaftsförderung ist. Denn das kulturelle Umfeld einer Region oder einer Gemeinde gilt mittlerweile als entscheidender Faktor für Unternehmen und ist auch ein starkes Zugpferd für den gehobenen Tourismus. Doch die Kulturschaffenden und Eventdienstleister sitzen seit dem Beginn dieser Krise, die dank Südtiroler Sonderweg mit viel Schwung in die dunkelrote Sackgasse abgedriftet ist, komplett auf dem Trockenen. Sie mussten als Erstes die Tore dicht machen und werden wohl die Letzten sein, die wieder aufsperren dürfen. Und dies, obwohl rigorose Maßnahmen umgesetzt wurden. Für Gasperi ist es darüber hinaus geradezu grotesk, dass Ausgaben im kulturellen Bereich als „Subventionen“ gelten, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als „Subventionen“ zu bezeichnen. Damit werden die Weichen in eine falsche Richtung gestellt. Denn: Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert, so Gasperi. Das hat übrigens kein Geringerer als der damalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker im fernen Jahr 1991 festgestellt. Man sagt, dass die Entwicklungen in Deutschland nach rund zehn Jahren auch bei uns ihre Wirkung entfalten... Insofern könnte das so langsam ankommen!
Reinhard Weger
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SOZIALES & GESUNDHEIT TITELTHEMA
DER WERT DER KULTUR IN CORONA-ZEITEN
Die verkannte Wertschöpfung Ein finanziell abgesichertes Leben, das war für Kulturschaffende und -treibende (bis auf wenige Ausnahmen) nie so und jetzt schon gar nicht. Corona hat die Diskussion rund um die Kultur als Wirtschaftssektor beziehungsweise deren Stellenwert und die längst überfälligen Baustellen neu entfacht. Gemeinsam mit politischen Vertretern und Betroffenen ist die PZ der Frage nachgegangen, wo wir in Bezug auf unsere Kultur(auffassung) stehen und wohin wir uns bewegen (sollten)…
BRIGITTE FOPPA: Landtagsabgeordnete/Fraktionssprecherin der Grünen PZ: Wenn es um die Kultur geht will die Mehrheit im Südtiroler Landtag ihren Horizont nicht erweitern, schreiben Sie in Ihrer Presseaussendung, nachdem der Vorschlag der Grünen, eine Erhebung zur wirtschaftlichen Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in Südtirol durchzuführen, abgelehnt wurde – sind wir in Südtirol zu kurzsichtig, wenn es um das Thema Kultur geht? Brigitte Foppa: Mehr als kurzsichtig würde ich sagen: Engsichtig. Im spezifischen Fall hat Landesrat Achammer die Ablehnung damit begründet, dass man bereits erhebe, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Kulturförderung habe. Das ist allerdings nicht dasselbe. Kulturförderung ist gut und wichtig, und ich werde mich immer dafür einsetzen, dass mehr gefördert wird. Aber Kultur ist ja viel, viel mehr als das, was Beiträge kriegt. Es geht nicht darum, zu erforschen, was die Kulturförderung bringt, sondern was die Kultur bringt. Warum bräuchte es Ihres Erachtens nach eine ganzheitliche Erhebung über die Wertschöpfung des Kulturbereichs in Südtirol? Gerade im vergangenen Jahr, vielleicht auch durch den Mangel, wurde vielen be4
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wusst(er), welchen Wert Kultur hat. Für das gemeinsame Weiterkommen als Gesellschaft, für die Mentalitätsentwicklung, ja für die geistige und psychische Gesundheit. Ich selbst habe es immer wieder gesagt: Ohne Kultur, die mir großzügig von vielen Künstler*innen, zum Teil kostenlos, geboten wurde, wäre ich während des Lockdowns im Frühling eingegangen. Die Musik, die Literatur, die Satire – sie haben mich über die Einsamkeit jener Zeit gerettet. Trotz alledem bleibt die Kultur in all ihren Aspekten ein unterbewerteter Sektor, der oft auf Hobby- und Freizeitdimensionen reduziert wird. Ihre wirtschaftliche Bedeutung wird regelmäßig heruntergespielt. Dabei kommt man auf unglaubliche Zahlen, wenn man die Bruttowertschöpfung des kulturellen Sektors analysiert. 2018 belief sie sich in Deutschland auf ca. 100,5 Milliarden Euro. Damit lässt sie Branchen wie die Chemieindustrie, die Energieversorgung oder die Finanzdienstleister hinter sich. Nur die Automobilindustrie erzielt eine höhere Wertschöpfung. Dies alles auch für Südtirol erheben, hieße schon einmal, das Ausmaß der kulturellen Leistung, auch für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt erkennen. Und es wäre eine großartige Argumentationshilfe, wenn es das nächste Mal dar-
um geht, wer im Land wie viel an öffentlicher Förderung erhält. Wo sollten wir ansetzen, um dem Kultursektor die gebührende Wertschätzung entgegenzubringen? Welche konkreten Maßnahmen wären dringend vonnöten? Den Wert schätzen, das hat auch wörtliche Bedeutung. Wissen, wie viel etwas wert ist, ist der Beginn von Würdigung. Natürlich braucht es noch viel mehr. Künstlerinnen
formenden, die Rand- und Mischformen von Kultur brauchen Räume und Gelegenheit zum Üben, Proben, Spielen, Slammen, zum Zusammenkommen, Erfinden, Entwerfen, Verwerfen, Sich Messen, Auftreten, Aufnehmen, zum Wachsen. Wir alle können unse-
ren Beitrag leisten. Diese Woche kommt ein Gesetzentwurf von mir in den Landtag, der die „Kunst am Bau“ verstärkt fördern soll. Kultur ist auch das, was wir der Nachwelt überlassen. Das muss es uns wert sein. //
SARAH MERLER: freischaffende Tänzerin und Choreografin, Vize-Präsidentin des neu gegründeten Vereins für Südtirol Kreative PERFAS PZ: Die Wirtschaft erlebt große Einbrüche, der Tourismus- und Handelssektor werden beispielsweise oft genannt – dass gerade auch die Kulturbranche enorm unter der Corona-Krise leidet, wird dabei oftmals unter den Tisch gekehrt, ärgert Sie das? Sarah Merler: Fakt ist, dass die Kulturbranche noch immer keinen Platz und keine Stimme am selben Tisch hat. Kultur und Wirtschaft werden als zwei grundverschiedene Sektoren behandelt und dabei wird missachtet, dass Kunst und Kultur einem Wirtschaftszweig angehören – nämlich der Kreativwirtschaft. Wenn wir Zahlen in Bezug auf Umsatzrückgänge hören, wird die Kultur- und Kreativwirtschaft nie genannt, obwohl sie nachweislich die am stärksten betroffene Branche in Europa ist. Wir verzeichnen europaweit Umsatzeinbußen von -90% in der darstellenden Kunst und -76% in der Musik. Wir hören ständig nur Zahlen zu Tourismus (-27%) oder Handel. Dabei geht es nicht darum, festzustellen welche Branche am stärksten unter der Krise leidet, sondern einzig darum, auch die Kulturbranche als Wirtschaftskraft und Arbeitsplatz zu berücksichtigen, mitzudenken und als diese zu kommunizieren. Fühlen Sie sich vergessen vom Land Südtirol? Reicht die Unterstützung von Seiten der Öffentlichen Hand nicht aus?
„Auf Kunst und Kultur können wir verzichten“, war und ist die Meinung vieler. Dem ist natürlich nicht so, doch möchte ich auf einen anderen Punkt näher eingehen. Egal ob man Kunst und Kultur als verzichtbar betrachtet oder nicht, in der Krise wurde deutlich, dass der breiten Öffentlichkeit das Verständnis für diese Berufsgruppen fehlt. Denn es betrifft auch in diesem Sektor viele Arbeitsplätze, hinter denen Menschen stehen, die ein Einkommen brauchen, die Fixkosten haben und seit einem Jahr ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Jede:r versteht - auch wenn man selbst gerade auf einen Haarschnitt verzichten kann - dass Frisör:innen ein Einkommen brauchen und es kommt auch keine:r auf die Idee ihnen zu sagen, sie sollen sich doch einfach einen anderen Job suchen. Für unsere Branche fehlt dieses Verständnis noch, vielleicht auch weil immer von Kunst und Kultur als nicht greifbares, abstraktes Ganzes berichtet wird und eben nicht von den vielen betroffenen Berufen und Menschen dahinter. Die Unterstützung von Seiten der Öffentlichen Hand reicht natürlich, wie auch in anderen Sektoren, nicht. Vom Land gab es insgesamt 3.600 € brutto, von denen bis jetzt 2.600 € ausbezahlt wurden. Wie soll das ein Jahreseinkommen ersetzen? Seit einem Jahr stehen Theater und Veranstaltungen still – bis auf einzelne Vorstellungen, die im Sommer möglich waren.
SOZIALES & GESUNDHEIT TITELTHEMA
und Künstler brauchen eine soziale Absicherung, eine krisenfeste Basisförderung, eine dynamische Auftragslage, Nachwuchs- und Altersförderung. Kunst, Musik, Literatur und alle anderen Formen, auch die experimentellen, die per-
Nun haben Sie sich als Südtiroler Kreative kürzlich zu einem Verein zusammengeschlossen – was erwarten Sie sich davon? Als Verein PERFAS vertreten wir die beruflichen Performing Artists (Darstellende Künstler:innen, Musiker:innen, Tech- >>
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SOZIALES & GESUNDHEIT TITELTHEMA
niker:innen und Backstage-Künstler:innen). Als Berufskunstschaffende haben wir andere Bedürfnisse als ehrenamtlich Tätige oder Laien und diese Bedürfnisse bzw. Interessen vertreten wir gegenüber Politik und Wirtschaft. In anderen Bereichen gibt es solche Vereinigungen bereits, wie etwa in der Bildenden Kunst den Südtiroler Künstlerbund (SKB), die Film Association South Tyrol (FAS) für die Filmschaffenden, oder die Südtiroler Autorinnen und Autorenvereinigung (SAAV). Für alle Performing Artists fehlte bis jetzt eine Vertretung und diese Lücke schließen wir nun, um eine Stimme am (kultur)politischen Tisch zu bekommen und unsere Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Bisher waren wir Einzelkämpfer:innen, gemeinsam bilden wir ein starkes Sprachrohr für unseren Sektor und erwarten uns dadurch auch verstärkte Wahrnehmung.
Hand aufs Herz: Wie ist es um die Südtiroler Kulturlandschaft aus der Sicht einer Kulturschaffenden und -treibenden bestellt – lässt es sich davon leben, oder hat Corona nur schon bestehende Schwierigkeiten untermauert? Ja, Corona hat bestehende Schwierigkeiten untermauert: dass Kultur als Luxusgut gesehen wird, dass die entsprechenden Berufsbilder nicht als Berufe wahrgenommen werden, dass Kultur nicht als Wirtschaftskraft wahrgenommen wird und - was uns besonders schmerzlich gezeigt wurde - dass das Sozialversicherungssystem für Künstler:innen nicht funktioniert. Wenn Sie mit bestehenden Schwierigkeiten das romantische Bild des brotlosen Künstlers meinen, der in den Tag hineinlebt und auf finanzielle Unterstützung hofft – den gibt es in dieser Form wohl schon länger nicht mehr. Wir sind in den meisten Fällen befristete Ange-
stellte oder Selbstständige mit Mehrwertsteuernummer, somit auch Unternehmer:innen, wir zahlen unsere Beiträge wie jede:r andere auch, genießen aber im Gegenzug nicht dieselbe Absicherung und schon gar nicht dasselbe Ansehen als Berufsgruppe. Die Südtiroler Kulturlandschaft ist bunt und sehr vielfältig. Das Ehrenamt hat in Südtirol Tradition und wird in der Kultur immer noch großgeschrieben, doch haben sich bestimmte Sparten in den letzten Jahrzehnten zunehmend professionalisiert. Bei unserer Erhebung der Kunstschaffenden, mit bisher 470 Teilnehmer:innen, gibt es rund 270 Performing Artists, davon geben 200 an hauptberuflich in dem Bereich tätig zu sein. Es handelt sich um spezialisierte Berufe ohne organisierte Vertretung nach Außen, die nun lautstark Unterstützung einfordert. Aus dieser Notwendigkeit heraus ist PERFAS entstanden. //
PHILIPP ACHAMMER: Kulturlandesrat PZ: Ist uns Kultur in Südtirol tatsächlich nicht viel wert? Diese Frage steht als Vorwurf derzeit ja im Raum… Philipp Achammer: Als Kulturlandesrat stand ich in den vergangenen Jahren immer aus Überzeugung für die Kultur ein, auch für ihre Wichtigkeit innerhalb der Gesellschaft. So hat die Landesregierung das Kulturbudget auf meinen Vorschlag in den vergangenen Jahren stets erhöht. Was die Corona-Situation anbelangt, habe ich mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass bereits mit dem ersten Landesgesetz im April des vergangenen Jahres Kulturakteure sofort Hilfe erhielten, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise möglichst abzufedern: Wir haben Erleichterungen für Kultureinrichtungen vorgesehen und beispielsweise Projektfördermittel auch dann ausbezahlt, wenn Veranstaltungen wegen Corona ausfielen. Für die Künstler haben wir zügig die erste Künstlerhilfe aufgelegt, zwei weitere Hilfsprogramme haben wir nachgelegt. Diese Kulturmaßnahmen flankieren andere coronabedingte Landesleistungen und staatliche Leistungen. Aber je länger nun diese Krise dauert, umso stärker prägt der Verteilungskampf von öffentlichen Geldern und die einhergehende Diskussion um systemrelevante Berufe die Öffentlichkeit. Diese Krise zeigt eben auch, dass der Stillstand von kulturellen Produktionen von vielen nicht als das größte empfundene Problem wahrgenommen wird. Der pauschalisierende Vorwurf in dieser aktuellen Lage, dass Kultur in Südtirol keinen großen Wert habe, stiftet daher mehr Verwirrung anstatt Verständnis dafür, welch entscheidende Rolle der Kultur in einer aufgeklärten Gesellschaft zukommt. Wir müssen daher gemeinsam – Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und die Kulturpolitik – in6
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nerhalb der Gesellschaft deutlich machen, dass Kultur für alle da ist und mehr als ein Wert an sich ist. Der Beschlussantrag der Grünen, eine Erhebung zur wirtschaftlichen Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in Südtirol durchzuführen, wurde im Landtag abgelehnt – wäre so etwas indes nicht sinnvoll? Es ist eine Tatsache, dass Kultur- und Kreativwirtschaft ein bedeutender und auch quantitativ relevanter Sektor der gesamten Wirtschaft sind. Diesen ökonomischen Aspekt muss eine Gesellschaft im Auge haben, neben den anderen Aspekten wie das Generieren von Sinn, Motivation, Reflexion, Kritik, Innovation, sozialem Zusammenhalt. Im Auftrag der Deutschen Kulturabteilung arbeitet das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) der Handelskammer Bozen bereits an einer solchen Strukturstudie zum Kreativsektor – analog zu jenen Studien, wie sie auch zu anderen Wirtschaftsbereichen bereits vorliegen bzw. im Laufen sind, etwa zum Handwerk oder zum Dienstleistungssektor. Der Beschlussantrag der Grünen war daher überholt, weshalb er keine Mehrheit gefunden hat. Ein Teil dieser umfassenden Studie, der – im Sinn einer Input-/OutputAnalyse – die Effekte des Einsatzes öffentlicher Mittel im Kulturbereich zum Gegenstand hat, ist bereits zu Ende definiert. Die gesamte Studie ist wichtig und wird ihren Beitrag zur Diskussion über den Stellenwert des Kultur- und Kreativsektors leisten. In anderen Branchen hatten wir zumindest ein Auf und Ab… Die Kulturstätte hingegen liegen seit Monaten völlig brach– wie lässt sich das rechtfertigen,
verstehen Sie den Unmut der Kulturtreibenden und -schaffenden? Ich habe Verständnis für den Unmut. Aber man muss unterscheiden, ob es um Existenzfragen von Künstlern geht oder um einen vorübergehenden Verzicht von Kulturgenuss, der zwar schmerzlich, aber nicht bedrohlich ist. Wenn aber Einschränkungen in verschiedenen Bereichen als politische Wertung ausgelegt werden, dass etwas wichtiger ist als anderes, ein Bereich gegen einen anderen aufgewogen wird, dann ist das schädlich für die Kultur des Landes und für eine aufgeklärte Gesellschaft. Schließlich geht es auch nach einem knappen Jahr der Pandemie immer noch um ein und dasselbe übergeordnete Ziel: Wir müssen die Ausbreitung des Virus eindämmen, wenn wir zurück zur Normalität wollen. Spätestens seit
Sie bemängeln ja ebenfalls, dass in Italien eine finanzielle Absicherung der freischaffenden Künstler*innen beziehungsweise ein entsprechendes Berufsbild fehlen – wie sieht Ihr konkreter Schlachtplan aus, wie kann das Land Südtirol die Situation optimieren? Richtig. Laut italienischer Verfassung sind Kunst und Kultur frei. In Italien gibt es somit kein anerkanntes Berufsbild des Künstlers. In diesem Zusammenhang aber von einem „Schlachtplan“ für Südtirol zu reden, liegt mir nicht. Um die Vergütungen für die in Kulturberufen Tätigen krisenfester zu machen, müssen wir dem Künstlerbegriff ein Gesicht geben. Konkret bedeutet das, dass wir ein „Verzeichnis der Kunstschaffenden“ erarbeiten müssen. Es wäre dies ein entscheidender Schritt, denn ein solches Verzeichnis wird den Zugang zu Leistungen organisieren und hauptberuf-
liches Kulturschaffen im Unterschied zum ehrenamtlichen Engagement reglementieren. Allerdings muss ich korrektheitshalber dazu sagen, dass dies keine einfache Aufgabe sein wird. Einerseits, weil sich Verbände und Kunstschaffende in dieser Frage selbst nicht einig sind, wer in die Kategorie fallen soll und wer nicht; andererseits ist die Einbindung der Kulturschaffenden erforderlich, denn eine derartige Regelung ist gewichtig. Sie kann und soll daher nicht ausschließlich von der Behörde aufgestellt werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass ein gemeinsamer Dialog gelingen kann. Außerdem konnten wir einen entscheidenden ersten Schritt für eine Zusatzrente für Künstlerinnen und Künstler zu setzen. Wir sind gerade dabei, hierfür die Durchführungsverordnung auf Landesebene zu erwirken, sodass noch Ende dieses Jahres Künstlerinnen und Künstler um diese Regionalförderung ansuchen können. //
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der zweiten Welle wissen wir, dass die steigenden Infektionszahlen auf Ansteckungen im privaten Bereich zurückzuführen sind. Somit tragen wir alle eine Verantwortung. Nicht Kulturorte oder Bildungseinrichtungen an sich sind das Problem. Beispielsweise haben diese wie andere Bereiche auch sehr wohl Anstrengungen unternommen, um sie zu „sicheren Orten“ zu machen. Wenn aber Infektionen nicht mehr zurückverfolgt werden können, hilft es wenig, sich sicher zu fühlen. Die Rede von sicheren Orten ist dann – angesichts steigender Infektionszahlen – unangebracht. Dann gilt es vonseiten der Politik, Kontakte und Bewegungen insgesamt einzuschränken und Menschenansammlungen stark zu reduzieren und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen. Wenn dann neben vielen anderen Branchen auch Kulturorte geschlossen werden, hat das ausschließlich damit zu tun.
KLAUS GASPERI: Direktor des Stadttheaters Bruneck i.R. und Bühnenbildner PZ: Die verkannte Wertschöpfung des Kulturbereichs wird hierzulande derzeit heiß diskutiert. Sie haben das Thema in den vergangenen Jahren ja oftmals aufs Tapet gebracht und haben dabei gegen Windmühlen gekämpft, oder? Klaus Gasperi: Ich solle nicht in das Teller spucken, aus dem ich esse! Das sagte mir vor Jahren ein Politiker. Gott sei Dank war das nur einer. Aber es zeigt, dass man immer noch nicht ganz verstanden hat, dass Kultur- und Künstlerförderung zugleich auch Wirtschaftsförderung ist! Das kulturelle Umfeld einer Region oder Gemeinde gilt heute als entscheidender Standortfaktor für Unternehmen und ist auch ein wesentliches Zugpferd für den (gehoben)Tourismus. Der Kultursektor sieht sich als eines der am meisten betroffenen Opfer der Pandemie – dem stimmen Sie nahtlos zu? Natürlich! Die Kulturbranche ist stärker als
viele andere Branchen durch (notwendige?) Beschränkungen bedroht. Sie war die Erste, die vom Shutdown betroffen war und wird wohl die Letzte sein, die wieder öffnen darf. Trotz rigorosen Maßnahmen wie Fiebermessen, Maskenpflicht, halbierter Zuschauerzahl usw. mussten Theater, Kinos, Museen schließen. Gleichzeitig aber trafen in Gasthäusern, Geschäften, Zügen, Bussen usw. problemlos mehr Menschen aufeinander und das meist ohne große Sicherheitsvorkehrungen.
Mehr Wertschätzung? Mehr Subventionen? Mehr Lobbyarbeit? Mehr Wertschätzung und das nicht nur von Seiten der Politik. Kultur wird von bildungsfernen Mitbürgern gern als Luxus oder Freizeitveranstaltungen und deren finanziellen Unterstützung als Verschwendung >>
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öffentlicher Gelder gesehen. „Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich ‚Subventionen‘ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“ Das hat schon 1991 der damalige Deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker festgestellt. Man kann nur zu hoffen, dass sich das 30 Jahre nachher auch bei uns langsam rumspricht. Sie arbeiten derzeit beispielsweise für das Landestheater Niederbayern an einem Bühnenbild, haben im Laufe der Jahre viele Engagements im Ausland gehabt – wie funktioniert Kulturarbeit über unsere Landesgrenzen hinaus? Könnten wir uns ein Beispiel daran nehmen?
Ja, in Deutschland wie auch in Österreich arbeiten zum Beispiel auch jetzt viele Theater fast normal weiter. Unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen kann geprobt werden. Aufführungen vor Publikum gibt es leider keine. Die Produktionen werden aber aufgezeichnet und über das Internet dem Publikum zur Verfügung gestellt. Die fest angestellten Schauspieler und Techniker können also weiterarbeiten und werden dafür auch bezahlt. Bei uns kann sich kein Theater ein festes Ensemb-
le leisten. Und die freien Künstler, Schauspieler und Veranstaltungstechniker müssen – und das nicht nur in Krisenzeiten wie diesen – mit einem „Trinkgeld“ seitens der öffentlichen Hand überleben. Viele von ihnen werden resignieren oder auswandern. Denn solange die Bedeutung der Kultur von Seiten der Politik nicht ernsthaft anerkannt und dementsprechend gefördert wird, wird sich der niedrige Stellenwert, den „Künstler“ von großen Teilen unserer Gesellschaft // genießen, auch nicht ändern.
ALEX PLONER: Landtagsabgeordneter Team K PZ: Vor Ihrem Einzug in den Südtiroler Landtag waren Sie ja selbst im Kultur- bzw. Eventbereich tätig – wie sehen Sie die derzeitige Debatte rund um die Wertschätzung des Kultursektors? Alex Ploner: Diese Debatte kommt sehr spät und müsste nun eingebunden werden in eine weitaus größere Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich vermisse in Südtirol schon seit Langem ein Kulturkonzept, wie es andere Länder, Regionen und einzelne Städte haben. Nur wenn ich das gemeinsame Ziel kenne, ist auch die Strategie zur Zielerreichung machbar. Den Wert der Kultur an einer Bruttowertschöpfung oder monetären Parametern festzumachen, ist ein sehr gefährlicher Weg. Im Umkehrschluss könnte dies bedeutet, wer nicht Geld bringt, ist nichts wert. Dieses Denken wäre für neue Kultur, verrückte Ideen, neue Projekte, die es für eine Weiterentwicklung unbedingt braucht, kontraproduktiv. Nachdem sich aber gewisse Entscheidungsträger in der Tat nur mit wirtschaftlichen Argumenten überzeugen lassen, ist die laufende Debatte in jedem Fall wichtig. Die richtige Einordnung ist dabei essenziell. Sie stehen der Gangart der Landesregierung in Bezug auf die Kulturunterstützung ja kritisch gegenüber – konkrete Baustellen beziehungsweise konkrete Forderungen? Ich hätte mir eine stärkere Trennung zwischen professionellen Kulturschaffenden, semiprofessionellen Anbietern und Ehrenamtlichen gewünscht. Während es bei den 8
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Profis seit 11 Monaten ums nackte Überleben geht, leiden ehrenamtliche Kulturvereine vor allem an der schwindenden Motivation und Neuorientierung der Mitglieder. 3600 Euro brutto als finanzielle Hilfe für die Profis für 11 Monate Verdienstausfall ist ein Witz. Auch die Empfehlung der Politik, die Tätigkeit in den Online-Bereich zu verlegen, sehe ich sehr kritisch. Damit beginnt der Ausverkauf der eigenen Leistung und die Kreativen werden noch mehr zum digitalen Billigprodukt. Künstler*in sein ist eine Berufung, kein Beruf, heißt es hinlänglich, und Kultur ganz allgemein für die Gesellschaft unverzichtbar – nun liegt aber fast alles brach…. Ist der Schaden, den die Pandemie im Kultursektor anrichtet, Ihrer Meinung nach, überhaupt absehbar, oder unterschätzen wir die Folgen? Was ich schwer abschätzen kann sind die Folgen, die durch den Verlust der Motivation entstehen. Der Künstlerberuf ist meist die Erfüllung eines Kindheitstraumes, das heißt, ein Musiker, der es endlich zum Musiklehrer geschafft hat oder in seinem WunschOrchester spielt, wird seine Erfüllung und Motivation nicht in einem „normalen“ Brotberuf finden. Eine Umschulung funktioniert in diesem Bereich nur schwer. Aber genau das macht ja die Faszination und Kraft der Kultur aus, dass Kulturschaffende ihre Träume leben und bereit sind Dinge auf sich zu nehmen, die oft das Maß des Erträglichen übersteigen. Ein Kulturveranstalter, der jetzt gezwungen ist einen neuen Job zu suchen,
ist aus meiner Sicht für den Kulturbereich verloren. Der wird sich höchstens noch ehrenamtlich nebenbei irgendwo engagieren. Damit gehen Möglichkeiten verloren, weitere Bühnen werden geschlossen, Auftrittsmöglichkeiten reduziert und schlussendlich verlieren Kulturschaffende wieder Arbeitsplätze. Eine Spirale, die nach unten geht. Hier muss die gesamte Gesellschaft in den Diskurs mit eingebunden werden, welche Kultur wir in Zukunft wollen und was wir uns leisten wollen und können.
// Interviews: Judith Steinmair
INSTANDHALTUNG DER SCHULZONE BRUNECK
In sicheren Händen AKTUELLES
E
s ist eine typische Win-Win-Situation: Am 27. Jänner 2021 haben Land und Stadtgemeinde Bruneck per Vertrag geregelt, dass die Instandhaltung der Flächen in der Schulzone vom Land auf die Gemeinde übergeht. Besser noch: Im Rahmen dieses Pilotprojektes finanziert das Land der Gemeinde zwei Mitarbeiter, was vor allem in der Chefetage der Bauerhaltung bei Amtsleiter Umberto Olivotto große Freude verursacht hat. Darüber hinaus können nun endlich die Wege, Parkplätze und Grünflächen in der Brunecker Schulzone in Ordnung gebracht werden. Denn diese sind in einem schlechten Zustand und müssen saniert werden. Die Verkehrsflächen werden im Rahmen einer außerordentlichen Instandhaltung verbessert. Diese Arbeiten laufen bereits. Ebenso eine Auffrischung braucht der Schulsportplatz. Die Flächen selbst verbleiben aber im Eigentum der Autonomen Provinz BozenSüdtirol. Bürgermeister Roland Griessmair ist über die Vereinbarung ebenfalls glücklich. „Eine WinWin-Situation für alle Beteiligten, zumal die
Bürgermeister Roland Griessmair
Vize-Gouverneur Massimo Bessone
Planung und Durchführung der notwendigen Arbeiten direkt vor Ort mit eigenen Mitarbeitern erfolgen kann. Diese kennen die Situation und können bei dringenden Maßnahmen umgehend eingreifen“, ist er überzeugt. Ähnlich äußerte sich auch der stellvertretende Gouverneur Massimo Bessone: „Die Schulzone ist dank dieser Vereinbarung in den besten und kompetentesten Händen.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Allerdings: Die
Außenfassade des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ist keine Visitenkarte für eine schulische Einrichtung. Die sündhaft teuren Marmorplatten (sic!) sind nicht sicher und nach diversen Feuerwehreinsätzen wurde ein Absperrzaun eingerichtet. Allerdings sind seither einige Jahre ins Land gezogen und das ursprüngliche Not-Provisorium entpuppt sich immer mehr zum ärgerlichen (und gefährli// rewe chen) Dauerbrenner…
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Ethical Banking - Geben Sie Ihrer Geldanlage einen Sinn Nachhaltigkeit liegt in unserer Natur und sollte für uns alle eine Selbstverständlichkeit sein. Heute mehr denn je.
Die Unterstützung nützlicher Projekte für die Allgemeinheit, die Stärkung der regionalen Kreisläufe und die Förderung der Realwirtschaft sind wesentliche Teile nachhaltigen Wirtschaftens. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, täglich sorgsam mit den Ressourcen umzugehen und vorausschauend über mehrere Generationen hinweg zu planen. Die Raiffeisenkasse Bruneck beschäftigt sich seit jeher in verschiedenster Art und Weise mit diesem Thema. Eines davon ist das verantwortungsvolle Sparen und Anlegen in nachhaltige Investitionen. Seit über 20 Jahren wird dies in einem gemeinsamen Projekt der Südtiroler Raiffeisenkassen
realisiert: Ethical Banking. Der Leitgedanke besteht darin, Solidarität zu zeigen, Selbstverantwortung zu fördern und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. „Ethical Banking“ bedeutet mit gutem Gefühl Geld anzulegen: Sie als Sparer entscheiden selber, welchen Nutzen Ihr Erspartes stiften soll. Sie wählen zwischen sechs nachhaltigen und sinnstiftenden Linien aus. Die Projekte werden in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen ausgewählt, welche in den jeweiligen Bereichen wirken. Gemeinsam mit uns als Raiffeisenkasse Bruneck leisten Sie so einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft und geben Ihrer Geldanlage einen neuen
Sinn. Denn mit diesen Investments werden zukunftsweisende Projekte mit besonders günstigen Zinssätzen gefördert. Dabei wird großer Wert auf die Transparenz gesetzt - sämtliche Projekte werden über die digitalen Medien veröffentlicht. Im Monat Februar ist die Fotoausstellung „20 Jahre Ethical Banking“ in der Raiffeisenkasse Marina Celli Serviceexpertin Bruneck zu Gast. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! www.raiffeisen-bruneck.com
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AKTUELLES
AUF IRRWEGEN Dass die Bahn zwischen Franzensfeste und Innichen und darüber hinaus bis Sillian und nach Lienz ab 15. Februar 2021 wiederum regelmäßig verkehrt, dürfte die Herzen der Menschen dies- und jenseits der Wasserscheide erfreuen. Die Tourismuswirtschaft registriert’s jedoch ohne Euphorie, denn in Ermangelung der Öffnung der Skigebiete hier zu Lande bringt ihr der als Skiexpress propagierte Zug wenig Zählbares. Das orange- bis tiefrotfarbige Südtirol darf sein mächtiges Skikarussell (siehe Foto) aufgrund einer vom Präsidenten der Provinz erlassenen und mit 8. Februar 2021 in Kraft getretenen SonderwegVerordnung nämlich erst mit 1. März, falls überhaupt, in Umlauf bringen. Darüber kann sich die Konkurrenz in den Angrenzerprovinzen Belluno und Trient echt ins Fäustchen lachen. Dort startet die Wintersaison 2020/21, wenn auch mit arger Verspätung auf den ursprünglich geplanten Termin, nun doch am 15. Februar 2021. Nachdem für die Menschen gelbfarbiger Gebiete die interregionalen Reisebeschränkungen aufgehoben wurden, sind die Bahn- und Pistenbetreiber ebenso wie das saisonale Hotel- und Gastgewerbe zuversichtlich, der bislang senkrecht abfallenden Umsatzkurve im Hinblick auf die verbleibenden Saisonstage doch noch einen kurz ansteigenden und im Ergebnis insgesamt dann einen milderen Verlauf abzuringen.
Südtirol sieht derweil in mehrerlei Hinsicht rot. Bars, Restaurants und Geschäfte (außer jene des täglichen Bedarfs) bleiben geschlossen. Dagegen wurde öffentlich protestiert. Von den Einschränkungen ausgenommen sind die Handwerks- und Produktionsbetriebe sowie das Baugewerbe. Die Schüler gehen per Verordnung auf Distanz zur Schule, bleiben mit ihr jedoch im Netz verknüpft. Die Wohnsitzgemeinde darf allein aus wichtigem Grund (Arbeit, Gesundheit, Pflege) verlassen werden. Es gelten weiterhin die Bestimmungen zur nächtlichen Ausgangssperre, zur Abstands- und Maskenpflicht; die Eigenerklärung wurde reaktiviert. Das alles gilt (bis auf den Präsenzunter-
HERDENSCHUTZ Epidemien und Pandemien gab’s auch in der Vergangenheit: Pocken, Cholera, Spanische Grippe, Pest u. a. mehr. Zur jeweiligen Zeit waren es, ähnlich dem Corona-Virus von heute, nicht zu bändigende Krankheiten; sie forderten auch bei uns viele Opfer. Besonders gefürchtet war der schwarze Tod (Pest), welcher in Tirol zuletzt 1936/37 wütete. Daran erinnern Kirchen, beispielsweise jene von Pflaurenz, diverse Peststöcklan, wie jenes in Bruneck, oder die Gedenkstätte in Uttenheim (siehe Foto), welche von der Schützenkompanie 1989 „bei den Gräbern“ errichtet und von dieser seither auch vorbildlich gepflegt wurde. Sie liegt im Wald gegenüber dem Dorf. Es war damals so üblich, die Pesttoten abseits der Siedlungen zu begraben. Der Weg dorthin ist markiert. Heute hält der Corona-Virus die Welt im Würgegriff. Allein in Italien forderte die Krankheit seit März 2020 um die 90.000 Toten. Südtirol bringt es auf 902, Österreich in etwa auf 8.000. Weltweit ist die Anzahl der Opfer mittlerweile auf 2,6 Mio. angewachsen. Impfstoffe dagegen werden mittlerweile in großen Mengen erzeugt und verabreicht. Um die Pandemie jedoch zu besiegen, müsste die sogenannte Herdenimmunität erreicht werden, will heißen, 70 Prozent der Weltbevölkerung, also sechs Milliarden Menschen müssten geimpft werden. Eine Massenstecherei sondergleichen, zumal // wp gewisse Impfstoffe unter zweimal zuzuführen sind. 10
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richt der Pflichtschule, der schon mit 22. Februar wiederum aufgenommen werden sollte) bis Monatsende. Und was geschieht dann? Falls der R-Wert nicht deutlich unter 100 fällt, die Wocheninzidenz von derzeit 700 (14-mal über dem Schwellenwert von 50) nicht drastisch sinkt, die Summe der Toten 902 (Stand 07.02.2021) weiterhin täglich wächst, die Beanspruchung von Spitalsbetten durch Corona-Patienten nicht merkbar nachlässt, dürfte sich der virusverseuchte Himmel über Südtirol auch im März nicht besseren Zeiten öffnen, zumal sich mittlerweile sogar einige Vorboten der gefährlicheren englischen Variante bei uns eingenistet // wp haben.
NACH DEM MURBRUCH IN DER RIENZSCHLUCHT IN BRUNECK
Die Bahn fährt bald wieder AKTUELLES
K
lappt alles nach Plan, so werden die Züge zwischen Bruneck und Innichen (Bild a) ab Rosenmontag, also dem 15. Februar 2021, wiederum fahrplanmäßig verkehren, nachdem dieser Abschnitt wegen Instandsetzungsarbeiten infolge eines Murenabgangs drei Monate lang für jeglichen Zugverkehr gesperrt war. Kurz vor dem Westtor des Puenland-Tunnels hatte sich anlässlich der starken Niederschläge anfangs Dezember 2020 eine Mure über die Geleise gelegt; zugleich brach - und das war das größere Problem - im selben Abschnitt unterhalb des Bahndammes ein Teil des Hanges weg
a)
b) (Bild b), wodurch die erforderliche Sicherheit des Geleisbettes nicht mehr gegeben war. Hierauf musste der Bahnbetrieb zwischen Bruneck und Innichen eingestellt werden. Abgesehen von diversen Lokalaugenscheinen seitens des RFI (Rete Ferrorviaria Italiana), der STA (Südtiroler Transportstrukturen AG), der Forstbehörde, der Bezirksgemeinschaft und der Gemeinde Bruneck, geschah lange Zeit überhaupt nichts. Erst heuer im Januar wurde mit den Instandsetzungsund Sicherungsarbeiten durch die Firma Alpenbau begonnen. Diese bestanden im Wesentlichen im Abtragen der Geschiebemenge, der Abholzung eines Waldstreifens bergseits und der Dammsicherung mittels Drahtkörben talseits. Außerdem wurde am Hanganschnitt bergseits mittels Betonprofilen ein Rückhaltesystem verlegt; für die Entwässerung der Einebnung zwischen dem Ober- und dem Unterhang wurde ebenfalls gesorgt, um den Bahndamm so vor Sickerwasser und folglich einer möglichen Unterspülung zu bewahren (Bild c).
DER GANZE WINTER ÜBER GESPERRT
De facto war der Bahnverkehr ins obere Pustertal (nicht Hochpustertal, wie mich der Rai-
Redakteur, Hannes Senfter, er ist Innichner, bei passender Gelegenheit einmal dankenswerter Weise belehrt hatte) den ganzen Winter über gesperrt. Und das den zweiten Winter in Folge! Schon 1919/20 war die Strecke ob eines Dammbruchs bei der „Achmühle“ in Oberolang bis zu Beginn der BiathlonWM in Antholz, am 12. Feber 020, für den Zugbetrieb geschlossen, einmal ganz abgesehen von kürzeren Betriebsausfällen, welche zwischen Franzensfeste und Innichen in der Vergangenheit bei besonders ergiebigen Niederschlägen bzw. Windstürmen (z. B. Sturmtief Vaia 10/018) immer wieder vorgekommen waren. Ist die Pustertalbahn tatsächlich so sicher, wie sie von den Betreibern bei jeder passenden Gelegenheit gelobt wird? Sagen wir mal so: Der „Achmühle“ oder „Rienzschlucht“ ähnlich ausgesetz-
te Gefahrenstellen für Murenabgänge, Steinoder Baumschlag gibt es entlang der Bahnstrecke zwischen Franzensfeste und Innichen unzählige. Deshalb wird man derartige Schadensfälle bei aller Wachsamkeit auch für die Zukunft nicht völlig ausschließen können. Der Bau der Riggertalschleife ist für die Pustertalbahn zweifellos vorteilhaft, allerdings nützt sie der Sache wenig, falls die Züge übers Jahr hindurch nicht gefahrenfrei und zuverlässig betrieben werden können. Ständige zumal mehrmonatige Ausfälle sind schlichtweg untragbar. Holidaypass ohne Bahnspaß? So war’s während der letzten beiden Wintersaisonen. Die fehlende Dienstleistung wurde von den Gästen, Gastwirten und Beherbergungsbetrieben, welche hierfür pro Nächtigung durchschnittlich rund 50 Cent in die Mobilitätskasse zahlen, nur deswegen nicht lautstark beanstandet worden, weil es wegen der Pandemie überhaupt keine oder nur eine stark verkürzte Saison gab. Sonst hätten die Bahnvorstände sich wohl sehr schwergetan, die über Monate hinweg nicht erbrachte Leistung gegenüber den Touristikern und Touristen zu rechtferti// wp gen und schadlos zu überstehen. c)
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POLITIK & VERWALTUNG
REGIERUNGSKRISE IN ROM
„Super Mario“ soll es nun wieder richten Italien steckt mitten in der Corona-Pandemie in einer tiefen Regierungskrise. Die Mitte-linksKoalition ist zerbrochen. Ministerpräsident Giuseppe Conte Geschichte. Nun soll Ex-EZB-Chef Mario Draghi der Retter in der Not sein. Alex Dariz hat mit Senator Meinhard Durnwalder darüber gesprochen. PZ: Herr Senator Durnwalder, in den vergangenen Wochen ging es politisch in Rom recht turbulent zu. Trotz Pandemie ist es zu einer Regierungskrise gekommen. Ist das nicht die denkbar ungünstigste Zeit dafür? Senator Meinhard Durnwalder: Ja, das stimmt leider. Italien ist derzeit eigentlich mit weit größeren Problemen konfrontiert als mit parteipolitischen Machtspielen. Eine Regierungskrise in dieser Zeit ist unverantwortlich. Tatsächlich ist dieser Bruch aber das Resultat einer äußerst instabilen Regierungsmehrheit, in der sich seit Beginn die verschiedenen Partner nie so richtig über den Weg getraut haben.
Senator Meinhard Durnwalder (links als Beisitzer im Senat) hofft auf einen Neubeginn in Rom.
tonomiepolitischen Anliegen nur sehr selten ein offenes Ohr gehabt. Insbesondere Regionenminister Francesco Boccia hat sich entgegen seinem eigentlichen Auftrag zumeist nicht für die Interessen der Regionen, sondern viel mehr für jene des Staates stark gemacht.
Senator Meinhard Durnwalder
Was bedeutet diese Krise für Südtirol? In Bezug auf Südtirol haben uns die knappen Mehrheitsverhältnisse, ganz besonders im Senat, weitergeholfen, um manche Ziele zu erreichen. Es gab aber auch Schatten: Die scheidende Regierungskoalition hat aufgrund ihrer internen Differenzen für die au12
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Mit Mario Draghi wird nun alles besser? Das wird sich zeigen. In der Vergangenheit haben sich technische Regierungen für Südtirol eher als Nachteil erwiesen. Mario Draghi gilt als sehr erfahrener Mann und genießt im In- und Ausland auch aufgrund seiner Zeit als Chef der Europäischen Zentralbank einen sehr guten Ruf. Er wird zunächst sicher für stabilere Verhältnisse sorgen. Ob dies langfristig gelingt und wie seine Ausrichtung gegenüber Südtirol sein wird bleibt abzuwarten. Wie steht die Südtiroler Volkspartei dazu? Wir haben schon zu Beginn der Konsultationen Ende Jänner ganz klar gesagt, dass wir uns als Südtiroler Volkspartei aufgrund
der durch die Pandemie einzigartigen Situation für eine rasche Regierungsbildung aussprechen. Es geht darum Stabilität zu erreichen, damit die tatsächlichen Probleme angegangen und gelöst werden. Darum werden wir eine Regierung, die sich zu einer europa- und autonomiefreundlichen Linie bekennt, unsere Zustimmung nicht verweigern. Grundsätzlich ist es weiterhin unser vorrangiges Ziel unseren territorialen Interessen nachzukommen und uns aus dem politischen Hickhack der italienischen Parteien heraus zu halten. Was steht nun als nächstes an? Es geht in nächster Zeit primär um das anstehende wirtschaftliche Hilfspaket „ristori V“ und um die Verteilung der Mittel aus dem EU-Recovery-Fund: Südtirol hat hier eine lange Liste an Projekten erstellt und nach Rom übermittelt. Es ist nun an uns, unsere politische Haut so teuer wie möglich zu verkaufen, um möglichst viel an Fördermitteln für unser Land zu erreichen.
// Interview: Alex Dariz
Die Seuche im Mittelpunkt Am Gedenktag ihres Patrons, des Hl. Sebastian, blickt die Ortspolizei Bruneck - wie gewohnt - zurück auf das abgelaufene Arbeitsjahr. Diesmal Covid-19-bedingt allerdings ohne die traditionelle Feier. Gerade die Seuche stellte die Beamten mitunter vor große Herausforderungen.
F
ür die Ortspolizei von Bruneck war das Jahr 2020 ein besonderes und herausforderndes Jahr. „Das Coronavirus bestimmte größtenteils den täglichen Dienst. Die anfängliche Unwissenheit, die ständig neuen und teils unklaren gesetzlichen Bestimmungen ließen viel Interpretationsspielraum und machten ein effizientes Arbeiten häufig schwierig“, so Kommandant Stefan Haidacher. Es ging aber noch weiter: Die Anforderungen der Bürger, der Wirtschaft und der Politik waren meist unterschiedlich. Einerseits wurden stärkere Kontrollen und härteres Vorgehen gefordert, andererseits sollte mehr auf Sensibilisierung gesetzt werden. Haidacher versuchte mit seinem Team einen Mittelweg zu finden. Aus der Statistik geht hervor, dass die Ortspolizei im vergangenen Jahr 152
Wohnsitzkontrollen oder Überprüfungen der Quarantänepflicht. Das Coronavirus beeinflusste natürlich auch die reguläre Tätigkeit der Ortspolizei. Dienste bei Märkten und öffentlichen Veranstaltungen fielen fast vollständig aus, die Verkehrserziehung an den Schulen fand ebenfalls nicht statt.
WENIGER VERKEHRSSTRAFEN AUSGESTELLT
DIE PANDEMIE IN DEN GRIFF KRIEGEN
Laut Kommandant Stefan Haidacher leisten die Ordnungskräfte einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie, auch wenn dieser häufig negativ behaftet ist. Ohne Präsenz und Kontrolle durch die Polizeiorgane sind die Maßnahmen kaum wirksam. Neben den Kontrollen der Covid19-Bestimmungen war die Ortspolizei aber vielfach auch erste Anlaufstelle für jegliche Fragen
Die 4.381 Strafen laut Straßenverkehrsordnung sind etwa 950 weniger als im Jahr 2019. Auch die Geschwindigkeitskontrollen und die dabei festgestellten 1.208 Übertretungen sanken um fast 20 Prozent. Verkehrsunfälle gab es sogar um mehr als ein Drittel weniger, darunter leider jedoch einen tödlichen Motorradunfall. Wegen verschiedener Delikte wie Diebstahl, Bedrohung oder Trunkenheit am Steuer wurden 32 Personen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Vermehrte Einsätze gab es hingegen wegen Personen, die meist in betrunkenem Zustand handgreiflich wurden oder randalierten. Das Phänomen der organisierten Bettelei ist hingegen deutlich zurückgegangen. Auch dies sind laut Kommandant Haidacher Auswirkungen der allgemeinen Krise. Für 2021 hofft auch Haidacher auf eine Verbesserung der Infektionslage und auf eine möglichst baldige Rückkehr zu einem normalen Alltag. Deshalb ergeht an alle Bürger der Appell sich an die geltenden Bestimmungen zu halten. // bg/rewe
Der Kommandant der Brunecker Ortspolizei, Stefan Haidacher.
Die Ortspolizei von Bruneck kontrolliert Tiere und Menschen mit eifrigem Einsatz.
Übertretungen der Covid19-Bestimmungen feststellte und entsprechend ahndete.
POLITIK & VERWALTUNG
ORTSPOLIZEI BRUNECK BLICKT ZURÜCK
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zur Ausgangssperre, Quarantäne, Maskenpflicht, Schließungen der Betriebe und Reisen von und ins Ausland. Zudem leistete die Ortspolizei einen großen Anteil bei der Organisation und dem Ablauf der beiden Corona-Massentests in Bruneck. Der Kommandant betont, dass auch die Polizeibeamten selbst stets der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt sind, da sich trotz Schutzausrüstung und Beachtung der Abstands- und Hygienevorschriften der direkte Kontakt zum Bürger nicht immer vermeiden lässt, etwa bei Verkehrsunfällen, PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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CORONA-TELEGRAMM SOZIALES & GESUNDHEIT
(zum 7. Februar 2021) Am 6. Februar in der Provinz durchgeführte PCR-Tests: 2.330, entspricht 1.165 Personen; davon resultierten 303 positiv (26%); insgesamt wurden bisher 186.000 Personen einem PCR-Test unterzogen; rund 38.000 davon waren positiv (20 %). Um die 25.000 davon gelten derweil als geheilt; ca.15.000 befinden sich zurzeit in Quarantäne. Am selben Tag wurden außerdem 2.985 Antigentests durchgeführt, daraus resultierten 167 Infizierte (5,6 %). In Summe wurden also 4.150 (1.165 + 2.985) Personen getestet, wovon 470 (11,33 %) positiv waren. Um die 450 Personen befanden sich am Stichtag in spitalärztlicher Behandlung, davon 35 auf den Intensivstationen. Bislang wurden insgesamt 902 Virus-Toten gezählt, das entspricht in etwa
174 je 100.000 Einwohner; in Italien sind es vergleichsweise 150. Wir waren rot und lebten von Sonderwegs Gnaden gelb. Nun sind wir tiefrot (EU) und im Lockdown – ebenfalls von Sonderwegs Gnaden. // Willy Pöder
MEIN HAUSTIER LOCKDOWN UND NEUE HAUSTIERE
IST ES SINNVOLL, SICH JETZT EINEN HUND ANZUSCHAFFEN? In den letzten Monaten nimmt es erschreckende Ausmaße an, wie viele Menschen auf der Suche nach einem Hund im Internet sind. Da wird auf Facebook kurz gepostet „ich suche einen Welpen“ und schon kommen zahlreiche Angebote. Auch ich erhalte immer wieder Anrufe, ob ich denn nicht wüsste, wo man schnell und unkompliziert einen Welpen bekommt. NEIN, schnell und unkompliziert in Bezug auf einen Welpen bzw. ein Lebewesen ist ein NO GO! Die letzten Monate haben uns viel Kraft gekostet und noch ist kein Ende in Sicht. Da wünscht sich so mancher einen „Seelentröster“ an die Seite. Hunde stehen hier mittlerweile an erster Stelle. Aber Hunde begleiten uns nicht nur für die Zeit des Lockdowns. Hunde begleiten uns viele Jahre, im optimalen Fall können dies locker 12 bis 15 Jahre sein. Und Hunde machen Arbeit, sie kosten Geld und unsere Freizeit. Da stellt sich doch als erstes die Frage „warum ist man vor der Pandemie nicht auf die Idee gekommen, sich einen Hund anzuschaffen?“ Vielleicht passt er ja gar nicht in unseren normalen Tagesablauf. Vielleicht will man auch gar nicht jeden Tag mehrmals, egal bei welchem Wetter, mit dem Hund vor die Tür gehen. Diese Liste an Fragen könnte man noch endlos fortführen.
BEIDE SEITEN DER MEDAILLE SEHEN
So niedlich Welpen sind, aber sie machen nicht nur Spaß. Wenn der Welpe einzieht, ist er noch nicht stubenrein - bedeutet, man steht auch in der Nacht auf, um mit dem Welpen vor die Tür zu gehen … wenn man morgens nicht ein Missgeschick in der Wohnung haben möchte. Welpen sind neugierig und machen Dinge kaputt. Sie zerbeißen vielleicht die Lieblingshandtasche oder zerkratzen die Möbel. So ein Welpe muss auch erzogen werden, wenn er sich nicht zum randalierenden Halbstarken entwickeln soll. Und irgendwann stellt man dann fest, dass man sich das Zusammenleben mit einem Hund ganz anders vorgestellt hat und der Hund muss weg. Dann kommt auch noch die Frage nach der Rasse - welche Hunderasse passt zu mir und vor allem in mein Leben. Die unterschied14
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lichen Hunderassen wurden teilweise für verschiedene Aufgaben gezüchtet. Sie bringen Eigenschaften mit, die nicht unbedingt in ein Familienleben passen. Und schnell sind die Besitzer überfordert. Und dann … ja, dann muss der Hund weg. Ich persönlich, könnte mir ein Leben ohne Hunde nur sehr schwer vorstellen. Aber ich bin auch bereit, dafür viel zu opfern und auf manches zu verzichten. Und ich bin mir dessen bewusst, dass wenn heute ein Hund bei mir einzieht, ich ihn „hoffentlich“ sehr viele Jahre habe. Aber ich sehe schon die Flut an Tierheimhunden, die da auf uns zukommt … leider.
Michaela Olbert Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen
ASPIAG SPENDET 1,1 MILLIONEN KILO WAREN
Die Firmengruppe Aspiag hat im Covid19-Jahr 2020 ein echtes Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung gesetzt. Gut 1,1 Millionen Kilogramm an essbaren Waren gingen an 200 lokale Vereine zur weiteren Verwendung. Damit wurden die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft unterstützt. Gut 1,1 Millionen Kilogramm Waren bzw. 2,3 Millionen Mahlzeiten konnten an Bedürftige verteilt werden. Auch im Jahr der Pandemie hat Aspiag Service, Konzessionär der Marke Despar in den Regionen Trentino-Südtirol, Veneto und Friaul-Julisch Venetien mehr als zweihundert lokale Vereine mit Waren unterstützt. Damit wollte die Aspiag-Familie abermals ein konkretes Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung setzen. Anlässlich des Welttages gegen die Lebensmittelverschwendung (04.02.2021) wurden diese Daten bekannt gegeben. Die verschenkten Waren, die knapp vor dem Ablaufdatum in diesem Sinne verwendet wurden, hatten einen Gesamtwert von rund 5,7 Millionen Euro, was in einem dermaßen schwierigen Jahr eine wertvolle Ressource darstellt.
GUTE ZUSAMMENARBEIT
„Für Despar ist das Engagement gegen die Lebensmittelverschwendung eine Priorität und mittlerweile tief gefestigt“, wie Francesco Montalvo, delegierter Verwaltungsrat von Aspiag Service erläuterte. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen geht bereits auf das Jahr 2003 zurück. „Seither haben wir die Verfahren laufend optimiert, die Logistikketten der Solidarität weiterentwickelt und so vielen Menschen unkompliziert helfen können“, so Montalvo. Das En-
gagement des LebensmittelNahversorgers wurde auch Corona zum Trotz nicht geschmälert. Selbst die Herausforderungen rund um die Warenübergabe konnten letztlich gemeistert werden. Die verteilte Warenpalette umfasste übrigens vollständige Mahlzeiten, von Fleisch bis Fisch, von Backwaren bis zu verpackten Lebensmitteln. Damit wurden nicht nur die schwächeren Gesellschaftsmitglieder konkret unterstützt, sondern auch ein aktiver Beitrag für die Umwelt geleistet, indem die Abfallmengen verringert und der ökologische Fußabdruck des Unternehmens verbessert werden konnte. Tatsächlich konnte eine Abfallreduzierung von über 1.000 Tonnen erzielt werden, was umgerechnet 2.368 vollen // iw Mülltonnen entspricht. Anzeige
Dr. Carlo Sacchi
Kann die Stoßwellentherapie helfen? Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die oft nicht leicht zu erkennen sind. Sehr häufig ist eine muskuläre Komponente mit dabei. Hier spielen vor allem Muskelverspannungen und ein Ungleichgewicht in der Nacken - Schulter - Rückenmuskulatur eine Rolle. Mit der Stoßwellen-Therapie kann man eine deutliche Besserung der Symptome erreichen.
riert und dieser im Muskelgewebe weitergeleitet. Es handelt sich also um eine rein mechanische Einwirkung.
Es gibt zwei Arten von Stoßwellen, die radiere und die fokussierte. Letztere konzentriert die Kraft auf einem kleinen Punkt (Fokus) und erreicht dort eine hohe Kraft und auch eine höhere Tiefe im Gewebe als die radiere Stoßwelle, bei welcher eine kleine Metallscheibe mit Druckluft zum Vibrieren gebracht wird. Dabei handelt es sich um eine sehr ele- Die Stoßwelle verbessert die Durchblugante und natürliche Methode. Mit einem tung der Muskulatur und fördert somit medizinischen Gerät wird ein Stoß gene- den Abtransport von Entzündungsmedia-
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GEGEN DIE LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG
Dr. Carlo Sacchi
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie Stadtgasse 43, I-39031 Bruneck (BZ) Vormerkungen Tel. +39 349 8180024
toren. Außerdem werden Wachstumsfaktoren freigesetzt und die Selbstheilungskräfte in unserem Körper aktiviert. Die Therapie dauert in der Regel ca. 20 Minuten; über die Stoßwellenstärke lässt sich die Intensität der Therapie individuell anpassen. Meist reichen drei bis fünf Sitzungen um eine Besserung zu erreichen. Die Stoßwelle wirkt noch einige Monate nach und eine langandauernde Heilung wird somit erreicht. Natürlich ist die Stoßwelle nicht bei jeder Art der Rückenschmerzen indiziert. So ist bei einem deutlichen Bandscheibenvorfall kaum eine Besserung durch die Stoßwelle zu erwarten. Es ist die Aufgabe vom Facharzt für jeden Patienten und für jedes Leiden die richtige Therapie zu finden.
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GESUND ÜBERS JAHR
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Februar: Der Monat der Drüsen Der Monat Februar wollen wir uns Zeit nehmen für die Pflege der Hormondrüsen. Besonders die Nebennieren, der Thymus und die Bauchspeicheldrüse sollten dabei gerade jetzt in der Grippezeit mit Zuwendung bedacht werden. Die Hormondrüsen leiten und regulieren den Energiehaushalt und unsere Entgiftungsfunktionen. Pflanzliche Antibiotika: Die Pflanzen machen uns vor, wie sie sich gegen ungebetene Eindringlinge wehren können. Schon als das Wissen über Bakterien und Viren noch unbekannt war, verwendeten Menschen Pflanzen, um böse Dämonen zu vertreiben. Im Mittelalter verräucherte man keimwidrige Duftpflanzen wie Wacholder, Thymian, Engelwurz oder Lavendel, um Krankheitsverursacher auf Abstand zu halten. Sogenannte natürliche Antibiotika wie Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse oder Lauchgewächse wurden vor allem für Atermwegs-, Darm- und Blaseninfektionen vorbeugend eingesetzt. Auch heute noch gilt mehr denn je: Senföle, scharfe ätherische Öle, das schwefelhältige Allicin des Knoblauchs oder verschiedene Gerbstoffe bieten hocheffizienten allgemeinen vorbeugenden antibiotischen Schutz, nicht nur gegen Bakterien, sondern vor allem gegen Viren und Pilze. Ein brauchbarer Tipp, sollte der Meerrettich zu scharf sein: Apfel, Orange, Preiselbeermarmelade oder etwas frisch geschlagene Sahne mildern die Intensität ab, ohne die Wirkung zu schmälern. Eine einfache Methode zur allgemeinen Aktivierung der Drüsentätigkeit: Das belebende Morgenritual: Innere und äussere Reinigung mit Apfelessig. Klopfe zuerst den ganzen Körper und besonders das Brustbein und den Bauch mit der geballten Hand sanft durch. Das belebt den Körper und macht ihn für das Blut durchlässiger. Dann trinkst Du vor dem Essen einen Schuss Apfelessig mit Wasser verdünnt, um den Körper von innen durchzuputzen. Tipps für die Thymusdrüse: Den Thymus kann man besonders über das Brustbein wachklopfen. Besonders eignen sich ätherische Öleinreibungen zwischen den Schlüsselbeinen an Hals und Brustkorb mit Thymian, Chinaöl, Kampfer, Franzbranntwein. Tipps für die Nebenniere: gerade bei den heutigen Alltagsherausforderungen muss diese oft besonders unterstützt werden. Wichtige Pflanzen sind dabei die Yamswurzel, Boretsch, Eisenkraut, Basilikum, Dost, Gundelrebe, Quendel und Ysop in Frischpflanzenmixgetränken mit Obst und Gemüse in Kombination.
Tipps für die Bauchspeicheldrüse: Unterstützende Pflanzen sind Heidelbeere, Blutwurz, Wermut, Brombeere, Nelkenwurz, Bohnenschalen, Kalmus, Salbei und Weinraute. Als Tee eignet sich besonders 1 Teil Löwenzahn (Kraut, Wurzel), 1 Teil Wegwarte (Wurzel), 1 Teil Wermut (Kraut), je 3 Teile Kümmel und Anis sowie 1 Teil Krauseminze (Blätter). Spurenelement Chrom nicht vergessen. Tipps für die Schilddrüse: für Kinder und Erwachsene geeignete Teemischung: 1 Teil Eichenrinde, 1 Teil Haselnussknospen oder -blätter, 1 Teil Baldrianwurzel, 2 Teile Melisse, 1 Teil Alpenveilchen MONATSHITPARADE: • Universalmittel zur Gesundheitsvorsorge im Winter mit alpenländischen Pflanzen und Kräutern - Knoblauchgewächse ( Knoblauch, Zwiebel, Bärlauch) - Brennnessel - Bitterstofflieferanten (Anis, Engelwurz, Liebstöckel, Meisterwurz) - Lippenblütler (Lavendel, Minze, Rosmarin, Salbei, Ysop) - Niedrige Pflanzen ( Schachtelhalm, Blasentang ) - Senf • Kräuter: Verwendung der im Vorjahr gesammelten Heilpflanzen wie Sonnenhutwurzel (Echinacea) Frauenmantel, Quendel (wilder Thymian), Beifuß und Wermut als Tee • Obst: Alte Birnensorten, die bis in den späten Winter halten • (Wurzel)Gemüse: Meerrettich
Entsprechende themenbezogene Zusendungen und Fragen können so wie bisher in bewährter Weise direkt an meine E-Mailadresse gruber@prosalus.info oder telefonisch unter 0474 409344 direkt an mich gerichtet werden. Dr. Rudolf Gruber 16
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• Volksmedizin: Heisse Hühnerbrühe mit viel Zwiebel und Lauch • Gesundheitssport: Erste kurze Sonnenbäder bei und nach ausgedehnten Spaziergängen
„Die fetten Jahre sind vorbei“ Auch eine Abschiedsfeier ist in Zeiten wie diesen ein bisschen anders. Als Alfred Valentin, Generalsekretär der Stadtgemeinde Bruneck seit 1998, in den Ruhestand verabschiedet wurde, ließen sich gar einige Gratulanten online zuschalten. Valentin wusste nichts von der Feier. Da soll noch mal einer sagen, der Gemeindesekretär wüsste über alle Vorgänge in der Gemeinde Bescheid... Im Interview blickt der 62-Jährige zurück und erzählt von der Aufregung am ersten Arbeitstag, dem Spagat zwischen Effizienz und Genauigkeit, dem Konfliktpotential im Bereich der Urbanistik und warum ihm der Mittwoch heilig ist
PZ: Hätten Sie sich Anfang 2019 vorstellen können, dass Sie einmal mit digitalen Grußbotschaften in den Ruhestand verabschiedet werden? Alfred Valentin: Nein. Aber damit zeigte sich einmal mehr, welche Möglichkeiten das breit aufgestellte Glasfasernetz in Südtirol bietet. Manche waren persönlich im Gemeinderatssaal dabei oder wurden wie Landeshauptmann Arno Kompatscher live zugeschaltet. Unter anderem sendeten Generaldirektor Alexander Steiner, die Künstler Elfriede und Franz Kehrer und der Ehrenpräsident der Gemeindesekretäre Anton Gaiser Grußbotschaften. Die Wertschätzung von Bürgermeister Roland Griessmair und Stellvertreter Antonio Bovenzi hat mich sehr gefreut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Bauund Recyclinghof, aus den Küchen, das Reinigungspersonal, die Bibliothek, die Ortspolizei, die Verwaltung, alle haben sich mit digitalen Botschaften eingebracht. Am Tag vorher klopfte Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder an die Tür und schaute mit Markus Falkensteiner und Christian Tschurtschenthaler vorbei. Und Reinhold Messner,
Alfred Valentin, Jahrgang 1958, wächst in Sand in Taufers auf. Nach der Matura an der Handelsschule (damals noch auf Schloss Bruneck untergebracht) macht er den Befähigungslehrgang zum Gemeindesekretär und tritt seine erste Stelle als damals jüngster seines Standes in Feldthurns an. Gemeindesekretär mit Maturaabschluss? Der Mangel an Bewerbern macht es in Südtirol damals möglich. Aber das will Valentin ändern und studiert berufsbegleitend Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Trient. Der damals von der Eurac organisierte Studiengang ist speziell auf Gemeinden zugeschnitten. 1979 wechselt er an die Gemeinde St. Lorenzen, weil er näher an daheim arbeiten will. Der Fußball ist zu dem Zeitpunkt seine ganze Passion und er spielt liebend gern beim SSV Taufers. Ab 1. März 1998 arbeitet er in Bruneck, zunächst an der Seite von Günther Adang, dann begleitet er Christian Tschurtschenthaler und schließlich Roland Griessmair. Von 2005 bis 2011 steht er dem autonomen Verband der Südtiroler Gemeindesekretäre vor. Ende Jänner 2021 geht Valentin in den Ruhestand, doch wirklich ruhig wird es nicht werden, übernimmt er doch die Präsidentschaft der Inhouse-Gesellschaft Sport und Freizeit Bruneck GmbH. Valentin ist Vater von drei // Kindern und lebt mit seiner Frau in Kematen.
mit dem ich beim Schlossumbau zusammenarbeiten durfte, gab sich persönlich die Ehre. Da sind die Emotionen hochgekommen und Tränen geflossen. Sie müssen im Umgang mit anderen Menschen viel richtig gemacht haben. Es heißt oft, von der Qualität des Gemeindesekretärs hängt der Erfolg der Gemeinde ab. Die Wahrheit ist: Er hängt wesentlich vom Zusammenspiel zwischen Bürgermeister und Gemeindesekretär ab. Beide Rollen sind wichtig und beide müssen ihr Rollenverständnis ausfüllen. Ein schwacher Bürgermeister kann nicht durch einen starken Gemeindesekretär ersetzt werden, umgekehrt funktioniert das genausowenig. Ich bin auch kein Befürworter von Gemeindesekretären, die zwei Stellen haben. Das mag für eine Gemeinde zwar kostensparend sein, aber es geht viel Potential verloren. Das Problem sind die fehlenden Anwärter auf die ausgeschriebenen Stellen. Warum ist das so?
MENSCHEN IM PORTRAIT
ALFRED VALENTIN
Es ist höchst an der Zeit, die Zugangsvoraussetzungen zu erleichtern. Du kannst nicht fertige Juristen und Wirtschaftsakademiker in einen Kurs für zwei Jahre zwingen, danach in die Referentenzeit drängen und keine Termine für die Prüfung ansetzen. Die springen ab oder werden abgeworben. Sie waren der jüngste Gemeindesekretär Italiens, als sie Ihre Stelle in Feldthurns angetreten haben. Mit welchem Gefühl? Da war viel Aufregung dabei. Ich war 21, habe ausgeschaut wie 17. Damals hat man Gemeindesekretäre wie Pfarrer betrachtet, als graue Eminenzen. Und dann kam dieser Jungspund. Mit dem Bürgermeister, Anton Dorfmann, ist es gleich gut gelaufen. Und ich habe den Schritt nie bereut. Nach Feldthurns kam St. Lorenzen und dann Bruneck. 43 Jahre in den Gemeindestuben, fünf Bürgermeister: Was ist das Fazit? Der Gemeindesekretär übt einen Beruf aus und muss sich an den jeweiligen >> PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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MENSCHEN IM PORTRAIT
Bürgermeister anpassen. Das ist die Stärke eines guten Gemeindesekretärs. Ein Unternehmer will Gas geben, wenn er in der Rolle des Bürgermeisters ist. Ein sozial ausgerichteter Mensch wird sein Augenmerk mehr darauf legen. Jeder hat seine Interessen und ein guter Bürgermeister ist froh, wenn er sich in seinem Bereich bewegen kann. Und der Gemeinde-sekretär wird dann intervenieren, wenn es nicht mehr ausgewogen ist. Dieser Beruf ist keine Einbahnstraße. Du musst deine Stärken dort einsetzen, wo du sie hast. Abschied voller Emotionen: Digital zugeschaltete und physisch anwesende Gratulanten verabschieden Alfred
Was ist die wichtigste Regel, die Valentin nach 23 Jahren in der Gemeinde Bruneck. Reinhold Messner, Valentins Frau, die beiden Töchter und Sie einem Neuling in diesem Be- Christian Tschurtschenthaler, Antonio Bovenzi und Roland Griessmair sind persönlich dabei. ruf mitgeben würden? Die Abschiedsfeier mit digitalen Gra- sind und wo gute Erklärungen umso wichSchau, dass der Bürgermeister nicht in dein tulanten hat gezeigt: Corona hat der tiger sind. Das sieht man besonders bei GeGehege kommt. Und du nicht in seines. Das Digitalisierung einen enormen Schub setzestexten. Die Auslegung der Wortspiele ist das Rollenverständnis, das es braucht. Du verpasst. macht alles so schwierig. Wir brauchen prämusst für die Gemeinde brennen und dein Ja, mit vielen Vorteilen. Aber nicht nur. In zise Aussagen, die keinen Spielraum für InFeuer an die Mitarbeiter weitergeben. der Verwaltung erleben wir auch die Schat- terpretationen zulassen. Und wenn, dann Was macht der Gemeindesekretär ge- tenseiten: Softwarepakete und digitale Lö- eine Auslegestelle, an die man sich bei Zweisungen werden aus dem Boden gestampft feln wenden kann. Im Bereich der Talstationau? Er führt die Verwaltung in der Gemeinde, und deren Anwendung unerprobt angeord- nen kann nicht ausgeschenkt werden, heißt setzt im Grunde die Beschlüsse um. Er sorgt net. Die Arbeit wird dadurch oft verkompli- es in einer Coronavorschrift. Gut, dann komfür rechtmäßiges und effizientes Handeln. ziert und blockiert. Ein Beispiel ist die digi- men die ersten und sagen: Was ist der BeEr verbindet die politischen Organe der Ge- tale Registrierung der Verträge: Da kommen reich? 100 Meter, 200 Meter und schon fängt Softwarepakete aus Rom, mit einem 1.000 die Unsicherheit an. Und damit steigen auch meinde mit den Mitarbeitern. Seiten dicken Handbuch, das die Mitarbei- die Streitfälle. ter studieren und kennen müssen. Und dann Das klingt nach einem Spagat? Ja, ein schwieriger dazu. Einerseits ist es erst der Ärger, wenn die Programme wegen In welchem Bereich ist das besonders wichtig, alles korrekt zu machen und auf technischer Probleme ausfallen. häufig der Fall? der anderen Seite möglichst schnell. Ganz klar in der Urbanistik. Dieser Bereich In einer Gemeinde stehen oft schwieri- ist mit großen Interessen verbunden. Da sind ge Entscheidungen an. Haben Sie viele auf der einen Seite die Bauherren, auf der Und dann ist da ja noch die Büroschlaflose Nächte verbracht? anderen die Nachbarn, oder die verschiekratie... Mich darüber aufzuregen habe ich aufgege- Angst hatte ich eigentlich nie, auch nicht denen Interessensgruppen und Verbände. ben, denn die Rahmenbedingungen kann vor Entscheidungen. Ich bin ein entschei- Alle lesen und interpretieren in ihrem Sinn. man nicht ändern. Was aber geht: Sich im dungsfreudiger Mensch und habe mich viel Das geht oft nicht konform. Es ist zweifelsvorgegebenen Rahmen möglichst dynamisch aufs Bauchgefühl verlassen. Da war einfach ohne schwierig, diesen Bereich klar zu rebewegen und versuchen, aus jedem Fall das das Gespür, wo ich mehr aufpassen muss, geln, ich würde mir aber mehr Anstrengung welche Verwaltungsakte besonders heikel dazu wünschen. Beste draus zu machen.
Diese Symbolfigur hat jeder Gemeindesekretär auf seinem Schreibtisch: 2009 enthüllen der Künstler Josef Rainer, Alfred Valentin, Luis Durnwalder und Arnold Schuler die Bronzefigur, deren wackelige Stiege für die Rechtsunsicherheit steht. 18
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Die Stadt auf der einen Seite, die Fraktionen auf der anderen: In der Gemeinde Bruneck mit Konfliktpotential verbunden? Die jeweiligen Bürgermeister und politischen Vertreter der Dörfer und Städte haben immer einen guten Ausgleich geschafft. Bei den Kindergärten hat man zum Beispiel ein Prioritätenkonzept zum Umbau erstellt, das dann umgesetzt wurde und noch wird. Das hat nie Anlass für Streit gegeben. Das ausgleichend handzuhaben ist allen drei Bürgermeistern, mit denen ich gearbeitet habe, gelungen. Da gibt es Beispiele in anderen Gemeinden, wo die zur Verfügung stehenden Gelder den Dörfern nach Einwohnerzahl zugewiesen werden. Das ist ein anderer Ansatz.
MENSCHEN IM PORTRAIT Ein wackeliger Stapel Gesetzesblätter: Mit dieser Aktion zeigt das Führungsteam der Gemeinde Bruneck 2016 auf, dass das System zu kippen droht.
Wie gut bestellt verlassen Sie das Haus? Die Gemeinde steht gut da, hat keine relevanten Schulden. Und die 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Gold wert. Man hat in den vergangenen Jahren viele Strukturen realisiert. Nicht nur in Bruneck, im ganzen Land. Jetzt kommen weniger gute Zeiten, aber man hat vorgebaut. Die Anlagen in der Gemeinde Bruneck sind in gutem Zustand. Jetzt gilt es, die Wert- und Instandhaltung im Blick zu behalten, dass die Bauten nicht zusammenfallen und vernachlässigt verkümmern. Ich weiß Bruneck unter meinem Nachfolger Paul Bergmeister jetzt in den besten Händen. Was werden die Herausforderungen der nächsten Jahre in den Südtiroler Gemeinden sein? Corona geht nicht spurlos an uns vorbei. Die Ausgaben von Staat, Land und Gemeinden sind beträchtlich, die Wirtschaft wird auf tieferem Niveau durchstarten. Das werden Gemeinden auch in den Zuweisungen zu spüren bekommen. Denn die fetten Jahre sind vorbei.
Das wird Sie in Ihrer neuen Aufgabe als Präsident der Inhouse-Gesellschaft Sport und Freizeit GmbH sicher sehr beschäftigen. Die Führungsgesellschaft gehört zu 100 Prozent den Stadtwerken und fußt auf vier Säulen: Cron 4 und Freibad, das zukünftige Veranstaltungszentrum beim Noi Techpark, die neue Eissportanlage, die ja bereits im Mai fertiggestellt werden soll. Und dann ist auch die Eingliederung des heutigen Vereins Stadtentwicklung geplant. Also allesamt Bereiche, die von den Einschränkungen der Corona-Maßnahmen im Moment besonders betroffen sind. Wenn Staat, Land und Gemeinden in einigen Monaten die Finanzressourcen prüfen werden, wird es wie gesagt bleiche Gesichter geben. Entsprechend wird sich das auch auf vorher eingeplante Unterstützungen für die Führung der Anlagen auswirken. Das gleiche Szenario befürchte ich auch bei den Firmen, die in der Vergangenheit großzügige Werbe- und Sponsorverträge abgeschlossen haben. In der Führungsgesellschaft gilt es jetzt, den Spagat zu finden zwischen Machbarem, Notwendigem und Nützlichem und auf eine Zeitenwende zu setzen. Ich betrachte die heutige Situation
als eine Krise, die vorübergehen wird und die wir meistern können, wenn wir die richtigen Pferde satteln. In Mühlwald und Prettau springt mit Raimund Steinkasserer ein pensionierter Routinier als Gemeindesekretär ein. Wäre das für Sie auch eine Option? Dass ich nach der Pensionierung noch eine Aufgabe übernehmen würde, war für mich klar. Ich habe mich von den gegebenen Optionen für die schwierigste entschieden, weil ich im Brunecker Umfeld bleiben wollte. Wie schalten Sie ab? Ich muss nicht wegfahren, um den Beruf hinter mir zu lassen. Es ist ein Vorteil, nicht in der Gemeinde zu wohnen, in der man die Stelle hat. Ich schalte schon bei der Gartenarbeit ab und wandere viel. Heilig ist mir der Mittwoch. Da treffe ich mich seit 35 Jahren mit meinen Freunden zum Tennisspielen. Da gab es für mich keine Sitzung, keine Familienfeiern. Einmal fiel Silvester auf einen Mittwoch und wir haben Tennis gespielt. Und jetzt freue ich mich, mehr Zeit mit den zwei Enkelkindern zu verbringen. // Interview: Verena Duregger
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GESELLSCHAFT & MENSCHEN
LAURA VOLGGER
Integration und Emanzipation als Eckpfeiler der Gesellschaft Die Taistnerin Laura Volgger wurde mit dem Förderpreis für die beste wissenschaftliche Arbeit 2020 zu Geschlechterfragen und Gleichberechtigung ausgezeichnet. Darin geht es gegen Rollenklischees, Stereotype und Vorurteile in Bezug auf Migration und Geschlecht.
J
ährlich vergibt das Land Südtirol – die Zuständigkeit dafür obliegt dem Landesbeirat für Chancengleichheit – Förderpreise für wissenschaftliche Arbeiten zu Geschlechterfragen und Chancengleichheit als Ansporn für Studierende, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Unlängst wurden, notgedrungen in einer Online-Preisvergabe, die besten Arbeiten des Jahres 2020 ausgezeichnet. Sowohl der für Chancengleichheit zuständige Landeshauptmann Arno Kompatscher als auch die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer und die Vizepräsidentin Donatella Califano sowie die Mitglieder der Bewertungskommission gratulierten den vier Preisträgerinnen und zeigten sich angesichts der qualitativ hochwertigen Arbeiten zu aktuellen Themen beeindruckt. „Das Land Südtirol unterstützt wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsarbeiten auf vielfältige Weise. Es ist wichtig, dass sich Studierende mit den zeitaktuellen Themen befassen und uns immer wieder Denkanstöße für unser gesellschaftliches Handeln liefern – insbesondere auch, um dem Ziel der Chancengleichheit zwischen Frau und Mann näher zu kommen, für dessen Erreichung wir noch ein gutes Stück des Weges vor uns haben“, so der Landeshauptmann bei der Preisverleihung. „Integration und Emanzipation durch Selbstorganisation. Frauenorganisationen weiblicher Zugewanderter in Nordtirol und Südtirol seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im regionalen Vergleich mit einer empirischen Untersuchung ausgewählter aktiver Vereine. Mit einer Aufbereitung des Themas „Rollenklischees, Stereotypen und Vorurteile in Bezug auf Migration und Geschlecht“ für das Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung“ So lautet der Titel der Diplomarbeit, eingereicht am Institut für Zeitgeschichte der Philosophisch-Historischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, für die der erste Preis (mit einem Preisgeld
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Laura Volgger aus Taisten wurde mit dem Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten zur Chancengleichheit ausgezeichnet.
von 3.000 Euro) verliehen wurde – verfasst von der Pustertalerin Laura Volgger. Wie wichtig sind Selbstorganisationen, sprich Zusammenschlüsse, Initiativen und Vereine von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zur Wahrung und Vertretung ihrer Interessen auch im Hinblick auf eine bestmögliche Eingliederung in die Gesellschaft – und gerade auch für Frauen? Bei der Arbeit von Laura Volgger handelt es sich um
die erste deutschsprachige historische Auseinandersetzung mit Migrantinnenselbstorganisationen in Nord- und Südtirol und deren Rolle für den Integrations- und Emanzipationsprozess. Laura Volggers Motivation, sich diesem Thema anzunehmen, ist dabei eine sehr persönliche. Die Arbeit in und mit unterschiedlichsten Institutionen und mit Schulen, vor allem aber ein Volontariat in einer Innsbru-
GESELLSCHAFT & MENSCHEN
cker Frauenorganisation haben ihr einen unmittelbaren Kontakt mit Interkulturalität, Gleichberechtigungsfragen sowie Flucht- und Migrationserfahrungen ermöglicht und ihr die Notwendigkeit einer geschlechtsspezifischen Integrationsarbeit vor Augen geführt. „Es wurde mir zum persönlichen Anliegen, die wertvolle Arbeit jener Menschen und Netzwerke zu unterstreichen, die das interaktive Zusammenleben von Personen verschiedener Herkunft erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Ich wollte jenen Menschen eine Stimme geben, die in aktuellen Diskursen um Zuwanderung und Integration die wohl fundamentalste Hintergrundarbeit leisten und dieser durch den gewählten wissenschaftlichen Zugang Anerkennung und Respekt zollen“, so Volgger. Das ist ein Ausschnitt eines Zitates der Obfrau der türkisch-muslimischen Frauenvereinigung Lilie in InnsSich als Frauenvereine mit Migrations- bruck. Sie unterstreicht in diesem Zitat die Notwendigkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und sich zu bezug aktiv für Gleichberechtigung begegnen. Sonst entstünden bestimmte Bilder im Kopf und Menschen werden vorschnell be- oder verurteilt und in Kategorien gesteckt. Dieses Zitat stellt das Kernstück des aktuellen Romanprojektes von Volgger zu und Geschlechtergerechtigkeit einzu- den Geschichten der Frauen dar. setzen, die Partizipationsmöglichkeiten und die sozialen Netzwerke von Frauen Theaterausbildung in Innsbruck (2017-2019) genannt werden, merkte ich im Laufe meiin der Gesellschaft zu erweitern, die Ent- lebt und arbeitet die gebürtige Welsberger- ner Arbeit, dass sie wichtige transkulturelscheidungsfähigkeit der häufig aus patriar- Taistnerin aktuell in Berlin. PZ-Redakteu- le Fähigkeiten erlangt hatten, also Wissen chalen Gesellschaften stammenden Frau- rin Judith Steinmair hat sie zum Interview und Fähigkeiten aus ihrem Herkunftsland en sowie die Autonomie, Emanzipation und gebeten. mit jenen des Ankunftslandes verbanden. Unabhängigkeit weiblicher Zugewanderter Vorherrschende Vorurteile, immer dieselim alltäglichen Leben zu stärken und ganz PZ: Zunächst einmal Gratulation zum ben Stereotypisierungen, Klischees und Zuallgemein Diversität zu fördern und somit ersten Preis! Eine solche Anerkennung schreibungen, welche die Menschen in beauch gegen Rassismus und Diskriminierung löst – auch abgesehen vom Preisgeld- stimmte Rollen drängen, mussten unbedingt aufgebrochen werden. anzukämpfen, all diese großartigen Ansätvermutlich Glücksgefühle aus? ze und Leistungen gepaart mit dem enor- Laura Volgger: Ja natürlich, die Freude ist Also machte ich es mir zum Ziel, den Mehrmen Engagement von Seiten dieser Orga- sehr groß, gleichzeitig geht damit aber auch wert von transkulturellen und transnationalen Netzwerken für die Gesamtgesellschaft nisationen sehen wir als Landesbeirat für eine gewisse Verantwortung einher. Chancengleichheit als wichtige Schritte vor aufzuzeigen, da nicht nur ein gewisser Prodem Hintergrund einer ständig wachsenIn Ihrer Diplomarbeit beschäftigen Sie zentsatz von diesem Wissen profitiert, sonden ethnischen, sprachlichen und religiösich mit Migrantinnenselbstorganisa- dern alle. Denn wie vermessen wäre die Einsen Diversität und die daraus resultierende tionen in Nord- und Südtirol – warum stellung, dass nur „die Anderen“ von mir haben Sie sich für dieses Thema ent- lernen können? Erfordernis einer guten sozialen und berufschieden? lichen Eingliederung zugewanderter Menschen, so ein Auszug aus der Laudatio mit Dass ich auf dieses Thema gestoßen bin, war Im Rahmen Ihrer Forschung haben Sie sich mit diversen aktiven entsprechender Begründung der Bewertungskommis- teilweise Zufall. Wie Vieles im Leben Zufall sion für die Vergabe des ersten Preises an ist, zum Beispiel die Herkunft. Herkunft ist den Vereinen auseinandergesetzt – wie Laura Volgger für ihre Auseinandersetzung auch Zufall. Ich kam von einem Studienauflautet Ihr Fazit? Wie wichtig sind solenthalt aus London zurück und suchte nach che Organisationen? Gibt es von Seimit diesem Thema. Der Anspruch der Diplomarbeit ist es, einen neuen Herausforderungen. Neben meinem ten der Öffentlichen Hand genügend Unterstützung? Beitrag zur regionalgeschichtlichen Gleich- Studium begann ich, den Innsbrucker Verberechtigungs- und Integrationsdebatte in ein Frauen aus allen Ländern ehrenamtlich Generell sind Vereine immer auch Vorbilder Nordtirol und Südtirol leisten zu wollen. Aus zu unterstützen, wo ich mit persönlichen – für die Mitglieder direkt, aber auch indiden gewonnenen Ergebnissen können kon- Geschichten von starken Frauen konfron- rekt für die Gesamtgesellschaft – von der krete Handlungsempfehlungen für regio- tiert wurde, die meine Arbeit nachhaltig be- Feuerwehr über den Schützenbund bis >> nale Verwaltungsstrukturen und Gemein- einflussten. den der beiden Länder formuliert werden, Das Fremde hatte mich immer schon angeum zukünftige Integrations- und Gleichbe- zogen und mich interessierten der Reichrechtigungspraktiken bewusster und ef- tum der Erfahrungen dieser Menschen und Einreichtermin für die Förderpreise fektiver zu gestalten und Diskriminierun- die Herausforderungen, die mit der Entwickfür wissenschaftliche Arbeiten zur lung eines „Zugehörigkeitsgefühls“ verbungen entgegenzuwirken. Chancengleichheit 2021 ist der 28. den waren. Die Themenwahl ergab sich alFebruar 2021! Informationen bezügso aus der praktischen Arbeit heraus, wo IM GESPRÄCH MIT LAURA VOLGGER lich der Einreichung finden InteresNach ihrer Ausbildung in Innsbruck und ich eine Notwendigkeit sah. Während von sierte auf der Internetseite: www. London (Germanistik und Geschichte/So- Frauen mit Migrationsgeschichte in öffentprovinz.bz.it/chancengleichheit ziologie und Politische Bildung) und einer lichen Diskussionen vielfach nur Defizite
INFOBOX
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hin zu religiösen, interkulturellen oder bildungsorientierten Vereinigungen. Sie vermitteln Einstellungen, Ansichten und Werte und wichtig ist, sich dieser Rolle in leitenden Positionen bewusst zu sein, da Vereine die Gesellschaft wesentlich prägen. Die Bedeutung und Leistung von Vereinen in der Integrationsarbeit kann nicht oft genug betont werden. Besonders vor dem Hintergrund, dass viele dieser untersuchten Selbstvereinigungen auf ehrenamtlicher bzw. Freiwilligenarbeit basieren. Eine Herausforderung für alle untersuchten Vereine stellt die Finanzierung und Deckung der Vereinskosten dar. Sie erfolgt durch das Ansuchen von Förderungen, die Teilnahme an kommunalen, regionalen oder nationalen Projekten, Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie zum Teil durch Selbstfinanzierung. Vereine, Organisationen, Projekte und Initiativen, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen und gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Extremismus und andere Formen von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit, gegen Gewalt, Hass und Radikalisierung arbeiten, werden wohl auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Im dritten Teil Ihrer Arbeit unterbreiten Sie zusätzlich einen Vorschlag für Lehrpersonen für einen integrativen und inklusiven Unterricht in der Fächerkombination Geschichte und Politische Bildung unter Bereitstellung konkreter didaktischer Unterlagen – inwiefern passt diese Aufbereitung zu den ersten beiden Teilen der Diplomarbeit? Das beste Wissen würde uns nichts nützen, wüssten wir es praktisch nicht umzusetzen. Ich sehe mich nicht als reine Theoretikerin, sondern finde es wichtig, die theoretischen Inhalte auch praktisch umgesetzt zu wissen. Vor dem Hintergrund zunehmender Wanderbewegungen stieg auch die Anzahl von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern in Südtirol seit den 1990er-Jahren stark an. Trotzdem herrscht nach wie vor Unsicherheit im Umgang mit der Vielfalt im Klassenzimmer. Beispielhaft hierfür war wohl die Broschüre des Südtiroler Schulamtes an Grund-, Mittel- und Oberschulen („Muslimische Kinder und Jugendliche in der Schule. Informationen, Orientierungen und Empfehlungen“, 2019). Einmal mehr zeigte sich hier, dass sensible Themen wie Integration und Heterogenität von Bildungseinrichtungen viel Fingerspitzengefühl erfordern. Einerseits, um Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen in die Klassengemeinschaft hereinzuholen und andererseits, um den Unterricht für heterogene Gruppen so zu gestalten, dass allen eine Teilhabe ermöglicht wird. Dass das sehr viel politischen, geschichtlichen oder sprachlichen
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Diskussionsstoff liefert, von dem nicht nur die Klasse, sondern vielfach auch deren Familien profitieren, davon bin ich überzeugt. Welche Rolle spielt Ihres Erachtens nach eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Themen wie Rollenklischees, Stereotypen und Vorurteilen in Bezug auf Migration und Geschlecht – etwa im Zuge des Schulunterrichts – um Rassismus und Diskriminierung vorzubeugen? Kein Mensch wird rassistisch oder homophob geboren, sondern wird dazu gemacht. Das Denken und Handeln in bestimmten sozialen Kategorien (Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit usw.) wird erst gelernt. Und wenn dieser Lernprozess von vornherein eine Auseinandersetzung mit extremistischen, rassistischen, homosexuellen- und transfeindlichen sowie anderen menschenfeindlichen Verhaltens- oder Denkmustern beinhaltet, ist das ganz im Sinne der demokratischen Bildung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder interkulturellen Themen wie z.B. „Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer“ sehr wertschätzend gegenüberstehen, da ihre eigenen Erfahrungen eingebunden, thematisiert, sichtbar gemacht werden. Und nur durch die aktive und bewusste gegenseitige Sensibilisierung der Schülerschaft für die Situation der anderen kann nachhaltige Integration gelingen. In diesem Sinne kann und soll Migration in der Schule vielmehr unter dem Blickpunkt des gemeinsamen ‚Voneinander-Lernens‘ betrachtet werden. Möglichst früh Unterrichtsmaterial zu verwenden, in dem eine geschlechtergerechte Sprache verwendet, verschiedene soziale und ethnische Schichten abgebildet und Rollenklischees nicht unnötig gefüttert werden, ist von großer Bedeutung und hier haben Südtirols Schulen sicher noch Aufholbedarf. Dass möglichst früh ein Schwerpunkt auf Chancengerechtigkeit, Toleranz und Vielfalt, auf kulturelle Ausdrucksformen, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität gelegt wird, ist für die Erziehung zu Toleranz, Respekt und Demokratie zentral (Tipps für Unterrichtsmaterial s. Infobox – Anm. d. Red.). Der Förderpreis des Landesbeirats für Chancengleichheit soll ein Ansporn
für Student*innen sein, sich mit dem Thema der Chancengleichheit zwischen Frau und Mann in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und mit anderen Geschlechterfragen auseinanderzusetzen, bzw. deren Diplomarbeiten können als Anregung zur Verbesserung der Situation der Frau und der Chancengleichheit dienen. Eine bedeutende Initiative, der Sie als Preisträgerin zweifelsohne zustimmen werden, oder? Zweifelsohne, ja. Chancengleichheit ist noch nicht erreicht und bestimmte gesellschaftliche Mechanismen halten wir für selbstverständlich, da sie immer schon präsent waren und wir keine Alternativen kennen. Vielfach fehlt die Diskussion, die Auseinandersetzung mit diesen Themen, die zu einer tieferen Reflexion unserer Kultur führen könnten. Dass diese Diskussion hierzulande von besonderer Relevanz ist, zeigte zuletzt etwa die Ärztin und Frauenrechtsaktivistin Monika Hauser, indem sie unterstrich, dass Frauen in Südtirol gefährdeter seien als im Rest Italiens, Opfer von verschiedenen Formen der Gewalt zu werden. Viele sind beispielsweise noch der Meinung, Frauen würden sexuelle Gewalt provozieren, etwa durch ihre Kleidung, manche halten Prügel in der Familie für in Ordnung. Ich stieß in meiner Recherche auf Daten, die mich einerseits verärgerten und mir andererseits zeigten: hier ist noch viel zu tun. Wenn man z.B. bedenkt, dass nur 11 % der Türkinnen in Tirol mehr als einen Pflichtschulabschluss besitzen, aber 23 % der Türken, also mehr als doppelt so viele, dann ist das schon ein markanter Unterschied, ein Gender-Gap. Oder dass in Österreich Frauen mit Migrationsgeschichte zu 27 % in Jobs arbeiten, für die sie überqualifiziert sind, Männer nur zu 18 %. Das sind zwar „nur“ Zahlen, aber die Frauen im Frauennetzwerk erzählten mir Geschichten hinter diesen Zahlen, die ich oft gar nicht wahrhaben wollte. Und bis diese Zahlen nicht ausgewogen sind, gilt es eben, weiterzumachen und an verschiedenen Fronten gegen Chancenungleichheit und für Gleichberechtigung anzukämpfen. Mit dem Wissen, dass wir dieses Ziel auch irgendwann zufriedenstellend erreicht haben werden. Wenn wir uns weiterhin dafür // Interview: Judith Steinmair einsetzen.
INFOBOX TIPPS FÜR BILDUNGSMATERIAL VON LAURA VOLGGER Eine interessante Sammlung von Bildungsmaterial zur Prävention und Intervention bei Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, religiösem
Fundamentalismus sowie zu interkulturellem Lernen, Diversität und Demokratiepädagogik findet sich unter // www.vielfalt-mediathek.de
§
RA Dr. Nausicaa Mall Schramm Tschurtschenthaler Mall Ellecosta Anwaltskanzlei www.schramm.it
Art. 33 des neuen Landesgesetzes für Raum und Landschaft Nr. 9/2018 bestätigt die Ausrichtung, dass der Einzelhandel in den Gewerbegebieten nur beschränkt zulässig ist. In diesen Gebieten können erstens dort hergestellte Produkte (z.B. Handwerk) und damit verbundenes Zubehör verkauft werden. Weiters können in den Gewerbegebieten sog. sperrige Güter (Fahrzeuge und Baumaschinen, Maschinen und Produkte für die Landwirtschaft, Baumaterialien, Werkzeugmaschinen, Brennstoffe, Möbel, Getränke in Großhandelspackungen) verkauft werden, sowie Zubehörs-Artikel, wenn die Verkaufsfläche vorrangig den Hauptwaren vorbehalten ist. In den Gewerbegebieten ist außerdem der Einzelhandel mit landwirtschaftlichen Produkten zulässig. Für die Ausübung des Einzelhandels in Gewerbegebieten, auch in Form von Einkaufszentren, mit anderen Waren als jenen, die oben angeführt sind, müssen im sog. Gemeindeplan für Raum und Landschaft eigene Flächen ausgewiesen werden. Die Ausweisung erfolgt gemäß einem in Art. 53 (welcher das Verfahren für die Genehmigung und Änderung des Gemeindeplans regelt) vorgegebenem Sonder-Verfahren, unter der Bedingung, dass innerhalb der historischen Ortskerne, der Wohngebiete und der Gebiete urbanistischer Neugestaltung der von den Auswirkungen betroffenen Gemeinden, keine Flächen in einem angemessenen Ausmaß zur Verfügung stehen. Zuständig ist die Landesregierung, im Einvernehmen mit dem Rat der Gemeinden und nach Einholen der Stellungnahme der umliegenden Gemeinden. Das Einverständnis der betroffenen Gemeinde ist demnach nicht notwendig. Im Zuge der für die Ausweisung notwendigen Änderung des Gemeindeplanes muss an erster Stelle den Flächen für die Wiedergewinnung oder die urbanistische Neugestaltung wegen Vorhandenseins aufgelassener oder verfallener Strukturen, sowie an zweiter Stelle, den Flächen, auf denen andere Handelstätigkeiten ausgeübt werden, Vorrang gegeben werden. Der Ausweisung der Flächen im Gemeindeplan für Raum und Landschaft muss eine strategische Umweltprüfung (SUP) im Sinne des L.G. Nr. 17/2017 vorausgehen. Art. 52 Absatz 5 sieht weiters vor, dass, zusätzlich zur normalerweise für den Gemeindeplan für Raum und Landschaft erforderlichen Unterlagen, noch zusätzliche umfangreiche Dokumentation erforderlich ist (z.B. Studien über die Auswirkungen auf die Beschäftigung, auf das Handelsnetz, auf das soziale Umfeld und auf die Umwelt). Insgesamt handelt es sich um ein kompliziertes Verfahren, welches // professionell begleitet werden sollte.
GEDANKEN ZUR AUFWERTUNG DES ANLAGEVERMÖGENS 2020
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TIPPS VOM EXPERTEN
DER EINZELHANDEL IN GEWERBEGEBIETEN
Dr. Armin Knollseisen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Knollseisen & Partners www.knollseisen.com
Im Jahresabschluss 2020 besteht wiederum die Möglichkeit der Aufwertung des Anlagevermögens. Die Möglichkeit zur Aufwertung bestand bereits in den Vorjahren, jedoch ist sie aufgrund der Reduzierung der Ersatzsteuer auf 3% wieder interessant geworden. Aus bilanztechnischer Sicht wird durch die Aufwertung des Anlagevermögens das Eigenkapital gestärkt. Die Vermögenssituation erscheint somit solider und kann vor allem bei Gesprächen mit den Banken von Vorteil sein. Steuerrechtlich ergeben sich höhere Abschreibungen ab dem Jahr 2021 und im Falle eines Verkaufs ergeben sich ab 2024 geringere Veräußerungserlöse. In der Ausgabe der Pustertaler Zeitung vom 27. August 2020 haben wir bereits über die Voraussetzungen und Möglichkeiten berichtet. Im Zuge der Erstellung des Jahresabschlusses sollte man unter anderem auch folgende Punkte abklären: • ob in den Folgejahren ausreichend Gewinne vorhanden sind, um die durch die Aufwertung entstehenden Abschreibungen aufzufangen, • sind im Anlagevermögen Güter, welche bereits zur Gänze abgeschrieben sind oder bei denen der Anschaffungswert unter dem Marktwert ist (z. B. bei Immobilienleasing), • ist die entsprechenden Liquidität für die Zahlung der Ersatzsteuer vorhanden, • ob die Anlagegüter zumindest bis 2024 im Betrieb verbleiben, denn im Falle eines Abgangs vor diesem Datum wird die Aufwertung und deren Auswirkung hinfällig, • für welche Art der Aufwertung man sich entscheiden will: handelsrechtlich oder steuerrechtlich, • ob die durch die steuerliche Aufwertung entstehenden Rücklage in Steueraussetzung mit einer zusätzlichen Zahlung von 10% „freigekauft“ werden soll; dies ist bei Firmen mit ordentlicher Buchhaltung zu beachten, wenn in Zukunft Gewinne ausgezahlt werden sollen, • mit welcher der nachfolgenden Methoden die Aufwertung gemacht wird: Aufwertung des Anschaffungspreises auf den Marktwert, die Auflösung des Abschreibefonds oder die gleichzeitige Aufwertung des Anschaffungspreises und des Abschreibefonds, • ob sich die Aufwertung auf die Bestimmungen der sogenannten „nicht operativen Gesellschaften“ auswirkt und somit zu zukünftigen steuerlichen Problemen führen kann. Aufgrund der Komplexität der Bestimmungen ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld mit den oben angeführten Punkten auseinanderzusetzen und diese gemeinsam mit seinem Berater zu prüfen, da die Neuauflage der Aufwertung im Normalfall zahlreiche Vorteile mit sich bringt. //
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WIRTSCHAFT & UMWELT
NACHHALTIGES LEBEN IM PUSTERTAL
Wünsch Dir die Welt Die Veranstaltungsreihe zum nachhaltigen Leben setzt im Pustertal Akzente. Teilnehmer, Referenten und die Veranstalter – Bildungsweg Pustertal und zahlreiche Bildungsausschüsse – haben einen gemeinsamen Wunsch: Sie wollen einen kleinen oder größeren Beitrag leisten, die Welt für Mensch und Umwelt lebenswert zu erhalten. Visionen einer guten und lebenswerten Welt sind dabei von immenser Bedeutung.
Nach Corona – wie zum Geier geht es weiter? So lautete der Titel der Auftaktveranstaltung am 12.01.2021 mit Manfred Schweigkofler. Als globalen Schock bezeichnete der Regisseur und Schauspieler aus Bozen die von Forschern und Publizisten schon länger erwartete Pandemie. Dass eine Krise auch immer eine Chance sein kann und zum Umdenken herausfordern will, zog sich als roter Faden durch den Abend. Auf die Fragen, wie sich die Welt ändern wird oder wie wir in Zukunft lernen und arbeiten werden, stellt der Referent eine bunte Palette von Aussagen in den Raum, Aussagen, die wieder neue Fragen aufwerfen: wir brauchen die Entwicklung vom IQ zum WeQ, vom Ich zum Wir, ein Plädoyer für Vernetztes Denken und Handeln. Die wahren Anforderungsprofile von Bildungseinrichtungen seien nicht nur Wissenvermittlung, sondern die Potentialentfaltung eines jeden einzelnen.
In einer ungewissen, komplexen und ambivalenten Welt werden neue Kompetenzen erworben werden müssen, um den sozialen und globalen Herausforderungen gewachsen sein zu können. Einfache Antworten gibt es nicht, auch wenn viele sich das wünschen.
GROSSES FÜR DIE UMWELT TUN
Natur erleben – Umwelt schützen lautete der Titel des Vortrages am 18.01.2021 mit der Umweltaktivistin Magdalena Gschnitzer aus Sterzing. Es waren kleine, aber besondere Erlebnisse, die die Referentin dazu brachten, den einfachen Grundsatz zu erkennen, dass die Menschheit Großes für die Umwelt tun kann, wenn jeder nur im Kleinen etwas ändert. Eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt es, um einen Beitrag zu leisten und somit dazu zu gehören, zu den Menschen, die ein sinnerfülltes Leben führen wollen. Sie 24
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bilden immer größere Bewegungen und Gemeinschaften, weltweit, jung und alt. Viele der Menschen, die mitmachen, erfahren dadurch eine größere Zufriedenheit und erkennen, dass sie vieles bewegen können. Für die Aktivistin Magdalena Gschnitzer lautet eine kleine und gleichzeitig wichtige Aussage: Deine Gedanken zu verändern bedeutet deine Welt zu verändern. Damit steht sie in einer langen Tradition vieler Kulturen rund um den Erdball.
Was hat der Speckknödel mit Nachhaltigkeit zu tun? Als einheimisches Gericht sehr viel, wie wir meinen würden. Dass dem nicht so ist, erstaunte die Zuschauer der Veranstaltung am 22.01. mit Verena Gschnell. Jeder einzelnen Zutat des Speckknödels ist die OEW Mitarbeiterin ins Herkunftsland gefolgt, und dass wir einen heutigen Knödel nicht mehr in Südtirol herstellen können, wurde schnell klar. Mit der Vorstellung, falls die Grenzen um Südtirol einmal geschlossen seien – was ja in Coronazeiten wieder aktuell ist – und wir uns von im Land hergestellten Produkten ernähren müssten, machte die Referentin deutlich, dass wir als SüdtirolerInnen ziemlich hilflos dastehen.
DIGITALE MEDIEN – FLUCH ODER SEGEN?
Im Vortrag Digitale Medien – Fluch, Segen oder Chance? ging es um die jungen Generationen, die von klein auf mit Internet und Smartphone aufwachsen. YouTube, WhatsApp und Fortnite sind die neuen digitalen Spielplätze, wo man sich mit Freunden trifft, sich unterhält, aber auch Wissen aneignet. Für Eltern kann es schwer sein, diese Welt zu verstehen und die Chancen und Risiken darin zu erkennen. Im Vortrag mit Manuel Oberkalmsteiner am 26.01. konnten sich über 100 Menschen einen
2020 Österreich
Jugend-Internet-Monitor WhatsApp
91% +8%
YouTube
91% +13%
*
Instagram *
76% +5%
Snapchat *
62%+10%
*
TikTok
48% +4%
42%+23%
*
♀94% ♂ 89%
♀90% ♂ 92%
♀79% ♂ 74%
♀64% ♂ 59%
♀ 47% ♂ 49%
♀ 46% ♂ 38%
Beliebteste Messenger-App
Videoplattform
Nachrichten, Bilder &Videos versenden Gruppenchats Telefonieren Standort teilen
Informationen & Unterhaltung
Inszenierte schöne Bilderwelten
Foto-App für Schnappschüsse > Filter < > Spiele < > Snapmap <
Grösstes Soziales Netzwerk der Welt
Video-App für 15 -60 Sekunden lange Videos
Beliebteste
Suchmaschine bei
Jugendlichen
Bilder & Videos werden in „Stories“ geteilt und sind 24 h sichtbar
Weitere Plattformen: Pinterest *
Skype Twitch
Wird von Jugendlichen für News und Veranstaltungen genutzt
„Streak“ als Freundschaftsbeweis
Vor allem Playback-Videos sind sehr beliebt
Telegram Discord imessage
40%
**
Neu erhoben!
27% +9% *
23% +8% *
21% +8% *
WIRTSCHAFT & UMWELT
Überblick über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen verschaffen. Klar wurde, wie die digitalen Spielplätze funktionieren und warum diese für junge Menschen so wichtig sind. Wichtige Fragen sind, mit wem das Kind spielt, für welche Spiele es sich interessiert und welche Apps es installiert hat. Um die Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen nicht zu verlieren, geht es aber darum zu wissen, wie es dem Kind geht, wie es mit dem Leben zurecht kommt und ob es Anerkennung und Wertschätzung erfährt. >>
21% +14%*
17% +4% *
16% +6% *
*Im Vergleich zum Jugend-Internet-Monitor 2019 | ** Erstmals für den Jugend-Internet-Monitor 2020 erhoben Der Jugend-Internet-Monitor ist eine Initiative von Saferinternet.at und präsentiert aktuelle Daten zur Social-Media-Nutzung von Österreichs Jugendlichen. Frage: „Welche der folgenden Internetplattformen nutzt Du?“ (Mehrfachantworten möglich) Repräsentative Online-Umfrage im Auftrag von Saferinternet.at, durchgeführt vom Institut für Jugendkulturforschung, 01/02 2020. n = 400 Jugendliche aus Österreich im Alter von 11 bis 17 Jahren, davon 207 Mädchen. Schwankungsbreite 3-5 %. Diese Infografik ist lizenziert unter der CC-Lizenz Namensnennung - Nicht kommerziell (CC BY-NC). Icons designed by Freepik.com & Flaticon.com. Font: Amatic © Vernon Adams, lizenziert unter SIL Open Font License, Version 1.1. Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend. Die alleinige Verantwortung für diese Veröffentlichung liegt beim Autor.
Die Ortspolizei informiert!
Zebrastreifen ohne Ampelregelung Das richtige Verhalten Eigentlich weiß es jeder: wenn ein Fußgänger auf einem nicht ampelgeregelten Zebrastreifen die Straße überqueren möchte, müssen ihm die Fahrzeuglenker die Vorfahrt geben. Dies ist nicht nur Höflichkeit, sondern eine Pflicht. In der Praxis warten Fußgänger trotzdem oft längere Zeit, bis endlich ein Auto anhält. Leider kommt es an Zebrastreifen auch regelmäßig zu Unfällen mit Schwerverletzten oder Toten. Mit der nötigen Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme, könnten die meisten dieser Unfälle vermieden werden. Fahrzeuglenker müssen beachten Wenn Fußgänger am Zebrastreifen sich anschicken die Straße zu überqueren, sind Fahrzeuglenker gesetzlich verpflichtet anzuhalten. Bei Missachtung dieser Vorschrift ist eine Verwaltungsstrafe bis zu 665,00 Euro, sowie der Abzug von 8 Führerscheinpunkten vorgesehen. Damit nicht genug: Kommt es zu einem Unfall mit Verletzten, mit einer Heilungsdauer von mehr als 40 Tagen, kann der Führerschein des Unfalllenkers widerrufen werden. Danach darf man erst nach mehreren Jahren wieder zur Führerscheinprüfung antreten. Auch die Strafen laut Strafgesetzbuch (St.G.B.) wurden für Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder Toten in den letzten Jahren drastisch erhöht. Vermindern Sie daher Ihre Geschwindigkeit in der Nähe von Zebrastreifen und seien Sie besonders aufmerksam: gerade Kinder oder Personen, die mit Ihrem Mobiltelefon beschäftigt sind, setzen manchmal plötzlich zum Überqueren der Straße an, ohne ihre Absicht vorher klar zu zeigen. Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn sich auf der Gegenfahrspur eine Fahrzeugkolonne gebildet hat, welche die Sicht auf Teile des Zebrastreifens verdeckt: Rechnen Sie hier jederzeit damit, dass plötzlich Fußgänger zwischen den stehenden Fahrzeugen die Straße überqueren könnten.
Stockt der Verkehr, muss der Zebrastreifen von den Fahrzeugen frei gelassen werden. Das Überholen im Bereich von Zebrastreifen ist strengstens verboten.Auch das Parken auf dem Zebrastreifen, bzw. kurz davor und danach, ist verboten. Für Fußgänger gilt Auch wenn Sie als Fußgänger auf dem Zebrastreifen Vorrecht haben, vergewissern Sie sich immer, ob Sie gesehen wurden und geben Sie den Fahrzeuglenkern die nötige Zeit zum Reagieren: Geben Sie Ihre Absicht zum Überqueren der Straße daher klar zu verstehen und suchen Sie Blickkontakt mit den Fahrzeuglenkern. Warten Sie, bis die Fahrzeuglenker angehalten haben. Erst dann können Sie sicher sein, dass Sie tatsächlich gesehen wurden. Bedenken Sie auch, dass Schwerfahrzeuge einen längeren Bremsweg haben. Überqueren Sie daher, vor allem auf Straßen mit höherer Geschwindigkeit, nie knapp vor einem herannahenden Lkw die Straße. Überqueren Sie auch nie vor einem haltenden Bus die Straße. Dies ist mit gutem Grund verboten: Nachkommende Fahrzeuge könnten den Bus überholen und sehen dabei Fußgänger erst, sobald diese sich bereits mitten in der Straße befinden. Radfahrer haben keinen Vorrang bei der Benutzung des Zebrastreifens. Nur wenn sie das Fahrrad schieben, sind sie den Fußgängern gleichgestellt. Seien Sie auch den Fahrzeuglenkern gegenüber rücksichtsvoll und stellen Sie sich nicht an einen Zebrastreifen, wenn Sie die Straße gar nicht überqueren möchten: Sie verunsichern damit die Fahrzeuglenker und bringen den Verkehrsfluss unnötig ins Stocken. Die Ortspolizei Bruneck
Ihre Sicherheit ist uns wichtig! PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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WIRTSCHAFT & UMWELT
NACHHALTIGKEIT IM FAMILIENLEBEN
Im Vortrag Herausforderung Nachhaltigkeit im Familienleben gelang es am 03.02.2021 dem Bodenökologen Michael Steinwandter über 60 Zuschauer mit einer hochspannenden Informationsveranstaltung über die Kernbereiche der Nachhaltigkeit in den Bann zu ziehen: Energie: Heizung und Strom, Mobilität: Auto, Bewegen im Alltag, Flugreisen, Ernährung: tierische Produkte, lokal – regional – saisonal, Bio und Fair, Konsum: Kleidung, Elektronik, Einweg-Artikel, nachhaltige Finanzen. Dass die Ausbeutung der Natur auch schwerwiegende Folgen haben kann, ist sehr vielen Menschen bewusst. Dass wir mehr als eine Erde brauchen würden, um unseren Ansprüchen zu genügen, wurde am Abend auch klar. Die Reaktion auf diese Fakten ist leider noch träge. Inspirierend, voller Tipps und Ideen gelang es dem Referenten hingegen mit Daten und Fakten die Teilnehmenden zum Staunen zu bringen. // Irmgard Pörnbacher
WÜNSCH DIR DIE WELT - PRAKTISCH NACHHALTIG? Eine Initiative von BIWEP – Bildungsweg Pustertal, Bezirksservice mit den Bildungsausschüssen, Luttach, Mühlwald-Lappach, Niederdorf, Percha, Prettau, Sand in Taufers, Sexten, Steinhaus/St. Jakob/St. Peter, St. Johann, St. Lorenzen, Toblach, Weißenbach, Weitental, Welsberg-Taisten und lokalen Partnern Info: Bildungsweg Pustertal, 0474 530 093, info@biwep.it
Wie viele Erden würden wir brauchen, wenn die Weltbevölkerung leben würde wie….?
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UNTER DEN FREUNDLICHSTEN WELLNESSHOTELS Bei kaum einem anderen Urlaub ist die Atmosphäre in einem Hotel so entscheidend wie bei einem Wellness-Aufenthalt. Bei einer Umfrage unter den Leserinnen und Lesern
des Wellnesshotelführers „RELAX Guide“ zeigte sich, dass bei der Auswahl eines Hotels die Kategorie Freundlichkeit noch vor dem Preis deutlich an erster Stelle steht. Bei der Befragung kürten die Wellness-Liebhaber auch gleich die fünf freundlichsten Häuser. Ganz vorne mit dabei das Hubertus Alpin Panorama in Geiselsberg. Das familienfreundliche Wohlfühlhotel beeindruckt nicht nur mit tollem Skypool. Gastgeberfamilie Gasser ist stets Der Panoramapool beim Hubertus in Geiselsberg.
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um die Anliegen ihrer Gäste bemüht und sorgt mit ihrem herzlichen und kompetenten Team für absolutes Wohlbefinden, wie die Leserinne und Leser urteilten. Gratula// rewe tion und weiter so!
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Ihr Fachmann für Hörgeräte im Pustertal Die Pustertaler Zeitung hat mit Markus Thaler gesprochen, seit mehreren Jahren zuverlässiger Fachmann bei Hörgeräten. Er hat mit AudioVita neben acht weiteren in Südtirol auch zwei Geschäfte im Pustertal, eines neben der St.-Anna-Apotheke in Bruneck und ein anderes in Sand in Taufers, gegenüber vom alten Kino. PZ: Herr Thaler, warum glauben Sie, dass es wichtig ist, einen zuverlässigen Ansprechpartner zu haben, wenn es um das Thema Hören geht? Markus Thaler: Ein Kauf von Hörgeräten ist nicht zu vergleichen mit dem Kauf eines Konsumproduktes. Es braucht immer wieder einen Fachmann, der mit seinem Wissen und seiner Erfahrung die Hörgeräte ansieht, kontrolliert und bei Bedarf professionell reinigt und diese auch gut einstellt. Viele Menschen fahren ins Ausland und kaufen Ihre Hörgeräte dort. Was sagen Sie dazu? Wir leben in einer freien Marktwirtschaft
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und jeder kann seine Güter kaufen, wo er möchte. Gerade in dieser Zeit der Pandemie jedoch sehen wir, wo unsere Grenzen sind. Noch dazu ist es oft sehr aufwendig, für jede Kleinigkeit viele Kilometer zu machen, wo die besten Fachleute doch vor der eigenen Haustür sind! Als Fachmann: Wann empfehlen Sie, den ersten Hörtest zu machen? Das Ohr ist sehr komplex aufgebaut. Die meisten Schwerhörigkeiten befinden sich im Innenohr. Meistens kommen sie schleichend und werden nicht von Anfang an als solche empfunden. Ganz allgemein gilt: Bereits beim anfänglichen Gefühl, schlecht zu ver-
stehen, ist ein Hörtest empfehlenswert. Bei AudioVita in Bruneck und Sand in Taufers können Sie diesen jederzeit kostenlos und professionell machen, rufen Sie einfach an und vereinbaren Sie einen Termin! // PR-Info
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GESCHICHTE & HISTORIE
DER „STOCKERMÜLLER“ IN UNTERWIELENBACH
Das Schicksal eines Hauses Dem Wanderer, der von Unterwielenbach kommend in Richtung Wielenberg geht, wird ein nördlich der Brücke über dem Wielenbach („Müllerbrücke“) umzäunter Garten ins Auge fallen. Niemand wird dabei auf den Gedanken kommen, dass hier einmal ein Haus gestanden hat. Nur den älteren Leuten dürfte dieses Haus noch in Erinnerung sein. „Stockermüller“ hat es geheißen, ein Haus, das sehr viel zu erzählen weiß.
E
s mag wohl etwas befremdet oder sogar sonderbar wirken, wenn man das Haus „Stockermüller“ in Unterwielenbach mit einer alten und schon seit vielen Jahren nicht mehr bestehenden Mühle in Verbindung setzt. Historisch gesehen hat aber diese alte Mühle für das Zustandekommen und für den Namen dieses Hauses eine tragende Bedeutung. Die „Weichbrunn-Mühle“, „die Mühle im Loch“, „die Lochmühle“ wurde sie genannt, die bereits im Jahre 1569 aufscheint und im Besitz von Erhard Oberstainer, „Pöckh in Niederwielenbach“ war. Gemäß Kaufvertrag vom 19. 9. 1569 wird der Besitz angegeben als „die Baurecht der Behausung samt zweien Gärten, auf welchem einen Garten neben der Wüer (Wiere, Wassereitung) vor Jahren eine Schmitten gestanden, auch Mül und Stampf, alles beieinander in Niederwielenbach bei dem Weichprunnen und dem Rienzpach gelegen.“ Als Wert werden 500 Gulden für Behausung, Gärten, Mühle und Stampf angegeben. Wenn auch nicht mit Sicherheit feststellbar, so dürfte diese Mühle mit Stampf im Raum zwischen Unterwielenbach und Litschbach und wohl auf der heutigen zum Haus Stocker gehörenden Grundparzelle nahe an der Rienz gestanden sein. Der alte Flurname „Weichprunn-Wiese“ deutet darauf hin. Wie im Kaufvertrag angedeutet, gehörte zu dieser Mühle mit Stampf auch eine Schmiede (Schmiedewerkstatt). In der Folgezeit wechselte diese Behausung wiederholt den Besitzer. Vom Jahr 1714 bis 1757 scheint Abraham Gantschider als „Miller in der Lochmil in Niederwielenbach“ als Besitzer auf. Im Jahre 1758 wird sein Sohn Johann Gantschider als „Müllermeister in Niederwielenbach“ genannt.
DIE UNBILL DER NATUR
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Mühlbehausung vom Hochwasser völlig ruiniert und musste abgetragen werden. Als Ersatz dieser zerstörten Behausung wurde dem Besitzer Johann Gantschider gestattet, auf Gemeindegrund eine neue Behausung zu erbauen, das Mühlrecht aber auf die dort 28
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Eine Aufnahme vom Stockermüller um 1930.
befindliche Hausmühle des Ametz-Hofes zu übertragen. Im Steuerkataster 1775 heißt es: „Hans Gantschider habe eine Metzmühle mit zwei gehenden Steinen, Stampf und zwei Gärten unter der Landstraßen liegend und in Weichprunn genannt, besessen. Weil aber diese Metzmühle und Zugehörde von dem Gewässer völlig ruinieret und dergestalt irreparabel gemacht worden, dass hievon nichts mehr vorhanden ist, wurde ihm, Gantschider; gestattet, an Stelle der zerstörten Behausung auf Gemeindegrund eine neue Behausung Stockermüller um 1955. jopa
Fotosammlung von Johann Passler
zu erbauen, die Metzmühle aber wurde auf die bisherige „Ämbsen-Hausmühl übertragen…“ So erhielt Gantschider von der Ge-
zeichnet. Als Sohn von Abraham Gantschider und Anna Flätscher war somit Johann Gantschider der Inhaber der Mühlbehausung „Mühle im Loch“ und ab 1798 auch Inhaber des unteren Teiles des Stocker-Hauses. Im Jahre 1798 wird Johann Gantschider als Stockermüller“ in Niederwielenbach geführt. So geht also der Name des Hauses „Stockermüller“ auf den „Stockersohn“ Johann Gantschider zurück, der einerseits Inhaber des unteren Teiles des Stockerhauses und andererseits Besitzer der genannten Mühle im Loch war. Aus dem Hausnamen „Stocker“ und aus der „Mühle“ entstand so der Name „Stockermüller“.
GESCHICHTE & HISTORIE
Stockermüller um 1960. (Fotosammlung von Johann Passler)
DAS BITTERE ENDE
WECHSELNDE BESITZER
In der Folgezeit wechselte dieses Haus wiederholt den Besitzer Im Jahre 1890 ersteigerte Alois Hochgruber, ein Santersohn in Niederwielebach das Stockermüler-Anwesen, der dasselbe im Jahre 1898 an den gewesenen Hausergut-Besitzer in Wielenberg Stefan Fauster verkaufte. Im Jahre 1923 übergab Stefan Fauster den Besitz an seinen gleich-
namigen Sohn Stefan weiter, der dieses Anwesen im Jahre 1933 an Anton Passler verkaufte. Gemäß Kaufvertrag vom 8. Juni 1955 wurde Vinzenz Schneider Besitzer dieses Stockmüller-Anwesens. Anton Passler baute ein neues Haus unterhalb der Staatsstraße. Der gesamte Besitz dieses Stockmüller-Anwesens wurde im Jahre 1961 an die Eheleute Anna Feichter, geb. Schneider und Franz Feichter übertragen. Am 4. November 1966 wurde das nur mehr aus Wohnhaus bestehende Haus Stockermüller durch die reißenden Fluten des Wielenbaches arg beschädigt und im folgenden Jahr ganz abgebrochen. Das heute noch bestehende und im Zerfall befindliche Futterhaus wurde in den folgenden Jahren dem Tischlerhof angegliedert.
WIE ERHIELT DIESES HAUS DEN NAMEN „STOCKERMÜLLER“?
Der oben genannte Abraham Gantschider war verheiratet mit Anna Flätscher, die Inhaberin des unteren Teiles des Hauses Stocker in Unterwielebach war. Das Haus Stocker wurde nämlich im Jahre 1726 in zwei Teile geteilt und im Jahre 1803 wieder vereint. Im Jahre 1798 übergab Anna Flätscher diesen Teil des Stockerhauses ihrem Sohn Johann Gantschider. Im Jahre 1758 übernimmt Johann Gantschider von seinem im Jahre 1757 verstorbenen Vater Abraham die genannte Mühlbehausung, der sich als „Müllermeister in Niederwielenbach“ be-
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meinde den Grund, auf dem dann die Stockermüller-Behausung errichtet wurde. Laut Vertrag vom 19. Jänner 1781 kaufte Johann Gantschider von Josef Haidacher, Äms (Ametz) in Niederwielebach die zum Ämsengut (Ametz-Hof) gehörende Hausmühle, behielt sich aber das Recht zur Mühlbenutzung bzw. das Mahlrecht zurück. Wann diese alte Ametz-Hausmühle abgebrochen und das neue Mühlgut (Stockmüller-Haus) errichtet worden ist, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Sicher ist nur, dass das Mühl- bzw. Mahlrecht zu Gunsten des Ametz-Hofes auf dieses neu zu errichtende Mühlgut übertragen wurde. Nach dem Tod von Johann Gantschider ging der Besitz dieses neuen Mühlgutes an die Eheleute Balthasar Tschafert und Elisabeth geb. Gantschider über. In der Folgezeit dürften dann diese Eheleute die alte Ametz-Hausmühle abgebrochen und dazu ein neues Haus gebaut haben, das erst im Jahre 1839 fertig gestellt wurde. So geht das genannten „Stockermüller-Haus“ auf das Jahr 1839 zurück.
Wie bereits oben angeführt, erhielt Johann Gantschider, der sich im Jahre 1798 als Stockermüllerr bezeichnet, von der Gemeinde einen Grund bei der Ametz-Mühle zur Errichtung einer Mühlbehausung. So kam er nun in Besitz des heutigen nördlich der „Müllerbrücke“ zwischen dem alten Fuhrweg nach Wielenberg und dem am orographisch linken Ufer des Wielenbaches, sich befindlichem Grund, der heute zum Teil von Amt für Wildbachverbauung besetzt wird und zum Teil als eingezäunter Garten besteht. Weiters kaufte Gantschider im Jahre 1781 die zum Ametz-Hof gehörende Hausmühle, wobei das Mahl- bzw. Mühlrecht weiterhin bei diesem Hof verblieb. Wann diese Mühle abgebrochen und das neue Haus mit Mühle und Wohnung erbaut wurde, ist nicht klar ersichtlich. Erst im Jahre 1839 soll der Bau dieser Mühlbehausung abgeschlossen worden sein. Den Großteil dieser Behausung nahm der „Mühlraum“ ein, in dem zwei Mühlen und ein Stampf untergebracht waren. Der Wohnraum bestand aus einer Stube, darauf eine Kammer, die Oberstube, und eine kleine „schwarze Küche“ mit offenem Herd. Oberhalb der Mühle waren noch zwei kleine Kammern, „Rumpelkammer“, wie diese bezeichnet wurden, von denen eine als Schlafkammer diente. Die andere war wirklich eine „Rumpelkammer“, die im Westen durch eine bloße Bretterwand abgegrenzt wurde, durch deren „Ritzen“ beim Betrieb der Mühlen das zum Mühlantrieb verwendete Wasser spritzte. Gegen Ende der 1930-er Jah>> re erweiterte Anton Passler dieses
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GESCHICHTE & HISTORIE
Stockermüller nach der Überflutung im November 1966 . Die Unwetterkatastrophe verursachte immens große Schäden im ganzen Land.
Gebäude gegen Westen hin durch den Anbau einer Küche und Speise („Goudn“). Dabei wurde das zum Anrieb der Wasserräder verwendete Wasser durch einen offenen Ablauf unterhalb dieser Küche wieder zurück in den Bach geleitet. Man kann sich wohl vorstellen, wie kalt es bei den damaligen „Isoliermethoden“ in dieser Küche war. Ein durchgehender Raureif an den Wänden im Winter war ein sichtbares Zeichen davon. Gegen Ende der 1950-er Jahre hörte der „Mühlbetrieb“ so allmählich auf, so dass die Mühlen und der Stampf kaum mehr Verwendung fanden. Nur das Mühlrecht des Ametz-Hofes bestand noch weiterhin, wovon die Inhaber dieses Hofes immer noch Gebrauch machten. Der auf Anton Passler folgende Besitzer dieses Hauses Vinzenz Schneider war nun bestrebt, diese Mühlen voll und ganz aufzugeben und den Mühlraum zu einem Wohnraum auszubauen. Aber das bestehende Mühlrecht des Ametz-Hofes verhinderte lange diesen Ausbau. Schließlich kam es zu einer Vereinbarung zwischen diesen beiden Besitzern: Der Inhaber des Ametz-Hofes er-
Das Wegkreuz, wo das Haus einst stand. 30
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richtete im eigenen Hof eine Hausmühle, die von Vinzenz Schneider finanziert wurde. So wurde das Mahlrecht auf der Stockermüller-Behausung gelöscht und dem Ausbau des Mühlraumes zu einem Wohnraum stand nichts mehr im Wege. Anna Schneider, die Tochter von Vinzenz, führte mit ihrem Ehemann Franz Feichter Ende der 1950-er Jahre den Umbau aus, so dass aus diesem Mühlwesen nun nur mehr ein Wohnhaus wurde.
jopa
blickte, kann sich noch gut daran erinnern, wie Frau und Kinder mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und zum Schutz in das Futterhaus verfrachtet wurden. Diese Angst vor der Wassergefahr des oft zum reißenden Wildbach gewordenen Wielenbaches mag wohl der Grund gewesen sein, dass er 1955 dieses Stockermüller-Haus verkauft und sich ein neues Haus gebaut hat. Vinzenz Schneider, so wird berichtet, sah aber in diesem Bach keine größere Gefahr. DIE ANGST VOR DEM WASSER Man kann es wohl als ein kleines Wunder Es liegt wohl in der Natur der Dinge, dass bezeichnen, dass dieses Haus bis zum Jahdieses zwischen dem Wielenbach und dem re 1966 von der Macht des Wielenbaches alten Fuhrweg nach Wiegenberg liegende verschont geblieben war. Am 4. November Haus stets schon einer großen „Wasserge- dieses Jahres 1966 zeigte aber der Wielenfahr“ ausgesetzt war. Und in der Tat hatte bach, was er zu leisten imstande war. Durch Anton Passler immer eine große Angst vor die Wogen dieses reißenden Baches wurde einer eventuell kommenden Überschwem- das Haus völlig ruiniert. Anna Schneider, mung. Öfters kam es vor, dass er bei einem die „Milla Nanne“, wie man sie zu nennen drohenden Gewitter mit seiner ganzen Fa- pflegte, flüchtete sich auf den in der Stube milie das Haus verließ und Schutz in der dieses Hauses bestehenden Ofen und mussScheune des nahen Futterhauses suchte. te dabei erleben, wie die Wassermassen so Der Schreiber dieses Berichtes, der in diesem allmählich in das Haus eindrangen und dasStockermüller-Haus das Licht der Welt er- selbe zerstörten. Ihr Mann Franz Feichter wurde aber von den Fluten mitgerissen und fand darin seinen Tod. Nur mehr eine „Ruine“ blieb von diesem Haus übrig, das im darauf folgen Jahr gänzlich abgebrochen und dem Erdboden gleich gemacht wurde. Nur ein am Weg stehendes Kreuz mit der Inschrift, dass hier Franz Feichter durch die Wogen des reißenden Baches sein Leben verloren hat, ist noch ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier das Stockermüller-Haus bestanden und ein bitteres Ende gefunden hat. Übrig geblieben ist das heute noch bestehende aber schon in Zerfall befindliche Futterhaus, das inzwischen zum Besitz des Tischlerhofes gekommen ist. jopa Die Inschrift beim Kreuz erinnert an den tragischen Tod. // jopa jopa
Mit diesem Haus verbunden ist heute noch der Name „Milla“ (Müller), der als Zuname von in Unterwielenbach lebenden Personen noch häufig gebraucht wird. Der Name „Milla Hansl“, „Milla Seppl“, Milla Tondl“, „Milla Michl“, „Milla Nanne“ u.a. wird heute noch öfters genannt. Dieser Name „Milla“ geht auf den Namen „Stockermüller“ zurück und wurde dann einfach in verkürzter Form als „Milla“ verwendet. Seinen Ursprung hat dieser Name in den verschiedenen Besitzern dieses Hauses. So spricht man vom „Milla Stefl“, der 1933 das Haus verkauft hat. Dieser Milla Stefl (Fauster Stefan) übersiedelte am 5. 1. 1934 nach Pergine, wo er am 14. 1. 1934 verstarb. Man spricht von der „Millerin“, der Gattin von Stefan Fauster, die im Jahre 1936 Besitzerin des Hauses „Binder“ oder „Beim Siberer“ in Unerwielenbach geworden ist. Vor einigen Jahren wurde dieses Haus abgerissen und daraus ein Haus mit mehreren Wohnungen errichtet. Die älteren Leute von Percha haben die „Millerin“ (Anna Fauster geborene Wilhelm, geb. am 24. 1. 1893 und gestorben am 30. 9. 1969) sicher noch gut in Erinnerung. Sie war ja lange Zeit die Schulaufräumerin in der Grundschule. Ihre Söhne waren Stefan (Stefl) Fauster (geb. 1922 und gest. 1942 in Russland) der „Milla Michl“ (geb. 1926, gest. 1999), das „Milla Anderle“ (geb. 1930, gest.1989) und der „Milla Hansl“ (geb. 1932 ausgewandert nach Deutschland, wo er heute noch lebt). Oft noch werden die Söhne von Milla Michl (Fauster Michael) noch unter dem Zunamen „Milla“ genannt. Der Name „Milla“ ist dann auch übergegangen auf die „Milla Kathl“ (geb. 1910, gest. 1989). Sie war die Gattin von An-
ton Passler (geb. 1904, gest. 1982), der 1933 das Haus Stockermüller gekauft hat. Da Anton vom Harrer-Hof in Wielenberg stammt, wird er meist als „Horra Tondl“ und nicht als „Milla Tondl“ bezeichnet. Wohl aber ist der Name Milla auf die „Passler Kinder“ übergegangen nämlich „Milla Nanne“, Milla Tondl“ (gest. 1976), „Milla Hansl“, „Milla Seppl“, „Milla Ida“ und „Milla Lois“. Vinzenz Schneider, der auf Anton Passler folgende Besitzer (geb. 1887, gest. 1968) wird als „Milla Mandl“ bezeichnet und seine Tochter Anna (geb. 1925) wurde die „Milla Nanne“ genannt. Sie war die letzte Besitzerin des Stockermüller-Hauses, die den Verfall dieses Hauses miterlebt, dann beim „Lasl“ in Percha gewohnt hat und am 10. 4. 2015 gestorben ist. So weist also der Zuname „Milla“ der genannten Pesonen an dieses Haus „Stockermüller“, hin, das schon lange nicht mehr besteht, dessen Name aber dadurch in Erinnerung ge// blieben ist.
GESCHICHTE & HISTORIE
DER NAME „MILLA“
AM RANDE VERMERKT sei noch, dass das genannte Haus „Stockmüller“ das Geburtshaus von den späteren Schuldirektoren und langjährigen Bürgermeistern von Niederdorf und Innichen Johann und Josef Passler war, die in diesem Haus das Licht der Welt erblickt und dort unter spärlichen Verhältnissen einen Großteil ihrer Kind// heit verbracht haben.
BILDUNG IM DORF DER BILDUNGSAUSSCHUSS
FASCHING UND FASTEN Der flämische Künstler Pieter Bruegel d. Ä. war ein kritischer Beobachter seiner Zeit. Er schuf großartige Werke der Landschaftsmalerei und wurde bekannt für seine Darstellung des bäuerlichen Lebens, wie etwa für das weltberühmte Werk Bauernhochzeit. Seine herausragenden allegorischen Werke beziehen sich auf Sprichwörter und auf die Volkskultur. P. Bruegel mochte es, seinen Zeitgenossen einen Spiegel vorzuhalten. Viele seiner Wimmel- und Jahreszeitenbilder erscheinen wie eingefrorene Zustände, als hätte Bruegel einen besonders scharfen Zoom auf die Lebenswirklichkeiten seiner Mitmenschen ge-
Gemälde ist eines der „Wimmelbilder“ Bruegels. Auf dem großformatigen Bild wimmelt es von Figuren. Der Betrachter blickt von oben auf einen dicht bevölkerten Platz. Dieser ist zweigeteilt: Links werden die Bräuche des Karnevals dargestellt, rechts die Fastenzeit. Zwei Gasthäuser am linken Rand und eine Kirche mit einer Aschermittwochsprozession stehen sich als Gegenpole gegenüber, ebenso wie die
pert, ist ein Bratenspieß, gespickt mit allerlei Fleisch. Frau Fasten, ganz in Grau, greift mit einer mit Heringen beladenen Brotschaufel an. Durch seine heitere Übertreibung wirkte „Pie-
richtet. Ein Beispiel ist das früheste der Tafelbilder in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien: „Kampf zwischen Fasching und Fasten“, aus dem Jahr 1559. Das
beiden Figuren am unteren Rand, die sich mit Waffen bekämpfen. Ganz ernst kann man dieses Turnier natürlich nicht nehmen. Die Waffe des Betrunkenen, der den Karneval verkör-
ter de grappige“ (Pieter der Lustige), wie Pieter Brueghel d. Ä. auch genannt wurde, nachhaltig auf die Lachmuskeln seiner Zeitgenossen.
Weitere Informationen beim hiesigen Bezirksservice Weiterbildung: Bildungsweg Pustertal, Tel. 0474 530 093 und www.biwep.it PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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KUNST WERKSTAT T AKZENT
KULTUR & KUNST
Das 10-jährige Jubiläum Die Kunstwerkstatt „Akzent“ der Lebenshilfe Südtirol in Bruneck wurde 2011 ins Leben gerufen und feiert heuer somit ihr 10-jähriges Jubiläum. Sie bietet zehn Menschen mit geistiger Behinderung und kreativem Talent einen geschützten und geregelten Arbeitsplatz. Eine Galerie schlägt eine Brücke zwischen der Kunstwerkstatt und der Öffentlichkeit.
I
n der Kunstwerkstatt „Akzent“ werden Menschen mit Beeinträchtigung aus dem Raum Pustertal bei künstlerischen Aktivitäten begleitet. Das Projekt ist deshalb so attraktiv, weil künstlerische Tätigkeit erfahrungsgemäß viel zur Persönlichkeitsentwicklung von Menschen mit Beeinträchtigung beiträgt. Zu den künstlerischen Disziplinen gehören in erster Linie Malerei und Lyrik, dann aber auch Theater, Musik, Fotografie und plastisches Gestalten. Die künstlerische Leitung hat Elfriede Kehrer inne. Im Laufe des Jahres 2019 ist die Werkstatt von der Bruder-Willram-Straße in große und helle Räumlichkeiten im Sparkassengebäude in der Groß-Gerau-Promenade 6/c umgezogen. Momentan ist sie für das Publikum aufgrund der Coronapandemie leider nicht zugänglich.
GALERIE SOLL BRÜCKE SEIN
Zusätzlich zur Werkstatt wurde vergangenes Jahr eine Galerie im gleichen Gebäude angemietet, deren Ziel ist es, eine Brücke zwischen der Kunstwerkstatt und der Öffentlichkeit zu schlagen. Angedacht sind verschiedenste kulturelle Veranstaltungen sowie ein Raum für ein „Miteinander“. Die Galerie, die Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigt, ist dem Publi-
Die neue Galerie im Sparkassengebäude am Graben in Bruneck.
kum zugänglich (unter Einhaltung aller geltenden Corona-Schutzmaßnahmen). Neben den originalen Werken können in der Galerie diverse Produkte mit künstlerischen Motiven erworben werden: Tragetaschen, Schreibblöcke und Ansichtskarten. Die Galerie ist am Montag und Dienstag von 09:00
Künstler Julian Messner mit seinem Maskenportrait. 32
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Alle Fotos: Helga Maria Kofler
bis 15:00 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
BESONDERE AUSSTELLUNG ZUM JUBILÄUM
Im Jahr 2021 feiert die Kunstwerkstatt „Akzent“ ihr 10-jähriges Bestehen. Dies soll im
Katharina Taschler in der vollkommen eingerichteten Kunstwerkstatt.
Laufe des Jahres, sobald es die Umstände der Coronapandemie zulassen, mit einer besonderen Ausstellung gebührend gefeiert werden. Da die Eröffnungsfeier der neuen Galerie im Jahr 2020 ebenfalls nicht stattfinden konnte, wird diese, voraussichtlich im Herbst, in einer Feier mit dem Jubiläum zusammengelegt. Geplant ist auch eine Publikation mit den Höhepunkten der Arbeit der Kunstwerkstatt. Aktuelle Informationen und Einblicke in den Alltag und die Aktivitäten der Kunstwerkstatt finden Interessierte auf der Facebookseite: www.facebook.com/KunstwerkstattAkzent. Kontakt kann auch über die E-Mail- Adresse galerie.akzent@lebenshilfe.it oder über die Telefonnummer 345 998 2902 aufgenommen werden. // leido-aldar
Alle Fotos: Helga Maria Kofler
KULTUR & KUNST
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KULTUR & KUNST
FORSCHUNGSSTELLE GUSTAV MAHLER IN TOBLACH
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Eine Kooperation zwischen der Stiftung „Euregio-Kulturzentrum Gustav Mahler ToblachDolomiten“ und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck hat nun die Gründung einer eigenen Forschungsstelle für Gustav Mahler in Toblach möglich gemacht. Damit konnte ein lang gehegter Wunsch zur Erfüllung gebracht werden.
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ustav Mahler hat der Musikwelt ein umfangreiches Werk hinterlassen, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis heute fasziniert. Der Komponist reiste immer wieder nach Toblach, im Südtiroler Pustertal, wo er seine drei letzten großen Werke komponierte. Zur Würdigung und weiteren Erforschung seines Schaffens wird in Toblach die Forschungsstelle Gustav Mahler gegründet. Die bereits vor Jahren konzipierte Idee einer Forschungsstelle als Ort des Austausches und der Diskussion für die internationale Gustav-Mahler-Forschungsgemeinschaft konnte durch eine Kooperation zwischen der Stiftung EUREGIO-Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach-Dolomiten und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck realisiert werden.
NEUE WEGE
Die wissenschaftliche Leitung der Forschungsstelle liegt bei Federico Celestini und Milijana Pavlovic` vom Institut für Musikwissenschaft, Infrastruktur und Verwaltung bei der Stiftung. „Die Forschungsstelle Gustav Mahler in Toblach soll zu einem Ort der Begegnung und des Austausches werden, in dem ein Dialog zwischen Musik, Natur, Wissenschaft und einer interessierten Öffentlichkeit stattfinden kann. Jedes Mal, dass wir in Toblach ein Symposion, eine Ausstellung oder einen Vortrag veranstalten, sind wir von der Faszination, die aus der atembeWir bieten bieten Wir raubenden Schönheit der Landschaft in den … Reparaturdienste Dolomiten und dem Bezug auf Gustav Mahler und sein Wirken inder Toblach entspringt, für Geräte Marken überwältigt. Wir wollen diese Begeisterung
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Das famose Komponierhäuschen von Gustav Mahler in Toblach.
mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt teilen und zur gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit nützen“, so Celestini und Pavlovic`. „Mit der Entstehung eines Forschungszentrums in Toblach entsteht ein Meilenstein in der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens und kompositorischen Schaffens von Gustav Mahler. Federico Celestini und Milijana Pavlovic ist es ein Anliegen, ihren Studentinnen und Studenten der Musikwissenschaft, Gustav Mahler und sein Umfeld näher zu bringen. Wo könnte das besser passieren als an den Orten, an denen unter anderem das Lied von der Erde entstanden ist? Nach erfolgreicher ‚Grundsteinlegung‘ sollen verschiedene Projekte auf den Weg gebracht werden. Gustav Mahler ist ein weites Feld. Das Euregio Kulturzentrum Toblach freut sich über diese Zusammenarbeit und wünscht sich neue Impulse aus dem studentischen und wissenschaftlichen Umfeld“, ergänzt Sigisbert Mutschlechner, Präsident der Stiftung.
WERTVOLLE INITIATIVE
Die Struktur der Forschungsstelle sieht einen internationalen wissenschaftlichen 34
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Milijana Pavlovic̀
Beirat vor, dem zehn angesehene Mahlerforscherinnen und -forscher aus acht verschiedenen Ländern angehören. Auch ein unterstützendes Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde gebildet. Als eine ergänzende und besonders wichtige Initiative wurde ein Forum für Doktorandinnen und Doktoranden mit Mahler-bezogenen Dissertationen gegründet. Im Fokus steht die neue Generation von Forscherinnen und Forschern, der die Möglichkeit gegeben werden soll, sich zu vernetzen und eigene Projekte zu entwickeln. „Wissenschaft lebt vom Austausch und von der Vernetzung, sie kann Grenzen überwinden und Brücken bauen. Die Forschungsstelle Gustav Mahler ist ein wunderbares Beispiel, wie verschiedene Institutionen grenzüberschreitend zusammenspielen, um die Erforschung und Vermittlung des Werkes des großen Komponisten Gustav Mahler weiter voranzutreiben. Mein Dank gilt allen Beteiligten, allen voran Federico Celestini und Milijana Pavlovic` vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck, und der Stiftung Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach
Der begnadete Musiker Gustav Mahler.
WORKSHOPS
Für die nächsten sechs Jahre sind mehrere Konferenzen, Workshops und Summerschools geplant, beginnend mit einem Symposion über Gustav Mahler in medialen Perspektiven (2021, oder wegen Covid 2022) und einer breit angelegten Veranstaltung „Junge Komponierende und Gustav Mahler“ (2022) mit der Beteiligung von Kompositionsstudierenden aus den Konservatorien und Musikuniversitäten der EUREGIO-Region. Ein weiteres Projekt ist die Gründung eines interdisziplinären Netzwerks von Wissenschaftler*innen, die über Kunst als Repräsentation von Natur arbeiten. // mm
KULTUR & KUNST
Dolomiten mit dem Präsidenten Sigisbert Mutschlechner. Mit dieser gemeinsamen Initiative kann nicht nur die Mahler-Forschung verstärkt, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt in Südtirol weiter ausgebaut werden“, so Ulrike Tanzer, Vizerektorin für Forschung an der Universität Innsbruck. Ein besonderes Anliegen der Forschungsstelle ist der Austausch zwischen Mahlerforscherinnen und -forschern unterschiedlicher Länder und Generationen, Musikerinnen und Musikern sowie einer interessierten Öffentlichkeit. Enge Beziehungen und Kooperationen bestehen mit den Gustav Mahler Musikwochen und dem von Philipp von Steinaecker geleiteten Grand Hotel Orchester.
„WINTO.KLONG-EUREGIO-FESTIVAL IN TOBLACH
Klicken für die Liedermacher Das Winto-Klong-Festival in Toblach geht in die zweite Runde. Allerdings nicht live, sondern in digitaler Form. Corona lässt leider nichts anderes zu. Allerdings gibt es diverse interessante Neuheiten. Mitmachen ist angesagt. Das für den 06.02.2021 geplante Live-Event in Toblach kann dieses Jahr Corona-bedingt nicht stattfinden. Die Organisatoren haben sich daher etwa ganz Besonders einfallen lassen. Sie verlegten die Edition auf die digitale Plattform. Für die „Digital Edition 2021“ wird deshalb je ein Song der Finalisten in Toblach aufgenommen und für ein Online-Voting auf Youtube gestellt. Die folgenden sechs Finalisten wurden unter allen Bewerbern aus dem Gebiet der Europaregion ausgewählt: • Gota Music (Gadertal) • Evi Mair (Pustertal) • ZeitLous (Vinschgau) • Flouraschworz (Vinschgau) • Chiara Veronese (Bozen) • Christian Lunger (Nordtirol)
Das Voting auf Youtube findet von heute (11.02.2021) bis zum 14.02.2021 statt und erfolgt ganz einfach durch einen „Gefällt-mirKlick“. Die Gewinner werden bereits am Montag, den 15.02.2021 verkündet. Den Liedermacherinnen und Liedermachern winken großartigen Preise. Diese reichen von einem Tag im Aufnahmestudio, bis zu einem Dreh eines professionellen Musik-Videos und ein Band-Foto// rewe shooting als dritten Preis. PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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BILDUNG & SCHULE
MIT TELSCHULE INNICHEN
Praktische Berufe vorgestellt Kürzlich fand an der Mittelschule Innichen ein Onlinevortrag der Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ), des Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) und der Junghandwerker im lvh statt. Vertreterinnen und Vertreter der drei Organisationen stellten dabei die praktischen Berufe sowie die Ausbildungswege der jeweiligen Sektoren vor. Um die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu informieren, hat sich die Mittelschule Innichen für den Onlinevortrag der Berufsinformationskampagne entschieden. Die Schüler bekamen in Form einer Videokonferenz einen Einblick in die vielfältigen Berufe der Bereiche Küche, Service, Rezeption und Hotelmanagement. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Jugendlichen in diesem besonders herausfordernden Jahr zu unterstützen. Die Online-Berufskampagne bietet uns die Möglichkeit, mit den Schülern in Kontakt zu treten, ihnen die Ausbildungsmöglichkeiten und die verschiedenen Berufe vorzustellen “, erläutert HGJ-Obmann Hannes Gamper.
Lvh-Mitarbeiterin Elisabeth Mahlknecht und Vertreterin der Junghandwerker informierte anschließend über die Internetplattform über die praktischen Berufe im Handwerk. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Überblick über die vielseitigen Berufe im Handwerk und deren Ausbildungswege. Auch erhielten die Jugendlichen Infos über mögliche Karrierechancen, die das duale Ausbildungssystem bietet. „Jetzt ist es wichtiger denn je, die Jugendlichen zu erreichen und ihnen Tipps und Infos zu den Handwerksberufen zu geben“, ist Alexander Dallio, Vorsitzender der Junghandwerker im lvh, überzeugt.
UNI MEETS SCHOOL
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Elisabeth Nardin, Verantwortliche im hds für die Berufsbildung, hat die verschiedenen Berufsgruppen im Bereich Handel und Dienstleistungen vorgestellt, unter anderem die Berufe des Verkäufers, des Mediengestalters und Webdesigners, des Systemadministrators, des Optikers und des Einrichtungsberaters. Ein weiterer Schwerpunkt war die Nahversorgung in Südtirol, die Lebensqualität, Arbeitsplätze und lebendige Orte schafft und garantiert. // nic
Zur Bedeutung der Herkunft bei der Lebensmittelwahl und Ernährung“, da die Jugendlichen nicht erst seit „Fridays for Future“ eine große Sensibilität gegenüber Themen
lesungsreihe von Logistikprofessor Dominik Matt dar, die er gemeinsam mit Erwin Rauch zum Thema „Trends und Anwendungen der KI in Industrieunternehmen“ konzipiert hatte, und an der mehr als 80 Schülerinnen und Schüler von sieben verschiedenen Oberschulen teilnahmen. Sie konnten am Ende zudem eine Prüfung ablegen, für die ihnen bei Beste-
der Nachhaltigkeit und Regionalität zeigen.“ Dass die Vorlesungen im Wintersemester nur online gebucht werden konnten, tat der Beliebtheit keinen Abbruch. Eine Besonderheit stellt auch die Online-Vor-
hen zwei Kreditpunkte für ein späteres Studium an der Universität Bozen gutgeschrieben werden. 50 nahmen die Abschlussprüfung in Angriff und bis auf eine Person schafften es // rewe auch alle. Glückwunsch!
VIRTUELLE EINBLICKE Um eine konkrete Vorstellung von einem Universitätsstudium zu erhalten, ist die Teilnahme an einer Vorlesung manchmal aussagekräftiger als viele Eckdaten. Daher bietet die Universität Bozen seit Jahren Schnuppervorlesungen zu diversen Themenbereichen an, die Schulen buchen können. Mit der Vorlesung „Trends und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in Industrieunternehmen“ fand am 25. Januar 2021 die Abschlussfeier für eine Vorlesungsreihe statt, die sogar den Erwerb von ECTS-Kreditpunkten ermöglichte. Jedes Jahr im September versendet die Studienberatung an Südtiroler Oberschulen eine Broschüre mit generellen Orientierungsangeboten und Vorlesungen aller fünf an der Uni angesiedelten Fakultäten (Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Bildungswissenschaften, Design und Künste, Naturwissenschaften und Technik). „Insbesondere die thematischen Vorlesungen unserer Lehrenden finden großen Andrang“, berichtet der Leiter der Studienberatung, Mario Burg. Sehr beliebt ist beispielsweise die Vorlesung des Agrarökonomieprofessors Christian Fischer „Lokal? Regional? Global? Ganz egal?
Im Rahmen der Berufsinformationskampagne wurde über die Berufe im Hotel- und Gastgewerbe sowie im Handwerk informiert. HGj
MIT TELSCHULE AM HERZ JESU INSTITUT IN MÜHLBACH
Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen der Mittelschule „Herz Jesu Institut“ in Mühlbach haben sich in den letzten drei Jahren mit dem Thema „Weltoffenheit“ auseinandergesetzt. Nun wurden einige von ihnen in Zusammenarbeit mit der OEW, der Straßenzeitung ZEBRA, der UNESCO und der University of Glasgow für ihre weltoffene Haltung prämiert.
BILDUNG & SCHULE
Die Sache mit der Weltoffenheit
Die Prämierung der Schülerinnen und Schüler an der Mittelschule in Mühlbach.
I
m Laufe ihrer Mittelschuljahre haben sich die Schülerinnen und Schüler der diesjährigen dritten Klassen am Herz Jesu Institut in Mühlbach immer wieder mit dem Thema Weltoffenheit auseinandergesetzt. Die Themen reichten von eigener Identitätsfindung über Begegnung mit Vielfalt bis zur Auseinandersetzung mit Kulturen aus aller Welt. Aktuelle Bezüge stellten die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Weltproblematiken wie Rassismus (Black lives matter), Klimawandel und Umweltschutz (Global Goals) her. Sie riefen verschiedene Aktionen ins Leben und organisierten z.B. Vegane Wochen für die Schulmensa oder einen Benefizlauf mit Spendenaktion. Im Zuge eines interkulturellen Projekts mit 15 unterschiedlichen Ländern und Kulturen, traten die Schüler*innen in Austausch mit einigen Verkäufer*innen der Straßenzeitung ZEBRA, die von ihrer Kultur und Lebensweise in ihrem Heimatland und ihren Erfahrungen in Südtirol erzählten. Im Gespräch haben die Schüler*innen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Kulturen festgestellt. So wird, der in Südtirol beliebte Ringkampfsport, das „Ranggeln“ auch in Senegal und Nigeria gepflegt. Die Mehrsprachigkeit gehört so wie in Südtirol, auch in all den Ländern, mit denen die Schüler*innen sich befasst haben, zum Alltag. Das Projekt bot Einblicke in Sprachen wie Woloff, Ga, Amharisch, Thailändisch, Nepalesisch und Indonesisch und hat damit die Aufmerksamkeit von Frau Professor Alison Phipps der University of Glasgow, die auch Vorsitzende der „UNESCO Chair in Refugee Integration through Languages and the Arts“ ist, auf sich gezogen. Sie setzt sich für die Integration von Flüchtlingen durch Sprachen und Kunst ein. In einem Brief richtete sie lobende Worte an die Schüler*innen und unterstrich die Wichtigkeit des respektvollen und offenen Umganges miteinander.
in die Welt zu blicken. Um den Schüler*innen auch weiterhin die Möglichkeit zu bieten, durch ihre Einstellungen und Gedanken einen Beitrag zu leisten, wird eine Zusammenarbeit mit der Straßenzeitung ZEBRA ins Leben gerufen: Schüler-Feedbacks, Berichte, Interviews, Grafiken oder Gedichte werden darin Platz finden. Die Überraschung und Freude der Schüler*innen über die Auszeichnung konnten aus ihren Feedbacks entnommen werden: „Ich habe mich sehr gefreut, diese Urkunde bekommen zu haben und sie bedeutet mir sehr viel. In den letzten Jahren habe ich vieles gelernt und mich weiterentwickelt. Ich habe gelernt, keine Vorurteile zu haben und alles genauer zu hinterfragen. Mein Denken und Handeln haben sich verändert und ich sehe die Welt mit anderen Augen.“ Für die bereichernde Zusammenarbeit und den anregenden Austausch möchte sich das Herz Jesu Institut bei allen Beteiligten herzlich bedanken. // et
Moch an Bremsa! Kimm in insra Mensa! Fa Monta bis Freita zwischn holba 12 und holba 3 gibs ba ins voschiedna Orbata-Menüs Gruaßo Parkplotz!
GELEBTE ZUSAMMENARBEIT
In Zusammenarbeit mit OEW, ZEBRA, UNESCO und University of Glasgow wurden nun besonders weltoffene Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer offiziellen Feier prämiert. Stellvertretend für die genannten weltweiten Organisationen übergab Frau Dr. Patrizia Insam, Streetworkerin und Sozialarbeiterin der OEW, den Schüler*innen ihre Urkunden. Sie fand anerkennende Worte für die Haltung der Schüler*innen und deren Bereitschaft, mit Neugierde und Offenheit
Mir sein erreichbor unto T. +39 0472-694027 • info@hotel-sonneck.it PZ 3 | 11. F E B R UA R 2021
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BILDUNG & SCHULE
INTERNATIONALER VORLESETAG
Herbert und die intakte Leitung Der Internationale Vorlesetag wird in Normalzeiten im November begangen. 2020 stand er unter dem Motto „Europa“. Wer könnte zu diesem Thema besser passen, als ein waschechter Europaparlamentarier? Die Stadtbibliothek Bruneck hat sich für diesen Termin Herbert Dorfmann, seit 2009 im Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg, eingeladen. Nachdem ein Treffen im November aus den wohl bekannten Gründen nicht möglich war, wurde die Veranstaltung ein paar Mal nach hinten verschoben, bis sich alle Beteiligten dazu entschieden haben, sich über Zoom miteinander zu verbinden.
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weimal zwei Klassen der ten Abgeordneten noch immer Mittelschule Ursulinen aufregend sei, eine Rede im Parlament zu halten. Herbert Dorfmit ihren Lehrpersonen mann verglich dieses Lampentrafen sich auf europäischer Ebene. Bibliothekarin Michaefieber mit der Aufregung, die la Grüner in Olang, die SchulSchüler*innen verspüren, wenn klassen in Bruneck und Herbert sie vor versammelter Klasse etwas präsentieren sollen. „Ein Dorfmann in Brüssel: „Ich fahre normalerweise jedes Wochenbisschen Anspannung ist gut. ende nach Hause ins Eisacktal, Reine Routine macht einen webin jetzt aber bereits die dritte niger glaubwürdig.“ Woche in Folge in Brüssel, weil Reisen in Corona-Zeiten einfach DIE AKTUELLEN THEMEN schwierig ist.“ Abschließend äußerte er sich Zum Einstig las der Abgeordnoch über die Präsidentenwahl nete – es war ja Vorlesetag – in Amerika und stellte Joe Biden drei Texte aus dem E-Book „Du, ein gutes Zeugnis aus: Schon am ich – wir sind Europa“, herersten Tag seiner Amtszeit leiteausgegeben vom Auswärtigen te dieser die Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen in die WeAmt. Das Buch kann kosten- EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann las zu aktuellen Themen vor. los heruntergeladen werden ge. Das sei ein starkes und gutes https://www.auswaertiges-amt.de/blob/231 office. Sein Tag besteht aus vielen Videokon- Zeichen in Richtung Europa. Kurz erzählte er 7124/2a54235f63548298a7b9db4f632bc57a/ ferenzen. Das europäische Parlament arbei- noch über die Schwierigkeiten der EU, ihre ebook-du-ich-wir-sind-europa-data.pdf. tet normalerweise eine Woche pro Monat in Glaubwürdigkeit und Sinnhaftigkeit zu beDanach beantwortete er geduldig und of- Straßburg, seit März 2020 aber ausschließ- wahren, wenn einzelne Staaten die Grundfen die Fragen der Schulgemeinschaft. Er er- lich in Brüssel. Im Parlament herrschen sätze dieses Bündnisses nicht einhalten. Es zählte von seinem aktuellen Projekt „From strenge Corona-Auflagen wie Maskenpflicht, sei nicht immer leicht, 27 total unterschiedfarm to fork“, in dem es darum geht, regio- 2-Meter-Abstand und Wege, die man nur in liche Länder auf dem Kurs zu halten, aber nale Kreisläufe zu fördern und Essen nicht die vorgezeichnete Richtung benutzen darf. durchaus eine spannende Arbeit. Mit einem durch die halbe Welt zu karren, sondern vor Bei 700 Europaparlamentariern und 5000 Applaus verabschiedeten die Schulklassen Ort zu verarbeiten und zu verkaufen. Außer- Beschäftigten ist die Einhaltung dieser Re- den Europaparlamentarier in seinen Arbeitsdem soll der Verschwendung von Lebens- geln eine ganz schöne Herausforderung. tag. Auch wenn es noch besser gewesen wämitteln entgegengewirkt werden. Momen- Auf die Frage, was Herbert Dorfmann in re, sich im „richtigen“ Leben zu sehen, war tan sei seine Arbeit durch die Corona-Krise seiner Freizeit mache, antwortete er: „Ich die Begegnung mit Herbert Dorfmann ein ingeprägt, aber auch die „normale Tätigkeit“ habe nicht sehr viel Freizeit, und momen- teressantes Erlebnis für alle. „Es war ein gutan kann man hier in Brüssel nicht viel ma- tes Treffen, wir haben sehr viel über Europa komme nicht zu kurz. chen. Das Land befindet sich in einem har- und die Arbeit im Europäischen Parlament EUROPÄISCHE EINBLICKE ten Lockdown. Bars, Restaurants, Geschäfte erfahren“, brachte es Erna Holzer, DirektoHerbert Dorfmann arbeitet zwischen sei- und kulturelle Einrichtungen sind geschlos- rin der Ursulinen, auf den Punkt. // Michaela Grüner ner Wohnung und seinem Büro im EU-Par- sen. Was ich fast jeden Tag mache, ist ei- lament in Brüssel und ist – wie seine drei ne Joggingrunde im Park.“ Eine Schülerin Mitarbeiter – fast ausschließlich im Home- wollte wissen, ob es für ihn als routinier-
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KURIOSE REDENSARTEN
Es gibt Menschen, die es einfach nicht aushalten, Geld zu haben. Immer müssen sie es schnell wieder los werden, ob für Feiern mit Freunden, ein großes Auto, eine vornehmere Wohnung, Urlaubsreisen, die sie sich eigentlich nicht leisten können, oder einfach für den allabendlichen Kneipenbesuch. So viel Geld sie auch immer verdienen, es bleibt nie etwas übrig. Es ist, als würde das Geld wegrinnen wie Wasser, als hätten alle Taschen und Brieftaschen Löcher und die Bancomat- oder Kreditkarte einen geheimen Mitkassierer. Im Italienischen sagt man, diese Leute hätten „mani bucate“, Hände mit Loch. Wer Löcher in den Taschen oder Händen hat, tut gut jedenfalls gut daran, die Verwaltung seiner Finanzen einem besseren Buchhalter zu überlassen. // mb
Leseglück - Lebensglück? Wer sich von Anfang an mit Kleinkindern spielerisch mit Büchern beschäftigt, weckt Interesse am Lesen, eine notwendige Kulturtechnik für das gesamte Leben und Lernen. Der gut begleitete Weg in die Welt der Bücher und Geschichten schafft die Basis für späteres eigenständiges Lesen und Lernen. Um vielen Kindern diese Möglichkeit geben zu können, engagieren sich auch ehrenamtliche VorlesepatInnen. Sie geben durch Vorlesen und Erzählen ihre eigene Begeisterung weiter und haben damit Vorbildcharakter. Kinder brauchen Geschichten - analog
,,DAS IST EIN STEILER ZAHN!“ ... ... sagt mancher Mann, wenn er einer besonders hübschen, selbstbewussten Frau begegnet. Das eigenartige Kompliment gehörte in den fünfziger Jahren zum Alltag und wird heute noch verwendet. Eigentlich ist es Jugendsprache, schnoddrig und salopp, ein vornehmer Herr benutzt es eher nicht. Warum das Bild des Zahns auf eine schicke Frau übertragen wird, ist gar nicht leicht nachvollziehbar, was hat ein Zahn schon mit Schönheit zu tun? In anderen Wendungen steht er für Geschwindigkeit (,,einen Zahn zulegen“), auch dort wirkt er wunderlich. In den Fünfzigern funktionierte man die Formulierung jedenfalls zum anzüglichen Kompliment um. Ein steiler Zahn ist eben auffälliger als ein normaler, das gilt ebenso für eine außergewöhnliche oder auffallend schöne Frau. // mb
oder digital. Wie Kinder von Geschichten lernen, wie sie durch Geschichten neue Möglichkeiten für sich erkennen, ist beeindruckend. Wenn Eltern ihren Kindern zugewandt sind - in den Situationen, in denen Kinder spannende Geschichten erleben - und sich gemeinsam mit ihnen mit dem Medium beschäftigen, ist das ein Gemeinschaftserlebnis, das Kindern besonders gut tut. Wenn Medien hingegen nur als Babysitter eingesetzt werden, ist zu unterscheiden: digitale Medien funktionieren dafür besser als Bücher. Wie es die Entwicklung der Kinder beeinflusst, ist eine ganz andere Frage. Dass das Vorlesen von zentraler Bedeutung für die kognitive Entwicklung der Heranwachsenden ist, ist bestä-
BILDUNG & SCHULE
LÖCHER IN DEN TASCHEN BZW. HÄNDEN HABEN
tigt. Aber es ist nicht selbstverständlich, dass Kindern und Jugendlichen regelmäßig vorgelesen wird - das belegen Vorlesestudien und das wissen wir selbst. Alle Eltern und PädagogInnen wünschen ihren Kindern ein glückliches und erfolgreiches Leben. Dabei ist uns oft nicht bewusst, dass dieses Lebensglück gute Sprach-, Lese-, Schreib- und Kommunikations-Fertigkeiten - auch mit digitalen Medien - voraussetzt. Bildungsausschuss Sexten und St. Johann Lern- und Lese-Spaß von Anfang an! Online Vortrag am Mittwoch, 24.02.21 um 18.00 Uhr mit Tom Weninger, Literacy-Coach (A) Anmeldung: Bildungsweg Pustertal, 0474 530 093, info@biwep.it zoom link: https://zoom.us/j/95232203514
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LESERFOTOS
Neves Stausee Lappach
Christian Rieder aus St.Johann
Die Sonne versinkt am Aufhofner Kofel Anna Unterweger aus Bruneck
Federasee mit rifugio Palmieri in herbstlicher Stimmung
Petra Holzer aus Gais
Ernst Schwingshackl aus Gsies
Marlene Alfreider aus Corvara
Sonnenuntergang und Mond 40
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Stefan Schwemberger
Waldnersee- November 2020 Evi GrieĂ&#x;mair
Herbst auf der Platter Alm
Veronika Hopfgartner
LESERFOTOS
Sonnenaufgang Monte Piano Verena Kraler aus Vierschach
Helmuth Neumair aus Stegen
Abendrot über dem Gadertal Judith Faller aus Ellen
Kristallzauber der Natur Margit Holzer aus St.Sigmund
Mein schönstes
Leserfoto
Anton Willeit
Liebe Leserinnen und Leser,
Zusendungen an:
schickt uns Eure schönsten, lustigsten, überraschendsten und/oder atemberaubendsten Bilder – wir zeigen sie dem Pustertal!
E-Mail: info@pz-media.it oder PZ, Oberragen 18, 39031 Bruneck Wichtig: Bitte geben Sie Ihren Namen, ihren Wohnort und das Kennwort „Leserfoto“ an!
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SPORT & FREIZEIT
HC PUSTERTAL SCHEIDET IM ITALIENPOKAL WIEDER AUS
Es will (noch) einfach nicht klappen Dank eines knappen 3:2-Auswärtssieges beim HC Pustertal im dritten Spiel der IHLHalbfinalserie der Serie A haben die Rittner Baum das Finalticket gelöst. Matchwinner Markus Spinell sorgte viereinhalb Minuten vor Schluss für den Siegtreffer. Die Wölfe schossen zwar wie die Weltmeister (knapp 50 Torschüsse), aber den Siegtreffer erzielten vor leeren Publikumsrängen die Gäste vom Ritten. Diese treffen im Endspiel nun auf Asiago. Für die Wölfe war diese Niederlage weder verdient noch zu erwarten. Umso bitterer war die Klatsche.
N
ach den beiden Heimsiegen in Spiel 1 und 2 der Halbfinalserie kam es unlängst im Rienzstadion zum Showdown um den Einzug in das Serie-AFinale. Beide Teams gingen hochkonzentriert zur Sache. Den besseren Beginn schafften aber die Rittner, die im verwaisten Rienzstadion bereits nach 83 Sekunden in Führung gingen. In der Folge brannten die Wölfe ein erstes OffensivFeuerwerk mit 18 zu 7 Torschüssen ab. Doch sie konnten die zahlreichen Möglichkeiten – darunter auch einen Penalty – nicht nutzen. Am Ende reichte es dann doch zum erlösenden 1:1. Mit diesem Resultat gingen die Teams auch in die Drittelpause. Zu Beginn des Mitteldrittels agierten die beiden Kontrahenten auf Augenhöhe. Eine Überzahlsituation zu Gunsten der Rittner Buam brachte nichts ein. Dann schalteten beide Teams wieder einen Gang höher. Wie aus dem Nichts kam dann der Treffer für die Rittner und die Wölfe zeigten zwar viel Kämpferherz und waren das überlegenere Team, aber die Schwarz-Gelben vergaben zu viele hochkarätige Chancen.
Der 2.3-Endstand wirkte wie ein herber Schlag in die Magengrube. Das schmerzte einmal mehr.
TOLLER KAMPF, DER AM ENDE DANN DOCH NICHT BELOHNT WURDE
Selbst im Schlussdrittel waren die Wölfe das klar dominantere Team und kamen in der 44. Minute neuerlich zum Ausgleich. Doch der alles entscheidende Treffer wollte einfach fallen. Die Wölfe erarbeiteten sich Chance um Chance – aber ohne Erfolg. Die Ritter lauerten hingegen auf Konter-Situationen, die sich abgeklärt und eiskalt ausnützten. Die Partie lag lange Zeit auf des Messers Schneide, aber den Rittnern war viereinhalb Minuten vor Schluss das Glück einfach hold. Anschließend war der HCP noch einmal alles nach vorne, aber das Ergebnis änderte sich 42
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nicht mehr. Die Rittner feierten zur Unzeit ihren ersten Auswärtssieg im siebten SaisonDuell zwischen den Wölfen und den Rittner Buam. Damit mussten die Pustertaler Cracks dann auch ihren Traum vom Einzug in das Endspiel für heuer begraben und auch der erste Italienmeistertitel muss noch warten. Die Rittner kämpfen nun gegen Asiago um den 87. Italienmeistertitel. Für den HCP geht es hingegen in der Alps Hockey League (AHL) weiter, wo es gilt, die gute Platzierung zu verteidigen. Wichtig ist ein Verbleib unter die ersten vier Teams, die direkt für das Playoff qualifiziert sind und nicht in die PrePlayoffs müssen. // rewe
HALLENMEETING FÜR DIE LEICHTATHLETEN
JANNIK SINNER
Jannik Sinner aus Sexten steht aktuell auf Rang 36 der Weltrangliste und hat im Vorjahr eine überaus erfolgreiche Saison hingelegt. Anfang November 2020 holte er in Sofia seinen ersten ATP-Titel und krönte damit ein tolles Jahr. Und er will genauso weitermachen. Sinner hat mit einem klaren Sieg in der zweiten und dritten Runde des ATP-250-Turniers von Melbourne (Australien) gegen die beiden Gegner gewonnen. In beiden Fällen fegte er sie in überaus beeindruckender Manier vom Feld. Das Turnier geht für ihn also weiter.
Jannik Sinner aus Sexten beim Auftaktmatch in Adelaide.
Sinner hat damit die fast drei Monate währende Winterpause bereits absolviert und wieder die Tennisschläger ausgepackt. Mal schauen wie es nun weitergeht – von uns jedenfalls das Allerbeste! // rewe
Ganz im Zeichnen der bevorstehenden Turniere standen die verschiedenen Hallenmeetings, welche die Le i c h t a t h l e t i n n e n und Leichtathleten jüngst absolvierten. So waren in Padua gleich mehrere Pustertaler Athleten am Start. Die Brunecker Sprinterin Ira Harrasser lief die 60 Meter in 7.90 Sekunden. Ihr Teamkollege Jonathan Augschöll stoppte die Zeitmessung im Herren-Bewerb hingegen bei 7.51 Sekunden. Teamkollege Luca Boesso kam über 60 Meter Hürden in 8.75 Sekunden ins Ziel. Die 800-Meter-Läuferin Katharina Unterberger (ebefnalls vom SSV Bruneck wie die anderen) kam mit einer Zeit von 2:30.56 Minuten ins Ziel. Mit diesen guten Resultaten sind die Weichen für die bevorstehende Rennsaison schon einmal gestellt – allen derzeitigen Widrigkei// rewe ten zum Trotz. Nur weiter so!
SPORT & FREIZEIT
SO KANN ES WEITERGEHEN DIE FORMKURVE STIMMT
MODERNE ZAHNMEDIZIN Kieferorthopädie: Diagnose Dieser Patient hatte folgende Diagnose: • Kl II/2 Verzahnung mit Unterkieferrücklage • Tiefbiss • Engstand im Ober- und Unterkiefer • Steilstand der Ober- und Unterkieferfrontzähne
Abb. 1: Vor der Behandlung, frontal
Abb. 2: Nach der Behandlung, frontal
Abb. 3: Vor der Behandlung, rechts
Die Behandlung erfolgte mit einer festsitzenden Apparatur in einer insgesamten BehandAbb. 4: Nach der Behandlung, lungszeit von 14 Monaten. Alle rechts Fehlstellungen konnten in dieser Zeit erfolgreich behandelt werden.
Mit freundlichen Grüßen Dr. Josef Willeit und Dr. Paul Willeit
Dr. Josef Willeit
Facharzt für Zahn-, Mund- & Kieferheilkunde Facharzt für Kieferorthopädie
Dr. Paul Willeit
Zahnarzt, Facharzt für Kieferorthopädie
Abb. 5: Vor der Behandlung, links
Abb. 6: Nach der Behandlung, links
Adresse: Romstraße 3, Bruneck • Tel. 0474 555 409 info@willeit.it • www.willeit.it
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SPORT & FREIZEIT
Zahlreiche Athleten werden trotz Corona in das Gsiesertal kommen. Die Veranstalter hoffen, dass sie trotz Corona genussvolle Tage verbringen können. rewe
GSIESERTAL-LAUF
Der Lauf findet statt Die 38. Auflage des Gsiesertal-Laufes wird programmgemäß stattfinden. Das hat das HauptOK beschlossen. Am 20. Februar 2021 finden die 30/42 km Classic statt, am Samstag Nachmittag der 28. Mini-Gsieser sowie am 21. Februar die 30/42 km Skating-Bewerbe. Zudem findet an beiden Tagen der „Just for Fun“ (Genussgruppe ohne Wertung) statt.
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ie derzeitige Situatischen den italienischen on stellt alle vor groRegionen genießt – ße Herausforderunauch im Fall einer „rogen. Insofern war klar, dass ten Zone“. Die Weichen in organisich das OK-Team des Gsiesertal-Laufes rund um OKsatorischer und sportliChef Walter Felderer mit der cher Hinsicht sind also Frage zu beschäftigen hatte, gestellt. Die Natur hat ob die Rennen überhaupt ausauch das Ihre dazu beigetragen werden können oder getragen, da der Winnicht. Vor kurzem wurde die ter heuer schlicht fandefinitive Entscheidung getastisch ist. Die Loipen troffen: Demnach soll die 38. sind ebenfalls traumAuflage planmäßig stattfinhaft. Bleibt zu hoffen, den. Natürlich muss die aktudass auch an den beielle Covid-19-Entwicklung geden Renntagen weitnau im Auge behalten werden. gehende Normalität Denn die Sicherheit aller Be- Das Haupt-OK des 38. Gsiesertal-Laufes mit Präsident Walter Felderer herrschen möge – zu (Bildmitte, hinten): Der Lauf findet statt. Vorne mit dabei Paula Mittermair (Vizeteiligten steht ganz klar im Bgm. von Welsberg-Taisten) und der Gsieser Bgm. Paul Schwingshackl. wünschen wär’s allen! Vordergrund. „Daher wurde in // rewe den vergangenen Monaten gemeinsam mit tirol, sondern auch auf nationaler Ebene. den Behörden ein strenges Covid-19-Proto- So ist der Gsiesertal-Lauf laut dem nationakoll erstellt, welches neben diversen Sicher- len Olympischen Komitee Italiens (CONI) als heitsaspekten während der Veranstaltung Veranstaltung von „nationalem Interesse“ auch Infos bezüglich der Gesundheits-Eigen- einzustufen, was der Veranstaltung eine EinSamstag, 20.02.2021 10,00 Uhr: erklärung, der Bewegungsfreiheit in Italien, tragung im Kalender des italienischen Win42/30km Classic sowie der Einreisebeschränkungen nach Ita- tersportverbandes FISI als auch in der interSamstag, 20.02.2021 15,30 Uhr: lien enthält“, wie Pressechef Alfons Steiner nationalen FIS beschert hat. Minigsieser (Veranstalter: 5-V-Loipe) In Zeiten wie diesen ist das natürlich ein Voraufzeigt. Sonntag, 21.02.2021 10,30Uhr (*): teil. Denn diese Eintragung macht es laut 42/30 km Skating WICHTIGER SPORTLICHER BEWERB den derzeit gültigen Corona-Bestimmun(*) vorbehaltlich Änderungen – wegen Die Wichtigkeit des Gsiesers steht jedenfalls gen möglich, dass jeder Teilnehmer am GsieDirektübertragung RAI // außer Frage. Nicht nur vor Ort und in Süd- sertal-Lauf auch absolute Reisefreiheit zwi-
DAS RENNPROGRAMM
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SONDERTHEMA
HOCHZEITST R E N DS SO GELINGT ES AUCH IN SCHWIERIGEN ZEITEN
Heiraten während der Corona-Pandemie Die Verlobungszeit ist von großer Vorfreude begleitet. Man tauscht sich aus, plant und bucht. Möglicherweise ist man bereits dabei, die Einladungskarten zu designen und plötzlich ist alles anders. Die Corona-Pandemie wurde zur globalen Krise und betrifft jeden Menschen. Besonders Paare, die bald heiraten wollen, wissen nicht weiter. Soll man die gesamte Hochzeit absagen und die Partylocation stornieren oder nur umbuchen? Eine Umbuchung ist ratsam, denn eine Stornierung könnte mit weiteren Kosten verbunden sein. Das ist unter anderem vom Grund des Widerrufs abhängig. Verbietet es die Regierung, wird eine Stornierung anders bewertet als bei einem Rücktritt aus Angst vor Ansteckung. Ähnlich verhält es sich mit der Buchung eines Hochzeitsplaners. Hier ist der Vertrag einzusehen und ein klärendes Gespräch mit dem Hochzeitsprofi zu führen.
Entscheidet man sich trotz Coronavirus für die Trauung, lässt sich durchaus eine schöne Zeremonie planen. Standesamtliche Trauungen sind weiterhin erlaubt. Wie viele Gäste anwesend sein dürfen, ist von den Reglementierungen des jeweiligen Provinz abhängig. Ein Fotoshooting im Anschluss ist durchaus umsetzbar. Besonders unter freiem Himmel ist es vergleichsweise unproblematisch. Auch kirchliche Trauungen sind weitestgehend möglich. Dennoch ist für ausreichend Abstand sowie einen Mund-Nasen-Schutz zu sorgen. Die Vermählung anschließend gebührend zu zelebrieren ist das größte Problem. Abhängig von politischen Entscheidungen können kleine Feiern stattfinden. Eine beschauliche Feier im Kreise der engsten Familie kann mit einem Corona-konformen Catering ebenfalls eine // unvergessliche Party der Liebe werden.
CAMPER-VERLEIH Jeden Tag einen neuen Urlaubsort entdecken, statt sich auf einen festzulegen: von Dorf zu Dorf pendeln, von Pass zu Pass, von Stadt zu Strand – und erst dort stehen bleiben, wo’s dir am besten gefällt! SO sieht dein mobiler Traumurlaub 2021 aus! Leih dir einen unserer Camper – und düs los!
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RÜHRENDE WORTE DER LIEBE
Moderne Ehegelübde Das klassische Ehegelübde bringt es auf den Punkt, klingt aber für viele Paare zu verstaubt. Moderne Paare planen eine moderne Hochzeit und dazu gehört ein individuelles Gelübde. Es sind Worte des Herzens, die tief empfundene Gefühle ausdrücken sollen. Die Familien und Freunde sind anwesend, wollen ebenfalls berührt werden und möglicherweise sogar ein Tränchen vergießen. Der Druck steigt, denn man will seinen Liebsten bewegen und sich öffnen. Damit nicht auf das klassische Eheversprechen zurückgegriffen werden muss, gibt es einen kleinen Leitfaden, der bei der Suche nach den „sprechenden Worten“ helfen kann. Zunächst sollte sich das baldige Ehepaar über das selbstständige Verfassen des Gelübdes einig sein. Abhängig vom Ort der Trauung (Kirche, Standesamt oder freie Trauung) ist auch das Einverständnis des Pfarrers, Standesbeamten oder freien Theologen einzuholen. Das verhindert Missverständnisse. Ist das einvernehmlich geklärt, ist genug Zeit wichtig. Am Abend vor der Hochzeit Stift und Papier zu zücken, zieht Hektik, Stress und Wortkargheit nach sich. Sitzt man vor dem leeren Blatt, sind Stichpunkte hilfreich. Was liebt man am Partner besonders? Wofür ist man dankbar? Wo liegen interessante Unterschiede des Paares? Bei dem Gelübde sollte niemand in Verlegenheit gebracht oder Schwächen preisgegeben werden - hierbei geht es allein um die Liebe. Bei der Formulierung sollte man sich kurz halten und einfache Sätze bilden. So lässt sich das Gelübde besser auswendig lernen, denn frei vorgetragen wirkt es grundsätzlich romantischer. Dennoch ist ein kleiner Spickzettel empfehlenswert, da man besonders in emotionalen Situationen kurz den Faden verlieren kann. Herzlichkeit und Authentizität werden die richtigen Worte (wieder)finden, schließlich wird // man um seiner selbst geliebt.
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Perfekte Brautkleid-Tipps
Die Trends für die Saison 2021 Wir stellen Dir unsere angesagtesten Kreationen vor, so findest Du sicher Dein absolutes Traumkleid, mit dem der schönste Tag Deines Lebens unvergesslich wird!
Gelebte Romantik: Stickereien können 2021 niemals zu viel sein
Florian Andergassen
Wer einen Blick auf aktuelle Meisterwerke wirft, begegnet zahlreichen romantischen Applikationen. Während einige der Modelle die Stickereien vor allem im Bereich der Corsage zeigen oder dezent Rücken und Schultern verzieren, überraschen andere Kleider mit dem Stickerei-Allover-Look. Damit machst Du unter Garantie jeder Märchen-Prinzessin Konkurrenz!
Der Trend 2021: Brautkleider im modernen Meerjungfrauen-Schnitt
An einem Trend kommen angehende Bräute in der neuen Saison nicht vorbei: Kleider im modernen Meerjungfrauen-Schnitt. Während sich das Kleid eng um den Oberkörper schmiegt, ist es etwa auf Höhe der Beine weiter geschnitten und umspielt diese auf wunderbare Weise. Dabei kannst du Modelle finden, die sowohl sehr zurückhaltend sind und eine klassische Eleganz aufweisen, die also vor allem von ihrer stilvollen Form leben, als auch raffiniert verspielte Kleider, wie Du es hier bei einem unserer wundervollen Brautkleider sehen kannst. Yana Korn Photography
Nicole Herb Photography
Der Sommer und der Herbst eignet sich hervorragend für eine Hochzeit am See, in den bunten Weingärten, im Park oder in den bunten, herbstlichen Bergen. Was würde da besser passen als ein Brautkleid mit einer coolen Hippie-Nuance? Klassische Kleider werden neu interpretiert und werden beispielsweise mit weiten Flatterärmeln ausgestattet oder werden mit vielen CutOuts am Oberteil versehen – die freche Variante einer Braut!
Tiefe Rücken und ganz viel Glamour
Ein großes Thema bei der aktuellen Kollektion sind eindeutig tiefe Rückenausschnitte und tiefe Dekolletés. An den richtigen Stellen gesetzt, sorgen diese für einen Blickfang und harmonieren wunderbar mit Verzierungen wie Schleifen. Und wer sich traut, greift zum Kleid mit feiner Transparenz. : Julia Lesina Debiasi Photography
Spätsommerliche, frische Ideen
Brautkleider 2021 Frühling & Sommer – die Trends im Überblick In der Sommersaison 2021 zeigen sich Brautkleider so vielseitig wie selten zuvor. Die Kleider in romantischer A-Linie bleiben ein zeitloser Klassiker und präsentieren sich in vielen Facetten – mal clean und sehr sophisticated, mal aber auch wunderbar pompös mit zahlreichen Spitzeneinsätzen und viel märchenhaftem Tüll. Dazu gesellen sich figurbetonte Modelle, die einen Hauch an Sexyness zeigen sowie Brautkleider, die mit ihrem lässigen Fit und raffinierten Details perfekt zu jeder Hochzeit im Hippie-Stil passen.
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Wichtig ist dabei nur eines: Dass Du Dich an Deinem großen Tag niemals verkleidet, sondern stets wohlfühlst und die Liebe feiern kannst. Alle im Text vorgestellten Kollektionen sowie zusätzliche Inspirationen und edle Accessoires zu den Kleidern findest Du übrigens auch hier:
Romantische Kleider mit Tattoo-Spitze
Viele Kleider sind mit Tattoo-Spitze ausgestattet. Darunter verstehen die Designer Spitzeneinsätze, die so nah am Körper anliegen, dass diese quasi wie aufgeklebt – oder eben tätowiert – wirken und auf diese Weise einen sehr raffinierten Effekt zeigen. So punkten einige Modelle mit Rückenansichten, die von ihrer detailreichen Spitze leben. Auch das Dekolleté wird mit floralen oder grafischen Einsätzen verziert und wird damit zum Blickfang, ohne zu viel nackte Haut zu zeigen. Beliebt sind zudem Verzierungen, die bis zum Hals reichen und diesen besonders schön in Szene setzen. Paola Coleoni Photography
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Der Ehering gilt als Zeichen ewiger Verbundenheit zweier Menschen. Aber kann dieses Schmuckstück tatsächlich für die Ewigkeit stehen, wenn es sich jederzeit abstreifen lässt? Diese Frage stellten sich scheinbar viele Paare und fanden eine Lösung: Das HochzeitTattoo. Dieses Symbol ehelicher Verbundenheit hält wirklich ewig am Körper. Genauer genommen unter der Haut. Einen größeren Liebesbeweis scheint es kaum zu geben. Hochzeit-Tattoos liegen inzwischen hoch im Kurs und erstrahlen in individuellen Designs und Motiven. Sehr beliebt ist das Motiv eines Diamanten auf dem Ringfinger der Braut und einem filigranen Querstreifen am Ringfinger des Bräutigams. So werden die Eheringe verbildlicht. Manche Paare entscheiden sich hingegen für das Hochzeitsdatum in römischen Zahlen an der Innenseite des Ringfingers. Eine begehrte Alternative sind die Initialen des Ehepartners sowie die Koordinaten der Trauung an der Außenseite der linken Hand. Symbole, welche die Partnerschaft verbildlichen, sind ebenfalls eine populäre Möglichkeit. Das können Tiere, Musiknoten oder Länderumrisse sein. Egal um welche Variante es sich handelt, es wird grundsätzlich die linke Hand gewählt. Wer die Idee eines Hochzeit-Tattoos zwar mag, sich jedoch keine Tinte unter die Haut stechen lassen möchte, ist mit Klebe- oder Henna-Tattoos gut beraten. Sie sorgen am Tag der Hochzeit oder bereits am Junggesellinnenabschied für // einen schmückenden aber temporären Blickfang.
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GRÜNES UND CO ist mehr als eine Gärtnerei. Als Sozialgenossenschaft unterstützt GRÜNES UND CO Mensch und Pflanze beim Wachsen. Durch professionell begleitete Arbeitsinklusionsprojekte fördern wir soziale Teilhabe und leisten dabei einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Außerdem bietet unser engagiertes und junges Team der Kundschaft ein vielseitiges und hochwertiges Produkt- und Dienstleistungssortiment rund um Blumen, Pflanzen und Garten. Bei GRÜNES UND CO finden Sie: - Zimmerpflanzen für jeden Geschmack und Standort, - Garten-, Balkon- und Grabpflanzen für jede Jahreszeit, - Schnittblumen und Sträuße für jeglichen Anlass wie z.B. Trauerkränze, Hochzeiten, Valentinstag, - Accessoires und Interieur z.B. Keramiktöpfe und Großgefäße sowie Textilien, Kissen, Gartenmöbel, - Dünger, Erde und Gartenzubehör. Wer bei uns kauft, trägt zu einem wichtigen sozialen Mehrwert bei!
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FÜR AMÜSANTE MOMENTE
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Beliebte Hochzeitsspiele Hochzeitsspiele sind traditionell und sorgen für Spaß – besonders bei der Hochzeitsgesellschaft, die anfeuert und mitfiebert. Einige Spiele weisen eine schöne Symbolik auf. Das Brautpaar muss beweisen, dass es zusammenpasst und auch in schwierigen Zeiten zueinander hält. Ein solches Spiel ist das „Baumstamm zersägen“. Hierfür wird ein mittelgroßer Baumstamm vorbereitet, der vom Brautpaar gemeinsam zersägt werden muss. Dieses beliebte Spiel steht für das gemeinsame Überwinden von Schwierigkeiten. Etwas romantischer ist das „Luftballons steigen lassen“. Hier wird die komplette Hochzeitsgesellschaft involviert. Jeder Gast erhält eine Postkarte, auf der er Wünsche für das Paar niederschreibt. Diese Karte wird anschließend an dem mit Helium gefüllten Ballon befestigt. Sobald jeder Gast bereit ist, steigen alle Ballons gleichzeitig empor. Nicht selten rührt dieses Bild das Brautpaar zu Tränen. Wer witzigeres planen will, kann den beliebten „Ehetauglichkeitstest“ absolvieren. Hier setzt sich das Brautpaar auf zwei Stühle, die mit dem Rücken zueinander stehen. Die Augen werden verbunden, Braut und Bräutigam nehmen zwei Gegenstände in die Hände (traditionell ein Nudelholz und eine Bierflasche) und müssen Fragen der Gäste beantworten. Beispielsweise: „Wer braucht länger im Bad?“ oder „Wer fährt besser Auto?“. Bei jeder übereinstimmenden Antwort klingelt Kleingeld in der Flitterwochen-Kasse. Hochzeitsspiele dieser Art lockern die Stimmung auf und machen auch den Gästen // Freude.
FILM VS. REALITÄT
Die „reale Traumhochzeit “ Sobald das kleine magische Wort „Ja!“ ausgesprochen wurde und die Verlobung damit besiegelt ist, beginnt bei vielen Frauen bereits die Planung ihrer Traumhochzeit. Es soll wie im Märchen sein. Hollywood zeigt in diversen Filmen wie eine solche Märchenhochzeit aussehen kann und wie sich das Brautpaar, insbesondere aber die Braut, auf eine solche vorbereitet. Romantikfilme zeigen oft eine Braut, die ihre Vorstellungen mit Hilfe eines Hochzeitsplaners realisiert, voller Vorfreude und innerer Entspannung dem Hochzeitstag entgegensieht und schlussendlich ihren Prinzen inmitten eines perfekten Ambiente
zum Ehemann nimmt. Sie ist in ein perfektes Kleid gehüllt, alle Gäste verstehen sich prima und das Wetter könnte schöner nicht sein. Ist das möglich, oder ist die Realität jenseits Hollywoods? Zunächst ist zu betonen, dass es die perfekte Hochzeit gibt. „Perfekt“ ist eine subjektive Bewertung. Letztendlich ist es die Hauptsache, dass das Brautpaar „ihren Tag“ genießt und voller Freude und Liebe auf diesen zurückblicken kann.
Wie gelingt das? Braut und Bräutigam sollten sich in der Planung weitestgehend einig sein. Der Ort der Trauung, die Partylocation, die Gästeliste, der Fotograf, die Band sowie Speisen und Getränke gehören dazu. Kleinigkeiten wie Blumenarrangements oder das Gästebuch sollten Kompromisse zulassen. Die Realität hält so manBraut- & Abendmode ches Malheur bereit. Folglich ist es eine Frage der inneren Einstelwww.atelierbirgit.it lung. Patzer beim ersten Tanz, ein Fleck auf dem Kleid oder eine zu weiche Cremé Brulee können auch Dinge sein, die das Fest authenI-39024 Mals · Glurnserstr. 26 · Handwerkerzone Braut-& &Abendmode Abendmode tisch werden lassen. Man sollte sich nicht auf Perfektion versteifen, BrautTel. +39 0473 527 547 · Mobil +39 333 740 81 57 www.atelierbirgit.it www.atelierbirgit.it denn sonst läuft man Gefahr, seine eigene Hochzeit nicht zu genießen. Die eigene Hochzeit ist einmalig – umso wichtiger ist es FreuI-39024Mals Mals· Glurnserstr. · Glurnserstr. · Handwerkerzone de, Spaß und Liebe überwiegen zu lassen. I-39024 2626 · Handwerkerzone // Tel.+39 +390473 0473527 527547 547 · Mobil +39 333 740 Tel. · Mobil +39 333 740 81 81 57 57
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5.) Altar 1.) Braut, Trauung, 1 Braut 2.) Trauzeugen, 26.) Altar 3.) Brautmutter, 7.) Rede, 8.) Schleier, 4.) Anzug, 4
Trauzeugen
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9.) Klause, 3 uß, Klause 10.) Stra 11.) Gemahl, 12.) Gottesdienst 6
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SAG ES MIT DER PZ ...
Die nächste Ausgabe erscheint am: 25.2.2021
ANNAHMESCHLUSS für Glückwünsche & Wortanzeigen: 16.2.2021 Manches hat sich in 85 Jahren verändert, das ist klar. Eines gilt jedoch nach wie vor, du bist und bleibst wunderbar.
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