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HALBERSTÄDTER TAGEBLATT

Freitag, 18. Juni 2010

Volksstimme

Domschatz

Jugendblasorchester

Premiere: Führung für Menschen mit Demenz

Sommerkonzert morgen Abend

Halberstadt (je). Die Domschatzverwaltung lädt am kommenden Freitag, dem 25. Juni, gemeinsam mit dem Sirius Krankenpflegedienst um 15 Uhr zu einer individuellen Führung in den Halberstädter Domschatz ein. Zu Hause lebende pflegebedürftige Halberstädter mit dementieller Prägung und auch ihre interessierten Angehörigen sind eingeladen, den Domschatz auf eine besondere Art kennenzulernen. Die speziell auf Menschen mit Demenz ausgerichtete Führung „Familienbande“ stellt anhand einiger ausgesuchter Kunstwerke die dargestellten Familienbeziehungen in den Mittelpunkt der gemeinsamen Betrachtungen. Maria mit dem Jesuskind ist die berühmteste dieser christlichen Familienbande. Durch das aktive Kunsterlebnis können Erinnerungen und Lebensgeister geweckt werden. Frei werdende Emotionen sollen dabei positiv gegen das Vergessen wirken. Die Idee zu einem Führungsangebot für Menschen mit Demenz wurde von dem Krankenpflege-Unternehmen an die Domschatzverwaltung herangetragen. Gemeinsam mit dem Gemeindepädagogen Thomas

Klemm-Wollny wurde ein spezielles Führungsangebot konzipiert. Für die Besucher und auch interessierte Angehörige ergibt Maria mit Kind sich die Gelegenheit, auf vielschichtige Art und Weise die Faszination des Domschatzes zu erleben. Interessenten, die gerne an diesem Nachmittag dabei sein möchten, können sich bei Christian Weidinger, Geschäftsführer der SiriusKrankenpflege, unter der Telefonnummer (0 39 41) 44 22 79 anmelden. Eine Begleitung zur Führung und im Anschluss zurück nach Hause wird auf Wunsch an diesem Tage angeboten. Die Teilnahme kostet sechs Euro pro Person. In Zukunft werden vier verschiedene thematische Führungen für dementiell geprägte Menschen von der Domschatzverwaltung angeboten. Kontakt: Evangelisches Kirchspiel Halberstadt, DomschatzVerwaltung Domplatz 16a, Telefon (0 39 41) 2 42 37, Fax (03941) 62 12 93.

Projekt vorgestellt

„Spielplatz für Männer“ ist Thema einer Investition Benneckenstein/Stadt-Oberharz (bfa). Das Projekt eines Spielplatzes für Männer wurde von Heiko Kaschel, Chef des Wirtschafts- und Tourismusausschusses der Stadt, in der jüngsten ersten Tagung dieses Gremiums vorgestellt. Dabei geht es um einen Platz, auf dem „gestresste Manager“, so Kaschel, aber auch andere Interessenten mal das machen können, was sie sich immer er-

träumten: Baggerfahren, mit einer Planierraupe Berge versetzen und Ähnliches mehr. Eine in Hasselfelde ansässige Fahrzeugfirma würde die Investition vornehmen, informierte Kaschel. Gesucht werde ein Areal für diesen Männerspielplatz, möglich wäre ein Tagebau bei Elbingerode. Der Antrag ging nun an die Verwaltung zur weiteren Bearbeitung und Prüfung.

„Zwischen Harz und Bruch“

Neues Heft zur Heimatkunde Halberstadt (phb). Das neue Heft 59 der vom Geschichtsverein für Halberstadt und Umgebung e. V. herausgegebenen Heimatzeitschrift „Zwischen Harz und Bruch“ ist soeben erschienen. Die mit vielen historischen und aktuellen schwarz-weißen und farbigen Abbildungen illustrierte Zeitschrift besteht mit ihrer 3. Reihe nun schon seit 15 Jahren. Schwerpunktthemen der 13 interessanten Berichte sind: Domdachreiter, 50 Jahre Tiergarten, IBA 2010, 8. April 1945 in Halberstadt, 750 Jahre Kloster Adersleben, Dingelstedt und Kloster Huysburg. Deshalb zeigt das Titelbild auch die schöne Fassade des dortigen Gästehauses. Mit dem Sommer am Goldbach und dem Eisenbahnwesen am Großen Bruch werden zwei Reihen fortgesetzt. Aber auch heimische Mundart ist vertreten. Das neue, silbergraue Heft

„Zwei Herren in Betrachtung des Domes“ bald enthüllt Der Barheine-Beirat, der Vorstandsvorsitzende der Harzsparkasse sowie Vertreter der Verwaltungsspitze der Stadtverwaltung trafen sich kürzlich im Atelier des Halberstädter Steinbildhauers Daniel Priese (links), um sich über den derzeitigen Arbeitsstand der Fertigung der

Kundgebung von Studenten der Hochschule Harz am Mittwoch / Forderung nach Verbesserung der Studienbedingungen

Studenten setzen ihre Forderungen gegenüber Fachbereichsleitung durch Eine Prüfungsregelung führte unter Halberstädter Studenten zu Unmut. Die Studierenden beklagen ihre Studiensituation, nachdem sich im vergangenen Semester doppelt so viele Studenten wie noch zwei Jahre zuvor eingeschrieben haben. Von Peter Althaus Halberstadt. Vor der Mensa der Hochschule Harz am Willy-Cohn-Platz versammeln sich am Mittwoch über 100 Studenten (Volksstimme berichtete). Im Internet hatte sich bereits eine Gruppe von über 200 zusammengefunden und heftig diskutiert. Eduard Schreiner ist einer von ihnen. Der Student protestiert mit anderen gegen eine Regelung zum Ablauf der Prüfungen in diesem Semester. „Einige von uns sind im letzten Semester durch Prüfungen gefallen“, sagt der Student des Fachs Europäisches Verwaltungsmanagement.

Zwischen Dozenten eklatante Unterschiede

Das neue Heft „Zwischen Harz und Bruch“ ist erschienen. wird in den Halberstädter Buchhandlungen, im Städtischen Museum und anderen Institutionen Interessenten zum Kauf angeboten.

Skulptur „Zwei Herren in Betrachtung des Domes“ zu informieren. Diese Skulptur wird am 3. Juli im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung „Ton am Dom“ am Domhang – direkt vor dem Gleimhaus – enthüllt. Foto: Gleimhaus

Halberstadt (geg). Bei den 32. Deutschen Meisterschaften erspielte sich das Jugendblasorchester Halberstadt vor wenigen Wochen die Einstufung in die Meisterklasse Gold und wurde Vizemeister. Reich gefüllt ist der Veranstaltungskalender des erfolgreichen Klangkörpers. Er spielte unter anderem am vergangenen Sonntag zum Frühschoppen beim Siedlerfest, wird im August bei der Übergabe des Bahnhofsgebäudes dabei sein und zum Tiergartenjubiläum mit zwei Kaffeekonzerten und traditionell beim Altstadtfest auftreten. Doch erst einmal wird morgen zum 3. Open-AirSommerkonzert vor dem Rathaus eingeladen. Bei freiem Eintritt bekommen die Besucher ab 20 Uhr auf dem Holzmarkt ein Programm zu hören, welches die musikalische Vielfalt des Klangkörpers und das Können aller seiner Mitglieder unter Stabführung von Thilo Eulenburg unterstreichen wird. Klaus-Dieter Ahrent führt in bewährter Weise durch das Programm, stellt die Titel und auch die Musiker vor.

Das sei an sich kein Problem für ihn, denn jeder Student hat das Recht, seine Prüfungen zweimal zu wiederholen. „Aber am vergangenen Wochenende kam eine E-Mail vom Dekan, in der uns mitgeteilt wurde, dass wir die Prüfung zwingend bei den Dozenten nachholen müssen, bei dem wir sie im vorangegangenen Semester geschrieben haben“, sagt er. In einer internen Mail an die Studenten heißt es vonseiten der Fachbereichsleitung, die Regelung sei „nicht neu, sondern seit Beginn des Sommersemesters bekannt“.

Die Vorgabe ist für die Studierenden insofern problematisch, da einige von ihnen im neuen Semester die gleichen Veranstaltungen bei einem anderen Dozenten besuchen. „Da herrschen teilweise eklatante Unterschiede. Die Schwerpunkte werden von den Lehrenden anders gesetzt“, sagt Tolga Tahta, Student der Verwaltungswissenschaften. „Es war in den letzten Jahren in der Tat so, dass vereinzeltes Wechseln der Prüfer mög- Tolga lich war“, be- Tahta stätigt Sebastian Ziervogel, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit am Fachbereich Verwaltungswissenschaften. Gerade aufgrund dessen sind die Halberstädter Studierenden von dem Verbot überrascht worden. Sebastian Ziervogel meint über den Protest: „Es besteht kein Recht der Studenten auf einen bestimmten Prüfer.“ Im Absatz 4 der für die Halberstädter Studiengänge gültigen Prüfungsordnung heißt es jedoch lediglich: „In der Regel sind Prüfer die Lehrkräfte des Moduls, in dem die Prüfung abzulegen ist.“ Kurzum, der Prüfer muss aus dem Fachbereich stammen, aber es muss nicht der Prüfer aus dem vorherigen Semester sein. Tolga Tahta meint daher: „Unserer Meinung nach ist also das Verbot nicht von der Prüfungsordnung gedeckt.“ Hans-Dieter Klein, hochschulpolitischer Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) meint: „Solch ein Verbot muss in der

Florian Chowanietz und Eduard Schreiner haben die Kundgebung organisiert. Prodekan Prof. Dr. Wolfgang Beck (von links) stellte sich den Fragen der Studenten. Fotos: Peter Althaus Prüfungsordnung festgelegt sein, sonst ist es nicht gültig.“

Wir wollen hier an der Hochschule nichts überregeln Mit dieser Aussage konfrontiert, sagt der Prodekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Wolfgang Beck: „Wir wollen hier an der Hochschule nichts überregeln. Bisher sind wir sehr stolz auf kleine Gruppen im Vergleich zu anderen Hochschulen. Zudem wollen wir nicht, dass ein Prüfer die Last aller Prüflinge zu tragen hat“, sagt er. So entschieden sich viele Studenten für bestimmte Prüfer, bei denen die Durchfallquoten niedriger scheinen. Bisher gab es keine einheitlichen Prüfungsfragen. Angesichts des Studentenprotests gibt die Hochschule jedoch nach. „Ab sofort werden die Prüfungsfragen und deren Lösungen ver-

einheitlicht. Die Prüfungen werden diesmal vom Prüfer korrigiert, den die Studenten gewählt haben“, sagt Beck auf der Kundgebung. Der Prodekan wies aber auf die Notwendigkeit einer Ordnung hin und bat die Studenten, sich möglichst an die Vorgaben zu halten. „Wir brauchen ein System, um unsere familiären Strukturen beibehalten zu können“, so Beck. Zudem könne sich jeder an ihn wenden. „Meine Tür steht immer offen“, sagte er. Einige Studenten befürchten, dass das Problem wieder auftaucht. „Wir wollen unseren Abschluss unter den Bedingungen, unter denen wir uns eingeschrieben haben“, sagt Eduard Schreiner. Laut GEWSekretär Klein hat der Student recht: „Eine Änderung der Prüfungsordnung gilt erst für Studenten, die sich in den kommenden Semestern an der Hochschule einschreiben“, so der Gewerkschafter. Die „Überbevölkerung“ am Fachbereich Verwaltungswis-

senschaften kam vor allem durch stark gestiegene Einschreibungen zustande. Die Zahl der Studienanfänger stieg im Wintersemester 2009/2010 im Halberstädter Fachbereich auf 344. Im Wintersemester 2007/2008 waren es noch 157. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der Gesamtstudenten in Halberstadt von 790 auf 1010. Hochschulmitarbeiter sprechen deshalb intern von einer „Überforderung“. Prodekan Beck spricht vom „Willen, die bisherige Qualität beizubehalten“. Um die Zahl der Einschreibungen zu mindern, führt die Hochschule deshalb einen Numerus clausus, eine notenbedingte Zulassungsbeschränkung, für alle Studiengänge im Fachbereich ein.

In kurzer Zeit so viel erreicht Auch soll die „Finanzierung des Fachbereichs für Lehrkräfte und Tutorien erhöht werden“, wie Hochschulpressesprecher Andreas Schneider auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt. Der Halberstädter Fachbereich bekommt zudem ab kommendem Semester Räume des Gymnasiums Martineum für Seminare zur Verfügung gestellt. Auf dem Willy-Cohn-Platz herrscht indes Erleichterung. „Es ist schön, dass wir so viel in so kurzer Zeit erreichen und die Hochschule nun doch recht prompt reagiert hat“, sagt Florian Chowanietz, einer der Organisatoren der Kundgebung. „Hoffentlich setzen sich so viele Studierende auch in Zukunft für ihre Interessen an der Hochschule ein“, sagt er.

Mehr Angebote am Vortragsplatz über dem Rappbodetal

Ansturm auf die Urania an der Talsperre wächst Von Burkhard Falkner

Anzeigen-Sonderveröffentlichung

JUGENDWEIHE gefeiert haben wir vor Tagen, nun möchte ich bei allen Verwandten, Freunden, Nachbarn, Bekannten sowie Kollegen und Kunden meiner Mama recht herzlich „Danke“ sagen.

Euer Erik Bernhardt

Rübeland. Mit neuen Angeboten und der Hoffnung auf noch mehr Besucher startet die Harzer Urania in die heiße Urlaubsphase. Sie begann am Dienstag mit einem Besucherandrang am Vortragsplatz an der Rappbodetalsperre. Auch Rundreisen sind im Angebot. Mit neuen Angeboten und der Hoffnung auf noch mehr Besucher startet die Harzer Urania in die heiße Urlaubsphase. Während sich die einen Gäste an den Angeboten rund um den Parkplatz labten, gingen viele auch den Berg hinauf zum Vortragsplatz der Harzer Urania. Dort erwartete

sie Lutz Schwarzbach aus Blankenburg. Er gehört zu den vier neuen Referenten des Vereins. „Herr Schwarzbach hat lange im Talsperrenbetrieb gearbeitet“, so Experte Helmut Pape, „er kennt sich also aus wie alle Referenten.“ Geduldig erklärte Schwarzbach etlichen Schulklassen die Aufgabe der Talsperre. Schulen entdeckten wieder stärker, dass ein Besuch der Rappbodetalsperre lohne, meint Pape. Früher sei das Wissen um sie regulärer Schulstoff gewesen. Gesäumt wird der Vortragsplatz und der Weg hinauf von Erklärungstafeln, die anschaulich über Pilze, Wasser, Forst und Stauwerke Auskunft geben. Die neueste

Tafel zeigt die Nutzung der Wasserkraft in den Talsperren Wendefurth und Königshütte. Eine weitere Tafel soll die Gäste demnächst auf englisch, französisch, dänisch und niederländisch willkommen heißen und informieren. Auch ein Flyer in englisch sei in Arbeit, so Urania-Aktivistin Angela Scholl. Ein Tagesprogramm mit Ausflügen zur Harzköhlerei und einer Floßfahrt auf dem Wendefurther Stausee gehören inzwischen ebenfalls zum Angebot der 34 Urania-Mitglieder um Vereinschef Ewald Kresse (Wernigerode). Ziel ist es, dass der Besuch der Talsperre zu einem runden Harz-Erlebnis wird.

Fachkundig und geduldig erklärt Lutz Schwarzbach (Mitte) Schülern oberhalb der Rappbodetalsperre deren Aufgabe. Foto: B. Falkner

Studentenproteste  
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