175 Jahre Schweizerischer Apothekerverband
Seit 175 Jahren voraus. En avance depuis 175 ans. Da 175 anni in anticipo.
Editorial
Grünes Licht für grünes Kreuz ! Ach du grüne Neune: Ganze 175 Jahre ist es her, seit sich ein Dutzend Apotheker zu einem Verband formiert haben, um sich zu vernetzen, ihr Wissen auszutauschen und ihre Schlagkraft zu erhöhen. Und sie sind dabei sehr wohl auf einen grünen Zweig gekommen: Was wir heute ernten dürfen, verdanken wir den Pionieren, die das Potenzial unseres Berufsstands früh erfasst haben und den Garten für unser jetziges Tätigkeitsfeld angelegt haben: Apothekerinnen und Apotheker sind im Jahr 2018 nicht nur die erwiesenen Medikamentenprofis, sondern auch erste und einfachste Anlaufstelle bei allen gesundheitlichen Fragen. Wir leisten einen essenziellen Beitrag in der medizinischen Grundversorgung, halten unser Wissen mit Weiter- und Fortbildungen stets à jour und tragen wesentlich dazu bei, die Patiensicherheit zu erhöhen und Kosten zu sparen. Zudem fördern die Apothekenteams die Gesundheit mit zahlreichen Präventionsdienstleistungen. In der vorliegenden Jubiläumspublikation würdigen wir den Einsatz all jener, die den Acker für unseren heutigen Verband gepflügt und besät haben. Wir richten auch einen Blick in die Zukunft. Wie wird sich die digitale Transformation auf unsere Tätigkeit auswirken? Wie begegnen wir der nächsten Generation an Kunden, die gut informiert die Apotheke betritt und einen gezielten Mehrwert zu den Online-Angeboten einfordert? Herausforderungen sind immer Chancen – davon bin ich überzeugt. Wenn wir uns zusammen den fachlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen stellen, geniessen wir weiterhin das Vertrauen und die Zufriedenheit der Bevölkerung. Die Anforderungen an unsere Services und Leistungen steigen weiter – und wir wollen uns auch in Zukunft aus Sicht der Öffentlichkeit im grünen Bereich wiederfinden. Herzlichen Dank für Ihr Engagement! Gute Lektüre wünscht
Fabian Vaucher, Präsident Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse
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Inhalt
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Die Gründung
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Fakten und Zahlen
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Die Symbolik des grünen Kreuzes
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Achtung Humor! Geschichten aus der Apotheke
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Vorausschauende Lösungen des Dachverbands
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Rückblick und Ausblick 39 Männer hatten bisher das Amt als Präsident inne. Fünf erzählen uns aus dieser Zeit.
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Die LOA: ein Meilenstein
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Fragen Sie Ihre Apothekerin
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Trend zum Zusammenschluss
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Wander und Alcacyl: von der Pflanze zur Chemie
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Die wichtigsten Meilensteine im Überblick
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Entwicklung des Pharmaziestudiums
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Neue Aufgaben und Dienstleistungen des Apothekers
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Die Armeeapotheke: Dienstleisterin für Armee und Zivilbevölkerung
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Auszeichnungen und Preise des Verbands
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Berufsziel Industrie: Gute Vorbereitung ist essenziell
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Magistralrezepturen – eine Kernkomptenz der Apotheker
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Etwa 80 Prozent der eidgenössischen Diplome in Pharmazie werden an Frauen erteilt.
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50 52
Spitalpharmazie: Tagesablauf, Sonderanfertigungen und Patientensicherheit
Apothekerinnen – von der Kräuterfrau zur Pharmazeutin
Digitale Transformation Die Digitalisierung und der Kontakt zu den Kunden – sie werden die Apotheke in Zukunft verändern.
Ideenwettbewerb «Apotheke der Zukunft» Studierende – die kritischen Konsumenten von morgen – liefern Ideen, wie die Apotheke in der Zukunft für sie ausschauen soll.
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 2
Der erste nationale Branchenverband überhaupt
Gründung des Apothekervereins 1843 Der Schweizerische Apothekerverein wurde 1843 in Zürich gegründet. Massgebend für diesen Schritt waren wissenschaftliche und therapeutische Erneuerungen, aber auch politische und soziale Veränderungen. Autor: Prof. Dr. François Ledermann
Schon seit Mitte der Dreissigerjahre des 19. Jahrhunderts hatten einige forsche Apotheker versucht, die Pharmazeuten auf Bundesebene zu vereinigen. Nach einem gescheiterten Versuch des Baslers Johann Jakob Bernoulli gelang dies Theodor Hübschmann, einem Zürcher Apotheker deutscher Herkunft. Am 18. Oktober 1843 versammelten sich auf seine Initiative im damaligen Hotel Krone, dem heutigen La Terrasse am Bellevue in Zürich, dreizehn Kollegen aus vier Kantonen. Unter dem Vorsitz von Hübschmann fassten sie den Beschluss, einen Schweizerischen Apothe-
kerverein ins Leben zu rufen. Ein Jahr später – die erste Generalversammlung fand zusammen mit jener der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in Chur statt – war die Mitgliederzahl bereits deutlich angewachsen.
Ausbildungsthemen und Pharmakopöe im Fokus
Bei der Gründung des Verbandes waren neben Hübschmann einige weitere A potheker besonders aktiv. Neben dem bereits genannten Bernoulli waren dies Christian Müller aus Bern, Johannes Lavater aus Zürich und der Schaffhauser Carl Emil Ringk. Sie spielten auch in den folgenden Jahren eine wichtige Rolle in der Schweizer Pharmazie. //
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Theodor Hübschmann, einer der Gründer
≤
Zu den ersten Aufgaben des neuen Vereins gehörten die Erneuerung und Vereinheit lichung der Ausbildung sowie die Herausgabe einer Landespharmakopöe. Dies wurde 1865 mit der ersten «Pharmacopoea Helvetica» realisiert. Ein weiteres wichtiges Thema war der Kampf gegen die Selbstdispensation der Ärzte. 1848, fünf Jahre nach der Gründung des Vereins, erschien zum ersten Mal die heute noch existierende Schweizerische Apotheker-Zeitung.
∫ Aus dem Original-Protokollbuch von 1843. Pharmaziemuseum Basel ≤ Einladung zur 82. Jahres versammlung in Basel Pharmaziemuseum Basel
Fakten und Zahlen
teuren Medikamenten An
98 %
verdient der Apotheker am wenigsten
Der Verdienst des Apothekers aus dem Verkauf von Medikamenten setzt sich aus einem fixen Zuschlag je Packung und einem prozentualen preisbezogenen Zuschlag zusammen. Dieser preisbezogene Zuschlag sinkt ab einem Fabrikationspreis von 880 Franken und entfällt bei Medikamenten, die mehr als 2570 Franken kosten komplett. Eine Anpassung dieses Modells ist überfällig.
der Apotheken die mit dem QualitätsmanagementSystem ISO 9001 QMS Pharma arbeiten liefern Höchstqualität. So lautet das Resultat von periodischen Testkäufen durch Mystery Shoppers.
82,3 %
21 700
Beschäftigte verdienen in der Schweiz ihren Lohn in der Apotheke.
der öffentlichen Apotheken in der Schweiz sind dem Verband pharmaSuisse angeschlossen.
Nicht nur billiger – aber auch
Seit
nachhaltiger
175 Jahren
voraus Am 18. Oktober 1843 wurde der Schweizerische Apothekerverein ins Leben gerufen mit dem Zweck, das kollegiale Band und die Wissenschaftlichkeit zu fördern. Seither haben Apotheker mit viel Entdeckergeist und offenem Herzen clevere Lösungen für anstehende Herausforderungen im Gesundheitswesen gefunden.
Die Jagd nach Rabatten wirkt nur kurzfristig kostensenkend. Nachhaltige Instrumente für echte Einsparungen sind höchste Qualität und Transparenz, permanentes Optimieren des Kosten-NutzenVerhältnisses, konsequentes Vermeiden von Verschwendung, die interprofessionelle Betreuung von Chronischkranken sowie eine Verstärkung der Patientenautonomie durch den Einsatz eines elektronischen Patientendossiers (EPD).
weiss am besten Bescheid Die Apothekerin
bei Medikamenten
Apothekerinnen verfügen über ein umfassendes pharmazeutisches Fachwissen. Dieses erlangen sie durch das Studium, einer seit 2018 obligatorischen Weiterbildung zum Fachapotheker und die obligato rischen Fortbildungen.
340 181
Patientenkontakte finden jährlich in Schweizer Apotheken statt.
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International anerkannt und vernetzt
Es erstaunt nicht, dass zum dritten Mal in Folge ein Schweizer Apotheker die weltweite Apothekerorganisation Fédération Internationale de Pharmacie FIP präsidiert. Denn die Schweizer Apothekerinnen und Apotheker gehen in vielen Bereichen voran: bei der Einführung von interprofessionelle Qualitätszirkeln, mit der Entwicklung eines möglichst preisunabhängigen, leistungsorientierten Abgeltungsmodells (LOA), mit Ausbildungen für Impfen oder die Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten.
19 Kantone
bieten heute Impfungen in der Apotheke durch den Apotheker ohne Arztrezept an. Auf impfapotheke.ch sind über 600 Apotheken registriert, die diese Dienstleistung anbieten.
1800 öffentliche Apotheken gibt es in der Schweiz
Dem Verband sind rund 6300 Einzelmitglieder angeschlossen.
6300
51,2 %
aller Medikamente in der Schweiz werden von Ärzten und Spitälern, über den Versandhandel und in Drogerien verkauft. Trotzdem bleibt die öffentliche Apotheke die wichtigste Säule der Medikamentenversorgung.
Gesundheitskosten senken
Ziel des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) ist die bestmögliche Versorgung zu den tiefst möglichen Kosten – und nicht die billigste Möglichkeit. Nur mit den richtigen Anreizen können Gesundheitskosten gesenkt werden. Zum Beispiel mit Abgeltungsformen, die weder Mengenausweitungen noch Rationierungen finanziell interessant werden lassen. Dafür setzt sich pharmaSuisse ein.
Apotheker sind vernetzte Grundversorger, Garanten für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, Gesundheitsförderer und auch Unternehmer, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze garantieren.
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Quantensprung in der medizinischen Grundversorgung Einfache Krankheiten gehören in die Apotheke und nicht in den Spitalnotfall! Ärzte und Apotheker beraten seit dem Jahr 2016 im Rahmen einer Expertenkommission des Bundesamts für Gesundheit zusammen über eine vernünftige und patientensichere Aufgabenteilung in der akuten Medikation.
Symbolik
Das grüne Kreuz Seit dem Jahr 2007 enthält das Leuchtbild der Schweizer Apotheken drei Sinnbilder: das Kreuz, die Farbe Grün und eine stark stilisierte Schlange. Diese dreifache Symbolik beruht auf sehr alten Überlieferungen. Autor: Prof. Dr. François Ledermann
Bereits in der Frühzeit war das Kreuz in vielen Zivilisationen ein Sinnbild und ein Kultgegenstand. Später wandelte es sich durch die Auferstehung Jesus Christi als lateinisches oder Passionskreuz zu einem christlichen Symbol für Frieden und E rlösung, ewiges Leben und Gesundheit. So lassen es die Soutanen der Brüder des in Rom im 16. Jahrhundert gegründeten Ordens des Heiligen Camillus de Lellis erkennen. In der Folge wurde das Kreuz schon früh auch für die Kennzeichnung von Apotheken verwendet. Zuerst in der Farbe Rot, später allmählich in der Farbe Grün, da
die Genfer Konvention von 1864, in Andeutung an die Schweizer Fahne, das rote Kreuz wählte. In der Schweiz wurde das Wahrzeichen der Apotheker im Jahre 1963 auf Initiative des damaligen Präsidenten des SAV, André Bédat, auf Bundesebene eingeführt und ersetzte in der Mehrheit der Apotheken Firmenzeichen, die oft von der Industrie her kamen. Mehr als vierzig Jahren später wählte pharmaSuisse das neue Leuchtbild.
Die Schlange ist ein gleichzeitig wohltuendes und unheilvolles Symbol. Zum einen wird sie als Verkörperung des Übels an sich angesehen: Man denke an Eva, die von ihr verlockt wurde, damit sie die Erbsünde begeht. Zum anderen ist die Schlange aber auch ein Bild der Gesundheit und der Fruchtbarkeit, mit manchmal ebenfalls einer phallischen Andeutung, und wird von vielen Zivilisationen verehrt. Die Symbolik der Schlange ist seit Jahrtausenden als Begleiter der Gesundheit und der pharmazeutischen Kunst präsent, allein oder mit anderen sinnbildlichen Zeichen wie dem Äskulapstab und der Schale von Hygiea. //
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Wussten Sie, dass unser Sortiment mit
100 000
über Artikeln Ihnen alles bietet, was Sie für Ihre Apotheke benötigen?
Galexis AG Industriestrasse 2, Postfach, 4704 Niederbipp galexis.com
«Der Berufsstand Apotheker ist Galexis seit jeher wichtig. Was seit 90 Jahren gilt, gilt auch in Zukunft: Wir setzen uns für Sie ein – genau wie pharmaSuisse. Herzliche Gratulation!» Christoph Amstutz, Leiter Galexis AG
Wussten Sie, dass sich PharmaFocus seit
17,5 Jahren für die
unabhängige Apotheke einsetzt?
«Wir gratulieren der zehnmal älteren pharmaSuisse zum Jubiläum und freuen uns auf die nächsten 175 Jahre gemeinsamen Engagements.» PharmaFocus AG Barcelonastrasse 14, 4142 Münchenstein pharmafocus.ch
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Marco Lardi und Andreas Tschan, Geschäftsführer und Apotheker
Achtung: Humor!
Ich liebe meinen Beruf. Sooo viel Abwechslung ! Unsere Rolle als bestzugängliche Medizinalpersonen bringt uns Apothekerinnen und Apotheker täglich in Kontakt mit einer Vielzahl an Persönlichkeiten. Hier eine (unvollständige) Typologie, die alle, die in einer Apotheke arbeiten, sicher wiedererkennen. Autorin: Pharmama – bloggt täglich aus der Apotheke
Soll ich sie Kunden oder Patienten nennen? Die Apotheke hat einen grossen Wandel vollzogen von einer Institution, die einzig Anweisungen von Ärzten ausführt, zu einem immer umfassenderen Dienstleistungs betrieb im Gesundheitswesen. Ein Kunde ist laut Duden jemand, der eine Ware kauft oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt. Ein Patient ist eine Person, die ärztlich behandelt wird. In der heutigen Apotheke stimmt häufig beides. Und das hat Konfliktpotenzial, wie diese Beispiele zeigen.
Der Spätkommer Kommt fünf Minuten vor Ladenschluss und erwartet umfassende Beratung zu Kosmetikartikeln. Oder er hat lange Rezepte, die gleich eingelöst werden müssen (ausgestellt vorgestern). An schlechten Tagen kommt er auch, wenn man schon geschlossen hat, und klopft dann an die Türe. Wenn der Ladenschluss nicht die Deadline ist, ist es der Bus oder der Zug, der demnächst abfährt.
Der «Aber ich brauch das!»-Kunde Dieser Kunde antwortet, sobald du ihn mit der Tatsache konfrontierst, dass etwas nicht an Lager / nicht lieferbar / nicht existent ist, automatisch mit «aber ich brauch das!» und erwartet dann, dass das Gewünschte trotzdem auftaucht. Wenn nicht, wiederholt er seine Forderung einfach ein paar Mal. Vielleicht glaubt er, dass das gesuchte Produkt auf magische Weise trotzdem erscheint, wenn er nur den richtigen Tonfall trifft?
Der Nervösling Ein Blick ins Patientendossier zeigt, dass er bisher ausschliesslich Medikamente wie Stilnox, Xanax, Temesta und Co. bezogen hat – Beruhigungsmittel also mit Abhängig-
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Video-Sketch-Show «Anek doten aus der Apotheke» Im Rahmen der Kampagne «Fragen Sie Ihren Apotheker» zeigt pharmaSuisse in etwas überspitzten Video-Sketches den Alltag in Apotheken: Die rund einminütigen Filme erzählen komödi antische Anekdoten aus einer Apotheke – voller Vorurteile und Stereotypen. ihr-apotheker.ch/sketch-show
keitspotenzial. Er hüpft praktisch von einem Fuss auf den anderen, während er ein weiteres «Notfallrezept» von einem weiteren Arzt abliefert. Und vorher hat er natürlich bereits versucht, das Gewünschte ohne Rezept bei uns zu erhalten.
Der Bis-zum-letzten-MomentAufschieber Er gibt ein Rezept ab, das typisch ist für einen Besuch im Notfall des Spitals: Schmerzmittel, Antibiotikum (es kann aber auch ein Blutdruckmittel sein) – nur: Das Rezept ist schon etwa drei Wochen alt. Dann sagt er dir, dass er es gleich brauche und dass du dich beeilen sollst – er muss nachher zum Arzt. Wahrscheinlich zur Nach kontrolle.
erwartet, dass du den Rest selbst heraus findest. Leider fehlte jedoch das Fach Gedankenlesen in meiner Ausbildung …
Der «Aber bei xy»-Kunde Er hat eine Frage, die aus medizinischen oder gesetzlichen Gründen leider nur abschlägig beantwortet werden kann. Kaum hast du das geäussert, wirft er dir «aber bei xy geht das / bekomme ich das» an den Kopf.
endet sie mit seiner gerade aktuellen Vision. Es empfiehlt sich, ihm von Beginn weg nicht allzu sehr zu widersprechen, da ansonsten die Visionen immer abstruser werden («Aber was, wenn ich mich auf die Blisterpackung setze und ein paar Tabletten herausgedrückt werden und mein Hund sie findet und isst … ?»).
Der Info-Shopper
Er stellt Fragen – im Normalfall intelligente und freundliche Fragen. Aber wenn du antwortest, unterbricht er dich, nur um dieselben Fragen ein paar Minuten darauf wieder zu stellen. Hat ihm die Antwort nicht gefallen?
Er kaut dir ein Ohr ab und will alles über ein neues Produkt wissen. Mit diesen Informa tionen geht er anschliessend zum Discounter und kauft es dort. Neu gibt es diesen Kunden auch in der Variante «Versand-Apotheke», der vor Bestellung noch bei dir vorbeikommt, da «bei Ihnen die Beratung doch besser ist»... Danke!
Der Exhibitionist
Der Idiot savant
Die Mama
Dieser Kundentyp ist oft älter, nutzt aber jede Gelegenheit, um Haut zu zeigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob andere Kunden mitbekommen, dass sie eine Pilzinfektion unter dem Busen hat («Schauen Sie sich das an!» – T-Shirt hoch) oder er einen Pickel auf dem Hintern («Na, da!» – Hose runter). Bevorzugt werden Opfer des jeweils anderen Geschlechts, zur Not nimmt der Exhibitionist aber alles, was grad da ist.
Er weiss nichts über das Produkt, das er möchte – bis zu dem Moment, wo du ihm etwas zeigst oder erklärst, dass es das Gewünschte so nicht gibt. Dann ist er auf einmal Experte und sicher, dass das, was du ihm zeigst, nicht das ist, was er wollte, oder dass das gesuchte Produkt wirklich existiert.
«Ich hätte gern ein – nein, geh da weg! – ähm, ein Kleinkinder-Nasenspray – lass das da stehen! – nein, nicht anfassen! – zum Donnerwetter, das nächste Mal bleibst du im Auto – ja, und haben Sie etwas gegen Husten, das man auch Kleinkindern ... – ja, ich hab gesehen, dass da ein Bonbon ist – also Kleinkindern geben kann? – warten Sie – nein, du darfst nicht mein Portemonnaie – nein, heb das auf! – hier, bitte schön, ja, er darf ein Traubenzucker haben, aber erst zum Nachtisch, bitte geben Sie es – nein, nicht jetzt, lass das los, ich nehme das – danke.»
Die «Nur schnell eine Frage»-Person Sie unterbricht ungeniert ein Beratungs gespräch, um eine Frage zu stellen. Und erzählt dann minutenlang irgendetwas, ohne sich unterbrechen zu lassen. Der aktuelle Kunde steht daneben und beginnt langsam zu kochen.
Der Telepath Er liefert einen Bruchteil der benötigten Informationen zu dem, was er möchte, und
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Der selektiv Schwerhörige
Der Telefon-Shopper Er steht mit dem Telefon am Ohr an der Theke und erhält Instruktionen, was er kaufen soll. Meist ist er männlich – am Telefon die Frau/ Freundin. Einfacher wäre es, uns zu fragen (denn selbst vom Zuhören wissen wir eigentlich schon, was gewünscht ist), aber: Nein!
Der Spekulierer Er ist offenbar in der Lage, verschiedene Zeitlinien in der Zukunft zu sehen – und will auf alle vorbereitet sein. Er startet viele Sätze mit: «Aber was, wenn … ?» – und be-
Der Hypochonder Er hat bei einem Mückenstich sofort eine tödliche Krankheit und kommt in die Apotheke, um langsam zu sterben. Bei Kopfschmerzen hat er einen Schlaganfall, bei Muskelkater im rechten Arm einen Herzinfarkt. //
Projekte für Mitglieder
Vorausschauende Lösungen des Dachverbands pharmaSuisse unterstützt seine Mitglieder mit vielen Produkten und Dienstleistungen sowie Weiter- und Fortbildungsangeboten: damit sie ihre Kundschaft direkt und kompetent zu Medikamenten sowie zu Gesundheits- und Präventionsfragen beraten können. Autorin: Stephanie Balliana
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«Vor dem Hintergrund von Hausarztmangel und dem Kostenwachstum im Gesund heitswesen wird der einfache Zugang zur Gesundheitsberatung immer wichtiger», sagte Bundesrat Alain Berset an der pharmaSuisse-Generalversammlung im Jahr 2015. Die Gesetzesrevisionen des Medizinal berufegesetzes 2015 und des Heilmittelgesetzes 2016 trugen dem Rechnung und den Apothekerinnen eine weitaus wichtigere Rolle in der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung zu. Dies war mitnichten Zufall oder glückliche Fügung – die Grundsteine für die neu zugesprochenen Kompetenzen waren zum Zeitpunkt der parlamentarischen Debatten längst gelegt.
weise qualifizieren Apothekerinnen zur Beratung von Ärzten in ihrer Verschreibungspraxis oder zur pharmazeutischen Betreuung von Heimen und anderen Institutionen des Gesundheitswesens.
Medizinalberufegesetz bringt Kompetenzerweiterung
Heilmittelgesetz bringt neue Handlungsfelder
Das revidierte Medizinalberufegesetz (MedBG) wird 2015 vom Parlament angenommen. Es ist die Grundlage für die Kom petenzerweiterung der Apothekerinnen. So braucht es für die eigenverantwortliche Berufsausübung künftig ebenso wie bei den Ärzten einen Weiterbildungstitel. Ausserdem sollen alle Apothekerinnen neu schon im Grundstudium die Grundlagen für die neuen Kompetenzen zum Impfen sowie für die Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten erlangen.
2016 wird die Revision des Heilmittelgesetzes vom Parlament angenommen. In Zukunft können Patienten gewisse verschreibungspflichtige Medikamente, für die es keine ärztliche Diagnose braucht, ohne Rezept von der Apothekerin persönlich beziehen. Die Patientensicherheit und die Behandlungsqualität geniessen dabei erste Priorität. Apotheken dürfen auch in Zukunft Medikamente herstellen, beispielsweise spezielle Kinderdosierungen, bei Lieferunterbrüchen und im Falle einer Pandemie. Für die Er teilung einer kantonalen Bewilligung wird neu ein Qualitätssicherungssystem vorausgesetzt.
Grundstein Ausbildung Dank der Unterstützung von pharmaSuisse werden an den Universitäten Genf und Basel Lehrstühle in klinischer und praktischer Pharmazie eingerichtet – diese vermitteln bereits heute die neuen Kompetenzen. Die Universität Zürich folgt. Grundsteine Weiterbildung " Eidgenössische Weiterbildung: Die Schweiz ist das erste Land mit staatlich anerkannten Weiterbildungsgängen in Spital- und Offizinpharmazie (2013). Diese bereiten junge Apothekerinnen optimal auf Herausforderungen wie beispielsweise die Leitung einer Apotheke vor. " Fähigkeitsausweise: pharmaSuisse führt Fähigkeitsausweise ein, mit denen sich ausgebildete Apothekerinnen für neue Anforderungen, wie das Impfen in der Apotheke, qualifizieren können. Andere Fähigkeitsaus11
Grundstein Fortbildung Apothekerinnen sind wie alle Medizinalpersonen gesetzlich zur lebenslangen Fort bildung verpflichtet. pharmaSuisse ist mit jährlich fast 200 Kursen eine wichtige Stütze der pharmazeutischen Fortbildungslandschaft. Sie bietet Fortbildungsprogramme, Präsenz- und Online-Schulungen sowie wissenschaftliche und fachliche Grundlagen für das Selbststudium an.
Grundstein Qualitätsmanagementsystem Bereits 1999 bietet pharmaSuisse den Apotheken ein Qualitätsmanagementsystem an. Um den öffentlichen Qualitätsanfor derungen gerecht zu werden, lanciert pharmaSuisse 2015 das ISO-zertifizierte «ISO 9001 QMS Pharma», im Jahr 2018 bereits mit über 500 Apotheken. Grundsteine Anamnese und Triage " netCare: Im Modell netCare, gestartet im Jahr 2012, übernehmen speziell weitergebildete Apothekerinnen die medizinische Erstabklärung gemäss wissenschaftlich fundierten Flussdiagrammen und ziehen bei Bedarf mit dem Einverständnis des Kunden einen Mediziner bei. Keine Terminvereinbarung, keine Wartezeiten, keine hohen Kosten – dafür eine schnelle und kompetente medi-
zinische Erstberatung. Das weckt auch das Interesse der Krankenversicherer. Im Jahr 2017 boten die ersten beiden Versi cherungen Modelle an, bei denen die Erstabklärung eines medizinischen Problems in der Apotheke erfolgen kann. " Abgabe der «Pille danach» durch Apothekerinnen: Die Kompetenzen der Apotheke rinnen werden besser genutzt und gleichzeitig besser dokumentiert: Der Zugang zur «Pille danach» wird erleichtert, von einer geschulten Medizinalperson begleitet und schriftlich protokolliert. Grundsteine Fachwissen Um die Kompetenz der Apothekerinnen bei wissenschaftlichen Fragen erhalten und ausbauen zu können, unterstützt sie pharmaSuisse mit wissenschaftlichen Dienstleistungen, Werkzeugen und Produkten im Alltag, sodass das ganze Apothekenteam täglich Höchstleistungen für die Patienten und Kunden erbringen kann. Beispiele sind: " evidisBasic: Das von pharmaSuisse entwickelte elektronische Arzneimittel-Warnund Informationssystem zeigt beim Scannen eines Medikaments die wichtigsten Hinweise an, auf die das Apothekenteam den Patienten aufmerksam machen muss – ergänzt durch evidenzbasierte Zusatzinformationen und Info-Flyer zum Mitgeben. " pharmaDigest®: Die Online-Datenbank pharmaDigest® bietet Zugang zu über 700 für die Apothekerin relevanten Fachbeiträgen – lesefreundlich, übersichtlich, kurzgefasst. " Index Nominum: Die Online-Datenbank Index Nominum liefert Informationen zu Wirkstoffen und Medikamenten aus über 175 Ländern. Grundstein Leistungsorientierte Abgeltung (LOA) Seit der Einführung der LOA im Jahr 2001 wird die Apothekerin für ihre Leistung abgegolten, unabhängig davon, wie viel das abgegebene Medikament kostet. Dieses System förderte neben der Beratungsqualität und Sicherheit des Patienten auch den Weg der Apothekerin zur Gesundheitsdienstleisterin. //
Die Präsidenten der vergangenen 36 Jahre im Interview
Rückblick und Ausblick Die Kräfte landesweit bündeln und den Apotheker in die berufliche Selbst ständigkeit führen: So lautete das Ziel von Ernst Theodor Hübschmann, als er 1843 zur Gründungssitzung des Schweizerischen Apothekervereins einlud. Seither h aben 39 Männer den Verband präsidiert und sich den Herausforde rungen ihrer Zeit gestellt.
Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Dachorganisation für eine professionelle und vernetzte Apothekerschaft in der Schweiz heute das ist, was sie ist: Ein Verband mit motivierten Mitgliedern, die einen Mehrwert für das Gesundheitswesen und somit für die Bevölkerung und die Patienten schaffen. Die Präsidenten der letzten vier Jahrzehnte blicken zurück und erzählen uns von den Herausforderungen, die sie während ihrer Präsidialzeit gemeistert haben, und den M eilensteinen, die sie erreicht haben. Fabian Vaucher, der derzeitige Präsident, berichtet darüber, was den Verband heute und morgen beschäftigt.
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 12
Dr. Giorgio Antognini, Präsident 1982–1984
Dr. Giorgio Antognini Welche Themen haben Sie während Ihrer Präsidentschaft am meisten beschäftigt? Welches waren die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit? Eine Initiative der Pharmaindustrie, die den Arzneimittelhandel in einer für unseren Beruf und unsere Grossisten sehr gefährlichen Weise ändern wollte, musste in enger Zusammenarbeit mit den damals vier apothekereigenen Pharmagrossisten bekämpft werden. Dazu waren lange, harte, für uns aber letztlich erfolgreiche Verhandlungen nötig (Gerzensee-Treffen). 1987 trat schliesslich eine neue Marktordnung (NMO) in Kraft, welche die Vertriebsbedingungen und Handelsmargen in einer für die damalige Zeit befriedigenden Weise regelte. 1983 fand der 43. FIP-Kongress in Montreux statt. 1984 wurde ein neuer Arzneilieferungsvertrag mit den Krankenkassen in Kraft gesetzt, der insbesondere die Wiederholung ärzt licher Rezepte durch den Apotheker regelte. Erstmals äusserte sich das Bundesgericht zum Thema der ärztlichen Selbstdispen sation (SD). Die von uns mit grösster Sorgfalt erarbeitete Dokumentation führte 1985 zu einem grundlegenden Urteil, wonach eine Einschränkung der SD keinen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit darstellt.
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Was hat sich während Ihrer Zeit als Präsident im fachlichen Bereich für Apothekerinnen und Apotheker verändert? Die Markteinführung von Generika wurde weder von der Pharmaindustrie noch von den Apothekern begrüsst. Dennoch wurde vom Schweizerischen Apothekerverband (SAV) eine erste Generikaliste zu sammengestellt und 1987 in der SAZ (heute pharmaJournal) publiziert. Sie wurde danach zwei Mal jährlich (immer nach Erscheinen der neuen Ausgabe der amtlichen Spezialitätenliste SL) auf den neusten Stand gebracht und erst in den 90er-Jahren vom Bundesamt für Sozialversicherungen übernommen, erweitert und mit der SL veröffentlicht. Die Drogenszene gab zu zahlreichen Dis kussionen Anlass. Dabei ging es um die Abgabe von Ersatzdrogen und Einmalspritzen an Drogenabhängige.
Was hat sich im Umfeld verändert? Welche Herausforderungen hat dies an den Apotheker gestellt? In den Offizinen wurden die ersten, sehr einfachen Computer eingeführt. Es war der Anfang einer neuen Ära, die auf die Tätigkeit des Berufstandes sowohl in wirtschaft licher (Verwaltung) als auch in wissen schaftlicher (Information) Hinsicht entscheidende Auswirkungen hatte und bis heute hat. Was war für Sie sonst noch wichtig? Eine klare, wissenschaftlich fundierte A bgrenzung der Abgabekompetenzen und Beratungsaufgaben im Arzneimittelbereich war und ist nach meinem Dafürhalten allzu stark von politischen Einflüssen und wirtschaftlichen Interessen beeinflusst bzw. wird durch diese sogar verunmöglicht. //
Dr. Hermann Ambühl Welche Themen haben Sie während Ihrer Präsidentschaft am meisten beschäftigt? Welches waren die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit? Hauptanliegen war ein zeitgemässes Berufsbild des Apothekers als Fachmann des Arzneimittels, damit er Patient und Arzt kompetent informieren, beraten und seine Dienste der Öffentlichkeit für eine ver besserte Gesundheitsvorsorge und Selbstmedikation zur Verfügung stellen kann. In den Jahren 1988–1991 reorganisierten wir die Geschäftsstelle und bauten u. a. die Abteilungen «Wissenschaft» und «Politik und Wirtschaft» auf. 1989 zog die Geschäftsstelle nach Bern-Liebefeld um, was eine Konzentration der finanziellen, personellen und materiellen Mittel ermöglichte. Wichtig waren auch die vermehrte Öffent lichkeitsarbeit (z. B. mit Medienkonferenzen und Vorsorgeaktionen) und intensivere Kontakte mit den Partnern und Konkurrenten im Bereich der Arzneimittelabgabe sowie mit der Industrie und den Grossisten. Dabei galt für mich immer das Motto: Hart näckigkeit im Grundsätzlichen, Flexibilität im Detail. Nicht zu vergessen ist die enge Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Information (API) mit Deutschland und Österreich. Daraus resultierten verschiedene Publikationen wie die Arzneistoffprofile oder ein InteraktionenKompendium. Zu erwähnen sind schliesslich auch grosse externe und interne Kämpfe für die Durchsetzung der neuen Marktordnung und die Revision des Heilmittelkonkordates mit Bereinigung der IKS-Listen C und D.
nen sowie die Rationalisierung im admi nistrativen Bereich führten zum raschen Ausbau der EDV mit apothekenspezifischen Programmen. Was hat sich im Umfeld verändert? Welche Herausforderungen hat dies an den Apotheker gestellt? Die zunehmend kritische Einstellung vieler Kunden und Patientinnen gegenüber «chemischen» Medikamenten begünstigte den Trend zu alternativen Heilmethoden. Durch die Werbung der Hersteller für rezeptfreie Medikamente wurde das Medikament für viele Anwender immer mehr zum ge wöhnlichen Konsumgut, was in der Selbstmedikation ohne pharmazeutische Beratung die Arzneimittelsicherheit gefährdet. Der zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen erschwert den Dialog und konstruktive Lösungen unter den Leistungserbringern (Arzt, Apotheker) und mit den Krankenver sicherungen. Was war für Sie sonst noch wichtig? Das Gerangel um die Schliessung des Pharmazeutischen Instituts Bern; die fehlende Zeit für vermehrte Kontakte mit den eidgenössischen Parlamentariern; der Aufwand, die Geduld und die Zeit, welche eine Studienreform erfordert; schliesslich zahlreiche Fragen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des europäischen Binnenmarkts, insbesondere durch die Freizügigkeit des Personenund Warenverkehrs. //
Was hat sich während Ihrer Zeit als Präsident im fachlichen Bereich für Apothekerinnen und Apotheker verändert? Das immer stärkere Informationsbedürfnis der Apotheker über die zahlreichen neuen Arzneistoffe und neuen Indikatio-
Dr. Hermann Ambühl, Präsident 1985–1991
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 14
Dr. Max D. Brentano, Präsident 1992–2002
Dr. Max D. Brentano Welche Themen haben Sie während Ihrer Präsidentschaft am meisten beschäftigt? Welches waren die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit? Meine Vision war eine klare Neuorientierung unseres Berufes als wesentlicher Leistungserbringer als Medizinalperson im schweizerischen Gesundheitswesen. Ich konkretisierte die angestrebten Ziele in «25 Thesen zum Apothekerberuf». Diese blieben bis zum Ende meines Mandates und darüber hinaus Leitlinien für die Verbands tätigkeit. Neu zu gestalten waren die Bereiche Bildung, Vernetzung im Gesundheitswesen, Leistungsabgeltung als Dienstleister und Abkehr vom System des Detailhandels (Handelsmarge), Einführung und Abgeltung weiterer erbrachter Dienstleistungen durch Apothekerinnen sowie Anpassung an die Forderungen zum freien Wettbewerb (Kartellrecht). Durch meine Tätigkeit als aktiver Politiker und Aargauer Grossrat hatte ich zu Kolleginnen und Kollegen, die später in den Nationalrat gewählt wurden, einen privilegierten Zugang und konnte Anliegen direkt vorbringen. Dies war umso wichtiger, als während meiner Amtszeit das Krankenversicherungsgesetz und das Heilmittel gesetz revidiert und das Medizinalberufe gesetz vorbereitet wurden. Was hat sich während Ihrer Zeit als Präsident im fachlichen Bereich für Apothekerinnen und Apotheker verändert? Die umfassendste Veränderung für die Tätigkeit des Apothekers war die Entwicklung und die Einführung der Leistungsorientierten Abgeltung (LOA). Der Druck auf die Margen war enorm und man wusste, dass das kommende Kartellgesetz die private Margen ordnung verbieten wird. Zur sicheren Prognose der Wirkung auf den Ertrag brauchten wir konkrete Zahlen, die wir zusammen mit der OFAC auf der Rollenden Kostenstudie (ROKA SAV) immer präziser erfassten. Mit dem neuen System einhergehend konnten
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erste Zusatzleistungen der Apotheken eingeführt werden. Notwendig und eingeführt wurden auch eine systematische Überprüfung der Qualität (QMS). Was hat sich im Umfeld verändert? Welche Herausforderungen hat dies an den Apotheker gestellt? Die Herausforderungen sind gewachsen. Daher wurde die Ausbildung angepasst, die Weiter- und Fortbildung zwingend, die Qualitätssicherung standardisiert und die Apothekerleistungen mussten dem Publikum transparent erklärt werden. Wenn ich heute in die Landschaft schaue, darf ich feststellen, dass unsere damaligen Visionen weitgehend realisiert und weiterentwickelt werden. Was war für Sie sonst noch wichtig? Es war nicht etwas Einzelnes wichtig, sondern das Ganze. Es waren das Team, der Vorstand, Delegierte, Mitarbeiter und Befreundete, die zum Erfolg beigetragen haben. Ich danke allen nicht zuletzt für die Freundschaft, die über meine Amtszeit hinaus geblieben ist! //
Dominique Jordan, Präsident 2003–2014
Dominique Jordan Welche Themen haben Sie in der Zeit Ihrer Präsidentschaft am meisten beschäftigt? Welches waren die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit, Ihre Herausforderungen und Erfolge? Die Strategie fokussierte sich auf die Stärkung der Rolle des Apothekers als An gehöriger eines medizinischen Berufs und Erbringer von Dienstleistungen, für die er bezahlt wird. Wir stellten den Apothekern Schritt für Schritt die benötigten Werkzeuge zur Verfügung, damit sie zum wichtigen Akteur unseres Gesundheitssystems werden konnten. Die Weiterentwicklung der LOA, die Reform des Pharmaziestudiums (BolognaProzess) mit der Erweiterung des Studiengangs um die klinische und praktische Pharmazie, die vom Bundesrat anerkannten Fachapothekertitel, die Veränderung der Bundesgesetze, die Entwicklung des Qualitätssystems mit unseren französischen Kollegen, die Erstellung von wissenschaft lichen Datenbanken, die Gründung von Axapharm, die Impfung, netCare und die verschiedenen Präventionskampagnen sind nur einige von vielen Errungenschaften: Sie alle sind für die Schweizer Apotheker zum Erfolg geworden. Was hat sich während Ihrer Zeit als Präsident im fachlichen Bereich für den Apotheker verändert? Der durch die LOA eingeführte Paradigmenwechsel sowie neue Präventionsdienst leistungen für akute und chronisch kranke Kunden veränderten den Beruf. Er ent wickelte sich von einer produktzentrierten zu einer patientenzentrierten Tätigkeit – mit
allem, was dies an Investitionen und An passungsfähigkeiten für den Beruf mit sich bringt. Was hat sich im gesellschaftlichen, poli tischen, wirtschaftlichen Umfeld verändert? Welche Herausforderungen hat dies an den Apotheker gestellt? Die Kostensteigerungen im Gesundheits wesen, die staatlichen Eingriffe in die Gewinnspannen, das Aufstreben der Apothekenketten und der auf Rabatte ausgerichtete Postversand, die alternde Bevölkerung sowie die Erwartungen der Politik und der Bevölkerung haben die Apotheker ge zwungen, pragmatische Lösungen vorzuschlagen. Innovativ sein, weiterkämpfen, ohne den Mut zu verlieren, und an der Umsetzung von Lösungen arbeiten, scheint eine ständige Herausforderung für den Beruf zu sein! Was war für Sie sonst noch wichtig? Die Bewahrung des Zusammenhalts innerhalb des Berufstands, die mit der Entstehung unterschiedlicher Interessengruppen schwieriger geworden ist, sowie das Unterhalten guter Beziehungen zu Politik, Be hörden und anderen Akteuren des Gesundheitswesens waren der Schlüssel für die erzielten Erfolge. Ausserdem war es mir besonders wichtig, für ein gutes Arbeitsklima auf der Geschäftsstelle zu sorgen und die Arbeit und die Kompetenzen der Mitarbeitenden gebührend anzuerkennen. Ohne sie hätte ich meine hochgesteckten Ziele nie erreicht. //
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 16
Fabian Vaucher Welche Themen beschäftigen Sie während Ihrer Präsidentschaft am meisten? Welches sind aktuell die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit? Die Positionierung der Apotheke in der Öffentlichkeit ist matchentscheidend: Bei allen gesundheitlichen Fragen soll sie die erste Anlaufstelle sein. Dank Gesetzes revisionen wird das Wissen und Können von uns Apothekern nun endlich umfassender genutzt. Wir helfen, die medizinische Grundversorgung sicherzustellen, garantieren den Patienten eine optimale Medikation und bieten zielgerichtete Präventionsdienstleistungen an. Der Kunde steht im Fokus – nur was ihm nützt, bleibt gefragt. Das adaptieren wir als Verband auch auf unsere Mitglieder: Wo bieten wir spürbaren Mehrwert, Hand in Hand mit den Kantonalver bänden und den wachsenden Gruppierungen und Ketten? Was verändert sich aktuell im fachlichen Bereich für Apothekerinnen und Apotheker? Mit der Revision des MedBG trat das Weiterbildungsobligatorium Anfang 2018 in Kraft, eine gute Sache – administrativ eine Riesenkiste. Fest steht: Die Aus-, Fortund Weiterbildung ist für jeden Apotheker eine lebenslange Aufgabe. Nebst den fach lichen Skills muss der Apotheker heute auch in der Kundenkommunikation fit sein und bei der Digitalisierung die Nase im Wind haben.
Fabian Vaucher, amtierender Präsident seit 2015
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Was verändert sich im gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen Umfeld? Was sind die aktuellen Herausforderungen? Gesellschaftlich ist es unser Konsumver halten. Wir wollen alles, Gesundheit und Lifestyle per Knopfdruck – schnell, günstig und am liebsten 175 Jahre lang. Die Politik ist gefordert, die damit einhergehende Frage der Finanzierung in den Griff zu bekommen. Die steigenden Krankenkassenprämien sind Thema Nummer eins aller Parteien. Senkung des Vertriebsanteils und Billigstprinzip sind Schnellschüsse aus der politischen Ecke, denen wir Paroli bieten müssen. Denn die Apotheker sind in der Kostenspirale die Good Guys: Wir entlasten Notfallpforten und Hausärzte, wir fördern die Befähigung der Bevölkerung bei der Selbstmedikation und wir unterstützen die Gesundheit mit Präventionsdienstleistungen. Apotheken verursachen weniger als 3,5 Prozent der Prämienkosten und haben seit 2001 gut eine Milliarde Franken zugunsten der Prämienzahler eingespart. Was ist für Sie sonst noch wichtig? Die digitale Transformation: Ich sehe die Entwicklung als Herausforderung – und vor allem als Chance. Die Apotheke der Zukunft fungiert zunehmend als menschlicher Connector sowie als Übersetzerin von medizinischen und digitalisierten Inhalten. Unser Wissen hilft den Menschen auch in Zukunft. Jeder will gesund bleiben, und kranke Menschen möchten eine möglichst hohe Lebensqualität. Gerade in der digita lisierten Welt ist die persönliche und kompetente Betreuung und Begleitung nach wie vor sehr gefragt. Sicherheit und Vertrauen, das will der Kunde, und beides bieten wir ihm – sei es digital oder stationär. //
Vom Händler zum Dienstleister im Gesundheitswesen
Die Leistungsorientierte Abgeltung (LOA): ein Meilenstein Dank der Leistungsorientierten Abgeltung (LOA) haben die Apotheken dem Gesundheitswesen seit 2001 gut eine Milliarde Franken eingespart. Ihre Einführung war ein Meilenstein in der Geschichte des Berufsstands. Wir blicken mit drei Beteiligten zurück. Interview: Richard Pfister
Seit 2001 erhalten Apothekerinnen und Apotheker ihre Leistungen bei der Abgabe eines rezept- und kassenpflichtigen Medikaments immer gleich abgegolten – weitgehend unabhängig vom Preis des Medikaments. Grundlage dafür bildet die Leistungsorientierte Abgeltung (LOA), die pharmaSuisse gemeinsam mit den Versicherern ausgehandelt hat. Dank diesem Abgeltungssystem haben die Prämienzahler und damit das schweizerische Gesundheitswesen bis 2017 rund eine Milliarde
Franken eingespart; weitere 80 Millionen Franken pro Jahr haben die Apotheken im Zuge von gesetzlichen Preissenkungen zur Kostenstabilisierung beigetragen. Die LOA hat in der Branche den grössten Wandel der letzten 25 Jahre ausgelöst. Sie ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte, für die sich auch andere Länder interes sieren. Ihre Entwicklung und Einführung ist das Produkt einer engen Zusammenarbeit von zahlreichen Personen. Ihnen allen gebührt Dank für das Geleistete – namentlich den früheren pharmaSuisse-Präsidenten Dr. Max D. Brentano und Dominique Jordan. Mit drei der Beteiligten, die die Entwicklung massgeblich mitgestaltet haben, blicken wir im Gespräch zurück.
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 18
Lucie Trevisan, Apothekerin Langjährige Präsidentin des Baselstädtischen Apothekerverbandes und Delegierte von pharmaSuisse; Mitglied der Verhandlungsdelegation von pharmaSuisse für Verträge mit den Krankenversicherungen.
Wie wurden Apothekerleistungen abgegolten, bevor es die LOA gab? Vor der LOA galt im Arzneimittelmarkt eine privatrechtliche Margenordnung, an die sich alle halten mussten. Die Apotheken erhielten eine fixe Marge in Form eines Prozentsatzes vom Verkaufspreis. Damit waren sämtliche Dienstleistungen abgegolten. Weshalb hat man das damalige System durch die LOA ersetzt? Ein wichtiger Treiber war die fortschreitende Teuerung. Es kamen laufend neue und teurere Arzneimittel für neue Therapien auf den Markt, die ältere ersetzen sollten. Das führte zu Kostensteigerungen zulasten der Krankenversicherungen, die ihrerseits unter Prämiendruck standen. Daraus erwuchs ein enormer Druck auf die Margen der Apotheken. Gemeinsam mit den Versicherern suchten wir einen Weg, um aus dieser Preisspirale herauszufinden. Aber weder die Öffentlichkeit noch unsere Partner im Gesundheitswesen waren sich bewusst, welche pharmazeutischen Leistungen bislang mit der Marge abgegolten wurden. Es gab nirgends ein Dokument, in dem dies im Detail festgehalten war. Dann stellten wir fest, dass unser Aufwand oft nicht in
einem proportionalen Verhältnis steht zum Preis des Medikaments. Im Gegenteil: Ein günstiges Medikament mit vielen Nebenund Wechselwirkungen – wie zum Beispiel Aspirin – erfordert vertiefte Abklärungen und intensivere Beratung als etwa ein teures Bluthochdruck-Medikament für eine gut eingestellte Dauertherapie. Da entstand die Idee: Wir sollten unsere Dienstleistung unabhängig vom Medikamentenpreis bezahlt bekommen. Dieser Ansatz war auch für die Krankenversicherer interessant. Denn sie sahen: Wenn unsere Abgeltung immer gleich hoch ist, fällt der Anreiz weg, dem Patienten grosse und teure Packungen abzugeben. Davon erhofften sie sich eine Kostensenkung, vor allem im oberen Preissegment. So kam es schliesslich zur LOA. Wie hat die Apothekerschaft auf diese Verhandlungen reagiert? Die Entwicklung der LOA war eine Pioniertat. Die Logik des Modells leuchtete ein. Aber alle kannten bis dahin nur die Marge – und niemand konnte uns eine Garantie geben, dass das neue Modell funktionieren würde. Es gab denn auch durchaus Existenzängste. Der Systemwechsel erforderte ein grosses Vertrauen in unsere Leistungen und Mut zum Aufbruch. Gab es Schwierigkeiten bei der Einführung der LOA? Die grösste Herausforderung war die Kommunikation des Systemwechsels. Die neue separate Abgeltung der Leistungen verursachte grossen Erklärungsbedarf
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gegenüber unseren Patienten und der Öffentlichkeit. Wir mussten erstens erklären, dass die LOA nur für rezeptpflichtige Medikamente galt, die von der Grundversicherung übernommen werden, und zweitens, dass in diesem Bereich grosse Einsparungen für das Gesundheitswesen erwartet wurden. Zudem musste eine komplexe Software entwickelt werden, mit der die Apotheken zugleich Patientendossiers führen, standardisierte Kontrollen von Neben- und Wechselwirkungen durchführen und die Medikamente nach LOA an die Kranken versicherer verrechnen konnten. Das war die zweite grosse Herausforderung. Was würden Sie rückblickend heute anders machen? Ich wünschte, wir hätten bei der Umstellung auf die LOA mehr Kräfte für die Kommu nikation eingesetzt. Viele Schwierigkeiten hätten so vermieden werden können. //
Balthasar Schmid, Apotheker Ehemaliger Delegierter pharmaSuisse und ehemaliger Präsident Apothekerverein des Kantons Luzern, Mitglied der Verhandlungsdelegation LOA.
Wie haben Sie die Einführung der LOA in der Apotheke erlebt? Offen gesagt: als Hauruck-Aktion. Die LOA ist eine ausgezeichnete Sache, aber bei der Einführung fehlte die Zeit für eine gute Kundenkommunikation. Wir Apotheker haben gesagt: Wir wollen nicht länger von den Preiserhöhungen bei den Medikamenten profitieren, sondern für unsere Dienstleistungen mit einer Art «flat rate» entschädigt werden. Vom Konzept her machte das Sinn. Freilich wussten wir dabei im Hinterkopf auch, dass die Preise in Zukunft nicht mehr steigen, sondern sinken würden. Das hat sich später auch bewahrheitet, und dank der preisunabhängigen Abgeltung sind unsere Entschädigungen trotzdem auf einem stabilen Niveau geblieben. Aber dass wir mit dem Verzicht auf die Marge als erste Gesundheitsdienstleister überhaupt einen beträchtlichen Beitrag zur Kostenstabilisierung geleistet haben: Das wurde damals – und wird eigentlich bis heute – nicht ausreichend kommuniziert.
für 7.30 Franken mit dem Apotheker-Zuschlag von 4.30 Franken auf einen Schlag um mehr als 50 Prozent verteuerte. Denn das bezahlen viele Kunden direkt. So lag das «schlechte Ende» immer bei uns, während das «gute Ende» – unser Beitrag zur Kos tenstabilisierung – für den Kunden gar nicht erlebbar war.
Wie haben denn die Kunden damals reagiert? Es war das erste Mal, dass ich unzufriedene Kundinnen und Kunden erlebte. Das war alles andere als angenehm. Dabei half uns auch das Argument wenig, dass teure Medikamente dank der LOA billiger würden. Obwohl dies ja tatsächlich der Fall war: Ein Medikament von 200 Franken kostete neu nur noch 100 oder 120 Franken plus eben die neue Apotheker-Pauschale. Das hat aber niemanden interessiert, denn die teuren Medikamente bezahlen ja die Krankenkassen. Hingegen konnten alle sehen, dass sich das vom Zahnarzt verschriebene Ponstan
Und heute: Verstehen die Kunden die LOA? Finden sie sie gut? Sie akzeptieren sie. Gut findet sie eigentlich nur, wer empfänglich ist für den Solida ritätsgedanken, der den Pauschalen ja im Kern zugrunde liegt. Und wer erkennt, dass die LOA nicht nur existenziell ist für die Apotheken, sondern auch Nutzen schafft für Kunden und Krankenkassen. //
unabhängig von der Höhe des Medika mentenpreises separat tarifiert. Die wichtigsten Leistungen sind in zwei Paketen gebündelt: dem Medikamenten-Check und dem Bezugs-Check: " Der Medikamenten-Check fasst Leistungen zusammen, die sich auf ein einzelnes Medikament beziehen: Überprüfung des Rezepts, Abklärung allfälliger Risiken sowie Neben- und Wechselwirkungen, wirtschaftlich optimale Wahl der Packungsgrösse, Beratung zu Dosierung und Therapiedauer, allenfalls Rücksprache mit dem Arzt usw. Es gilt ein pauschaler Tarif von 4.30 Franken pro verordnetes Medikament, unabhängig von der Anzahl Packungen.
" Beim Bezugs-Check stellt die Apothekerin oder der Apotheker sicher, dass die verschriebenen Medikamente zu den anderen vom Patienten eingenommenen Medikamenten passen. Dazu gehört das Führen eines Patientendossiers, in dem die Medikamente erfasst werden. Dafür wird ein Tarif von 3.25 Franken pro Arzt und pro Tag verrechnet, unabhängig von der Anzahl Packungen und Rezepten.
Wie sind Sie der Kritik begegnet? Wichtig ist, dass man dazu steht: Ja, es ist ein integraler Bestandteil des Medikamentenpreises. Sehr hilfreich war eine Broschüre des «Beobachter», in der die LOA mit den beiden Pauschalen für den Medikamenten-Check und den Bezugs-Check auf einfache Weise erklärt wird. Denn das war eine unabhängige und deshalb glaubwürdige Quelle. Diese Broschüre haben wir sehr oft abgegeben. Zentral scheint mir, wie wir die Preise kommunizieren. Wir nennen dem Barzahler stets den Preis inklusive Check, geben den Kassabon mit und erläutern bei Bedarf.
Die Leistungsorientierte Abgeltung Als «Leistungsorientierte Abgeltung» (LOA) wird das Tarifsystem bezeichnet, mit dem Apothekerleistungen im Zusammenhang mit rezeptpflichtigen Medikamenten ab gegolten werden. Sie wird in einem Tarifvertrag zwischen Krankenversicherern und pharmaSuisse geregelt, der vom Bundesrat genehmigt wird. Ein ähnlicher Tarifvertrag besteht auch zwischen pharmaSuisse und den Versicherern in den Bereichen Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung. Die LOA wurde per 1. Juli 2001 eingeführt und löste im Bereich der rezeptpflichtigen und von der Grundversicherung gedeckten Medikamente die bis dahin geltende privatrechtliche Margenordnung ab. Seither werden die Fachleistungen des Apothekers
Seit ihrer Einführung hat die LOA mehrere Revisionen durchlaufen (LOA I, II, III und IV). Gegenwärtig sind Verhandlungen über eine weitere Revision im Gang (LOA V). Sie sollen bis Ende 2019 (in Kraft voraussichtlich 1.1.2021) abgeschlossen werden.
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Marcel Mesnil, Apotheker Generalsekretär pharmaSuisse
Warum war die Einführung der Leistungs orientierten Abgeltung (LOA) seinerzeit so wichtig für den Apothekerberuf? Dank der LOA gelang es, den Apothekerberuf neu als Leistungserbringer im Gesundheitswesen zu positionieren und seine Zukunft zu sichern. Ohne LOA würde es den Apotheker heute wohl nur noch im Museum geben. Denn vorher wurden Apotheker vor allem als Händler von Arzneimitteln angesehen – und als solche gerieten sie von allen Seiten zunehmend unter Druck. Öffentlichkeit und Politik drängten auf eine Eindämmung des Kostenwachstums; da die Apotheken dank der prozentualen Handelsmarge automatisch von Preissteigerungen profitierten, wurden sie von Gesundheitspolitikern sozusagen als «Feind» betrachtet. Waren sie als Vertriebskanal denn etwa nicht ersetzbar, zum Beispiel durch selbstdispensierende Ärzte, Versandhändler, Grossverteiler? Sie trafen ja keine Entscheidungen, sondern führten lediglich aus, was der Arzt verschrieb – «akademische Schubladenzieher» wurden sie auch genannt. Wozu brauchte es ein akademisches Studium? Kurz: Als Folge der Margenordnung besassen die Apotheker keine Glaubwürdigkeit als Dienstleister und hatten politisch keine Verbündeten. Deshalb wuchs ihr Wille, sich davon zu lösen. Dann kam 1996 – es war die grosse Zeit der Liberalisierungen – noch das Kartellgesetz hinzu, das Margenord nungen wie diejenige im Arzneimittelmarkt sogar verbot. Die LOA wurde dann aber erst 2001 eingeführt. Welche Schwierigkeiten mussten überwunden werden? Tatsächlich haben die Apotheker bereits 1992 die ersten Weichen gestellt, als die Generalversammlung von pharmaSuisse den Grundsatz beschloss, eine preis- und mengenunabhängige Vergütung der Dienstleistungen anzustreben. Aber um das zu erreichen, brauchte es Vieles: unter anderem eine allgemein anerkannte Definition und Quantifizierung unserer Leistungen, eine Reform der Aus- und Weiterbildung, gesetz liche Grundlagen und Tarifverhandlungen. Die Bildungsreform nahmen wir als Verband selbst an die Hand. Mit der Entwicklung eines leistungsbezogenen Abgeltungsmodells haben wir Professor Bernd Schips von der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) beauftragt. Sein Bericht kam 1995 zu dem Schluss, dass Apotheker weder ausschliesslich Produktvermittler noch ausschliesslich medizinische Leistungserbringer sind, sondern beides – und dass gerade in
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dieser Kombination unsere Stärke liegt. Folgerichtig differenzierte sein Konzept nach Vertriebsleistungen und medizinischen Leistungen. Erstere sollten durch Anteile am Preis oder mengenbezogene Ansätze, die Letzteren hingegen durch preis- und mengenunabhängige Leistungstarife abgegolten werden. Politischer Schub entstand dann durch die KVG-Revision, bei der dem Apotheker ein Substitutionsrecht zugestanden wurde: Er sollte anstelle des vom Arzt verschriebenen Medikaments ein Generikum abgeben dürfen. Damit wurde ihm erstmals eine Entscheidungskompetenz zuerkannt. Das fand sofort Unterstützung im Parlament, und plötzlich waren die Apotheken nicht mehr Feinde, sondern Verbündete im Kampf gegen das Kostenwachstum. Tatsächlich wurden mit der LOA bis heute Mehrkosten von über 1 Milliarde Franken vermieden. Wie hat sich der Apothekerberuf seither weiterentwickelt? Die LOA hat einen tiefgreifenden Wandel eingeleitet. Heute wird anerkannt, dass Apotheken wesentlich zu einer besseren Behandlungsqualität beitragen können. Sie erhalten auch neue Kompetenzen und werden als Eckpfeiler der medizinischen Grundversorgung angesehen. Gegenwärtig sind Verhandlungen für die nächste Revisionsrunde im Gang (LOA V). Worum geht es dabei? Hauptsächlich muss die Abhängigkeit von Preisen und Mengen weiter reduziert werden. Beispielsweise bilden die Vertriebsanteile noch immer die grösste Ertragsquelle der Apotheken, während Aufwand und Umfang von erbrachten Fachleistungen mit grossem gesellschaftlichem Mehrwert steigen. Gelingt es, diese Fehlentwicklung der Ertragsquellen zu korrigieren, steht dem Apothekerberuf eine spannende Zukunft bevor. //
Dachkampagne
Fragen Sie Ihre Apothekerin Im Jubiläumsjahr wurde im Juni die neue, mehrjährige Kampagne «Fragen Sie Ihren Apotheker» lanciert. Sie positioniert die Apothekenteams als erste Anlaufstelle bei allen Gesundheitsfragen und legt einen Teppich für die künftige Kommunikation rund um neue Dienst leistungen und den nächsten Tarifvertrag. Autor: Tom Glanzmann
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© pharmaSuisse 5.2018
Fragen Sie Ihren Apotheker
ihr-apotheker.ch
Apotheken sind weit mehr als Bezugsstellen für Medikamente. Sie sind vernetzter Grundversorger, Garant für die Sicherheit der Patienten, Gesundheitsförderer und nicht zuletzt auch Arbeitgeber. Diese verschie denen Rollen soll die Schweizer Bevölkerung noch besser kennenlernen. Ziel ist es, der Öffentlichkeit die grosse Bandbreite der Apothekendienstleistungen näherzubringen, um Wohlwollen und die Bereitschaft zu schaffen, diese Serviceleistungen zu honorieren. Mit einem wichtigen Hintergrund: Die Preisfestsetzung bei rezeptpflichtigen Medikamenten ist nicht frei, sondern wird vom Bundesamt für Gesundheit BAG vorgegeben und jährlich angepasst, mit dem Ziel, Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Deshalb ist es wichtig, dass Apothekerinnen und Apotheker vor allem für ihre ausge zeichneten Dienstleistungen bekannt sind.
Mehrjährige Kampagne Die neu lancierte Kampagne veranschaulicht die Vorteile der Apothekendienstleistungen
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Fragen Sie Ihre Apothekerin
und fordert die Bevölkerung auf: Fragen Sie Ihre Apothekerin. Apotheken sollen als Gesundheitsmanager und Dienstleister erkannt werden: Kunden erhalten in der Apotheke bei allen gesundheitlichen Fragen eine gute Lösung – rasch, ohne Voranmeldung und erst noch ganz in der Nähe.
Vielfältige Massnahmen Plakate und weitere Kommunikationsmittel rücken die Beratung rund um Medikamente, Erstabklärungen wie zum Beispiel bei Magenbeschwerden oder die Präventionsdienstleistungen ins Zentrum, zum Beispiel von zu hohem (Blut-)Druck. Alles Angebote mit einem hohen Sparpotenzial für das Schweizer Gesundheitswesen. Die Sujets wurden bewusst so visualisiert, dass sie unterschiedlich interpretiert werden und so eine Diskussion in Gang bringen. Die Website www.ihr-apotheker.ch zeigt die Vielfalt der Angebote, und Video-Sketches veranschaulichen mit Augenzwinkern, wofür man die Apothekerinnen und Apotheker sonst noch
© pharmaSuisse 5.2018
Brennts?
Orientierungslos?
ihre-apothekerin.ch
um Rat fragen kann. Über Facebook werden die plakativen Sujets und die Botschaften der Dachkampagne transportiert und dort ist pharmaSuisse mit seinen Mitgliedern und der Schweizer Bevölkerung im Austausch.
Kampagne 2019/2020 Die Kampagne ist auf drei Jahre ausgelegt. Damit aber nicht genug. Eine Befragung auf der Strasse zeigt: Die Plakate kommen durch ihre einfache und prägnante Umsetzung bestens an und sorgen für Sympathie bei der Bevölkerung. Damit dürften sie im einen oder anderen Archiv für gute Plakatgestaltung wieder zu sehen sein. Oder spätestens im Magazin zum 200-jährigen Jubiläum des Schweizerischen Apothekerverbands. //
Aufhebung des Mehrbesitzverbots in der Schweiz
Trend zum Zusammenschluss In der Apothekenlandschaft hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ein grosser Wandel vollzogen. Die Besitzverhältnisse haben sich verschoben. Heute sind viele Apotheken entweder in Gruppierungen organisiert oder sie befinden sich im Besitz einer Kette. Dies war bis in die 90er-Jahre nicht erwünscht. Autorin: Lucie Trevisan
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So präsentiert sich die Apothekenlandschaft im Jahr 2018
11,8 % Nicht in den genannten Ketten oder Gruppierungen organisierte Apotheken 29,9 % Kettenapotheken
58,3 % Gruppierungen
2016 2017 Veränderung
Anzahl Kettenapotheken Galenica Gruppe: 1) Amavita Sun Store 1) Coop Vitality (Joint Venture mit Coop) BENU-Apotheken Dr. Bähler Dropa Topwell-Apotheken Pharmacie Populaire de Genève 1)
517 318 150 99 69 89 53 37 20
Anzahl Gruppierungen Winconcept Partner (Label Feelgood’s) 2) 4) TopPharm 2) Salveo fortis Pharmapower Rotpunkt Apotheken 2) pharmacieplus 2) DirectCare Pharmavital pharmactiv Spazio Salute 2) Grischa-Pharma MedicaPlus 2) Amavita Partner 4)
539 329 157 97 75 89 59 41 21
4,3 % 3,5 % 4,7 % – 2,0 % 8,7 % 0,0 % 11,3 % 10,8 % 5,0 %
1029 1049 158 152 128 131 118 114 110 107 92 99 92 99 92 87 80 81 74 60 – 38 28 29 22 22 22 22 9 8
1,9 % – 3,8 % 2,3 % – 3,4 % – 2,7 % 7,6 % 7,6 % – 5,4 % 1,3 % – 18,9 % neu 3,6 % 0,0 % 0,0 % – 11,1 %
Anzahl nicht in den genannten Ketten oder Gruppierungen organisierte Apotheken3) 246 Total Apotheken (Stand 31.12.2017)
212
– 13,8 %
1792 1800
0,4 %
Kettenapotheken, die 2017 noch nicht oder nur teilweise an pharmaSuisse angeschlossen sind 2) Gruppierte Apotheken mit gemeinsamem Marktauftritt 3) inkl. Mini-Ketten (5 –15 Apotheken) und Mehrfachbesitz (max. 4 Apotheken) 4) gehört zur Galenica Gruppe 1)
Quelle: pharmaSuisse und Angaben der Kettenapotheken und Gruppierungen
Bis in die späten 80er-Jahre war in vielen kantonalen Apothekenverordnungen vorgeschrieben, dass der verantwortliche Apo theker auch der Besitzer der Apotheke sein musste. Im Kanton Basel-Stadt zum Beispiel war dies bis zum Inkrafttreten der neuen Verordnung im Jahr 2004 der Fall. Das hiess konkret, dass ein Apotheker nur Inhaber einer einzigen Apotheke sein konnte und dass umgekehrt der Besitzer einer Apotheke zwingend ein Apotheker sein musste. Sogar die Wohnsitznahme des Inhabers am Standort der Apotheke war früher in den meisten Kantonen Pflicht. Damit war gleichzeitig auch der Notfalldienst geregelt; der Apotheker war Tag und Nacht erreichbar.
Unter der Prämisse der Handels- und Gewerbefreiheit und mit dem Inkrafttreten des neuen Kartellgesetzes Mitte der 90er-Jahre liessen sich solche Vorschriften rechtlich nicht mehr halten. Der Mehrbesitz und der Fremdbesitz von Apotheken wurde in der Schweiz möglich. Diese Liberalisierung führte dazu, dass einige Apotheker, um Konkurrenz zu vermeiden, zunächst weitere Apotheken eröffneten, die von einem Apotheker als Verwalter geleitet werden mussten. Später etablierten sich um die Jahrhundertwende die ersten Apotheken-Ketten. Diese haben jeweils eine grössere Anzahl Apotheken in ihrem Besitz. Die Ketten gehören einem zentral verwalteten Unternehmen; der verantwortliche Apotheker leitet als ver antwortliche Medizinalperson die Apotheke im Auftrag dieses Unternehmens.
Synergien nutzen Viele unabhängige Apotheken schliessen sich heute in Gruppierungen zusammen, um von Kooperationen zu profitieren, zum Beispiel beim Einkauf, im Marketing und bei der
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Fortbildung. Übrigens: Zahlreiche wichtige Projekte von pharmaSuisse wurden von Gruppierungen entwickelt und getestet, bevor sie aufgrund guter Resultate gesamtschweizerisch eingeführt wurden.
Situation heute Angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen ist es schwierig geworden, eine Apotheke komplett autonom zu betreiben. Es gilt heute, durch Konzentration der Kräfte Synergien zu bündeln, wie das die Gruppierungen der unabhängigen Apotheken und die Apotheken-Ketten machen. Ende 2017 gab es in der Schweiz 1800 Apotheken. Davon sind 1482 Apotheken dem Verband pharmaSuisse angeschlossen, der Organisationsgrad beträgt 82,3 Prozent. //
Preisliste 1928 Analga Wander Archiv
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Von der Pflanze zur Chemie
Wander und Alcacyl Seit je benützte der Mensch Pflanzen mit Salicylsäure gegen Fieber und Schmerzen. Tabletten auf Basis der Säure gehörten ab 1900 zu den ersten industriell hergestellten Medikamenten. Autor: Prof. Dr. François Ledermann
Bereits im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Apotheker Vorstufen der Salicylsäure. Der Berner Apotheker Pagenstecher isolierte zum Beispiel Salicylaldehyd aus den Blüten des Geissbarts. 1853 synthetisierte der Strassburger Apotheker Gerhardt ein weiteres Derivat, die Acetylsalicylsäure. Verkauft wurde die Substanz unter dem Namen Aspirin.
Vom Apotheker zur Industrie Kurz darauf kommt Albert Wander, der eigentliche Erfinder der Ovomaltine, ins Spiel. Er wurde 1867 als Sohn des Chemikers Georg Wander geboren. Dieser hatte 1865
einen Betrieb gegründet, der Malzextrakte und Kindernährmittel herstellte. Der Sohn Albert Wander studierte Pharmazie und Chemie und übernahm 1897 die väterliche Fabrik. In dieser Zeit des Übergangs von der handwerklichen zur industriellen Pharmazie ersetzte Wander die Apotheker in der Herstellung galenischer Formen und ergänzte die bestehenden Spezialitäten durch neue Produkte. Das Produkt Analga mit Acetylsalicylsäure wurde von Wander so weiterentwickelt, dass die vom Stoff erzeugten Magenschmerzen nicht mehr auftraten. 1927 führte er das Alcacyl ein, ein Calciumsalz des Salicylsäureesters, gemischt mit Alucol (Aluminiumhydroxid), das besser verträglich war. Alcacyl ist heute noch immer im Handel, was seine Beständigkeit unterstreicht. Ein kleiner Preisvergleich? Bei seiner Einführung vor fast 100 Jahren kostete ein Röhrchen zu 20 Tabletten 2 Franken. Der Preis heute beträgt rund 7.50 Franken. Eine mässige Erhöhung. //
∫ Ovomaltine Dose 1904 Wander Archiv ≤ Werbung Alcacyl Wander Archiv
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Zeitstrahl
175 Jahre
1800
Schweizerischer Apothekerverband
ab 1800
In der Entwicklung von Schmerzmedikamenten wird ein Meilenstein erreicht. Ein erster kantonaler Verein wird gegründet.
1843
1843–1899
Die Gründung des Schweizerischen Apothekervereins fällt in eine Epoche des Wandels. Vor der Jahrhundertwende werden kantonale Vereine gegründet, die die Anstrengungen des Schweizer Vereins ergänzen und verstärken. Die ersten synthetischen Medikamente, wie z. B. Analgetica und Schlafmittel, kommen auf dem Markt.
1900–1929
1900
Die Einführung des eidgenössischen Gesetzes über die Apothekerausbildung und die Gründung von Pharmazeutischen Instituten in Zürich, Lausanne, Bern, Basel und Genf ermöglichen eine standardisierte Universitätsausbildung mit einer Eidg. Diplom-Apothekerausbildung – neu auch für Frauen. Ein weiterer Meilenstein ist die Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1911. 1930
1930–1979
Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist der Apotheker nicht mehr bloss ein Hersteller; denn Medikamente werden immer mehr auch industriell hergestellt. Erste Antibiotika und Antidepressiva kommen auf den Markt. Gründungen von Vereinen und Verbänden prägen diese Zeit.
1980–2018
1980
2001 erfolgt ein wichtiger Systemwechsel bei der Abgeltung für Apotheker. Der Verein wird zum Verband und in pharmaSuisse umbenannt. 2018 schauen wir zurück auf 175 Jahre bewegte Geschichte.
2018
1804
Entwicklung von Schmerzmedikamenten und Medikamenten mit Alkaloiden 1804 gelingt es, den Wirkstoff Morphin aus der Mohnpflanze zu isolieren und gezielt für Schmerzmedikamente einzusetzen. Weitere Medikamente mit sogenannten Alkaloiden, z. B. mit Codein, kommen in Umlauf und helfen gegen Schmerzen, Husten, Fieber usw. 1840 Gründung Apothekerverein Kanton Aargau 1843 18. Oktober 1843 Apotheker gründen am 18. Oktober in Zürich die Dachorganisation der Apothekerinnen und Apotheker: Den Schweize rischen Apothekerverein. 1848 Apotheker-Zeitung Fünf Jahre nach der Gründung des Vereins erscheint zum ersten Mal die heute noch existierende Schweizerische Apotheker-Zeitung (pharmaJournal). 1850–1900 Die ersten synthetischen Medikamente, wie z. B. Analgetica und Schlafmittel, kommen auf den Markt. Sie verdrängen aber nur langsam die traditionellen Therapiemethoden, die sich vorwiegend auf Pflanzen stützen. 1861 Gründung Apothekerverein Kanton Bern 1862 Gründung Apothekerverein Kanton Basel-Stadt 1865 Erste Pharmakopöe Die erste Schweizer Pharmakopöe, die «Pharmacopoea Helvetica» wird herausgegeben. Die Pharmakopöen sind amtliche Arzneibücher, die verbindliche Qualitätsvorschriften für Arzneimittel, Hilfsstoffe und einige Medizinprodukte vorgeben. 1868 Gründung Apothekerverein Kanton Zürich 1873 Gründung Apothekerverein Kanton Waadt 1874 Gründung Apothekerverein Kanton Genf 1877 Erstes eidgenössisches Gesetz über die Apothekerausbildung wird verabschiedet Das neue Gesetz garantiert eine einheitliche Ausbildung und die Freizügigkeit der Medizinalpersonen für das ganze Gebiet des Bundes. Somit ist auch die Basis gegeben für die Entwicklung des Pharmaziestudiums. 1881 Gründung Apothekerverein Kanton Tessin 1886 Gründung Apothekerverein Kanton Neuenburg 1890 Gründung Apothekerverein Kanton Wallis 1896 Gründung Apothekerverein Kanton Schaffhausen 1899 Gründung Apothekerverein Kanton St. Gallen 1900 Gründung Apothekenverein Kanton Freiburg Ab 1900 Erste Pharmaziestudentinnen Die ersten Studentinnen erscheinen an den Hochschulen und bringen eine starke Feminisierung des Berufs in Gang. 1902 Gründung Apothekerverein Kanton Luzern 1903 Gründung Apothekerverein Kanton Graubünden 1905 Erste Schweizer Apothekerin Clara Winnicki erhält als erste Schweizer Apothekerin ihr Diplom. 1907 Gründung Apothekerverein Kanton Thurgau 1911 Einführung des ersten Eidg. Krankenversicherungsgesetzes (KVG) Das erste Eidgenössische Krankenkassenversicherungsgesetz wird eingeführt. Erst seit 1996 ist die Krankenkasse in der Schweiz obligatorisch, vorher war sie freiwillig. 1911 Die Armeeapotheke 1911 beschliesst der Bundesrat, einen ersten hauptamtlichen Armeeapotheker samt Labor und Hilfspersonal einzusetzen. Erster Armeeapotheker von 1911 bis 1940 ist Julius Thomann. vor 1950 Erste Antibiotika, Antidepressiva Vor 1950 tauchen die ersten Antibiotika auf. Auch Medikamente gegen psychische Leiden, wie z. B. Antidepressiva, kommen auf den Markt. Vorher waren Arzneimittel meistens rein pflanzlich. 1943 100 Jahre Die Geschichte der ersten 100 Jahre des Schweizerischen Apotheker-Vereins von Josef Anton Häfliger wird in einer Jubiläumspublikation und in der Apothekerzeitung Sondernummer 38/39 festgehalten. Die Jubiläumsfeier findet am Samstag, 25. September 1943 in Zürich statt. 1948 Gründung der Schweizerischen Gesellschaft der Amts- und Spitalapotheker (GSASA) 1956 Gründung der Schweizerischen Gesellschaft der Schweizerischen Industrie-Apotheker(innen) (GSIA) 1960 Gründung einer Pensionskasse für Apotheker als zusätzliche Altersversicherung 1966 Gründung Toxinfo Unter dem Namen «Toxikologisches Informationszentrum des Schweizerischen Apothekervereins» gründet der Schweizerische Apothekerverein, Zürich, eine Stiftung. Eröffnet wird das Zentrum am 25. Mai 1966. 1968 125 Jahre Die Aktivitäten der 125-Jahre-Jubiläumsaktivitäten sind gut dokumentiert in der Schweizerischen Apothekenzeitung 106. Jahrgang/Nr. 12. Seiten 407–494. Die traditionelle Feier mit den Mitgliedern findet 1968 in Basel statt. 1982 Neue Statuten des SAV Die gemäss den neuen Statuten vom November 1981 durch den Grossen Vorstand bestimmte Delegierten versammlung tagt zum ersten Mal. 1993 150 Jahre Die Schweizerische Apothekerzeitung 131. Jahrgang/Nr. 1-9 widmet dem Jubiläum Inhalte. Weiter wird eine Festschrift zum 150jährigen Bestehen des Schweizerischen Apothekervereins publiziert. Autor ist Prof. Dr. François Ledermann. Die traditionelle Feier mit Mitgliedern und Netzwerkpartnern findet am 23./24. Oktober in Interlaken statt. 1999 Vom Verein zum Verband Am 28. Oktober beschliesst die Generalversammlung die Änderung des Namens von Apothekerverein zu Apothekerverband. 2001 Einführung der Leistungsorientierten Abgeltung (LOA) Zusammen mit den Krankenkassen führen die Apotheker die Leistungsorientierte Abgeltung (LOA) ein. 2007 Die Schweizerische Akademie der Pharmazeutischen Wissenschaften (SAPhW) wurde am 24.4.2007 per Statutenrevision von der Mit gliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft der Pharmazeutischen Wissenschaften (SGPhW, gegründet 23.10.1993) gegründet; die SAPhW war damals der Wissenschaftliche Beirat der SGPhW, bestehend aus den Fellows und dem Senatsauschuss der SGPhW 2007 Grünes Kreuz Seit dem Jahr 2007 enthält das Leuchtbild der Schweizer Apotheker drei Sinnbilder: Das Kreuz, die Farbe Grün und eine stark stilisierte Schlange. 2009 Einführung von pharmaSuisse Am 26. November beschliesst die Generalversammlung, dass der Apothekerverband nun mit der Abkürzung pharmaSuisse auftritt. 2015 Revision des eidg. Medizinalberufegesetzes (MedGB) Mit der Revision des eidgenössischen Medizinalberufegesetzes erhalten die Apothekerinnen und Apotheker die Kompetenz, ohne ärztliches Rezept in der Apotheke zu impfen. 2018 175 Jahre – Aktivitäten in der Apotheke Den kleinen Kundinnen und Kunden wird in der Apotheke das Benny Blu-Büchlein und ein Experimentierset – entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Technorama Winterthur – abgegeben. 2018 175 Jahre – Sondermarke der Post Die Schweizerische Post widmet dem ältesten Branchenverband der Schweiz zum 175-Jahre-Jubiläum eine Briefmarke. Die Marke zeigt eine Apothekerin im Gespräch mit einem Kunden. Den Wettbewerb für die Kreation der Jubiläumsmarke haben die beiden Gestalterinnen Julia Reichle und Maria Pelosi aus Luzern gewonnen. 2018 175 Jahre Die traditionelle Jubiläumsfeier mit Mitgliedern und Netzwerkpartnern findet am 26./27. Oktober 2018 in Montreux statt. 2018 175 Jahre Das Jubiläumsmagazin erhalten die Mitglieder und die Netzwerkpartner im November. 2018 175 Jahre: Ideenwettbewerb Apotheke der Zukunft 16 Studentinnen und Studenten machen sich Gedanken wie die Apotheke der Zukunft aussehen könnte und lassen den Überlegungen ein fiktives Konzept folgen. 2018 Wollen sie wissen wie es weitergeht? Dann schauen Sie regelmässig unter www.pharmaSuisse.org oder folgen Sie pharmaSuisse auf Facebook, Twitter, Youtube.
Apothekerinnen
Von der Kräuterfrau zur Pharmazeutin Betritt man heute eine Schweizer Apotheke, wird man fast immer von einer Frau bedient. Kein Wunder: Etwa 80 Prozent der eidgenössischen Diplome in Pharmazie an Schweizer Universitäten werden an Frauen erteilt. Das war nicht immer so. Autorin: Mareike Fischer
Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 30
Kräuterweiber im Oberwallis 1955 (Goms) Aufnahme Dr. med. Adolf Roos, Basel, Pharmaziemuseum Basel
Begehrt: die Apothekerwitwen Die Apothekerwitwen erbten das sogenannte Apothekenprivileg, das zum Betreiben einer Apotheke in Basel erforderlich war. Weil die Anzahl Apotheken limitiert war, waren die Witwen ausgesprochen begehrt auf dem Heiratsmarkt: besonders bei den Apothekergesellen.
«Es ist höchst unästhetisch für eine Dame, auf einer Leiter herumzuturnen, wenn sie Medikamente von den Regalen herunterholen muss.»
Anna Kupfernagel, Anna Wider, Katharina Offenburg: Bereits im 14. Jahrhundert gab es Frauen, die als Apothekerinnen bekannt und akzeptiert waren. Pharmazeutisches Wissen wurde dabei häufig über Spitalschwestern-Gemeinschaften, Kloster- und Spitalapotheken weitergegeben. Hohe Lehrgelder und Prüfungsgebühren sowie die Dauer der Ausbildung, die vom Lehrling über den Gesellen zum Meister ging, verunmöglichten den jungen Frauen jedoch den Zugang zur Apothekerlehre. So waren sie häufig als «Kräuterfrauen» oder als «Wasserbrennerinnen» tätig, die Kräuterauszüge in Alkohol als Heilmittel verkauften.
Die Zünfte verdrängen «Weibs personnen»
Die erste diplomierte Schweizer Apothekerin: Clara Winnicki Es wurde 1905, bis sich Clara Winnicki als erste Schweizerin ein Diplom holte. Als engagierte Vorkämpferin für eine gleiche Ausbildung von Männern und Frauen publizierte sie streitbare Schriften, in denen sie mit Ironie und Witz die Vorurteile ihrer männlichen Kollegen aufdeckte. In ihrer Bieler Apotheke stellte sie verschiedene Hausspezialitäten her, wie das Kopfwehmittel Migrainite oder die Pilules roses gegen «Bleichsucht, Blutarmut und alle Schwächezustände».
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Nach dem Mittelalter drängten immer res triktivere Bestimmungen die Frauen an den Rand: In Basel beispielsweise wurden sie ohne abgeschlossene Lehre nicht in die Zunft aufgenommen. Und ohne Zunftmitgliedschaft durfte der Apothekerberuf nicht ausgeübt werden. Die Schaffhauser Apo thekerverordnung von 1611 verbietet «Weibs personnen» explizit, Arzneien zu verkaufen. Allenfalls Gewürze durften sie noch über den Tresen reichen. Dass Frauen den Beruf des Apothekers erlernen könnten, schliesst die Berner Medizinalordnung von 1645 kategorisch aus. In anderen Regularien werden sie auf eine gleich unselbstständige Stufe mit Kindern gestellt.
Präsent, aber unerwünscht: die Ehefrauen In der Mitte des 18. Jahrhunderts steigen die Ansprüche an die Ausbildung der Apotheker deutlich: Sie wird immer wissenschaft licher. Frauen ist der Zugang nach wie vor verwehrt. Mehr noch: Jegliche Verkaufstätigkeit in der Apotheke wird ihnen um 1800 verboten. Da dieses Verbot in sehr vielen Dokumenten erwähnt wird, ist anzunehmen, dass eben doch viele Frauen in der Apotheke ihres Ehemannes mitarbeiteten. Zum Teil führten sie die Apotheke nach dessen Tod weiter.
Frauen als «Gehülfen»? Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Zünfte und Gesellschaften sich mit der Frage zu beschäftigen, ob man Frauen in der Apotheke nicht doch gebrauchen könnte. Sie diskutierten die «Gehülfenfrage»: Taugten Frauen eventuell als Assistentinnen? Vieles sprach dagegen: «Wenn man nun Frauen die Besorgung der Bereitung von Arzneien anvertrauen würde, so vermehrten sich die Fälle von Vergiftung aus Unvorsichtigkeit gewiss in beträchtlicher Zahl», heisst es 1882 in einer Apothekerzeitschrift. Frauen seien zudem schwatzhaft und unfähig «zu irgendeiner Arbeit, welche ein Zusammenfassen der Gedanken und eine un unterbrochene Aufmerksamkeit erfordert».
Universitäre Ausbildung für beide Geschlechter Während diese Diskussionen in der Schweiz die Emotionen hochkochen liessen, schlossen in anderen Ländern Europas Frauen bereits ihr Pharmaziestudium ab. Dann tat sich auch in der Schweiz etwas: Der Schweizerische Apothekenverein (SAV) verkündet 1887, dass Frauen offiziell zum pharmazeutischen Examen zugelassen werden. Was nicht bei allen gut ankommt. Die Debatten ziehen sich jahrelang weiter. So findet auch der Präsident des SAV noch 1902: «Pfropfen wir den Mädchen viel theoretisches Wissen in den Kopf, so machen wir nichts als langweilige überschraubte Dinger aus ihnen.» Er und konservative Apothekerkreise plädieren für zwei Ausbildungswege: der geringer qualifizierte für Frauen, damit sie als Gehilfinnen arbeiten können. Die Frauenbewegung macht den Herren jedoch einen Strich durch die Rechnung und erstreitet Anfang des 20. Jahrhunderts das Recht auf universitäre Ausbildung für Frauen.
VERFORA® stärkt die Apotheken
VERFOR A® – STARKER AUFTRITT FÜR APOTHEKEN
Seit dem 1. Juni 2018 tritt Vifor Consumer Health unter VERFORA® auf. Der Namenswechsel ist ein logischer Schritt nach der Aufteilung der ehemaligen Galenica Gruppe und damit der Abtrennung von Vifor Pharma, welche mit dem Börsengang (IPO) von Galenica am 7. April 2017 besiegelt wurde. VERFORA® vereint die lateinischen Begriffe «Veritas» und «Forum». Der erste Teil steht für Sachlichkeit, medizinische Evidenz und für die Aufrichtigkeit in der Beziehung zwischen Kunde und Fachhandel. Der zweite ist ein Bekenntnis zum offenen, professionellen Austausch.
Torvald de Coverly Veale,
ERSTE WAHL
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VERFORA®
will für Apotheken und Drogerien die erste Wahl sein, um den Patienten zu helfen sich gut zu fühlen, gesund zu werden und zu bleiben. Wohlwissend, dass Gesundheit und Wohlbefinden nicht einfach nur in Form von Tabletten und Medizinflaschen unterstützt werden, sondern vom wertvollen Rat des Fachpersonals begleitet werden müssen.
steht ebenfalls für führende OTC-Marken wie Algifor ® , Triofan ® , Itinerol ® und viele andere und bekommt auch auf den Verpackungen ein stärkeres Gewicht. Seit Juli 2018 werden die VERFORA® Produkte nach und nach im neuen Verpackungs-Design angeboten.
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Leadermarken für Schweizer Apotheken und Drogerien
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«Wir ändern unseren Namen, aber nicht unsere DNA Wir wurden aus dem Leitgedanken ’von Apotheker für Apotheker’ gegründet. An dieser Grundhaltung ändert sich nichts, denn wir sind überzeugt, dass wir so auch für die Konsumenten den grössten Mehrwert erbringen. Dementsprechend wollen wir für Schweizer Apotheken und Drogerien die erste Wahl sein. Das erreichen wir mit unserer einzigartigen Verkaufsorganisation, mit unseren Beratungsschulungen, Innovationen und mit unserer Kommunikation.»
VERFORA® , ein Unternehmen der Galenica Gruppe, entwickelt und führt Marken für den Schweizer Fachhandel und in weltweit mehr als 25 Ländern. Das breit aufgestellte Portfolio enthält unter anderem die bekannten Marken Algifor ® , Triofan ® und Merfen ® sowie die international vertriebenen Marken Perskindol ® und Anti-Brumm ®. Ausser den eigenen rezeptfreien Medikamenten (OTC) lanciert und vertreibt das Unternehmen pharmazeutische und parapharmazeutische Produkte und Marken von Partnern.
«Warum studiert keine einzige Dame Pharmazie, hingegen hunderte Medizin? Was für ein Fach läge den gewöhnlichen, häuslichen Beschäftigungen der Frauen näher als die Führung einer Apotheke?»
Werbeveranstaltungen: Studiert Pharmazie! Zu dieser Zeit mangelte es in Schweizer Apotheken bereits an Personal. Arbeitskräfte aus dem Ausland wurden angestellt, vor allem Holländerinnen als Assistentinnen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfte sich das Problem: Die Pharmazeuten rückten in den Militärdienst ein und die ausländischen Gehülfen kehrten in ihre Heimat zurück. Was tun? Man ermutigte die Schweizer Frauen zum Pharmaziestudium, mit Werbeveranstaltungen an Gymnasien und Töchterschulen. Erfolgreich: Die Zahl der diplomierten Apothekerinnen stieg.
Unerwünschte weibliche Konkurrenz Die Freude über diese Entwicklung währte jedoch nicht lange: Viele Männer hatten gedacht, die studierten Frauen würden sich mit Assistenzstellen zufrieden geben. Dass sie Konkurrentinnen wurden, hatten sie nicht einkalkuliert. 1933 betrug der Anteil der diplomierten Frauen bereits 36 Prozent. Eine «Überfüllung des Standes» sei dies, heisst es 1934 in einer Eingabe des SAV bei Bund und Kantonen, der eine Zulassungsbeschränkung der Frauen für das Pharmaziestudium fordert. «Der Grundsatz, dass die Frau ins Haus gehört, muss besonders in Krisenzeiten und bei der allgemeineren Arbeitslosigkeit wieder mehr Beachtung finden», solche Argumente werden laut. «Eine arbeitslose Tochter kann in ihrer Familie oder Verwandtschaft immer irgendwie unterkommen.»
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Der Trend bleibt bestehen «Je nach Konjunkturlage warb man Frauen für den Apothekerberuf an oder wollte sie wieder zu Kindern und Küche schicken», fasst Pharmazeutin Brigitte Zurbriggen zusammen, deren Dissertation «Und speziell Damen wandten sich scharenweise dem pharmazeutischen Studium zu …» das Thema ausführlich beleuchtet. Der Trend liess sich aber nicht mehr wenden: Seit den 1940erJahren sind die Pharmaziestudentinnen in der Mehrzahl, seit den 1980er-Jahren stellen Frauen auch als Apothekerinnen in der Offizin die Mehrheit. Die Lehre an der Universität blieb jedoch lange eine Männerbastion. Eine Pionierin war hier Irma Tschudi-Steiner (1912–2003), die erste Professorin für Pharmazie, die an den Universitäten Bern und Basel lehrte – bis zu ihrem 70. Lebensjahr. //
Unerschrockene Pionierinnen Die Pharmazeutin Hermine Raths (1906–1986) und die Chemikerin Marguerite Steiger (1909– 1990) kauften als Studentinnen die Elefanten-Apotheke in Zürich. Unternehmerisch mutig und innovativ bauten sie eine Firma für den Vertrieb von Medikamenten auf. So erwarb Marguerite Steiger beispielsweise die Importlizenz für Penicillin, bevor die Konkurrenz dessen Bedeutung erkannte. Ihr Vermächtnis ist die OPO-Stiftung, die heute noch Projekte aus Wissenschaft und Forschung, speziell Pharmazie, Naturwissenschaften und Medizin, unterstützt.
Oben: Frauen hatten früher in der Apotheke einen schweren Stand. Aufnahme um 1928. Pharmaziemuseum Basel Unten: Wohleingerichtete Hausapotheke eines fürstlichen Hauses. Die Hausherrin gibt Medikamente an ihre Leute ab, der Apotheker steht vor dem Rezeptiertisch. Holzdruck aus dem Pharmaziemuseum Basel
Vielseitige Berufschancen für Frauen Zurzeit werden etwa 80 Prozent der eidgenössischen Hochschuldiplome im Fach Pharmazie an Frauen vergeben. «Dabei eröffnet das heutige Studium mit seinem modularen Aufbau immer mehr auch ausserhalb der Offizin interessante Karrieremöglichkeiten – zum Beispiel in der Spitalapotheke oder in der Industrie», sagt Brigitte Zurbriggen. «Produktion, Produktentwicklung, Forschung, Marketing, Projektleitung oder die Registrierung von Medikamenten bieten Pharmazeutinnen interessante Berufsfelder.»
Digitale Transformation
Omnipräsent, spezialisiert und digital vernetzt Im Backoffice der Apotheke haben IT-Systeme schon vor langem Einzug gehalten. Betraf dies vor allem betriebliche und administrative Funktionen, erfasst die Digitalisierung heute zunehmend auch das Kerngeschäft: den Kontakt zum Kunden und den Partnern im Gesundheitswesen. Dies wird die Apotheke in Zukunft weiter verändern. Autor: Richard Pfister
Die Apotheken gehörten zu den ersten ambulanten Leistungserbringern im Gesundheitswesen, die IT-Systeme einsetzten. In der Logistik und im Rechnungswesen kommt heute fast keine Apotheke mehr ohne IT aus. Mit fortschreitender digitaler Transformation in der Gesellschaft und damit im Gesundheitswesen verändern sich aber auch Kundenbedürfnisse und ganze Märkte rasant. Menschen beschaffen sich nicht nur Arzneimittel via Online-Handel, sondern suchen und finden auch immer häufiger
medizinische Informationen und Beratung auf Online-Plattformen und in Netzwerken – und dies rund um die Uhr. Angebotsformen wie Versandapotheken oder TelemedizinPlattformen wachsen. Zudem mischen neue, traditionell branchenfremde Anbieter mit, die am Datenmaterial der Kunden und am Verkauf von Produkten oder Services interessiert sind. So suchen Pharmaunternehmen vermehrt den direkten Kontakt zu Patienten, weil sie mit Hilfe von deren Daten ihre Forschungskosten und Entwicklungszeiten reduzieren können. Aber auch globale Player wie Google oder Amazon, die von der «Veredelung» des Datenkapitals und dem Handel damit leben, drängen auf den europäischen Markt oder haben sich dort bereits eingenistet.
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«In einer digitalisierten Welt wird der persönliche und individuelle Austausch besonders gefragt sein, wenn es darum geht, online verfügbare medizinische Inhalte zu ‹übersetzen›.» Dr. Ulrich Schaefer, Vorstandsmitglied von pharmaSuisse
«Die Apotheken können zum ‹Manager› des elektronischen Patientendossiers aufrücken und vor allem im Bereich des Medikationsplans, der allgemeinen Gesunderhaltung und der Prävention die Patienten umfassend betreuen.» André P. Viatte, Verwaltungsratspräsident des Apothekernetzwerkes Abilis
Geschäftsmodelle neu ausrichten Dem gilt es entgegenzuwirken. Wenn die Apotheken den Kontakt zu ihren Kunden nicht an starke Wettbewerber verlieren wollen, müssen sie ihr Geschäftsmodell hinterfragen und neu ausrichten. Ihre spezifischen Stärken bilden eine gute Ausgangslage dazu. Im Unterschied zu anderen ambulanten Leistungserbringern sind Apotheker prädestiniert, mit wachsenden und sich verän dernden Kundenwünschen umzugehen. Denn als Fachhändler verstehen Apotheker die Menschen, die zu ihnen kommen, nicht als Patienten, sondern als Kunden.
Vertrauenspersonen der Kunden Wir verstehen sie als Menschen, die ihre Gesundheit selbst gestalten und möglichst selbstständig bleiben wollen. Digitalisierte Produkte und Services ermöglichen dies zunehmend, was sie bei Jung und Alt beliebt macht. Angehörige, Pflegende und Apotheker sind wichtige Vertrauenspersonen, die dabei Unterstützung bieten. Um die damit verbundenen Erwartungen in der digitalisierten Welt zu erfüllen, bieten sich den Apothekern verschiedene Tätigkeitsfelder: " Ein wichtiges Feld ist das elektronische Patientendossier (EPD), das ab Frühjahr 2020 in der ganzen Schweiz verfügbar sein soll. Alle Einwohner der Schweiz haben das Recht, für sich ein EPD eröffnen zu lassen, um beispielsweise ihre Medikamente oder Impfungen dort zu hinterlegen. Gemäss einer Mei-
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nungsumfrage des eHealth Barometers 2018 wären derzeit 32 Prozent der Bevölkerung bereit, ein EPD zu eröffnen, wenn eine Gesundheitsfachperson dies empfehlen würde. Ambulante Leistungserbringer sind vorderhand zwar gesetzlich nicht verpflichtet, entsprechenden Kundenwünschen nachzukommen; aber wer es freiwillig tut, wird Teil eines zukunftsträchtigen Netzwerks seines Kunden und seiner Gesundheitsversorger. Deshalb will die Mehrheit der Apotheken ihre Kunden in Sachen EPD aktiv begleiten. " Langfristig bietet das EPD zudem Chancen, den interprofessionellen Austausch zwischen den Leistungserbringern zu verbessern. Kurzfristig steht dem freilich die «doppelte Freiwilligkeit» noch entgegen. (Gemäss dieser gesetzlichen Bestimmung sind weder die Kunden noch die ambulanten Leistungserbringer zur Teilnahme verpflichtet.) " Apotheken werden sich noch stärker mit interprofessionellen bzw. interdisziplinären Partnern vernetzen müssen, um wirksam wahrgenommen zu werden. Interprofessionell vor allem mit der ambulanten Ärzteschaft und Pflege, und interdisziplinär in verstärkter Kooperation mit dem Fachhandel und den Logistik-, Technologie- und Indus triepartnern. " Apotheker werden ihr Berufsbild fachlich stärker an die Anforderungen der digitalen Kommunikation und an die Spielregeln digitaler Marktplätze anpassen müssen. Dies betrifft zum Beispiel die Nachfrage nach
digitalen Kompetenzen oder nach Omnipräsenz (online und die Öffnungszeiten vor Ort). " Trends zu personalisierter Medizin, Machine Learning oder Deep Learning bieten Chancen, den Kunden individuelle Lösungen zu bieten und sie dadurch stärker an die Apotheke zu binden. " Um von Kunden und potenziellen Partnern besser bemerkt zu werden, werden sich Apotheken in Zukunft stärker voneinander unterscheiden müssen. Auf die spezifische Kundschaft ausgerichtete digitale und interaktive Produkte und Services werden das klassische Angebot ergänzen und individualisieren. Apotheker wollen das schweizerische Gesundheitswesen auch in Zukunft mitprägen. Sie werden dies tun, indem sie ihre Rolle als Vertrauensperson ihrer Kunden in die digitalisierte Welt übertragen. Online und offline als «Übersetzer» medizinischer Inhalte, als Erstanlaufstelle (Triage) oder als menschlicher «Konnektor», der die Verbindung zu Online-Angeboten und andern Leistungserbringern herstellt, werden sie gefragt sein. //
Wenn Nachfolge zum Thema wird …
Ursula Getzmann (rechts) hat ihre Apotheke in Wettingen an Hans Jürg und Marion Engel verkauft. Mit fachlicher Unterstützung von move and win.
Wir haben uns – zwecks Information – in der TopPharm Rathaus Apotheke in Wettingen ge troffen. Frau Getzmann, warum haben Sie move and win den Such-Auftrag gegeben? So ein Verkauf ist eine komplexe Sache und braucht nebst Wissen und Können gegensei tiges Vertrauen. Ich kenne Hans Ruppanner schon viele Jahre und weiss, wie sorgfältig und fachlich versiert er und sein Team arbeiten. Fühl te mich denn auch während des ganzen Ver kaufsprozesses sicher. Hatte Sicherheit auch bei Ihnen einen hohen Stellenwert? Hans Jürg Engel / Marion Engel: Da die Über nahme einer Apotheke ein wichtiges unterneh merisches Unterfangen ist, will man tatsächlich mit einer optimalen Lösung rechnen können. Wieviel Zeit brauchte die Übergabe? Ursula Getzmann: Wir starteten 2014 und unter schrieben zwei Jahre später. Nach meinem Empfinden verlief der Prozess ebenso gründlich wie effizient. Hans Jürg Engel / Marion Engel: Man weiss, dass es manche Überlegungen und Berechnungen braucht. Und Vertrauen. Welches waren Ihre Vorgaben an move & win? Ursula Getzmann: Ich wollte, dass die Apothe ke an eine Privatperson verkauft wird. Mir war wichtig, dass sich die Käuferschaft in Wettingen niederliess und mit der Bevölkerung eine gute Beziehung aufbauen wollte. Denn wir haben eine Kundschaft, der die persönlichen Bezie hungen wichtig sind.
… zählen die Erfahrungen und das Netzwerk des Leaders; move and win ist der angesagte Partner für beste Resultate. Kurz und bündig: Wer für seine Apotheke eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger sucht, kann seine Erfolgs chancen mit move and win deutlich steigern. Beispiel gefällig ?
Offenbar war das nicht abschreckend für Sie? Hans Jürg Engel / Marion Engel: Überhaupt nicht, im Gegenteil! Wir wollten, dass die Kund schaft merkt und schätzt, dass wir eine «Dorf apotheke» sind. Was waren die hauptsächlichen Schritte des Übergabeprozesses? Ursula Getzmann: move and win kontaktierte intensiv ihr Netzwerk. Aus rund 15 Bewerbungen empfahl mir move and win eine erste Sichtung von sieben Interessierten. Daraus kristallisierten sich drei Kandidaten, mit denen wir vertiefte persönliche Gespräche führten. Wie war das für Sie? Hans Jürg Engel / Marion Engel: Es war ein sehr spannender und intensiver Prozess. Natürlich stellten wir uns immer wieder die Frage, ob wir noch zu den Favoriten gehörten. Aber da move and win als renommierter Partner bekannt ist, hatten wir vollstes Vertrauen. Warum war move & win der richtige Partner? Ursula Getzmann und Hans Jürg Engel / Marion Engel sind sich einig: Sie wissen jeden Moment, was zu tun ist – und kennen ihre Grenzen. Also sind alle zufrieden? Hans Jürg Engel / Marion Engel: Wir sind glück lich darüber, wie es gelaufen ist und dass wir mit «unserer Apotheke» einen sehr guten Standort in Wettingen gefunden haben. Ursula Getzmann: Emotional gesehen ist Ver kaufen schwieriger als Kaufen – man muss sich von seiner lieb gewordenen Kundschaft tren nen. Aber ja, alles verlief bestens und ich habe das erreicht, was ich wollte: Immer wieder mit grosser Freude als Kundin zurück zu kommen in «meine» Apotheke.
V.l.n.r.: Urs Stamm (Inhaber), Hans Ruppanner Dr. pharm. (Inhaber), Maurus Strässle (Berater) THE WINNING TEAM Als move and win ag bringen sie zu sammen umfassende Marktkenntnis und Erfahrung ein, welche sich eine grosse Zahl zufriedener Kunden in den Bereichen Personalrekrutierung, Strategieberatung sowie Nachfolgeregelungen und Apothekenverkauf zunutze machen. move and win ag Freie Strasse 2 (beim Marktplatz) CH-4001 Basel Phone +41 (0)61 260 77 00 Fax +41 (0)61 260 77 09 www.apothekenboerse.ch www.moveandwin.ch
Interview: Hans Wirz
« Mit erfolgreicher Historie gibt pharmaSuisse in der Gegenwart Vollgas! Zum Wohl der Kunden, Partner und Mitglieder. Dieses Credo teilen auch wir von move and win. Die erfolgreiche Zukunft ist programmiert – herzliche G ratulation ! »
Entwicklung des Pharmaziestudiums
Umfassendes naturwissenschaftliches Wissen und mehr Apotheker war im Mittelalter ein Lehrberuf. Mit dem Fortschritt der Naturwissenschaften und ihrem Einfluss auf die Medizin wurde akademisches Wissen aber immer wichtiger. Damit wurde auch die Ausbildung der Apotheker universitär. Autor: Florian Sarkar
Insbesondere ab dem 19. Jahrhundert besuchten Apotheker in ihrer Lehrzeit Vorlesungen an der Universität, vor allem in den Fächern Botanik und Chemie. Im Laufe der Zeit entstanden pharmazeutische Abteilungen, die an den Instituten für Chemie oder Medizin angesiedelt waren. Nach einem ersten eidgenössischen Gesetz über die Apothekerausbildung 1877 wurden 1912 zusätzliche Anforderungen gestellt, sodass die Ausbildung rein universitär wurde. Das Praxisjahr in der Apotheke ist jedoch bis heute fester Bestandteil des Studiums geblieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Ausbildungsschwerpunkte Chemie, Pharmakognosie (Lehre der Heilpflanzen) und Galenik (Lehre der Arzneiformen).
Neue Studieninhalte Mit der Zeit wurde der Apotheker vom Hersteller immer mehr zum Prüfer der ärztlichen Verordnung und zum Berater des Patienten. Dies veränderte besonders ab 1980 auch die Studieninhalte. Heute dauert das Pharmaziestudium fünf Jahre und ist eines der anspruchsvollsten Studienfächer an Schweizer Hochschulen. Neben 30 bis 40 Präsenzstunden in Vorlesungen und Praktika muss unter der Woche zusätzliche Zeit für Übungen, Laborprotokolle und Facharbeiten aufgewendet werden. Der grösste Teil der Semester ferien wird für das Lernen auf die Examen aufgewendet.
Bachelor- und Masterstudium Das Bachelorstudium vermittelt wissenschaftliche Grundlagen wie Chemie, Anatomie, Mikrobiologie, Pharmakologie und Botanik. Das Masterstudium fokussiert auf patientenorientierte Kompetenzen und
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Tätigkeiten in der Praxis. Dies sind zum Beispiel klinische Pharmazie, Pharmaceutical Care (pharmazeutische Therapiebegleitung), Public Health und Herstellung. Ausserdem ist ein halbes Jahr der Masterarbeit gewidmet, in welcher Pharmazeuten eine eigene wissenschaftliche Forschungsarbeit verfassen. Abgeschlossen wird mit dem Staatsexamen, das bei Erfolg mit dem eidgenössischen Apothekerdiplom gekrönt wird.
Neue Herausforderungen, neue Ausbildungsinhalte Wie der Apothekerberuf ist auch das Studium im steten Wandel. Aktuell wird der gesetzliche Auftrag umgesetzt, dass Apotheker bereits im Studium die Fähigkeiten zum Impfen und zur Diagnose häufig auftretender Krankheiten lernen. Auch die Bedeutung der Kommunikation nimmt stetig zu, um Informationen und komplexe Zusammenhänge für Patienten nachvollziehbar zu machen. //
Neue Aufgaben und Dienstleistungen
Vom Händler zum Grundversorger Der Apothekerberuf wandelt sich rasant. Von seiner einstigen Rolle als Arzneimittelhändler und -hersteller hat er sich zum Dienstleister weiterentwickelt. Heute übernehmen Apothekerinnen und Apotheker je länger je mehr wichtige Aufgaben in der medizinischen Grundversorgung. Autor: Richard Pfister
Den Apotheken weist der Bundesrat dabei zentrale Funktionen zu: Sie sollen den einfachen Zugang zu den Gesundheitsdienstleistungen sicherstellen, zur Qualitäts steigerung beitragen und die Selbstkompetenz der Patienten stärken.
Neue Dienstleistungen in der Apotheke
Die Zahl älterer und polymorbider Patienten steigt, die Versorgungsansprüche der Be völkerung nehmen zu, gleichzeitig zeichnet sich bei den Hausärzten und in andern Gesundheitsberufen ein Mangel an Nachwuchs ab: Die drohende Versorgungslücke stellt das Gesundheitswesen vor grosse Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, wurde die medizinische Grundversorgung im Mai 2014 in die Bundesverfassung aufgenommen (Art. 117a). Demnach sind Bund und Kantone verpflichtet, für eine allen zugäng
liche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität zu sorgen. Wer durch Krankheiten, Unfälle, hohes Alter oder chronische und mehrfache Erkrankungen auf Behandlung, Pflege oder Betreuung angewiesen ist, soll in allen Landesgegenden rasch, wohnortsnah und in hoher Qualität Zugang zu diesen Leistungen haben. Dies verlangt eine enge Zusammenarbeit aller Leistungserbringer: von Hausärzten und anderen Medizinalfachpersonen ebenso wie von Pflege-, Gesundheits- und Sozialfachpersonen.
Im Zuge dieses Rollenwandels entstehen neue Dienstleistungen in der Apotheke. pharmaSuisse engagiert sich bei deren Entwicklung und fördert dies durch verschiedene Initiativen. So entwickelt der Verband in enger Zusammenarbeit mit den Versicherern neue Dienstleistungen für Patienten mit chronischen Krankheiten. Das Konzept orientiert sich am Behandlungspfad eines chronischen Patienten. Durch gezielte, evidenzbasierte Leistungen während der gesamten Therapiedauer soll die Selbstkompetenz der Patienten gefördert werden. Ein wichtiges Ziel ist die Förderung der Therapietreue, denn therapietreue Patienten verursachen vier Mal weniger Kosten. Weitere Projekte sind etwa ein Gesundheits-Check für über 50-Jährige oder das Abklären und Erkennen von Sturzrisiken bei exponierten Personen in entsprechend qualifizierten Apotheken. In beiden Fällen dient die Apotheke als einfache erste Anlaufstelle mit einer wichtigen Triagefunktion: Das Apothekenteam berät und sensibilisiert zum Thema, klärt Risiken und den Behandlungsbedarf ab und nimmt allfällige Massnahmen entweder direkt in der Apotheke vor oder leitet die Person an den Arzt oder andere zuständige Fachpersonen weiter. pharmaSuisse engagiert sich zudem für das Weiterentwickeln bestehender Dienstleistungen wie das Impfen ohne ärztliches Rezept in der Apotheke. Dieses soll auf weitere Impfungen (z. B. HPV) und Zielgruppen (z. B. Chronischkranke) ausgedehnt werden. Schweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 38
Rolle der Apotheken in der medizinischen Grundversorgung
Sachgerechte Abgeltung nötig
Patientenkompetenzen stärken
Behandlungsqualität
Einfacher Zugang
Koordinierte Versorgung
Ziel: Auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtete, allen zugängliche Grundversorgung von hoher Qualität
Einfacher Zugang zu den Gesundheitsdienstleistungen Mit der Behandlung von häufigen und leichten Erkrankungen können die Apotheken spitalambulante Notfalleinrichtungen und Hausärzte von Bagatellfällen entlasten und so zur Kostendämpfung beitragen.
Qualitätssteigerung Apotheker können massgeblich dabei mitwirken, im Rahmen interprofes sioneller Versorgungsmodelle die medikamentöse Therapie von Patientinnen und Patienten zu optimieren.
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Patientenkompetenz Als einfache erste Anlaufstelle können Apotheken mit Information und andern Präventionsdienst leistungen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken. Dabei agieren Apotheken immer als Teil einer koordinierten Versorgung. Ihre Rolle muss daher in enger Zusammenarbeit mit andern Leistungserbringern, namentlich mit der Ärzteschaft, weiterentwickelt werden.
Damit die Apotheken die ihnen von der Politik übertragene Rolle in der Grundversorgung wahrnehmen können, müssen ihre Leistungen sachgerecht abgegolten werden. Der rechtliche Rahmen für die Vergütung von pharmazeutischen Leistungen über die obligatorische Krankenversicherung (OKP) ist jedoch sehr eng und entspricht nicht mehr der heutigen Realität. pharmaSuisse setzt sich dafür ein, diese Diskrepanz zu besei tigen. Dies unter anderem durch den Nachweis der Wirksamkeit neuer Leistungen und durch verstärkte Zusammenarbeit mit andern Leistungserbringern. So hat pharmaSuisse eine Evaluation der seit 2015 angebotenen Grippeimpfung in Auftrag gegeben. Diese hat aufgezeigt, dass die Apotheken mit diesem Angebot einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Durchimpfungsrate leisten – Tendenz steigend. Gemeinsam mit der Krebsliga Schweiz und verschiedenen Fachgesellschaften hat pharmaSuisse zudem eine Charta zur interprofessionellen Zusammenarbeit in der Darmkrebsvorsorge erarbeitet. Damit wurde ein wichtiges Statement gesetzt, sich mit vereinten Kräften für einen erleichterten Zugang zur Früherkennung von Darmkrebs zu engagieren. //
Apotheken geniessen Vertrauen Die Bedeutung der Apotheken in der medizinischen Grundver sorgung wird auch von der Bevölkerung bestätigt. Gemäss einer Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern («Apothekenmonitor 2018») sehen neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern Apotheken als erste Anlaufstelle bei Krankheiten mit normalem Verlauf. Auch werden neue Dienstleistungen wie ausgeweitete Impfangebote oder der vereinfachte Zugang zu rezeptpflichtigen Medikamenten überwiegend positiv beurteilt.
Herstellung, Einfuhr und Grosshandel von Medikamenten
Die Armeeapotheke – Dienstleisterin für Armee und Zivilbevölkerung
1911 beschloss der Bundesrat, einen ersten hauptamtlichen Armeeapotheker samt Labor und Hilfspersonal einzusetzen. Damit wurde die Armeeapotheke de facto gegründet. Die Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Apothekerverband und dem Militär ist jedoch viel älter und dauert bis heute an. Autorin: Dr. Ursula Hirter-Trüb, Basel
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Die Zusammenarbeit des Schweizerischen Apothekerverbands (SAV) mit dem Militär begann bereits im Jahr 1856 mit der Ausarbeitung der Militär-Arzneitaxe. In der Folge wurden im Organ des SAV für die Milizapotheker regelmässig Berichte zu militä rischen Themen veröffentlicht. Erster Leiter des pharmazeutischen Dienstes der Schweizer Armee war Julius Thomann. Er bekleidete diese Funktion von 1911 bis 1940. Nach den Weltkriegen und deren Konsequenzen wuchs die Armeeapotheke an den vielfältigen und neuen Herausforderungen. Im Interview mit Dr. Heinz Moll, Chef Armeeapotheke, und seinem Stellvertreter, Dr. Thomas Meister, beleuchtet Dr. Ursula Hirter-Trüb einige zentrale Fragen aus den letzten 25 Jahren. Welches Grossprojekt beschäftigte Sie in den letzten 25 Jahren am meisten? Dr. Heinz Moll: Die Einführung des Heilmittelgesetzes im Jahr 2000 zwang die Armee apotheke, sich von den alten Produktionsstätten zu verabschieden und sich für einen modernen industriellen Betrieb zu entscheiden. Um die Herstellungs- und die Grosshandelsbewilligung zu erhalten, mussten prozess- und bautechnische Vorgaben umgesetzt werden. Die 2014 in Betrieb genommene Anlage in Ittigen produziert heute nach den vorgegebenen gesetzlichen Qualitätsstandards. Im Jahr 2017 wurde das Projekt Notfallund Katastrophenpharmazie lanciert. Wird es junge Apotheker motivieren, Dienst zu leisten? Dr. Heinz Moll: Sicherlich, denn dieses unter dem Patronat von pharmaSuisse eingeführte Programm bietet allen Teilnehmenden einen persönlichen Mehrwert. Es stellt für Apotheker eine zusätzliche erstklassige Ausbildung dar, die vom Weiterbildungsprogramm für Apotheker FPH als Weiterund Fortbildung im Zivilen anerkannt wird. Übernimmt die Armeeapotheke Dienst leistungen für die Zivilbevölkerung? Dr. Thomas Meister: Ja, die Armeeapotheke übernimmt neben ihren Grundaufträgen für den Armeesanitätsdienst auch Aufgaben für das zivile Gesundheitswesen. Sie hat zum Beispiel die Gesamtverantwortung für die Herstellung und Verteilung der Jod tabletten, welche jede Schweizer Haushal-
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t ung als Notfallmedikament vorrätig halten sollte. Mit dem Bundesrat wurde zudem vereinbart, dass die Armeeapotheke im Falle einer Pandemie die Beschaffung und Verteilung des Pandemieimpfstoffs koordiniert. Auch übernimmt die Armeeapotheke die Zulassungsarbeit für wichtige Antivenine und die Bereitstellung des Antibotulismus-Toxins. Welche Arzneimittel w erden in Ittigen produziert? Dr. Thomas Meister: Für die Armee produzieren wir unter anderem NaCl-Ampullen für die Injektionsschulung, Antibiotika, Schmerzmittel, Desinfektionsmittel und Nischen produkte wie Atropin- und Adrenalinlösungen. Unser Betrieb arbeitet neben den fest angestellten Mitarbeitenden auch mit WK-Soldaten. Um die Qualität unserer Produkte sicherzustellen, werden diese temporären Mitarbeiter ständig an den Anlagen geschult. Dies betrifft sowohl die Produktion, als auch die Analytik und die Verpackung und Etikettierung. Kann die Armeeapotheke bei Mangel zuständen einspringen? Dr. Thomas Meister: Wir arbeiten eng mit verschiedenen staatlichen Organisationen zusammen, zum Beispiel mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (Pflichtlager für Antibiotika) oder dem Koordinierten Sanitätsdienst (Abgabe von Dekontaminationskits). Das Thema der «Drug Shortages» ist allgegenwärtig, doch ist eine notfallmässige Herstellung fehlender Arzneimittel, gerade wegen der behördlichen Auflagen, nicht realistisch. //
Schweizer Fachzentrum für Notfall- und Katastrophenpharmazie 2017 wurde auf Basis der Vorarbeiten einer Arbeitsgruppe von pharmaSuisse das Fachzentrum für Notfall- und Katastrophenpharmazie lanciert. Dieses hat zum Ziel, eine Schweizer Bildungs-, Forschungs- und Austauschplattform in diesem Bereich anzubieten. Als Gesundheitsfachperson kommt dem Apotheker in Notfall- und Katastrophensituationen an der Seite seiner Partner eine wichtige Rolle zu. Diese interprofessionelle Zusammenarbeit liegt auch im Interesse des Bundes, der daher das Fachzen trum mit einem jährlichen finan ziellen Beitrag unterstützt. Gleichzeitig ermöglicht die Arbeit des Fachzentrums den Apothekern, ihre Leistungen und (neuen) Kompetenzen sichtbar zu machen sowie zusätzliche Fähigkeiten in den Bereichen Notfall und Krisenmanagement zu erwerben. Diese sind auch im zivilen Leben nützlich. Denn im Ernstfall können Krisensituationen nur von zivilen und militärischen Stellen gemeinsam gemeistert werden.
«Das Programm Notfall- und Katastrophenpharmazie ist eine zusätzliche erstklassige Ausbildung und wird junge Apotheker motivieren, vermehrt Dienst zu leisten.» Dr. Heinz Moll
Links: Dr. Heinz Moll Rechts: Dr. Thomas Meister
Auszeichnungen und Preise
«Stipendienfonds pharmaSuisse» Der Stipendienfonds wurde 1956 als Stiftung «Hilfskasse des Schweizerischen Apotheken vereins» gegründet. 2016 wurden Zweck und Name angepasst. Heute werden aus dem Fonds Gelder in Form von Darlehen oder Geschenken an Studierende der Pharmazie bzw. der pharmazeutischen Wissenschaften vergeben, die an einer schweizerischen Hochschule immatrikuliert sind und über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügen.
Ehrungen des Verbands
Ehrenmitglieder Der Schweizerische Apothekerverband hat Mitglieder geehrt, die sich für den Apothekerberuf besonders verdient gemacht haben. Nachfolgend die aktuelle Liste der Ehrenmitglieder:
Dr. Attilio Nisoli (1968) Dr. Charlotte Studer (1990) Dr. Viktor Eckert (1995) Dr. Giorgio Antognini (1997) Dr. Adrien Dolivo (1997) Rosemarie Simmen (2003) Dr. Hermann Ambühl (2007) Prof. Dr. Ueli Honegger (2007) Anne-Marie Bollier(2009) Dr. Max Brentano (2009) Dr. Ernst Ballmer (2011) Lucie Trevisan (2011) Dr. Michel Buchmann (2013) Prof. Dr. Gerd Folkers (2013) PD Dr. Stefan Marty (2013) PD Dr. Marcel Mesnil (2013) Prof. Dr. Michel Schorderet (2013) An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 27. Oktober 2018 in Montreux wurden die Herren Dominique Jordan und Prof. Dr. Kurt Hersberger zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der Schweizerische Apothekerverband blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Über die Jahre haben sich verschiedene Ehrungen und Preise eingebürgert. Damit werden Personen ausgezeichnet, die für den Verband und für seine Mitglieder viel geleistet haben.
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PharmaForumPreis
Jörg-BiderMedaille 1981 wurde anlässlich des Rücktritts von Jörg Bider, langjähriger Generalsekretär des Schweizerischen Apothekervereins (SAV), ein Fonds geschaffen. Sein Zweck ist es, Personen und Mitglieder zu ehren, die in besonderer Weise zur Entwicklung und Förderung des Apothekerberufs beigetragen haben. Bisher wurden neun Medaillen verliehen.
André Bédat (1986) Dr. Alois Betschart (1988) Dr. John Metzger (1988) Dr. Hans-Rudolf Fehlmann (1990) Dr. François Betrand (1992) J. Ed Morf (1993) Prof. Dr. Gerd Folkers (1997) Prof. Dr. Hans Leuenberger (1997) Dr. Hansueli Bartlome (1999) Im Jubiläumsjahr 2018 geht die Medaille an Barbara Schmid-Federer, die sich auf politischer Ebene stark für die Apotheker eingesetzt hat.
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Der Pharma-Forum-Preis für die beste Diplomarbeit und für den besten Abschluss im Rahmen der Weiterbildung zum eidgenössischen Weiterbildungstitel Fachapotheker in Offizinpharmazie ist mit je 1500 Franken dotiert und wird jährlich vergeben. Der Preis wurde bei der Auflösung des Pharma Forums gestiftet, das 1902 unter dem Namen «Syndikat für die Interessen der schweizerischen Pharmazie» gegründet wurde. Damals wurde der schweizerische Medikamentenmarkt, der noch keine einheitliche Gesetzgebung kannte, durch solidarische Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Importeuren, Grossisten und Offizinapothekern geordnet. 2005 beschloss die Generalversammlung nach sorgfältiger Abwägung aller Argumente die Auflösung der Interessen gemeinschaft aufgrund veränderter Rahmenbedingungen.
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Industrieapotheker
Berufsziel Industrie: Gute Vorbereitung ist essenziell
Damit der Sprung vom Studium in die Pharmaindustrie gelingt, braucht es laut Frédéric Zwahlen, Präsident der Gesellschaft der Schweizerischen Industrie-Apotheker (GSIA), ganz unter schiedliche Skills: im Bereich Fachwissen ebenso wie in puncto Fremdsprachen. Interview: Tanja Aebli
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«Wer in der Industrie tätig sein will, muss mobil sein und über exzellente Englischkenntnisse verfügen.» GSIA-Präsident Frédéric Zwahlen
Welches sind typische Aufgaben für Apotheker/-innen in der Industrie? Frédéric Zwahlen: Dazu gehört sicherlich die klinische Entwicklung. Mit einem entsprechenden Postgraduate könnten die Apotheker in diesem Feld noch präsenter sein, auch eine stärkere Verankerung klinischer Inhalte in der Grundausbildung wäre wünschenswert. Im Qualitätswesen ist der Bedarf an Fachkräften ebenfalls gross, Apotheker haben in diesem Bereich aber oft nicht die erforderlichen Kenntnisse – ein Postgraduate könnte auch hier Abhilfe schaffen. Wie hat sich das Berufsbild des Industrieapothekers gewandelt? Der Wirkungsbereich ist komplexer geworden. Früher waren Industrieapotheker für die Gesamtkette von der Entwicklung über die klinische Prüfung, die Herstellung, die Freigabe bis hin zur Registrierung zuständig. In diesen Bereichen sind heute jedoch zunehmend andere Berufsgruppen aktiv; einzig die Galenik fällt nach wie vor klar dem Apotheker zu. Wie gut bereitet das Pharmaziestudium auf eine Laufbahn in der Industrie vor? Im Ausland existieren heute Ausbildungen – vorab auf Fachhochschul-Ebene –, die gezielt auf Aktivitäten in einem Bereich, etwa der Registrierung, vorbereiten. Solche Weiterbildungen wären auch in der Schweiz sinnvoll; gerade bei den PostgraduateLehrgängen müssten unbedingt noch mehr Angebote für Spezialisierungen geschaffen werden. Was die Grundausbildung anbelangt, macht es meines Erachtens Sinn, die jetzige Breite, die das Pharmaziestudium auszeichnet, beizubehalten – gezielte Vertiefungen sind erst zu einem späteren Zeitpunkt angezeigt. Was bei Apothekern vor allem auf Masterebene fehlt, aber eine wichtige Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Industrie und Forschung darstellt, sind die Bereitschaft zur Mobilität und das sprachliche Know-how bzw. exzellente Englischkenntnisse. Mit Ausnahme von Basel ist die internationale Orientierung unter den Pharmaziestudenten wenig ausgeprägt.
Wie gross ist das Interesse der Studierenden am Berufsbild Industrieapotheker? Es sind grosse regionale Unterschiede auszumachen: In Genf fassen nur wenige eine Aktivität in diesem Bereich ins Auge, ganz anders in Basel, wo das Interesse erheblich ist; Zürich liegt im Mittelfeld. Im deutschsprachigen Raum gibt es im Moment eigentlich nicht genügend Apotheker für die Pharmaindustrie. Erschwerend ist sicher auch, dass sich der Einstieg in die Industrie für Apotheker mit ihrer breiten Ausbildung als diffizil erweist, auch weil sie nicht dieselben Kenntnisse im Bereich Registrierung und Qualität mitbringen wie Absolventen von Fachhochschulen aus dem Ausland. Worauf sollten Studierende achten, wenn sie eine Tätigkeit in der Industrie anpeilen? Sicher ist es sinnvoll, sich mit den möglichen Berufen eingehend auseinanderzusetzen. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind elementar, ebenso wie die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten. Ein PostgraduateLehrgang empfiehlt sich nicht direkt nach dem Studium, sondern nach zwei- bis dreijähriger Erfahrung in der Praxis. Häufig wird auch den Management- und Kom munikationskompetenzen zu wenig Gewicht beigemessen. Welches sind potenzielle Arbeitgeber für Industrieapotheker? Neben der klassischen Pharmaindustrie bieten Agenturen, grosse Consultingfirmen v. a. in Qualitätsbelangen, Hochschulen oder Behörden (Swissmedic/BAG) spannende Stellen an. //
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Schlüssel zum Erfolg Bei VERFORA, einem Unternehmen der Galenica Gruppe mit Sitz in Villars-sur-Glâne, arbeiten derzeit 140 Mitarbeiter, davon acht Apothekerinnen im Medical Training und eine Apothekerin als Medical Advisor. Drei Fragen an Brand Communication Manager Nicole Hochstrasser.
Welche Anforderungen müssen Apotheker erfüllen, um bei VERFORA Aussicht auf eine Anstellung zu haben? Nicole Hochstrasser: Stetige Fort- und Weiterbildungen sind sicherlich ein Plus: Idealerweise haben die Apotheker noch eine ergänzende Weiterbildung, zum Beispiel im Bereich Verkauf oder der Erwachse nenbildung. Ausserdem sind Kompetenzen in der Kommunikation und Verhandlungstechnik wichtig sowie Freude an einer interprofessionellen Tätigkeit, Neugierde und der Wille, sich stetig weiterzuentwickeln. Vor teilhaft sind ausserdem gute Kenntnisse in mindestens zwei Landessprachen und Englisch. Für welche Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen werden Apotheker/-innen rekrutiert? Wir suchen Apothekerinnen und Apotheker, die im Bereich Verkauf als Kunden- oder Verkaufsberater oder im Bereich Medical Affairs tätig sind. Diese sind zum Beispiel als Medical Trainer oder Medical Advisor aktiv. Die Medical Trainer sind verantwortlich für Fortbildungen von Fachpersonen in Apotheken und Drogerien in der Schweiz. Die Medical Advisor fungieren als Produktspezialisten und Bindeglied zwischen Marketing und Verkauf; sie sind Ansprechpartner bei medizinischen Fragen rund um die Vermarktung unserer Produkte.
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Was raten Sie Studierenden oder bereits praktizierenden Apothekern und Apothekerinnen, die in der Pharmaindustrie Fuss fassen möchten? Wir empfehlen ihnen, sich in den Bereichen Erwachsenenbildung oder Verkauf weiter zubilden und insbesondere auch die Sprachkompetenzen auf- oder auszubauen; diese sind in der heutigen Arbeitswelt von unschätzbarem Wert. Weiter lohnt es sich, Kontakte mit Industrieapothekern zu knüpfen und sich über die verschiedenen möglichen Tätigkeitsbilder zu informieren. //
GSIA: Networking – Fortbildung – Erfahrungsaustausch Die Gesellschaft der Schweize rischen Industrie-Apotheker(innen) organisiert Fortbildungskurse, zeigt Studierenden Berufsperspek tiven in der Industrie auf und fördert den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern. Neben der Organisation von Events pflegt die GSIA mit den Hochschulen Kontakte, um Ausbildungsanforderungen für die Industriepharmazie in den Lehrplänen zu verankern. Zur Förderung des beruflichen Nachwuchses und zur Fort- und Weiterbildung der Mitglieder hat der Verein eine Stiftung gegründet. gsia.ch
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Marc Schmid, Geschäftsleitung, adroplan Beratungs AG
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Eine Kernkompetenz der Apotheker
Magistralrezepturen
Apothekerin bei der Herstellung einer Arznei
Welche Vorteile bieten in der Apotheke hergestellte Magistralrezepturen*? Wenn wir Arzneimittel herstellen, können wir diese individuell an den Patienten und die Therapie anpassen – zum Beispiel indem wir Konservierungsmittel, Aroma- oder Farbstoffe weglassen, auf die eine betroffene Person allergisch reagiert. Wir können Arz neimittel und Wirkstoffe kombinieren, sodass eine Patientin beispielsweise nur eine statt zwei Cremes benötigt. Und: Manche medi zinischen Notwendigkeiten lassen sich nur mit Magistralrezepturen abdecken. Dies gilt für sogenannte Orphan Drugs für seltene Erkrankungen, für die Geriatrie und ganz besonders für die Pädiatrie. Hier leisten wir einen wichtigen Beitrag an die Volksge sundheit.
Dr. Aldo Kropf, Apotheker in Gstaad
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Dr. pharm. Aldo Kropf hat für Swissmedic massgeblich an den Regeln der Guten Herstellungspraxis für Arzneimittel in kleinen Mengen mitgewirkt. Im Interview nimmt der Gstaader Apotheker, der auch an der Universität Basel lehrt, Stellung zu Fragen rund um die Magistralrezepturen. Interview: Mareike Fischer
Welches sind die Herausforderungen in der Pädiatrie? Es gibt immer wieder neue Wirkstoffe, für die noch keine pädiatrischen Medikamente entwickelt worden sind. Der Apotheker kann hier schneller reagieren als die Industrie. Für Säuglinge und Kinder passen wir oft Verabreichungsformen an: Statt Tabletten gibt es dann zum Beispiel Tröpfli. Wirkstoffdosierungen – denken wir zum Beispiel an Kortisone – können wir vom Säuglingsalter bis zur Pubertät langsam steigern. Sie können also Arzneimittel genau auf die Patienten abstimmen … … und auf die Situation. Zwei Beispiele aus unserer Apotheke in Gstaad: Um die not wendigen «frischen» Augentropfen zu bekommen, hätte ein älterer Patient jeden Tag nach Bern ins Inselspital reisen müssen. Stattdessen stellten wir sie täglich vor Ort für ihn her. Ein Krebspatient benötigte täglich eine Injektion, die maximal 45 Minuten wirksam war. Wir haben jeden Tag die erforderliche Dosis hergestellt und mit der Spitex dafür gesorgt, dass er pünktlich seine Injektion erhielt. Ansonsten hätte er wochenlang im Spital liegen müssen. Für mich ist es sehr befriedigend, zu sehen, dass wir unsere Kundinnen und Kunden kompetent beraten, individuell versorgen und so ihre Lebens qualität entscheidend verbessern können.
Was wird getan, um das nötige Know-how zu erhalten? Die Arzneimittelherstellung in kleinen Mengen ist ein für das Staatsexamen prüfungs relevantes Hauptfach. Während des Assistenzjahres müssen angehende Apotheker im Praktikum Arzneimittel herstellen. Und dazu sollte in jeder Apotheke die Möglichkeit bestehen. Das bedeutet, dass jede Apotheke über die notwendige Infrastruktur mit einem gut ausgestatteten Labor verfügen muss. Ist diese Herstellung individueller Arznei mittel nicht extrem aufwendig? Magistralrezepturen herzustellen bedeutet Aufwand. Aber er lohnt sich – nicht nur zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Wir Apotheker können so zeigen, dass wir mehr können als Medikamente aus der Schublade ziehen. Unsere Kundinnen und Kunden schätzen es, dass sie individuell auf sie zugeschnittene Arzneimittel bekommen. Wir haben auch schon einmal ein Schulkind, für das wir seit dem Säuglingsalter Medi kamente produziert haben, in die Apotheke eingeladen und bei der Herstellung seines Medikamentes mithelfen lassen. So etwas verbindet natürlich sehr. // * Individuell auf einzelne Patienten angepasste Arzneimittel, Zubereitungen aus dem Apothekenlabor.
Ideenwettbewerb «Apotheke der Zukunft»
Erfrischende Ideen für spannende Zeiten Auf die Schweizer Apotheken kommen spannende Zeiten zu. Die neue Rolle der Apotheker erfordert auch neue Konzepte für die Gestaltung der Apotheken. Unter der Regie von Präsident Fabian Vaucher hat der Verband deshalb Anfang des Jahres 2018 einen Ideenwettbewerb lanciert, der Perspektiven für «Die Apotheke der Zukunft» aufzeigen soll. 16 Studenten haben sich in neue Sphären begeben. Autor: Christian Binder, BINDER INTERIOR
zugelassene Selbstdispensation – also die Abgabe von Arzneimitteln durch Ärztinnen und Ärzte – beeinflusst diesen Markt. Auf der anderen Seite hat der Gesetzgeber die Kompetenzen der Apotheker erweitert, dies vor dem Hintergrund von Hausärztemangel und steigender Nachfrage. Der Gesetzgeber sieht unter anderem eine tragende Rolle der Apothekerinnen und Apotheker bei der Betreuung und Beratung kranker Menschen. Damit haben Apotheken die Chance, sich als ganzheitliche Kompetenzzentren für Gesundheitsdienstleistungen, Fitness – und da und dort auch Schönheit – zu eta blieren.
Studierende als Ideenlieferanten
Der Gesundheitsmarkt ist hart umkämpft, gleichzeitig sind die Akteure im Gesundheitswesen zum Sparen angehalten. Die Schweizer Apothekerinnen und Apotheker bewegen sich in einem Markt, der auch von (auslän dischen) Internet-Anbietern und Wettbewerbern aus dem klassischen Detailhandel beansprucht wird. Die in vielen Kantonen
Dies die Ausgangslage für den Ideenwett bewerb «Die Apotheke der Zukunft», für den sich pharmaSuisse den Apothekenbauer BINDER INTERIOR als Partner mit ins Boot geholt hat. Zum Wettbewerb gehören aber auch kreative Köpfe: Als Ideenlieferanten konnten die Studierenden der Höheren Berufsschule für Visual Merchandising Design in Vevey unter der Leitung von Brigitte Beeler gewonnen werden. Eine ideale Wahl: Zum einen sind die jungen Leute die kritiSchweizerischer Apothekerverband 175 Jahre 50
Die Gewinnerinnen Kurzfristig best umsetzbares Projekt:
Innovativstes Projekt:
Bestes Kundenerlebnis:
Mégane Jagut mit «Achäne»
Kimberley Witmer mit «Pharmaklar»
Das Projekt basiert auf der Idee einer Apotheke, die drei Generationen zusam menbringt. Der Apotheker verbindet die Menschen, die Apotheke ist der gemeinsame Treffpunkt, wo Menschen Medi kamente kaufen, sich treffen und sich austauschen. Die Räume sind in natürlichen Farben gehalten und wohnlich eingerichtet.
Das Projekt Pharmaklar soll Kundinnen und Kunden einen schnellen Service bieten und ist für Standorte wie Bahnhöfe, Stadtzentren und Flughäfen gedacht. Die Kunden werden in dieser vollautomatischen Apotheke je nach Wunsch und Bedürfnis in die passende Zone geleitet. Für Beratungs situationen bietet das Glashaus Räume mit getönten Scheiben, die mit Werbung bespielt werden können. Im Zentrum des Gebäudes steht der Roboter.
Claudia Batista mit «Botanic Mindfulness»
schen Konsumenten von morgen, zum anderen haben sie durch ihre spezifische Ausbildung eine besondere Beziehung zu modernen Verkaufsmethoden.
die Zukunft. Und doch hat sich die Jury auf das aktuell am besten umsetzbare Projekt als Wettbewerbsgewinner geeinigt. Weitere Gewinner wurden in den Kategorien «Innovatives Projekt» und «Bestes Kundenerlebnis» gekürt. //
Zwei Tendenzen Müssen Produkte in der Apotheke auch in Zukunft sichtbar sein? Oder kann ein Roboter, der Medikamente nicht sichtbar bewirtschaftet, allenfalls der wartenden Kundschaft ein zusätzliches Erlebnis bieten? Diese und andere Fragen stellten sich die Studierenden bei der Erarbeitung der Konzepte. «Ich konnte zwei Tendenzen feststellen», sagt Christian Binder, Geschäftsführer BINDER INTERIOR und Jurymitglied. «Die einen sehen die Digitalisierung der Konsumwelt noch stärker und noch deutlicher in der Apotheke. Die anderen setzten in ihren Konzepten den Akzent auf eine Rückbesinnung auf die echten Werte des Lebens.»
Umsetzbarkeit, Innovation und Kundenerlebnis Die kreativen Projekte haben keinen Anspruch auf Umsetzbarkeit. Die Projekte der jungen Menschen liefern Ideen für 51
Die Jury mit den Studenten
Das Konzept hat zum Ziel, das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu steigern. Die Architektur ist einfach und raffiniert gehalten und bietet, inspiriert von der Botanik, eine Atmosphäre des Wohlbefindens und der Entspannung. Es gibt Raum für private Gespräche und auch Räume für therapeutische Anwendungen. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht jedoch der Kontakt zum Kunden.
Die Jury Für die Durchführung des Wettbewerbs wurde eine hochkarätige Jury rekrutiert: Christoph Amstutz (Galexis), Martial Barbier (BENU-Apotheke/Phoenix Group), Christian Binder (BINDER INTERIOR), Florian Sarkar (swissYPG), Cordula Stein (pharmaSuisse) und Fabian Vaucher (pharmaSuisse).
Spitalpharmazie
Ein Tag im Leben von Delia Bornand In der Spital-Pharmazie des Universitätsspitals Basel setzt die Abteilung klinische Pharmazie Tag für Tag alles daran, eine sichere Anwendung von Medikamenten im Spital zu gewährleisten. Abteilungsleiterin Delia Bornand gibt Einblick in einen ihrer intensiven Arbeitstage. Autorin: Tanja Aebli
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Vorbereitung für die Visite auf der Inneren Medizin mit hämatologischen, onkologischen sowie einem frisch transplantierten Patienten – alle mit äusserst komplexer Medikation. Ziel ist es, die Medikation zu optimieren, Interaktionen zu vermeiden und Indikation wie auch Notwendigkeit zu überprüfen. Dazu beziehe ich Laborwerte mit ein und beurteile die Verläufe.
In der Nachbearbeitung zur Visite bei zehn Patienten halte ich sieben Drug Related Problems (DRP) gemäss dem GSASA-Dokumentationstool fest. Zwei Medikamente müssen dringend auf die Station geliefert werden. Diesen Auftrag gebe ich an das Klinikversorgungsteam der Spital-Pharmazie weiter.
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Besprechung mit der Gruppenleitung des Teams Klinikversorgung. Gibt es Ausfälle? Ist genügend Personal da, um das Tagesgeschäft zu stemmen? 7:00
Ich bearbeite die dringlichsten Anfragen in meinem E-MailPosteingang.
Beginn der Visite mit einem Assistenzarzt auf der Station. Zu den unterschiedlichen Patienten diskutieren wir potenzielle Interaktionen. Teilweise empfehle ich die Umstellung von Medikamenten oder unterbreite Vorschläge zur Schmerztherapie. Ich empfehle ebenso die schriftliche Rückmeldung über die Ursache solcher Anpassungen an den Hausarzt – dieser Schnittstelle kurz vor Austritt muss spezielle Aufmerksamkeit zuteilwerden.
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Sitzung mit den Apothekern des Teams. Wir bearbeiten aktuelle logistische und pharmazeutisch relevante Themen.
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Die Leiterin der Abteilung klinische Pharmazie Delia Bornand (links im Bild) ist auf der Station unterwegs, wo sie mit Kolleginnen und Kollegen aus Medizin und Pflege Fragen zur Medikation erörtert.
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Mit einer Mitarbeiterin bespreche ich neue Arzneimittelinformationen. Sind diese klar geschrieben? Ist der Inhalt relevant und vollständig?
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Absprache mit der Projektleitung zur elektronischen Verordnung. Die Einführung von klar strukturierten Stamm daten, welche durch die Spital-Pharmazie ergänzt werden, führt zu Diskussionen. Alle Um systeme, in welchen Verordnungen dokumentiert werden, sollen in Zukunft die Daten von einer zentralen Stelle erhalten.
Ich verfasse eine Mitteilung für Ärzte und Pflege des Spitals zur Beratungsfunktion und zu einer neuen zusätzlichen Konsiliartätigkeit in unserem Spital: Künftig können patientenspezifische Probleme direkt bei den Verordnungen diskutiert und durch Ärzte und Pflege angefragt werden. 15:00
Ich beantworte die Anfrage zu einer Interaktion von Valproat mit Prednison als Folge der Visite vom Vormittag. Die Patientin berichtete von einer deutlichen Zunahme der Symptome bei einer gleichzeitigen Einnahme mit Prednison.
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Mit einem Mitarbeiter bespreche ich laufende Projekte und plane die nächste Woche. 16:15
Ich checke nochmals meinen Posteingang und beantworte dringende E-Mails zu medikamentenspezifischen Anliegen.
Kapseln und Spritzen in Sonderanfertigung Die Arzneimittelherstellung direkt im Spital ist gerade bei Lieferengpässen oft lebensrettend. Vier Fragen an Dr. Stefanie Deuster, Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung in der Spital-Pharmazie des Universitätsspitals Basel. Interview: Tanja Aebli
Welchen Stellenwert hat die Eigenherstellung von Medikamenten im Spital? Dr. Stefanie Deuster: Sie ist eine der Kernkompetenzen der Spitalapotheke und ermöglicht oftmals überhaupt erst die Behandlung der Patienten. Dies ist besonders im pädiatrischen Bereich wichtig, da im Markt nicht verfügbare, niedrig dosierte Kapseln, orale Lösungen oder Suspensionen indivi duell für die Bedürfnisse der Kinder hergestellt werden müssen. Auch im Fall von Lieferengpässen erweist sich die Eigenherstellung in der Spitalapotheke oft als einzige Möglichkeit, um die Versorgungs sicherheit aufrechtzuerhalten. Welche Vorgaben gilt es zu berücksichtigen? Die Spitalapotheker validieren jeweils die verordnete Therapie und kontrollieren die gefertigten Arzneimittel, sodass deren Qualität und die Sicherheit der Patienten stets gewährleistet sind. Die hohen Anfor derungen an die Räumlichkeiten, die Ausrüstung, die Dokumentation, die Prozesse und das zugrundliegende Qualitätssicherungssystem für die Eigenherstellung sind im Schweizerischen Arzneibuch festgelegt. Die Erfüllung dieser Anforderungen wird bei regelmässigen behördlichen Inspektionen überprüft. Gibt es eigentliche Klassiker bei den Bestellungen? Bei den parenteralen Therapien steht die aseptische Herstellung patientenindividueller Zytostatika an erster Stelle, was die
Häufigkeit der Bestellungen anbelangt. Doch das Arzneimittelportfolio ist insgesamt sehr vielfältig und reicht von einem einzigen Fläschchen Augentropfen für einen indivi duellen Patienten über eine Charge von 20 bis 100 Tuben Salbe bis zu mehreren Tausend Stechampullen an steriler Injektions lösung. Wird die Eigenherstellung im Spital weiter an Bedeutung gewinnen? Mit Sicherheit. Auch wegen der zunehmenden Priorisierung der personalisierten Medizin dürfte die Eigenherstellung von Arzneimitteln in Spitalapotheken noch wichtiger werden. Die spezifischen Bedürfnisse eines Patienten sollen bestmöglich erfüllt werden. //
Dr. Stefanie Deuster
Patientensicherheit an Schnittstellen An den Schnittstellen Spitaleinund -austritt treten laut Dr. pharm. Patrik Muff, Chefapotheker am Spitalzentrum Biel, bei rund zwei Drittel der Patienten Medikationsfehler auf. Spitalintern helfen klinische Pharmazeuten in der Westschweiz bereits «flächen deckend», aber auch in der Deutschschweiz und dem Tessin immer häufiger mit, die Risiken an solchen Schnittstellen zu minimieren. In die Medikamentenanamnese bei Spitaleintritt jedoch sind die Apotheker in der Regel im Moment nicht aktiv involviert, und auch beim Austritt sind sie selten in den Ablauf integriert. Dieses Themas nimmt sich der Schweizerische Verein der Amtsund Spitalapotheker (GSASA) nun an: Ende Januar 2019 sollen anlässlich einer Fortbildung Spitalapotheker/-innen noch stärker dazu befähigt werden, beim Ein- und Austrittsmanagement der Arzneimitteltherapie eine aktive Rolle zu übernehmen. gsasa.ch
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Jahren gegründet wurde und ein Schweizer Unternehmen ist?
«Gemeinsam teilen wir unsere langjährige Schweizer Traditionsgeschichte und das Ziel, einen nachhaltigen Beitrag an die Gesundheit zu leisten. Wir gratulieren herzlich!» Sandoz Pharmaceuticals AG Suurstoffi 14, Postfach, CH-6343 Rotkreuz sandoz-pharmaceuticals.ch
Rebecca Guntern, Head Cluster 1 Europe
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«pharmaSuisse setzt sich seit 175 Jahren für eine starke Apotheke ein. Für innovative Offizininformatik-Lösungen können Sie auch in Zukunft auf ProPharma zählen.» ProPharma Systems AG Kreuzkapellenweg 2, 5430 Wettingen propharma.ch
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Roland Zimmermann, Geschäftsleitung
IMPRESSUM pharmaSuisse Schweizerischer Apothekerverband Stationsstrasse 12 CH-3097 Bern-Liebefeld T +41 (0)31 978 58 58 pharmaSuisse.org
Beirat Hansueli Bartlome Stephanie Balliana Tom Glanzmann Dr. Ursula Hirter-Trüb Prof. Dr. François Ledermann Dr. Marcel Mesnil Dr. Thierry Philbet Florian Sarkar Dr. Balthasar Schmid Christoph Stadtmann Lucie Trevisan
Gestaltung Magma Branding, Bern und St. Gallen
175 Jahre Schweizerischer Apothekerverband Konzeption und Projektleitung Katrin Haldemann, pharmaSuisse Klarkom AG, Wabern bei Bern Redaktionsleitung Klarkom AG, Wabern bei Bern
Bilder Pharmaziemuseum Universität Basel, Basel Wander Archiv, Neuenegg Bildarchiv pharmaSuisse Cartoons: zVg, Pharmama zVg, Shutterstock, Depositphotos Druck Stämpfli AG, Bern
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