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potsdamer rundschau

Nr. 4 · Winter 2007/2008 www.potsdamer-rundschau.de

Sozialdemokratische Zeitung für die Landeshauptstadt

Landtagsneubau

Klara Geywitz ist Potsdamer Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete

In Potsdam zu Hause

Stadtteilkonferenzen zum SPD-Wahlprogramm

„Der SPD-Leitfadenist eine tolle Vision für eine lebenswerte Stadt...”, so die kurze Einschätzung eines jungen Mannes nach der zweistündigen Diskussion zum SPD-Leitfaden für die Kommunalwahl. weiter auf Seite 3

Der neue Brandenburger Landtag kann mit der Fassade des früheren Potsdamer Stadtschlosses in der Architektur von Knobelsdorff gebaut werden. Das wird aufgrund der großzügigen 20-Mio.Euro-Spende der Hasso-PlattnerFörderstiftung möglich. Klara Geywitz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Abgeordnete aus Potsdam: „Die Spende ist ein großes Glück für Potsdam und das Land Brandenburg. Jetzt müssen die Baupläne für den Landtag so umgearbeitet werden, dass wunderbare historische Architektur und funktionale Arbeitsräume zusammen passen. Dank gilt auch den Initiativen, die sich für den historischen Bau einsetzen.“ Der neue Landtag soll planmäßig Ende 2011 bezugsfertig sein.

Gaststätte im Bürgerhaus SPD für zügigen Vertragsabschluss

Die SPD-Fraktion fordert vom Kommunalen Immobilieservice die Verhandlungen mit dem neuen Pächter der Gaststätte im Bürgerhaus am Schlaatz zum Ende zu bringen. Im Frühjahr 2007 hatte der Internationale Bund öffentlich erklärt die Gaststätte bald wieder öffnen zu wollen. Mike Schubert: „Der Vertrag muss jetzt endlich unter Dach und Fach gebracht werden“ Seit der Kündigung des letzten Pächters durch den KIS ist die Gaststätte im Bürgerhaus am Schlaatz ungenutzt. Die Fi-

nanzierung des größten Potsdamer Bürgerhauses ist auf Einnahmen aus der Vermietung in Verbindung mit der Gastronomie angewiesen. Den Mitarbeitern des Hauses wird damit das Geschäft erschwert. So könnte durch die fehlende Bewirtung bereits im zweiten Jahr hintereinander die Vermietung für Weihnachtsfeiern nicht im früheren Umfang geschehen. Auch das Geschäft der anderen Pächter wie Sauna und Bowlingbahn wird durch das fehlen der Gaststätte beeinträchtigt.

Gedenkstätte Lindenstraße 54 Verwaltung soll Konzept vorlegen

Im Februar 2008 soll auf Antrag der SPD-Fraktion ein Finanzierungskonzept für die Verstetigung der Arbeit der Gedenkstätte Lindenstraße 54 vorliegen. Die Sozialdemokraten fordern damit die konzeptionellen und finanziellen Zusagen ein. So hatte die Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport Gabriele Fischer (parteilos) schon im Jahr 2005 auf eine Anfrage der SPD-Fraktion erklärt, ein solches Konzept liefern zu wollen. „Leider ist dies bis heute nicht geschehen, so dass wir nun unsere Forderung erneuern“, erklärte SPD-

Fraktionschef Mike Schubert. Dabei will die SPD auch die unbefriedigende Personalsituation der Gedenkstätte verändern. Gerade vor dem Hintergrund des geplanten Umzugs des Potsdam-Museums würde mit einer größeren stadthistorischen Ausstellung in Zukunft noch weniger Zeit für die Gedenkstätte bleiben. „Die Lindenstraße 54 braucht ihr eigenes historisch geschultes Personal, um auch kontinuierlich konzeptionell arbeiten zu können. Eine solche Gedenkstätte kann nicht nebenbei geführt werden“, so Mike Schubert.

Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer,

wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein friedliches 2008!

Ihre Potsdamer Sozialdemokraten.

Kostenloses Schulessen Oberbürgermeister Jann Jakobs begrüßt geplante neue Verordnung zum Arbeitslosengeld II und Sozialgeld

„Ich begrüße es ausdrücklich, dass die Bundesgesetzgebung künftig einer kostenlosen Schulessensausgabe an Kinder aus bedürftigen Familien nicht mehr im Wege steht. Damit können wir auch in Potsdam dafür sorgen, dass allen Kindern deren Familien sich das Essensgeld nicht leisten können, eine warme Mahlzeit in der Schule angeboten wird. Das kostet natürlich zusätzliches Geld, das im Haushalt eingestellt werden muss. Ich bin aber der Meinung, das dieses Geld, mit dem wir die wirklich bedürftigen Familien in der Stadt unterstützen, gut und richtig angelegt ist“, so Oberbürgermeister Jann Jakobs. Er reagierte damit auf die Ankündigung der Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein, dass ab Januar 2008 kostenloses Schulessen nicht mehr auf die ALG-IIRegelsätze angerechnet wird. Derzeit gibt es ca. 1500 bedürftige Schülerinnen und Schüler in Potsdam. Für die Finanzierung eines kostenlosen Mittagessens müssen etwa 610.000 Euro eingeplant werden. Das Signal ging von Potsdam aus: Die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte sich in diesem Jahr an die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein gewandt und bereits auf das Problem kostenloses Mittagessen und Anrechnung auf ALG-II-Regelsätze hingewiesen.


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potsdamerrundschau

EDITORIAL

Nr. 4 · Winter 07/08

AUS DER STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG

Humboldt-Gymnasium: Dach soll saniert werden

Der Campus am Stern wächst

Harald Kümmel

SPD fordert finanzielle Absicherung

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ist schon wieder Oberbürgermeisterwahlkampf? Zumindest könnte man das Gefühl bekommen, wenn man die Schimpftiraden des Vorsitzenden der Fraktion die Linke, Dr. Scharfenberg, gegen den Oberbürgermeister Jann Jakobs in der Tagespresse liest. Scharfenberg wirft Jakobs vor, die Stadt nicht voran zu bringen. Scharfenberg behauptet, dass ohne die von ihm geführte Fraktion hier nichts passieren würde. Scharfenberg erklärt, dass der Oberbürgermeister sowieso nur arbeitet, wenn er ihn dazu zwingt. Die Liste ließe sich verlängern. Doch wie sieht es tatsächlich aus in der von Jann Jakobs regierten Stadt? Potsdam ist laut einem Ranging die kinderfreundlichste Stadt. Potsdam wird für seine Vielzahl an Kindertagesstätten oft als Beispiel genannt. Hier gibt es die geringste Arbeitslosigkeit im Land Brandenburg und es siedeln sich neue Unternehmen an. Unsere Stadt gewinnt Einwohner hinzu während andere Städte schrumpfen. Es gibt kaum Wohungsleerstand und allen Orts in der Stadt wird Neues gebaut. Und Potsdam gelingt es, seinen verschuldeten Haushalt zu sanieren. Auch diese Liste wäre noch verlängerbar. Und das alles soll also passieren trotz des Oberbürgermeisters Jann Jakobs? Es ist kein Geheimnis, dass nicht alle Projekte und Ideen der Verwaltung in den letzten Jahren gelungen sind und es ist auch wahr, das es immer noch Dinge gibt die man besser machen kann und muss. Das gehört angesprochen, denn nur so kann man etwas verändern. Aber das es unserer Stadt gut geht, dafür arbeiten Jann Jakobs und die von ihm geführte Verwaltung. An diesem Anteil des Amtsinhabers Jann Jakobs an der positiven Entwicklung der Stadt wird auch der permanente Oberbürgermeisterwahlkämpfer Dr. Scharfenberg nichts ändern. Auch wenn er sicher weiter versuchen wird, ihn kleinzureden. Mit freundlichen Grüßen

Die SPD-Fraktion hat beantragt, die Kosten für die Sanierung und Dämmung des Daches im Humboldt-Gymnasiums zu ermitteln und eine Finanzierung über das PP-Projekt der Stadt oder aus Förderprogrammen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu sichern. Der Antrag geht auf einen Besuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Mike Schubert im Humboldt-Gymnasium zu-rück, den dieser auf Einladung der Schulkonferenz vor einigen Wochen machte. Die Schülersprecher des Humboldt-Gymnasiums Anne Zander und Victor Wachs hatten Schubert auf der PPP-Veranstaltung der SPD im Oktober zu einer Besichtigung in das Gymnasium in der Teltower Vorstadt eingeladen. „Dass die Schüler sich für die Sanierung des Hauses engagieren, obwohl sie selbst wahrscheinlich nicht mehr davon profitieren werden, hat mich begeistert“, so Schubert.

Gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Dr. Carola Gnadt und weiteren Mitgliedern der Schulkonferenz wollten die Schülersprecher auf die bauliche Situation im Obergeschoss und Dachgeschoss des seit 1954 durch das heutige Humboldt-Gymnasium genutzten Altbaus in der Heinrich-MannAllee hinweisen. In den Räumen der obersten Etage des Schulgebäudes gab es in den letzten Monaten mehrere Deckenschäden. Die defekten Stellen wurden durch den KIS (Kommunaler Immobilienservice) neu verputzt, eine Teilsanierung der Decke aber erst für das Jahr 2009 geplant. Die eigentlich

notwendige Sanierung des gesamten Daches jedoch ist vorläufig nicht vorgesehen, obwohl dies dringend nötig wäre. Denn durch die fehlende Isolierung des Dachbodens werden in den Räumen im Obergeschoss in den Wintermonaten nur Temperaturen unter 20°Cerreicht, was für den Unterrichtsbetrieb deutlich zu kalt ist. Die Schüler verwiesen auf die hohen Energieverluste und schlugen vor, dass die Stadt die Nutzung von Förderprogrammen für die CO2-Reduzierung für die Sanierung des Daches prüfen möge. Dies nahm die SPD nun in ihren Antragstext mit auf. Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um auch ihre Ideen für ein Ausbauprojekt des Dachstuhls vorzustellen. Auch wenn dies erst einmal Zukunftsmusik ist, sollte die Sanierung und Dämmung des Daches so gemacht werden, dass die Chance besteht, dieses Projekt zu realisieren.

elt. Die Zahl der Mitglieder nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Leider verfügt die Gemeinde über kein Gemeindezentrum, in dem kirchliche Arbeit stattfinden kann. Sie würde deshalb gern im direkten Umfeld des Kapellenberges ein Gemeindezentrum errichten. „Wir

wollen mithelfen, die Bedingungen für die Gemeindearbeit zu verbessern,“ erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Mike Schubert. Dazu soll Oberb ü rg e r m e i s t e r Jann Jakobs die Gemeinde bei ihren Bemühungen zur Anmietung eines Grundstücks im direkten Umfeld des Kapellenberges oder der Nutzung des Gemeindefriedhofs für die Errichtung des Gemeindezentrums unterstützen und alle Möglichkeiten für eine zügige Schaffung der baurechtlichen Vorrausetzung auszunutzen.

Unterstützung für russischorthodoxes Gemeindezentrum

Die SPD will, dass die Stadt den Bau des Gemeindezentrums unterstützt der russisch-orthodoxen Gemeinde Potsdam unterstützt. Ziel der russisch-orthodoxen Gemeinde in Potsdam ist es, bis zum 11. September 2009, dem 180jährigen Bestehen der Kirche, ein Gemeindehaus zu errichten bzw. auszubauen. Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Potsdam kann auf eine lange Tradition zurückblicken. In den letzten Jahren hat die russischorthodoxe Kirche in Potsdam ein aktives Gemeindeleben entwick-

Stadtverordneter und Vorsitzender des SPDOrtsvereins Stern/Drewitz/ Kirchsteigfeld

Wenn man die Galileistraße entlang kommt, kann man es inzwischen sehen: Der Campus am Stern wächst. Die erste Gebäudehälfte des Leibniz-Gymnasiums erstrahlt bereits in neuem Glanz. Farbe ist an die Fassade gekommen, neue Fenster eingesetzt. Die Freiflächen zum Sportplatz sind bereits neu angelegt mit einem Beachvolleyballfeld, Fußballfeldern und Spielgeräten. Am 24. November wurde der erste Bauabschnitt des Campus am Stern der Öffentlichkeit übergeben. Damit nimmt das größte Infrastrukturprojekt südlich der Havel Gestalt an. Über 10 Mio. Euro aus dem städtischen Haushalt fließen in die Sanierung der beiden Schulen, der Außenanlagen und der beiden Turnhallen bis zum Jahr 2010. „Damit nimmt Potsdam seine Verantwortung für die Qualität der öffentlichen Schulen wahr“, so SPD-Stadtverordneter Harald Kümmel. „Außerdem setzen wir ein deutliches Signal für die Wohngebiete im Süden der Stadt.“ Nicht umsonst hat Potsdam den Titel der familienfreundlichsten Stadt Deutschlands erhalten. Das hervorragende Angebot an Schulen und Kitas gilt es zu stärken und auszubauen.

Impressum

potsdamer rundschau Neue Folge Nr. 29 · Winter 2007/2008 Redaktion Mike Schubert (V.i.S.d.P.) Alleestraße 9, 14469 Potsdam Mail: mike.schubert@potsdam.de

Kai Weber (Koordination/Produktion) Mail: kai.weber@potsdam.de

Bildnachweis Rundschau/Archiv, privat, Andreas Wandersleben, Joachim Liebe, Harald Kümmel, Marcus Krause, Kathleen Riedel, Christian Maaß Autoren dieser Ausgabe Harald Geywitz, Christian Maaß, Manja Orlowski, Sibylle Uhlig, Kathleen Riedel, Marcus Krause, Andreas Wandersleben, Andreas Klemund, Harald Kümmel, Norbert Kunz Druck Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam

Potsdamer Rundschau im Internet www.potsdamer-rundschau.de Auflage 12.000 Exemplare

Nr. 1/2008 erscheint im Februar.


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SPD initiiert Schulsanierungsprogramm

TITEL

SPD im Dialog

Stadtteilkonferenzen in der Innenstadt, Potsdam-West und im Süden

Ein Novum in der Geschichte der Potsdamer SPD. Schon ein Jahr vor der Kommunalwahl diskutiert die Partei mit den Bürgerinnen und Bürgern die kommunalpolitischen Konzepte und Ziele, die ab Ende 2008 im neugewählten Stadtparlament umgesetzt werden sollen. SPD-Fraktions-Chef Mike Schubert stellte vor über 50 Zuhörern und Diskutanten aus der Mitte und dem Norden Potsdams das neue Leitbild der SPD „ In Potsdam zu Hause“ vor. Die Zuhörer fanden in dem Papier jede Menge Ansatzpunkte zur Diskussion. Lebhaft wurde über die Zukunftsperspektiven der vor wenigen Jahren eingemeindeten Ortschaften im Norden Potsdams gesprochen. Die Verbesserung der Situation für ältere Menschen in Potsdam spielte an diesem Abend eine ebenso große Rolle. Natürlich wurde in der Runde auch über die Möglichkeiten, die sich aus der Entwicklung der alten Mitte Potsdams rund um den neuen Landtag ergeben, gesprochen. Der Abend zeigte, dass die Potsdamer SPD auf dem richtigen Weg ist, um mit den Potsdamerinnen und Potsdamern ins Gespräch zu kommen. Das Angebot, an dem Wahlprogramm für die kommende Kommunal-

wahl mitzuarbeiten, wurde vielfältig genutzt. Klar wurde auch: noch ist das Leitbild kein fertiges Programm, aber dazu sollen die Gespräche und Diskussionsrunden mit den Bürgerinnen und Bürgern in den kommenden Wochen und Monaten genutzt werden.

Der Dialog wurde angenommen

A. Wandersleben

In Potsdam zu Hause Stadtteilkonferenz im Potsdamer Westen

Schon der gewählte Ort (oberste Etage des Wiener Cafe) machte in aller Deutlichkeit klar, worum es der SPD geht: Das Programm für Potsdam soll ein echter Wählerauftrag werden, das Bild des dunklen Politikhinterzimmers ist antiquiert. So ging es dann in der Diskussion mit dem Fraktionschef Mike Schubert und der Stadtverordneten Klara Geywitz auch richtig zur Sache. Entlang des Leitfadens wurden konkrete Probleme wie der Innenstadtverkehr, die künftige Entwicklung des Luftschiffhafens aber auch pädagogische Standards in Kitas und so genannte Kita-Gütesiegel angesprochen. Verschiedene Vereine wie der Stadtsportbund, Initiative Westkurve, Tierschutzbund und auch die Bürgerinitiative aus Golm hatten sich gut vorbereitet und warteten dann auch gleich mit

konkreten Vor-schlägen aufDiese werden gesammelt und bei der Arbeit am Programm in jedem Fall berücksichtigt werden – so Schubert. Berücksichtigt sind schon jetzt einige Forderun-gen wie zum Beispiel die Wiedereinrichtung einer Badestelle im Luftschiffhafen und die Sanierung des Sportplatzes in der Hans-Sachs-Straße. Geywitz stellte entsprechende SPD-Fraktionsanträge vor. Der gemeinsame Auftakt der SPDOrtsvereine Potsdam West und Eiche-Golm-Grube ist gelungen – so auch das Fazit der beiden Vorsitzenden Kath-leen Riedel und Dirk Albrecht. In den nächsten Monaten folgen dann gemeinsame Wanderungen durch Potsdams Westen und eine Bustour durch den grünen Vorgarten des Potsdamer Nordens. Manja Orlowski

Im Bürgerhaus am Schlaatz fand am Donnerstag, dem 6.12.2007, die dritte Stadteilkonferenz der Potsdamer SPD zur Erarbeitung des Programms für die Kommunalwahl im Herbst 2008 statt. Wie schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen in Potsdam-West und in der Innenstadt diskutierten SPD-Mitglieder gemeinsam mit Potsdamer Bürgern anhand der SPD-Leitlinien für die zukünftige Stadtentwicklung. Das auch die nunmehr dritte Veranstaltung innerhalb von vier Wochen trotz der Vorweihnachtszeit gut besucht war, wertet SPD-Fraktionsvorsitzender Mike Schubert als Erfolg. „ Die Idee unser Programm nicht nur auf internen Parteiklausuren, sondern in einen öffentlichen Dialog zu erarbeiten

wird angenommen.“, freut sich Schubert. Die Schwerpunktthemen der von der Vorsitzenden des Mietervereins Babelsberg, Jutta Busch moderierten Diskussion lagen dann in den Bereichen Umwelt und Verkehr. Hier gab es eine Vielzahl von konkreten Vorschlägen die von der Einrichtung von weiteren Kreisverkehren über die bessere Führung der Potsdamer Fahrradwege bis hin zu mehr Grün im öffentlichen Straßenraum reichte. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Schaffung und Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum insbesondere in den Wohngebieten im Süden der Stadt. Es wurde angeregt, die Schaffung von neuen Wohnangeboten in den bestehenden Wohngebieten im Süden angeregt. Damit könnte erreicht werden, dass Menschen die durch eine Veränderung ihrer individuellen Lebenssituation neuen Wohnraum suchen, dafür nicht in einen neuen Stadtteil ziehen müssen und damit ihr soziales Umfeld aufgeben müssen. Dies käme auch der sozialen Durchmischung der Wohngebiete zu Gute. Im Januar wird die Veranstaltungsreihe dann mit den Stadteilkonferenzen am Stern und in Babelsberg fortgesetzt.

Anfang Dezember stellte Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) die Vorbereitung für ein Schulsanierungsprogramms für dichte Fenster und neue Fassaden im Umfang von 30 Millionen Euro vor. Die Finanzierung soll auf der Basis eines Öffentlich-Privaten-Finanzierungsmodells (ÖPP) erfolgen, bei dem die Stadt auf private Unternehmen bei der Finanzierung und Durchführung der Sanierungsmaßnahme zurückgreift und danach an den privaten eine Rate zahlt. Vorteil des Projektes ist, dass innerhalb kürzester Zeit das gesamte Bauvolumen realisiert werden kann und durch die Beteiligung Privater meist geringere Kosten entstehen als wenn die öffentliche Hand selber bauen würde. Jetzt soll im Januar die öffentliche Ausschreibung für eine Machbarkeitsstudie erfolgen. Die SPDFraktion macht sich schon seit längerem für die Nutzung solcher alternativen Finazierungsmodelle in Potsdam stark um die Sanierung der Schulen zu beschleunigen und deshalb vor einem Jahr den Auftrag zur Erarbeitung der Ausschreibungsunterlagen für das ÖPP ausgelöst. Mit dem ÖPP-Projekt zur Schulsanierung haben die SPDFraktion und Verwaltung gemeinsam einen Weg forciert, der die Schulsanierung in Potsdam zu beschleunigen.

Alte Feuerwehr: SPD für zügige Entwicklung

Die SPD-Fraktion will Oberbürgermeister Jann Jakobs in der nächsten Stadtverordnetenversammlung beauftragen, die Planungsvorraussetzungen für die Entwicklung des bisherigen Feuerwehrstandortes in der Werner-Seelenbinder-Straße zu schaffen. Dieser wird nach Fertigstellung der neuen Feuerwache an der Humboldtbrücke in rund eineinhalb Jahren aufgegeben. Bereits im Februar 2008 soll die Verwaltung dazu einen Zeitplan vorlegen der sicherstellt, dass nach der Aufgabe des Standortes durch die Feuerwehr eine zügige Entwicklung des Geländes erfolgen kann. KORREKTUR Bürgerhaushalt in Golm In unserer letzten Ausgabe Nr. 3/2007 schrieben wir auf Seite 6, dass dem Ortsbeirat Golm im Rahmen des Bürgerhaushaltes 23.200 Euro zur Verfügung stünden. Es sind jedoch 232.000 Euro. Wir bitten um Nachsicht.


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SPD fordert Qualitätskonzept für Kitas

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Nr. 4 · Winter 07/08

Marienschule zieht in den Espengrund Katholischer Träger saniert auch Grundschule am Griebnitzsee

Ein Qualitätskonzept für Potsdams Kindertagesstätten fordert jetzt die SPD-Stadtfraktion. Das Konzept solle in Zusammenarbeit mit den Trägern erarbeitet werden und unter anderem eine Übereinkunft über regelmäßige Weiterbildungen der Erzieherinnen und die fachliche Unterstützung durch das Jugendamt beinhalten, so die SPDStadtverordnete Klara Geywitz. Das Qualitätskonzept sei gleichzeitig Grundlage für ein Informationsportal, das Eltern einen Vergleich der pädagogischen Konzepte ermögliche. Der Vorschlag für einen solchen Qualitätskatalog gehe auf Anregungen von Bürgern auf Stadtteilkonferenzen zurück, begründete Klara Geywitz den Antrag.

Klara Geywitz MdL Bürgerbüro Regine-Hildebrandt-Haus Alleestraße 9 14469 Potsdam Tel.: 0331 - 73 098 300 Fax: 0331 - 73 098 302 eMail: wahlkreis@ klara-geywitz.de

Im Jahr 1939 musste nach Verbot durch die Nazis die katholische Marienschule in Potsdam schließen. Seitdem fehlt in Potsdam ein Angebot für Eltern, die möchten, dass ihre Kinder in eine Schule gehen, in der es eine katholische Wertvermittlung gibt. Während es mit der Grundschule und dem Gymnasium der Hofbauerstiftung für Protestanten schon länger ein solches Angebot in Potsdam gibt, fehlte bisher ein

solches Angebot für die Katholiken. Deshalb sucht der Trägerverein für die Marienschule schon länger ein passendes Grundstück für die Errichtung einer katholischen Schule für Jungen und Mädchen in Potsdam. Zum Schuljahr 2008/2009 soll mit dem Schulbetrieb begonnen werden. Für die notwendige Zulassung als freie Schule beim Land Brandenburg beantragt, musste der Träger bis zum

Bürgerbüro Susanne Melior MdL Potsdamer Str. 55 14552 Michendorf Tel.: 033205 – 255 72 Fax: 033205 – 255 73 Email: Susanne.Melior@ t-online.de

Bürgerbüro Matthias Platzeck MdL Bürgerhaus Am Schlaatz Schilfhof 28 14478 Potsdam Tel.: 0331/620 16 66 Fax: 0331/620 16 65 eMail: wahlkreis@ matthias-platzeck.de

Das Autonome Frauenzentrum Potsdam lud Susanne Melior am 29. November zu einem politischen Frauenfrühstück ein. In lockerer Runde am Frühstückstisch sprach sie über ihre Arbeit als Landes- und Kommunalpolitikerin. Zur Zeit finden die Haushaltsverhandlungen im Landtag Brandenburg statt. Susanne Melior konnte so über die aktuellen Entwicklungen und die finanziellen Folgen berichten, die auch die Frauenpolitik in den kommenden zwei Jahren betreffen werden.

Dezember 2007 gegenüber dem Land einen Schulstandort nachweisen. Bereits seit dem Sommer hatte die Stadt mehrfach mit dem Trägerverein „Marienschule“ über den Standort des früheren Espengrundgymnasiums in Babelsberg gesprochen. Das Bistum Berlin als Verantwortlicher auf Seiten der katholischen Kirche hat sich bereit erklärt, den gesamten Standort zu sanieren und damit auch für die Schüler der Grundschule am Griebnitzsee vernünftige Lernbedingungen zu schaffen. Hier gibt es aufgrund des schwierigen baulichen Zustands der Schule einen dringenden Sanierungsbedarf, der jedoch weder im kommunalen Haushalt noch im Wirtschaftsplan des städtischen Immobilienbetriebes KIS vollständig abgebildet ist. „Mit dem Angebot des Bistums die staatliche Schule mit zu sanieren kann die Sanierung der Grundschule am Griebnitzsee schneller erledigt werden, als wenn die Stadt die aus ihrem knappen Mitteln machen müsste“, erklärte die Stadtverordntete Klara Geywitz. Die Kopplung an die Sanierung der städtischen Schule war auch die Bedingung, unter der die SPD-Fraktion den Antrag für die Errichtung der Marienschule stellte. Ohne die Sanierung würde die Schule am Griebnitzsee einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den zahlreichen Privatschulen in Babelsberg haben. Bis Februar soll die Verwaltung nun mit dem Bistum Berlin die Eckpunkte für eine Ansieldung der Marienschule aushandeln. Dazu sollen noch einmal die Auswirkungen auf die Schulentwicklungsoplanung dargestellt werden und ein Vertrag vorbereitet werden, der die dauerhafte Nutzung der Schule am Griebnitzsee als staatliche Grundschule sichert und die vollständige Sanierung des Standortes Espengrundgymnasium / Schule am Griebnitzsee festschreibt. Auf Wunsch der Elternvertreter der Grundschule am Griebnitzsee und der Schulleiterin Ellen Dahms wurde durch die SPD noch die Bedingung in den Beschluss aufgenommen, das bis zum Schuljahresbeginn 2008 / 2009 mit den Sanierungsmaßnahmen durch das Bistum Berlin begonnen werden muss. „Wenn das erfüllt wird, werden wir schneller als geplant bessere Bedingungen an der Grundschule am Griebnitzsee haben“ hofft Klara Geywitz.


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+++ Brief aus Berlin +++ Brief aus Berlin +++ Brief aus Berlin +++

Bundeshaushalt 2008 fördert Kultur und Wirtschaft in Potsdam Bürgerbüro

Andrea Wicklein MdB Alleestraße 9 14469 Potsdam Tel.: 0331 - 73 098 100 Fax: 0331 - 73 098 102 eMail: andrea.wicklein@ wk.bundestag.de Foto: Liebe

Der Bund setzt seine Unterstützung für die Kulturlandschaft in Potsdam und den wirtschaftlichen Aufschwung fort: So wird der Bund aus dem neuen Investitionsfonds für die Kultur in Deutschland, der ein Volumen von 400 Millionen Euro hat, auch die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit rund 78 Millionen Euro fördern. Viel Geld – aber der Investitionsbedarf für Restaurierung, Baumaßnahmen und Denkmalsschutz ist in den kommenden Jahren enorm. Allein in Potsdam müssen das Neue Palais und das Schloss Babelsberg wieder instandgesetzt werden. Ich bin überzeugt, dass dieses Geld für die Potsdamer Weltkulturerbe-Denkmäler gut angelegt ist. Denn Potsdam wird dadurch noch mehr an Ausstrahlungskraft gewinnen und Touristen aus Nah und Fern anziehen. Weiterhin hat der Deutsche Bundestag mit dem Haushalt 2008 erstmals auch Fördermittel für das am Fuße des Pfingstberges gelegene Lepsius-Haus beschlossen. Durch fehlende Mittel war es

bis heute nicht gelungen, dort eine Dokumentationsstelle über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich zu errichten. Mit den veranschlagten 800.000 Euro wird nun der Bund diese kulturhistorisch bedeutsame Villa in den kommenden vier Jahren unterstützen. Ich freue mich sehr über diese Entscheidung, kann somit doch der Innenausbau des Hauses und der Aufbau einer Erinnerungs- und Begegnungsstätte über das Wirken des Humanisten und Theologen Johannes Lepsius vorangetrieben werden. Ich bin mir sicher, dass diese Einrichtung über die Stadt Potsdam hinaus eine hohe Symbolkraft als Ort der Mahnung und der Versöhnung haben wird. Darüber hinaus unterstützt der Bund im kommenden Jahr den Aufbau der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam. Wir erinnern uns: Ende 2006 hatte der Bundestag auf Antrag der Koalitionsfraktionen beschlossen, dass die neue "Bundesstiftung Baukultur" in der Landeshauptstadt Potsdam angesiedelt wird. Mit dem Domizil „Rote Villa“ am Standort Schiffbauergasse. Insgesamt 8

"Gemeinsam gegen Aids" - unter diesem Motto stand in diesem Jahr am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag. Die Potsdamer Aids-Hilfe rief aus diesem Grund zu einer Spendenaktion auf, um Geld für die Soforthilfe zu sammeln. Auch Susanne Melior trotzte dem Regen und lief mit der Sammelbüchse durch die Brandenburger Straße. Der Welt-Aids-Tag wurde von den Vereinten Nationen 1988 ins Leben gerufen, um auf die bis heute unheilbare Krankheit aufmerksam zu machen.

Städte hatten sich darum beworben. Aber Potsdam konnte letztlich mit den konkreten baulichen und finanziellen Konditionen für die Unterbringung der Stiftung überzeugen. Das Stiftungskapital von 250.000 Euro hat der Bund bereits übernommen. Jetzt sind mit dem Haushalt 2008 nochmals 1,45 Millionen Euro für die Anschubfinanzierung hinzugekommen. Mit dem Geld wird der Bund nun seine Zusage einlösen, die Bundesstiftung Baukultur zu einer unabhängigen und über die Landesgrenzen hinaus beachteten Institution für das deutsche Architektur- und Ingenieurwesen zu entwickeln.

Ob Kultur, Sport oder die Investitions- und Innovationsförderung – mit dem Haushalt 2008 bekennt sich die große Koalition zum Aufbau Ost:

- 644 Mio. Euro mit der Gemeinschaftsaufgabe „Regionale Wirt- schaftsstruktur“ als Investitionsförderung für strukturschwache - Regionen in Ost und West – davon rund 90 Mio. Euro für - Brandenburg - 105 Mio. Euro für Leistungen nach dem Strafrechtlichen - Rehabilitierungsgesetz – darunter auch die SED-Opferpension für - etwa 8.000 Brandenburger SED-Opfer - mehr als 93 Mio. Euro Zuweisungen für den Städtebaulichen - Denkmalschutz Ost – u. a. auch für die Erhaltung von Kirchen - und anderen das Ortsbild prägenden Gebäuden - 7,6 Mio. Euro für die Stiftung für das Sorbische Volk - 2,5 Mio. Euro für die Absatzförderung ostdeutscher Produkte - 2 Mio. Euro für die Errichtung von Sportstätten in den neuen - Ländern "Goldener Plan Ost" - 1 Mio. Euro für das Bündnis für Demokratie und Toleranz zur - Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagement sowie für - Aktionen gegen Rechtsextremismus


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AUS DEN STADT- UND ORTSTEILEN

Groß Glienickes Mitte – die Badewiese

Die Badewiese ist der Lieblingsort vieler Groß Glienicker, nicht nur, wenn es sich sommerlich anfühlt und ein Sprung ins Nasse notwendig wird. Ein roter Pavillon, ein sanft geschwungener Weg, ein Kinderspielplatz und der Badestrand selbst laden inzwischen zum Spazieren gehen, Spielen und

eine soziale Nutzung zu finden. Dieser Spielplatz wurde seit 2005 Stück für Stück umgesetzt, mit Hilfe von Investitionen aus dem Ortsteilhaushalt und mit viel Engagement und privaten Sponsoren aus der Groß Glienicker Bürgerschaft. Der Spielplatz an der Badewiese ist bisher der einzige öffentliche Spielplatz im Ortsteil mit knapp 4000 Einwohnern. Der asphaltierte kleine Weg zum Strand wurde ebenfalls durch anteiliges Sponsoring ermöglicht, u.a. von

gang Richtung Kladow . Der Groß Glienicker See und sein Badestrand liegen von dort gut erreichbar da: nämlich genau mittig des bebauten Groß Glienickes und im öffentlichen Seeuferstreifen entlang des Sees. So wird also von einigen Besuchern der Badewiese das Auto irgendwo, am liebsten zwischen den Linden und auf dem unbefestigten Gehweg, geparkt und die Fußgänger müssen sich einen Weg über die Straße suchen. Das derzeit größte Problem ist je-

der unmittelbar benachbarten Senioreneinrichtung in der Seepromenade, damit auch ältere Mitbürger mit dem Rollstuhl bis zum Seeufer gelangen können. Doch es ist noch einiges zu tun in Groß Glienickes

doch die Einleitung des Regenwassers von der Seepromenade in den See in direkter Nähe zur Badestelle. Nicht nur, dass bei Starkregen immer wieder große Teile des Badestrandes davon -

Mitte. Ein Schloss an dieser Stelle muss es nicht sein, doch ein kleines Cafe mit einer Sommerterrasse ist der Wunsch vieler Bürger, den sie auf der Bürgerversammlung am 14. März 2007 zur Gestaltung der Badewiese sehr deutlich mit ihrem Votum formuliert haben. Die Verkehrssituation an der Badewiese ist an sonnigen Tagen dagegen völlig ungelöst. 11.000 Fahrzeuge fahren täglich die Potsdamer Chaussee entlang durch Groß Glienicke -zwischen dem neuen Kreisel und dem Ortsaus-

geschwemmt werden, auch das ungereinigte Straßenwasser ist für den See seit vielen Jahren eine Belastung. Die z.Zt. mit einer brüchigen Dünnschichtdecke versehene Seepromenade benötigt einen Ausbau, der so auch den Bau einer Entwässerungsanlage ermöglichen würde. So kann dem See und der Badewiese sowie den vielen Nutzern ökologisch sinnvoll gedient werden

Schwimmen ein. Bis zum Jahr 2005 war der Zugang nur über einen schmalen Trampelpfad durch einen Akazienwald möglich. Das nördliche Flurstück, auf dem sich heute der Waldspielplatz räkelt, war bereits vor Jahren an die Gemeinde Groß Glienicke geschenkt worden, mit der Auflage

NACHRUF

ZUM TODE VON GEORG BARDELEBEN

Wir trauern um unseren Freund Georg Bardeleben, der am 1. Dezember 2007 im Alter von 86 Jahren verstarb. Er hat sich mit großer Hingabe viele Jahrzehnte lang für den Ort Groß Glienicke und die hier lebenden Menschen eingesetzt, als stellvertretender Bürgermeister, Bauausschussvorsitzender und Gemeindevertreter der SPD in den 90er Jahren. Er war ein Sozialdemokrat der ersten Stunde in Groß Glienicke und Potsdam und ein Sozialdemokrat alter Schule - als Maurermeister fühlte er sich als Vertreter der Arbeiter. Er war ein Bürger, der auch noch im hohen Alter aufmerksam am öffentlichen Leben teilnahm und weisen Rat gab und ein Mensch, der von vielen wegen seiner Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit geachtet und geliebt wurde. Sein vielleicht wichtigstes Engagement aber war die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Er war ihr langjähriger Vorsitzender in Groß Glienicke, und das bis zur letzten Stunde. Er wird uns sehr fehlen, und wir werden ihn dankbar in Erinnerung behalten. Franz Blaser für den SPD-Ortsverein Groß Glienicke

Birgit Morgenroth SPD-Ortsverein Groß Glienicke

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Groß Glienicke bewegt sich auf guten Pfaden Doris-Maria Langenhoff ist Ortsbürgermeisterin von Groß Glienicke

Seit vier Jahren ist Groß Glienicke ein Ortsteil der Landeshauptstadt Potsdam. Ein knappes Jahr bleibt noch bis zur nächsten Kommunalwahl. Hat sich die Randgemeinde in die dominante Landeshauptstadt Potsdam erfolgreich eingegliedert? Ich glaube ja. Vieles hat sich in Groß Glienicke seit der Eingemeindung verändert, vieles konnte gemeinsam mit dem aktiven Groß Glienicker Ortsbeirat, den fleißigen Groß Glienicker Vereinen und Bürgern sowie einer kooperativen Stadtverwaltung auf den Weg gebracht werden: der überfällige Ausbau der Infrastruktur (Verlegen von Abwasserund Trinkwasserleitungen, Straßenbau, Beleuchtung, der neue Kreisel), die weitere Sicherung des öffentlichen Seeufers (unser kostbarstes Gut im Ortsteil!), ein Kinderspielplatz und eine Freizeitfläche für Jugendliche, die Erweiterung des Sportplatzgeländes an der Grundschule, die Badewiese mit Pavillon am See und den herrlichen Dorffesten, die Restaurierung von Potsdamer Tor und Gutspark, das „alte“ Gemeindeamt als „neues“ restauriertes Pfarrhaus bei der alten Dorflinde, usw... Neutralisiert man seinen Blick auf Groß Glienicke so könnte man sagen, dass Geschichte und Veränderungen in Groß Glienicke wohlwollend nebeneinander stehen und sich wechselseitig bereichern. Ganz so glatt und seicht ist der Eingemeindungsprozess aber doch nicht verlaufen. Viel verbissener und persönlicher Streit im Ortsbeirat hat vielerlei Federn fallen lassen und dadurch eine Reihe von Reibungsverlusten in der Ausführung der Arbeitsaufträge erzeugt. Trotzdem kann und wird niemand mehr die gute Ortsentwicklung in Groß Glienicke bestreiten. Jetzt bleibt uns noch ein Jahr, um die besondere vertragliche Chance zu nutzen. Mittels Teamwork mit den Fachleuten der verschiedenen Bereiche der Stadtverwaltung und einem kooperativ aufgestellten Ortsbeirat wird dieses auch noch nach 2008 gelingen. Denn Potsdam ist stark und schön, aber mit den neuen Ortsteilen ist es stärker und schöner. Doris-Maria Langenhoff Ortsbürgermeisterin


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AUS DEN STADT- UND ORTSTEILEN

Golm im Mittelpunkt von Westraum-Visionen

Marcus Krause Mitglied des Ortsbeirates Golm

Gemeinsam mit dem renommierten Architektur- Professor Roberto Pirzio- Biroli diskutierten am 24.10.2007 auf Einladung des SPD- Ortsvereines Eiche- GolmGrube zahlreiche Golmer Bürg-

erInnen sowie Interessierte aus Verwaltung, Politik, Naturschutzverbänden und Fachplaner unter dem Motto "Kulturlandschaften Lebens(t)räume" über die Gestaltung des Potsdamer Westraumes. Unter Moderation des Golmer Ortsbeiratsmitgliedes Marcus Krause erläuterte Prof PirzioBiroli anhand verschiedener europäischer Projekte die Möglichkeiten einer umsetzungsorientierten Masterplanung, die er auch für den "Potsdamer Vorgarten" mit seinen einmaligen landschaftlichen Potentialen als Chance sieht, insbesondere projektbezogene Förderungen auf Basis der verschiedenen EUFörderprogramme zu akquirieren.

Diskussionsbeiträge der Teilnehmer - so beispielsweise die Forderung nach Weiterführung der Radwegeverbindung über die Lindenallee hinaus bis zum UniCampus Golm und eine Vernetzung der westlichen Potsdamer Ortsteile Golm/Grube/Bornim mit einer Radwegeverbindung bestätigten das Erfordernis einer Masterplanung - die als Planungsprozess verstanden, insbesondere die Einbeziehung der verschiedenen Akteure (Bürger, Bürgerinitiativen, Vereine) ermöglicht. Wie erfolgreich das gemeinsame Wirken lokaler Akteure sein kann, erläuterte Dr. Bernd Rosenkranz als Vorsitzender des Wildpark e.V. anhand der zahlreichen

realisierten Vorhaben und sich in Vorbereitung befindlichen Projekte des Vereines. Die Initiierung einer solchen Masterplanung wird der Vorsitzende des Landschaftspflegevereines, der Landschaftsplaner Jan Bornholdt, in einem gemeinsamen Termin mit dem Potsdamer Oberbürgermeister erörtern. Erfreut nahm Jan Bornholdt das Angebot von Vertretern der Universität an, methodisch und inhaltlich Konzeptionen für den Potsdamer Westraum zu unterstützen. Die Teilnehmer der Veranstaltung gingen mit dem Wunsch auseinander, die Vorschläge, Fragen und Forderungen in weiteren Podiumsdiskussionen zu vertiefen.

Gaußstraße am Stern sowie an der nördlichen Turmstraße in AltDrewitz ist die Lärmbelästigung unzumutbar hoch. Hier brauchen wir neue Lärmschutzmaßnahmen.“ SPD-Stadtverordneter Harald Kümmel ergänzte, dass auch von der Brücke der Schnellstraße über die Neuendorfer Straße Lärm in die Wohngebiete ausstrahlt. „Diese Brücke muss mit einer durchsichtigen Lärmschutzwand ausgestattet werden“, so Kümmel.

Fraktion Konsequenzen für Potsdam in einem Antrag für die nächste Stadtverordnetenversammlung. Bis März 2008 soll der Oberbürgermeister erste Ergebnisse vorlegen, wie der Lärmschutz in Potsdam verbessert werden kann. Dabei soll die Stadtverwaltung auch Wege aufzeigen, wie die Lärmschutzmaßnahmen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort diskutiert werden können.

worden. Demnach müssen die zuständigen Behörden – in Brandenburg das Landesumweltamt – Lärmkarten erstellen, um die Lärmbelästigung für Anwohner an stark befahrenen Straßen und Schienenwegen zu ermitteln. Daraus sollen die Verwaltungen neue Lärmschutzmaßahmen für die Bürger ableiten. Dazu sind Aktionspläne zu erstellen. Die Lärmkarte für Potsdam kann im Internet eingesehen werden unter:

Konsequenzen aus der Lärmkartierung

Schutz vor Lärm gehört zu einem guten Wohnumfeld. Wir wollen in guten Wohnungen ungestört wohnen, ohne die Belästigung durch Verkehrslärm. Daher hat das Landesumweltamt nach Vorgaben der EU und des Bundes eine so genannte „Lärmkarte“ für Potsdam erstellt. „Die Schnellstraße ist für die Wohngebiete Stern und Drewitz eine große Lärmquelle. Das hat die Lärmkarte bestätigt“, so Anke Michalske, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stern/Drewitz/ Kirchsteigfeld. “Besonders am Otto-Hahn-Ring und an der

Aufgrund der Erkenntnisse aus der Lärmkarte fordert die SPD-

PARTEILEBEN

Die Lärmaktionsplanung war aufgrund einer EU-Richtlinie im Jahr 2006 in Deutschland beschlossen

Neuer Juso-Vorstand gewählt Sybille Uhlig neue Vorsitzende

Bereits am 31. Oktober wurde sie einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Ihre beiden Stellvertreter heißen David Kolesnyk und Joost Winkler. Der neue dreiköpfige Vorstand

hat ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm für die zweijährige Amtszeit vorgestellt. Sybille Uhlig, die bereits im alten Vorstand das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden innehatte, sieht im Unterbezirk Potsdam ein großes Potential: „Wir sind der mitgliederstärkste Unterbezirk im Juso-Landesverband.“ Ziel des neuen Vorstands ist es, einen aktiven und stabilen Mitgliederstamm aufzubauen und zu binden, um bei den anstehenden Wahlkämpfen 2008 und 2009 gute Arbeit vor

Ort leisten zu können. Ihre Stellvertreter sind David Kolesynk, der das Amt des Schulsprechers am Evangelischen Gymnasium Potsdam Hermannswerder bekleidet und Joost Winkler, der derzeit auch kommissarischer Vorsitzender der Juso-Hochschulgruppe ist. Der neue Vorstand will sich vor allem um eine bessere Kooperation mit den SPD-Ortsvereinen, der JusoHochschulgruppe Potsdam, dem Juso-Landesverband und den Gewerkschaften einsetzen.

http://luaplims01.branden burg.de/laermkart_www/pdf/ 12054000.pdf

kulturrundschau Musikalisch zum Jahresende

Wer kann sich die Weihnachtszeit ohne das Bachsche Weihnachtsoratorium vorstellen? Am 18. und 19. Dezember jeweils um 19.30 Uhr erklingt es durch den Oratorienchor Potsdam in der Friedenskirche Sanssouci (Teile 1-3). Die Adventszeit wartet aber auch mit überraschenden Kombinationen auf: in der Nikolaikirche wird am 20.12., 19.30 Uhr nicht nur Matthias Eisenberg an der Orgel zu hören sein, es liest auch der Schauspieler Manfred Krug. Am selben Abend gibt es noch die ebenso schöne Alternative, um 19.00 Uhr das traditionelle Weihnachtskonzert des HelmholtzGymnasiums im Nikolaisaal zu erleben. Nach den Weihnachtstagen bietet dann die Kantorei an der Erlöserkirche die nach häufiger Aufführungspraxis zweite Hälfte des Weihnachtsoratoriums (Teil 4-6) dar. Am 29.12. um 19.30 Uhr musiziert das in diesem Jahr 50 gewordene Chorensemble mit dem Neuen Kammerorchester. Zum Jahreswechsel gibt es dann ein besonderes musikalisches Erlebnis in der Nikolaikirche. Unter dem bewährten Motto "Glockenklang und Sinfonie" klingt das Jahr am 31.12. um 19.00 Uhr festlich-besinnlich aus. Werke von Wagner, Hummel und Beethoven bringt die Philharmonie 2000 und der Solo-Trompeter Mike D. Stodd unter Leitung von Björn O. Wiede zu Gehör. Harald Geywitz

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potsdamer S P O R T rundschau

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Nr. 4 · Winter 07/08

SVB: Ist das noch zu schaffen?

Ist das noch zu schaffen? Babelsberg03 vor schwerer Rückrunde Eins kann in dieser Saison nicht passieren: Nulldrei hat keinen Vorsprung, den es verspielen kann. Nach Abschluss der Hinrunde stehen die Filmstädter mit einem Rückstand von neun Punkten auf dem zehnten Platz. Nur wenn dieser zehnte Platz oder eine bessere Platzierung erreicht wird, darf Babelsberg in der nächsten Saison in der neuen Dritten Liga spielen. Fraglich ist, mit welchen Mitteln dieses Ziel zu erreichen ist. Trainer und Co-Trainer wurden bereits ausgewechselt. Ob und in welchem Umfang neue Spieler geholt wer-

den, muss sich in der Winterpause zeigen. Wenn der Verein allerdings etwas aus dem Abenteuer 2. Liga gelernt haben sollte, dann dass Panikkäufe nicht zum Klassenerhalt, sondern nur in die Insolvenz führen. Es sollte also eine gewisse Vorsicht walten. Auf jeden Fall braucht Nulldrei ganz schnell viele Punkte. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, wird die Truppe um Kapitän Moritz fast alle Heimspiel gewinnen müssen. In der ersten Runde wurde im Karli einmal mehr verloren (4mal) als gewonnen (3mal). Aufgrund der DreiPunkte-Regel sind die zwei Remis auch als Punktverlust zu werten.

WANDER-BOSSEL-TOUR DURCH GOLM UND GRUBE

Der SPD-Ortsverein Eiche-Golm-Grube lädt alle Interessierten zu einer öffentlichen und lustigen Wander-BosselTour am 12. Januar 2008 von Golm nach Grube ein, um gemeinsam voller Elan ins neue Jahr zu starten. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs wollen wir der Nordfriesischen Sportart frönen und dies durch eine einzigartige Kulisse - dem Golmer Luch. Treffpunkt ist am um 9:30 Uhr am Wendeplatz Golm (erreichbar mit der Buslinie 606). Hier werden die Mannschaften eingeteilt. Um 10 Uhr starten wir und rechnen damit, gegen 13 Uhr in den Gasthof Krause in Grube einkehren zu können, zu Grünkohl und Pinkel. Im Anschluss steht ab 14:30 Uhr unsere Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein für Gespräche zur Verfügung.

Das ist viel zu wenig. Auf fremden Plätzen wurden zwei Siege eingefahren, es gab zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Besonders ärgerlich waren die Heimniederlage gegen Verl und das 0:3 in Ahlen nach dem Heimsieg gegen Düsseldorf. Wenn es durch die starke Leistung gegen den Spitzenklub aus NRW etwas Auftrieb gegeben hat, so schwand der Optimismus sehr schnell nach individuellen Fehlern gegen den Tabellennachbarn Ahlen. Es bedarf einer deutlichen Leistungsstierung, um im Februar noch einmal angreifen zu können. Hoffentlich wurde bis dahin noch die nächste Runde im Landespokal erreicht. Die Chance auf eine erneute Teilnahme im DFB-Pokal sollte auf jeden Fall genutzt werden. Nachdem zwei Spiele der Rückrunde bereits im Dezember ausgetragen wurden das Auswärtsspiel in Dortmund mit etwas Verzögerung geht

es nach der Winterpause Mitte Februar weiter. Mit der Begegnung bei Wolfsburg II steht gleich ein Endspiel auf dem Programm. Gegen die Kellerkinder aus der VW-Stadt muss auf jeden Fall gewonnen werden. Danach wird mit Eintracht Braunschweig ein Gegner im Karl-Liebknecht-Stadion erwartet, der bisher deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Die Partie wird wegweisend dafür sein, welche der beiden Mannschaften den Anschluss nach oben noch schaffen kann. Vielleicht ist es aber gerade die schwierige Situation, die Grund zur Hoffnung gibt. Mit einem Vorsprung im Rücken gab es in der Vergangenheit immer wieder schlimme Einbrüche in der Rückrunde, wie das peinliche 0:5 im März 2006 gegen den MSV Neuruppin. In dieser Saison kann es nur noch besser werden: Allez les bleus! Christian Maaß

UJKC erneut Deutscher Mannschaftsmeister im Judo

auch der Titelgewinn perfekt gemacht. Überglücklich fielen sich die Potsdamerinnen in die Arme.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und hoffen Sie bei unserer Wanderung nach einem gelungenen Rutsch begrüßen zu können! Kathleen Riedel, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins

Der SPD-Ortsverein Groß Glienicke lädt am 13. Januar 2008 ab 11 Uhr zu einem späten Frühstück ins Begegnungshaus (Glienicker Dorfstraße 2) ein.

Das Fest steht – wie schon in den vergangenen Jahren – im Zeichen der politischen Farbenvielfalt und Freundschaft. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. SPD-Ortsverein Groß Glienicke Franz Blaser, Vorsitzender

Der zweite Advent war kein besinnlicher Tag für die Potsdamer Fußballerinnen und Fußballer. Im KarlLiebknecht-Stadion kam Babelsberg03 nicht über ein 1:1 gegen Kickers Emden hinaus. In der aktuellen Situation viel zu wenig für die Filmstädter. Die Frauen von Turbine konnten nicht einmal ein Unentschieden erreichen. Eine Woche nach dem Sieg in Duisburg verloren die Frauen von Trainer Bernd Schröder mit 1:2 gegen die Frauen von Bayern München. Das gibt wohl nicht das nötige Selbstvertrauen vor dem Pokalspiel gegen Frankfurt. Graues Wetter, triste Ergebnisse.

Herzschlagfinale

Anmeldungen sind möglich bis zum 04. Januar 2008 unter: Tel.: 0331-54970901 (mit AB), Fax: 0331-54970903 oder per mail: spd.egg@gmx.de

Wir begrüßen das neue Jahr mit einem Neujahrsbrunch!

Einmal nichts für Potsdam

Das, was sich dem begeisterten Publikum in der voll besetzten Sporthalle Heinrich- Mann-Allee bot, war Spannung pur. In einem Herzschlagfinale setzten sich die Judodamen des UJKC Potsdam gegen die PSG Brandenburg durch und sicherten sich damit nach 2005 zum zweiten Mal den Meistertitel.

Lange sah es im Finale überhaupt nicht gut für die Gastgeberinnen aus, die sich im vergangenen Jahr dem Team des Schwergewichts Sandra Köppen-Zuckschwerdt im Finale geschlagen geben mussten. Auch diesmal mussten Toni Becker (Gewichtsklasse bis 48 kg) gegen Maren Kräh, Franziska Konitz gegen Köppen-Zuckschwerdt und Potsdams polnische Gaststarterin Katarzyna Puzkos-

nik gegen Tatjana Moskina ihre Kämpfe abgeben. Die Wende leitete ausgerechnet die erst 17-jährige Luise Malzahn aus Halle ein. Niemand hatte der 78-Kilo-Kämpferin zugetraut, dass sie sich gegen die elf Jahre ältere Olympia-Fünfte und WMDritte Catherine Jacques aus Belgien durchsetzen könnte. Doch mit unbeschreiblichem Siegeswillen erkämpfte sie den Sieg und brachte den Stein ins Rollen. Olympiasiegerin Yvonne Bönisch ((bis 63 kg) beherrschte anschließend ihre Gegnerin Antje Petsch ebenso wie Heide Wollert, die sich in der „70“ gegen Katharina Hilger behauptete. Beim Stand von 3:3 lag es nun an der Polin Inga Golaszewska (57 kg). Ein letztes Aufbäumen, dann war mit dem Sieg gegen Marlen Hein

Sowohl die neuen Meisterinnen als auch die Damen aus Brandenburg hatten sich auf dem Weg ins Finale in ihren Pools durchgesetzt. Während die PSG den SC Berlin (5:2) und Wiesbaden (4:2) bezwang, verließen die Potsdamerinnen gegen den KSV Esslingen ((7:0) und den JC Leipzig mit einem knappen und äußerst spannenden 3:2-Sieg die Matte.

An deren Rand hatten mehrere namhafte Athleten Platz genommen. Neben KugelstoßOlympiasieger Olaf Beyer und Triathlon-Weltmeister Gregor Buchholz hatte auch Box-Weltmeister Arthur Abraham aus dem Sauerland-Stall zusammen mit seinem Coach Ulli Wegner den Weg nach Potsdam gefunden. „Ich war zum ersten Mal beim Judo, und das hier war eine ganz tolle Werbung für diesen Sport“, urteilte „King Arthur“, der auch die Pokale und Medaillen übergab. „Wie die Potsdamerinnen einen 0:3-Rückstand noch einmal aufholen konnten, hat mich total begeistert. Im nächsten Jahr würde ich gern wieder dabei sein.“


Potsdamer Rundschau, Ausgabe Dezember 2007