Skip to main content

SAAT - Evangelische Zeitung für Österreich. Ausgabe 11/2022

Page 1

EVANGELISCHE ZEITUNG FÜR ÖSTERREICH

Brücken nach Afrika: Maria Schulenburg im Portrait Seite 13

NOVEMBER 2022 ✲ NR. 11 ✲ 69. JAHRGANG

Ins neue Österreich er d n e g e i l ei b t te! r Mi a dk n a L

1947 gab sich die Evangelische Kirche ihre heutige Gestalt Seite 3

Reformationsempfang und Diakoniepreis

Seite 4

Europäische Pfarrerinnen tagten in Wien

Seite 6

Weltgebetstag der Frauen: 70 Jahre gelebte Solidarität

Jüdische Bestattungsriten Seite 19


EDITORIAL

MEINUNG

Foto: privat

Old Shatterhand kennt (k)einen Schmerz

Liebe Leserin, lieber Leser, die heutige Kirche ist nicht vom Himmel gefallen. Wie komplex das Geschehen vor 75 Jahren war, zeigt unsere Titelgeschichte. Am Ende dieser Entwicklung stand die Kirche mit ihrer heutigen Struktur. Daher feiern heuer drei Diözesen – Niederösterreich, Steiermark und Kärnten – ihre Gründung vor 75 Jahren. Grund genug für uns, jedem Heft eine „evangelische Landkarte“ mit den Diözesen und allen Pfarrgemeinden beizulegen. Wir spannen den Bogen von 1947 bis heute, denn Kirche will in die Gesellschaft wirken und Zukunft (mit)gestalten. Bei der Vollversammlung des Weltkirchenrats in Karlsruhe waren Bischof Michael Chalupka und seine theologische Referentin Eva Harasta dabei – wir haben ausführlich mit ihnen über ihre Eindrücke gesprochen. Dazu im Heft: eine internationale Tagung von Pfarrerinnen in Wien und Jubiläen: der Militärseelsorge, des Weltgebetstages der Frauen und der Schwedischen Kirche/Schwedenmission in Österreich. Viel Freude mit der SAAT! Ihr Marco Uschmann - Chefredakteur -

2

Ganz gewaltig rauschte es im Blätterwald und in den sozialen Netzwerken: Gefühlt jeder einzelne Mann über 50 verfasste einen Essay über die Bedeutung von Winnetou für seine frühkindliche Bildung. War man Journalist, dann schrieb man einen Leitartikel zum Thema, war man es nicht, dann musste ein ausführliches Facebook-Posting reichen. Die Entrüstung war groß, das Wehklagen laut. Was war passiert? Wollte jemand die Klassiker von Karl May vom elterlichen Dachboden holen und verbieten? Pierre Brice und Lex Barker aus der Filmgeschichte löschen? Nein, es ging um einen modernen Kinderfilm mit dem Titel „Der junge Häuptling Winnetou“. Der Ravensburger-Verlag hatte das Buch zum Film und einige Merchandising-Artikel wie Stickeralben und Puzzles wieder vom Markt genommen.

nachfolgenden Generation übergroße Sensibilität und Wehleidigkeit vorwarfen. (Anm. d. Red.: Als „woke“ wird jemand bezeichnet, der sensibel für Themen wie Rassismus und Diskriminierung ist und sich dafür engagiert.) Plötzlich war man selbst hochsensibel und verteidigte mit Zähnen und Klauen das, was einem „heilig“ war, nämlich die eigenen Kindheitserinnerungen, obwohl diesen – wie zuvor erwähnt – ohnehin niemand an den Kragen wollte.

Vielleicht ist das ja ein ganz gutes Beispiel für eine Schwachstelle in unserem Miteinander: Es ist leicht, von den anderen Härte im Nehmen einzufordern („Man wird ja wohl noch sagen dürfen“), aber geht es gegen das, was uns selbst wichtig und heilig ist, dann sieht die Situation schon anders aus. Launige Scherze auf Kosten von Minderheiten? Veganer oder Fleischesser? Klimaschützende Demonstrantinnen Es hatte Kritik an einer sehr stereo- oder fleißige Leistungsbringerinnen? typen, rassistischen Darstellung von Gläubige und Agnostiker? indigenen amerikanischen Ureinwohnern als „edle Wilde“ gegeben, Wer darf sich über wen lustig die suggerierte, es hätte sich seit machen? Wer darf Rücksicht auf die Karl Mays Zeiten nichts verändert eigenen Gefühle einfordern und wer im öffentlichen Bewusstsein. Der nicht? Was ist uns heilig? Als GesellVerlag bedankte sich für das Feed- schaft und jedem oder jeder Einzelback, räumte Fehler ein und gelobte, nen? Fragen, die es in einer reifen daraus zu lernen. So weit, so un- und demokratischen Gesellschaft spektakulär. immer wieder neu zu diskutieren gilt – und sei es anhand eines KinderDoch dann brach ein Sturm der Ent- buches. rüstung los, von Zensur und „CancelALEX ANDR A MANTLER Culture“ war die Rede, und am lauist Redakteurin in der Abteilung testen klagten gerade jene, die sonst Religion im ORF-Radio. gerne den „woken“ Jugendlichen der

Zu „Reise zum Mond“, SAAT 10 Apollo 15-Astronaut James B. Irwin, welcher als erster Mensch am 26. Juli 1971 mit dem Mondmodulauto fuhr, war am 27. Oktober 1989 als Ehrengast in meinem Haus. Vormittags gab es einen Empfang bei Bürgermeister Helmut Zilk mit Eintragung im Goldenen Gästebuch, nach-

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

mittags einen Erlebnisvortrag im Planetarium mit Musikuntermalung der Space-Sinfonie von Siegfried Fietz sowie eine Raumfahrtausstellung mit nummerierten Sonderkuverts (3000 Stk.) mit Sonderstempel und Briefmarke. Veranstalter und Manager war ich gemeinsam mit dem Kulturverein Kreativ. Horst Heinz Vostrovsky, Wien-Inzersdorf


INLAND

Diakoniepreis für zwei Cafés

Digitale Kompetenz & Kaffee

Foto: M. Uschmann

Wie richte ich ein E-Mail-Konto ein? Wie verfasse ich einen Lebenslauf? Antworten auf diese und viele andere alltagsrelevante Fragen gibt es im

Lern- und Kompetenz-Café „connect us“ der Lutherkirche in Wien-Währing & Hernals. Pfarrerin Barbara Heyse-Schaefer und ihr internationales Team von ehrenamtlichen Mitarbeitenden lädt an jedem ersten Donnerstag im Verleihung des Diakoniepreises 2022: Diakonie Kärnten Konrektorin Monat in den Astrid Körner, Bischof Michael Chalupka, Rektor Hubert Stotter, Synodenpräsident Peter Krömer und Gerfried Kirchmeier von der RaiffJugendraum der eisen Landesbank OÖ. Mit Schecks: Marina Enzi (li.) vom „Café GL.U.ECK“ und Pfarrerin Barbara Heyse-Schaefer vom Lern- und Kompetenzcafé Pfarrgemeinde. „connect us“ mit ihren Teams Das Angebot richtet sich einerseits an ältere Per- Evangelischen Kirche“. Betreuungssonen, andererseits an Menschen lehrer war Pfarrer Paul Nitsche. mit Migrationshintergrund. „Dabei TRO können Trainer und Lernende auch mal die Rollen tauschen“, erzählt Heyse-Schaefer. „Flüchtlinge und Studierende aus dem Iran fungieren als Lehrende, bewährte MitarbeiterInnen zeigen sich als unerfahrene Die Bibel steht im Zentrum von Neulinge.“ „Glaube und Heimat“ 2023. Finden Sie einen bunten Strauß BeiEbenfalls prämiert wurde die beste träge zur Bedeutung der Bibel für Vorwissenschaftliche Arbeit im Fach die Evangelischen in Österreich, Religion: Ronja Pfau aus Graz in der Seelsorge oder in Schulen. schrieb über „Gleichgeschlechtlich Auch in der Musik hat die Bibel verpartnerte PfarrerInnen in ihrer einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ebenso erfahren Sie, was es mit dem „Bibliodrama“ auf sich hat. Und schließlich geht es auch darum, wie die Bibel gendersensibel ausgelegt werden kann.

Foto: M. Uschmann

Beim Reformationsempfang wurde wieder der Diakoniepreis vergeben. Gestiftet von der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich und dotiert mit insgesamt 10.000 Euro ging er an das „Café GL.U.ECK“ in Villach sowie das Lern- und KompetenzCafé „connect us“ in Wien-Währing. Das „Café GL.U.ECK“ ist eine Kooperation der evangelischen Kirche im Stadtpark in Villach und der Diakonie de la Tour. Mehrmals in der Woche wird neben der Kirche ein kleiner Schanigarten eingerichtet. So will das Team einen positiven Zugang zur Kirche ermöglichen. „GL.U.ECK“ steht für „Gleich ums Eck“. Ortspfarrer Thomas Körner ist verantwortlich für das Café: „Der Diakoniepreis bestätigt uns, auf dem richtigen Weg zu sein, und motiviert uns, diese Richtung fortzusetzen“. Einen besonderen Dank richtet er an sein Team engagierter Ehrenamtlicher, denn „ohne sie ist auch das beste Konzept nicht umsetzbar. Daher freut mich der Preis für sie ganz besonders.“

„Glaube und Heimat“

Dazu wie immer alle evangelischen Adressen und viele Adressen aus der Ökumene, mit einem Griff zu finden. Einzigartig in Österreich.

„Klimagerechtigkeit“ war das Thema des Reformationsempfangs am 18. Oktober im Wiener Odeon-Theater. „Wir müssen vom Klimaschutz nicht nur reden, sondern ihn auch praktizieren“, so Bischof Michael Chalupka. Die Politikwissenschaftlerin Barbara Blaha sagte, nicht die Verzweiflung sei überzeugend, sondern die Hoffnung. Wolfgang Anzengruber von „CEOs for Future“ sprach von der Jugend als Hoffnungsträgerin. Im Bild VertreterInnen der einladenden Kirchen: Esther Handschin von der Evangelisch-methodistischen Kirche, Landessuperintendent Thomas Hennefeld von der Reformierten Kirche und Bischof Chalupka

€ 17,50 (exkl. Versand) Evangelischer Presseverband, T. 059 1517 950, shop@epv-evang.at

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

3


INLAND / AUSLAND

Tagung für europäische Pfarrerinnen in Wien

Foto: M. Uschmann

Wenn Pfarrerinnen aus ganz Europa nach Wien zu einer Tagung kommen, dann muss es ihnen sehr wichtig sein. So hat die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit dem Seminar zum Thema „Empo-

menden, heute protestantischen Kirche, die in Italien und einigen Ländern Südamerikas verbreitet ist. Unterstützung für Pfarrerinnen in ihrem Land erwartete auch Eva Oslikova: „Wir brauchen professionelle Unterstützungsarbeit vor allem für geschiedene und verwitwete Frauen, aber auch für uns selbst“, betonte die 51-Jährige. In ihrer Heimat Slowakei ist die Pfarrerin seit drei Jahren Vorsitzende für Der „scheinbaren Minderheit der Frauen in Pfarrämtern“ zu widerspreFrauenarbeit. chen war eines der Ziele der GEKE-Tagung in Wien. Oberkirchenrätin BachAngesichts ler, die auch GEKE-Ratsmitglied ist, bei ihrem Eingangsreferat eines Pfarrerwering ordained Women“ offensicht- Mangels in der Slowakei war vor 71 lich einen Nerv getroffen: Am 6. und Jahren die erste Frau ordiniert wor7. Oktober sind rund 20 Pfarrerinnen den; heute seien 40 Prozent der Ordiim Jufa-Hotel in Wien-Simmering nierten in ihrer Kirche Frauen, so zum Arbeiten und zum Gedanken- Oslikova. austausch zusammengekommen.

„Für uns ist es sehr wichtig, dabei zu sein und im Netzwerk mit anderen Kirchen zu sein, weil wir mit 15.000 Mitgliedern eine sehr kleine Kirche sind“, sagte Sophie Langeneck, Pfarrerin in einer norditalienischen Methodistengemeinde. Die 30-Jährige ist Mitglied der Waldenser-Kirche, einer aus dem Mittelalter stam-

Frauen auf Führungsebene in der Minderheit

„Nach vielen Jahren im kirchlichen Dienst sehe ich, dass die Frauen im geistlichen Amt zwar seit über 40 Jahren den Männern rechtlich gleichgestellt sind, aber noch immer eine deutliche Minderheit in den Führungsebenen der Kirchen darstellen.

Diese ‚scheinbare Minderheit‘ bildet nicht die Realität ab“, erklärte Ingrid Bachler, geistliche Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und Mitglied des Rats der GEKE, im Gespräch mit der SAAT. In einem inhaltlichen Impuls zu Beginn der Tagung hob sie hervor, die „Sichtbarkeit der Frauen in ihren geistlichen Ämtern und Funktionen“ stärken zu wollen, im Speziellen in den osteuropäischen Ländern.

Ermutigung zum Networking Ein großer Teil der Führungspositionen werde nicht durch Leistung und Kompetenz errungen, sondern allein über gute Netzwerke, betonte Bachler. Demnach seien die Ermutigung zum Networking und der Austausch untereinander, wie sich die Situation und die Lebenswirklichkeit in den Kirchen für die Pfarrerinnen zeige, ein „wichtiges Anliegen“. Über die Bedeutung guter Vernetzung für Pfarrerinnen referierte bei der GEKE-Tagung Dace DislereMusta, Pfarrerin in Gmünd-Waidhofen/Thaya und aus Lettland stammend. Darüber hinaus sprach Julia Schnizlein, Pfarrerin in Wien-Innere Stadt und gebürtige Deutsche, über „ungeahnte Chancen“ der digitalen Kirche sowie die Simmeringer Pfarrerin Anna Kampl über ihren Weg aus dem tschechischen Riesengebirge nach Wien. MAN/LNK

TV-Gottesdienst „Getragen in diesen Zeiten“ Es sind „herausfordernde Zeiten“ in denen wir leben, sagt Landessuperintendent Thomas Hennefeld. „Die vielfachen Ungewissheiten, Ängste und Sorgen, hervorgerufen durch die Klimakrise, den Krieg in der Ukraine samt atomarer Bedrohung, Inflation und Teuerung und durch die nicht enden wollende CoronaPandemie beunruhigen und verängstigen Menschen.“ Hier könne der Zuspruch Gottes helfen, denn „wir dürfen uns getragen wissen von unserem liebenden und fürsorglichen Gott, ihm vertrauen und

4

daraus Kraft schöpfen für unser Leben in dieser Welt. Wir selbst sollen dabei Trägerinnen und Träger dieser Hoffnung sein.“ So hat der TV-Gottesdienst aus der Evangelischen Pfarrgemeinde Oberwart A.B. im Burgenland am 13. November, in dem der Landessuperintendent predigen wird, den Titel „Getragen in diesen Zeiten“. Seiner Predigt legt Hennefeld einen Bibelvers aus 5. Mose 1,31 zu Grunde: „Da hast du gesehen, wie dich der Herr, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege,

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

den ihr gewandert seid, bis ihr an diesen Ort kamt“ (Zürcher Bibelübersetzung). Musikalische Begleitung: WimmerGymnasium Oberschützen unter der Leitung von Martina Benedek und Elisabeth Bundschuh. Mit dem reformierten Landessuperintendenten Hennefeld feiern Ortspfarrerin Sieglinde Pfänder und Team. TV-Gottesdienst am 13. November aus Oberwart, live auf ORF III. Beginn: 10 Uhr. MAN


INTERVIEW

ÖRK-Vollversammlung: Die Liebe Christi im Zentrum Interview mit Bischof Chalupka und Pfarrerin Harasta Es war im Freien ein riesiges Zeltdach aufgebaut, mit einer großen Bühne. Menschen sind teilweise in ihrer Amtskleidung oder in „Zivil“ aufgetreten, haben gesungen, gebetet, Zeugnis abgelegt. Das hat die Menschen in Bewegung gebracht – auch ganz buchstäblich, dass man auch als ruhigerer Mensch begonnen hat, mitzutanzen.

chen, die nach eigenen Angaben weltweit mehr als 580 Millionen Christinnen und Christen vertritt. Zur 11. Vollversammlung des ÖRK vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe kamen rund 750 Delegierte, über 2000 Beraterinnen und Berater sowie Tagesgäste aus 352 Mitgliedskirchen. Mit dabei waren Bischof Michael Chalupka und die theologische Referentin des Bischofs, Pfarrerin Eva Harasta.

Michael Chalupka: Das Motto zeigt ja zwei Dinge: Einerseits bewegt Jesus Christus die Welt, andererseits zeigt es, dass die Welt zur Versöhnung und Einheit bewegt werden muss. Das haben alle mitgebracht, und es war spannend, dass die weltweite Christenheit ganz andere Blickwinkel auf Bewegungen oder Spaltungen mit sich bringt als wir Europäer. Der Ukraine-Krieg etwa war ein zentrales Thema, aber es hat sich auch gezeigt, wie viele Kriege weltweit geführt werden. Christen aus Äthiopien oder Nigeria, wo auch Kriege toben, haben einen anderen Blick. Das waren bewegende Einblicke.

hin sehr groß. In Karlsruhe wurde die „Ökumenische Dekade der Buße und des praktischen Eintretens für einen gerechten und blühenden Planeten“ ausgerufen. MC: Unser „Jahr der Schöpfung“ war ein Auftaktjahr zu dieser Dekade. Hier haben wir also Rückenwind bekommen.

Fotos: M. Uschmann

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und tritt etwa alle acht Jahre zusammen. Sie ist die einzige Zusammenkunft der Gemeinschaft der Mitgliedskirchen an einem Ort, um gemeinsam zu beten, zu beraten und zu feiern. Der ÖRK mit Sitz in Genf ist eine Gemeinschaft von 352 Kir-

SAAT: Das Motto war: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“. Was hat Sie und die rund 4000 Teilnehmenden besonders bewegt? Eva Harasta: Zunächst die gemeinsamen Gebete und Gottesdienste. Jesus Christus ist der Grund der Gemeinschaft der unterschiedlichen Kirchen, zwischen denen es zum Teil kulturell, theologisch und politisch große Unterschiede gibt. Aber man kommt zusammen, wenn man gemeinsam betet und singt. Da konnte man Elemente der „eigenen“ Glaubenstradition und Gottesdienstpraxis wiedererkennen, aber auch Unterschiede inspirierend erleben.

Umgekehrt: Gab es Impulse aus anderen Ländern für Sie?

MC: Ich möchte beim Klimaschutz bleiben, weil dieses Thema nicht nur vereint, sondern zeigt, wie drängend die Probleme sind. Unter den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen waren auch welche, die nicht nur unter der Klimakatastrophe zu leiden haben, sondern auch unter den Maßnahmen dagegen. Seien es Menschen im Südpazifik, seien es die Samen in Skandinavien. Sie reagieren sehr sensibel darauf, wenn Klimaschutzmaßnahmen ohne ihre Beteiligung getroffen werden. Wenn es etwa heißt, dass Rentiere die Tundra beschädigen. Da geht es ja um Ein großes Thema war Schöpfungs- eine Kultur. Das hat mir verdeutlicht, verantwortung. Konnten Sie mit dem dass wir auf die Stimmen der indi„Jahr der Schöpfung“ den anderen genen Völker und auf die Kirchen des Südens viel mehr hören müssen. Kirchen Impulse mitgeben? Ebenso wie auf die Stimmen bei uns, EH: Es war eine Bestätigung und dass Klimaschutz immer auch ein Bestärkung der vielen Bemühungen soziales Thema ist. für den Klimaschutz in unserer Kirche, dass der Weltkirchenrat auch EH: Auch das Thema Inklusion war stark für den Klimaschutz eintreten ein wichtiger Impuls. Das Votum der möchte. Die Bedeutung des Klima- einzigen europäischen Delegierten Fortsetzung auf S. 16 schutzes ist im Weltkirchenrat ohneSAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

5


INLAND / AUSLAND

Foto: M. Link

Weltgebetstag der Frauen: 70 Jahre gelebte Solidarität Glückwünsche aus vielen Regionen durchgeführt werden, die Lebenssihaben in den vergangenen Wochen tuation von Frauen – und damit auch das Team des Weltgebetstages der meist ihrer Familien – verbessern Frauen (WGT) in Österreich erreicht. und ihre Stellung in Gesellschaft Glückwünsche für sieben Jahrzehnte und Kirche sowie ihre Handlungskompetenzen stärken“, erklärt Projektreferentin Verena Bauer im Gespräch mit der SAAT.

Bildungs- und Friedenserziehung in Palästina oder zur Stärkung junger Frauen in ländlichen Regionen in Kamerun. Die Kollekte sei „ein sichtbares Zeichen des solidarischen Handelns“, hatte Bauer bereits beim ökumenischen Gottesdienst am 17. September in der Gustav-Adolf-Kirche in Wien-Gumpendorf anlässlich des Jubiläums betont. „Zu danken haben wir wahrlich genug: Wie viel Hilfe zur Selbsthilfe durften wir in all den Jahren in unseren Projekten Grundlage der erleben“, erinnerte WGT-Vorsitzende Brigitte Zinnburg an die UnterstütProjektarbeit ist die Kol- zung durch die Kollekte und das lekte. Mit dem Gebet vieler Menschen. bei den ökuAls älteste und größte ökumenische menischen Basisbewegung von Frauen weltweit Gottesdiensten am ersten verbindet der WGT Frauen aus verDas Jubiläum des Weltgebetstages feierten die Mitarbeiterinnen und Weg- Freitag im schiedenen Kirchen und Gemeingefährtinnen in der Gustav-Adolf-Kirche in Wien-Gumpendorf März in Öster- schaften mit Christinnen untergelebter Solidarität. Mit mehr als reich gesammelten Geld werden Pro- schiedlicher Kulturen und Traditionen 380 Projekten hat der WGT seit sei- jekte finanziert, die Hilfe zur Selbst- in aller Welt. Er wird in über 170 Länner Gründung 1952 Frauen und Mäd- hilfe ermöglichen. Dazu zählen dern und aktuell in rund 340 Pfarrgechen in über 100 Ländern unter- Projekte zur sozialen Re-Integration meinden in Österreich gefeiert. stützt. „Die Projekte sollen möglichst von Opfern sexueller Gewalt in der MLK von Frauen selbstverantwortlich Demokratischen Republik Kongo, zu

„Dieses Haus atmet Geschichte“ 100 Jahre Schwedische Kirche und Schwedische Israelmission in Österreich Menschen das Leben retten – was kann es Wichtigeres geben? Während der Nazi-Herrschaft haben dies Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Schwedenmission“ in Wien getan. Das Fundament dafür wurde lange vorher gelegt, nämlich vor genau 100 Jahren. 1922 wurde die Schwedische Kirche in Österreich gegründet, ebenso die Schwedische Israelmission in der Seegasse im 9. Wiener Gemeindebezirk. Sie hatte das Ziel, Jüdinnen und Juden zu missionieren. Im Laufe der Zeit aber rückte das Interesse am Dialog zwischen Judentum und Christentum in den Mittelpunkt. Dramatisch und überlebenswichtig für Jüdinnen und Juden wurde es mit dem „Anschluss“ Österreichs an Hitler-Deutschland im März 1938. Von da an bemühten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schwedischen Mission, allen voran Pfarrer Göte Hedenquist und Schwester Anna-Lena Petersson,

6

darum, den vom Tod bedrohten Menschen zu helfen. Rund 3000 Menschen konnten sie bei der Flucht helfen, ehe die Missionsstation 1941 geschlossen wurde. Das Gedenken an die Kirchengründung und die Schwedenmission war der Anlass für zwei Festgottesdienste am 2. Oktober in Wien: Vormittags feierte in der Schwedischen Kirche in der Gentzgasse in WienWähring Gemeindepfarrer Peter Styrman den Gottesdienst mit seinen Vorgängerinnen und Vorgängern. Zu den Gästen gehörten Bischof Michael Chalupka, der den Schlusssegen spendete, sowie Stefan Fleischner-Janits, Pfarrer der Pfarrgemeinde am Alsergrund in der Seegasse 16. Nachmittags feierte die Pfarrgemeinde in der Messiaskapelle in der Seegasse einen Musikgottesdienst – in jenem Haus, in dem vor 100 Jahren die Schwedische Mis-

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

sion für Israel ihren „Dienst an den Juden“, begann, wie es der ehemalige Pfarrer Hedenquist anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Israelmission beschrieben hatte. Beim Musikgottesdienst würdigte Ortspfarrer Fleischner-Janits in seiner Predigt die Taten und den Mut der Menschen, die damals den Jüdinnen und Juden geholfen haben: „Dieses Haus atmet Geschichte und gibt Zeugnis für die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts, das von Gewalt, Ideologien und Katastrophen geprägt war wie kein anderes“. Heute werde der „Seegassengeist“ in der Geschichte des Hauses auf unterschiedliche Weise spürbar: „In den Gottesdiensten, in den Bibelkreisen und Jugendkreisen. Im gemeinsamen Singen und Beten. Im Helfen und Einander-Beistehen. Im Mutig-Sein, im Stirn-Bieten, im Kämpfen für die gerechte Sache“. MAN


ANGEBOTE

Foto: Pixabay

Weihnachtsgeschenke gefunden Hermann Miklas: Wenn die Vergangenheit Schatten wirft Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit und Geschichte. Und dadurch Versöhnung mit anderen – große Themen, die der „kriminalistische Roman“ von Hermann Miklas, Pfarrer und Superintendent i.R. der Evangelischen Kirche A.B. in der Steiermark, entfaltet. Es ist kein klassischer Kirchen-Krimi, den Hermann Miklas hier vorlegt, vielmehr eine ganz „irdische“ Geschichte. Und doch: Nur ein KirchenInsider konnte sie so schreiben. „Kein klassischer Krimi, sondern einer mit seelsorgerlich-psychologischem Fingerspitzengefühl.“

€ 19,–

inkl. MWSt (exkl. Versand)

GRATIS zu jedem Abo ein Bildkalender 2023, Standard-Ausgabe (A3 offen, siehe S. 20) bei Bestellung bis 18.12.

NEU

SAAT-Abo* € 34,50 (Ö) inkl. MWSt

Jutta Henner: Von Amos bis Zippora Menschen der Bibel, die Sie kennen sollten Die Bibel ist ein unendlicher Schatz. Jutta Henners Buch hilft, ihn zu entdecken. Die Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft stellt 70 Menschen aus der Bibel vor. Dazu beschreibt sie die jeweils passende gesellschaftliche Gruppe. Dieses Buch ist ein Gewinn für alle, die sich zuhause fühlen in der Bibel. Und es öffnet den Schatz der Bibel allen, die erste Schritte machen wollen zum Buch der Bücher.

€ 18,–

inkl. MWSt (exkl. Versand)

Evangelischer Presseverband | 059 1517 950 | epv@epv-evang.at | shop.epv-evang.at * Die SAAT erscheint jeden Monat. Der Preis enthält bereits die Versandkosten innerhalb Österreichs. Das Abo verlängert sich automatisch zum jeweils gültigen Preis, wenn es nicht mindestens 4 Wochen vor Ablauf des aktuellen Kalenderjahres schriftlich gekündigt wird.

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

7


INLAND

Militärseelsorge feierte Jubiläum „Für die Seele Sorge tragen“: Unter diesem Motto lud die Evangelische Militärseelsorge aus doppeltem Anlass zu einem Festakt ins Heeresgeschichtliche Museum in Wien: Seit 65 Jahren gibt es die Evangelische Militärseelsorge in Österreich, und dieses Jubiläum wurde verknüpft mit einer Danksagung für über fünf Jahrzehnte gute und enge Zusammenarbeit mit der Evangelischen Militärseelsorge in Deutschland. Dementsprechend international war die Beteiligung, unter anderem durch Militärbischof Bernhard Felmberg von der deutschen Bundeswehr. Mit dabei war beim Festakt am 13. Oktober auch der neue österreichische Generalstabschef Rudolf Striedinger. „Es war eine Ehre für uns und ein gutes Signal gegenüber Kirche und Militär, dass Generalstabschef Striedinger in seinem ersten offiziellen Akt nach seiner Bestellung an unserer Feier teilgenommen hat“, sagte Militärsuperintendent KarlReinhart Trauner im Gespräch mit der SAAT. Es zeige, dass die Militärseelsorge eine gute und wichtige Position innerhalb des Militärs habe. Dies unterstrich der Generalstabschef, der in seiner Zeit als Militärkommandant in Niederösterreich die gute Arbeit der Militärseelsorge zu schätzen wusste: „Hier gibt es einen Blick in die Truppe, der ganz besonders und sehr wertvoll ist, denn Militärseelsorger können zuhören“.

In seiner Predigt im Festgottesdienst betonte Militärsuperintendent Trauner, „dass eine christliche Militärseelsorge als ihr Zentrum und das ihrer Arbeit nur Gott sehen kann“. Das gelte für alle Arbeitsbereiche der Militärseelsorge, die „seelsorgerliche Begleitung im In- und Ausland, ein sehr vielgestaltiges liturgisches Handeln bei Gottesdiensten und den militärethischen Bildungsbereich“. Die Militärseelsorge sei „zu verstehen als Teil der Gesamtkirche, auch wenn vieles anders ist als in der Pfarrgemeinde“. Bischof Michael Chalupka ortete in seinem Grußwort eine „Lerngemeinschaft, bei der beide voneinander lernen. Denn in Österreich befindet sich die Evangelische Kirche in der Diaspora – eine Situation, die auf alle Kirchen in Europa zukommt. Und in der große Kirchen von kleinen Kirchen lernen können.“ Der Leistung der Militärseelsorge gelte „höchste Anerkennung“, und zwar in allen Zeiten, nicht nur in Krisen. Der katholische Militärerzdekan Harald Tripp betonte die seit Jahrzehnten gute Zusammenarbeit der Konfessionen: „Das Evangelium ist das Kernanliegen unserer Arbeit, denn wir Christen und Christinnen sollen Zeugen sein für die Hoffnung und Zuversicht.“

Wahl der Mitarbeitervertretung Weil es zu wenige Bewerbungen für die Wahl zur Mitarbeitervertretung gab, musste die Wahl am 10. Oktober abgesagt werden. Nun wurde sie erneut angesetzt, diesmal am 10. Mai 2023. Bei dieser Wahl wählen die weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Vertretung gegenüber dem Dienstgeber Evangelische Kirche. Die Wahl wird per Briefwahl erfolgen. Wählen können alle weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vor dem Wahlstichtag am 10. November 2022 das 16. Lebensjahr vollendet haben und bei der Evangelischen Kirche voll-, teilzeitoder geringfügig beschäftigt sind. Das passive Wahlrecht haben alle aktiv Wahlberechtigten, die die Volljährigkeit erreicht haben und am Stichtag voll- oder teilzeitbeschäftigt sind. Interessierte können ihre Bewerbung an den Vorsitzenden des Wahlausschusses, Marcel Hahn, schicken: marcel.hahn@evang.at Die Vertretung der weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert sich um deren arbeitsrechtliche Interessen. Gegenüber der Evangelischen Kirche als Dienstgeberin hat sie sämtliche Vertretungsrechte, etwa das Auskunfts-, Anhörungs-, sowie das Informationsrecht.

MAN

RED

Foto: M. Uschmann

Persönliches Geschenk zu Weihnachten

8

lich, weil in der rechten oberen Ecke der Name eingeprägt wird. Das Gesangbuch gibt es in verschiedenen Ausführungen: die edle Premiumausgabe in schwarzem Leder mit goldener Prägung des Vor- und Familiennamens oder die bekannte Ein Weihnachtsgeschenk zu finden, Ausführung mit Kunststoffeinband kann schwierig sein. Seit Jahren mit silberner Namensprägung in beliebt ist das ganz persönliche vier verschiedenen Farben. Das Evangelische Gesangbuch. Persön- Evangelische Gesangbuch in der Pre-

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

miumausgabe Leder schwarz kostet € 44,80 pro Stück, die Gesangbücher in rotem, blauem, grünem oder schwarzem Kunststoffeinband kosten € 23,80. Bei Bestellung bis zum 12. Dezember garantieren wir, dass das persönliche Gesangbuch unterm Christbaum liegen kann. Die Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer, exklusive Versand. Bestellungen: shop@epv-evang.at oder unter: shop.epv-evang.at RED


G

leich drei Diözesen feierten heuer ihr 75-jähriges Jubiläum: Die Diözesen Steiermark, Kärnten und Niederösterreich wurden 1947 gegründet. Dabei hätte es auch ganz anders kommen können. Gerhard May, Bischof von 1944 bis 1968, erinnerte sich 1962: „1945 erwarteten viele den Untergang der evangelischen Kirche. Ihre Gegner rechneten mit ihrer Selbstauflösung, denn sie sei in Österreich ja doch nur ein fremdes Gewächs …“ Mays Erinnerung bestand durchaus zu Recht. Da waren zunächst einmal die Kriegsfolgen, die nahezu ganz Europa vor denkbar schwierige und anstrengende Aufgaben stellten. Dazu kamen für die Evangelische Kirche besonders drei Bereiche, die auf eine rasche Lösung drängten: die geographische Unausgewogenheit der kirchlichen Organisation, die Zunahme der Evangelischen in Österreich sowie die politische Einordnung in das neue Österreich.

Ins neue

Foto: Archiv Superintendentur NÖ

Österreich

1947 gab sich die Evangelische Kirche ihre heutige Gestalt

Kirchweihe der Dreieinigkeitskirche Gloggnitz am 23. Mai 1948 in der 1947 neu gegründeten Diözese Niederösterreich. Mit dabei das Presbyterium, die Pfarrer Heinz Schäfer und Karl Erich Fuchs sowie Superintendent Fritz Heinzelmann NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

9


T H E M A: I N S N EU E ÖS T E R R E I CH

Zur Erinnerung: Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen der rung war damit frei. Noch im Frühjahr 1946 wurden die SuKirche stammten noch aus der Monarchie und waren schon perintendenten der neuen Superintendenzen A.B. gewählt: lange nicht mehr aktuell. Dazu gehörte etwa, welche Rolle Leopold Achberger für die Steiermark, Friedrich (Fritz) Heinder Kaiser in der Evangelischen Kirche spielt, also ob er das zelmann für Niederösterreich, Georg Traar für Wien und Fritz Oberhaupt der Evangelischen Kirche ist. Nur punktuell hatte Zerbst für Kärnten. Die Wahlen erfolgten nicht durch eine es Veränderungen gegeben: 1939 wurde das Kir- Superintendentialversammlung, sondern durch die Presbytechenbeitragsgesetz, 1940 das Bischofsamt rien. Auch für die Kirche H.B. wurde mit Johann Karl Egli ein eingeführt. Es bestanden bis 1947 ledig- neuer Superintendent (damals noch nicht „Landessuperintenlich drei Superintendenzen A.B. und eine dent“) gewählt. Superintendenz H.B., dementsprechend groß war deren Ausdehnung: Die Wie- Nach den Bestimmungen des Protestantenpatents von 1861 ner evangelische Superintendenz H.B. war es aber notwendig, dass der Staat die Wahlen bestätigte. umfasste neben den Wiener Pfarrge- Dies wies die Republik jedoch zurück, weil bei Leopold Achmeinden H.B. die Gemeinde H.B. im berger im Raum stand, dass er möglicherweise nationalsoziburgenländischen Oberwart sowie das alistisch belastet sei. Erst nach Interventionen von BundesBundesland Vorarlberg, das insgesamt der kanzler Leopold Figl wurde die Wahlbestätigung erteilt und Kirche H.B. zugeordnet war. konnten 1947 die neuen Superintendenten amtseingeführt werden. Damit erhielt die Evangelische Kirche in Österreich Während die burgenländische Superintendenz A.B. weit- im Wesentlichen ihre heutige Gestalt und Ausprägung. Angehend homogen und mit dem Bundesland Burgenland de- fangs hatte ein Superintendent neben seinem Amt auch ein ckungsgleich war, umfasste die oberösterreichische Super- Gemeindepfarramt zu betreuen. Ähnlich, wie das bei der Kirintendenz A.B. die Bundesländer Oberösterreich, Salzburg che H.B. nach wie vor ist. In weiterer Folge traten die Superinund Tirol. Die weitaus größte Superintendenz A.B. war jedoch tendentialversammlungen zusammen. Mit den neuen Superdie Wiener. Zu ihr gehörte nahezu halb Österreich, nämlich intendenzen war die Neuordnung der Kirche gelungen. die Bundesländer Kärnten, Steiermark, Niederösterreich und Wien. Diese Unausgewogenheit war schon seit 1918 ein Pro- Im September 1948 versammelten sich in Treffen in Kärnten blem – und sie bestand noch 1945. Sie wurde durch die In- die Superintendenten A.B., um die Grundlagen der weiteren tegration der „volksdeutschen“ Flüchtlinge, die ab 1944 nach Entwicklung zu beratschlagen. Dabei wurde unter anderem Österreich kamen, noch verstärkt. Etwa 60.000 bis 70.000 von das Recht der Kirche, sich selbst eine Kirchenverfassung zu geihnen blieben in Österreich; das entspricht, an den heutigen ben, herausgearbeitet und der presbyterial-synodale Aufbau Zahlen gemessen, knapp zwei Superintendenzen!

„Glaube oder Heimat“ wurde zu „Glaube und Heimat“

epv

„Freie Kirche im freien Staat“

Komplex gestaltete sich die politische Einordnung in das neue, demokratische Österreich. Das galt sowohl für die Evangelischen Kirchen wie auch für den Staat. Die Kirche musste sich in einem Staat neu erfinden, der sich seinerseits gerade neu erfand. Einerseits sahen manche die Evangelische Kirche noch als „Nazi-Kirche“, weil im Zuge des „Anschlusses“ 1938 viele Evangelische in Österreich begeistert waren, zum „Heimatland Luthers“ dazuzugehören, andererseits distanzierte sich das neue Österreich von der Politik des Ständestaates, in der das gesellschaftliche und politische Leben zwischen Staat und Katholischer Kirche eng verwoben war, und bemühte sich um eine gesamtgesellschaftliche Integration als Basis des neuen Österreich. Die Evangelische Kirche vollzog nun ihrerseits eine Hinwendung zu einem bisher unbekannten Österreich-Bewusstsein: Bischof Gerhard May bemühte sich regelrecht um ihre „Austrifizierung“. Kirche und Staat fanden nicht nur bei der gegenseitigen Anerkennung, sondern auch bezüglich einer stärkeren Trennung von Kirche und Staat ei- Die Diözesen der heutigen Evangelischen Kirche entsprechen weit nen Konsens. Die Kirche verordnete sich politische Abstinenz dern. Die Karte liegt dieser SAAT bei – eine offizielle und strategische Entscheidung, angeregt und getragen durch den damaligen Bischof May. Der Staat signali- vereinbart. Konsensgespräche mit dem Superintendenten sierte Offenheit gegenüber der Neuordnung der Kirche. H.B. folgten. Die Superintendentenkonferenz 1948 bildete die Grundlage für die Generalsynode 1949, auf der die bis heute 1946 wurde der langjährige Superintendent der (großen) Wie- gültige Kirchenverfassung beschlossen wurde. Darin wurde ner Diözese, Johannes Heinzelmann, pensioniert. Im selben außerdem festgelegt, dass jede Superintendenz nach MögJahr wurde staatlicherseits die Kirche wieder als Körperschaft lichkeit mit einem Bundesland deckungsgleich sein sollte, was öffentlichen Rechts anerkannt und damit ein Grundbaustein gerade für die Superintendenzen Wien und Niederösterreich ihrer rechtlichen Stellung gesetzt. Der Weg zur Umstrukturie- jedoch noch einer längeren Umsetzung bedurfte. 1964 er-

10

NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG


folgte schließlich die Teilung der großen oberösterreichischen Superintendenz in die (neuen) Superintendenzen Oberösterreich sowie Salzburg/Tirol. Manches blieb noch offen. Das betraf vor allem die Neuordnung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche. Nun zeigte sich aber der Erfolg der Bestrebungen Gerhard Mays angesichts der Konstituierung des neuen Staates Österreich und welche Rolle die Evangelische Kirche dabei spielte. Auch dass die Superintendenzen nunmehr weitgehend den Bundesländern entsprachen, konnte staatlicherseits als positive Annäherung verstanden werden. Wie sehr sich das Verhältnis zum Staat gewandelt hatte, wurde auch durch die Errichtung einer Evangelischen Militärseelsorge (1957) deutlich, die vom Staat finanziert wird. Im Jahr 1969 wurde für den Leiter der Evangelischen Militärseelsorge der Titel „Militärsuperintendent“ eingeführt. Einen rechtlichen Abschluss fand die Entwicklung mit dem Protestantengesetz des Jahres 1961, das nach den Vorstellungen des zuständigen Bundesministers für Unterricht, Heinrich Drimmel, den Grundsatz „Freie Kirche im freien Staat“ umsetzte. Im gleichen Jahr wurde das Amt des Superintendenten in der Kirche A.B. von der Führung eines Pfarramts gelöst, womit die Stellung der Superintendenten gestärkt wurde. Waren viele Evangelische Österreichs in der Zwischenkriegszeit vor der Alternative „Glaube oder Heimat“ gestanden, so benannte man nun programmatisch den „Evangelischen Kalender für Österreich“, der 1947 (!) im ersten Jahrgang erschien, „Glaube und Heimat“. 1947 trat die Evangelische Kirche A.B. dem Lutherischen Weltbund und beide Evangelischen Kirchen 1948 dem Ökumenischen Rat der Kirchen bei – auch dies ein Beispiel für die neue Positionierung der Evangelischen Kirchen.

Die Einführung der Superintendenturen diente nicht zuletzt der erfolgreichen gesellschaftlichen und politischen Integration der Evangelischen Kirche im neuen Österreich. So war bei den Jubiläums-Festveranstaltungen 2022 die Frage nach der Rolle der Evangelischen Kirche in Gegenwart und Zukunft ein wichtiges Thema. Und es zeigt sich: Der Blick ausschließlich auf den eigenen Kirchturm ist heute nicht mehr vorstellbar. So beging man anlässlich des Jubiläums in der Superintendenz Niederösterreich ein multireligiöses Friedensgebet. Die öffentliche Wahrnehmung ist heute positiv, sind sich der niederösterreichische Superintendent Lars MüllerMarienburg und Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour sicher. Das zeigte sich auch in der Festsitzung der niederösterreichischen Diözese am 21. Oktotgehend den Bundeslänber: Landeshauptfrau Johanna MiklLeitner lud die Superintendentialversammlung in den Landtagssitzungssaal des Landhauses in St. Pölten ein. Mit dabei waren Fest- und Ehrengäste aus Politik, Kirchen, Religionen und öffentlichem Leben. Bei dem Festakt übergaben Superintendent Müller-Marienburg und Superintendentialkuratorin Malekpour einen Text für eine „Zeitkapsel“, die anlässlich der 100-Jahr-Feiern des Landes Niederösterreich im Haus der Geschichte – Museum Niederösterreich deponiert wird. Darin steht unter anderem: „Eine

WISSEN

Superintendent: lat., gleichbedeutend mit griech. „episkopos (Bischof)“, d.h. Aufseher. Der Begriff „Superintendent“ hat hierzulande eine lange Tradition: Er wird bereits im Toleranzpatent 1781 erwähnt, erst rund 70 Jahre später wird den Evangelischen der Begriff „Pfarrer“ zugestanden (davor: „Pastor“). Superintendentur: Dienststelle des Superintendenten/der Superintendentin Superintendenz (Diözese): Wirkungsbereich des Superintendenten/der Superintendentin Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich ist in sieben Diözesen bzw. Superintendenzen aufgeteilt. Vorarlberg gehört zur Evangelischen Kirche H.B. In Klammern die gerundete Zahl der Evangelischen sowie die Anzahl der Pfarrgemeinden (Quelle: „Glaube und Heimat 2023“): Burgenland (30.200; 29); Kärnten/ Osttirol (44.800; 33); Niederösterreich (35.500; 28); Oberösterreich (45.700; 34); Salzburg/Tirol (24.400; 16); Steiermark (34.500; 30); Wien (42.000; 21)

unserer wichtigsten Aufgaben ist es – gerade in Anbetracht von Bedrohungen – Hoffnung zu geben.“ Weitere Texte kommen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Diözesanbischof Alois Schwarz und anderen. Malekpour betont, dass es im Jubiläumsjahr nicht um ein „Dauerfeiern“ gegangen sei, „sondern das Jahr ist eine Chance“, wieder in die Wahrnehmung der Menschen zurückzukehren nach dem „Dornröschenschlaf der Pandemie“.

Der Blick ausschließlich auf den eigenen Kirchturm ist heute nicht mehr vorstellbar Grenzübergreifende Beziehungen gehören ebenso dazu, wie Feierlichkeiten in der Steiermark zeigen: Das Jubiläum begingen die Superintendenz Steiermark und die Evangelische Kirche in Slowenien unter anderem beim grenzüberschreitenden Gustav-Adolf-Fest in der Kirche in Murska Sobota (Olsnitz). Neben dem 75-Jahr-Jubiläum wurden auch 100 Jahre Unabhängigkeit der Evangelischen Kirche Slowenien gefeiert. Und bei einem Festakt am Reformationstag in der Grazer Heilandskirche wurde die Festschrift „Innovation und Tradition“ präsentiert. Der neue Landeshauptmann der Steiermark, Christoph Drexler, nutzte die Gelegenheit, zum ersten Mal vor den VertreterInnen der Religionsgemeinschaften ein Grußwort zu sprechen. Bereits im März hatte Superintendentialkurator Michael Axmann in einem Interview mit der SAAT betont, dass es bei den Feierlichkeiten weniger um eine Rückschau gehe, „denn wir wollen das Jubiläum nutzen, uns mit der Zukunft zu beschäftigen“. Der Kärntner Superintendent Manfred Sauer und Superintendentialkuratorin Helli Thelesklaf sehen ebenfalls „ein sehr ausgeprägtes evangelisches Bewusstsein“ in ihrer Diözese. Das zeige sich, so Thelesklaf, beispielsweise an den „Europäischen Toleranzgesprächen“ in Fresach: „Die wirken in ganz Kärnten und auch international“. K A R L- R E I N H A R T T R AU N E R

is t M i l i tä r su p e r i nte n d e nt , H is to r i ke r u n d Pr i va td oze nt .

NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

11


KINDERPÄDAGOGIK

Jakob segnet Josef Für die Gestaltung von Kindergottesdiensten wird in vielen Pfarrgemeinden der Text-Themenplan verwendet, der von einer Kommission des Gesamtverbandes für Kindergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit österreichischer Beteiligung erstellt wird. Der aktuelle betrifft die Kalenderjahre 2021 bis 2023 und kann bei der Evangelischen Jugend Österreich bestellt werden: https://www. kindergottesdienst.at/ejoe/

Foto: M. Uschmann

Sowohl übergeordnete Themen als auch Bibelstellen bieten einen guten Rahmen für die Kindergottesdiensttätigkeit. Mit dieser hilfreichen Orientierung müssen nicht erst mühsam eigene thematische Schwerpunkte oder biblische Bezüge gesucht und gefunden werden. Aktu- tesdienst beziehen sich oftmals auf elle Materialien für den Kindergot- den Text-Themenplan. Im November

Text Josef wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer. Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und gegen ihn kämpfen und ihn verfolgen, so bleibt doch sein Bogen fest und seine Arme und Hände stark durch die Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und Fels Israels. Von deines Vaters Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Flut, die drunten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibs. Die Segnungen deines Vaters waren stärker als die Segnungen der ewigen Berge, die köstlichen Güter der ewigen Hügel. Mögen sie kommen auf das Haupt Josefs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!

12

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

2022 wird „Josef und seine Brüder“ empfohlen. Eine gezielte Auswahl der umfangreichen und überwiegend sehr bekannten Erzählungen aus dem 1. Buch Mose, Kap. 37-50, wird genannt. Josef, aber auch die anderen Handelnden der biblischen Erzählungen bieten vielfältige Anknüpfungspunkte im Leben von Kindern und Erwachsenen. Ausgehend vom Segen, den Jakob seinem Sohn Josef zuspricht, wird eine Gestaltungsidee vorgestellt. In der Bibel ist dieser in 1. Mose 49,22-26 nachzulesen. In einem Dreischritt wird zuerst pantomimisch dargestellt, dann der Text gesprochen bzw. gelesen und abschließend auf einer leeren Postkarte gestaltet. Die sprachlichen Bilder lassen sich gut in Bewegungen mit dem ganzen Körper umsetzen. DAGMAR L AGGER

ist Institutsleiterin Ausbildung Wien an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems.

Bewegung im Kreis aufstellen, in die Hocke gehen langsam aus der Hocke aufrichten mit den Armen eine Baumkrone bilden Füße gut an den Boden drücken Hände aus der Baumkrone stecken und Verästelung mit Fingern anzeigen Hände abknicken Mit der gegenüberstehenden Person Blickkontakt aufnehmen Fäuste ballen Spannen eines Bogens mit Armen und Oberkörper andeuten breitbeinig aufstellen, Arme schräg nach oben ziehen Blick nach oben richten Arme zum Empfang des Segens öffnen und Augen schließen Augen öffnen, Blick nach unten richten sich selbst umarmen linkem und rechtem Nachbarn die Hand geben linke Hand auf rechtes Schulterblatt des linken Nachbarn rechte Hand auf linkes Schulterblatt des rechten Nachbarn


PORTRAIT / PRAXIS

„Ich habe mich nach einer breiteren Sichtweise auf die Welt gesehnt.“ Es war eine Sehnsucht, die die Berlinerin Maria Schulenburg nach mehreren Aufenthalten in Ostafrika, wo sie in der Entwicklungszusammenarbeit mitwirkte, zum Evangelischen Arbeitskreis für Weltmission (EAWM) in Wien führte. Dort arbeitet Schulenburg seit dem 1. September als Referentin für Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Bildungsarbeit in Österreich. „Teil der Bildungsarbeit ist die Betreuung unseres Archivs, zu dem die transparente und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte gehört. Zu meinen Aufgaben zählt, dafür zu sorgen, dass das Archiv für Interessierte zugänglich ist“, erklärt Schulenburg im Gespräch mit der SAAT. „Momentan arbeite ich mich in die seit Gründung des EAWM 1951/52 gewachsene Projektstruktur mit den vielfältigen tragfähigen persönlichen Beziehungen in Ghana ein“, gibt die 40-Jährige Einblick in ihre Arbeit. Ghana ist neben Kamerun, Uganda und dem Südsudan eines der Länder,

in denen der EAWM Menschen unterstützt, etwa in der Bildungsund Frauenarbeit.

Foto: privat

„Brücken bauen und Partnerschaften leben“

Ausgleich findet Schulenburg in ihrer Familie und in der Natur. „Wir sind viel draußen, und wir haben auch zwei Bienenstöcke“, verrät die Mutter von drei Kindern, die alle in der Lutherischen Stadtkirche in Wien getauft wurden. Gemeinsam mit ihrem ebenfalls aus Berlin Maria Schulenburg mit ihrem Drahthaar Vizsla Alma stammenden Mann, ihren Kindern im Alter zwischen vier beit ergebe. „Das heißt: Brücken und neun Jahren sowie zwei Hunden bauen und Partnerschaften leben lebt Schulenburg im dicht besiedel- zwischen den Projekten in Ghana, Kamerun und dem Südsudan sowie ten 7. Wiener Gemeindebezirk. der Bildungsarbeit hier in ÖsterDaran, wie verbunden sie sich nach reich“, betont Schulenburg und verwie vor mit den Menschen in den weist schließlich auf das JohannesProjektländern fühlt, lässt Schulen- evangelium: „Immer mit dem Ziel, burg keinen Zweifel. Für sie sei die dass alle Menschen ein Leben in Brückenbauerfunktion „besonders Fülle haben“. reizvoll“, die sich aus den beiden MICHAEL LINK Bereichen Projekt- und Bildungsar-

Taufanmeldung – aber wo? das Schild gepflegt (und sauber) ist und alle wesentlichen Informationen enthält. Und eine Fußmatte mit dem Schriftzug „Herzlich willkommen“ – oder wo auch immer diese beiden Worte Familie Schmidt begrüßen – wirkt immer freundlich. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass Familie Schmidt weiß, wo das Pfarr- oder Gemeindehaus liegt und wie sie dorthin und hinein kommen. Freilich: In Zeiten des Internets finden sich viele Wege leichter als früher – dennoch ist dieses Gebäude ein wichtiges Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Dies ist den meisten Pfarrgemeinden Schild, auf dem Namen stehen, wer nicht bewusst und wird daher gern mich erwartet und wann. Übrigens: vernachlässigt. Dabei ist es – meist – Sind die Anmeldungszeiten nur vor- das größte „Medium“ (nach der Kirmittags, müssen Vater und Mutter, che), das einer Pfarrgemeinde zur so sie berufstätig sind, für diesen Verfügung steht. Gang Urlaub nehmen, wenn beide MARCO USCHMANN mitwollen. Sehr wichtig ist es, dass als Gemeinde- oder Pfarrhaus zu identifizieren? Gibt es ein Schild am Haus oder groß über dem Eingang mit dem Namen der Pfarrgemeinde? Schön ist auch ein freundliches

Foto: M. Uschmann

Zur Erinnerung: Familie Schmidt möchte ihren Nachwuchs taufen lassen und ist auf dem Weg zur Taufanmeldung. Nachdem sie zunächst im Internet recherchiert haben, sind sie zum Gespräch aufgebrochen. Dem Schaukasten sind sie bereits über den Weg gelaufen. Nun geht es zum Gemeindehaus beziehungsweise Pfarrhaus. Auch das betrachten wir hier unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit. Die erste Herausforderung ist für Schmidts, das Gebäude zu finden: Gibt es Hinweisschilder? Wo stehen sie? Vielleicht gibt es im Stadtteil oder im Bezirk schon hier und da ein Hinweisschild auf die Pfarrgemeinde – das hilft enorm beim Finden der Pfarrgemeinde (und ruft auch sonst die Kirche bei den Menschen in Erinnerung). Wenn Familie Schmidt nun vor dem Haus steht: Ist das Gebäude

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

13


THEOLOGIE

„Prüfet alles, das Gute behaltet“ 500 Jahre evangelische Bibelübersetzung Am 7. November 1522 verbot Herzog Georg der Bärtige das Neue Testament. Niemand durfte in seinem Teil Sachsens das Neue Testament besitzen. – Nun, nicht das Neue Testament verbot der Herzog, sondern eine bestimmte Übersetzung: Martin Luthers Septembertestament.

Grundstein lutherischer Identität geworden. Es ist 500 Jahre her, dass sie die Neue war, die sich rechtfertigen musste. Aber sie ist auch nach 500 Jahren noch immer ein „Work in Progress“: 1892, 1912, 1984 und zuletzt 2017 wurde sie überarbeitet. Kontinuierlich wird die Übersetzung geprüft. Aber wie lässt sich eine Das Septembertestament verkaufte Übersetzung überprüfen? Martin sich da gerade wie wild. Drei Monate Luther antwortete: „[D]as [ist] der nach Erscheinen waren die 3000 rechte prufesteyn alle bucher zu Exemplare der Erstauflage schon taddelln, wenn man sihet, ob sie verkauft. Luther sprach sich aber Christum treyben“ (WADB 7,384). gegen einen einfachen Wiederab- Jesus Christus ist, so Luther, die druck aus. Er sah selbstkritisch Mitte der Schrift – für die biblischen einiges Verbesserungspotential. Vor Schriften selbst und für ihre Weihnachten 1522 erschien das Übersetzung. „Dezembertestament“, überarbeitet an 576 Stellen. Die Bibelübersetzung Diesen Satz verband Martin Luther, wurde zu einem Mammutprojekt, je älter er wurde, aber immer mehr das Luther und eine Gruppe Witten- mit einer feindseligen Abwertung berger Theologen auf Jahrzehnte des Judentums. Luther meinte, das beschäftigte. 1530 beschreibt er die Evangelium – die frohe Botschaft – Arbeit so: „Und ist uns wohl oft zu vertreten, wenn er Vorurteile begegnet, daß wir vierzehn Tage, über das Judentum und über drei, vier Wochen haben ein einziges Jüdinnen und Juden verbreitete und Wort gesucht und gefragt, haben’s wenn er sagte, dass die Schriften der dennoch zuweilen nicht gefunden“. hebräischen Bibel ohne Glauben an (WA 30/2, 636) Jesus Christus nur falsch gedeutet werden könnten. Das ist ein FehlurHeute ist die Lutherbibel zu einem teil, von dem sich die evangelischen

Neu im Amt Ordiniert und in ihr Amt eingeführt wurden: Pfarrerin Lydia Lauxmann, Tulln (NÖ) Pfarrerin Katharina Payk, Hochschulseelsorgerin Wien Pfarrer Benjamin Pölzleitner, Bad Goisern (OÖ) In ihr Amt eingeführt wurden: Alexander Bach, Fachinspektor an Pflichtschulen in Kärnten Pfarrer Karlheinz Böhmer, Fürstenfeld (Stmk) Pfarrer Wilfried Fussenegger, Bürmoos (Sbg)

14

Pfarrerin Verena Groh, Wien-Donaustadt Pfarrerin Rahel Hahn, Villach – Kirche im Stadtpark (Ktn) Pfarrer Erich Klein, Kapfenberg (Stmk) Pfarrer Thomas Körner, Villach – Kirche im Stadtpark (Ktn) Pfarrer Arndt Kopp-Gärtner, Gefängnisseelsorger Justizanstalt Graz-Karlau (Stmk) Siegfried Kröpfel, Fachinspektor an Höheren Schulen in Oberösterreich Pfarrer András Pál, Bruck an der Mur (Stmk) Pfarrer Andrei Pinte, St. Ruprecht bei Villach (Ktn)

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

Kirchen seit einiger Zeit distanzieren. 1984 erklärte die 7. Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds in Budapest: Die kritische Aufarbeitung von Luthers antijüdischen Schriften ist eine wichtige Aufgabe für die lutherischen Kirchen. Der Lutherische Weltbund, dem auch die Evangelische Kirche A.B. angehört, sagte damals: „Viele der antijüdischen Äußerungen Luthers sind im Lichte seiner Polemik gegen das zu verstehen, was er als Fehldeutungen der Schrift verstand“. Bei der 13. Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds 2023 in Krakau wird das Verhältnis zum Judentum ein zentrales Thema sein. Luthers Antijudaismus hat auch seine Bibelübersetzung beeinflusst und kann sich so unbemerkt einnisten, wenn man die Lutherbibel unkritisch verwendet. Ein Versuch, eine evangelische Übersetzung vorzulegen, die sich dieser Herausforderung bewusst ist, ist die „Bibel in gerechter Sprache“ (www.bibel-ingerechter-sprache.de). Sie legt kontinuierlich auf Gerechtigkeit wert: im Hinblick auf den christlich-jüdischen Dialog, auf Geschlechterfragen und im sozialen Sinn. Ich lade Sie ein, einen Blick hineinzuwerfen. Manchmal befremdlich, manchmal erstaunlich: Es ist eine Herausforderung, diese Übersetzung zu lesen. Es führt aber in ganz neue Gedanken über biblische Texte – gerade, wenn man sie neben der Lutherbibel und anderen Ausgaben verwendet. Die Bibel in gerechter Sprache macht mir Hoffnung. Dass Jesus Christus für Evangelische die Mitte der Schrift ist, bleibt bestehen. Es lässt sich auch ohne Abwertung des Judentums vertreten, wenn man festhält: „Der wahre Sinn“ der biblischen Schriften ist keine ein für alle Mal feststehende These, sondern etwas Lebendiges, das sich im Hören auf die biblischen Schriften und in ihrer Auslegung in Gemeinschaft einstellt und entfaltet. E VA H A R A S TA

ist theologische Referentin des Bischofs.


LITERATURSALON / BIBLISCHE FIGUREN

„Schlangengrube“ im Dorfleben? Juli Zeh muss man wohl kaum vorstellen: Sie ist neben ihrer Tätigkeit als Richterin am Verfassungsgericht Brandenburg seit Jahrzehnten als Autorin erfolgreich. Die Verfilmung ihres 2016 erschienenen Romans „Unterleuten“ lief 2020 auch im ORF (mit der Österreicherin Miriam Stein in einer der Hauptrollen). Und so wie der Titel dieses Romans mit der doppelten Bedeutung spielt – einerseits der Name eines Dorfs, andererseits der Anklang an „inmitten von Menschen“ –, so ist bei „Über Menschen“ sicher beabsichtigt, dass die Leserinnen und Leser dabei auch an Nietzsche und den Nationalsozialismus denken: an Übermenschen. Solche finden sich im brandenburgischen Dorf Bracken, das diesmal der Schauplatz ist, zwar nicht andeutungsweise, dafür jedoch andere, von der Autorin plastisch gezeichnete Typen.

downs im Frühjahr 2020 aus Berlin aufs Land entflieht und ein eigenes Haus samt Garten bezieht. Die Klischees, man kann auch sagen: die gegenseitigen Vorurteile zwischen Stadt- und Landbewohnern, kommen hier klarerweise zum Tragen, aber es macht die Qualität des Romans aus, dass diese nicht einfach affirmiert, sondern differenziert betrachtet und zumindest teilweise durchbrochen werden.

Was sonst noch eine Rolle spielt: Tiere, Politik und Nachbarschaft. So heißen drei zentrale Kapitel: Franzi/ Horst Wessel/Rochen (bei Letzterem handelt es sich jedoch um den Hund der Protagonistin). Die Sprache, deren Juli Zeh sich bedient, kommt erfreulicherweise ohne jeden umständlichen juristischen Zungenschlag aus, und es gelingen ihr Beobachtungen und Einsichten in die heutige Zeit und Gesellschaft wie diese: Hauptperson ist Dora, eine Werbe- „Fest steht, dass alle Angst haben texterin, die während des Lock- und dabei meinen, dass nur die

eigene Angst die richtige sei“ (S. 295). Ob sich das Dorf Bracken auch, wie es in Rezensionen von „Unterleuten“ geheißen hatte, als Schlangengrube herausstellt? Das soll hier nicht verraten werden. ROL AND K ADAN

ist Lehrer für Evangelische Religion und Latein sowie Buchautor.

Juli Zeh

Über Menschen

Luchterhand 2021 416 Seiten € 22,70

Löwen in der Bibel In biblischer Zeit gab es ihn noch im Land der Bibel, den Löwen. Bewundert und gefürchtet zugleich war dieses in Rudeln lebende Raubtier. Besonders Viehherden waren von Löwen bedroht; das laute Schreien der Hirten zur Abwehr der Löwen war nicht immer erfolgreich (Jes 31,4). David kann allerdings dem angesichts des übermächtigen Philisters Goliath besorgten König Saul stolz berichten, er habe auf Löwen, die ein Tier aus seiner Herde geraubt hatten, eingeschlagen und das Tier befreit (1 Sam 17,34-37). Auf die Nachtaktivität (nicht nur) der jungen Löwen, die sich mit Tagesbeginn wieder in ihre Höhlen zurückziehen, spielt Ps 104,20-22 an. Das Brüllen hungriger Löwen und ihre beängstigenden Zähne dienen der Bibel zum Vergleich für übermächtige (menschliche) Gegner (Ps 17,12; 22,14). Im Neuen Testament wird vor dem Auftreten des Teufels, der wie ein brüllender Löwe unterwegs sei, gewarnt

(1 Petr 5,8). Der Mut und das furchtlose Auftreten junger Löwen können als Bild für gerechte Menschen stehen (Spr 28,1). Als der alt gewordene Jakob kurz vor seinem Tod seine zwölf Söhne segnet, vergleicht er Juda mit einem jungen Löwen, der einst erfolgreich herrschen wird (1 Mos 49,9). Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, wird diesen Segen auf den Sieg Jesu, „des Löwen aus Juda“, beziehen, der allein würdig sei, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen (Offb 5,1-5). Vom heldenhaften Simson wird erzählt, dass er mithilfe von Gottes Geist einen jungen Löwen ganz ohne Waffen umbringt. Einige Tage danach sieht Simson, dass sich im Löwen-Kadaver ein Bienenschwarm angesiedelt hat, und er nimmt Honig von dort mit. Die Begebenheit nimmt er zum Anlass, den Philistern ein zunächst unlösbares Rätsel aufzugeben (Ri 14). Eine der bekanntesten

biblischen Erzählungen rund um Löwen ist die von Daniel, der im Perserreich wegen der Treue zu seinem Gott denunziert und in eine Grube mit Löwen geworfen wird, dort aber dank Gottes Eingreifen unbeschadet überlebt. Als diejenigen, die ihn beim König angezeigt hatten, selbst in die Grube geworfen werden, sind sie den Löwen ein willkommenes Frühstück (Dan 6; Ps 91,13). Der Prophet Jesaja erwartet für die künftige Heilszeit, dass der Speiseplan des Löwen aus Stroh bestehen wird und Löwen friedlich neben Kälbern grasen werden (Jes 11,6f.; 65,25). Dass der Löwe zum Symbol des Evangelisten Markus wurde, ist einer Vision des alttestamentlichen Propheten Hesekiel geschuldet (Hes 1,10; Offb 4,6f.). J U T TA H E N N E R

ist Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft. www.bibelgesellschaft.at

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

15


VERANSTALTUNGEN

8.11.

19 Uhr, Podiumsdiskussion zum Thema Gewalt, aus der Reihe „Plattform Strafrechtsethik“, Einführungsvortrag: Dietrich Schotte (Institut für Philosophie, Uni Regensburg). Diskussion mit Birgitt Haller (Juristin und Politikwissenschafterin, Institut für Konfliktforschung), Džemal Šibljaković (Sozialarbeiter und Religionspädagoge, Islamische Gefängnisseelsorge), Nikolaus Tsekas (Leitung Verein Neustart Wien), Caroline Walser (Juristin, Politikwissenschafterin, Soziologin, Generaldirektion BMJ Abteilung Sicherheit) Anmeldung: http://www.ashforum.at/site/veranstaltungen/ eventman.event/89.html 1090 Wien, Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13

11.11.

Fortsetzung von S. 5 mit Behinderung hat mich sehr bewegt. Sie sagte: „Es gibt Millionen Kirchenmitglieder mit Behinderung in Europa, aber nur eine einzige ist hier in Karlsruhe – wie kann das sein?“ Und als drittes Thema, das mir nachgeht: Wie bei unseren Synoden im Juni standen auch in Karlsruhe jüngere Menschen auf und setzten sich dafür ein, dass Menschen unter 30 mehr Mitspracherecht bekommen. Bei so einer großen Versammlung trifft Weltkirche auf Ortsgemeinde … MC: Das Konkrete ist die große übergeordnete Idee des Weltkirchenrates, zweierlei zu sein: einerseits, dass die Gemeinde vor Ort sich immer ganz als Kirche versteht, aber gleichzeitig weiß, dass sie nie die ganze Kirche ist. Sondern dass die weltweite Kirche Jesu Christi die ganze Welt umfasst. In dieser Spannung lebt man. Wenn man in der Pfarrgemeinde unter sich ist, fehlt nichts. Aber man muss wissen: Die Schwestern und Brüder sind immer um uns. Der Weltkirchenrat ist übrigens ja nicht gegründet worden, weil man sich in allem einig wäre. Sondern deswegen, weil man eine Plattform braucht, um ins Gespräch zu kommen. Auch das ist für die Gemeinde vor Ort zentral. Man ist ganz Kirche, wenn man sich eins in Jesus Christus weiß und in aller Verschiedenheit im Gespräch bleiben kann.

Verändern sich nach der Vollversammlung Ihre Predigten? MC: Es ist eine ständige Aufgabe, sich dessen bewusst zu sein, dass man Teil einer weltweiten Bewegung ist – weil wir alle von Jesus Christus bewegt werden. Das muss immer wieder lebendig gemacht werden, indem man Zeugnisse dieser Schwestern und Brüder hineinnimmt. Solche Veranstaltungen bewahren uns auch davor, ins Jammertal zu versinken. Wir in Europa haben das Gefühl, dass die Kirche im Sinkflug ist. Weltweit ist das gar nicht der Fall, und das zu transportieren ist für uns wie ein Strom lebendigen Wassers. EH: Es war eine kräftige Erinnerung daran, dass es in der Kirche um Christus geht. Die Verbindung unter Christinnen und Christen liegt im Glauben an Jesus Christus – ob man es konkret vor Ort anschaut oder ganz weit im globalen Sinn. Christus ist gegenwärtig, wenn zwei oder drei zusammenkommen – und er ist gegenwärtig in der weltweiten Gemeinschaft der unterschiedlichen Kirchen.

EH: Mich beschäftigt das Schlag- Zum Nachhören und Nachschauen: wort vom „Ökumenismus der Her- https://www.karlsruhe2022.de/

18.30 Uhr, „Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt – Protestlieder von der Reformation bis zur Gegenwart“, Konzert der Gruppe „2mal3ist4“ (Peter Altmann, Victoria Valta, Diözesankantor Thomas Wrenger, Pfarrer i.R. Manfred Perko); freie Spende 1010 Wien, Reformierte Stadtkirche, Dorotheergasse 16

15.11.

17‒18.30 Uhr, Online-Vortrag: „Klimawende – Veränderung ist möglich!“ Link zur Teilnahme: bit.ly/3dyf0Vt

16

zen“. Die Ethik-Ökumene findet auch ihre Grenzen, etwa in Fragen der Lebensführung. In Karlsruhe wurde das Wort vom „Ökumenismus der Herzen“ aufgebracht. Gemeint ist, dass man – „um der Liebe Christi willen“ – trotz unterschiedlicher, teils konfliktträchtiger Meinungen im Gespräch bleibt.

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

Monatliche Haushaltsausgaben in Österreich (in %)

Quelle: Statistik Austria (2020); Gestaltung: D. Fischer

4.11.

18.30 Uhr, „Die Relevanz des Alten Testaments und seiner historisch-kritischen Erforschung“, Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Annette Schellenberg 1120 Wien, Kirche am Wege, Biedermanng. 11‒13/3

INTERVIEW / STATISTIK


FILMTIPP / DAMALS

Die entscheidenden Fragen COME ON, COME ON

Orig.: C’mon, c’mon

„Wenn du an die Zukunft denkst, wie stellst du sie dir vor?“ „Was macht dich glücklich?“ Fragen wie diese stellt der Radio-Journalist Johnny (Joaquin Phoenix) Kindern. Er beginnt seine Recherche in Detroit, einer Stadt, die einmal eine Zukunft hätte haben sollen. Sein eigenes Leben ist eher grau, seltsam unberührt von menschlicher Interaktion. Da erreicht ihn ein Hilferuf seiner Schwester, und er erklärt sich bereit, ein paar Tage auf seinen Neffen Jesse zu schauen. Jesse (großartig: Woody Norman) ist ein Wirbelwind von einem 9-Jährigen. Der Lockenkopf ist nicht nur ganz entzückend vif, sondern bisweilen befremdlich bizarr: Er spielt gerne Waisenhaus und begeistert sich für Verschwörungstheorien, Abtreibung und tote Kinder.

Regie: Mike Mills USA 2021

Die SAAT vor 10 Jahren

wirklichkeit seiner jungen InterviewPartner ausrichtet, so eliminiert der Film selbst alles störende Beiwerk. Er ist ganz in bestechendem Schwarzweiß gehalten; er fokussiert auf das Wesentliche: auf die Geräusche, auf die Bilder. Dieser Film öffnet die Ohren, öffnet die Poren, öffnet die Augen für festgehaltene Glücksmomente, gibt Raum, um das Wesentliche aufzusaugen. Er erweckt eine Sensibilität und Intimität, die von Beginn an in Bann zieht.

Aus ein paar Tagen Kennenlernen Ein stiller, großartiger Film wird schließlich eine gemeinsame Entdeckungsreise durchs Land, ein Familiendrama, das sich als Roadmovie entfaltet. So wie Johnny sein Die Kinder, einmal ernstgenommen, Richtmikrofon ganz auf die Lebens- bringen ihre Gefühle zur Sprache: Sie erzählen von Einsamkeit, Zukunftsängsten und Umweltzerstörung. Nur dem großen Journalisten selbst gelingt es nicht, die Themen seines Lebens zur Sprache zu bringen. Solange, bis der 9-Jährige (er selbst will nicht interviewt werden) mit den entscheidenden Fragen den Finger auf die Wunde legt. Manchmal braucht es eben ein konkretes Gegenüber. Es reicht nicht, Fragen Unter dem Titel „Kirche in der zu stellen; irgendwann will man Krise“ berichtet die SAAT vom selbst gefragt werden. November 2012 von den Aktivitäten der Griechisch-orthodoxen Das Kind Jesse, sein Patenkind, wird Kirche in Griechenland. SAATJohnny aber immer mehr zum Rätsel; Redakteur Stefan Janits schreibt er versteht es immer weniger. „Willvon schmerzhaften Sparmaßnahkommen in meiner Scheiß-Welt“, men, höheren Steuern und einem tröstet ihn Jesses Mutter. „Niemand rasanten Anstieg der Arbeitsloweiß doch, was er tut. Niemand weiß, senzahlen im Land. Von der kirchwas man mit Kindern machen soll. lichen Hilfsorganisation „Apostol“ Man muss einfach nur weitermamüssen täglich rund 100.000 chen.“ Einfach nur weitermachen, Mahlzeiten ausgegeben werden. einfach in Beziehung bleiben. Ein In der Innsbrucker Christuskirche stiller, großartiger Film, von einwurde der neue Superintendent fachen Wahrheiten und großen von Salzburg und Tirol, Olivier Gefühlen. Dantine, von Bischof Michael BünOLIVER GROSS ker in sein Amt eingeführt. ist Pfarrer und Militärseelsorger.

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

17


PROGRAMM HF + TV

KURZ AUSGELEGT

Alles, was Recht ist

E VA NGELISCHE MORGENGEDA NK EN

So., 6.05‒6.07 Uhr, Mo.‒Sa., 5.40‒5.42 Uhr (Regionalradios) 30.10.–5.11.: Michael Chalupka L E B E N S K U N S T. B E G E G N U N G E N A M S O N N TAG - / FE I E R TAG M O RG E N

jeden 1. So. im Monat: evangelische Predigttext­auslegung, 7.04‒8.00 Uhr (Ö1) 6.11.: Thomas Hennefeld Z W I S C H E N R U F. GESCHICHTEN ZUR ZEIT

jeden So., 6.55‒7.00 Uhr (Ö1) 6.11.: Dorothee Büürma 20.11.: Martin Schenk LOGOS. GL AUBEN UND ZWEIFELN

jeden Sa., 19.05‒19.30 Uhr (Ö1) G E DA N K E N FÜ R D E N TAG

Mo.‒Sa, 6.55 – 7.00 Uhr (Ö1) T V- GOT TESDIENST

13.11., 10 Uhr (ORF III), Gottesdienst aus Oberwart (Bgld) mit Pfarrerin Sieglinde Pfänder, Landessuperintendent Thomas Hennefeld und Team Alle Sendungen sind nachzuhören/ nachzusehen unter religion.orf.at

Anzeige

BLUMENSCHMUCK

18

finden Sie in reicher Auswahl in den Gärtnereien der evangelischen Gemeinden A.B. und H.B., Wien X, Triester Straße 1, Tel. 604 33 42; XI, Simmeringer Hauptstraße 242, Tel. 767 62 54, Fax DW 4, evangelische Friedhöfe. Es werden auch Kranzbestellungen für sämtliche Wiener Friedhöfe entgegengenommen.

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel

Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden? (Lukas 18,1-8; Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres; 13. November 2022)

Alles, was Recht ist: Die Witwe in Jesu Gleichnis tritt für ihr Recht ein und stößt dabei auf taube Ohren. Den ungerechten Richter kümmert sie nicht. Ich stelle mir vor, dass Verzweiflung, vielleicht auch Wut, wahrscheinlich handfeste Lebensnotwendigkeiten sie antreiben. Allem Anschein nach hat sie nichts zu verlieren. Als Witwe ist sie nach damals geltender gesellschaftlicher Ordnung darauf angewiesen, dass ihr gegenüber Recht auch Recht bleibt und ihr zukommt, was ihr zusteht, denn daran hängt ihre spärliche Lebensgrundlage.

unzweifelhaft das Recht der Schwächeren stärkt; dass Gottes Ohr das Schreien der Seinen hört und versteht und dass Gott es dabei nicht belässt. Das Seufzen der Schöpfung ist laut. Und wir, Geschöpfe unter Geschöpfen, seufzen mit ihr.

Alles, was Recht ist: Als Menschen der Hoffnung legen wir aber unsere Hände darüber nur zum Beten in den Schoß. Denn beharrliches Beten heißt festhalten daran, dass Gott ansprechbar ist. Dass Unrecht benannt werden kann. Und dass es als solches keine Letztgültigkeit hat. Wie die Witwe sind auch wir überDiese Witwe vor Augen denke ich an zeugt: Gottes Gerechtigkeit ist über die mutigen iranischen Frauen, die der Welt ausgerufen: mahnend, forsich, während ich diese Zeilen dernd, tröstend, richtend. Und das schreibe, nicht davon abbringen las- verändert schon jetzt. sen, ihre Stimmen zum Protest zu erheben. Mit wehendem Haar und Als Menschen des Vertrauens leben kämpferischen Liedern auf den Lip- wir aus der Verheißung einer heilpen gehen sie unbeirrt auf die Stra- vollen Wirklichkeit am Ende der Zeit, ßen und sind laut für ihre Selbstbe- in der gerichtet ist, was jetzt quält, stimmung und die Freiheit der und in der das, was heute niedergeMenschen in ihrem Land, selbst drückt ist, aufgerichtet sein wird. Als Kinder der Liebe werden wir mit wenn sie dabei ihr Leben riskieren. Gottes Hilfe deshalb schon in diesem Alles, was Recht ist! Auch heute noch Leben tätig. Beharrlich betend tun sind vielerorts Ohren taub und wir unseren Mund auf für die StumAugen blind für in die Welt gerufenes men und die Sache all derer, die verUnrecht und erlittenes Leid. Demge- lassen sind (Spr 31,8) – getröstet, genüber lässt Gott, der Gerechte, getragen und befähigt von dem, dessich nicht lange bitten, sagt Jesus im sen Worte wir dabei als Lied auf den Gleichnis. So, als wäre das eine Lippen tragen: Suchet zuerst Gottes Selbstverständlichkeit. Und ich Reich in dieser Welt, seine Gerechtigmerke: Mitten in den Wirren und keit, Amen. So wird euch alles von Unsicherheiten der letzten Wochen ihm hinzugefügt, Halleluja, Halleluja. und Monate, zwischen all den NachHELENE LECHNER richten über Krieg und Dürre und ist Pfarrerin und Rektorin des Krankheit und Not brauche ich genau Predigerseminars und Pastoralkollegs. das – die Botschaft, dass Gott

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG


RÄTSEL

GUT ZU WISSEN

digitaler Tonträger chines. Kochtopf

Glaubensbekenntnis

2

latein. für "Geht!" Zugtier der Lappen

Abk. für "Oberlehrer"

7

9 veraltet für "Predigt"

10

scheues Waldtier Ordensfrau Mann im Paradies

1

zeugungsunwilliger Sohn Judas

3

8 knapp, um Haaresbreite

K K A R B L B A R H T H

Lösung des letzten Rätsels

M I A U E N

L O D S Z E U N

11 Abk. für "Milligramm"

Zeitwort

Ausruf der Entrüstung

6

das Ich Vornehmtuer

evang. frisch und Leitungsmunter, gremium gut drauf röm. für "4"

12

weiblicher Vorname

5 Papier mit den zu bearbeitenden Punkten

funktionieren, klappen, hinhauen

Rätsel-Brunner

"Basis zukünftiger Ernten"

durchsichtige Fenstervorhänge evang. Kirche mit dem höchsten Turm giftige Ausdünstung des Bodens

Jüdische Bestattungsriten

die Saat verteilen 95 Glaubenssätze Martin Luthers

4 KFZ-Kz. für Rumänien chines. Urgrund

1841-1844 erbautes Linzer Gotteshaus

unterdrücktes Gelächter

Foto: I. Trojan

1. evang. Bischof Österreichs Sorgen

Lutherhaus und Museum in Wittenberg

Vorgängerorganisation der Evang. Jugend

S P E Y E R M E N O

P S E R J O A U ME L E S I K E L N A NG N T I O WR N K E R E R I E A N N

S P I N D E L

F E P H I K E N R D I O N D HR E T I S

Lösungswort: TINTENFASS

LÖSUNGSWORT 1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

epv

Doppelt gewinnen mit der SAAT!

Schicken Sie das Lösungswort und/oder die Lösung des Personenrätsels an saat@epv2023 evang.at bzw. an den Evangelischen Presseverband, Redaktion „SAAT“, Ungargasse 9/10, 1030 Wien. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir vier Bildkalender „Evangelisch 2023“ in Standardgröße (s. S. 20). Einsendeschluss ist der 18. November 2022, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinnerinnen der Rätsel in Heft 10 sind Heinrike B. aus Wels (OÖ) und Sieglinde B. aus Bodensdorf (Ktn). Wir gratulieren herzlich! EVANGELISCH

N DE ZU N EN HE NK ÜC DA SPR G E AT S M ITM O N

Jüdische Friedhöfe und Bestattungsriten sind den christlichen ähnlich, und doch gibt es markante Unterschiede. So erfolgt im Judentum die Beisetzung möglichst schon am Tag nach dem Ableben. Aufgrund des Glaubens an die leibliche Auferstehung gibt es keine Leichenverbrennungen. Der Leichnam wird gewaschen, in ein Leinentuch gewickelt und in einem Holzsarg zu seiner letzten Ruhestätte gebracht. Im Rahmen einer kurzen Zeremonie reißen die Verwandten ihr Obergewand ein, man spricht das „Kaddisch“, das Gebet zur Heiligung des göttlichen Namens. Anstelle von Blumen oder Kränzen legen die Trauernden kleine Steine auf den Grabstein. Das tut man auch bei späteren Besuchen, um den Verstorbenen Respekt zu erweisen. In der Woche nach dem Begräbnis dürfen sich die Angehörigen ganz der Trauer widmen. Freunde helfen mit Verpflegung und bei Alltagsverpflichtungen. IMO TROJAN

Gewusst wer Sie entstammt einer Politikerdynastie, die wesentlichen Anteil an der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht hatte und auch nach ihrem Tod das Land prägte. Vor 105 Jahren geboren, verlief die Kindheit in dieser Familie in politisch bewegten Zeiten nicht einfach: Mehrmalige Orts- und Schulwechsel in Europa machten ihre Situation nicht leichter, sie erkrankte immer wieder schwer. Ihre politische Tätigkeit begann sie als Privatsekretärin ihres Vaters. Er

war der erste Premierminister ihres Landes, später wurde sie Ministerin und dann Premierministerin. Spannungen mit einem Nachbarland, die zum Krieg führten, sowie schwere, religiös motivierte Konflikte im Inneren prägten ihre beiden Amtszeiten. Ihr Lebensende ist mit aufeinanderfolgenden Gewaltausbrüchen verbunden: Mit Gewalt ließ sie einen Aufstand einer religiösen Minderheit niederschlagen. Aus Rache wurde sie von zwei ihrer Leibwächter, die

dieser Minderheit angehörten, ermordet. Daraufhin kam es zu Pogromen gegen diese Gruppierung mit mehreren tausend Toten. Die Ideale des Mannes, der nur zufällig den gleichen Namen trug wie sie, und der das Land Jahrzehnte zuvor in die Unabhängigkeit geführt hatte, waren offenbar vergessen. OLIVIER DANTINE

ist Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol.

Lösung SAAT 10: Rainer Maria Rilke

SAAT NR. 11 ✲ NOVEMBER 2022 ✲ 69. JAHRGANG

19


Evangelischer Bildkalender

EVANGELISCH

2023

Das evangelische Österreich ist schön. Das zeigt der Bildkalender „Evangelisch 2023“ in zwölf beeindruckenden Fotos quer durchs Land. Mit Impulsen zu den Monatssprüchen N DE ZU EN N H C KE AN SPRÜ D E TS G A T MI MON

Ideal als Geschenk!

ab € 8,70

in

2 Größen

Du bis t mein Helfer, deiner und un Flügel ter dem frohlo Schatte cke ich n .

August Monta

g

Ps 63,

Dienst

ag

Mittwo

1 7

28

Evangelis

Standard (A3 offen): € 13,90 (€ 10,90 ab 5 Stk., € 8,70 ab 10 Stk.) Großausgabe (A2 offen): € 22,90. Preise inkl. MWSt, exkl. Versand

15

cher Pres

severban

d, T. 059

1517 950,

epv@epv-

Samsta

4

25

19 26

31

evang.at,

shop.epv

-evang.a

Sonnta

6

12

18

24

g

5

11

17

23 30

Freitag

10

16

t

22

stag

3

9

Mariä Himmel fahr

29

Donner

2

8

14 21

ch

t

13 20 27

g

Freude und Fro hlo

8

cken

Wie in viel en beschr eibt auc anderen Psalme Mensch h im n 63. dass Got seine Not. Und Psalm ein t ihn aus er bes hat. dieser ingt, Not ger ettet Der Mon aber eineatsspruch für August besond der Hilf hat e Gottes ere Note: locken. Neben steht hier Es ist das Fro darauf, für mic hdas h Gott kom s es bei der ein Hinwei s Überleb mt, um meh Hilfe, die von r en hilf t hab geht. Leu als ums rein e te, den en nich en Essen und Trin t nur gerade Gott sicheren ken und gen ein Bet ug Schlaf, Grund t für zum Frö sonder n es spricht hlichse in. Das gibt chr istli dem Men entschenbil ch-jüdis schen d der che sind nich n Tradition funktio : Men t nur nieren Kör per, wenn sie nur wie eine Mas die Sonder genug chine, n Spr it dige See Menschen sind tanken eine lebe . ihre Art le (vgl. 1. Mos ne mit See von Nahrun 2,7), die auc h g brau lennahr cht. Nur Seele freu ung kan n sich sen sein en und ein die wenig – ode aus schen Wor t ges r eben mit dem gelasagt: froh bibliDiese locken. Überzeu mit See gung, das lennahr soll sich ung aus s Gott auch der Not tenden zeigen, wen hilf t, n hilf nur Übe t: Ein biss Kirche Not leichen meh Großzü rleben, eine r gigkeit. Ahnung als zeigen, Und es soll sich von selbst wie Chr ist:i dar in nnen umgehe mit sich ihrem Leben n, wenn sie Grund schaffe zum Fro sich in n. hlocken LARS

MÜLL

ER-M

ARIE

NBUR

G

Österreichische Post AG MZ 11Z038951 M Evangelischer Presseverband, Ungargasse 9/10, 1030 Wien Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

Offenlegung/Impressum

Medieninhaber, Herausgeber: Evangelischer Presseverband in Österreich, 1030 Wien, Ungargasse 9/10, T. 059 1517 950, saat@epv-evang.at, shop.epv-evang.at Vorstand: Dr. Johann Berger, Dr. Thomas Dasek, LSI Mag. Thomas Hennefeld, HR Mag. Martin Hrabe, Susanne Remmer, SI Mag. Manfred Sauer (Obmann), Dr. Astrid Schweighofer, Mag. Marco Uschmann, Dr. Christoph Weist. Redaktion: Mag. Marco Uschmann (Chefredakteur), Dr. Thomas Dasek – Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Satz und Lektorat: Mag. Isabella Stastny. Medienhersteller: europrint gmbh, Steinamangerer Straße 187, 7400 Oberwart. Jahresbezugsgebühr: € 34,50; € 48,– (Ausland). Einzelpreis € 4,–. Konto: Raiffeisenlandesbank NÖWien, IBAN: AT15 3200 0000 0747 6088, BIC: RLNWATWW. Verlags- und Herstellungsort: Wien. Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes in Österreich: Dr. Thomas Dasek. – Information und Verkündigung der christlichen Botschaft, vorwiegend für evangelische Christen in Österreich. DVR-Nr. 0418056 (202)

Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft (PEFC) mit rein pflanzlichen, lebensmittelechten Farben und Lacken (food-safety-print)

Evangelischer Presseverband | T. 059 1517 950 | shop@epv-evang.at | shop.epv-evang.at


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
SAAT - Evangelische Zeitung für Österreich. Ausgabe 11/2022 by Evangelisch in Österreich - SAAT - Evangelischer Presseverband - Issuu