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Hochzeitsrede und Gedichte zur Hochzeit

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Ansprache und Gedichte zur Hochzeit Liebes Brautpaar, liebe Hochzeitsgäste Das wird eine geniale Hochzeitsrede für Euch, fürs Publikum und für alle. Auch für die Zuschauer an den Geräten und im All, für die Zombies, Gruftis, Monster, Titanen und Aliens, für die Frechdachse (und -Dächsinnen) Europas, innerhalb und außerhalb unseres Planetariums. Willkommen im Club er Leidtragenden und aller sonstigen Eheleute, der Husbands und der partnerships in einem Wort: der Leidgeprüften und Leidgenossen! Ihr habt ja heute Euren Hausstand schon zweieinhalb Jahre vorher gegründet und habt schon eine Ahnung, wie es in der Ehe ist. Ihr habt dann Euren Ehepartner gleich zweimal geheiratet nämlich am 08. Juli 2017 und nochmal heute geheiratet. Besser kann man eine Verbindung nicht knüpfen (2 x = doppelt). Und Ihr habt eine gute Wahl getroffen in jeder Hinsicht – obwohl Ihr nur wenig Zeit gehabt für die Entscheidung. Darauf können wir Brauteltern und der Bräutigamsvater nur stolz sein! Was man für die Liebe tut, tut man auch für den Leib, man muss nur das i,e vertauschen! Was für für den Leib gut ist, ist auch für die Liebe gut! Was für die Liebe gut ist, ist beileibe gut.

Herzlichen Glückwusch! Und darauf wollen wir anstoßen – damit ich es nicht vergesse! Wir, Ingrid und ich – und sicher auch alle Anwesenden, wünschen Euch, dass Ihr eine glückliche und mit hoher Ausbeute/ Ernte gesegnete Ehe führen könnt, die all das Gute hervorbringt was Ehen so bringen – Eure Ehe soll mindestens so glücklich sein wie unsere war (Heinz Erhardt!) I: Wie unsere ist! Wir haben ja inzwischen nicht nur eine Schwiegertochter hinzugewonnen I: sondern auch einen Schwiegersohn! Jaja ich kenne doch meinen Text! Obwohl viele andere Singles bleiben oder einem anderen Lebensentwurf nachgehen wie Klosterbrüder/-schwestern, Pfarrer, Homosexuelle u. sofort und obwohl es Warnungen vor der Ehe gibt, wie hier z.B.

1. Wilhelm Busch Warnung vor der Ehe Sie hat nichts und Du desgleichen, dennoch wollt Ihr, wie ich sehe, zu dem Band der heil'gen Ehe Euch bereits die Hände reichen. Kinder, seid Ihr denn bei Sinnen? Überlegt Euch das Kapitel!


Ohne die gehör'gen Mittel soll man keinen Krieg beginnen

Zu Zeiten der Fürsten und Königshäuser hat man Heiratspolitik betrieben, oft meist nicht nur aus Liebe, sondern um den Herrschaftsbereich zu vergrößern. Obwohl sich die Partner oft nicht gekannt haben, ist es gut gegangen. Aber man heiratet heute auch nicht nur aus Liebe Warum heiratet man Der eine tuts um die Dukaten, der zweite um ein hübsch Gesicht, der dritte darf nicht länger warten, der vierte, weil Mama so spricht. Der fünfte will sich einmal setzen, der sechste ist nicht gern allein, der siebte hofft, sich zu ergötzen, der achte möcht auch einmal frein, beim neunten sind es Mitleidstriebe, doch ihr - ihr heiratet sicher nur aus Liebe. Die Hochzeit ist eine Liebesbezeugung besonderer Art von Liebesbezeugungen. Denn diese haben ja einmal angefangen – vor einiger Zeit. Wir haben da einiges mitbekommen, die ersten Blumensträuße, die in unser Haus gesegelt sind und die strahlenden Augen, die Johanna bei ihrem Anblick gemacht hat. Allerdings sind die auch mit manch schön alten rostigen Autos geliefert worden Aber sie hat auch strahlende Augen gemacht, als sie nach dem ersten Kennenlernen eine Nachricht auf ihrem Handy empfing, dass July sie wiedersehen möchte. Und wir haben noch sehr schöne Liebesbezeugungen von der Insel Mauritius mitbekommen, die sind schon einmalig schön! Und die Liebesbezeugungen werden ja nicht enden. Hochzeits-Spruch Viel Freude macht, wie männiglich bekannt, für Mann und Weib der heilige Ehestand (kirchlich). Und lieblich ist es für den Frommen, der die Genehmigung (zivilrechtlich) dazu bekommen, wenn er sodann, nach der üblichen Frist glücklicher Vater und Mutter ist. Wir wünschen unserem Brautpaar in diesem Sinne viel Erfolg, viele Freude machende Kinder und ein Häuschen mit Garten – in dem alle glücklich werden können – das ist durchaus realistisch!

Man ist ja bis zur Hochzeit viel unterwegs. Wenn ich bedenke, wo ich schon überall war:


Mit zwei Jahren in Kaisheim (das erste Mal in Schwaben), da mein Bruder in Monheim geboren wurde. Mit drei bis 5 Jahren war ich in Windsheim und habe fränkisch gelernt. Danach kam ich nach München, von dort war ich in Coburg, danach in Unterschleißheim und 1999 nach Kleinaitingen. Für unsere Johanna ging es von Unterschleißheim nach Kleinaitingen und zuletzt nach Schwabmünchen. In dem Lied Muss i denn zum Städtele hinaus heißt es in der dritten Strophe sinngemäß: Übers Jahr, wenn man Träubele schneidt (Weinlese), stell ich mich hier wiederum ein Und bin ich dann dein Schätzele noch, so soll die Hochzeit sein! Ihr habt ja mindestens sieben Jahre miteinander verbracht und seid viel gereist - und ihr konntet nun sagen: Du bist immer mein Schätzelein gewesen und jetzt soll die Hochzeit sein.

Man kann sich nur wundern, dass sich zwei Leute, die gegensätzliche Interessen haben, wie ihr, sich so gut verstehen: Er: trinkt kein Bier, schwimmt nicht, reitet nicht, tanzt nicht,raucht, geht nicht in Konzerte, sieht gerne Fußball Sie, unsere Tochter: raucht nicht, schwimmt, reitet, tanzt, geht gern in Konzerte Aber beide machen sie mit Sicherheit gerne: den Haushalt führen, Kochen, Schnitzel braten, in die Schwammerl gehen, Reisen Es gibt also doch, das ist beruhigend, eine Menge Anknüpfungspunkte – und das Wichtigste ist ja, sich gut zu verstehen, sich aufeinander verlassen zu können, und gemeinsame Ziele zu entwickeln und zu verwirklichen. Und wenn die Liebe etwas ermatten sollte, dann gibt es genügend Möglichkeiten, sie wieder zu beleben. Ich hätte da einen Tipp (von Bernd Stelter): Nach Vancouver fliegen und über eine schwindelerregend hohe Hängebrücke laufen. So eine gemeinsame Mutprobe auszuprobieren, gibt bestimmt den nötigen Kick (Adrenalinschub), um auch die Liebehormone wieder anzufachen. Und man muss nicht einmal nach Vancouver. Auch bei uns hat man erst vor kurzem eine solche Hängebrücke eingeweiht: Die 458 m lange Hängebrücke über das Rappbodetal. Und damit wir jetzt schon einen kleinen Kick bekommen, stoßen wir doch auf unser Brautpaar an! Vergleich: Hängebrücke – Talente – Tugenden (die Liebe ist an der Spitze der Tugenden) Es gibt ja noch einen Grund, warum die Anlaufzeit bis zur Ehe so lange gedauert hat. Das ist vor allem die Gewöhnung an die Sprache und die schwäbische Kultur. Das haben wir so vorher noch nicht gekannt: Ich habe eine einfache Erklärung dafür: Wir haben zuerst ein Großstadtleben geführt mit Hundenund Katzen, die uns gut verstanden und mussten uns Umstellen auf ein Leben mit Kühen, Schweinen, Hasen und Lamas, die uns nicht verstanden. Außerdem mussten wir, die wir nur das großstädtische Hochdeutsch konnten, das schwer verständliche bäuerliche Schwäbisch lernen. Beispiel: Da sagt der Hunger zum Durscht ich hab einen großen Durscht und der Durscht zum Hunger – da is mir wurscht.


Das war ein Umstieg wie von der modernen Neuzeit in das hohe Mittelalter. Das dauert natürlich. Und deshalb feiern wir heute noch in einem mittelalterlichen, rustikalen Bierzelt. In einem ländlichen Dorf geht es ganz anders zu als im großstädtischen Leben. Im Dorf ist der Dorfschullehrer am Sonntag Organist - ab Montag fährt er seinen Mist aufs Feld, morgens geht er in den Schweinestall und so weiter. Und was er auf der Hochzeit nicht alles frisst und nicht schafft, das steckt er ein. Und wird im Dorf ein Kind getauft, dann könnt ihr sehen, wie er sauft. I: Und was macht der Dorfpfarrer? Den Dorfpfarrer und den Dorfpastor haben wir doch heute schon erlebt! Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen – es waren immer richtige Entscheidungen, bei der Wahl des Partners und bei der Wahl des (Ortes) Lebensmittelpunktes. Denn wenn aber zu lange zuwartet, bis man zupackt, da kann folgendes passieren: Sie war ein Blümlein hübsch und fein, Hell aufgeblüht im Sonnenschein. Er war ein junger Schmetterling, Der selig an der Blume hing. Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm Und nascht und säuselt da herum. Oft kroch ein Käfer kribbelkrab Am hübschen Blümlein auf und ab. Ach Gott, wie das dem Schmetterling So schmerzlich durch die Seele ging. Doch was am meisten ihn entsetzt, Das Allerschlimmste kam zuletzt. Ein alter Esel fraß die ganze Von ihm so heiß geliebte Pflanze Das kann euch zum Glück niemand mehr nehmen und darauf trinken wir Einen!

2. Ludwig Thoma Nicht verwenden

Hochwürden Unser Pfarra is scho plagt, Und er schind't si, wia ma sagt. Hockt er net im Landtag drin Und im Reichstag in Berlin? Nix wia streit'n, nix wia raffa, Nix wia in d' Versammlung laffa, Nix als wia in d' Zeitung schreib'n,


Nix als wia grad' Galle speib'n. Und dahoam? Da geht 's erst recht! Der an Ruah? Da kennst 'n schlecht. Muaß er net in sechs Verein Oder mehra Fürstand sein? Burschen-, Männer-, Jungfernbund, Chrischtli Bauern, G'sellen und Beim Verein für gute Wahl'n, Preßverein und überall'n? Und er schnüffelt allssamm aus. Und er woaß von jed'n Haus, Ob ma eppa gar a schlechte, Ob ma eppa g'wiß de rechte Zeitung lest. Er agatiert, Dass ma schwarzi abanniert. Und na is aa dös da Fall: Is da Lehra liberal, Muaß er 'n hoamli übaschreib'n Und scho wieda Galle speib'n. Bei de Kass'n als Kassier Fangt er seine Bauern für, Und es kriagt de brave Chrischt Bloß a Geld und künschtling Mischt, Und er spiganiert und lust, Handelt und vokafft und schmust Fuattamittl, Dung und Straah, — Meß les'n? Meß les'n tuat er aa. Gewohnheit Als Kain den Abel umgebracht, Zum Himmel dampft das Blut. Es ward ein starker Lärm gemacht, Und Gott geriet in Wut. Die Engel wurden watschelnass, So haben sie geflennt. Und Gott hat Kain in grimmen Hass Ein Zeichen aufgebrennt. Dann jagte man den Frevler fort; Fluch folgte ihm und Hohn. Man sieht, der erste Brudermord Erregte Sensation. Doch man gewöhnt sich jetzt zuletzt Auch an ein solches Ding; Worüber man sich erst entsetzt, Schätzt später man gering. Man hat hernach im großen Stil Die Menschen umgebracht.

Ludwig Thoma, 1913


Ein Tausend um das andre fiel. Das wird noch heut' gemacht. Jedoch von oben hört man nichts, Und keine Stimme tönt, Die Stimme, die einst angesichts Des ersten Mords gedröhnt. Im Gegenteil, der Priester fleht Und bittet Gott um Sieg, Wenn es zum großen Morden geht. Und heilig heißt der Krieg.

Ludwig Thoma, 1904

Gleichgültigkeit Als ich gestern lag in meinem Bette, Klopfte es so gegen Mitternacht. Meine Meinung war, es sei Jeannette, Und natürlich hab' ich aufgemacht. Leise kam es jetzt hereingeschlichen, Setzte sich an meines Bettes Rand, Hat mir über meinen Kopf gestrichen Mit der ziemlich großen, dicken Hand. Doch ich merkte bald an ihren Formen: Dieses Weib ist ja Jeannette nicht, Deren Hüften nicht von so enormem Umfang sind und solchem Schwergewicht. Trotzdem schwieg ich. Denn ich überlegte: Nicht das Wer, das Wie kommt in Betracht, Außerdem, die Absicht, die sie hegte, War entschieden löblich ausgedacht. Was bedeutet dieserhalb ein Name? In der Liebe ist das einerlei. Man verlangt nur, daß es eine Dame Und von angenehmem Fleische sei.

Eröffnungshymne Was ist schwärzer als die Kohle? Als die Tinte? Als der Ruß? Schwärzer noch als Rab' und Dohle Und des Negers Vorderfuß? Sag mir doch, wer dieses kennt! – Bayerns neues Parlament.


Und wo sind die dicksten Köpfe? Dicke Köpfe gibt es viel, Denken wir nur an Geschöpfe Wie Rhinozeross' im Nil. Dick're hat – o Sakrament! – Bayerns neues Parlament. Wer ist frömmer als die Taube? Als die milchgefüllte Kuh? Als der Kapuzinerglaube Und das fromme Lamm dazu? Frömmer ist das Regiment In dem neuen Parlament. Und was ist das Allerdümmste? Schon noch dümmer als wie dumm? Sagt mir gleich das Allerschlimmste, Aber ratet nicht herum! Sag' mir endlich, wer es kennt! Himmelherrgottsakrament!!

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor

Der Münchner im Himmel Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann in München, besorgte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb. Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm eine Harfe und machte ihn mit der


himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags »frohlocken«, und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends »Hosianna singen«. – »Ja, wann kriagt ma nacha was z'trink'n?« fragte Alois. – »Sie werden Ihr Manna schon bekommen«, sagte Petrus. »Auweh!« dachte der neue Engel Aloisius, »dös werd schö fad!« In diesem Momente sah er einen roten Radler, und der alte Zorn erwachte in ihm. »Du Lausbua, du mistiga!« schrie er, »kemmt's ös do rauf aa?« Und er versetzte ihm einige Hiebe mit dem ärarischen Himmelsinstrument. Dann setzte er sich aber, wie es ihm befohlen war, auf eine Wolke und begann zu frohlocken: »Ha-lä-lä-lä-lu-u-hu-hiah!«... Ein ganz vergeistigter Heiliger schwebte an ihm vorüber. – »Sie! Herr Nachbar! Herr Nachbar!« schrie Aloisius, »hamm Sie vielleicht an Schmaizla bei Eahna?« Dieser lispelte nur »Hosianna!« und flog weiter. »Ja, was is denn dös für a Hanswurscht?« rief Aloisius. »Nacha hamm S' halt koan Schmaizla, Sie Engel, Sie boaniga! Sie ausg'schamta!« Dann fing er wieder sehr zornig zu singen an: »Ha-ha-lä-lä-lu-u-uh – – Himmi Herrgott – Erdäpfi – Saggerament – – lu – uuu – iah!« Er schrie so, daß der liebe Gott von seinem Mittagsschlafe erwachte und ganz erstaunt fragte: »Was ist denn da für ein Lümmel heroben?« Sogleich ließ er Petrus kommen und stellte ihn zur Rede. »Horchen Sie doch!« sagte er. Sie hörten wieder den Aloisius singen: »Ha – aaaaah – läh – – Himml – Himml Herrgott – Saggerament – uuuuuh – iah!« ... Petrus führte sogleich den Alois Hingerl vor den lieben Gott, und dieser sprach: »Aha! Ein Münchner! Nu natürlich! Ja, sagen Sie einmal, warum plärren denn Sie so unanständig?« Alois war aber recht ungnädig, und er war einmal im Schimpfen drin. »Ja, was glaab'n denn Sie?« sagte er. »Weil Sie der liabe Good san, müaßt i singa, wia 'r a Zeiserl, an ganz'n Tag, und z'trinka kriagat ma gar nix! A Manna, hat der ander g'sagt, kriag i! A Manna! Da balst ma net gehst mit dein Manna! Überhaupts sing i nimma!« »Petrus«, sagte der liebe Gott, »mit dem können wir da heroben nichts anfangen, für den habe ich eine andere Aufgabe. Er muß meine göttlichen Ratschlüsse der bayrischen Regierung überbringen; da kommt er jede Woche ein paarmal nach München.« Des war Aloisius sehr froh. Und er bekam auch gleich einen Ratschluß für den Kultusminister Wehner zu besorgen und flog ab.


Allein, nach seiner alten Gewohnheit ging er mit dem Brief zuerst ins Hofbräuhaus, wo er noch sitzt. Herr von Wehner wartet heute noch vergeblich auf die göttliche Eingebung.

BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS

Mensch lebt durch den Kopf. Sein Kopf reicht ihm nicht aus. Versuch es nur, von deinem Kopf Lebt höchstens eine Laus. Denn für dieses Leben Ist der Mensch nicht schlau genug. Niemals merkt er eben Diesen Lug und Trug. Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch’nen zweiten Plan Gehn tun sie beide nicht. Denn für dieses Leben Ist der Mensch nicht schlecht genug. Doch sein höhres Streben Ist ein schöner Zug. Ja, renn nur nach dem Glück Doch renne nicht zu sehr Denn alle rennen nach dem Glück Das Glück rennt hinterher. Denn für dieses Leben Ist der Mensch nicht anspruchslos genug. Drum ist all sein Streben Nur ein Selbstbetrug. Der Mensch ist gar nicht gut Drum hau ihn auf den Hut. Hast du ihm auf dem Hut gehaun Dann wird er vielleicht gut. Denn für dieses Leben Ist der Mensch nicht gut genug Darum haut ihm eben Ruhig auf den Hut!

Bert Brecht


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