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MAMPFLA 2020 Juli

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Mitteilungsblatt der Pfadfindergruppe Rankweil · 37. Jahrgang · Heft 4 · Juli 2020

d n a t s b A Trotz n e b i e l b g n u d n i b r e V in


DOBLER HOLZBAU HOLZINNOVATION MIT TRADITION. · Allgemeine Zimmermannsarbeiten · Einfamilienhäuser · Mehrgeschosswohnungsbau · Gewerbe- & Kommunalbau · Produktions- & Lagerhallen · Landwirtschaftliche Gebäude · Gebäudeerweiterungen & Aufstockungen · Sanierungen · Bautischler- & Innenausbauarbeiten

Dobler Holzbau GmbH Interpark Focus 2 | 6832 Röthis | T 05523 65311 | office@doblerholzbau.at | www.dobler-gruppe.at

Gruppe Rankweil

www.pfadi-rankweil.at


JULI 2020

INHALT

THEMA Aus 60 Minuten wurden 60 Tage........... 2 Abstand................................................... 3 Erziehungsziele Teil 4............................ 10

WICHTEL & WÖLFLINGE Tagebuch einer Wichtelleiterin............. 24 Wölflingsspiel im Dschungel................ 28 GUIDES & SPÄHER Homescouting for Guides..................... 32 Anders als erwartet............................... 35

AUS DER GRUPPE Corona Lieferservice............................... 4 Stufenaustausch Pfadi-Traditionen........ 5 Glückwünsche.....................................6/7 Pfadfinder-Lotterie: Interview................ 8 Outdoor Arbeitseinsatz......................... 22

CARAVELLES & EXPLORER Königliche TS #Stay CAKTIV................ 38 Wiedersehen bei den Explorern............ 41 RANGER & ROVER Chile Aufenthalt/Ranger Challenge..... 42 1t Rover auf Flusswanderung............... 49 PFADFINDER WIE ALLE In Quarantäne.......................................51

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WIEDE

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ALTPFADFINDER Vorschau 25 Jahre Altpfadis................. 54

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Herausgeber: Pfadfindergruppe Rankweil/Vorarlberg, Herstellung: Peter Mück, Maria Mück. Gestaltung: I ER I S AP Marco Weiß, Priska Frick-Reichart E-Mail: mampfla@pfadi-rankweil.at R V E Druck: Thurnher Druckerei Ges.m.b.H., A-6830 E R W Rankweil. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

GILDE „AKTIV“ Gert /Wir hatten noch so viel vor ...... 58

Hier ist der Test, um herauszufinden, ob deine Sendung auf Erden erfüllt ist: Wenn du noch lebst, ist sie es nicht S. J. Bach


CORONA

Aus 60 Sekunden wurden 60 Tage Dieses Jahr haben wir mit dem Thema Multimedia­ held*innen gestartet. Wir haben bei verschiedenen Spielen gezeigt, was wir alles in der Zeit von 60 Sekunden schaffen. Keiner von uns hätte erwartet, dass uns von heute auf morgen eine Bremse gestellt wird. Aus 60 Sekunden wurden 60 Tage komplette Entschleunigung. Von heute auf morgen wurden alle Termine abgesagt. Die gewohnten Treffen fanden nicht mehr statt. Was nun? Durchatmen? In der ersten Zeit war alles komisch, fremd, ruhig. Aber wie würde es uns über eine längere Zeit in diesem Ausnahmezustand gehen? All die Jahre lebten wir Mottos wie: „Des packan mir zämma a.“ oder „Kumm mir ruckan zämm.“ Und nun sollten wir Abstand halten? All die Jahre standen wir mit den Stiefeln auf der Wiese im Dreck und nun sollen wir uns die Hände desinfizieren, wenn wir uns treffen? Widersprüche, unklare und auch späte Vorgaben machten uns in dieser Zeit sehr viele Entscheidungen nicht einfach. Mehrere Stufen haben sich überlegt, wie trotzdem der Zusammenhalt, die gemeinsame Motivation und gemeinsame Erlebnisse gelebt werden können. Aus Offline wurde auf Online umgestellt. Auch Gruppenräte und Besprechungen wurden auf eine neue Art gestaltet. Wir möchten uns bei allen bedanken, welche auch aus dieser Zeit das Beste gemacht haben. Wir freuen uns darauf mit euch zusammen, wenn auch nur schrittweise, wieder Treffen veranstalten zu können. Gut Pfad, die Gruppenleitung 2


CORONA

Abstand In der heißen Phase der Coronapandemie gehörte dieses Wort zu den meist gebrauchten. Die Distanz einer Person zu einer anderen sollte und hat auch die Verbreitung des Virus eingeschränkt oder gar verhindert. Der Abstand, größenmäßig festgelegt, sollte zum Schutz vor Ansteckung eingehalten werden. Die vorgeschriebene Entfernung war notwendig, hat aber auch Menschen voneinander entfernt. Dies hat uns Pfadfinder*innen ganz besonders getroffen. Während eines Pfadijahres lernen sich die Kinder kennen, lernen miteinander zu spielen, etwas aufzubauen, zusammenzuhalten, gemeinsam die Zeit zu verbringen, sich zu vertragen. Dabei bauen sie zu den Leiterinnen und Leitern ein Vertrauensverhältnis auf, das diese zu nützen versuchen die pädagogischen Ziele unserer Bewegung, insbesonders die Sozialisation der Kinder und Jugendlichen voranzubringen. Umgekehrt schafft der Kontakt der Leiter und Leiterinnen zu den Kindern ein Beziehungsgeflecht, das von Wertschätzung, Verständnis, Fürsorge und Empathie getragen wird. Der Höhepunkt pfadfinderischen Bemühens findet in den Pfingst- und Sommerlagern statt. In den Lagern sollen die Kinder und Jugendlichen sich miteinander den Herausforderungen und Abenteuern stellen können, die ihnen in der Natur aufgegeben werden, und die ihnen vor allem das Leben in der Natur selbst abverlangt. Mehr als ein Drittel des Pfadijahres ist der Coronazeit zum Opfer gefallen. Der einzuhaltende Abstand hat die Kinder und Jugendlichen nicht nur voneinander entfernt, sondern verhindert, ein Vertrauensverhältnis zu den Leitern und Leiterinnen nachhaltig aufzubauen. Die einzuhaltende Distanz hat alles unmöglich gemacht, was zur Vorbereitung eines gelungenen und unvergesslichen Sommerlagers gehört. Mögen die Abstandsvorschriften gelockert sein, die entstandenen menschlichen Abstände können mit aufgehobenen Verordnungen nicht ungeschehen gemacht werden. Unter diesen Voraussetzungen Sommerlager abzuhalten würde meiner Meinung nach bedeuten, den Sinn und Zweck dieses pädagogischen Höhepunktes zu verkennen oder gar zu verhindern. Was ein solches Lager besonders für Neulinge bedeuten könnte, ist abzusehen, denn ihre Zeit bei den Pfadfinder*innen würde Geschichte sein. Es wird einen langsamen Neubeginn erfordern, der den zwischenmenschlichen Abstand aufhebt und dies wird mehr Zeit brauchen, als das Abschaffen der Abstandsregeln. Peter 3


CORONA

Lieferservice für Lebensmittel und Medikamente Während den Ausgangsbeschränkungen konnten wir den Alltag für bedürftige Menschen in Rankweil sehr erleichtern. Durch unser Angebot konnten sie gut versorgt zuhause bleiben und sich schützen. Gerade in Zeiten, in denen nicht alles seinen gewohnten Gang geht, ist es wichtig, aufeinander zu schauen und einander zu helfen, wo es notwendig ist. Das Gemeindeamt hat die Bestellungen entgegengenommen und an uns Pfadfinder*innen weitergeleitet. Weitere Botengänge, wie zum Beispiel die Paketabholung bei der Post und die Zahlscheinübermittlung an die Bank, wurden auch noch kurzfristig übernommen. Gut Pfad! Martin Bertsch

! DANKE

Wir danken Martin für seinen spontanen Einsatz als Koordinator dieser Aktion für die Pfadfindergruppe Rankweil. D-A-N-K-E Gut Pfad! Die Gruppenleitung

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STUFENAUSTAUSCH

Pfadi-Traditionen Eine Tradition zu pflegen bedeutet, alleine oder gemeinsam mit Menschen Routinen entwickelt zu haben, die vielleicht nicht unbedingt sein müssen, die aber allen Beteiligten Freude bereiten und einen gewissen Stellenwert haben. Sie sind Anhaltspunkte und können auch sehr wertvolle Anker sein. Traditionen müssen aber gelebt und weiter geben werden. Es gibt Traditionen die über Jahrzehnte, Jahrhunderte gelebt werden und Sinn machen. Traditionen geben auch Sicherheit und Geborgenheit. Man freut sich z.B. wochenlang schon auf das Versprechenslagerfeuer. Manchmal entstehen auch neue Traditionen oder alte Traditionen werden abgewandelt. Sie sind ein wichtiges Gut und machen in ihrer Bedeutung Sinn. Deshalb gibt es auch Traditionen, die von langer Dauer und Beständigkeit sind. Wie sieht es in eurer Stufe aus?

Mit dieser Einleitung fanden die diesjährigen Stufengespräche im Februar und März statt. Unsere Traditionen und Werte wie auch die Stufenziele wurden in den Vordergrund gerückt. Alle Leiter*innen haben mitgearbeitet und konnten sich einige neue Ideen mit nach Hause nehmen. Vielen Dank für die intensive Mitarbeit! Die Gruppenleitung 5


GRATULATION

GRATULATION

WIR GRATULIEREN Nadine & Jürgen Piazzi zur Geburt von • VALENTINA • Sie kam am 31.1.2020 um 02:29 Uhr in Feldkirch zur Welt und war 49cm groß und 3.160g schwer.

Die R o und die C ver aravelles freuen si ch!

WIR GRATULIEREN Andrea & Daniel Piazzi zur Geburt von • SAMUEL • Er kam am 8.5.2020 um 03:39 Uhr in Feldkirch zur Welt und war 50cm groß und 3.360g schwer.

lorer p x E e i D ch! freuen si ❤

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GRATULATION

GRATULATION

Wir gratulieren Michaela & Daniel Kollmann zur Hochzeit am 20. Mai 2020 in Rankweil

Rankler Papierschöpfle ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag von 8.00 bis 19.00 Uhr Jeden Samstag (außer Feiertag) mit persönlicher Betreuung von 9.00 bis 12.00 Uhr Schachteln und Kartonagen bitte flach drücken!!! 7


LOTTERIE

Losverkäufer der Späher im Interview

Ziehungsliste

fantastisch! grandios!

Ruben Herburger Späher

Peter Gsteu Späher

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Simon Mathis: 200 Lose verkauft Ruben Herburger Peter Gsteu 120 Lose verkauft

Du hast 120 Lose verkauft. Wie viele Tage warst du dafür unterwegs? Notariell überprüfte Ziehungsliste über die am Mittwoch, 13. Mai 2020 im Ziehungssaal Ruben: „Ich war 2 Tage unterwegs. Meine Familie hatdenmich auch der Österreichischen Lotterien GmbH (1030 Wien, Rennweg 44) öffentlich durchgeführte Ziehung. unterstützt indem sie mir einige Lose abgekauft hat“ Kennst du einen Gewinner von deinen Losen? „Mein Onkel hat einen 30 EUR Hervis Gutschein gewonnen und sich sehr gefreut.“ Wo war deine erfolgreichste Straße? „Wir waren in Klaus und Weiler unterwegs. Gestartet haben wir direkt am Samstag“ Warst du alleine unterwegs oder mit Begleitung? „Mein Freund und Nachbar Tobias hat mich begleitet.“ Wir gratulieren auch dir zu 120 Losen. Was hat dir am Verkauf am meisten Spaß gemacht? Peter: „Das Verkaufen mit meinem Bruder zusammen hat mir Spaß gemacht.“ Wurdest du auch von manchen mit Süßem verwöhnt? „Ein paar Mal bekamen wir Trinkgeld. Besonders cool war es, als wir von einem Haus einen großen Gummibärchenpack bekommen haben.“ Was war dein Erfolgsrezept? „Von Haus zu Haus gehen und das Sätzle aufsagen. Wir hatten auch das Tüachle an.“ Wo warst du am liebsten unterwegs? „Wir waren in Muntlix und Tisis unterwegs. In Tisis wohnt meine Oma. Da hat es Spaß gemacht.“ Kennst du einen Gewinner von deinen Losen? „Ich habe alle Lose von meinen Verwandten überprüft. Leider waren keine Gewinnlose dabei. Ich selbst freue mich auf die Überraschung mit den Spähern.“


LETIBILD

PfadfinderIn sein heißt … Leitbild der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs

… Demokratie und Frieden erleben Wir sind Mitglied der größten Kinder- und Jugendbewegung der Welt. Durch gelebte Demokratie und internationale Begegnungen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für den Frieden. … kritisch, parteipolitisch unabhängig sein Wir ermutigen zu kritischem Denken. Wir beschäftigen uns auch mit gesellschaftspolitischen Herausforderungen, bewahren dabei jedoch unsere parteipolitische Unabhängigkeit. … unsere Umwelt beachten, die Natur schützen Wir ermutigen unsere Kinder und Jugendlichen aktiv für den Natur- und Umweltschutz einzutreten. … Gemeinschaft erleben, Kompetenzen stärken Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine Gemeinschaft in der sie ihre Stärken und ihre soziale Kompetenzen weiter entwickeln können und fördern die ganzheitliche Entwicklung unserer Mitglieder. Durch die altersgemäße Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen stärken wir deren Teamfähigkeit und Zivilcourage. Wir sehen diese Mitbestimmung als Voraussetzung und Chance unsere Bewegung offen zu gestalten und ständig weiter zu entwickeln. … Bedürfnisse erkennen, Individualität fördern Wir fördern Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer altersgemäßen und geschlechtsspezifischen Bedürfnisse. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist der offene und sensible Umgang mit ihrer religiösen und ethnischen Herkunft. Die Förderung der persönlichen Religiosität ist uns wichtig. Wir sind offen für Menschen mit Behinderungen. Sie bringen ihre Fähigkeiten in die Gemeinschaft ein. … Abenteuer erleben Unsere besondere Stärke ist die pädagogische Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen von 7-20 Jahren. Wir setzen unser Programm mit Hilfe qualifiziert ausgebildeter Kinder- und JugendleiterInnen in ganz Österreich um. … ehrenamtlich aktiv sein, Fähigkeiten nützen Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen gestalten die Gesellschaft im jeweiligen persönlichen Umfeld verantwortungsvoll mit. Sie schöpfen ihre Motivation aus dem Sinn ihres sozialen Engagements sowie aus dem Wert von persönlichen Freundschaften innerhalb der Bewegung. Unsere Kinder- und JugendleiterInnen entwickeln sich sowohl durch Erfahrungsaustausch, durch das Lernen in der Gruppe, durch persönliche Weiterbildung als auch auf Ausbildungsseminaren weiter. Die erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen können sie auch über ihre pfadfinderische Tätigkeit hinaus nutzen. … ständige Weiterentwicklung fordern und fördern Unser Kinder- und Jugendprogramm und die Aus- und Weiterbildung der Kinder- und JugendleiterInnen werden auf Basis unserer Grundsätze kontinuierlich weiter entwickelt. Diese Weiterentwicklung basiert auf regelmäßiger Evaluierung, ständigem Austausch unserer Kinderund JugendleiterInnen untereinander sowie auf dem Einbringen von persönlichen Erfahrungen aus dem privaten und beruflichen Umfeld.

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ERZIEHUNGSZIELE

Die Erziehungsziele und Erziehungsgrundsätze der Pfadfinderbewegung Teil 4:

Die aktuelle Bedeutung einer Wertorientierung In der ersten Ausgabe der Mampfla in diesem Pfadfinderjahr sind die Erziehungsziele der Pfadfinder, in der nächsten das politische Lernen und die Förderung der Kreativität dargestellt worden. Im dritten Teil haben wir uns grundsätzlich mit der Orientierung an Regeln und Werten befasst. Nunmehr wollen wir die Reihe mit der Bedeutung der Wertorientierung als auch den Entwicklungszielen wie Naturverbundenheit, sinngerechte menschliche Lebensweise, Internationalismus und Frieden schließen.

Zur aktuellen Bedeutung einer Wertorientierung Von vielen in Erziehungsinstitutionen tätigen Erwachsenen (Erzieherinnen. Lehrer u.a.) wird ein „Werteverfall“ und eine „Orientierungslosigkeit“ innerhalb der jungen Generation beklagt. Auch die Kirchen erreichen viele junge Menschen nicht mehr, sodass eine Vermittlung christlicher Werte nicht immer möglich ist. Während in früherer Zeit durch den starken Einfluss der Kirchen in den Familien ein verbindlicher Wertemaßstab existierte, fehlt dieser heute weitgehend. Orientierungsprobleme bei Kindern und Jugendlichen sind häufig die Folge. Selbst bei pädagogisch Verantwortlichen besteht teilweise eine Verunsicherung. Nicht wenige Lehrerinnen und Lehrer lehnen einen wertorientierten Unterricht als „ideologieverdächtig“ ab; dabei übersehen sie, dass der für die Erziehungsprozesse so wichtige „pädagogische Bezug“ 10

ohne „Wertbezug gar nicht gedacht werden“ kann. Ein Indiz für die mangelhafte Werterziehung ist die permanent steigende Gewaltbereitschaft, die sogar bei jüngeren Kindern zu beobachten ist. Bei vielen Kindern und Jugendlichen findet eine Internalisierung von sozialen Normen kaum mehr statt. Die Ursachen für diesen Werteverfall liegen auch in den Bedingungen einer „veränderten Kindheit“ begründet (Erziehungsdefizite in den Familien, häufige Gewaltdarstellungen in den Medien, verringerte Sozialerfahrungen durch verändertes Freizeitverhalten etc.). In der Unterrichtspraxis gelingt die postulierte „Werterziehung“ im allgemeinen aber nur ansatzweise. Ein Grund für die geringen Erfolge wertorientierter Erziehung in den Schulen ist sicherlich darin zu sehen, dass in der gegenwärtigen Unterrichts- und


NATURVERBUNDENHEIT

Erziehungspraxis vorwiegend theoretisch über werthaltige Themen gesprochen wird (dabei kommt das Handeln meist zu kurz), oder es werden Aktionen durchgeführt, jedoch die wertorientierte Reflexion unterbleibt oder erfolgt nicht in ausreichendem Maße. Eine konsequente Verbindung von Handeln und Denken (Erfahrungslernen) als durchgängiges Unterrichts- und Erziehungsprinzip gelingt bisher in den herkömmlichen Schulen nur ansatzweise. Hinsichtlich der Werterziehung könnten die Lehrerinnen und Lehrer von den Jugendverbänden so manche Anregung für die praktische Umsetzung in den Schulen erhalten. Mit der Verwirklichung des Grundsatzes einer Orientierung an Werten und Normen kann – in Verbindung mit weiteren pfadfinderischen Erziehungsprinzipien wie das Erfahrungslernen und die Bildung von kleinen Gruppen – das Pfadfinden einen wichtigen Beitrag zur Werterziehung junger Menschen leisten.

Einfaches und naturverbundenes Leben Ein Erziehungsprinzip, das ein Wesenselement der Pfadfindermethode darstellt, kommt in der einfachen und sinngerechten menschlichen Lebensweise sowie im Leben in und mit der Natur zum Ausdruck. Dieser Erziehungsgrundsatz schließt heute nicht nur den Schutz und die Bewahrung der Schöpfung ein, sondern beinhaltet auch ein aktives Angehen der globalen Umweltprobleme, die in allen politischen Systemen der Welt existieren. Eine Ursache für die fortschreitende globale Umweltzerstörung sind die „unsachgemäßen“ Eingriffe „in die vernetzten Systeme der Ökologie“: „Das Netz des Lebens kennt keine Nähte, und Störungen in einem Teil des Ökosystems pflanzen sich unweigerlich in andere Bereiche fort. So ist die Bode-

Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten. Chinesische Weisheit

nerosion im Himalaya mitverantwortlich für die schweren Überschwemmungen in Bangladesch; die Abholzung der Wälder des Amazonasbeckens beeinflusst (…) das Weltklima; und in den reichen Industrieländern werden chemische Stoffe und Gase hergestellt, die in den Himmel steigen und den schützenden Ozonmantel zerstören“. So manche technischen Neuentwicklungen oder politischen Maßnahmen werden heute als „Fortschritt“ dargestellt, obwohl sie für die Umwelt eine zusätzliche Zerstörung bedeuten. So führt beispielsweise ein weiterer Ausbau des Straßennetzes nicht nur zu einer weiteren Versiegelung des Bodens, sondern auch zu einem noch größeren Verkehrsaufkommen und damit zu einer weiteren Umweltbelastung. Beim heutigen Fortschrittsdenken wird häufig übersehen, dass ein wirklicher Fortschritt, der auch dem Wohle der Menschheit dient, nur im Einklang mit der Natur möglich ist. 11


ERZIEHUNGSZIELE

gerechtes, auf wirkliche menschliche Werte abgestimmtes Leben verwirklicht sich nach Baden-Powells Auffassung durch eine Daseinsgestaltung, die durch eine Einfachheit der Lebensvollzüge, durch Sparsamkeit und Mäßigkeit in allen Bereichen - hier zu zählen unter anderem gesundheitsgemäße Ess-, Trink-, Schlaf-, Arbeits- und Freizeitgewohnheiten - und durch eine gesunde körperliche Betätigung eine ganzheitliche Förderung der jungen Menschen gewährleistet. Das Pfadfinden bietet sich als Weg zur Verwirklichung eines solchen - im weitesten Sinne - „natürlichen“ Lebens an.

Da die meisten Erwachsenen in unserer Gesellschaft keine ausreichende politische Handlungskompetenz besitzen, sehen sie auch kaum eine Möglichkeit, die Lösung von Umweltproblemen politisch durchzusetzen. Viele Bürger resignieren, selbst wenn sie die Notwendigkeit eines umweltgerechten Handelns erkennen. Ein solches ist auf Dauer nur über Erziehungsprozesse erreichbar. Das fortschreitende System pfadfinderischer Selbsterziehung in den Altersstufen eröffnet für Kinder und Jugendliche den Weg - von den grundlegenden Naturerfahrungen bis hin zur politischen Kompetenz - für das Erlernen umweltgerechter Handlungsmöglichkeiten.

Sinngerechte menschliche Lebensweise Die Begriffe „Naturverbundenheit“ und „Natürlichkeit“ werden von Baden-Powell nicht ausschließlich als „Leben in freier Natur“ interpretiert. Sie haben auch die Bedeutung einer der menschlichen Natur sinnentsprechenden Lebensführung. Sinn12

Im Vergleich zum Leben der Menschen in Ländern der Dritten Welt, befinden wir uns in den reichen Industriestaaten in einer Situation des Wohlstandes. Ein Kennzeichen der Wohlstandsgesellschaft ist die Verwöhnung des Menschen.


NATURVERBUNDENHEIT

Durch die modernen Lebensbedingungen ist der Mensch nicht mehr gezwungen sich anzustrengen. Es wird ihm ermöglicht, seine Triebe (Bedürfnisse) leicht zu befriedigen. Das sogenannte „Appetenzverhalten“ (es besteht darin, dass in der Natur die Lebewesen aufgrund einer bestimmten Triebstärke sich aktiv um die Reizbefriedigung bemühen; bei Hunger als auslösenden Reiz setzt beispielsweise im Tierreich eine aktive Nahrungssuche ein) fällt beim Menschen in der Wohlstandsgesellschaft weitgehend weg. Da die Aktionspotentiale im Zustand der Verwöhnung nicht mehr abgerufen werden und sich die selbst gesetzten Reize „abschleifen“, sucht sich der verwöhnte Mensch für seine Lustbefriedigung immer höhere Reize (delikatere Speisen, schnellere Autos etc.). Dieser starke Konsum und die „Vermeidung von Anstrengung“ führen beim verwöhnten Menschen - unter Vernachlässigung der eigenen Tatkraft - zum „Einsatz fremder Energie“ (Benutzung von Haushaltsgeräten, von Rolltreppen etc.). Der Luxus führt zur weiteren Belastung und Zerstörung der Umwelt. Pfadfinden mit seinen vielfältigen und gemeinschaftlichen Aktivitäten (Umweltschutzprojekte etc.) fordert die Mobilisierung aller menschlichen Aktionspotentiale. Eine „aggressive Langweile“ kann deshalb nicht aufkommen Die einfache und der menschlichen Natur entsprechende, sinngerechte Lebensweise spielt nicht nur bei pfadfinderischen Unternehmungen eine wesentliche Rolle, sie wirkt sich auch auf das Verhalten und Handeln im Alltag aus. Pfadfinderinnen und Pfadfinder verzichten bewusst auf unnötigen

Luxus; anstatt zu konsumieren, gestalten sie aktiv ihr Leben (in der Freizeit, im Urlaub etc.); dem pfadfinderischen Grundprinzip der „Pflicht gegenüber sich selbst“ (WOSM) entsprechend, bemühen sie sich um eine sinnentsprechende und gesunde Lebensführung (Vermeidung von Drogen, sportliche Betätigung etc.). Pfadfinderische Selbsterziehung wirkt sich auch immer auf das umweltgerechte Handeln im Alltag aus. Die Aktualität eines Lebens unter einfachen Bedingungen zeigt sich beispielsweise heute im Angebot von Kursen für ein Überlebenstraining innerhalb der Managerausbildung. Hier hat man sich die Erkenntnis zunutze gemacht, dass eine solche Lebensweise Eigenschaften wie Ausdauer, Energie, Selbstvertrauen, Initiative und Kreativität, also Eigenschaften, die auch für die berufliche Qualifikation von Führungskräften von Bedeutung sind, gefördert werden.

Leben in und mit der Natur Einen Schwerpunkt innerhalb der pfadfinderischen Selbsterziehung bildet die Verwirklichung des Grundsatzes eines „naturverbundenen Lebens“. Durch ein Leben in und mit der Natur kann Pfadfinden einen wertvollen Erziehungsbeitrag für die jungen Menschen leisten. 13


ERZIEHUNGSZIELE

Die Natur ist immer noch die beste Lehrerin. Angelika Mack

Nach dem Gründer der Pfadfinderbewegung kann das Scouting als „open-air game“ betrachtet werden. Es ist ein „Spiel, in dem ältere Brüder und Schwestern ihre jüngeren Geschwister in eine gesunde Umgebung stellen und sie zu gesunden Tätigkeiten ermuntern, die das Bürgertum in ihnen entwickeln hilft“. Auch heute noch ist die Natur ein bevorzugter Ort für pfadfinderische Aktivitäten. So bilden Pfadfinderlager Schwerpunkte innerhalb der pfadfinderischen Jugendarbeit. Mit einem Leben in und mit der Natur wird man auch den jugendpsychologischen Erkenntnissen gerecht. So wird beispielsweise den Bedürfnissen nach spielerischer Betätigung im Freien, dem Wunsch nach Ausprobieren eines Lebens unter einfachen Bedingungen und dem Drang nach Abenteuer und Entdeckung Rechnung getragen. Im Gruppenleben der Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden Lager zu Höhepunkten. Die besondere Situation bei solchen Unternehmungen ist geeignet, die selbsterzieherischen Prozesse bei Kindern und Jugendlichen anzuregen. Das Vermitteln von Werten und das umweltgerechte Handeln können hier auf natürliche Weise erreicht werden. 14

Kinder und Jugendliche gewinnen bei naturbezogenen Unternehmungen auch die für die Umwelterziehung wichtigen Naturerfahrungen und können Verhaltensmuster entwickeln, die auf Alltagssituationen übertragen werden können. Zudem entsteht durch ein naturverbundenes Leben das richtige Verhältnis zur Natur. Kinder und Jugendliche lernen den verantwortungsbewussten Umgang mit ihr und werden sich deshalb aktiv gegen die Zerstörung der Umwelt einsetzen. Weiterhin kann sich ein kritisches Verhältnis zu unserer hochspezialisierten, technisierten und bürokratischen Mitwelt und zu bestimmten gesellschaftlichen Lebensformen (konsumorientiertes Leben, materia-


NATURVERBUNDENHEIT

Das pfadfinderische Spiel in der freien Natur fördert bei Kindern in besonderer Weise alle Wahrnehmungsbereiche. Mit dieser sensorischen Förderung wird gleichzeitig eine grundlegende Voraussetzung für alle Lern- und Erziehungsprozesse geschaffen. Beispielsweise ist Sensibilität auch im zwischenmenschlichen Bereich von Bedeutung; sie ist die Basis für das soziale Lernen.

listisches Denken etc.) entwickeln. Pfadfinden kann so Impulse zur Entwicklung eines individuellen natürlichen Lebensstils geben. Ein Leben in und mit der Natur hat auch im Hinblick auf andere Lernprozesse eine große Bedeutung. Neben dem Erlernen praktischer Fertigkeiten werden vor allem prosoziale Haltungen und Fähigkeiten wie Gemeinschaftssinn, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme, Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft, aber auch die Selbstwahrnehmung und die Artikulation eigener Wünsche und Bedürfnisse gefördert. Lager bieten viele Möglichkeiten für soziale Lernprozesse.

Bereits Baden-Powell erkannte im „Scouting“ die Möglichkeit, die Sinne zu entwickeln. Anerkennung erhielt er dafür von der bekannten Ärztin und Pädagogin Maria Montessori, die in ihrer Erziehungsarbeit ebenfalls eine Entwicklung der Sinne berücksichtigte; dafür konzipierte sie ein eigenes Sinnesmaterial. Montessori erkannte im pfadfinderischen Tun eine „natürliche Fortsetzung“ ihres Erziehungsweges. Die Natur ist schon immer ein bevorzugter Ort für pfadfinderische Gruppenaktivitäten gewesen. Naturverbundenes und natürliches Leben kann ein sehr wirkungsvolles Erziehungsmittel des Pfadfindens sein. So schreibt Baden-Powell zur erzie-

Durch naturbezogene Aktivitäten kann weiterhin eine Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit erreicht werden. Mit der Entfremdung von der Natur hat der Mensch viel von seiner ursprünglichen Sensibilität (Fähigkeit zur Reizwahrnehmung) verloren. Die Reizüberflutung trägt zu einer weiteren Abstumpfung der Sinne bei. Im Gebrauch der Sinne sind Naturvölker den in den Zivilisationen lebenden Menschen weit überlegen. Eine wichtige Aufgabe der „natürlichen Pfadfindererziehung“ besteht deshalb heute in der Schulung menschlicher Sinne. 15


ERZIEHUNGSZIELE herischen Bedeutung des Lagerlebens: „Eine Woche Lagerleben ist ebenso viel wert wie sechs Monate theoretischer Unterricht im Heim, so wertvoll dieser auch sein mag“. Pfadfinderisches Umweltlernen schließt in allen Altersstufen eine ganzheitliche Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ein. Das bedeutet unter anderem ein Lernen mit allen Sinnen und die Integration von Erleben, Erkennen und Handeln. Das aufbauende und fortschreitende Lernen innerhalb des pfadfinderischen Stufensystems in und mit der Natur - vom spielerischen Umweltlernen der Wölflinge bei der Durchführung von Öko-Spielen bis zum umweltbezogenen Projekthandeln der Rover, bei der die politische Handlungskompetenz gefördert wird, - gewährleistet eine umfassende „ökologische Bildung“.

„Internationalismus“ als Erziehungsgrundsatz Aus der ursprünglich englischen Pfadfinderorganisation entwickelte sich relativ früh eine internationale Jugendbewegung. Im Jahre 1912 unternahm Baden-Powell eine Weltreise, um Kontakte mit Pfadfindergruppen in anderen Ländern aufzunehmen. Die Reise führte ihn u.a. nach den USA, den westindischen Inseln, nach Japan, China, Australien, Südafrika, Neuseeland und Europa. Schon recht bald erkannte Baden-Powell, dass eine weltweite Jugendbewegung, die humanitäre Zielsetzungen verbindet, ein möglicher Weg zu einem dauerhaften Frieden zwischen den Völkern sein könnte. Heute sieht sich die pfadfinderische Erziehungsbewegung als Friedensbewegung im weitesten Sinne. „Internationalismus“ kann in der Pfadfinderbewegung als Erziehungsgrundsatz 16

gelten, denn bei internationalen Unternehmungen (Begegnungen, Projekten etc.) können sich Möglichkeiten für vielfältige Lernprozesse ergeben. „Internationalismus“ kann als Streben nach überstaatlicher oder übernationaler Vereinigung im Sinne eines mitmenschlichen Verbundenseins verstanden werden. Internationale Begegnungen und Aktivitäten nehmen innerhalb der weltweiten Pfadfinderbewegung einen festen Platz ein; sie zielen im zwischenmenschlichen Bereich auf eine Förderung von Verständnis, Achtung, Toleranz und Verantwortung füreinander. Damit kann Pfadfinden einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Friedenserziehung leisten. „Internationales Lernen“ schließt auch eine tätige Solidarität (aktive Hilfeleistung) ein. In den folgenden Ausführungen soll beispielhaft an der „Erziehung zum Frieden“ die Bedeutung des internationalen Lernens als Erziehungsprinzip verdeutlicht werden.


INTERNATIONALISMUS Erziehung zum Frieden Frieden ist nicht als Zustand oder als das Gegenteil von Krieg zu verstehen. Die Verwirklichung von Frieden ist als permanenter Prozess aufzufassen. Ziel dieses Prozesses ist ein gewaltfreies Zusammenleben aller Menschen auf der Erde. Ein dauerhafter Friede ist nicht ausschließlich durch den Verzicht auf Waffengewalt zu erreichen. Es existiert in der Realität auch die sogenannte „strukturelle Gewalt“ gegen viele Menschen auf der Welt. Ein unzertrennbarer Zusammenhang zwischen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ist offensichtlich. Der Frieden auf der Erde ist unter anderem bedroht durch Not, Verelendung, Hunger und Analphabetentum, durch ökonomische Abhängigkeit der Dritten Welt von den Industrienationen (Schuldenkrise etc.), durch wirtschaftliche Pression, durch unverantwortliche Ausbeutung von Ressourcen, durch Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen (z.B. durch die Abholzung der Regenwälder), durch Unterdrückung von Minderheiten, durch Menschenverachtung und Rassismus. Gewaltverzicht als ein Kennzeichen von Frieden schließt deshalb unter anderem einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ein, was auch eine Absage an lebensbedrohliche wirtschaftliche Strukturen bedeutet. Wie bereits erwähnt, ist menschliche Leistung nur dann ein Fortschritt, wenn sie in Harmonie mit der Natur und zum Wohle der gesamten Menschheit vollbracht wird. Die aktuelle Aufgabe, einen dauerhaften Frieden zu erreichen, verlangt einen aktiven Einsatz für die Armen und Schwachen auf dieser Welt (Solidarität). Solidarität bedeutet Mitverantwortung und Engagement hinsichtlich der Schaffung „gleicher Rechte für alle Menschen“, der „Achtung ihrer personalen Würde“ und der „Befriedigung ihrer existenziellen Grundbedürfnisse“. Aus christlicher und damit auch aus pfadfinderischer Verantwortung heraus wird ein aktiver Beitrag zur Schaffung eines dauerhaften Friedens von Pfadfinderinnen und Pfadfindern erwartet. Eine Fülle von zu bewältigenden Aufgaben kann sich für das praktische Pfadfinden ergeben. Zwar hat sich die Pfadfinderbewegung schon immer an der vierten 17


ERZIEHUNGSZIELE

Baden-Powellschen Regel, einer „Freundschaft zu allen Menschen“ orientiert, heute ist aber auch dem veränderten Verständnis von Frieden Rechnung zu tragen. In Ergänzung zur öffentlichen Aufgabe der Schaffung einer neuen ökologischen und wirtschaftlichen Weltordnung, sowie einer tragfähigen politischen Friedensordnung stellt sich den Erziehungsträgern das Ziel einer systematischen Förderung von Friedensfähigkeit beim einzelnen Menschen. Die pfadfinderische Jugendarbeit kann hinsichtlich der Friedenserziehung einen wertvollen Beitrag leisten. Neben dem sozialen und politischen Lernen, einer Erziehung zur Gewaltfreiheit und anderen Erziehungsaspekten – kommt dem Abbau von Vorurteilen eine besondere Bedeutung zu. Soziale Vorurteile sind „negative oder ablehnende Einstellungen einem Menschen oder einer Menschengruppe gegenüber, wobei der Gruppe infolge stereotyper Vorstellungen bestimmte Eigenschaften von vornherein zugeschrieben werden, die sich auf Grund von Starrheit und gefühlsmäßiger Ladung, selbst bei widersprechender Erfahrung, schwer korrigieren lassen“. Soziale Vorurteile erschweren das Miteinanderleben der Menschen. Diskriminierung und Aggressionen sind Hindernisse auf dem Weg zum „Internationalismus“ (weltweites mitmenschliches Verbundensein). Empirische Untersuchungen zeigen, dass negative Einstellungen gegenüber Andersartigkeit bereits im Alter zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr entstehen und sich allmählich verfestigen. Früh erworbene Vorstellungen (Abneigungen, negative Bewertungen etc.) wirken wie ein Filter bei späteren Eindrücken und sind deshalb entscheidend für das Entstehen hartnäckiger sozialer Vorurteile verantwortlich; diese beeinflussen mit zunehmendem Alter immer stärker das Verhalten. 18


INTERNATIONALISMUS Das Entstehen sozialer Vorurteile wird theoretisch unterschiedlich erklärt. Ein bedeutender Erklärungsansatz geht von der Annahme aus, dass soziale Vorurteile ihren Ursprung in Gruppenbeziehungen haben und im frühen Alter in der Familie gelernt werden. Dabei spielen das kindliche Sicherheitsbedürfnis und der „Egozentrismus“ eine entscheidende Rolle. Egozentrismus hat nichts mit Egoismus zu tun. Unter Egozentrismus versteht man eine entwicklungsbedingte Ich-Bezogenheit des Kindes; das bedeutet, dass das Kind aufgrund seines geistigen Entwicklungsstandes die Dinge noch nicht „objektiv“ sehen kann, sondern in seinen Beziehungen zur Umwelt nur eine „einzige Vergleichsbasis und einen einzigen Bezugspunkt“ hat, „nämlich sich selbst, seine eigenen Wünsche und Gefühle, das Erlebnis des eigenen Wollens und

Bewirkens“. Diese noch eingeschränkte kognitive Fähigkeit ermöglicht dem Kind „zunächst nur eine sehr vereinfachte, stereotypisierte Form der Übernahme der in der eigenen Gruppe geltenden Normen“. In der Gruppe (Familie) findet das Kind die nötige Geborgenheit und Sicherheit; damit ist die Übernahme der Gruppennormen verbunden; aus Sicherheitsgründen kommt es zu einer stereotypen Ablehnung anderer Gruppen wie Nachbarfamilien. Bereits die Andeutung, dass es sich beispielsweise bei einem Afrikaner um eine Person außerhalb der eigenen Bezugsgruppe handelt, kann eine negative Bewertung auslösen. Später spielen bei der Einstellung gegenüber anderen Menschen und Völkern auch gesellschaftliche Normen des Wohlverhaltens (Sauberkeit, Fleiß etc.) eine wichtige Rolle.

Rundenlauf für TANI - Perspektiven für Kinder in Kambodscha Infos und Anmeldung unter rundenlauf@pfadi-rankweil.at Eine spontane Anmeldung vor Ort ab 10:00 Uhr ist ebenfalls möglich!

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ERZIEHUNGSZIELE Für die Zuschreibung von negativen Persönlichkeitsmerkmalen können bereits äußere Merkmale (Hautfarbe, Körperbau etc.) maßgeblich sein. Es besteht auch ein Zusammenhang von elterlichem Erziehungsstil und der Entstehung von Vorurteilen. Restriktiv erzogene Kinder (einengende Erziehung durch starke Lenkung und Strafen bei geringer Anteilnahme, Wärme und Anerkennung) neigen eher zu Vorurteilen, da sie sich durch ein nicht normenkonformes Verhalten Anderer in ihrem Bedürfnis nach Sicherheit bedroht fühlen. Permissiv erzogene Kinder (Gewährung von Freiheit und Selbstbestimmung bei gleichzeitiger Wärme, Anerkennung und Anteilnahme) sind aufgrund des Geborgenheitsgefühls weniger auf die Einhaltung der Normen durch Andere bedacht. Aufgrund der entwicklungsbedingten Ursachen für das Entstehen von Vorurteilen und der Tatsache, dass Kinder durch die klischeehafte Darstellung in den Medien und häufig auch durch die Vorurteile der Erwachsenen beeinflusst werden, ist es von Bedeutung, dass eine Erziehung zur Normenflexibilität bereits im Kindesalter stattfinden muss. Das bedeutet für die praktische Pfadfinderarbeit, dass bereits im Wölflingsalter den Kindern negative Einstellungen bewusst gemacht werden sollten. Im Hinblick auf den Abbau von Vorurteilen spielt eine Auflockerung der „Normenfixierung“ der Kinder eine Rolle. Dies gelingt nur, wenn in der Gruppe eine Atmosphäre verständnisvoller Zuwendung zu Menschen in Außenseiterpositionen (Asylanten u.a.) herrscht. Ein vorbildhaftes Vorleben durch die Leiterinnen und Leiter ist deshalb für die Erziehungsprozesse von Bedeutung.

„Black Lives Matter“

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Bereits in der Wölflingsstufe bestehen Möglichkeiten einer altersgemäßen praktischen Auseinandersetzung mit den Problemen der Dritten Welt mit dem Ziel, sich in die Situation der dort lebenden Menschen hineinzuversetzen und auf die Einstellung der Kinder gegenüber dem „Anderssein“ positiven Einfluss zu nehmen; u.a. sind durch Vorlesen und Spielen einer Geschichte eine Identifikation und ein „Sich-hinein-versetzen“ in die Situation von Kindern der Dritten Welt möglich (Rollenspiel). Entsprechend dem pfadfinderischen Aktivitätsprinzip liegen vor allem im handlungsorientierten Angehen der Problematik erzieherische Möglichkeiten bezüglich des Abbaus von diskriminierenden Einstellungen. Der erzieherische Vorteil der Organisationsform „Gruppen“ - in ihr sind alle Altersstufen zusammengefasst - besteht darin, dass sich beispielsweise bereits Wölflinge in altersgemäßer Weise an einem Projekt „Dritte Welt“ beteiligen und so den pfadfinderischen Grundsatz einer „Freundschaft zu allen Menschen“ erlebnishaft erfahren können. Die Bereitschaft zu solidarischem Handeln kann beispielsweise auch durch Vorbereitung und Verwirklichung der Spielidee „Wir spielen Welt“ gefördert werden.

Internationales Lernen „Internationalismus“ ist heute ein pfadfinderisches Wesensmerkmal, das eine selbsterzieherische Bedeutung besitzen kann. In der Pfadfinderbewegung werden neben den regelmäßigen internationalen Treffen (Jamboree, Rovermoot…) auch zu allen größeren Lagern Pfadfindergruppen aus anderen Ländern eingeladen. Bei solchen Begegnungen wird der Freundschaftsgedanke gelebt. Internationale Kontakte sind geeignet, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Sie schaffen die Möglichkeit, andere Standpunkte und Überzeugungen kennenund verstehen zu lernen. Damit tragen sie zum Verständnis für Andere und zum Ab-


INTERNATIONALISMUS

bau von Vorurteilen bei. Eine weitere Möglichkeit internationaler Kontakte bieten Auslandsfahrten, bei denen Pfadfindergruppen besucht werden können. Sie ermöglichen den Gemeinschaften vor allem auch, andere Sitten, Bräuche, kulturelle Eigenheiten und religiöse Lebensweisen kennen- und tolerieren zu lernen. Hier wird der pfadfinderische Gedanke einer über alle sozialen, rassischen, religiösen und politisch-ideologischen Grenzen sich hinwegsetzende Freundschaft aller Pfadfinder praktiziert. Das Wecken des Verständnisses für das Existieren von unterschiedlichen nationalen Eigentümlichkeiten trägt zum Abbau von falschen Vorstellungen und vielleicht bestehenden Voreingenommenheiten und Feindbildern bei. Wollen Pfadfinderinnen und Pfadfinder konsequent nach der vierten Pfadfinderregel leben, so darf sich „Internationalität“ nicht ausschließlich in einer weltweiten Kontaktpflege erschöpfen. Internationales Lernen schließt auch das aktive Angehen universeller Probleme ein. Da „Pfadfinden“ „Auf-dem-Weg-sein“ bedeutet, heißt das, auf die gegenwärtige Situation übertragen, dass die Pfadfinderbewegung - dem Aktivitätsprinzip

entsprechend - einen aktiven Beitrag zur Lösung der weltweiten Probleme leistet. Universelle Probleme zeigen sich heute u.a. im Hinblick auf die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, bezüglich des Schutzes von Minderheiten (gesellschaftliche Randgruppen u.a.) und hinsichtlich der desolaten Situation in Ländern der Dritten Welt (Hunger und Elend aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung etc.). Für Pfadfinder eröffnen sich in diesen Problembereichen eine Fülle von Betätigungen. Heute sind viele Pfadfindervereinigungen an Entwicklungsprojekten in Ländern der Dritten Welt beteiligt. Durch solidarisches Handeln könnte „Pfadfinden“ innerhalb der eigenen Bewegung zur Friedenserziehung beitragen. aus „Pfadfinden“ von Hans E. Gerr

Pfadfindererziehung „Menschsein“.

ist

letztlich

Erziehung

zum

Peter

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ELTERNRAT

Outdoor Arbeitseinsatz Nach wochenlangem Stillstand trafen sich Ende Juni die Elternratsmitglieder voller Arbeitseifer im Pfadiheim, um die Frühjahrsarbeiten nachzuholen und das Tipi aufzubauen. Mit dem neuen Tipi haben wir wieder die Möglichkeit, das ganze Jahr bei Wind und Wetter draußen zu sein. Wir freuen uns, dass bald wieder Lagerfeuerknistern, Gitarrenklänge und Gespräche das Tipi mit Leben füllen. Gut Pfad! Der Elternrat

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TIPPI

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WICHTEL

Tagebucheinträge einer 04. April 2020 Liebes Tagebuch!

Wichtelleiterin

Das Coronavirus hat uns in Österreich erreicht, seit 12. März dürfen wir nicht einmal mehr Wichtelstunden abhalten – das macht mich sehr traurig! Wir sind alle ziemlich ratlos, wie es denn weitergehen soll…die anderen Pfadis in den oberen Stufen können viel leichter mit ihren Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten – da hat jeder ein eigenes Handy oder PC, um z.B. Online-Challenges zu machen oder Zoom-Meetings abzuhalten. Bei uns

Wichteln ist das schon schwieriger – wir warten mal ab, wie lange die Maßnahmen so eng bleiben. Zwischendurch haben wir unseren Mädels und ihren Eltern eine E-Mail geschickt, hoffentlich geht es allen gut und alle sind gesund. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir im Juli mit den Wölflingen aufs Sommerlager fahren können – wir bleiben optimistisch und warten ab! Gut Pfad, deine Melanie

10. Mai 2020 Liebes Tagebuch! Mittlerweile sind schon einige Wochen vergangen – und auch Ostern ist schon vorbei. Meine Mitleiter/-innen und ich vermissen unsere Wichtel schon wahnsinnig. Zwischenzeitlich hatten wir schon eine Online-Konferenz, das war schön, die anderen Leiter/-innen wieder zu sehen. Den Wichteln haben wir ein „Wichtel-Memory“ zugestellt, damit sie uns und alle anderen Wichtel nicht vergessen – das war der Hit! Christina hat da echt viel Arbeit, Zeit und gefahrene Kilometer reingesteckt, das hat mich wirklich beeindruckt! Damit du, liebes Tagebuch, dir das besser vorstellen kannst, habe ich ein Foto vom Memory beigelegt. Leider mussten wir unser Sommerlager jetzt aber endgültig absagen – mit den derzeitigen Lockerungen scheint ein richtig tolles SOLA nicht möglich zu sein. Zwischen jedem Schlafplatz müssten 1,5m frei bleiben und

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auch bei den Aktivitäten untertags müssen wir ständig auf Abstand achten – wie soll denn das beim Spielen gehen? Oder beim Essen? Wir sind echt frustriert – jetzt haben wir uns schon so lange darauf gefreut und schon einige Stunden in die Vorbereitung des Sommerlagers gesteckt und jetzt das… wirklich doof, aber die Gesundheit aller geht vor! Aber auch ohne SOLA wollen wir, dass alle Wichtel ihre Pfaditüachle und Sterne verliehen bekommen – dazu treffen wir Leiter/-innen uns mal persönlich. Ich freue mich schon darauf, die anderen drei endlich wieder mal „in echt“ zu sehen!

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Gut Pfad, deine Melanie


WICHTEL

17. Mai 2020 Liebes Tagebuch! Gestern haben wir Leiter/-innen uns endlich getroffen und uns überlegt, wie wir bis zum Ende des Pfadfinderjahres weitermachen können. Leider ist unser „Wichtelvolk“ mit 34 Mitgliedern zu groß, dass wir uns alle zusammen so schnell wiedersehen können. Uns ist aber wichtig, dass alle Neulinge ihr Pfaditüachle überreicht und auch die „Alten“ ihren ersten oder zweiten Stern verliehen bekommen. Die Neulinge werden in Gruppen eingeteilt und bekommen eine Art „Stundenplan“, wer wann zum Ablegen kommen kann – damit wir uns an die gesetzlichen Vorgaben halten können. Die Alten bekommen ein individuell gepacktes „Ableg-Täschle“, in welchem noch nicht erledigte Aufgaben drin sind. Diese können sie dann bei Christina in der Vinomna-Apotheke oder bei Susi in der Tabak Trafik bis Anfang Juli abgeben. Die Säckle werden den 25


WICHTEL Alten persönlich per „kontaktloser Zustellung“ nach Hause geliefert. Gute Idee, oder? Anbei findest du ein paar Fotos vom Herrichten. (Danke an die Wölflinge für die „Inspiration“!) Auch mit unseren fleißigsten Losverkäuferinnen werden wir uns, in zwei Gruppen, weil es so viele sind, bald treffen – Fortsetzung folgt…

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Gut Pfad, deine Melanie

08. Juni 2020 Liebes Tagebuch! Das Ablegen mit den Neulingen hat gestartet – leider haben es einige Wichtel verpasst, deshalb musste Christina einen neuen „Zeitplan“ erstellen, damit trotzdem jedes Wichtel fertig wird um, das Tüachle zu bekommen. Wir sind zuversichtlich, dass es nächstes Mal besser klappt. Außerdem haben wir uns am 06. Juni mit der ersten „Losverkäuferinnen“-Gruppe getroffen (endlich!) und einen tollen Nachmittag (15-20 Uhr) im und ums Pfadiheim verbracht! Mit Abstand und erhöhter Handhygiene wurden sie von uns zu echten Piratinnen ausgebildet! Zuerst gab es ein Begrüßungsgetränk in beschrifteten Gläsern (damit ja keines vertauscht wird!). Danach gingen wir in den Wald, wo die Mädels Kärtchen mit Tieren darauf einsammeln mussten – das haben sie megaschnell erledigt, und so wurden sie zur „Ausbildung“ zugelassen – dazu haben wir ihnen eine waschechte (aber abwaschbare) „Piratennarbe“ verpasst. Danach setzten wir uns zum Tipi (oder was davon übrig ist – es wird gerade restauriert) und entzündeten dort ein Lagerfeuer. Mit einmal mehr als sonst „Flamme empor“-singen loderte es schließlich (hey, auch

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WICHTEL wir rosten ohne Übung etwas ein!). Danach konnten die „Piraten-Anwärterinnen“ verschiedene Stationen besuchen, um ihre Piraten-Fähigkeiten zu üben und verbessern – Ziele treffen beim Dosenschießen, über wackelige Planken (Langbänke) balancieren, Sackhüpfen und Tauziehen waren angesagt. Wir Piraten hatten Glück – unsere Anwärterinnen waren alle spitzenklasse! Zwischendurch gönnten wir uns feinstes Pirateneis am Lagerfeuer, wir redeten über die Zeit zuhause, was sie so alles vermissen und so weiter. Danach gingen wir in den großen Saal, machten einen Sitzkreis, die Gitarre wurde ausgepackt und ein paar Lieder gemeinsam gesungen – zuvor durfte sich jedes Wichtel noch ein Instrument (Rassel, Kastagnette, Triangel, Becken, …) aussuchen, um kräftig mit zu musizieren. Auch ein paar der berühmt berüchtigten Schreispiele haben wir gespielt. Schließlich wurde es höchste Zeit, das Abendessen vorzubereiten – wir haben gemeinsam und mit Abstand Tische hergerichtet, Gemüse geschnippelt und Salat zubereitet. Schließlich freuten wir uns alle schon mit knurrenden Mägen auf leckere Wraps – mmmmh! Nach dem gemeinsamen Aufräumen gingen sich dann sogar noch ein paar Runden „Versteckatis“ aus, bei denen wir Piraten die Versteck-Auswahl-Künste unserer Anwärterinnen überprüften. Diese waren ebenfalls ausgezeichnet – und somit hatte jede Anwärterinn schlussendlich die Berechtigung, sich als „Echte Piratin“ zu bezeichnen. Ein paar Impressionen vom Nachmittag lege ich dir bei! Das war eine echt tolle Aktion – und so schön, zumindest ein paar der Kinder wieder einmal zu sehen, mit ihnen zu quatschen, zu singen und einfach gemeinsam Zeit zu verbringen! Ich freue mich schon auf die zweite Gruppe in ein paar Wochen! Mir fällt gerade ein, dass ich ja noch einen Mampfla-Bericht schreiben sollte…ich glaube, ich schicke ihnen einfach dich, mein liebes Tagebuch! Gut Pfad, deine Melanie

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WÖLFLINGE

Wölflingsspiel

Willkommen im Dschungel Mogli, der im Dschungel bei den Wölfen aufwuchs, spielte in seiner Kindheit oft und gerne mit seinen Wolfsgeschwistern. Doch als die Bande älter wurde, übernahmen Balu der Bär und Baghira der schwarze Panter seine Ausbildung. Begleite Mogli und seine Freunde auf diesem spannenden Abenteuer und stelle auch du deine Fertigkeiten und deinen Mut unter Beweis. Als erstes findest du eine Schatzkarte in deiner Kiste. Lege diese auf einen Tisch und du siehst einen Startpunkt. Dein Dschungeltier begleitet dich auf deinem Weg. Setze diesen auf den Startpunkt und das Abenteuer beginnt. Jeder Punkt hat eine Aufgabe, sobald du diese mit Kreativität gelöst hast, kann deine Figur einen Punkt weiter ziehen.

Aufgaben: • Da du dich im Dschungel leicht verlaufen kannst, müssen wir uns eine Orientierungshilfe schaffen. Zeichne auf deiner Karte links oben im großen Kreis einen Kompass ein, und male deine Karte an. • Lerne dein Dschungeltier kennen. Du erhältst einen Steckbrief mit verschiedenen Fragen. Einige Fragen sind einfach zu lösen, andere benötigen deine Fantasie. Lass dich überraschen und leg ihn wieder zurück in die Kiste. • Mogli lernte die verschiedenen Sprachen der Tiere und konnte allen geheime Botschaften schicken. 3 dieser Mitteilungen werden dir hier per Postschiff zugestellt. Wir hoffen, dass du die Lösungen wieder in die Kiste zurücklegen kannst. Rücke einen Punkt weiter. • Im Dschungel hat jeder seinen Platz in der Gruppe. Auch du weißt in welcher Stufe du bei den Pfadis bist. Aber was weißt du über andere Stufen? Schreibe oder zeichne deine Vorstellungen von den anderen Stufen. Rücke einen Punkt weiter. • Frage deine Eltern nach dem Video über die Dschungeltiere. Schau dir dieses Video an und rücke einen Punkt weiter. Das Video wird von uns so bald als möglich per WhatsApp versendet. • Um im Dschungel übernachten zu können, benötigt Mogli und seine Freunde die Fähigkeit einen Unterschlupf bauen zu können. Dazu waren die verschiedenen Knoten eine wichtige Hilfe. Du findest Vorlagen vom Weberknoten und der Achterschlinge und weiteres Sisal. Mit diesem kannst du die Knoten nachmachen und in die Kiste zurück legen. Rücke einen Punkt weiter. • Dein Pfad wird immer dichter, große Sträucher und Lianen kreuzen deinen Weg und der Pfad ist immer schwerer zu finden. Klebe die Bodenzeichen mit den Streichhölzern auf ein Blatt Papier und deine Freunde können dir folgen.   28


WÖLFLINGE • Kim war ein indischer Straßenjunge mit sehr scharfen Sinnen. Um zu testen, ob auch deine Sinne so geschärft sind wie die von Kim, haben wir dir 2 Spiele mit auf den Weg gegeben. o 1. Rieche an der Kartonschachtel, welchen Duft erkennst du daran?? >>> _____________________________________ o 2. Nimm den kleinen Jutebeutel in die Hand. Nun verbinde dir die Augen und ziehe nacheinander einen Gegenstand aus dem Beutel. Versuche zu erra- ten welche Gegenstände sich im Sack befinden. >>> ___________________________ >>> ___________________________ >>> ___________________________ • Natur - wie ihr bereits wisst sind wir Wölflinge immer draußen, das gilt für uns auch in dieser Zeit – mache ein Foto mit dir und deinem Lieblingsplatz in der Natur. • Hoffentlich haben du und dein Dschungelbegleiter viel Spaß zusammen. Wir würden gerne von dir erfahren was ihr zusammen erlebt. Dafür kannst du uns gerne eine Geschichte schreiben, die ein tolles Erlebnis mit deinem Begleiter schildert. Falls du uns lieber ein Video machen möchtest, kannst du einen Ausflug in der Wohnung oder in den Garten filmen und uns die Geschichte im Video erzählen. • Die Bandalogs haben uns wieder einmal einen Streich gespielt und unsere 8 Schwerpunkte durcheinander gebracht, bringst du sie wieder zusammen? Klebe dein Ergebnis auf ein Blatt und lege es für uns wieder in die Box. Gratuliere, du hast die Reise durch den Dschungel geschafft! Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen. Gut Pfad Balu, Graubruder, Baghira und Hathi

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WÖLFLINGE

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WÖLFLINGE

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GUIDES

Homescouting for Guides Da wir uns, wie jeder weiß, nicht mehr persönlich treffen durften, mussten wir uns andere Möglichkeiten ausdenken, um mit den Guides in Kontakt zu bleiben und ihnen durch diese schwere Zeit so gut wie möglich zu helfen. Wir machten auf WhatsApp eine große Gruppe mit allen Guides und Leiterinnen. Moni hatte die Idee, die Mädchen mit verschiedenen Challenges zu unterhalten, hier ein paar Beispiele: Die erste Challenge war, wunderschöne Natursmileys aus Blüten und Ästen zu bilden. Es entstanden dabei viele kreative Bilder. An einem anderen Tag wurden aus Haargummis Schlangen gebildet. Das Ziel war, eine so lange Schlange wie möglich zu bilden. Die längste Schlange war 7m lang. Es gab noch viele weitere Challenges wie beispielsweise anhand von Babyfotos die Mädchen zu erkennen; eine Liste mit Dingen, für die man dankbar ist zu schreiben; so viel Kleidung wie möglich anziehen; Haustiere abfotografieren; ein Essen für die Familie kochen; das Lieblingsspiel verraten; verschiedene Sportund Yoga-Challenges und vieles mehr. Auch für das Ablegen fanden wir eine Lösung: wir entschieden uns, das Ablegen online

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durchzuführen. So gab es für die Mädchen die Möglichkeit, die dritte Klasse (Tüachle), die zweite Klasse und Spezialabzeichen abzulegen. Dies funktionierte indem sich jeder Leiter bei Houseparty anmeldete, die Mädchen konnten die Leiter anrufen und dann so gut wie alles per Videotelefonie ablegen. Dieses Angebot wurde von den Guides gerne in Anspruch genommen und sie zeigten sich beim Ablegen sehr kreativ. Ende Mai hielten wir unseren ersten Kornettenrat ab, das erste Ablegen fand patrullenweise mit zwei Leitern statt und die ersten Patrullstunden konnten unter Aufsicht der Leiter durchgeführt werden. Wir haben uns auch eine kleine Pfingstlagerchallenge überlegt. Es war schön, dass wir Leiter über Computer, Handy und Co den Kontakt zu den Mädchen aufrechterhalten konnten. Jedoch freuen wir uns alle schon sehr auf ein gemeinsames Wiedersehen. Gut Pfadi, die Guidesleiterinnen


GUIDES

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GUIDES

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SPÄHER

Dieses Jahr verlief anders als erwartet Vieles was sich die Späher normalerweise eigenständig in den Patrullstunden gegenseitig beibringen würden, blieb im Wegweiser. Doch gerade die Pfadi-Technik des Schätzens ist wichtig - auch abseits des Lagerplatzes. Deswegen stellen wir euch zwei Methoden zum Schätzen vor. Eine zum Messen von Höhen und eine für die Breite. Mit der Holzfäller Methode kann man die Höhe von etwas messen. Dafür nimmst du einen Stock. Diesen hälst du in der ausgestreckten Hand. Nun musst du dich so weit von dem was du messen willst wegbewegen, bis es gleich groß ist wie der Stock in deiner Hand. Dann legst du den Stock um (90 Grad Drehung). Das eine Ende des Stocks zeigt den Fuß dessen, was du messen möchtest und das andere Ende lässt du durch einen Kollegen markieren. Nun ist die Entfernung zwischen der Markierung und dem Objekt auch die Höhe des Objektes.

tun: Man markiert einen Punkt am Flussrand (A) und merkt sich sein Gegenüber auf der anderen Flussseite (B) (am besten ein Baumstumpf). Von diesem misst man im rechten Winkel zur Breite eine gewisse Länge (z.B. 30 Schritte). Markiere diesen Punkt (C). So entsteht ein Dreieck. Nun gehst du nochmals 30 Schritte in der selben Richtung, markiere auch diesen Punkt (D). Von diesem Punkt aus bewegst du dich nun im rechten Winkel so weit, bis du durch den zweiten Punkt, den du markiert hast, den Punkt auf der anderen Flussseite siehst. Der Weg zwischen Punkt (D) und deinem jetzigen Standpunkt ist der Gleiche wie zwischen (A) und (B) - also die Flussbreite. Mit diesen zwei einfachen Methoden kann man ohne Messinstrumente ziemlich genau schätzen. Probiere es aus - lieber jetzt als später! Gut Pfad,die Späher

Um die Breite von etwas, zum Beispiel eines Flusses abzuschätzen, kann man folgendes

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CARAVELLES

Unter dem Motto “Komme als dein Lieblingsroyal” hat unsere Faschingsfeier im Februar stattgefunden. Neben vielen berühmten Royals hat sich auch die AFZ - Altenstädtner Fasnatzunft – zur Feier eingefunden. Nach dem königlichen Sektempfang forderten die Rankler Royals den Altenstädtner Prinzen Michael II, die Altenstädtner Prinzessin Elena I sowie ihre Gefolgschaft zum Duell heraus. Gekämpft wurde beim Krapfen-Wettessen. Verbogen wurden die Glieder beim Limbo. Gesungen wurden die bekanntesten Faschingshits. Geschrien wurden Vorarlberger Narrenrufe. Erraten wurden verzwickte Faschingsbegriffe. Das Duell gestaltete sich derart spannend, dass selbst nach zahlreichen Wettkämpfen ein Unentschieden feststand. Erst das Karaoke besiegelte das Ergebnis und die Gäste aus Altenstadt durften sich über die hoheitliche Krone der Rankler Royals freuen.

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CARAVELLES

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CARAVELLES

Wir freuen uns, euch das CAktiv Paket vorstellen zu können. Kreativität, Wohlbefinden und Teamwork sind gefragt! Die genaue Anleitung zu #stayCAktiv findet ihr unter dem QR-Code.

Inhalt: LIKE ICE IN THE SUNSHINE – 2x Gutschein für dein privates Eisvergnügen GESICHTSMASKE – tu dir selbst etwas Gutes LEDERSCHNUR – Knüpfe, flechte, etc. einen Knoten, ein Band oder ähnliches und bringe dies einer anderen Caravelles. Es soll ein Band der Freundschaft entstehen. POSTKARTE – Soziale Kontakte pflegen? Mit Postkarten ist das kein Problem. Gemeinsam statt einsam, ist das Motto. Gestalte, schreibe die beiliegende Postkarte und sende diese einer Person deiner Wahl. POTATO POT CHALLENGE – Wer schafft es im 3er Team die meisten Kilos Kartoffeln auf die Waage zu bringen? Wenn wir uns dann zur Erntezeit wieder alle gemeinsam treffen wird abgerechnet. Viel Spaß und Gut Pfad Deine Caravelles-Leiterinnen

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CARAVELLES

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Whatsapp Gruppe: Caravelles 2.0 CARAVELLES

Damit wir weiterhin in Kontakt bleiben und voneinander hören/lesen haben wir eine Whatsapp-Gruppe erstellt. Darin stellen wir euch immer wieder mal tolle Aufgaben/ Fragen/ Spiele etc. Wer mitmachen will ist herzlich eingeladen Fotos, Videos, Berichte zu schicken. Seid gespannt, was euch erwartet. Wir freuen uns auf einen CAktiven Austausch! Gut Pfad die CA Leiterinnen Aufgaben: Wie sieht dein HomeLearning Platz aus? Mache ein Bild mit einem feinen Snack. Wie können wir in dieser Zeit knackig und frisch bleiben? Sende Ideen für ein HomeWorkout. Wie sieht es mit eurer Koch- / Backleidenschaft aus? Wir sind gespannt auf eure Lieblingsrezepte. Wie sieht euer perfekter Filmabend aus? Lasst uns an eurem Abend mit Filmvorschlägen teilhaben. Ein Lacher am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen. Wer kennt den besten Witz? Heute mal ein Rätsel: Welcher bekannte Spruch verbirgt sich in dieser Wortschlange? tasugctharcovmzweuirkdrekn citcshztwarnkeliönseemstsa wgrgtehbiaoukt Auflösung: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut Ach, wie schön war es damals im Urlaub in... Poste ein Urlaubsfoto und wir raten, wo ihr gewesen seid. Ostern rückt immer näher. Wer findet das Ostergeschenk der CA Leiterinnen? 40


EXPLORER

Wir Explorer

haben unsere Truppstunden wieder aufgenommen. Leider mussten wir viele geplante Truppstunden ausfallen lassen. Dennoch war das erste Treffen vor ein paar Wochen wieder wie es immer war. Man hielt sich zwar an den Babyelefantenabstand aber die Freude über ein Wiedersehen war unverändert. Bereits 3x konnten wir unsere Truppstunde gemeinsam abhalten. Um es uns etwas leichter zu gestalten, wurden die Truppstunden allesamt im Freien durchgeführt. Dass es dabei die ersten beiden Male anfing zu regnen störte uns nicht. Unverdrossen und glücklich, dass wir wieder gemeinsam Zeit verbringen durften, ließ uns darüber hinweg sehen, dass die Schuhe pflätschnass waren

und die Kleidung tropfte. Als wir dann bei der dritten Truppstunde eine Radausfahrt machten, schien sogar die Sonne und das Eis war mehr als wohl verdient. Mittlerweile gab es sogar schon die Entscheidung darüber, dass wir ein kleines Sommerlager durchführen werden. Zwar wird es eine verkürzte Form geben und uns nur ein längeres Wochenende zusammenführen, aber wir wissen schon jetzt, dass es genauso toll werden wird wie es bis jetzt immer war. Wir freuen uns auf die Zeit und Abenteuer die vor uns liegen. Gut Pfad, Die Explorer

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Aufenthalt in Chile Life without adventures would be deadly dull. – Robert Baden Powell Am 19. September 2019 war es endlich so weit. Mein bisher größtes und lang ersehntes Abenteuer ging endlich los – meine Reise nach Chile. Bereits seit vielen Jahren war es mein Traum, nach der Schule dort ein Auslandsjahr zu verbringen, um meiner Leidenschaft – den Pferden – nachgehen zu können. Doch bereits einen Monat nach meiner Ankunft brachen in Chile soziale Unruhen aus. Auslöser dafür war, dass die ohnehin schon teuren Metropreise in der Hauptstadt Santiago um weitere 30 chilenische Pesos erhöht wurden (ca. 4 Cent zu diesem Zeitpunkt). Dies mag zwar eine kaum nennenswerte Summe sein, war aber das entscheidende Tröpfchen, welches das Fass zum Überlaufen brachte. Tausende Menschen, darunter vor allem junge Erwachsene und Studenten, versammelten sich, um auf den Straßen für ihre Rechte zu demonstrieren. Die größte „Manifestación“ fand am Freitag, dem 25. Oktober 2019 in Santiago statt (eine Woche nach dem Ausbruch der Unruhen), bei welcher rund 1,2 Millionen Menschen aus allen Altersgruppen beteiligt waren. Doch leider liefen nicht alle Demonstrationen so friedlich ab wie diese. Viele junge Menschen äußerten ihren Unmut über die staatliche Verfassung, die noch aus Zeiten der Militärdik42

tatur (1973 – 1990) stammt, durch Gewalt und Vandalismus. Das öffentliche Verkehrssystem wurde manipuliert, Metrostationen und ganze Gebäude in Brand gesteckt. Die Reaktion des Präsidenten darauf: Der Notstand wurde ausgerufen und das Militär und die Polizei auf die Straßen geschickt, um für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen. Doch die junge Generation, die anders als ihre Eltern und Großeltern inzwischen die Chance hat, eine Universität besuchen zu können, ließ sich davon nicht abschrecken. So kam es schließlich in ganz Chile zu gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der Exekutive des Staates, bei welchen es zum Einsatz von Tränengas und den bekannt gewordenen Gummigeschossen kam. Einige hundert Jugendliche verloren dabei ihr Augenlicht, andere sogar ihr Leben. Ich persönlich hatte zu diesem Zeitpunkt das Glück, etwa 900 km südlich von Santiago bei einer Familie zu wohnen, die sich nicht bei den Protesten involvierte. Demnach war ich auch nur auf meinem Arbeitsweg oder beim Einkaufen im nächstgelegenen Ort davon betroffen. Etwa einen Monat nach dem Ausbruch der Manifestaciones, entschied ich mich an einem freien Tag dazu, einen Ausflug in die Landeshauptstadt Puerto Montt zu unternehmen. Wie erwartet, waren auch hier die Spuren der Proteste überall zu sehen


RANGER – Graffiti auf Häuserwänden und Denkmälern, Tränengas in der Luft wahrnehmbar und überwiegend verbarrikadierte Geschäfte. Die, die geöffnet waren wie zum Beispiel Apotheken, konnten nur durch einen kleinen Eingang zum Durchbücken betreten werden und wurden meistens von Sicherheitspersonal beaufsichtigt. Zufällig fiel mir in der Nähe der Plaza eine Gruppe von Jugendlichen auf, die dabei waren, etwas vom Boden aufzusammeln. Sie trugen blau rote Halstücher fast wie unsere Rankler Tüachle! Also sprach ich sie an und wie sich herausstellte, waren es tatsächlich Pfadis einer lokalen Gruppe. Im Gespräch erklärten sie mir, dass sie dabei waren, die auf der Straße liegen gebliebene Munition, Gummigeschosse der Polizei aufzusammeln. Sie wollten damit etwas basteln oder versuchen, einen anderen positiven Nutzen zu finden und schenkten mir eines der Kügelchen als Andenken. Außerdem stellten sie mir auch die Frage, für welche Rechte wir Jugendliche in Österreich auf die Straße gehen. Ich fühlte mich fast schlecht sagen zu müssen: „Für nichts. Wir haben funktionierende öffentliche Bildungs- und Gesundheitssysteme und werden nicht nach unserer Hautfarbe oder gesellschaftlichen Klasse beurteilt.“ Natürlich erzählte ich ihnen vom „Fridays for Future“ Movement, für welches sich doch einige engagierte Jugendliche einsetzen, jedoch fühlte es sich mehr wie eine lahme Ausrede an. Zwar war diese Bewegung auch in Chile angekommen, allerdings entwickelte sich das Thema Umweltschutz aufgrund der aktuellen Ereignisse zum Luxusproblem wie in vielen anderen Teilen Südamerikas auch. Bevor ich wieder die Heimreise antrat, weil am späteren Nachmittag die Proteste normalerweise losgingen, machten wir aus, dass ich einmal in eine ihrer Heimstunden kommen durfte. Drei Wochen später war es dann so weit, dass ich ganz im Sinne der weltweiten Verbundenheit zu einem Día de Scout (Pfadfindertag) eingeladen wurde. Spaß, Improvisation und Essen – mit diesen Worten würde ich diesen unvergesslichen Nachmittag zusammenfassen, anscheinend etwas, das Pfadis auf der ganzen Welt ver43


RANGER bindet. Am Anfang brüllte jede Altersgruppe einen Motivationsspruch und dann wurden stufenübergreifend Rufspiele gespielt (ich gab eine Runde „Hey Jay“ zum Besten). Im zweiten Teil der Truppstunde begaben sich die einzelnen Stufen an verschiedene Orte. Aufgrund mehrerer unglücklicher Zufälle konnten wir leider nicht in das Heim der Gruppe gehen, obwohl wir vorhatten Completos (Hotdogs im Chile-Style) zu machen. Daher fragten wir bei der Baustelle nebenan, ob wir bei ihnen Würstchen grillen durften, natürlich mit einem entsprechenden Dankeschön. Zum Schluss verabschiedeten wir uns mit einem weiteren Rufspiel voneinander und ich bedankte mich auf traditionelle Rankler Art mit einem Tschigaliga-Solo für diese wundervollen Erlebnisse.

The Cube

Rückblickend konnte ich sehr viel aus diesen Begegnungen mitnehmen, denn es hat mir sehr geholfen, die chilenische Kultur und das System des Staates auf eine neue, persönlichere Art zu verstehen. Es ist sehr leicht, über schlechte Handlungen anderer zu urteilen, wenn man nicht direkt von der Situation betroffen ist. Ich hätte immer die Möglichkeit gehabt aus Chile auszureisen, wenn es zu gefährlich geworden wäre. Meine chilenischen Freunde hingegen sind Schüler, wie ich es vor einem Jahr noch war und jeder einzelne von ihnen hatte einen Grund, warum er jeden Abend auf die Straße wollte. Ich konnte während meiner Schulzeit vier

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Fremdsprachen lernen und hatte die Möglichkeit, anschließend reisen gehen zu können. Ein Luxus, von dem viele Chilenen nur träumen können. Wenn ich mir einer Sache bewusst geworden bin, ist es, wie glücklich ich und wir alle darüber sein dürfen, ein so privilegiertes Leben in einem Land wie Österreich führen zu dürfen. Diese Erkenntnis habe ich vor allem aus den unzähligen Gesprächen mit Chilenen aus allen Bevölkerungsschichten gewonnen, unter anderem auch von meinen Pfadfinderfreunden. Einmal mehr habe ich die Erfahrung gemacht, dass Pfadi etwas Einzigartiges ist, das Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zusammenbringen und zu einer Gemeinschaft werden lassen kann. Das Pfadfindertum erschafft eine länderübergreifende Identität, von welcher wir Teil sein dürfen, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. In diesem Sinne kann ich es nur aus vollstem Herzen weiterempfehlen, Pfadi als etwas Größeres als „nur“ unsere Ortsgruppe zu sehen. Zwar unterscheidet sich jede Gruppe durch ihre Rufe oder Pfaditraditionen voneinander, allerdings ist es gleichzeitig auch das Feststellen und Diskutieren dieser kleinen Unterschiede, das unsere Pfadigemeinschaft miteinander verbindet – sei es in Vorarlberg, in Österreich oder sogar mit dem anderen Ende der Welt. Gut Pfad, Anna


BerĂźhmte Kunstwerke nachgestellt

RANGER

Ranger Challenge

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RANGER

BerĂźhmte Kunstwerke nachgestellt

Kinderfotos nachgestellt 46


Die Welt steht Kopf

RANGER

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Kinderfotos nachgestellt RANGER

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ROVER

1 Tonne Rover auf Flusswanderung Am Montag trafen sich die Rankler Rover um 19:30 Uhr beim Röfixwerk in Röthis. Am Programm stand eine spektakuläre Flusswanderung durch das Frödisch-Tal. Zuerst ging es auf die LKW-Waage der Firma Röfix, wo wir genau eine Tonne wogen. Danach fuhren wir mit dem Fahrrad über sandige Wege durch das Werk und solange das Frödisch-Tal hinein bis der Weg sein Ende nahm. Hier hieß es dann absteigen, Schuhe aus und ab ins erfrischend kalte Wasser der Frödisch. Während wir uns weiter stromaufwärts kämpften, konnten wir immer wieder die schöne Landschaft des Tales bestaunen. Nachdem wir dann eine noch schmälere Schlucht erreichten, war uns klar, dass es wegen des hohen Wasserstandes nur noch schwimmend weiter ging. Zum Glück hatten wir alle unsere Badehosen eingepackt. Also stürzten wir uns in die Frödisch und schwammen die enge Schlucht bis zu einem Kessel mit einem riesigen Wasserfall. Da die Felswände des Kessels doch etwas hoch waren, mussten wir leider feststellen, dass unsere Flusswanderung hier nicht mehr weiter ging. So schwammen wir die enge Schlucht wieder bis zu einer Feuerstelle, wo wir natürlich sofort ein Feuer machten. Nachdem dieses ausgebrannt war, gingen wir das ganze Tal wieder zurück bis wir wieder bei unseren Fahrrädern ankamen. Der nächste Treffpunkt hieß Pizzeria Trovado, wo wir den Abend gemütlich ausklingen ließen. Gut Pfad die Rankler Rover

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ROVER

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PFADFINDER WIE ALLE

In Quarantäne … Die letzte Gruppenstunde, die wir „wie gewöhnlich“ abgehalten haben, liegt nun schon einige Wochen zurück. Leider mussten wir, vor Ostern in den Dornröschenschlaf verfallen und einige Gruppenstunden berufsbedingt absagen. Hätten wir gewusst was kommt, hätten wir es vielleicht doch möglich gemacht, wenigstens diese Gruppenstunden noch durchführen zu können. Hätten … Und dann kam alles plötzlich ganz anders. Wir mussten zuhause bleiben, durften nicht mehr zur Arbeit, in die Werkstätten, in Geschäfte gehen. Wir durften uns aber auch nicht mehr, wie wir es jeden Donnerstagabend gewohnt waren, zu unseren Gruppenstunden treffen. Wir haben uns immer so darauf gefreut. War der Donnerstag doch ein Fixpunkt im Wochenrhythmus von uns allen. Jetzt müssen wir vernünftig sein – so hieß es damals – und heißt es noch heute! Alle sprechen von dem Virus, der sich, von China ausgehend, plötzlich über die ganze Welt verbreitet. Kann ich das überhaupt verstehen, was da abgeht? Können unsere Gruppenmitglieder das verstehen? Auch wenn versucht wird, durch gute Berichterstattung, einfühlsame Erklärungen und sogar bildhafte Darstellungen die Verbreitung des Virus verständlich zu machen – ich kann das Virus nicht sehen, nicht hören und nicht riechen – und trotzdem ist es so gefährlich. Für manche leider sogar tödlich! Wie stellt sich die Situation für Menschen dar, die aufgrund diverser Vorerkrankungen zur „Risikogruppe“ gehören? Die sich aber nach Nähe und Zuwendung sehnen. Die einen beinahe jede Gruppenstunde in den Arm nehmen, drücken und ihre Freude und Liebe verbal und nonverbal zum Ausdruck bringen. Von der PWA erscheint diesmal kein aktueller Fotobericht. Jedoch möchten wir mit älteren Bildern Freude und Zuversicht in die manchmal trüben Tage bringen. 51


PFADFINDER WIE ALLE Wir hoffen, dass wir uns ab Herbst wieder regelmäßig treffen können und zumindest ein Stück weit Normalität, so wie wir sie bisher kannten, leben können. Alle wissen, wie das Märchen von Dornröschen endet – die Menschen feierten, tanzten und hatten wieder Freude am Leben. Die aktuelle Situation sollte jedoch nicht 100 Jahre dauern … Bleibt gesund Gut Pfad, Christian

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PFADFINDER WIE ALLE

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ALTPFADFINDER

Vorschau 25 Jahre Altpfadfinder „25 Jahre sind die Altpfadfinder schon alt? Erst 25 Jahre? Dann sind sie ja eigentlich gar nicht alt“. Das sind die unterschiedlichen Reaktionen, die wir erfahren haben, als wir intern über unser bevorstehendes Jubiläum gesprochen haben. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Absagen unserer monatlichen Termine seit März, möchten wir zum Anlass nehmen unsere Beweggründe darzulegen, warum wir ein Jubiläum feiern möchten und warum es gerade das 25-jährige Jubiläum sein soll. Die Pfadfindergruppe Rankweil besteht seit mittlerweile 65 Jahren. Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1946 zurück. Am Beginn gab es noch nicht alle Stufen, wie heute. Bereits in den 50er und 60er Jahren haben Jugendliche, die alle damaligen Stufen „absolviert“ haben, ihre aktive Pfadfinderlaufbahn danach beendet. So reichen auch die Versuche und Bestrebungen lange zurück, den großen „Pool“ an ehemaligen Pfadfinderinnen und Pfadfindern irgendwie zusammenzuhalten und die Pfadfinderidee auch im Erwachsenenalter fortzusetzen bzw. weiterzuleben. Nach dokumentierten Versuchen in den 1980er Jahren, die allerdings gescheitert sind, gab es zwar immer wieder ehemalige Pfadfinder, die sich getroffen haben und die Pfadfindergruppe Rankweil in der einen oder anderen Art und Weise unterstützt haben, 54

Kindertheater beim Adventmarkt, 20.11.2010

von einer „Gruppierung“ mit regelmäßigen Treffen, die vor allem nach außen eine Ansprechperson hat, war man aber weit entfernt. Die Recherche in unserem mehrere Logbücher und tausende Fotos umfassenden Archiv hat ergeben, dass die Zeit von regelmäßigen Treffen (wenn auch zu Beginn seltener als einmal monatlich) bis ins Pfadfinderjahr 1996/97 zurückreicht. Im Herbst 1999 hat dann Otto Kopf der losen Schar eine Struktur gegeben und diese jahrelang erfolgreich geleitet. Gerade die letzten 20 Jahre, insbesondere auch das jahrelange erfolgreiche Wirken von Otto, dem wir den neuerlichen, diesmal aber erfolgreichen „Startschuss“ im Jahr 1999 zu verdanken haben, haben uns veranlasst, ein Jubiläum zu feiern und dabei an die bisherigen Erfolge und Höhepunkte zu erinnern, aber auch einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Nach mehreren internen Diskussionen, ab wann von regelmäßigen Treffen oder von einer „Struktur“ gesprochen werden kann, war der Großteil der Meinung, dass die „Anfänge“ seit dem Jahr 1996 in die offizielle Zählung mitaufgenommen werden sollten, sodass wir im Pfadfinderjahr 2020/21 unser 25-jähriges Jubiläum feiern wollen. An dieser Stelle möchten wir wiederholt betonen, dass das Wort „Altpfadfinder“ niemanden abschrecken soll. Damit ist nicht ein Zusammenschluss von Greisen gemeint. Unter dem Wort „alt“ ist vielmehr „ehema-


ALTPFADFINDER lig“ oder „früher“ zu verstehen. Das Alter einer Person ist bekanntlich auch kein Kriterium für Tatendrang, gute Ideen und geselliges Beisammensein - haben doch alle unsere Teilnehmer, von der 21-jährigen ehemaligen Rangerin bis zum 50-jährigen ehemaligen Rover eines gemeinsam, nämlich die aktive Pfadfinderzeit erlebt zu haben. Die Programmpunkte in diesem Jubiläumsjahr möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Einerseits sollen es Überraschungen werden, andererseits sind wir noch mitten in der Organisation der einzelnen Höhepunkte, die im Pfadfinderjahr 2020/21 stattfinden werden. Es sei nur so viel verraten: Die Programmpunkte sind auch oder gerade an jene gerichtet, die schon längere Zeit nicht mehr zu unseren regelmäßigen Treffen gekommen sind. Wir würden uns daher besonders freuen, in diesem Pfadfinderjahr viele „Ehemalige“ begrüßen zu können und sehen einem Jahr voller Höhepunkte entgegen.

Sozialaktion „Futbol por la vida“, September 2007

SOLA Südtirol, September 2011 Gut Pfad, Stefan

Altpfadfinder nehmen beim Großlager Burg Lohra teil, Juli 2015 55


NACHRUF GILDE “AKTIV”

Gert Gert Irgang war schon ein gestandener Pfadfinder, als ich, ein blutiger Neuling, so wurden die neu Dazugekommenen genannt, zu den Rankweiler Pfadfindern gekommen bin. Das erste Sommerlager der Rankweiler Pfadfinder haben wir miteinander erlebt und es nachhaltig in Erinnerung behalten.

Patrulle Biber, Sola Schönebach 1962 Gert als Hilfskornett (ganz links) Von den 14 Lagertagen hat es 13 geregnet. In Zwei-Mann-Zelten von der amerikanischen Armee, die schon in der ersten Nacht nicht mehr dicht waren, haben wir geschlafen und dadurch nicht nur tagsüber unsere Pfadfindertaufe erhalten. Gert war bei der Patrulle Biber, ich bei der Patrulle Wolf und es war oft ein mehr als ehrgeizi56

ges Bemühen, die bessere Patrulle zu sein. Gert war nach seiner Bubenzeit als Führer erfolgreich, wie man damals die Leiter nannte. Er hat seine Persönlichkeit in die Arbeit mit den von ihm betreuten Buben eingebracht. Als auch ich im entsprechenden Alter war, haben wir zusammen den Rankweiler Pfadfindertrupp geleitet. Wir verbrachten nicht nur bei den Pfadfindern, sondern auch darüber hinaus viel Zeit zusammen. Mit fortschreitendem Alter und geänderter Gefühlslage zum weiblichen Geschlecht, wurden Tanzveranstaltungen, Silvesterfeiern und ähnliches zur regelmäßigen Abwechslung von unserem pfadfinderischen Alltag. Wir haben aber nicht nur unsere Buben betreut und mit ihnen viele Abenteuer erlebt, sondern auch darüber hinaus in der gesamten Pfadfindergruppe Rankweil unseren Teil geleistet. So sind wir auch unter anderem bei Pfadfinderbällen zusammen auf der Bühne gestanden. Schauspieler wäre Gert mit Sicherheit nicht geworden, doch vielleicht hätte eine andere Möglichkeit seinen Lebensweg verändert. Jährlich fand das Fußballturnier der Rankweiler Vereine statt. Die Pfadfindermannschaft war großartig, jedoch nicht beim Fußballspielen. Wir haben jedes Spiel verloren. Dass unsere Niederlagen nicht


GILDE “AKTIV”

zweistellig ausgefallen sind, hatten wir unserem Torwart, Gert zu verdanken. Mit blutigen Knien haben seine spektakulären Paraden nicht nur uns und die Zuschauer begeistert, sondern auch einen Fußballfunktionär von Hohenems, der ihm ein Angebot unterbreitete. Gert hat ausgeschlagen. Pfadiball 1971 „Rankweiler ABC“

Erstes Rankweiler Vereinsturnier 1971

Späher Sola 1966 Tschagguns Gert als Führer (links)

Explorer Wanderlager 1971 von Rankweil über die Furka nach Dornbirn

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GERT

Sein Einstieg ins Berufsleben und seine Heirat veränderten unsere Zweisamkeit. Er war der Wunschkandidat des damaligen Gruppenfeldmeisters von Rankweil und sollte seine Nachfolge antreten. Gert wurde Gruppenfeldmeister nur nicht in Rankweil, sondern in Altach, wo er die Pfadfindergruppe gründete. Meine Schadenfreude dauerte nicht lange, denn ich „musste“ dieses Amt übernehmen. Wenn Gert in Wien war, haben wir uns getroffen, denn ich habe dort studiert. Es sind aber immer weniger Treffen geworden. Beruflich, wie auch durch die geographische Entfernung, Gert hat eine Zeit lang mit seiner Familie in Wien gewohnt, haben uns auf getrennte Wege geführt. Wenn auch unsere Wege verschieden waren, das Pfadfinderversprechen hat uns verbunden, auch wenn wir uns immer seltener gesehen haben. Nach seiner Rückkehr in Rankweil und seinem Einsatz für die Pfadfindergilde hat dieses uns verbundene Versprechen wieder zusammengeführt. Wenn auch unsere Ansichten über verschiedene Dinge auseinandergingen, sie änderten nichts an unserer Verbunden-

heit, die auf den gemeinsam verbrachten Jugendjahren und unser Pfadfindersein gründeten. Seine schwere Krankheit hat viele von uns mehr als betroffen gemacht und das Unabänderliche ist mit der Sprachlosigkeit einhergegangen. Erlösung ist ein gewichtiges Wort, das oft missverstanden wird. Insbesonders wenn es als endgültiges Urteil verwendet wird. Vom Leiden erlöst bedeutet auch vom Leben, von seinen Lieben weggenommen zu sein und in etwas Unvorstellbares gestoßen zu werden. Dieses Unbegreifliche hat Rainer Maria Rilke so wunderschön beschrieben: Nur manchmal, während wir so schmerzlich reifen, dass wir daran schon fast zerbrechen, formt sich aus alldem was wir nicht begreifen ein Angesicht und sieht uns strahlend an. Möge es jenes von Gert sein. Peter

* 6.8.1948

+ 15.5.2020

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GILDE “AKTIV”

Wir hatten noch so viel vor...

• Unsere Jahreshauptversammlung • Kultur: Besuch der Aufführung „Applaus am Bach – Vater“ • Ausflug nach Hittisau mit Wanderung durch die Engenlochschlucht und eine Führung durch die aktuelle Ausstellung im Frauenmuseum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ • Teilnahme am Elternabend • Bastelabende für den Adventmarkt • Feier der runden Geburtstage Der Corona Shutdown hat uns jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht und uns in vollem Lauf gestoppt. Wir haben die Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen ernst genommen und vor allem am Anfang nur noch telefonisch oder per Whatsapp den Kontakt aufrechterhalten.

Herzliche Glückwünsche, Gesundheit und noch viele Einige unserer Gildemitglieder haben in dieser Zeit auch Geburtstag gefeiert. gesellige Bedingt durch die Beschränkungen in anderer Form als sonst – im kleinen Rahmen, ohne Stunden bei große Feste. Wir wollen daher unsere Geburtstagskinder, speziell alle, die einen runden Geburtstag gefeiert haben, in diesem Rahmen noch einmal hochleben lassen und ihnen uns in der nachträglich ganz herzlich gratulieren. Eine gemeinsame Feier werden wir sicher nach- Gilde! Trotzdem waren wir natürlich nicht untätig. Es wurde schon fleißig Marmelade eingekocht, Bärlauch gesammelt, um daraus Pesto zu machen, Socken gestrickt und Tiere gehäkelt und viele weitere vorbereitende Aktivitäten für den Adventmarkt gesetzt. Wir sind also bereits mitten in den Vorbereitungen.

holen.

Vreni Regensburger

Marlene Morscher Klaus Walenta

Maria Walenta

Andrea Matt

Annelies Dobler

Wir haben den Abschlussgrillabend im Juli durchführen können und wollen im Sommer gemeinsam etwas unternehmen und wenn alles gut geht, im Herbst wieder mit vollem Programm starten. Lieselotte und Christl 59


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