Altstädter Rathaus in Prag
Altstädter Rathaus in Prag Das Altstädter Rathaus ist das schönste Kulturdenkmal des historischen Prager Stadtkerns. Es entstand seit dem 14. Jahrhundert durch den schrittweisen Aufkauf einzelner Bürgerhäuser und deren Verbindung zu einem Ganzen. Heute besteht es aus einem Ensemble von fünf historischen Häusern, die Elemente nahezu aller Stilperioden tragen. Das Rathaus hat die Geschichte Prags wie auch des tschechischen Staates mehrfach mitgeschrieben. Hier wurde Georg von Podiebrad zum böhmischen König gewählt, Im Rathaushof wurde Jan Želivský, ein radikaler Hussitenführer, hingerichtet. Später fand vor dem Gebäude des Rathauses die Massenhinrichtung der Teilnehmer des böhmischen Ständeaufstands statt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war es einem Angriff der Besatzer ausgesetzt und sein Großteil wurde völlig zerstört.
Altstädter Rathaus Ende des 19. Jahrhunderts
Das Rathaus in Daten 1338 – Errichtung des Altstädter Rathauses Das Altstädter Rathaus ist eines der ältesten Rathäuser der Welt. 14. Jahrhundert – Errichtung des Rathausturms Der Turm des Altstädter Rathauses ist 69,5 m hoch. 1381 – erste Weihe der Rathauskapelle Die Kapelle wurde im Laufe der Jahrhunderte insgesamt fünfmal geweiht. 1410 – Entstehung der Prager astronomischen Uhr Die Altstädter astronomische Uhr ist heute die älteste funktionstüchtige astronomische Uhr der Welt. 1458 – Wahl von Georg von Podiebrad zum böhmischen König Das Ereignis erfasst auch eines der Gemälde im Sitzungssaal – die monumentale Leinwand erreicht die Maße 5 × 7,3 m. 1621 – Hinrichtung der Teilnehmer des Ständeaufstands vor dem Rathaus Daran erinnern heute 27 in das Pflaster des Altstädter Rings eingelassene weiße Kreuze. 1838-1848 – neogotischer Umbau des Altstädter Rathauses Das Rathaus erhielt einen neuen Nordosttrakt aus der Werkstatt der Architekten Nobile und Sprenger. 1945 – Beschuss des Rathauses Während der Kämpfe des Prager Aufstands wurde ein Großteil des Rathauses durch einen Angriff der Nazis zerstört.
Altstädter Rathaus im Mai 1945
Die Apostel aus der Nähe Schon ganze Jahrhunderte fesselt die Aufmerksamkeit der Prager Passanten und der Besucher der Stadt die berühmte Prager astronomische Uhr, die seit 1410 die Fassade des Altstädter Rathauses schmückt. An der Südseite des Rathausturms wurde ein spezieller Steinanbau für sie errichtet, in dem das gesamte mechanische Uhrwerk untergebracht wurde. Wenngleich es auch damals schon im Ausland ältere astronomische Uhren gab, erreichte keine von ihnen eine solche Perfektion und erregte nicht solche Bewunderung wie die astronomische Uhr in der Prager Altstadt. Die astronomische Uhr besteht aus mehreren Teilen – neben dem astronomischen Zifferblatt und der Kalenderscheibe ist sie mit einem Mechanismus der zwölf Apostel ausgestattet, die jede Stunde in zwei kleinen Fensterchen erscheinen. In der Rathauskapelle auf dem ersten Stockwerk kann man den Vorbeizug der Apostel auch von der Innenseite betrachten. Beim Vorbeizug der Apostel werden durch mechanische Bewegung auch weitere Figuren an den Seiten der astronomischen Uhr lebendig – der Sensenmann läutet, dreht die Sanduhr um und deutet dem daneben stehenden Türken an, dass die Zeit abgelaufen ist. Dieser schüttelt ablehnend den Kopf. Ähnlich verhalten sich auch die Alegorien der Eitelkeit und Habsucht.
Apostel der Altstädter astronomischen Uhr – Ansicht aus dem Innenbereich
Historische und Repräsentationssäle Kein Besucher Prags sollte eine Besichtigung der Innenräume des Rathauses verpassen. Die Räume in den einzelnen Etagen stammen aus verschiedenen historischen Perioden und bezeugen die bemerkenswerte Entwicklung des Rathauskomplexes. Heute dient er vor allem zu Repräsentationszwecken der Hauptstadt Prag.
Kern des Altstädter Rathauses ist die Kapelle der Jungfrau Maria. Sie wurde bald nach Errichtung des Rathausturms gebaut und bereits 1381 geweiht. Gottesdienste fanden hier vor jeder Sitzung des Stadtrates statt, sie wurden auch für die Gefangenen im Rathaus und für die zum Tode Verurteilten abgehalten, welche von hier aus zur Hinrichtungsstätte schritten. Hier wurden Messen für das Wohl des Herrschers gelesen, häufig gab es auch Bestattungszeremonien. Auch der alte Ratssaal ist ein bedeutendes Werk der Gotik. Der wertvollste Raum des gesamten Rathauses ist in seiner ursprünglichen Gestalt vom Beginn des 15. Jahrhunderts erhalten geblieben. Er besticht durch die reich profilierte Balkendecke, die seltene bildhauerische Verzierung oder das schön geschnitzte
Sessel des Oberbürgermeisters im alten Ratssaal
Gotische Kapelle im ersten Stock des Altstädter Rathauses
historische Mobiliar. In der Vergangenheit war er regelmäßiger Zeuge der Sitzungen des Stadtrats und des Stadtgerichts. Der größte Saal des Altstädter Rathauses ist der Brožík-Sitzungssaal. Er nimmt den gesamten Grundriss eines Hauses und die Höhe von zwei Etagen ein. Die Hauptverzierung des Saals bilden zwei großflächige Gemälde vom berühmten Maler Václav Brožík. Ihr Thema sind bedeutende Momente aus der böhmischen Geschichte.
Brožík-Sitzungssaal
Mittelalterlicher Untergrund Bestandteil der Besichtigungstour durch die Innenräume des Altstädter Rathauses sind auch Bereiche, die unter dem Rathausgelände verborgen sind. Das komplizierte System des romanisch-gotischen Untergrunds ist älter als das Rathaus selbst. Der Komplex mittelalterlicher Säle und Gänge ist gleichzeitig der größte seiner Art in Prag.
Romanisch-gotischer Untergrund unter dem Rathaus
Aus der Vogelperspektive Das Wahrzeichen des Altstädter Rathauses wie auch des gesamten Altstädter Rings ist der mächtige gotische Turm aus dem 14. Jahrhundert. Zur Zeit seiner Entstehung war er der höchste Bau ganz Prags. Oben unter dem Dach wurde ein Raum für den Turmwächter eingerichtet, der von hier aus die Umgebung beobachtete und die Stadt im Fall von Gefahr mit einem Signal warnte. Die Aussichtsgalerie des Turms bietet heute die schönste Aussicht auf die Stadt – aus der Vogelperspektive ist von hier die Teynkirche oder die St.-Nikolaus-Kirche zu sehen, in der Ferne kann man die Prager Burg bewundern oder sich von der Aussicht auf die Dutzenden Türme, Türmchen und Kuppeln der mannigfaltigen Prager Architektur hinreißen lassen. Als einziger der mittelalterlichen Prager Türme ist der Rathausturm gänzlich barrierefrei – auf die Galerie befördert die Besucher ein moderner verglaster Aufzug, für dessen Realisierung die Autoren die Auszeichnung Interieur des Jahres 2000 erhielten.
Altstädter Rathaus mit Turm und astronomischer Uhr
Auf den Turm ohne Wartezeit Besucher des Rathauses können neben den klassischen Eintrittskarten auch mobile Eintrittskarten erwerben. Dies ist die einzige Art von Eintritt, die das vorrangige Besteigen des Turms ohne Warten in der Schlange ermöglicht. Interessant macht sie der niedrigere Preis und ein weiterer Vorteil der mEintrittskarte ist ein Bonusinhalt, den sich der Kunde mit dieser auf sein Telefon herunterladen kann. Er ist in 13 Sprachversionen verfügbar. Die mobile Eintrittskarte ist nach dem Einlesen des QR-Codes oder durch Direktkauf unter der Adresse prague.mobiletickets.cz erhältlich.
Betriebs- und Kontaktinformationen Historische Innenbereiche täglich geöffnet: Mo 11.00–19.00 Uhr Di–So 9.00–19.00 Uhr Rathausturm täglich geöffnet: Mo Di–So
11.00–22.00 Uhr 9.00–22.00 Uhr
Abendliche Besichtigungen des Altstädter Rathauses: Fr–Sa 20.00 Uhr Spezielle Besichtigungen für Kinder: So
14.00 Uhr
Vorbeizug der Apostel der Prager astronomischen Uhr: täglich 9.00–23.00 Uhr
Telefon: +420 236 002 629 E-mail: staromestskaradnice@prague.eu Web: www.staromestskaradnicepraha.cz www.prague.eu
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Text © Prague City Tourism, 2017 Fotos © Prague City Tourism, Archiv der Hauptstadt Prag, Shutterstock.com