Die Zeitenwende als Grundlage für Syphilinie und Karzinogenie Peter Gienow
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2005 Verlag Peter Irl Autor: Peter Gienow - Imkerweg 7 - 29351 Bargfeld (www.tsoraat.de) Ums hlagbild: Spirit of Dwarfs von Gertie Gienow (www.geegee-art.de). Dieses Bild ist urheberre htli h ges hützt. Jede Verwendung bedarf einer Zustimmung der Künstlerin. Jeder Na hdru k, jede Wiedergabe, Übersetzung, Vervielfältigung und Verbreitung, au h von Teilen des Werkes oder von Abbildungen, jede Abs hrift, au h auf fotome hanis hem Wege oder im Magnettonverfahren, in Vortrag, Funk, Fernsehsendungen, Internet, Telefonübetragung, sowie Spei herung in Datenverarbeitungsanlagen, bedarf der ausdrü kli hen Genehmigung des Autors. Ges hrieben mit Linux, LYX, LATEX. Freundli herweise lektoriert von Barbara Asbe k, Birgit S hell-lüngen
Für den Erzengel Mi hael, der s hon so viele Kämpfe für uns ausgetragen und gewonnen hat.
Inhaltsverzei hnis
Vorwort
iii
1
Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis
1
2
Ent-Stehung des So-Seins
13
3
Die Geburtswehen einer Krankheit
29
4
Die Entwi klung der Syphilis
95
Die Erfors hung der Syphilis
109
5
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis . . . . . . . . . . . . . . . .
2.1 Der erste S hritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.2 Der zweite S hritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5
Die veneris hen Krankheiten der Antike . . . . . . . . . . . . . Die veneris hen Krankheiten des Mittelalters . . . . . . . . . . Die Syphilis als Epidemie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis . . . . . . . . . . . . . . Die Reisen unserer Seele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die perspektivis he Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2
14 23
29 30 31 34 62 72 93
Haut und Kno hen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Progressive Paralyse, Tabes dorsalis . . . . . . . . . . . . . . . 97 Die hereditäre Syphilis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 Die extragenitale Verbreitung der Syphilis . . . . . . . . . . . . 101 Die Syphilis beein usst die Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
5.1 Die Unitätslehre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 5.2 Die Selbstversu he . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110 i
Inhaltsverzei hnis 6
Die Su he na h dem Erreger
S hlusswort
ii
115
6.1 Spiro haeta pallida . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 6.2 Die Syphilis-Tests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
131
Vorwort Liebe Leserinnen und Leser, mit den ersten beiden Bänden der miasmatis hen S hriftenreihe haben wir versu ht die Ur-Gründe der Miasmatik, wie wir sie verstehen, hinter den Vorhang der Gestaltung zu folgen. Wir bewegten uns hinter diesen Vorhang, der die Welt der Ursa hen von der Welt der Wirkungen trennt. Wir versu hten der Vestimmung der Lebenskraft auf die Spur zu kommen, die für Samuel Hahnemann die Grundlage von Krankheit ist und sahen, dass die Miasmatik ganz besonders, in die tiefen, konstituierenden Kräfte unseres Universums eingreift. Mit dieser S hrift werden wir uns das erste Mal vor den Vorhang der Gestaltung wagen und in eine sehr interessante Zeit eintau hen, in der eine neue Krankheit, die Syphilis, s heinbar geboren wurde oder aus den Tiefen des UrGrundes das Li ht der Welt erbli kte. Zur Erinnerung sollten wir no h einmal auf das zurü kbli ken, was wir Syphilinie aus der Welt hinter dem Vorhang für Unendli hes, leu htendes Ni hts die Syphilinie mitnehmen konnten. Gesetz der Abstoÿung Wir konnten sehen, dass die Syphi- Weigerung linie eine Störung des unendli hen, Alles ist S hwingung leu htenden Ni hts ist. Wir versu h- Alles ist Rhythmus ten zu zeigen, dass die Syphilinie eng Gott ⇔ Luzifer mit der ersten Weigerung und mit Raum dem Gesetz der Abstoÿung verbun- Untere Regionen des Wuns hkörper den ist. Verbunden mit dem FeuerElement und der Li ht-Kraft in unserem Universum sahen wir die Syphilinie als Verstimmung der hermetis hen Gesetze, Alles ist S hwingung und Alles ist Rhythmus . Aus dem Enneagramm konnten wir ableiten, dass die Syphilinie eine Widerspiegelung des uralten Kon iktes zwis hen Gott und Luzifer darstellt und den Raum, wie wir ihn kennen verzerrt. Au h bei der In- und Exkarnation sahen wir, dass die unteren Regionen des Wuns hkörpers unter das Gesetz der Gegenkraft gestellt wurden und damit au h hier die Syphilinie am Werke sein kann. iii
Vorwort Bei unserer Reise vor den Vorhang wird eine S hrift eine besondere Rolle spielen. Sie wurde von Girolamo Fra astoro verfasst und zeigt uns einen Weg zum Verständnis der Syphilinie auf, wie ihn keine andere weisen kann. Do h lesen Sie selbst. Viel Freude dabei wüns ht Ihnen Peter Gienow
iv
1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis wurde 1478 in Verona geboren, studierte an der Universität zu Padua sowohl Mathematik, als au h Philosophie, bis er s hlieÿli h Mediziner wurde. Er starb 1553 in seiner Villa in In a am Fuÿe des Monte Baldo zwis hen Ets h und Gardasee. 1510, zur Zeit des Ausbru hs der Pest, nahm er hier Zu u ht und verfasste sein zunä hst auf zwei Bü her bes hränktes Gedi ht über die Syphilis. Das erste dieser Gedi hte ers heint etwa 1530. Berühmt wurde er aber mit seinem Werk De ontagionibus et ontagiosis morbis et eorum uratione libri tres, dessen Kapitel elf von der Syphilis handelte. Etwa zwei Jahrzehnte s hrieb er an der Verfassung dieser S hrift. Interessant ist, die für uns unübli he Weise ein wissens haftli hes Thema anzupa ken und in eine Gedi hts-Form zu kleiden. Auf diese Weise entsteht eine seltsame Spannung zwis hen Lehrabsi ht und di hteris hem Anspru h [3, S. 10℄ Fra astoro selbst verweist auf die Problematik der inhaltli hen Eins hränkungen, die die Gedi hts-Form vorgibt, denno h ents heidet er si h dafür diese Form zu wählen. Warum? Auf der einen Seite war es eine Mode jener Zeit dieses zu tun. Do h s heint das ni ht Fra astoros Motivation entzündet zu haben. Vielmehr ist es folgendes:
Girolamo Fra astoro
Dem Di hter ist eine besondere Erkenntnis-Fähigkeit gegeben, und er ist dur h eben diese Fähigkeit de niert. Di hter wird er ni ht dur h sein Werk, sondern dur h seine Erkenntnis. [3, S. 12℄ Die di hteris he Erkenntnis verwebt si h mit dem Wissens haftler und produziert ein Werk, das seine Wurzeln in beiden Welten hat, in der Welt des Dies-Seits vor dem Vorhang (Tonal) und in der Welt des Jen-Seits hinter dem Vorhang (Nagual), die wir im letzten Band kennen gelernt haben[6℄. Beide Betra htungsweisen wären unvollständig, die eine nur Fantasie, die andere nur rationale Logik. 1
1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis Die beiden Seiten unserer Existenz gehören aber zusammen. Erinnern Sie si h no h, dass Gott die Welt mit der Zahl Zwei s huf?[5℄ Sie besteht aus DiesSeits und Jen-Seits. Verbunden sind beide Welten dur h die dritte Kraft, die zum Beispiel als Lebenskraft in der Homöopathie von Bedeutung ist oder in diesem Falle als di hteris he Kraft wirkt. Nur S hriften dieser Art geben uns wirk-li he Erkenntnis, da sie den Aufbau der Wirk-Li h-Keit spiegeln. Gerade au h die Miasmen, diese trügeris hen Dämpfe, die aus dem Ur-Grund unserer Existenz aufdräuen, gehören eher dem Berei h des Nagual an und sind mit Worten des Tonal kaum zu fassen. Dort kann die di hteris he Vision eine groÿe Hilfe sein. Die di hteris he Vision erhellt Zusammenhänge, die der rationale Ver-Stand ni ht zu fassen vermag, da er nur ver-steht. Also versu hen wir ni ht einfa h zu verstehen sondern au h wahrzunehmen, für wahr zu nehmen, was Fraastoros Erkenntnisse an die Ufer seiner Bewusstheit gespült haben, um auf diese Weise an Tiefen teilzuhaben, die die reine Wissens haft ni ht erkennen konnte/kann.
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis Lassen Sie uns zunä hst ein wenig über den Ur-Sprung des Wortes Syphilis na h-denken. Woher kommt es ? Was bedeutet es ? Letztendli h ist es so wie bei fast allem. Die Spra h-Fors her können si h ni ht einigen. Es bieten si h daher vers hiedene Mögli hkeiten an. 1. Der Name Syphilis leitet si h vom Mythos des S häfers Syphilus ab 2. Der Name Syphilis lässt si h auf Sypilus einen der Söhne Niobes zurü kführen (Sypilus ist au h der Name des Berges, wo Niobe von Zeus in Stein verwandelt wurde). 3. Syphilis kommt vom grie his hen Wort sys-philos (S hweine-Liebhaber) 4. oder ist abgeleitet von sym-philos = Liebhaber 5. Syphilis ist eine Ableitung von erysipelas 2
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis 6. Syphilis ist eine Ableitung des arabis hen Wortes si , das unten bedeutet. Die Syphilis ist also die untere Krankheit. (Die Krankheit die si h in den unteren Regionen zeigt, oder die Krankheit, die das kosmis he Drama na h unten auf die Erde spiegelt?) 7. Die Syphilis hängt mit dem hebräis hen Wort s hofel zusammen, ist also eine s ho e Krankheit . Wir werden in dieser S hrift nur die ersten der beiden Mögli hkeiten in Augens hein nehmen, da sie uns für die Erklärung der Syphilinie am wahrs heinli hsten ers heinen. Beginnen wir mit Fra astoros S hrift. 1.1.1 Der Mythos von Syphilus
Vor langer Zeit, heute, in einer Zeit, die dem Mens hen no h nahe stand, gab es einmal einen Hirten mit dem Namen Syphilus, der für seinen König Al ithous tausend Rinder und tausend s hneeweiÿe S hafe hütete. Es war die Zeit der Sonnenwende, Sirius, der Hundsstern, sengte die dürstenden Felder und verbrannte die Haine. Die Wälder gewährten dem Hirten keinen S hatten mehr, die Winde standen still. Es war heiÿ, unerträgli h heiÿ. In dieser Gluthitze hütete Syphilus seine Herde. Zorn begann in ihm zu ent ammen, auf die Glei hgültigkeit der Götter seinem Leid gegenüber, und er spra h ho h erhobenen Hauptes zum Himmel: Warum nennen wir di h Sol, den Vater und Gott aller Dinge? Warum stellen wir Opferaltäre für di h auf und verehren di h mit einem ges hla hteten Rind, warum mit einem Kasten Weihrau h, wenn du di h ni ht um uns sorgst und di h die königli hen Herden ni ht rühren? Während dieser Rede wurde Syphilus immer wütender und ein Gedanke s hli h si h, unerkannt zunä hst, in seinen Geist. Er spra h weiter: Oder brennt ihr Himmlis hen gar vor Missgunst? Tausend junge Kühe, weiÿ wie S hnee, tausend S hafe weiden bei mir. Du hast im Himmel gerade einen Stier, gerade einen Widder und einen dürren Hund als Hüter einer sol hen Herde. Bin i h von Sinnen, dass i h ni ht eher dem König den Gottesdienst vollziehe? 3
1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis
Er beherrs ht so viele Felder, so viele Völker, das weite Meer steht ihm zu Diensten, und seine Ma ht ist gröÿer als die der Himmlis hen und die der Sonne. Er wird mir freundli he Winde s hi ken, die süÿe Kühle der grünen Haine zu unseren Herden bringen und die Glut lindern. Syphilus war ein Mann der Tat, und kaum hatte er die Worte ausgespro hen, ma hte er si h bereits daran, in den Bergen heilige Altäre für den König Al ithous aufzustellen und verri htete für ihn den Gottesdienst. Eine groÿe Zahl der Landleute und die übrige S har der Hirten folgten bald seinem Beispiel. Au h sie räu herten kostbare Aromen und bra hten Opfer von Stierblut und brieten die dampfenden Eingeweide. Der König, der gerade auf seinem Thron saÿ, erfuhr von diesen Opfern und war sehr erfreut über die ihm erwiesenen, göttli hen Ehren. Er war so erfreut, dass unter Strafe von nun an kein anderes göttli hes Wesen auf Erden mehr verehrt werden sollte, auÿer ihm. Er setzte fest, dass auf der Erde ni hts gröÿer sei als er. Die Götter wohnten im Himmel, und was unterhalb des Himmels ges hah, sei ni ht ihre Angelegenheit. Vater Sol sah diese Entwi klung mit Düsternis und bitterer Miene. Mit zornigem Herzen begann er giftige Pfeile auf die Frevler zu s hleudern. Gift trugen diese Pfeile zur Erde und von Gift erglühte hell die Luft. Augenbli kli h über utete eine unbekannte Seu he die gottlosen Lande. Als erster wies Syphilus, der begonnen hatte dem König zu opfern, am ganzen Körper hässli he S horfe auf. Als erster empfand er die s hla osen Nä hte. Als erster empfand er die vom S hmerz gepeinigten Glieder. Von diesem ersten Opfer bezog die Krankheit ihren Namen, Syphilis wurde die Seu he genannt. Innerhalb kürzester Zeit war die Krankheit in allen Städten verbreitet und vers honte in ihrer Raserei au h den König ni ht. Man su hte Rat, wo er nur zu nden war und landete s hlieÿli h bei der Nymphe Ammeri e, die im kartesis hen Wald wohnte. Sie galt als bedeutendste Wahrsagerin ihrer Zeit. So fragten sie na h der Ur-Sa he des Übels, und was man dagegen tun könne. Ammeri e antwortet: Oh ihr, die ihr die Ma ht des Sol ver4
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis
a htet habt, die eu h nun heimsu ht. Kein Sterbli her darf si h den Göttern glei hstellen. Gebt dem Gott Weihrau h und bringt ihm heilige Opfer. Besänftigt seine Ma ht, dann wird er seinen Zorn ni ht weiter anheizen. Do h die Seu he, die er bra hte, ist ewig und kann niemals mehr zurü k gerufen werden. Wer immer auf diesem Boden geboren wird, wird sie fühlen. Su ht ihr aber Heilung, so s hla htet eine s hneeweiÿe Färse 1 der groÿen Juno und tötet eine s hwarze Kuh der groÿen Erde. Juno wird segensrei he Samen aus der Höhe senden, und ein Wald wird entstehen, der eure Rettung ist. Ammeri e verstummte, die Höhle, in der sie wohnte und au h der Hain waren ers hüttert und von S hauder erfüllt. Die Ratsu henden begannen unverzügli h damit, die Altäre Sols wieder neu zu erri hten. Sie s hla hteten eine s hneeweiÿe Färse und eine s hwarze Kuh und opferten sie. Ein heiliger Baum, der nie zuvor auf der Erde zu sehen war, begann na h diesem Opfer zu wa hsen. Er sandte grünendes Laub aus dem Leib der Erde und begann die Felder zu überwa hsen. Priester verkündigten, dass neue, jährli he Opfer unverzügli h zu vollziehen seien, Sol zu Ehren, und das Los el auf Syphilus als Erster geopfert zu werden. S hon war das Opfermahl bereitet, der Priester erhob seine Klinge, um das Opfer zu vollziehen, als Apollo, versöhnt dur h Juno ihnen einen jungen Stier s hi kt, der die Stelle des Syphilus einnehmen soll. Syphilus wird vers hont. Damit die Ereignisse nie mehr in Vergessenheit gerieten, ri hteten die Alten ein alljährli hes Opfer ein. Ein Hirte wird zu den Altären geführt und bezeugt seine S huld. Sterben aber muss ein Stier. Dana h su hen Seher und Priester dur h Gelübde, Gebete und Gesänge die Götter zu besänftigen. Na h einer Reinigung bringen sie groÿe Äste und das starke Holz des heiligen Baumes zu ihren Häusern. Na h einem Opfer, vertreiben sie dur h seine wunderbare Kraft die Anste kungskörper der unsagbaren Seu he.[3, S. 91-97℄ Dies ist der Mythos, der uns von Girolamo Fra astoro in seinem Lehrgedi ht über die Syphilis überliefert wurde. Dieser Mythos gab der unbekannten neuen Krankheit seinen Namen. 1 Färse = junge Kuh, die no h ni ht gekalbt hat. Von farsi = gebären
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1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis Eine seltsame Ges hi hte ni ht wahr? • Wer immer auf diesem Boden geboren wird, wird sie fühlen
Sind wir damit am Ende unserer Betra htung der Syphilis, gibt es keine Chan e mehr für uns? Wir werden sehen. Eine ebenso seltsame Ges hi hte zeigt si h in dem S hi ksal von Niobe, die auf tragis he Weise si h selbst, ihre Kinder und ihren Mann verlor. In dieser Ges hi hte wird der Name Sypilus mehrmals erwähnt. 1.1.2 Niobe Niobe, die Königin von Theben war eine stolze Frau, die au h allen Grund dazu hatte stolz zu sein. Ihr Ehemann Amphion hatte von den Musen eine herrli he Leier ges henkt bekommen, unter deren Klang si h die Stadtmauern von Theben alleine zusammenfügten. Ihr Vater war Tantalos, der Gast der Götter. Sie selbst war die Gebieterin eines gewaltigen Rei hes. Sie war intelligent, s hön, und hatte vierzehn blühende Kinder, sieben Söhne und sieben Tö hter, auf die sie verständli herweise besonders stolz war. Sie war unter allen Müttern die glü kli hste und hielt si h au h dafür. Eines Tages rief die Seherin manto, eine To hter des Wahrsagers Tiresias, die Frauen Thebens zur Verehrung der Göttin Leto und ihrer Zwillingskinder Apollon und Artemis auf. Sie sollten si h die Haare mit Lorbeerkränzen s hmü ken und Gebete unter Weihrau hopfern singen. Viele Thebanerinnen folgten diesem Ruf und strömten auf dem Dorfplatz zusammen. Plötzli h kam Niobe mit königli hem Gefolge, gekleidet in einem gold-dur hwirkten Gewand, und pres hte in die Menge. Sie strahlte vor S hönheit, do h ihr Zorn ammte. Warum ehrt ihr die Götter, von denen ihr nur Ges hi hten kennt und ehrt ni ht die Lebenden, denen Ehre gebührt? Ihr wollt die Göttin Leto ehren und wollt ni ht au h meinen Namen ehren? Tantalos, mein Vater, war der einzige Sterbli he, der je an der Tafel der Götter gesessen hat. Meine Mutter ist Dione, eine S hwester der Plejaden, die als leu htendes Gestirn den Himmel
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1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis
zieren. Einer meiner Ahnen ist Atlas, der Gewaltige, der das Gewölbe des Himmels auf seinem Na ken trägt. Mein Groÿvater ist Zeus, der König der Götter. Völker gehor hen mir, meine S hatzkammern quellen über vor Rei htum, i h bin s hön wie nur eine Göttin s hön sein kann und habe einen Kindersegen, der nur einer wirkli hen Mutter würdig ist sieben blühende Tö hter, sieben starke Söhne, bald werde i h ebenso viele S hwiegertö hter und -söhne haben. Habe i h ni ht Grund genug stolz zu sein, sagt selbst? Und ihr wollt mir diese unbekannte Titanento her Leto vorziehen, der einst die Erde keinen Raum gegönnt hat. Die umherziehen musste, bis die s hwimmende Insel Delos si h ihrer erbarmte und ihr ihren unbefestigten Sitz anbot. Verstoÿen von der Erde wurde sie dort Mutter zweier Kinder, wie armselig! Das ist nur der siebente Teil meines Kindersegens. Selbst wenn man mir einige meiner Kinder nähme, wäre der Segen meines Leibes no h gröÿer als der, der armseligen Leto. Also, wenn ihr ni ht mir Opfer bringen wollt, solltet ihr keine Opfer bringen. Geht in eure Häuser und lasst eu h ni ht no h einmal bei sol hen töri hten Dingen erwis hen. Ers hro ken nahmen die Frauen die Kränze vom Haupt, lieÿen ihre Opfer unvollendet und s hli hen na h Hause, in stillem Gebet die gekränkte Gottheit verehrend. Auf dem Gipfel des delis hen Berges stand Leto mit ihren Zwillingen und folgte dem Ges hehen. Kinder, i h bin so stolz auf eu h, das müsst ihr mir glauben. Stolzer kann eine Mutter ni ht sein, und do h werde i h so von einer fre hen Sterbli hen ges hmäht. Ihre Worte s hmerzen mi h tief in meinem Herzen, zumal sie au h eu h beleidigt. Von den Heiligen Altären sollen wir verbannt werden. Was für eine S hma h und S hande. Apollon sagte: Lasst das Klagen, Mutter, es verzögert nur die Strafe! Seine S hwester Artemis stimmte ihm zu. Beide hüllten si h in eine Wolkende ke und landeten im Nu auf einem Feld vor den Stadtmauern. Hier vergnügten si h die sieben Söhne Niobes in Kriegsund anderen Spielen. Ismenos, der gerade sein Ross si her im Krei7
1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis
se herum führte, s hrie plötzli h auf. Ein Pfeil ste kte bis zum Heft in seiner Brust. Langsam sank die leblose Gestalt an der re hten Seite des Pferdes herab. Sypilus, sein Bruder, reagierte s hnell, er oh, do h ein Wurfspieÿ ereilte ihn. Er drang ins Geni k ein und ragte vorne am Hals aus dem Körper. Au h er glitt tödli h getro en zu Boden. Phädimos und Tantalos hatten miteinander gerungen, als der Tod sie ereilte. Ein Pfeil spieÿte beide Körper auf. Alphenor sah sie fallen. Entsetzt wollte er dir Körper seiner Brüder wieder beleben, do h au h ihn erwis hte der Pfeil des Apollon direkt ins Herz. Damasi hthon traf ein Pfeil ins Kniegelenk und während er si h rü kwärts beugte, um ihn herauszuziehen, traf ihn ein anderer Pfeil in den o enen Mund. Es blieb nur no h der letzte der Brüder übrig, der jüngste von allen. Ilioneus war sein Name. Er warf si h auf den Boden und ehte um Gnade. Das Herz des Bogens hützen wurde wei h, do h sein Pfeil war ni ht mehr aufzuhalten. Denno h hatte Ilioneus den lei htesten Tod. Die Kunde des Unglü ks verbreitete si h s hnell in der Stadt. Amphion, der Vater der Jünglinge, ertrug seinen S hmerz ni ht und beging Selbstmord, als er die s hre kli he Na hri ht erfuhr. Die ganze Dieners haft begann weh zu klagen, sodass die Kunde der S hre knisse au h in die Frauengemä her drang. Niobe konnte erst ni ht fassen, was da passiert war. Sie wollte ni ht glauben, dass die Ma ht der Himmlis hen so groÿ sein könnte, so etwas zu bewirken. Dann stürzte sie auf das vom Blut ihrer Söhne gerötete Feld und verteilte ihre letzten Küsse auf die erkaltenden Leiber. Sie hob ihre Arme gen Himmel und spra h: Du grausame Leto, bist du jetzt zufrieden? Der Tod meiner sieben Söhne wird mi h ins Grab bringen. Du hast gesiegt. Ihre Tö hter näherten si h dem Feld. Sie hatten si h s hon in Trauer gekleidet und standen und beklagten ihre gefallenen Brüder. Ein Strahl der S hadenfreude zu kte bei diesem Anbli k über Niobes blasses und eingefallenes Gesi ht. Gesiegt? Nein. Au h in all dem Leid, das du mir zugefügt hast, bin i h immer no h die Reihere. Als sie das ausgespro hen hatte, hörte man den Klang einer Bo8
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis
gensehne. Alle ers hraken bis auf Niobe. Sie stand inmitten all des Unglü ks stolz und spöttis h. Plötzli h sank eine ihrer Tö hter zu Boden. Ein Pfeil hatte si h in ihr Herz gebohrt, den sie versu hte herauszuziehen. Eine andere S hwester eilte auf die unglü kli he Mutter zu, um sie zu trösten, aber sie kam ni ht weit. Von einer unsi htbaren Axt gefällt, el sie zu Boden. Eine andere sank inmitten der Flu ht nieder. Und au h die anderen elen. Nur die letzte war no h übrig. Sie hatte si h in den S hoÿ der Mutter ge ü htet und versu hte si h in deren faltigem Gewand zu verbergen. Nur die eine lasst mir! , erhob si h der Klagegesang Niobes zum Himmel. Nur die jüngste von so vielen. Aber während sie no h ehte, sank au h diese To hter tödli h getro en nieder. Niobe hatte alles verloren. Da erstarrte sie vor Kummer. Kein Lüft hen bewegte das Haar. Das Blut wi h aus ihrem Gesi ht, ihre Wangen wurden fahl, die Augen leblos. In den Adern sto kte das Blut, mitten im Pulss hlag. Der ganze Körper bewegte si h ni ht mehr. Au h im Inneren des Leibes regte si h ni hts mehr. Niobe war zu Stein geworden. Ein Steinbildnis, aus dessen Augen unaufhörli h die bitterli hsten Tränen rannen. Ein Wind erhob si h und trug dieses steinerne Bildnis mit si h. Er führte sie fort zu ihrer Heimat na h Lydien. Im öden Gebirge unter den Steinklippen des Sypilus setzte der Wind sie ab. Hier steht Niobe als Marmorfelsen am Gipfel des Berges und au h jetzt no h zer ieÿt der Marmor in Tränen.[14, S. 64-66℄ Wir können erkennen, dass beide Ges hi hten eine groÿe Ähnli hkeit miteinander haben. In beiden Ges hi hten soll ni ht mehr den Göttern, sondern dem Mens hen geopfert werden, in beiden Fällen sorgt Apollo der Gott der Heilkunst für Strafe, in beiden Ges hi hten erspüren wir den Stolz hinter den Fassaden der Mens hen. Tragen wir diese Erkenntnisse in unsere Tabelle ein, so nden wir sie folgendermaÿen verändert (siehe Tabelle 1.1 auf der nä hsten Seite) Woher kommen diese seltsamen Begegnungen von Mens hen mit si h selbst? Woher kommt der Ho h-Mut, der Stolz, diese so fur htbare Eigens haft, wenn sie si h auftürmt um si h selbst an die Stelle der Götter zu setzen? Woher lernte der Mens h so sein zu können? Wo liegen die Ur-Sprünge seiner Rebellion gegen die göttli he All-Ma ht? 9
1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis
Tabelle 1.1: Die Grund harakteristika der Miasmen
Sykose Unendli hes Ni hts Gesetz der Anziehung Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
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Psora Ni hts Gesetz des Ausglei hes Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Syphilinie Unendli hes, leu htendes Ni hts Gesetz der Abstoÿung Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen
1.1 Der Ur-Sprung des Wortes Syphilis Um diese Fragen beantworten zu können müssen wir no h tiefer eintau hen in seltener gehörte Welten, in Mythen der Anfänge, in Zeiten in denen der Mens h no h ni ht ges ha en war, in eine Zeit vor unserer Zeit . . .
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1 Fra astoros Lehrgedi ht über die Syphilis
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2 Ent-Stehung des So-Seins Alles hat einen Ur-Sprung. Gott. Das Universum. Allah. Krishna. Egal was au h immer wir für Worte verwenden. • Alles begann in der Ein-Heit.
Diese Ein-Heit, so erzählen die S hriften, lebte jenseits von Zeit und von Raum in einem Rei h, das drei Qualitäten aufwies. Es war das Ni hts, das grenzenlose Ni hts, das grenzenlose, leu htende Ni hts[6℄ oder in anderen Worten das Unermessli he, die Quelle, das Li ht. In dieser Sphäre des Li htes kondensierte si h das All-Eine zu einer Existenz, die es erlaubte, dass Milliarden von Sonnensystemen ges ha en wurden, die in perfekter Harmonie miteinander funktionieren. Dieses All-Eine hat keinen Anfang, hat kein Ende. Es ist die ewig existierende Wesenheit, s hreibt Kabaleb.[10, S. 9℄ Dieses All-Eine besitzt eine Rhythmik wie alles, was wir kennen, es sind die Rhythmen der kosmis hen Tage und Nä hte. In den Tagen drängt alles in die Er-S heinung (Tonal) in den Nä hten versinkt alles ins Ni hts (Nagual, Götterdämmerung usw.). Beides ist jedo h jederzeit glei hzeitig vorhanden. Na hts nimmt das All-Eine die Erkenntnisse des Tages in si h auf (wie wir im S hlaf), Tags wird eine neue Reihe von Erfahrungen produziert. Au h in der Zeit der Ni ht-Existenz geht unsere (des All-Einen) Bewusstheit ni ht verloren. Na h dem Erwa hen ndet si h alles auf der Stufe wieder, auf der es einges hlafen ist. Ähnli h wie wir mit der Bewusstheit des gestrigen Tages wieder erwa hen. All das erinnert an den Dornrös hen-S hlaf der Mens hheit. Die Manifestation der Sonnensysteme ges hieht auf vers hiedenen Ebenen der Realisation. Es gibt kosmis he Räume, die si h in der Di hte, aber au h in der Gesetzmäÿigkeit unters heiden. Au h im Universum gibt es Hierar hien, Manifestations-Hierar hien, ausgehend vom All-Einen und seinem Wohnort, der Sonne Absolut, oder ZentralSonne. Auf jeder Manifestations-Hierar hie wirken Götter, Emanationen des 13
2 Ent-Stehung des So-Seins All-Einen, die ihrer Aufgabe na hkommen, die göttli hen Gesetzmäÿigkeiten an die jeweilige Manifestations-Hierar hie anzupassen. In der grie his hen Mythologie wird von mindestens drei Ebenen göttli her S höpfung beri htet, die wiederum mehrere Mens henges hle hter hervorgebra ht haben. Vom derzeitigen Gott unseres Sonnensystems wird gesagt, dass er auf der siebten kosmis hen Ebene wirke, das heiÿt, dass es oberhalb dieser Ebene no h se hs weitere Hierar hien, au h Götter-Hierar hien gibt, die si h unserem Bewusstsein gänzli h entziehen. Diese älteren Götter-Hierar hien stellen ihr Wissen und ihre Erkenntnisse den jungen Göttern zur Verfügung, damit sie, ohne allzu viele Fehler zu ma hen, beginnen können, ihre Erfahrungen zu ma hen. Die Götter-Hierar hien, die unserem Sonnensystem ihre Hilfe zuteil werden lassen, sind bekannt als der Zodiak, der Sternenkreis, der Tyr - oder Tier-Kreis, der in der Astrologie Anwendung ndet. Der Zodiak bildet si h aus zwölf Kategorien geistiger Wesenheiten, aufgebaut auf den vier Elementen in jeweils drei Wandlungsphasen (aufbauend - xiert - abbauend)[6, S. 45℄.
2.1 Der erste S hritt Die Arbeit Gottes bestand darin, die zwölf zodiakalen Essenzen zu mis hen und daraus all das zu formen, was heute in unserem solaren Universum existiert. [10, S. 11℄ Um diese Arbeit leisten zu können teilte Gott seinen Raum in sieben Sphären ein und setzte als Zeit sieben kosmis he Tage fest, um sein Werk zur Vollendung zu bringen. In der O enbarung Moses, ers heinen die aktiven Kräfte der S höpfung unseres Sonnensystems unter dem Namen Elohim (= der Gott, die Götter), ein Wort das Ein-Zahl und Mehr-Zahl zuglei h ausdrü kt. Diese s ha enden Kräfte (Elohim) bestanden aus Milliarden von Zellen, die in früheren Entwi klungsZyklen bereits ihre volle Identität errei ht hatten und zu einem einzigen Willen vers hmolzen waren.[6, S. 48℄ Sie entfalteten ihre empfangende, weibli he Natur und ummantelten die ganze Materie, die von den zodiakalen Kräften bereit gestellt wurde, mit ihrer Wesenheit. Auf diese Weise wurden die Körper der zodiakalen Materie in Hüllen gekleidet, die den Elohim angehörten. • Dur h diese Lern-Erfahrung ist es mögli h geworden, dass eine hö hst-
s hwingende Seelen-Energie in einen materiellen Körper hinein gelangen konnte, ohne den materiellen Körper zu zerstören.
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2.1 Der erste S hritt Eine hohe S hwingung hat die Tendenz, eine niedrigere S hwingung zu bes hleunigen. Das kann dazu führen, dass die niedrigere S hwingung in einem sol hen Maÿe transformiert wird, dass ihre Substanz si h au öst. Aus diesem Grund ist unser materieller Körper mit einer S hwingung ausgestattet worden, die zu unserer Seelen-S hwingung passt. Erhöht si h die Frequenz zu stark, so muss der materielle Körper sterben oder wird in das umgewandelt, was wir den Regenbogen-Körper nennen. Wenn ein Mens h si h in Ri htung Vollkommenheit entwi kelt , heiÿt es bleibt das Un-Vollkommene auf der Stre ke. In unserem Fall unser materieller Körper. Das ist einer der Gründe, warum spirituelle Führer, man hmal nur eine geringe Lebens-Spanne haben. Anderen wiederum gelingt die vollständige Transformation, wie i h im na hfolgenden Beispiel darstellen mö hte. [Sönam Namgyal℄ war ein sehr einfa her und bes heidener Mann, der seinen Lebensunterhalt als umherziehender Steinmetz verdiente, indem er Mantras und heilige Texte in Stein meiÿelte. Einige behaupten, er sei in seiner Jugend ein Jäger gewesen und habe später Belehrungen von einem sehr groÿen Meister erhalten. Einige Zeit vor seinem Tod sah man ihn häu g in die Berge gehen, wo er einfa h bloÿ dasaÿ eine Silhouette gegen den Himmel und in den Raum s haute. Er erfand seine eigenen Lieder und Gesänge und sang sie statt der traditionellen. Niemand hatte eine Ahnung davon, was er eigentli h ma hte. Dann wurde er krank zumindest s hien es so aber seltsamerweise wurde er zunehmend glü kli her. Als die Krankheit s hlimmer wurde, rief er seine Familie, Ärzte und Meister herbei. Sein Sohn mahnte ihn, si h aller Belehrungen zu erinnern, die er gehört hatte. Er aber lä helte und sagte: I h habe sie alle vergessen, und es gibt sowieso ni hts zu erinnern. Alles ist Illusion, aber i h habe volles Vertrauen, dass alles in Ordnung ist. Kurz vor seinem Tod im Alter von neunundsiebzig Jahren sagte er: I h mö hte nur um eines bitten: dass ihr meinen Körper na h meinem Tod für eine Wo he ni ht fortbringt. Als er gestorben war, wi kelte seine Familie den Körper ein und 15
2 Ent-Stehung des So-Seins lud Lamas und Mön he ins Haus, die für ihn praktizieren1 sollten. Sie bra hten den Lei hnam in eine kleine Kammer, konnten aber ni ht umhin, verwundert festzustellen, dass sie keine Probleme hatten, ihn dort unterzubringen, obwohl er ein groÿer Mann gewesen war es s hien, als sei er kleiner geworden. Zur glei hen Zeit waren auÿergewöhnli he Ers heinungen regenbogenfarbenen Li hts um das ganze Haus herum zu beoba hten. Als sie am se hsten Tag in die Kammer s hauten, war der Körper si htli h kleiner geworden. Am a hten Tag na h seinem Tod kamen am Morgen, für den die Bestattung geplant war, die Lei henbestatter, um seinen Körper abzuholen. Als sie die Umhüllungen aufwi kelten, fanden sie nur mehr ein paar Haare und Nägel. [13, S. 204-205℄ Au h Carlos Castaneda verlor seinen Lehrer auf die glei he Weise. Don wurde ebenfalls dur h Li ht-Ers heinungen aufgelöst und verlieÿ diesen Erdenplan in seinem Regenbogenkörper. S haut man si h weiter in Erfahrungsberi hten alter und junger Meister um, so s heint dieses Phänomen ni ht allzu selten zu sein. Do h zurü k zu den Elohim. Na hdem die Elohim die zodiakalen Kräfte umhüllt hatten, begannen sie ihren S höpfungszyklus. Dur h die Vereinigung der zodiakalen Kräfte und der weibli hen Kräfte der Elohim, wurde das geboren, was im Universum später zur so genannten dritten Kraft wurde. Aus ihr entstanden später Rua h und die Lebenskraft. Diese dritte Kraft hält die männli hen und weibli hen Energien in der Balan e. Aus der Vereinigung aller drei Kräfte wurde das geboren, was in unserem Universum zur aktiven und handelnden Kraft wurde. Für das Glei hgewi ht dieser drei Kräfte der handelnden Kraft, nden wir in allen alten Religionen das glei hseitige Dreie k als Symbol (siehe Abbildung 2.1 auf der nä hsten Seite). Das Dreie k ist au h die erste Form, der erste Raum, der si h mit Essenz anfüllen lässt. Juan
• Im Dreie k beginnt der Raum. 1 praktizieren heiÿt in diesem Zusammenhang beten und religiöse Handlungen dur hführen.
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2.1 Der erste S hritt Abbildung 2.1
Dreie k
So wurden die drei Kräfte zu den drei Gesi htern der Gott-Heit, die letztli h das Eine repräsentieren. In den Elohim existierten die zwei Polaritäten: männli h und weibli h. Aus der Verbindung beider wurde die dritte Kraft ges ha en, die Vereinigung, ein untrennbarer Teil beider Kräfte. Diese drei Kräfte waren die Gesi hter unseres Gottes, sie ers heinen als Brahma -Vishnu - Shiva, als Wotan - Willi - Weh, als Vater, Sohn und Heiliger Geist, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese drei Kräfte gehören eigentli h zu einer Einheit, aber in der S höpfung wurde es notwendig, dass jede einzelne dieser Kräfte eine bestimmte Rolle spielte. Jede der drei Kräfte wurde zu einem Ausgangspunkt kaum vorstellbaren Ausmaÿes, der im Tao Te King so tre end harakterisiert wurde, dass i h es hier no h einmal wiederholen mö hte.
Das Tao gebiert Eins, Eins gebiert Zwei, Zwei gebiert Drei, Drei gebiert alle Dinge. Alle Dinge haben im Rü ken das Weibli he und s hauen auf das Männli he. Wenn männli h und weibli h si h verbinden atmen die Dinge Harmonie.[11, Vers 42℄ Der männli he Anteil dieser Kraftzentren wurde in der kabbalistis hen Terminologie Kether genannt. Kether bedeutet Krone. Kether, dem au h der 17
2 Ent-Stehung des So-Seins
Wille zugeordnet wird, ist das männli he, das zeugende Prinzip. Von Kether geht das Li ht aus, das alles erleu htet und das den Samen der zukünftigen Frü hte enthält. Cho hmah, das nä hste Kraftzentrum sammelt und verinnerli ht das Li ht von Kether. Es ist das Kraftzentrum der Weisheit, aber au h der Vorsehung. Aus ihr ergieÿt si h der Brunnen göttli hen Li hts, das dem Leben zur Verfügung steht. Das dritte Kraftzentrum wird Binah genannt. Binah repräsentiert das S hi ksal. Dur h Binah wird das gesamte Universum in Bewegung gesetzt. • In den S hriften wird erzählt, dass zwis hen diesen drei Kraftzentren,
die au h Sephiroth (Einzahl: Sephira) genannt werden, der erste, der UrKon ikt stattfand, der die gesamte Zukunft unseres Lebens prägte. Dieser Kon ikt s huf die Grundlage für die Existenz der Syphilinie und der Karzinogenie.
Die Abhängigkeit zwis hen den drei Sephiroth wird normalerweise folgendermaÿen dargestellt. (Siehe Abbildung 2.2) Abbildung 2.2
Die drei Ur-Sephiroth
Kether
Binah
Chochmah
Diese drei Energiezentren gehören zwar einer Ein-Heit an, do h ihre Funktion ist unters hiedli h, wie unsere bekannten Miasmen unters hiedli he Ausprägungen zeigen, jedo h alle der Tsora-at (zrxv) entspringen. 18
2.1 Der erste S hritt Um den Ur-Kon ikt ni ht spra hli h zu verfäls hen zitiere i h Kabaleb wörtli h: Wir sagten, dass diese drei Energiezentren einer bestimmten Lebens-welle angehören und dass sie eine Einheit darstellen. Aber bei der Aufteilung der vers hiedenen Arbeiten wurde eines sofort o ensi htli h: In dem geplanten Li htuniversum würde nur Leben ihrer göttli hen Art mögli h sein, wenn sie Leben entwi klungsmäÿig unter ihrem eigenen Niveau erzeugen und neue Wesenheiten in den Strom der Evolution einbringen wollten, würde es notwendig, in si h selbst eine dunkle Zone zu ers ha en, damit das neue Leben in diesem S hatten evolutionieren könnte. [10, S. 83℄ Ein Kraftzentrum musste also das Opfer auf si h nehmen und si h so weit hinuntertransformieren, dass physis hes Leben mögli h wird. Binah, so heiÿt es, nahm die Aufgabe auf si h, si h zu verdunkeln, um im S hatten der Dunkelheit Leben zu ermögli hen. Aus diesem Grunde wird Binah au h die dunkle Mutter genannt. Ihr Opfer ma hte Materie, wie wir sie kennen, mögli h. Binah wurde die Ur-Mutter allen Seins, wie Eva die Mutter aller Mens hen wurde, und die Tsora-at (zrxv) Mutter aller Krankheiten. Do h ni ht alle Elemente, die im Binah-Energiezentrum arbeiteten, waren mit diesem Opfer einverstanden. Sie wollten das Li ht-Niveau ni ht verlassen, das sie mühsam errei ht hatten. Wir nannten diese Gruppe E htroy. Es gab eine Rebellion im no h ni ht vorhanden Universum und die E htroy, die si h o ensi htli h gegen den göttli hen Bes hluss stellten, wurden in den Abgrund geworfen, in den Abyss (siehe Abbildung 2.3 auf der nä hsten Seite). Sie wurden auf ein tieferes Niveau ges hleudert, weil sie ni ht bereit waren, si h zu erniedrigen. • Mit diesem göttli hen Akt wurden die Widersa her Gottes ges ha en,
die aufgrund der Freiheit, die wir alle haben, si h ents hieden, aus dem göttli hen Plan auszus heren. Das war der Beginn von Karzinogenie und Syphilinie.
Immer häu ger wurden die Parteien, die si h dem göttli hen Willen widersetzten auf diese Weise zur Räson gebra ht. Es entstand ein Leben unter dem Abgrund. Eine neue Welt bildete si h, eine Welt die nahezu identis h mit der Welt oberhalb des Abgrundes war, mit einem einzigen Unters hied, 19
2 Ent-Stehung des So-Seins Abbildung 2.3
Abyss
Kether
Binah
Chochmah
Abgrund
• war die Welt oberhalb des Abgrundes aus der Einheit geboren, so gebar
si h die Welt unterhalb des Abgrundes aus der Zwei-Heit.
Wir Spra hen darüber im Band 2 der S hriftenreihe. Genauer bes hrieben wird diese Entwi klung in [12℄. Die E htroy-S höpfung ist im Beginn identis h mit der göttli hen S höpfung, do h im dritten S hritt verwenden die E htroy einen Tri k. An Stelle der dritten, der versöhnenden Kraft, nutzen sie die potenzierte Kraft der Polarität. Es entsteht eine Welt, die auf der polaren Basis aufgebaut ist. • Die E htroy-Welt kenn nur die Welt der Polarität, da sie keine versöh-
nende Kraft besitzt. Die heilige Versöhnung fehlt gänzli h.
Beide Welten sehen nahezu identis h aus, do h die eine Welt hat im Zentrum die Einheit, die andere Welt im Zentrum die Zwei-Heit. Es ist die Aufgabe des Mens hen, herauszu nden mit wel her Welt er si h identi zieren mö hte mit der Welt der Ein-Heit oder der Welt der Zwei-Heit. Na hdem die Rebellen gestürzt worden waren, begann Binah si h zu verdunkeln und die Voraussetzungen für die S ha ung unseres Universums wurden geboren. Eine neue Lebens-welle entstand. 20
2.1 Der erste S hritt Abbildung 2.4
Göttli he und E htroy-S höpfung im Verglei h
(a) Die göttli he S höpfung
(b) E htroy-S höpfung
Die E htroy wurden die ersten Wesen, die wir Böse nennen könnten, da sie si h o en-kundig dem göttli hen Willen wider-setzten. Die Ur-Sa he war die Opferung Binahs und die Weigerung das Opfer mitzutragen. • So wurde das Böse in unserer Welt dur h ein Opfer geboren, dur h ein
Opfer wurde es wieder er-löst.
Dieses Opfer gehört zur Ebene der Karzinogenie, die wir in unserer Tabelle ergänzen (siehe Tabelle 2.1 auf der nä hsten Seite). Für das Verständnis der miasmatis hen Dynamik ist wi htig, dass Opferung und die S ha ung des Bösen in engem Zusammenhang stehen, ja, ohne einander gar ni ht denkbar wären. Die Opferung gehört aber ebenso wie die Psora zum Gesetz des Ausglei hes, während die Syphilinie unter das Gesetz der Abstoÿung gestellt wurde. Die Form, wie das Gesetz des Ausglei hes auf der karzinogenen Ebene funktioniert, ist allerdings eine besondere, die wir aber erst verstehen können, wenn wir ein wenig tiefer die Me hanismen der Syphilinie betra htet haben. 21
2 Ent-Stehung des So-Seins
Tabelle 2.1: Die Grund harakteristika der Miasmen Unendli hes Ni hts
Ni hts
Unendli hes
Gesetz der
Gesetz des
Gesetz der
Anziehung
Ausglei hes
Abstoÿung
leu htendes Ni hts
Karzinogenie Opfer; Opferung Sykose Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
22
Syphilinie Psora Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen Das Böse; Widersa her
2.2 Der zweite S hritt
2.2 Der zweite S hritt 2.2.1 Die Geburt der Luziferen
Jede Lebenswoge hat (bringt) besonders talentierte Wesen hervor (gebra ht), die dur haus in der Lage wären (sind) eine Klasse zu überspringen , aber es hat au h immer Wesenheiten gegeben, die in der Entwi klung zurü kblieben. So gab es am dritten Tag der S höpfung ein Problem. Am ersten Tag regiert das Element Feuer das Ges hehen. Am zweiten Tag das Element Wasser. Am dritten Tag werden Feuer und Wasser miteinander kombiniert, was für den Mens hen von Vorteil ist, da er spirituelle Informationen (Feuer) hauptsä hli h dur h die Gefühls-Ebene (Wasser) aufnehmen kann. Au h wurde von den Erzengeln und Engeln verlangt, dass sie den Mens hen auf besondere Weise unterstützen. Eine bestimmte Gruppe von Erzengeln und Engeln, die Luziferen genannt wurden, folgten dem Beispiel der E htroy und weigerten si h, si h dieser Arbeit zu unterziehen. Der Anführer dieser zweiten Revolution war der Erzengel Samael, der ein paar Probleme mit den Elohim hatte. Die Erzengel lernten wir als Ges höpfe des zweiten Tages kennen[6℄; sie sind Ges höpfe des zweiten Tages eines anderen S höpfergottes. Um ihre Evolution zu vollenden helfen sie unserem S höpfergott bei der Arbeit. Wie wir s hon hörten ist der Abgrund (Abyss ) ein beliebtes Spielzeug geworden, göttli he Probleme zu lösen. Do h wird er oft genug selber zu einem Problem. Die in den Abgrund Gestoÿenen leben unter ihrem mögli hen Niveau und tragen forthin ihr Li ht, das neue Herde der Disharmonie in den jüngeren Lebens-Wellen mit si h bringen kann. So werden wir bereits auf sehr junger Stufe mit der Mögli hkeit konfrontiert, uns gegen die S höpfung zu stellen, und ni ht alle sind stark genug, si h dieser Verführung zu entsagen. Der Wurf in den Abgrund hat natürli h au h seine Grenzen. Die tiefste Kammer der Abgründe, wurde von uns Hölle genannt. Es wird erzählt, dass zwis hen Samael und Elohim von jeher ein gespanntes Verhältnis existierte. Samael war einer der Erzengel, der in der Lage gewesen wäre am siebten Tage der S höpfungsperiode des Gottes, aus der au h die Elohim entstammten, selber ein Gott zu werden. Do h das Problem mit dem Samael zu kämpfen hatte, war die Eitelkeit. Er glaubte gröÿer zu sein, als er in Wirkli hkeit war, (ein sehr sykotis hes Problem) um dann am Ende festzustellen, dass er sein Ziel selbst Gott zu werden aus diesem Grunde ni ht errei hen 23
2 Ent-Stehung des So-Seins konnte. Eifersu ht und Neid zerrten an ihm und verwandelten seine sykotis he Hybris in die Kräfte der Destruktion. Do h kehren wir zurü k zur Weigerung der Luziferen (und ihrem Anführer Samael). Verständli h wird viellei ht, dass die Luziferen unseren S höpfergott ni ht als ihren wahren Herren anerkennen. Die Weigerung das FeuerElement mit dem Wasser-Element zu verbinden s hloss die Luziferen aus dem Evolutionsplan aus. Die Luziferen waren sehr ges hi kt im Umgang mit Feuer, do h zeigten sie ni ht das glei he Talent im Umgang mit Wasser oder der Kombination beider Elemente. Feuer ist ein höheres Element als Wasser, es erzeugt im Mens hen Enthusiasmus und Wissensdurst, do h leider au h Fanatismus und die Neigung als mens hli he Bombe2 andersgläubige in eine Katastrophe zu ziehen, wie es in jüngster Zeit häu ger ges hah. Do h obwohl Feuer ein höheres Element ist als Wasser, können wir es ni ht direkt aufnehmen, ohne unser Nervensystem zu verbrennen. Ähnli h wie wir Mineralien dur h P anzen aufnehmen, nehmen wir Feuer dur h das Wasser-Element (Emp ndungen und Gefühle) auf. Das heiÿt, dur h die Gefühle werden wir zur Spiritualität erwa hen .[10, S. 24℄ Diese Aussage haben wir im Band 2 der S hriftenreihe nur gestreift und uns mehr auf die Zahlen konzentriert. An dieser Stelle aber sollten uns die Element interessieren, die den vers hiedenen Miasmen zugeordnet werden. Wir haben über das Gesetz der Drei-Vier-Beziehung bereits ausführli h gespro hen[6℄. Dieses Gesetz lässt si h au h auf die Element anwenden. Die klassis he Einteilung der Welt spri ht von vier Elementen: • Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Es gibt andere Philosophien, die den Raum als fünftes Element beisteuern, sodass eine Fünf-Elementen-Lehre entsteht. Für die Miasmatik ist diese Lehre ni ht ohne weitere Anpassungen und andere philosophis he Hintergründe zu verwenden, einfa her, und für unser Verständis der Miasmatik ausrei hend, ist die Lehre der vier Elemente. Die Vier-Elementen-Lehre sagt, dass ni ht alle vier Elemente Ur-SprungsElemente sind. Die Ur-Sprungs-Elemente sind nur drei: 2 Selbstmörderattentate, bei der der Attentäter si h selber mit Sprengsto (Feuer) umgibt,
um als mens hli he Bombe zu fungieren. Oder am 11. September 2001 mit Flu h-Zeugen die sykotis hen Monumente (World-Trade-Center) amerikanis hen Lebensgefühles in Feuer und As he zu verwandeln.
24
2.2 Der zweite S hritt Abbildung 2.5
Die vier Elemente Wasser
Erde
Feuer
Luft
• Feuer, Wasser und Luft.
Das Wasser nimmt hier wieder eine Sonderstellung ein, da es dem Gesetz der Drei[6℄ gehor ht. Es existiert als: • Wasser, Eis und Dampf.
Das Eis ist hierbei von besonderer Bedeutung, da es die Basis für die Materiewerdung s ha t. In der Sykose[5℄ beri hteten wir bereits darüber, dass der Kristall für die alten Kulturen Eis war, das ni ht mehr s hmolz. So ist es nur naheliegend, diese Kristallisation als Erd-Werdung des Wassers zu bezei hnen. So s hien für die alten Kulturen die Erde kein neues Element zu sein, sondern auskristallisiertes Wasser. Die Position, die das Element Erde in dieser Form des Denkens einnahm ist wiederum für uns von einiger Bedeutung, denn sie positionierten das ErdElement zwis hen das Wasser und das Feuer-Element. Auf diese Weise lös hte das Wasser das Feuer ni ht, und das Feuer konnte das Wasser ni ht verdampfen. Eine ges hi kte Positionierung, die das Erd-Element unter das Gesetz des Ausglei hes stellt (siehe Abbildung 2.5). In der Abbildung lässt si h erkennen, wie das Erd-Element als Bollwerk zwis hen Wasser und Feuer positioniert wurde und wie das Luft-Element mit allen anderen in Verbindung steht. 25
2 Ent-Stehung des So-Seins Abbildung 2.6
Miasmen und ihre Elementzugehörigkeit Sykose
Sykose III
Syphilinie
Psora
Geben wir diesen Elementen miasmatis he Namen so entsteht die Graphik 2.6. Wir können an dieser Stelle die Miasmen um ihre Elemente erweitern und kommen auf folgende Einteilung: • Psora Luft • Sykose Wasser • tertiäre Sykose Erde • Syphilinie Feuer
Au h diese Informationen können wir in unsere Tabelle eintragen (siehe Tabelle 2.2 auf der nä hsten Seite). Tragen wir an dieser Stelle no h die Karzinogenie in die Abbildung ein, so ergibt si h folgende Graphik (siehe Abbildung 2.7 auf Seite 28). Dieser Konstellation werden wir im Laufe dieses Bu hes no h einmal begegnen, weshalb Sie si h ihren Aufbau gut einprägen sollten. Verlassen wir an dieser Stelle die mythologis hen Hintergründe und Kurzabrisse und wenden uns einer sehr interessanten Zeit zu der Jahrhundertwende um das Jahr 1500.
26
2.2 Der zweite S hritt
Tabelle 2.2: Die Grund harakteristika der Miasmen Unendli hes Ni hts
Ni hts
Unendli hes leu htendes Ni hts
Gesetz der
Gesetz des
Gesetz der
Anziehung
Ausglei hes
Abstoÿung
Sykose Wasser
Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
Karzinogenie Opfer; Opferung Sykose III Erde Psora Luft Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Syphilinie Feuer
Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen Das Böse; Widersa her
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2 Ent-Stehung des So-Seins
Abbildung 2.7
Die Karzinogenie
Karzinogenie
Sykose
Sykose III
Psora
28
Syphilinie
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Es vergeht ni ht ein Tag auf unserem blauen Planeten, an dem ni ht Kinder geboren werden, Mens hen-Kinder, Tier-Kinder, P anzen-Kinder. Wie oft aber gelingt es uns, die Geburt einer Krankheit zu sehen? Das ist kein all-tägli hes, kein all-übli hes Ereignis. Sol h ein Ereignis zieht normalerweise viele Versammlungen und Diskussionen mit si h, die dieses Phänomen zu ergründen su hen, Konferenzen werden abgehalten, das Für, das Wider erwogen, manfrau su ht in alten Kulturen na h Spuren, nur um viellei ht zu einem Ergebnis zu kommen, das der Wahr-Heit einigermaÿen gere ht wird. Das Geburtsjahr der Syphilis wird etwa auf das Jahr 1492 datiert, do h gab es Mens hen, die behaupteten, dass die Syphilis älter sei, als ihr Auftreten um 1492. Na hweisen lässt si h jedo h nur Weniges. Es s hien Gründe zu geben, die Erkrankung bei Moses zu su hen (Tsora-at zrxv), oder bei Hiob, do h s heinen diese Untersu hungen zu keinem wirkli h überzeugenden Ergebnis zu führen. Andere glauben ihren Ur-Sprung eindeutig in das 15. Jahrhundert legen zu können, und au h das s heint zweifelhaft. Man glaubte in ihr eine Degeneration der Lepra (Tsora-at zrxv) sehen zu können oder glaubte, Kolumbus bra hte sie als Gastges henk aus Amerika mit. Die Bes hreibungen der Krankheits-Ers heinungen in der Bibel s heinen eher auf andere Krankheiten hinzuweisen, denn die ges hwürartige Form der Syphilis ndet kaum Erwähnung. Denno h seien hier einige Krankheits-Bes hreibungen aufgelistet, die an die Syphilis erinnern könnten.
3.1 Die veneris hen Krankheiten der Antike • In der grie his hen Antike spri ht Hippokrates von Ges hwüren und
einer Art Auswu hs an den Ges hle htsteilen. [9, S. 271℄.
29
3 Die Geburtswehen einer Krankheit • Ähnli h erwähnt au h Celsus eine Art Can er oder S hanker ein
unheilbares Krebsges hwür um die Ei hel herum.
• Au h Aetius erwähnt ein sol hes Leiden, das mit der Amputation des
Gliedes behandelt wurde. Er nennt dieses Leiden Ul era depas entia .
• A tuarius bes hreibt kleine Thymi , kleine Auswü hse, die si h an
der Ei hel, der Vorhaut, der Harnröhrenmündung und dem After zeigen. Au h S hrunden, die an den Ges hle htsteilen auftreten, werden erwähnt.
• Plinius jnr. spri ht von einer Frau, die si h ins Wasser stürzte, weil
ihr Mann mit unheilbaren, fauligen Ges hwüren an den Ges hle htsteilen behaftet war.
• Josephus, der jüdis he Ges hi htss hreiber spri ht von dem in Fäulnis
übergegangen Ges he htsorgan des Herodes, sowie von dem dur h ein fressendes Ges hwür am Ges hle htsorgan herbei geführten Tod des Apion.
• Palladius erzählt von Heron, der, na hdem er in Trunkenheit mit ei-
ner S hauspielerin ges hlafen hatte, ein Brandges hwür (anthrax ) an der Ei hel bekam, das die Fäulnis und das Abfallen des Gliedes na h si h zog.
Falls es si h bei diesen bes hriebenen Ers heinungen um die Syphilis handeln würde, so war sie zwar im Pool der Mens hheit bereits vorhanden, nahm aber ni ht sol h einen epidemie-artigen Charakter an, wie wir es von der Syphilis des 15. Jahrhunderts hören können.
3.2 Die veneris hen Krankheiten des Mittelalters • Avi enna spri ht von Ges hwüren am Penis, die, wenn sie faulig werden
und si h weiter fressen, zur Amputation des Gliedes führen könnten.
• Mi hael S ott spri ht von Frauen, deren krankhafter Aus uss junge
Leute anste kt, sodass die Unwissenden oft einen kranken Penis haben oder mit der Lepra bes henkt werden. Die in einem sol hen Zustand erzeugten Kinder kommen mit mehr oder weniger verdorbenen Säften zur Welt.
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3.3 Die Syphilis als Epidemie • Wilhelm von Sali et erzählt von Bubonen, die bei Leuten vorkom-
men, die es mit unreinen Frauen zu tun hatten, oder aus anderen Ursa hen einen kranken Penis haben.
• Au h Lanfran , sein S hüler, spri ht von S hoÿbeulen , die na h Ge-
s hwüren am Penis entstehen sowie von Auswü hsen, die an Vorhaut und Ei hel vorkommen und die, wenn sie si h vers hlimmern in an eröse Ges hwüre übergehen. An einer Stelle sagt er sogar, es entstehe na h Beis hlaf mit einer unreinen Frau ein an eröses Ges hwüre (Can er ), das meist unheilbar sei und die Ablösung des befallenen Teiles erfordere. [9, S. 274℄
• Gordon, der etwas später als Lafran s hrieb, nennt als Folgen eines
unreinen Beis hlafes an eröse Ges hwüre, Eiterbeulen und Ju ken. Er spri ht davon, dass diese Ers heinungen au h dur h andere Ur-Sa hen entstehen könnten, wie zum Beispiel Stoÿ oder Fall, dass aber die dur h Ges hle htsverkehr erworbenen, bei weitem die am s hwierigsten zu heilenden sind.
• Die beri hterstattenden Ärzte Englands warnen vor dem ges hle htli hen
Verkehr mit leprösen Frauen . Besonders die Priester würden unter einer Ers heinung leiden, die der Gonorrhoe sehr ähnli h ist, weil sie häu ger mit diesen leprösen Frauen verkehrten, um dann wiederum andere Frauen anzuste ken.
3.3 Die Syphilis als Epidemie Na h Meinung der früheren Syphiliographen wird die Syphilis-Epidemie in das ausgehende 15. Jahrhundert datiert. Es s heinen s hon einige Fälle im Jahre 1492 in Italien und Spanien aufgetreten zu sein, während die Verbreitung der Epidemie auf das Jahr 1494 datiert wird. Besonders der Einfall der Franzosen in Italien s heint ein wi htiger Faktor bei der Verbreitung dieser Erkrankung gewesen zu sein. Die groÿe Epidemie breitete si h von Italien über Frankrei h, Spanien und England aus bis na h Westfalen, Pommern, Preussen und Sa hsen. Je na h dem letzten Ort der Herkunft nannte man sie in Frankrei h die neapolitanis he Krankheit , in Holland die spanis hen Po ken , in Deuts hland 31
3 Die Geburtswehen einer Krankheit die Franzosenkrankheit und in Polen das deuts he Weh . Eine andere Art sie zu bezei hnen bezog si h auf ihren Sitz. Da sie si h bei Frauen hauptsä hli h an den S ham-Teilen zeigte, nannte man sie Pudendagra , die Ausbildung bei Männern vorzugsweise im Gesi ht, gab ihr den Namen Mentagra , wegen ihrer Übertragung dur h Ges hle htskrankheit nannte man sie veneris he Krankheit . Dass diese Krankheit eine absolut neue, bisher no h nie gekannte war, bezeugen alle damals lebenden Ärzte und S hriftsteller, wel he si h vergebens abmühten, ihr unter den bis dahin gekannten Krankheiten einen passenden Namen zu nden, indem sie dieselbe bald als eine neue bösartige Form der Lepra oder der Elephantiasis, bald als eine neue bösartige Form der Blattern (Variolae aluhumatae ) zu betra hten versu hten, zuletzt aber auf keine Weise wussten, was sie aus ihr ma hen sollten, und sie sogar häu g nur mit dem Namen der Heiligen bezei hneten, bei denen das Volk Hülfe dagegen zu nden glaubte, wie z.B. Morbus St. Ro hi et . [9, S. 277℄. Leider geht aus den Dokumenten allein ni ht hervor, ob die Erkrankung rein veneris her Natur war, oder ob sie si h aus der sehr verbreiteten Lepra und den früheren Krankheiten zusammensetzte, um dur h die Gewalt der zusammen wirkenden kosmis hen und politis hen Veränderungen, der BewusstseinsMutation, die Jean Gebser in das ausgehende 15. Jahrhundert verp anzt, zu einer neuen Erkrankung umgeformt zu werden. Gehen wir von der in der S hulmedizin verbreiteten Erreger-Theorie aus, so s heint dies sehr unwahrs heinli h, do h betra hten wir die Theorie, dass die Umgebung die Erkrankung und ihre Erreger formt, so s heint zumindest diese komplexe Ansi ht ni ht so ganz unwahrs heinli h zu sein, zumal der Erreger der Syphilis erst im Jahre 1905 das Li ht der Welt erbli kt, wo er es hätte s hon viel früher tun können, wenn es ihn gegeben hätte. Wie au h immer wir für uns selbst die Frage na h der Entstehung der Syphilis beantworten wollten, sie bleibt ungeklärt, und soll es wahrs heinli h au h sein, ein Mys-terium, ein Mias-terium, ein Miasma, aus Dunst und Nebel geboren. Gegen die Tatsa he, dass es si h um eine rein veneris he Krankheit gehandelt habe, spri ht, dass viele Ers heinungen (zum Beispiel beim Mann) ni ht an den S hamteilen auftraten, sondern im Gesi ht ( Mentagra )1 , ob das Gros dieser 1 Ableitung von mens, mentis = Geist; oder von mentula = Kinn
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3.3 Die Syphilis als Epidemie Männer oralen Sex bevorzugte und sie aus diesem Grunde die Ers heinungen im Gesi hte trugen, s heint unwahrs heinli h. Do h denken wir an die Ges hi hte der Luziferen, die Sex und Geist verbanden, so haben wir hier die beiden Pole ihrer Ausprägung vor uns liegen, die Pudendagra (weibli he) - Mentagra (männli he) A hse. Pudendagra weibli h
Mentagra männli h
Es s hien nie ganz klar, ob die epidemieartige Ausprägung jener Erkrankung wirkli h eine syphilitis he war oder ni ht. Es gab z.B. S hriften, wie die von Fernel, der ni ht lange na h der Epidemie s hrieb und der versu ht hatte, den Morbus galli us von der veneris hen Krankheit zu unters heiden, und dazu neben Ges hwüren, Bubonen und Eiteraus üssen nun au h sekundäre Ers heinungen wie z.B. Pusteln, S hmerzen und Ausfallen der Haare bes hreibt. de Vigo erwähnt im 16. Jahrhundert wahrs heinli h zum ersten Mal die Charakteristika syphilitis her Ges hwüre mit spe kigem Grund, kallösen, livide und fast s hwärzli h (dunkelkupferbraun) gefärbten Rändern. ...so sehen wir na h der Epidemie mit einem Male eine neue veneris he Form ins Dasein getreten, wel he im wesentli hen ganz die unserer heutigen S hankersyphilis ist, und mit deren Auftreten die bis dahin no h überall herrs hende Lepra wie dur h einen Zaubers hlag aus Europa verdrängt worden zu sein s heint. [9, S. 279℄ Das Vers hwinden der Lepra war . . . so au allend, dass in dem damals viel kleineren Frankrei h, wo man vor jener Epidemie über 21000 auÿerhalb der Städte angelegte Leprahäuser zählte, s hon im Jahre 1526, als die S hankersyphilis si h seit kaum dreiÿig Jahren zu einer Krankheit mit festbestimmten Formen ausgebildet hatte, die Lepra nur so selten no h vorkam, dass die Krankenhäuser aufgehoben wurden. Dasselbe fand an der Westküste von Italien, in einigen Gegenden Spaniens, sowie in England und in S hottland statt. [9, S. 285℄ Auf wel he Weise diese Beoba htung von Bedeutung sein kann, werden wir später no h sehen, do h dazu sollten wir uns ein wenig mit dem Ursprung und der Gegenwart der Syphilinie bes häftigen. 33
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Für die Erkärung der Syphilis gab es eine Menge Theorien, aufgestellt von Mens hen, die si h heute no h darüber streiten: • der amerikanis he Ursprung (Kolumbus) • der französi he Ursprung (Karl VIII) • der Lepra-Ursprung • der kosmis he Ursprung
Alle Theorien haben ihre Vor- und Na hteile, die in vielen S hriften ihre Dispute gefunden haben, sodass der Urspung der Syphilis bis heute ni ht geklärt werden konnte. Beginnen wir daher die Untersu hung der Theorien mit der unwahrs heinli hsten, um zu s hauen, wohin sie uns führt.
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Es ist die Sitte der Götter, sobald Sol auf seiner Wanderung eine bestimmte lange Reihe von Jahrhunderten dur hmessen hat, dass von Jupiter die S hi ksale ents hieden werden und alles na h der Ordnung ausgebreitet wird, was au h immer die Erde und den Himmel an Zukünftigem erwartet. Als dieser Zeitpunkt s hon unsere Zukunft bedrohte, da heiÿt der hö hste S höpfer der Dinge und der König der überirdis hen Mä hte, Jupiter als Gefährten seiner Werke herbeizukommen den Saturn und den Mars . Der Krebs entriegelt den Eingang mit den doppelten Tor ügeln und tut den Göttern die Hallen auf. [3, S. 36-37℄ Wenn i h die Aussage ri htig interpretiere, die hier getro en wurde, so s heint Fra astoro die Konjunktion von Jupiter, Saturn und Mars im Sternzei hen Krebs für das Au ammen der Syphilis verantwortli h zu ma hen. Wir wissen, dass vielerorts behauptet wird, die Entde kung Amerikas dur h Christoph Kolumbus sei es und die Kontakte mit syphilis-besetzten Einwohnern hätten dazu geführt, dass die Syphilis na h Europa ges hleppt worden sei, do h Fra astoros Beoba htungen zeigen ein anderes Bild: 34
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Sag Göttin, was sind die Gründe, die uns na h so langer Zeit eine ungewohnte Seu he gebra ht haben? Sie gelangte do h ni ht etwa zu S hi auf dem westli hen Meer in unseren Erdteil, als eine auserlesene S har von Spaniens Küste ausfuhr, es wagte die Brandung zu erproben, die unbekannte Flä he des s hwankenden Meeres und in einem anderen Erdteil gelegene Länder zu su hen? Denn dort, sagt man, herrs he diese Krankheit in dauerndem Unheil in allen Städten, ziehe überall umher, wegen der ständig fehlerhaften Bes ha enheit des Himmels und vers hone nur wenige. Muss man also annehmen, dass diese Anste kung wegen des Handels zu uns gelangt ist und, klein im Beginn, bald und allmähli h Nahrung und Kräfte aufnehmend, si h in allen Ländern verbreitete? Wie es oftmals ges hieht, wenn in die Stoppel die Glut von einer Fa kel fällt, die der Hirte na hlässig auf der S holle lieÿ. Jene s hreitet zwar s hwa h erst, glei hsam zögernd voran: allmä hli h nimmt sie in der Bewegung zu, erhebt si h und verwüstet siegrei h Ernte und Ä ker und den bena hbarten Hain und s hleudert Flammen zum Himmel. Weithin tönt ä hzend der weglose Wald Jupiters und weithin leu hten Himmel und Felder rings wider. Do h wenn zu Re ht Beoba htung Vertrauen verdient, darf man so ni ht urteilen: es ist si her ni ht angemessen, zu glauben, dass die Anste kung als Fremdling zu uns über das Meer gekommen ist. Vor allem können wir ja viele zeigen, die ohne jemanden zu berühren do h von selbst eben diese Seu he erfahren und zuerst ertragen haben. Auÿerdem hätte ni ht in so kurzer Zeit eine einzige Anste kung zuglei h so viele Länder heimsu hen können . . . Man sagt, dass sogar weit (voneinander) entfernte Völker sie zur selben Zeit zum ersten Male si h eingefangen haben. Und ni ht eher kannte sie das spanis he Volk. [3, S. 28-29℄ Wenn also die Beoba htungen stimmen, dass die Erkrankung an vielen Stellen der Erde glei hermaÿen ausbra h, so ist der amerikanis he Ur-Sprung der Erkrankung sehr unwahrs heinli h, zumal Kolumbus sehr genau über die Krankheiten der Besatzung Bu h geführt hat und kein einziger Fall bes hrieben wurde, der syphilis-ähnli he Ers heinungen zeigte. 35
3 Die Geburtswehen einer Krankheit In dem Glauben, dass eine allgemeine S hwingungs-Änderung der Erde verantwortli h für dieses Unglü k sei, wandte si h der Bli k na h oben zu den Sternen, wo die Götter seit jeher unser S hi ksal bestimmen. Erinnern wir uns daran, dass die Elohim die zodiakalen Kräfte bündelten, um unser Universum zu s ha en. In diesen zodiakalen Kräften gibt es xe Punkte (die so genannten Sternzei hen) und bewegli he Elemente (die Planeten). In der Astrologie ist die Konstellation der Planeten zu ihren xen Plätzen im Universum sehr wi htig. So regiert zum Beispiel der Mond den Krebs und kann die Energie dieses Sternzei hens auf diese Weise in andere zodiakale S hwingungen hineintragen. In einigen Sternzei hen wird die Wirkung verstärkt, in anderen vermindert. Au h spielen die Stellungen der Planeten untereinander eine groÿe Rolle. Wi htige Stellungen sind die Konjunktionen (alle Planeten stehen in einer Linie oder zumindest sehr nah beieinander), Quadrate (Planeten stehen im 90◦ Winkel zueinander) und Oppositionen (Planeten stehen si h gegenüber). Es gibt natürli h no h eine groÿe Menge anderer Beziehungen, die bedeutsam sind, die aber für unsere Belange ni ht interessieren. Weiterhin ist von Wi htigkeit, dass es 7 persönli he Planeten gibt, die für das individuelle S hi ksal verantwortli h sind: 1. Merkur (Â) 2. Venus (Ã) 3. Erde (Ê) 4. Mars (Ä) 5. Luzifer ( ) Â
6. Jupiter (Å) 7. Saturn (Æ) oder Mallon ist körperli h in Trümmer gebro hen, do h wirkt sein Geist no h dur h die Asteroiden Ceres, Pallas, Juno und Vesta. Saturn s hlieÿt den Kreis der persönli hen Planeten um die Sonne dur h eine Art Haut oder Panzer, wie er selber von einem Ring umgeben ist. Man nennt ihn au h den Hüter der S hwelle .
Luzifer
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3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis In der Au assung von Fra astoro wird nun der Anfangspunkt der Syphilis in einer ◮ Konjunktion der Planeten Saturn, Jupiter und Mars im Sternzei hen Krebs
gesehen. Do h auf diese Weise wird eigentli h nur etwas angefa ht, was s hon von jeher im Berei h des Mögli hen gelegen hat. Zuerst, was auf der Erde, was in der Höhe des Äthers und in der Tiefe des Meeres die Natur ans Tagesli ht bringt, all dies entsteht ni ht na h einem Ges hi k no h na h denselben Gesetzen; vielmehr wird ein groÿer Teil, wo die Grundsubstanz aus wenigen Elementen besteht, immer wieder und allenthalben ges ha en. Seltener ers heint anderes und nur zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten - seine Entstehung ist heftiger und ferner liegt der Anfang. Und bevor man hes aus der Finsternis und dem dunklen Kerker der Na ht hervorbri ht, zieht es tausend Jahre hin, fordert den Raum von Jahrhunderten. Von dieser Art ist die grausame Seu he, die jüngst ans Li ht kam und si h endli h aus der s hwarzen Finsternis befreite und die harten Fesseln in s hwerer Geburt zerriss. Man muss denno h annehmen (da die Zeit ewig ieÿt), dass sie ni ht nur einmal mit Namen bekannt war, denn die Länge der Zeit hüllt alles verfallend ein, zerstört die Dinge und die Namen: und ni ht kennen spät die Na hfahren die Denkmale ihrer Väter. [3, S. 28-29℄ S hauen wir uns in dem Zusammenhang an, was uns der Himmel bes herte. (Siehe Abbildung 3.1 auf der nä hsten Seite) Wir erkennen deutli h die Konjunktion, von der Fra astoro gespro hen hat - Mars, Jupiter und Saturn versammeln si h im Sternzei hen Krebs. Das Besondere an dieser oben bes hriebenen Konjunktion ist, dass wir sie im Verlauf dieser S hrift bereits kennen gelernt haben, do h unter anderen Namen. Aus vereinfa henden Gründen haben wir die Namen der Planeten und Sternzei hen mit den entspre henden miasmatis hen Begri en versehen, do h sehen Sie selbst (Siehe Abbildung 3.2 auf Seite 39). Fra astoro sieht in dieser Konstellation etwas, das wir Miasma nennen könnten, einen Dunst, eine Atmosphäre, die das Leben der Mens hen verseu ht. 37
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.1
38
Der Sternen-Himmel des 24.12.1503
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Abbildung 3.2
Konjunktion Karzinogenie Krebs
Sykose Jupiter
Sykose III Saturn
Syphilinie Mars
Willst du etwa der Reihe na h alle Gründe der Krankheit kennen, s hau zuerst, wel h groÿen Teil der Welt dieses Unheil befallen, wie viele Städte es angegri en hat. Und wenn du merkst, dass die Samen einer so s hlimmen Seu he ni ht im S hoÿ der Erde und ni ht im Meer sein können, musst du zweifellos erwägen und feststellen, dass der ursprüngli he Sitz des Übels in der Luft selbst ist, die alle Länder rings um utet, die in unsere Körper überall eindringt und gewöhnt ist, au h diese Krankheiten dem Ges hle ht der Lebenden beizubringen. Denn der Luftraum ist der Vater aller Dinge und der Ur-Heber der Entstehung. [3, S. 31℄ Wir können also, na h diesen Betra htungen, davon ausgehen, dass die Syphilinie stellaren, kosmis hen Ur-Sprungs ist. Au h die Betra htungen, die wir über die S höpfungen des Kosmos, und die Probleme, die daraus resultierten, anstellten, legen diesen S hluss nahe. Die Syphilinie entstand in Binah, als die E htroy si h weigerten, ihre Energie so weit herunterzutransformieren, dass Leben, wie wir es kennen, mögli h würde ◮ Dies war der erste Verstoÿ gegen die göttli he Ordnung.
Na hdem die E htroy in den Abgrund ges hleudert waren, wurde das Para39
3 Die Geburtswehen einer Krankheit dies ges ha en. Hebräis h Chesed, homöopathis h steht die Sykose in Bezug zu dieser Ebene, ihr Planet ist Jupiter. Hier fand, dank Binahs Opfer, die S höpfung des ersten Mens hen statt, aber es fand au h die erste Verführung dur h einen der gefallenen / in den Abgrund geworfenen Engel statt, der als S hlange in Ers heinung trat. Der Mens h wurde daraufhin ebenfalls in den Abgrund geworfen und musste lernen die Welt zu bea kern, die nun ni ht mehr so fru htbar war, wie ihre sykotis he Variante des Paradieses. Um die Mens hen zu leiten, wurden nun die Erzengel gebeten, das Element Wasser beherrs hen zu lernen, damit sie den Mens hen spirituell dur h die aufkeimenden und bewegten Gefühle leiten können. Do h die Luziferen weigerten si h, mit dem Element Wasser zu arbeiten. ◮ Dies war der zweite Verstoÿ gegen die göttli he Ordnung.
No h s hienen die Akte der Syphilinie den Mens hen kaum zu betre en, do h die Luziferen hatten dur h ihre Weigerung, mit dem Wasser-Element zu arbeiten, keine Mögli hkeit mehr, si h weiter zu entwi keln. Die Lösung, die si h anbot, war seltsam und zeigte ihre eigene Klasse von Problemen, ◮ Die Luziferen inkarnierten als Kundalini-Energie in unser Nervensys-
tem.
Bisher war der energetis he Dur hgang des Mens hen frei, und er konnte frei mit den göttli hen Instanzen in Kontakt treten, wie wir das in den biblis hen Ges hi hten na hlesen können, in denen der Mens h frei mit Gott kommunizierte. Diese freie Kommunikation wurde gewährleistet dur h den dur hgängigen Zentralkanal oder Shushumna, der auf gerader Linie die Haupt-EnergieZentren, die Chakren des Mens hen miteinander verband. Das energetis he System war sehr einfa h, und alle Energien wurden von diesem Zentralkanal gelenkt. Do h mit der Inkarnation der Luziferen wurde das System komplizierter und anfälliger. Die Luziferen inkarnierten als Paar, man nennt sie au h Betreuer-Ströme oder Ida und Pingala, wobei jeweils einer der Ströme die Entwi klung fördert, der andere sie hemmt. Die Betreuer-Ströme erhalten ihre Energie vom Zentralkanal, wobei zunä hst einmal eine Spaltung des Energie-Verlaufes statt ndet. Damit die Energie-Spaltung ni ht zu negative Ereignisse für den Mens hen mit si h bringt, wurde eine neue Instanz installiert, die der dritten Kraft, dem 40
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis heiligen Geist, der Lebenskraft, oder Rua h ent-spri ht, es war das System der diagonalen Vermittler . Dieses dur hläuft in Zi k-Za k-Linien den Körper und verbindet dabei die Energien. Auf diese Weise wurde das energetis he Konzept des Mens hen erhebli h s hwieriger zu lenken, aber die Luziferen erhielten so do h no h die Mögli hkeit, si h weiter zu entwi keln, mit dem Na hteil für uns, dass die Verführung nun aus dem Inneren kommt, und die energetis hen Strukturen so komplex geworden sind, dass sie s hwieriger zu lenken und zu dur hs hauen sind. (Aber die Stimme des Heiligen Geistes kommt nun ebenfalls aus dem Inneren, was von groÿem Vorteil ist, wenn wir auf seine Worte hören wollen). Wi htig ist, dass der Zentralkanal seine Bedeutung ni ht verloren hat und immer no h alle Systeme speist, sodass die Rü kwendung zu den Energien des Zentralkanals es mögli h ma ht, Einung und Heilung wieder herzustellen. Mit der oben bes hriebenen Konstellation wurde also ein altes Muster reaktiviert, das bereits im Kosmos vorhanden war, bevor der Mens h den Erdenplan betrat und die Verwi klung der Ereignisse dafür sorgte, dass diese kosmis he Krankheit au h den Mens hen a zierte. Um es no h einmal zu verdeutli hen,
◮ Die Syphilinie ist keine Erkrankung des Mens hen, aber dur h Identi ka-
tion mit ihr kann der Mens h ihr anheim-fallen.
Wir können erkennen, wie s hlüssig Fra astoros Erkenntnisse ineinander greifen. Die Ges hi hte hat jedo h einen groÿen Na hteil sie fand zu spät für die erste groÿe Syphilis-Epidemie statt. Kolumbus' Rü kkehr aus Amerika und die ersten Wehen der Syphilis-Epidemie waren eher als die von Fra astoro bes hriebene Konjunktion. Also war do h Kolumbus' Reise der Ur-Heber der Syphilis? Lassen Sie uns weitersehen. Fra astoro s hrieb, dass die Konjunktion im Krebs nur ein wieder Aufs himmern alter Strukturen ist, was wir anhand der Beispiele gut na hvollziehen können. Aber wie alt sind diese Strukturen? 500 Jahre, eine Jahrmillion? Wie weit müssen wir zurü k gehen, um eine ähnli he Konstellation wiederzu nden? Die Antwort ist: nur ein paar Jahre. Am 14.10.1425 fand nämli h eine ähnli he Konstellation im Sternzei hen Skorpion (ç) statt (siehe Abbildung 3.3 auf der nä hsten Seite). 41
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.3
42
Der Sternen-Himmel des 14.10.1425
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Das Bedeutsame ist ni ht, dass es sol he Konjunktionen gibt, sie tau hen zwangsläu g alle paar Jahre auf. Das Bedeutsame ist, dass sie in dem glei hen Element stattfand wie die Konjunktion im Sternzei hen Krebs nämli h im Wasser-Element. In der Astrologie ist bedeutsam, wenn eine sol he groÿe Konjunktion einen Elemente-We hsel vollzieht. Die erste Konjunktion unserer Planeten in einem Wasserzei hen fand am 14.10.1425 im Sternzei hen Skorpion statt. Skorpion ist ein sehr feuriges Wasserzei hen, sozusagen eine Kombination aus Feuer und Wasser, eine Kombination, die no h stärker mit den Grundelementen der Sypilinie zu tun hat, als ihre Konjunktion im Krebs. Damals entstand die Syphilinie-Epidemie jedo h ni ht. Denno h ndet si h in dieser Konstellation der Ur-Keim der Feuer-Wasser-Problematik, die wir s hon in den Ges hi hten der Weigerung kennenlernten. Do h diese Konjunktion wiederholte si h am 21.11.1483 (die Literatur spri ht vom 25.11.1484 [3, S. 9℄) no h einmal. (siehe Abbildung 3.4 auf der nä hsten Seite) ◮ Erst als die Konjunktion ein zweites Mal statt ndet, aktiviert si h die
Syphilinie.
Es wird no h eine weitere Besonderheit der damaligen Zeit in unserer heutigen Perspektive vergessen, nämli h dass in dieser Zeit no h ni ht alle Planeten bekannt waren, die wir heute den Sternzei hen zuordnen. • Uranus (Ç) wurde erst am 13. März 1781 entde kt. • Neptun (È) am 23. September 1846. • Pluto (É) am 18. Februar 1930.
Diese Planetensphären waren dem Mens hen no ht ni ht ins Bewusstsein gelangt, weshalb die Konjunktion der drei Planeten im Sternzei hen Skorpion die Hälfte des Zodiaks ausma hte, da jeder dieser drei Planeten zwei Sternzei hen repräsentierte, weil die e hten Herrs her no h ni ht gefunden waren. • Mars regierte Widder und Skorpion • Jupiter Fis he und S hütze • Saturn Wassermann und Steinbo k
43
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.4
44
Der Sternen-Himmel des 21.11.1483
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Abbildung 3.5
Sternzei hen Skorpion
Da diese drei bewegli hen Planeten ihre Energien in den Skorpion trugen, wurde sozusagen die Hälfte des Zodiaks skorpionis h eingefärbt. Hier wurde der Boden ges ha en, auf dem au h die spätere Konjunktion im Sternzei hen Krebs aufbaute. Bes häftigen wir uns ein wenig mit den Sternzei hen Skorpion und Krebs, ihren Besonderheiten und Mythologien. 3.4.1 Das Sternzei hen Skorpion
Felszei hnungen im Kaukasusgebiet zufolge war das Sternbild Skorpion s hon im 3. Jahrtausend v. Chr. bekann. Es ist Bestandteil vieler Orion-Sagen. • Orion war ein mä htiger Jäger, der dur h seine s höne Gestalt sogar die
Göttinnen der Liebe zu fesseln verstand. Eines Tages ging Orion mit seinem Hund Sirius auf Jagd, wo er in Liebe zu der Königsto hter Merope entbrannte. Ihr Vater verlangte von ihm eine Heldentat, bevor er ihm seine To hter geben wollte. Orion aber konnte ni ht warten und verführte sie, woraufhin ihr Vater Orion blendete. Na hdem ihm Apollon das Augenli ht wiedergegeben hatte, ging Artemis mit ihm auf die Jagd, aber au h ihr s henkte er nur Begierde, keine Liebe. Aus Ra he rief sie einen Skorpion, der ihn tötete. 45
3 Die Geburtswehen einer Krankheit • Gaja, die Göttin der Erde s hi kte dem Orion einen giftigen Skorpion,
weil er geprahlt hatte, dass es kein Tier gäbe, wel hes er ni ht erlegen könne. An einem Skorpionsti h soll Orion gestorben sein.
Zur Strafe wurde der Skorpion an eine Stelle im Himmel versetzt, der dem Orion fast genau gegenüber steht, sodass Orion aufgeht, wenn der Skorpion untergeht. • Indianer aus Zentralbrasilien sehen im Skorpion ein Tragnetz für Kinder. • Indianer aus dem Flussgebiet des Rio Negro in Nordbrasilien sehen den
Skorpion als Groÿe S hlange mit aufgerissenem Maul und gewundenem Körper. Der helle Antares oder Gegenmars ist die hinuntergewürgte Beute der S hlange. Am S hwanzende liegt das Ei der S hlange.
3.4.1.1 Tierkreiszei hen
Der Skorpion ist das a hte Tierkreiszei hen im astrologis hen Jahreszyklus und dauert vom 23. Oktober bis 21. November. In diesem Zusammenhang ist die Zahl 8 und ihre Beziehung zur Syphilinie bedeutsam[6℄. Die Sonne dur hwandert heute das nördli hste Stü k des Sternbildes in nur einer Wo he vom 24. November bis zum 1. Dezember und tritt dann in das ominöse dreizehnte Zei hen des S hlangenträgers ein. Das a hte Haus bestimmt den gesamten Lebenszyklus über Sexualität, Empfängnis, Geburt und Tod. Es ist vom hingebungsvollen, emotionalen Skorpion beein usst. Dieses Haus bestimmt die Einstellung zu Reinkarnation, Magie und zum Okkulten, zu Geld oder den Investitionen anderer, sowie zum Erbe von Besitz und Traditionen. Der Skorpion zählt zusammen mit Krebs und Fis hen zu den Wasserzei hen, obwohl si h dieses Tier vorwiegend in warmen, tro kenen Steppengebieten zu Hause fühlt. (Kon ikt zwis hen Feuer und Wasser) Die Wasserzei hen gelten als fantasievoll, innerli hkeitsbetont und mitfühlend. Sie sollen si h für das Unfassbare, für Träume und das Unbewusste interessieren. 46
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis 3.4.1.2 Sternbild
S orpius ist trotz einer Flä he von 497 Quadratgrad ein groÿes, helles und eindrü kli hes Sternbild und zählt zu den s hönsten des Himmels. Er be ndet si h teilweise im Band der Mil hstraÿe, nahe dessen Zentrum, westli h vom S hützen. Die Umrisse dieses Sternbildes erinnern sehr stark an die Gestalt des Tieres: Die drohend vorgestre kten S heren liegen im Sternzei hen Waage. Die markante Sternformation um Antares, dem Herzen des Skorpions, stellt den Brustpanzer dar; sogar der zum Angri aufgeri htete S hwanz mit dem Giftsta hel ist dur h einen Sternenbogen angedeutet (siehe Abbildung 3.5 ). Das Zentrum des Sternbildes kulminiert jeweils etwa am 3. Juni um Mitterna ht. 3.4.1.3 Bedeutende Ereignisse
Der Radiant der S orpius-Sagittariiden liegt etwa auf der Grenze zu beiden Sternbildern. Dieser Meteorstrom tritt vom 20. April bis 30. Juli auf und bringt es um den 14. Juni bis auf 20 Sterns hnuppen pro Stunde. Die Herkunft dieser Staub-, Gesteins-, und Metallpartikel konnte no h keinem bekannten Kometen zugeordnet werden. 3.4.2 Das Sternzei hen S hlangenträger
Dieses ominöse 13te Sternzei hen wird mit Asklepios, dem grie his hen Gott der Heilkunst, in Verbindung gebra ht. Er war der Sohn des Apollon mit seiner Geliebten, der s hönen Koronis aus Larissa. • Eines Tages beoba htete Apollons Rabe Koronis beim Seitensprung
mit einem Jüngling aus Thessalien und beri htete dies seinem Herrn. Vor Zorn über die Untreue gri Apollon zu Pfeil und Bogen und s hoss auf sie. Koronis sank mit einem Seufzer zusammen und sagte: Jetzt wirst du au h no h dein ungeborenes Kind verlieren. Apollon bereute seine Tat. Er rettete das Kind, Asklepios, und bra hte ihn zu Chiron, einem weisen Zentauren, zur Erziehung. In der Obhut des Chiron wu hs Asklepios heran und lernte von ihm die Kunst des Heilens.
Einer anderen Version dieser Legende zufolge, soll er sein Wissen über Heilkräuter von einer S hlange bekommen haben. 47
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.6
Der S hlangenträger
• Asklepios entwi kelte seine Heilkunst immer mehr und verfeinerte sie
zusehends, bis er s hlieÿli h so weit fortges hritten war, dass er Meister über Leben und Tod wurde. Er hatte die Fähigkeit erlangt, Tote wieder zum Leben zu erwe ken. Ein Orakel prophezeite ihm jedo h, dass er, wenn er dies einmal wagen sollte, von Zeus' Blitz getro en werde. So bewahrte Asklepios diese Kunst als sein Geheimnis und hütete si h davor, sie anzuwenden. Hippolytos war der Enkel des Meeresgottes Poseidon. Seine Stiefmutter Phaedra, die To hter von Poseidons Frau Pasiphae, versu hte ihn zu verführen und das Lager seines Vaters mit ihm zu s händen. Do h Hippolytos wies sie ab, und so verleumdete Phaedra ihn bei seinem Vater. Der ver u hte und verstieÿ ihn daraufhin. Hyppolytos starb kurz darauf bei einem Unfall seines Wagens, als die Pferde, vom Meerungeheuer ers hre kt, dur hgingen. Asklepios war zufällig zur Stelle und bedauerte sehr den ungere hten Tod des Hippolytos. Er erwe kte ihn wieder zum Leben. Als Zeus davon erfuhr, s hleuderte er einen seiner Blitze auf Asklepios und tötete ihn.
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3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Um ihn wegen seiner Heilkunst zu ehren wurde Asklepios in den Olymp aufgenommen und zum Gott der Heilkunst ernannt. Er ist heute immer no h am Himmel mit der S hlange zu sehen. 3.4.2.1 Tierkreiszei hen
Das Sternbild des S hlangenträgers liegt ebenfalls in der Ekliptik, und so tritt die Sonne heutzutage am 30. November aus dem Sternbild Skorpion kommend in dieses Sternbild ein, dur hwandert es und verlässt es dann am 18. Dezember, um wieder dur h das Sternbild S hütze zu wandern. Trotz jahrtausendealter Kenntnis wurde der S hlangenträger nie in den astrologis hen Jahreszyklus aufgenommen, denn dann gäbe es dreizehn Sternzei hen und diese Zahl soll Unglü k und Tod (13. Tarot-Karte Der Tod) bringen. Do h jedes Jahr wird dieses ominöse 13. Sternzei hen wieder entde kt . 3.4.2.2 Sternbild
Der S hlangenträger ist ein groÿes, aber kein eindrü kli hes Sternbild. Es liegt zwis hen Herkules und Skorpion. In einer dunklen Na ht erkennt man mit etwas Fantasie in den Sternen einen groÿen Mann, wie ihn etwa ein ZweiJähriger zei hnen würde. Der südli he Teil des Sternbildes liegt im Band der Mil hstraÿe. Das Zentrum des Sternbildes kulminiert etwa am 11. Juni um Mitterna ht. 3.4.3 Das Sternzei hen S hlange Serpentis Caput und Serpentis Cauda ist ein altes Sternbild, das eine S hlange darstellt, die si h um den Körper des S hlangenträgers gewunden hat (siehe Abbildung 3.6 und 3.7 ). Na h der grie his hen Mythologie soll die S hlange Asklepios (der im S hlangenträger symbolisiert ist) ein Wunderkraut gebra ht haben, das Kranke heilt und Tote zu Leben erwe kt. S hlangen wurden s hon lange als Quelle der Heilerei angesehen, und Asklepios' S hlangen wurden zum Cadu eus, dem universellen Emblem mit den zwei S hlangen, die si h um einen Stab winden. Es ist au h heute no h ein Symbol der medizinis hen Berufe.
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3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.7
Das Sternbild S hlange
3.4.3.1 Sternbild
Das Sternbild besteht aus zwei dur h den S hlangenträger getrennten Teilbereihen. Im Westen liegt der au älligere Teil Serpentis Caput (Kopf der S hlange) und im Osten Serpentis Cauda (S hwanz der S hlange). Beide Teile liegen südli h von Herakles, bzw. Corona Borealis. Den Kopf der S hlange bildet ein kleines glei hseitiges Dreie k am nördli hen Ende einer lei hten Wellenlinie, die den Körper symbolisiert. Der S hlangenkopf kulminiert jeweils etwa am 17. Mai um Mitterna ht und der S hlangens hwanz etwa am 21. Juli. 3.4.4 Das Sternzei hen Krebs
• Herakles, der Sohn des Zeus und der Alkmene, wurde Zeit seines
Lebens von Hera gehasst, weil er ein uneheli hes Kind ihres Gatten Zeus war. Als eines Tages Herakles mit der Wassers hlange kämpfte und er s hon zu siegen s hien, s hi kte Hera aus den lernäis hen Sümpfen einen groÿen, gefährli hen Krebs, der ihn s hmerzhaft in die Ferse sta h. Hera glaubte, Herakles dadur h endli h verni hten zu können, do h dieser zertrat den Krebs und s hleuderte ihn von si h. Hera versetzte den Krebs an den Himmel, vor die nördli he Wassers hlange, um ihm wenigstens auf diese Weise no h Ehre zu erweisen.
50
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis Abbildung 3.8
Das Sternbild Krebs
• Ci ero nennt den Krebs Nepa. Er sieht in ihm einen afrikanis hen Skor-
pion.
• Der deuts he Orientalist Jensen behauptet, dass dieses Sternbild mit der
S hildkröte identis h sei, wel hes in der babylonis hen und ägyptis hen Kultur s hon 4000 v. Chr. bekannt ar.
• In anderen ägyptis hen Aufzei hnungen aus der Zeit 2000 v. Chr. wird
hier ein Skarabäus, ein Pillendreher gesehen.
• Weitere Bezei hnungen waren Wasserkäfer, Languste, Hummer und Can-
er minor.
• Na h dem Christianisierungsvors hlag von Julius S hiller sollte das
Sternbild zum Heiligen Johannes, dem Evangelisten werden.
3.4.4.1 Tierkreiszei hen
Die Zeit in der die Sonne dieses Sternzei hen dur hläuft, wird mit dem 22. Juni bis 22. Juli angegeben, do h dur hwandert die Sonne heute den Krebs vom 20. 51
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Juli bis 11. August. Das Symbol (ã) glei ht eher zwei Fis hen, wie sie etwa am Himmel im Sternbild Fis he (ë) dargestellt werden, als einem Krebs. Das vierte Haus wird dur h den umsorgenden und häusli hen Krebs beein usst und bezieht si h auf das Zuhause im Mens hen, das Heim in der Kindheit wie im Erwa hsenenleben. Es zeigt, ob und wie Geborgenheit gesu ht und betra htet wird und hat au h eine Auswirkung auf die Mutter. Der Krebs gehört zu den Wasserzei hen. 3.4.4.2 Wendekreis des Krebses
Im klassis hen Altertum errei hte die Sonne in diesem Sternbild den nördli hsten Teil ihrer Jahresbahn, den so genannten Sommer-Sonnen-Wendepunkt. Wenn die Sonne dort steht, wandert sie zur Mittagszeit für alle Orte auf einer nördli hen Breite von 23,5◦ dur h den Zenit. Diese Breite erhielt daher die Bezei hnung Wendekreis des Krebses. Sie ist au h heute no h gebräu hli h, obwohl die Sonne aufgrund der Präzession der Erda hse mittlerweile zur Zeit der Sommersonnenwende im Sternbild Zwillinge steht. 3.4.4.3 Sternbild
Das Sternbild be ndet si h zwis hen Löwe und Zwillinge auf der Ekliptik und ist eher unau ällig, denn kein Stern ist sehr hell. Man erkennt es aber lei ht am etwas nebelhaft ers heinenden Fle k am Himmel, der dur h den o enen Sternenhaufen Praesepe hervorgerufen wird. Das Sternbild kuliminiert jeweils etwa am 30. Januar um Mitterna ht. Wir haben nun alle Sternbilder/Tierkreiszei hen gestreift, die mit der Konjunktion in Verbindung stehen, und können uns jetzt den einzelnen Planeten zuwenden. Beginnen wir mit einem Planeten, der heute ni ht mehr existiert, aber denno h unsere Ges hi ke aus dem Inneren lenkt. Lassen Sie uns ein wenig na hdenken über das S hi ksal eines Planeten, der Luzifer genannt wurde. 52
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis 3.4.5 Der Planet/Erzengel Luzifer
Zu den Kindern, die die Sonne gebar und die sie als Planeten umkreisten, gehörte au h der Planet Luzifer (Mallona), dessen Name Li htträger bedeutete. Er wurde na h Jupiter und vor Mars geboren. Als Lieblingskind der Sonne war er zu ihrem nä hsten Mitarbeiter ausersehen, ihr Freund, der ihr letztli h glei h war. Seine groÿe Li htfülle verlieht ihm sol hes Wissen und sol he Ma ht, dass er die mens hli hen Bewohner seines Leibes zu einer immer höher entwi kelten Kultur und Te hnik inspirierte, wobei ebenso wie heute auf der Erde gewaltige Gasspei her angezapft und das Atom gespalten wurde, um über uners höp i he Energiequellen zu verfügen. Experimente auf diesem Gebiet führten zum Platzen und s hlieÿli h zur Explosion des Planeten, wobei die Bewohner ums Leben kamen und der Planetenleib, der so groÿ war, wie derjenige Jupiters, aber eine no h gröÿere Atmosphäre hatte, in kleine Stü ke zerrissen wurde. Nur seine vier Monde blieben unversehrt und laufen no h immer in der alten Bahn, wenn au h mit Unregelmäÿigkeiten. Man nennt sie die Planetoiden oder Asteroiden Ceres, Pallas, Juno und Vesta. Von ihnen weiÿ man, dass sie eine gewisse Wirkung auf den Kosmos und au h auf unsere Erde haben. Zahllose no h kleinere Asteroiden können Trümmer von Luzifer sein. Ihre Ekliptik ist sehr stark geneigt. Einige von Luzifers Trümmern wurden von groÿen Planeten eingefangen und umkreisen diese heute als Monde. Der Beri ht von Luzifers eigensü htigem Verhalten und sein Versu h, die Herrs haft über unser Sonnensystem an si h zu reiÿen, das heiÿt selbst die Sonne zu werden, ist uns als biblis her Beri ht überliefert. Als Luzifers Körper zerstört war, drangen sein Geist und seine Seele in den Leib der S hwester Ge ein, des Planeten Erde. Dies wird als Sündenfall bezei hnet. Weil die Erde seit dieser Zeit zwei Planetenseelen in si h birgt, entstand eine allgemeine Zweiteilung bei den Lebewesen, die sie bewohnten. Dies ist die Trennung in Mann und Frau, in Gut und Böse usw. und insbesondere die Spaltung in Natur ( Ge) und Kultur ( Luzifer). Während Ge versu ht, die von der Sonne vorges hriebene Ordnung einzuhalten, versu ht 53
3 Die Geburtswehen einer Krankheit
stets, diese zu verändern und die gegebene Ordnung in seiner eigenen Weise na hzus ha en. Dies tut er mit Hilfe des Mens hen. Soweit ihm der Mens h folgt, entsteht auf der Erde ein ähnli her Zustand wie seinerzeit auf dem Planeten Luzifer. Luzifer tritt auf als Verführer und S händer Ges, als der Verderber der Natur. Man nennt ihn au h Satan, den Verführer, die S hlange. Die dualistis hen Lebensau assungen und Religionen der Mens hen halten die unglü kli he Ehe von Luzifer und Ge aufre ht und damit au h die Spaltung des Mens hen. Die einzige Mögli hkeit, um den heutigen gefährli hen und unglü kli hen Zustand wirkli h zu verbessern, besteht darin, Luzifer ni ht länger o ziell zu ä hten, sondern ihn zu bekehren. Es ist der Auftrag der Mens hheit auf der Erde, ihn wieder zur Zusammenarbeit mit der Sonne zu bringen, und zwar in Eintra ht mit Ge. Das so genannte Böse kann in Gutes verwandelt werden und die Spaltung aufgehoben werden. Luzifer und Ge können natürli h im Horoskop eines Erdenbewohners ni ht ers heinen. Freili h ma ht si h sein Ein uss dur h seine Analogien bemerkbar, unter anderem den Vollmond und das Medium Coeli (die Himmelsmitte). Er gibt den Mens hen den Ho hmut, der der Begleiter seiner hö hsten Leistungen ist. Luzifer gibt den fals hen S hein seiner Wissens haft, die die göttli he Ordnung verlassen hat. Luzifer bringt die Tendenz zur Erzeugung von Na h-Gema htem, das wie e ht aussehen muss und das E hte über üssig ers heinen lässt. Luzifer versu ht na h wie vor im Mens hen den Platz der Sonne einzunehmen. [17, S. 127-128℄
Luzifer
Soweit Mellie Uylderts Ges hi hte des Planeten Luzifer, die uns in vielerlei Hinsi ht s hon bekannt ist. 3.4.6 Der Planet/Gott Saturn
Saturn (grie his h = Kronos) ist der letzte der sieben Planeten, die das astrale oder Sternenleben im Mens hen zuwege bringen: • Merkur, Venus, Erde, Mars, Luzifer, Jupiter und Saturn.
54
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis
s hlieÿt den Kreis der so genannten gewöhnli hen Planeten um die Sonne dur h eine Art Haut oder Panzer, wobei er au h si h selbst wiederum dur h einen Ring abs hlieÿt . . . Wenn der Planet Saturn über dem Horizont der Erde ers heint, werden alle anderen planetaris hen S hwingungen einen Augenbli k gehemmt und gedämpft . . . Saturn beherrs ht daher bei Mens h und Tier au h die abs hlieÿende Haut und alle Panzer und Verhornungen. . . Saturn s hlieÿt die Entwi klung aller mens hli hen Eigens haften und Fähigkeiten ab. Er s ha t den Gewissensmens hen, der alle harten Lektionen des irdis hen Lebens gelernt hat, der si h vollkommen unter Kontrolle hat, die Gebote befolgt und die Verbote einhält und seine Abs hlussprüfung der irdis hen Lebenss hule bestanden hat. Er ist bereit, in die darauf folgenden Welten und Bewusstseinszustände einzugehen, diejenigen der so genannten Mysterienplaneten ( Uranus, Neptun, Pluto sowie drei weitere). Deshalb wird Saturn au h der Hüter der S hwelle genannt. Das Wesen Saturns ist Zusammenziehung. . . Saturn herrs ht über den Winter und den Frost, über Erstarrung und Kristallisierung. Er s ha t Eisblumen und S hneekristalle und die Erhabenheit des einsamen Ho hgebirges mit seinen Gipfeln, die vom ewigen S hnee bede kt sind. So verleiht er im Denken die reine, blanke Wahrheit in wenigen Worten ausgedrü kt, auf das Wesentli he reduziert. Im mens hli hen Leben herrs ht er über das Alter, in dem der Mens h aus seinen Erfahrungen den Sinn seines Lebens abstrahiert. Saturn bewirkt weiterhin die Verkrampfung der Kanäle in denen die Lebenskraft strömt, mit der Folge von Mangelers heinungen und Seelenverdüsterung, und er führt s hlieÿli h den Tod herbei. Saturn wird abgebildet als der alte Mann mit der Sense. Er mäht als Kronos die Tatsa hen und die Mens hen hinweg. Im grie his hen Mythos ist er der Gott, der seine eigenen Kinder bei der Geburt vers hlingt, bis seine Frau na h der Geburt Jupiters dieses Kind in Si herheit bringt und dem Vater einen in ein Tu h gehüllten Stein anbietet, den er für das Neugeborene hält und sofort vers hlingt. Wie vorhergesagt wird er von diesem Sohn später vom Saturn
55
3 Die Geburtswehen einer Krankheit
Thron gestoÿen. Beide aber, Jupiter und Saturn, sind für den Mens hen unverzi htbar, und sie müssen miteinander im Glei hgewi ht sein. Der introvertierte Saturn verleiht die Tragik und den Triumph des Gewissens; er s ha t den Mens hen, der seinem inneren Gott treu bleibt. Der extrovertierte Jupiter verleiht das bequemere und ober ä hli he Vertrauen auf den Retter auÿerhalb des Mens hen, auf den S höpfer, die Natur. Saturn gibt dem Mens hen den heiligen Zwang, der ihn stählt, während Jupiter ihm das Wohlergehen s henkt. [17, S. 135-141℄ Wir hörten von Mellie Uyldert, dass Saturn au h Chronos genannt wurde. Chronos wiederum ist ein anderes Wort für Zeit. Binah oder ihr Repräsentant Saturn ist verantwortli h für die Bildung des Sto es, dafür ist sie ihr Opfer eingegangen, und in ihrem Aspekt als Chronos s ha t sie au h die Zeit. In Chronos beginnt daher au h die Chronologie, die Aufeinanderfolge, die Chronizität, und auf Erkrankungs-Ebene die grundsätzi he Mögli hkeit einer hronis hen Krankheit. ◮ Binah als Saturn und als Chronos s ha t Form und Zeit
und damit überhaupt erst die Mögli hkeit für unsere Ur-Erkrankung Tsora-at (zrxv), die Erkrankung von Form und Zeit. Der Mens h wird dur h Binah an den Sto gekettet, aus dem es zunä hst kein Entrinnen mehr gibt. Er ist an seinen Leib und an sein S hi ksal gebunden. Dur h die Chronologie hat der Mens h au h teil an den Ver-Fehlungen seiner Väter und Mütter. Der Begri der Erb-Sünde wird hier ges ha en. Das Opfer si h auf eine niedere Ebene zu transformieren, der unbedingte Gehorsam dem göttli hen Plan gegenüber s huf eine Gegenkraft in den E htroy, die si h von vorneherein den glötti hen Plänen widersetzten und damit das Ur-Muster der Rebellion s hufen. Diese Binah-Kraft, die Raum und Zeit s huf, s huf demna h au h die Keime der Revolution, und sie s huf dur h die Unerbittli hkeit dem göttli hen Gesetze gegenüber, und dem unbedingten Gehorsam, au h die Keime der Selbstverleugnung. 56
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis 3.4.7 Der Planet/Gott Jupiter
Der Planet und die Gottheit Jupiter hieÿen bei den alten Grie hen Zeus, bei den nordis hen Völkern Thor oder Donar, der Donnergott, dessen Tag der Donnerstag ist. Weil seine Kraft, vor allem den Lebenspol beherrs ht, war er im Süden, d.h. am Lebenspol Europas, der Vater oder das Oberhaupt der Götter, der Edelste von allen. Im Norden, dem Denkpol, war es Odin oder Wotan, Merkur als die Kraft, die Bewusstwerdung s henkt und die Formulierung von Gedanken in der Spra he. Jupiter und Saturn stehen einander als Gegenpole gegenüber und halten si h im Glei hgewi ht. Jupiter ist die Kraft der Ausdehnung wie Saturn die Kraft der Zusammenziehung ist. Jupiter ist der gröÿte aller Planeten und weist den elf-fa hen Dur hmesser der Erde auf. Mens h, Tier und P anze lässt er groÿ und (wassersü htig) di k werden. Er gibt den Männern Korpulenz, den Frauen eine Juno-Gestalt. Er mehrt au h den Besitz eines Mens hen. Er ma ht rei h und wohlhabend, lässt Ä kern eine rei he Ernte und Vieh viel Na hkommen hervorbringen, Geld rei hli h Zinsen. In sozialer Hinsi ht ma ht er angesehen und geehrt, gibt Ehrenämter und ho hrangige Stellungen. Psy his h verleiht er eine umfassende Entwi klung, steht hinter dem Mens hen, der mit den bedeutenden Personen der ganzen kulturellen Welt umgeht, der weit gereist und belesen, gelehrt ist. Während des Erdenlebens beherrs ht Jupiter das mittlere Alter. Er s ha t den etablierten, gut situierten Mens hen. Er s henkt Güte, Hilfsbereits haft, Milde und Groÿzügigkeit. Er s henkt die Ehe, die Familie, Freunde und Geselligkeit, aber au h die Pro tgier, die Konkurrenz, den Wett-Eifer und den Ehrgeiz. Er gibt den Mens hen Glü k und Glü ks-Gefühle, aber au h Aufs hneiderei, Lei htfertigkeit, Vers hwendung, mangelnde Vorsorge und Kontrolle, Heu helei. Er nährt den S hein, ni ht das Sein. Das Sternzei hen S hütze, das von Jupiter regiert wird, hat eine Tendenz missionaris h zu wirken, andere Mitmens hen zu erziehen, und zum wahren Glauben zu bekehren. Jupiter verfügt au h über enorme Heilkraft, eine Heilkraft der persönli hen Präsenz. Im grie his hen Mythos stieÿ Jupiter seinen Vater Saturn vom Thron und wurde selbst Herrs her der Götter. Er vers hlang seine s hwangere Frau Metis, wodur h er vollständig und erwa hsen wurde. Von heftigen Kopfs hmerzen gepeinigt lieÿ er si h vom S hmiede-Gott Hephaistos (Vulkanus) mit einem 57
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Hammer den S hädel spalten, aus dem seine To hter Pallas Athene in voller Rüstung entsprang. Als Göttervater wird er mit einem Bündel Blitze in der Hand auf einem Thron dargestellt, von vier Göttinen umgeben: Nike, der Göttin des Sieges, Fortuna, die Göttin des Glü ks, Hebe, der Göttin der Jugend, die ihm Nektar rei ht, und Fama, die Göttin des Ruhms, die mit ihrer Trompete alles verkündet, was Jupiter ihr vorsagt. [17, S. 130-134℄ 3.4.8 Der Planet/Gott Mars
Der Planet Mars ist in unserem Solarsystem die Energie und Begierde, die si h vor allem auf ein Dasein und die Behauptung im groben Sto ri htet. Der ständige Kampf ums Da-Sein. Bei den Grie hen war Ares wenig beliebt, dafür bei den Römern um so mehr. Er wurde in Thrakien, wo die Bevölkerung rau und das Wetter oft stürmis h ist, als Sohn des Zeus und seiner re htmäÿigen Gattin Hera, geboren. Sein Vater kam ni ht gut mit ihm aus. Die Kriegsgöttin Bellona lenkte sein Ges hi k. Der junge Mars verführte einst die vestalis he Jungfrau Ilia, die damit ihr Keus hheitsgelübde bra h, weshalb sie na h der Geburt ihrer Zwillinge Romulus und Remus getötet wurde. Diese wurden im Wald ausgesetzt, wo eine Wöl n sie fand und si h um sie kümmerte und sie nährte. Ein Hirte fand die beiden Knaben s hlieÿli h und zog sie auf. Als junge Männer zogen sie in die Welt, bis sie an sieben Hügel kamen, auf denen sie eine Stadt erri hten wollten. Na h ihres Vaters Art gerieten sie in Streit, worauf Romulus seinen Bruder Remus tötete. Mit anderen Abenteurern erbaute er dann die Stadt. Dort erri htete er als erster König sol h eine S hre kensherrs haft, dass ihn die Senatoren während einer Sonnen nsternis, als das ganze Volk auf dem Forum versammelt war, ermordeten, in Stü ke s hnitten und die Lei henteile unter ihren Gewändern verbargen. Als es wieder hell wurde, sagten sie der Bevölkerung, dass die olympis hen Götter ihren König zu si h genommen hätten und dass man ihm einen Tempel erri hten müsse. Fortan wurde er als Quirinius verehrt. Wenn si h der Speer in der Hand seiner Statue bewegte, bedeutete dies, dass der Ausbru h eines Krieges bevorstand. Im Monat März, in dem die Sonne in Mars' Zei hen eintritt, zogen die Priester seines Tempels dur h die Straÿen von Rom, wobei sie wilde Kriegslieder sangen und Kriegstänze au ührten. Dabei führten sie den S hild An ile mit, 58
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis den Mars als Zei hen seiner Gunst während einer Epidemie vom Himmel hatte fallen lassen, die daraufhin zum Stillstand kam. Mars hatte ein Liebesverhältnis mit Venus, was ihren Gemahl Vul anus (Hephaistos) sehr erzürnte. Vul anus war der Wa ens hmied der Götter. Er hauste unter dem Ätna und arbeitete dort. Als man ihm einen Wink gab, dass das Pär hen ein S häferstünd hen hielt, warf er ein eisernes Netz über die beiden, das er zu diesem Zwe k ges hmiedet hatte. Sie konnten si h ni ht daraus befreien. Dann gab er sie dem Gespött der Götter preis. Aus der Verbindung von Mars und Venus gingen viele Kinder hervor. Einige s hlugen na h der Mutter, wie ihre To hter Harmonia, oder ihr Sohn Cupido (Amor, Eros), der immer ein süÿes Kind blieb, aber wu hs, wenn er in Gesells haft Anteros' (der Leidens haft) war. Er s hoss als Liebesgott seine Pfeile auf die Herzen der Mens hen. Die übrigen Kinder s hlugen mehr na h ihrem Vater: Eris, die Zweitra ht; Phobos, das Grauen; Metus, die Fur ht; Daimos, das Entsetzen; und Pallor, der S hre ken. Zwei der Marsmonde heiÿen heute Phobos und Daimos. Als si h Venus eines Tages in Adonis verliebte, hetzte der eifersü htige Mars einen grimmigen Eber auf den s hönen Jüngling, der dessen S henkel mit seinem Hauer aufriss. Adonis starb an dieser Wunde, worüber Venus untröstli h war. Sie bat Jupiter, Adonis wieder zum Leben zu erwe ken oder sie selbst in die Unterwelt gehen zu lassen, um mit ihrem Geliebten zusammen sein zu können. Daraufhin wurde mit Pluto, dem Gott der Unterwelt, vereinbart, dass Adonis im Sommerhalbjahr bei Venus auf der Erde und im Winterhalbjahr in der Unterwelt wohnen sollte. Er teilte damit das S hi ksal von Persephone. Mars gilt als das kleine Übel , der Ausführer der Pläne des Teufels oder Satans, als dessen Beelzebub. Er ist der Diener des herrli hen Luzifer. Er ist der Gegenspieler des Erzengel Mi hael. 3.4.9 Zusammenfassung
Laut der Au assung der Astrologin Elke Ressel bildet der Sternenhimmel des Jahres 1425 die Grundlage, auf der die von Fra astoro angespro hene Konstellation aufbaut. (siehe Abbildung 3.3 auf Seite 42 ) Das Besondere an diesem Sternenhimmel ist, dass zu der damaligen Zeit einige Planeten no h ni ht entde kt waren (ni ht ins Bewusstsein der Men59
3 Die Geburtswehen einer Krankheit s hen gedrungen waren), sodass die Beziehungen zwis hen Mars - Jupiter , die Hälfte des Zodiaks bestimmten. Aus diesem Grunde ist die Konjunktion bedeutsamer, als sie es in unserer Zeit wäre.
- Saturn
Skorpion Skorpion
regiert na h astrologis hem Verständnis auf der körperli hen Ebene
• Urogenitaltrakt • S ham-Region • Auss heidungsfunktion • Ges hle htsfunktion
auf der seelis hen Ebene • Freude und S hmerz bis zum Letzten auskosten, um si h selbst so intensiv
wie mögli h zu erleben
• Unersättli h im Aussaugen von Seelenkräften - Vampirismus, Hörigkeit • Suggestivkräfte, Faszinationskräfte, Gabe zu fesseln • Unersättli her Begehrungsdrang zur Steigerung des eigenen Ma htgefühls Mars im Skorpion
• Mars ist der Träger aller Kräfte, dur h die wir tätig, verändernd in die
Umwelt eingreifen. Auf Skorpionboden sind sie vergangenheitsgewandt.
• Alle inneren Kämpfe, die aus dem Aufgeben-Müssen angeborener und
lieb gewordener Gewohnheiten entstehen.
• Die Kraft der Au ehnung gegen das, was si h den eigenen Wüns hen
entgegenstellt und auf Erhaltung und Erweiterung der Ma htfülle zielt.
• Sadismus • Instinkte der männli hen Triebnatur. Triebinstinkt, mit dem Ziel von
Wa hstum und Zerstörung, Ma ht und Leidens haft.
60
3.4 Der kosmis he Ur-Sprung der Syphilis • Besessenheit, sexuelle Gewalt. • Obsession, Gewalt. • Unersättli hes Geltungsbedürfnis. Dur hsetzungsstreben. • Paranoia, Fanatismus, Vorstellungsbesessenheit. • Gewaltige Energien im Wüns hen statt im Wollen. • Sexuelle Exzesse. • Unerträgli he Erregungszustände. • Entzündli he Reaktionen der S hleimhäute. Saturn im Skorpion
• Zusammenbru h des alten Weltbildes. Die Angst des Individuums vor
dem Ende. Blo kierte Transformationsprozesse.
• Besessenheit, Selbstzerstörung, Einwirkung von Gewalt. • Befasstheit mit erlittenen Kränkungen und Enttäus hungen. • Seelis her Egoismus. Kälte. Grausamkeit. • Das Bestreben, die S huld für alle üblen Erfahrungen dem Anderen zu-
zus hieben.
Jupiter im Skorpion
• Suggestivkraft, sexuelle Hörigkeit hervorrufend. • Au ösungsers heinungen. • Lebensverneinung, Melan holie. • Rü kbeziehung auf Gott. • Vaterkomplex. • Fibrome, Lipome, Adenome, Myome.
61
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Mars Konjunktion Saturn
• Kampf, Widerstand, Dur hsetzungsblo kaden. • Aggression und Hemmung. • Körperli he Dur hsetzung und Sexualität des Mannes (Mars) gepaart
mit Hemmung und Verkrampfung (Saturn) ergeben ein selbstzerstöreris hes Verhalten, Gewalttätigkeit, explosionsartige A ekthandlungen, Unfälle und blo kierte Aggressivität.
Mars Konjunktion Jupiter
• Gröÿenwahn
• (Glaubens-, Überzeugungs-)Fanatismus Mars Konjunktion Saturn Konjunktion Jupiter
• Zu hohe Ziele.
• Ni ht zu verwirkli hende Werte. • Genusssu ht • Maÿlose Übertreibungen.
Soweit die Zusammenfassung der Elemente, mit denen wir in der Konjunktion im Sternzei hen Skorpion konfrontiert wurden. Ma hen wir jetzt no h einen kleinen Sprung in die Wanderung unserer Seele dur h Raum und Zeit wie ihn die hermetis he Mythologie lehrt. Mars - Saturn - Jupiter
3.5 Die Reisen unserer Seele I h erinnere mi h besser an die Zeit vor meiner Geburt als an die ersten drei Jahre meines Lebens. Mein vorgeburtli hes Leben übers haue i h aus allen Bli kwinkeln. Meine Si ht hat keine Grenzen, da i h ni ht mit meinen physis hen Augen sehe. Auf diesem Planeten, der so di ht ist, bin i h zum erstenmal. I h war s hon vorbereitet, auf anderen Planeten, wo i h das Körperli he üben konnte. Das war so, wie wenn man in der Luft ohne Bleistift S hreiben lernt. Aber 62
3.5 Die Reisen unserer Seele das ist hier do h ganz anders, sehr eigenartig; i h habe einen physis hen Körper. Die wenigen Grundregeln, die i h mitbringe, um hier existieren zu können, lauten: Ja und Nein, Zeit und Raum. Dies hier ist die Welt der Gegensätze . . . I h erinnere mi h an hunderte von leu htenden Kugeln; alles Lebendige ist eine leu htende Kugel. Einige von ihnen können mir behil i h sein, mi h auf diesem s hwierigen Planeten zure htzu nden. I h sehe zwei Mütter, die für mi h in Frage kämen, eine mit einem starken Ego, die andere von feinerer Art, also genau ri htig. Diese zweite ist mit einer Kugel verbunden, die sehr hell leu htet ... Sie ziehen mi h an, weil sie dur h Liebe verbunden sind. Sie werden meine Eltern sein. I h weiÿ, daÿ i h gehen muÿ und fühle mi h mehr und mehr zu ihnen hingezogen. Dann kommt ein leu htender Tunnel, rundum ist es nster. Als i h eintrete, fühle i h mi h sehr beengt, sehr eingesperrt. [8, S. 351℄ Dieser Beri ht des hellsi htigen Flavio zeigt, dass die Seele S hritt für S hritt auf Ihre Inkarnation vorbereitet wird, bis sie dann dur h eine Art Tunnel in den Körper gezogen wird. Au h über diese Seelen-S hulung gibt es Informationen in den hermetis hen Lehren, die wir an dieser Stelle betra hten wollen. Die Seele des Mens hen wird ni ht in diesem Universum ges ha en. Sie betritt dieses Universum dur h ein Wurmlo h oder eine Einstein-Rosen-Brü ke, wie es au h genannt wird. Da wir ni ht davon ausgehen können, dass Sie mit diesen Phänomenen vertraut sind, seien an dieser Stelle ein paar Informationen zusammengefasst. 1916 hat Albert Einstein erstmals seine allgemeine Relativitätstheorie, das au h heute no h gültige Standard-Modell der Gravitation, vorgestellt. 20 Jahre später verö entli hten er und sein langjähriger Mitarbeiter Nathan Rosen die Theorie, dass na h der Formel der allgemeinen Relativitätstheorie zwei entfernte Punkt im Raum dur h eine Art Tunnel au h Wurmlo h genannt, miteinander verbunden sein können. Die grundlegende Idee der Wurmlö her ist fast so alt, wie das allgemeine Konzept der Relativität. Nur einige Monate na hdem Albert Einstein die Glei hun63
3 Die Geburtswehen einer Krankheit gen der allgemeinen Relativitätstheorie verö entli hte, wurde die erste exakte Lösung dur h Karl S hwarzs hild gefunden. Eine der bemerkenswertesten Ideen in S hwarzs hilds Geometrie war die Voraussage, dass, wenn eine Masse (M) in einem kritis hen Radius (rs)2 komprimiert wird, die Gravitation der Masse so stark wird, dass kein Li ht entwei hen kann. Obwohl seine Glei hungen auf fals hen Annahmen beruhten, wurde dieser S hwarzs hild-Radius s hon 1784 von John Mit hell, einem englis hen Geologen erre hnet. Seine Ideen wurden dur h den französis hen Mathematiker und Philosophen Pierre Simon Lapla e in zwei Ausgaben seines astronomis hen Führers verö entli ht und später wieder entfernt. Die komplette S hwarzs hild-Geometrie basiert auf der Theorie eines s hwarzen und weiÿen Lo hes und zweier Universen, die du h ein Wurmlo h verbunden sind. Der Begri S hwarzes Lo h wurde erst 1968 von John Ar hibald Wheeler geprägt. Vorher wurden diese untergegangenen Sterne als S hwarze Sterne oder Gefrorene Sterne bezei hnet. Es ist dem Österrei her Ludwig Flamm zu verdanken, der realisierte hat, dass S hwarzs hilds Lösung (S hwarzs hilds Metrik) zu Einsteins Glei hungen ein Wurmlo h bes hreibt, das zwei Gebiete zweier oder des glei hen Universums verbindet. In einem s hwarzen Lo h, so heiÿt es ndet Zeit ihr Ende, in einem weiÿen Lo h soll sie sogar rü kwärts laufen. Dies waren Konzepte, die Albert Einstein ni ht sonderli h behagten, weshalb er mit seinem Partner Nathan Rosen no h einmal die Arbeit aufnahm, um das Konzept einer Brü ke zwis hen einem s hwarzen und weiÿen Lo h zu präsentieren, die seither Einstein-RosenBrü ke genannt wird. Die Arbeit von Einstein und Rosen waren für viele Physiker sehr verstörend, da ein Tunnel dur h die Raum-Zeit prinzipiell höhere Ges hwindigkeiten als die Li htges hwindigkeit erlauben würde, was wiederum eine Konstante in Frage stellen würde, die Einstein selber postuliert hat. Im Jahre 1962 entde kte John Wheeler, dass die Raum-Zeit-Struktur der Einstein-Rosen-Brü ke in einem feldfreien Raum instabil ist. Seine Untersuhungen zeigten, dass, wenn sol h ein Wurmlo h si h ö net, es si h wieder s hlieÿen würde, bevor au h nur ein einzelner Li htquant seine Reise dur h diesen Tunnel antreten würde, und dadur h Einsteins Konstante aufre ht erhalten 2 heute S hwarzs hild-Radius
64
3.5 Die Reisen unserer Seele Abbildung 3.9
Wurmlö her
(a) Inter-universelles Wurmlo h
(b) Intra-universelles Wurmlo h
wird. Seine Arbeit führte zur Klassi kation zweier Arten von Wurmlö hern: • Lorentzianis he Wurmlö her • Euklidis he Wurmlö her
Lorentzianis he Wurmlö her sind Abkürzungen dur h Raum und Zeit, aber sie s hlieÿen si h s hnell wieder, es sei denn eine negative Energie würde sie o en halten. Objekte, die dur h Lorentzianis he Wurmlö her reisen, würde ni ht nur im Raum bewegt, sondern au h in der Zeit. Lorentzinis he Wurmlö her können in zwei Klassen eingeteilt werden: 1. Inter-universelle Wurmlö her, die zwei Universen miteinander verbinden. (siehe Abbildung 3.9 a) 2. Intra-universelle Wurmlö her, die zwei Punkt des glei hen Universums miteinander verbinden. (siehe Abbildung 3.9 b) Euklidis he Wurmlö her sind no h seltsamer, denn sie be nden si h in einer Art virtueller Zeit. Sie sind vor allem für Quantenfeld-Theoretiker von Interesse und sollen uns hier weniger bes häftigen. 65
3 Die Geburtswehen einer Krankheit 3.5.1 Eintritt
Es wird vermutet, dass unsere Seele dieses Universum dur h ein interuniverselles Wurmlo h, das si h im Berei h des S hlangenträgers be ndet, betreten hat. Anderen Informationen zufolge betrat unsere Seele dieses Universum im Sternbild der S hlange[15, S. 38℄. Wir sind für diesen Teil unserer Ges hi hte im Moment leider auf Spekulationen angewiesen. In diesem Teil unseres Universums wird/wurde die Seele auf ihre Inkarnation vorbereitet. Sie wird in ihre drei Bestandteile aufgeteilt, die wir bereits im Bu h über die Sykose [5℄ erwähnten. Wir nannten diese Anteile mit ihren hebräis hen Namen: • Nes hamah • Rua h • Nephes h
Diese Aufteilung war notwendig, damit ein Teil der Seele den Kontakt zur göttli hen Welt ni ht verliert (Nes hamah) ein anderer Teil mit dem mens hli hen Körper verbunden werden konnte (Nephes h) und ein dritter Teil den Kontakt zwis hen den beiden Seelenanteilen (Rua h) hält. Die Ausbildung des höhren Seelenanteiles ndet im Kopf der S hlange statt, die körperli he Seele wird im S hwanz der S hlange ges hult, während der mittlere Anteil der Seele im Sternbild S hlangenträger ausgebildet wird. Na hdem die Dreieinigkeit der Seele hergestellt und soweit erprobt wurde, das ihr Funktionieren garantiert werden konnte, reiste die Seele dur h ein intra-universelles Wurmlo h in die Sirius-Konstellation, um dort unser höheres Selbst, oder das Überbewusstsein aufzubauen. 3.5.2 Sirius
Es war die Zeit der Sonnenwende, Sirius, der Hundsstern, sengte die dürstenden Felder und verbrannte die Haine. Die Wälder gewährten dem Hirten keinen S hatten mehr, die Winde standen still. Es war heiÿ, unerträgli h heiÿ. [3℄ 66
3.5 Die Reisen unserer Seele Abbildung 3.10
Sirius
Das Sirius-System besteht aus vier Sternen, die mit Zahlen von 1 - 4 oder Bu hstaben von A - D bezei hnet werden. Das Sirius-System spielte in der altägyptis hen Einweihung in den Hundstagen eine groÿe Rolle. Es liegt im Sternzei hen groÿer Hund (siehe Abbildung 3.10), weshalb sie oft au h als Hundssterne bezei hnet werden. Mitte der siebziger Jahre ma hte das Bu h Das Sirius-Rätsel von Robert Temple Furore, weil Temple behauptete, dass er aufgrund einer Arbeit der französis hen Ethnologen Mar el Griaule und Gemaine Dieterlen herausgefunden hat, dass der in Mali/Westafrika beheimatete Stamm der Dogon uraltes Wissen über das Sirius-System besitzt, das vor langer Zeit von auÿerirdis hen Besu hern auf die Erde gebra ht wurde. Die Reaktionen waren vielfältig. Die Dogon wissen von dem Stern po tolo , dem Stern des Sigui . Sigui ist identis h mit Sirius und po steht für das kleinste den Dogon bekannte Getreidekorn, dessen botanis her Name digitaria exilis lautet. Unter der Bezei hnung Digitaria ging denn au h der Stern des Sigui in die eins hlägige Literatur ein. Digitaria umkreist einmal alle 50 Jahre den Sigui, er ist unsi htbar und er ist der s hwerste Stern. Er bestimmt die Position des Sigui, indem er ihn auf seiner Flugbahn umkreist. Neben Sigui und Digitaria gibt es den Stern Emme Ya, der gröÿer als Digitaria und viermal lei hter als dieser ist. In fünfzig Jahren würde er, ebenso 67
3 Die Geburtswehen einer Krankheit wie Digitaria, in der glei he Ri htung Sigui umkreisen, aber eine gröÿere Umlaufbahn haben. Emme Ya wiederum wird von einem als Stern der Frauen bezei hneten Satelliten umkreist. Ein dritter Begleiter, der S husterstern , ist sehr viel weiter entfernt und bewegt si h in entgegengesetzter Ri htung um Sigui. Sirius A und B
Das mutmaÿli he Wissen der Dogon über den Stern Digitaria, der Sigui (Sirius) auf einer ovalen Umlaufbahn umkreist, s heint si h in vieler Hinsi ht mit den Erkenntnissen, die die Astronomie in den letzten 130 Jahren über das Sirius-System gewinnen konnte, zu de ken. Bereits 1834 fand der Königsberger Astronom Friedri h Wilhelm Bessel Unregelmäÿigkeiten in der Eigenbewegung des 8,6 Li htjahre entfernten Sterns Sirius und vermutete einen Begleiter, der an Sirius zerre, den man aber ni ht sehen könne. Basierend auf der Arbeit Bessels ma hte si h 1862 der Amerikaner Clark auf die Su he na h Sirius und fand den Begleiter dort, wo Bessel ihn vermutet hatte. Es war der erste weiÿe Zwerg, der jemals entde kt wurde, und diese Entde kung leitete die Erfors hung des Lebens der Sterne ein. Heute kennt man zahllose weiÿe Zwerge in unserer Galaxie und man weiÿ, dass sie alles sind, was einmal von einem Stern wie der Sonne übrig bleiben wird. Sirius B konnte 1970 von dem Astronomen I. Lindenblad vom US Naval Observatory sogar fotogra ert werden (siehe nebenstehende Abbildung). Sirius B umkreist Sirius A und obwohl er nur etwa so groÿ wie die Erde ist (exakt: 90%), beträgt seine Masse denno h ungefähr eine Sonnenmasse Insofern ist die Übereinstimmung mit dem Wissen der Dogon erstaunli h. Weitere Objekte im Sirius-System
Das Wissen der Dogon, wie es Griaule und Dieterlen 1951 bes hrieben, bes hränkt si h jedo h ni ht nur auf Sirius A und B, sondern umfasst no h weitere Objekte, Sirius C und D. Sirius C steht im Zusammenhang mit Sirius B, allerdings ist weder etwas über sein Spektrum no h etwas über seine Natur bekannt. Es könnte si h um einen roten, aber au h um einen braunen Zwerg handeln. Braune Zwerge lassen si h als Zwitter zwis hen Sternen und Planeten bezei hnen. Einerseits entstehen sie, wie Sterne, aus interstellaren Gas- und 68
3.5 Die Reisen unserer Seele Staubwolken und umkreisen in Mehrfa hsternsystemen das Zentralgestirn auf sehr exzentris hen Bahnen, andererseits rei ht aber die Masse dieser Objekte ni ht aus, die Kernfusion zu entfa hen, die einen e hten Stern ausma ht. Na hdem diese Objekte lange Zeit nur theoretis h vermutet wurden, hat man in den letzten Jahren zahlrei he braune Zwerge entde kt. Das vierte Objekt, Sirius D, ist sehr dunkel und es s heint si h um einen weiÿen Zwerg zu handeln. Die Existenz dieser Objekte ist zur Zeit no h ni ht bewiesen. Die wi htigsten Aussagen des Dogon-Weltbildes, das Griaule verö entli hte, haben si h mehrmals geändert. Es lassen si h drei Phasen seiner Fors hung unters heiden: 1. 1931 bis 1948 dokumentierte er vor allem die materiellen Aspekte des Lebens der Dogon. 2. Die zweite Phase begann, als Ogotemmeli, ein alter Jäger, Griaule im Einvernehmen mit den Stammesältesten in das tiefere Dogon-Wissen einführte. Ogotemmeli, der gewiÿ ni ht der letzte Eingeweihte der Dogon war, erö nete Griaule in 33 Tagen ein ho hentwi keltes Weltbild, na h dem si h die S höpfungsprozesse und eine komplizierte Zahlensymbolik in allen tägli hen Handlungen der Dogon wiederspiegeln. 3. Ans hlieÿend entde kte Griaule ein no h weitaus komplexeres Weltbild, das si h von dem Ogotemmelis in wesentli hen Punkten unters hied. Hier kommt den Sternen, die bei Ogotemmeli nur eine zweitrangige Rolle spielten, eine wesentli he Bedeutung zu, insbesondere au h dem Siriussystem. Verö entli ht wurde dieses Weltbild von Dieterlen na h dem Tode Griaules in dem Bu h Le renard pâle . Über die Dogon wurden mehrere Bü her verfasst, die an dieser Stelle jedo h ni ht interessieren. Interessanter ist für unsere Belange, dass si h mit den 4 Sternen des Sirius-Systems vier Prüfungen verbinden, die gemeinsam unsere Individualität bilden [16℄. Die vier Prüfungen
Im Sternbild Sirius, das dem Feuer-Element untersteht, wird unser spirituelles oder höheres Selbst dur h die Auseinandersetzung mit den vier Polaritäten gebildet. Sirius A steht hierbei für eine positive Männli hkeit, die Entspre hung in unserem Sonnensystem ist die Sonne. Sirius B steht für eine positiv erlebte 69
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Weibli hkeit. Ihre Entspre hung in unserem Sonnensystem ist der Mond. Sirius C lehrt uns die negativen Aspekte der Männli hkeit, in unserem Sonnensystem ist dafür stellvertretend der Planet Mars. Sirius D zeigt uns die negativen Aspekte der Weibli hkeit, in unserem Sonnensystem repräsentiert dur h die Venus. Haben wir alle Phasen dur hlaufen hat si h ein gefestigtes Überbewusstsein gebildet, das seine Reise dur h das nä hste Wurmlo h zum Orion antreten kann. Die Resultate dieser Prüfungen können Sie in Dr. Diethard Stelzls Bu h über die Heilung mit kosmis hen Symbolen[16℄ na hlesen. Hier nur eine kleine Auswahl, die uns in Bezug auf die Miasmatik interessiert. So lehrt uns Sirius C die Auseinandersetzung mit • Zorn, Wut, Hass, Ra hsu ht, Eifersu ht, Ärger, Groll, Ma htsreben, Ego-
ismus, Aggressivität, Gier, Neid, Missgunst, Ma htmissbrau h, Manipulation, Trotz, Stolz, Kon iktsu ht, Kritikunverträgli hkeit, Triebhaftigkeit, Selbstaufgabe, Eigenzerstörung, Gier, Verantwortungslosigkeit, Prahlerei, Gewissenlosigkeit, Herrs hsu ht.
Sirius D
lehrt uns die Auseinandersetzung mit:
• Helfersyndrom, Opfer-Rollen-Spiel, S huldkomplex, Eigenliebemangel.
Wir können an dieser Stelle sehen, dass die Syphilinie vor allem die Eigens haften zeigt, die mit der negativen Männli hkeit verbunden sind, und damit zeitigt sie Störungen der Auseinandersetzung mit den Elementen von Sirius C und dem Mars. Die Karzinogenie zeigt Störungen der negativen Weibli hkeit und steht in Verbindung mit dem Lernfeld von Sirius D und ihrer Vertreterin in diesem Sonnensystem, der Venus. Gemeinsam bei beiden miasmatis hen Strukturen ist, dass es si h um eine Störung des Überbewusstseins oder des höheren Selbstes handelt, das si h auf unserer Ebene der Existenz ni ht mehr ausdrü ken kann. An dieser Stelle wiederholt si h das Drama um Binah, Samael und den Elohim erneut und prägt dabei die hohen Anteile unseres Daseins. An Stelle der hehren Ziele, die ein Mens h vertreten kann, degenerieren moralis he Werte und an dessen Stelle werden Un-Werte gesetzt (siehe Tabelle 3.1). 70
3.5 Die Reisen unserer Seele
Tabelle 3.1: Die Grund harakteristika der Miasmen Unendli hes Ni hts
Ni hts
Unendli hes leu htendes Ni hts
Gesetz der
Gesetz des
Gesetz der
Anziehung
Ausglei hes
Abstoÿung
Sykose Wasser Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
Karzinogenie Opfer; Opferung höheres Selbst (weibli h) Sykose III Erde Psora Luft Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Syphilinie Feuer Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen Das Böse; Widersa her Höheres Selbst (männli h)
71
3 Die Geburtswehen einer Krankheit
3.6 Die perspektivis he Welt In seinem zentralen Werk Ursprung und Gegenwart versu ht Jean Gebser eine Kartographie der Bewusstseinsentwi klung zu erstellen. Er benutzt dazu den Begri der Bewusstseinsmutation . Seiner Vorstellung na h ist die Entwi klung des mens hli hen Bewusstseins ni ht eine kontinuierli he, sondern eine sprunghafte. Die wesentli hen Dimensionen des Bewusstseins, die er in seinem Werk bes hreibt, sind: 1. das ar hais he 2. das magis he 3. das mythis he 4. das mentale 5. das integrale Wir be nden uns, seiner Au assung na h, im Zeitalter des integralen Denkens, und entde ken seiner Meinung na h die vierte Dimension die Zeit. Für unsere Belange jedo h viel wi htiger ist das mentale Denken, da seine Entstehung in etwa zeitglei h mit der Entstehung der Syphilis auftau ht. Könnte es Parallelen geben zwis hen dieser Erkrankungsmutation und der Bewusstseinsmustation des Denkens? Lassen Sie uns diese Frage weiter untersu hen. Jean Gebser nutzte zur Untermauerung seiner Theorie die jeweiligen Strömungen in den s höpferis hen Werken der Kunst, in der Entwi klung der Naturund Geisteswissens haften. Er versu hte in den jeweiligen Wissens-Gebieten ihre Parallelität zu ergründen, um die grundlegenden Strömungen des jeweiligen Bewusstseins herauszu ltern. Ein grundlegender S hnitt lässt si h in die Zeit der Renaissan e legen, hier wurden die Fundamente einer perspektivis hen Welt gelegt. Jean Gebser nennt daher die Zeit vor der Renaissan e die • un-perspektivis he Welt
die Zeit mit Beginn und na h der Renaissan e die 72
3.6 Die perspektivis he Welt • perspektivis he Welt.
Die Zeit na h der letzten Bewusstseinsmutation die • a-perspektivis he Welt.
Die perspektivis he und die un-perspektivis he Welt bilden ein Gegensatzpaar, während die a-perspektivis he beide Si htweisen integriert und über sie hinausweist. Die Vor-silbe a- ist hier als Privativum zu verstehen (privare = befreien). Sie befreit von den auss hlieÿli hen Si htweisen sowohl der un- als au h der perspektivis hen Welt. Au h die perspektivis he Welt war einmal eine Befreiung. Sie befreite uns von der Verhaftung in der Gesells haft, in der das sippenhafte man gröÿer war als das individuelle i h. Das I h gab uns die Chan e, eigenständige Gefühle und Gedanken zu haben, die ni ht dem Kollektiv angehörten. Die perspektivis he Si ht gab uns die Mögli hkeit, etwas von unserem Stand-Punkt aus zu betra hten, den Raum aus unserer Si ht zu bes hreiben, sie rettete uns davor, in der Vermassung zu versinken, aber sie konnte au h ein-sam ma hen, uns auf einen Elfenbein-Turm aus eigenen Gedanken setzen, der uns vollends in die Isolation trieb. Das Spiel zwis hen der un-perspektivis hen Welt und der perspektivis hen ist au h das Spiel zwis hen dem I h und der Man-Mens-Mens h-Heit . In der Masse in der Man-Mens-Mens h-Heit konnte der Mens h untergehen, und er hatte ni ht das Problem zu sterben, da die Man-Mens-Mens h-Heit weiterlebte. Ni ht aber als I h, als Ego. Als I h ist der Mens h ein Sterbli her, und er su ht si h dur h Egoismus sykotis h zu überhöhen, um dadur h zu etwas Besonderem, und damit auf gewisse Weise unsterbli h zu werden. Mit diesem I h-Bewusstsein zerbra h der Mens h den magis hen Ring, der ihn ins Clan-Bewusstsein bannte, und er wurde mä htiger als dieser Bann, aber au h verletzli her in seiner eigenen Id-entität. 3.6.1 Die un-perspektivis he Welt
In der un-perspektivis hen Welt s hläft der Raum no h im Mens hen und der Mens h s hläft im Raum. Er ist no h ni ht zu einem Raum-Bewusstsein erwa ht. Der Mens h gehört no h ni ht si h selber, sondern ist Teil einer Sippe, 73
3 Die Geburtswehen einer Krankheit einer Gemeins haft bzw. Gemeinde. Der Akzent liegt no h ni ht auf dem i h, sondern auf der Gemeins haft, dem Kollektiv, dem man. Der Fokus liegt no h ni ht auf dem Persönli hen, sondern auf dem Un-Persönli hen. Der Raum, der empfunden wird, ist no h ni ht Tiefen-Raum, sondern eher Höhle (Gewölbe) oder Zwis hen-Raum. In beiden Fällen ist er aber ununters hiedener Raum. Mit dem fehlenden Raumverständnis geht ein fehlendes I h-Verständnis einher, das als I h-Bewusstsein ein unters heidendes Raum-Bewusstsein brau ht. Bilder aus dieser Zeit zeigen keine S hatten-Tiefen, Ar hitekturen keine Raum-Tiefen. Höhlen-Ar hitektur, die uteris hen Charakter hat, wie in der römis hen Kuppelar hitektur, spiegelt das Raum-Bewusstsein wider. Raum ist Gewölberaum, ein Höhlenraum, au h das Welt-All ist sol h ein Kuppel- oder Höhlen-Raum, ein Raum, den der Mens h in Platons Höhlenglei hnis zu verlassen su ht . Der Mens h ist behütet im Mutters hoÿ, das All ist Kuppel, bes hützendes Firmament. Malerei ist gröÿtenteils Höhlenmalerei . In der hristli hen Kir hen-Ar hitektur vers hmilzt der Mens h dann erstmalig Säulen und Turm mit Gewölbe und Kuppel, jene Dualität, die die Trinität mögli h ma ht, aus der die dritte Dimension, der Raum erwa hsen kann. Etwa ab dem Jahre 1250 n. Chr. zeigt si h ein allmähli her Wandel in der versu hsweise perspektivis hen Darstellung der pompejanis hen Wandmalereien. Dieses tastende Vor-Wagen in den Raum kreiert die Fundamente der perspektivis hen Welt. 3.6.2 Die perspektivis he Welt
setzt den Beginn der perspektivis hen Welt weit vor das Auftau hen der ersten Syphilis-Epidemie ins Jahr 1250 n. Chr. Der Mens h des ausgehenden Mittel-Alters beginnt all-mähli h si h seines Körpers und des darin wohnenden I hs bewusst zu werden. Der Mens h ist ni ht nur Mens h, sondern ein bestimmter Mens h ein In-dividuum, ein UnTeilbares, Einziges, Einzig-Artiges. Der Maler, der Bild-Hauer beginnt stärker no h diese individuellen Anzei hen des Mens hen zu betonen. Es ist ni ht mehr der Ideal-Typus des Mens hen, der dar-gestellt wird, sondern dieser eine spezielle, bestimmte Mens h.
Jean Gebser
• Der Mens h wird zum Sub-Jekt, zum Darunter Geworfenen, zum Zu-
74
3.6 Die perspektivis he Welt grunde Gelegten, die Welt zum Ob-Jekt, zum Entgegen-Geworfenen, oder -Gestellten. Das Erwa hen dieses latent im Mens hen s hlafenden Raumes soll in der Malerei Giottos besonders zum Ausdru k kommen, in der spra hli hen Kunst ndet er Aus-dru k in den lyris hen I h-Gedi hten der Troubadoure, die ersten persönli hen Gedi hte, die plötzli h einen Abgrund zwis hen Welt (oder Natur) und di htenden Mens hen aufreiÿen. [4, Bd. 2, S. 39℄ No h andere wi htige Phänomene treten das erste Mal in Ers heinung: • Thomas von Aquin bringt Aristoteles an der Universität von Paris zur
Geltung (rationalisierende Ablösung von der platonis hen Welt).
• Papst Johannes XXI s hreibt das erste umfassende europäis he Lehr-
bu h der Psy hologie, womit die aristotelis he Seelenlehre na h Europa kommt.
• Duns S otus (gest. 1308) reiÿt die Theologie aus den Zwängen der S ho-
lastik und lehrt die Herrs haft des Willens und Gefühls.
• Die Brüder Ambrogio und Pietro Lorenzetti lieÿen um 1327/28 die
ersten lands haftbezogenen Himmelsdarstellungen in S. Fran es o zu Assisi entstehen, in denen das erste Mal ein natürli her Mond, und kein stilisierter, das Himmelsgewölbe zierte. Dieser Himmel wird vom Bli kpunkt des Malers aus dargestellt, ni ht wie sonst übli h perspektivelos.
Die wohl wi htigste Überlieferung ist der Beri ht Petrar as, der im Jahre 1336 den Mont Venoux bestiegen hat, und das erste Mal auf ekstatis hbedrü kende Weise des Raumes ansi htig wurde. Er s hrieb: Ers hüttert von dem ungewohnten Wind und von dem weiten und freien S hauspiel, war i h zu allererst wie vor S hre k erstarrt. I h s haue: die Wolken lagen unter meinen Füÿen. . . I h wende meinen Bli k italienwärts, wohin si h no h mehr als dieser meine Seele wandte . . . I h gestehe, dass i h seufzte, da i h den Himmel Italiens sah, der mehr meinem Geiste als meinem Auge ers hien, und ein unsagbares Verlangen ergri mi h, meine Heimat wiederzusehen . . . Und dann ergri mi h ein neuer Gedanke, der mi h aus dem Raum in die Zeit trug. [4, Bd. 2, S. 45℄ 75
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Ers hüttert von dieser Erfahrung wendet si h Petrar a den Bekenntnissen des Augustinus zu, s hlägt eine Seite auf und liest: Und die Mens hen gehen die hohen Berge bewundern und die gewaltigen Wogen des Meeres und die langen Läufe der Flüsse und die Unermessli hkeit des Ozeans und die Bahnen der Sterne und sie geben si h damit selber auf. [4, Bd. 2, S. 45℄ ers hri kt ein zweites Mal, ni ht wegen des erlebten Raumes, sondern weil plötzli h die Worte, diese so zufällig gewählten Worte in sein Herz, in seine Seele spre hen, und er gerät in Kon ikt mit dem Erlebten, an dem si h seine Augen so sattsam befriedigt hatten. [4, Bd. 2, S. 45℄ S ham überkommt ihn, dass er dieser Körperli hkeit so viel Bedeutung beigemessen hatte, diesen visuellen Orgasmus , wo er do h eigentli h weiÿ, dass es nur die Seele anzubeten gilt, do h er erfuhr ein ho h-befriedigendes Si hErgieÿen in den Raum. Er s hämt si h so stark dafür, dass er eine Bei hte verfasst, diesen überlieferten Brief aus dem Jean Gebser zitierte. Au h wenn wir heute kaum no h na hvollziehen können, was in Petrar a ges hah, so spürte er do h, dass die Seele begann, in den 3 Dimensionen des Raumes verloren zu gehen. Die Mens hen erobern die Welt, und geben si h damit selber auf , so die Bekenntnisse des Augustinus, das ist die Dimension, der Petrar a während dieser Bergbesteigung teilhaftig wurde, und er sah keine andere Mögli hkeit aus dem Raum zu iehen zurü k in die Zeit, aus den 3 Dimensionen in die vierte. Bedeutsam wird diese Flu ht dann, wenn wir die Worte des Augustinus zugrunde legen, der sagte, dass die Zeit in der Seele sei . Die Flu ht aus dem Raum in die Zeit ist dann die Flu ht aus der Materie in die seelis he Dimension des Da-Seins. Wir erkennen an dieser Stelle den Ur-Kon ikt zwis hen Jakob und Esau, der s hlieÿli h zum Beginn der Krankheit führte. Jakob steht hier für den seelis h-spirituellen Mens hen, Esau für den materiellen. Jakob hatte Angst vor der Begegnung mit seinem Bruder Esau, dem er das Erstgeborenen-Re ht und den Segen des Erstgeborenen ab-ers hli hen hatte. Jakob ieht, um ni ht von Esau dafür getötet zu werden. In der Na ht vor dem Wiedersehen bittet Jakob GOTT um eine Ri hts hnur, weil er Angst hat, dass das stetig tiefere Versinken in der Materie s hlussendli h dazu führen wird, dass der Kontakt zu GOTT abreiÿt.
Petrar a
76
3.6 Die perspektivis he Welt GOTT anfwortet, indem ER Jakob einen Engel s hi kt, mit dem Jakob die ganze Na ht ringt. Am nä hsten Morgen ist keiner besiegt, der Engel segnet Jakob und gibt ihm den Namen Israel, do h gibt er ihm au h einen S hlag auf die Hüfte, der Jakob von da an hinken lässt. Hinken und Krankheit haben im Hebräis hen den glei hen Wortstamm. So also die Antwort GOTTES auf Jakobs Bitten. • ER s hi kt die Krankheit als Ri hts hnur. Petrar a
wiederholt den Kon ikt Jakobs, au h er hat
• Angst, seine Seele an den Raum zu verlieren,
wie au h die Worte Augustins in ihm hallen, und geben si h selber auf. Eine mögli he Lösung des Kon iktes zwis hen Körperli hkeit und Seele ges hieht im Jahre 1283. In diesem Jahr wird die erste ö entli he Uhr im Palasthof von Westminster aufgestellt und damit die Zeit räumli h xiert. Sie wird damit eine Dimension des Raumes. Betra hten wir diesen Kon ikt zwis hen Raum und Zeit in Bezug zu unserer Ur-Sprungs-Krankheit Tsoraat (zrxv), der si h wie folgt aufspannt: Tsora xv Raum
at zr Zeit
So müsste ein S hwinden der Zeit und eine Überbetonung des Raumes au h unsere Erkrankung Tsoraat (zrxv) verändern, da sie die Erkrankung von Raum und Zeit ist. Wir bes hrieben im Bu h über die Psora, dass die Erkrankung auf der materiellen Ebene, die der Tsoraat (zrxv) am nä hsten kommt, der Aussatz, die Erkrankung Lepra ist. Wir konnten bei unserer Bes häftigung mit der Lepra vier zu unters heidende Stadien feststellen. 1. die indeterminierte Form 2. die tuberkuloide Form 3. die lepromatöse Form 77
3 Die Geburtswehen einer Krankheit 4. die destruktive Form Wir setzten diese Stadien in Bezug zum Wirken der Immunkraft im Inneren des Mens hen. Wir sahen, dass die Erkrankung mit Abnahme der Immunkraft in die vers hiedenen Stadien we hselte, und zwar in folgender Reihenfolge: Zunahme der Reaktionskraft
Abnahme der Reaktionskraft
indeterminierte Form
indeterminierte Form
⇑
⇓
tuberkuloide Form
tuberkuloide Form
⇑
⇓
lepromatöse Form
lepromatöse Form
⇑
⇓
destruktive Form
destruktive Form
Betra hten wir diese Reihenfolge und das dynamis he Potential, das auf diese Weise in der Erkrankung Lepra ste kt, so wird ersi htli h, dass na h der groÿen Epidemie eine Fixierung auf die destruktive Form der Lepra statt ndet. Ein Hinweis darauf wäre, dass • die Lepra abnimmt, während die Syphilis zunimmt,
wie es au h die Beoba htung der damaligen Zeit war. ...so sehen wir na h der Epidemie mit einem Male eine neue veneris he Form ins Dasein getreten, wel he im Wesentli hen ganz die unserer heutigen S hankersyphilis ist, und mit deren Auftreten die bis dahin no h überall herrs hende Lepra wie dur h einen Zaubers hlag aus Europa verdrängt worden zu sein s heint. [9, S. 279℄ Wir könnten also folgern, wenn wir die Umgebungstheorie der Erkrankung akzeptieren ◮ dass die Syphilis ni hts anderes ist, als die Fixierung der Lepra in ihrer
destruktiven Phase
78
3.6 Die perspektivis he Welt ◮ und dass die Syphilinie eine Fixierung der Tsoraat (zrxv) im Aspekt
des Raumes ist.
Diese Theorie würde die vielen Widersprü he und wider-sprü hli hen Haltungen der Syphilis gegenüber klären können, da ni ht nur die eine Seite oder die andere Seite wahr sein können, sondern beide, und no h mehr. Wir könnten auf jeden Fall verstehen, warum die Theorien der SyphilisAusbreitung mit Eroberungen einhergehen (siehe Seite 87), mit • Eroberungen des Raumes, der Form, der Materie.
Für Jean Gebser ndet etwas ähnli hes im Bewusstwerdungsprozess statt, wie wir es auf der Ebene der Lepra erleben. • Es ndet eine Fixierung einer Teilansi ht statt, die dann über das Ganze
gestellt wird.
Das mag no h einiger Erläuterungen bedürfen. Als wir ein Symbol für die Dynamiken der Erkrankungen s hufen, gelangten wir zu dem miasmatis hen Modell, das sie kennen, aufgrund der Prämisse, dass aus drei Kräften das Universum ges ha en werden kann. Als Beispiel sei hier no h einmal die S höpfung na h dem Tao Te King angeführt:
Das Tao gebiert Eins, Eins gebiert Zwei, Zwei gebiert Drei, Drei gebiert alle Dinge. Dieser S höpfung wird die Polarität hinzugestellt,
Alle Dinge haben im Rü ken das Weibli he und s hauen auf das Männli he. Wenn männli h und weibli h si h verbinden atmen alle Dinge Harmonie.[11, Vers 42℄ 79
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Abbildung 3.11
dynamis he Miasmatik
Abbildung 3.12
dynamis he Miasmatik (2)
80
3.6 Die perspektivis he Welt und zeigten auf diese Weise unser bekanntes miasmatis hes Modell (siehe Abbildung 3.11 und 3.12). In der Bes hreibung der Perspektive erleben wir eine Modi kation dieser Konzepte dur h die • Fixierung auf einen Punkt.
Der Mens h beginnt die Welt aus einer ego-istis hen Si htweise zu sehen. Er verliert den Bezug zum Ganzen, wie wir es bereits in der Sykose bes hrieben. War es in der Sykose die Zersplitterung der Welt in Augen-bli ke, die die Ganzheit verzerrte, so ist es in der Syphilinie die Fixierung auf einen Punkt, das Ein-Nehmen von Stand-Punkten, von I h-Punkten, räumli he Fixierungen, die der Syphilinie zu Eigen sind. Ähnli h der miasmatis hen Bes hreibung, überlagern si h au h in der Perspektive zwei Dreie ke, eines, das die Welt in das Auge leitet, und eines das einen Punkt in der Ferne xiert. Leonardo da Vin i s hreibt: Perspektive ist ein Beweisgrund, wobei die Erfahrung bestätigt, dass alle Dinge ihre Bilder in Pyramidenlinien zum Auge senden. Die Perspektive benutzt in den Entfernungen zwei entgegengesetze Pyramiden. Eine derselben hat ihre Spitze im Auge und ihre Basis fern am Horizont; die zweite hat ihre Basis gegen das Auge zu und die Spitze am Horizont. Aber die Erste betri t das Allgemeine, dass sie alle Gröÿen der dem Auge gegeüberliegenden Körper erfasst. . . Die zweite Pyramide aber betri t eine besondere Stelle. . . und diese zweite Perspektive ergibt si h aus der ersten. [4, Bd. 2, S. 54℄ Der Akzent liegt nun auf dem i h-haften Auge, das den Raum realisiert hat, und das Glei hgewi ht zwis hen I h-Welt (Auge) und Auÿen-Welt (Horizont) ist hergestellt.[4, Bd. 2, S. 54℄Mit diesem Satz ist die Perspektive au h denkeris h verwirkli ht. Dargestellt nden Sie die Zusammenhänge in Abbildung 3.13. Diese Fixierung auf einen Punkt, auf einen Stand-Punkt ist harakteristis h für die Bewusstseinsveränderung jener Epo he (siehe Tabelle 3.3). Jean Gebser bes hreibt es so: 81
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Tabelle 3.3: Die Grund harakteristika der Miasmen Unendli hes Ni hts
Ni hts
Unendli hes leu htendes Ni hts
Gesetz der
Gesetz des
Gesetz der
Anziehung
Ausglei hes
Abstoÿung
Sykose Wasser
Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
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Karzinogenie Opfer; Opferung höheres Selbst (weibli h) keine Perspektive Sykose III Erde Psora Luft Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Syphilinie Feuer
Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen Das Böse; Widersa her Höheres Selbst (männli h) Perspektive
3.6 Die perspektivis he Welt Abbildung 3.13
Perspektive
. . . perspektivis h sehen oder denken heiÿt: räumli h xiert sehen und denken. Wir wiesen s hon vers hiedentli h auf die jeder Perspektivierung innewohnende Gegensätzli hung hin; sie xiert sowohl den Betra hter als das Betra htete; als den Raum; die negative Folge ist: sie stellt den Mens hen in einen Teilsektor, sodass er nur dieses Teilsektors ansi htig wird: er löst aus dem Ganzen nur jenes Stü k heraus (wie Petrar a aus dem bloÿen Land die Lands haft), das sein Bli k oder Denken umfassen kann und vergisst die daneben, darüber oder mögli herweise au h hinter ihm liegenden Sektoren ; damit ist die Anthropozentrik gegeben, wel he die einstige Theozentrik, wie man sie nennen könnte, ablöste. Der Mens h, selbst nur ein Teil der Welt, räumt diesem Teil und damit der ihm selber nur mögli hen Teilansi ht die beherrs hende Stellung ein: damit erhält der Sektor das Übergewi ht über den ganzen eins hlieÿenden Kreis; es erhält der Teil das Übergewi ht über das Ganze. Das Ganze ist aber aus der perspektivis hen Einstellung zur Welt heraus ni ht mehr anzunähern; statt dessen verleiht man 83
3 Die Geburtswehen einer Krankheit dem bloÿen Sektor Ganzheits-Charakter , und die Folge davon ist die sattsam bekannte Totalität . [4, Bd. 2, S. 51℄ Der Begri der Totalität, der totus = ganz bedeuten kann, hat auf seltsame Weise au h eine Beziehung zum tot , zum Tod. Zu wel hen Problemen die Perspektive führen kann, soll folgende Ges hi hte verdeutli hen. Die Dinge sind ni ht immer entweder s hwarz oder weiÿ
In der Grunds hule hatte i h mit einem Jungen aus meiner Klasse eine Meinungsvers hiedenheit. I h weiÿ ni ht mehr, worum es dabei ging, aber die Lehre, die i h daraus gezogen habe, ist mir no h heute gegenwärtig. I h war überzeugt davon, dass i h Re ht hatte und er im Unre ht war und er war genauso überzeugt davon, dass i h Unre ht hatte und er im Re ht war. Die Lehrerin bes hloss, uns eine sehr lehrrei he Lektion zu erteilen. Sie stellte uns vor die Klasse und lieÿt ihn auf der einen Seite und mi h auf der anderen Seite stehen. In der Mitte des Tis hes stand ein langes, rundes Objekt. I h konnte sehr deutli h erkennen, dass es s hwarz war. Sie fragte den Jungen, wel he Farbe das Objekt habe. Weiÿ , antwortete er. I h konnte es ni ht fassen, dass er sagte, das Objekt sei weiÿ, da es do h ganz o ensi htli h s hwarz war! Eine neue Meinungsvers hiedenheit bahnte si h zwis hen meinem Klassenkameraden und mir an, dieses Mal ging es um die Farbe des Objektes. Die Lehrerin wies mi h an, mi h dorthin zu stellen, wo der Junge stand, und sagte ihm, er solle dahin gehen, wo i h gestanden hatte. Wir taus hten die Plätze, und nun fragte sie mi h, wel he Farbe das Objekt hatte. I h musste antworten Weiÿ . Es war ein Objekt mit zwei vers hiedenfarbigen Seiten, und von seinem Bli kwinkel aus war es weiÿ. Nur von meiner Seite aus war es s hwarz. Meine Lehrerin bra hte mir an diesem Tag etwas sehr wi htiges bei. Du musst di h auf den Standpunkt des anderen Mens hen stellen, und die Situation von seinem Bli kwinkel aus betra hten, um seine Si htweise wirkli h zu verstehen. [2℄
Die Bes hreibung der Perspektive ndet ihren Abs hluss mit Leonardo da Vin i, der in seinen Trattato della pittura eine wissens haftli he Abhandlung 84
3.6 Die perspektivis he Welt aller mögli hen Perpektive-Arten bes hrieben haben soll.[4, Bd. 2, S. 53℄ In diesen Abhandlungen geht es au h um das Li ht, und es s heint, als wäre es Leonardo gelungen, Li ht in die Kunst zu bringen, und wo Li ht ist, ist au h S hatten. Leonardo vollendet die Perspektivierung, die mit Petrar a begonnen hat, und erst jetzt sind die Gesetzmäÿigkeiten einer Perspektivierung vollends bekannt, mit dem E ekt, dass nun te hnis he Zei hnungen in einer Perfektion mögli h werden, die es vorher so ni ht geben konnte, und somit das goldene Zeitalter der Te hnik eingeläutet wurde. Interessanterweise beginnt der Mens h si h au h glei h mit der perspektivis hen Täus hung zu bes häftigen (Sykotis he Heilungsreaktion der Syphilinie) und beginnt in eine Art Raum-Raus h zu verfallen (Sykose). Der Beoba hter kann jetzt die Dinge aus einer Distanz betra hten, objektivieren, und auf diese Weise einen bestimmten Standpunkt einnehmen, ohne Teil des Kosmos zu werden, zumindest s heint es so. Der Mens h hat nun die Fähigkeit, ni ht nur auf Distanz zu gehen, sondern si h selbst zum S höpfer eines neuen Kosmos zu küren, sozusagen der S höpfer einer Illusion in der Illusion zu werden. Au h in anderen Berei hen als der Malerei zeigt si h die Bewusswerdung des Raumes: • Kopernikus sprengt den begrenzten geozentris hen Himmel und ent-
de kt den heliozentris hen Raum.
• Kolumbus sprengt den eins hlieÿenden Okeanos und entde kt den
Erdraum.
• Vésale, der erste groÿe Anatom, sprengt die alten Körperlehren Galens
und entde kt den Körperraum.
• Harvey sprengt die gebundene Humoralmedizin eines Hippokrates und
entde kt den Blutkreislauf.
• Kepler sprengt das unperspektivis he, kreis- und ä henhafte Weltbild
der Antike, indem er statt der Kreisbewegungen der Planeten, wie sie na h Ptolemäus no h Kopernikus annahm, ihre Ellipsenbahn na hweist. Es ist jene Ellipse, die in der Ar hitektur zum ersten Mal Mi helangelo vorbereitete, dessen Kuppel von St. Peter die überhöhte, elliptis he Form aufweist. 85
3 Die Geburtswehen einer Krankheit • Galilei vertieft den Einbru h in den Raum dur h die Perfektionierung
und die astronomis he Anwendung des Teleskops, das zu seiner Zeit in Holland erfunden wurde.
• Leonardo Da Vin i bereitet die Eroberung der Luft und des Meeres
vor.
• Die Freskomalerei wird zur Ölmalerei. • Die ersten Spitzen werden erfunden, und so der Textil-Raum dur hbro-
hen.
• Die Welt (au h die unbekannte) wird eingeteilt in Kolonien. • Das Zeitalter der S hismen und Kir henspaltungen beginnt.[4, Bd. 2, S.
56-57℄
• Johannes Gutenberg (eigentli h Johann Gensfleis h zum Guten-
) erfand 1445 den Bu hdru k mit bewegli hen Lettern. Bü her konnten jetzt günstig produziert und jedem zugängli h gema ht werden.
berg
Die Überbetonung des Raumes und alles Räumli hen, die si h mit den Jahrhunderten seit 1500 nur verstärkt, ist sowohl die Gröÿe, als au h die S hwä he des perspektivis hen Mens hen. Die Überlastung des objektiven Auÿen bringt neben dem rationalen, kausal-analytis hen Denken, das aus einer übertrieben optis hen Weltsi ht resultiert au h eine Hypertrophie des Egos mit si h. Der Raum verhärtet si h in der Si htweise des Mens hen immer stärker zur Materie, zur Form, was dazu führt, dass au h der Mens h si h immer stärker verhärten kann, und si h abzukapseln und zu isolieren beginnt. Eine stärkere Egozentrik breitet si h aus. Auf der anderen Seite führt aber die si h ausweitende Raum-Ers hlieÿung, zu einer Au ösung des I h und der Mögli hkeit einer Vermassung. Eine sehr spannungsgeladene Situation, in der si h der Mens h be ndet. Die Überbetonung des Raumes führt zu einem Verlust der Zeit, die si h in unserer Zeit immer deutli her zeigt, als End-Entwi klung der Über-Raumung. Dies zeigt si h au h in der bereits erwähnten Veränderung der Tsora-at (zrxv), der Erkrankung der Raum- und Zeit-Werdung des Mens hen, zur Syphilis. 86
3.6 Die perspektivis he Welt Au h die herkömmli he Ges hi htss hreibung sieht im Zusammenhang mit der Syphilis-Entstehung immer au h eine Eroberung eines neuen Raumes. I h mö hte hier zwei bekannte Theorien herausgreifen. Kolumbus
Am 12. Oktober 1492 wird die neue Welt entde kt. Um zwei Uhr morgens bri ht der Matrose Rodriguez Bermejo in einen Jubels hrei aus: Tierra, Tierra! [1, S. 9℄
Es war eine neue, alte Welt. Ein neuer Raum wurde ers hlossen, und mit dem neuen Raum, mit der Grenz-Sprengung der alten Welt au h eine neue Krankheit. Kolumbus bra hte sie mit aus dieser neuen Welt, Amerika, in die alte Welt der Inquisition, so zumindest wollen es uns die Amerikanisten Glauben ma hen. Gefunden haben soll Kolumbus diese Krankheit in einer kleinen Welt der neuen Welt, auf einer kleinen Insel, auf der die Musik eine sol h groÿe Rolle spielt, und mit ihr die Süÿkarto el, der Tabak und . . . die Syphilis. Diese Insel wird heute Kuba genannt, Kuba, Heimat der Syphilis. Viele S hriften wurden darüber verö entli ht, wie Kolumbus diese neue Seuhe na h Spanien einführte. Er selbst, der genaue medizinis he Beoba htungen in sein Logbu h eintrug, erwähnte sie mit keiner Zeile. Karl VIII.
In Frankrei h regiert seit 1483 der jugendli he König Karl VIII. Er le hzt na h kriegeris hen Abenteuern und Ruhm. Er bes hlieÿt Erbansprü he auf das Königrei h Neapel anzumelden und dessen Krone mit Wa engewalt zu erringen. Karl war ein uns höner, disproportionierter Mann, er gli h mehr einem Monstrum, als einem Mens hen, und dieses Monstrum war begierig zu herrs hen. A htzehntausend Reiter und zwanzigtausend Mann Fuÿvolk wurden in Lyon zusammengezogen, um die Alpen zu überqueren. Söldner aus vielen Ländern hatte er gesammelt. Im Dezember 1494 übers hreitet die vielspra hige Armee Italiens Grenzen. In ihrem Gefolge eine ni ht minder vielspra hige S har von Liebesdienerinnen, um die Re ken bei Laune zu halten. Das Heer s hlug keine groÿen S hla hten auf seinem Weg dur h Italien, die Italiener leisteten keinen Widerstand, au h viele Tö hter Italiens lieÿen si h lei ht erobern. Am 17. November 1494 zieht der Bes hützer des s hönen Ges hle hts , wie der liebeslustige König Karl VIII. gern genannt wurde, in Florenz ein, und 87
3 Die Geburtswehen einer Krankheit zu Sylvester in Rom. In Rom regierte der 63 jährige Alexander VI. aus dem Haus der Borgia über sein Volk und 30 000 Freudenmäd hen, die an seinem Hof ihre galanten Künste ausübten. Allein 14 000 stammten aus Spanien, wegen ihrer S hönheit und ihrem vollendeten Benehmen besonders begehrt. Fast vier Wo hen s hwelgte Karl in römis hen Wonnen. S hlieÿli h bri ht er Ende Januar 1495 zur letzten Etappe seines Feldzuges auf, um endli h Neapel zu erobern. Als die Franzosen vor den Toren Neapels stehen, dankt Alfons II. von Neapel zugunsten seines Sohnes Ferdinand II. ab. Au h Ferdinand hält es ni ht in den Mauern und er ieht. Die verlassenen Neapolitaner kooperieren. Übermäÿiger Genuss von Wein und Weib steht die nä hsten 80 Tage auf dem Programm. Neapel versinkt in einer ni ht enden wollenden Orgie, ein Irrtum wie si h bald zeigt. Die Bevölkerung der Stadt ist verdrossen wegen der anmaÿenden neuen Herren. Aufruhr beginnt si h breit zu ma hen. Söldner des Königs werden ersto hen oder vergiftet. Die Städte Mailand, Florenz und Venedig s hlagen si h auf die Seite des ge ohenen, aber re htmäÿigen Herrs hers von Neapel. Das Rei h und Spanien kündigen die Neutralitätsverträge, und eine spanis he Armee landet in Sizilien, um König Ferdinand wieder auf seinen Thron zu setzen. König Karl setzt si h ab. Rund 6000 Mann Besatzung bleiben zurü k. In Genua besteht er ein Gefe ht gegen die verbündeten Truppen von Mailand und Genua. Viele S hla hten und Wege später, landet König Karl VIII. wieder, im November 1495, in Lyon, im Gepä k ein Tagebu h mit all seinen amourösen Abenteuern, in den Gebeinen die Syphilis. Karl VIII. wird nur 27 Jahre alt. Für Ges hi htss hreiber ist er nur eine Zeile wert, für Medzinhistoriker ein Quell der Inspiration, denn mit ihm ist für immer eines der eindru kvollsten Phänomene zu Beginn der Neuzeit verbunden. Der Ausbru h der Syphilis [1, S. 14℄ Jahrhunderte vergehen, als eines Tages ein Mann in der Pariser Notre Dame in inbrünstigem Gebet vor dem Portrait Karls VIII kniete. Warum betet ihr dieses Bild an mein Herr, und ni ht Gott? fragt ein Mön h. Sehen Sie, i h bin Dermatologe, und niemand hat so viel zur Blüte meines Berufes beigetragen wie dieser Herrs her, denn ihm und seinen Taten verdanken wir die Syphilis. 88
3.6 Die perspektivis he Welt Voltaire
s hrieb unter anderem über die Syphilis:
Als die Franzosen tollköp g na h Italien gingen, gewannen sie lei htfertig Genua und Neapel und die Syphilis. Dann wurden sie überall verjagt, und man nahm ihnen Genua und Neapel weg, aber sie verloren ni ht alles, denn die Syphilis ist ihnen geblieben. [1, S. 14℄ Die Zeit, in der all diese Ges hehnisse abliefen wird heute Renaissan e genannt, Wiedergeburt . Und mit der Wiedergeburt kam au h die Geburt, die Geburt einer neuen Krankheit, mit der der Mens h von nun an leben wird. Sind all die Dinge, von denen wir beri htet haben, nur Zufall, oder folgen sie einem strengen Muster? Ist es Zufall, dass die Krankheit mit der Entde kung Amerikas verknüpft ist? Oder mit der bes hriebenen Sternenkonstellation? Si her ist nur, dass die Krankheit zuerst in Neapel unter den Soldaten grassierte. Mal de Naples nannten sie die Franzosen, Franzosenkrankheit die Neapolitaner, die Gelehrten Morbus galli us . Man nannte sie au h die Ges hle htspest , von der die S haren Karls des VIII. auf ihrem Rü kzug befallen wurden. Diese Truppe trägt die Syphilis von Land zu Land, heiÿt es. Die Seu he breitet si h sehr ras h aus. Besonders Deuts hland wurde von den Franzosen sehr früh heimgesu ht. Das beweisen Chroniken und zeitgenössis he S hriftsteller aus vers hiedenen Städten, zum Beispiel Nürnberg. Dort arbeitete Theoderi h Ulsen aus Friesland, der si h Theodori us Ulsenius nannte. Er verö entli hte s hon am 1. August des Jahres 1496 eine aus hundert Hexametern bestehende Flugs hrift über die Krankheit. Ein zweites Gedi ht, dass ebenfalls im Sommer 1496 ers hien, stammt von Sebastian Brant, Doktor beider Re hte zu Basel, später zu Straÿburg, dem Verfasser des Narrens hi s . Ein weiteres Gedi ht wurde 1533 von Johann Haselbergk verfasste unter dem Namen Von den wels hen Purppeln . Fra astoro s hrieb sein berühmtes Gedi ht im Jahre 1530, in dem er s hon andeutete, dass die Syphilis mit der Eroberung des Raumes verbunden ist. Die Syphilis eroberte ihren Raum und drang von Spanien na h Portugal. Die Portugiesen nannten die Krankheit daher el mal de los astellanos . Die Polen nannten sie Deuts he Krankheit , die Russen Polnis he Seu he . Im Orient nannte man sie Frankenkrankheit . In Ostasien trat die Syphilis erstmals 89
3 Die Geburtswehen einer Krankheit 1500 auf, in der hinesis hen Stadt Kanton, dort wurde sie zunä hst KantonKrankheit oder p rsi hblütenähnli her Auss hlag genannt. Etwa 10 Jahre später, im Jahre 1512, ers hien die Krankheit in Kioto, der damaligen Hauptstadt Japans. Die Portugiesen, denen man den S hwarzen Peter der Urhebers haft zus hieben wollte, bauten Kontakte zu Japan aber erst im Jahre 1543 auf, wo die Syphilis daher bereits 40 Jahre grassierte. Au h China kannte die Syphilis zu diesem Zeitpunkt bereits. Do h nun eine weitere Fa ette von Fra astoros Gedi ht über die Syphilis:
S hi e waren ausgesandt, um die unbekannten Gewässer des Nereus zu erfors hen. Viel irrten die S hi e auf dem Meer umher. Na ht war es, der Mond glänzte am klaren Himmel, als der Führer der ausgesandten Flotte zur Mongöttin Luna spra h: Mondgöttin Luna, der dieses feu hte Rei h gehor ht: zweimal hast du bereits deine Hörner an der goldenen Stirn gerundet, zweimal ihre Krümmungen ausgefüllt, seit uns auf unserer Irrfahrt kein Land ers hien. Lass uns endli h eine Küste sehen, an den lang gewüns hten Hafen gelangen, du Ruhm der Na ht und Zierde des Himmels. Phoebe hörte seine Gebete und glitt vom Himmel herab. In der Gestalt der s hwimmenden Tö hter des Nereus gleitet sie am Kiel des S hi es auf der Ober ä he des Meeres entlang. Ihr meine S hi e zweifelt ni ht. Das Li ht des Morgens wird eu h Land zeigen und Zugang zu einem si heren Hafen gewähren. Aber lasst eu h ni ht an der ersten Küste nieder. S hon lange ruft eu h das S hi ksal weiter. Da ist eine groÿe Insel mitten im Meer. Ophir 3 . Dahin geht euer Weg, das ist der Ort, der eu h bestimmt ist, und die Hauptstadt eures Rei hes. Die Seeleute tre en auf das verspro hene Land. Ma hen eine Rast von drei Tagen, reparieren ihre S hi e und beten zu den fremden Gottheiten. Na h drei Tagen ste hen sie wieder in See, um Ophir zu su hen. Sie fahren an vielen Inseln vorbei, bis eine Insel sie in ihren Bann zieht, deren Wälder s hatttig sind, und deren Flüsse in einem groÿen Bett von Gold glänzendem Sand ins Meer ieÿen. In 3 Ophir ist das Land aus dem König Salomon zu S hi Gold und Edelsteine holen lieÿ. [1.
Kg. 9, 26-28℄
90
3.6 Die perspektivis he Welt
der Mündung des Flusses gehen sie vor Anker. Sie entri hten ihren Gruÿ an die Götter der unbekannten Erde, und ma hen si h auf, die Gegend zu erkunden. Das Wasser des Flusses ieÿt rot-gelb dahin, umsäumt von mit Gold gemis htem Sand. Eine groÿe S har Vögel iegt dur h die s hattigen Zweige. Ihr Ge eder ist blau-glänzend, die S hnäbel rot. Kurzerhand bes hlieÿen die Seeleute, die Vögel zu ers hieÿen. Sie entzünden ihren Zunder, bestehend aus Holzkohle des Weidenbaumes, S hwefel und Salpeter. Zis hend iegen die Kugeln dur h die Luft. Überall auf den Wiesen liegen leblos die abges hossenen Vögel. Ein Teil der Vögel kann iehen. Von einem hohen Felsen ertönt plötzli h eine fur htbare Weissagung: Die ihr Gewalt angetan habt den Vögeln des Sonnengottes, hört was der groÿe Apoll verkündet. Obwohl ihr es ni ht wisst, habt ihr mit günstigem Wind endli h die lang gesu hte Küste von Ophir angetro en und erworben. Aber ihr werdet ni ht vorher neue Länder und Völker, die lange ruhig und in Frieden lebten, unterwerfen, Städte erbauen, Bräu he und heilige Gewohnheiten ändern, bis ihr, na h unsägli hen Mühen zu Lande und zu Wasser und na h Kämpfen gegen Mens hen an vers hiedenen Orten zahlrei h in fremder Erde eure Toten bestattet. Na h dem Verlust von S hi en werden wenige wieder die heimatli he Erde errei hen; andere, die das groÿe Meer erneut dur hmessen, werden vergebli h na h Gefährten suhen. Zwietra ht wird eure Besatzungen in Raserei und Mord ziehen. Und bald wird der Tag kommen, da eure Körper von einer unbekannten Krankheit entstellt sind und ihr in eurem Unglü k Hilfe in diesem Wald su hen werdet, indessen ihr eure Verbre hen bereut. Plötzli her S hauder dur hlief die Kno hen der Seeleute. Jeder erblei hte. Sie beten zu Sol und den heiligen Wesenheiten des Hains, do h ohne Erfolg. Die Krankheit nimmt ihren Lauf.[3, S.81-87℄
91
3 Die Geburtswehen einer Krankheit Badehäuser und Bordelle
Au h in der Welt nimmt die Krankheit ihren Lauf. Die unbekümmerten Sitten des ausgehenden Mittalters begünstigen die veneris he Anste kung. Es gibt Stimmen, die beklagen, dass das legitime Ausmaÿ an Unsittli hkeit beträ htli h übers hritten sei. Wie freizügig die Ge hle hter untereinander verkehrten, zeigt am besten das Beispiel der Badehäuser. Sie waren für das ö entli he Leben der Zeit harakteristis h. Zu Beginn dienten sie der Hygiene, und vertraut man Hahnemann, war ihre Einführung einer der Gründe, warum si h die Tsora-at (zrxv) zur Psora wandeln konnte.[7, S. 12-14℄ Jetzt aber helfen die Badehäuser die Syphilis zu verbreiten. Na kt, oder hö hstens mit einem Lendens hurz bekleidet, badeten Männer und Frauen entweder gemeinsam in einer Wanne oder in groÿen Bassins. Auf den Galerien vergnügten si h die Zus hauer bei Wein und Lautenspiel. In den Separees arbeiteten Bade-Liebes-Dienerinnen und halfen, die Erkrankung der Venus zu verbreiten. Den Kir hen waren die Badehäuser s hon immer ein Dorn im Auge, ni ht wegen der Sinnli hkeit, sondern eher wegen der ketzeris hen Reden, die in den Badehäusern bei gelöster Zunge lei ht ents hlüpfen konnten. Von einer S hlieÿung der Badehäuser lieÿ man jedo h aus Angst vor dem Volkszorn ab. Eine ebenso groÿe Rolle wie die Badehäuser spielten die Bordelle. Als offen hus oder o en Gästehus oder Do hterhus wurden sie ni ht nur vom gewöhnli hen Volk, sondern au h von so man hem König oder Kaiser gern besu ht. Es war ni ht ungewöhnli h, dass die hohen Herren mitsamt Gefolge unentgeltli h bedient wurden, und ebenso wenig ungewöhnli h war, dass Kaiser und Gefolge von einigen hundert Mann regen Gebrau h von dieser Art Gastfreunds haft ma hten. Neben Landskne hten und fahrenden Glü ksrittern verkehrten au h die ehrbaren Bürger in den Bordellen, obglei h der Eintritt einem verheirateten Mann in vielen Städten verwehrt blieb. Au h Knaben unter zwölf oder vierzehn Jahren wurde der Eintritt verwehrt. S huldnern war jedo h ausdrü kli h gestattet, von ihren Gläubigern ein wo hentli hes Frauengeld zu fordern. Die Hübs hlerinnen selbst standen in hohem Ansehen. Denno h war diese Form der sexuellen Liberalität natürli h sehr gut geeignet, die Syphilis und andere Ges hle htskrankheiten zu verbreiten. Daher dauerte es au h ni ht lange, bis die Rolle der Badehäuser und Bordelle bei der Verbreitung der Syphilis dur hs haut wurde. Die Badehäuser waren daher bald verödet und 92
3.7 Zusammenfassung wurden s hlieÿli h von der Obrigkeit ges hlossen. Erasmus von Rotterdam s hrieb dazu: Vor fünfundzwanzig Jahren war dem Volke ni hts so wert, wie das Badhaus; allwel hes heutigentags leer und ungeheizt bleibt, dieweil die neue Krankheit uns lehrt, von sol hem Gebrau he abzusehen. [1, S. 25℄ Der Versu h, die Badehäuser und Bordelle zu s hlieÿen, das Verbot des Verkehrs mit Dirnen, fru hteten ni ht sehr viel. Die Krankheit fand tägli h neue Opfer. Eine regelmäÿige medizinis he Untersu hung der ö entli hen Damen wurde angeordnet. Alle Maÿnahmen, die unternommen wurden, stoppten die Seu he ni ht, au h die heftigen Diskussionen über den amerikanis hen , neapolitanis hen oder kosmis hen Ursprung der Syphilis halfen ni ht, sie einzudämmen. Viele glaubten in ihr eine Modi kation der Lepra zu entde ken, die seltsamerweise mit dem Auftau hen der Syphilis immer weniger wurde.
3.7 Zusammenfassung Das Zeitalter der Syphilis bringt folgende Veränderungen mit si h: • Die Lepra vers hwindet, die Syphilis ers heint • Die Syphilis ers heint in zwei Ausprägungen als Pudendagra und Men-
tagra
• Der Mens h entde kt den Raum • Ein perspektivis hes Sehen-Denken entsteht • Die Zeit wird zu einer Dimension des Raumes • Der Mens h verliert seine Seele an den Raum • Ein sektorhaftes Sehen-Denken ersetzt das Ganz-Heitli he • Das Ganze wird ersetzt dur h Totalitäres • Die Welt zersplittert in Sektoren
93
3 Die Geburtswehen einer Krankheit • Das kausal-analytis he Denken entsteht • Der Mens h leidet unter einer Ego-Hypertrophie • Der Raum verhärtet si h zur Materie • Der Mens h gewinnt den Raum (den Körper), aber verliert die Zeit (die
Seele)
94
4 Die Entwi klung der Syphilis
4.1 Haut und Kno hen Zu Anfang und bis ins se hzehnte Jahrhundert hinein wurden vor allem die s hweren Hauters heinungen der Syphilis bes hrieben. Im dritten Stadium dann wurden die Kranken gewissermaÿen an Haut und Kno hen zerfressen. Fälle von Neurosyphilis, Paralyse oder Tabes dorsalis tau hten damals überhaupt ni ht oder selten auf. Man könnte dieses Phänomen der mangelnden Erkenntnis zus hreiben, denno h ers heint es ungewöhnli h. Eine der frühesten Bes hreibungen der Syphiliserkrankung überhaupt stammt von Joseph Grunpe k von Bur khausen, Sekretär Kaisers Maximilian I. Er bes hreib das Leiden der Heimkehrer aus Neapel mit ihren wilden Wärtzen . Von den Soldaten waren die einen vom S heitel bis zur Sohle bis zu den Knien mit einer zusammenhängenden, für hterli hen Art von Krätze überzogen und dadur h so abs hre kend, dass sie, von allen Kameraden verlassen, si h in der Einsamkeit den Tod wüns hten. Andere hatten diese Krätze nur an einzelnen Stellen, aber härter als Baumrinde, am Vorder- und Hinterkopfe, an der Stirne, dem Hals, der Brust, dem Gesäÿ usw. und zerrissen si h dieselben vor heftigen S hmerzen mit Nägeln. Die dritten starrten an allen Körperteilen von einer sol hen Menge von Warzen und Pusteln, dass ihre Zahl ni ht zu bestimmen war . . . [1, S. 16℄ Ni ht alle hatten sol h eine starke Symptomatik, wie sie Grunpe k s hilderte. Man he hatten nur geringe Ers heinungen, die an Masern erinnerten, oder zeigten wenige, kaum s hmerzhafte Ges hwüre. Wahrs heinli h waren sie die stärkere Quelle der Anste kung. Wir wissen bis heute ni ht mit Si herheit, ob die Treponemen eine völlig intakte Haut dru hdringen können. Feinste Verletzungen aber, kleine Wunden, 95
4 Die Entwi klung der Syphilis bieten Eintrittspforten, von wo aus die weitere Invasion in tiefere Hauts hi hten und in die Blut- beziehungsweise Lymphbahnen vor si h gehen kann. Ulri h von Hutten ist einer der wi htigsten Zeugen für die Tatsa he, dass die Syphilis s hon wenige Jahre na h ihrem Ers heinen ihren bösartigen Charakter etwas abs hwä hte. Die si h na hhero gezeigt hat, und no h hin und wieder im S hwange gehet, ist ni ht so garstig, indem ihre Ges hwüre bisweilen ni ht weit hervor ragen, einiger massen hart sind, das Fleis h au h wohl mit tro kenen S huppen überziehen: Sie sind aber au h s hwerer zu genesen, indem ihr Gift weil es tie er eindringet, dadur h mit mehreren Krankheiten begleitet wird. Von dieser ist wohl zu glauben, dass niemand davon angeste ket werde, als wer si h mit ihrem Gi t be e ket hat, wel hes im Beys hla am meisten zu ges hehen p eget: Daher werden allte Leute und Knaben viel seltener davon angeste ket, als andere die des Beys hla ens gewohnt sind. Je mehr einer der Geilheit ergeben un je geneigter er zum Venuswer k ist, desto lei hter wird er davon angegri en: wann sie au h jemand angeste ket hat, verlässt sie ihn entweder bald, oder hält si h lange bey ihm an, oder er kommt gar darinnen um, na hdem er sein Leben anstellet: Alle die in Italien und Spanien davon angegri en werden, wie au h andere, die si h einer mäÿigen Diät be eisen, werden am gelindesten davon geplaget: Aber uns Teuts he quälet sie in unserer unordentli hen Lebens-Art und Unmäÿigkeit am längsten un heftigsten. [1, S. 49℄ Au h Ivan Blo h, bedeutender Dermatologe in Berlin um die Jahrhundertwende, ist der Ansi ht, dass die Syphilis ihre besonders s hlimmen Formen über die Jahrhunderte hinweg verloren zu haben s heint. Viele Fors her gingen davon aus, dass es si h hierbei um ein Phänomen der relativen Immunisierung handele. Da die Dur hseu hung mit der Syphilis so groÿe Ausmaÿe angenommen hatte, war jeder Europäer auf die eine oder andere Weise mit einem syphilitis h belasteten Mens hen bluts-verwandt. Blo h bemerkt dazu: Diese unzweifelhafte Tatsa he, dass wir alle von unseren Vorfahren ein wenig syphilisiert sind, kommt dem Kampf gegen die Syphilis zugute . . . [1, S. 113℄ 96
4.2 Progressive Paralyse, Tabes dorsalis
4.2 Progressive Paralyse, Tabes dorsalis Die erste Bes hreibung der progressiven Paralyse betri t den einstigen Erzbis hof von Lyon, François Paul de Neuville. Sein Leiden, so heiÿt es in zeitgenössis hen Quellen, sei ihm zuteil geworden, weil er die Frauen viel geliebt habe. Mit fünzig Jahren begann bei ihm eine Geisteskrankheit. Er starb a ht Jahre später, 1731, na h fortges hrittener Verblödung. Das verstärkte Auftreten der Ers heinungsbilder der Neurosyphilis führte dazu, dass die anderen Syphilisers heinungen viel milder verliefen, als würde die Erkrankung in Ri htung Neurosyphilis vers hoben. Mitarbeiter des Pathologis hen Instituts der Freien Universiät Berlin bemerkten im Jahre 1957, die Lues hätte si h im Ansehen der Bevölkerung von einer Geiÿel Gottes zu einer oftmals als harmlos hingestellten Kavalierskrankheit gewandelt. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Lues ni ht nur an Heftigkeit verloren, sondern au h die ehedem im Vordergrund stehende Hautund Kno hensyphilis ist milder und seltener geworden.[1, S. 111℄ Der Dermatologe Ernest Finger spra h bereits 1927 dafür, die Syphilis von der Hautklinik in andere Berei he zu verlagern, weil sie ihren Charakter als Hautkrankheit abgestreift habe . Ein sol her Gestaltwandel ma ht die Diagnose der Syphilis zuweilen sehr s hwierig. Au h in früheren Zeiten war es Ri ord s hon bewusst, dass si h hinter quasi jeder Erkrankung die Syphilis verbergen kann, do h dur h die Vers hiebung auf andere Ebenen konnte die Syphilis nahezu alles imitieren, beziehungsweise simulierten die Heilungsversu he des Organismus vers hiedenste andere Erkrankungen.
4.3 Die hereditäre Syphilis Eine besondere S hwierigkeit barg die Diagnose der Kindersyphilis. S hon Para elsus äuÿerte si h zur Kindersyphilis folgendermaÿen Es handelt si h um eine Erbkrankheit, die vom Vater auf den Sohn übertragen wird [1, S. 111℄. Man glaubte, dass die Krankheit bereits dur h den männli hen Samen oder das weibli he Ei übertragen werden könne. Man unters hied zwis hen einer Infektion des Sperma und einer des Ovum. Der germinative Übergang der Krankheit auf die Des endenz ist erfahrungsgemäÿ der häu gste und in seiner Wirkung auf diese der verderbli hste [1, S. 111-112℄ lieÿ Professor Isidor Neumann um die Jahrhundertwende verlauten. Da erwiesenermaÿen die Syphilis 97
4 Die Entwi klung der Syphilis bei dem männli hen Ges hle hte viel häu ger ist, als beim weibli hen, bildet in Bezug auf Frequenz die paterne Syphilis den auss hlaggebenden Faktor . Ein syphilitis her Vater könnte demna h ein syphilitis hes Kind zeugen, ohne dass die Mutter in ziert sein müsste. Ob diese Infektion dur h ein in ziertes männli hes Sperma statt ndet oder ni ht, hänge von zwei Faktoren ab: 1. die Virulenz des Erregers 2. die Länge der Erkrankung Die Wahrs heinli hkeit, dass die Krankheit dur h das Sperma übertragen werde, steht na h Neumann im umgekehrten Verhältnis zum Alter der Syphilis des Erzeugers. Je rezenter die Syphilis des Erzeugers, desto wahrs heinli her ist ihr spermatis her Übergang auf die Fru ht. [1, S. 112℄ Albert Fournier (1832 - 1914) s hrieb ein Werk, genannt Die Vererbung der Syphilis , das im Jahre 1892 au h in deuts her Spra he ers hien. Seine Kernthese war: Die Syphilis kann vererbt werden, wenn beide Erzeuger syphilitis h sind. Die Vererbung kann aber au h dur h die Mutter oder den Vater alleine ges hehen. [1, S. 112℄ Fournier forderte von den syphilitis h belasteten Mens hen, keine Ehe einzugehen, solange no h eine Anste kungsgefahr bestehe. Er riet dazu, na h der Ausheilung no h mindestens 5 Jahre zu warten, ehe eine Ehes hlieÿung in Frage käme. Um au h die unbes holtenen Frauen zu s hützen, die syphilitis he Kinder zur Welt bra hten, aber selbst an der Erkrankung uns huldig waren, hielt er 1906 einen Vortrag in Paris über die Syphilis der ehrbaren Frauen . Er sagte: Es ist lei hter, einen Syphilitiker zu einem ungefährli hen Ehemann zu ma hen, als zu einem ungefährli hen Vater. [1, S. 113℄ Beweise für seine Vererbungstheorie fand Fournier in den zahlrei hen Fällen der Mütter, die si h während der Geburt bei ihren, von einem syphilitis hen Vater gezeugten, hereditär-syphilitis hen Kindern anste kten. Au h William Osler behauptete 1909, dass die Syphilis dur h das männlihe Sperma vererbt würde. Unser Wissen der Syphilis ma ht es wahrs heinli h, dass alle Zellen des Spermas infektiös sind. [1, S. 113℄ Eine Vererbung dur h die Mutter hielten Osler und au h Fournier für sehr viel s hwerwiegender, als eine Vererbung dur h den Vater. Na h heutiger s hulmedizinis her Erkenntnis sind alle Theorien über die ErbSyphilis fals h. Eine Erb-Syphilis in dem Sinne gibt es ni ht. Na h s hulmedizinis her Erkenntnis ndet eine Infektion der Fru ht über die Plazenta statt, 98
4.3 Die hereditäre Syphilis und zwar meist am Ende der ersten S hwangers haftshälfte, na h dem vierten Monat. Vermutli h ist die Fru ht am stärksten gefährdet, wenn si h die Mutter bereits bei der Empfängnis angeste kt hat. Fünf Monate später ist dann den Treponemen der Dur hbru h dur h die Plazenta mögli h und es kommt zur Infektion. Ein Fötus, der si h gegen den Massenanstum an Treponemen ni ht zur Wehr setzen kann, stirbt häu g ab. Daher sollten wir bei Fehlgeburten in der zweiten S hwangers haftshälfte immer au h an eine syphilitis he Belastung denken. ◮ Eine Fehlgeburt in der zweiten S hwangers haftshälfte, sollte immer an
eine syphilitis he Belastung denken lassen!
◮ Eine Fehlgeburt in der ersten S hwangers haftshälfte, sollte immer an
eine sykotis he Belastung denken lassen!
◮ Blutungen während der S hwangers haft, mit drohender Fehlgeburt, soll-
ten immer an eine tuberkulinis he Belastung denken lassen!
S hulmedizinis he Erkenntnisse basieren meist auf der Erreger-Theorie von , der sie an seinem eigenen Sterbebett allerdings widerrief. Für die homöopathis he Betra htungsweise ist das Vorhandensein eines Erregers ni ht unbedingt notwendig, weil wir au h energetis he Übertragungen von Krankheiten kennen. Vielfa h wurde beoba htet, dass Erkrankungen keinen Erreger brau hen, um si h fortzup anzen, vor allem wenn es si h um miasmatis he Erkrankungen handelt, die ja eher Energiemuster darstellen, aus denen si h Erkrankungen entwi keln können. Seit J. H. Allens bahnbre hendem Werk über die Behandlung hronis her Krankheiten wissen wir, dass miasmatis he Erkrankungen si h in der Stufe weitergeben, in der sie si h gerade be nden. So übeträgt si h eine sekundäre Sykose als sekundäre Sykose auf das Kind, ohne die vorherhigen Stufen, die na h einer Infektion auftreten, dur hlaufen zu müssen. Ähnli h verhält es si h bei der Syphilis und der Syphilinie. Dass Homöopathen also immer no h von der Heredität der Syphilinie sprehen, ist kein Rü kfall in eine vorsint utli he Zeit der Syphilis-Erkenntnis, au h keine Miss-A htung s hulmedizinis her Beoba htungen, sondern allein die Erfahrung aufgrund einer anders gearteten Philosophie und Natur-Erkenntnis. Wird eine Frau, die ein syphilitis hes Kind verloren hat, no h einmal s hwanger, so kann es sein, dass es ni ht mehr zu Tot- oder Fehlgeburten kommen muss. Louis Pasteur
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4 Die Entwi klung der Syphilis Wir be nden uns in der Phase der sykotis hen oder psoris hen Heilungsversuhe, die die Syphilis ein wenig abmildern, und Ers heinungen bei den Kindern produzieren, die der entspre henden Phase zugehörig sind. Oft sind die Kinder daher von den Spuren der Syphilis gezei hnet, von s hwä hli her Konstitution und oft ni ht lebensfähig. Je stärker das Immunsystem von Mutter und Vater arbeitet, je günstiger die Behandlung verläuft, desto gesünder werden im Laufe der Zeit au h die Kinder. Sodass si h, au h im Hinbli k auf die zukünftigen Generationen, eine Behandlung sehr lohnt. Es wurde immer wieder die Frage gestellt, ob si h die Syphilis auf das zweite oder gar dritte Glied fortp anzen kann. S hulmedzinis h muss diese Frage verneint werden, da ja ni ht einmal die Syphilis onnata existiert. Betra hten wir das Problem alleine von der erregerte hnis hen Seite, ist diese Betra htungsweise vollkommen korrekt. Betra hten wir diese Frage auf miasmatis her Ebene, kommt es natürli h zur Übertragung auf die nä hsten Generationen. Au h ist es mögli h, bei einer korrekten homöopathis hen Behandlung den Primära ekt wieder zu erzeugen, der weder in der Generation des Patienten/der Patientin aquiriert wurde, no h in der Generation davor. Denno h kann er erzeugt werden, jedo h ohne Erreger. Ähnli hes gilt für die gonorrhois he Sykose, oder die vakzinotis he Sykose, oder die Sykose, die dur h eine e hte Po kenkrankheit erworben wurde. All diese Erkrankungen heilen si h über ihre Primärformen aus, sodass wir die Krankheitsbilder unserer Väter und Mütter studieren müssen, um sie im entspre henden Fall erkennen zu können. • Miasmatis he Heilung erfolgt über die Hervorbringung und Ausheilung
der ursprüngli hen E oreszenz.
Die Syphilis onnata ist streng genommen keine Ges hle htskrankheit, da sie ni ht dur h Ges hle htsverkehr übertragen wurde. Aus diesem Grunde nennt man sie Syphilis insontium Syphilis der Uns huldigen . Die ges hle htli h erworbene Syphilis wurde im Gegenzug dazu au h gerne als Syphilis pavorum Syphilis der Verworfenen bezei hnet. Diese extragenitalen Übertragungen gibt es natürli h au h in der Welt der Erwa hsenen, z.B. dur h Bluttransfusionen, Küsse et . Au h Infektionen, die in Zusammenhang mit bestimmten beru i hen Tätigkeiten auftraten, waren keine Seltenheit, konnten sogar zu wahren Epidemien führen. Hierbei ist ni ht an die Prostitution geda ht, sondern an die Berufe der 100
4.4 Die extragenitale Verbreitung der Syphilis Hebammen, der Geburtshelfer, Ärzte, Zahnärzte usw.. Eine der Berufsgruppen ist heute nahezu ausgestorben, sorgte jedo h in der Vergangenheit für starke Verbreitung der Syphilis. Einige dieser Verbreitungen wollen wir uns ein wenig näher ans hauen.
4.4 Die extragenitale Verbreitung der Syphilis 4.4.1 Die Hebammenepidemien
Angehörige dieser Berufsgruppe waren selber sehr stark einem Infektionsrisiko ausgesetzt und wurden selber oft zur Infektionsquelle. So löste im Jahre 1772 eine Hebamme in dem französi hen Dorf Saint Euphemie eine regelre hte kleine Epidemie aus. Sie hatte si h eine Verletzung des re hten Zeige ngers zugezogen. An dieser Stelle entwi kelte si h dann ein Primära ekt, dem später der für das zweite Stadium typis he Hautauss hlag am ganzen Körper folgte (psoris her Heilungsversu h). Denno h arbeitete die Frau als Hebamme weiter, und übertrug so die Krankheit auf über fünzig Frauen des Ortes. Einen ähnli hen Fall erwähnt 1874 der französi he Arzt Bardinet, wobei es dur h die Hebamme zu etwa einhundert Anste kungen kam. 4.4.2 Die Ammenepidemien
Oft wurde au h die Syphilis dur h Ammen verbreitet. So man her Säugling bekam die Krankheit auf diese Weise. Aus dem Jahre 1646 wurde eine Ges hi hte dur h den Gouverneur John Winthrop überliefert, die si h in der Landeshauptstadt Boston, der damals no h englis hen Kolonie Massa hussetts in Nordamerika, zutrug. Dort hatte ein Ehemann, der eine Zeit lang zur See gefahren war, na h der Rü kkehr seine Frau angeste kt. Als diese ein Kind bekam, fühlte sie na h der Geburt S hmerzen in der Brust. In der Annahme, es handele si h um eine Verstopfung der Mil hkanäle oder um eine Überproduktion von Muttermil h, kamen Na hbarn bereitwillig zur Hilfe. Einige sogen selbst an der Brust, andere lieÿen ihre eigenen Kinder dort säugen. Ni htsahnend bekamen dadur h se hzehn Personen die Syphilis. In einigen ländli hen Gebieten Dänemarks bestand no h im a htzehnten Jahrhundert bei Bauersfrauen die Sitte, Kuhmil h im eigenen Mund anzuwärmen und die Kinder dann von den Lippen trinken zu lassen. Ein Brau h der 101
4 Die Entwi klung der Syphilis seinerzeit zweifellos zur Übertragung der Syphilis beigetragen hat.[1, S. 118119℄ In Russland war es auf dem Lande wiederum oft übli h, si h Fremdkörper, die in das Auge geraten waren, von anderen Personen mit der Zunge entfernen zu lassen. Eine Frau, die auf diese Weise selbst in ziert wurde, gab die Krankheit wiederum an 34 Kinder weiter, von denen 7 den Primära ekt am Auge zeigten. Von einer wohl einmaligen Verbreitungsweise der Syphilis beri htet der Arzt Nepomuk rust. Im Jahre 1805 wurde bei fast jedem Knaben im jüdis hen Viertel von Krakau eine Syphilis diagnostiziert. Rust bat daraufhin, einmal bei einer Bes hneidungszeremonie anwesend sein zu dürfen. Dort sah i h, wie ein Mann, der ausdrü kli h dazu bestimmt war, das na h dem Eingri hervortretende Blut mit den Lippen aufsaugte. [1, S. 119℄ Es stellt si h heraus, dass bei diesem Mann die gesamte Mundhöhle syphilitis he Ges hwüre aufwies. 4.4.3 Die Baderlues
Eine besonders gefährli he Rolle bei der Weitergabe der Syphilis spielten in der Renaissan e, neben den Hebammen und Ammen, au h die Bader. In dieser Zeit wurde die Therapie mit S hröpfköpfen als sehr wirksam eingestuft. Aderlässe waren an der Tagesordnung. Berühmt und berü htigt geworden ist die Epidemie von Brünn aus dem Jahre 1577. Sie ist unter der Bezei hnung Morbus Brunnogalli us in die Ges hi hte eingegangen. Damals s hröpfte der Bader eines der frequentiertesten Badehäuser der Stadt einen syphilitis h erkrankten Mens hen und benutzte dana h seine Geräts haften ohne wesentli he Reinigung für eine beträ htli he Zahl anderer Kunden. Das führte zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaÿes. Innerhalb von 3 Monaten erkrankten 80 Einwohner von Brünn, über 100 Mens hen in der Vorstadt und viele mehr in der näheren Umgebung an der Syphilis. Ein begrenzter Vorfall ähnli her Art, wird aus dem Jahre 1615 aus Sommera h am Main in Franken überliefert. 4.4.4 Anste kung dur h Gebrau hsgegenstände
Normalerweise wird die Anste kung dur h die so oft erwähnten Gebrau hsgegenstände, wie zum Beispiel Toilettende kel, Handtü her usw., eher belä helt, als wirkli h ernst genommen. Der Grund dafür ist die geringe Überlebens han e der Syphilis-Erreger auÿerhalb des mens hli hen Organismus. Do h die Erreger 102
4.4 Die extragenitale Verbreitung der Syphilis können, wenn sie in feu htes Milieu geraten unter Umständen erhebli h länger überleben, als es normalerweise der Fall ist. An feu htem Glas vermögen Treponemen etwa eine 34 Stunde lang zu überleben, in feu hten S hwämmen etwa 2 Stunden. Dadur h können au h dur h Gebrau hsgegenstände Übertragungen statt nden, wie folgende Begebenheiten illustrieren. Harald Fries zum Beispiel beri htete von einer dänis hen Epidemieserie, die si h ab 1757 zunä hst auf den Inseln, ab 1777 dann auf dem Festland ereignete. Auf dem dänis hen Festland wurde diese Epidemie als jütländis hes Syphiloid bezei hnet. Die Verbreitung soll dur h den bei der dänis hen Landbevölkerung verbreiteten Brau h, Ess- und Trinkges hirre gemeinsam zu nutzen verursa ht worden sein. Ni ht selten aÿ man aus einer S hüssel, und auf Reinli hkeit wurde dabei ni ht sonderli h gea htet. Ein ähnli her Fall wurde in unserem Jahrhundert von holsteinis hen Landarbeitern beri htet. Ein Mitglied der Bedienungsmanns haft einer Mas hine hatte ausgedehnte Ers heinungen einer Sekundärsyphilis am Mund. Dur h gemeinsame Benutzung des Essges hirres wurden weitere 11 Männer und 2 Kinder in ziert. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts grassierte die Syphilis in besonderem Maÿe in Holstein, im Kreis Dithmars hen. Verantwortli h gema ht wurde für diese Syphilis-Epidemie, die man als Mars hkrankheit bezei hnete, der gemeinsame Gebrau h des Weinkel hes beim Abendmahl. Auf diese Weise wurden Syphilis-Erkrankungen dur h Trinkgefäÿe, Pfeifen, Blasinstrumente, Zahnbürsten, Tas hentü her, Bades hwämme, Wasserpfeifen und vieles mehr weitergegeben. 4.4.5 Die Vakzinationslues
Eine weitere Verbreitungsart ges hah dur h Impfungen, zu einer Zeit, als die Po ken-Impfung no h dur h Übertragung der Lymphe eines bereits geimpften Kindes auf andere Kinder stattfand. Im Jahre 1814 impfte ein italienis her Arzt namens Mar olini in Udine 40 Kinder mit der Lymphe eines syphilitis hen Mäd hens. Bei den meisten Kindern zeigte si h an der Impfstelle ni ht nur eine Impfpustel, sondern glei hzeitig ein Primära ekt. Mehrere Kinder mussten den Zwis henfall mit dem Leben bezahlen. Derartige Fälle waren ni ht selten. Einmal wurden etwa 80 Personen dur h den glei hen Lymphspender in ziert. Beri hte über Vakzinationslues liegen un103
4 Die Entwi klung der Syphilis ter anderem vor aus den Jahren 1860 im Gebiet von Ragusa in Dalmatien, 1862 in Bergamo in der Lombardei, 1876 in Lebus im Kreis Frankfurt an der Oder und 1885 in Tauberbis hofsheim.[1, S. 119℄ Am 18. Juni des Jahres 1885 bes hloss der Bundesrat des Deuts hen Rei hes, dass für alle ö entli hen Impfungen ni ht mehr mens hli he, sondern nur no h tieris he Lymphe verwendet werden dürfe. Damit wurde eine Syphilisverbreitung dur h Vakzination nahezu ausges hlossen. 4.4.6 Die Transfusionssyphilis
Die deuts hen Professoren Dr. Alois Greither, Universitätshautklinik Düsseldorf, und Hans Klein vom Pathologis hen Institut der Universität Heidelberg zählten 1948 rund 70 Fälle aus der Medizinges hi hte, bei denen eine Lues mit Si herheit dur h Bluttransfusionen übertragen wurde. Sie s hrieben: Die Gefahren einer Syphilisübertragung dur h Bluttransfusion sind heute trotz unserer relativ guten Kenntnisse über die Mögli hkeit syphilitis her Anste kung besonders groÿ. [1, S. 122℄ Da Todesfälle na h einer Bluttransfusion ni ht immer eine Syphilisuntersu hung na h si h ziehen, oder mögli herweise die Tests versagen, ist die Dunkelzi er ni ht eins hätzbar. Au h bei späteren Syphiliserkrankungen wurde ni ht immer an die mögli he Übertragung dur h die Transfusion geda ht. Aus diesen Gründen müsste die Zahl der Erkrankten na h oben korrigiert werden. Der älteste bekannte Fall einer Transfusionssyphilis trug si h im Jahre 1862 zu. Beri htet hat die Ges hi hte ein Mün hner Arzt namens Lindwurm. Bei einem Krebskranken wurde das Blut eines im Frühstadium syphilitis h Erkrankten in die Muskeln injiziert. Bei der Transfusionssyphilis fehlt das Primärstadium. Es kommt weder zu einem Primära ekt no h zu Bubonenbildung. Die Syphilis zeigt si h zuerst in ihrem sekundären Stadium. Zwis hen der Transfusion und den ersten Symptomen haben wir daher ein ers heinungsfreies Intervall von 4 bis 14 Wo hen, dem normalen Abstand zwis hen Primära ekt und Sekundärstadium. In seltenen Fällen kann eine Transfusionssyphilis aber au h für mehrere Jahre stumm bleiben. Denno h ist die Serologie verändert und sie wäre aus diesem Grunde prinzipiell na hweisbar. Normalerweise nimmt sie dann, wenn sie in Ers heinung tritt, einen besonders s hweren Verlauf. Au h heute no h kann eine Transfusionssyphilis ni ht gänzli h ausges hlossen 104
4.5 Die Syphilis beein usst die Welt werden, da in einem frühen Stadium, in dem no h kein S hanker erkennbar ist, au h die Serumreaktionen meistens negativ sind. Die Übertragungsgefahr besteht allerdings nur bei Fris hblut, Blutkonserven sollen dur h ihre spezielle Art der Bearbeitung spiro hätenfrei sein.
4.5 Die Syphilis beein usst die Welt 4.5.1 Die Syphilis in Politik und Religion
Die Syphilis bestimmte einen groÿen Teil des Laufes der Ges hi hte. Viele Personen des ö entli hen Lebens waren mit der Seu he in ziert. So litten beispielsweise Papst Leo der X. und Papst Alexander der VI. unter der Syphilis. Au h Lu rezia Borgia, der man alle denkbaren Auss hweifungen bis zur Bluts hande mit ihrem Vater und ihrem Bruder na hsagte. Franz der I. König von Frankrei h und Heinri h der VIII, der in Englands Ges hi hte eine sol h makabere Spur hinterlieÿ, sie alle sollen an Syphilis gelitten haben. Dies sind nur einige Beispiele für viele mehr. Auf diese Weise wurden Religion und Politik glei hermaÿen von der Syphilis genährt. 4.5.2 Die Syphilis als Modes höpfer
Do h ni ht nur der Lauf der Ges hi he wurde dur h die Syphilis bein usst, sie beein usste fast alle Lebensberei he, vor allem in der Zeit des Rokoko. In Frankrei h wurde der Bruderkuss zum Vorzeigeobjekt, dass man gesund sei. Die Bedeutung des Parfüms wu hs, das die unangenehmen Gerü he der Syphilis und der Que ksilbertherapie übertün hen sollte. Der Vollbart kam in Mode, als Zei hen der Gesundheit des ihn tragenden Mannes, da die Syphilis s hnell zu Kopf- und Barthaarausfall führte. Die Ges hwüre und Narben, der Haarausfall wurden unter S hminke und Perü ke verde kt. Das Venushalsband , das si h bei man hem Syphilitiker deutli h anprangernd um den Hals zog, wurde dur h modis he A essoirs verde kt. Au h der Hands huh war ni ht nur ein Zei hen der modis hen Extravaganz. Er sollte die S hwären an den Händen verde ken und vor Anste kung dur h Berührung s hützen. Das junge oder jungges hminkte Gesi ht mit dem weiÿen Kopf ist ein ers hütterndes Sinnbild der Rokokoseele, die tragis he Maske jener Zeit [1, S. 84℄
105
4 Die Entwi klung der Syphilis 4.5.3 Die Syphilis als Di hter
Au h die Di htung wurde von der Syphilis beein usst. Ulri h von Hutten, selber an der Syphilis erkrankt, wird natürli h au h von der Krankheit in seinem S hreiben beein usst. Do h Spuren der Syphilis nden wir au h bei Shakespeare, Rabelais, Voltair, Goethe und Lessing. Zum Beispiel wird in den Werken Shakespeares, der 1564 geboren wurde, der Ausdru k pox rund fünfundzwanzig mal erwähnt. Laut Johannes Heinri h Rille, der ein Bu h über Die Syphilis in der Di htkunst s hrieb, soll der Ausdru k umgangsspra hli h für die Syphilis gestanden haben. Die deuts hen Übersetzer haben daraus jedo h die Pest gema ht. In Timon von Athen lässt Shakespeare folgen Verse sagen:
Hier deine Dirne trägt mehr Zerstörung in si h als dein S hwert, trotz ihrem Engelbli k. Bleib Hure stets! Di h liebt ni ht wer di h brau ht; gib Krankheit dem, der sein Lust dir lässt. Nütz deine üppigen Stunden aus. Die Wi hte verkrüpple für das Bad; zur Hungerkur den rosenwangigen Jüngling. In Perikles, Fürst von Tyrus wird die tugendhafte To hter des Fürsten, Marina, von Seeräubern vers hleppt, die sie daraufhin an ein Freudenhaus verkaufen. Da das Mäd hen si h gegen derlei Dienste wehrt, s himpft der Bordellwirt: Die Syphilis auf ihre blei hsü htige Sprödigkeit. Worauf die Bordellmutter prompt meint. Du hast re ht, um ihre Ziererei loszuwerden, gibt es keinen anderen Weg, als über die Pox. François Rabelais (1494 - 1553) war einer der gröÿten Satiriker der europäis hen Literatur und glei hzeitig Arzt. In seinem ersten groÿen Hauptwerk, dem Pantagruel, das 1532 ers heint, erzählt er eine Ges hi hte, die die Verbreitung der Syphilis zum Thema hat. Epistemon, der Erzieher des jungen Pantagruel, erzählt von einem Traum. Er habe einen Besu h in der Unterwelt gema ht und 106
4.5 Die Syphilis beein usst die Welt mitten unter den Verdammten und Teufeln habe er au h den Papst Sixtus getro en. Dem Papst sei es s hlimm ergangen. Zur Strafe nämli h für seine irdis hen Laster, bei denen er si h die Syphilis geholt, müsste er nun dort unten in der Hölle alle Syphiliker mit Que ksilbersalbe einreiben. Denn glaubt nur , beendet Epistemon seinen Beri ht, wer in dieser Welt die Blattern ni ht gehabt hat, der bekommt sie in der anderen. [1, S. 86℄ s hrieb die ngierte Autobiographie der Landstörzerin Couras he auf. Sie war eine mit allen Wassern gewas hene Soldatendirne aus den Feldlagern des Dreiÿigjährigen Krieges . Als sie 14 Jahre alt war, und bereits sehr hübs h, war ihr für ihr Pudendum einmal der Name Couras he ents hlüpft. Von da an, nannte sie jeder so. Sie tat zwei Jahrzehnte bei der Truppe Dienst , bis sie mit vierzig die Syphilis erwarb. Sie beri htete folgendermaÿen darüber: Hans Ja ob Christoph von Grimmelshausen
Siehe, da bekam i h dasjenige, was mir bereits vor zwölf oder fünfzehn Jahren re htmäÿigerweise gebührt hätte, nämli h die lieben Frantzosen, mit wohlgeneigter Gunst. Diese s hlugen aus und begannen mi h mit Rubinen zu zieren, als der lustige und fröhli he Frühling den ganzen Erdboden mit allerhand s hönen wohlgezierten Blumen besetzte. [1, S. 87℄ 4.5.4 Das Tabu
Es gibt wenige Erkrankungen, die von sol h einem Tabu umwoben sind, wie die Syphilis. Häu g genug wurde nur hinter vorgehaltener Hand über die Tatsa he gespro hen, dass jemand an ihr erkrankte. Das Stigma der Unsittli hkeit folgte ihr, wie der Duft eines s hle hten Parfüms. Der Grund war oft, dass Ges hle htskrankheiten auÿereheli h erworben wurden, und daher das Opfer dieser Erkrankung in den S hatten der Moral stellte. Mens hen mit dieser Erkrankung waren mit dem Kains-Mal versehen, wie die Rinder einer Herde trugen sie das Brandzei hen der Syphilis. Sie elen gesells haftli h in Ungnade, ihre Familien wurden gemieden. Syphilis und Gonorrhoë waren keine gewöhnli hen Krankheiten mehr, sondern Bannmeilen der S ham. Vor allem kir hli he Kreise vertraten die Ansi ht, dass Ges hle htskrankheiten eine gere hte Strafe seien. Glü kli herweise waren es die glei hen Kir henfürsten, die so viel zur Erkenntnis der Krankheit beitrugen, weil viele von ihnen 107
4 Die Entwi klung der Syphilis darunter litten, und ihre Hausärzte so ausgezei hnet dokumentierten. 1826 hatte Papst Leo XII. den Gebrau h des Kondoms verboten, das einst angebli h auf Wuns h des englis hen Königs Karl II. vom Arzt C. Conton erfunden wurde.[1, S. 130℄ Da das Kondom gegen Infektionen s hützte, arbeitete es, na h Meinung der Kir he, gegen den göttli hen Willen. Es verhinderte die Bestrafung an dem Körperteil, an dem die Sünder sündigten. Au h als das Salvarsan dur h Paul Ehrli h entde kt wurde, rief es die glei hen Reaktionen hervor, wie das Kondom. Die Ges hle htskrankheiten galten als Strafe für selbst vers huldetes Leiden, sie waren Beweis eines unsittli hen Lebenswandels. Aus diesem Grunde weigerten si h au h die Krankenkassen, bis zum Beginn dieses Jahrhunderts, für die Behandlung aufzukommen. Aus diesem und anderen Gründen versu hten viele, die Erkrankung zu verheimli hen. Diese doppelte Moral von Verurteilung in der Ö entli hkeit, und Duldung im Geheimen (Kavaliersdelikt) rief viele liberale Geister auf den Plan, vor allem Literaten. Henrik Ibsen war wohl der wi htigste unter ihnen. Er bra hte im Jahre 1881 mit seinem Stü k Gespenster die Syphilis auf die Bühne. Die Krankheit mit Namen zu nennen, wagte jedo h au h er ni ht. Zwanzig Jahre später bra hte Eugéne Brieux die Syphilis mit vollen Segeln auf die Bühne. Angeregt dur h Alfred Fournier wollte Brieux eine Auklärungss hrift über die Syphilis s hreiben. Unter dem Titel Die S hi brühigen lässte Brieux das S hi ksal eines jungen Syphilis-Kranken abrollen, dessen Arzt ihm verboten hat, eine Ehe zu s hlieÿen. Der junge Mann hält si h ni ht daran. Er heiratet, ste kt seine Frau an, und beide bekommen ein Kind, das an onnataler Lues leidet. Dieses stellt bald au h für die Amme eine Gefahrenquelle dar. Die Ehe bri ht auseinander, der S hwiegervater ist fest ents hlossen, das Leid seiner To hter an dem ehemaligen S hwiegersohn zu rähen. Do h der Arzt bekehrt ihn, dass Versöhnung statt Ra he und o enem Skandal am Platze sei. Er ma ht ihm klar, dass all die, die die Syphilis so hartherzig anprangerten, nur dur h Glü k von diesem Leiden vers hont geblieben sind, und dass es wi htig ist, die Jugend über sexuelle Dinge aufzuklären, statt eine gigantis he Vers hwörung des S hweigens zu organisieren. Das Stü k wurde 1901 in Paris uraufgeführt und soglei h verboten. 1902 wurde es in Lütti h und Brüssel auf die Bühne gebra ht. Eine deuts he Fassung ers hien 1903. Erst im Februar 1905 durfte es no h einmal in Paris gezeigt werden.
108
5 Die Erfors hung der Syphilis
5.1 Die Unitätslehre Zu Beginn waren es hauptsä hli h die päpstli hen Leibärzte, die uns so viele Erkenntnisse über die Syphilis vermitteln konnten. So hat si h der Spanier Gaspar Torella 1497 über die neue Krankheit geäuÿert und sie Pudendagra genannt Er war Leibarzt der Päpste Alexander VI. und Julius ii. Torella war si h über den gewöhnli hen Anste kungsweg im Klaren, obwohl er sie für eine Art Krätze hielt. Sie s hien ihm jedo h au h dur h s harfe, salzige oder bittere Speisen und Getränke, dur h versäumte Reinli hkeit und verdorbene Säftemis hung zu entstehen. Pedro Pintor, Landsmann und Kollege von Torella, war später au h Leibarzt Alexanders VI. Er behandelte den Papst und einige Borgias sowie einige andere hohe Geistli he, die an der Syphilis litten. Er erwähnte seine PatientInnen in einer bereits 1500 ers hienen S hrift mit vollem Namen und Titel. Im Jahre 1514 s hrieb der Leibarzt von Julius II., Giovanni de Vigo, eine Abhandlung über den Morbus galli us . Er erkannte, dass es si h bei der Syphilis um eine Krankheit ganz eigener Art handelte. Sie s hien ihm vers hieden von den veneris hen Übeln Gonorrhoë oder dem wei hen S hanker (Ul us molle). Do h die Erkenntnis, dass es vers hiedene veneris he Krankheiten gibt, wird im Laufe der Zeit wieder vers hüttet. So behauptet der Wiener Dermatologe Isidor Neumann 1899, dass alle veneris hen Krankheiten von ein und demselben Gift verursa ht würden. Diese Behauptung wurde bereits 1506 von Giorgo Vella formuliert. So wurde die Lehre der Unität der veneris hen Krankheiten ein Glaubenssatz, der von nur wenigen Ärzten angezweifelt wurde, und umso s hwieriger zu ers hüttern war. Der Pariser Arzt Jean Astru (1684- 1766) hielt in seinem berühmten Werk De morbis veneris die Gonorrhoë für das Anfangsstadium der Syphilis. Er fand es jedo h sehr au ällig, das das Eindringen desselben Erregers so unters hiedli he Manifestationen na h si h zog, wie Gonorrhoë, Leistenbeulen 109
5 Die Erfors hung der Syphilis (Bubonen) und S hanker. Astru s Werk wurde in nahezu alle europäis hen Spra hen übersetzt und bildete über ein halbes Jahrhundert das Basiswerk der Syphilidologen.
5.2 Die Selbstversu he John Hunter (1728 - 1793)
Einer der bedeutendsten Chirurgen Englands war John Hunter. John Hunter liebte exotis he Tiere: Gefährli he Bullen, Leoparden usw. John Hunter in zierte si h, um die Unitätslehre zu beweisen mit dem eitrigen Sekret eines an der Gonorrhoë erkrankten Mannes. Leider litt der Mann au h an der Syphilis. Aus diesem Grunde zug si h Hunter ni ht nur dessen Tripper, sondern au h dessen Syphilis zu. Die syphilitis hen Ers heinungen zwangen ihn dazu, seine Heirat jahrelang zu vers hieben, bis er s hlieÿli h an einer dur h Spiro häten verursa hten Herzkrankheit verstarb. Er starb in dem Glauben, dass die beiden Krankheiten eine einzige seien. In Erinnerung an diesen Mann, wurde der syphilitis he Primära ekt Hunters her S hanker genannt. Dur h seinen Selbstversu h zeigte er jedo h zweierlei, dass die Syphilis dur h einen Sto übertragen werden konnte, und die Übertragung ni ht auf den Ges hle htsverkehr bes hränkt, und ni ht eine Krankheit des übertriebenen Ges hle htsverkehres ist, wie einige behaupteten. François Joseph Broussais (1772 - 1883)
Einige Syphilidologen, allen voran François Joseph Broussais, bemühten si h, die Anste kungsfähigkeit zu widerlegen, denn es gab die Lehre, dass die Syphilis einfa h dur h Reizung zustande komme. So deutete Broussais an, dass Hunter si h die Syphilis mögli herweise woanders zugezogen hätte. Für die Na hprüfung seiner Thesen überredete er einen seiner Studenten, si h mit Material aus einem syphilitis hen Ges hwür zu impfen, man werde sehen, dass auf sol he Weise keine Syphilis entstünde, leider hatte er Unre ht. Der junge Mann erkrankte an einer besonders bösartigen Form der Syphilis und nahm si h daraufhin das Leben. Benjamin Bell (1749 - 1806)
, ein Landsmann Hunters und einer der bekanntesten Chirurgen Englands, wollte ermitteln, ob si h aus einem harten S hanker, einem Benjamin Bell
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5.2 Die Selbstversu he syphilitis hen Primära ekt, eine Gonorrhoë entwi keln kann. Er bra hte aus diesem Grunde winzige Teile eines harten S hankers in die Harnröhre. Die Gonorrhoë zeigte si h ni ht, aber der syphilitis he Primära ekt. Philippe Ri ord (1800 - 1889)
Trotz dieser und anderer Impfversu he gab es lange Zeit no h keine einheitli he Meinung über den Ursprung und Verlauf der Syphilis. Au h Ri ord s hloss aus den Selbstversu hen zunä hst auf ein einheitli hes Gift. Erst einer seiner bedeutendsten S hüler, Léon Bassereau, bewies dur h seine Arbeiten den Unters hied zwis hen Syphilis und Ul us molle. Im Jahre 1838, ein halbes Jahrhundert na h Hunters Selbstversu h, lehrte Ri ord erneut, dass es si h bei Syphilis und Gonorrhoë um zwei unters hiedli he Erkrankungen handelte. Er wurde damit der Begründer der dualistis hen Lehre (ni ht etwa Samuel Hahnemann, der die glei he Erkenntnis etwa 50 Jahre früher hatte). Der Streit zwis hen Dualisten und Unitaristen hielt no h einige Jahrzehnte mit unverständli her Heftigkeit an. Ri ord s huf die erste Monogra e der Lues, in der er die Lehre der drei Stadien begründete. • Erstes Stadium: Lokale Syphilis, bestehend aus S hanker und Bubone • Zweites Stadium: Allgemeine Syphilis, Auftreten sekundärer Zufälle,
Hauters heinungen (Syphilide). Folgen in den ersten Monaten dem Primära ekt.
• Drittes Stadium: Tertiäre Zufälle, die die tiefer gelegenen Gewebe betref-
fen. Selten vor Ende eines halben Jahres na h dem Auftreten der ersten Symptome. Lange Zeit na hher in fast unbestimmbaren Zeiträumen zutage tretend.
Dieses Portrait der Syphilis wurde von Ri ord ges ha en und hat au h heute no h in den wesentli hen Zügen Gültigkeit. Aufgrund seiner Impfversu he und der so harmlos ers heinenden äuÿeren Zei hen hielt Ri ord jedo h das sekundäre Stadium der Syphilis ni ht für anste kend. Lindemann
Ein deuts her Arzt namens Lindemann misstraute dieser Aussage Ri ords. Im Juni 1851 entnahm er einem Kranken mit sekundärer Syphilis etwas Material 111
5 Die Erfors hung der Syphilis und beimpfte damit eine ober ä hli he Wunde, die er si h selbst beigebra ht hatte. In der Folge breiteten si h über seinen ganzen Körper die Merkmale einer s hweren konstitutionellen Syphilis aus. Lindemann hatte Ri ord widerlegt der Preis war die eigene Syphilis.
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5.2 Die Selbstversu he Tabelle 5.1: Die Grund harakteristika der Miasmen Unendli hes Ni hts
Ni hts
Unendli hes
Gesetz der
Gesetz des
Gesetz der
Anziehung
Ausglei hes
Abstoÿung
leu htendes Ni hts
Sykose Wasser Vorhang Wie oben so unten Alles ist weibli h und männli h spiegelt si h selbst Inkarnation obere Regionen des Wuns hkörpers
Karzinogenie Opfer; Opferung höheres Selbst (weibli h) Perspektivelos Sykose III Erde Psora Luft Mangel Alles ist Geist Aktion = Reakion (Karma) Alles ist polar spiegelt die Einheit mittlere Region des Wuns hkörpers
Syphilinie Feuer Weigerung Alles ist S hwingung Alles ist Rhythmus Gott ⇔ Luzifer Raum untere Regionen des Wuns hkörpers Stolz Anbetung eines Mens hen Das Böse; Widersa her Höheres Selbst (männli h) Perspektive Selbstversu he; Selbstzerstörung
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5 Die Erfors hung der Syphilis
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6 Die Su he na h dem Erreger Alfred Donné
Der Pariser Arzt Alfred Donné (1801 - 1878) war Unterbibliothekar an der medizinis hen Fakultät der Universität Paris. Er hielt Kurse in Mikroskopie ab und entde kte 1837 im Sekret der S heide einzellige Lebewesen Tri homonas vaginalis. Tri homonaden sind kleine, mit mehreren Geiÿeln versehene Protozoen. Sie werden dur h Ges hle htsverkehr übertragen und führen zur heute weit verbreiteten Tri hmoniasis. Sie ma ht si h bei den Frauen dur h Aus uss bemerkbar, bei Männern führt sie zu einer Entzündung der Harnröhre. Im glei hen Jahr 1837 bes hrieb Donné in seinen Mikroskopis hen Untersu hungen über die Natur der S hleimhäute und der Materie vers hiedener Aus üsse der urogenitalen Organe beim Mann und bei der Frau [1, S. 137℄ weitere mikroskopis h kleine Gebilde, die er in Ges hwüren der S heide und der Ei hel, sowie in einem Fall in einem Beinges hwür gefunden hatte. Donné bezei hnete diese Funde als Vibrio lineola. Er glaubte in ihnen die Erreger der Syphilis gefunden zu haben. Der berühmte Landsmann Ri ord lehnte dessen These jedo h erbittert ab. Na h dieser Zurü kweisung war Donné für die Fa hwelt gestorben. Trotzdem ist es im Berei h des Mögli hen, dass er als erster den Erreger der Syphilis im Mikroskop gesehen hat. 1842 bes hrieb Donné als erster die Blutplätt hen, die Thrombozyten, von denen si h später herausstellte, dass sie bei der sehr komplizierten Blutgerinnung eine wesentli he Rolle spielen. John Siegel
S hon über zwanzig Mal glaubte die Fa hwelt den Erreger der Syphilis gefunden zu haben, über zwanzig Mal handelte es si h um einen Irrtum. Als daher John Siegel im von Robert Ko h geleiteten Rei hsgesundheitsamt einen SyphilisMikroorganismus aufgespürt haben will, begegnet man dem Ganzen mit sehr groÿer Skepsis. Siegel hatte im Mikroskop winzige bewegli he Körper hen gefunden. Überimpfte man diese Protozoen in die vordere Augenkammer von 115
6 Die Su he na h dem Erreger Kanin hen, so reagierten diese mit Krankheitsers heinungen, die Siegel als syphilitis h deutete. Ähnli he Protozoen hatte Siegel s hon vorher als Erreger bei S harla h, den Po ken und der Maul- und Klauenseu he bes hrieben. Au h aus diesem Grunde maÿ man der Ges hi hte kein groÿes Gewi ht bei. Do h wer weiÿ, viellei ht ste kte do h der Erreger der Syphilis hinter diesem Mikroorganismus. Da Siegel von Professor S hulze unterstützt wurde, konnte diese Na hri ht ni ht einfa h im Papierkorb vers hwinden. Da es si h o ensi htli h um einzellige Lebewesen handelte, bekam S haudinn den Auftrag, die Beoba htungen Siegels zu überprüfen. Eri h Hoffmann, Ober-Stabs-Arzt und Syphilis-Spezialist der Berliner Charité sollte ihn dabei unterstützen. Hoffmann hielt ebenso wenig von der Entde kung Siegels wie das Rei hsgesundheitsamt. Au h S haudinns Assistent Fritz Neufeld war voller Zweifel. Die Überprüfung der Siegels hen Organismen förderte dann au h ni ht viel Wesentli hes zutage. Do h etwas lief an diesem Tage vollkommen anders als erwartet. . . Fritz S haudinn
war von Beruf Zoologe. Er hatte si h einem Teilgebiet der Zoologie vers hrieben der Protozoenfors hung. Unter Protozoen verstehen wir so genannte Ur-Tier hen wie Amöben, von denen einige au h als Erreger von Krankheiten bekannt sind. S hon als Assistent der Berliner Universität hatte si h S haudinn mit sol hen Parasiten bes häftigt, später, als wissens haftli her Mitarbeiter einer deuts h-österrei his hen Station in der Nähe des dalmatis hen Städt hens Rovigno, ma hte er wi htige Beoba htungen über den Zyklus der Malaria-Parasiten und identi zierte Amöben als Erreger der parasitären Ruhr. Es wurde ihm bald klar, dass nur in Kooperation mit Medizinern wesentli he Forts hritte zu erzielen waren. Dur h sol he Kooperationen waren englis he und italienis he Fors her bei der Malaria erfolgrei h gewesen.[1, S. 128℄ S haudinn hatte deshalb vorges hlagen, eine medizinis h-zoologis he Fors hungsstätte im Rei hsgesundheitsamt einzuri hten. Er ho te, au h Emil von Behring, den Begründer der Immunologie und Serumtherapie, für einen sol hen Plan zu gewinnen. All seine Bemühungen waren jedo h vergebli h gewesen. Man wollte ni ht erkennen, wie fru htbar eine Zusammenarbeit zwis hen Zoologen, Medizinern, Pathologen und Bakteriologen auf Dauer wären. Wie kann i h nun die mir fehlenden Beziehungen zur Medizin errei hen? , hatte S haudinn an Emil Fritz S haudinn
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ges hrieben.[1, S. 128℄ Dieser kooperations-bereite Mann, ein Mann der Versöhnung und Kommunikation, ein Vertreter der dritten Kraft, bemerkt an diesem 3. März des Jahres 1905, a. 400 Jahre na h Auftreten der groÿen Syphilis-Epidemie, zunä hst einmal ni ht sehr viel. Er hatte eigens den besten Zeiÿ-Apo hromaten vom Rei hsgesundheitsamt mit in die Charité gebra ht und untersu hte mit der ihm eigenen Gründli hkeit die Präparate Siegels. Er ndet die körnigen Gebilde, von denen Siegel gespro hen hatte in den Präparaten, aber sie hatten ganz o ensi htli h ni hts mit der Lues zu tun. Glei hzeitig aber sieht er winzige spiralförmige Lebewesen, sogenannte Spiro häten, wie sie s hon öfter im Mund und an mens hli hen Genitalien beoba htet worden waren. S haudinn nimmt si h no h weitere Präparate vor, ein Reizserum, ein paar Tropfen Blut und ein wenig Gewebe aus einem syphilitis hen Ges hwür von einem der vielen syphilitis h Erkrankten in der Charité. S haudinn bli kt in seinen Apparat, und wieder sieht er dieses ungemein feine, sehr blasse S hräubhen, das si h lebhaft bewegt. Ohne Zweifel gehört es zur Gattung der Spirohäten, die man bereits seit Jahrzehnten kennt. Do h diese ist anders, von ganz besonderer Art. Sie ist unendli h viel zierli her als alle bisher bekannten. Do h S haudinn und Hoffmann waren an diesem Tage viel zu vorsi htig um zu behaupten, sie hätten den Erreger der Syphilis gefunden, viele Tests folgten, da es si h hier au h um einen Parasiten, der in Begleitung der Syphilis auftau hte, handeln konnte. Professor Aidan Co kburn s hrieb:
von Behring
Alle Parasiten haben si h ursprüngli h aus frei lebenden Formen entwi kelt. Diese Theorie ist inzwis hen im Falle der Treponemen dur h den Holländer Veldkamp gestützt worden, der vor einigen Jahren in der Tat eine im Morast frei lebende, anaerobis he Spiro häte der Gattung Treponema entde kte, das Treponema ul erae. [1, S. 41℄ Treponemen gab es s hon vor Kolumubus in allen Teilen der Welt. Sie verursa hen Frambösie in Afrika und Asien, und Pinta in Zentralamerika. Co kburn erklärt die Beziehung zwis hen Frambösie und Syphilis folgendermaÿen: In einem mehr tropis hen Klima, in dem die Eingeborenen zunä hst ganz oder fast unbekleidet leben, förderte der direkte Hautkontakt die Frambösie. In den kälteren Gegenden aber, in denen der direkte Kontakt dur h 117
6 Die Su he na h dem Erreger Kleidungsstü ke einges hränkt wird, seien die Verhältnisse der ges hle htli hen Übertragung der Treponema-Erkrankung, also der Syphilis, günstig. Co kburn erinnert au h daran, dass vor etwa hundert Jahren eine ni ht ges hle htli h übertragene, der Frambösie ähnli he Form der Syphilis in abgelegeneren Gegenden Groÿbritanniens übli h war. Diese Krankheit wurde sibbens genannt und trat dort auf, wo die Mens hen in Gruppen di h aneinander gedrängt s hliefen. Die Spiro häte war also ni hts Unbekanntes, kein Mysterium, aus dem Grunde wurden sorgfältig Untersu hungen gema ht. Hoffmanns wi htigste Aufgabe bestand nun darin, genug Material herbeizus ha en, um eine groÿe Anzahl von Untersu hungen dur hzuführen. Hoffmann entwi kelte dazu seine Gewebssaftmethode . Dur h einen Abstri h aus den tieferen S hi hten der Ges hwüre gewann er die syphilitis hen Test-Präparate. Mit Hilfe einer bestimmten Rotfärbung gelang es S haudinn, den blassen Erreger besser si htbar zu ma hen. Je mehr syphilitis he Präparate S haudinn und Hoffmann untersu hten, immer und überall entde kten sie die blasse Spiro häte. Da sie si h so s hle ht anfärben lieÿ, wurde sie von S haudinn Spiro haeta pallida 1 genannt. Am 28. März ist der vorsi htige S haudinn endli h überzeugt: die blei he Spiro häte ist der Erreger der Syphilis. Die Na hri ht von der Entlarvung des Syphiliserregers ma ht s hnell die Runde dur h die Laboratorien der Welt. S haudinn wandte si h na h der Entde kung der Spiro häte an Mets hnikov, den Na hfolger Pasteurs, dem es 1903 gelungen war syphilitis he Infektionen auf Mens hena en zu übertragen. Mets hnikov bestätige S haudinns Erkenntnisse, au h er fand die blasse Spiro häte bei den von ihm untersu hten Lues-Infektionen. So zeigte si h die Spiro haeta pallida nur in Gewebeproben von syphilitis h erkrankten Personen, womit eine Forderung von Robert Ko h erfüllt wurde: Meiner Meinung na h würde der ursä hli he Zusammenhang zwis hen Spirohäte und Syphilis s hon erwiesen sein, wenn diese besondere Art der Spiro häte nirgendwo anders vorkommt, als bei e hter Syphilis. [1, S. 141℄ Do h in der Zwis henzeit gab es Beri hte, dass Siegel den Syphilis-Erreger gefunden hat, und es tau hten Behauptungen auf, dass Mets hnikov die Spi1 Pallida kommt aus dem Grie his hen und bedeutet blei h oder blass .
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ro häte in seiner Färbelösung den Präparaten beimengte. Es herrs hte der übli he wissens haftli he Krieg mit allen erdenkli hen s hmutzigen Tri ks. No h im glei hen Jahr konnte die Entde kung S haudinns dur h über hundert andere Wissens haftler, begünstigt dur h die Er ndung der Dunkelfeldmikroskopie, bestätigt werden, als hätten sie nur darauf gewartet, dass jemand den Erreger ans Li ht bra hte. Und im glei hen Jahr no h nannte S haudinn die Spiro häte in Treponema um, was Drehfaden bedeutet. Das Dunkelfeld
Bisher war es nur wenigen Leuten vorbehalten, die blasse Spiro häte zu erkennen. Es gehörte ein Talent wie das S haudinns dazu, sie im hellen Mikroskopli ht zu erahnen. Die Situation änderte si h jedo h, als in Wien Karl Landsteiner, der Entde ker der Blutgruppen und des Rhesus-Faktors, die so genannte Dunkelfeldmikroskopie entde kte. Bei ihr wird dafür gesorgt, dass Li ht nur von der Seite auf das Untersuhungsobjekt unter der Mikroskoplinse fällt. So wie Staubkörn hen im Sonnenli ht si htbar werden, wird hier das Objekt erhellt. Es hebt si h dadur h von seinem dunklen Hintergrund ab. Die Spiro häten sehen dabei aus wie Kometen, die über den Sternenhimmel ziehen. Sie ers heinen als silbrige Spiralen. Die Dunkelfeldmikroskopie bringt ni ht nur den Erreger ans Li ht , sondern hat au h den Vorteil, dass die Spiro häte im Lebendzustand betra htet werden kann. Für Färbungen musste sie bisher abgetötet werden. Diese Veränderung der Mikroskopie lieÿ die Diagnostik der Syphilis sehr viel einfa her werden, da nun Abstri he direkt unter dem Mikroskop beurteilt werden konnten, um s hnellstmögli h die Therapie einzuleiten. Hideyo Nogu hi
1913 gelang es Hideyu Nogu hi das erste Mal, die Syphilis-Spiro häten im Gehirn eines Mens hen na hzuweisen. Da es lange ni ht bekannt war, ob die Syphilis-Erkrankung das Nervensystem beein usst oder ni ht, war dies das Ende eines lange währenden Streites. Die gröÿten Fragen warfen damals die Progressive Paralyse und Tabes dorsalis auf, au h bekannt als Gehirnerwei hung und Rü kenmarks hwindsu ht . Mit der Entde kung des Erregers s hien klar zu sein, dass au h diese Erkrankungen auf das Konto der Syphilis gehen. 119
6 Die Su he na h dem Erreger
6.1 Spiro haeta pallida Die Spiro haeta pallida hat die Form einer korkenzieherartigen Spirale und ähnelt einem sehr dünnen Faden. Beide Enden sind spitz und laufen oft in End-Fäden aus. In der Ruhestellung behält der Erreger eine gerade Haltung. Über die Bewegungen der Spiro häte s hreibt Hoffmann Dur h Rotation um die Längsa hse und eigenartig pendelnde Beugebewegungen, wel he sie von den lebhaft si h aalartig s hlängelnden groÿen Spiro häten unters heiden lassen, kann die Spiro haeta pallida si h vor- und rü kwärts bewegen, steht aber, wenn sie mit einem Ende an einer Zelle si h angehaftet hat, oft lange an demselben Ort stille, während sie rotiert und lei ht seitli he Bewegungen ausführt. [1, S. 140℄ Die Zahl der Windungen ist vers hieden. Dur hs hnittli h beträgt sie zwis hen 8 und 12. In Ausnahmefällen s hwanken die Angaben aber zwis hen einer Spirale und bis zu dreiÿig und mehr Windungen. Dementspre hend variiert au h die Länge. Sie beträgt im Dur hs hnitt zwis hen 10 15 µm2 . In Extremfällen s hwanken aber au h hier die Angaben von 3 bis 80 µm. Für die Di ke der Spiro häte wird dur hs hnittli h 14 µm angegeben. Das gröÿte Charakteristikum ist aber die Zierli hkeit. Über die bio hemis he Struktur ist heute immer no h weniger bekannt, als über andere Krankheitskeime. Die Spiro häte besteht wahrs heinli h aus einem Protein, einem Polysa harid und zwei vers hiedenen Lipiden. Untersu hungen unter dem Elektronenmikroskop zeigen, dass der eigentli he Körper von einer dünnen Hülle umgeben ist, auf der si h wiederum viele ungeheuer feine, an Här hen erinnernde Formen be nden, die einen Dur hmesser von a. 14 bis 17 Nanometer3 besitzen. In späteren Stadien der Erkrankung ist der Erreger aber ni ht mehr in einem Primära ekt na hweisbar. So wurden viele Mens hen allein dur h den Verda ht an einer Syphilis erkrankt zu sein, den heftigsten Kuren unterzogen, und die medizinis he Fa hwelt war si h einig, dass no h andere Verfahren gefunden werden mussten, um diesem Miss-Stand ein Ende zu bereiten. Ers hwert wurde die 2 Mikrometer = millionster Teil eines Meters 3 Nanometer = milliardster Teil eine Meters.
120
6.2 Die Syphilis-Tests Diagnose au h dadur h, dass der Erreger der Syphilis ein Gewebe-Parasit ist, und kein Blutparasit. Im Blut wird er vollkommen immobil, bis er an ein Gewebe ando kt , das ihn wieder zurü k ins Rei h der Lebenden bringt. Denken Sie in diesem Zusammenhang wieder an die ur-sprüngli he Problematik der Luziferen mit dem Wasser-Element, das si h in der Spiro häte auf so seltsame Weise ausdrü kt.
6.2 Die Syphilis-Tests Paul Ehrli h
und Julius Morgenroth hatten Einzelheiten klären können, die bei der Hämolyse, der Au ösung roter Blutkörper hen eine groÿe Rolle spielen. Wi htig ist dabei die Unters heidungsfähigkeit des Organismus in körpereigene und körperfremde Sto e. Als Anti-Gen, als Anti-Somato-Gen 4 , emp ndet die Lebenskraft des Organismus jede fremde Substanz, die in ihn eindringt, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllt. Die Lebenskraft bringt den Organismus dazu, so genannte Anti-Körper zu produzieren, die Anti-Gene oder Anti-Gen-Gruppen neutralisieren oder unter Umständen zerstören sollen. Eines der Anti-Körper, ist das so genannte Hämolysin 5 . Spritzt man einem Kanin hen die roten Blutkörper hen eines Hammels (Anti-Gen) ein, so entstehen im Kanin hen Anti-Körper (Hämolysine), die die roten Blutkörper hen des Hammels au ösen. Bei ihrer Zerstörung dur h die Hämolysine geben die roten Blutkörper hen das Hämoglobin, den roten Blutfarbsto frei. Aus einer Ansammlung von Blutzellen im Serum, die zunä hst undur hsi htig ist, wird daher im Verlauf eine klare, dur hs heinende, la kartige Blutfarbsto ösung. Dies sind die Resultate von Paul Ehlri hs Fors hungen. Was er no h ni ht wusste, ist, dass die Hämolysine die roten Blutkörper hen ni ht alleine zerstören, sondern dazu eine weitere Substanz brau hen, die normalerweise im Serum vorkommt, das Komplement . Paul Ehrli h
Jules Bordet
Ohne Jules Bordet wären allerdings die Erkenntnisse von Paul Ehrli h und Julius Morgenroth für die Syphilis-Diagnostik verloren gewesen. Mit 4 anti = gegen; soma = Körper; gennao = erzeugen 5 hämos = Blut; lysein = au ösen
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6 Die Su he na h dem Erreger dem Hygieniker O tave gengou ma hte er die Entde kung, dass Antikörper mit den ihnen entspre henden Antigenen au h dann no h eine Bindung eingehen, wenn das jeweilige Blutserum auf 56◦ C erhitzt worden war. Trotzdem wurden die Bakterien ni ht abgetötet. An der Bekteriolyse musste also no h ein anderer Sto beteiligt sein, der dur h Hitze zu beein ussen war. Dieser Sto wurde zunä hst Alexin genannt, später na h dem Vors hlag Paul Ehrli hs Komplement . Die beiden Fors her stellten weiter fest, dass dieses Komplement während der Antigen-Antikörper-Reaktion verbrau ht wird. August von Wassermann
wurde 1866 geboren, als Sohn eines jüdis hen Bankiers. 1903 war es gelungen die Syphilis endli h auf A en zu übertragen, na hdem man eine Zeit lang glaubte, sie sei eine reine Erkrankung des Mens hSeins. Zusammen mit Albert Neisser und Carl Bru k versu hte er aus den Erkenntnissen der anderen Fors her ein Diagnostikum der Syphilis zu ma hen. Sie benutzten dazu in zierte A en und als Antigen Leberextrakte aus Totgeburten syphilitis her Mütter. Da es in Deuts hland zu wenig luetis he A en gab, reisten die Fors her na h Java. Neisser nanzierte die Expedition aus eigener Tas he. Sie arbeiteten glei hzeitig an 800 Tieren, wovon tägli h Dutzende an Erkrankungen starben, die ni hts mit der Syphilis zu tun hatten. Die Fors hungen wurden bis zum Jahre 1907 weitergeführt. Am 10. Mai 1906 publizierten Wassermann, Neisser und Bru k in der Deuts hen Medizinis hen Wo hens hrift ihren berühmten Artikel: Eine serodiagnostis he Reaktion bei Syphilis.
August von Wassermann
Die re ht komplizierte Reaktion geht in mehreren Stadien vor si h. Zunä hst werden dem Patienten etwa 10 Kubikzentimeter Blut aus der Armvene entnommen und das Serum inaktiviert : man erwärmt es auf 56◦ Celsius und zerstört so, wie es Bordet und Gengou gezeigt hatten, das Komplement. Dem auf diese Weise inaktivierten Serum wird nun ein Extrakt aus einer [Syphilisleber℄ als Antigen hinzugesetzt, sowie Komplement aus fris hem normalen Meers hwein henserum. Dieses Gemis h wird für 30 Minuten im Wasserbad bei 37◦ C bebrütet. [1, S. 152℄ Stammt das Blut von einem gesunden Mens hen, ges hieht gar ni hts. Das Serum eines Syphilitikers aber reagiert anders, da das Blut Antikörper ge122
6.2 Die Syphilis-Tests gen die Syphilis-Erreger enthält. Das Komplement lagert si h an die AntigenAntikörper-Reaktion an, und wird dabei verbrau ht. Dieser KomplementVerbrau h muss jetzt nur no h si htbar bema ht werden. Einem Kanin hen wurden rote Hammel-Blutkörper hen eingespritzt. Das Kanin hen bildet daraufhin in seinem Blutserum prompt diese Hammel-Erythrozyten-Antikörper. Dana h wurde dem Tier das die Antikörper gegen Hammelblut enthaltende Serum entnommen und ebenfalls inaktiviert. Da das inaktivierte Kanin henserum zwar die entspre henden Antikörper, ni ht aber das ebenfalls notwendige Komplement enthielt, konnten die Erythrozyten ni ht zerstört werden. . . Den letzten S hritt bildete dann die Kombination der beiden bes hriebenen Systeme. Der ersten Mis hung aus inaktiviertem Patientenserum, Antigen und Meers hwein henkomplement wurde das hämolytis he System zugesetzt und wiederum für 30 Minuten im Wasserbad bei 37◦ C bebrütet. [1, S. 152℄ Das Komplement eines gesunden Mens hen wurde ni ht verbrau ht, daher kommt es zur Hämolyse. Bei einem Syphilitiker ist das Komplement vebrau ht, daher ndet keine Reaktion mehr statt. • Die Hemmung der Hämolyse ist das Charakteristikum der Wassermann-
Reaktion.
Na h dem Ers heinen des Artikels setzte si h diese Diagnostik in den Laboratorien dur h. Später stellte man fest, dass die Extrakte aus syphilitis hen Geweben dur h alkoholis he Extrakte aus Rinderherzen ersetzt werden können. Au h zeigte si h, dass die Reaktion ni ht spezi s h gegen die Syphilis-Erreger geri htet war, sondern auf bestimmte Bestandteile der Zellen reagierte, die infolge des syphilitis hen Prozesses zerstört worden sind. Da ein sol her Zellzerfall au h bei Lepra, Malaria oder Tuberkulose auftau ht, war die Reaktion ni ht so spezi s h, wie zunä hst geglaubt wurde. Interessant ist, dass gerade die Erkrankungen, die si h so intensiv um die Syphilis gruppieren, eine ähnli he Reaktion zeigen. Lepra Fixierung der Syphilis auf die destruktive Phase der Lepra. Vers hwin-
den der Lepra, Vers hiebung zur Syphilis.
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6 Die Su he na h dem Erreger Malaria Parasitäre Heilungsreaktion der Syphilis. Tuberkulose Tuberkulinis he Spiegelreaktion der Syphilis.
Die Reaktion des Wassermann-Testes ist gegen das Cardiolipin geri htet, das aus den Mito hondrien frei wird. Gegen dieses Cardiolipin produziert der Organismus Antikörper. Es handelt i h um eine Auto-Antikörper-Bildung , da der Organismus diese Cardiolipine als ni ht selbst emp ndet. Es läuft hier die glei he Reaktion ab, wie gegen die Luziferen, und au h die Mito hondrien als Kraftquellen und Baustellen der Eiweiÿproduktion (sykotis her Prozess) arbeiten mit der Feuer-Energie an der Materie-Werdung des Mens hen. Mito hondrien
Der Name Mito hondrium kommt von mitos = Faden und hondros = Korn. Sie sind etwa bakteriengroÿ, längli h oder oval, lipoidrei h, von einer Doppelmembran ums hlossen und be nden si h meist in der Nähe von Brennsto -Quellen oder ATP-bedürftigen Zellstrukturen. Als Energiezentrale der Zelle enthalten sie die Enzyme der Atmungskette, der oxydativen Phosphorylierung, des Zitronensäurezyklus und des Fettabbaus. Mito hondrien weisen folgende Charakteristika für die Arbeit der Luziferen auf : 1. Mito hondrien dienen vorwiegend der Atmung und der Energieproduktion (Feuerelement). 2. Alle Mito hondrien haben ihre eigene DNA und besondere Ribosomen (Entkoppelung vom Organismus). 3. Sie sind in der Lage, si h selbst zu reduplizieren (Autonomie). Da au h andere Infektionen Zellzerstörung produzieren, tau hen immer fals h positive Ergebnisse auf, do h sollte uns die Frage gestattet sein, ob die Wassermann-Reaktion ni ht do h bei gerade den Krankheiten auftau ht, die in einer Beziehung zur Syphilinie stehen, und diese daher ni ht die Syphilis misst, sondern Erkrankungen, die mit der Syphilinie in Beziehung stehen. Mary C. Pangborn
Mary C. Pangborn war S hülerin von Professor Augustus B. Wadsworth aus Albany. Ihr gelang es aus normalen Rinderherzen ein reines, sti ksto freies
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6.2 Die Syphilis-Tests Phospholipid zu isolieren, das Cardiolipin. Zusammen mit Lezithin und Cholesterin wirkt dieser Lipoid-Komplex als Wassermann-Antigen . Sein Reinheitsgrad ist höher, und seine Reaktionen sehr viel spezi s her. Mit dem Einsatz dieses Cardiolipins konnte die Fals h-Positiv-Rate gesenkt werden. Aber au h hier gibt es fals h positive Reaktionen bei • Tuberkulose (Tuberkulinie) • S harla h (Syphilinie) • Malaria (Parasitose) • Lepra (Tsora-at) • Pneumokokken-Pneumonie (Tuberkulinie).
Au h hier handelt es si h um Erkrankungen, die eine Beziehung zur Syphilinie aufweisen. Ernst Meini ke
Eine andere Gruppe von Syphilis-Tests basiert auf einer Reaktion, die Wassermann und Bru k 1917 bes hrieben haben, die Salpetersäureprobe. Salpetersäure, HNO3 , ist in der Homöopathie als Nitri um a idum bekannt und ein wi htiges Heilmittel der sekundären Phase der Syphilis. Die Reaktion des Blutes auf Salpeter zeigt Eiweiÿaus o kungen unzpezi s her Art. Um spezi s he Reaktionen zu erzielen, konfrontierte Meini ke die Blutsera mit alkoholis hen Organextrakten ähnli h der Wassermann-Reaktion (WaR). Im Mai 1917 konnte er die ersten brau hbaren spezi s hen Flo kungsreaktionen na hweisen. Es wurde viel experimentiert, die syphilitis hen Gewebe dur h alkoholis he Auszüge aus normalem Gewebe ersetzt, dur h Cholesterolzusatz (Hans Sa hs) lieÿ si h dann die Reaktion no h einmal verbessern, do h blieb der Test weniger spezi s h als die WaR. Do h die Arbeit an den Flo kungstests hörte ni ht auf. Sie konnten stetig verbessert werden. Bis heute sind viele dieser Tests entwi kelt worden, die alle mehr oder weniger spezi s h auf die Syphilis-Erkrankung reagieren. Au h die WaR wurde ständig verbessert, allerdings konnte sie ni ht das Bedürfnis na h einem S hnell-Test stillen, da ihre Reaktion erst in Stunden ablesbar war. 125
6 Die Su he na h dem Erreger Alexander Chediak
bra hte 1932 eine neue Reaktion ins Spiel, eine Mikro o kungsreaktion. Ein bis zwei Tropfen Blut aus dem Ohrläpp hen oder der Fingerbeere genügen für die Reaktion. Das Blut wird zunä hst auf Filterpapier geträufelt und dann an die entspre henden Labors ges hi kt. Der tro kene Blutstropfen wird mit physiologis her Ko hsalzlösung im Labor ver üssigt und mit Meini ke-Reagenz versetzt. Unter der Lupe kann man dann die Flo kung erkennen. Die Dauer des Testes beträgt etwa 2 Stunden. Do h au h bei dieser Art des Testes stören Verunreinigungen, und au h bei diesem Test blieben die übli hen Fals h-Positiv-Resultate. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass eine groÿe Gruppe Drogensü htiger Fals h-Positiv reagieren kann, deren Erkrankung ebenfalls zum Teil in den Berei h der Syphilinie fällt. Wegen dieser S hwä he der Tests wurden normalerweise mehrere Tests dur hgeführt um Fals h-Positiv-Resultate zu vermindern. Bis im Jahre 1949 eine neue Entde kung kam.
Alexander Chediak
Robert Nelson jr.
Dem jungen amerikanis hen Bakteriologen Robert Nelson Jr. und Manfred M. Mayer gelang es um 1949, den Treponema-pallidumImmobilisations-Test zu entwi keln. Au h er beruht auf dem Prinzip der Komplement-Bindungsreaktion. Nelson und Mayer hatten lebende PallidaTreponemen in Kanin henhoden gezü htet. Dort vermehren si h die Treponemen sehr lei ht. In einem komplizierten Nährmedium, das auf 37◦ C gehalten wird, bleiben die Treponemen für mehrere Tage bewegli h. Wird die Treponemen-Suspension mit Komplement und dem Blut eines Syphilitikers zusammengebra ht, ma hen die darin enthaltenen Antikörper die Syphilis-Erreger unbewegli h, sie immobilisieren sie. Ohne Antikörper bleiben die Treponemen bewegli h. Auf diese Weise ist erstmals ein relativ spezi s her Test gelungen, der jedo h nur von Speziallaboratorien dur hgeführt werden kann, die über ein entsprehendes syphilis-verseu htes Kanin hen-Kontingent verfügen, was ethis h kaum vertretbar ist. Ein Problem ist, dass die Erreger der Syphilis auÿerhalb des Mens hen kaum lebensfähig sind und relativ oft absterben oder ihre Bewegli hkeit verlieren. Ein weiterer Na hteil ist, dass der Test im Stadium der Lues I ni ht anwendbar ist, da er nur negative Resultate zeigt. Selbst zu Beginn der sekundären Phase der Syphilis ist er no h in einem Drittel aller Fälle negativ. Antibioti126
6.2 Die Syphilis-Tests s he Therapie kann den Test ebenfalls negativ beein ussen, da die Antibiotika ebenfalls die Treponemen immobilisieren. Die Domäne dieses Tests ist also die Spätphase der Syphilis vor allem der s hwer erkennbaren latenten Lues und diverser Spätformen. Der Test bleibt meist das ganze Leben lang positiv da die Antikörper gegen die Syphilis-Erreger oft ein ganzes Leben lang gebildet werden. W. E. Dea on
Der Amerikaner W. E. Dea on und seine Mitarbeiter K. H. Fal one und Harris haben einen Test entwi kelt, den Fluoreszens-TreponemenAntikörper-Test (FTA-Test) , der die Fluoreszenz-Serologie für die LuesErkennung benutzt. Ein Patientenserum wird dabei zunä hst auf eine S hi ht von Treponema pallidum des so genannten Ni hols-Stammes aufgetragen. Dieser Stamm wurde bereits 1911 aus der Rü kenmark-Flüssigkeit eines Mens hen mit Nervensyphilis gewonnen und konnte im Gegensatz zu allen anderen mens hli hen Pallida-Treponemen seither in ungezählten Tierpassagen weiter gezü htet werden.[1, S. 163℄ Über diese Treponemen kommt nun eine S hi ht mit Anti-HumanGammaglobulin, das mit einer hemis hen Verbindung markiert wurde, die bei Anregung dur h blaues Li ht au eu htet. Sind im Patientenserum Antikörper, so su hen diese na h den Treponemen des Ni hols-Stammes und versu hen si h an diese anzulagern. Es kommt zur Antigen-Antikörper-Bindung. Das uoreszierende Anti-Human-Globulin legt si h an die mens hli hen Antikörper, und die Treponemen beginnen unter dem Mikroskop zu leu hten. Do h au h hier gibt es die Gefahr fals h positiver Reaktionen, da si h im Organismus Antikörper gegen andere Treponemen-Stämme be nden können. Um Kreuzreaktionen mit anderen Treponemen-Stämmen auszus hlieÿen, begann man das Serum zu verdünnen. Dadur h wurde der Test spezi s her, aber die Sensibilität nahm ab. Aus diesem Grund versu hten Fors her andere Methoden, um die Reaktionen anderer Treponemen auszus halten. Dazu bedienten sie si h des so genannten Reiter-Stammes Er wird na h dem Serologen Hans Reiter benannt und heute als Treponema phagedaena bezei hnet. Dieser Treponemen-Stamm besitzt wie Treponema mi rodentium teilweise glei he Antigene wie Treponema pallidum Die Reiter-Spir hoäte ist dem Syphilis-Erreger nahe verwandt, aber ni ht identis h. Sie ist ni ht pathogen und lässt si h lei ht auf Nährböden zü hten. Diese Reiter-Spiro häte wird also dem Gemis h des FTA-Testes hinzugefügt, 127
6 Die Su he na h dem Erreger und alle Antikörper, die ni ht spezi s h für Treponema pallidum sind, landen auf der Reiter-Spiro häte. Diese Methodik wurde Fluoreszenz-TreponemaAbsorbtions-Test (FTA-ABS) genannt. 1974 wurde von Ferdinand Müller unter Benutzung der Säulen hromatographie das Verhalten der Ig-M-Globuline verfolgt. Der von ihm entwi kelte Ig-M-FTA-ABS-Test bietet also die Mögli hkeit, au h bei einer bereits vorhandenen Syphilis, die einen hohen Anteil an Ig-G-Globulinen zeigt, eine Neuinfektion zu erkennen, die einen erneuten Anstieg der Ig-M-Globuline mit si h bringt. Au h bei der Diagnose der konnatalen Syphilis kann dieser Test hilfrei h sein. Im Allgemeinen können nur Ig-G-Globuline die Plazenta dur hdringen, IgM-Globuline sind für eine unverletzte Plazenta zu groÿ. Finden si h also beim Säugling Ig-M-Globuline, so handelt es si h um eine fris h erworbene Infektion. Tara Rathlev und T.Tomisawa, S. Kamatsu
Der Treponema-Pallidum-Hämagglutinationstest (TPHA-Test) wurde 1965 bis 1966 von drei Fors hern unabhängig voneinander entwi kelt. Der Däne Tara Rathlev und die Japaner T. Tomisawa und S. kamatsu arbeiteten diesen Test aus, der relativ einfa h zu handhaben und sehr spezi s h ist. Dieser Test baut auf den Erythrozyten von Hammeln auf, die wir bereits bei der WaR kennen gelernt haben, do h ist das System völlig anders. Die Erythrozyten werden zunä hst hemis h vorbehandelt. Sie kommen 18 Stunden lang in eine 3%ige Formalinlösung und werden dana h mit Tannin, einer Gerbsäure, überzogen. Dadur h wird die Ober ä he der Erythrozyten aufgeraut . Aus den Hoden von mit Treponema-pallida in zierten Kanin hen werden die Syphilis-Treponemen gewonnen, gereinigt und mit Ultras hall fraktioniert. Dadur h werden die antigenen Teile des Syphilis-Erregers gewonnen. Dieser Treponemen-Lösung werden die aufgerauten Hammel-Erythrozyten hinzugefügt. Bevor das Patientenserum dem Diagnostikum hinzugefügt wird, behandelt man es mit einer kompliziert zusammengesetzten Verdünnungs üssigkeit, in der si h Reiter-Spiro häten und Gewebe vom Kanin henhoden be ndet. Das Diagnostikum wird auf Glasplatten aufgetragen und das Patienten-Serum hinzugefügt. Be nden si h Antikörper im Patientenserum, so lagern diese si h an die Hammel-Erythrozyten und verklumpen sie. Dieser Test bringt na h drei bis vier Stunden vorläu ge Ergebnisse, na h 18 Stunden endgültige. Dieser Test reagiert sehr emp ndli h au h auf die Ig-G-Antikörper einer alten SyphilisInfektion. Er reagiert s hneller als die meisten anderen Tests, bereits vierzehn 128
6.2 Die Syphilis-Tests Tage oder drei Wo hen na h der Infektion, und geht somit oft dem Primära ekt voraus.
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6 Die Su he na h dem Erreger
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S hlusswort Liebe Leserin, Lieber Leser, wir be nden uns am Ende der Trilogie über die mythologis hen Hintergründe der Miasmatik. Es war eine lange, si her au h ni ht immer einfa he Reise. Die Ges hi hten, die hier erzählt wurden, haben unser Verständnis der Miasmatik sehr geprägt. I h würde mir wüns hen, dass au h Ihr Miasmenbegri an diesen Ges hi hten wa hsen kann. Die nä hsten S hritte, die wir gehen müssten, ist alles, was wir hier gestreift haben, praktis h umsetzbar zu ma hen, was in diesem und im nä hsten Jahr, so Gott will, ges hehen wird. Sollten Sie Spaÿ daran gefunden haben, ho e i h, dass wir uns wiederlesen. In der Zwis henzeit wüns he i h Ihnen viel Erfolg mit der miasmatis hen S hriftenreihe. Sollte Ihnen ein Thema besonders auf dem Herzen liegen, kontaktieren Sie do h einfa h Herrn Irl oder mi h. Alles Gute auf Ihrem Weg Peter Gienow
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S hlusswort
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