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VOLUME 12 I WINTER 2017 / 18

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PRESTIGE erscheint vierteljährlich Schweiz I Deutschland I Österreich Publisher Francesco J. Ciringione

rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 110, CH-4132 Muttenz  T +41 (0)61 335 60 80, F +41 (0)61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch

Publishing Director Serhat Tok I s.tok@rundschaumedien.ch Member of the Board Boris Jaeggi I b.jaeggi@rundschaumedien.ch Editor in Chief Nike Schröder I n.schroeder@rundschaumedien.ch

Editors Gisbert L. Brunner, Anouk Delange, Wilma Fasola, Andreas Faust, Wilhelm J. Grusdat, Stephan Gubler, Dr. Thomas Hauer, Valeska Jansen, Antony Lassanianos, Angela Lehmann, Anka Refghi, Cyril Schicker, Helena Ugrenovic

Corrector Andreas Probst Head of Production & Art Director Sandra Rizzi I s.rizzi@rundschaumedien.ch Product Public Relation Laura Giarratana I l.giarratana@rundschaumedien.ch

Online Public Relation Ersin Yornik I e.yornik@rundschaumedien.ch

Sales & Marketing Adrian Borer I  a.borer@rundschaumedien.ch

Cover Picture ISHI / BLAUBLUT-EDITION.COM

Photographs Esther Haase, Steinway & Sons, Sotheby’s, William Wegmann, Stephen Shore, Belmond, Thomas Biasotto, Steve Herod, frutt Lodge & Spa, Constance Hotels & Resorts, Hublot, Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent, House of Malakai, Parmigiani Fleurier, RM Sotheby’s, Volvo, Dynamiq, Porsche, Massimiliano Rossetto, Kai Weissenfeld, Talbot Runhof, Jo Malone London, Creato Architects, Bottega Conticelli, Sarah Lavoine, Feuerring, Invisible Gentleman, Gary He, Jake Chessum, Simon Zangger, Aleksandra Kingo, Sarah Illenberger, Aron M Conway, Roberto Badin, Lufthansa, Michael Crichton+Leigh MacMillan, Roederer, Bilddatenbanken

Admin , Coordination & Subscriptions Serpil Dursun I s.dursun@rundschaumedien.ch Price  Issue CHF 10.– / € 9.50 I Year ­CHF 39.– / € 35.– IT Support & Web Services Dejan Djokic

Internet prestigemagazin.com Representative Offices Deutschland NEWBASE Kathrin Haase Head Office: Oeder Weg 52-54 I 60318 Frankfurt am Main T +49 (0)40 68 99 79 62 I M +49 (0)152 54 92 83 41 kathrin.haase@thenewbase.com www.thenewbase.com Österreich NEWBASE Andrea Veronese Rauhensteingasse 10 / 10 I AT-1010 Wien T +43 (0)1 211 5353 I M +43 (0)664 142 1814 F +43 (0)1 2121 603 andrea.veronese@thenewbase.com www.thenewbase.com Italien NEWBASE Marta Cerniglia Piazza della Repubblica, 32 I 20124 Milano T +39 02 89 35 6000 I M +39 338 50 26 669 marta.cerniglia@thenewbase.com www.thenewbase.com

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MANERO F LYBACK AU TO MAT I C

|

R OS E G OL D 18 K


INHALT 42

22 TRAVEL

58 ASIEN AUF SCHIENEN «Eastern & Oriental Express»

64 STREETPHOTOGRAPHY Rom by Thomas Biasotto

70 BEZAUBERND Ein Tag in Mailand

ART & CULTURE

72 HINTER DEN KULISSEN Exklusiver Einblick bei Lufthansa

22 PEEK-A-BOO-GIRL Veronica Lake

76 TIPP FÜR KUNSTLIEBHABER Hotel Stue

26 SHORT CUT Kulturmix

80 DIE ALPEN-SCHATULLE Tourismusgeschichte Schweiz

28 FOTOGRAFISCHE TROUVAILLEN Esther Haase

84 ZWISCHEN DEN ZEILEN Natur pur

85 ERHOLUNG PUR Auszeit auf der Berginsel

88 SAND & MEER Constance Moofushi & Halaveli

38 MYTHOS IN KLAVIERLACK Steinway & Sons

42 UNTER DEM HAMMER Die Stern-Kollektion

48 DER MEISTER DES FILMS Wong Kar-waï

52 NEW COLOR PHOTOGRAPHY Stephen Shore

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INHALT WATCHES & JEWELLERY

92 «MUST-HAVES» AM HANDGELENK Zeitmesser der Stunde

100 FUSION AT ITS BEST Kunstvolle Kooperationen 104 SCHMÜCKENDES BEIWERK Accessoires by YSL 108 EDITOR’S CHOICE Kostbare Eyecatcher 110 BIZARR SCHÖN House of Malakai 116 AUF DIE FARBE GEKOMMEN Farbige Uhren

110 102

120 PARMIGIANI  & BUGATTI Liaison der Superlative

DRIVE STYLE 126 AUTOMOBIL ANNO DOMINI Talbot-Lago T150-C SS Coupé

108 126

130 134

VOLVO OCEAN RACE Hochseeregatta um die Welt HYBRIDYACHT BY F.A. STUDIO PORSCHE GTT 115

140 GOLDSTÜCK Porsche 911 Turbo S 142 ELEKTRO DE LUXE Zweiräder einmal anders 144 RALLYE Passione Caracciola & Passione Engadina

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Die Kraft der Klarheit.

Mit ihrer Reduktion auf das Wesentliche und der klaren Formensprache ist die JUNGHANS max bill zu einer Designikone unserer Zeit geworden. Bereits vor über 50 Jahren entwickelte der Bauhaus-Künstler Max Bill für Junghans ästhetische Maßstäbe für Uhren, die heute Kultstatus genießen und mehr denn je faszinieren. www.junghans.de


INHALT 148

175 LIVING 170 EXTRAORDINARY! Architekt Javier Cuevas

166

175 EDITOR’S CHOICE Objects of Desire 176 GADGETS Technische Spielereien 178 MADE IN ITALY Bodega Conticelli 182 MIT PARISER CHIC Interior-Designerin Sarah Lavoine

FASHION & BEAUTY

188 ALL BLACK Fitness-Studio Krush it

148 FASHION-EDITORIAL Oxford Nielsen 158 BEAUTY-FLASH Schönes in Kürze 160 TEXTILVIRTUOSEN Designer-Duo Talbot Runhof 166 VERY BRITISH Jo Malone London

178 170 16 | PRESTIGE


GR AND CRU

Square


INHALT 196 205 CULINARIUM 192 HAUTE CUISINE Eleven Madison Park, NY 196 JAPAN MEETS SWITZERLAND Restaurant Hato 200 FOOD PORN Food-Styling 2.0

FINANCE

205 SHORT CUT Pink Dreams

206 KRYPTISCH Bitcoin vs. Edelmetall

210

210 UNVERBLÜMT Der erste Börsencrash 212 ALLES AUF EINE KARTE Monzo

NEWS

KOLUMNEN 47 WILHELM J. GRUSDAT: Hitchcock, Dalί und Warhol treffen sich in einer Bar …

8 IMPRESSUM 21 EDITORIAL 216 VORSCHAU BUCHERER

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MONTBLANC

56 VERY ARTISTIC ! 86 HELLO WINTER ? 103 GLAMOROUS! 115 STATEMENT PIECES 119 AS TIME GOES BY 129 WHAT ELSE? & BLING 165 BLACK  169 MIT HAUT UND HAAR 187 LET’S GO HOME! 195 DELICIOUS! 209 ALWAYS BUSY!


‘Immer kochendes Wasser zur Hand, das empfand ich als sehr praktisch.’

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Geschätzte

t

LESERINNEN LESER

&

empus fugit – viele kennen diese zwei so einfachen Wörter aus dem Lateinunterricht –, aber erst sehr viel später, wenn man älter geworden ist, stellt man fest, wie wahr sie doch sind. Rasend schnell ist das letzte Vierteljahr wieder an uns vorbeigerannt. In der Welt sind viele Dinge passiert, gute wie schlechte. Schauen wir gemeinsam auf gute Dinge. Wie das Geheimrezept der erfolgreichen Menschen, die wir immer wieder für Sie treffen – oft ist es ganz simpel: die Lust. Die Liebe. Die Leidenschaft. Diese Faktoren lassen Menschen über sich hinauswachsen, lassen sie zu «Machern» werden und andere Menschen inspirieren. Sie begeistern uns, reissen uns mit und erschaffen Schönes. So, wie die grossartige Fotografin Esther Haase, die weltweit als eine der Besten ihres Fachs gilt und rund um den Globus für die renommiertesten Zeitschriften und Marken fotografiert. Mit ihrem gerade neu erschienenen Buch «Esther’s World» öffnet sie nun ihre wertvolle Schatzkiste mit foto­­ grafischen Juwelen aus rund 25 Jahren und lässt uns staunen. Seit 20 Jahren brennen die beiden Münchner Designer Johnny Talbot und Adrian Runhof für ihre Textilarbeit. Wir haben sie im Rahmen der Pariser Fashion Week in ihrem Showroom hautnah erlebt, als sie ihre aktuelle Kollektion auf dem Laufsteg in der Stadt der Liebe präsentierten. Die Metropole Mailand, die neben Fashion auch durch ihr vielseitiges Angebot an Kunst, Kultur und Food überzeugt, verzauberte uns als «Stadt der Magie». In New York, der «Stadt der Energie», fanden wir den Schweizer Küchengott Daniel Humm, der das Temperament New Yorks im «Eleven Madison» in seinen Speisen auffängt. Erleben Sie mit uns Rom, die «Stadt der Ewigkeit», in einer beeindruckenden Fotostrecke. Mit unserem Partner Lufthansa sind wir zusammen nach San Francisco gereist, der «Stadt des pulsierenden Lebens» . Hier haben wir gefunden, wonach alle suchen: Es ist oft nur der Augenblick, der die Sichtweise verändert, das Eis bricht und Menschen verzaubert.

In diesem Sinne viel Freude beim Lesen

Francesco J. Ciringione Verleger

Nike Schröder Chefredakteurin


«Ich war immer eine Rebellin, und ich hätte viel weiter kommen und erfolgreicher sein können, hätte ich meine Einstellung geändert. Aber ich bin ziemlich weit gekommen, ohne mich zu verändern, und damit bin ich sehr zufrieden.» – Veronica Lake –

L.A. Confidential 1997 wurde Veronica Lake indirekt von Kim Basinger im Film «L.A. Confidential» verkörpert. Basinger spielte die Prostituierte Lynn Bracken, die ihre äusserliche Ähnlichkeit zu Veronica Lake vermarktet. Für ihre Rolle als beste Nebendarstellerin erhielt Kim Basinger einen Oscar.

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ART &

CULTURE

A GIRL

DAS

PEEK- -BOO Die Kritiker zerreissen sie in ihrer Rolle als amoralische Verführerin in der Luft und genauso den Film «I Wanted Wings», der zu ihrem Durchbruch wird, denn das Publikum ist fasziniert von ihrem honigblonden Haar, das lasziv über ihr makelloses Gesicht fällt und das rechte Auge verdeckt. Veronica Lake. Leinwandstar, Hollywood-Sirene und von ihren Schauspiel­kollegen «the bitch» genannt.

S

Helena Ugrenovic

ie ist noch blutjung, als der Veronica-Lake-Hype am Filmhimmel explodiert. Wie eine Sternengeburt im All. Schillernd wie ein Feuerwerk und unerwartet wie ein Erdbeben. Denn, dass ausgerechnet ihre Frisur eine Sensation ist und einschlägt wie eine Bombe, damit hätte niemand gerechnet. Am allerwenigsten sie selbst. Ihre weiblichen Fans sind fasziniert von ihrem Haar-Stil mit der Bezeichnung «peek-a-boo bang» und kopieren ihn millionenfach. Als sich jedoch in den Fabriken Unfälle ereignen, weil Arbeiterinnen mit ihren Haaren in die Produktionsmaschinen geraten und dabei skalpiert werden, bittet die US-Regierung Veronica Lake, ihre Frisur zu ändern. So dramatisch wie der Peek-a-boo-Effekt ist auch Veronica Lake selbst. Obwohl sich ihr schauspielerisches Talent eher in Grenzen hält, übt sie eine magische Anziehung auf das Publikum aus, das ihr nahezu verfällt. Sie hat eine Körpergrösse von einem Meter fünfzig, die Ausstrahlung eines Atomkraftwerks und einen tragischen Hang zur Selbstzerstörung.

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ART & CULTURE

«Es steht ausser Zweifel, dass ich sowas wie ein Hollywood-Aussenseiter der 40er Jahre war. Im Rennen um Glamour war ich unter den Letzten. – Veronica Lake –

«I Wanted Wings» I 1941

Glanzlose Zwanziger Am 14. November 1922 wird Veronica Lake als Constance Frances Marie Ockelmann in Brooklyn, New York City, geboren. In die Zeit der Prohibition, als der Alkohol durch den Schwarzhandel die Stadt wie ein gebrochener Staudamm überschwemmt und es fast schon an Ironie grenzt, dass gerade dieses «Taufwasser» ihr Leben weitgehend zermürben und bestimmen wird. Constance wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater arbeitet für eine Ölfirma und verunglückt bei einem Unfall tödlich, als Constance zehn Jahre alt ist. Als ihre Mutter zum zweiten Mal heiratet, nimmt sie den Nachnamen ihres Stiefvaters an. Sie ist jetzt Constance Kean. Ein Kind, von dem die Mutter ohne medizinische Diagnostizierung und Jahre nach ihrem Tod behauptet, ihre Tochter sei schizophren. Ein Mädchen, das zeit seines Lebens in

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einem eher zerrütteten Verhältnis zu seiner Mutter steht, dafür aber mit dem Stiefvater ein umso innigeres, verbotenes, pflegt. «Die Beziehung zu meiner Mutter war dann am besten, wenn wir beide schwiegen. Das Verhältnis zu meinem Stiefvater hingegen war Liebe, trotz des Wissens, dass er krank war. Und meine Mutter ärgerte sich über unsere enge Beziehung.»

Am Anfang des Regenbogens Die Familie zieht mehrmals um, bis sie sich schlussendlich in Florida niederlässt. Constance ist zu einem attraktiven Teenager herangewachsen, gewinnt alle Schönheitswettbewerbe und ist innert kurzer Zeit Miamis beauty queen. Als die explosive Familienkonstellation nach Beverly Hills umsiedelt, besucht Constance die Bliss-Hayden School of Acting und spielt 1939 zum ersten Mal eine kleine Rolle im Film «Sorority House», gefolgt von w ­ enig  spektakulären Einlagen in weiteren Filmen, die sie in den nächsten zwei Jahren dreht. 1941 wird das Jahr der einschneidenden Ereignisse, als sie John Detlie, e ­ inen Art Director, heiratet, zum ersten Mal Mutter wird, mit einer tragenden Filmrolle wie ein Komet in den Holly­wood-Olymp einbricht und ihren ­Namen ändert. Im ­August 1941 spricht Constance für den Part einer Nachtclub-Sängerin im Film


«This Gun for Hire» I 1942

ART & CULTURE

Paramount nimmt die Neunzehnjährige unter Vertrag und verpasst ihr einen neuen Namen. Aus Constance Kean entsteht Veronica Lake. «Veronica drückte etwas Klassisches aus, was einen posi­tiven Effekt hatte, zumal ich noch sehr jung war», erzählt sie 1969 in einem Interview, «Veronica ist jedoch auch der erste Name meiner Mutter, und ich heulte tagelang, weil sie mir ausgerechnet diesen ausgesucht hatten. Eines Nachts sass ich bis morgens um sechs mit Arthur Hornblow jr. von Paramount Pictures zusammen, und er sagte: ‹Lake ist die Kälte eines Flusses, die jemand sieht, der in deine Augen blickt.›»

Die dunkle Seite des Mondes So hell und fatal, wie die Flammen aus einem Bunsenbrenner schiessen, überstrahlt sie über Nacht als soeben aufgegangener Superstar Hollywoods Glitzer­ welt. Noch im gleichen Jahr dreht sie zwei weitere Filme, «Das Goldene Tor» und «Sullivans Reisen», ein Jahr später steht sie für «Die Narbenhand», «Der gläserne Schlüssel», «Meine Frau die Hexe» und «Star Spanged Rhythm» am Set. Veronica ist ein Kassenschlager und brilliert ins­besondere als Komö­ diantin. Doch hinter dem Vorhang der Bühne und demjenigen über ihrem Gesicht weitet sich eine dunkle und düstere Seite wie ein schwarzes Loch aus, das ihre Seele allmählich verschluckt. Was sie als Temperament und «ich war eine Rebellin, die immer sagte, was sie dachte, und habe mich nie von Hollywood ­bestimmen lassen» beschreibt, sind Ausraster, Wahnvorstellungen, jede Menge Zickentum und noch mehr Unbeliebtheit bei ihren Schauspiel­kollegen. Ihre Mutter nennt es Schizophrenie, ihre Kollegen nennen sie Hexe, sie selber sucht Vergessen im Alkohol, der die Dämonen wegballern soll. Doch die Flucht misslingt. Auf den offiziellen Hollywood-Fotos posiert eine schöne und sexy Frau mit ausdruckslosem Gesicht und aus deren Augen Traurigkeit gepaart mit Leere spricht. Ihr Blick scheint einen bestimmten Punkt zu fixieren, doch er verliert sich in einem unbekannten Nirgendwo, und wenn sie lächelt, dann nur mit ihren Lippen, die sich zwar verformen, ihre Augen jedoch von jeglicher Emotion unberührt bleiben.

Der Stern, der langsam erlischt

«I Wanted Wings» vor und ist überzeugt davon, diese Chance in den Sand gesetzt zu haben. «Wir drehten gerade eine Szene, in der ich jemanden an einem Tisch ansprechen sollte. Alles lief glatt, bis ich mich mit den Ellbogen auf die Tischkante stützte und dabei abrutschte, sodass meine Haare ins Gesicht fielen und das linke Auge verdeckten. Die nächsten paar Minuten verbrachte ich damit, die Strähnen aus dem Gesicht zu schütteln, w ­ ährend ich zitternd die Szene weiterspielte.» Schluchzend verlässt sie das Set, im Glauben daran, kläglich versagt zu haben. Doch kurze Zeit später klingelt das Telefon. Es ist der Direktor von Paramount, der sie für die Rolle haben will. Sie hätte zwar keine schauspielerische Glanzleistung abgeliefert, aber dafür sei ihre Anziehungskraft umso magnetischer. Was ihn jedoch am meisten fasziniert hatte, sind ihre Haare, die ihr Auge verdeckt hatten.

1943 stirbt ihr zweites Kind nur eine Woche nach der Geburt, und Veronicas Ehe endet mit einer Scheidung. Im Film «The Hour Before Dawn», in dem sie eine Nazi-Sympathisantin spielt, wird ihres wenig überzeugenden deutschen Akzentes wegen mit negativer Kritik überhäuft. Die Rollen, für die Paramount sie jetzt castet, sind mittelmässig, ­Veronica wird immer schwieriger und die Ab­neigung ihrer Kollegen immer stärker. Die Spirale, die sie in den Olymp geschossen hat, beginnt sich langsam abwärts zu drehen. Als Paramount sein Peek-a-boo-Girl 1948 entlässt, steigert sich ihr A ­ lkoholkonsum ins Unermessliche. Doch weder kann der dumpfe Rauschzustand ihr zerrissenes Inneres besänftigen noch können drei weitere Ehen, aus denen zwei weitere Kinder entstehen, zahl­reiche Affären mit Nobodys, Prominenten wie H ­ oward Hughes oder Aristoteles Onassis ihre Gier nach Lebendigkeit oder zu «fühlen» sie befriedigen. Es ist ein Kampf, der zum Scheitern verurteilt ist und den sie verliert. In der ersten Hälfte der 1950er Jahre wirkt sie in einigen TV-Serien mit, doch ihre Flamme ist erloschen und sie ausgebrannt. Von den Film­ studios abgeschoben, vom Publikum vergessen. Am Ende des Regenbogens steht ­Veronica Lake vor den in Alkohol ertränkten Scherben ihres Lebens. Eines Lebens, das sie, wie sie sagt, geliebt hat, in dem ihre eigenen ­Dämonen jedoch stärker sind als sie selbst. Am 7. Juli 1973 stirbt Veronica Lake mit 51 Jahren an akutem Nierenversagen.

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ART & CULTURE

FOTOGRAFISCHE

TROUVAILLEN Die Bilder von Esther Haase sind magisch. Sie leben von Glamour, Sexyness, wilder Opulenz, die zuweilen gepaart mit Dekadenz und entrückter Märchenhaftigkeit verzaubern, um dann wieder sehr reduziert und mit einer Prise Humor zu begeistern. Mit ihrem neuen Buch «Esther’s World» öffnet die grosse deutsche Modefotografin nun ihre ganz persönliche Schatztruhe. Anka Refghi I

E

sther Haase arbeitet wie eine Regisseurin. Gestellte Bilder? Sucht man bei ihr vergebens. Ihre Bilder, in denen sie ihre Models wie Tänzer agieren lässt, leben von fliessenden Bewegungen und von den Geschichten, die sie erzählen. Eine Arbeitsweise, die ihrer Vergangenheit geschuldet ist. Im frühen Kindesalter bereits Eiskunstläuferin im Leistungssport, folgte die klassische Tanzausbildung und nach zwei Jahren am Theater – inspiriert durch ihren Vater, einst Professor für Fotografie – ein Studium an der «Hochschule für Künste Bremen» mit Schwerpunkt Fotografie. Heute lebt Esther Haase in London und Hamburg und wird rund um den Globus von renommiertesten Marken und Titeln wie «Vogue», «Glamour», «Vanity Fair», «Grazia» oder «Madame Figaro» gebucht.

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Esther Haase

PRESTIGE: Esther, du verfügst über einen unglaublichen Facettenreichtum, und trotzdem erkennt man ein Bild von dir als «echten Haase» … Welche Rolle spielt der perfekte Moment? ESTHER HAASE: Das Entscheidende ist, dass ich glauben muss, was ich fotografiere. Wenn ich fotografiere, dann muss ich das so spüren, als ob die Inszenierung tatsächlich wahr wäre. Diese wahren Momente erreicht man, indem man, wie im Theater, ein Bühnenbild entwirft, das Licht setzt und dann mit den Schauspielern ihre Rolle gemeinsam erarbeitet. Ich liebe die Improvisation, aber die Vorbereitung muss stimmen. Die Kunst sind die richtige Besetzung und das Erkennen der Stärke des jeweiligen Charakters. Wenn man eine vertraute Atmosphäre schafft, ist alles möglich. Wenn ich dann durch die Kamera schaue und nicht mehr die Technik rundherum sehe, sondern das Bild durch meinen Sucher erlebe, dann macht es klick.


«Vieles, was ich heute in der Fotografie einsetze, kommt von der Bühne.» – Esther Haase –


ART & CULTURE

Dein neues Buch «Esther’s World» mit Fotografien aus rund 25 Jahren ist gerade erschienen. Deine persönliche Trouvaillen-Sammlung? Ja, das ist richtig. Natürlich habe ich im Vorfeld lange darüber nachgedacht, was ich in meinem neuen Buch zeigen möchte. Ich habe beispielsweise unzählige Bilder von rauchenden Frauen, weil ich einfach diese Eleganz und Allüre liebe, die damit einhergehen, aber ich fotografiere auch unheimlich viele Tiere oder Tänzer. Ich hätte also das Buch kategorisieren können, aber am Ende habe ich mich entschieden, meine schönsten Bilder zu zeigen. Das Coverbild mit dem Model und dem Löwen ist ­unfassbar stark. Was ist die Geschichte hinter diesem Bild? Das war ein irres Shooting 2000 in Miami für den «Stern», wobei der Löwe überhaupt nicht geplant war. Das Thema war eigentlich Glam-Rock, und die Story in meinem Kopf war eine sinnbildliche Tochter von Mick Jagger, die pubertierend und gelangweilt mit einem Löwen über den Ocean Drive läuft. Nur das Geld und die Sicherheit waren ein Problem. Am Ende habe ich mich entschieden, selber noch etwas draufzulegen, weil ich den Löwen unbedingt wollte. Als der Löwe abends in einem riesigen Laster kam, habe ich in der Nacht kein Auge zugetan. Es ist schon etwas anderes, ob so ein Tier in deiner Vorstellung oder tatsächlich real vor Ort ist. Die Bilder mit dem jungen Mädchen, das ich eigentlich für diese Story gecastet hatte, waren schön, aber irgendetwas fehlte. Bei der zweiten Location hatte ich ein anderes Model, Lola, das die Arbeit mit dem Löwen auf Anhieb so liebte, sie war wilder als der Löwe, sodass der faszinierte Dompteur sich sofort in sie verliebte. Ich auch. Daraus entstand dann dieses starke Bild.

Wie muss ich mir den Prozess der Auswahl für dein Buch bei einer schier unendlichen Anzahl von fantastischen Fotografien vorstellen? Ich habe der Grafikerin wohl über 600 Bilder geschickt, und dann haben wir die Auswahl in vielen Meetings, Mails und Diskussionen immer weiter reduziert. Deine Bilder mit ihren Szenerien sprudeln nur so vor Kreativität. Woher kommen all diese Ideen? Das liegt wohl an meiner Familie. Meine beiden Eltern haben sich an der Kunsthochschule kennengelernt und später gemeinsam ein Atelier gegründet, in dem wir quasi aufgewachsen sind. Unsere Mutter ist schon mit uns Kindern auf die Schauen in Paris gefahren, und mein Vater hat mit Helmut Newton und Bruce Webber gearbeitet. Wir sind sozusagen mit Malerei, Fotografie und Mode gross geworden. Diese als Kind erlebten Bilder kann ich heute im kreativen Prozess immer wieder hervorrufen. Ob Tanz oder Fotografie – bei beidem drückt man sich in Bildern und ohne Worte aus.

© Julia Schwendner

Du arbeitest für die renommiertesten Designer und Titel weltweit. Welches war dein letztes Shooting mit einem unvergesslichen «Wow-Effekt»? Das für das Magazin «Icon» in diesem Sommer. Wir wollten ein Märchen fotografieren, das von der Stimmung her «moody» und nebelig sein sollte. Die Location war ein uralter und magischer Wald in England und wirklich ein Abenteuer. Mit dem Auto war kein Hinkommen, und so mussten wir das gesamte Equipment gefühlte zwei Stunden quer über Zäune, Mauern und Steine hinwegschleppen. Ich kam mir vor wie in dem Film «Fitzcarraldo», in dem Klaus Kinski das Boot über die Berge brachte. Auch wenn ich am Anfang dachte, «Esther, du musst verrückt sein», hat sich der Einsatz absolut gelohnt.

Fotografin Esther Haase

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ART & CULTURE

«Das Wesentliche ist, dass ich glauben muss, was ich fotografiere.» – Esther Haase –

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Esther’s World Esther Haase Hatje Cantz Verlag

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TRAVEL

ASIEN SCHIENEN

AUF

Exakt 2006 Schienenkilometer trennen Woodlands Station am Grenzübergang von Singapur nach Malaysia vom Bahnhof Hua Lamphong in Thailands Hauptstadt Bangkok – Stammstrecke des legendären «Eastern & Oriental Express», für die der Luxuszug rund 51 Stunden benötigt. Eine Reise zurück in Südostasiens koloniale Vergangenheit.

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Dr. Thomas Hauer I

n einem ihrer grössten Leinwanderfolge, dem 1932 von Regie-Legende Josef von Sternberg inszenierten Spionagethriller «Shanghai Express», trifft Marlene Dietrich in der Rolle der geheimnisvollen Kurtisane Lily während einer schicksalhaften Zugreise durch das vom Bürgerkrieg zerrissene Reich der Mitte auf ihren Ex-Geliebten Harvey. Bis heute begeistert der auf-

Belmond

wendig inszenierte Hollywoodstreifen neben dem stimmigen Plot vor allem mit seiner opulenten Ausstattung, die die goldene Ära des Eisenbahnzeitalters, jenes leichtfüssige «anything goes», das das Lebensgefühl vom Fin de Siècle bis zu den Roaring Twenties bestimmt hat, vor der exotischen Kulisse Südostasiens wie kaum ein zweiter Film der Epoche zum Leben erweckt.


TRAVEL

Kein Wunder, dass sich auch das Design-Team des «Eastern & Oriental Express», dessen in warmes Gold, dunkles Grün und nobles Beige gewandete Waggons seit 1993 den stolzen Löwenstaat am Südzipfel Malaysias mit der Stadt der Engel an den Ufern des Chao Phraya verbinden, bei der Restauration des Zuges von Sternbergs Filmset inspirieren liess. Und so könnten die eleganten, Kirschholz-­ getäfelten Gesellschaftswagen des «E & O», ausstaffiert mit ausladenden Polstersesseln und edelsten Accessoires im Stile des Art nouveau einem Remake des Filmklassikers ebenso als Kulisse dienen wie die luxuriös ausgestatteten Passagierkabinen, geschmückt mit kostbaren malaysischen Edelholzintarsien und blank polierten Messing­ applikationen.

Zwischen Traum und Wirklichkeit Einmal an Bord, wird diese stimmige Inszenierung kolonialer Grandeur, dieser nostalgische Mix aus Luxus, Romantik und Abenteuer binnen Minuten

zur rollenden Zeitmaschine, die die Passagiere in eine Vergangenheit befördert, die es so zwar vermutlich nie gegeben hat, aber lässt man sich auf dieses Spiel ein, fühlt man sich mit ein wenig ­Fantasie bald wie eine Reinkarnation von Mata Hari auf geheimer Mission. Die asiatische Bilderbuchlandschaft, die der «E & O» dabei durchfährt, gerät dabei im angenehm klimatisierten Interieur fast zur Nebensache. Wirklich nahe kommen die Passagiere dem grünen Herzen des Kontinents erst auf dem offenen, mit Teakholz beplankten Obser­ vation Deck ganz am Ende des Zuges. Während einem hier der seidige Fahrtwind das Haar zerzaust und an den kristallenen Champagnergläsern in der tropischen Hitze binnen Sekunden Kondenswasser hinabperlt, rauschen in fliegendem Wechsel labyrinthische Zuckerrohrfelder, undurchdringlicher Regenwald, steil aufragende Karstkegel und palmengesäumte Reisfelder vorbei, in denen schneeweisse Ibisse wie Statuen aufgereiht stehen; werden auf dem Weg nach Norden aus von goldenen

Ein Stopp an der geschichtsträchtigen River Kwai Bridge gehört zu den Hauptattraktionen der Klassik-Tour.

TIPP Neben dem Klassiker Singapur–Bangkok bzw. Bangkok–Singapur bietet Belmond im «E & O» auch Sonderfahrten, z. B. in den Norden Thailands und nach Laos, an. Den Klassiktrip gibt es ab ca. 2600 U$ p. P. im Pullman-Doppel-Abteil. Asien-Spezialist Geoplan Privat­reisen schnürt dazu rund um die Fahrt individuelle Vor- oder Anschlussprogramme mit privaten Guides. Weitere Infos: www.belmond.de und www.geoplan-reisen.de.

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TRAVEL

Kuppeln überspannten Moscheen und quietschbunten Hindutempeln nach und nach buddhistische Pagoden. Fast wie im Film, nur in Farbe. Doch der Reihe nach.

Die Reise beginnt Ausgangspunkt des exklusiven Schienenabenteuers war lange Jahre S ­ ingapurs erste Hotel-Adresse – das legendäre «Raffles» an der Beach Road No. 1. Doch weil sich die eitle Grande Dame momentan einem Lifting unterzieht und ihre Fassade deshalb hinter einem unschönen Baugerüst versteckt, trifft sich die illustre Gästeschar in der Zwischenzeit im nicht minder exklusiven «Fullerton», das im früheren Postamt der einstigen Kronkolonie untergebracht ist. Allerdings wirkt dieses stolze Kulturdenkmal – ein Musterbeispiel britischer Kolonial­ architektur – trotz imposanter neoklassizistischer Fassade und exklusiver Lage direkt an der mondänen Waterfront im Schatten der steil aufragenden Skyline des benachbarten Finanzdistrikts und gegenüber dem hypermodernen Marina-Bay-Komplex mittlerweile fast ein wenig anachronistisch. Nachdem die Check-in-Formalitäten erledigt sind, geht es von der Hotelikone dann per Bus in einer guten halben Stunde zur Woodlands Station, wo der «E & O» seine Gäste bereits erwartet. Noch ein paar Zoll- und Grenzformalitäten, schon schliessen sich die Türen, während sich der rund 300 Meter lange

Schienenkoloss ächzend in Bewegung setzt. Untergebracht sind die Gäste, je nach Raumbedarf und Portemonnaie, in drei verschiedenen Kabinenkategorien: vom knapp 6 m² kleinen Pullman-Abteil, über die immerhin rund 8 m² messenden State Cabins bis zur grosszügigen Presidential Suite mit etwa 12 m² – alle inklusive privatem Bad und WC. Tagsüber dienen die Betten als unverschämt bequeme Polstersofas und werden erst zur Nacht vom Kabinensteward in flauschige Kojen verwandelt. In den Pullman-Abteilen und State Cabins verbirgt sich das zweite Bett in der Wand und wird abends einfach heruntergeklappt. Frühstück und Afternoon Tea werden stilecht auf der Kabine serviert, die mehrgängigen Gourmetlunches und Dinners in den mitreisenden Dining Cars in der Zugmitte zelebriert.

Luxus neu definiert Doch keine Angst: Der «E & O» ist kein rollendes Museum, die Stimmung an Bord alles andere als britisch steif. Im Gegenteil. Das Zugkonzept wurde in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt. Nicht zuletzt um das Angebot an die Bedürfnisse einer neuen Generation von wohlhabenden Globetrottern anzupassen, die offenbar völlig andere Vorstellungen von Reisen und Luxus hegt als noch ihre Eltern. So ist rund die Hälfte der 50 Passagiere, die diesmal an Bord sind, unter 50 Jahre alt. «Ein Grund für diesen Erfolg ist sicher auch, dass wir die bisher recht strengen Kleidervorschriften an Bord zuletzt deutlich gelockert haben», glaubt «E & O» General Manager Valentin Waldman. Statt Smoking und langem Abendkleid heisst die Devise heute «Tropical Elegance». Tagsüber ist auch lockere Freizeitbekleidung kein Problem. Ab 2018 gilt im Zug ausserdem eine All-inclusive-Politik – das heisst Getränke aus der Piano-Bar oder dem Observation Car sind dann, wie aktuell bereits alle Mahlzeiten und zwei Ausflüge entlang der Strecke, ebenfalls im Reisepreis eingeschlossen.

Street Art in Motion

Auf dem offenen Observationsdeck geniessen Passagiere Champagner und eisgekühlte Drinks.

Zur Frischzellenkur gehört aber auch ein Kunstprojekt. So hat Zugbetreiber Belmond unter dem Motto «Art in Motion» bei Rajesh Kumar, in Singapur ansässiger Street Artist und Absolvent des prestige­ trächtigen Londoner Goldsmith College, eine rollende Leinwand kommissioniert. Und Kumar hat geliefert – kurzerhand verwandelte er die stählerne Hülle zweier Waggons per Spraydose in einen Teich voll exotischer Koi-Karpfen. Der smarte Künstler, hin und wieder auch selbst im «E & O» unter­ wegs, ist auch diesmal zwischen Singapur

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Das Pullman-Abteil: ultimativer Luxus auf 6 m²

und ­Malaysias Kapitale Kuala Lumpur mit an Bord und erklärt Gästen seine Arbeit: «Kois symbolisieren in der asiatischen Kultur Reichtum, Glück und Eleganz. Gleichzeitig strahlen sie, obwohl ständig in Bewegung, Ruhe und Gelassenheit aus – alles Dinge, die ich selbst mit der Reise in einem Luxus­ zug assoziiere. Darüber hinaus hat jeder Koi ein einmaliges, unverwechselbares Muster gleich einem Fingerabdruck, so, wie auch alle Gäste des «E & O» ihre unverwechselbare Geschichte mitbringen. Bindeglied ist das gemeinsame Reiseerlebnis», so Rajesh.

als noch vor fünf oder zehn Jahren. Also bin ich relativ frei bei der Entwicklung der Menüs und lasse mich gerne von den kulinarischen Traditionen der Landstriche inspirieren, die der Zug durchquert – so wird eine Fahrt im «E & O» auch zu einer Reise durch Südostasiens Küchen», erklärt Executive Chef Yannis Martineau sein Konzept. Der Franzose, der mit einer 8-köpfigen Mannschaft seit 2007 die kulinarischen Geschicke des «E & O» lenkt, war zuvor bereits als Souschef auf dem «Venice Simplon Orient-Express» unterwegs.

Rollendes Sternerestaurant Im Mittelpunkt steht die persönliche Begegnung Zur Neupositionierung des «E & O» gehört aber auch ein komplett überarbeitetes Exkursionsprogramm. Statt klassischer Sightseeing-Touren liegt der Schwerpunkt künftig auf persönlichen Begegnungen mit Menschen, die entlang der Bahnstrecke leben. Tatsächlich funktioniert dieser Spagat zwischen ultimativem Luxus und authentischem Reiseerlebnis erstaunlich gut. So stehen zum Beispiel Ausflüge in den malaysischen Dschungel auf dem Programm, bei denen Gäste mithilfe eines lokalen Guides hautnah die Flora und Fauna des Regenwaldes kennenlernen sollen, eine Radtour durch die Reisfelder im Hinterland des River Kwai inklusive Besuch eines Palmbauern oder eine Flossfahrt samt Thai-Kochkurs. Apropos Kochen: Auch in der gerade mal 12 m² grossen Kombüse des «E & O» weht ein neuer Wind. «Unsere Gäste sind heute deutlich mutiger

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Am ersten Abend, als der Zug noch gemächlich Richtung Kuala Lumpur rollt, lässt Martineau getreu seiner Philosophie ein malaysisches Fischcurry auf Sterneniveau servieren, während am letzten Tag der Reise gedämpfter Kabeljau in ­Kokoscreme bereits auf den Zielbahnhof Bangkok einstimmt. Und der nähert sich schneller, als den meisten Passagieren lieb ist. Als der «green train», wie der «E & O» von den Einheimischen genannt wird, schliesslich am späten Nachmittag in die Hua Lamphong Station einrollt, will die Stimmung an Bord im ersten Moment so gar nicht zur Hektik der aufstrebenden Millionenmetropole passen. Ja, fast macht sich ein wenig Wehmut unter den Passagieren breit. Doch viel Zeit zum Abschied nehmen bleibt nicht. Auf dem Bahnsteig stehen schon die Pagen diverser Luxusherbergen bereit, und schon bald leert sich die Plattform, verblasst die Reise im «Eastern & Oriental» im Bangkoker Verkehrschaos zu einem Traum. Und die Kois schwimmen wieder ihrer eigenen Wege …


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LUFTHANSA HINTER DEN KULISSEN Alles HON oder was? Heute erleben die beiden HON-Member und Freunde, Starkoch Alfons Schuhbeck und sein CEO-Freund Lorenzo Giannuzzi, einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Lufthansa. Die beiden sind es gewohnt, ganz anders zu reisen. Sie werden sonst mit einer exklusiven Limousine direkt aufs Rollfeld zum Flugzeug chauffiert. Heute mal innercircle Lufthansa … Nike Schröder I

Michael Lamberty


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U

m einen Langstreckenflug perfekt durchzuführen, braucht es mehr als eine gute Flugzeug-Crew. Dafür arbeitet hinter den Kulissen ein ganzes Heer an Spezialisten unter Hochdruck. Zuallererst: Logistik-Fachleute und Flugwegplaner. Sie optimieren den Flugweg, immer unter Berücksichtigung der Wetterlage und Überfluggebühren. Sicherheit geht vor, aber die Kosten sollen auch nicht explodieren. Ein verantwortungsvoller Job, liegen doch alleine die Spritkosten und Gebühren bei weit über 100’000 Dollar pro Langstreckenflug. Die Lufthansa-Vielflieger Schuhbeck und Giannuzzi blicken den Luftfahrt-Profis bei ihrer herausforderungsvollen Arbeit rund um den Langstreckenflug eines neuen Fluggerätes, einer A350, über die Schultern und begleiten den Flug nach San Francisco.

Flugvorbereitungen Flugplaner Lars Richter ist für die Route von Flug LH-647 zuständig. Der sogenannte Dispatcher beginnt um 9.30 Uhr seine Arbeit, rund vier Stunden vor dem Abflug. Damit entlastet er den Flugkapitän, der dafür gar nicht die Zeit hätte. Seine Hilfsmittel: eine ausgeklügelte Planungssoftware, aktuelle Wetterdaten und Flugwegkarten. Die sehen aus wie Schnittmusterbögen und zeigen die vielen Luftstrassen, die möglich sind – für jemanden wie Schuhbeck und

Giannuzzi, die sowas zum ersten Mal sehen, höchst verwirrend. Doch der Dispatcher plant mit traumwandlerischer Sicherheit eine Strecke mit möglichst wenig Überfluggebühren und Spritkosten – falls das Wetter es zulässt, und das beobachtet er ganz genau. Grosse Gewitterzellen sind ein No-Go, denn Sicherheit geht natürlich vor. Der Flugplaner legt mithilfe einer Software die Flug­ route fest. Heute auf dem Programm: Flug LH-647, eine Reise mit der A350 von Frankfurt nach San Francicso. Richter kalkuliert den Spritbedarf mit 198’000 Litern. Berechnete Flugzeit: zehn Stunden, 51 Minuten. Der Flugwegplaner hat übrigens fast die gleiche Ausbildung wie ein Pilot. So kann er schon im Vorfeld ziemlich genau berechnen, wie schwer die Maschine sein wird, ­welche Startgeschwindigkeit man braucht und in welchen Abständen unterwegs die Flughöhe verändert werden kann. Meteorologie ist ebenfalls ein Fachgebiet, in dem er sich auskennt.

Ohne Logistik geht es nicht Vor dem Abflug müssen nicht nur die Passagiere an Bord, das Flugzeug muss auch beladen und betankt werden. Es ist 10.30 Uhr. Inzwischen ist die A350 aus New York kommend in Frankfurt gelandet. Etwa zweieinhalb Stunden bleiben Ramp-Agent Riemersdorf bis zum Abflug nach San Francisco. In dieser Zeit muss der Chef-Logistiker alle Passagiere von Bord bringen, das Flugzeug entladen, betanken und reinigen. Dann neue Fracht und Passagierkoffer laden, sich um das Boarding der nächsten Passagiere kümmern und dem Flug­ kapitän die endgültigen Daten über Fracht und Passagiere übermitteln. Da müssen die Abläufe wirklich minutengenau funktionieren. Nichts für schwache Nerven … Die Fracht auf diesem Flug sind insgesamt 20 Tonnen. Jede Abweichung könnte das Flugzeug in eine instabile Fluglage bringen, besonders bei Start und Landung. Wird vom Beladeplan abgewichen oder kommt unvorhergesehen noch Fracht hinzu, müssen Spezialisten den Lageplan neu berechnen, denn es verändert den Schwerpunkt des Flugzeugs. Den muss der Pilot genau kennen, damit der Flieger keine Bruchlandung macht.

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Für Passagiere rechnen die Fluggesellschaften mit einem Standardgewicht von 86 Kilogramm. 320 Pas­sagiere steigen heute ein, macht zusammen noch einmal 26 Tonnen. Das Passagier-Standardgewicht wird übrigens durch entsprechende Untersuchungen regelmässig angepasst.

Cockpit-Briefing First Class Alles in Ordnung, es kann losgehen! 13.00 Uhr, eine Stunde vor dem geplanten Abflug. In der Kabine nehmen die ersten Passagiere Platz. Die Piloten geben letzte Daten in die Cockpitrechner ein. Der Captain brieft die zwei verantwortlichen Piloten auf den aktuellen Stand. Unsere beiden prominenten PRESTIGE-Protagonisten nehmen Platz in der First Class und lassen sich von den Vorzügen des modernen Lufthansa-Service verwöhnen. Vom Bett über den Wolken bis zum kulinarischen Hochgenuss, hier ist Luxus Standard. Die beiden First-Class-Stewardessen lesen den beiden Gästen bis nach San Francisco jeden Wunsch von den Lippen ab.

First Class Lounge Dass die Lounge nicht nur am Boden ein purer Komfort ist, sondern auch in der Luft, hat Alfons Schuhbeck getestet. «Das ist einfach toll, denn hier stimmt einfach alles.» Das Gesamtkonzept bewertet er mit «ganz prima». «Hier bleibt kein Wunsch offen.»

Letzte Checks Während die 21-köpfige Mannschaft im Crew-Bus zum Flugzeug fährt, bringt Lade-Chef Henzmann Fracht-Infos ins Cockpit. Sie sind wichtig für den Kapitän, die Sicherheit und die Temperatureinstellung im Laderaum, wenn beispielsweise Trockeneis und Tropenfische transportiert werden. Während die Mannschaft ihre Arbeit im Flieger aufnimmt, macht Flugkapitän Herold den sogenannten Aussencheck: Ist das Fahrwerk ok? Gibt es sichtbare Triebwerkschäden oder Lecks, stehen Klappen offen, oder gibt es sichtbare Beschädigungen? Exklusiv für PRESTIGE macht unser HON-Protago­ nist Giannuzzi den Aussencheck mit dem Captain. Alles in Ordnung, es kann losgehen!

Die Reise beginnt Es kann losgehen. Die Aufregung steigt. Unser Protagonist hat jetzt auch noch die Ehre, im Cockpit den Start der Maschine mitzuerleben. «Ich bin still, denn hier sind all hochkonzentriert», sagt unser HON über sein aussergewöhnliches Erlebnis. Der Kapitän startet das Flugzeug.

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13.15 Uhr: Start frei, Kapitän Herold schiebt das Gas rein. Das Startgewicht heute: 528 Tonnen, Start­ geschwindigkeit 280 km / h. Take-off – elf Stunden bis San Francisco. Die A350 steigt auf Reiseflughöhe: 35’000 Fuss, rund zehn Kilometer. «Den Abflug steuern die Piloten selbst, dann übernimmt der Autopilot. Durch den Spritverbrauch wird das Flugzeug immer leichter, kann deshalb höher fliegen und spart Treibstoff», erklärt der Kapitän. Die Passagiere indessen vertrauen darauf, dass die Profis alles im Griff haben, während sich der Jet mit rund 1000 km / h Amerika nähert. 20.30 Uhr am gleichen Abend. San Francisco empfängt die A350 mit einer strahlenden Licht-Kulisse. Auch die Augen unserer beiden Mitreisenden Alfons Schuhbeck und Lorenzo Giannuzzi glänzen. Sie legen im Jahr 380’000 Flugmeilen zurück und halten damit den HON-Status. Sie erleben Fliegen für ihren Job fast täglich als Fortbewegung, hetzen von Termin zu Termin … Schuhbeck bescheiden: «Heute für PRESTIGE im Einsatz gewesen zu sein und dieses exklusive Erlebnis hinter den Kulissen verfolgt zu haben, macht mich ganz demütig. Seit heute weiss ich ganz genau, dass Fliegen zum einen ein Wunder und zum anderen eine detaillierte Massarbeit vieler Menschen im Hintergrund ist.» So geht ein 10’000-Kilometer-Trip zu Ende – ganz genau nach Plan.


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WATCHES & JEWELLERY

TRADITION STRAHLT IN DIE ZUKUNFT Es ist immer die richtige Zeit, sich selbst oder andere zu beschenken. Mit einer mechanischen Armbanduhr macht man in den seltensten Fällen etwas falsch, denn sie beschert langanhaltende Freude. Was bleibt, ist die Qual der Wahl. Das Spektrum von A. Lange & Söhne bis Zenith ist riesig, aber auch ungemein facettenreich.

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Gisbert L. Brunner

ach zwei schwierigen Jahren atmet die Uhrenbranche unüberhörbar auf. Die Umsatzkurven zeigen wieder nach oben. Vor allem Kunden im Fernen Osten finden wieder Gefallen an edlen Zeitmessern. Und hier hat speziell die auf Luxus bedachte Uhrenindustrie sehr viel im Köcher. Zu gestalte­ rischer Vielfalt, die für nahezu jeden Geschmack etwas bietet, gesellen sich faszinierende Uhrwerke. Mechanik zum Messen und Anzeigen des kostbarsten Guts der Menschen, teilweise ergänzt durch sinnvolle Zusatzfunktionen, lässt das Herz Uhr-affiner Zeit-Genossen höherschlagen. Vor allem dann, wenn sie sich als Augenweide präsentiert. Um Ideen waren Uhrmacher in der gut 700 Jahre währenden Geschichte mechanischer Zeitmessung noch nie verlegen. Das Gleiche gilt für Produktgestalter. Sie sind es in der Gegenwart weiterhin nicht und werden ihre Kreativität in Zukunft ebenfalls unter Beweis stellen. Auch wenn Smartwatches immer heftiger an den Grundfesten rütteln, wird sich konventionell Tickendes erfolgreich am Markt behaupten. Unsere Zeit ist schlicht und einfach zu wertvoll, um sie irgendeiner Armbanduhr anzuvertrauen.

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1 I Hole in one Dustin Johnson schwört auf die neue «Big Bang Unico Golf» von Hublot. Den aktuellen Weltranglistenführer überzeugen einmal die Leichtigkeit des chronometrischen Seins, dann die Optik und dazu die Funktionalität. Schliesslich handelt es sich um die erste mechanische Armbanduhr mit direkter Indikation elementarer Informationen. Als Entwicklungsbasis diente das hauseigene «Unico»­ Kaliber. Der aus 358 Komponenten assemblierte Mikrokosmos MHUB1580 mit Selbstaufzug und 72 Stunden Gangautonomie gestattet das unmittelbare Erfassen und Ablesen des momentanen Sachstands am Green. Augenmenschen sehen von vorne das robuste, ähnlich einem Chrono­graphen konzipierte Schaltwerk. Herzförmige Scheiben bewirken die Nullstellung der Indikationen. Der in Putter-Form gestaltete Drücker bei «2» beeinflusst die Anzeige der Zahl insgesamt durchgeführter Schläge sowie der Schläge pro Loch. Die Be­ tätigung des Drückers bei «4» stellt den lochbezogenen Schlagzähler auf Null und schaltet die digitale Indikation bei «9» auf das kommende Loch weiter. Unbeeinflusst davon bleibt der zweistellige Totalisator bei «6». Er bildet die Summe aller bis


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dahin getätigten Schläge so lange ab, bis das Rückstellen mithilfe des T-förmigen, durch Drehen um 45 ° blockierbaren Drückers bei «8» erfolgt. Der multifunktionale Zeitmesser mit Gehäuse aus Texalium, einer innovativen Fusion von Karbonfaser und Aluminium, sowie One-Click-Bandwechselsystem wiegt lediglich 97,93 Gramm.

2 I Leicht, kratzfest und ganz schön kompliziert Die Taucheruhr von IWC wird 50. Grund genug für eine Jubiläumsuhr namens «Aquatimer Perpetual Calendar Digital Date-Month Edition 50 Years Aquatimer». Passend zum runden Geburtstag ist die nur in IWC-Boutiquen erhältliche Edition auf 50 Exemplare beschränkt. Ihr hauseigenes Automatikkaliber 89802 verfügt über ein immerwährendes Kalendarium, das jeweils Ende Februar händisch korrigiert werden möchte. Wie alle «Aquatimer»-Modelle der aktuellen Generation gibt es einen Aussen-Innen-Tauchzeit-Drehring mit SafeDive-­ System, welches unbeabsichtigtes Verstellen in die falsche Richtung unterbindet. Mit an Bord ist ferner ein Schaltrad-Chronograph, der als Besonderheit eine Flyback-Funktion besitzt. Als echte Weltpremiere verfügt das bis zehn bar wasserdichte Unterwasser-Instrument über ein Gehäuse aus ­Ceratanium. Fünf Jahre Entwicklungsarbeit führten zu dieser schwarzen Schale aus einer Titanlegierung. Ihre keramische Oberfläche resultiert aus dem speziellen Herstellungsprozess. Die Synthese der positiven Eigenschaften beider Werkstoffe: leicht und bruchfest wie Titan, gleichzeitig aber auch hart und kratzfest wie Keramik. Hautverträglichkeit und Korrosionsbeständigkeit werden ebenfalls gross geschrieben. Ein Schnellwechselsystem gestattet rasches, unkompliziertes Tauschen des Armbands.

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WATCHES & JEWELLERY

3 I Sportliches fürs Handgelenk

6 I Tradition und Moderne

«Erst die Funktion, dann die Ästhetik: Die Form muss reibungslos funktionieren, dann kommen Schönheit, Leichtigkeit und Schnelligkeit», hatte der 1936 geborene Designer Peter Brock postuliert. Das galt auch für das von ihm gestaltete «Shelby Daytona Cobra Coupé». Unter dieser Prämisse startete 2015 eine Partnerschaft zwischen Baume & Mercier und Carroll Shelby. Das neueste und auch letzte Modell der ersten kooperativen Serie, die auf 100 Exemplare limitierte «Clifton Club Shelby Cobra Bucherer Blue Editions» mit 44 mm grossem Stahlgehäuse, resultiert aus der langen Beziehung zwischen der Schweizer Traditions-Uhrenmarke und dem Luzerner Nobeljuwelier, dessen Hausfarbe Blau das Zifferblatt aufgreift. Bei «9» findet sich das Logo der Automarke. Zum Erfassen von Durchschnittsgeschwindigkeiten über einen Kilometer hinweg dient die äussere Tachymeterskala. Die Zähler bis 30 Minuten und 12 Stunden gehören zum bewährten Automatikkaliber Eta / Valjoux 7750 mit vier Hertz Unruhfrequenz, Kulissenschaltung und Schwingtriebkupplung. Seine Schwungmasse in Form einer Felge besitzt Speichen aus leichtem Titan sowie ein äusseres Massesegment aus Schwermetall. Als Mitgift erhalten die Käufer ein originalgetreues Modell des Shelby Cobra Daytona Coupé.

2010 schloss das Chronographenkaliber CH 29-535 PS die verbliebene Lücke im breiten Kaliberspektrum von Patek Philippe. Im 29 mm grossen und 5,35 mm hohen Mikrokosmos gehen Tradition und Moderne sozusagen Hand in Hand. Das Über­lieferte besteht unter anderem in Schaltrad-Steuerung und Räderkupplung mit geometrisch optimal gelagerten Schwenkhebel. Bei voll gespannter Zug­ feder läuft das Handaufzugswerk beruhigende 72 Stunden am Stück. In die Zukunft weist eine ausge­k lügelte Verzahnung der Kupplungsräder für gleichförmige, energieeffiziente Bewegung des Chronographenzeigers. Der übliche Startsprung ist ebenso Vergangenheit wie die bislang praktizierte Regulierung der Eingriffstiefe der Kupplungsräder. Zu diesem Zweck gibt es nun eine exzentrisch geformte Schaltrad-Kappe. Innovativ präsentiert sich auch ein zweiteiliger, am Drehpunkt rubingelagerter und selbst justierender Herzhebel zur Nullstellung des Chronographen. Das Arretieren der Chrono-Zeiger nach dem Anhalten erfolgt zwangs-

4 I Handwerkskunst 1999 debütierte bei A. Lange & Söhne der «Datograph». Seitdem entwickelten die Sachsen mehr als acht Chronographenkaliber, darunter das Kaliber L101.1. Es beseelt den «1815 Rattrapante Ewiger Kalender». Damit sind bereits alle Funktionen dieser Armbanduhr aufgezählt. Der Rattrapante zum Erfassen von Zwischenzeiten verlangt nach einem zweiten Schaltrad und einer komplexen Zangenmechanik, welche den Einholzeiger nach Betätigung des Drückers bei der «10» anhält, während der eigentliche Chronographenzeiger unbeirrt weiterläuft. Abermaliger Knopfdruck bringt beide Zeiger wieder in Deckung. Von den insgesamt 636 Einzelteilen braucht es mehr als 100 für das immerwährende Kalendarium mit Präzisions-Mondphasenanzeige. Die Präzision erstreckt sich über 122,6 Jahre. Dann beträgt der Fehler einen Tag. Hingegen verlangt das Datum schon 2100 nach manueller Korrektur. Dazu nötige Drücker finden sich in den Flanken der 41,9 mm grossen Weissgoldschale. Besonders Anspruchsvolle bekommen das uhrmacherische Kleinod in einer limitierten «Handwerkskunst»-Edition. Bei den 20 Exemplaren bestehen Zifferblatt und Scharnierboden aus blau emailliertem Weissgold mit kunstvollen Reliefgravuren. Vorderseitig schliessen die arabischen Ziffern bündig mit der Emaille ab. Der Scharnierboden zeigt die Mondgöttin Luna in Relief- und Tremblage-Gravur. Aufgeklappt präsentiert sich das Uhrwerk hinter Saphirglas.

5 I Weltrekord Superlative ziehen sich durch die Geschichte der mechanischen Uhrmacherei wie ein roter Faden. Einen weiteren fügt Bulgari hinzu. Die Italiener mit Manufakturaktivitäten in der Schweiz halten jetzt den Weltrekord bei Automatikwerken mit Mikrorotor-Aufzug. Das selbst entwickelte und gefertigte Kaliber BVL 138 mit 36 Millimeter Durchmesser und einseitig wirkender Platinschwungmasse besticht durch die minimalistische Gesamthöhe von nur noch 2,23 Millimeter. Sein Federhaus speichert Energie für 60 Stunden Gangautonomie. 21’600 Halbschwingungen vollzieht die Glucydur-Unruh jede Stunde. Natürlich präsentiert sich der aktuelle Champion hinter einem Saphirglasboden in der 40 Millimeter grossen Titanschale. Die Wasserdichte der «Octo Finissimo Automatique» reicht bis zu fünf bar Druck. Auf Wunsch lässt sich die linke Gehäuseflanke mit dem eigenen Namenszug individualisieren. Zur Befestigung am Handgelenk besteht die Wahl zwischen Alligatorleder oder einem flachen Titan-Gliederband.

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gesteuert. Dieses selbstverständlich optimal finissierte und regulierte sowie durch sechs Patente geschützte Kunstwerk gibt es fortan auch mit dezentem, 39,4 mm grossem Platingehäuse. Das Ensemble nennt sich schlicht und einfach 5170P-001.

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7 I Goldene Zeiten «TimeWalker» steht in der Uhrenkollektion von Montblanc seit mehr als zehn Jahren für sportliche Eleganz. Im Laufe der Zeit haben die Produktgestalter diese Armbanduhr hinsichtlich ihrer äusseren Werte konsequent weiterentwickelt. Beredtes Beispiel ist die neueste, von der Welt des Motorrennsports inspirierte Version. Sie präsentiert sich mit 43 Millimeter grossem Gehäuse aus massivem 18-karätigen Rotgold. Vor dem dezent braunen Zifferblatt bewegen sich nicht weniger als sechs Zeiger. Drei davon allerdings erst bei eingeschaltetem Chronographen. Sie halten gestoppte Zeit­ intervalle zwischen einer Achtelsekunde und zwölf Stunden fest. Das zugehörige Uhrwerk basiert auf einer Eta-Konstruktion und nennt sich bei

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Montblanc MB 25.07. Ins Auge sticht ferner die farblich genau aufs Zifferblatt abgestimmte Drehlünette. Weil der Glasrand aus harter Keramik besteht, lässt er sich so gut wie nicht verkratzen. Wasser hält die Edel-Schale bis zu zehn bar Druck vom Automatikwerk mit Fensterdatum fern. Vor der Lieferung muss sich jedes einzelne Exemplar im Rahmen des 500 Stunden währenden Montblanc-Laboratory-Tests beweisen.

8 I Hundert ist kein Alter

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1917 debütierte bei Cartier der Prototyp einer kantigen, von formaler Klarheit geprägten Armbanduhr. Gestalterisch handelte es sich dabei um eine weitere Revolution aus Paris. Mit Blick auf das Vorbild, einen Kampfpanzer, bot sich der Name «Tank» förmlich an. Das erste Exemplar soll 1918 als Zeichen des Danks für die Befreiung der Grande Nation an General John Joseph Pershing, den Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen in Frankreich, übergeben worden sein. 2017, im Jahr des 100. Geburtstags, beweist diese Armbanduhr einmal mehr, dass sich grosses und vor allem gekonntes Design niemals wirklich überlebt. An Mechanik-Freaks und Augenmenschen wendet sich die logischerweise auf zweimal 100 Exemplare limitierte «Tank Cintrée skeleton» mit Rotgoldoder Platinschale. Ihr exklusives Manufaktur-Handaufzugskaliber 9917 MC erstreckt sich über den gesamten Innenraum des ergonomisch geformten Gehäuses. Ein gleichermassen politisches wie poetisches Statement zum Jubilar hatte der französische Designer Jean-Charles de Castelbajac bereits 1994 im französischen Wochenmagazin «Madame Figaro» abgegeben: «Wenn alle Tanks von Cartier gemacht würden, hätten wir Zeit zu einem Leben in Frieden.»


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bescheidenen Anfängen hat das grösste Uhr-­ Unternehmen in Fleurier summa summarum elf Kaliberfamilien aus der Taufe gehoben. Sie bilden nahezu die gesamte Palette anspruchsvollen uhrmacherischen Schaffens ab. Doch damit nicht genug: Aus den genannten Basiskalibern leiten sich bei der Chopard-Manufaktur sage und schreibe 85 Variationen ab. Eine davon nennt sich L.U.C 97-01-L. Dabei handelt es sich um die tonneau­ förmige, technisch jedoch baugleiche Variante des 96-01-L. Sie beseelt die brandneue «L.U. Chopard Heritage Grand Cru». Deren Gestalt erinnert an die Eichenfässer im Château Monestier La Tour, jedem französischen Weingut, das sich seit fünf Jahren im Eigentum der Familie Scheufele be­ findet. Wegen seiner dezenten Wölbung schmiegt sich das flache Goldgehäuse ergonomisch ans Handgelenk.

11 I Perfekt gestutzt und getrimmt

9 I Laureato mit Durchblick Der Name der Zeit-Ikone deutet es schon an: Auf den italienischen Girard-­ Perregaux-Importeur sowie den italienischen Titel von Mike Nichols Film ­«The Graduate» geht die sportlich-elegante «Laureato» der 1792, also vor nunmehr 225 Jahren, gegründeten Traditionsmanufaktur zurück. Als das von einem Mailänder Designer gestaltete Modell 1975 auf den Markt gelangte, entwickelte es sich jenseits des Brenners spontan zu einem beliebten Geschenk für Laureaten aller Art. Neu am Markt ist die «Laureato Skeleton». Natürlich tickt diese Version des 42 Jahre alten Klassikers ganz konventionell. Die mechanischen Werte in Gestalt der durchbrochen ausgeführten Manufaktur-Automatik GP01800-0006 sind offensichtlich. Bei 30,6 Millimeter Durchmesser baut das mit vier Hertz tickende Œuvre nur 4,16 Millimeter hoch. Für ein Exemplar braucht es 173 Komponenten. Nach Vollaufzug durch den skelettierten Rotor stehen rund 54 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. 42 Millimeter misst die in Stahl oder Roségold erhältliche Schale, deren Wasserdichte beim Stahlmodell bis zehn bar reicht. Die Gold-Variante hält Wasserdruck bis zu fünf bar stand. Vorne und hinten trägt es Saphirgläser.

10 I Uhr und Wein Seit 1963 bestimmt die Pforzheimer Familie Scheufele das Geschehen bei der 157 Jahre jungen Traditionsmarke Chopard. 1996 mauserte sie sich zur waschechten Manufaktur. Ihr tickendes Erstlingswerk nannte sich L.U.C 1.96. Heute ist das Automatikwerk mit massivgoldenem Mikrorotor und zwei Federhäusern unter der Bezeichnung 96.01-L am Markt präsent. Seit den eher

Gegen die grössten Probleme in Sachen Männer-­ Gesundheit kämpft die 2003 gegründete «Mo­­ vember Foundation» an. Gemeint sind Prostata- und Hodenkrebs. Selbstmordprävention ist ebenfalls ein Thema. Das alles kostet Geld. Daher fordert die Stiftung jeden November Männer auf, sich zur Unterstützung einen Schnurrbart wachsen zu lassen und Gelder für weltweit rund 1200 Hilfsprojekte zu spenden. Rund um den Globus unterstützen zahlreiche Prominente aus den Bereichen Mode, Film und Sport diese Initiative. Wohltätig tritt nun auch Oris in Aktion. Und zwar mit einer Retro-­ Ikone namens «Divers Sixty-Five», deren Ursprünge sich im Jahr 1965 finden. Schon damals konnte Mann mit dieser Armbanduhr abtauchen. Und das geht mit dem aktuellen Edelstahlmodell mindestens ebenso gut. Ausgestattet mit Schraubkrone reicht die Wasserdichte der Schale bis zu zehn bar Druck. Selbstverständlich lässt sich ihr Tauchzeit-­ Glasrand nur in einer Richtung, sprich entgegen dem Uhrzeigersinn, verstellen. Zur Unterstützung der Stiftung zeichnet sich die «Movember Edition» durch gestalterische Details wie spezielle, in roségoldener Farbe umrandete Zeiger und Indexe aus. Der Boden trägt die Inschrift «Oris Movember Edition» sowie das bekannte Schnurrbart-Logo, welches auch das Lederband ziert. Das verbaute Automatikwerk Oris 733 basiert auf dem bewährten Sellita Kaliber SW 200-1.

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13 12 I Hundertstel-Stopper Das Motto «zwei in einem» praktiziert Zenith. 203 Komponenten braucht es für das modular aufgebaute Automatikwerk vom Kaliber 9004. Ankerrad und Anker bestehen aus leichtem amagneti­ schen Silizium. Unruh und Unruhspirale der Uhrzeit-­ ­Ebene agieren mit einer Frequenz von fünf Hertz. Das zugehörige Federhaus speichert Kraft für rund 50 Stunden Gangautonomie. Der zweite, durch Drücker bei «2» und «4» angesteuerte Mechanik-­ Level gestattet das Stoppen von Zeitintervallen zwischen einer Hundertstelsekunde und 30 Minuten. In diesem Fall oszillieren Unruh und Spirale mit zehn Mal so schnellen 50 Hertz. Weil Hochgeschwindigkeit Kraft kostet, beträgt die durch eine Indikation bei «12» dargestellte Gangautonomie hier lediglich 50 Minuten. Durch Drehen der Krone im Uhrzeigersinn lässt sich der Energiespeicher jederzeit wieder befüllen. Das autonome, durch den Drücker bei «2» und ein patentiertes Start / ­Brems-­ System beeinflusste Schwingsystem macht die ­ übliche Kupplung entbehrlich. Der Drücker bei «4» und eine ebenfalls patentierte, auf drei Herzen einwirkende «2+1»-Kinematik bewirken die Nullstel-

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lung. Bei 32 mm Durchmesser baut die zweigeschossige Mikromechanik nur 7,9 mm hoch. Zenith liefert die «Défy El Primero 21» mit 44-mm-Titangehäuse und offiziellem Chronometerzertifikat.

13 I Wahres Design Dem Design seiner Uhren misst Rado seit jeher hohe Bedeutung zu. Die Zusammenarbeit mit bekannten Produktgestaltern kommt deshalb nicht von ungefähr. In diesem Fall betrifft sie die Linie «True». Das Mitglied der Swatch Group hat mehrere Designer eingeladen, den Armbanduren dieses Namens einen individuellen Stempel aufzuprägen. Im Zuge dieser Kooperation haben Big-Game, drei preisgekrönte Absolventen der École cantonale d’art de Lausanne (Ecal) und Inhaber eines eigenen Studios, die «True Phospho» kreiert. Für Augustin Scott de Martinville, Grégoire Jeanmonod und Elric Petit ist es nicht die erste Armbanduhr. Aber dieses schwarze Modell mit 40 Milli­ meter messendem Keramikgehäuse besitzt eine sehr puristische Ausstrahlung. Als Zifferblatt dient ein geschwärztes Messing-Lochblech, welches die ­Vorderseite des Uhrwerks durchscheinen lässt. Die teilweise mit SuperLumiNova-­ Leuchtmasse ausgefüllten und solcherart als Indexe gestalteten Durchbrüche bieten einen starken Kontrast zum ansonsten zurückhaltenden Auftritt. Viele runde Gucklöcher finden sich auch auf der Rückseite. Kenner identifizieren die verbaute Mechanik als Eta C07.631 mit Kugellagerrotor und bis zu 80 Stunden Gangautonomie. Von diesem Zeitmesser gibt es insgesamt 1003 Exemplare. Drei Stück finden sich an den Handgelenken der Designer, der Rest steht zum freien Verkauf.


WATCHES & JEWELLERY

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Glamorous! BY

1 I BEYER CHRONOMETRIE

Traumhafter Damenring «Mermaid» aus dem eigenen Atelier: aus Weissgold mit einem Aquamarin aus Mosambik von 17,74 ct., 2 Diamant-Tropfen (total 1,12 ct.) und 90 Brillanten (total 0,95 ct.)

Im Blitzlichtgewitter zuhause: funkelnde Preziosen aus Gold, Diamanten und edlen Steinen als perfekte Begleiter für den glamourösen Auftritt. Ob Tiara, Diadem, Armschmuck oder exklusive Ringe – das Zeug zum Lieblingsstück haben sie alle.

2 I CARTIER

«Hyperbole» Tiara / Diadem: klare Formensprache und radikales Design. Aus Weissgold mit einem kolumbianischen Smaragd im Cabochon-Schliff von 140,21 ct. und Diamanten im Brillant-Schliff. 3 I BUCHERER

Ohrschmuck mit 22 Saphiren im Tropfen-Schliff (total ca. 14,46 ct.), 4 Smaragden im Tropfen-Schliff (total ca. 2,22 ct.) und 8 Smaragden im Rund-Schliff (total ca. 0,8 ct.) sowie 26 Diamanten im Brillant-Schliff (total ca. 1,09 ct.). 4 I CHOPARD

Rihanna Chopard: atemberaubende Meisterstücke aus «fairmined» Weissgold und funkelnden Diamanten. Zauberhafte Uhr mit Diamanten von 30,76 ct. Ohrclips: Diamanten im Rund-, Tropfen-, Oval- und MarquiseSchliff mit 17,18 ct. sind unsichtbar miteinander verbunden.

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5 I GÜBELIN

Atemberaubendes Einzelstück aus dem Traditionshaus Gübelin: der elegante Platinring «Ancient Path» mit einem imposanten und seltenen kolumbianischen Smaragd von 16,92 ct. im «Sugarloaf»-Schliff. 6 I AL CORO

Ein Hingucker an zarten Handge­ lenken: wunderschöner und femininer Armreif aus der Kollektion «Amori» aus 750er Weissgold und weissen Brillanten.

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DRIVE STYLE

EIN WIRKLICH GUTER

TROPFEN Unter dem Namen «Goutte d’Eau» – Wassertropfen – wurde in den 1930er Jahren eines der bis heute schönsten und seltensten Autos auf dem Genfer Autosalon präsentiert. Der Talbot-Lago T150-C SS ist eine Legende, eine wunderschöne. Wilma Fasola I

RM Sotheby’s

Am «Villa Erba Sale» 2017 des Auktionshauses RM Sotheby’s wechselte das Automobil für 3,36 Millionen Euro den Besitzer.


W

ir schreiben das Jahr 1937. Eine Zeit, in der Weiblichkeit noch Kurven hatte und in der ein Auto das Licht der Welt erblickte, das bis heute als eines der schönsten dieser Welt gilt. Gekennzeichnet von sanften Wellen, einzigartig in seinem Aufbau und seiner Eleganz und der Inbegriff von Vollkommenheit. Die Rede ist vom Talbot-Lago T150-C SS Coupé, der wegen seiner Form auch gerne als Regentropfen oder eben «Teardrop» beziehungsweise «Goutte d’Eau» bezeichnet wird. Ein Wagen, dem bis heute in Sachen Stil niemand hat davonfahren können und der bei Versteigerungen drei, in manchem Fall sogar über vier Millionen Dollar bringt. Ein Wagen mit Geschichte. Eine Geschichte, die im Jahr 1903 begann und, wie es sich für Legenden gehört, recht bewegend war.

Meisterhaft Der Mann hinter Talbot war Charles Chetwynd-Talbot. Er importierte unter seinem Familiennamen Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst französische Karosserien der Marke Clément. Schon ein Jahr später begann er jedoch mit dem Bau eigener Modelle und liess das erste 1906 vorfahren. 1919 wurde das Unternehmen Talbot vom ebenfalls in Frankreich heimischen Betrieb Darracq aufgekauft, und die Marke ging letztendlich 1935 insolvent. Die französische Niederlassung aber wurde von Antonio Lago übernommen, der somit als Vater des einzigartigen Klassikers Talbot-Lago T150-C SS angesehen werden darf. Der Italiener brachte zunächst einen 2,7- und einen 3-Liter-Wagen auf den Markt und taufte die Marke selber in Talbot-Lago um. Die Karosserien liess er dabei durch namhafte Designer aufbereiten. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt brachte dann die Zusammenarbeit mit den französischen Karosseriebau­unternehmern Giuseppe Figoni und Ovidio Falaschi. Ihr gemeinsames Meisterstück: der Talbot-Lago T150-C SS. Wobei auch eine etwas schwerere Version lanciert wurde, die unter T 150-C S vertrieben wurde, aber dem SS nicht den Rang ablaufen konnte.

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DRIVE STYLE

Einzigartig Vorgestellt wurde der Talbot-Lago T150-C SS auf dem Genfer Autosalon im Jahr 1937, und die anwesenden Experten nutzten Worte wie «Besessenheit» und «tiefe Liebe», um die Einzigartigkeit dieses Modells zu erklären. Leder, Holz, formvollendet miteinander in Einklang gebracht. Ein Wilson-4-GangGetriebe, 140 PS und ein Chassis aus Leichtmetall. Ein echtes Ausnahmestück zur damaligen Zeit. Zudem war das Auto stark limitiert und jedes ein Einzelstück. So führten winzige Details aufgrund der Handarbeit zu Unterschieden. Dazu wurden bei einigen Modellen die Scheinwerfer direkt in die Karosserie eingearbeitet und durch ein verchromtes Metallgitter abgedeckt, während bei den anderen die Lichter frei auf die Kotflügel platziert wurden. Insgesamt wurden gerade einmal elf Exemplare vom T 150-C SS gefertigt. Eines schaffte es sogar auf den dritten Rang beim 24 Stunden Rennen von Le Mans. Der Rest fand eine neue Heimat in den Garagen der Superreichen.

wurden bereits 3,685 Millionen Dollar für ein anderes Exemplar und 2009 ebenfalls 3,52 Millionen Dollar bezahlt. Der erste je gebaute Talbot gilt ­jedoch heute leider als vermisst, und auch zwei weitere Wagen sind bislang noch nicht gefunden worden. Fakt ist daher: Sollten Sie mal einen «Goutte d’Eau» entdecken, dürfen Sie gerne vor Rührung auch eine solche verdrücken.

Exklusiv Über die Jahre geriet der «Goutte d’Eau» jedoch in Vergessenheit. Doch gerade in den letzten Jahren tauchten die wenigen überhaupt in der Welt erhältlichen Exemplare plötzlich wieder aus ihrem Dornröschenschlaf auf und kamen unter den Auktions-­ Hammer. So wurde im Jahr 2011 ein Wagen für 3,136 Millionen Euro versteigert. Und schon 2006 Aussergewöhnlich: die sich gegen vorne öffnende Türe des Automobils

Ein luxuriös ausgestatteter Innenraum mit kunstvoller Verarbeitung von edlem Holz und vornehmem Leder

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What

DRIVE STYLE

BY

ELSE?

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Genügend PS, präzise Zeitmesser u nd ex k lusive Accessoires – was sonst braucht der Ma n n von heute au f der Ü berholspu r?

1 I S.T. DUPONT

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Unverkennbares Design und edle Materialien zusammengeführt: der Kugelschreiber «Line D Fire Head» mit Palladium-Finish, «Fire-Head»-Gravur und schwarzem Naturlack. Passt sich perfekt den Konturen der Hand an. 2 I DAVIDOFF

Angesichts der weltweiten Erfolge seiner Marke Winston Churchill bringt Davidoff Cigars eine neue Edition dieser Zigarrenlinie heraus: «The Late Hour» mit in Whiskyfässern gereiftem Tabak. 3 I LOUIS VUITTON

Luxuriöser Begleiter: Die Innenausstattung der «Multiple Brieftasche» aus «Monogram Canvas» verfügt über mehrere Fächer für Kreditkarten, Geldscheine und Belege. Passt bequem in die Brusttasche einer Anzugjacke.

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4 I CHRONOSWISS

«Sirius Flying Regulator»: mit «fliegend» konstruierter Minuterie und Anzeigen für Stunden und Sekunden, die sich vom guillochierten Boden effektvoll abheben. 40-mm-Durchmesser, 750er Roségold.

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5 I MERCEDES-BENZ

Zum Auslauf des Mercedes-AMG G 65 (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 17 l / 100 km, CO 2 -Emissionen kombiniert: 397 g / km) bietet AMG eine exklusive Final Edition an. Sie ist auf weltweit 65 Exemplare limitiert.

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6 I GIRARD-PERREGAUX

Im Innern der aktuellen «Laureato Black Ceramic» arbeitet das Manufaktur­ kaliber GP01800-0025 mit automatischem Aufzug. Zifferblatt mit dem waffel­ ähnlichen «Clous-de-Paris»Muster, Durchmesser 42 mm und bis zehn bar wasserdicht.

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LIVING «Ich bin zunächst ein Bildhauer des Raumes und leidenschaftlich in Bezug auf mögliche Transformationen des Raumes.» – Javier Cuevas –

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LIVING

ARCHITEKTUR DER

SUPERLATIVE Die Bauten des mexikanischen Architekten Javier Cuevas sind schlicht und ergreifend spektakulär. Gemäss dem Credo «keine Dogmen, keine Grenzen» kommt der erst 35-jährige Architekt mit seinen Entwürfen der absoluten Perfektion verdammt nah. Anka Refghi I

Creato Architects

Front-Fassade Cedros House, Guadalajara, Mexiko

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LIVING

Monumentaler Bau: Fahad Jeddah, Saudi-Arabien

Architekt Javier Cuevas

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LIVING

PRESTIGE: Javier, wie kamen Sie mit Architektur und Design in Berührung? JAVIER CUEVAS: Seit meiner Kindheit hatte ich immer eine starke Verbindung zur Architektur. Ich erinnere mich, dass ich viel über den Raum und den Wert seiner Existenz nachgedacht habe. Ich habe immer gerne Orte und Häuser von Bekannten besucht und mir vorgestellt, wie ich diese Orte entworfen hätte. Auf diese Weise begann ich mir vorzustellen, wie die Dinge anders sein könnten, und gleichzeitig, wie sie besser sein könnten. Auf welche Art und Weise beeinflusst Sie Mexiko? Ich bin glücklich, dass ich in einer Stadt geboren wurde, in der es ein grosses Erbe des berühmten mexikanischen Architekten Luis Barragán gibt. Seine Arbeit ist und bleibt meine Inspirationsquelle.

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Skulpturale Treppe im Fahad Jeddah

b für private Residenzen oder öffentliche Gebäude – seine einzigartigen Entwürfe werden für Luxuswohnungen in New York, Saudi-Arabien, Frankreich oder Grossbritannien ebenso ausgewählt wie für grosse Komplexe im Nahen Osten, wo er mittlerweile ein zweites Büro besitzt. Die Leidenschaft für die Architektur erwachte für den am 19. April 1982 in Guadalajara, Mexiko, geborenen Ausnahmearchitekten schon früh. Nach seinem Studium gründete er 2010 sein eigenes Architekturbüro «Creato Architects» in seiner Heimatstadt ­Guadalajara, von wo aus er seine internationalen Projekte realisierte. Seine Bauten? Avantgardistisch, spannungsvoll, skulptural und allesamt mit absolutem «Wow-Effekt».

Ihre ikonischen Gebäude leben von dem Kontrast kubistisch-brutalistischer Formsprache und der Leichtigkeit von Glas. Wie gehen Sie an Projekte heran? Ohne Regeln, ohne Dogmen und mit viel Freiheit. Ich bin zunächst ein Bildhauer des Raumes und leidenschaftlich in Bezug auf mögliche Transformationen des Raumes. Wir versuchen im Büro nicht, die Hauptidee zu erzwingen, sondern sie auf einem natürlichen Weg entstehen zu lassen. Wir beginnen immer mit einer Idee und visualisieren dann das Projekt rückwärts. Das heisst, wir versuchen, es vor dem Prozess bereits fertig zu sehen. Die wichtigsten Protagonisten unserer Firma sind die Proportion und der Massstab. Wir spielen viel damit, und ich glaube, dass es genau das ist, was unsere Architektur so neuartig und charakteristisch macht. Wann würden Sie ein Gebäude als perfekt bezeichnen, bzw. was bedeutet Perfektion in der Architektur? Erstens glaube ich, dass Perfektion ein abstraktes Konzept ist, aber wenn Sie eine Ausdrucksform entwickeln, die auf Harmonie von Linien, Volumen, Licht, Farben, Logik und Ordnung basiert, und wenn diese Form auch eine Funktion von Erfahrung und Intimität erfüllt, kann ich sagen, dass man in die Nähe von Perfektion gelangt. Sie realisieren viele Projekte im Nahen Osten. Worin liegt dort der grösste Unterschied im Vergleich zu anderen Regionen der Welt? Ich hatte das Glück, auf fast der ganzen Welt, in verschiedenen Ländern und in sehr unterschiedlichen Kulturkreisen meine Architektur zu erschaffen. Das Erste, was ich in der Kultur des Nahen Ostens erkannte, war, dass sie sich sehr klar darüber waren, was sie wollen und was sie brauchen. Das war für mich eine sehr gute Zeit, um auch neue Ideen zu sammeln.

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LIVING

Damit sich Menschen in Architektur wohlfühlen, braucht es mehr als Design, sie braucht eine Seele … Wie hauchen Sie Ihren Gebäuden Seele ein? Architektur ist wie ein Kunstwerk, ein Gemälde, ein Musikstück oder eine Skulptur – wenn Sie dabei sind, Architektur zu erschaffen, setzen Sie all Ihr Wissen, Ihre Persönlichkeit, all Ihre Gefühle, Gedanken, Erfahrungen und Ergebnisse ein, und ich denke, dass all diese schöpferische Energie dem Gebäude Leben und Seele einhaucht. Sie arbeiten auf der ganzen Welt. Welche Stadt würden Sie als die interessanteste in Bezug auf die Architektur bezeichnen? Doha, in Katar. Es ist erstaunlich, wie sie in einer so kurzen Zeit eine Stadt in eine andere grossartige Stadt ver­ wandelt haben. Bugambilias, Jalisco, Mexiko

Ihre Gebäude sind ikonisch und skulptural. Woher kommt die Inspiration dazu? Ich werde inspiriert von dem Moment, in dem ich erkenne, dass das Leben und das Universum immer noch ein Geheimnis sind. In diesen Momenten frage ich mich: Was gibt es da? Und was da existiert, wie ist das eigentlich? In der Folge denke ich darüber nach, wie die Dinge anders und besser sein könnten. In diesen Momenten fühle ich mich immer von etwas begleitet, das sich wie eine grossartige Musik in einem Raum beschreiben lässt. Neben Funktionalität und Design sind Raum und Licht ebenfalls wichtige Stichworte in der Architektur … Richtig. Licht und Raum haben die Fähigkeit, in Menschen verschiedene Vorstellungen, aber gleichzeitig auch erstaunliche Empfindungen zu wecken. Wir als Architekten haben wiederum die Fähigkeit, durch Raum und Licht gezielt diese gewissen Empfindungen zu evozieren, die der Mensch in einem Raum haben wird. Meine verantwortungsvolle Aufgabe ist es daher, sehr klar zu wissen, welche Gefühle ich in einem Raum, an einem Ort vermitteln will.

Architektur-Ikone Luis Ramiro Barragán Morfín, wie er mit vollem Namen heisst, wurde am 9. März 1902 in Guadalajara geboren und starb am 22. November 1988 in Mexiko-Stadt. Das Lebenswerk des mexikanischen Architekten wurde 1980 mit dem «Pritzker»-Preis für Bau­kunst ausgezeichnet und damit mit einem der renommiertesten Architektur­preise überhaupt. Seine Architektur, vorwiegend in Betonbauweise, hatte einen grossen Einfluss auf die moderne Architektur Mexikos sowie auf zeitge­nössisch-städtisches Gartendesign.

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Sie haben einmal gesagt, dass Sie die Vision haben, eine nicht-oberflächliche Sprache zu schaffen, jedoch eine tiefe, die über die Jahre bestehen bleibt. Was genau ist darunter zu verstehen? Manchmal beginne ich zu verstehen, dass mein absolutes Ziel darin besteht, eine neue Architekturtheorie ohne Worte zu entwickeln, allein mit der Architektur. Ihre Bauten erkennt ein Architektur-affiner Mensch, ohne Ihren Namen darunter zu lesen … Wie würden Sie diese starke Identifikation beschreiben? Ich habe einmal gehört, dass sich meine Architektur bereits so identifizieren lässt, wie sich auch Werke von Mozart, Tschaikowsky oder Chopin identifizieren lassen. Wenn Sie meine Architektur sehen, ist es wie eine Musik, die ich komponiert habe. Mit gerade einmal 35 Jahren haben Sie bereits weltweit gebaut. Was ist Ihr Schlüssel zum Erfolg? Mich auf meine eigenen Vorstellungen zu konzentrieren, Risiken ohne Angst einzugehen und sich nicht um Kritik zu kümmern. Immer neue Ideen zu versuchen, war der Schlüssel zu meinem Erfolg. An was arbeiten Sie und Ihr Team aktuell? Wir haben gerade einen Vertrag mit einem der grössten Immobilienentwickler in Saudi-Arabien abgeschlossen. Es handelt sich um ein Projekt von Villen mit höchster Exklusivität. Auch werden wir in diesem Jahr mit dem Bau eines Hauses in Abu Dhabi beginnen und arbeiten bereits an neuen Projekten in Afrika und Kanada. Und zum Abschluss: Was würden Sie gerne realisieren, wenn Sie könnten? Urbanismus. Es wäre toll, eine ganz neue Art von Stadt zu entwerfen.


LIVING

EDITOR’S

CHOICE

1 I Affenliebe Für das Haus Bosa entwarf die italienische Designerin Elena Salmistraros die sechsteilige Vasenkollektion «Primates» aus den Gesichtern eines Mandrills, einer Gold- und einer Brazzameerkatze. Die 40 cm hohen und farbenfrohen Vasen sind aus Keramik gefertigt und hand­ bemalt, wobei die satten und farbigen Lasuren und Edelmetalle den exotischen Glanz ver­ stärken. Fasziniert von den Tieren selbst und ihrer Ähnlichkeit zu den Menschen, waren sie der Inspirationsquell zu dieser majestätischen und kraftvollen Kollektion. Ein absolut dekoratives und exklusives Must-have für jeden Wohnraum.

2 I Erhellend

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Diese wunderbaren Tischleuchten sind von der Schönheit der normannischen Zeit Italiens inspiriert. Eine Periode, die zeitlose Kunstobjekte von grosser Schönheit hervorgebracht hat, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Farben sind das Hauptthema dieser Lampen, die für Phuro von VI + M studio ent­ worfen wurden: von der Fülle der Glasnuancen bis hin zur Fülle der Farbtöne der Fransen. Die Farbpalette reicht von Rubin, Rosa, Amethyst, Bernstein, Smaragdgrün, Blau bis Grau. Die Kugel aus kostbarem Muranoglas wird als Lichtdiffusor verwendet. Definitiv Licht in seiner schönsten Form!

3 I Iconic

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Im Rahmen seiner Pylon-Kollektion, bei der sich Designer Tom Dixon von der kunstvoll verstrebten Bauweise mancher Brücken und Türme hat inspirieren lassen, entstand dieser extra­ vagante Couchtisch. Pylon ist ein strukturelles Forschungsprojekt und war zunächst ein Versuch, den leichtesten Metallstuhl der Welt zu schaffen. Der ikonische Tisch ist als Esstisch, Couchtisch oder Beistelltisch zu haben. Mit seiner stylishen, handgeschweissten und kupferplattierten Stahlstangenbasis und der rauchiganthrazitfarbenen Glasplatte ist dieser Tisch ein Meisterwerk des Designs und für ein Wohnoder Esszimmer ein Eyecatcher par excellence.

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© Gary He

Besser geht’s nicht! 2017 kam er auf Platz 1 der Rangliste «The World’s 50 Best Restaurants». Und das an einem Ort, wo Sterne so schnell aufsteigen, wie sie fallen. Humm wird aber weiter sein Ziel ver­ folgen und mit neuen Restaurants und Hotels die Nummer 1 der kulinarischen Welt werden. Dabei bleibt er aber immer mit beiden Füssen auf dem Boden und wird nicht überheblich. So liebt er sogar den klassischen «Hot Dog», die absolute Spezialität New Yorks. Und wo isst man den am besten? Natürlich in einem seiner Restaurants – dem «NoMad»!

Daniel Humms «Eleven Madison Park» wurde im April 2017 zum weltbesten Restaurant gekürt.


CULINARIUM

ESSEN WIE GOTT IN

NEW YORK Mit Blick auf den Madison Square Garden befindet sich am Fusse eines historischen Art-déco-Gebäudes an der Ecke 24th Street und Madison Avenue das «Eleven Madison Park». Seit 2011 im Besitz des Küchenchefs Daniel Humm und des Restaurateurs Will Guidara, haben sie das «Madison» zu einer der ersten Adressen für Feinschmecker gemacht.

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Nike Schröder I

Gary He

er 1976 geborene Daniel Humm stammt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in der Schweiz. Seine Laufbahn begann bereits früh. Mit seiner Mutter stand er schon als kleiner Junge in der Küche und flog in der achten Klasse mangels ausreichender Leistungen von der Schule. So begann er im Alter von 14 Jahren eine Lehre im renommierten Hotel «Baur au Lac» am Zürichsee. Hier lernt Humm die klassische französische Küche kennen, die bis heute die Basis seiner Arbeit bildet. Humm war schon als kleiner Junge von den aus seiner Sicht himmelweit entfernten Grossstädten Amerikas mit ihrer so gar nicht ins Schweizer Idyll passenden Architektur angetan. Aber er wäre nie auf den Gedanken gekommen, ­A merika mit Kulinarik zu verknüpfen.

Kochen liegt im Blut 2003 führte ihn sein Weg tatsächlich nach San Francisco, und er wurde Chef de Cuisine im «Campton Place». 2006 wechselte Daniel Humm nach New York ins «Eleven Madison Park», dessen damaliger Besitzer noch Danny Meyer war. Kaum zu glauben, aber Daniel Humms Geschichte ist wie die eines Tellerwäschers zum Millionär: Mit nur zwei Koffern und ein paar Dollars in der Tasche lebt er seinen American Dream. Auch wenn er bis 2009 einige Niederlagen einstecken musste, so ging sein Stern mit einem Artikel in der «New York Times» auf, die sein Restaurant in höchsten Tönen lobte. Die ruhigen Zeiten sind passé. Die Stars und die High Society geben sich die Klinke in die Hand, es ist fast unmöglich, einen Tisch zu bekommen. 2011 wird er stolzer Besitzer von drei Guide-Michelin-Sternen.

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© Jake Chessum

CULINARIUM

Gerichte mit ihm zu entwickeln, was manchmal Jahre dauert. Aber seine Überzeugung ist, das Gute im Einfachen zu suchen, jenseits der Moden. Bevor die New Nordic Kitchen «in» wurde, bezieht er nur von Produzenten in und um New York, so wie schon die Mutter direkt beim Bauern eingekauft hatte. Extrem inspirierend findet er auch die Stadt an sich: Als Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Kochtraditionen studiert er alte Aufzeichnungen und verbindet deren Rezepte in neuen, ungewöhnlichen und aufregenden Kompositionen. Luxus ist für Humm «kein Synonym für Hummer, sondern für die beste Karotte weit und breit». Mit wenigen Zutaten das Maximum ­herauszuholen, das kitzelt den Ehrgeiz des lustvollen Puristen.

Humm für alle

Kreatives Dreamteam in New York: Will Guidara und Daniel Humm

Das Geheimnis seines Erfolges Konsequent zu sein, war immer Humms oberstes Gebot. So steht er jeden Morgen ganz früh auf, und um «seinen Kopf zu klären», joggt er im Central Park oder fährt eine Runde Rad. Sport war schon immer ein Lebenselixier für ihn, er entspannt und ­inspiriert ihn. Ab halb elf dann steht er in der   Küche – bis Mitternacht. Gegen Nachmittag schaut er dann in seinem anderen Restaurant in Man­hattan, dem «NoMad» vorbei, das ebenfalls mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Die ­Küche des «Eleven Madison Park» basiert auf der französischen Küche, für die Humm bekannt ist. Klassische Aromen-Kombinationen sowie eine Mischung aus klassischen und modernen Tech­ niken werden auf den Tisch gezaubert. In der Küche ist Humm ein absoluter Perfektionist. Ein vierköpfiges Kreativteam ist nur damit beschäftigt,

Und so ist dann auch die Brücke geschlagen zu einem ganz speziellen Humm-Restaurant, das auf den ersten Eindruck so rein gar nichts mit dem Meisterkoch zu tun haben kann: das «Made Nice» – ein ganz «normales» Fast-Food- und Take-away-­Lokal. Warum tut Humm so etwas? Ganz einfach: Er findet es schade, das sein Wissen nur Leuten mit viel Geld und Zeit vorbehalten sein soll. So überlegt er schon seit Längerem, wie er sein Know-how auch einem breiten Publikum zur Verfügung stellen kann. Wichtig dabei war, dass das Essen schnell auf dem Tisch ist und nicht zu viel kostet. Die Rezepte mussten so gewählt werden, dass die Kunden ihr Essen mitnehmen können, ohne zu viel an Geschmack und Qualität während des Weges einzubüssen. Wahnsinn! Humm und sein Team haben es hinbekommen, sogar einige Rezepte seiner «Nobelrestaurants» für die schnelle Küche 1 zu 1 zu übernehmen. Gelingen konnte das, weil in den neun Gerichten, die im «Made Nice» zur Auswahl stehen, die Frage nach den Produkten nicht im Vordergrund stand; deren Qualität ist für Humm selbstverständlich. Nein, es war die Idee, die hinter den Rezepten steht, nämlich den hungrigen New Yorkern ein anständiges Mittagessen zu zaubern. Damit sich das Schnellrestaurant rechnet, muss Humm 1000 Gerichte täglich unter die New Yorker bringen.

Hochgenuss Austern Austern gehören für Humm zu New York wie der Topf auf den Deckel. Schon die Indianer und die Holländer assen sie, sie wurden von Booten, auf der Strasse von fahrenden Händlern oder auch in «Austernkellern» verkauft. Egal ob roh oder gegart, sie sind immer köstlich, und bei ihrer Zubereitung können allerlei neue Kreationen ausprobiert werden. Humm schwört auf die Austern der «Widow’s Hole Oyster Company» in Greenport auf Long Island.

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Delicious!

CULINARIUM

BY

Ed le u nd prickel nde Tropfen, exqu isite Schokolade u nd ex k lusiver K av iar: seit jeher d ie Ver fü h rer der Gau men a n ga n z besonderen Tagen.

LÄDERACH

Läderach Original «FrischSchoggi»: von fruchtig-frisch mit weisser Schoggi, klassisch mit Milchschokolade und karamellisierten gerösteten PiemonteserHaselnüssen oder mit dunkler Grand Cru.

TAITTINGER

JURA

Grosses Kino im kompakten Design für höchsten Kaffeegenuss: die «S8» von Jura. Die stilvolle S-Linie in klarem, har­monischem Design brilliert mit Qualität und Präzision in allen Belangen.

OONA

Rein. Natürlich. Nachhaltig – Oona-Kaviar ist der erste und einzige Schweizer Kaviar von Stören, die in Schweizer Bergquellwasser aufgewachsen sind. In verschiedenen Selektionen erhältlich.

Der «Champagne Millésimé Brut 2012»: ein köstlich-prickelnder Champagner aus dem Hause Taittinger, das als eines der wenigen Champagnerhäuser nach wie vor in Familienbesitz ist.

PATRÓN SPIRITS

Die ultimative Perfektion heisst «Patrón en Lalique: Serie 2» und ist die zweite Ausgabe einer Kollaboration zwischen dem Meister französischen Kristalls «Lalique» und dem Premier-Distiller «Patrón Tequila»!

FERRARI TRENTO

Prickelnder Tropfen: «Ferrari Maximum brut Metodo Classico Trento DOC» vom im Jahr 2017 zum besten Schaumweinproduzenten der Welt gekürten Unternehmen Ferrari Trento. Aus 100 % Chardonnay-Trauben gekeltert.

LUX VINA

Lux Vina heisst die Linie des 25 Hektar grossen Weingutes «Domaines Chevaliers» in Salgesch, Wallis. 1 x Petite Arvine «Altimus», 1 x Pinot Noir «Clos de Pachje», 1 x «W» Assemblage Rouge.

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KRYPTISCH UNTERWEGS

ODER BESSER GOLDRICHTIG? Kryptowährungen erleben aktuell eine Wertsteigerung, die selbst Experten verwundert. Und dennoch müssen sich traditionelle Anlagen wie zum Beispiel die in Form von Edelmetallen nicht verstecken. Sie bieten eine Sicherheit, die Bitcoin & Co. niemals garantieren können. Wilma Fasola

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rüher wurde Geld noch in der Kaffeedose oder unter der Matratze versteckt, weil man es selbst auf der Bank nicht sicher glaubte. Oder am besten setzte man direkt auf materielle Werte und bunkerte diese in Form von Edelmetall ebenfalls in den eigenen vier Wänden. Omas Silber und Opas goldene Uhr ­ sind dabei wohl die bekanntesten, und niemand beschwert sich darüber, wenn sie einem heute im Zuge eines Erbes in die Hand gedrückt werden. Dieses materielle Sicherheitsdenken hat sich jedoch massgeblich verändert, und wieder einmal gab die Digitalisierung den Ausschlag. Es findet nämlich nicht nur ein grosser Teil des beruflichen und privaten Lebens online statt, heute vertraut man sogar schon auf digitale Währungen. Nichts in der Hand, aber viel im virtuellen Portemonnaie. Die sogenannten Kryptowährungen sind mittlerweile fast alle offiziell anerkannt und werden weltweit genutzt.

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Mehrwert, weil heute mehr wert Bekanntester Vertreter und Pionier der digitalen Währungen ist Bitcoin. Das Prinzip dahinter: Durch die Anmeldung auf einer Webseite erschafft man sich eine virtuelle Geldbörse, die «Wallet». Über verschiedene Online-Marktplätze können folgend Bitcoins erworben werden, indem man reales Geld von seinem Konto oder mittels Kreditkarte an den Verkäufer überweist. Hat er das Geld erhalten, verschiebt er dann die Coins aus seiner Wallet in die des Käufers. Die Anzahl an auf der Welt bestehenden Bitcoins ist dabei streng auf 21 Millionen Einheiten festgelegt, damit es nicht zur Inflation kommt. Ebenso sorgt die strategische Verknappung für eine Wertsteigerung. Und die hat gerade in den letzten Jahren im Falle von Bitcoins selbst erfahrene Finanz­ experten überrascht. So wurden die ersten Coins im Jahr 2011 für weniger als einen Franken abgegeben. Mitte Oktober 2017 nun lag der Preis für einen Coin bei rund 7000 Franken. Doch es ist nicht


FINANCE

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FINANCE

nur die Wertsteigerung von Kryptowährungen, die diese Art des Zahlens für Menschen so interessant macht. Es ist die Möglichkeit, fernab von Banken und der Einsicht des Staates mit Geld zu handeln. Denn überwacht wird der gesamte virtuelle Handel von den Teilnehmern selbst, indem alle Transaktionen in der Community öffentlich und für jeden nachvollziehbar abgebildet werden. Eine Aufsicht durch Behörden besteht nicht. Dies gilt sowohl für Bitcoin, die mit 45,3 Prozent Anteil am internationalen Markt uneinholbarer Führer ist, aber auch für die anderen Mitstreiter. 3000 sind es weltweit, von denen jedoch nur wenige bekannt und international erfolgreich sind. Daher sind der Vollständigkeit halber zumindest die beiden direkten Verfolger Bitcoins zu nennen: Das Unternehmen Ethereum mit der Währung Ether, die im Spät­som­ mer 23 Prozent am weltweiten Markt ausmachte. Und Ripple, die mit ihren 5,6 Prozent Marktan­ teilen und dem Zahlungsmittel XRP die Top 3 vervollständigen, deren Anteil aber schon zeigt, dass fast alle Nutzer auf Bitcoin und Ether setzen.

Edel geht es nie zugrunde Trotz steigender Nachfrage nach virtuellen Geldern und deren Erfolg werden aber immer öfter nun auch kritische Stimmen laut. So orientieren sich reale Zahlungsmittel am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt (BIP) und unterliegen so einer mess­ baren Kontrolle. Virtuell ist das nicht so einfach,

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und es braucht viel Vertrauen der Teilnehmer, damit das System funktioniert. Experten sind sich daher sicher, dass Bitcoin & Co. keine Dauerbrenner sind, und warnen davor, dass es wie bei der Dotcom-Pleite im Jahr 2000 und der Immobilienkrise 2007 plötzlich ganz dicke kommt, die Blase platzt und am Ende keiner schuld sein will. Und wie nach diesen beiden Ereignissen, die die gesamte Wirtschaftswelt durchgeschüttelt haben, stehen die Menschen dann wieder da und suchen Sicherheit in Form von materiellen Werten und nicht selten in Form von Edelmetallen. Dass es so kommt, ist natürlich nur ein mögliches Szenario, jedoch eines, das nicht ganz unbegründet ist. Denn immer wenn ein Trend in der Finanzwelt ein jähes Ende findet, hat sich gezeigt, dass insbesondere die Goldpreise in die Höhe schiessen. Aber auch andere edle Metalle, wie Silber, Platin und Palladium, finden rege Abnahme in diesen Momenten. Der Grund dafür ist einfach: Bislang hat der Wert von Gold, Silber & Co. noch jeder Krise getrotzt, er hat Kriege überlebt und ist noch niemals bis auf den Nullpunkt gesunken. Edelmetalle sind damit die sichersten materiellen Werte, die es überhaupt auf der Welt gibt. Natürlich sind sie nicht das Allheilmittel. Denn dass auch ihre Preise starken Schwankungen unterworfen sind, ist kein Geheimnis, sondern Realität. Sicherheit aber gibt es eben darin, dass man bis heute niemals einen Totalverlust erlebt hat. Und das könnte im Falle der kryptischen Währungen anders aussehen. Aktuell wird besonders Bitcoin daher mit Argusaugen von den Kritikern betrachtet, und viele sehen klare Tendenzen dahingehend, dass eine weitere Blase sich aufs Platzen vorbereitet. Wert­ steigerungen von mehr als 1300 Prozent in zwei Jahren, wie bei Bitcoin, und sogar 3000 Prozent bei Ethereum deuten zudem darauf hin, dass es schneller gehen könnte, als mancher glaubt. Finanz­ experten raten daher zu einem gut durchdachten Mix, bei dem Opas Uhr, das eigene Bankkonto, gerne auch die Kaffeedose und das virtuelle Portemonnaie eine ideale Gemeinschaft bilden. Der Totalverlust ist so nämlich niemals möglich.


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