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PRESTIGE Switzerland Volume 74

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THE

LUXURIOUS

WAY OF

LIFE


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ART & CULTURE

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erscheint vierteljährlich OWNER Schweizer Fachmedien GmbH Pfeffingerstrasse 19 CH-4153 Reinach Telefon +41 61 711 13 93 info@schweizerfachmedien.ch www.schweizerfachmedien.ch PUBLISHER FRANCESCO J. CIRINGIONE PUBLISHING DIRECTOR HASAN DURSUN HEAD OF PRESTIGE BORIS JAEGGI b.jaeggi@schweizerfachmedien.ch EDITOR IN CHIEF URS HUEBSCHER u.huebscher@schweizerfachmedien.ch HEAD OF SALES HAZIM JUNUZOVIC h.junuzovic@schweizerfachmedien.ch

IM PRES SUM

SALES VIRGINIE VINCENT v.vincent@schweizerfachmedien.ch FOTIOS KARAPETSAS f.karapetsas@schweizerfachmedien.ch HEAD OF PRODUCTION & ART DIRECTION MELANIE MORET m.moret@schweizerfachmedien.ch PRODUCT PUBLIC RELATION info@schweizerfachmedien.ch

EDITORS KONSTANTIN ARNOLD BETTINA BÄCK BERNHARD BAUHOFER NATHALIE BECKER CLAUDIA BOGGIO GISBERT L. BRUNNER LONE K. HALVORSEN THOMAS HAUER MARIO HETZEL BEAT KRENGER MARIANNE MALGIERI BETTINA SCHMID THOMAS SCHRÖCK BARBARA WAIBEL BARBARA WENK SWENJA WILLMS CORRECTOR MARIO HETZEL COVER Shutterstock PHOTOGRAPHS Image database, Tudor, Blancpain, Vacheron Constantin, Hublot, Gerald Charles, TAG Heuer, Titoni, Rado, Zenith, Cartier, Louis Vuitton, Mandana, Swarovski, Thomas Sabo, Tiffany, Isabelle FA, Dior, IWC, Meister Singer, OMEGA, Junghans, Richard Mille, Maurice Lacroix, Venezianico, Breguet, Chopard, Frederique Constant, Bremont, Louis Erard, Sylvie Fleury, Bvlgari, Porsche, Aston Martin, Bugatti, Bentley, Audi, BMW, Maserati, Rolls-Royce, Mercedes, Wikimedia, Strellson, Tumi, Gucci, Le Specs, SamsøeSamsøe, Floris Van Bommel, Blauer, Pirelli, Claudio Lavenia, ZFW, Sézane, Ysé, SLY10, Byredo, Liv Bergen, Veja, Bimba Y Lola, Longchamp, Caudalie, Lalique, Chanel, Sisley, Rivoli, Bethge, La Mer, Dolce & Gabbana, Dior Homme, Braun Kenzo Homme, Tom Ford, Rituals, Jean Paul Gaultier, Fornasetti, JAB Anstoetz, Molteni&C, Hunn, La Cornue, Sutherland, Flow Cube, Mocha Mousse, Groupe Pic, Jojo Korsh/BFA.com, Baur au Lac ADMIN, COORDINATION & SUBSCRIPTIONS SERPIL TÜRKMEN s.tuerkmen@schweizerfachmedien.ch PRICE  Issue CHF 10.–/€ 9.50 Year ­C HF 39.–/€ 35.– is a registered trademark. (IGE 596.147) ISSN Print: 1662-1255 ISSN E-Mag: 2813-1495 A PART OF FIRST CONSULENZA AG

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26 CUL

ART &

26 DIE ZEITLOSIGKEIT EINER IKONE Elvis Presley 30 EINE LANDSCHAFT ALS GEFÜHL Edvard Munch 33 SHORTCUT BOOKS Inspiration in Buchform 34 SPRING DIARY Die exklusivsten Frühlingsaktivitäten 36 FASZINATION POLAROID Helmut Newton in Berlin 41 EDITOR'S CHOICE Eine Reise durch die Kunst

© Larry Fink / courtesy Galerie Bene Taschen / MUUS Collection

TURE WATCHES &

41 42 TICKENDE NEUHEITEN Die Uhren-Highlights 2025

62JEWELLERY 14

56 DAS GOLD DES ORIENTS Mit Fatemeh Laleh im Gespräch 62 MEISTERLICHE UHRMACHEREI Breguet – zeitlose Präzision seit 1775 70 PIONIERGEIST AM HANDGELENK Wie Hamilton die Zeitmessung revolutionierte


A sanctuary FULL OF STORIES & experiences

“Mit mir erlebst du Augenblicke wie aus einem Traum. Kannst du es hören? Das Geflüster der griechischen Philosophen in diesem alten Wald. Die Geschichten von Leuten aus aller Welt erwachen hier, an diesem endlos langen Strand, zum Leben. Himmel und Meer vereinen sich vor dem Hintergrund des mystischsten aller Berge – dem Olymp. Und die ganze Ägäis entfaltet ihre Aromen vor dir. Nein, ich bin kein Traum. Ich bin Sani – eine Oase voller Geschichten und Erlebnisse.”

— Sani Resort.


PRESTIGE

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MOTI ON

80 DIE SCHMIEDE DER TRÄUME Mercedes-Benz setzt Massstäbe in Luxus 88 «WELCHE FÜLLE VON SCHÖNEN EINDRÜCKEN ...» Zeppelinfahrten in die Schweiz 92 DIE MACHT DER 12 Lotus und die Emira-Limited-Serie 96 TRANSFAGARASAN Rumäniens Traumstrasse 100 GADGETS Die heissesten Autogadgets der Saison

© Zeppelin Museum

100

72 PERFEKTION IN IHRER SCHÖNSTEN FORM White Turf, Luxus und Adrenalin mit Genesis

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FA SHI ON

102 STURM UND DRANG Loewe

111 WUSSTEN SIE SCHON ...? Der Schöpfer des Bikinis 114 SCHOTT Die Lederjacke, die Hollywood prägte 118 MATTHIEU BLAZY Der neue Kreativdirektor von Chanel

102 16

122 ZURICH FASHION WEEK 2026 Ein neues Zentrum für Mode am Zürichsee 126 FASHION NEWCOMER Robert Wun Couture 128 IRIS ZIMMERMANN Im Gespräch mit PRESTIGE


Sieht auS wie ein SuV Fährt wie ein LotuS Der VoLLeLektriSche hyper-SuV

LOTUSCARS.COM Lotus Eletre (S, R): Stromverbrauch kombiniert: 23,9-30,7 kWh/100km; je nach Modell (S oder R) und Ausstattung: Effizienzklasse C oder D; CO2-Emissionen: 0g/km. Der angegebene Strom- bzw. Kraftstoffverbrauch und die Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren (WLPT) ermittelt. Der individuelle Fahrstil, Zusatzausstattungen, Zubehör, Geschwindigkeit, Wetter- und Verkehrsbedingungen sowie Topografie haben Einfluss auf den tatsächlichen Strom- bzw. Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß und können diesen unter Umständen erhöhen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Str. 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de/co2 erhältlich ist. Abbildung zeigt Sonderausstattung. Weitere Informationen finden Sie unter www.lotuscars.com.


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BEAUTY 130 & WELLBEING

130 ZWISCHEN ERBE UND FORTSCHRITT Mila d’Opiz

140 DIE KUNST DER HOLISTISCHEN GESTALTUNG Miriam Frowein Interiors 151 KOLUMNE Maura Wasescha

140

152 LUXUS TRIFFT AUF NATUR Vita Bad AG 154 VON DER TITANIC IN DIE WELT DER LUXUSHOTELS Vispring

LIV ING

164 FRÜHER ROBINSON-INSELN, HEUTE LUXUS-REISEZIEL Malediven früher und heute 174 HISTORISCHER ZUFLUCHTSORT AM SEE Rosewood Schloss Fuschl © The Stanley Hotel

TRAVEL

160 VOM FEUER GEFORMT Handwerkskunst seit 1817 der Hergiswiler Glas AG

177 FLORENZ MIT FLAIR Unsere Insider-Tipps 178 DIE KÖNIGIN DER LÜFTE «Queen» Bessie Coleman 180 NORWEGENS HAUPTSTADT Oslo, eine Stadt voller Kunst, Kultur und kulinarischer Entdeckungen

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184 WENN WÄNDE REDEN KÖNNTEN ... Historische Hotels in den USA, die von Glanz und Drama erzählen 188 WAS SIND LUXUSREISEN? Im Gespräch mit Christian Böll

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CUL INA RIUM

198

192 EINE KULINARISCHE REISE INS INNERE Sabi Omakase 197 BAUR’S-KLASSIKER Edigroni by Natascha Galus 198 EINE FRAGE DER BALANCE Swissness à la Anne-Sophie Pic

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FIN ANCE

TRENDS124 54 JEWELLERY 60 WATCHES MEN 68 WATCHES WOMEN 112 FASHION MEN 124 FASHION WOMEN 136 BEAUTY WOMEN 138 BEAUTY MEN 162 LIVING

204 SYMPHONIE DER AROMEN Moët & Chandon im Bürgenstock 208 DIE HOHE KUNST, AUS GUTEM DAS BESTE ZU MACHEN Balik-Manufaktur 212 EIN ROTWEIN MIT GESCHICHTE Penfolds BIN 389

214 EDELSTEINE ALS GELDANLAGE Marktentwicklung und welche Edelsteine sich 2025 bezahlt machen 220 WEG MIT DEM FREMDKÖRPER IM STEUERSYSTEM HEV-Direktor Markus Meier über einen notwendigen Systemwechsel

214 8 IMPRESSUM 23 EDITORIAL 224 VORSCHAU

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ZEIT IST LUXUS

EDI TO RIAL

Herzlich willkommen zu einer weiteren spannenden Ausgabe von PRESTIGE! In dieser Ausgabe laden wir Sie ein, mit uns die schönen Dinge dieser Welt zu entdecken. Ob Sie von paradiesischen Inseln träumen, schöne Zeitmesser lieben oder ein Liebhaber der Kulinarik sind – wir haben für jeden Geschmack etwas dabei. Ein genauer Blick auf die sich verändernde Gesellschaft zeigt auf, dass sich die Bedeutung von Luxus gerade immens wandelt. Doch Luxus verschwindet nicht aus der Gesellschaft. Vielmehr befindet sich im Wandel, was als Luxus wahrgenommen wird. Was bedeutet Luxus in einer Zeit, in der wir ständig auf dem Sprung, gestresst und «always on» sind? In einer Zeit, in der die Klimakrise als Bedrohung über allem schwebt und der materielle Überfluss der Konsumgesellschaft zunehmend als Belastung empfunden wird? In dieser rasend schnellen Ära, in der sich die Welt ständig neu erfindet, gibt es jedoch eine Konstante: Der Tag hat nach wie vor 24 Stunden. Dieser unveränderliche Fakt macht die Zeit zu einem wahren Luxus in einer Epoche, die von Hektik und Eile geprägt ist. Die meisten von uns sind sich nicht bewusst, wie kostbar Zeit wirklich ist, bis wir eines Tages innehalten und uns fragen, wohin all die kostbaren Momente verschwunden sind. Geschwindigkeit und Eile sind zu Tugenden geworden, die unsere Kultur antreiben. Unsere Terminkalender sind bis zum Rand gefüllt, da wir danach streben, alles zu erleben und zu erledigen. Fristen und festgelegte Uhrzeiten dominieren unseren Alltag, und unser Verlangen nach sofortiger Erfüllung wächst stetig. Die moderne Kommunikation hat uns an ein rasantes Tempo gewöhnt, bei dem wir Antworten und Informationen in nie dagewesener Geschwindigkeit erhalten. Wenn wir genauer hinschauen, wird deutlich, dass Zeit Luxus ist, den wir besitzen. Der wahre Luxus unserer Welt hat kein Preisschild mehr. Nichts ist heute so rar und gleichzeitig so begehrt wie: Zeit. In einer hypervernetzten Welt wird Zeitwohlstand zum obersten Luxusgut. Zeit für sich, Zeit für die Liebsten, Zeit für Regeneration und Musse, Zeit zum Lesen, Zeit sich zu entfalten und im Moment zu leben – über die eigene Lebenszeit zu verfügen, ist zum Privileg geworden.

Urs Huebscher Editor in Chief

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ART & CUL TU RE PRESTIGE

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ART & CULTURE

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PRESTIGE

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ART & CULTURE

DIE ZEITLOSIGKEIT EINER IKONE

PRESLEY

Autor_Bernhard Bauhofer

Er bleibt eine ungebrochene Legende, deren Einfluss auf Musik und Kultur auch Jahrzehnte nach seinem Höhepunkt immer noch spürbar ist. Trotz des stetigen Hypes und der zahllosen Berichterstattungen über ihn fasziniert der King of Rock’n’Roll weiterhin mit seiner Musik, seinem Erbe und der Faszination, die um ihn besteht.

W

as gibt es denn nach den Tausenden von bereits erschienenen Berichten, Reportagen, Dokumentationen und Biopics überhaupt noch über Elvis Presley zu schreiben? Lasst doch dem Mann endlich die ewige Ruhe, ist man geneigt zu sagen. Fakt ist, dass der Hype um den ersten wirklichen globalen Megastar auch knapp 50 Jahre nach seinem Tod einfach nicht abebben will. Im Gegenteil – die Feierlichkeiten rund um den 90. Geburtstag des «King of Rock’n’Roll» haben das Elvis-Fieber aufs Neue entfacht. Die Legende toppte Ende letzten Jahres mit «The Classic Christmas Album» sogar die Albumcharts in den USA. 2024 kehrte Elvis als Hologramm auf die Bühne zurück und füllte die Konzerthallen in London und Berlin. Die Marketingmaschinerie läuft nach wie vor auf Hochtouren. Doch damit allein ist die Elvis-Manie nicht zu erklären. Durch seine Musik hat uns das in einfachsten Verhältnissen aufgewachsene Jahrhunderttalent wohl mit einem Virus angesteckt, der sich von einer Generation auf die nächste überträgt. Und noch ist kein Ende in Sicht.

WER IST DER GOAT?

Denkt man sich den ganzen Rummel um die Person Elvis Presley weg, stellt sich unweigerlich die Frage nach dem historischen Stellenwert seiner Musik. Ist er «The Greatest of all Time» oder sollte die Krone eher einem Mitglied aus dem Club 27 überreicht werden, also einer der jung verstorbenen Musik-Legenden wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Kurt Cobain, oder eher Bob Dylan, dem grössten Songschreiber aller Zeiten? Und da wären ja noch die Beatles, Beyoncé oder die momentan zumindest in kommerzieller Hinsicht alle in den Schatten stellende Taylor Swift. Eine müssige Frage, die sich mit Umsatz- und Verkaufszahlen nicht beantworten lässt. Fakt ist, dass Elvis Presley in künstlerischer wie auch kommerzieller Hinsicht das Fundament für die heute milliardenschwere Popmusik gelegt hat.

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PRESTIGE Der Ex-Beatle John Lennon hat es auf den Punkt gebracht: «Vor Elvis gab es nichts.» Welchen Heidenrespekt die Pilzköpfe aus Liverpool ihrem Idol entgegenbrachten, selbst nachdem sie die USA im Sturm erobert hatten, belegen Berichte von deren höchst geheim gehaltener Begegnung mit dem King. Erstarrt vor Ehrfurcht sollen sie wie das Kaninchen vor der Schlange vor dem King gesessen und kein Wort herausgebracht haben, bis dieser zur Gitarre griff und die peinliche Stille schliesslich durchbrach. Elvis war ein Star der Superlative. Nicht nur wurden über eine Milliarde Tonträger von ihm verkauft, auch alle seiner über 1000 Konzerte waren ausverkauft. Das am 14. Januar 1973 erste via Satellit in über 40 Länder übertragene Konzert «Aloha from Hawaii» durfte ich wie eine Milliarde anderer Menschen verfolgen. Nicht zu vergessen ist die Schauspielkarriere von Elvis, der zeitweise der höchst­ bezahlte Schauspieler Hollywoods war.

GLÜCKSFÄLLE BESTIMMTEN SEINE KARRIERE

Dabei war das frühe Leben von Elvis alles andere als super, wuchs er doch in sehr bescheidenen Verhältnissen und weitab von Memphis oder Nashville im kleinen Tupelo, Mississippi, auf. Sein Zwillingsbruder starb bei seiner Geburt, sein Vater musste wegen Scheckbetrugs ins Gefängnis. Der Ruf der Familie war nicht der beste. Nichts schien für den späteren kometenhaften Aufstieg des Jungen zu sprechen, wären da nicht zwei Glücksfälle gewesen: die Gitarre, welche ihm seine Mutter im lokalen Eisen- und Gemischtwarenladen kaufte, und Jahre später dann die Aufnahme von «That’s All Right» in den Sun Studios in Memphis. Ursprünglich als exklusives Geschenk für die geliebte Mutter angedacht, wurde die Single zum Renner und machte Elvis zum Shooting-Star. Aus­ serhalb von Memphis auf der ehemaligen Ranch von Elvis erzählte mir ein Zeitzeuge vom unheimlichen Erfolg dieser Aufnahme und vom Hype, den die Scheibe auslöste. Von da an ging es steil aufwärts. Trotz des Erfolgs blieb Elvis immer nahbar, herzlich und vor allem grosszügig, berichteten mir seine Cousine Donna Presley, die mit Elvis auf Graceland lebte, sowie Terry Blackwood, der Mitglied des «Las Vegas Ensemble» war, in persönlichen Gesprächen.

KÖNIG DES VEREINENS

Anders als Bob Dylan, der mit Songs wie «Blowing in the Wind» gegen Krieg und für Frieden sang, blieb Elvis Presley mit seiner Musik weitgehend unpolitisch. In anderer Hinsicht ist die Botschaft von Elvis’ Musik heute, in Zeiten von massiver Spaltung in der Gesellschaft, jedoch aktueller denn je. Unter Afroamerikanern aufgewachsen, wurde Elvis von Kindheit an von deren Musik stark geprägt. Historisches schaffte er mit dem Kunststück, Gospel und Rhythm and Blues mit der von der weissen Bevölkerung dominierten Country-Musik zu vereinen. Welche unglaubliche Leistung das in dem von Rassentrennung dominierten Land war, lässt sich besonders durch einen Blick ins vergangene Jahr verstehen. Selbst im mittlerweile im Sinne der political correctness fast schon überkorrekten Amerika stiess sogar der afroamerikanische Superstar Beyoncé mit ihrem Country-Album auf Ablehnung unter der weis­ sen Bevölkerung, die Country-Musik immer noch als ihr Kulturgut beansprucht. Es war Elvis, der mit seiner Musik zwischen den Rassen, Frauen und Männern, Jungen und Alten Brücken baute.

Elvis baute Brücken,wo andere Mauern sahen. 28


ART & CULTURE

UMSATZMASCHINE ELVIS

So ist Elvis heute noch Everybody’s Darling. Bei einem MemphisB­esuch fragt man sich, wovon die Stadt ohne den berühmten Sänger leben würde. Sein Anwesen Graceland zieht nach wie vor Jahr für Jahr Tausende Besucher aus aller Welt an und zählt nach dem Weissen Haus zu den am meisten besuchten Orten im Land. Bei Lansky Bros., dem legendären Couturier des King, kleiden sich Fans noch heute ein. Mit Stolz zeigte mir Lansky Junior, der selbst schon in den 60ern ist, ein Foto, auf dem Elvis väterlich seine Hand auf seine Schulter legt. Seitdem durften Tausende, vor allem weibliche Fans es Elvis nachmachen. Im Restaurant Marlowes, nur fünf Autominuten von Graceland entfernt, bekommt man mit dem «Banana Peanut Butter»-Sandwich das Leibgericht des Kings serviert. Überall hängen Bilder, die ihn mit Glenn Campbell und anderen Stars zeigen. Teil des Traditionsrestaurants ist ein hoch­ frequentierter Shop mit Elvis-Devotionalien. Aber auch in Deutschland hat sich der Elvis-Virus fest eingenistet. Jedes Jahr findet das European Elvis Festival in Bad Nauheim statt, wo der King während seiner Stationierung als GI wohnte.

I’M LEAVING

Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. So litt Elvis trotz oder gerade wegen seiner immensen Popularität unter verheerender Einsamkeit, was in seinem eher unbekannten Meisterwerk «I’m leaving» zum Ausdruck kommt. Bei der Aufnahme dieses für Elvis persönlich sehr bedeutsamen Songs war seine Ehe bereits am Scheitern – er trennte sich innerhalb von 14 Monaten von Priscilla und sein Liebesleben war in der Folgezeit voller Affären. Und letztendlich blieb er, obwohl er der berühmteste Mann der Welt war, einsam in Graceland zurück. Und gerade dort entstanden ein Jahr vor seinem Tod wahre Perlen von Songs, die auf dem Album «Way down in the Jungle Room» zusammengefasst publiziert wurden. In späten Interviews liess Elvis durchblicken, dass er sich seines baldigen Lebensendes bewusst war. Seinen engsten Vertrauten gegenüber hat er die Befürchtung geäussert, er würde nach seinem Tod schnell in Vergessenheit geraten. Weit gefehlt, denn zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1977 gab es etwa 170 Imitatoren, heute sind es weltweit schätzungsweise 250’000 bis 400’000 – vom Sänger bis zum Fallschirmspringer. Viva Elvis!

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Eine Landschaft als

GEFÜHL

Das Munchmuseet ist das grösste einem Künstler gewidmete Museum der Welt. Es hat einen eigenen OP-Saal, in dem Bilder restauriert werden, und zeigt auf sieben Etagen über 1000 Exponate. Autor_Konstantin Arnold Bilder_Munchmuseet

D

raussen ist der graue Januar, die Bäume sind kahl, der Fjord friert, es ist Krieg, aber hier knallt die Sonne von den Wänden. Munchs Landschaften brauchen kaum Licht, die Farben leuchten im Dunkeln. Sie verkünden, dass die Welt trotz Leid herrlich ist, die Frauen gut, der Wein zum Trinken und sei es für den einen Augenblick in der Zeit, den man miteinander teilt. Auf seinen Bildern finden sich Gründe für einen Selbstmord und Gründe, es nicht zu tun. Man geht durch seine Landschaften und Dörfer, sieht in die Fenster seelenloser Häuser, geht durch viel Einsamkeit und Wald. Manchmal begegnet man jemandem, der schockiert schaut – wie ein Tier, das aus einem brennenden Wald kommt. Der Mond scheint teilnahmslos hinter den Bäumen, das Holz lagert einfach unter dem Dach, die Schweine stinken im Stall und der Himmel ist lila. Über allem wacht die Zeit und trauert um ihr Vergehen. Munch konnte Land und Leute beseelen, selbst die, die gar keine Seele haben. Seine Landschaften waren Gefühle, die sich nicht beschreiben lassen, nur eben die Landschaft, durch die man sie hat. Man kann sich damit identifizieren, am Strand zu sitzen, wie der Melancholiker, dem alles egal ist, oder die bunte Frau, die mitten am schönsten Tag neben einer pechschwarzen sitzt, die ihre Schuld ist. Ein Museumsbesuch macht durstig, aber es ist ein Durst, den Wasser nicht stillen kann. Munch hat die meiste Zeit seines Lebens in einem Zustand verbracht, den die meisten erst nach einer Flasche Wein erreichen. Wir schützen uns davor, indem wir lieber nichts trinken oder einkaufen gehen oder die sind, die fahren und deshalb leider nicht trinken können. Wir wollen das Leben an der Peripherie entlang leben, da, wo es entspannt ist und sich planen lässt, ohne in wilde, unaufhaltbare Bahnen zu geraten, die es lebenswert machen. Aus irgendwelchen Gründen dachte ich vor dem Bild seines Apfelbaums daran, und dann wieder vor Fruchtbarkeit

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ART & CULTURE

EDVARD MUNCH

zigartig ist, sehen den Baum vor lauter Bäumen nicht, höchstens, wenn er sich von anderen unterscheidet. Wir sehen nicht, woraus er besteht, nicht, wie er ist, sehen ihn vielleicht, wenn wir lange genug hinsehen, wobei das auch wieder die Gefahr birgt, dass er uns zu vertraut wird und wir ihn noch weniger sehen als das Bild, das wir uns von ihm machen. Das lässt sich auch auf Menschen beziehen. Wir registrieren Freunde und Freundinnen, nehmen ihre Präsenz war, geben ihnen die Möglichkeit, den Raum auszufüllen, den wir ihnen bieten. Nun nochmal die Frage: Kann jeder einen Baum sehen, wenn er vor einem steht? Das Gehirn hält uns ab, wirklich und ständig wahrzunehmen, was um uns ist. Es speichert das Bekannte ab, um für das Neue empfänglich zu sein. Es hat Mechanismen geschaffen, die uns vor Überflutung schützen. Wir nennen diesen Mechanismus Wissen. Wir wissen, dass der Himmel blau ist und dass man seine Luft nicht sieht, aber atmen kann. Wir wissen, dass die Bäume im Sommer grün und im Winter kahl werden, dass Sand in der Sonne trocknet, Liebe schmerzt, Zucker süss ist, wir wissen sogar, wie Telefonieren funktioniert, ohne zu verstehen, wie das wirklich geht. Wir wissen, dass ein Apfel vom Baum auf den Boden fällt, dass was weit ist, klein ist und grösser wird, umso näher es kommt, bis es so ist, wie es ist. Wir wissen, dass die Sachen, mit denen wir uns die Welt erklären, nicht die Welt sind, sondern ein Schutzschild, der uns von der Welt fernhält und davon abhält zu verblöden. Das Wissen trennt uns von der Welt. Es scheint unmöglich und nötig. Wir wissen, dass der Nachbar viel redet und Channel Nr. 5 trägt und ungefähr, wie sich seine Frau fühlt, wenn er sie mit der anderen Nachbarin betrügt. Wir wissen, wer unsere Mutter ist und unser Vater, oder wir wissen es nicht. Ich weiss dafür, wie es ist, in den Tropen aus dem Flieger zu steigen, in eine konzentrierte Luft aus Abgasen und Hitze. Ich weiss, wie die Tulpen in Emilia Romagna im Mai aussehen – und zwei Rotweingläser am nächsten Morgen, wenn der Rand etwas höher sitzt als das, was noch drin ist. Ich weiss sogar, wie der dann schmeckt. Ich weiss, dass die Frau, die mit mir im Museum ist, meine Freundin ist, und ich kann die Frau auch sehen. Mein Hirn greift nach einem Bild, das es ihr geben möchte, aber ich wehre mich, weil ich sie sehen will, nicht das Bild. Ich begreife nicht, was man dann von der Vergänglichkeit der Reize sagt, sie sind nicht aus Zeit, genau wie Jahrhundertbilder: Picassos Guernica, van Goghs Sonnenblumen, Matisses Balkone, Munchs Schrei. Diese Bilder sind, wie man gerne schreibt, zeitlos, weil sie frei von der Zeit sind,

und ging nochmal zurück. Es zeigt das ganze Drama, die Erwartung, die Gier. Man kann sehen, dass zwischen den beiden Menschen ein Baum ist, und weiss, dass es ein Baum ist, der da steht. Wir wissen, dass es sich um einen Apfelbaum handelt, eine Kirsche, was auch immer, wir kennen seinen Namen, seine Gattung und Kategorie. Wir haben schon 1000 Bäume gesehen. Wir kennen sie aus der Werbung und aus dem Wald, aus Zeitungen, Büchern, Filmen, Broschüren und dem TV. Wir kennen die des Barock, der Impressionisten, der Naturalisten, Symbolisten, Dadaisten, Modernisten, die von van Gogh, Lieberman, Cézanne, Calderini, vielleicht sogar die von Weichenberger und die der Fauvisten in St. Tropez. Wir können einen Baum von einem Bagger unterschieden, wir erkennen ihn an den Ästen und Zweigen, an der Rinde, der Stille, den Wurzeln, dem Lichtspiel, das durch die Krone auf den Boden fällt, und daran, dass alle anderen auch sagen, dass das ein Baum ist. Wir brauchen eigentlich kaum hinzusehen, um zu wissen, dass das ein Baum ist, und genau da liegt das Problem. Wir wissen mehr, als wir sehen. Wir sehen nicht, was ein-

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PRESTIGE die sie umgibt. Sie zeigen eine Wahrheit hinter den Dingen ihrer Zeit, die sichtbar werden, wenn sie vergeht. Zeit vergeht in Zyklen. Sie wiederholt sich, weil der Mensch ihr Vergehen so besser erträgt. Die kulturelle Ausformung dieser Zyklen nennt man Mode und deren melancholische Wiederaufnahme Nostalgie. Es geht darum, die Dinge durch ihre ständige Wiederholung auf ihre Essenz zu destillieren, die zeitlos ist, weil etwas immer so ist, wenn sonst alles vergeht. Die Frage, zu welcher Zeit etwas am besten ist, ist dann hinfällig – wie Nachrichten aus den 70ern. Wir sehen, wie die Leute damals redeten und wie sie sich damals gaben und damals anzogen, sehen ihre unschuldige Berichterstattung, aber in den 70ern nahm keiner Notiz davon und davon, dass es die 70er sind und sie am Leben. Munch hat das alles gesehen. Er hatte die Gabe, tief in seiner Seele zu empfinden, was um ihn herum geschah, aber auch die Kraft, dieser Last nicht zu erliegen. Das legitimiert den Mythos des Künstlers als lebensunfähiges Ding, das die Leute nicht aushalten kann, weil zu viel zwischen ihnen ist. Normalerweise ist der nächste Schaumwein nach einem Museumsbesuch immer ein Stück entfernt. Mindestens eine Taxifahrt weit oder einen Spaziergang durch den Burggarten oder andere Gärten, je nachdem, wo man ist. In Oslo ist die nächste Tränke nicht weit. Gleich am Kai war ein klasse Lokal, das (endlich) auch was zu essen dahatte, um den kurzen schwerelosen Moment meines Hungers zu nutzen, bevor ihm Gefühle in die Quere kamen und dann da waren, wo jetzt der Hunger ist. Es war eine entspannte Stimmung, nette Leute unter hohen Decken, die zur Atmosphäre aufstiegen. Kerzen brannten. Die Besitzerin war toll und brachte gleich Wein, ohne zu fragen. Sie sagte, sie hätte uns den Cava schon angesehen. Ob wir beim Munch waren, fragte sie. Wir nickten und nippten und nahmen an. Sie sagte, ihre Weinliste sei aus­ser­ gewöhnlich, einfach, prägnant und vielseitig, aber sie wollte uns jetzt erst mal die Qual der Wahl ersparen. Die Leute kämen hier immer hin, weil sie das adaptierte Madonna-­Bild von Munch sähen und dächten, dass das hier ein angenehmer Übergang zurück in die Realität ist.

Wir sassen nebeneinander an der Wand, sahen ins Lokal und sie liess sich in meinen Arm zurückfallen. Wir sassen und schauten und liessen uns fallen und versuchten zu erraten, welche Bilder den anderen angesprochen haben oder nicht und warum. Man kommt sich näher, im platonischen Sinne, der ganz und gar nicht der umgangssprachliche ist. Die Farbe der Leidenschaft ist blau. Man kann da sehr gut ein ewiges Ratespiel draus machen und die Liebe zur Dauer werden lassen. Es ist interessant, welche Gemälde uns ansprechen und welche nicht und welche erst nach einer Weile oder noch nie oder nicht mehr. Man sieht dasselbe Bild nach einer Zeit und es ist ein anderes. Manche ändern sich ständig, andere bleiben immer gleich und werden nie alt oder mit einem älter – die sind die besten. Es sind dann immer noch dieselben Gemälde oder es sind andere. Die, die zu uns sprechen, spiegeln eine Innenwelt wider, die sich nur schwer beschreiben lässt. So etwas braucht Zeit, die dann von der Landschaft eines Bildes übernommen wird. So eine Munch-Landschaft ist ja vor allem ein Gefühl. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben, aber die Landschaft, durch die man es hat, schon. Es ist dann interessant, zu sehen, auf welche Bilder man anspringt, weil sie das Innere eines Menschen reflektieren wie sonst nichts. Seine seelische Zusammensetzung, seine komplexen Gefühle, aus denen man ist: Ängste, Erfahrungen, Wünsche, Erinnerungen, Assoziationen, Verletzungen und Melancholien. Menschen vor Gemälden kennenlernen.

DIE BESTEN GEMÄLDE ALTERN NICHT – ODER SIE ALTERN MIT EINEM MIT.

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© Eric James Guillemain

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BOOKS BACKSTAGE DREAMS. THE SECRET DOOR TO SET

Das Buch gewährt einen seltenen Einblick in die stillen, oft ver©Midas Verlag AG

borgenen Momente weltbekannter Stars direkt vor ihrem Auftritt. Mit 200 Aufnahmen aus über 15 Jahren fängt Guillemain die Magie des Übergangs ein – zwischen Konzentration, Ref lexion und Transformation. Seine Arbeit spielt mit faszinierenden Kontrasten: Leere Filmsets stehen intimen Porträts gegenüber, die

©Swatch

eine ungewohnte Seite weltbekannter Persönlichkeiten zeigen.

BANKSY – PROVOKATION

Dieser faszinierende und umfassende Band mit Banksys Werken zeigt seine langjährige Karriere als Künstler: von seinen frühen Werken über seine Schaffenszeit in New York bis zu seinen allerneuesten Werken in der Ukraine wie «Tank Trap», «Rhythmic Gymnast» oder »Judo«. In dieser nicht autorisierten Auswahl wird jedem Werk eine Doppelseite gewidmet, gefolgt von einer detaillierten Analyse und spannenden Hintergrundinformationen. In

SWATCH ENCYCLOPEDIA

chronologischer Anordnung ist jede Schaffensperiode in einer doppelseitigen Weltkarte illustriert, die zeigt, wo jedes Werk geschaffen wurde, was damit geschah und wie sich Banksys

Ein einzigartiges vierbändiges Boxset zu Ehren von vier Jahr-

Kunst in dieser Periode entwickelte. Für alle, die den Künstler

zehnten der Innovation, Lebensfreude und positiven Provokation,

noch nicht kennen, ist dies der ideale Einstieg, und für alle, die

für die Swatch bekannt ist. Mit 8419 Swatch-Uhren, die auf wun-

ihn lieben, das beste Buch, um dem brillantesten und einf luss-

derschön gestalteten Seiten präsentiert werden, verkörpert die

reichsten Street Artist unserer Zeit gerecht zu werden.

Swatch Encyclopedia die Essenz der Marke und ist nicht nur ein absolutes Muss für alle Swatch-Liebhaber, sondern auch für alle, die sich von Design, Kunst und ungehindertem Selbstausdruck begeistern lassen.

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© Courtesy of Art Basel

PRESTIGE

SPRING

DIARY

Die exklusivsten Frühlingsaktivitäten Die Tage werden länger, die Sonne beginnt wieder zu scheinen und uns erfüllt ein aufgeregtes Prickeln. Die kalten Tage des Winters schwinden und der Frühling strahlt uns in seiner pastellfarbenen Pracht entgegen. Im englischsprachigen Raum wird dieses Gefühl der Freude als «spring fever» bezeichnet. In vielen Menschen wächst der Wunsch, ins Ausland zu verreisen und neue Dinge zu erleben. Hierbei verpassen sie oft Erlebnisse und Events, die direkt vor ihrer Haustür stattfinden. Das PRESTIGE-Magazin stellt Ihnen mit «Spring Diary» die exklusivsten Frühlingsveranstaltungen in der Schweiz und ihrer Umgebung vor.

Autorin_Nathalie Becker

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EIN NETZWERK AUS KUNST UND INNOVATION Vom 19. bis zum 22. Juni 2025 verwandelt sich Basel auch dieses Jahr wieder zum Zentrum der Kunstwelt. Die Art Basel gilt als die renommierteste Kunstmesse Europas, auf welcher 291 Galerien aus 42 Ländern ihre Werke ausstellen – darunter Neuzugänge wie die Anat-Ebgi-Galerie aus Los Angeles und die Polka-Galerie aus Paris. Exklusive Kunstwerke und Installationen wie die Sprühkunst von Katharina Grosse heben die Art Basel stark von anderen Kunstmessen ab. Der neue Premiere-Sektor der Messe präsentiert zudem visionäre Künstler der letzten fünf Jahre. VIP-Gäste dürfen sich auf die Preview-Tage am 17. und 18. Juni sowie auf exklusive Veranstaltungen mit einzigartigen Networking-­


© Georg Anderhub

ART & CULTURE

Möglichkeiten freuen. Die Art Basel ist somit ein unverzichtbares Event für Kunstliebhaber, die einen Einblick in die Kunstwelt der Zukunft erhaschen möchten. DAS PERFEKTE GOLF-ERLEBNIS Mit dem Frühling grünt das Gras und Golfplätze werden wieder eröffnet. Begeisterte Golf-Fans betreten stilvoll und praktisch gekleidet wieder das Grün und schwingen ihre sorgfältig ausgewählten Schläger. Egal ob als Einsteiger oder als erfahrener Golfer: Die richtige Kleidung und Ausrüstung sind bei dieser Sportart essenziell. Marken wie Bobby Jones und J. Lindenberg bieten stilvolle Golf­ bekleidung, während Titleist und Callaway für eine hochwertige Ausrüstung sorgen. Innerhalb der Schweiz gilt der Golf Club Bad Ragaz in der Ostschweiz als der beste und exklusivste Club. Es handelt sich hierbei um einen 18-Loch-Championship-Course, welcher in seiner Lage umgeben von beeindruckenden Bergpanoramen einen idealen Zufluchtsort aus dem Alltag bietet. Er garantiert als Mitglied der «Leading Golf Courses» und der «World of Leading Golf» Höchstqualität.

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Für alle, die den Frühling mit einem Wochenendtrip aus­serhalb der Schweiz verbinden wollen, sind die folgenden beiden Golfplätze besonders empfehlenswert: Der Old Course in St. Andrews gilt als der heilige Gral des Golfsports, da dieser vor 600 Jahren zum ersten Mal bespielt wurde. Egal ob für Anfänger oder Fortgeschrittene – dieser Platz in Schottland bietet neben atemberaubenden Landschaften erstklassige Golfstunden von hochqualifizierten Golflehrern an. Anschliessend laden exzellente Restaurants dazu ein, es sich mit leckeren Speisen gemütlich zu machen. Ein weiterer besuchenswerter Golfplatz ist der «Royal County Down Golf Club» in Nordirland. Umgeben von wunderschöner Natur im Murlough-Nature-Reservat, macht der Platz es möglich, an der Küste des Dundrum Bay zu spielen und unvergessliche Eindrücke zu sammeln. Die feine Gastronomie vor Ort rundet dieses Golf-­ Erlebnis mit seiner exquisiten Küche ab. LUCERNE FESTIVAL: KLANGZAUBER AM VIERWALDSTÄTTERSEE Seit 85 Jahren findet das Lucerne Festival viermal jährlich statt – einmal davon an Ostern. Dieses Event ist perfekt, um einen romantischen Abend begleitet von Musik zu geniessen. Jedes Jahr treten hier die renommiertesten Orchester der Welt auf und sorgen bei den rund 100’000 Gästen mit ihrer Musik für Gänsehautmomente. Der Konzertsaal «Salle Blanche» – entworfen und gebaut vom französischen Architekten Jean Nouvel – bietet hierfür die ideale Akustik. Die Programme der Orchester konzentrieren sich hauptsächlich auf Passionswerke, welche die besinnliche Osterzeit einläuten. Die Lage des Konzertsaals am Vierwaldstättersee sorgt für ein magisches Ambiente, welches Musik und Natur miteinander in Einklang bringt und Gäste aus aller Welt berührt.


PRESTIGE

© Helmut Newton Foundation

FASZINATION

Autor_Mario Hetzel

POLAROID

Helmut Newton Amica, Milan 1982 (Polacolor)

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ART & CULTURE

Wer kennt sie nicht? Polaroids üben auf den Betrachter eine besondere Faszination aus. Der Geruch der Entwicklungsemulsion, die sofortige Verfügbarkeit, die einzigartige Bildqualität – die Sofortbilder nehmen zweifellos einen eigenen Stellenwert in der Geschichte der Fotografie ein und gelten als Vorläufer der digitalen Fotografie. Nun zeigt die Berliner Helmut Newton Stiftung eine eigene Sonderausstellung mit Werken von Helmut Newton und zahlreichen seiner Kolleg*innen.

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as Polaroid-Verfahren hat seit den 1960er-Jahren die Fotografie revolutioniert. Bereits 1947 stellte ihr Entwickler, der Physiker Edwin Herbert Land, die sogenannte «Land camera» der Weltöffentlichkeit vor, der man bereits kurz nach der Aufnahme ein fertiges Positivbild entnehmen konnte. Das Revolutionäre war jedoch nicht die Kamera, sondern der dazugehörige Film: Das später Weltruhm erlangende Schnellentwicklungsverfahren übertrug das noch an Ort und Stelle belichtete Negativ auf ein Positiv. Die Fachwelt war begeistert! Wer jemals mit einer Polaroid-Kamera fotografiert hat, wird den Geruch der Entwicklungsemulsion nicht vergessen haben. Gelegentlich entwickelte sich das Bild von allein, während es bei manchen Verfahren zusätzlich nötig war, eine Fixierflüssigkeit über die Bildoberfläche zu ziehen. Durch diese schnelle Verfügbarkeit liegt die Parallele zur heutigen Digitalfotografie nahe.

© Jeanloup Sieff, Courtesy OstLicht Collection, Vienna

MEHR ALS «BLOSSE VORSTUDIEN» Polaroids als Prints sind zumeist Unikate. In nahezu allen fotografischen Genres – Landschaft, Stillleben, Porträt, Mode und Akt – und überall auf der Welt fand die ungewöhnliche Bildtechnik

Jeanloup Sieff Self-portrait on car, 1977 (Polaroid T665)

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HELMUT NEWTON IN BERLIN begeisterte Anwender*innen – unter ihnen auch Helmut Newton. Der 1920 in Berlin geborene Sohn einer jüdischen Knopftuchfamilie war 1938 mit zwei Kameras im Gepäck vor dem Naziregime nach Triest geflohen und 1940 über Singapur nach Australien ausgewandert. Dort sollte er zu einem der begehrtesten und teuersten Mode-, Werbe-, Porträt- und Aktfotografen der Welt werden. Zeit seines Lebens liebte er es, mit unterschiedlichen Polaroid-Kameras sowie mithilfe von Sofortbild-Rückteilen zu fotografieren, die die Rollfilmkassetten seiner Mittelformat-Kameras ersetzten. Vor allem bei seinen Modeshootings setzte er Polaroids als eine Art Ideenskizze ein, auch um konkrete Lichtsituationen und Bildkompositionen zu prüfen. Dass er diesen «blossen Vorstudien» eine ganz eigene Rolle in seinem Schaffen beimass, stellte er 1992 unter Beweis, als er diesen ein eigenes Buch widmete. Und 2011, also posthum, erschien sogar ein zweites. Einige Polaroids hat Helmut Newton schliesslich auch als eigenständige Werke signiert – mittlerweile werden sie für hohe Summen auf dem Kunstmarkt gehandelt.


© Pola Sieverding, VG Bild-Kunst, Courtesy Office Impart, Berlin

PRESTIGE

WIE EIN BLICK INS SKIZZENBUCH Die Berliner Helmut Newton Stiftung, in deren Archiv sich Hunderte solcher Original-Polaroids befinden, hat nun eine neue repräsentative Auswahl dieses Sammelsuriums getroffen und durch Polaroid-Vergrösserungen ergänzt. Die am 6. März im Rahmen des EMOP Berlin 2025 eröffnete neue Gruppenausstellung «Polaroids» ist die grösste «Sofortbild-Präsentation», die seit Langem in Berlin zu sehen war. Newtons Fotografien wurden mehr oder weniger chronologisch, nicht genrespezifisch angeordnet. Dadurch wird dem Betrachter deutlich, dass der Starfotograf seine Polaroid-Kamera jahrzehntelang in allen Arbeitsbereichen angewendet hat. Somit gleicht die Ausstellung einem Blick ins Skizzenbuch eines der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts und versinnbildlicht den Entstehungsprozess von der ersten Bildidee zum endgültigen, von Newton freigegebenen Foto. Newtons Bilder wurden durch zahlreiche Werke von mehr als 60 zusätzlichen Fotograf*innen ergänzt, unter anderem in Kooperation mit OstLicht Wien, aus deren grosser Polaroid-­Sammlung Kurator Matthias Harder frei wählen konnte. Dank der Initiative von Peter Coeln, Gründer von WestLicht Wien, wurde 2010 die ehemalige International Polaroid Collection, die über 20 Jahre bei der Firma Polaroid lagerte und etwa 4400 Werke von 800 Fotografen beinhaltete, von WestLicht gekauft und so in Gänze aus der Konkursmasse des Unternehmens gerettet und neu institutionalisiert.

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EINE EINZIGARTIGE AUSSTELLUNG Die Berliner Gruppenausstellung zeigt eine beeindruckende Vielfalt an Polaroid-Techniken und -Formaten, darunter SX-70, Polacolor 20 x 24, FP-100 sowie Polaroid T808. Zusätzlich werden experimentelle Weiterbearbeitungen einzelner Prints oder ganzer Tableaus präsentiert. Pola Sieverding ist mit ihrer kleinformatigen SX-70-Polaroid-­ Serie «Valet» vertreten, in der sie männliche Wrestler in Nahaufnahme abbildet. Ihr italienischer Kollege Maurizio Galimberti hingegen erschafft monumentale Polaroid-­Mosaiken – ein physischer Akt, bei dem er das Motiv fast obsessiv umrundet, sei es ein Mensch, ein Gebäude oder eine Blume. Die Einzelbilder, die jeweils nur ein kleines Detail zeigen, fügt er später zu einem Gesamt­bild zusammen. Auch die beiden Serien von Marike Schuurman zeichnen sich durch Experimentierfreude aus: Inkjet-Print-Vergrösserungen, die auf SX-70-Polaroids basieren. «Toxic» setzt sich mit dem Braunkohle­ revier in der Lausitz, südlich von Berlin, auseinander. Durch den Kohleabbau entstanden Krater, die sich mit Wasser füllten, dessen pH-Wert sehr sauer ist. Schuurman fotografierte diese künstlichen Seen mit einer Polaroid-Kamera und liess die SX-70Prints in deren sauren Wasser weiterentwickeln, was zu einer drastischen Veränderung der Farben führte. In der zweiten Serie «Expired» laufen die Farben des längst abgelaufenen Filmmaterials ineinander.

LINKS Pola Sieverding Valet #11, 2014 (Integralfilm / Polaroid) RECHTS Helmut Newton Cindy Crawford, American Vogue, Monte Carlo 1991 (Polacolor)


© Helmut Newton Foundation

ART & CULTURE

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© Helmut Newton Foundation

© Charles Johnstone

PRESTIGE

Helmut Newton Italian Vogue, Monte Carlo 2003 (SX-70)

Charles Johnstone Lea, South Salem, New York, 2021 (FP-100c Polaroid)

Charles Johnstone veröffentlicht in unregelmässigen Abständen kleinformatige Publikationen, die jeweils eine abgeschlossene Bildgeschichte mit seinen Polaroid-Aufnahmen enthalten. Einige Projekte wie etwa eine Serie über Monica Vitti entstanden durch Kamerablicke auf einen Bildschirm und wurden später als Buch gebunden. Andere wie die Sequenz «Escape» resultieren aus der engen Zusammen­ arbeit mit einem realen Modell – mit Aufnahmen, die unter anderem an einem Swimmingpool in Upstate New York entstanden sind. Diese eigenständigen Künstlerbücher werden teilweise als limitierte Ausgaben mit eingelegten C-Prints von den Polaroids angeboten und sind in einer Vitrine in der Raummitte ausgestellt. Die amerikanische Fotografin Sheila Metzner wurde bereits vor Jahren mit ihren zeitlosen, einfühlsamen Porträts, Stillleben und Aktaufnahmen, die als Fresson Prints realisiert wurden, in der Helmut Newton Stiftung gewürdigt. Ihre Polaroid-Aufnahmen, die nun erstmals präsentiert werden und sich in der

persönlichen Sammlung der Newtons befanden, zeigen einen ähnlichen Ansatz wie den von Newton, bestimmte Motive mithilfe von Sofortbildern kompositorisch vorzubereiten. Ob seriell oder als Einzelbild, in Form eines gigantischen Polaroid-Mosaiks oder als Künstlerbuch – in der neuen Ausstellung «Polaroids» werden nicht nur Fans der Sofortbilder in Staunen versetzt, sondern alle, die sich für die Geschichte der Fotografie und deren herausragende Künstler*innen begeistern. Die Türen bleiben noch bis zum 27. Juli 2025 geöffnet.

POLAROIDS Mit Werken von Helmut Newton, Thorsten Brinkmann, Lucien Clergue, Barbara Crane, Alma Davenport, Toto Frima, Maurizio Galimberti, Luigi Ghirri, Erich Hartmann, Sally Mann, Sheila Metzner, Arnold Newman, Charles Johnstone, Marike Schuurman, Stephen Shore, Jeanloup Sieff, Pola Sieverding, Christer Strömholm, Oliviero Toscani, Ulay, William Wegman und anderen Helmut Newton Stiftung, Berlin Laufzeit: 7. März bis 27. Juli 2025

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EDITOR'S

ART & CULTURE

© Galerie Templon

CHOICE GALERIE TEMLON

Die Galerie Templon nimmt die Besucher zum Frühlingsanfang mit auf eine Reise in das komplexe und faszinierende Universum von Oda Jaune, einer Künstlerin, deren Werk die Grenzen der Vorstellungskraft überschreitet. In einer Serie von zwanzig Ölgemälden auf Leinwand widmet sich die Künstlerin einem Thema, das ebenso zeitlos wie universell ist: der bedingungslosen Liebe. Laufzeit: 8. März bis 6. Mai 2025

© Michele Nastasi

Ort: 30 Rue de Beaubourg, Paris

TRIENNALE DI MILANO

Auf der Triennale di Milano beleuchtet Artemide Forme Mobili, den neuen Ausstellungspfad des italienischen Designmuseums, der die Beziehungen zwischen Körper, Silhouette und Bewegung erforscht. Das Projekt, das bis zum 13. April 2025 zu sehen ist, bietet eine Reise, die die Sammlungen der Triennale in zehn Abschnitten neu interpretiert, die den grundlegenden Themen des italienischen Designs gewidmet sind und Tradition und Innovation in Einklang bringen.

© Larry Fink / courtesy Galerie Bene Taschen / MUUS Collection

Laufzeit: bis 13. April 2025

GALERIE BENE TASCHEN

Der im Dezember 2023 verstorbene Larry Fink arbeitete über 65 Jahre als Fotograf. Seine Arbeiten waren in Einzelausstellungen unter anderem im Museum of Modern Art und Whitney Museum in New York zu sehen. Noch bis zum 13. April 2025 präsentiert das Sarasota Art Museum in Florida eine umfassende Ausstellung, die sowohl die Arbeiten von Larry Fink als auch die der Bildhauerin Martha Posner zeigt, die über 30 Jahre seine Lebensgefährtin war. Die Galerie Bene Taschen präsentiert ab dem 16. März eine Auswahl aus seinen Werkgruppen Social Graces, Somewhere There‘s Music, The Vanities und Boxing unter dem Titel Larry Fink – Feeling the Experience. Laufzeit: 16. März 2025 bis 10. Mai 2025 Ort: Galerie Bene Taschen, Lindenstrasse 19, 50674 Köln

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WATCHES & JEWEL LERY PRESTIGE

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© Hublot

WATCHES & JEWELLERY


TICKENDE

EUHEITEN

PRESTIGE

Autor_Gisbert L. Brunner

Nach einem fulminanten Rekord-Uhrenjahr 2023 stand 2024 im Zeichen moderater Beruhigung. Um 2.8 Prozent gingen die Exportumsätze der Schweizer Uhrenindustrie insgesamt zurück. Das Minus ist in erster Linie auf geringere Ausfuhren nach Festlandchina und Hongkong zurückzuführen. Konjunkturelle Sorgen und eine veritable Immobilienkrise dämpfen die dortige Kauflaune. Nun blickt die Uhrenwelt auf das, was das bereits seit zwei Monaten laufende Jahr 2025 bringen wird.

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WATCHES & JEWELLERY

E

rste Meldungen stimmen durchaus positiv. Viele Marken zeigen ihre Neuheiten erst im Rahmen der am 1. April in Genf beginnenden Uhrenmesse Watches and Wonders. Vom 5. bis 7. April sind im Palexpo-Gebäude Publikumstage anberaumt. Uhrenliebhaberinnen und -liebhaber können sich also vor Ort selbst umfassend informieren. So viel ist jedoch schon jetzt klar: 2025 wird spannend, denn zahlreiche uhrmacherische und gestalterische Innovationen warten darauf, eingehend begutachtet zu werden. FLAMINGOBLAU FÜRS HANDGELENK Natürlich ist den Akteuren im Hause Tudor bestens bekannt, dass Flamingos kein blaues Federkleid tragen. Hätte man sich für Rosa entschieden, wäre der neue Armband-Chronograph dem 2024 im Vorfeld der Uhrenmesse Watches and Wonders vorgestellten und seitdem sehr gehypten Black Bay Chrono Pink sehr nahe gekommen. Dessen Zifferblattfarbe Altrosa unterstreicht die Zusammenarbeit der Uhrenmanufaktur mit dem Fussballclub Club Inter Miami CF. Beim neuen Black Bay Chrono Flamingo Blue sticht stattdessen jenes Türkis ins Auge, welches Luxusaffine im Zusammenhang mit dem amerikanischen Luxuslabel Tiffany kennen. Darauf mag sich Tudor aus verständlichen Gründen nicht beziehen. Stattdessen erinnert die in Le Locle beheimatete Manufaktur an die leuchtende Farbe tropischer Gewässer, in denen sich Flamingos traditionsgemäss besonders wohl fühlen. Wie dem auch sei: Das neueste Produkt der Rolex-Tochter richtete die Aufmerksamkeit sofort nach der Vorstellung auf sich. Die Edition des Stoppers mit 41 Millimeter grosser Edelstahlschale ist nicht limitiert. Aber seine Fertigung erfolgt nur in geringen Quantitäten, weshalb die Nachfrage das Angebot übersteigen dürfte. Um die Anzeige der Zeit und die Bewältigung präziser Kurzzeitmessungen zwischen einer Achtelsekunde und 45 Minuten kümmert sich das exklusive Automatikkaliber MT5813. Dessen Basis stammt von Breitling. Zu den technischen Details gehören der beidseitig wirkende Kugellagerrotor, 70 Stunden Gangautonomie, vier Hertz Unruhfrequenz, Vertikalkupplung und Schaltradsteuerung des Chronographen mit 45-Minuten-Totalisator. Ein nennenswerter Unterschied zum Breitling B01 besteht in der Verwendung einer vollkommen amagnetischen, thermisch stabilisierten und hoher Präzision dienlichen Silizium-Unruhspirale. Seine Ganggenauigkeit muss jedes Uhrwerk während 15 Tagen bei der offiziellen Schweizer Chronometerprüfung unter Beweis stellen. Dann erst findet es zusammen mit Zifferblatt und Zeigern ins Gehäuse, das Wasser bis zu 20 bar Druck von seinem zertifizierten Innenleben fernhält. Tudor gewährt eine frei übertragbare fünfjährige Garantie. Nach rund zehn Jahren wird der erste Service fällig.

DREHENDE STUNDEN Seit 2009 offeriert Louis Vuitton Armbanduhren namens Tambour Spin Time. Deren Entwicklung startete bereits 2007. Als Inspirationsquelle für das dreidimensionale Display mit rotierenden Würfeln dienten die sattsam bekannten Klappenanzeigen beispielsweise an Bahnhöfen oder Flughäfen. Natürlich haben Michel Navas und Enrico Barbasini, die beiden Gründer von La Fabrique du Temps, ihr ausgenfälliges System im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. In diesem Sinne geht 2025 eine ganz neue Generation an den Start. Grundsätzlich kommt auch in den soeben vorgestellten Zeitmessern weiterhin das patentierte dreidimensionale Drehwürfelsystem zur Anwendung. Zwei der Gebilde springen gleichzeitig, wenn die vorherige Stunde verschwindet und die neue erscheint. Aber die dahinterstehende Mechanik, zu der eine ausgeklügelte und deshalb auch patentierte Malteserkreuzsteuerung für jeden der zwölf Rotationskörper gehört, erfuhr eine deutliche Optimierung. Darüber hinaus hat Louis Vuitton intensiv an der Optik des Ganzen gearbeitet. Zur Auswahl stehen gleich mehrere Modelle, teilweise mit aufwendigen Zusatzfunktionen wie Tourbillon oder Zeitzonen-Dispositiv. Den puristischen Einstieg in diese aussergewöhnliche Art der Zeitanzeige ermöglicht die Tambour Taiko Spin Time mit dem exklusiven Automatikkaliber LFT ST13.01. Die Minuten stellt ein weissgoldener, im Zifferblattzentrum drehender Zeiger dar. Die aktuelle Stunde hebt sich im jeweiligen Fenster durch einen helleren Farbton ab. Für die Montage der Mechanik mit einem Rotor aus 18-karätigem Gold benötigen kundige Uhrmacher 246 Bauteile. Nach Vollaufzug stehen circa 45 Stunden Gangauto­ nomie zur Verfügung. Bis zu zehn bar Druck des nassen Elements widersteht das 39.5 Millimeter grosse und 12.15 Millimeter hohe Weissgoldgehäuse mit massivem Boden. Die Lieferung erfolgt mit einem Armband aus delfingrauem Kautschuk. Aus Weissgold lässt Louis Vuitton die zugehörige Dornschliesse fertigen.

2025

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PRESTIGE TRIPLE TWO AUS GENF Vacheron Constantin feiert 2025 seinen 270. Geburtstag. Dieses Jubiläum wird über das Jahr hinweg von einer ganzen Reihe attraktiver Neuheiten begleitet. Den Anfang des Uhrenreigens machte eine Armbanduhr, welche es in den Katalogen der Genfer Traditionsmanufaktur schon einmal gab. Die Rede ist vom Modell 222. Nach einem längeren Dornröschenschlaf kehrte dieser Zeitmesser 2022 mit massivgoldenem Outfit in die Kollektion zurück. Und im Gegensatz zum ersten Debüt besagter «Triple Two» reüssierte das tickende Goldstück sofort. Erstmals ins Licht der Öffentlichkeit getreten war besagte 222 im Jahr 1977, und zwar im Gefolge der Royal Oak aus dem Hause Audemars Piguet und der Patek Philippe Nautilus. In beiden Fällen stammte das Design von Gérald Genta. Natürlich hatte sich der junge deutsche Designer Jörg Hysek beim Entwurf und der Gehäusekonzeption seiner Auftragsarbeit für Vacheron Constantin ein wenig an den beiden Vorbildern orientiert. Aufwendig bearbeiteter Edelstahl verkörperte einen neuen Luxus. Ein Mittelteil trug den damit verschraubten Glasrand. Das Ensemble strahlte ebenfalls eine Art Bullaugenlook aus. Der Resistenz gegen schädliche Einflüsse des nassen Elements diente auch eine sogenannte «doppelte Krone». Bei der Namensfindung gingen die Verantwortlich sehr pragmatisch ans Werk: Im Premierenjahr blickte das 1755 gegründete Unternehmen nicht ohne Stolz auf 222 Jahre ununterbrochener Geschichte zurück. Zehn Jahre nach dem Lancement der 222 und nur rund 500 produzierten Exemplaren erwies sich das vermeintliche Besser als Feind des Guten. Aber auch die Nachfolgemodelle 333 und Phidias verkauften sich keineswegs besser. Nun also kehrt die Stahlversion der 222 in die Uhrenszene zurück – und die Interessenten stehen Schlange. Gerade einmal 37 Millimeter misst die 7.95 Millimeter flache Schale. Sie umfängt das hauseigene, aus 194 Komponenten montierte Automatikkaliber 2455 / 2. Rund 40 Stunden beträgt dessen Gangautonomie. Erwerben lässt sich die mit dem Genfer Qualitätssiegel punzierte und nicht limitierte Armbanduhr ausschliesslich in den marken­ eigenen Boutiquen. DEM MEISTER ZU EHREN Der Maestro, nach dem Gérald Charles diese formal keineswegs alltägliche Armbanduhr benannt hat, ist kein Geringerer als Gérald Genta. Seine eigene Uhrenmarke hatte der umtriebige Designer 1969 ins Leben gerufen. 1996 verkaufte er sie an die in Singapur beheimatete Firma Hour Glass. Tief enttäuscht von dem, was ab 1998 mit seiner gestalterischen Kompetenz und seinem Lebenswerk passierte, zog er sich vorübergehend ins Privatleben zurück. Weil Uhren sein Leben bedeuteten, kam es 2000 zum Comeback mit einer neuen Marke, die Gentas beide Vornamen Gerald Charles nennt. Aus diesem Anlass entstand unter anderem auch ein spezielles Gehäuse, für das die römische Barockarchitektur Francesco Borrominis als gestalterisches Vorbild diente. Die markante Form basiert auf einem langgestreckten Achteck mit ungleichen Seiten. Seine Geometrie ist gleichermassen eckig wie auch gekrümmt. Als signifikanteste Merkmale stechen der doppelstufige Glasrand sowie bei «6» die nach unten geschwungene und damit ein sanftes Lächeln andeutende Lippe ins Auge. In fortgeschrittenem Alter holte Genta 2003 die einschlägig erfahrene italienische Familie Ziviani als Käuferin seiner neuen Marke ins Boot. Bei ihr lebt das Erbe des 2011 Verstorbenen zum Beispiel in der Linie Maestro 2.0 Ultra-Thin weiter. Bei ihrem 3.7 Millimeter flachen Automatikwerk vom Kaliber GCA 3002 ist

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WATCHES & JEWELLERY

© Grand Seiko

die Manufaktur Vaucher mit von der Partie. Aus 189 Komponenten besteht das Œuvre mit einseitig wirkendem Gold-Kugellagerrotor, zwei Federhäusern, 50 Stunden Gangautonomie und vier Hertz Unruhfrequenz. Ein strahlend blaues Zifferblatt zeichnet die neue, zum 25. Markengeburtstag unlimitiert aufgelegte Gérald Charles Maestro 2.0 Ultra-Thin Lapis Lazuli mit 41.7 Millimeter langem und 39 Millimeter breitem Stahlgehäuse aus. Wie der Name verheisst, besteht die nur 0.55 Millimeter dünne Scheibe, vor der Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden rotieren, aus handwerklich aufwendig bearbeitetem Lapislazuli. Durch einen Sichtboden zeigt sich der Rotor mit unverkennbarem Hinweis auf das 25-jährige Markenjubiläum. HOMMAGE AN EINEN VULKAN In vielen Armbanduhren von Grand Seiko spiegelt sich die japanische Natur oder Landschaft wider. Das ist auch bei der brandneuen Referenz SLGH027 aus der Evolution-9-Kollektion der Fall. Bei diesem Zeitmesser inspirierte der Mount Iwate im Norden Japans die Designer und Uhrmacher im nicht weit entfernten Grand Seiko Studio Shizukuishi. Seit 2006 dienen der 2038 Meter hohe Berg und seine verschiedenen Kämme als Vorbild für strukturierte und sofort ins Auge stechende Zifferblätter. Die beredte Geschichte des Vulkans zeigt sich in der zerklüfteten Landschaft des Ōu-­ Gebirges in Sichtweite der japanischen Stadt Morioka sowie im Lavastrom an seinem nördlichen Fuss. Dieses Naturschauspiel fängt das reliefartig ausgeführte Zifferblatt aus der Vogelperspektive ein. Der markante hellblaue Farbton verstrahlt die Reinheit der dortigen Luft und des Wassers aus. Beide umgeben dieses Wahrzeichen in der Präfektur Iwate, wo Grand Seiko seine feinen Armbanduhren fertigt. Gehäuse, Durchmesser 40 Millimeter, und Gliederband samt Faltschliesse bestehen aus Ever-Brilliant Steel. Diese Legierung besitzt eine höhere Korrosionsbeständigkeit als der in der Uhrenindustrie verbreitete Edelstahl vom Typ 316L. Charakteristisch für die japanische Manufaktur ist die sogenannte Zaratsu-Politur der Oberflächen. Das aufwendige Verfahren führt zu verzerrungsfreiem Hochglanz gepaart mit samtiger Satinierung. Ein förmliches Muss ist der Sichtboden in der 11.7 Millimeter hoch bauenden und bis zu zehn bar wasserdichten Schale. Dahinter tickt das selbst entwickelte und gefertigte Hochfrequenz-­ Automatikkaliber 9SA5. Zum Gangregler des 2020 lancierten Uhrwerks gehören eine Unruh mit variabler Masseträgheit samt völlig frei schwingender Unruhspirale. Bemerkenswert ist auch die innovative Doppelimpulshemmung. Trotz fünf Hertz Unruhfrequenz reicht die gespeicherte Energie für 80 Stunden ununterbrochene Funktion. Einen wichtigen Beitrag zu dieser beachtlichen Gangautonomie leistet der um 20 Prozent höhere Wirkungsgrad besagter Hemmung. Die strengen internen Grand-Seiko-Regularien gewährleisten eine maximale tägliche Gangabweichung im engen Bereich von minus drei bis plus fünf Sekunden. Gangzeugnisse dokumentieren die im Uhrmacherstudio erreichte Präzision. Interessenten an dieser neuen Armbanduhr müssen sich noch ein wenig in Geduld üben. Erst im Mai 2025 gelangen die insgesamt 1200 Exemplare auf den Markt. HUBLOT MECA-10 Die Kalender zeigten 2016, als Hublot mit der Meca-10 eine optisch wie technisch aussergewöhnliche Armbanduhr präsentierte. Der Auftritt des Handaufzugskalibers HUB1201 erinnert spontan an mechanisches Lernspielzeug mit gelochten Bauteilen, hergestellt

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PRESTIGE

beispielsweise von Märklin, Meccano oder Trix. Das Ensemble verbirgt nichts von dem, was die Zeit durch den Ablauf eines Räderwerks mit oszillierendem Gangreglers misst und anzeigt. Wie üblich rotieren im Zentrum zwei Zeiger für Stunden und Minuten. Für die Sekunden ist ein kleineres Pendant bei «9» zuständig. Nachdem Hublot diese Armbanduhr mit zwei Federhäusern und üppigen zehn Tagen Gangautonomie versehen hat, geniesst eine Gangreserveanzeige auf der Vorderseite hohe Priorität. Der Steigerung des Spassfaktors dient die mit der Gangreserveanzeige gekoppelte Schubstande bei «12». Analog zum verbleibenden Energievorrat bewegt sie sich hin und her. Im Grossen und Ganzen gelten diese Aspekte auch für die neue, gründlich optimierte Meca-10 mit drei linearen, an der durchbrochen gestalteten Platine befestigten Brücken. Der zweite Blick lässt bei dem aus 264 Komponenten montierten Kaliber HUB 1205 jedoch zahlreiche Elemente uhrmacherischer Evolution erkennen. Im Zuge dessen verschwand das ehedem charakteristische Lochdesign. Passend zum Gehäusematerial ist das Uhrwerk galvanisch eingefärbt. Die Anzeige des verbleibenden Energievorrats verlegten die Techniker zur «3». Zwei übereinanderliegende und durch eine Spiralfeder verbundene Scheiben drehen sich in entgegengesetzter Richtung. Das Ensemble bewirkt eine intuitiv ablesbare Differenzanzeige. Perfekte Synchronisation zwischen der Gang­reserveanzeige und dem jeweiligen Spannungszustand der Feder­häuser gewährleistet ein neues Hand­ aufzugssystem. Wie gehabt vollzieht die vorne sichtbare Unruh stündlich 21’600 Halbschwingungen. Hublot verpackt die Zeitmechanik unter anderem in ein 42 Millimeter messendes Sichtbodengehäuse aus satiniertem und poliertem Titan. Bis zu zehn bar Druck bleibt Wasser aussen vor. PALMGRÜNE EXZELLENZ Erschwinglicher Luxus lautet die Maxime von Frédérique Constant. Uneingeschränkt trifft sie auch auf das neueste Mitglied der Kollektion zu. Exakt 150 Stück und keines mehr wird die Genfer Uhren­ manufaktur vom Classic Tourbillon Manufacture fertigen ausgestattet mit 39-Millimeter-Stahlgehäuse, palmgrünem Zifferblatt, kontrastierenden Zeigern und Indexen sowie dem hauseigenen Kaliber FC-980. Die Biographie des 30.5 Millimeter messenden Automatikwerks reicht zurück bis ins Jahr 2008. Zifferblattseitig findet sich keine Brücke zur Lagerung des Drehgestells, sondern ein nur einseitig mit der Platine verschraubter Kloben. Die Ringunruh oszilliert mit vier Hertz oder stündlich 28’800 Halbschwingungen.

Ein kleiner Zeiger gestattet das exakte Ablesen der Sekunden. Die technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts repräsentiert ein Ankerrad aus amagnetischem Silizium. Frequenzbedingt wird dieses Bauteil jede Sekunde achtmal gestoppt und wieder beschleunigt. Die Verwendung des sehr leichten Werkstoffs bringt eine geringere Masseträgheit mit sich, welche der Energiebilanz zugutekommt. Durch die sehr glatte Oberfläche entsteht nur minimale Reibung. Das wiederum mindert Energieverlust und Verschleiss. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass das aus insgesamt 188 Komponenten montierte Mechanik-Œuvre eine bei Tourbillons keineswegs alltägliche Stoppvorrichtung zum sekundengenauen Einstellen der Uhrzeit besitzt. Als weitere Besonderheit kann das Smart Weight Balancing gelten. Dieses bewirkt eine exakte Gewichtsverteilung des aus 81 Teilen zusammengefügten Tourbillons. Erfahrene Uhrmacher bewältigen den kniffligen Balanceakt durch die Befestigung winziger Metallringe mithilfe kleiner Schrauben. Von selbst mag sich verstehen, dass die klassisch runde, bis zu fünf bar wasserdichte Schale einen Sichtboden besitzt. Dahinter agiert die durchbrochen ausgeführte Schwingmasse. Ein kreisrunder Ausschnitt im Uhrwerk gestattet neugierige Blick auf und durch den Drehgang zur Kompensation negativer Schwerkrafteinflüsse auf die

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© Grand Seiko

Ganggenauigkeit. Für gleichermassen sicheren wie komfortablen Halt am Handgelenk sorgt ein Alligator­leder-Armband mit stählerner Faltschliesse.

Vorderseitig blickt man auf ein grünes Emailzifferblatt. Zum Spek­ trum der Funktionen gehört eine Kombination aus Gregorianischem Kalender, der heute weltweit für zivile und geschäftliche Zwecke Gültigkeit besitzt, und dem chinesischen. Letzterer bildet vor allem in China, Taiwan, Hongkong und Macau die Grundlage zur Bestimmung traditioneller Feste wie des chinesischen Neujahres und des Mondfestes. Neben den Stunden und Minuten bei «3» zeigt das Kalender-­ Opus die fünf Elemente in Kombination mit Yin und Yang sowie dem Sexagesimalsystem mit der 60 als Basis. Bei «9» informieren Zeiger über die Tage und Monate des traditionellen chinesischen Kalenders und bei «12» über dessen Doppelstunden. Ausserdem erscheint ganz oben in einem Fenster das Tierkreiszeichen des aktuellen Mondjahres. Der zentrale Serpentin-Zeiger ist für die Indikation des Gregorianischen Datums zuständig. Bleibt die charakteristisch gestaltete Mondphasenanzeige im Süden des Zifferblatts. Aus massivem Weissgold bestehen die applizierten römischen Ziffern und die Zeiger. Blancpain liefert die insgesamt 50 Exemplare mit schokoladenbraunem Armband aus Alligatorleder. Analog zum Gehäuse lässt Blancpain dessen Faltschliesse aus Platin herstellen.

UHR ZUM JAHR DER SCHLANGE China zelebriert 2025 das Jahr der Holzschlange. Uhrenmanufakturen tun es auch, und zwar mit ganz unterschiedlichen Zeitmessern, welche diesem Tierkreiszeichen huldigen. Blancpain hat in diesem Zusammenhang die Villeret Traditioneller Chinesischer Kalender 2025 vorgestellt. Diese Armbanduhr präsentiert sich mit einem polierten Platingehäuse, dessen Durchmesser 45.2 Millimeter beträgt. Am Handgelenk trägt sie 15.1 Millimeter auf höhe. Die klassisch runde Sichtbodenschale birgt in sich das hauseigene Automatikkaliber 3638. Uhrmacher fügen es aus summa summarum 464 Komponenten zusammen. Zu ihnen gehört auch eine hoch elastische und völlig amagnetische Siliziumspirale, welche für präzisen Rückschwung der mit vier Hertz oszillierenden Unruh sorgt. Gleich drei Federhäuser lassen das Uhrwerk ohne weiteren Energienachschub durch den Rotor beruhigende sieben Tage am Stück laufen. Als Reminiszenz an das Jahr der Holzschlange zeigt die Schwungmasse aus massivem Platin eben jenes Symbol.

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PRESTIGE ZEIT-SPRINTER TAG Heuer kooperiert mit Porsche. Das fünfte Jahr dieser Partnerschaft steht im Zeichen der Carrera Chronosprint x Porsche Rallye. Star ist natürlich auch hier der legendäre Porsche 911. 1965 feierte er im Rahmen der anspruchsvollen Rallye Monte Carlo sein Wettbewerbsdebüt. Das Fahrzeug mit der Startnummer 147 basierte auf einer leicht modifizierten Strassenversion, welche nicht primär für den herausfordernden Rennsport bestimmt war. Gleichwohl übertraf es auf Anhieb die Erwartungen durch einen beeindruckenden fünften Rang im Gesamtplacement und den zweiten Platz in seiner Klasse. Am Steuer sass Herbert Linge, ein Ausnahme­ ingenieur, Mechaniker und Entwicklungsfahrer aus dem Hause Porsche. Als Beifahrer fungierte Peter Falk. Insgesamt mehr als 30 Jahre stand der Direktor Rennfahrzeugentwicklung in den Diensten der Porsche AG. Diese Leistung würdigen 911 Exemplare des besagten TAG Heuer Carrera Chronosprint x Porsche Rallye mit stählernem Outfit und Sichtboden. Als Motor dient das hauseigene Selbstaufzugskaliber TH20-08. Ist der Tank komplett gefüllt, läuft dieses Uhrwerk nicht weniger als 80 Stunden am Stück. Natürlich besitzt die Mechanik einen Chronographen zum Erfassen von Zeitintervallen auf die Achtelsekunde genau. Damit ist es aber

© TAG Heuer

nicht getan. Das exklusiven Auftritt des Zeit-Sprinters gewährleistet ein spezielles Untersetzungsgetriebe mit zwei schneckenförmigen Zahn-Gebilden. Mit seiner Hilfe bewegt sich der zentrale Stoppzeiger nach dem Start rasch entlang der roten Markierung zu jenen 8.4 Sekunden, in denen die Nummer 147 von null auf 100 Stunden­ kilometer beschleunigte. Weil eine komplette Umdrehung dieses Zeigers am Ende exakt eine Minute dauern muss, reduziert sich danach das Tempo auf dem Weg zur 60-Sekunden-Marke. Zwei Totalisatoren bei «3» und «9» erfassen Umläufe bis 30 Minuten beziehungsweise zwölf Stunden. Neben dem Gliederband bekommt der limitierte Carrera Chronosprint auch noch ein Kalbslederband mit auf den Weg.

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WATCHES & JEWELLERY RETRO-STOPPER Herrlich nostalgisch mutet der neue Chronograph aus der Heritage-­ Kollektion von Titoni an. Vorbild ist eine Armbanduhr der Marken-­ Mutter Felca aus den 1950er-Jahren. Deren Gründung ist Fritz Schluep-Rüfenacht zu verdanken. Bereits ab den 1930er-Jahren war seine Firma in Hongkong aktiv. Für die 1951 in Singapur eröffnete Niederlassung entstand das neue Label Titoni. Die Rechnung, hochwertige Schweizer Produkte zu attraktiven Preisen anzubieten, ging voll und ganz auf. Auch in Malaysia, Indonesien, Thailand und Japan schossen die Umsätze nach oben. Grund genug für die Familie Schluep, ihre Firma, damals eine der Schweizer Top 20, in Felca & Titoni Uhren AG umzubenennen. Anschliessend fasste das Unternehmen auch in China Fuss. Seit einigen Jahren richtet die vierte Generation der Gründerfamilie ihren Fokus verstärkt auch auf den europäischen Markt. Dort kommen authentische Retromodelle wie dieser Stopper gut an, denn sie vereinigen gestalterische Tradition mit uhrmacherischer Zuverlässigkeit und Präzision der Gegenwart. Das einst genutzte Handaufzugskaliber Landeron 148 mit 30-Minuten-Zähler gab seinen Einstand 1948. Genau zwanzig Jahre später, also 1968, endete die Produktion. Zu seinen technischen Merkmalen gehörte eine damals noch weitgehend neuartige Kulissenschaltung für die drei chronographischen Funktionen Start, Stopp und Nullstellung. Auf dem Zifferblatt fand sich eine logarithmische Tachymeterskala zum Erfassen von Durchschnitts­ geschwindigkeiten über einen Kilometer oder eine Meile hinweg. Die ebenfalls vorhandene Telemeterskala dient der Ermittlung von Entfernungen bis zu 20 Kilometern durch die unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht und Schall. Das, dazu die mehrfarbige Bedruckung des Zifferblatts, die Indexierung des 30-Minuten-Zählers bei «3» mit Telefon-Zeiteinheiten sowie die Gestalt und Einfärbung der Zeiger entsprechen dem Original. Ausdruck der Gegenwart sind ein Sichtboden im Stahlgehäuse und das dahinter agierende Automatikkaliber Sellita SW510 mit einseitig wirkendem Kugellagerrotor und Kulissenschaltung.

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© Zenith

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© Rado

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CHRONOGRAPH MIT DURCHBLICK Zur LVMH Watch Week 2025 schickte Zenith, ein Mitglied des französischen Luxusmultis, den Defy Skyline Chronograph Skeleton ins Rennen um die Käufergunst. Fans der grossen alten Uhren­ manufaktur kennen diesen Zeitmesser bereits in der geschlossenen Version mit blauem oder schwarzem Zifferblatt. Ein Jahr nach dessen Vorstellung präsentiert sich dieser Armbandstopper mit skelettiertem Outfit. Mechanik-Voyeuren kommt in diesem Zusammenhang sicher sehr entgegen, dass versierte Techniker das bewährte hauseigene Automatikkaliber El Primero 3600 durchbrochen gestaltet und demzufolge in 3600SK umbenannt haben. Ein sofort ins Auge stechendes Charakteristikum der Tempo-­Mechanik ist ein zentraler, in nur zehn Sekunden um 360 Grad rotierender Chronographenzeiger. Neben der horizontalen Räder­kupplung besitzt das Uhrwerk selbstverständlich auch ein klassisches Schaltrad. Bei «3» erfasst ein Zeiger gestoppte Intervalle bis zu 60 Sekunden. Ganz im Süden findet sich in diesem Fall ein 60-Minuten-Zähler. Und bei «9» dreht eine Permanentsekunde als Funktionskontrolle. Neben dem Ankerrad besteht auch der Anker aus leichtem, vollkommen amagnetischem Silizium mit sehr glatter Oberfläche, die Schmiermittel überflüssig macht. Zum offenen, nichts verbergenden Zifferblatt gesellt sich ein Gehäuse­boden mit Saphirglasfenster. Die markant-moderne Optik unterstreicht reichlich Super-LumiNova-Leuchtmasse auf den Indices und den beiden Zeigern für Stunden und Minuten. 42 Millimeter misst die Edelstahlschale mit zwölfeckigem Glasrand. Bis zu zehn bar Druck reicht seine Wasserdichtigkeit. Zur Wahl stehen Ausführungen mit blau oder schwarz eingefärbtem Werk und Zifferblatt. Die Lieferung erfolgt mit zwei selbst tauschbaren Armbändern: eines aus Edelstahl und ein zweites aus Kautschuk mit komfortabler Faltschliesse.

DIASTAR, DAS ORIGINAL Die Golduhren, welche Rado gegen 1960 in grösseren Mengen nach Fernost exportierte, waren zweifellos attraktiv. Wegen des relativ weichen Gehäusematerials waren Kratzer jedoch an der Tagesordnung. Daher ordnete Paul Lüthi Experimente mit Hartmetallen an. In diesem Zusammenhang war dem damaligen Rado-Chef von Anbeginn klar, dass das Festhalten an gängigen Gehäusedesigns nicht zu den gewünschten Resultaten führen würde. Vielfältige Versuche führten 1962 zur Weltpremiere der ersten wirklich kratzfesten Armbanduhr namens DiaStar. Der Name kam nicht von ungefähr. Er repräsentiert eine Synthese aus Diamant und Star. Wegen des ungewöhnlichen ovalen Designs erfuhr das innovative Modell zunächst eher zurückhaltende Resonanz. Im Laufe der Jahre nahm die Begehrlichkeit jedoch kontinuierlich zu. Nicht ohne Stolz konnte Rado bereits 1987 den Verkauf des 1.5-millionsten Exemplars verkünden. Weitere 20 Jahre später standen die Zähler für den ovalen Bestseller bei mehr als drei Millionen Stück. Zu diesem Zeitpunkt hiess er schlicht und einfach Original. Logischerweise hat die DiaStar im Laufe der Jahrzehnte mehrere Evolutionsstufen durchlaufen. 2022 brachte eine Edelstahl-Version mit platinfarbenem Ceramos-Glasrand. Dieses Material, aus dem auch die Lünette der drei neuen DiaStar-Modelle besteht, fertigt Rado aus etwa 90 Prozent Titankarbid. Ceramos verbindet die Härte von Keramik mit der Widerstandsfähigkeit und dem Glanz einer Metalllegierung. Edelstahl findet für Gehäusemittelteil, Boden, Krone und Gliederband Verwendung. Die bis zu zehn bar wasserdichte Schale birgt das Automatikkaliber R586 mit rund 48 Stunden Gangautonomie. Die Qual der Wahl besteht bei den Zifferblättern: Drei verschiedene Farben künden von Individualität, Selbstbewusstsein und Lebenslust.

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T

PRESTIGE

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CARTIER

CLASH and LOVE collection

THOMAS SABO

Rebel at Heart

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DIE MUST-HAVE PIECES DER SAISON

LOUIS VUITTON

Awakened Hands to Awakened Minds collection, Phénoménal

M MANDANA

Ring Eternity Cushion

SWAROVSKI

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Ariana Grande x Swarovski Haarclip

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TIFFANY

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DIOR

Gem Dior collection

©Silvia Markeviciute.

Tiffany Lock collection

YANA NESPER

Paris City Girl, «Wrap Me» Wickelarmband, Ohrhänger und Wickelring

ISABELLE FA

Armreif, Flix.Flex eckig 9 Pavé

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TRENDS


DES ORIENTS

DAS GOLD

PRESTIGE

Autorin_Swenja Willms Bilder_Piaget

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Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von Piaget wurde eine Ausstellung ins Leben gerufen, die mit beeindruckender Pracht die Geschichte und Zukunft der Marke in den Mittelpunkt stellt. Nach Stationen in Paris und Shanghai ist die Ausstellung nun in Abu Dhabi zu besichtigen – einer Stadt, die bekannt für ihre einzigartige Verbindung von traditionellem Erbe und modernster Architektur ist. Diese Metropole bildet die perfekte Kulisse für Piagets gefeierte Handwerkskunst und seine Innovationskraft. Wir sprachen mit Frau Fatemeh Laleh, der internationalen Direktorin für Kommunikation und Bilder von Piaget, über die Bedeutung dieses Jubiläums und die kreative Vision, die hinter der Kollektion steht.

finden, ist sehr ähnlich. Die Entscheidung, Abu Dhabi als Standort zu wählen, war auch eine strategische Überlegung, die auf einem Dialog mit dem Markt beruhte. Abu Dhabi ist eine Stadt, die Marken braucht, die zeigen, was sie können. Für uns war es eine Win-win-Situation, weil wir eine Stadt brauchten, die den Geist und die Kundschaft hat, die zu uns passen. Welche Bedeutung hat dieses Jubiläum für Sie persönlich? Für mich war es eine grosse Ehre, in der Geschichte der Maison zurückzublicken und zu sehen, was Herr Piaget geschaffen hat. Es ging darum, sein Erbe zu würdigen und es in die heutige Zeit zu übertragen. Wir wollten dabei nichts Nostalgisches oder Vergangenes schaffen, sondern vielmehr den Spass daran finden, es weiterzuführen und zu sehen, wie es sich zu etwas entwickelt, das die Menschen anspricht. Das war für mich das Wesentliche. Im Zuge des Jubiläums präsentierten Sie die High-JewelleryKollektion «Essence of Extraleganza». Das Material Gold spielt dabei eine zentrale Rolle und ist zugleich tief in der Kultur von Abu Dhabi verwurzelt. Inwiefern passt diese Verbindung Ihrer Meinung nach zur Präsentation der hiesigen Kollektion und welche Bedeutung hat Gold in Ihrer kreativen Vision für Piaget? Gold ist für uns von enormer Bedeutung. Wir bezeichnen uns selbst als «House of Gold», und bei Piaget gibt es eine lange Tradition in der Kunstfertigung und Bearbeitung von Gold. Es gibt fast 90 verschiedene Techniken, wie wir Gold bearbeiten. Diese Geschichte ist tief in unserer DNA verankert und spiegelt sich in der Gestaltung und Kreativität wider. Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung von Gold bei Piaget ist die Einführung des Polo 79, der in den 1980er-Jahren, genauer gesagt 1979, auf den Markt kam. Dieser Zeitmesser war ein klares Statement, das den Luxus und die Feinheit des Materials Gold betonte. Piaget hat Gold immer als das höchstes Luxusmetall positioniert, und dieser Wert hat bis heute Bestand. Die Kollektion, die Sie hier sehen,

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RESTIGE: Frau Laleh, wir befinden uns in Abu Dhabi, unweit entfernt von ihren iranischen Wurzeln. Löst der sagenumwobene Osten für Sie auch eine Faszination aus? FATEMEH LALEH: Es ist sehr interessant: Obwohl ich im Iran geboren wurde, habe ich nie dort gelebt. Aber meine Familie ist stark von iranischer Kultur geprägt, und dieses Erbe ist immer präsent. Es geht um die Kunstfertigkeit, sei es in der Herstellung von Uhren, im Design, in der Kunst oder bei Edelsteinen und Diamanten, besonders bei Smaragden. Auch der Turquoise kommt aus dem Iran. Ich habe definitiv ein tiefes Gefühl für die Wurzeln und ein Verständnis für die Kulturen des Nahen Ostens. Auch die Sonne und die Farben finde ich hier so intensiv wieder. Abu Dhabi ist bekannt für seine faszinierende Mischung aus traditionellem Erbe und moderner Eleganz. Und auch Piaget ist bekannt für seinen innovativen Stil und seine Handwerkskunst, die traditionelle Elemente und moderne Ästhetik verbindet. Die Metropole in der Wüste wurde also bestimmt nicht zufällig gewählt, um das 150-jährige Jubiläum von Piaget zu zelebrieren … Abu Dhabi ist eine sehr moderne Stadt, das stimmt, und gleichzeitig hat sie eine starke kulturelle Wurzel. Es ist eine Stadt, die den Fortschritt und das Erbe miteinander verbindet und die auf Kunst und Kultur setzt – das ist wirklich bemerkenswert. In gewisser Weise verfolgen wir bei Piaget einen ähnlichen Ansatz: Wir bauen auf 150 Jahren Uhrmacherkunst auf und erweitern dieses Erbe in den Bereich der High Jewellery und Modernität. Die Verbindung zwischen Tradition und Innovation, die wir hier

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ist ein gutes Beispiel dafür. Sie zeigt nicht nur das Handwerk der Kettenherstellung, das für uns sehr wichtig ist, sondern auch die Verwendung von Edelsteinen wie des Smaragds und die Kunst, Gold zu verarbeiten und zu verdrehen. Diese Techniken sind nach wie vor von zentraler Bedeutung für unsere Kreationen. Um die neue Kollektion zu entdecken, nehmen Sie die Besucher in Abu Dhabi mit auf eine besondere Reise. Dazu haben Sie im «Emirates Palace Mandarin Oriental» eine Ausstellung konzeptioniert. Was war für Sie der wichtigste Aspekt, der dabei transportiert werden sollte? Wir haben eine Geschichte erzählt, die das Herzstück der Maison widerspiegelt, eine Mischung aus Extravaganz, Eleganz und dem Stil, der uns ausmacht. Der erste Eindruck der Ausstellung ist dominiert von Gold, was unsere Geschichte als «House of Gold» verkörpert. Gold und dessen kreative Ausdruckskraft, die zu aussergewöhnlichen High-Jewellery-Stücken führt, stehen hier im Vordergrund. Doch die Geschichte entwickelt sich weiter: Gold wird zunehmend von Blau begleitet, was den Übergang zur Uhrmacherkunst symbolisiert. Blau und Gold repräsentieren dann auch die Maskulinität in unserer Kollektion. Es geht darum, dass wahre Meisterschaft die Grundlage für Kunstfertigkeit und Kreativität ist. Schliesslich wird Blau zur dominierenden Farbe in der Piaget Society, einer

Hommage an das Erbe und die Menschen, die unsere Stücke getragen haben – von legendären Persönlichkeiten der Vergangenheit bis hin zu denen der Gegenwart. Die neue Kollektion nennen wir «Essence of Extraleganza», da sie zum Kern der Maison zurückkehrt: Sie spielt mit Gold, Asymmetrie, Farben und zarter Eleganz. Diese Elemente bilden das Fundament dieser Kollektion und verkörpern die Extravaganz und Eleganz, die Piaget auszeichnen. Ein wichtiger Aspekt war auch, dass wir tief in unserem Archiv gegraben haben. Die historischen Stücke aus unserem Erbe informierten die Gestaltung der Ausstellung und wurden im Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart neu interpretiert. Dieser Austausch zieht sich durch die gesamte Ausstellung und zeigt die Entwicklung der Maison.

«Es geht darum, dass wahre Meisterschaft die Grundlage für Kunstfertigkeit und Kreativität ist. Wenn man ein Meister seines Fachs ist, kann man der kreativste Mensch sein.» Fatemeh Laleh, Direktorin für Kommunikation und Bilder bei Piaget

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BREMONT

Terra Nova Bronze

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Speedmaster Moonphase Meteorite

PERFEKTE ZEITMESSER FÜR DEN FRÜHLING

MEISTER SINGER

Pangaea Day Date 365

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MAURICE LACROIX

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Redentore Bronzo

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RICHARD MILLE

RM 16-02 Automatic Extraflat

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JUNGHANS

1972 Competition

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Ingenieur

TRENDS


Autor_Gisbert L. Brunner

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Meisterliche UHRMACHEREI

seit 1775

Breguet Montre Souscription No 1286 (Antiquorum)

Seit 1775 steht der Name Breguet für meisterhafte Uhrmacherkunst. Der legendäre AbrahamLouis Breguet revolutionierte die Branche mit bahnbrechenden Erfindungen wie dem Tourbillon, der Stosssicherung und der «Pendule Sympathique». Seine Uhren wurden von Königen, Wissenschaftlern und Visionären geschätzt. Bis heute bewahrt Breguet sein Erbe mit höchster Präzision und zeitloser Eleganz.

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© Berguet

braham-Louis Breguet als den wohl bedeutendsten Uhrmacher aller Zeiten zu titulieren, ist sicher keine Übertreibung. Dem 1747 in der Schweizer Stadt Neuchâtel Geborenen wird zugeschrieben, er habe die Entwicklung von zwei Jahrhunderten Uhrmacherkunst in nur 50 Jahren vollzogen. Seine Ausbildung zum Uhrmacher hatte Breguet in Versailles absolviert. Neben der Ausübung seines Berufs studierte er später auch noch Mathematik. Die Eheschliessung mit einer gut situierten Pariser Bürgerstochter ermöglichte ihm 1775 die Gründung seiner eigenen Firma. Schier unerschöpflich waren Breguets Erfindergeist, sein Ideenreservoir und die Fähigkeit, das kreative Gedankengut in die Tat umzusetzen. Abraham-Louis Breguet sind unter vielem anderen zu verdanken: - die Erfindung der Stosssicherung für die dünnen Zapfen der Unruhwelle, - der Vorläufer der heutigen Chronographen, - das Tourbillon, die Drehganguhr zur Reduzierung der Schwerkrafteinflüsse auf den Gang, - die «Montre Souscripion» als vorbestellte und zur Hälfte vorausbezahlte Serienuhr oder - die «Pendule Sympathique», welche die abendlich eingelegte Taschenuhr über Nacht selbsttätig aufzieht und exakt stellt. Hinzu kommen weitere wichtige (Weiter-)Entwicklungen wie der automatische Aufzug, das Repetitionsschlagwerk, der ewige Kalender, die guillochierten Zifferblätter, die Breguet-Ziffern und -Zeiger sowie die Breguet-Spirale mit hochgebogener Endkurve. Allesamt haben sie bis heute in irgendeiner Form Bestand. Nicht zuletzt deshalb bewahrt die Swatch Group als aktuelle Eigentümerin des Hauses Breguet das Vermächtnis des Meisters mit eiserner Konsequenz. Breguet steht für überlieferte Uhrmacherei auf höchstem Niveau. Das Fertigungsspektrum reicht von der schlichten Handaufzugsuhr bis hin zum ultrakomplizierten Modell. Gründe, an diesen gewachsenen Grundfesten zu rütteln, gibt es exakt 250 Jahre nach der Unternehmensgründung beim besten Willen nicht.

Abraham-Louis Breguet

EIN UHRMACHERLEBEN IM DIENST DER PROMINENZ Gegen 1782 war für Abraham-Louis Breguet einer seiner sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gegangen. Wohl durch Vermittlung seines ehemaligen Mathematikprofessors am Pariser Collège Mazarin, Abbé Joseph François Marie, hatte er Kontakte zum französischen Hofe knüpfen und die Gunst der 1755 geborenen Tochter von Kaiser Franz I. und der Kaiserin Maria Theresia von Österreich gewinnen können. Zur Festigung des Bündnisses zwischen Frankreich und den Habsburgern war besagte Marie Antoi­nette am 16. Mai 1770 von ihren Eltern mit dem französischen Dauphin Ludwig, dem späteren König Ludwig XVI., verheiratet worden. Aus Anlass ihrer Hochzeit erhielt die künftige Königin einen Korb mit 52 Schnupftabakdosen und 51 Uhren, die sie an die Gäste verteilte. Kein Wunder, dass Marie Antoinette den Luxus liebte und diesem auch heftig frönte. Die Passion für die schönen und kostbaren Dinge des Lebens liess sie 1783 Gefallen an einer Repetieruhr mit Aufzugsautomatik und Datumsanzeige finden. Die Begegnung mit Breguet und der Erwerb der aufwendigen Taschenuhr machten Marie Antoinette zu den leidenschaftlichsten Verehrerinnen der hohen Kunst des begnadeten Uhrmachers. Ludwig XVI. teilte die Begeisterung seiner Gemahlin und bestellte ebenfalls ab 1783 bei Breguet gleich mehrere Zeitmesser. Natürlich sprach sich die Zufriedenheit des Hochadels und des französischen Hofstaats über die zukunftsträchtige Mechanik und die vornehme Eleganz von Breguets Uhren in den gebührenden Kreisen herum. Und diese Mundpropaganda erwies sich fortan als die beste Reklame für das kunstvolle Œuvre des chronometrischen Senkrechtstarters. Dank nachgerade euphorischer Empfehlungen zahlreicher Persönlichkeiten hohen Rangs musste Breguet seine Kreationen nicht in der üblichen Weise dem Publikum vorführen. Die potenziellen Kunden aus den Kreisen des Hochadels, der Militärs, des Klerus und des etablierten Bürgertums kamen zu ihm. Oder sie schickten Personen ihres Vertrauens – wie Marie Antoinette, die 1783 einen Gardeoffizier zu Breguet sandte, um die komplizierteste aller Breguet-Taschenuhren zu ordern. Weil die sogenannte

«Pendule Sympathique» No 666, 1814 (The Royal Collection)

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© Berguet

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sie sich als Hommage an den Firmengründer, der vor gut 200 Jahren Entscheidendes zur Verbesserung der Kalendermechanismen und zur gekonnten Platzierung des Erdtrabanten am Zifferblatt beigesteuert hatte.

«Marie Antoinette» alle erdenklichen Funktionen besitzen sollte, verzichtete die Königin auf die Festlegung eines Liefertermins und auf ein Kostenlimit. Breguet war zum Lieblingsuhrmacher der Prominenz avanciert. Und diesen Status legte er bis zu seinem Tod im Jahre 1823 nicht mehr ab.

«PERPÉTUELLE» Auch wenn Abraham-Louis Breguet teuflische Kräfte nachgesagt wurden, konnte er bei der Entwicklung eines automatischen Aufzugs für Taschenuhren lediglich die Gesetze der Mechanik konsequent anwenden und handwerklich umsetzen. Technisch bedeutete dies, dass er am Uhrwerk eine pendelförmige Schwungmasse mit Platingewicht befestigte. Diese wippte zum Beispiel beim Gehen auf und ab. Die solcherart erzeugte kinetische Energie wurde gleich in zwei Federhäusern gespeichert. Letztgenannter Kunstgriff brachte den Vorteil schwächerer Zugfedern mit sich, die leichter auf die Bewegungen der Schwungmasse ansprachen. Ein zusätzliches Rad im Gehwerk sorgte dafür, dass die «Perpétuelle» etwa 60 Stunden ohne Energienachschub auskam. 1780 nahm der Herzog von Orléans eine dieser innovativen Taschenuhren entgegen. Ein wohlhabender Mann versteht sich, denn der Erwerb einer «Perpétuelle» war damals eine ausgesprochen kost­ spielige Angelegenheit. Allein ihre Anfertigung nahm bis zu zwei Jahre in Anspruch. Nicht zuletzt deshalb galt sie schon zu Lebzeiten Breguets stets als «Uhr der Könige». Insgesamt dürfte der geniale Uhrmacher und Geschäftsmann zwischen 1780 und 1823 etwa 80 dieser Zeit­messer angefertigt und verkauft haben.

KALENDER-KÜNSTE Die Genialität Abraham-Louis Breguets zeigte sich auch bei der Entwicklung seiner Kalenderuhren. Sie gehorchten den Vorgaben des Gajus Julius Caesar. Bei den einfachen Kalenderwerken folgte auf den 30. Tag stets eine Null. Dort verharrte der Datumszeiger, bis er durch manuelles Fortschalten auf den Ersten des Folgemonats wieder in Gang gesetzt wurde. Auf diese Weise unterband Breguet ein entscheidendes Manko derartiger Schaltwerke: Vergassen die Besitzer in Monaten mit weniger als 31 Tagen die Korrektur, lief der Kalender so lange falsch, bis der Fehler bemerkt wurde. Ab 1795 konnten besonders anspruchsvolle Kunden des begnadeten Uhrmachers alle Kalenderprobleme getrost vergessen. Die Uhren mit ewigem Kalendarium berücksichtigen die unterschiedlichen Monatslängen in Normal- und Schaltjahren ganz automatisch. Die familiären und geschäftlichen Nachkommen Breguets verkleinerten das unter dem Zifferblatt montierte Schaltwerk immer weiter, bis es 1929 auch in eine Armbanduhr passte. Selbstverständlich waren diese frühen Kalender-Armbanduhren auch mit Mondphasenanzeigen ausgestattet. Schliesslich verstanden OBEN LINKS «Marie Antoinette» No 1160, Nachbau 2008 OBEN RECHTS Taschenuhr mit Tourbillon No 1176, Werk

Breguet Montre Perpetuelle

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WATCHES & JEWELLERY Abraham-Louis Breguet hat für sich übrigens nie in Anspruch genommen, den automatischen Aufzug erfunden zu haben. Sein grosser Verdienst bestand vielmehr in der ihm eigenen Perfektionierung durch geradezu revolutionäre Ideen. Wenig bekannt ist schliesslich die Tatsache, dass sein Sohn Antoine Louis gegen 1830 einer der Wegbereiter des modernen Kronenaufzugs war, der bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Standard bei allen mechanischen Uhrwerken avancierte. BREGUET UND DER FALLSCHIRM Ein eindrucksvoller Beleg, dass Abraham-Louis Breguet seiner Zeit stets um Meilen vorauseilte, ist ein eher unscheinbares Bauteil, welches er verheissungsvoll «Parachute» taufte. Dessen Entwicklung lag die Erkenntnis zugrunde, dass die Rubinzylinder der Hemmung oder die dünnen Zapfen der Unruhwelle feiner Taschen­ uhren besonderer Gefährdung ausgesetzt sind. Sein gleichermassen einfacher wie wirkungsvoller Schutz für die bedrohten Komponenten: ein intelligent geformtes, stählernes Federblatt mit einer Halteschale am freien Ende. Dieses Bauteil bewirkte eine elastische Lagerung der Ankerradwelle oder des Rubinzylinders. Bei harten Schlägen gaben die federnden Lager ganz einfach nach. Erste Versuchsexemplare seines «Fallschirms» präsentierte Breguet 1790. Um dessen Wirksamkeit spektakulär beweisen zu können, nahm er während eines Empfangs beim französischen Aussenminister Charles Maurice de Talleyrand eine besonders wertvolle Uhr aus der Tasche. Und zum Entsetzen der Anwesenden liess er sie spektakulär auf den Boden fallen. Doch nach dem Aufheben tickte der kostbare Zeitmesser so, als sei nichts geschehen. Mit einem Ausdruck der Bewunderung konstatierte Talleyrand: «Man kann nie wissen, was dieser Teufel Breguet als Nächstes tun wird.» Er tat einiges. Zum Beispiel beschäftigte er sich intensiv mit der Optimierung seiner Stosssicherung, die 1806 während einer Ausstellung auf der Esplanade vor dem Pariser Invalidendom erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Retrospektiv betrachtet, kann diese geniale Vorrichtung mit Fug und Recht als Vorläuferin jener Stosssicherungen gelten, die heute in allen mechanischen Armbanduhren ihre segensreiche Wirkung entfalten. MEHR ALS EINE UNRUHSPIRALE Ohne ihre winzige Unruhspirale wären mechanische Uhrwerke leblose Geschöpfe. Zum Beweis dieser provokanten These muss man die Spirale ganz einfach entfernen. Danach bewegt sich der Unruhreif noch bis zu einem Anschlag, wo er regungslos verharrt. Die Stärke des feinen Metallbands, aus dem Spiralfedern geformt werden, liegt im Allgemeinen zwischen einem und drei Hundertstelmillimetern. Und damit ist es wesentlich dünner als ein menschliches Haar. Das Gewicht beträgt etwa 2 / 1000 Gramm. Trotzdem sind Unruhspiralen sechs Mal belastbarer als ähnlich dünne Haare. Erst Zugkräfte von etwa 600 Gramm lassen eine Unruhspirale reissen. Bezüglich der «Seele mechanischer Uhren» gaben sich die Uhrmacher des 18. Jahrhunderts sehr experimentierfreudig. Erprobt wurden unterschiedlichste Ausprägungen, zum Beispiel zylindrische, kugelförmige oder konische Spiralfedern. Dadurch sollten die Unruhen wesentlich isochroner schwingen können. Und das bedeutet nichts anderes, als dass deren Schwingungsdauer unabhängig von ihrer Schwingungsweite ist. Die optimale Form verlangte jedoch einen genialen Erfinder vom Range Abraham-­Louis Breguets. Auf der Grundlage intensiver Studien präsentierte er 1795 die

OBEN Taschenuhr No 383 mit Parachute-Stosssicherung Montres Breguet SA UNTEN Taschenuhr No 383, Uhrwerk mit Parachute-Stosssicherung

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© Gisbert Brunner

später nach ihm benannte «Breguetspirale». Ihr typisches Erkennungszeichen bestand und besteht in einem hochgebogenen äusseren Ende. Dieses bewirkt ein deutlich konzentrischeres «Atmen» und damit einen bestmöglichen Isochronismus. Nicht zuletzt auch auf Bitten der Nachkommen von Abraham-­Louis Breguet beschäftigte sich der französische Mathematikprofessor Edouard Philips ab etwa 1860 ausgiebig mit der Spiralfeder und ihren Formen. Seine tiefgreifenden Untersuchungen, die erste davon wurde 1861 publiziert, haben bis heute nichts an Aktualität eingebüsst. Beim Hochbiegen der für das letzte Quäntchen an Präzision entscheidenden Breguet-Endkurve sind heute wie eh und je die gleichermassen geschickten wie geduldigen Hände qualifizierter Könner gefragt. EMAILZIFFERBLÄTTER MIT GEHEIMSIGNATUR Email-Zifferblätter besitzen eine lange Tradition. Man findet sie bereits in Uhren, welche Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden. Doch erst Abraham-Louis Breguet führte die Kunst des Emaillierens zu einzigartiger Vollendung. Weil sich der «Leonardo der Uhrmacherei» bereits zu Lebzeiten gegen den üppigen Missbrauch seines wohlklingenden Namens zur Wehr setzen musste, erhielten seine ohnehin schon extrem aufwendigen Zifferblätter noch eine besondere Raffinesse: eine nur etwa drei Millimeter breite Geheimsignatur, die der Stichel eines Pantographen vorsichtig ins weisse Email ritzte. Den Apparat hatte der berühmte Automatenbauer Jean-Pierre Droz (1746 – 1823) eigens für seinen Freund konstruiert und gefertigt. Mit seinem genialen Kunstgriff erreichte Breguet als einer der am meisten kopierten Uhrmacher exakt das, was er wollte: Lange Zeit galten Uhren ohne Geheim­signatur kategorisch als Plagiate. Heute ist man etwas klüger. Nachdem zu jeder Regel die Ausnahme gehört, existieren auch Zeitmesser ohne den kryptischen Schriftzug, die nachweislich aus den Ateliers von Breguet stammen. Vielleicht wurde derselbe im Eifer des Fertigstellungsgefechts schlicht und einfach vergessen.

Breguet Tourbillon No 1817, ausgestattet mit Breguet-Spirale

Ungeachtet dessen heisst es beim Kauf einer historischen Breguet immer aufgepasst. Wie bei Kultgegenständen erster Güte üblich, ist die kriminelle Energie ausgekochter Fälscher nahezu unerschöpflich. Vermutlich liegt die Zahl nachgeahmter Breguets in der Grössenordnung von mehreren 1000 Exemplaren. Und es soll sogar Auktionen gegeben haben, bei denen mehr als die Hälfte der angebotenen Breguet-­Uhren ausser der perfide gefälschten Signatur nichts, aber auch gar nichts mit dem Genie des Meisters zu tun hatten. Zum Glück existiert ein komplettes Archiv, in dem das gesamte Breguet-Œuvre bis in die Gegenwart akribisch genau erfasst ist. Mit seiner Hilfe lässt sich sehr exakt und gründlich die Spreu vom Weizen trennen. Vorsicht war schon immer die Mutter der Porzellankiste – was traditionsgemäss in ganz besonderer Weise für Uhren mit Email-Zifferblättern gilt.

© Berguet

Emailmalerei

WIRBELWIND Dass sich die Genese des Drehgangs zur Kompensation von Schwerkrafteinflüssen auf die Ganggenauigkeit senkrecht hängender Unruhschwinger aufs Engste mit Abraham-Louis Breguet verknüpft, dürfte sich allgemein herumgesprochen haben. Fünf Jahre nach der genialen Eingebung arbeitete das erste Tourbillon im Jahre 1800 zur vollen Zufriedenheit des Meisters. Wenn man George Daniels, einem ausgewiesenen Breguet-Kenner, Glauben schenkt, handelte es sich beim Erstlingswerk um ein Experimentierstück, das erst 1832 einen Kunden fand. Das Patent für seinen «Regulateur à tourbillon» datiert bekanntlich auf den 26. Juni 1801. Bis sich die kongeniale Erfindung für Breguet bezahlt machte, zogen weitere

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© Berguet

© Berguet

WATCHES & JEWELLERY

Taschenuhr mit Tourbillon No 1176 Montage eines Breguet-Zeigers

Jahre durch die französischen Lande. Die öffentliche Präsentation der «alle möglichen Gangabweichungen der Unruh und der Spiralfeder ausgleichenden Uhr» erfolgte 1806 im Rahmen der dritten und letzten Pariser Ausstellung für Industrieerzeugnisse. Neben Abraham-Louis Breguet waren beispielsweise auch Louis Berthoud, Antide Janvier und Robert Robin mit innovativen Erzeugnissen vertreten. Dem einzigartigen Tourbillon hatten sie jedoch nichts entgegenzusetzen. 1808 schenkte der einfallsreichste Uhrmacher aller Zeiten John Roger Arnold eines seiner Tourbillons. Dessen 1799 verstorbener Vater John Arnold und Abraham-Louis Breguet hatten eine enge Freundschaft gepflegt, sich gegenseitig ausgetauscht sowie ihre Söhne zum Erlernen des Uhrmacherhandwerks ins Atelier des jeweils anderen entsandt. Zum Andenken integrierte Breguet seinen Drehgang in ein Arnold-Uhrwerk mit Chronometer-­ Hemmung. Dieser Sachverhalt ergibt sich aus der Gravur «Erster Tourbillonregulator von Breguet, kombiniert mit einer der ersten Arbeiten von Arnold. Hommage von Breguet in bester Erinnerung an Arnold als Geschenk an dessen Sohn im Jahre 1808». Georges Daniels vertrat hierzu die Auffassung, dass es sich bei diesem Zeitmesser, der sich heute im Britischen Museum bewundern lässt, nach besagtem Prototyp von 1800 um Breguets erstes Tourbillon überhaupt handelte. «HÄNDE DER ZEIT» Unsterblich machte sich Abraham-Louis Breguet schliesslich auch durch die Gestaltung unverkennbarer Zeiger. Diese sind für die Funktion klassischer Zeitmesser ebenso essenziell wie für ihr

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Aussehen. Beides lag dem 1823 Verstorbenen zeitlebens ganz besonders am Herzen. Aus diesem Grund hatte er sich schon 1783 von den bis dahin verwendeten englischen Zeigern abgewendet. Fortan drehten sich vor seinen liebevoll gestalteten, teils guillochierten, teils emaillierten Zifferblättern selbst entwickelte Zeiger des Typs «Pomme». Deren Ausführung erfolgte in massivem Gold oder gebläutem Stahl. Ihr untrügliches Kennzeichen besteht in einer exzentrisch durchbrochenen Scheibe nahe der sorgsam zugeschliffenen Spitze. Erfolge liessen nicht lange auf sich warten. Die neuen Zeiger, für deren Herstellung ausschliesslich beste Fabrikanten verantwortlich zeichneten, prägten das optische Erscheinungsbild der Breguet-Uhren ab dem genannten Jahr 1783 ganz entscheidend. Daher hiessen sie in Fachkreisen bald schon schlicht und einfach Breguet-Zeiger. Trotz der breiten Akzeptanz ruhte sich Abraham-­ Louis Breguet auch auf diesen Lorbeeren niemals aus. Immer wieder trieb er die Lieferanten an, seine signifikanten «Hände der Zeit» weiter zu vervollkommnen. Deren Werte erkannten auch viele Mitbewerber. Und sie verwendeten diesen charakteristischen Zeigertyp, um sich so ein wenig im strahlenden Glanze des bedeutenden Meister-Uhrmachers zu sonnen. Bei Breguet selbst gerieten besagte «Pomme»-Zeiger während der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als Edward Brown das Unternehmen als neuer Eigentümer leitete, vorübergehend ein wenig ins Abseits. Erst ab 1930 kamen sie wieder verstärkt zu alten Ehren. Inzwischen gibt es keine Alternative mehr: Alle Breguet-­ Uhren mit Ausnahme einiger Sportmodelle besitzen jene Zeiger, die der Namensgeber vor 242 Jahren mit grosser Hingabe kreierte.


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CHOPARD

Happy Sport

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THOMAS SABO

Blooming Skies

SHINE THROUGH TIME: ELEGANZ TRIFFT AUF PRÄZISION

FREDERIQUE CONSTANT

Highlife Ladies Quartz

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BVLGARI

Serpenti Seduttori

BREMONT

Terra Nova 38 «Pink»

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RICHARD MILLE

RM 16-02 Automatic Extraflat

DIOR

LOUIS ERARD X SYLVIE FLEURY

Le Régulateur

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Chiffre Rouge

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TRENDS


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Autor_Mario Hetzel Bilder_Hamilton

WIE HAMILTON

Hamilton steht wie kaum eine andere Marke für chrono­ metrische Revolutionen: In den 1950er-Jahren brachte sie die erste elektrische Uhr – die Ventura – auf den Markt, in den 1970ern folgte der weltweit erste digitale Zeitmesser – die Pulsar. Doch die Zeit steht nicht still, und so hauchte Hamilton dem Erbe dieser beiden Klassiker neues Leben ein: Der Ventura S Quartz wurde das filigrane Flexarmband verliehen – eine technische Meisterleistung. Und die PSR 74 greift auf Design­ elemente der revolutionären Pulsar zurück und schlägt damit ein neues Kapitel in der digitalen Uhrmacherkunst auf.

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lvis Presley, der King of Rock ‘n‘ Roll, war nicht nur für seine unglaublichen Auftritte bekannt, sondern auch für seinen kühnen Sinn für Stil: Er war berühmter Besitzer einer originalen Ventura, die das Design der Ventura S Quartz inspirierte. Elvis verkörperte den amerikanischen Geist, indem er Innovation und Charisma miteinander verband – Eigenschaften, die sich perfekt in dem flexiblen Armband der Ventura S Quartz widerspiegeln. Aufgrund seiner geringen Grösse ist das Flex-Armband eine komplizierte technische Meisterleistung – als bequeme Alternative zum bestehenden Lederarmband. Es bedurfte zahlreicher Versuche, um die Flexibilität der Glieder zu perfektio­ nieren und sowohl Haltbarkeit als auch

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WATCHES & JEWELLERY

DIE ZEITMESSUNG

REVOLUTIONIERTE

Komfort zu gewährleisten. Das innovative «Easy-Click»-System von Hamilton wurde hinzugefügt, um den Wechsel des Armbands mit Leichtigkeit zu ermöglichen. In der Ventura S Quartz lässt Hamilton somit Vintage-Charme und moderne Technik auf einzigartige Weise verschmelzen. Das unvergleichliche dreieckige Gehäuse erinnert an den Geist der 1950er-Jahre, als die Ventura die erste elektrische Uhr der Welt war. Zwei Jahrzehnte später, in den 1970er-Jahren, sorgten bahnbrechende technische Innovationen für Aufsehen – mit gros­ sen Fortschritten im Hinblick auf PCs, Heim-Videorecorder, Videospiele und die weltweit erste digitale Armbanduhr: die Hamilton Pulsar. Die Pulsar P1 von Hamilton wurde 1970 angekündigt, kam 1972 auf den Markt und hat die Art und Weise, wie die Welt die Zeit misst, für immer verändert. Mit dem anhaltenden Erfolg der Pulsar hat Hamilton das Design weiterentwickelt. Die Pulsar Cushion aus dem Jahr 1974 diente nun als Inspiration für die neue PSR 74, ein neues Kapitel in der Legende digitaler Zeitmessung. Mit dieser setzt Hamilton nun seine langjährige Tradition der Ausgewogenheit zwischen Technik und eigenständigem Design fort. Die PSR 74 bietet sowohl eine moderne Verfeinerung des Vintage-Designs als auch Innovation in Form neuer Funktionen. Ein legendäres Merkmal des Originals, das 31 Millimeter grosse kissenförmige Gehäuse, ist aber so wagemutig und futuristisch wie eh und je. Komplementiert werden die geschwungenen Linien des Gehäuses mit einem einzigartigen armreifähnlichen Armband, das sich durch eine elegante, zur Schliesse hin verjüngende Silhouette auszeichnet – für einen stromlinienförmigen Look. Für die Anzeigeziffern haben sich die Designer von Hamilton für die Beibehaltung des ursprünglichen Schrifttyps entschieden, der auch auf der Pulsar aus den 1970er-Jahren zu sehen ist. Das bedeutet, dass man mit der PSR 74 das gleiche Erlebnis wie zur Zeit der weltweit ersten digitalen Zeitmessung vermittelt bekommt. Die Modelle sind als Edelstahlausführung und mit goldfarbener PVD-Beschichtung erhältlich. Damit läutet die PSR 74 eine neue, nach wie vor stilvolle Ära der digitalen Zeitmessung ein.

ÜBER HAMILTON Das 1892 in Lancaster, Pennsylvania, gegründete Unternehmen Hamilton kreiert Uhren, die sich durch ein einzigartiges Gleichgewicht zwischen Authentizität und Innovation auszeichnen. Die Zeitmesser dienten der Synchronisier ung des ersten Schienenverkehrs sowie zahlreichen Luftfahrtpionieren und

US-­S oldaten. Die Uhren von Hamilton, dem Uhrmacher der Filme ­ macher, sind in bereits mehr als 500 Filmen und TV-Shows zu sehen gewesen. Spezialanfertigungen spielen in gleich mehreren Hollywood-Blockbustern eine zentrale Rolle. Im Bestreben, mit seinen Zeitmessern authentische Charaktere und Handlungsstränge zu entwickeln, hat Hamilton die erste Markenuhr kreiert, die Teil eines Videospiels ist. Das Unternehmen steht wie kein anderes für Handwerkskunst und Zuverlässigkeit und brachte 1957 die erste elektrische Uhr der Welt und 1970 die erste digitale LED-Uhr auf den Markt. Als Mitglied der Swatch Group führen die Kollektionen von Hamilton «American Spirit» und echte Schweizer Präzision zusammen.

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MO TI ON 72


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PERFEKTION 74


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IN IHRER SCHÖNSTEN FORM

St. Moritz im verschneiten Winter. Sobald hier der See von einer dicken Eisschicht bedeckt ist, verwandelt sich das Städtchen mit seinen Luxusboutiquen und Edelrestaurants in eine Begegnungsstätte des Adrenalins. Aber wenn sich die internationale Elite alljährlich beim White Turf versammelt, dann geht es nicht nur um Geschwindigkeit auf dem Eis, sondern um die Inszenierung eines Lebensgefühls. Genau hier setzt Genesis an: Als Hauptsponsor des White Turf bringt die koreanische PremiumAutomobilmarke eine neue Dimension von Luxus auf das zugefrorene Naturwunder des St. Moritzersees.

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Autorin_Swenja Willms Bilder_Genesis

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b in der Spitzengastronomie, im Rennsport oder in der Automobilwelt – Perfektion entsteht durch das Streben nach Exzellenz. Genesis hat sich als Automobilhersteller seit seiner Gründung 2015 einen Namen gemacht, indem die Marke kompromisslose Qualität, mutiges Design und innovative Technologie verbindet. Mit einer Modellpalette, die Luxus mit elektrischer Performance verknüpft, positioniert sich Genesis als Vorreiter einer neuen, nachhaltigen Definition von Premium-­ Mobilität. Die Fahrzeuge vereinen koreanische Handwerkskunst mit modernster Technik, was sie sowohl auf der Strasse als auch auf Schnee und Eis zu aussergewöhnlichen Begleitern macht. Es überraschte folglich nicht, dass Genesis bereits zum vierten Mal in Folge als Hauptsponsor zum legendären Pferderennen White Turf zurückkehrte. Das exklusive Sportereignis ist ein bedeutendes gesellschaftliches Highlight, das alljährlich die Elite aus der ganzen Welt anzieht. Das Event, das auf dem zugefrorenen St. Moritzersee stattfindet, lockt nicht nur Pferderennsportfans an, sondern bietet auch einen faszinierenden Mix aus Glamour, Luxus und Tradition. Dabei kommen nicht nur prominente Gäste aus Sport und Gesellschaft, sondern auch die weltweit besten Rennpferde zusammen, die in einem einzigartigen Ambiente um den Sieg kämpfen. Als Hauptsponsor des renommierten Pferderennens setzt Genesis nicht nur ein starkes Zeichen in der Welt des Motorsports, sondern auch in der exklusiven Eventlandschaft. In der Genesis Public Lounge hatten alle Gäste die Gelegenheit, die vollelektrischen Premium-SUV-Modelle GV60 und Electrified GV70 aus nächster Nähe zu bestaunen und die «Son Nim»­­-Gastfreundschaft, die für Genesis essenziell ist, zu erleben. Das koreanische Konzept bedeutet so viel wie «Gast als Ehrengast»

und bringt die Philosophie der Marke perfekt zum Ausdruck. Im stilvollen Ambiente der Lounge wurde dies mit erlesenen Tees, süssen Köstlichkeiten und einer Atmosphäre spürbar, die fernab von klischeehafter Luxusinszenierung liegt. Ein Prinzip, mit dem Dominik Hartmann bestens vertraut ist: Der mit zwei Michelin-Sternen und 18 Gault&Millau-­ Punkten ausgezeichnete Küchenchef des Restaurants Magdalena in Schwyz begeisterte im Rahmen des White-Turf-Wochenendes die Gäste im Restaurant «The View» im Genesis-Partnerhotel Grace La Margna mit einem exklusiven Menü, das alpine Aromen mit avantgardistischer Leichtigkeit verband. Unterstützt wurde er dabei von Andrea Bonini, dem Küchenchef des Partnerhotels, der seine Expertise einbrachte, um das kulinarische Erlebnis zu bereichern. Am Sonntag durften die Genesis-VIP-Gäste in den Genuss von Dominik Hartmanns Signature Dishes kommen. Die gemeinsame Philosophie? Höchste Präzision in der Komposition der Aromen, eine tiefe Verbundenheit zur Region und der Wille, Grenzen zu verschieben. Hartmann, bekannt für seine vegetarische Sterneküche, zeigte mit seinem Menü, bestehend aus Winterzutaten wie Kürbis, Rote Bete und Karotten, dass Perfektion auch in der Welt der Kulinarik ein entscheidender Faktor ist.


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WHITE TURF – WO DIE ELITE SICH TRIFFT

Das jährliche Pferderennen in St. Moritz ist der Treffpunkt der High Society, ein Ort, an dem sich Stars und Prominente gerne sehen lassen. So auch André Lotterer: Der dreifache Le-Mans-Sieger war Ehrengast des White Turf 2025 und zeigte sich beeindruckt von der einzigartigen Mischung aus Luxus, Geschwindigkeit und Kulinarik. Als Profirennfahrer weiss er, dass Erfolg kein Zufall ist – es sind Präzision, Timing und die unermüdliche Suche nach Perfektion, die den Unterschied machen. Mit dem GMR-001-LMDhPrototyp bereitet sich Lotterer mit Genesis auf die WEC- und IMSA-­ Serie 2026 vor – und damit auf den Einstieg in die Renn- und Rallyeaktivitäten der koreanischen Automarke. Lotterer und sein Teamkollege Pipo Derani sind massgeblich an der Entwicklung des neu entwickelten Hypercars beteiligt. «Ich bin überglücklich und sehr dankbar, dass ich über Genesis in den Langstrecken-Rennsport einsteigen kann», sagte der Genesis-­ Magma-Racing-Pilot André Lotterer. «Nachdem ich in diesem Jahr die FIA-Hypercar-Langstrecken-Weltmeisterschaft gewonnen habe, ist dies die perfekte Gelegenheit für mich, meine Arbeit, Erfahrung, Leidenschaft und Motivation als Teil eines ambitionierten Teams in ein neues Projekt einzubringen. Ich freue mich darauf, mit der Arbeit zu beginnen und auf eine erfolgreiche Zukunft hinzuarbeiten.»

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MOTION Der GMR-001 kombiniert modernste Hybridtechnologie mit aerodynamischer Perfektion und einer kompromisslosen Designsprache. Genesis setzt dabei auf Leichtbau, eine verbesserte Energierückgewinnung und eine Leistungssteigerung, die es dem Fahrzeug ermöglichen wird, an der Spitze des internationalen Motorsports mitzuhalten. Und auch die bestehende Fahrzeugpalette von Genesis tritt ein in ein neues Hochleistungsterritorium. Die «Magma»-­ Linie von Genesis begeistert mit maximaler Ästhetik, optimierter Leistung und gesteigertem Fahrspass. Auf den Stras­sen sind diese Modelle unübersehbar, denn sie tragen die Signalfarbe «Magma», ein leuchtendes Orange. Die Farbe ist besonders aus der Ferne gut erkennbar – essenziell, wenn es um Rettungseinsätze im alpinen Raum geht. So ziert auch die neue Konzeptstudie von Genesis leuchtend orangene Farbdetails. Der Genesis GV60 MIV wurde speziell für unwegsames Gelände und extreme Wetterbedingungen entwickelt und präsentiert sich mit Schneeketten, Carbonfaserverstärkungen und Berg­ rettungsausrüstung. Das innovative Konzeptfahrzeug wurde nicht nur in St. Moritz präsentiert, sondern auch beim renommierten Davos Forum ausgestellt. Dort unterstreicht Genesis seine Ambitionen im Bereich nachhaltiger Mobilitätslösungen für extreme Einsatzgebiete. «Genesis ist stolz darauf, sichere und schön designte Luxusfahrzeuge zu entwickeln, die gewagt, modern und unverkennbar koreanisch sind», erklärte Luc Donckerwolke, Chief Creative Officer von Genesis. «Das GV60 MIV Concept erweitert diese Vision des Komforts und der Liebe zum Detail und zeigt, dass unsere Fahrzeuge nicht nur für urbane Umgebungen, sondern auch für die herausforderndsten Terrains der Welt konzipiert sind.» Und während die edlen Rennpferde über das gefrorene Eis des St. Moritzersees galoppieren – ein ebenso herausforderndes Terrain für die Vierbeiner –, demonstriert das White Turf eindrucksvoll, wie Eleganz und Leistung selbst unter extremsten Bedingungen harmonieren können.

Die «Magma»Linie begeistert mit maximaler Ästhetik und gesteigerter Performance. 79

Das GV60 MIV Concept: das Elektroauto für raues Gelände und schwierige Wetterbedingungen


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DIE SCHMIEDE DER TRÄUME Autorin_Swenja Willms Bilder_Mercedes-Benz

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Das Qualitätsversprechen «Made in Sindelfingen» ist für Mercedes-Benz-Kund*innen ein Garant für Präzision und Exklusivität. Hier entsteht in der hochmodernen Factory 56 das Flaggschiff der Marke – die S-Klasse. Doch Sindelfingen ist nicht nur die Geburtsstätte dieser legendären Limousine, sondern auch die Heimat der MANUFAKTUR, des markenübergreifenden Individualisierungsprogramms von Mercedes-Benz. Und mit der Neueröffnung des MANUFAKTUR-Studios Ende des Jahres 2024 setzte der Automobilhersteller einen weiteren Meilenstein in der Erweiterung seiner Luxusangebote.

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anz im Gegensatz zu einer typischen Schrauberwerkstatt strahlt der Raum eine klare, minimalistische Eleganz aus – alles ist aufgeräumt, präzise und durchdacht. Keine losen Schrauben liegen umher, kein unangenehmer Geruch von Sprit, keine Ölflecken auf dem Boden. Fahrzeuge sind hier nicht auf Hebebühnen, sondern schweben förmlich über den Boden, gleiten über die Matrixfertigung wie auf einem Schachbrett zu den verschiedenen Stationen: Hier wird die individuell gestaltete Mittelkonsole eingebaut, dort werden ein Carbonlenkrad oder massgeschneiderte Sitze eingesetzt. Jede Station der Produktion verspricht höchste Präzision. Im neuen MANUFAKTUR-­Studio von Mercedes-Benz trifft hochmoderne Technik auf meisterhaftes Handwerk. Hier wird der Traum vom massgeschneiderten Luxus­fahrzeug Wirklichkeit, ganz nach den einzigartigen Wünschen der Kunden von Mercedes-Benz, so wie es beim Automobilhersteller schon seit 1886 Brauch ist.

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MOTION Denn die Geschichte von massgeschneiderten Fahrzeugen bei Mercedes-Benz begann bereits mit dem ersten Modell des Unternehmens, dem «Benz Patent-Motorwagen». Dieses entstand nicht nur aus der Vision von Carl Benz, sondern auch auf ausdrücklichen Wunsch einer Kundin: Bertha Benz. Sie unterstützte ihren Mann nicht nur finanziell, sondern gab auch Anstösse zur Weiterentwicklung des Fahrzeugs, um den Bedürfnissen der damaligen Zeit gerecht zu werden. Dieser frühe Beginn der Kundenorientierung prägt die Philosophie von Mercedes-Benz bis heute – und geht mit der neu eröffneten MANUFAKTUR einen Schritt weiter. Hier erleben Kundinnen und Kunden die Entstehung ihrer Wunschfahrzeuge hautnah, von der exklusiven Lackierung bis zu massgeschneiderten Interieur-Elementen. Bis zu 20 Fahrzeuge pro Tag können hier individualisiert werden, wobei die Möglichkeiten fast grenzenlos erscheinen: von der Stickerei des Kuschelkissens mit dem Familien­ wappen bis hin zu einem Emblem, das die eigene Signatur ziert. HANDWERKSKUNST TRIFFT AUF ZUKUNFTSTECHNOLOGIE Um solch einzigartige Details zu fertigen, bedarf es meisterhafter Hände. Denn in der MANUFAKTUR wird vieles in Handarbeit erledigt. Ein Beispiel dafür ist das aufwendige Einarbeiten von Leder. So dauert es beispielsweise vier Stunden, ein Lenkrad von Hand in hochwertiges Leder einzufassen – ein Kunstwerk, das oft mit Zusatzkosten von bis zu 1600 Euro zu Buche schlägt. Doch nicht

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PRESTIGE nur die Materialien, auch die Handwerker sind von unschätzbarem Wert für die Qualität der Arbeit. Rund 200 spezialisierte Handwerker arbeiten täglich an der Fertigung, und nur die besten fünf bis zehn Azubis finden nach der Ausbildung ihren Platz in der MANUFAKTUR. Ihre Expertise umfasst Bereiche wie Nähtechnik, Lederverarbeitung oder auch Kürschnerei. Wo die Handwerkskunst an ihre Grenzen stösst, kommt Technik zum Einsatz. Um Fahrzeuge zwischen den verschiedenen Produktionsclustern zu transportieren, kommen innovative Autonomous Guided Vehicles (AGVs) zum Einsatz. Diese selbstfahrenden Transportwagen steuern eigenständig die verschiedenen Stationen an. Das flexible System ermöglicht es, dass einzelne Fahrzeuge bestimmte Stationen überspringen – eine Option, die

«IN UNSEREM NEUEN MANUFAKTUR-STUDIO BIETEN WIR UNSEREN KUNDEN EINEN EXKLUSIVEN RAUM, UM IHR TRAUMAUTO MIT DEM HÖCHSTEN INDIVIDUALISIERUNGSGRAD ZU KREIEREN.» Jörg Burzer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG

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MOTION bei einer herkömmlichen Produktion am Fliessband nicht möglich wäre. Diese Flexibilität ermöglicht eine hochgradige Individualisierung, unabhängig von der Baureihe oder dem Produktionswerk. Ein «digitaler Zwilling» sorgt dabei dafür, dass jeder Schritt des Fertigungsprozesses in Echtzeit überwacht und bei Bedarf angepasst werden kann. Ein weiteres Highlight des neuen MANUFAKTUR-Studios ist die Einführung des innovativen PixelPaint-Verfahrens, mit dem die Kunden ihre Fahrzeuge mit höchster Präzision und in einzigartigen Designs lackieren lassen können. Ähnlich einem Tintenstrahldrucker wird hochwertiger Lack in feinster Präzision aufgetragen – ideal für die Umsetzung massgeschneiderter Muster, die den persönlichen Geschmack der Kunden widerspiegeln. Doch

die Individualisierungen gehen weit über die Lackierung hinaus. Mit einer stetig wachsenden Auswahl an exklusiven Materialien, Farben und Oberflächen für Fahrzeuge von Mercedes-Benz, Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach bietet das MANUFAKTUR-­ Programm heute schon aussergewöhnliche Gestaltungsmöglichkeiten. Für die S-Klasse, das Flaggschiff von Mercedes-Benz, werden ab 2025 zahlreiche neue MANUFAKTUR-Exklusivfarben und -Ausstattungslösungen erhältlich sein. Mercedes-Benz reagiert damit auf die hohe Nachfrage nach Individualisierungen und unterstreicht, dass es sich hierbei nicht nur um ein Nischenangebot handelt – über 30 Prozent der im ersten Halbjahr 2024 verkauften Fahrzeuge im Top-End-Segment waren bereits mit MANUFAKTUR-­ Optionen ausgestattet.

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INTERVIEW MIT PALOMA CURY

HEAD OF MANUFAKTUR BEI DER MERCEDES-BENZ AG PRESTIGE: Frau Cury, der Mercedes-Benz-Standort Sindelfingen ist mit seiner über 100-jährigen Geschichte eines der traditionsreichsten Fahrzeugwerke der Mercedes-Benz Group AG. Mit der Eröffnung der neuen MANUFAKTUR kommt nun ein neues Kapitel hinzu. Was bedeutet das für Sie? PALOMA CURY: Mir fehlen fast die Worte, um es zu beschreiben – es ist wirklich ein Traum, der wahr geworden ist. Das hier ist nicht einfach nur ein Job, sondern eine Leidenschaft. Für mich persönlich ist das wahrscheinlich einer der glücklichsten Tage meines Lebens – und auch ein Meilenstein für Mercedes-­Benz, mit dem ich mich seit anderthalb Jahrzehnten eng verbunden fühle. Was hat Mercedes-Benz dazu bewegt, die neue MANUFAKTUR in Sindelfingen zu eröffnen? Der Hauptgrund ist ganz einfach: Unsere Kund*innen legen immer mehr Wert auf etwas ganz Besonderes und Individuelles. Für Mercedes-Benz ist es ein Privileg und eine Freude, diesen Erwartungen gerecht zu werden, indem wir einzigartige, massgeschneiderte Fahrzeuge entwickeln und fertigen, die ihren persönlichen Stil und ihre Vorlieben widerspiegeln.

spiegelt diesen Trend perfekt wider, indem es traditionelles Handwerk mit modernsten Technologien wie Robotik und künstlicher Intelligenz kombiniert. Für Mercedes-Benz ist das nicht nur eine Reaktion auf die aktuelle Nachfrage, sondern eine strategische Entscheidung. Individualisierung und Handwerkskunst sind keine vorübergehenden Trends, sondern grundlegende Veränderungen in den Werten der Kunden – insbesondere im Luxussegment.

Manche behaupten, dass der Luxusmarkt in einer Krise steckt. Spüren Sie etwas davon bei Mercedes-Benz und der neuen MANUFAKTUR? Dem würde ich nicht zustimmen. Tatsächlich sehen wir eine klare Zunahme der Nachfrage nach Individualisierung. Studien zeigen, dass rund 70 Prozent der Kund*innen im Luxussegment Personalisierung erwarten und gezielt danach suchen – oft, um sich abzuheben. Dieses wachsende Bedürfnis nach Einzig­ artigkeit steht bei uns im Fokus. Gleichzeitig erleben wir eine Art Renaissance des Handwerks. In einer Zeit, in der Technologie hochwertige und standardisierte Produkte überall verfügbar gemacht hat, entdecken viele den Wert von handgefertigten und massgeschneiderten Produkten neu. Das MANUFAKTUR-Programm

Ist das MANUFAKTUR-Programm für alle Fahrzeugklassen zugänglich oder nur für die Spitzenmodelle? Unser MANUFAKTUR-Programm mit seiner breiten Palette an Individualisierungsmöglichkeiten konzentriert sich auf unsere Spitzenmodelle wie die S-Klasse, EQS, GLS, GLE, G-Klasse, AMG GT und SL. Dennoch gibt es auch für weitere Modelle ausgewählte MANUFAKTUR-Optionen, insbesondere bei der Farbgestaltung. Für welches Modell verzeichnen Sie die grösste Nachfrage? Ganz klar für die G-Klasse. Über 90 Prozent aller G-Klasse-­ Modelle enthalten mindestens eine MANUFAKTUR-Option. Das ist fantastisch und zeigt, wie gross die Nachfrage nach Individualisierung bei diesem ikonischen Modell ist. Gibt es bei der Umsetzung von Kundenwünschen bestimmte Grenzen? Ja, auch wir haben Grenzen. Unser Ziel ist es, möglichst alle Vorstellungen unserer Kund*innen zu realisieren, solange sie technisch umsetzbar sind und sowohl den gesetzlichen Vorgaben als auch den strengen Qualitätsstandards von Mercedes-Benz entsprechen. Dann gibt es noch weitere Ausnahmen: Bestimmte exklusive Designelemente wie etwa Editionsplaketten oder spezielle Innen- und Aussenfarben, die für limitierte Sondermodelle entwickelt wurden, bleiben diesen Editionen vorbehalten. So stellen wir sicher, dass der einzigartige Charakter solcher Modelle gewahrt bleibt.

LINKS Ein einzigartiges Unikat aus dem MANUFAKTURProgramm: Die limitierte Sonderedition «Golden Coast» des SL 63 4MATIC+ ist ein echtes Highlight für Liebhaber exklusiver Performance-Fahrzeuge.

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«WELCHE FÜLLE VON Autorin_Barbara Waibel

SCHÖNEN

© Zeppelin Museum

EINDRÜCKEN...»

LZ 127 «Graf Zeppelin» vor den Viertausendern des Berner Oberlands, von links nach rechts: Schreckhorn (4078 Meter), Eiger (3970 Meter), Mönch (4099 Meter) und Jungfrau (4158 Meter)

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© Zeppelin Museum

Zu den herrlichsten Fahrten, die man mit dem Luftschiff «Graf Zeppelin» unternehmen konnte, gehörten zweifellos die Ausflüge in die Schweiz, die immer wieder einmal zwischen grösseren Fahrten eingeschoben wurden. Sie entwickelten sich schnell zu einem regelrechten Kassenschlager und waren praktisch immer ausgebucht. Da es sich um Tagesfahrten handelte, konnten nahezu doppelt so viele Passagiere wie bei den mehrtägigen Reisen mitfahren, und trotzdem war es oft nicht möglich, alle Platzanfragen zu berücksichtigen. Ein Grund für dieses rege Interesse war sicherlich die Tatsache, dass die Fahrten mit einem Preis von 260 Reichsmark vergleichsweise günstig waren. Doch weit mehr als das war es die unbestreitbare Attraktivität dieser Touren.

ZEPPELINFAHRTEN IN DIE SCHWEIZ (1929–1934) 89

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er wollte nicht den einzigartigen Genuss erleben, in langsamer Fahrt durch die Alpentäler zu gleiten, während die Felswände und Gipfel der schneebedeckten Berge in greifbarer Nähe an einem vorüberziehen? Wer wollte nicht über die kristallklaren Seen dahinschweben und aus geringer Höhe einen Blick auf historische Stätten wie das Rütli oder so schöne Städte wie St. Gallen, Zürich, Luzern, Bern oder Genf werfen? Und das alles in angenehmster Atmosphäre, bequem in einen Sessel gelehnt oder nach Belieben am offenen Fenster stehend. Die Fahrgäste erlebten wahrhaftig einen Geografieunterricht, wie er anschaulicher nicht erteilt werden konnte, hier hatte man «die Schweiz in der Westen­tasche», wie es Eckener einmal ausdrückte. Regelmässig ins Programm aufgenommen wurden die Schweiz-Fahrten mit dem Luftschiff LZ 127 «Graf Zeppelin» im Jahr 1929. Die erste Fahrt dieser Art wurde kurz nach der Rückkehr von der Weltrundfahrt am 26. September 1929 durchgeführt und gleich an den beiden darauffolgenden Tagen wiederholt. Am 2. November 1929 fand dann die erste Zeppelin-Landung auf Schweizer Boden statt. Um diese Ehre hatten die Städte Basel, Bern, Genf und Zürich heftig konkurriert, bis Zürich mit der Landung auf dem Flugplatz Dübendorf das Rennen machte. Die anderen Städte wurden im darauffolgenden Jahr mit einem Besuch entschädigt. Von der Begeisterung der Bevölkerung zeugt heute noch eine Vielzahl von Zeitungsberichten, Postkarten, Fotos und Filmen. Rund 70 Mal besuchte das Luftschiff LZ 127 «Graf Zeppelin» in den Jahren 1929 bis 1934 das idyllische Alpenland.


PRESTIGE Die beliebten Touren wurden erst eingestellt, als der Südamerikadienst so ausgedehnt wurde, dass das Luftschiff zwei Mal pro Monat nach Brasilien flog und kaum mehr Zeit für andere Fahrten blieb. Bald schon war eine Route ausgeklügelt, die den Passagieren im Verlauf von acht Stunden die landschaftliche Vielfalt und Schönheit der deutschen und französischen Schweiz in geradezu perfekter Weise präsentierte und die der Luftschiffkapitän Hans von Schiller folgendermassen beschrieb: «Von Friedrichshafen über den Bodensee, das Rheintal aufwärts, über den Walensee nach Zürich, dann Zugersee, über die Hohle Gasse, von der wir feststellten, dass wenigstens heute noch mehr Wege nach Küssnacht führen. Über den Rütli hinweg sehen wir am Urirotstock vorbei in den Urnersee, hinter uns der Mythenstock hat glücklicherweise nicht wie bei Wilhelm Tell eine Haube auf, sodass wir beruhigt von Luzern aus weiter südwärts über den Brünigpass nach Interlaken fahren. Jetzt kommt der Höhepunkt der Fahrt. Vor dem Lauterbrunner Tal wird abgestoppt und langsam zieht hinter der Schynigen-Platte die Jungfrau hervor. Blendendweiss leuchten die Gletscher in erhabener Majestät, die ganze Gebirgskette des Berner Oberlandes, vom Schreckhorn über Finsteraarhorn, die Jungfraugruppe bis zur Blümlisalp zeigen sich uns unverschleiert! Über Thun und Bern, Freiburg geht es dann zum Genfersee. Weit hinten überragt der Montblanc die Gebirgskette. Genf wird besucht, dann quer über den See und noch ein Blick ins obere Rhonetal mit seinen «Dents» und auf die Diablerets!» Einer Theateraufführung vergleichbar, blickten die Fahrgäste von ihren Sitzplätzen in der Luftschiffgondel auf die vorbeiziehende Landschaft wie auf eine ständig wechselnde Kulisse. Jede Fahrt bot neue Eindrücke. Bei Föhnwetter lagen die Berge in makelloser Klarheit vor den Betrachtern, sodass man die einzelnen Gipfel auch aus weiter Ferne deutlich erkennen konnte. Dann wieder waren die Täler von einem wogenden Nebelmeer verdeckt, und wieder ein anderes Mal umlagerten phantastische Wolkengebilde die Spitzen. Selbst so weitgereiste und routinierte Zeppelinfahrer wie der bereits zitierte Luftschiffkapitän Hans von Schiller waren immer aufs Neue fasziniert von der landschaftlichen Schönheit dieser Fahrten: «Trotzdem das Schiff ganze acht Stunden mit uns in der Schweiz unterwegs war, sind einem diese Stunden infolge des unendlich schnellen Wechsels der Szenerien fast wie Minuten vergangen. Welche Fülle von schönen Eindrücken hat man aus der kurzen Reise mit nach Hause nehmen können!» Die weltweit bedeutendste Sammlung zur Luftschifffahrt beherbergt das Zeppelin-Museum Friedrichshafen, das mit der Bodensee-Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen bequem erreicht werden kann. Zu den Highlights zählen die begehbaren Passagierräume der LZ 129 Hindenburg im originalgetreuen, rund 33 Meter langen Nachbau, eine Wunderkammer zum Kultobjekt Zeppelin sowie Experimentierstationen, die das Prinzip «Leichter als Luft» für Gross und Klein erlebbar machen.

OBEN LZ 127 «Graf Zeppelin» über dem Schweizer Jura bei Solothurn, 26. September 1929

© Zeppelin Museum

© Zeppelin Museum

UNTEN Landung des Luftschiffs «Graf Zeppelin» in Basel, 12. Oktober 1930

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© Zeppelin Museum Foto Tretter

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Modell der Hindenburg ZM 2021

Gleichermassen beherbergt das Zeppelin-Museum im denkmalgeschützten Gebäude des Hafenbahnhofs eine Kunstsammlung, die die grossen Meister aus Süddeutschland vom Mittelalter bis zur Neuzeit umfasst – Werke von Künstler*innen, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus an den Bodensee in die «innere Emigration» zurückzogen, wie Otto Dix, Max Ackermann oder Wili Baumeister. Durch Wechselausstellungen zu aktuellen Themen spannt das Museum einen Bogen zur zeitgenössischen Kunst und bringt Kunst und Technik immer wieder aufs Neue in Dialog. Im Juni 2025 eröffnet die neue Wechselausstellung «Bild und Macht» im Zeppelin-Museum. Der erste Aufstieg eines Zeppelin-­ Luftschiffs vor 125 Jahren ist Anlass für diese Ausstellung, die erstmals umfassend den Zeppelin als Motiv in der Fotografie erforscht.

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Sie zeigt, wie die Darstellung des Luftschiffs als Mittel zur nationalen Selbst­repräsentation und Einflussnahme innerhalb des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und der NS-Diktatur eingesetzt wurde. Angesichts der heutigen digitalen Bilderflut stellt die Ausstellung dabei die hochaktuelle Frage nach der Macht der Bilder, ihrer Instrumentalisierung und ihrem Wahrheitsgehalt. Eigens konzipierte Werke der international tätigen zeitgenössischen Künstler*innen Aziza Kadyri (geboren 1993 in Moskau), Christelle Oyiri (geboren 1992 in Frankreich) und Neïl Beloufa (geboren 1985 in Frankreich) ergänzen die Präsentation. Sie entstehen im engen Dialog mit der einzigartigen Fotosammlung des Zeppelin-­ Museums und stellen sie aus einer nichtwestlichen, queerfeministischen Perspektive in neue Deutungsbezüge.


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LOTUS UND DIE EMIRA-LIMITED-SERIE 92


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DIE

MACHT DER

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Autor_Mario Hetzel Bilder_Lotus

Als Lotus-Gründer Colin Chapman 1958 erstmals an der Formel 1 teilnahm, wollte er auf eine noch nie dagewesene, unvorstellbare Art und Weise gewinnen. Und das tat er auch – mit bahnbrechenden Autos, die den Rennsport revolutioniert und die Fantasie von Fans, Kritikern und Wettbewerbern beflügelt haben. Nach 79 Rennsiegen, sieben Titeln in der Konstrukteurs­ wertung und sechs Fahrer-Weltmeistertiteln in der prestigeträchtigsten Rennserie der Welt hat Lotus nun die exklusive Emira-LimitedSerie vorgestellt, die eindrucksvoll das legendäre Rennsport-Erbe der Marke würdigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Ziffer 12.

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ennsportlegende Ayrton Senna feierte 1985 seinen ersten Grand-Prix-Sieg in der Formel 1 im Cockpit eines Lotus 97T – Startnummer: 12. Vom damaligen Lotus-Teamchef Peter Warr wurde der Brasilianer nur «The Magic» genannt – aufgrund seiner einzigartigen Fahrweise, vor allem bei Regen. Jetzt macht Lotus dieses Erbe wieder erlebbar und bringt den Emira als Limited-Serie – nur jeweils zwölf Modelle in fünf exklusiven Lackierungen in zwölf europäischen Ländern – auf den Markt. Jede Lackierung verkörpert dabei die ikonische Lotus-Rennsport-DNA und erinnert an einen der legendären Rennwagen aus der Geschichte der Formel 1. Die unverwechselbaren, massgeschneiderten Aussendetails der fünf exklusiven Lackierungen werden alle direkt bei der Herstellung im Werk Hethel in Grossbritannien aufgetragen und sind in die Gesamtlackierung der Fahrzeuge integriert. Zu erkennen ist ein Emira-Limited-Modell neben seinem besonderen Look und den exklusiven schwarzen Lotus-Logos auch an den stilvollen «Emira Limited 1/12»-Plaketten, die an den B-Säulen und am Cockpit angebracht sind. Die Farbschemata erinnern klar an die historischen Lotus-Formel-1-Wagen. Einige der Lackierungen knüpfen sogar direkt und sichtbar an die legendäre Startnummer 12 an.

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AUS DER FORMEL 1 AUF DIE STRASSE

So zum Beispiel die leuchtend gelbe Edition: Mit ihren blauen Akzenten erinnert sie an den Lotus 99T, mit dem Ayrton Senna in der Saison 1987 erfolgreich in der Formel 1 antrat. Als erster Formel-1-­ Rennwagen mit aktiver Dämpfung – einer Lotus-Innovation – feierte er einen Grand-Prix-Sieg. Der 99T gewann in Monaco und wiederholte das Kunststück in Detroit. Insgesamt schaffte er es acht Mal aufs Podium und verhalf Lotus und Senna zu dritten Plätzen in der Konstrukteurs- und der Fahrermeisterschaft. Die ikonische Lotus-Startnummer 12 ist beim Limited-Modell auf jeder Seite des Wagens in blauer Farbe zu sehen, passend zu den schwarzen Bremssätteln, den vorderen und seitlichen Lufteinlässen und dem «Lotus»-Markenzeichen am Heck. Sofort ins Auge springt auch das Emira-Limited-Design, das vom Lotus 97T inspiriert wurde. Die elegante Neuinterpretation des Formel-1-Wagens aus dem Jahr 1985 ist in dunklem Shadow Grey mit goldener Lackierung gehalten. Die Startnummer 12 erstrahlt auf jeder Seite des Wagens ebenfalls in ikonischem Gold, passend zu den goldenen Felgen. Und dieses edle Äussere wird dem legendären Vorbild mehr als gerecht: Nicht nur gewann Ayrton Senna im Lotus 97T seinen ersten Grand-Prix – und das bei Regen –, auch Sennas Teamkollege Elio de Angelis entschied das darauffolgende Rennen in San Marino für sich, während Senna seinen

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MOTION zweiten Grand-Prix-Sieg später in der Saison in Spa-Francor­champs feierte. Insgesamt erreichte der Lotus 97T in jenem Jahr neun Podiumsplätze.

stützte Lenkung und die charakteristische Federung sorgen für Komfort, präzises Fahrgefühl und exakte Handling-Eigenschaften. Besonders beeindruckend: die Leichtigkeit, mit der der «Emira» über den Asphalt fegt – das gehört bei einem Sportwagen aber einfach dazu. Für eine personalisierte Fahrexperience bietet der Emira sowohl ein Tour- als auch ein Sport-Fahrwerk. Die Launch-Control-­ Funktion sorgt für optimale Beschleunigung aus dem Stand – perfekt für dynamische Starts! Gekrönt wird das ultimative Fahrerlebnis im Innenraum von ergonomischen und präzisen Bedienelementen sowie hochauflösenden Displays, die ein bisher unerreichtes Mass an Kontrolle und Luxus bieten. Das Cockpit des Emira wurde hierbei eindeutig auf den Fahrer ausgerichtet: Ein 12.3-Zoll-TFT-Instrumentencluster bietet klare, leicht ablesbare Informationen direkt im Sichtfeld des Fahrers und wird ergänzt durch einen 10.25-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole für das Infotainmentsystem und die Fahrzeugsteuerung. Dies macht abermals deutlich: Der Emira wurde wirklich «For The Drivers» entwickelt – und die Limited-Serie setzt dem Ganzen nun die Krone auf.

LOTUS EMIRA: «FOR THE DRIVERS»

Der Lotus Emira ist ein direkter Nachfahre dieser Motorsport­ ikonen: Leichtbau-Chassis, rundum Doppelquerlenkeraufhängung, intelligentes aerodynamisches Design, Reihen-Vierzylinder-Turbomotor und ein achtstufiges Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Der elegante Sportwagen rückt den Fahrer ins Zentrum der Aufmerksamkeit – genau so, wie Gründer Colin Chapman es sich vorgestellt hatte. Als Basis für jedes Limited-Modell bleibt der reine, unverfälschte Emira klar zu erkennen – Lotus bezeichnet ihn auch als den besten Sportwagen, den die Marke je gebaut hat. Im Supercar-­Look bietet er unübertroffene Leistung: Mit 365 PS und 430 Newtonmetern Drehmoment reichen gerade einmal 4.4 Sekunden für den Paradesprint auf 100 km/h, auf geeigneter Strecke sind Spitzengeschwindigkeiten bis 275 km/h möglich. Die hydraulisch unter-

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TRANSFAGARASAN

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RUMÄNIENS

Autor_Urs Huebscher

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Diese Gebirgsstrasse führt vom ArgesTal in der Grossen Walachei ins Olt-Tal in Siebenbürgen und ist auf diesem Teil des Weges 151 Kilometer lang – nicht gerade ein Katzensprung. Alle drei oder vier Sekunden muss der Gang gewechselt werden.

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ie ein Band, das sich durch das Herz der Karpaten schlingt, verkörpert die Panoramastrasse Transfagarasan eine Symphonie aus Asphalt, die selbst den erfahrenen Reisenden ins Schwärmen bringt. Auf einer Passhöhe von beeindruckenden 2042 Metern bietet sie atemberaubende Ausblicke, die selbst auf Fotos kaum ihre ganze Pracht einfangen können. Erbaut zwischen 1970 und 1974, erzählt jede Kurve der Karpaten-Hochgebirgsstrasse eine Geschichte von Triumph und Tragödie. Die Transfagarasan mutet an wie ein Monument, das sich seiner Umgebung fügt und diese dennoch herausfordert – eine Strasse, gebaut für den Mut derjenigen, die Höhen erklimmen und die Freiheit auf vier Rädern suchen. Die Traumstrasse Rumäniens war einst ein Projekt, das nicht nur durch die Natur, sondern auch durch den Willen der Menschen geformt wurde. Mit einer durchschnittlichen Steigung von 4.7 Prozent und Spitzen bis zu 8.6 Prozent hat sie sich ihren Platz in den Herzen der Abenteuerlustigen und in den Listen der Ingenieurskunst verdient. Diese legendäre Bergstrasse zieht alljährlich Motorsport- und Autofreunde an, die das besondere Erlebnis einer anspruchsvollen Strecke suchen. Mit einer Länge von rund 90 Kilometern und einer maximalen Höhe von 2042 Metern führt die Strecke über mehr als 800 Brücken und Viadukte, wobei sie eine Herausforderung nach der anderen bietet. Insbesondere die Haarnadelkurven garantieren, dass jedes Herz bei der Durchfahrt höherschlägt. VON EINEM MILITÄRISCHEN PFAD ZUR WELTBEKANNTEN ALPENSTRASSE Was einst als militärischer Pfad diente, hat sich heute zu einer legendären «Top Gear» entwickelt, die Pilgerstätte für Autofahrer und Naturbegeisterte gleichermassen ist. Die umwerfende Schönheit der Transfagarasan, welche die Grosse Walachei und Siebenbürgen verbindet, zieht jährlich zahlreiche Besucher an und zeigt, wie aus einer strategischen Notwendigkeit eine weltbekannte und geschätzte Alpenstrasse werden kann. Im Jahr 2009 wurde die Transfagarasan über Nacht zum Star, als Jeremy Clarkson sie in der britischen Show Top Gear als «eine der besten Strassen der Welt» adelte. Mit ihren atemberaubenden Kurven, dramatischen Steigungen und dem einzigartigen Bergpanorama wurde sie zu einem Synonym für Abenteuer, Freiheit und die schiere Lust am Fahren.

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STURM & DRANG Autor_Beat Krenger Bilder_Loewe

LINKS James Bond mag es bunt. Daniel Craig modelt für Loewe. RECHTS Seine Kreativität kennt keine Grenzen: Jonathan Anderson.

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Alle lieben Loewe. Verantwortlich onathan Anderson setzte sich an der Gala der britischen Fashion Awards dafür ist Jonathan selbst gegen Miuccia Prada und John Galliano durch, als er im vergangeAnderson, der aus der nen Dezember zum «Designer des Jahres» gekürt wurde – und das zum zweispanischen Traditionsten Mal in Folge. Der Modemacher besitzt diese seltene Fähigkeit, Vertrautes verfühmarke das Label der rerischer zu machen. Er liebt es, mit Proportionen und Provokationen zu spielen. Das Stunde erschaffen ist eine seiner grossen Stärken: ein Motiv aus unserem Alltag zu nehmen und es auf hat. Seine Erfolgs­ die Spitze zu treiben, anstatt es auf den Kopf zu stellen. Dabei vergisst er jedoch geschichte führt von nie, seine humorvolle Sensibilität zum Ausdruck zu bringen. Madrid über Im Jahr 2013 wird der damals erst 29-Jährige vom Luxuskonzern LVMH beNordirland bis nach auftragt, der Traditionsmarke Loewe neuen Wind einzuhauchen. Und Anderson nimmt Zürich-West.

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die Herausforderung mit Elan und einer Abrissbirne im Gepäck an. «Ich möchte herausfinden, wie stark man die Grenzen von Luxus ausloten kann», gibt er damals nicht ganz unbescheiden zu Protokoll. Sein erklärtes Ziel: dem Label, das 1846 in Madrid gegründet und seit Jahrzehnten zu den Hof­ lieferanten des spanischen Königshauses gehört, eine Frischzellenkur zu verpassen.

So folgt bereits kurz nach seiner Ernennung die allererste Loewe-­ Männerkollektion, in der Jugendkultur auf altbewährtes Handwerk prallt. Es ist ein Wegweiser für das nächste Jahrzehnt, in dem die Richtung einzig nach oben zeigen wird. Um der Erfolgsgeschichte von Loewe auf den Grund zu gehen, ist ein Zeitsprung zurück in die Vergangenheit nötig – und zwar nach Nordirland. Jonathan William Anderson wächst Mitte der 80er-­Jahre in der Kleinstadt Magherafelt auf, 56 Kilometer von Belfast entfernt. Er ist anders als die Jungs in seiner Klasse, mag nicht Rugby spielen, sondern zeichnet lieber. Schon in jungen Jahren lernt er mit Misserfolgen umzugehen, als er durch die Schulprüfung für die Oberstufe rasselt. Erst viel später findet man heraus, dass er Legastheniker ist. Die Schule bleibt deshalb für ihn dauerhaft eine Herausforderung, umso mehr zieht er sich in seinen eigenen kreativen Kokon zurück. Dank seiner beiden Grossmütter (eine davon war Näherin und die andere für ihren ausgefallenen Kleidungsstil bekannt) entdeckt Jonathan Anderson schliesslich die Liebe zur Schneiderkunst. 2005 schreibt er sich für Herrenmode-Kurse am London College of Fashion ein, dekoriert nebenbei Schaufenster für Prada und arbeitet unter der legendären Stylistin Manuela Pavesi. 2008 folgt die erste eigene Kollektion für Männer unter seinem neu gegründeten Label JW Anderson, mit der er starre Geschlechterrollen infrage stellt und damit den Weg für mehr individuelle Freiheit ebnet.

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KUNST IST IN MODE

Diese Unbeschwertheit ist in seiner Designwelt überall zu spüren. Es ist wie eine Schatzsuche, sobald man einen Flagship-Store von Loewe in Barcelona, Tokio oder München betritt. Winzige Elefanten aus Leder, dezent platziert zwischen Kleidern, Taschen und Schuhen, wollen entdeckt werden und heben sofort die Laune. Raum für Raum wirkt wie eine Kunstausstellung mit Werken von neuen Talenten wie etwa Walter Price oder einem Altmeister wie Pablo Picasso. Dieser verspielte Dialog, dominiert von Andersons eigenwilliger Bildsprache, zieht sich wie ein roter Faden durch, der alles zusammenhält.

Anfang April präsentiert Loewe auch dieses Jahr seine besten Interior-Ideen, die von einem Kollektiv aus Künstlern und Handwerkern geschaffen wurden, während der Mailänder Möbelwoche Salone Del Mobile. Sie wurden alle eigens gestaltet, um den Verkaufsflächen mehr Charakter zu verleihen. Im Flagship-Store in Seoul fällt eine hoch aufragende Skulptur in Form eines Baumstamms aus Bambus auf, die vom Japaner Tanabe Chikuunsai gefertigt wurde. Diese mehrstufige Installation beginnt vom Boden und steigt nach oben und symbolisiert die nahtlose Verschmelzung von Mode, Design und Kunst, die in perfekter Harmonie zusammenwachsen.

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Jonathan Andersons Gesamtwerk in einem musealen Rahmen zu betrachten, erscheint aussergewöhnlich, jedoch durchaus angemessen – genauso wie seine Visionen als Kreativchef während der letzten elf Jahre, in denen ein Highlight das nächste jagte. Beide seiner aktuellen Sommerkollektionen für Frauen und Männer gehören, da sind sich alle namhaften Modekritiker einig, zu den besten, seit er Mode für Loewe entwirft. 2023 kleidete er Rihanna für die Halbzeitshow des Super Bowls und Beyoncé für ihre Welttournee ein. Jüngst stattete er als Kostümdesigner unter anderem Zendaya für «Challengers» und zuletzt Daniel Craig für «Queer» aus, beides Filme seines Lieblingsregisseurs Luca Guadagnino.

BUTTERWEICHER BESTSELLER

Doch seinen wahrscheinlich grössten Coup landete er bereits im Jahr 2015 für Loewe. Die Rede ist von «Puzzle», einer von ihm gestalteten Handtasche, die quaderförmig, edel, funktional und auch faltbar ist. Nicht, dass man das lange so behalten möchte. Die geometrischen Linien auf butterweichem Leder, inspiriert von der japanischen Origami-Kunst, wirken in 3D weitaus beeindruckender. Dank Andersons eigenwilliger Idee war ein neuer Bestseller geboren. Die «Puzzle» wurde zur It-Bag der letzten Jahre und das lockte von nun an vermehrt Prominente aus dem Showbusiness wie Frank Ocean, Taylor Russell, Jamie Dornan, Sabrina Carpenter, Pedro Almodóvar und Omar Apollo in die Front Row seiner Fashion-Shows. Das Mutterhaus LVMH veröffentlicht zwar keine Zahlen, doch laut einem Artikel des Online-Magazins «The Cut» soll Loewe heute fast eine Milliarde Franken wert sein. Neue Looks und Ideen dominieren regelmässig die Seiten der internationalen Modepresse genauso wie die sozialen Medien, wo sie hunderttausendfach geteilt und weitergeleitet werden, ohne dabei ihre Originalität einzubüssen. «Jonathan Anderson besitzt in seinem Schaffen ein seltenes Feingefühl und distanziert sich damit von dem rein kommerziellen Gedanken, der von der Branche oft bevorzugt wird», beschreibt «Vogue»-Modekritikerin Sarah Mower ein wichtiges Talent des Nordiren. Je sicherer er in seiner Rolle wurde, desto intensiver setzte Anderson seinen Ein-Mann-Kampf gegen langweilige Mode fort. 2021 wurden seine Entwürfe noch gewagter. Er spielte mit Elementen des Surrealismus als Antwort auf das, was der Designer die «abstrakten Momente des Alltags» nennt. In unterschiedlichen Kollektionen zeigte er Gras, das aus Pullovern und Turnschuhen

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PRESTIGE spriesste, Tops und Taschen, die durch eine Trompe-l’oeil-Konstruktion wie digital verpixelt wirkten, sowie Stilettoabsätze in Form eines Luftballons oder einer Nagel­ lack-­Flasche – beides täuschend echt gestaltet. Die Entwürfe wirken verspielt und gleichzeitig tiefgründig, doch immer mit sich selbst im Reinen. Das gilt auch für die eigene Duftwelt, die in den letzten Jahren geschaffen wurde. «Technik ist wichtig, doch Leidenschaft ist wichtiger», beschreibt Núria Cruelles Borrull den entscheidenden Faktor ihres Erfolgs als «Nase» hinter Loewe Perfumes. 1983 geboren und in Barcelona aufgewachsen, wurde der Katalanin ihre angeborene Gabe schon in jungen Jahren bewusst. Sie erzählt, dass sie schon als Kind fasziniert von Düften gewesen sei und gelernt habe, sie zu deuten. Während ihre Freundinnen Schallplatten sammelten, reihte sich auf dem Wandregal in ihrem Kinderzimmer ein Parfümfläschchen an das andere.

DUFTENDE NOSTALGIE

Die 41-Jährige besitzt mit ihrer Synästhesie eine seltene sensorische Fähigkeit, dank der sie jeden Duft durch Farbe und Form visualisieren kann. Für sie ist das Schaffen eines Parfüms genauso stark Wissenschaft wie Kunstform; eine olfaktorische Poesie, die vertraute Geschichten durch die Luft transportieren kann. Die Natur steht dabei stets im Zentrum. Núria Cruelles Borrull arbeitet bei jedem neuen Duft eng mit Jonathan Anderson zusammen, vom Konzept über die Zutaten bis hin zum Flakon. So begaben sie sich zu Beginn der Pandemie zusammen auf die Reise nach Ibiza, um den Geist einer Zeit einzufangen, der sorglos und enthusiastisch war, wie eine Motivation für kommende bessere Zeiten. Es entstand die erfolgreiche Duftserie Paula’s. Das Bouquet von Kokoswasser, Mandarine, Bourbon-Vanille, Ambra und Sandelholz ist als Hommage an die gleichnamige Kult-Boutique auf der Balearen­ insel gedacht, doch verströmt gleichzeitig eine ganz persönliche Prise Nostalgie. «Das Parfüm bringt mich dahin zurück, wo ich als Kind meine Sommerferien verbracht habe», verrät uns die Spanierin. Die Magie der Insel sei einzigartig: «Der Sand an den Stränden, der Geruch der Strassen, die Farbe der Sonnenuntergänge: Alles ist hier intensiver. Und die Partys! Man muss den Moment leben, um ihn einzufangen.»

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FASHION Zeit ist Luxus – etwas, das bei Loewe nach wie vor einen hohen Stellenwert besitzt. Nichts wird in Eile auf den Markt geworfen, alles wird mit viel Geduld und Herzblut erprobt und ausgetestet, bis es in der passendsten Form eingefangen werden kann. Seien es Düfte, Taschen oder Kleider: Hinter den Visionen verbirgt sich stets eine Spürnase für den aktuellen Zeitgeist, die sich hervorragend vermarkten lässt, was letztendlich zu stark gestiegenen Umsätzen geführt hat. Es überrascht also kaum, dass Loewe jüngst im Index der Suchplattform Lyst zur begehrtesten Modemarke der Welt gekürt wurde.

GROSSERFOLG MIT ON

Im zweiten Halbjahr 2024 wurde ein ganz besonderer Sneaker im Netz am häufigsten gesucht – der Cloudtilt 2.0. Er ist der Erfolgsschlager aus der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Laufschuhhersteller On. In nur zehn Jahren hat sich das Start-up mit Sitz in Zürich-West zur Weltmarke entwickelt. Und der ungebrochene Hype der Kollaboration mit der spanischen Luxusmarke spiegelt sich auch bei Loewe eindrücklich wider. Sagenhafte 62 Prozent betrug 2023 die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr. Was sonst macht zurzeit Loewe besser als jedes andere Designerlabel? Die Verantwortlichen verstehen es vor dem Hintergrund globaler Konflikte und der Ungewissheit, die in der Luft liegt, die Lust auf mutige Eskapaden zu zelebrieren. Denn der Trend verlagert sich gerade immer stärker von «Quiet Luxury» hin zum überbordenden Gegenteil, einer neuen, spassmachenden Opulenz, jedenfalls was eine überwältigende Anzahl der in Paris, Mailand und New York präsentierten Kollektionen für die kommende Saison betrifft. Mehr ist wieder mehr. Das beweis auch die letzte Menswear-­ Show von Loewe in der Gendarmerie Nationale-­Garde Républicaine in Paris, die das Gefühl vermittelte, als würde man eine Galerie für moderne Kunst betreten. Models tauchten, mit langen Federn geschmückt, aus dem Boden auf und stiegen lässig die Treppen hinauf, als kämen sie aus einer anderen Welt. Mitten im Raum wurden diverse Elemente platziert: eine Leinwand mit einem Foto eines Damenschuhs mit schmalem Absatz, ein Stuhl mit einem Buch und einer Lesebrille, daneben ein abstraktes Vogelhaus. «Ich wollte mehrere Kunstschaffende zusammenbringen, die eine einzigartige Stimme haben», erklärte Jonathan Anderson auf Instagram. So stellte er die Arbeiten des Bildhauers Paul Thek, des Fotografen Peter Hujar, der Architekten Charles Rennie Mackintosh und Carlo Scarpa sowie der Essayistin Susan Sontag zusammen.

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AUSGEZEICHNETES HANDWERK

Seit 2016 wird der Loewe Foundation Craft Prize auf Initiative von Anderson vergeben, der herausragendes Kunsthandwerk würdigt und besonders Künstler und deren Werke auszeichnet, die den Wert der Nachhaltigkeit betonen. Und die Auszeichnung stellt jedes Jahr die Frage: Was ist momentan das Herausragendste im Handwerk? Sie ist eine wichtige Anerkennung und gilt als grosszügigste Auszeichnung einer Berufung, die sonst in der Öffentlichkeit eher stiefmütterlich behandelt wird. Der Wettbewerb steht allen Personen über 18 Jahren offen, die in einem handwerklichen Beruf tätig sind. Er ist eine Würdigung der Talente, deren Praktiken die Grenzen von Exzellenz und Innovation verschieben. Die Arbeiten der diesjährigen Final­isten werden im Design Museum in London ausgestellt. Der Gewinner oder die Gewinnerin des mit 50’000 Euro dotierten Preises wird bei der Ausstellungseröffnung im Mai bekannt gegeben. Tradition und Trends mixt momentan niemand in der Mode so gekonnt wie Loewe. Um die letztjährige Ausstellung «Sleeping Beauties: Reawakening Fashion» mit der grossen Gala im New Yorker Costume Institute des Metropolitan Museum of Art zu unterstützen, gehörte das Label zu den Hauptsponsoren. Freunde des Hauses wie Greta Lee, Josh O’Connor und selbst «Vogue»-­ Chefin Anna Wintour trugen Spezialanfertigungen, die vom Thema «The Garden of Time» inspiriert waren.

Und mittendrin schüchtern lächelnd: Jonathan Anderson mit verstrubbelten Haaren und grasgrünen Stiefeln zum klassischen Smoking – wie eine erwachsene Version von Peter Pan. Er unterstützt hier das, was er selber über alles schätzt: bedeutende Kunstwerke. Dabei geht es ihm nie nur um die Optik. Es geht um viel mehr. Es geht tatsächlich um sein zwanghaftes Bedürfnis, Aufregendes zu sammeln, mit anderen Künstlern im Austausch zu blieben, um etwas Neues zu schaffen. Dabei scheint er das gefunden zu haben, wonach er immer gesucht hat: seinen Designs einen Sinn zu verleihen, ohne dabei eine kindliche Freude zu verlieren. Diese magische Mischung ist heutzutage im Alltag äusserst selten zu finden, weshalb seine Kreationen von der Fashion-Crowd geradezu vergöttert werden. Nun verdichten sich die Gerüchte, dass dem Loewe-Erneuerer noch in diesem Jahr die kreative Leitung von Dior angeboten werden soll. Ein Ritterschlag selbst für Jonathan Anderson. Alles scheint momentan möglich zu sein für einen der mutigsten Vordenker der Modewelt. Sicher ist jetzt schon: Es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis er sein nächstes Ass aus dem Ärmel ziehen wird.

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FASHION

WUSSTEN SIE SCHON ...? Der Schöpfer des Bikinis Autorin_Nathalie Becker

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wei Schöpfer prägten die Entstehung des Bikinis: der Couture-Designer Jacques Heim und der Automobil-­ Ingenieur Louis Réard. Beide brachten ihre Entwürfe fast zeitgleich auf den Markt. Jacques Heim präsentierte 1932 den Zweiteiler, den er Atome nannte. Doch dieser war nicht der erste seiner Art – alte Artefakte zeigen, dass Frauen bereits in der Antike bauchfreie Oberteile trugen, bevor der Katholizismus über Jahrhunderte hinweg Mode und Moral bestimmte. Erst im 20. Jahrhundert änderte sich dies: Designer*innen wie Claire McCardell und die Popularität der Pin-up-Girls schufen eine grundlegende Akzeptanz für kurze Badeanzüge. Dieser Fortschritt wurde jedoch schnell wieder gebremst – 1934 verbot der «Hays Code» das Entblössen des Bauch­ nabels in Hollywood. 1946 liess sich auch Louis Réard von antiken Darstellungen inspirieren und entwarf einen Zweiteiler aus vier Dreiecken, zusammengehalten von Schnüren – das bis dahin knappste Badeanzug-Design. Um

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noch mehr Aufmerksamkeit zu generieren, benannte er ihn nach einem Nukleartest auf dem Bikini-Atoll. Die Freizügigkeit seines Entwurfs war zunächst so skandalös, dass er in den meisten Ländern verboten wurde. Auch Models weigerten sich, ihn zu tragen – bis auf Micheline Bernardini, eine 19-jährige Nackttänzerin, welche bereit war, den Bi­ kini im Pariser Schwimmbad Piscine Molitor zu präsentieren. Heute ist der einst skandalöse Bi­ kini ein Klassiker, der von den Stränden der Welt nicht mehr wegzudenken ist.

© Australian National Maritime Museum’s Gervais Purcell collection

Er ist das Symbol für Sommer, Strand und Spass schlechthin – doch kaum jemand kennt die spannende Geschichte des Bikinis: Wer hat ihn erfunden und wo liegen seine Wurzeln?


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TRENDS


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SCHOTT FASHION

DIE LEDERJACKE, DIE HOLLYWOOD PRÄGTE

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ie Geschichte der Lederjacke begann 1913, als die Brüder Irving und Jack Schott die Marke «Schott NYC» gründeten. Im Keller ihres Elternhauses in Manhattan schneiderten sie Regenjacken, welche sie über Strassenhändler verkauften. Ihr erster Durchbruch gelang ihnen in den 1920er-Jahren, als sie als erste Designer weltweit einen Reissverschluss an ihre Jacken nähten, welcher die amerikanische Modeszene revolutionierte und die Funktionalität von Kleidung bis heute verbesserte.

Selten gab es ein Kleidungsstück, das Menschen über ganze Generationen und fast schon über ein Jahrhundert hinweg so geprägt hat wie die Lederjacke. Heute ist sie ein fester Bestandteil unseres Kleiderschranks und aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken. Grosse Modehäuser wie Saint Laurent präsentierten auch dieses Jahr auf der Pariser Fashion Week Neuinterpretationen des ursprünglich aus New York stammenden Staple Pieces.

Autorin_Nathalie Becker

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VON DER STRASSE AUF DEN LAUFSTEG – DIE GEBURT EINER IKONE Irving Schotts Faszination für Motorräder inspirierte ihn 1928 dazu, eine Motorradjacke zu entwerfen. Es war die erste Leder-Motorradjacke, die je geschaffen wurde. Der Name von Schotts Neuschöpfung? Perfecto – benannt nach Irving Schotts kubanischen Lieblingszigarren. Zu dieser Zeit hatte das Motto «form follows function», auf Deutsch «Form folgt Funktion», die Welt des Designs einschliesslich Schott fest in der Hand, wodurch eine robuste, strapazierfähige Jacke entstand: Die Perfecto ist zweireihig, wobei die linke Seite die rechte Seite, die sich ein paar Zentimeter weiter innen befindet, überlappt. An der Vorderseite der Jacke verläuft ein Reiss­ verschluss – nicht auf die traditionelle Weise in der Mitte, sondern leicht versetzt, um zu verhindern, dass beim Motorradfahren Wind in das Innere der Jacke gelangen kann. Gleichzeitig ermöglicht diese Konstruktion ein komfortables Nach-vorne-Lehnen während der Fahrt. An dieser Seite befinden sich ausserdem eine D-Tasche und eine Klappentasche – ideal für Kleingeld. Der Gürtel an der Taille macht die Jacke leicht anpassbar an den Träger.


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Mit der Zeit änderte sich auch das Leder, welches Schott für seine Jacken verwendete. Ursprünglich wurde die Perfecto aus Pferde­ leder hergestellt. Hinzu kamen Schweinsleder, welches das Gewicht der Jacke reduzierte, und Lammleder, welches für ein weicheres, luxuriöses Tragegefühl sorgt. Um umweltbewusster zu handeln, sind heute auch vegane Varianten der Jacke erhältlich. Kurz nachdem diese revolutionäre Jacke auf den Markt kam, war sie exklusiv bei Harley-Davidson-Händlern für nur 5.50 US-Dollar erhältlich. Heute jedoch hat die Perfecto den Luxusstatus erreicht: Abhängig von Material und Schnitt der Jacke liegt der Preis zwischen 900 und 1700 US-Dollar.

JACKEN FÜR KRIEGSHELDEN Die wachsende Berühmtheit der New Yorker Marke führte dazu, dass sie während des Zweiten Weltkriegs damit beauftragt wurde, Jacken für das US-Militär herzustellen: Für die Navy fertigte Schott den «10 Classic Button Pea Coat» an – einen Mantel aus dicker Melton-­Wolle mit robusten Verschlüssen und breiten Manschetten. Dieser etablierte sich fortan zur Grundausstattung der Navy. Dies blieb jedoch nicht die einzige Kriegsuniform, die Schott entwarf. Er kreierte für die US Airforce ausserdem eine Jacke, die Piloten vor eisigen Temperaturen schützen sollte: die «Bomber Jacket».

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FASHION EIN SYMBOL DER REBELLION Nach Ende des Kriegs wuchs unter der jungen amerikanischen Bevölkerung der Wunsch, gegen die konservativen Werte der Nachkriegszeit zu rebellieren. Die Mittel: hohe Geschwindigkeit und Rock ’n’ Roll. Teenager fühlten sich durch den Rock ’n’ Roll dazu ermutigt, gegen die Kontrolle ihrer Eltern und der konservativen Gesellschaft aufzubegehren. Die Perfecto wurde zum Gesicht dieser Rebellion. Die Filmindustrie, welche sich nun dank eines Fernseh­ booms im Aufschwung befand, spielte dabei eine grosse Rolle. Schauspieler Marlon Brando trug 1954 in dem Film «Der Wilde», im Original «The Wild Ones», Schotts Perfecto-Lederjacke. Auch James Dean, welcher den jugendlichen Rebellen schlechthin verkörperte, wurde fortan fast ausschliesslich in seiner Perfecto-­ Lederjacke gesehen. Überraschenderweise sorgten diese Auftritte in der Filmszene zunächst für einen Schwund der Verkaufszahlen: Schulen verboten die Lederjacken, um Rebellionen und aufstrebende Teenager-Gangs zu unterbinden und Disziplin einzuführen. Doch der Hype um die Jacke liess sich nicht länger aufhalten und nur ein Jahr später erreichte die Perfecto-Jacke einen neuen Höhepunkt ihrer Verkaufszahlen. Die Beliebtheit der Jacke nahm auch in den 80er-Jahren nicht ab. Sie wurde zum Symbol der Punkrock-­ Bewegung und kleidete Rockstars wie Blondie, The Ramones und The Sex Pistols. Auch in Filmen wie «Terminator» und «Matrix» gaben verschiedene Versionen der Lederjacke ihr Debüt. Diese Leder­jacken waren zwar nicht von Schott entworfen, wurden jedoch von der New Yorker Marke inspiriert. Auch in diesen Filmen spielte die Lederjacke – oder im Fall von Matrix der Ledermantel – auf die Ästhetik von Rebellion und Futurismus an. Heute sehen wir die Perfecto nicht nur als eine simple Leder­ jacke an. Sie steht für Freiheit und Selbstbestimmung. Schott hat mit der Perfecto eine zeitlose Jacke geschaffen, die Trends überdauert und die Modewelt nachhaltig geprägt hat. Jeden Tag ermutigt die Lederjacke Menschen dazu, mit demselben Selbstbewusstsein aufzutreten, das sie selbst verkörpert – ein zeitloses Versprechen, das nie aus der Mode kommt.

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DER NEUE KREATIVDIREKTOR VON Autorin_Nathalie Becker

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Chanel 119

MATTHIEU BLAZY

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Seit jeher steht Chanel für Innovation und Evolution mit Designs, die die Gegenwart reflektieren, ohne jedoch die Kernidentität der Marke zu verlieren. Kann Matthieu Blazy diesem Erbe gerecht werden? Wird der ChanelLook unter seiner Führung verblassen oder ist Blazy vielleicht derjenige, der Chanel neu aufblühen lassen kann?

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eit Karl Lagerfelds Tod im Jahr 2019 wurde immer wieder spekuliert, wer als Nachfolger in die Kreativdirektor-Rolle bei Chanel schlüpfen würde. Lagerfeld hinterliess gewaltige Fussstapfen in der Modebranche, die nur schwer zu füllen sind. Er entwarf ganze Kollektionen, konzipierte Lookbooks von vorne bis hinten und nahm dabei sogar selbst die Kamera in die Hand. Kaum ein anderer Designer liess eine Marke so aufleben, wie Karl Lagerfeld es bei Chanel tat. Er präsentierte seine Kreationen in opulenten Fashion-Shows, die einander in Kreativität und Ausmass stets übertrafen. Er modernisierte Chanel in einer Zeit, in der die Marke eine Art Identitätskrise durchlebte, ohne jedoch dabei ihre Essenz aus den Augen zu verlieren. ZWISCHEN STILLSTAND UND NEUANFANG Zurzeit befindet sich Chanel in einer ähnlichen Krise. Die Preise steigen ins Unermessliche und der Topf der Kreativität scheint ausgeschöpft zu sein. Es fehlt an neuen Impulsen. Chanel benötigt einen frischen Wind – neue Inspiration und eine neue He­ rangehensweise. Genau hier soll Matthieu Blazy ansetzen. Die Ankündigung, dass er die Rolle des neuen Kreativdirektors von Chanel übernehmen soll, traf zunächst auf Skepsis. Kritiker befürchteten, die Entwürfe des Ex-Bottega-Veneta-Designers könnten zu ernst für die Marke sein. Viele hatten spekuliert, dass John Galliano, der langjährig für Maison Margiela entwarf, diese verlassen und Chanel an die Spitze des Avantgardismus katapultieren würde – nur um enttäuscht zu werden. Andere blicken Blazys Zukunft bei Chanel jedoch optimistisch entgegen.

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© Claudio Lavenia

EIN NEUER STERN AM HIMMEL Matthieu Blazy wuchs in Paris auf und studierte Modedesign an der Modeschule La Cambre in Brüssel. Sein Talent war schon weit vor seinem Titel als Chefdesigner bei Bottega Veneta bekannt, als er zahlreiche erfolgreiche Looks für Marken wie Céline und Maison Margiela konzipierte und umsetzte. Als Chefdesigner von Bottega Veneta bewies Blazy immer wieder aufs Neue Kreativität und Talent. Er schuf mit seinen Entwürfen neue Herangehensweisen an die Mode und sorgte immer wieder für Überraschungen – beispielsweise mit Neuinterpretationen bereits existierender Kleidungsstücke wie Ledermäntel mit aufgedruckten Stoffmustern. Blazy verlieh der Marke nach langer Zeit wieder eine praktische Note. Für Bottega entwarf er Kleidung, die sich an den Träger anpasst, und legte einen starken Fokus auf die Handwerkskunst. Während seiner Zeit als Chefdesigner machte er sich diese zunutze, um einzigartige Strukturen, Stoffe und Details herauszuarbeiten. Genau diese Detailverliebtheit sowie seine kulturell angereicherten Fashion-Shows stimmen mit den Werten Chanels überein und verdeutlichen Blazys Fähigkeit, eine Markenidentität zu schaffen und sein Publikum zu begeistern. EIN NEUANFANG FÜR CHANEL? Der 40-jährige Designer soll nun das tun, was lange nach Lagerfelds Tod nicht geschehen konnte: Er soll das Modehaus weiterentwickeln und den Fokus der Marke in Zusammenarbeit mit den hochwertigsten Handwerksbetrieben Frankreichs wieder auf Qualität und Handwerkskunst legen. Wie Matthieu Blazy die Zukunft Chanels beeinflussen wird und ob es ihm gelingt, den kreativen Stillstand des Modehauses wieder aufzuheben, bleibt abzuwarten. Jedoch sind Blazys Innovationen und sein Verständnis von Qualität klar aus seinen vergangenen Kollektionen abzulesen. Mit seinen Neuinterpretationen von Alltagsklamotten brachte Blazy ein Stück Magie zurück in das tägliche Leben und haucht hoffentlich bald auch Chanel neue Frische ein.

MATTHIEU BLAZY BEWIES IMMER WIEDER AUFS NEUE KREATIVITÄT UND TALENT. 121


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ZURICH ©Michelle-Bruegger

©ZFW

FASHION WEEK

Autorin_Nathalie Becker

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©Michelle-Bruegger

New York, Paris, Mailand, London – und bald auch Zürich? Die Fashion Week findet bekanntlich zweimal jährlich in den vier grössten Modemetropolen der Welt statt. Auch die deutsche Hauptstadt Berlin veranstaltet seit 2007 eine Modewoche. Nun wird auch für Zürich eine Fashion Week geplant.

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026 soll die Modewoche im Kongresshaus in unmittelbarer Nähe zum Zürichsee stattfinden. Die Stadt Zürich sieht dies als eine Chance, sich einen festen Platz in der globalen Modebranche zu sichern und Designer*innen aus der ganzen Schweiz die Möglichkeit zu geben, ihre Kollektionen einem internationalen Publikum vorzustellen. Junge Designer*innen in Ausbildung sollen mithilfe von Stipendien ihre Entwürfe ebenfalls auf der Zurich Fashion Week präsentieren. Um so viele Stipendien wie möglich zu sichern, unterstützen viele Hochschulen wie die Züricher Hochschule der Künste, die Hoch­schule Luzern, die Genfer Hochschule für Kunst und Design und die Stadt Zürich das Projekt des Vereins der Zurich Fashion Week. Ob und welche Designer vor Ort sein werden, ist jedoch noch nicht bekannt – genauso wie das exakte Datum der Modewoche.

HAUTE COUTURE AUF EIS

Erste Einblicke in die Zurich Fashion Week gab es auf einem Fashion-­Event in St. Moritz. Inmitten der schneebedeckten Berge diente der zugefrorene St. Moritzersee den zehn teilnehmenden Schweizer Modelabels als Laufsteg, um ein internationales Publikum zu begeistern. Anwesend waren Gäste wie der in L.A. ansässige Schauspieler Adam Rose und der Grammy-Gewinner Al Walser, welche sich nicht von der Kälte abschrecken liessen. Um 22 Uhr begann der Modeabend, geprägt von übergrossen Kapuzen nach dem Design von Schülern der Modeco-Schule, Teddy-Zweiteilern der Marke Elho und Poncho-Kleidern von Ombre. Im Laufe des Abends fielen die Temperaturen deutlich, was dazu führte, dass einige Gäste ihre Plätze aufgaben, um der eisigen Kälte zu entfliehen. Ob Zürich sich tatsächlich als neue Modemetropole entpuppen wird, bleibt abzuwarten. Doch bereits der kleine Einblick am St. Moritzersee in die kreativen Köpfe und Nachwuchstalente der Schweizer Modebranche verspricht eine glänzende Zukunft für die Züricher Modewoche und markiert den Beginn eines neuen Zeitalters für die Mode der Schweiz.

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PRESTIGE

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SÉZANE X YSÉ

Badeanzug été sauvage

SIMONE BRUNS

Corelia Kaschmirschal

FASHION TRENDS FÜR DIE NEUE SEASON

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LOUIS VUITTON

FLORIS VAN BOMMEL

LV BIKER BAG

Asti 04.02

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VEJA X BIMBA Y LOLA

Venturi Leather

LIV BERGEN

V ©Theo Wenner

Kleid Crochet in sand

S SLY010

Blazer mit Feder-Details

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LONGCHAMP

Sonnenbrillen

BYREDO

The Whoo Bag

TRENDS


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© Jojo Korsh/BFA.com/Shutterstock

«ROBERT WUN COUTURE»

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Autorin_Nathalie Becker


FASHION

Haute Couture ist ein essenzieller Begriff der Modebranche. Doch was bedeutet er? Was macht ihn aus? Und wie lässt sich dieses Stück Modegeschichte mit Robert Wun in Verbindung bringen?

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ür Kenner ist Robert Wun nicht wirklich ein Newcomer. Der in Hong Kong geborene Designer führt sein Label inzwischen schon seit elf Jahren, blieb jedoch oft unter dem Radar der Medien. Bis 2022 hatte Wun seinen Fokus auf Ready-to-wear-­ Kollektionen gelegt und entschied sich noch im selben Jahr, in die Welt der Haute Couture einzutauchen. Haute Couture bedeutet übersetzt «hohe Schneiderkunst». Sie ist das Aushängeschild von Exklusivität, Qualität und Kreativität. Couture-Mode wird von Meistern des Nähhandwerks umgesetzt, fernab der Massenproduktion. Jedes Stück ist hierbei ein Einzelstück – ein Merkmal, welches sich Visionäre wie Robert Wun gerne zunutze machen, um mit ihrer Kunst narrative Meister­werke zu schaffen. ZWISCHEN ANGST UND KUNST Im Januar 2023 präsentierte Wun seine erste Couture-Kollektion auf der Pariser Fashion Week. In dieser Kollektion liess sich der Designer von seinen eigenen Ängsten und Selbstzweifeln inspirieren. Mit ausgefallenen Silhouetten, intensiven Farben und einzigartigen Accessoires stellte er seine Ängste in Form von Kleidungsstücken bildlich dar. Viele der Looks verkörperten den Albtraum eines Designers: Ein weisses Kleid, übersäht mit Weinflecken, Schuhe mit gebrochenem Absatz, welche als Taschen umfunktioniert wurden, und ein angebranntes Kleid inszenierten auf künstlerische Art die chaotische Welt der Mode. Mit dem Regenmantel «The Rain» aus derselben Kollektion ging Wun zum ersten Mal auf den sozialen Medien viral. SCHÖNHEIT OHNE VERFALLSDATUM Sein endgültiger Durchbruch gelingt ihm mit seiner Herbst / Winter-­ Kollektion «Time» von 2024, eine Kollektion inspiriert von der Frage nach der Vergänglichkeit des Lebens. Die Show startet mit Looks, die die vier Jahreszeiten verkörpern. Die Message dahinter? Zeit bringt Veränderungen mit sich – innerliche wie auch äus­serliche. Besonders die verschiedenen floralen Designs heben die Auswirkungen von Zeit hervor. Anfangs betritt ein Model in einem Kleid zusammengesetzt aus einem schwarzen Trench-Samtrock und einem rosafarbenen Mieder den Laufsteg. In der Hand hält das Model einen Regenschirm. Beide Teile sind übersäht mit Blumen. Die Blumen sind frisch. Sie repräsentieren die Blüte des Lebens. In westlichen Ländern wird Jugend oft mit Schönheit assoziiert – ein Konzept, welches Robert Wun in dieser Kollektion herausfordert. Inspiriert von der alten chinesischen Philosophie, dass die wahre Schönheit der Blume in ihrer Vergänglichkeit liegt, dreht er den Spiess mithilfe von angebrannten Blumen aus Organza um. Sie symbolisieren eine Schönheit, die geprägt ist vom Makel und den gesammelten Erfahrungen gelebter Jahre.

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DER MENSCHLICHE KOSMOS Den Höhepunkt der Show bildeten vier finale Looks. Wun kreierte jeweils ein Kleid, das die Haut, die Muskeln und die Knochen eines Menschen repräsentieren. Das plissierte Hautkleid ist eine Anspielung an die Haut, die sich während des Alterungsprozesses verändert, während das Muskelkleid sowie das Knochenkleid die mit den Jahren schwindende physische Stärke verkörpern. Doch das absolute Highlight der Show wurde am Ende präsentiert: Ein schwarzes Kleid mit Galaxy-Print und unzähligen aufgenähten Perlen symbolisiert die Unvergänglichkeit der menschlichen Seele. Während sich unser Äusseres mit dem Alter verändert, bleibt der Kern bestehen. Robert Wun stellt mit dieser Kollektion nicht nur die Kostbarkeit von Zeit dar, sondern erinnert uns daran, Veränderungen zu feiern. Er hebt hervor, dass wahre Schönheit nicht in der Unveränderlichkeit liegt, sondern darin, jede Lebensphase willkommen zu heissen und diese bewusst zu leben. Mit dieser Kollektion hat Robert Wun bewiesen, dass Mode nicht von Storytelling getrennt werden kann. Jede seiner Kollektionen ist ein narratives Kunstwerk, das existierende Konventionen herausfordert und scheinbar unüberwindbare Grenzen überschreitet. Robert Wun definiert mit seiner Kunst die Welt der Haute Couture nicht nur neu, sondern er schreibt ihre Geschichte weiter.


IRIS

ZIMMERMANN

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FASHION

Als Personal Shopperin und Stilberaterin versteht es Iris Zimmermann, ihre Kundinnen und Kunden mit einem besonderen Gespür für Mode, Persönlichkeit und Detail zu begeistern. Mit jahrelanger Erfahrung, einem geschulten Auge und einer Leidenschaft für authentischen Stil zeigt sie, wie Kleidung nicht nur die äussere Erscheinung, sondern auch das Selbstbewusstsein beeinflusst. Im Interview mit «PRESTIGE» spricht sie über ihre modische Heimat, prägende Erlebnisse und die Geheimnisse eines echten Stils, der weit über Trends hinausgeht. Autor_Urs Huebscher Bild_Iris Zimmermann

PRESTIGE: Frau Zimmermann, jede Stadt hat ihren eigenen Stil und ihre eigene Mode-DNA. Gibt es einen Ort, an dem Sie sich besonders inspiriert fühlen und der Ihren persönlichen Stil geprägt hat? IRIS ZIMMERMANN: Auf jeden Fall Florenz, die Stadt, in der ich fast fünf Jahre gelebt habe und die meine Liebe zur Mode bis heute prägt. Florenz ist nicht nur eine Modestadt, sondern ein Gefühl. Kleine, versteckte Boutiquen verzaubern mich immer wieder aufs Neue und entführen mich jedes Jahr auf eine ganz besondere Fashionreise. Die Märkte auf den charmanten Piazzas sind ein wahres Erlebnis – sie besitzen eine einzigartige Atmosphäre, die Inspiration und Stilbewusstsein gleichermassen weckt. Egal ob ein wunderschönes Seidentuch, eine edle Ledertasche oder ein Paar elegante Slingpumps – ich finde hier immer etwas, das meine Garderobe bereichert. Aber auch andere Städte haben mich geprägt. New York ist zum Beispiel das komplette Gegenteil von Florenz: schnelllebig, kreativ und pulsierend. Die Energie der Stadt überträgt sich auf die Mode und zieht mich magisch an. Und dann ist da noch Stockholm – minimalistisch, klar und so nordisch-elegant. Jede dieser Städte hat ihre eigene Modehandschrift, und ich liebe es, diese verschiedenen Einflüsse in meinen persönlichen Stil und meine Arbeit zu integrieren. Gibt es einen besonderen Moment, eine Begegnung oder eine Stadt, die Ihre Liebe zur Mode auf eine neue Ebene gehoben hat? Mein prägendstes Erlebnis war definitiv in New York, als ich bei «Bergdorf Goodman» die legendäre Betty Halbreich kennenlernen durfte. Sie gilt als eine der ersten Personal Shopperinnen überhaupt und hat diesen Beruf quasi ins Leben gerufen. Ihre direkte Art, gepaart mit ihrem feinen Gespür für Stil, hat mich tief beeindruckt. Es war ein Treffen voller Inspiration, das mich mit allem bestärkt hat, was schon immer in mir war und was ich nun auch endlich ausdrücken wollte. Nach diesem Treffen wusste ich mit absoluter Klarheit: Das ist mein Beruf, das ist meine Berufung. Ich verliess New York mit wertvollen Tipps im Gepäck – aber vor allem mit dem Entschluss, in meinem eigenen Stil Beratungen anzubieten, bei denen sich jede Person individuell gesehen und verstanden fühlt.

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Sie haben die besondere Fähigkeit, in kürzester Zeit zu erfassen, was Kundinnen und Kunden brauchen. Was sind Ihre geheimen «Codes», um den perfekten Stil für eine Person zu entschlüsseln? Früher habe ich mir vorab Fotos schicken lassen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Doch ich habe schnell gemerkt, dass ein Bild oft täuschen kann – es zeigt nur die Oberfläche, nicht die Essenz des Menschen. Heute verlasse ich mich lieber auf mein Bauchgefühl, sobald ich die Person vor mir sehe. Ich achte auf die Körperhaltung, die Bewegungen und die Proportionen: Wie trägt jemand seine Schultern, wie bewegt sich der Kopf, wie wirken die Arme und Beine? All diese Details geben mir wichtige Hinweise. Aber das Entscheidende ist die Persönlichkeit, die die Person ausstrahlt. Sobald ich sie wahrnehme, schaltet mein Kopf um wie ein Schalter. Vor meinem inneren Auge entstehen sofort Outfits, die den Menschen unterstreichen, ohne ihn zu verändern. Es ist, als würde sich ein Puzzle zusammenfügen, bei dem ich sehe, was passt – von Farben über Schnitte bis hin zu Details, die das Gesamtbild harmonisch machen. In Zeiten von schnelllebigen Trends stellt sich oft die Frage: Was unterscheidet guten Stil von blossem Trendbewusstsein? Welche Prinzipien leiten Sie in Ihrer Arbeit? Für mich ist Stil dann echt, wenn die Person nicht verkleidet wirkt und sich in ihrer Kleidung wohlfühlt. Ein gutes Outfit sollte nicht nur modisch sein, sondern zur Persönlichkeit des Trägers passen. Natürlich sind Details wichtig: Wie wird ein Outfit getragen? Welche Accessoires runden den Look ab? Aber auch die Rand­ bedingungen spielen eine grosse Rolle. Ein weisses T-Shirt mit Jeans kann unglaublich stilvoll sein, wenn gute Akzente gesetzt werden, zum Beispiel ein mattroter Lippenstift, eine Sonnenbrille und gepflegte, glänzende Haare. So entsteht ein Look, der durch seine Einfachheit überzeugt. Das wichtigste Prinzip meiner Arbeit ist Ehrlichkeit, was meine Kunden als sehr positiv wahrnehmen, da nur so eine andere Effizienz entsteht. Sensibilisierung für Details ihrer Person ist der Schlüssel für glückliche Kunden: Beauty, Make-up, Haare, Workout und auch Face-Yoga werden in einem Style-Coaching oder Make-­ over integriert. Guter Stil beginnt bei der eigenen Life-Balance.

IM GESPRÄCH MIT PRESTIGE


BEAUTY & WELL BEING

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BEAUTY &WELLBEING

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ZWISCHEN ERBE

© FORWARD Elke Hegemann

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BEAUTY &WELLBEING

Seit der Gründung 1938 ist Mila d’Opiz nicht nur eine der führenden Schweizer Kosmetikmarken, sondern auch ein Paradebeispiel für familiengeführten Erfolg. Caroline Studer (CEO & Owner) und ihre Kinder Jennifer Widmer (Head of Marketing & Sales) und Kris Magerl (Communications Manager), die heute gemeinsam in der dritten und vierten Generation das Unternehmen führen, erzählen, wie sie als familiäres Team Herausforderungen meistern und die Marke zukunftsfähig machen, um weltweit im Premium-Luxusmarkt zu bestehen – und warum für sie «Swissness» mehr ist als ein simples Markenzeichen. Autorin_Swenja Willms Bilder_Mila d’Opiz

PRESTIGE: Mila d’Opiz ist eine der wenigen Schweizer Kosmetikmarken, die sich über Generationen hinweg erfolgreich am Markt behauptet hat. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? CAROLINE STUDER: Unser Erfolgsgeheimnis liegt in unserer Beständigkeit, unserer Qualität und der Verlässlichkeit, die wir über Generationen hinweg bewahrt haben. Mila d’Opiz war von Anfang an ein familiengeführtes Unternehmen – und das spüren unsere Kundinnen und Kunden. Ausserdem ist es spannend, dass die Marke stets von Frauen geführt wurde – angefangen bei meiner Grossmutter. Hinzu kommt, dass wir von Anfang an alles in der Schweiz produziert, konfektioniert und verpackt haben – und das ist bis heute so. Während andere Firmen Teile ihrer Produktion ausgelagert haben, bleibt bei uns alles in Schweizer Hand. Ihre Marke setzt auf Swissness als Qualitätsmerkmal. Wie wichtig ist der Produktionsstandort Schweiz für Ihr Geschäftsmodell? CAROLINE STUDER: Der Produktionsstandort Schweiz ist für uns essenziell, denn er garantiert unseren hohen Qualitäts­ anspruch und unsere Zuverlässigkeit. Unser Unternehmen hat seit jeher seinen Sitz in St. Gallen, und auch unsere gesamte Produktion findet dort statt. Das ist nicht nur die Heimat der Marke, sondern auch unserer Familie.

UND FORTSCHRITT 133

«Feel Swiss Serenity» ist ein zentrales Element Ihrer Marke. Wie genau übersetzt sich dieses Konzept in Ihre Produkte und deren Wirkung auf die Kunden? JENNIFER WIDMER: Ursprünglich haben wir den Begriff «Swiss Beauty» verwendet, weil er unsere Marke gut beschreibt. Doch Mila d’Opiz ist mehr als nur Schönheit – es geht um ein luxuriöses Erlebnis, um das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Unsere Produkte erzeugen einen Wow-­ E­ffekt auf der Haut, sie halten, was sie versprechen, und liefern die gewünschten Ergebnisse. «Feel Swiss Serenity» bringt dieses Konzept auf den Punkt: Es ist nicht nur Kosmetik, sondern ein Stück Schweizer Qualität und Innovation. Es verkörpert die Ruhe, die Reinheit und den Geist der Schweiz. Wir sorgen dafür, dass jede Kundin genau das richtige Produkt für sich findet – das schafft Vertrauen und Gelassenheit. Familiengeführte Unternehmen haben oft eine andere Dynamik als Konzerne. Welche Vorteile und Herausforderungen bringt die Führung in der dritten und vierten Generation mit sich? JENNIFER WIDMER: Ein familiengeführtes Unternehmen bringt viele Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich. Man hat Chancen, die man in einem Konzern vielleicht nicht so schnell bekommt, darf mehr ausprobieren und gestalten. Gleichzeitig gibt es einen starken emotionalen Faktor – man arbeitet mit der eigenen Familie, mit der Mutter, mit den Geschwistern. Das bedeutet auch, dass die Erwartungen besonders hoch sind. Es ist nicht einfach nur ein Job – man fühlt sich der Geschichte und den Vorfahren verpflichtet. CAROLINE STUDER: Ich finde es grossartig, dass unser Modell überhaupt funktioniert – denn das ist nicht selbstverständlich. Wir mussten erst herausfinden, wie wir als Familie zusammenarbeiten können. Was ich besonders spannend finde, ist die Dynamik zwischen den Generationen. Ich bin schon lange im Geschäft, habe


© FORWARD Elke Hegemann

PRESTIGE Jennifer Widmer und Kris Magerl, Sie gehören zur vierten Generation. Welche neuen Impulse bringen Sie in die Marke ein und wie wollen Sie Mila d’Opiz in die Zukunft führen? JENNIFER WIDMER: Ich bin nun seit knapp sieben Jahren dabei und habe noch erlebt, wie meine Grosseltern mitgearbeitet haben. In dieser Zeit haben wir den Übergang von einem eher konservativen zu einem modernen Ansatz vollzogen. Als ich anfing, gab es noch keinen Instagram-Account oder Onlineshop. Natürlich gibt es immer noch das traditionelle Denken, aber die Modernisierung ist notwendig. KRIS MAGERL: Bei uns ist es tatsächlich eine Herausforderung, die digitale Transformation umzusetzen, da wir eine lange, reichhaltige Geschichte haben. Es ist nicht einfach, diese Tradition mit modernen Kommunikationsmitteln wie Social Media zu verbinden. CAROLINE STUDER: Für meine Mutter war es anfangs schwer, den Wandel zu akzeptieren. Sie hatte Bedenken, unsere Traditionen zu verändern. Wir haben lange Zeit auf Investitionen in neue Maschinen gesetzt und die Marke lief eigentlich gut, ohne viel Werbung zu machen. Aber als ich begann, uns stärker zu positionieren und Marketingstrategien umzusetzen, sahen wir, dass es notwendig war, die Marke weiterzuentwickeln. Wir haben uns nun auf die Fahne geschrieben, unsere Rezepturen regelmässig zu überprüfen, damit sie nie älter als fünf Jahre sind. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der nie aufhören wird.

Höhen und Tiefen erlebt, und manchmal denke ich mir: Jetzt soll mir dieser junge Kerl nicht erklären, wie es läuft! Diese Balance zu finden – zwischen Erfahrung weitergeben und den Jungen Raum zum Ausprobieren lassen –, ist herausfordernd, aber unglaublich bereichernd. Gibt es bestimmte Eigenschaften, die Sie als Charakterzüge oder innerhalb der Familie mitbringen und die es ermöglichen, dass ein Unternehmen erfolgreich in Familienhand geführt wird? JENNIFER WIDMER: Jeder von uns bringt eine eigene Herangehensweise mit, manchmal sind wir komplett gegensätzlich. Aber gleichzeitig haben wir auch diese familiären Gemeinsamkeiten, die uns verbinden und helfen, als Team zu funktionieren. Was für uns essenziell ist: Wir können alles offen ansprechen – auch Dinge, die uns nicht gefallen. Wir haben gelernt, Diskussionen zu führen und auch mal zu streiten. CAROLINE STUDER: Das sehe ich genauso. Bei meinen Eltern hätte ich niemals so offen meine Meinung kundtun können. Kritik zu äussern, einer anderen Meinung zu sein, hat nicht unbedingt zu guter und harmonischer Stimmung geführt. Dass wir heute in einer viel offeneren, direkteren Art miteinander arbeiten können, empfinde ich als unglaublich wertvoll. Frau Studer, Sie haben lange mit Ihren Eltern zusammengearbeitet, stehen nun aber selbst an der Spitze des Unternehmens. Was würden Sie sagen, was Ihren Ansatz von dem Ihrer Eltern unterscheidet? CAROLINE STUDER: Alles. Ich weiss, das klingt vielleicht etwas extrem, aber entweder man folgt dem bisherigen Weg oder man entscheidet sich für einen ganz anderen. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden.

Wie definieren Sie langfristigen Unternehmenserfolg? Geht es eher um Wachstum, Innovation oder Markenstabilität? JENNIFER WIDMER: Langjährige Partnerschaften und gut funktionierende Vertretungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Erfolgs. CAROLINE STUDER: Der Hauptfaktor, der uns langfristig erfolgreich macht, ist aber sicherlich die Qualität. Wir garantieren, dass unsere Produkte nicht nur beim ersten Mal, sondern auch beim 100. Mal in höchster Qualität geliefert werden. Wir halten uns immer an die regulatorischen Vorgaben und stellen sicher, dass wir immer gesetzeskonform arbeiten, aber auch innovative Schritte gehen, um uns weiterzuentwickeln. Ich glaube, das ist der Hauptgrund, warum wir noch leben – wegen der Innovation, der Qualität und der Tradition. Dass wir diese drei Elemente miteinander vermischen und kontinuierlich weitertragen, macht uns einzigartig und sichert unseren langfristigen Erfolg. WWW.MILADOPIZ.COM

«Ich habe allergrössten Respekt vor meiner Grossmutter und ihrem Pioniergeist – und dieser Respekt wächst mit der Zeit immer mehr.» Caroline Studer

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PRESTIGE

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CHANEL

Lidschatten- und Highlighter-Palette

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CAUDALIE

Gesichtsserum

DIOR

Addict Lip Glow

SPRING GLOW: DIE BEAUTYMUST-HAVES

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LALIQUE

Soleil Lunar


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MILA D'OPIZ

Royal Black Pearl Majesty Cream

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SISLEY

La Crème Soin des Boucles

DOLGE & GABBANA

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Everfull XL Mascara

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RIVOLI

BETHGE

Le Décolleté Lissant & Raffermissant No 02

Kosmetiktasche

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TRENDS


PRESTIGE PRESTIGE

LA MER

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The Essence Foaming Cleanser

DIOR HOMME

Dior Homme Parfum by Francis Kurkdjian

D MEN’S ESSENTIALS: MUST-HAVE BEAUTY & PFLEGEPRODUKTE 138

K

KENZO HOMME

Indigo EDP


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PAUL MITCHELL

Tea Tree Hemp Restoring Shampoo & Body Wash

JEAN PAUL GAULTIER

Le Male Elixir Absolu

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RITUALS

Bartpflege-Öl

BRAUN

Series 9 Pro+ Elektrorasierer

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TOM FORD

OUD WOOD Ganzkörperspray

TRENDS


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LI VI N G 140


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PRESTIGE

Autorin_Lone K. Halvorsen Bilder_Beat Bühler & Matthieu Salvaing

DIE KUNST HOLISTISCHEN DER

GESTALTUNG

Mit ihrem Studio «Miriam Frowein Interiors» hat sich die promovierte Juristin auf internationales Wohndesign spezialisiert und verwirklicht Projekte, die durch eine kulturelle Mannigfaltigkeit bezaubern.

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MIRIAM FROWEIN INTERIORS

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eit 25 Jahren lebt und arbeitet Miriam Frowein in London, doch ihr Weg zur Interior-Designerin war alles andere als geradlinig. Ursprünglich promovierte Juristin, hat sie schnell erkannt, dass es – ob im Recht oder in der Innenarchitektur – immer um eines geht: das Lösen von Problemen. Doch statt Paragrafen zu interpretieren, widmet sie sich heute der Kunst, Räume zu schaffen, die Geschichten erzählen und die Seele eines Projekts widerspiegeln. DIE KUNST, RÄUME ZU GESTALTEN Schon immer fasziniert von Ästhetik, zeitgenössischer Kunst und den unterschiedlichsten Epochen, erkannte Miriam Frowein früh, dass das blosse Integrieren einzelner Kunstobjekte in ein bestehendes Interieur nicht ausreicht, um ein wirklich schönes Zuhause zu schaffen. Ihre Vision ist es, Gesamtkunstwerke zu kreieren, Räume ganzheitlich zu gestalten und ein harmonisches Zusammenspiel von Kunst, Vintage-Pieces und ausgewählten Objekten aus verschiedenen Jahrzehnten zu schaffen. Dabei setzt sie oft auf Werke junger Künstler und schafft so individuelle, lebendige «kleine Universen», die weit über die herkömmliche Einrichtung hinausgehen. Handwerkskunst spielt für sie eine zentrale Rolle. Mit «Objekti» hat Miriam zudem zusammen mit ihrem Schwager Benjamin Frowein eine Plattform ins Leben gerufen, die kunstvoll gefertigte Stücke aus Mexiko präsentiert und gleichzeitig die lokale Gemeinschaft unterstützt. Begeistert von der hohen Qualität der traditionellen Handwerkskunst, pflegen sie enge Beziehungen zu den mexikanischen Handwerkern und bieten diesen aussergewöhnlichen Stücken eine internationale Bühne. Mutig, intuitiv und strukturiert – ihre Herangehensweise an jedes Projekt ist geprägt von einer klaren Vision und einem Gespür für das Besondere. Für sie ist die Planung und Einrichtung eines neuen Zuhauses immer auch eine emotionale Reise, die sie gemeinsam mit ihren Kunden antritt. Denn am Ende ist Interior-Design «very close to home» – eine Aufgabe, die viele für einfach halten, aber nur wenige mit solcher Hingabe und Expertise meistern.

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PRESTIGE

LAKE HOUSE ZÜRICH Am Ufer des Obersees am unteren Zürichsee steht ein japanisch inspirierter und zeitgemässer Wohnpavillon, der perfekt in seine Umgebung eingebettet ist. Die einmalige Lage mit eigenem Badesteg und atemberaubendem Alpenpanorama bietet ein wahres Schauspiel der Natur. Nicht nur die Lage ist aussergewöhnlich, sondern auch das Haus, das gemeinsam mit dem Garten ein harmonisches Ensemble bildet. In Anlehnung an die japanische Gestaltungsphilosophie verschmelzen Ort, Umgebung und Architektur zu einer Einheit, die Natürlichkeit und Eleganz ausstrahlt. Die Architektur der Villa besticht auf den ersten Blick durch ihre versetzten Kuben und den grosszügigen, überhohen Wohnraum. Die weit auskragenden Dächer verleihen dem Bauwerk einen prägnanten Charakter, während die Holzuntersichten nahtlos in den Innenraum übergehen und dort eine warme, behagliche Atmosphäre schaffen. Das Haus und seine Umgebung verbinden moderne Architektur mit fern­ östlicher Ästhetik und schaffen ein Zuhause, das Ruhe, Eleganz und Harmonie vereint. Miriam Frowein hat das Interior-Design dieses aussergewöhnlichen Projekts umgesetzt und dabei moderne Architektur mit fernöstlicher Ästhetik vereint.

PRESTIGE: Was war der Ausgangspunkt für die Gestaltung des Lake House Zürich und welche Vision hatten Sie zu Beginn für dieses Haus? MIRIAM FROWEIN: Meine Kunden erwarben ein charmantes kleines Cottage auf einem idyllischen Seegrundstück mit eigenem Steg und Bootshaus. Gemeinsam entstand die Vision, ein modernes Mid-Century-Haus zu gestalten, das den fliessenden Übergang zwischen Innen- und Aussenraum mit eleganten japanischen Stilelementen vereint. Was hat Sie an diesem Projekt am meisten gereizt, als die Familie Sie kontaktiert hat? Das war mein erstes Neubauprojekt, da ich zuvor ausschliesslich Kernsanierungen bestehender Objekte begleitet hatte. Die besondere Herausforderung bei einem Neubau besteht darin, eine Atmosphäre von Gemütlichkeit und Wärme zu schaffen. In diesem Fall wurde es zusätzlich erschwert durch die zahlreichen grossflächigen Fenster, die zwar den atemberaubenden Blick auf den See optimal einrahmen, aber von Natur aus eine gewisse Kühle ausstrahlen.

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Gab es ein spezifisches Element der japanischen Kultur oder Ästhetik, das Sie für dieses Projekt besonders inspiriert hat? Definitiv! Die Holzstreben, die wir sowohl bei den Tür­ elementen als auch im Treppenhaus einsetzen konnten, waren ein zentrales Gestaltungselement. Besonders das Thema helle Eiche spielte eine entscheidende Rolle, um dem Haus eine ruhige und warme Atmosphäre zu verleihen. Für das gesamte Furnier im Haus konnten wir Holz aus einem einzigen Baum verwenden, wodurch eine beeindruckende Einheitlichkeit und Harmonie entstanden ist. Japanisches Design betont oft Minimalismus und die Verbindung zur Natur. Wie haben Sie diese Prinzipien hier umgesetzt? Die Holzdecke, die sich nahtlos über die Terrasse vor dem Wohnzimmer hinweg fortsetzt, schafft einen fliessenden Übergang zum Garten und verbindet Innen- und Aussenbereich harmonisch miteinander. Die Natur spiegelt sich im Haus auch durch die eindrucksvolle grüne Mooswand im Eingangsbereich wider, die sogar die Sonne der japanischen Flagge darstellt. Diese einzigartige In­ stallation wurde von einem Künstlerteam aus London vor Ort sorgfältig aus getrocknetem Moos und Pflanzen zusammengesetzt.

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LIVING Welche Rolle spielten Materialien und Farben bei der Schaffung der japanischen Atmosphäre und warum haben Sie sich gerade für diese entschieden? Wir haben zahlreiche Wände und Schränke mit Baumwolle und Seide in einer hellen Farbpalette gestaltet – in warmen Cremetönen und zarten Blautönen, die eine ruhige und einladende Atmosphäre schaffen. Textur spielt in all meinen Designs eine zentrale Rolle, und in diesem Haus war die Kombination aus Travertin und heller Eiche besonders wichtig. Ein weiteres Highlight ist die Arbeitsplatte in der Küche, gefertigt aus schwarzem Lavastein, der an traditionelle japanische Küchen erinnert und dem Raum eine raffinierte Note verleiht. Travertin einzusetzen ist eine mutige Entscheidung. Was hat Sie dazu bewogen, dieses Material zu wählen, und welche Wirkung wollten Sie damit erzielen? Wir haben Travertin nicht nur als Bodenbelag in den Wohnräumen verwendet, sondern auch für die Verkleidung des Aufzugs im Mittelpunkt des Hauses. Travertin zählt zu meinen Lieblingsmaterialien, da es kein vergleichbares Material gibt, das im rohen und unpolierten Zustand die Natur mit ihrer Perfektion und Imperfektion so gut widerspiegelt und gleichzeitig solch eine Wärme erzielt. Sie haben der Familie geholfen, Kunstwerke auszuwählen. Nach welchen Kriterien haben Sie die Stücke ausgewählt und wie tragen sie zur Atmosphäre des Hauses bei? Wir haben uns bei der Kunst für eine Auswahl aus MidCareer- und aufstrebenden Künstlern entschieden. Ich halte es für besonders wertvoll, wenn sich eine junge Familie mit dem Thema «Leben mit Kunst» auseinandersetzt, Künstler aus der eigenen Generation in den Fokus zu rücken. Selbst wenn das Budget für etablierte «Blue-Chip-Künstler» vorhanden ist, finde ich es eher langweilig, diese im ersten Schritt besitzen zu wollen, weil mir die Individualität fehlt und es wichtig ist, den eigenen Geschmack

davon losgelöst zu entwickeln. Einer der Künstler, von dem wir Werke erworben haben, hat die Arbeiten sogar persönlich geliefert und gemeinsam mit den Kindern der Familie gemalt. Andere Künstler haben wir bei gemeinsamen Besuchen von Kunstmessen entdeckt. Dieser Prozess erfordert viel Zeit und ein gewisses Mass an Bildung im Bereich der Kunst, die sich meine Kunden mit grosser Freude angeeignet haben. Ein besonderes Highlight ist das Werk der koreanischen Künstlerin Minjung Kim, das sich wunderbar in das japanisch inspirierte Konzept des Hauses integriert. Sie arbeitet mit Papier und verwendet ein rituelles Verfahren, bei dem sie Linien mit einem duftenden Stab in das Papier brennt – eine aussergewöhnliche Technik, die das Werk einzigartig macht. Auffallend im Wohnzimmer sind die drei beleuchteten «Leuchttürme», die mit ihrer markanten Form und Ausstrahlung – im wahrsten Sinne des Wortes – den Raum massgeblich prägen. Welche Künstler stehen hinter diesem eindrucksvollen Kunstwerk und was hat zu der Entscheidung geführt, sie in das Design zu integrieren? Diese drei Kunstwerke, die zugleich als Lampen fungieren, stammen vom amerikanischen Künstler Matt Gagnon. Ich habe diesen Künstler und seine Werke als Ausgangspunkt für mein Design gewählt. Gemeinsam mit dem Künstler, der in Los Angeles ansässig ist, und in enger Abstimmung über Telefonate wurden die Stücke speziell für meine Kunden entworfen. Die Entscheidung, diese Werke in das Projekt einzubinden, wurde bereits ganz am Anfang getroffen – noch bevor die Bauarbeiten

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«Die besondere Herausforderung bei einem Neubau besteht darin, eine Atmosphäre von Gemütlichkeit und Wärme zu schaffen.» 148


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PRESTIGE Drei Jahre sind eine lange Zeit für ein Projekt. Wie halten Sie während solcher Zeiträume die kreative Energie und den Fokus aufrecht? Die kreative Energie konzentriert sich zunächst stark auf die anfängliche Designphase. Sobald diese vom Kunden genehmigt wurde, liegt der Fokus auf der präzisen Umsetzung, der Logistik und der Feinabstimmung der Details. Mein juristischer Hintergrund ist dabei sicherlich von grossem Nutzen.

begonnen hatten – und erforderte ein grosses Mass an Vertrauen in meinen Vorschlag. Ich vermag zu sagen, dass sich der Sprung in diese damals sehr mutige Entscheidung gelohnt hat und diese Kunstwerke das Gefühl im Wohnzimmer massgeblich beeinflussen. Diese einzigartigen Kunstwerke prägen das Ambiente des Wohnzimmers wesentlich und sind nicht nur bei meinen Kunden, sondern bei jedem Besucher ein echter Blickfang und Quell der Begeisterung. Mit dem von Ihnen entworfenen Tisch an der Kücheninsel haben Sie ein individuelles Element geschaffen. Wir gross ist Ihr Einfluss auf die gesamte Innenarchitektur bei einem solchen Projekt? Idealerweise ist mein Einfluss gross, weil das Layout der Räume, die Proportionen der Türen und Fussleisten, die Wahl der Materialien, das Design neben der Funktionsbestimmung der Bade­ zimmer sowie die gesamten Einbauten in einem Haus sehr von einem guten und harmonischen Design geprägt sind und das Haus in einer anderen Form individualisieren. Eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und uns als Innenarchitekten und Interior-Designern ist dabei von unschätzbarem Wert und bietet dem Kunden einen erheblichen Vorteil. Beispielsweise haben wir den Kamin vollständig selbst entworfen und uns sogar mit vermeintlich banalen Details wie der Frage ausei­ nandergesetzt, ob Vorhangstangen verwendet oder Vorhangschienen in die Decke eingelassen werden sollten. Auch Themen wie die Integration einer zweiten Küche oder der Einbau einer Bar im Fernsehzimmer wurden von uns im Detail geplant, um ein rundum stimmiges und individuelles Design zu gewährleisten.

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Sie haben bereits ein weiteres Projekt für die selbige Familie realisiert: ein Schweizer Chalet. Können Sie uns verraten, wie Sie diesen völlig anderen Stil angegangen sind? Wir sind sehr dankbar, dass wir für unseren Kunden ein Chalet in Klosters realisieren durften, das bereits für das erste Weihnachten 2024 in den Bergen von der Familie genutzt wurde. Dieses Projekt ist ein wahres Feuerwerk aus Farben, Mustern, Materialmix und einem Konzept für gemütliches und fröhliches Wohnen. Was ich an meinem Job liebe, ist die Vielfalt: Jedes Projekt – selbst mit demselben Kunden – ist einzigartig und fordert mich immer wieder heraus, mich neu zu erfinden. Dürfen wir in Zukunft noch mehr spannende Projekte von Ihnen in der Schweiz erwarten? Ja, dürfen Sie! Für 2025 stehen bereits mehrere spannende Projekte in der Pipeline, darunter sowohl in Zürich als auch in den Schweizer Bergen. Wir freuen uns darauf, diese einzigartigen Herausforderungen anzugehen und neue, kreative Konzepte umzusetzen.


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EINE BELEBTE WINTERSAISON

Autorin_Maura Wasescha

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ie Wintersaison 2024 / 2025 hat sich als eine der belebtesten und erfolgreichsten Zeiten in der Geschichte des Engadins erwiesen. Die schneebedeckten Gipfel und charmanten Alpenorte ziehen nicht nur leidenschaftliche Wintersportler, sondern auch wohlhabende Kauf-/Mietinteressenten an, die nach exklusiven Immobilien suchen. Insbesondere das Engadin mit seinen majestätischen Landschaften und dem weltberühmten St. Moritz zeigt sich als Hotspot für Investitionen in den Immobilienmarkt. St. Moritz, bekannt für sein erstklassiges Skigebiet und glamouröse Veranstaltungen wie das St. Moritz Gourmet Festival und den Snow Polo World Cup, hat sich als Synonym für Luxus positioniert. Das einzigartige Ambiente des Ortes, kombiniert mit erstklassiger Infrastruktur und exklusiven Freizeitmöglichkeiten, macht ihn besonders attraktiv für Käufer, die sowohl Erholung als auch Prestige suchen. Die malerische Lage der Oberengadiner Seenlandschaft bietet nicht nur hervorragende Wintersportmöglichkeiten, sondern auch eine atemberaubende Kulisse für Immobilien, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. Der aufschwellende Markt für Immobilien im Engadin hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Dynamik erfahren. Wohlhabende Investoren von nah und fern erkennen, dass eine Immobilie in dieser erstklassigen Lage nicht nur ein Statussymbol, sondern auch eine langfristige, wertbeständige Anlage darstellt. Die Nachfrage nach exklusiven Chalets und Apartments in Sichtlage der Seen oder mit direktem Zugang zu den erstklassigen Pisten ist ungebrochen.

Wir bei der Maura Wasescha AG sind stolz darauf, seit über 48 Jahren Teil dieser faszinierenden Entwicklung im Engadin zu sein. Unser Ziel ist es, Kundschaft und Eigentümerschaft eine einzigartige persönliche Beratung mit weitreichender Expertise zu bieten, langfristige Beziehungen aufzubauen, zu erhalten und diese mit der Zeit zu Freundschaften zu verschmelzen. Zusätzlich ist uns bewusst, dass unsere Kunden mehr als nur ein Zuhause suchen. Sie streben nach einem Lebensstil, der Erholung, Abenteuer und Gemeinschaft vereint. Aus diesem Grund fördern wir auch die Verbindung in unserem Netzwerk, sei es durch gemeinsame Events oder lokale Engagements, um ein starkes Gefühl der Verbundenheit und des Zusammenhalts zu schaffen. Die Zukunft des Immobilienmarkts im Engadin ist vielversprechend, und wir bei der Maura Wasescha AG sind bereit, diese spannende Reise mitzugestalten. Inmitten der atemberaubenden Berge, wo Tradition auf Moderne trifft, sind wir zuversichtlich, dass wir einen unvergesslichen Lebensraum schaffen können.

IM ENGADIN

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Meisterwerk

Ein der Poolarchitektur Hoch über dem glitzernden See, wunderschön eingebettet in die Natur, befindet sich dieses architektonische Juwel: ein exklusiver Betonpool mit Natursteinauskleidung und einer eleganten, einseitigen Überlaufkante. Dieser luxuriöse Rückzugsort vereint Design, Technik und natürliche Eleganz auf höchstem Niveau und bietet ein Badeerlebnis, das pure Entspannung mit modernster Innovation verbindet.

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ls Spezialistin für individuelle Pool­ lösungen steht die Vita Bad AG für Qualität, Präzision und luxuriösen Komfort. Das Unternehmen mit Sitz im Luzerner Seetal kreiert seit über 40 Jahren exklusive Wellnessoasen, die sich durch handwerkliche Perfektion und modernes Design auszeichnen. In enger Zusammenarbeit mit Berger Gartenbau, Kilchberg, ist dieses wunderschöne Projekt entstanden. ARCHITEKTUR UND DESIGN – EINE L-FORM MIT CHARAKTER Der Pool beeindruckt mit seiner durchdachten L-Form, die sowohl ästhetisch als auch funktional neue Massstäbe setzt. Die klaren Linien des Betonbeckens harmonieren perfekt mit der natürlichen Struktur der hochwertigen Natursteinauskleidung. Diese verleiht dem Wasser einen einzigartigen, schimmernden Farbton, der die umgebende

Autorin_Barbara Wenk Bilder_Vita Bad AG

Landschaft widerspiegelt und den Pool zu einem nahtlosen Bestandteil seiner Umgebung macht. Ein besonderes Highlight ist die einseitige Überlaufkante, die das Wasser scheinbar endlos in die Ferne fliessen lässt. Diese optische Täuschung verstärkt das Gefühl von Weite und Freiheit und macht jeden Schwimmzug zu einem exklusiven Erlebnis mit Blick auf die weiten Hügel und den tiefblauen See.

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LIVING NACHHALTIGKEIT TRIFFT INNOVATION Wasser ist das Herzstück eines jeden Pools und hier setzt Vita Bad auf modernste Technologie. Die Wasseraufbereitung erfolgt mittels Salzhydrolyse, einer natürlichen und hautfreundlichen Methode, die auf Chlor und chemische Zusätze verzichtet. Dieses Verfahren sorgt für kristallklares Wasser und eine angenehme Frische, die das Badeerlebnis unvergleichlich macht. Ein weiteres technisches Highlight ist die integrierte Gegenstromanlage der Marke Triva. Sie verwandelt den Pool in eine private Schwimmoase und ermöglicht es, sportliche Ambitionen auszuleben, ohne auf das beruhigende Flair eines Privatpools zu verzichten. GANZJÄHRIGE NUTZUNG DURCH INTELLIGENTE HEIZLÖSUNG Dank des direkten Anschlusses an die Hausheizung ist dieser Pool nicht nur ein sommerliches Vergnügen, sondern verlängert die Badesaison um viele Wochen. Besonders an kühleren Tagen sorgt die wohltemperierte Wärme für ein entspanntes Badevergnügen mit spektakulärer Aussicht. EIN PREISGEKRÖNTES MEISTERWERK Die Perfektion in Design und Technik bleibt nicht unbemerkt: Die Vita Bad AG wurde für diesen aussergewöhnlichen Pool mit der Goldmedaille bei den renommierten EUSA Awards (European Union of Swimming Pool and Spa Associations) prämiert – eine Auszeichnung, die die exzellente Arbeit und das innovative Denken des Unternehmens unterstreicht. EIN POOL, DER TRÄUME WAHR WERDEN LÄSST Dieser atemberaubende Pool ist weit mehr als ein Badeplatz. Er ist ein Kunstwerk, ein Rückzugsort, eine Quelle der Erholung für ihre Benutzer, die das Besondere zu schätzen wissen. Hier verschmelzen Natur und Luxus, Technologie und Tradition zu einem unvergleichlichen Gesamterlebnis.

LUXUS TRIFFT AUF NATUR 153


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VON DER

TITANIC

IN DIE

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LIVING

Ungefähr ein Drittel unseres Lebens verbringen wir – im Bett. Deshalb ist man sich bei Vispring einig: Ein guter Schlaf trägt wie kaum etwas anderes zu langfristigem Wohlbefinden bei. Doch wie entsteht die beste Matratze für den bestmöglichen Schlaf? Wir begeben uns auf eine Entdeckungsreise zum Luxushersteller feinster Bettwaren. Autor_Mario Hetzel Bilder_Vispring

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er britische Luxusbettenhersteller Vispring gilt als internationale Topadresse für massgeschneiderte, handgefertigte Matratzen und Betten. 1901 gegründet, blickt das Unternehmen auf über 120 Jahre Erfahrung zurück, in denen traditionelle Handwerkskunst und innovative Technologien zueinander fanden. Doch hinter den Luxusmatratzen steckt mehr als hochwertige Materialien und die Liebe zum Handwerk – es ist die Philosophie von Vispring, die den Erfolg und die Beständigkeit der Marke ausmacht. SPIRALFEDERN, OZEANRIESEN UND TASCHENFEDERKERNE Die Geschichte von Vispring beginnt im Jahr 1899: Als seine Frau in Kanada schwer erkrankt, entwickelt der britische Ingenieur James Marshall für sie eine neuartige Matratze mit in Musselin eingenähten Spiralfedern – eine perfekte Kombination aus Stabilisierung für den erkrankten Körper und hohem Liegekomfort. 1901 bringen die britischen Unternehmer John Nolon und Frederick James Marshalls Design schliesslich nach Grossbritannien, um die Matratze einem grösseren Publikum vorzustellen. Die Marshall Sanitary Mattress Company ist geboren. Aus dieser Anfangszeit stammt auch der zentrale Leitgedanke für eine aussergewöhnliche Matratze: Die individuelle Physiologie soll im Mittelpunkt stehen, um eine gleichmässige Gewichtsverteilung, beste Dämpfung und damit einen lang anhaltenden, individuellen Komfort zu garantieren. Doch es war nicht nur Marshalls technische Innovation, die Vispring – wie sich das Unternehmen mittlerweile nannte – zum Synonym für luxuriösen und komfortablen Schlaf machte. Da war auch die frühe Verbindung zu Ikonen des luxuriösen Reisens: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Dampferfahrten die begehrteste Art, die Welt zu erkunden. Und so wurden im Jahr 1911 Marshalls massgeschneiderte Matratzen in den opulenten Kabinen und Suiten der berühmtesten Ozeanriesen, darunter die Titanic und die Olympic, eingesetzt. Dies ermöglichte es dem noch jungen Unternehmen, sich als einzigartige Marke mit exzellentem Ruf im Luxussegment zu etablieren.

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Im Laufe der Jahre experimentierten die erfahrenen Bettenbauer mit immer neuen Matratzenfüllungen. Sie führten noch mehr natürliche Füllmaterialien wie Rosshaar, reine Baumwolle und Shetland-Wolle sowie edle Aussenmaterialien wie Seide und Kaschmir ein. Im Jahr 1932 revolutionierte das Unternehmen den Matratzenmarkt erneut, als es die erste Taschenfederkern­ matratze der Welt entwickelte. Das neue Design veränderte die Art und Weise, wie Menschen schlafen, und Vispring blieb auch hier seinem Grundsatz treu, seine Federn selbst zu produzieren – ein Merkmal, das das Unternehmen bis heute von vielen anderen Bettenherstellern unterscheidet. So leitet sich auch der Name «VI-Spring» von den sechs Windungen der Stahlfedern ab, die in jeder Matratze verbaut werden und für den unvergleichlichen Support der Wirbelsäule sorgen: VI steht für die römische Ziffer 6.

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CULINARIUM

TRADITION TRIFFT AUF INNOVATION Seit jener Zeit hat Vispring mit einer Vielzahl von Drahtstärken und Federtypen seine Handwerkskunst perfektioniert: So werden heute 58 verschiedene Federtypen und neun Drahtstärken zur Wahl gestellt, um den speziellen Bedürfnissen des jeweiligen Körpers gerecht zu werden. Damit gelingt Vispring, was anderen Anbietern verwehrt bleibt: die perfekte Matratze für die individuellen Bedürfnisse jedes Kunden und jeder Kundin herzustellen. Eine Vispring-Matratze ist somit Resultat erworbener Kunstfertigkeiten. Jede Matratze wird in Plymouth / Devon im Südwesten Englands, wo das Unternehmen seit 1970 seinen Sitz hat, von Hand getuftet – eine Fertigkeit, die nur durch jahrelange Erfahrung gemeistert werden kann. Diese Massarbeit bis ins Detail gewährleistet, dass die Füllung der Matratze in Position bleibt und die Matratze über Jahrzehnte hinweg die versprochene Stabilität bietet. «Die manuelle Herstellung von Matratzen ist ein kompliziertes Handwerk, das jahrelange Erfahrung erfordert. Viele unserer Handwerker arbeiten seit Jahrzehnten bei uns und sind Teil einer Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird», erklärt Clare Schifano, Global Marketing Director bei Vispring. So wird jede Matratze zu einem wahren Meisterwerk, das den höchsten Standards gerecht wird. ENGAGEMENT FÜR NACHHALTIGKEIT UND LOKALE LANDWIRTE Ein zentraler Bestandteil von Visprings Philosophie ist der Respekt vor der Umwelt und der britischen Landwirtschaft. Das Unternehmen setzt auf lokale, natürliche Materialien und unterstützt die britischen Landwirte, die die wichtigen Rohstoffe liefern. Die einzigartige handgekämmte Shetlandwolle ist nur ein Beispiel für die Qualität und die ethische Verantwortung, die Vispring bei der Auswahl seiner Materialien verfolgt. Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur ein Modewort, sondern ein tief verwurzelter Bestandteil der Marke, der sich in jedem Schritt des Herstellungsprozesses widerspiegelt. «Wir sind stolz darauf, nur natürliche Materialien zu verwenden, die von uns und unseren Kunden seit über 120 Jahren getestet wurden. Unser Ziel ist es, sowohl Komfort als auch Nachhaltigkeit zu vereinen», betont Schifano. «In unserer Herstellung kommen keine Kunststoffe, Polyester, Schaumstoffe oder anderen künstlichen Produkte oder Chemikalien zum Einsatz.» Um dieses Engagement zusätzlich zu unterstreichen, hat das Werk in Plymouth in den Jahren 2023 und 2024 nach einer eingehenden externen Prüfung durch die Société Générale de Surveillance die Umweltnorm ISO 14001 erhalten.

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LUXUS FÜR DIE BESTEN HOTELS DER WELT Und so erstaunt es nicht, dass sich Vispring auch als bevorzugter Partner führender Luxusmarken weltweit etablieren konnte. Von den Suiten im The Dorchester in London über das Principe di Savoia in Mailand bis hin zum BVLGARI Hotel in Beijing – Vispring-Matratzen bieten den Komfort, den sich die anspruchsvollsten Gäste wünschen. Diese prestigeträchtigen Hotels wissen, dass ein erholsamer Schlaf für ihre Gäste von grösster Bedeutung ist, und setzen daher auf die erstklassigen Matratzen. Heute ist Vispring weltweit in 59 Ländern vertreten und arbeitet mit über 600 Einzelhändlern zusammen. Diese internationale Präsenz macht das Unternehmen zur bevorzugten Wahl für diejenigen, die sich den besten Schlafkomfort leisten möchten – sei es zu Hause oder auf Reisen. Im vergangenen Jahr erhielt Vispring bereits zum zweiten Mal den angesehenen King’s Award for Enterprise in International Trade – eine Auszeichnung, die das Unternehmen für seine herausragenden Leistungen im internationalen Handel und seine Bestrebungen würdigt, britisches Handwerk auf der ganzen Welt zu verbreiten. «Vispring bleibt der internationale Standard für Komfort und Raffinesse, gepaart mit einem dauerhaften Respekt für traditionelle Handwerksmethoden», so Schifano. «Diese Werte haben dazu beigetragen, dass Vispring heute zu den bekanntesten und angesehensten Marken im Bereich der Luxusbetten gehört.» DER INDIVIDUELLE WEG ZU BESTEM SCHLAF Ein gutes Bett ist also mehr als nur ein Möbelstück – es ist eine Investition in das eigene Wellbeing. Schlaf ist ein sehr persönliches Erlebnis, das durch die richtige Matratze noch zusätzlich unterstützt wird. Daher empfehlen die Experten aus Plymouth auch, sich genügend Zeit bei der Auswahl der passenden Ma­tratze zu nehmen. Dies beginnt zunächst einmal damit, sich über die eigene präferierte Schlafposition bewusst zu werden, und führt dann zur passenden Federspannung sowie zu Füllmaterialien und Grössen. Selbst für Paare gibt es im Hause Vispring ideale Lösungen: Es ist zum Beispiel möglich, für jede Bettseite eine unterschiedliche Federspannung zu wählen. «Ein guter Schlaf trägt zum langfristigen Wohlbefinden bei, und deshalb lohnt es sich, in das bestmögliche Bett zu investieren», so Clare Schifano. Dieses Engagement für den Schlafkomfort jedes Einzelnen ist das Herzstück von Visprings Philosophie. Und so bleibt man sich in Plymouth auch nach über 120 Jahren der Maxime treu: Innovation verbunden mit Handwerkskunst und dem Blick fürs Detail garantiert beste Qualität.

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LIVING

VOM FEUER GEFORMT

Hergiswiler Glas AG • Seestrasse 12 •1596052 Hergiswil am See • www.glasi.ch


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VOM

FEUER GEFORMT

Autorin_Marianne Malgieri Bilder_Philipp Dubs

Seit 1817 verzaubert die Hergiswiler Glas AG mit glühendem Glas und kühner Handwerkskunst. Direkt am Ufer des Vierwaldstättersees, am Fusse des Pilatus gelegen, ist sie eine Schweizer Institution. Doch die Geschichte dieser Glashütte ist weit mehr als Tradition – sie ist ein lebendiger Ausdruck von Leidenschaft, Innovation und familiärem Zusammenhalt.

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ie Glasi, wie sie liebevoll genannt wird, blickt auf eine über zwei Jahrhunderte währende Geschichte faszinierender Handwerkskunst zurück. Einen prägenden Wendepunkt erlebte die Glasi 1975, als Roberto Niederer – der Grossvater von Leandro Niederer – die Glashütte übernahm. Als Gestalter, Designer und künstlerischer Leiter hinterliess er eine unverwechselbare Handschrift, die den Stil der Glasi bis heute prägt. Roberto schuf ikonische Designs, die zeitlos geblieben und noch immer fester Bestandteil des Sortiments sind. Seine Leidenschaft für Glas und Design legte den Grundstein für eine neue Ära, doch sein Wirken endete abrupt mit seinem Tod im Jahr 1988. Sein Sohn Robert Niederer führte die Vision weiter und leitete die Glasi ab 1988 mit grossem Engagement. Nach seinem Tod im Jahr 2022, im Alter von 68 Jahren, trat Leandro Niederer in die Fussstapfen seines Vaters. Bereits 2015 hatte er in der

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LIVING Glasi begonnen, zunächst als Sachbearbeiter im Office und später im Marketing-­Team. Im Jahr 2020 übernahm er mit nur 29 Jahren die Führung des Familienbetriebs – inmitten einer schwierigen Zeit, die durch den plötzlichen Verlust seines Vaters und unternehmerische Herausforderungen geprägt war. Leandro bringt nicht nur die gleiche Leidenschaft für das Glasmacherhandwerk mit wie seine Vorgänger, sondern auch eine klare Vision: die traditionsreiche Glashütte in die Zukunft zu führen, ohne ihre Wurzeln aus den Augen zu verlieren. KUNST AUS GLÜHENDEM SAND Jeden Tag entstehen in der Glasi kleine und grosse Kunstwerke – Gläser, Vasen, Karaffen, Teller und vieles mehr, gefertigt von den talentierten Händen der Glasmacher. Hier wird noch jedes Stück in Handarbeit und mit viel Hingabe geschaffen, oft in einer jahrhundertealten Technik des Mundblasens und Giessens. Die glühende Masse aus Sand, Soda und Kalk verwandelt sich durch geschickte Bewegungen in klare, schimmernde Formen, die im Spiel des Lichts eine magische Aura entfalten. Ein hauseigenes Designerteam sorgt dafür, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen. Zweimal jährlich werden neue Kollektionen entwickelt, doch die Klassiker aus den 60erund 70er-Jahren – geschaffen von Roberto Niederer – bleiben feste Bestandteile des Sortiments. «Glas ist für uns mehr als ein Material, es ist Poesie in fester Form», sagt Leandro, dessen Vision für die Glasi klar ist: die Tradition bewahren und gleichzeitig neue Wege erkunden. EIN ORT DER BEGEGNUNG UND INSPIRATION Die Glasi ist nicht nur eine Produktionsstätte, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel. Ein Museum lädt ein, die Geschichte des Glases und die Magie seiner Herstellung zu entdecken. Wer das Abenteuer sucht, kann sich im faszinierenden Glas-Labyrinth ver-

lieren oder selbst eine Glaskugel blasen – ein Erlebnis, das Jung und Alt begeistert. Regelmässig finden zudem Events statt: von stimmungsvollen Weindegustationen über ein winterliches Kunsteisfeld bis hin zu Kinderbastelstunden und einer fröhlichen Osterschnitzeljagd. Leandro und sein Team verstehen es meisterhaft, Handwerk und Erlebnisse zu verbinden. Sie haben die Glasi zu einem lebendigen Ort gemacht, der weit über die Grenzen der Schweiz hinausstrahlt. DIE ZUKUNFT LEUCHTET Die vierte Generation steht bereits in den Startlöchern. Im Jahr 2024 wurde Leandro Niederer zum ersten Mal Vater – ein Sohn, der eines Tages vielleicht die Glasi und ihre Tradition weiterführen wird, so wie es bereits sein Grossvater und Urgrossvater getan haben. Die Glasi Hergiswil ist ein Symbol für Beständigkeit und Innovation, ein Ort, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen und sich in schimmerndem Glas verewigen. Hier ist Glas nicht nur ein Produkt, sondern eine Lebenseinstellung – getragen von einer Familie, die sich dem Zauber dieses faszinierenden Materials verschrieben hat.

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©Baros Maldives

© Visit Maldives

TRAVEL

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FRÜHER ROBINSONINSELN, ©Baros Maldives

Malediven

HEUTE

Luxus REISEZIEL Autor_Urs Huebscher

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©Kurumba s Village / Visit Maldives

TRAVEL

Robinson-Crusoe-Feeling, türkisblaues Meer, schneeweisse Sandstrände, kristallklares Wasser, Tauchgänge in Korallengärten, Sonnenuntergänge unter Palmen, Romantik und Exotik pur – kurzum: Fantastischer kann ein Tropenurlaub im wunderschönen Inselparadies nicht sein. Erst 1972 eröffnete das erste Resort. Der Weg hin zur heutigen Luxusdestination war nicht einfach. Anfangs logierten die Gäste in einfachen Hütten, duschten mit Brackwasser, und es gab noch keine gekühlten Getränke.

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aum zu glauben, aber vor 50 Jahren war die abgelegene Inselgruppe der Malediven nur von Fischern bewohnt. Es gab keine befestigten Strassen, die Inseln waren isoliert und der Aussenwelt unbekannt. Nur über eine kleine, von Freiwilligen errichtete Landebahn auf der Insel Hulhulé – heute Standort des internationalen Flughafens Velana – landeten unregelmässig kleinere Flugzeuge. Damals gab es auf den Malediven nichts, gar nichts, keine Banken, kein Flughafen, keine Telefone, nur Amateurfunk oder Morsecode-Kontakt mit dem nahe gelegenen Colombo, dem Hauptort von Sri Lanka. Und namhafte Experten sagten, dass hier der Tourismus niemals erfolgreich sein würde. Es gab keinerlei Einrichtungen und null Infrastruktur. Die rund 750 Kilometer lange Inselkette der Malediven besteht aus knapp 1200 Inseln, von denen nur noch wenige be-

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wohnt sind. Noch vor 50 Jahren führten die Bewohnerinnen und Bewohner der Inseln ein Leben in Wohlstand, das auf Landwirtschaft und Fischerei basierte. Die Rohstoffe für landwirtschaftliche Produkte sammelten sie in Waldgebieten der bewohnten und der nahe gelegenen unbewohnten Inseln und handelten sie direkt mit den Nachbarländern. Sie exportierten Seile aus Kokosfasern, Kokosnüsse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie weiterverarbeitete Fischereiprodukte wie getrockneten oder gesalzenen Fisch. Doch die Regierung trieb die Zentralisierung von Handel und Transport in der Hauptstadt Malé gezielt voran; der direkte Handel zwischen anderen Inseln und dem Ausland kam zum Erliegen. Dies führte zum deutlichen Rückgang der dynamischen lokalen Klein­ industrie aus Landwirtschaft und Fischverarbeitung und somit zum Verlust von Lebensgrundlagen.


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© Baros Maldives

EIN PARADIES FÜR URLAUBER AUS EUROPA Der italienische Reiseveranstalter Giorgio Corbin war 1971 auf Sri Lanka unterwegs. Er war auf der Suche nach unberührten Naturinseln für Taucher. Zufällig traf er während seines Aufenthalts in Colombo einen jungen Mitarbeiter der maledivischen Botschaft, welcher von seiner Heimat schwärmte und ihn einlud, seine Heimat zu besuchen. So wurde er auf die Malediven aufmerksam. Corbin reiste nach Malé – per Frachtschiff. Anders war die Hauptstadt der Malediven nicht zu erreichen. Es gab nur sandige Wege, keine Strassen, schliesslich hatte ja auch niemand ein Auto. Doch der Aufstieg zum luxuriösen Traumziel für Millionen Urlauber war von da an programmiert. Die Überfahrt mit einem kleinen Segelboot zur einer 15 Kilometer von Malé entfernten Insel im Nord-Malé-Atoll dauerte damals bei Flaute fünf Stunden. Und doch war Corbin begeistert von dem, was er sah: weisser Sand, türkisfarbene Lagunen, Palmen sowie eine sehr vielfältige Unterwasserwelt. Er war sich sicher, dass dies ein perfektes Urlaubsziel für wintermüde Europäer ist. Aber es gehörten damals viel Fantasie und Optimismus dazu, sich die Malediven als Urlaubsparadies vorzustellen. Doch Corbin liess sich nicht beirren und brachte schon ein Jahr später die ersten Besucher und Journalisten mit einem von der Luftwaffe Sri Lankas gecharterten Flugzeug auf die Insel. Auf der Insel Vihamanaafushi liess der Malediver Ahmed Naseem ein paar mit Palmblättern gedeckte Hütten für die Urlauber errichten. Auf der in Sichtweite Malés gelegenen, aber unbewohnten Insel gab es keinen Anlegesteg, und die Gäste mussten die letzten Meter durch das Wasser waten, um ins Resort zu gelangen. Es bekam den Namen «Kurumba» und besteht noch heute. Man logierte in einfachen Hütten, schnorchelte im Wasser der Lagunen und konnte die bunte Welt der Korallen und Fische beobachten. An den schneeweissen Sandstränden wurde gesonnt und man erlebte wunderbare Sonnenuntergänge. Zum Essen ging man in eine Art Kantine, oder es gab ein Barbecue am Strand. Das war zwar romantisch, aber auf dem Speisezettel stand lediglich Fisch mit Reis oder Reis mit Fisch. An ein Bier oder ein Glas Wein war nicht zu denken. Die Gäste erlebten so etwas wie ein Robinson-­ Feeling, und das machte offensichtlich einen besonderen Reiz aus. Zudem kostete damals eine Übernachtung in der Hochsaison gerade mal 14 US-Dollar. Wieder zu Hause in Italien angekommen, wurde ausführlich über das neu entdeckte Paradies berichtet. Das hatte Folgen – jetzt wollten es zahlreiche Touristen sehen. Schon bald war «Kurumba» laufend ausgebucht.

© Baros Maldives

«Baros Maldives» ist eine Legende. Seit 1973 werden Gäste begrüsst und man ist eines der beliebtesten Resorts bei den Schweizern. Ein wahres Bijou auf 350 x 350 Metern.

BIKINIS UND ALKOHOL NUR IN DEN RESORTS Um die Malediven für weitere Gäste aus dem kalten Europa attraktiv zu machen, wurde ein internationaler Flughafen gebaut. Ab 1981 konnten endlich auch grosse Flugzeuge aus Europa in Malé landen. Es entstanden zahlreiche Hotelanlagen, die immer mehr Komfort boten. Ganz widerspruchsfrei ging der touristische Aufschwung jedoch nicht vonstatten. Zwar wollten die politisch Verantwortlichen mit den Touristen Geld machen, gleichzeitig aber sollte die mehrheitlich muslimische Bevölkerung vor dem Einfluss der Besucher geschützt werden. Sonnenbaden in knappen Bikinis und Trinken von Alkohol passten nicht in ihr Weltbild. Deshalb kam es zur strengen Trennung von Bewohnern und Besuchern. So erklärt sich, dass Urlauber bis heute nur auf den Resort-­Inseln Alkohol erhalten. Auch der Import von alkoholischen Getränken ist strikt untersagt, selbst eine Flasche Wein wird vom Zoll beschlagnahmt. Zu dieser Zeit begann die Regierung mit der touristischen Erschliessung unbewohnter Inseln unweit von Malé und damit, die Grundversorgung in der Hauptstadt zu bündeln. Dies ebnete den Weg für entwicklungsinduzierte Migration der Menschen auf der Suche nach Jobs, Bildung und Gesundheitsversorgung. Der Exodus von Einheimischen nach Malé entvölkerte einige der grössten Inseln. Während vor 100 Jahren nur neun Prozent der Bevölkerung

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TRAVEL

© Visit Maldives

© Baros Maldives

Giorgio Corbin war sich sicher, dass dies ein perfektes Urlaubsziel für wintermüde Europäer ist.

in der Hauptstadt lebten, sind es heute fast 40 Prozent. Auf der winzigen Insel mit einer Fläche von kaum zwei Quadratkilometern drängen sich mehr als 130ʼ000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt rund 65ʼ200 Ein­wohner pro Quadratkilometer. Damit ist Malé der Ort, an dem der maledivische Traum zu sterben beginnt: der Traum von einem Leben mit Familie auf der Heimat­ insel, der Traum von einer Lebensqualität, wie sie die Touristen geniessen, die viele der besten Strände, Inseln, Lagunen und Sandbänke belagern. Die natürlichen Ressourcen und ihre Schönheit sind zu einem Privileg der Touristen geworden. Bereits 2018 waren von 970 unbewohnten Inseln bereits 304 an Tourismusprojekte vergeben – die Regierung gab unzählige Inseln zur touristischen Nutzung frei. Für die Zuteilung von Grund und Boden, darunter auch die Freigabe von unbewohnten Inseln für den Bau von Ferien­ resorts, war das Staatsoberhaupt zuständig.

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Die meisten Hotelanlagen befinden sich in den Händen von Eliten und der gesell­schaftlichen Führungsschicht, die ihren Wohnsitz hauptsächlich in Malé und im Ausland haben. Regierung um Regierung ändert die Gesetze zum Wohl von Tourismusmagnaten und überlässt die meisten Inseln in der Tourismuswirtschaft. TOURISMUS ALS WIRTSCHAFTSMOTOR Ja, die Malediven haben sich verändert und weiterentwickelt, seit die erste Reisegruppe 1972 das Land betreten hat. Heute gibt es eine Vielzahl an Touristenresorts, die jedem Geschmack und Stil gerecht werden. Die Resorts unterscheiden sich grundlegend: Die einen bieten dem Urlauber das wahre Robinson-Crusoe-­ Feeling, die anderen eher eine konventionelle Atmosphäre. Die einen sind ruhig und optimal, um sich zu entspannen, die anderen bieten eine Vielzahl von Aktivitäten. Es gibt im Moment über 170 Resorts. 30 weitere sind in Planung in bisher noch völlig unberührten Atollen. Obwohl einige der Inseln ausserhalb vom Malé-Atoll gut mit dem Boot zu erreichen wären, wird häufiger das Wasserflugzeug zum Transfer zwischen Flughafen und Resort genutzt. Jedes der Resorts ist einzigartig, doch ein paar bestimmte Dinge haben sie alle gemeinsam: Auf jeder Insel gibt es nur ein Resort, das unter einer Hotelleitung steht. Sobald Sie auf «Ihrer» Insel eingecheckt haben, gehören der Strand,


© Huvafen Fushi

die Lagune und das Riff nur Ihnen. Die Resorts unterscheiden sich auch noch in der Zimmeranzahl. Die Spanne reicht von circa 40 bis 350 Zimmern. Ausserdem gibt es grosse Unterschiede zwischen den Resorts, wenn es um Aktivitäten, Unterhaltungsprogramme, Sport und andere Unternehmungen geht. Manche Resorts bieten Honeymoonern traditionelle Hochzeitszeremonien an, bei denen das Paar eine formlose, aber traditionelle tropische Hochzeit erleben kann. Danach können sie diesen Tag bei einer Bootsfahrt in den Sonnenuntergang romantisch ausklingen lassen. Die bei Schweizern beliebtesten Resorts sind übrigens Soneva Fushi, Anantara Dhigu, Baros, Four Seasons Hotel Landaa Giraavaru, The Nautilus-­Maldives, Anantara Kihavah, Waldorf Astoria Maledives Ithaafushi, Milaidhoo Island Resort, LUX* South Ari Atoll und das Huvafen Fushi Resort. Die Bank of Ceylon hat zum Beispiel kürzlich den Ausschreibungsverkauf der Pachtrechte an Thelu Veliga Retreat bekannt gegeben, einem Inselresort mit 30 Villen im South Ari Atoll. Die Immobilie, die sich derzeit im Besitz von Theluveliga Retreat Private Limited befindet, hat einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit bis April 2064, mit einer Option für den erfolgreichen Bieter, den Pachtvertrag gemäss dem maledivischen Recht um weitere 49 Jahre zu verlängern. Der Mindestpreis wurde auf 13ʼ741ʼ000 US-Dollar festgelegt. Bieten dürfen sowohl maledivische als auch ausländische Privatpersonen sowie Unternehmen, die auf den Malediven oder im Ausland eingetragen sind. Das ist eine der heute zahlreichen

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©The Nautilus Maldives

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TRAVEL wissen, dass die besten Resorts auf den Malediven in der Regel weit entfernt von Malé liegen. Der beste Weg, um nicht von Bootsund Düsentriebwerken gestört zu werden oder subjektiv schlechte Aussichten zu haben, besteht darin, ein Resort an einem wirklich abgelegenen Reiseziel auszuwählen. Man könnte meinen, dass auf den Malediven alles abgeschieden ist, aber das ist nicht der Fall. Betrachtet man die Malediven in Bezug auf ihre geografische Lage, wirkt das Land abgelegen. Viele Resorts auf den Malediven befinden sich jedoch in der Nähe von inländischer Infrastruktur wie Schifffahrtsrouten, Flugrouten und anderen Dingen, die notwendig sind, um die Malediven wirtschaftlich funktionsfähig zu halten. Daher ist es ein todsicherer Weg, die abgelegensten Resorts zu finden und in die entlegensten Atolle der Malediven zu reisen, wo es weniger Resorts und kommerzielle Betriebe gibt. Auf diese Weise können sie den wahren Luxus garantieren, nicht von anderen Resorts und den Insignien der Industrie umgeben zu sein. Beste Beispiele für den Luxus der totalen Abgeschiedenheit sind das Ritz-Carlton Maldives, das Cora Cora Resort oder The Nautilus Maldives. Um zu einem etwas abgelegenen Atoll zu gelangen, müssen Sie bereit sein, etwas weiter zu reisen, als Sie es für ein Resort im Malé-Atoll oder anderen zentralen Atollen tun würden. Die zusätzliche Reisezeit wird jedoch durch die erhabene Aussicht abgeschrieben. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um zum Resort zu gelangen. Sie können einen direkten Flug mit dem Wasserflugzeug wählen, welcher landschaftlich extrem schön ist, da der Flieger viel tiefer über die Inseln fliegt als ein grosses Flugzeug, sodass es eine grossartige Gelegenheit ist, unglaubliche Fotos und Videos zu machen.

strategischen Investitionsmöglichkeiten für viele internationale Hotel­ketten, ein Luxusresort in einem erstklassigen Touristenziel zu besitzen. Dieser Kauf bietet einen Weg für langfristige Renditen auf dem Markt für Luxushotellerie. In diesem Jahr werden mehrere neue Luxusresorts eröffnet und damit wollen die Malediven ihren Ruf als erstklassiges Reiseziel für High-End-Reisende weiter festigen. Inzwischen sind die führenden Luxushotelketten auf den Malediven komplett vertreten, von One & Only über Fairmont und Hyatt bis zu Anantara. Zu den bemerkenswerten Eröffnungen gehören das Mandarin Oriental Bolidhuffaru Reef im Süd-Malé-Atoll und das Ananea Madivaru Maldives im Nord-Ari-Atoll. Es wird erwartet, dass diese Immobilien den Luxusstandard mit exklusiven Überwasservillen, privaten Pools und massgeschneiderten Erlebnissen weiter erhöhen. Zudem werden für 2025 2.4 Millionen Touristen­ankünfte angestrebt. Entsprechend ist die Entwicklung der Infrastruktur zu einer Priorität geworden. Die Erweiterung des internationalen Flughafens Velana umfasst ein neues Terminal und zusätzliche Wasserflugzeuganlagen, um den erwarteten Besucheransturm bewältigen zu können. ABGESCHIEDENHEIT OHNE STÖRUNGEN Die Resorts, die dem Velana International Airport am nächsten liegen, bieten Ihnen nicht immer das ultimative Malediven-Erlebnis, egal wie gehoben sie sind. Das liegt daran, dass die Nähe zu Malé und zu einer Vielzahl von Resorts und bewohnten Inseln zu mehr Bootsverkehr und lautem Flugverkehr führt. Häufige Besucher

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EIN JAHRZEHNT DES WACHSTUMS In den letzten zehn Jahren verzeichneten die Malediven einen stetigen Anstieg der Touristenzahlen. Im Jahr 2013 begrüsste das Land etwa 1.1 Millionen Besucher. Diese Zahl stieg bis 2019 auf über 1.7 Millionen. Der Aufwärtstrend setzte sich im Jahr 2023 fort und 2024 knackte man die Zwei-Millionen-Marke mit 2ʼ046ʼ615 Touristenankünften. Dies entspricht einem Anstieg von 9.1 Prozent im Vergleich zu 2023 und einem deutlichen Anstieg gegenüber den 1ʼ675ʼ303 Ankünften im Jahr 2022. Aktuell sind 170 Resorts mit insgesamt 42ʼ147 Betten in Betrieb. Darüber hinaus sind 15 Hotels und 870 Pensionen mit 1999 beziehungsweise 14ʼ659 Betten registriert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Jahr 2024 lag konstant bei 7.7 Tagen, mit durchschnittlich über 5500 täglichen Ankünften. China hat sich im Jahr 2024 mit einem beeindruckenden Anstieg zum grössten Quellmarkt für den Tourismus auf den Malediven entwickelt. Dieses Wachstum wurde durch die Wieder­ aufnahme von Direktflügen aus China im vergangenen Jahr unterstützt. Russland liegt mit einem Marktanteil von 11.0 Prozent

OBEN Uneingeschränkte Freiheit gewährt «The Nautilus Maldives», ein exklusives Resort auf 240 x 250 Metern mit luxuriösen Unterkünften und einer Spitzengastronomie. LINKS «Hufaven Fushi» ist ein Ort der Glückseligkeit. Die 350 x 150 Meter grosse Insel ist frisch renoviert und verfügt über ein tolles, intaktes Hausriff. Schweizer lieben die kulinarischen Hochgenüsse in den diversen Restaurants.


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WIRTSCHAFTLICHER FAKTOR – DIE KORALLENBLEICHE Viele Personen, die schon auf die Malediven reisten, haben die Korallenbleiche mit eigenen Augen gesehen. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen, von denen die meisten auf menschliche Aktivitäten und den Klimawandel zurückzuführen sind. Die Erwärmung der Ozeane, Umweltverschmutzung und andere Stressfaktoren setzen den Korallenriffen stark zu und führen dazu, dass diese empfindlichen Ökosysteme zunehmend aus dem Gleichgewicht geraten. Der Klimawandel ist die Hauptursache der Korallenbleiche auf den Malediven. Hier, wo der Tourismus eine zentrale Rolle spielt, können Schnorcheln, Tauchen und Boote direkte Schäden an den Korallen verursachen. Unachtsame Touristen, die auf die Korallen treten oder sie berühren, tragen zur physischen Zerstörung der Riffe bei. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Korallenbleiche sind für die Malediven erheblich, da die Korallenriffe die Basis des Tourismus und der Fischerei bilden – zwei der wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes. Mit der Zerstörung der Riffe verlieren die Malediven einen ihrer wichtigsten touristischen Anziehungspunkte. Bleiche Korallen sind nicht nur weniger attraktiv für Besucher. Der Rückgang des Tourismus wirkt sich direkt auf die Wirtschaft des Landes aus, da dieser Sektor einen erheblichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Zum Glück gibt es mittlerweile zahlreiche Restaurierungsprojekte, die sich dem Schutz und der Wiederherstellung der Korallenriffe widmen. Diese Projekte nutzen verschiedene Methoden, um Korallen wieder anzusiedeln und das Wachstum neuer Korallenstöcke zu fördern. Sehr viele Resorts verfügen heute über Korallenaufzuchtstationen: In speziell angelegten Stationen werden junge Korallen in geschützten Umgebungen gezüchtet und nach einer gewissen Wachstumsphase in beschädigte Riffe umgepflanzt. Diese Methode beschleunigt den Wiederaufbau der Riffe.

Auch auf Wettervorhersagen kann man sich nicht mehr verlassen. Früher waren Dezember und Januar die schönsten Zeiten für einen Malediven-Urlaub mit den entsprechenden Hochsaison-­ Preisen. Diese werden auch heute noch verlangt, obwohl es in den vergangenen beiden Jahren im Dezember und Januar viele Stürme und viel Regen gab. Man bezahlte also zum Beispiel die teuersten Übernachtungspreise an Weihnachten / Neujahr, um in der Unterkunft zu sitzen, anstatt sich in der Sonne zu bräunen. Die Klimaveränderung ist auf den Malediven fest zu spüren. Der Nord­ostmonsun begann beispielsweise am 2. Januar 2025. Laut Meteorologen hätte der Monsun aber bereits im vergangenen Jahr beginnen sollen. Tatsächlich hat das Land seit einem Jahrzehnt keine so grosse Verzögerung bei der Ankunft des Monsuns mehr erlebt. Dieser hätte Anfang bis Mitte Dezember 2024 beginnen sollen. Der späte Beginn hat so mitten in der «Festive-Saison» mit den höchsten Preisen Wind und Regen über die Malediven gebracht. Es gibt immer eine kurze Periode mit unbeständigerem Wetter als sonst, wenn der Wind zwischen den beiden Monsunen die Richtung ändert. Ein paar Dinge sollte man als Besucher immer im Hinterkopf behalten, wenn es um Regen auf den Malediven geht: Selbst wenn die Vorhersage Schauer in dem Atoll zeigt, das Sie besuchen werden, ist es immer noch möglich, dass Sie im

OBEN «Velaa Private Island» ist ein einzigartiges und exklusives Resort im unberührten Noonu-Atoll. Das Resort wurde aus der Liebe zu den Malediven geboren und ist das leidenschaftliche Projekt des Ehepaars Radka und Jiří Šmejc, dessen Ziel es war, eines der luxuriösesten privaten Inselresorts der Welt zu schaffen. UNTEN Auf der 700 x 250 Meter grossen Insel «Cora Cora Maldives» im Raa-Atoll erleben viele Schweizer Gäste paradiesische Ferientage.

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© Cora-Cora

und 225ʼ204 Ankünften an zweiter Stelle, während das Vereinigte Königreich mit 181ʼ644 Ankünften, was einem Marktanteil von 8.9 Prozent entspricht, an dritter Stelle steht. Die Touristen­ ankünfte sind in diesem Jahr in allen Märkten gestiegen, wobei Deutschland, Italien, Indien, die USA, Frankreich, Spanien und die Schweiz die Top Ten der Quellmärkte abrunden. Die neuesten Daten zeigen einen weiteren Aufwärtstrend für das Jahr 2025. Alleine die Ankünfte im Januar 2025 übertrafen bereits die Zahlen vom Januar 2023 mit 19.98 Prozent deutlich.


© Velaa Private Island

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Laufe des Tages sonnige Abschnitte haben oder dass der meiste Regen über Nacht fällt. Auch das Wetter ist auf den Malediven sehr lokalisiert. Es kann also auf einer Insel regnen, während es nur ein paar Inseln entfernt in Ordnung ist. Wenn Sie sich Sorgen um den Klimawandel und die Umwelt machen, könnten Sie auch daran interessiert sein, sich für ein Resort mit einem Green-Globe-­ Zertifikat zu entscheiden oder sich dafür einzusetzen, dass die benachbarten Inselgemeinden nachhaltiger werden. ABZEICHNENDE TRENDS FÜR 2025 Die Malediven sind nach wie vor eines der begehrtesten Reiseziele weltweit und werden für ihre unvergleichliche natürliche Schönheit, ihre Luxusresorts und ihre lebendige Unterwasserwelt gefeiert. Mit dem weltweit wachsenden Bewusstsein für Umweltfragen wird nachhaltiger Tourismus zu einer Top-Priorität. Resorts auf den Malediven setzen zunehmend auf umweltfreundliche Praktiken wie die Nutzung erneuerbarer Energien, Initiativen zur Abfallwirtschaft und Programme zum Schutz der Meere. Der Wellness-Tourismus gewinnt an Dynamik, da Reisende während ihres Urlaubs Wert auf Gesundheit und Wohlbefinden legen. Maledivische Resorts reagieren darauf mit Angeboten, die Yoga-­ Retreats, Spa-Therapien und umfassende Wellness-Programme umfassen. Einzigartige Angebote wie Hydrotherapie-Zirkel, Achtsamkeits-Workshops und schlaforientierte Retreats wurden entwickelt, um der steigenden Nachfrage nach geistiger und körperlicher Verjüngung gerecht zu werden. Des Weiteren wird mit dem Abschluss der Renovierungsarbeiten am Velana International Airport, einschliesslich eines neuen Terminals und einer zusätzlichen Start- und Landebahn, alles bequemer. Diese Upgrades werden die Zugänglichkeit verbessern und die Attraktivität der Malediven als exklusives Reiseziel stärken. WWW.VISITMALDIVES.COM

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HISTORISCHER ZUFLUCHTSORT PRESTIGE

ROSEWOOD SCHLOSS FUSCHL 174


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A

n den Ufern des malerischen türkisblauen Fuschlsees gelegen, vereint das sorgfältig restaurierte Anwesen aus dem 15. Jahrhundert im Herzen der österreichischen Alpen traditionelle Eleganz, zeitlosen Luxus und natürliche Schönheit. Darüber hinaus bietet es alle modernen Annehmlichkeiten für ein unvergleichliches Erlebnis. Salzburg, berühmt für seine Geschichte, Kultur und Musik, ist nur wenige Kilometer entfernt. Mit insgesamt 98 stilvoll eingerichteten Gästezimmern, darunter 42 exklusive Suiten und sechs gemütliche Chalets, ist das Schloss ein authentischer alpenländischer Rückzugsort und bietet anspruchsvollen Reisenden gehobenen Komfort. Als Tor zum österreichischen Salzkammergut wird ein vielfältiges Programm an abwechslungsreichen Outdoor-Aktivitäten angeboten. Das Angebot reicht von pittoresken Bootsfahrten auf dem See über Waldwanderungen mit Kräuterexperten bis hin zu kunsthandwerklichen und kulinarischen Genusstouren in Salzburg.

In der bezaubernden Salzburger Landschaft, in der Mozart seine berühmten Meisterwerke komponierte, steht Rosewood Schloss Fuschl als Zeuge der glanzvollen Geschichte Österreichs. Das von majestätischen Bergen umgebene Märchenschloss liegt am Ufer des Fuschlsees, eines jahrhundertealten Zufluchtsorts, an dem bereits vor langer Zeit Adlige und berühmte Kulturschaffende in ländlicher Umgebung zur Ruhe kamen.

EINE SYMPHONIE AUS DESIGN UND GESCHICHTE Eleganz und Tradition mit einem meisterhaft restaurierten historischen Turm, den stilvoll modernisierten Gästezimmern, der einladenden Lobby und den prachtvollen öffentlichen Bereichen sind hier vereint. Bereits im Jahr 1461 als Jagdschloss für die Salzburger Fürsterzbischöfe erbaut, diente es über Jahrhunderte hinweg als Schauplatz legendärer Jagden und königlicher Zusammenkünfte. Im Laufe der Zeit beherbergte das Anwesen eine erlesene Gesellschaft, darunter berühmte Filmstars wie Romy Schneider, die hier einige Szenen der legendären Sissi-Filmtrilogie drehte, sowie viele weitere international angesehene Persönlichkeiten. Seit seiner Umgestaltung in ein Luxushotel im Jahr 1947 hat das Anwesen durch seine unvergleichliche Schönheit weltweit Aufmerksamkeit erregt. EINTAUCHEN IN DIE ÖSTERREICHISCHE KÜCHE Vom alpinen Frühstück über Mittag- und Abendessen mit regionalen Produkten bis hin zum Afternoon Tea bietet Rosewood Schloss Fuschl ein abwechslungsreiches gastronomisches Erlebnis. Das Kronjuwel des kulinarischen Angebots ist das Schloss-Restaurant mit Klassikern und innovativen Gerichten wie steirische Gebirgsgarnele mit Blunzn Tascherln und Sauerkraut Beurre blanc. Die Speisekarte zelebriert die Geschmacksvielfalt der Region und wird durch eine sorgfältig kuratierte Auswahl von über 1400 österreichischen und internationalen Weinen und Raritäten ergänzt, die

AM SEE Autor_Urs Huebscher Bilder_Rosewood Schloss Fuschl

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PRESTIGE seit Jahrzehnten im Weinkeller von Schloss Fuschl gesammelt werden. Die Schloss-Bar bietet einen zentralen Ort für eine breite Auswahl an klassischen und innovativen Cocktails. Der intime Whisky Room ist eine Erweiterung der Schloss-Bar und bietet mit seinem herrschaftlichen Design einen Rückzugsort für kleinere und private Treffen. Hier bekommt man eine umfangreiche Auswahl an Spirituosen, Schnäpsen und Weinen sowie Bar-Snacks. Der Sisi Tee­ salon, eine Hommage an die Geschichte des Hauses als Schauplatz der legendären Sissi-­ Filmtrilogie, ist mit seinem eleganten Design eine Oase der Ruhe und verströmt eine Atmosphäre von Wärme und Gastfreundschaft. Die Gäste können sich den ganzen Tag über mit leichten Gerichten verwöhnen lassen. Dazu gibt es kreative und köstliche Kuchen und Pralinen sowie einen Afternoon Tea – liebevoll zubereitet. Vor der Kulisse des Fuschlsees empfängt die

Seeterrasse ihre Gäste den ganzen Tag über in entspannter Atmosphäre – perfekt für ein gemütliches Mittagessen oder ein Dinner bei Sonnenuntergang. Direkt am Wasser gelegen, bringt der See Club den Geist eines luxuriösen Beach Clubs in die österreichischen Alpen und lädt seine Gäste ein, gemütliche Tage und unvergessliche Abende am See zu verbringen. Erholen lässt es sich besonders gut in den luxuriösen Cabanas, die sowohl Hotelgästen als auch externen Besuchern offenstehen. Die Speisekarte umfasst leichte Gerichte im mediterranen Stil. Für Weinliebhaber, Spaziergänger und Wanderer bieten die rustikale Vinothek und deren Terrasse einen gemütlichen Treffpunkt, um eine traditionelle österreichische Jause zu genies­sen. Im Fokus stehen regionale Produkte, darunter eine sorgfältige Auswahl österreichischer Weine. Die Gäste können hier mit lokalen Spezialitäten authentische österreichische Genüsse erleben. EINE OASE AM SEE FÜR WELLNESS UND ERHOLUNG Ein Gefühl von Ruhe und Luxus empfängt jeden Gast, der das Asaya®-Spa betritt. Das 1500 Quadratmeter grosse Spa verkörpert den Anspruch von Rosewood, ganzheitliche Wellness zu bieten, und umfasst die Rosewood-Säulen der Wellness – seelische Ausgeglichenheit, Fitness und Ernährung, Physiotherapie, Hautgesundheit und soziales Engagement. Dem Gast wird eine Reihe von individuell gestalteten Wohlfühlerlebnissen offeriert und das Spa verfügt über Innen- und Aussenpools, drei Saunen und ein Dampfbad sowie acht sorgfältig gestaltete Behandlungsräume. Das Fitness-­ Center lädt zu vitalisierenden Work-outs ein. ALPINE ERLEBNISSE UND AKTIVITÄTEN ZU JEDER JAHRESZEIT Ob exklusive Führungen durch verschiedene Museen, Privatkonzerte, Ballonfahrten über die Seenregion oder Besuch eines Trachtenateliers mit Schwerpunkt auf authentischer österreichischer Tracht – jedes Erlebnis lädt ein, den Zauber Salzburgs und des Salzkammerguts zu entdecken. Das weitläufige Resort bietet eine Vielzahl von Aktivitäten, darunter auch geführte Wanderungen in die Berge sowie weitere Ausflüge in die Region. Der ortsansässige Fischermeister Gerhard Langmeier betreibt seit 1987 die angrenzende Schloss-Fuschl-Fischerei, in der man einkehren und eine Räucherfischjause geniessen kann. WWW.ROSEWOODHOTELS.COM/DE/ SCHLOSS-FUSCHL-SALZBURG

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UNSERE INSIDER-TIPPS

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Ein stylischer Insider-Guide zu Hotels, Kulinarik, Shopping und Kulturhighlights in der toskanischen Metropole. Autor_Urs Huebscher Bild_Rocco Forte

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lorenz – eine Stadt, die mit ihrer historischen Pracht, ihrem künstlerischen Erbe und ihrer unvergleichlichen Kulinarik die Herzen von Reisenden weltweit erobert. Entdecken Sie Florenz aus einer frischen, authentischen Per­ spektive. Vom luxuriösen Aufenthalt bis zur charmanten Trattoria – diese Stadt hat Stil und Seele zugleich. KULINARISCHE HIGHLIGHTS Irene im Hotel Savoy: Dieses Restaurant begeistert mit authentischer toskanischer Küche von Spitzenkoch Fulvio Pierangelini. Sostanza Trattoria: Ein Geheimtipp der Einheimischen für Klassiker wie «bistecca alla fiorentina» und das berühmte «pollo al burro». Procacci: Dieses historische Café lockt mit Trüffelsandwiches – ein wahrer Genuss – und einem perfekten Spritz. Trattoria Cammillo: Einladendes Ambiente und köstliche Gerichte – unbedingt das «pollo al curry» probieren! Trattoria dei 13 Gobbi: Abseits der Touristenpfade liegt dieses gemütliche Lokal, das mit ehrlicher toskanischer Haus­ mannskost überzeugt. Cantinetta Antinori: Im historischen Weinkeller der Antinori-Familie vereinen sich exzellente Küche und hauseigene Weine.

FLORENZ MIT FLAIR 177

SHOPPINGTIPPS Flow: Eine perfekte Mischung aus Mode, Büchern und stilvollen Wohnaccessoires – ein Muss für Designliebhaber. Recollection Vintage: Ein Paradies für Vintagefans mit einer handverlesenen Auswahl an Kleidung und Accessoires. KULTURELLE HIGHLIGHTS Galleria dell’Accademia: Heimat der beeindruckendsten Michelangelo-Skulpturen. Boboli-Gärten: Ein ruhiger Rückzugsort mit atemberaubendem Blick auf die Stadt. Galleria degli Uffizi: Ein Pflichtbesuch für Kunstliebhaber mit Meisterwerken von Leonardo, Botticelli und Michelangelo. Palazzo Strozzi: Renaissance trifft Moderne – hier finden wechselnde zeitgenössische Ausstellungen statt. San Miniato al Monte: Ein spiritueller Ort mit einem der besten Panoramablicke über Florenz. WO ÜBERNACHTEN? Hotel Savoy: Im Herzen der Stadt gelegen, verbindet dieses elegante Hotel zeitlose Schönheit mit einer Prise Romantik. Perfekt für alle, die Florenz stilvoll erleben möchten. Casa G.: Ein Boutique-Hotel in einem historischen Palazzo, der einst der Ginori-Familie gehörte – der ideale Rückzugsort für Individualisten. Four Seasons: Luxuriöses Ambiente mit fantastischen Ausblicken auf den Dom – der Inbegriff florentinischer Eleganz.


«QUEEN» BESSIE COLEMAN PRESTIGE

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Autor_Urs Huebscher

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© airandspace.si.edu

Die Geschichte ist voll von Frauen, die sich den Konventionen ihrer Zeit widersetzten, um die verborgensten Ecken der Welt zu entdecken. Nicht immer war es leicht, als Frau alleine zu verreisen. Man stelle sich vor, mit welchen Widerständen die Frauen früherer Zeiten zu kämpfen hatten.

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erühmte Abenteurerinnen, Weltenbummlerinnen und Entdeckerinnen sind darum eine grosse Inspiration. Sie zeigen uns, dass Grenzen relativ sind und wir mit genügend Selbstvertrauen und Leidenschaft Dinge erreichen können, die andere für unmöglich halten. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Dies könnte wohl das Lebensmotto von Bessie Coleman (1892 – 1926) gewesen sein, die sich nicht nur gegen die Vorurteile gegenüber Frauen, sondern auch gegen den ausgeprägten Rassismus ihrer Zeit durchsetzen musste. Sie war die Tochter einer Afroamerikanerin und eines Cherokee und wuchs in besonders ärmlichen Verhältnissen auf. Trotzdem gelang es der intelligenten jungen Frau, einige Bildung zu erwerben, und so gehört sie heute dank ihrer Hartnäckigkeit zu den Frauen, die die Welt verändert haben. Ihr Interesse für das Fliegen wurde geweckt, als sie während ihrer Arbeit in einem Friseursalon die Geschichten der Piloten hörte, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten. Allerdings waren in den USA die Pilotenschulen sowohl den Frauen als auch den Schwarzen verwehrt, sodass sie gleich doppelt abgewiesen wurde. Bekannte ermutigten sie dazu, es im Ausland zu probieren, und so ging sie nach Frankreich, wo sie als erste Frau den internationalen Pilotenschein erwarb. Auch ihre weitere Ausbildung zur Kunstfliegerei musste sie in Frankreich und den Niederlanden absolvieren, da ihr in den USA niemand Unterricht geben wollte. Erst als sie eine grosse Meisterschaft erreicht hatte und für grosse Shows auch in ihrem Heimatland angeheuert wurde, begann sie, zu einem Star zu werden. Der tollkühne Flugstil von «Queen Bess» wurde zu einer wahren Sensation. Leider konnte sie ihren grossen Traum, eine Piloten­ schule für Afroamerikaner zu gründen, nicht verwirklichen, da sie mit 34 Jahren bei einem durch einen technischen Defekt verursachten Absturz ums Leben kam. Bessie Coleman gehört zu den grossen Pionierinnen der Flugkunst und war und ist eine Inspiration für Generationen von Afroamerikanerinnen.

DIE KÖNIGIN DER LÜFTE 179


© Didrick Stenersen

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NORWEGENS

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Die Norweger haben es sich in ihrer Kälte und der Dunkelheit gemütlich gemacht. Ihre Hauptstadt Oslo vollzog in nur einem Jahrzehnt einen wahren Sinneswandel und lockt nun Foodies aus der ganzen Welt an, die sich den Tag zwischen Mahlzeiten mit Kunst und Kultur versüssen.

HAUPTSTADT

Autor_Konstantin Arnold

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igentlich ist der Norden nichts für mich. Er ist nicht die Riviera, ist nicht schlafen, lieben, schwimmen, schlafen und liegen am Strand. Man ist auch nicht brauner, wenn man am Abend aus der Dusche kommt und sich für den Aperitivo zubereitet. Man muss sich die Lippen einreiben und dann ins Jacket, ist einen Mantel und einen Schal weit vom Körper des anderen getrennt, eingewickelt wie eine Zwiebel. Doch Oslo ist gar nicht so dunkel und kalt, wie man jetzt denkt. Norwegens Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem richtigen Reiseziel entwickelt. Ob in lauen Mittsommernächten oder dunklen Wintermonaten – das kulturelle, künstlerische und kulinarische Angebot des Nordens lockt ganzjährig Leute mit Funktionsklamotten in die Stadt. Man könnte sagen, die Norweger haben sich den Winter schön eingerichtet. Auf den Strassen liegt dann Schnee und lindert den Aufprall der Dinge untereinander, zwischen den Häusern steht Nebel und aus den Wohnungen dringt die gelbe Gemütlichkeit indirekter Designerlampen. Alle paar Wochen hupt einer mal. Das ist das Schlimmste, was passiert. Das Zentrum der Stadt bildet die Karl-Johans-Promenade, die an ihrer Westseite das königliche Schloss zum Höhepunkt hat. Hier kommt man an, wenn man am Flughafen angekommen ist und den Zug am Abend in die Stadt genommen hat, so wie wir. Aus dem Nationaltheater scheint festlichstes Licht an roten Vorhängen vorbei, und am Ende der Promenade erhebt das Parlament seinen starren Blick über das Geschehen der Dinge, das Vergehen der Zeit.

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© Fara Mohri

Das Grand Hotel Oslo eignet sich für einen Aufenthalt. Es ist in der Mitte von allem, und von hier ist nichts weit weg. Nicht die besten Restaurants wie Sabi Omakase, Bar Amour, Hotshop, Madonna oder Vaghaals. Im Café des Hotels hängt ein grosses Wandgemälde von Christian Krohg. Das Gemälde zählt, neben den Geboten «Du sollst Dein Leben schreiben», «Du sollst deine Eltern nicht ehren» und «Du sollst Dir das Leben nehmen», zu den manifesten Lebensbeweisen der Bewegung. Namen wie Hans Jaeger, Edvard Munch, Strindberg, Ibsen, Amundsen, Hamsun, Dagny Juel, Vigeland, Fridtjof Nansen kommen einem in den Sinn, auch wenn manche von denen gar nicht drauf, aber Teil der Kristiania-Boheme gewesen sind. Das Grand Hotel selbst wurde von einer Gruppe übernommen und ist so, wie Hotels dann sind, die 150 Jahre der High Society als Bühne dienten und nun von einer Gruppe übernommen wurden. Es liegt vor einem schönen Platz, links vom Parlament, wenn man denn ein Zimmer bekommt, das auf den Platz und die Statuen im Schnee sehen kann. Die Strasse hoch ist der Osloer Friedhof, auf dem Munch und Ibsen liegen. Gleich am ersten Abend kamen wir dort vorbei. Wir hatten uns für den ersten Abend ein Restaurant ausgesucht, das Bar Amour heisst. Es ist ein norwegisches Lokal mit portugiesischer Küche über einem anderen Lokal. Man ging eine Treppe rauf und wurde mit den anderen Gästen in einem kleinen Raum zusammengedrängt. Ein Versuch von Aperitivo, aber man sass ganz unbequem und sah sich an, ohne vorher geschwommen zu sein. Neben uns sassen welche, die sich auch ansahen und mit uns redeten und irgendwas feierten, an dem sie lange gearbeitet hatten, wie sie sagten. Sie sagten, sie arbeiten viel, und fragten, ob wir auch viel arbeiten und was wir hier machen, und meine Freundin

© Didrick Stenersen

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© Leikny Havik

meinte, nein, Love, Food, Art & Wine. Das klang wie ein Traum, aber es gab nur Häppchen und der Wein war teuer und dann wurden wir in einen anderen Raum geführt. Es war ein steifer Versuch, nicht steif zu sein. Jedes stocksteife Sternelokal ist mir lieber, ausserdem mussten alle zur gleichen Zeit das Gleiche essen und man konnte nicht einfach rauchen, wenn man wollte und nicht essen kann. Man sass sehr konfrontativ voreinander, ich sah die Wand an, sie ins Lokal, wir stützten uns auf. Nach dem Essen sassen wir noch eine Weile und die, die irgendwen beraten und irgendwas gewonnen hatten, das sie feierten, luden uns auf eine Flasche ein. Das war nett. Dann verliessen wir das Lokal und liefen einfach nur, bis der Friedhof kam. Auf den Gräbern lag Schnee, weiss und still und schön. Die Wege waren unbeleuchtet, aber man konnte die Kreuze sehen, weil der Schnee so weiss war, und wusste, wo die Gräber sind. Wir liefen unter kahlen Bäumen entlang und redeten über die Leute unter der Erde und den Schnee und schwiegen durch ihre Anwesenheit, die in diesem Fall eine Abwesenheit ist. Einer von denen war Munch. Es zeigte mir,

was wirklich wichtig ist und was nicht und was, wenn nur und was man vergisst und sich erinnert und mit was man immer wieder anfängt, bis zum Schluss, aus Angst vor der Unendlichkeit. Am nächsten Morgen frühstückten wir spät, legten uns nochmal hin, liebten uns ein paar Mal und lange, als ob man sich dazwischen nicht lieben kann. Wir wechselten das Zimmer und schafften es, die letzten Sonnenstrahlen auf dem Weg zu geniessen. Die Architektur der Stadt am Fjord war so schön, dass ich sie schön fand, obwohl sie nicht mein Ding gewesen ist. Sie ist wie Stockholm, Kopenhagen, eckig, schräg, aus Beton. Wer viel Winter hat, muss es sich schön machen und viele Gegenstände nutzen. Im Süden braucht man die nicht, nur Sonne, Körper und Strand. Wir assen unseren Lunch gegen fünf im Vaaghals. Das Essen war gut und der Koch sinnbildlich für den Kulinarikwandel, den die norwegische Hauptstadt in den letzten zehn Jahren erfasst hat. Er war so alt wie ich, aber erfolgreich, mit straffer Haut und seit fünf Uhr wach. Er hatte Matcha getrunken, bis neun Uhr den Frühstücksfernsehkoch gespielt und arbeitete danach bis Mitternacht in diesem Szenelokal der Fjord City. Mittags geht er ins Gym. Da habe ich noch nicht mal geraucht. Er hatte seine Routine, ein Restaurant, war berühmt, seit fünf wach und allein. WWW.GRAND.NO WWW.GRANDCAFEOSLO.NO WWW.BARAMOUR.COM

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© Joni Kabana

WENN WÄNDE REDEN

Manche Hotels sind mehr als nur eine Unterkunft – sie sind Zeitzeugen, Schatzkammern und Geschichtenerzähler zugleich. Ob epochale Architektur, historische Wendepunkte oder Hollywood-Glanz: In diesen aussergewöhnlichen US-Hotels verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart. Jeder Check-in ist eine Einladung, die Geheimnisse ihrer Mauern zu entdecken. Jeder Aufenthalt wird hier zur Reise durch die Geschichte.

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m Oktober 1923 eröffnete das Millennium Biltmore Hotel in Downtown L.A. seine Pforten und heisst seit über 100 Jahren Gäste willkommen. Es gilt als kulturhistorisches Denkmal und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Seit den glorreichen Tagen des alten Hollywoods diente das Hotel als Austragungsort der Academy Awards sowie unzählige Male als Filmkulisse. Die Präsidentensuite beherbergte sechs US-Präsidenten, Mitglieder von Königshäusern und den berühmt-berüchtigten Al Capone. In der Suite befindet sich noch heute eine Vertiefung, in der während der Prohibition Alkohol versteckt wurde. In dieser Zeit verwandelte sich auch der Gold Room des Millennium Biltmore in eine Flüsterkneipe mit versteckter Tür, durch die Feiernde der Polizei entkommen konnten. Ein weiteres historisches Ereignis fand 1960 in der Lobby statt, wo J.F. Kennedy für das Amt des US-Präsidenten nominiert wurde. Damit die Grande Dame der Hotels von L.A. zu ihrem 100. Geburtstag in neuem Glanz erstrahlt, wurden die originalen Freskendecken restauriert, Fenster und Einbauten erneuert und der Hoteleingang an seinen ursprünglichen Standort in der Olive Street zurückversetzt. SYMBOL DER GOLDRAUSCH-ÄRA: DAS GEISER GRAND HOTEL IN OREGON Einst galt Baker City im östlichen Teil des US-Bundesstaates Oregon als Hauptstadt des Nordwestens. Mit dem Anschluss an die Oregon Short Line Railroad im Jahre 1884 wurde die Stadt zu einem der wichtigsten Handelszentren zwischen Portland und Salt Lake City. 1889 eröffnete hier der Schweizer Einwanderer John Geiser das Geiser Grand Hotel. Mit seinen Kristalllüstern, der beeindruckenden Buntglasdecke in der Lobby und kunstvoll geschnitzten Säulen aus Mahagoniholz ist das historische Hotel auch heute noch eine Augenweide und scheint einer Zeitmaschine entsprungen. Der National Trust for Historic Preservation, eine Non-­ Profit-Organisation, die sich für die Denkmalpflege in den USA einsetzt, würdigte das Geiser Grand Hotel mit dem Ehrenpreis für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege.

Autor_Urs Huebscher

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HISTORISCHE HOTELS IN DEN USA, DIE VON GLANZ UND DRAMA ERZÄHLEN


BIER, MORD UND UNTERNEHMERGENIE: DAS HOTEL EMMA, SAN ANTONIO Das luxuriöse Hotel Emma ist nach Emma Koehler benannt, einer bedeutenden Figur im Pearl District und einem Beispiel für geniale Unternehmensführung. Emma heiratete Otto Koehler, einen deutschen Bierbrauer, und um die Jahrhundertwende hatten sie in San Antonio, Texas, ein Brauerei-Imperium aufgebaut. Im Jahr 1914 wurde Emma jedoch plötzlich Witwe, nachdem Otto von einer Krankenschwester erschossen wurde, die Gerüchten zufolge ein Verhältnis mit ihm gehabt haben soll. Die Verantwortung für die Pearl Brewing Company fiel auf Emma, die das Unternehmen mit bemerkenswerter Stärke durch die Turbulenzen des Ersten Weltkriegs und der Depression führte. Besonders beeindruckend war ihr Erfolg, das Unternehmen während der Prohibition am Leben zu halten, indem sie die Produktion auf Molkereiprodukte umstellte. Die Brauerei wurde schliesslich 2001, fast 60 Jahre nach Emmas Tod, geschlossen und 2015 in ein Hotel umgewandelt. Heute verfügt das Haus über 146 Zimmer, sieben Dachgeschoss-­ Suiten und einen einzigartigen architektonischen Stil, der die Gäste an die reiche Brauereigeschichte des Gebäudes erinnert.

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EIN HOTEL IM NATIONALPARK? DAS OLD FAITHFUL INN, WYOMING Für die frühen Besucher des 1872 unter Schutz gestellten Yellow­stone-Nationalpark im Nordwesten Wyomings gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts einige Unterkünfte. So ist das Old Faithful Inn nicht das älteste Hotel im Park, aber sicher das spektakulärste. 1903/04 wurde es, finanziert durch die Northern Pacific Railroad, hauptsächlich aus Stein und Holz erbaut. Erdacht hat den Stil, der später als «Parkitechture» berühmt werden sollte und mit seinem rustikalen Charme auch Einflüsse des Arts & Crafts Movement aufnimmt, der Architekt Robert Reamer. Noch heute versetzen die sechs kunstvoll verschachtelten Galerien aus Lodgepole Pine rund um den massiven Kamin in der Lobby Besucher in Staunen. Kleine Fenster sorgen für den

KÖNNTEN...

©Nicole Franzen

© Joni Kabana

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PRESTIGE gleichen Effekt wie Lichtstrahlen, die durch Baumwipfel fallen. Seit 1973 ist das Old Faithful Inn im National Register of Historic Places eingetragen, 1987 wurde ihm zudem der Status eines National Historic Landmark zuerkannt. Zwei zusätzliche Hotelflügel entstanden 1919 und 1927, in den 1930er-­Jahren kamen weitere Räumlichkeiten hinzu. Bis heute sind die Zimmer aber sehr einfach geblieben, weder Klimaanlage, Telefon, Fernsehen oder Internet lenken die Gäste von der Naturschönheit rundherum ab. GRÜEZI IN MONTANA? DIE LAKE MCDONALD LODGE 1910 wurde der Glacier-Nationalpark in Montana gegründet und die üppige, alpine Landschaft zog schnell erste Touristen an. Der kühn formulierte Slogan «Schweiz Nord­amerikas» zeigte sich vor allem in der Architektur der Hotels. Die meisten Gebäude wurden auf Betreiben der Great Northern Railway errichtet, doch einige unternehmerische Pioniere eröffneten ihre eigenen Hotels. Grundstücksspekulant John E. Lewis plante eines, das weit luxuriöser sein sollte als alles, was die Great Northern Railway bisher geschaffen hatte. Lewis wählte eine ruhige Stelle am Ufer des Lake McDonald und liess sich vom Stil der Schweizer Chalet-Renaissance-­Architektur sowie der Umgebung inspirieren. Im Inneren beeindruckt das Haupt­foyer mit mehrstöckigen Galerien und geschnitzten Holzpfosten. Viele prominente Gäste kehrten ein, darunter der Künstler Charles M. Russell, der während seiner Aufenthalte zahlreiche Landschaftsbilder des Parks malte. 1957, und ein paar Renovierungen später, wurde das Hotel in Lake McDonald Lodge umbenannt. Heute bietet es 82 Gästezimmer, die sich auf das dreigeschossige Hauptgebäude, eine Reihe von Hütten, die Snyder Hall und das exquisite Cobb House verteilen.

© The Stanley Hotel

UNVERGÄNGLICHE SCHÖNHEIT UND LUXUS DES GOLDENEN ZEITALTERS – THE BREAKERS, PALM BEACH Seit seiner Eröffnung im Jahr 1896 zählt The Breakers Palm Beach zu den bekanntesten und beeindruckendsten Hotels der Welt. Direkt an der Atlantikküste Floridas gelegen, verbindet das Luxus­ resort den Glanz vergangener Zeiten mit modernem Komfort. Henry M. Flagler, der als Begründer des Tourismus in Florida gilt, eröffnete das Hotel als sein zweites Grand Hotel in der Region. Damit verfolgte er die Vision, Florida zu einem erstklassigen Urlaubsziel für wohlhabende Amerikaner aus dem Norden zu machen. Zu Beginn zog die Region nicht nur Erholungsuchende an, sondern auch Menschen, die das milde Klima aus gesundheitlichen Gründen schätzten – darunter Flaglers erste Frau, die an chronischen Krankheiten litt. The Palm Beaches wurden so zu einem Sehnsuchtsort der Reichen und Schönen, ein Ruf, den sie bis heute bewahren. Auf rund 60 Hektar erwartet die Gäste eine perfekte Mischung aus historischer Pracht, traumhafter Strandlage und erstklassigen Annehmlichkeiten. Trotz der Brände von 1903 und 1925 ist der Charme des Hauses unverwüstlich, geprägt von einer reichen Tradition und der Vision der Gründerfamilie, die bis heute spürbar ist. INSPIRATION FÜR «THE SHINING»: THE STANLEY HOTEL, COLORADO Seit 1909 heisst The Stanley Hotel im Estes Park, Colorado, Gäste willkommen. Einst war das Tal eine wilde, karge Landschaft, durch das die indigenen Stämme der Ute und Arapaho zogen. 1903 entdeckte es Freelan Oscar Stanley für sich, seines Zeichens Unternehmer, Hotelier, Architekt und Erfinder des dampfbetriebenen

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© Lake McDonald

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Türen für Gäste, von einst Marylin Monroe bis heute Miley Cyrus. Das Hotel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Es war Schauplatz der amerikanischen Revolution, diente als Übungsplatz der Kontinentalarmee und bot Stadtbewohnern eine Zufluchtsstätte in unsicheren Zeiten. George Washington, Philip Schuyler, Benedict Arnold und der im gleichnamigen Musical verewigte erste Finanzminister Alexander Hamilton schliefen, assen, tranken und stritten hier. Im Juli 1804 tötete der damalige Vizepräsident Aaron Burr Alexander Hamilton in einem Duell wegen eines Streits, der in der Bogardus Tavern begonnen hatte, wie das Inn zu dem Zeitpunkt hiess. Von der Dramatik zum Drama: Im Laufe der Zeit diente das Hotel schliesslich auch als Kulisse für so manchen Film und Serie, darunter «The American President», «Der Duft der Frauen», «Der Mann mit der Eisernen Maske» und «Mad Men».

JE OLLER, JE DOLLER – EINES DER ÄLTESTEN HOTELS DER USA: DAS BEEKMAN ARMS, NEW YORK Im Herzen des Hudson Valley in Rhinebeck, New York, liegt das Beekman Arms and Delamater Inn, eines der ältesten durchgängig betriebenen Hotels in den Vereinigten Staaten. 1766 öffnete es erstmals seine

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© Kane County Office of Tourism

Automobils «Yankee». Ernsthaft erkrankt fand er hier Genesung und beschloss, an Ort und Stelle ein Grand Hotel zu bauen. Als das noble Haus 1909 eröffnete, hätte er sich sicher nicht im Traum vorstellen können, zu welch Ruhm es noch gelangen würde. Glanz und Glamour schwanden und als Autor Stephen King in den 70ern im zunehmend marodierenden Hotel für eine albtraum­ erfüllte Nacht eincheckte, war die Grundidee für sein Gruselwerk «The Shining» geboren. Der später von Stanley Kubrick verfilmte Kultklassiker lockt Horrorfans in das stilvoll renovierte Haus.

WO SCHON JOHN WAYNE LOGIERTE: DIE PARRY LODGE, UTAH Die Parry Lodge in Kanab steht exemplarisch für Utahs einzigartige Filmgeschichte. In der Unterkunft logierten seit 1924 unter anderem John Wayne, Gregory Peck und Clint Eastwood. Das Hotel lädt die Gäste auf eine Zeitreise ein: Artefakte und Fotos erinnern an das frühe Hollywood. Und wer noch weiter in die Filmgeschichte der Gegend eintauchen möchte, sollte unbedingt auch den Drehort der Westernserie Gunsmoke sowie das Little Hollywood Film Museum in Kanab mit alten Filmsets und spannenden Exponaten besuchen. Spätestens dann wird jeder verstehen, warum Kanab zu Recht auch als «Little Hollywood» bekannt ist. Bis heute verweilen dort Stars, und mit etwas Glück trifft man sie auf der Main Street, im Restaurant oder wird Statist bei einem der nächsten Filmprojekte.


WAS

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©Windrose Finest Travel

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SIND

Autor_Urs Huebscher

LUXUSREISEN Luxusreisen gehören zum Universum des gehobenen Konsums. First-Class-Flüge, private Inseln, der eigene Butler – sind das die Zutaten einer Luxusreise? Oder besteht der wahre Luxus auf Reisen aus aussergewöhnlichen Erlebnissen? Wir haben mit Christian Böll, Geschäftsführer des Luxusreiseveranstalters Windrose (Berlin), darüber gesprochen.

PRESTIGE: Herr Böll, der Luxusreisemarkt boomt. Haben Sie das Gefühl, dass es eine Tendenz zu einem «noch mehr an Luxus» gibt, oder gönnen sich einfach mehr Menschen eine ganz aussergewöhnliche Reise? CHRISTIAN BÖLL: Zunächst einmal: Luxus ist für jeden etwas anderes. Für den einen ist mehr immer noch mehr, für den anderen ist weniger mehr. Wir beobachten aber insbesondere seit der Pandemie einen grösseren Fokus auf Individualität. Den Gästen von Luxusreisen geht es zunehmend um persönliche, emotionale Erlebnisse, zum Beispiel mit Tieren oder in der Natur. Es geht darum, unvergessliche Momente zu schaffen. Luxus steht längst nicht mehr nur für Überfülle und Opulenz. Sie blicken auf insgesamt knapp 30 Jahre Erfahrung in der Touristikbranche zurück. Wagen Sie eine Prognose, wie sich das Luxusreiseverhalten in Zukunft entwickelt? Was sind Ihrer Meinung nach die Luxusreisetrends der Zukunft? Das sind ganz klar Reisen, in denen das Erlebnis, der besondere Moment im Vordergrund steht, die Begegnung mit Tieren wie Gorillas oder Naturschauspiele. Auch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung spielen zunehmend eine Rolle. Reisen wird bewusster. Nach wie vor definiert Luxus zwar den höchstmöglichen Qualitätsstandard, schliesst aber auch sozialökologische Aspekte mit ein. Natürlich bieten auch wir Reisen an, die beispielsweise mit umweltbewussten Hotels und lokalen Dienstleistern zusammenarbeiten.

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Luxusreisen werden oft über den Reisepreis oder den Hotelstandard definiert. Was ist für Sie eine Luxusreise, was ein Luxushotel? Spannend, das auch einmal aus dieser Perspektive zu betrachten. Für mich geht es bei einer Luxusreise tatsächlich häufig um die Erfahrungen und Erlebnisse – besondere Orte und Momente. Beispielsweise auf einem tollen Schiff in die Antarktis zu reisen und vom Balkon aus einen Eisberg oder mehrere Wale vorbeiziehen zu sehen. Eine Räumlichkeit, die das bietet, ist in so einem Moment besser als jede grosse Suite. Gäste zahlen oft hohe Summen, um alleinige und einzigartige Erlebnisse zu geniessen. Können Sie ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und uns über Ihre aussergewöhnlichsten Erfahrungen mit Kunden und Luxusreisen erzählen? Unsere Gäste haben natürlich in jeglicher Hinsicht ihre Privatsphäre, aber eines ist für nahezu alle immer ganz wichtig: die Servicekomponente. Also einen Ansprechpartner zu haben, der einen umsorgt, die Convenience zu geniessen, nicht immer alles selber organisieren zu müssen, sondern mehr Zeit für sich und Erlebnisse zu haben oder aber auch sich einfach treiben zu lassen. All das gibt Raum, um die Reise wirklich auskosten zu können, von der sich daraus ergebenden Erholung ganz zu schweigen.

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Ich gehe mal davon aus, Sie erfüllen nicht jeden Sonderwunsch … Grundsätzlich versuchen wir, tatsächlich (fast) jeden Wunsch zu erfüllen. Das reicht vom täglichen Apfel zum Frühstück bis zum immer Richtung Sonnenaufgang ausgerichteten Zimmer. Da wir die Privatsphäre unserer Gäste wahren wollen, kann ich aber nicht mehr ins Detail gehen. Windrose hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zum individuellen Highend-Anbieter entwickelt. Was macht Windrose besser als die anderen? Für uns ist jede Reise ein Gesamt­ erlebnis – mit dem richtigen Mass an Spannung und Entspannung, an Neuem und Bekanntem. Sie muss perfekt geplant sowie gut organisiert sein und trotzdem noch Raum für Spontanität und Individualität lassen. Unser Reiseablauf ist luftig, nicht gedrängt – eben mehr als nur ein Abhaken der Highlights. Denn alles braucht seine Zeit, nur so erleben Sie Menschen, Kultur und Natur wirklich hautnah und entspannt. Eine besondere Stärke sind sicher unsere Reisedesigner. Diese Mitarbeiter sind nicht nur Experten für eine aussergewöhnliche Reisegestaltung, sondern kennen die Regionen wie ihre Westentasche. Ganz wichtig ist es, die Bedürfnisse unserer Gäste aufzunehmen und die Reise für sie massgeschneidert als Einzelstück zu entwickeln. Letztlich wird für die Reisenden so die eine oder andere Tür geöffnet, die man sonst wahrscheinlich nie gesehen hätte. Zudem garantieren wir bei Wind­ rose eine unkomplizierte Reiseabwicklung von A bis Z, erkennen die Wünsche und Besonderheiten unserer Gäste und verstehen sie. Das macht uns zu 100 Prozent vertrauensvoll.

Sie stellen auf 180 Magalog-Seiten die aufregendsten Ziele vor – von Expeditionen über Strandtage bis zur Studienreise tragen sämtliche Erlebnisse die detailverliebte Handschrift von Luxusreisen. Selbst Himmelsereignisse sind Teil des Programms. Ist für Luxusreisen nach wie vor ein gedruckter Reisekatalog gefragt? Bei den Magalogen geht es letztendlich um Inspirationen und eine individuelle Reise ist ja auch nicht von der Stange. Wir erhalten immer wieder das Feedback, dass sich unsere Kunden die qualitativ hochwertigen Magaloge gern aufheben, um sich die besonderen Ideen immer mal wieder anzuschauen, zu träumen und zu überlegen, wie und wann diese umsetzbar wären. Windrose verfügt über eigene Reisedesigner. Erzählen Sie uns mehr über deren Aufgaben. Unsere Reisedesigner schaffen inspirierende Reisekreationen, die nicht auf der touristischen Alltagskarte liegen, und sorgen so für Reiseerlebnisse, die Sie nur bei Windrose finden. Jeder Reise­ designer ist auf eine bestimmte Region spezialisiert, die er regelmässig bereist oder in der er sogar selbst gelebt hat. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist es möglich, das Unmögliche wahr zu machen – der Museumsbesuch ausserhalb der Öffnungszeiten, das Dinner in der Einsamkeit des Outbacks, die

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TRAVEL Bootsfahrt in einem versteckten Fjord. Dabei ist vom ersten Kontakt bis zur Rückkehr Ihrer Reise alles in einer kompetenten Hand. Was erwarten denn die wohlhabenden Reisenden am häufigsten? Sie erwarten, dass man ihnen genau zuhört, auf ihre Ideen und Bedürfnisse eingeht und passende Möglichkeiten entwickelt, damit ihre wesentlichen Reisewünsche entsprechend erfüllt werden. Was sind die aktuellen Trends 2025 in der Luxusreisebranche? Japan bleibt ein Dauerbrenner, ebenfalls beliebt sind Indochina sowie Bhutan. Ausserdem Städtereisen, insbesondere innerhalb und nach Europa sowie Reisen nach Skandinavien. Dann ganz klar Südamerika – Chile und Argentinien. Besonders gefragt ist auch weiterhin Afrika, vor allem Safaris innerhalb Südund Ostafrikas bis nach Ruanda, zum Beispiel mit einem einmaligem Gorillatrekking.

Was sind Ihre drei persönlichen Lieblingsluxushotels? Oh, ich liebe die Malediven: fast private Strände, viel Zeit, tolles Wasser, die schönsten Farben et cetera. Hier sind beispielsweise das Nautilus, Joali, aber auch das Raffles tolle Orte – je nach persönlichem Geschmack. Im Oman gibt es in den Bergen das Alila – eine fantastische Kombination aus Natur, Design und Aktivitäten. Das sind jetzt zwar insgesamt mehr als drei, aber für mich gehören auch die tollen Lodges auf den Safaris dazu, zum Beispiel das Wilderness Mombo Camp in Botswana. Aber es gibt auch tolle kleine Schiffe, auf denen man besondere persönliche Erlebnisse geniessen kann, wie das Senic in der Antarktis oder Explora Cruises, die weltweit spannende Destinationen mit tollen Erfahrungen anlaufen. WWW.WINDROSE.DE WWW.WINDROSE-KREUZFAHRTEN.DE

Lassen sich bestimmte Reisetrends bei den vermögenden Reisenden ablesen? Nein, die Wünsche sind doch recht vielfältig und individuell, sodass sich daraus nicht wirklich Schubladen oder Trends ableiten lassen.

Windrose Finest Travel kreier t seit über ­5 0 Jahren hochwertige und luxuriöse Sehnsuchtsreisen – individuell und ganz privat zum Wunschtermin oder in kleinen Gruppen. Windrose steht für massgeschneiderte Luxus­ reisen, einzigartige Kreuzfahrten, Privatvillen am Strand oder in den Bergen bis hin zu exklusiven Reisen im Privatjet, getreu dem

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Motto «Alles ausser gewöhnlich».

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EINE KULINARISCHE REISE INS INNERE Autor_Konstantin Arnold Bilder_Gabrielius Jauniškis

Der junge Sternekoch Airis Zapašnikas hat in nur einem Jahr seit der Eröffnung nicht weniger als eine japanische Enklave mitten in Oslo geschaffen. Ein einzigartiges kulinarisches Erlebnis, das seinesgleichen sucht und zu den besten Restauranterfahrungen unseres Autors zählt.

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SABI OMAKASE

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abi Omakase ist ein Ein-Sterne-Japaner in Oslo, der seine Gäste um die Theke herum versammelt und Sake ausschenkt. Als wir buchten, hoffte ich nur, er hätte auch Wein und stellte mich auf einen steifen Abend ein. Man musste äusserst pünktlich sein und wir warteten sicherheitshalber eine Weile mit den wenigen anderen Gästen vor der Tür. Eine nette japanische Dame liess uns rein. Es gab Grünen Tee und Champagner zum Aperitif. Alles war sehr symmetrisch und in der Mitte stand eine täglich frische Pflanze, ich glaube eine Orchidee. Dann kam der Koch, Airis Zapašnikas, ganz in Weiss, eine Mischung aus Samurai, Magier, Matrose und Sanitäter. Er war gross und trug eine Brille und sah ein bisschen aus wie Yves Bossart aus Sternstunden der Philosophie, was ihn mir sympathisch machte. Wir sassen direkt in der Mitte vor ihm und er sagte «Guten Abend», als würden wir uns lange kennen. Wir hatten vor dem Essen telefoniert und er fragte, was ich mir in meiner Geschichte über ihn so vorgestellt hätte, und ich spann mir irgendwas zusammen, wie immer, wenn ich keine Ahnung habe. Meine Freundin erklärte mir nach dem Telefonat, was Omakase überhaupt ist. Es heisst so viel wie «ich überlasse es Ihnen» und ist Teil einer 200 Jahre alten Tradition der Tokioter Sushi-Technik «Edomae». Die Komplexität besteht aus der Einfachheit ihrer Zutaten und der Betonung natürlicher Qualitäten von saisonalem Fisch, Seetang, handgepresstem Reis, frischem Wasabi und Soja, das nicht überfermentiert ist.

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CULINARIUM

Airis wurde in Litauen geboren, hatte auf Anraten von Verwandten eine Karriere als Chirurg angestrebt, bevor er sich in die Ausbildung bei einem der führenden Sushi-Köche Norwegens begab. 2017 erhielt er dann die Akkreditierung von Hirotoshi Ogawa, dem Direktor der All Japan Sushi Association, und 2024 in Tokio das Kuro-Obi-Zertifikat (erster Dan), was auch immer das ist. Mir zeigt es aber, dass die Japaner mit ihren Dans Wert darauf legen, sich beim Erreichen eines Ziels noch keine Meister zu nennen. Innerhalb eines Jahres erhielt er dann den Stern, was in diesem Kochbereich eine menschliche Leistung ist. Ich hatte gelesen, dass er auch DJ ist – und genau so stand er da in der Mitte vor uns allen an seiner Gummiplatte, auf der er begann, den Fisch zu schneiden. Er schnitt ihn mit der therapeutischen Gleichförmigkeit einer tausendfach ausgeführten Bewegung. Irgendjemand fragte, ob es etwas gebe, was er noch nicht so gut kann, und er antwortete, dass es hier ja nicht ums Können und Fischschneiden gehe, sondern darum, dass man beim Fischschneiden vor zehn Leuten nicht daran denkt, ob sie sich langweilen oder was seine

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Frau macht und die Kinder oder ob uns der Wein schmeckt und wie viele Fische er heute noch zu schneiden hat. Die Ausbildung zu einem Omakase-Koch sei eine Reise ins Innere. Die erste Runde kam und Airis legte das Zeug jedem Einzelnen auf den Teller. Er sagte, was es ist und dass es für ihn ist und dass man sich’s bitte schmecken lassen soll. Diesen Weissfisch oder diesen Aal. Es war wie beim letzten Abendmahl, mit dankendem Nicken und ohne Augenkontakt. Die Kunst war, sich das Ding falsch herum auf die Zunge zu legen und mit dem Fisch zu beginnen und dann mit dem Reis. Der Reis war nicht einfach nur Reis, es war Reis, über den man viel redete. Angeblich hatte er nach der Ernte nicht viel Zeit in Lagerhallen verbracht, was man schmecken konnte. Bei herkömmlichem Reis schmeckt man vor allem das: Verpackung und Lagerhalle. Die Körner bei diesem waren anders, vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, aber worin lag der Unterschied? Vielleicht lag er darin, dass Airis jedem Korn einen Namen gab und nicht eines verlor und sein ganzes Sein und Können in jedes Korn legte, egal wie egal das war.


PRESTIGE Ich steckte mir das erste Ding in den Mund und sie fragte, wie es schmeckt, aber ich konnte nicht gleich antworten. Ich konnte nur kauen und nichts sagen und schmecken und war auf allen Kanälen bedient. Dieser Seeigel mit Algen war das Beste, was ich jemals im Mund hatte. Man konnte dadurch die Dualität überwinden, die Gleichzeitigkeit des Seins. Es gibt solches Essen, wie es auch manche Weine gibt, oder Sätze, die man liest; manchen Fado, den man hört, oder Flamenco, den man so sieht und der beim Sehen, Lesen, Hören und Schmecken einen anderen Menschen aus dir macht. Sie haben dieses bestimmte undefinierbare Etwas, das einzigartig ist und sich nicht vergleichen lässt, weil es nicht im Unterschied zu etwas besteht, sondern ganz allein für sich. Es ist nicht wie und anders als, es ist wie nichts, weil es nichts gibt, was so ist. Es ist, wie man gerne sagt, unvergleichbar. Die weiteren Highlights waren gebratener Aal, Kobe Beef und mittelfetter Tuna-Bauch. Jedes Gericht war ein anderer, lebendiger Seinszustand, ein existenzielles Auf-der-Welt-Sein. Ein Erlebnis, bei dem Zeit und soziale Angelegenheiten und meine Neurosen zum Stillstand kamen. Es war das Gegenteil der Kokainfraktion auf einer aufgegeilten Welt kurz vor dem Höhepunkt. Es war das Gegenteil von lauter Musik in Bars mit Happy Hour, in denen Leute reden, ohne sich hören zu können. Es war ohne Menschen, die unterm Neonlicht streiten, nachdem sie Sachen mit Konservierungsstoffen gegessen haben und nicht wissen, warum das so ist. Es war das kulinarischste Erlebnis meines Lebens. Und zur Verteidigung: Ich habe nach dem Schwimmen schon im Hotel du Cap gegessen, bei VDB in Lissabon, Paella in La Barraca, bei Luca in Turin, bei Camillo in Florenz, im Neptun in Piran, bei Ai Fiori in Triest und in der Trattoria del Sole, ohne das gesagt zu haben. Das Ganze hier grenzte an Perfektion. Man redete und redete nicht und das Nichtreden war dann gar nicht unangenehm. Man musste nichts sagen, weil alles schon für sich sprach, es sprach wie Bäume sprechen oder Bilder von Rothko. Es hatte Einfluss auf mich, obwohl ich mich selten einfach so den Tatsachen ausliefere und Dinge für meinen Seinszustand verantwortlich mache, ausser bei Vollmond. Ich meine, was trennt uns vom Meer? Airis redete in einfachen und schönen Formen, beantwortete Fragen und schwieg, sodass man über die Antwort nachdenken konnte, ohne gleich reagieren zu müssen. Er redete genau so, wie er Nigiris machte: ruhig, konzentriert, scharf. Essen, ohne zu reden, ist eine Sache für sich. Vor allem im Süden. Man ist ganz bei der Sache, ganz nah bei sich, kommt dadurch ins Gespräch, stellt Fragen und tut nicht nur so. Wir sassen danach noch eine ganze Weile, was fast noch wichtiger war. Es kommt noch vor den Kellnern, dem Ort, an dem man isst, mit wem, was und dass man es teilt. Ich gehe so weit zu sagen, dass nur ein Mensch, der Essen liebt (auf euripideische Weise), überhaupt in der Lage ist, einen anderen zu lieben. An diesem Abend lernte ich viel über Liebe und Tod, Erwartungen und Messer, Wasabi und Wissen und auch, was es mit Sojasosse auf sich hat und warum man Wasabi an Haihaut reibt. Ich war satt, ohne voll zu sein, und angenehm betrunken. Der Sommelier ging herum und füllte die Gläser nach. Es gibt sicher Leute, die das besser beschreiben können, aber ich glaube, um das, was die dann besser beschreiben, geht es hier nicht. Das Essen hier war Therapie und Airis so, dass man ihn nach Lissabon einlädt und es auch so meint.

Chef Airis Zapašnikas

WWW.OMAKASEOSLO.NO

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EDIGRONI

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BY NATASCHA GALUS

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ieser Baur’s-Klassiker ist mehr als nur ein Cocktail, er ist eine Feier des Unerwarteten. Sanfter Gin mit seinen knackigen botanischen Noten verschmilzt nahtlos mit der lebendigen Frische von Zitrusfrüchten und einer reichhaltigen, gereiften Bitterkeit aus feinstem Amari. Der Edigroni ist für diejenigen, die den auffälligen Kontrast zwischen lebendiger Fruchtigkeit und tiefem, komplexem Geschmack schätzen – mit einer blumigen und würzigen Variante des klassischen Negroni. WWW.BAURS-ZURICH.CH

ÜBER DIE BAUR’S BAR Die preisgekrönte Baur’s Bar im legendären Baur au Lac zieht mit ihrem stilvollen Wohnzimmerambiente Tag für Tag und Abend für Abend ein kosmopolitisches Publikum in ihren Bann. Hier geniesst man eine Pause vom hektischen Treiben der Innenstadt oder läutet die Nacht ein. Auf der hervorragend sortierten Getränkekarte findet man alles, was das Herz begehrt. Die exklusive Cigar Lounge bietet Zigarrenliebhaber*innen eine erlesene Connaisseur-­

REZEPT

Selektion aus verschiedenen Ländern. Den optischen Rahmen für das facetten-

3.5 Gin

reiche Treiben im Baur’s lieferte Design­

1.5 Campari

ikone Martin Brudnizki. Helle Grünnuancen

2 Punt e Mes

und satte Rottöne schaffen ein Ambiente

1 Amaro Montenegro

von zeitloser Eleganz und Behaglichkeit.

1.5 Jsotta rosso

Ein Meisterwerk – wie alles im Baur’s.

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EINE FRAGE DER BALANCE Autor_Thomas Hauer

Gut 15 Jahre ist es her, seit die französische Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic an den Ufern des Genfersees ihre erste Dependance eröffnet hat, die seit 2009 von den MichelinInspektoren durchgängig mit zwei Sternen bewertet wird. Und wir erinnern uns noch gut an eines von Pics damaligen SignatureGerichten, das wir kurz nach der Eröffnung des Restaurants im Beau-Rivage Palace probieren durften: eine köstliche Komposition aus knusprigen Millefeuille-Fingern, aufgeschichtet zu einem stattlichen Türmchen, gefüllt mit frischen Morcheln à la Creme. Nach einem gut einjährigen Make-over unter Regie des Pariser Innenarchitekten Tristan Auer, der auch für das Redesign des Mandarin Oriental Savoy in Zürich verantwortlich zeichnet, erstrahlt das kurz PIC genannte Restaurant seit Herbst 2024 nun in neuem Glanz.

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© Group Pic / Mike Wolf

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SWISSNESS À LA CULINARIUM

ANNE-SOPHIE PIC

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ittlerweile gehören zum Pic-Imperium, über dem aktuell zehn Michelin-Sterne funkeln, neben dem Outlet in Lau­ sanne und dem Stammhaus in Valence, das ihre Urgrossmutter Sophie einst als Auberge du Pin auf einem Hügel unweit der Stadt eröffnet hatte und 1936 an seinen heutigen Standort an der Avenue Victor Hugo umzog, unter dem Brand La Dame de Pic auch Ableger in Paris, London und Dubai sowie der Crystal Room im Forty Five Landmark Hongkong. Damit ist sie die aktuell höchstdekorierte Küchenchefin weltweit. Und vielleicht gründet ein Teil ihres Erfolges auch darauf, dass Madame Pic sich in ihren diversen Restaurants, anders als manch dreifach besternter männlicher Kollege, nicht einfach selbst kopiert, sondern es versteht, dort eine tief in der jeweiligen Region verwurzelte Küche zu zelebrieren, die trotzdem stets die unverwechselbare Handschrift der Küchenchefin zeigt. Oder wie Pics väterlicher Mentor Paul Bocuse es ausdrückte: «Was ich an ihrer Küche so schätze, ist ihre Wahrhaftigkeit.» Denn Pics Kreationen sind nicht nur produktfokussiert und kommen ohne jedes Blendwerk aus, sondern ihre Küche bleibt sich trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer immensen Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit auch immer selbst treu.

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© Group Pic / Amaury Laparra

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Und das gilt in ganz besonderem Masse für ihr Restaurant im Beau-Rivage Palace, verbinden Pic mit dem Waadtland doch zahlreiche Kindheitserinnerungen, die in ihren Gerichten immer wieder durchscheinen. Deshalb oszillieren viele ihrer Rezepte auch im kulinarischen Spannungsfeld von Bergen und Seenlandschaft. So nennt sie ihre beiden grossen Menüs nicht von ungefähr La Côte und Le Sommet. Ausserdem hat Pic Jahre darauf verwendet, sich ein exklusives Netz an Lieferanten und Erzeugern aufzubauen, die ihr Restaurant teilweise exklusiv mit Spitzenprodukten aus der Region beliefern. Swissness at its best. Dabei geht Madame Pic allerdings keineswegs dogmatisch vor. Das heisst, in ihren Menüs findet man auch internationale Topprodukte, die Hauptdarsteller sind aber mehr oder minder allesamt Locals. Bocuse war es auch, der Pic nach einem Besuch ihres Restaurants zur Mère Brazier des 21. Jahrhunderts ausrief. Tatsächlich war Eugénie Brazier, bei der Bocuse einst selbst in die Lehre ging, 1933 die erste – und bislang einzige – Frau, die im Guide Rouge mit zwei Drei-Sterne-Restaurants gleichzeitig vertreten war. Und ihre beiden Lokale, von denen eines bis heute existiert, gehörten praktisch bis zur Revolution der Nouvelle Cuisine zu den Grund­ pfeilern der französischen Spitzengastronomie. Heute sind es die von Anne-Sophie Pic. Zwar könnten die Küchenstile von

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CULINARIUM

© Group Pic / Amaury Laparra

Madame Pic und Mère Brazier kaum unterschiedlicher sein, trotzdem haben beide Frauen der Küche ihrer Zeit nachhaltig ihren Stempel aufgedrückt. Als Pic 2007 schliesslich den dritten Stern für das Stammrestaurant in Valence (zurück) erobern konnte, den vor ihr bereits ihr Grossvater Alain und ihr Vater Jacques erkocht hatte, war sie tatsächlich erst die zweite Französin nach Brazier, die der Michelin in seinem Mutterland höchster Weihen für würdig hielt – und sie ist es bis heute geblieben. Doch zurück nach Lausanne: Dort steht natürlich nicht Madame Pic persönlich am Herd. Aber ihr neuer Statthalter, Jordan Theurillat, der die Ausnahmeköchin bereits seit rund zehn Jahren begleitet, in Lausanne schon mal ein paar Jahre Verantwortung als Souschef trug und zuletzt im La Dame de Pic in Paris das Sagen hatte, weiss genau, was seine Chefin sich wünscht. Und auch Sommelier Dominique Peretti hat sich seine Sporen zuvor bereits in der Maison Pic verdient. Doch der Reihe nach.

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Das Erste, was beim Betreten der neu gestalteten Räume auffällt, ist, wie hell, freundlich und luftig das Restaurant nach dem Umbau wirkt. Ein architektonischer Spiegel von Pics Küchenphilosophie, wenn man so will, liebt die Chefin doch ebenfalls das Ätherische, Flüchtige. Das Einzige, was wir vermissen, sind die Baccarat-Kerzenleuchter von Philippe Starck, die früher die Tische geziert haben. Neues Centerpiece des PIC ist die exklusiv für Restaurantgäste zugängliche kleine Bar gleich links vom Eingang, wo auf die Karte abgestimmte, saisonale Cocktails gemixt werden – viele davon auch alkoholfrei – und an deren Tresen ganz Eilige mittags auch mal einen Businesslunch geniessen können. Wir haben dagegen ganz viel Zeit mitgebracht und nehmen bei Mixologist Alexandre Besnault erst mal ein paar Drinks anstelle eines klassischen Aperitifs. Unsere Favoriten: der Alba, ein Negroni auf Basis von Trüffel Gin, Barolo Chinato und Campari Sobacha, dem ein Hauch Sichuan-Pfeffer den letzten Schliff verleiht, und der Pétales Envolés, ein alkoholfreier, säuerlich-­floraler Highball, komponiert rund um einen Tee-Blend aus Genmaicha und Rosengeranien, verfeinert mit Rosenblüten und Passing Clouds sowie hocharomatischem Blüten- und Beeren­ ferment. Dazu gibt es als erste Einstimmung auf den Abend unter anderem ein unglaublich knuspriges Bricelet, gefüllt mit Gruyère-­Caramel von Spitzen-Affineur Jacques Duttweiller aus Thierrens. Derweil präsentiert uns Restaurant­ leiterin Diane Blanch das Menü und wir entscheiden uns kurzerhand für die Variante in sieben Durchgängen, die wir hier und da noch ein wenig anpassen. Denn


©Group Pic / Mike Wolf

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CULINARIUM der die Berlingots ebenso gut begleitet wie der von Monsieur Peretti offerierte, leicht oxidativ ausgebaute Palomino Univers aus der Region Cadiz von der Domaine Muchada-Léclapart – ein spanisch-­ französisches Joint-Venture. Weiteres Highlight des Menüs ist die mit Honigwabe geröstete Pastinake, wieder aus dem kleinen Örtchen Bremblens, begleitet von Waadtländer Baumnüssen und einer Zabaione mit Madrascurry und Kaffernlimette, gekrönt von schwarzem Trüffel. Die einzelnen Komponenten sind auch bei diesem Teller so perfekt aufeinander abgestimmt wie die Zahnräder eines Schweizer Chronometers – kein Wunder, pflegt Madame Pic doch schon seit einigen Jahren eine Partnerschaft mit der Uhrenschmiede Hublot. Der zu diesem Gang servierte Arbois Vin Jaune 2014 von der Domaine de la Tournelle gehört mit zum Besten, was wir in den letzten Jahren aus dem Jura im Glas hatten. Das Bukett bietet so verführerisch intensive Bienenwachs- und Hefeflornoten, dass man sich am liebsten kopfüber ins Glas stürzen möchte. Als Hauptgang geniessen wir dann exzellente Rehkoteletts mit Wacholderbeeren und Imperatorwurzel mariniert und anschliessend leicht geräuchert, begleitet von Topinambur, Muskatblüte und Kastanien aus Fully. Der vielleicht klassischste Gang des Menüs. Nach einem fulminanten Käseteller mit Tête de Moine AOP – au naturel und als Mont Blanc Tartelette verfeinert mit Steinklee und Wachs vom hoteleigenen Bienenstock – klingt das Souper mit einem Dessert von karamellisiertem Apfel mit Zimtblättern aus. Unser Fazit: Sollten tatsächlich auch über Lausanne bald drei Sterne leuchten und Anne-Sophie so mit Eugénie Brazier gleichziehen, wäre das mehr als verdient. Das Potenzial hat die Küche unserer Meinung nach allemal. Chapeau, Madame Pic.

will man Pics Küche wirklich verstehen, sollte man sich auf ein kleines Experiment einlassen. So steht in Lausanne als eine Art kulinarische Hommage auch einer der ganz grossen Klassiker von Anne-Sophies Vater Jacques Pic auf der Karte: Wolfsbarsch in Beurre blanc mit Kaviar, den er 1971 kreiert hat. Auch nach Jahrzehnten noch immer ein atemberaubendes Gericht. Normalerweise muss man sich beim Menü allerdings entscheiden, ob man von dieser Legende naschen möchte oder eine Fischkreation von Anne-Sophie probieren will – in unserem Fall ein über rauchfreier japanischer Holzkohle gegrillter Saibling, den Serge Gidoux von der Pêcherie d’Ouchy praktisch direkt vor dem Hotel aus dem See gezogen hat, begleitet von knusprigen Algen, mit Kombu gefüllten Muscheln und einem Confit von Fenchel aus Bremblens, begleitet von einer himmlischen Sauce verte verfeinert mit Liebstöckel, Dill und Kaffee. Ein Musterbeispiel für Pics Vorliebe, aber auch für den souveränen Umgang mit grünen, vegetabil gefärbten Aromen. Wir wollen uns jedoch gar nicht entscheiden, denn nichts hassen wir auf einer Speisekarte mehr als das kleine Wörtchen «oder», und signalisieren dem Service, dass wir stattdessen lieber beide Gänge probieren würden. Vergleicht man die Teller, wird schnell deutlich, wie sehr sich die Haute Cuisine – auch dank Anne-Sophie Pic – in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt hat. Setzt ihr Vater noch ganz auf eine Harmonie der Aromen, spielt Anne-Sophie bewusst mit Kontrasten, baut Ecken und Kanten ein, spielt virtuos auf der Klaviatur unterschiedlicher Texturen, mit Süsse und Säure, mit jodigen Meeresaromen und Kräuterakkorden. Das ist einfach Weltklasse. Oder anders ausgedrückt: Während einem das Gericht von Pics Vater zwar zweifellos wohlige Schauer über den Rücken jagt, man es aber auch ebenso schnell wieder vergisst, ist Pics Teller einer, der im Gedächtnis haften bleibt, etwas für Gaumen und Intellekt. Doch auch der Rest des Menüs sollte hier nicht unter den Tisch fallen. So dürfen natürlich auch Pics Berlingots nicht fehlen: kleine gefüllte Teigpyramiden, zu denen Anne-Sophie die gleichnamigen bunten Bonbons inspiriert haben und die eigentlich immer auf der Karte stehen – freilich stets in neuem Gewand. So überrascht uns Pic diesmal mit einer perfekt mit Kirsch abgeschmeckten Motié-Motié-­ Fülle. Serviert werden die kleinen Pakete in einer kräftigen Röstzwiebel-­Consommé, verfeinert mit Douglasie und Pfeffer-­­Chartreuse. Vorher wird als Willkommensgruss am Tisch noch eine kleine Teezeremonie zelebriert, bei der ein leicht rauchiger Taiwan-­Oolong aufgebrüht wird,

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Symphonie der In einer Atmosphäre, die Haute Cuisine und Haute Œnologie vereint, präsentierte Moët & Chandon im Bürgenstock Resort Lake Lucerne seine exklusive «Collection Impériale Création N°1».

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ir alle kennen die Haute Couture in der Modewelt – jene atemberaubende, handgefertigte Schneiderkunst, die Mode zur reinen Perfektion erhebt. Ebenso vertraut ist uns die Haute Joaillerie in der Schmuckbranche, bei der Edelsteine und Metalle in exklusiven Kreationen von unvergleichlicher Schönheit erstrahlen. Doch haben Sie schon einmal von der Haute Œnologie gehört? Sie steht für die Meisterschaft und das tief verwurzelte Savoir-faire, das nur wenige Champagnerhäuser wie Moët & Chandon über Jahrhunderte entwickeln konnten. Ähnlich wie die Haute Couture in der Modewelt geht es bei Haute Œnologie um die Vereinigung der besten Zutaten, fortschrittlichster Techniken und aussergewöhnlicher Kreativität – und vor allem um Zeit. Hierbei entsteht eine Cuvée, die nicht nur durch erlesene Jahrgänge und komplexe Assemblagen, sondern auch durch einen unvergleichlichen Ausdruck von Raffinesse und Tiefe besticht. Haute Œnologie ist die hohe Schule der Weinherstellung – die Veredelung, die aus Champagner eine wahre Kunstform macht. Die «Collection Impériale Création N°1» ist von genau dieser Kunst inspiriert und das Ergebnis einer sorgsam ausgewählten Assemblage von sieben Spitzenjahrgängen. Jede Flasche dieser limitierten Cuvée verkörpert die Philosophie und das Erbe des Hauses Moët & Chandon, das seit 1743 auf höchste Qualitätsansprüche und handwerkliche Kunst setzt. «Diese Kollektion ist das Ergebnis von 280 Jahren Leidenschaft und Geduld», erklärt Kellermeister Benoît Gouez. «Jeder Tropfen erzählt seine eigene Geschichte und steht für die Werte unseres Hauses.»

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Autorin_Swenja Willms Bilder_Moët & Chandon

DIE KÜNSTLERISCHE INTERPRETATION VON DANIEL ARSHAM Passend zur feierlichen Lancierung der «Collection Impériale Création N°1» schuf der Künstler Daniel Arsham eine Skulptur, die das Erbe des Hauses Moët & Chandon visuell einfängt. Inspiriert von der Domaine d’Épernay, dem historischen Sitz des Hauses, stellt das weisse Harz-Relief das Château de Saran und die

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umliegenden Weinberge dar – eine Hommage an die jahrhunderte­ alten Kreidekeller und die kunstvolle Verbindung von Tradition und Moderne. Eine limitierte Sammleredition von 70 Flaschen, ebenfalls von Arsham gestaltet, unterstreicht die handwerkliche Exzellenz des Champagnerhauses und findet in der Galerie Impériale ihren würdigen Rahmen. EIN MENÜ, INSPIRIERT VON DER «COLLECTION IMPÉRIALE» Unter der Leitung von Chefkoch Yannick Alléno und Chefkoch Mike Wehrle, dem Corporate Culinary Director des Bürgenstock Resort, entstand ein Menü, das den Charakter und die Eleganz der «Collection Impériale Création N°1» harmonisch ergänzt. Jeder Gang wurde fein abgestimmt, um die aromatische Tiefe und Komplexität der Cuvée zu unterstreichen. Von einer Tessiner Polenta mit schwarzen Trüffeln über Jakobsmuscheln in Markextrakt bis hin zu Kalbfleisch aus Schweizer Landwirtschaft – jeder Bissen war eine Hommage an die kulinarische Vielfalt und die Finesse der Region. Auch das Dessert, knusprige Kürbisravioli mit Frangipane und weissem Trüffel, passte perfekt zu den fein nuancierten Aromen des Champagners. Ein Abend exquisiter Genüsse.

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VERKOSTUNGSNOTIZEN DER «COLLECTION IMPÉRIALE CRÉATION N°1» Diese Cuvée zeichnet sich durch ihren intensiven, glänzenden Gelbton aus. Ihr Aromaprofil enthüllt zunächst Aromen von Lakritz, Mokka und geröstetem Brot, um dann Nuancen von Madeleine-Gebäck, Vanille und Haselnuss zu entfalten. Am Gaumen setzt sich das Geschmackserlebnis mit vollmundig edler Textur fort, die ein perfektes Gleichgewicht zwischen Spritzigkeit und Bitterkeit schafft und im Abgang mit Noten von Rauch und Lakritz besticht.


CULINARIUM bestimmten Anlass zu lancieren. Aber plötzlich stellten wir fest, dass der Wein fast bereit war und ein Jubiläum ansteht – es ergab eine bessere Geschichte, sie zu verknüpfen. Doch tatsächlich steckt dahinter unsere 280-jährige Expertise. Die «Collection Impériale» ist ein Zeugnis dieses Savoir-faire, das über Jahrhunderte gewachsen ist. Die «Collection Impériale Création N°1» feiert die Vielfalt des Champagners. Was macht diesen Prestige-Champagner besonders? Die «Collection Impériale» bildet die Spitze der Pyramide, quasi die Haute Couture oder «Haute Œnologie», wie ich es nenne. Es geht hier um die besten Zutaten, die besten Jahrgänge, die besten Techniken, die beste Art der Reifung unserer Reserveweine, dazu Kreativität und Zeit. Die «Collection Impériale» bringt diese Elemente in unser Sortiment und repräsentiert die höchste Expertise und das handwerkliche Können der Maison. Es zeigt über 280 Jahre Savoir-faire von Moët & Chandon und schenkt ihm eine neue Perspektive. Die «Collection Impériale» besitzt drei Hauptaromenschichten, die auf den drei Weinsorten basieren, die für die Cuvée verwendet werden. Die erste Schicht entfaltet die Aromen der Reife und der Reserveweine, die auf der Hefe gelagert wurden, und entwickelt dunkle, tertiäre Noten wie Kaffee, Toast, Rauch und Holz. Durch das Atmen lassen diese flüchtigen Aromen nach. Die zweite Schicht bringt durch die Reifung im Holzfass süssere und würzige Noten hervor – wir sprechen hier von Butter, Wachs, Honig und Nüssen, die blonder und runder wirken. In der dritten Schicht kommen schliesslich konzentrierte Fruchtnoten von konservierten Zitrus- oder Steinfrüchten wie Aprikose und Pfirsich zum Vorschein, die dem Wein seine besondere Tiefe verleihen.

INTERVIEW MIT BENOÎT GOUEZ,

CHEF DE CAVE FÜR MOËT & CHANDON, ÜBER DIE «COLLECTION IMPÉRIALE CRÉATION N°1»

PRESTIGE: Herr Gouez, der heutige Abend war ein besonderer: der richtige Moment, um mit einem besonderen Champagner anzustossen. Wie wichtig ist es Ihnen, dass man auch im Alltag Gelegenheiten schafft, um Champagner zu genies­ sen, anstatt auf seltene, «besondere» Anlässe zu warten? BENOÎT GOUEZ: Champagner wird oft mit besonderen Anlässen und Feierlichkeiten in Verbindung gebracht. Aber man sollte täglich Gründe finden, um zu feiern. Das bedeutet nicht, dass ich jeden Tag Champagner trinke, aber ich glaube, jede Gelegenheit kann besonders sein, wenn man sie dazu macht. Für mich ist der «Brut Imperial» der vielseitigste Champagner von Moët & Chandon, ideal für spontane Momente. Die «Collection Impériale» hingegen erfordert mehr Vorbereitung, das ist kein Champagner, den ich an einem Dienstagabend öffne. Für ihn plane ich lieber einen Freitagabend mit Freunden. Sie haben aber einen besonderen Grund zu feiern, nämlich das 280-jährige Jubiläum von Moët & Chandon … Manchmal sagt man, dass die Sterne günstig stehen. Das war hier der Fall. Als ich vor 24 Jahren begann, an der «Collection Impériale» zu arbeiten, war es nicht der Plan, diese 2023 zu einem

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Im Hinblick auf den Abend im Bürgenstock: Wie haben Sie das Menü in Zusammenarbeit mit Chefkoch Yannick Alléno und Chefkoch Mike Wehrle gestaltet, um den Charakter des Champagners perfekt zur Geltung zu bringen? Yannick Alléno und ich kennen uns seit über zehn Jahren – er hat meine Philosophie, insbesondere die Betonung auf Salinität im Zusammenspiel mit Champagner, durch viele gemeinsame Verkostungen integriert. So hat er moderne Saucen mit Extraktionen entwickelt, die die Salzigkeit hervorheben. Bei Mike Wehrle war die Zusammenarbeit eine andere, da wir uns noch nicht kannten. Er erhielt vorab Weinproben und Richtlinien und stimmte seine Vorschläge dann mit Yannick und unserem Team ab. Letztlich ging es darum, auf den Charakter unserer Champagner – «Brut Imperial», «Grand Vintage» und «Collection Impériale» – einzugehen, ohne starre Vorgaben zu setzen. Besonders wichtig war uns, auf die vielseitige Natur des Champagners einzugehen, ohne Zucker und übermässige Aromen zu verwenden.


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Die hohe Kunst, Mit Hingabe und Liebe zum Handwerk entsteht in der BalikManufaktur im schönen Toggenburg ein Produkt mit exquisitem Geschmack. Weit ab von Lärm und Stress, umgeben von der unberührten idyllischen Schweizer Hügellandschaft, wird eine der feinsten Delikatessen hergestellt: Balik-Lachs, der berühmteste und wohl exklusivste Räucherlachs der Welt.

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CULINARIUM

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eit und breit kein Meer und kein Lachs in Sicht. Warum also Fisch räuchern im Toggenburg, anstatt Schokolade zu produzieren oder die traditionelle Stickerei zu revolutionieren? Die Geschichte von Balik war von Anfang an und ist bis heute geprägt von Leidenschaft, Liebe zum Detail und einer Prise Verrücktheit. DIE BALIK-MANUFAKTUR – EIN KURIOSUM Alles beginnt mit dem deutschen Schauspieler Hans Gerd Kübel und seinem Partner Martin Klöti, die sich in den frühen 1970er-Jahren einen Traum erfüllen und in Ebersol, auf 820 Meter über Meer, umgeben von einer unberührten Hügellandschaft, einen 300-jährigen Bauernhof erwerben. Die beiden Stadtflüchtlinge renovieren das baufällige Bauernhaus und verkaufen zunächst hofeigene Eier, handverlesenes Bio-­ Heu und Angus Beef aus eigener Zucht. Das eigene Quellwasser und das qualitativ hochwertige Holz aus dem dazugehörigen Wald lassen bald die Gedanken an eine Forellenzucht samt Räucherei aufkommen. Doch Hans Gerd Kübel denkt stets grösser und weiter: Keinen Geringeren als den «König der Fische», den Lachs, will er in Ebersol veredeln. Doch wie geht das mit dem Räucherhandwerk? Es ist ein wirklicher Glücksfall, dass er während eines Gastspiels in Berlin Israel Kaplan, den Enkel des letzten Hoflieferanten der Romanow-­ZarenDynastie, kennenlernt. Kaplan hat all die Jahre die Kenntnisse seines Grossvaters bewahrt. Die beiden Herren verstehen sich auf Anhieb und gemeinsam entwickeln sie die Vision, die Familien-Räuchertradition fortzusetzen. Die neuartige Zubereitung, die aus einer mehr als 100 Jahre alten traditionsreichen Geheimrezeptur entwickelt worden ist, wird dabei zur absoluten Sensation.

Autorin_Claudia Boggio Bilder_Balik

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AUS GUTEM DAS BESTE ZU MACHEN

Zu Beginn war die Balik-Lachsräucherei nur einem kleinen Kreis von Geniessern bekannt. Dies änderte sich jedoch, als Balik 1993 Teil von Caviar House (heute Caviar House & Prunier) wurde – eines angesehenen Traditionshauses, das höchste kulinarische Qualität verkörpert. Peter G. Rebeiz übernahm den Betrieb in Ebersol und fand in Balik eine Ergänzung zu seinem Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsphilosophien. Heute erstrahlt der Ruf des exquisiten Balik-Räucherlachses weltweit. Neben ihrer Liebe zum Genuss teilten Hans Gerd Kübel, ein leidenschaftlicher Schauspieler und Literat, und Peter G. Rebeiz, ein begeisterter Pianist und Komponist, eine besondere künstlerische Verbundenheit. Die beiden verstanden sich sowohl auf musisch-künstlerischer als auch auf kulinarischer Ebene. So lebt auf der Balik-Farm bis heute die einzigartige Verbindung zwischen kulinarischer und künstlerischer Leidenschaft weiter.


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DAS BESTE STÜCK VOM FISCH «Balyk» bezeichnet auf Russisch «das beste Stück vom Fisch». Das Firmenlogo zeigt den König der Fische mit Krone und Zepter, ebenfalls eine Anlehnung an die zaristische Herkunft des Rezepts. Balik ist damit heute ein Synonym für höchste Qualität, den respektvollen Umgang mit den Schätzen der Natur und die hohe Kunst, aus Gutem das Beste zu machen. Wie schon am Hofe des Zaren zubereitet, wird der König der Fische nach einem streng gehüteten Geheimrezept verfeinert und in die ganze Welt verschifft. Dabei kommt er mit nichts anderem in Berührung als dem reinen Wasser der Bergquellen, feinem Salz und dem zarten Rauch eines Feuers aus regionalem Holz. Jeder einzelne Arbeitsschritt auf der Balik-Farm wird in reiner Handarbeit ausgeführt und macht jedes Filet einzigartig. QUALITÄT BRAUCHT MUSSE Bei Balik wird nur feinster norwegische Zuchtlachs, der Salmo Salar, verwendet. Dieser wird artgerecht aufgezogen und mit nachhaltiger Nahrung aus verlässlichen Quellen gefüttert. Nach drei Jahren in den Gewässern Norwegens erreichen die Edelfische ihr Idealgewicht von etwa fünf bis sechs Kilogramm, bevor sie als ganze Fische nach Ebersol kommen. Die erfahrenen Mitarbeiter nehmen sich dann vier bis fünf Tage Zeit, um diesen wertvollen Fisch zu veredeln, bevor er für den Versand in alle Teile der Welt bereit ist. Das, was sie tun, machen sie mit Liebe zum Handwerk und bedingungsloser Passion: Am ersten Tag des traditionellen Veredelungsprozesses tauen die Lachse langsam in fliessendem, klarem Wasser auf, das aus der eigenen Bergquelle entspringt. Am Folgetag werden die Lachse sorgfältig in zwei Hälften geschnitten, die anschliessend von Hand behutsam mit Salz veredelt und über Nacht gelagert werden. Nach den ersten Veredelungsschritten werden die Lachshälften liegend in das Herzstück der Manufaktur, den Räucherofen, gebracht. Hier werden sie in den nächsten zehn bis zwölf Stunden von mildem, nicht zu warmem Rauch umhüllt. Wie so vieles in der traditionsreichen Manufaktur ist auch die Rauchentwicklung abhängig von der Natur. Je nach Wetterlage dauert das Räuchern des Lachses länger oder kürzer. Allein der Räuchermeister entscheidet mit viel Feingefühl und jahrzehntelanger Erfahrung, wann die Lachse aus dem Ofen geholt werden. Welches Holz für das Räuchern Verwendung findet, ist Betriebsgeheimnis. Mehr als die Aussage, dass es eine lokale Art ist und für den perfekten Veredelungsprozess fünf Jahre gelagert und getrocknet sein muss, kann man keinem Mitarbeiter entlocken.

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CULINARIUM Für das Räuchern werden ganze Holzscheite verwendet. Jede Berührung gleicht einem Streicheln, jeder Schnitt wird kunstvoll ausgeführt und sitzt perfekt. Gleichzeitig wird jedes Filet mit geschultem Auge kritisch begutachtet. Denn bei der Veredelung der Lachse steht die kompromisslose Qualität an oberster Stelle. Nur die allerbesten Stücke verdienen das Prädikat «Balik». EXKLUSIVE EINBLICKE UND EVENTS VOR ORT Wer diese faszinierende Welt einmal selbst erleben will, dem bietet Balik die Gelegenheit: Nach Voranmeldung können Besucher*innen der Balik-Manufaktur in die traditionsreiche Geschichte der Lachsveredelung eintauchen und die einzelnen Schritte dieser einzigartigen Handwerkskunst kennenlernen. Ein exklusiver Einblick, bei dem spannende Hintergründe sowie das eine oder andere Geheimnis rund um den wohl berühmtesten Räucherlachs der Welt geteilt werden. Und anschliessend können sich die Gäste dann beim Balik-Apéro im hauseigenen Hofladen oder im exklusiven und bezaubernden Ambiente des Kästnerzimmers mit einem der exquisiten Balik-Menüs verwöhnen lassen.

THE BALIK KITCHEN Urbaner Treffpunkt für Geniesser Seit Herbst 2023 laden die «Balik Kitchen Bars» in den Globus-Filialen St. Gallen, Bern und Luzern herzlich zum Verweilen ein – mit einem ansprechenden Wohlfühlcharme, der die ländliche Atmosphäre der Balik-Farm zelebriert. Eine köstliche Verschmelzung aus Genuss, Kultur und Wein: Die vielfältige Speisekarte bietet exquisite Optionen wie Balik-­ Lachs, Kaviar, Rindstatar und köstliche Klassiker.

WWW.BALIK.CH

THE BALIK KITCHEN, BAR & BRASSERIE Unvergessliche Genussmomente im Herzen von Zürich Mitte November 2024 wurde die «Balik Kitchen Bar & Brasserie» im Globus am Bellevue in Zürich eröffnet. Hier erwarten die Gäste nicht nur die einzigartigen Balik-Lachsprodukte, sondern auch eine erlesene Auswahl an weiteren Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten,

begleitet

von erlesenen Champagnern und Weinen. Ob zum Lunch oder Dinner – hier erleben Sie zeitlose Kulinarik, Eleganz und Gemütlichkeit in einem modernen, einladenden Ambiente mitten im Herzen von Zürich. WWW.BALIK-KITCHEN.CH

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Ein Rotwein Autor_Urs Huebscher Bild_Penfolds

Penfolds zählt zweifellos zu den renommiertesten Weinhäusern der südlichen Hemisphäre. Mit seinem Flaggschiff «Grange» produziert dieses Weingut seit 1952 einen der begehrtesten Rotweine der Welt. Doch Penfolds machte sich nicht nur mit raren Weinmonumenten wie den berühmten Icon-Wines einen Namen. Die am Rande von Adelaide ansässige Winery produziert unter der Führung des legendären Chiefwinemaker Peter Gago auch hervorragende Alltagsweine im preisfreundlichen Segment, vom saftigen BIN 28 bis zur coolen Koonunga-Hill-Serie.

MIT GSCHICHTE

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er Bin 389 von Penfolds ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Shiraz, die Kraft und Eleganz vereint. Er galt unter anderem deshalb oft als «Baby Grange»‚ weil Teile des Weins in den Fässern des Grange des Vorjahres ausgebaut werden. Hergestellt wurde der Bin 389 zum ersten Mal 1960 vom legendären Max Schubert. Sein Bouquet offenbart dunkle Beeren und Gewürze, während der Gaumen von reifer Frucht, Schokolade und samtigen Tanninen geprägt ist. Durch die Reifung in ehemaligen Grange-Fässern erhält er eine aussergewöhnliche Tiefe und Struktur, die ihn zu einem der beliebtesten Weine Australiens macht. Die Trauben für den Penfolds Bin 389 stammen aus mehreren erstklassigen Wein­ regionen Australiens, insbesondere aus Barossa Valley, McLaren Vale, Coonawarra und Padthaway.

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Handwerk aus der Uhrenstadt Biel

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FINANCE

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Edelsteine als GELDANLAGE

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In den letzten Jahren hat sich der Edelsteinmarkt zunehmend als attraktive Alternative für Investoren etabliert. In Zeiten niedriger Zinsen und der Unsicherheit an traditionellen Finanzmärkten suchen Anleger immer mehr nach sicheren und langfristigen, wertstabilen Investitionsmöglichkeiten. Edelsteine bieten hier nicht nur ästhetischen Wert, sondern auch eine Möglichkeit, Kapital anzulegen und potenziell von einer langfristigen Wertsteigerung zu profitieren. Edelsteine sind eine beständige Möglichkeit, das eigene Portfolio zu diversifizieren. Autor_Thomas Schröck Bilder_The Natural Gem

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nsbesondere farbige, unbehandelte Edelsteine wie Saphire, Rubine, Smaragde und Diamanten haben das Interesse von Sammlern und Investoren geweckt. Der globale Edelsteinmarkt ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und der Fokus liegt zunehmend auf hochwertigen und seltenen Steinen. Der steigende Wohlstand in aufstrebenden Märkten, besonders in Asien, hat zu einer stärkeren Nachfrage geführt. Reiche Sammler und Investoren aus China, Indien und dem Nahen Osten sehen in Edelsteinen nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch eine stabile Wertanlage. Edelsteine haben den Vorteil, dass sie leicht transportierbar sind und im Vergleich zu anderen physischen Vermögenswerten wie Immobilien keinen Wartungsaufwand verursachen. Im Gegensatz zu Papierwährung sind sie nicht der Inflation unterworfen, da sie nicht gedruckt werden können und ihre Menge naturgemäss begrenzt ist. Der Edelsteinmarkt hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Während die Preise in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts relativ stabil blieben, erlebte der Markt ab 2010 etwa einen deutlichen Aufschwung. Besonders der Diamantenmarkt ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert. Die Preise für Diamanten, vor allem für hochwertige Steine mit perfekten Eigenschaften (sogenannte «Four Cs»: Cut, Color, Clarity, Carat), sind in den letzten zehn Jahren gestiegen. Laut dem Rapaport Diamond Index, der als Referenz für den Diamantenmarkt gilt, hat der Preis für hochwertige Diamanten (ab einem Karat) um etwa 40 Prozent zugenommen. Die Preise für unbehandelte Farbedelsteine wie Rubine, Saphire und Smaragde sind ebenfalls gestiegen – besonders für Exemplare mit aussergewöhnlicher Qualität, Herkunft und Reinheit.

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Marktentwicklung und welche Edelsteine sich 2025 bezahlt machen WELCHE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DEN WERT VON EDELSTEINEN? Die Seltenheit: Je seltener ein Edelstein ist, desto höher ist in der Regel sein Wert. Besonders seltene und unbehandelte Farben wie der «pigeon blood»-Rubin oder der tief­ blaue Kashmir-Saphir sind sehr gefragt und erzielen häufig Rekordpreise. Auch die Herkunft eines Edelsteins spielt eine wichtige Rolle, da Steine aus bestimmten Regionen oft als besonders wertvoll gelten. Viele Edelsteine werden aus nur wenigen, schwer zugänglichen Minen gewonnen, was ihre Seltenheit und damit auch ihren Wert zusätzlich steigert. Die Qualität: Die Qualität des Edelsteins ist entscheidend. Faktoren wie Farbe, Reinheit, Schliff und Karatgewicht haben grossen Einfluss auf den Preis. Ein gut ge-

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schliffener Diamant mit hoher Klarheit und intensiver Farbe kann oft signifikant mehr kosten als ein minderwertiger Stein derselben Grösse. Marktnachfrage: Die weltweite Nach­frage nach Edelsteinen, besonders in Schwellenländern, ist ein wesentlicher Preis­­ treiber. Steigende Einkommensniveaus in Ländern wie China und Indien sowie das wachsende Interesse an Luxusgütern haben den Markt angetrieben. Angebot: Der Abbau von Edelsteinen ist auf bestimmte geografische Regionen beschränkt, und neue Vorkommen sind selten. Das Angebot an Edelsteinen kann daher stark begrenzt sein, was die Preise weiter antreiben kann. Besonders bei Edelsteinen aus legendären Minen (zum Beispiel Kolumbien für Smaragde) kann der Wert stark steigen, wenn die Ressource erschöpft ist oder die Mine geschlossen wird.


PRESTIGE WELCHE VORTEILE HAT DIE INVESTITION IN EDELSTEINE? Die Wertsteigerung: Edelsteine haben das Potenzial, über längere Zeiträume hinweg im Wert zu steigen, besonders bei seltenen und hochwertigen Exemplaren. In den letzten Jahren konnten Edelsteine als Kapitalanlage attraktive Renditen erzielen. Schutz vor Inflation: Edelsteine bieten eine Möglichkeit, das Vermögen vor Inflation und Währungsabwertung zu schützen, da sie nicht direkt an die Finanzmärkte und Währungsschwankungen gebunden sind. Diversifikation: Edelsteine bieten eine weitere Möglichkeit der Portfolio-Diversifikation. Sie sind eine Anlageklasse, die sich nicht direkt mit traditionellen Aktien- oder Immobilienmärkten bewegt, und können so dazu beitragen, das Risiko zu streuen. Zukunft: Die Aussichten für den Edelsteinmarkt bleiben positiv, da sie eine attraktive Möglichkeit bieten, das Vermögen vor Inflation zu schützen – vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Der Markt hat in den letzten Jahren von einer steigenden Nachfrage insbesondere aus Schwellenländern profitiert und zeigt Potenzial für weiteres Wachstum. Jedoch gibt es auch einige Herausforderungen: Einerseits könnte die zunehmende Verfügbarkeit von synthetischen Edelsteinen, insbesondere synthetischen Diamanten, zu einer Preisregulierung und veränderten Marktdynamiken führen. Auch die Gefahr von Fälschungen macht den Markt komplex. Wer in Edelsteine investiert, sollte jedoch darauf achten, auf Qualität und Herkunft zu setzen, um langfristig von der Wertsteigerung zu profitieren. Fachwissen und eine fundierte Marktbeobachtung sind entscheidend, um die richtigen Edelsteine zu finden, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch als Wertanlage durch die Jahre hinweg Bestand haben. Wie bei jeder Investition ist es ratsam, sich hier von Fachexperten beraten zu lassen, um das volle Potenzial des Markts auszuschöpfen. EMPFEHLUNG FÜR 2025 Im Jahr 2025 setzt The Natural Gem sein Augenmerk auf hochwertige Turmaline, Spinelle und natürlich auf den «Dauerbrenner», den Rubin. WARUM IN EDELSTEINE INVESTIEREN? - Härtestes und ältestes Investment der Welt - Einfache Weitergabe (beispielsweise an die nächste Generation) - Höchste Wertkonzentration - Schönheit der Steine und starke Wertsteigerung - Leicht zu transportieren, einfach zu lagern - Geringer Zusammenhang mit anderen Investmentklassen - Fundmengen aus Minen gehen zurück - International anerkannte Zertifikate

MAG. DR. THOMAS SCHRÖCK ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von THE NATURAL GEM.

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Autorin_Bettina Schmid Bilder_HEV Schweiz

WEG

MIT DEM FREMDKÖRPER HEV-Direktor Markus Meier über einen dringend notwendigen Systemwechsel und weshalb ein geschlossenes Ja an der Urne wichtig ist.

PRESTIGE: Herr Meier, die eidgenössische Politik hat im Dezember 2024 für die Wohneigentümer in der Schweiz ein besonderes «Weihnachtspaket» bereitgestellt. Nationalund auch Ständerat haben einer Vorlage zum sogenannten «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» und damit der Abschaffung des Eigenmietwerts zugestimmt. Sind Sie erleichtert? MARKUS MEIER: Für eine Erleichterung ist es zu früh. Aber natürlich ist es erfreulich, dass sich das Eidgenössische Parlament zu einer Lösung zusammengerauft hat, welche die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung für Wohneigentümer endlich möglich macht.

IM STEUERSYTEM

Diesem Entscheid gingen über acht Jahre intensive politische Debatte voraus. Können Sie uns mehr darüber berichten? Für Wohneigentümer steht die Aufhebung der Eigenmiet­ wertbesteuerung seit Jahrzehnten zuoberst auf der Agenda. Leider sind frühere Anläufe dazu immer wieder auf der Strecke geblieben. 2016 gab der Hauseigentümerverband Schweiz dann die Initialzündung zur aktuellen Vorlage mit seiner Petition, für die er innert nur vier Monaten über 145ʼ000 Unterschriften gesammelt hatte. Diese Petition bewog die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates dazu, im Februar 2017 eine parlamentarische Kommissionsinitiative einzureichen. Nach langwieriger Beratung mit Abklärungen, Anhörungen, Vernehmlassungen und Differenzbereinigungen wurde das Geschäft mit deckungsgleichen Beschlussfassungen von National- und Ständerat am 20. Dezember 2024 zustimmend verabschiedet.

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FINANCE

Gehen wir noch etwas weiter zurück – zu den Anfängen der Eigenmietwertbesteuerung: Wie hat sich diese Steuer entwickelt, wie ist sie entstanden? Im Ersten Weltkrieg brachen die Zollerträge der Schweiz ein. Zur Überbrückung der Kriegsjahre wurde eine einmalige «Kriegssteuer» eingeführt. Vermutlich in Erinnerung daran wurde nach der Weltwirtschaftskrise 1928 / 29 im Jahr 1933 mit Notrecht eine «Krisenabgabe» eingeführt, ein Teil davon war auch der Eigen­ mietwert. Ab 1945 wurde diese «Krisenabgabe» dann unter dem Titel «Wehrsteuer» erhoben. Erst 1958 erfolgte mittels Volksabstimmung die Überführung ins ordentliche Recht, wo sie seit 1982 nun «Direkte Bundessteuer» heisst. Was also als einmalige Steuer 1915 begann und während 43 Jahren als Notrecht weitergeführt wurde, hat heute noch Bestand.

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Weshalb benötigt das aktuelle System eine Änderung? Die Eigenmietwertbesteuerung ist ein Fremdkörper im Schweizer Steuersystem. Wohneigentum ist der einzige Vermögenswert, für den ein fiktives Einkommen versteuert werden muss. Die Spezialsteuer belastet selbstnutzende Wohneigentümer, bestraft die Abzahlung von Hypothekarschulden und sorgt dafür, dass aus Wohneigentum zur Altersvorsorge vielmehr eine Sorge im Alter wird. Zudem verursachen der administrative Vollzugsaufwand und viele komplexe Verfahren alljährlich gigantische Aufwendungen. Was sind die wesentlichen Änderungen? Können Sie uns einen Überblick geben? National- und Ständerat haben zwei Vorlagen beschlossen, die inhaltlich zusammenhängen, nämlich das «Bundesgesetz über den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» und den «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften». Die zweite Vorlage kommt als Verfassungsänderung obligatorisch an die Abstimmungsurne und benötigt das Volks- und Ständemehr. Die erste Vorlage kann nur in Kraft treten, wenn auch die zweite gutgeheissen wird. Das «Bundesgesetz über den Systemwechsel bei der Wohn­ eigentumsbesteuerung» beinhaltet die folgenden Bestimmungen: Es gibt keine Eigenmietwertbesteuerung von selbstgenutztem Wohneigentum im Privatvermögen am Hauptwohnsitz und bei Zweitliegenschaften.


PRESTIGE Es gibt keinen Abzug für Unterhaltskosten, Rückbaukosten sowie Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen bei selbstgenutztem Immobilieneigentum im Privatvermögen am Hauptwohnsitz und ebenso bei Zweitliegenschaften. Möglich ist ein Abzug von denkmalpflegerischen Arbeiten, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften, im Einvernehmen mit Behörden oder auf deren Anordnung hin vorgenommen worden sind, soweit diese Arbeiten nicht subventioniert sind. Die Kantone können weiterhin Abzüge für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen sowie für Rückbaukosten vorsehen. Nur wenn im Privateigentum nebst dem selbstgenutzten Wohneigentum auch vermietete oder verpachtete Liegenschaften vorhanden sind, wird ein beschränkter, sogenannter «quotal-restriktiver Abzug» für private Schuldzinsen gewährt, basierend auf der Quote von unbeweglichem Vermögen – ohne selbstgenutztes Wohneigentum – zum Gesamtvermögen. Gibt es weitere Unterschiede bei vermieteten oder verpachteten Objekten? Und was gilt für Personen, die erstmalig Wohneigentum erwerben? Wichtig ist, dass bei vermieteten oder verpachteten Liegenschaften im Privatvermögen weiterhin unverändert die Unterhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen werden können. Für alle, die erstmalig Wohneigentum erwerben, wird zur Umsetzung von Artikel 108 der Bundesverfassung (unter anderem Wohneigentumsförderung) die folgende neue Bestimmung eingeführt: ein begrenzter und befristeter Schuldzinsabzug für Ersterwerber bei erstmaligem Erwerb einer dauernd und ausschliesslich selbstbewohnten Liegenschaft in der Schweiz, im ersten Steuerjahr nach Erwerb 10ʼ000 Franken für Ehepaare beziehungsweise 5000 Franken für übrige Steuerpflichtige, in den nachfolgenden Steuerjahren jeweils jedes Jahr zehn Prozent weniger.

Wann wird es zur Volksabstimmung kommen? Der Abstimmungstermin wird vom Bundesrat festgesetzt. Frühestmöglicher Termin ist der 28. September 2025. Alles Weitere ist momentan offen.

Wie sieht es bei den Zweitliegenschaften, zum Beispiel bei einer Ferienwohnung, aus? Der «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften» beinhaltet die folgenden Bestimmungen: Die Kantone können – müssen aber nicht – aufgrund der neuen Verfassungskompetenz eine Objektsteuer auf überwiegend selbstgenutzte Zweitliegenschaften als Kompensationsmassnahme (für die bei den Zweitliegenschaften entfallenden Eigenmietwerte, Anmerkung der Redaktion) einführen.

Wie reell schätzen Sie die Chance ein, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Parlament folgen und der Eigenmietwert endlich abgeschafft wird? Die Chancen dazu sind absolut intakt. Bis zur Volksabstimmung braucht es aber noch ein gerütteltes Mass an sachlicher Information, damit die Inhalte der Vorlagen von allen verstanden und damit auch sachlich richtig beurteilt werden können. Von entscheidender Bedeutung werden das geschlossene Ja und die aktive Teilnahme der Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer – und natürlich auch jener, die es gerne werden möchten – an der Abstimmung sein.

Sind Sie zufrieden mit diesen Vorlagen? National- und Ständerat haben sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen können. Die von den beiden Kammern verabschiedete Vorlage ist somit Fakt und in der vorliegenden Form zu respektieren. Damit müssen wir uns auseinandersetzen, mit nichts anderem.

Auch aus bürgerlichen Kreisen gibt es Kritik an der Vorlage. Es wird moniert, dass Hauseigentümerinnen und Haus­ eigentümer künftig weniger Geld in den Unterhalt ihrer Liegenschaft stecken werden, weil – im Gegenzug zur Streichung des Eigenmietwerts – bisherige Möglichkeiten von Steuerabzügen dahinfallen werden. Das wiederum werde der Bauwirtschaft schaden. Ihre Meinung? Zuallererst ist festzuhalten, dass es um die Abschaffung einer seit Jahrzehnten zu Recht monierten Spezialsteuer geht, welche alle selbstnutzenden Wohneigentümer jedes Jahr belastet. Einfach ausgedrückt: Wohneigentümer müssen heute Steuern abliefern für Geld, das sie nie erhalten haben.

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FINANCE Wenn die Eigenmietwertsteuer wegfällt, ist es sachlogisch, dass auch damit verbundene Abzüge dahinfallen. Zu beachten ist aber, dass die Kantone im Energiespar- und Umweltschutzbereich weiterhin Abzüge gewähren können. Und Eigentümer, welche zusätzlich über vermietete Wohnobjekte verfügen, können im Rahmen des sogenannten «quotal-restriktiven» Umfangs weiterhin einen Teil ihrer Schuldzinsen in Abzug bringen. Bei Mietliegenschaften bleiben (wie bereits dargelegt) auch die Unterhalts-, Versicherungsund Verwaltungskosten unverändert abziehbar. Ich kenne niemanden, der sein Wohneigentum verlottern lassen wird, nur weil er die Unterhaltskostenabzüge nicht mehr tätigen kann. Man unterhält seine Liegenschaft doch im Interesse des Investitionsschutzes und weil alle gern «schön» wohnen. Wertvermehrende Investitionen sind übrigens schon heute nicht abziehbar. Es braucht eine Langzeitbetrachtung: Man darf nicht nur jene Steuerjahre sehen, in denen man namhafte Abzüge tätigen kann. Massgeblich ist die gesamte Nutzungsdauer der Liegenschaft. Wenn zum Beispiel 40 Jahre Eigenmietwert wegfallen, dürfte das insgesamt frankenmässig mehr ausmachen als die Gesamtheit der heutigen Abzüge in denselben 40 Jahren. Schliesslich werden gemäss Berechnungen des Bundes die Steuerabgaben der Wohn­ eigentümer – gerechnet bei einem Hypothekarzins von 1.5 Prozent – um 1.7 Milliarden Franken entlastet, wohlgemerkt pro Jahr! Viel Geld, das für Gebäudeunterhalt, Renovationen und Kreditrückzahlungen freigespielt wird. Der gegenüber heute nicht mehr mögliche Hypothekarzins-­ Abzug wird die Amortisation der Hypothek attraktiv machen. Das ist zentral, denn wir haben heute mit mehr als 1200 Milliarden Franken eine der höchsten Privatverschuldungen – für die Schweizer Volkswirtschaft und für uns alle ein zu hohes Risiko. Was ändert sich für Mieterinnen und Mieter? Mietverhältnisse sind von den beiden Vorlagen nicht betroffen. Wenn aber bisherige Mieterinnen und Mieter erstmals Wohneigentum erwerben – und das möchten sehr viele –, können sie von der weiter oben erwähnten Wohneigentumsförderung für Ersterwerber profitieren.

DER QUOTAL-RESTRIKTIVE SCHULDZINSABZUG So berechnet sich der quotal-restriktive Schuldzinsabzug, nachfolgend eine Beispielrechnung (Methodik gemäss der eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV):

«NACH JAHRZEHNTEN DER DEBATTE IST ES ZEIT FÜR DEN WANDEL.»

- Vermögenswert 1: Selbstgenutztes Wohneigentum CHF 1’500’000 = Anteil 33.33 Prozent - Vermögenswert 2: Vermietetes Mehrfamilienhaus CHF 1’500’000 = Anteil 33.33 Prozent - Vermögenswert 3: Wertschriftenportefeuille CHF 1’500’000 = Anteil 33.33 Prozent Einziger unbeweglicher, nicht selbstgenutzter Vermögenswert ist das vermietete Mehrfamilienhaus (Vermögenswert 2): dessen Anteil am Gesamtvermögen beläuft sich somit auf 33.33 Prozent (= quotal-restriktive Quote). Somit können im dargestellten Beispiel 33.33 Prozent der kumulierten Schuldzinsen in Abzug gebracht werden.

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VOR

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JEDE SZENE EIN GEMÄLDE DIE KUNST VON SAM YOUKILIS

Seit sechs Jahren reist der 32-jährige Fotograf und Filmemacher mit fünf iPhones um die Welt, findet das Poetische im Alltäglichen und dokumentiert es auf seiner Instagram-Seite. Youkilis ist ein Pionier, der eine neue Form des modernen Geschichtenerzählens erfunden hat. Der Künstler arbeitet instinktiv, wobei er die beiläufige Sprache des Smartphones nutzt, um etwas Umfassendes und doch Unvollendetes hervorzurufen.

SCHAU SET-JETTING AUF DEN SPUREN IKONISCHER FILMSZENEN

Wir fahren nach Dubrovnik, weil es in Game of Thrones zu sehen ist, nach Thailand in die Maya Bay, weil dort Leonardo DiCaprio in The Beach plantschte, oder in den Norden Siziliens, weil uns die Landschaft in der Serie The White Lotus so getaugt hat: Reisen an inspirierende Orte, wie sie in Filmen, Serien oder teilweise auch Büchern vorkommen, wurden im letzten Jahrzehnt schon viele angetreten. Der Trend des Set-Jettings, des Reisens an Film- oder Serien-Sets, scheint nicht mehr auf haltbar zu sein. In einer aktuellen Umfrage geben die Europäer an, dass ihr nächstes Urlaubsziel zumindest mitbeeinflusst wurde von Filmen oder Serien.

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LOUVRE COUTURE ELEGANZ IM ZEICHEN DER KUNST

Wir stellen die erste Ausstellung im Louvre vor, die zeigt, dass Mode auch grosse Kunst sein kann. «Louvre Couture» präsentiert 100 edle Roben von 1961 bis in die Gegenwart, unter anderem von Givenchy, Jacquemus, Balenciaga, Jean-Paul Gaultier, Christian Dior, Yves Saint Laurent. In den prächtigen Räumen des Pariser Louvre kann man auf 9000 Quadratmetern Fashion mit Geschichte hautnah erleben.


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HEV-Mitgliedschaft bis Ende 2025. Ab 2026 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2025. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin

Markus Meier Direktor HEV Schweiz

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