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Perfect Diver Magazine 46 issue Tauchen Freitauchen Leidenschaft Wissen

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Tauchen Freitauchen Leidenschaft Wissen

FREITAUCHEN

und die Überwindung von Angst

Nr. 46 4 (46)/2026

JULI/ AUGUST

Preis 12,50 € Preis inklusive Steuer

Der „Der weiße Hai“-Fluch oder wie man ein halbes Jahrhundert kollektiver Hysterie überwinden kann

„Akwanauta” Der Posener Unterwasserclub PTTK ist bereits 70 Jahre alt 1


TECLINEDIVING.EU 2


vorwort

Wojciech ZGOŁA Chefredakteur

Was ist besser: sich eine 1-Liter-Flasche samt Atemregler zu kaufen oder einen Freediving-Kurs zu machen? Wer hält länger unter Wasser durch, und welche Option ist sicherer? Immer wieder tauchen Werbeanzeigen für 0,5- oder 1-Liter-Flaschen mit Pumpe auf. Oft wird darin behauptet, es handle sich um eine Tauchflasche, mit der man auf 10 oder 20 Meter Tiefe tauchen könne – angeblich sogar bis zu 20 Minuten lang... Die ganze Wahrheit dazu findet ihr in einem kurzen Beitrag von Wojtek A. Filip. Es braucht nur ein wenig Mathematik, gesunden Menschenverstand und grundlegendes Tauchwissen. Schaut selbst – vielleicht rettet ihr damit jemandem das Leben oder zumindest die Gesundheit? Mich freut es nach wie vor, dass neben den festen Autorinnen und Autoren der Redaktion auch neue Namen dazukommen. Dieses Mal sind es gleich vier, eigentlich sogar fünf, denn Małgorzata SobońskaSzylińska hat auf den Seiten von PD bereits ihre Fotos gezeigt – jetzt teilt sie ihre Beobachtungen und Bilder rund um Haie und „Der weiße Hai“. Iza Lisek und Martin Petrus sind mit ihrem Artikel über Freediving vertreten (Glückwunsch zum Cover). Und Paula Suszko ist dabei: Ihr Beitrag über das Tauchen rund um Singapur – für die überwiegende Mehrheit eher ein Ort für einen Zwischenstopp als ein eigentliches Reiseziel – kann angenehm überraschen.

Lest auch den Artikel von Beata Pytel, der aus dem sehr pragmatischen Umgang vieler Polen – und nicht nur von ihnen – mit „Last minute“ entstanden ist. In Sachen Fotografie erwartet euch viel aus der Unterwasser-Makrowelt, und nebenbei könnt ihr konkrete Tauchplätze kennenlernen. Komodo ist dabei, außerdem Mexiko mit seinen Cenoten. Es gibt eine weitere Geschichte über ein einzelnes, ausgewähltes Bild sowie den nächsten Teil unseres Ratgebers über Fotos, die den Blick fesseln. Von Zeit zu Zeit findet ihr im Magazin QRCodes, die zu Videos führen. So auch in dieser Ausgabe. Dazu kommt ein Artikel über die Magie des bewegten Bildes. Wir veröffentlichen außerdem einen interessanten Beitrag über einen Tauchclub, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird: Akwanauta aus Poznań. Vor Kurzem haben wir mit ihnen vor laufender Kamera gesprochen – nutzt den QR-Code. Ist das schon alles? Natürlich nicht, denn in dieser Ausgabe gibt es noch jede Menge Fotos und Inhalte. Wir arbeiten bereits an der nächsten Ausgabe, und in den sozialen Medien zeigen wir euch verschiedene spannende Fundstücke und kleine Erinnerungen. Deshalb: Belasst es nicht dabei, nur zu wissen, dass es uns gibt – schaut auch wirklich hinein.

Erzählt euren Freunden von uns. Nehmt euch Zeit für die Artikel, holt euch Inspiration und Wissen. Wir sind für euch da!

Hat dir diese Ausgabe gefallen? Spendiere uns einen virtuellen Kaffee buycoffee.to/perfectdiver Besuche unsere Website www.perfectdiver.pl, Schau auf Facebook www.facebook.com/PerfectDiverMagazine und Instagram vorbei www.instagram.com/perfectdiver/

PERFECTDIVER Nr. 4 (46)/2026

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inhaltsverzeichnis

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reisen 10 16 22

30 52

Im Schatten der Wolkenkratzer. SINGAPURS Unterwasserschätze SEMPORNA. Kann eine Legende wahr sein? KOMODO. Das Reich der Mantarochen, Drachen und Meeresströmungen MEXIKO, der anfang… Last minute

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freitauchen 42

Freitauchen und die Überwindung von Angst

unterwasserfoto 34 46

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Der Lohn der Geduld Bilder, die die Blicke auf sich ziehen: die Big Five der Unterwasserfotografie und der „WOW“-Effekt Die Magie der bewegten Bilder. Über den roten Knopf hinausgehen

16

süsswasser 54

4

Tauchen im See zwischen den Kanälen, eine Unterwasserwelt voller Überraschungen. Der JAGODNE-SEE

58

46


Inhaltsverzeichnis

planet erde

36

36 Der „DER WEISSE HAI“-Fluch. Oder wie man ein halbes Jahrhundert kollektiver Hysterie überwinden kann 67 „NEIN! ZU Delfinarien“. Die blaue Evolution polnischer Reiseunternehmen

veranstaltungen 64 Der Posener Unterwasserclub PTTK „AKWANAUTA“ ist bereits 70 Jahre alt

tipps & wissenswertes

68

68 Kleine Flasche – großes Problem

Verlag PERFECT DIVER Sp. z o.o. Folwarczna-Straße 37, 62-081 Przeźmierowo redakcja@perfectdiver.com ISSN 2545-3319

Chefredakteur

Wojciech ZGOŁA

Technische Taucher Weltgeografie und das Reisen Reportage Imageberatung Übersetzer der Deutsche Sprache

Tomek KULCZYŃSKI Anna METRYCKA Dominika ABRAHAMCZYK Waldemar RYDZAK Piotr WITEK, Alina LIZAKOWSKA, Agata TRZCIŃSKA-HILDEBRANDT, Frank LEMKE, Maksymilian STRAATMANN Rechtsanwalt Joanna WAJSNIS Brygida JACKOWIAK reklama@perfectdiver.com

Rechtsberatung Grafiker Werbung

DAS MAGAZIN WURDE MIT FOLGENDEN SCHRIFTARTEN GESETZT Montserrat (Julieta Ulanovsky), Acumin Pro (Robert Slimbach, Adobe), Source Serif 4 (Frank Grießhammer, Adobe)

VERTRIEB Onlineshop sklep.perfectdiver.pl redakcja@perfectdiver.com

DRUCK Wieland Drukarnia Cyfrowa, Poznań, www.wieland.com.pl

www.perfectdiver.pl

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TITELFOTOGRAFIE Martin PETRUS ORT Indonesien, Gili Air AUF DEM FOTO Izabela LISEK Grüne Meeresschildkröte, Chelonia mydas

Die Redaktion sendet unverlangt eingesandte Materialien nicht zurück, übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt von Anzeigen und behält sich das Recht vor, eingesandte Texte zu kürzen, redaktionell zu bearbeiten, zu betiteln sowie das begleitende Bildmaterial auszuwählen. Der Nachdruck von Artikeln oder Teilen davon sowie das Kopieren sind nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für Form und Inhalt der Werbungen.

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redaktion

Wojciech ZGOŁA

Dominika ABRAHAMCZYK

Tomek KULCZYŃSKI

Ein Mann, der reisend taucht. Seit seiner Kindheit mit dem Wasser verbunden – vom Schwimmenlernen über das Segeln bis hin zur Entdeckung der Geheimnisse unterseeischer Seen, Meere und Ozeane. Später kam die Leidenschaft für Fotografie und Schreiben hinzu, die es ihm ermöglichen, die Schönheit der Unterwasserwelt sowie die Besonderheiten der jeweiligen Orte zu teilen. Er hat über 900 Tauchgänge in Polen sowie an entfernten, exotischen Orten in warmen und kalten Gewässern absolviert. Jeden Tauchgang versteht er als Begegnung mit Natur und Geschichte. Als Liebhaber der Natur in ihrer reinsten Form ist er überzeugt, dass Tauchen nicht nur ein Sport ist, sondern ein Weg, Bewusstsein zu schaffen – für die Umwelt, den Mitmenschen und sich selbst.

Von Perfect Diver mit der Leidenschaft fürs Tauchen angesteckt. Sie erweitert kontinuierlich ihre taucherischen Fähigkeiten. Obwohl sie eindeutig wärmeliebend ist, schlüpft sie in den Trockenanzug und erkundet auch kältere Gewässer. Ihre liebsten Tauchgänge sind jene mit besonders vielen Unterwassertieren! In letzter Zeit nimmt sie ihr Smartphone im Unterwassergehäuse mit unter Wasser und versucht sich in der Unterwasserfotografie auf Amateurbasis. Sie interessiert sich für Tauchmedizin. Beruflich ist sie M.Sc. in der Pflege und arbeitet als OP-Pflegefachkraft.

Für Tomek war das Tauchen schon immer seine größte Leidenschaft. Er begann sein Abenteuer im Alter von 14 Jahren und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Tauchlehrer für Freizeit- und technisches Tauchen, zum Erste-Hilfe-Instruktor sowie zum Tauchtechniker. Derzeit leitet er das 5* Tauchzentrum COMPASS DIVERS in Pobiedziska bei Poznań, wo er sein Wissen und seine Fähigkeiten an Anfänger wie auch an fortgeschrittene Taucher weitergibt – was ihm große Freude bereitet und ihm viel Zufriedenheit schenkt, Teil ihrer Unterwasserabenteuer zu sein…

Anna METRYCKA

Waldemar RYDZAK

„Mensch! Tauch unter Wasser ab. Wenn die Schönheit, die du dort siehst, dich nicht erschüttert – dann erwartet dich im Leben nichts Spannendes mehr.“ Taucherin aus Leidenschaft, seit jeher mit dem Wasser verbunden. Ihren ersten Tauchkurs machte sie mit 14 – und seitdem lässt sie das Tauchen nicht mehr los! :) Ihre Masterarbeit schrieb sie im Rahmen ihres Geographiestudiums an der Universität Warschau über Tauch­tourismus. Seit 2013 schrieb sie für das Magazin nuras.info und war an Unterwasser-Fotoshootings beteiligt. Seit 2018 verfasst sie Artikel für Perfect Diver (zuvor unter dem Namen Ania Sołoducha) und ist seit einigen Jahren auch Teil der Redaktion. Sie bringt ihr Wissen und ihre Erfahrung zu Papier und verbreitet genau das, was sie am meisten liebt – das Tauchen. Dreizehn Jahre lang organisierte sie Tauchreisen rund um die Welt, denn die Arbeit mit Menschen und kreative Projekte sind genau das, worin sie aufgeht. Sie nimmt an Tauchmessen und -events teil und engagiert sich bei See-Reinigungsaktionen. Mehrfach trat sie als Referentin auf Tauchmessen und -konferenzen auf. Außerdem hat sie bereits mehrere TauchWebinare durchgeführt. Sie ist an vielen Orten der Welt getaucht, doch die Wunschliste wächst stetig weiter! Seit einigen Monaten ist sie Inhaberin ihres eigenen Unternehmens für Tauch- und Aktivreisen – Umiko Expeditions – mit dem Kopf voller Ideen für die nächsten Touren! Optimistin, immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit individueller Herangehensweise an jeden Kunden :) Ihr bestes Kapitel im Leben beginnt gerade erst! www.umikoexpeditions.pl ; anna@umiko.pro; +48 516 621 211

Er stammt aus einer Bergbauregion, in der Wasser eher die Ausnahme als Alltag war. Schwimmen und Tauchen lernte er, um seine Angst vor dem Wasser zu überwinden – und sie mit der Zeit in Neugier auf die Welt unter der Oberfläche zu verwandeln. Mit dem Tauchen ist er seit dem Jahr 2000 verbunden (Divemaster, CMAS). Er jagt weder der Tiefe noch Rekorden hinterher: Lieber setzt er auf ruhiges Entdecken, Achtsamkeit und Details, die man leicht übersieht, wenn man es eilig hat. Im Alltag ist er Wissenschaftler und Praktiker der Kommunikation (Dr. habil., Prof. an der UEP), tätig in Forschung und Lehre in den Bereichen Märkte der Kreativwirtschaft sowie digitale und Krisenkommunikation. In der Redaktion von Perfect Diver unterstützt er das Team dort, wo Inhalte und Technologie zusammenkommen – bei Videoproduktionen, Datenanalysen und beim Aufbau der Markenstrategie.


ständige zusammenarbeit

Wojciech A. FILIP

Jakub BANASIAK

Łukasz METRYCKI /

Laura KAZIMIERSKA

Taucht seit 35 Jahren. Er hat über 16.000 Stunden unter Wasser verbracht, davon den Großteil im technischen Tauchen. Er war Instructor sowie Instructor-Mentor für zahlreiche Organisationen, darunter CMAS, GUE, IANTD und PADI. An der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen einiger dieser Organisationen war er maßgeblich beteiligt. Er ist ein Profi mit außergewöhnlich umfangreichem Wissen und großer praktischer Erfahrung. Er nahm an zahlreichen Tauchprojekten teil – als Leiter, Entdecker, Ideengeber oder Vortragender. Als erster Pole tauchte er am Wrack der HMHS Britannic (117 m). Ebenfalls als erster explorierte er den tiefen Bereich der Glavas-Höhle (118 m). Er führte eine Serie von Tauchgängen zur Dokumentation des Wracks der ORP GROM (110 m) durch und dokumentierte tiefe (100– 120 m) Bereiche gefluteter Bergwerke. Zudem ist er Ideengeber und Konstrukteur zahlreicher Ausrüstungslösungen, die die Sicherheit beim Tauchen erhöhen. Er ist Technischer Direktor bei Tecline, wo er unter anderem die Forschungsund Ausbildungseinrichtung Tecline Academy leitet. Er ist Autor von mehreren hundert Artikeln zum Tauchen sowie von Büchern zur Diagnose und Reparatur von Tauchausrüstung. Er taucht in Flüssen, Seen, Höhlen, Meeren und Ozeanen auf der ganzen Welt.

Zoopsychologe, Forscher und Experte für das Verhalten von Delfinen, engagiert für den Schutz von Delfinen und den Kampf gegen ihre Haltung in Delfinarien. Mit besonderem Interesse am Roten Meer und an Unterwasserbegegnungen mit großen pelagischen Raubtieren. Mitglied der DolphinariaFree Europe Coalition, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Tethys Research Institute sowie der Cetacean Research & Rescue Unit, Kooperationspartner von Marine Connection. Seit über 15 Jahren beteiligt er sich an der Forschung zu Populationen wildlebender Delfine, führt Audits von Delfinarien durch und überwacht die Qualität von Whale-Watching-Touren. Als Leiter des Projekts „Free & Safe“ (zuvor „NIE! dla delfinarium“) setzt er sich gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein, fördert ethisches Whale- & Dolphin-Watching, schult Taucher im verantwortungsvollen Schwimmen mit wildlebenden Delfinen und macht auf Aspekte der Delfintherapie aufmerksam, die von Einrichtungen, die mit dieser Form der Tiertherapie Geld verdienen, häufig verschwiegen oder bewusst verborgen werden.

Luke Divewalker Vor langer, langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxie herrschte Chaos… …also ein Wirrwarr aus Gedanken und Begeisterung nach meinem ersten Untertauchen im Jahr 2005, in Form eines INTRO, während eines Urlaubs in Ägypten. Schon damals bin ich vollständig in die Unterwasserwelt „eingetaucht“ und wollte, dass sie einen immer größeren Einfluss auf mein Leben nimmt. Zwei Jahre später absolvierte ich den OWD-Kurs, den ich als Geschenk zu meinem 18. Geburtstag bekam, und mit der Zeit folgten weitere Kurse sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten. Die „Fotografie“ kam nicht viel später hinzu, anfangs jedoch in Form einer einmaligen Unterwasser-„Kodak“-Kamera, mit der die Bilder überwältigend blau wurden. Ich bin kein Anhänger nur einer einzigen Tauchdisziplin, auch wenn meine größte Schwäche derzeit den großen pelagischen Tieren gilt. Die GalapagosInseln waren bisher meine beste Gelegenheit, eine so große Vielfalt mariner Tierarten zu fotografieren. Meine Tauch- und Fotoleidenschaft teile ich mit meiner Buddy, die privat meine Ehefrau ist. IG: luke.divewalker www.lukedivewalker.com

Laura ist Journalistin, Instruktorentrainerin sowie CCR- und Höhlentaucherin. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg hat sie ihre taucherische Laufbahn weiterentwickelt und dabei Wissen und Erfahrung aus unterschiedlichsten Bereichen gesammelt. Ihr Schwerpunkt liegt auf professioneller Tauchausbildung, doch ihre Leidenschaft für die Unterwasserwelt und deren Schutz führt sie an verschiedenste Orte rund um den Globus – von den Tiefen der Lombokstraße, über Höhlen in Mexiko und Wracks vor Malta bis hin zu den Malediven, wo sie ein Tauchzentrum leitet, das vom Tourismusministerium als bestes Tauchzentrum der Malediven ausgezeichnet wurde. Aktiv engagiert sie sich für den Schutz der Meeresumwelt, indem sie an wissenschaftlichen Projekten teilnimmt, sich an Kampagnen gegen die Verschmutzung der Ozeane beteiligt und mit Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet. Du findest sie unter: @laura_kazi_diving www.divemastergilis.com

Sylwia KOSMALSKA-JURIEWICZ

Przemysław ZYBER

Marcin TRZCIŃSKI

Barbara GLENC

Reisende und Wildtierfotografin. Absolventin der Journalistik und Liebhaberin guter Literatur. Sie lebt im Einklang mit der Natur, fördert einen gesunden Lebensstil, ist Yogini und Vegetarierin. Sie engagiert sich in ökologischen Projekten; besonders am Herzen liegen ihr Haie und ihr Schutz, über den sie in zahlreichen Artikeln sowie auf dem Blog www.blog.dive-away. pl schreibt. Ihre Tauchreise begann vor fünfzehn Jahren durch einen reinen Zufall. Heute ist sie Tauchinstruktorin, hat über 60 Länder besucht und auf fünf Kontinenten getaucht. Zu gemeinsamen Reisen lädt sie mit dem Reisebüro www.dive-away.pl ein, dessen Mitgründerin sie ist.

Ich fotografiere – weil es mir Freude macht, ich filme – weil es mich begeistert, ich schreibe – weil ich gerne teile, ich schule – weil ich Entwicklung unterstütze, ich reise – weil ich es liebe, Neues zu entdecken. www.facebook.com/przemyslaw.zyber www.instagram.com/przemyslaw_zyber/ www.deep-art.pl

Absolvent der Universität Warschau. Unterwasserfotograf und -filmer, seit 1995 tauchend. Mitarbeiter der Abteilung für Unterwasserarchäologie der Universität Warschau. Er publiziert in polnischen und internationalen Tauchmagazinen. Inhaber der Firma FotoPodwodna, offizieller polnischer Vertreter der Marken Ikelite, Nauticam, Inon, Keldan und ScubaLamp. www.fotopodwodna.pl m.trzcinski@fotopodwodna.pl

Ich bin Reisende und technische Taucherin und entdecke die Welt sowohl an Land als auch unter Wasser. Seit 16 Jahren beschäftige ich mich mit dem Tauchen. Da ich beruflich Fotografin bin, begleitet mich die Kamera seit meinem ersten Tauchgang. Angefangen habe ich mit dem Sporttauchen, mit der Zeit habe ich jedoch die Zertifizierungen Full Trimix und Full Cave erworben, die es mir ermöglichen, Höhlen, Wracks und große Tiefen zu erkunden. Unter Wasser finde ich eine Ruhe, die an der Oberfläche nur schwer zu erreichen ist. Jeder Tauchgang ist für mich nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Gelegenheit, die außergewöhnliche Unterwasserwelt fotografisch festzuhalten. barbaraglenc.foto@gmail.com


schreiben für uns

Piotr STÓS

Paula SUSZKO

Jacek KUBIAK

Fotograf, Biologe, Geschichtenerzähler und SSI Instructor Trainer. Er sieht es als seine Berufung, Tauchen auf allen Niveaus zu unterrichten. Seit jeher ist er durch eine enge Partnerschaft mit Nautica verbunden. Er lebt auf der kroatischen Insel Vis, auf Safaribooten in Ägypten und überall dort, wo die Unterwasserwelt von unvergleichlicher Schönheit ist. Er arbeitet bei Nautica Safari. nautica.pl, piotr.stos@nautica.pl

Sie taucht seit 15 Jahren; ihre ersten Tauchgänge machte sie am Hańcza-See mit CN Adriatic. Die folgenden Jahre verbrachte sie in Irland, wo sie sich den kalten Gewässern der Dublin Bay und des Atlantiks stellte. Seit 2018 lebt sie in Singapur. Unter der Woche arbeitet sie in einem großen Konzern als Contract Managerin, an den Wochenenden unterrichtet sie als SSI-Instruktorin im örtlichen Tauchzentrum Cuddlefish Divers und führt Gruppen. Jede freie Minute widmet sie der Erkundung der Unterwasserwelt der Inseln Südostasiens und dokumentiert die außergewöhnliche Biodiversität dieser Region fotografisch. IG: @pauladives

Er ist 45 Jahre alt, verheiratet und arbeitet seit 25 Jahren in der Metallindustrie. Er taucht seit 2009; seitdem ist das Tauchen für ihn zu Lebensstil und Leidenschaft geworden. Er lebt in Kętrzyn und ist eng mit dem Club Mazursharks verbunden.

Adam SOKÓLSKI

Małgorzata SOBOŃSKA-SZYLIŃSKA

Beata PYTEL

Taucher, Tauchlehrer, Unterwasserfotograf. Ich tauche seit 28 Jahren und arbeite seit 18 Jahren als Unterwasserfotograf. Ich habe Tausende von Tauchgängen in Polen, Europa, Afrika und Asien absolviert. Tauchen, die Ausbildung von Tauchern und die Erstellung von Unterwasserbildern sind nicht nur mein Beruf, sondern vor allem meine Leidenschaft. Ich bin besonders von der Makrofotografie fasziniert und fotografiere daher am liebsten kleine, sehr kleine und sogar mikroskopische Lebewesen unter Wasser. Ich kehre immer wieder gerne auf die Philippinen, nach Indonesien und Malaysia zurück, wo die Unterwasserwelt mit ihrer Vielfalt begeistert. Meine Fotografien wurden unter anderem im National Geographic veröffentlicht.

Sie taucht seit 1998 und hat das Gefühl, schon überall gewesen zu sein – und doch entdeckt sie immer wieder neue Unterwasserwelten, die sie in Staunen versetzen. Seit ihrer frühen Jugend ist sie nie ohne Kamera unterwegs; ihre erste Unterwasserkamera, die sie im letzten Jahrhundert mitnahm, war eine analoge. Sie träumte einst davon, Ichthyologin oder Tony Halik zu werden, doch aus Liebe zu Themis entschied sie sich stattdessen für ein Jurastudium. Sie absolvierte ein zweijähriges Programm an der Akademie für Fotografie in Warschau und hat einen Abschluss in Philosophie. Sie ist fasziniert von großen Tieren, farbenprächtigen Fischschwärmen und jedem Ort, an dem sie die Geheimnisse des Ozeans lüften kann. Mit ihren Texten und Fotografien, die in Tauch- und Lifestyle-Magazinen veröffentlicht werden, möchte sie bei ihren Lesern Mitgefühl für Tiere und Bewunderung für die Natur wecken – deren Schönheit es verdient, geschützt und bewahrt zu werden. Und, wie sie es sieht, ist es in diesem Zusammenhang selbstverständlich, dass sie aus Respekt vor der Natur seit mindestens dreißig Jahren kein Fleisch mehr isst.

Eine Frau, die, wenn man ihr die Tür verschließt, durchs Fenster kommt – und wenn auch das Fenster zu ist, eben durch den Schornstein. Worte wie „geht nicht“ kommen in ihrem Wortschatz nicht vor, denn für sie gibt es nichts Unmögliches. Sie stammt aus Opole und liebt Herausforderungen. Als sie ihren späteren Mann Marek kennenlernte, begann sie für ihn und mit ihm zu tauchen. Den Anfang behält sie nicht gerade in bester Erinnerung, doch ihre Beharrlichkeit zahlte sich aus – heute ist die Unterwasserwelt ihr Zufluchtsort und ein Ausgleich zu ihrem rasanten Lebensstil. Ihr Leben dreht sich von einer Reise zur nächsten; oft bleibt kaum Zeit, den Koffer neu zu packen. Das Reisebüro, das sie führt, ist ihre Leidenschaft – und dank ihm entdeckt sie die Welt auch unter Wasser. Vernarrte Besitzerin eines Rauhaar-Foxterriers namens Santi. opole@traveliada.pl www.traveliada.opole.pl

Izabela LISEK

Martin PETRUS

Freediving-Instruktorin und aktive Wettkämpferin mit Spezialisierung auf Poolund Tieftauchdisziplinen. Sie ist Mitgründerin des Sportvereins Quest Freediving in Warschau, wo sie Freediving-Kurse und -Trainings im Pool sowie im Freiwasser durchführt und sportliche Praxis mit ihrer Arbeit als Instruktorin verbindet. Im Jahr 2024 nahm sie an den Weltmeisterschaften teil und wurde in die Nationalmannschaft für die Tieftauch-Weltmeisterschaften berufen. Ihr Fokus liegt auf ihrer weiteren sportlichen Entwicklung, regelmäßigem Training und der konsequenten Weiterentwicklung ihres Niveaus als Sportlerin und Ausbilderin.

Martin ist Freediving-Instruktor und Trainer des Polnischen Freediving-Verbandes (PZF). Als aktiver Wettkämpfer startet er regelmäßig bei nationalen und internationalen Freediving-Wettbewerben. Er hat sich auf Atemtechniken spezialisiert und verbindet dabei Gesundheitsförderung mit dem Aufbau körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit. In seiner Arbeit nutzt und unterrichtet er Methoden wie Pranayama, die Buteyko-Methode, Oxygen Advantage und Transformational Breathing. In seiner Praxis verbindet Martin verschiedene Methoden und bringt einen wissenschaftlichen Ansatz mit einer spirituellen Dimension zusammen. Er arbeitet sowohl mit Freedivern als auch mit anderen Sportlern und kombiniert moderne Techniken des Hypoxietrainings mit traditionellen Pranayama-Praktiken, um Leistung und Regeneration zu optimieren.


REISEN

IM SCHATTEN DER WOLKENKRATZER

SINGAPURS Unterwasserschätze

Text und fotos Paula SUSZKO Plattwurm der Gattung Pseudobiceros

Singapur ist – neben Hongkong, Taiwan und Südkorea – einer der legendären asiatischen Finanztiger. Dieser reiche Stadtstaat ist ein globaler Geschäfts- und Logistik-Hub und wird von uns hauptsächlich mit einem Wald aus Wolkenkratzern inmitten schöner, aber stark vom Menschen kontrollierter Natur assoziiert.

F

ür die meisten Taucher, die nach Südostasien reisen, ist Singapur oft nur eine Umsteigestation auf dem Weg nach Indonesien, Malaysia oder auf die Philippinen. Diese Länder liegen im Herzen des berühmten Korallendreiecks – dem Epizentrum der marinen Artenvielfalt – und dorthin lenken wir normalerweise unsere Unterwasserschritte. Singapur selbst taucht selten auf der Traumkarte eines durchschnittlichen Tauchers auf. Zu Recht?

Ein globaler Logistik-Hub Die Tauchmöglichkeiten in diesem Inselstaat sind stark einge-

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schränkt. Von den 64 zu Singapur gehörenden Inseln ist die legale Unterwassererkundung nur an wenigen Orten erlaubt. Das Haupthindernis sind extrem schwierige Bedingungen. Singapur ist einer der verkehrsreichsten Umschlaghäfen der Welt – ein gigantischer, globaler Hub, durch den Hunderte von riesigen Containerschiffen ununterbrochen fahren. Arbeiten zur Vertiefung der Fahrrinnen, die Nähe zur Großindustrie sowie ständige Landgewinnungsprojekte führen dazu, dass die Sichtweite unter Wasser selten 3 Meter überschreitet und sehr oft auf nur einen Meter sinkt. Starke Gezeitenströmungen erschweren die Aufgabe zusätzlich.


Reisen

Marina Keppel Bay

Tigerschwanz-Seepferdchen

Auf dem Weg nach Pulau Hantu – zur Geisterinsel

Jedoch wo Wasser ist, finden sich immer auch tauchbegeisterte Enthusiasten. So gibt es auch in Singapur eine kleine, aber dynamische Tauchgemeinschaft. Auf diejenigen, die sich von schlechter Sicht und Meeresströmungen nicht abschrecken lassen, warten unter Wasser verborgene Schätze: Krebstiere, Kopffüßer und Nacktschnecken und manchmal sogar Haie oder Meeresschildkröten.

Die Insel der Geister Das häufigste Ziel für singapurische Taucher ist Pulau Hantu, eine Insel, die nur eine halbe Stunde vom Festland entfernt liegt. Auf Malaiisch bedeutet ihr Name „Insel der Geister“. Laut Legende spukt es dort von Geistern alter Krieger, die da einen tödlichen Kampf austrugen. Aus geologischer Sicht ist das heutige Pulau Hantu ein faszinierender Hybrid aus Natur und menschlicher Ingenieurskunst. Ursprünglich waren es zwei kleine, natürliche Koralleninseln, die von einem flachen Riff umgeben waren: Pulau Hantu Besar (Groß)

und Pulau Hantu Kecil (Klein). In den Jahren 1974-1975 führte die singapurische Regierung dort ein gigantisches wasserbauliches Projekt durch. Unter Verwendung von über 400 Tausend Kubikmetern Sand wurde der Raum zwischen den beiden Inseln aufgefüllt, künstliche Freizeitlagunen geschaffen, steinerne Wellenbrecher und schützende Betonmauern errichtet sowie die Inselfläche von knapp über zwei Hektar auf ganze 12 Hektar um ein Vielfaches vergrößert. Interessanterweise liegt direkt neben Pulau Hantu Pulau Bukom. Dies ist eine weitere Insel, die durch das Aufschütten von Meer drastisch vergrößert wurde. Heute befindet sich dort ein riesiger, industrieller Raffineriekomplex des Shell-Konzerns. Der Blick vom Tauchboot auf Pulau Hantu ist surreal – Auf der einen Seite haben wir tropisches Grün und Palmen, und direkt hinter dem Wasser die rauchenden Schornsteine der Raffinerie und langsam gleitende Tanker. Obwohl diese Arbeiten das ursprüngliche, flache Korallenriff unwiederbringlich zerstört haben, erwies sich die Natur jedoch als äußerst stark – mit der Zeit begannen Schwämme und Korallen und mit ihnen andere Meeresarten auf die lokalen Inseln zurückzukehren und die künstlichen Strukturen zu besiedeln. Genau dort – in der Nachbarschaft der großen Ölindustrie – kann man heute dem städtischen Trubel entfliehen und für einen halben Tag in die Unterwasserwelt eintauchen.

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reisen

Männlicher Kardinalbarsch mit Laich im Maul

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Baby Shark – junger Riffhai

Singapurs Oktopusse sind meist ziemlich scheu

Wenn die Sicht nicht verwöhnt… Das Tauchen in Singapur erfordert eine völlig andere Einstellung als jene, die uns an den paradiesischen, klaren Riffen der Nachbarländer begleitet. Hier sucht man nicht nach Weitwinkelaufnahmen, Blau und spektakulären Korallenformationen. Der Schlüssel zum Erfolg ist Geduld, perfekte Beherrschung der Tarierung und ein scharfes Auge. Singapurische Tauchgänge sind definitiv ein Leckerbissen für Makro-Fans. Mit etwas Glück (und mit Hilfe lokaler Guides, deren Augen an die Dunkelheit gewöhnt sind, die sogar schon auf 10 Metern herrscht) finden wir hier einige Schneckenarten, die Anilao auf den Philippinen oder Tulamben in Indonesien berühmt gemacht haben: jene der Gattungen Costasiella, Doto, Hypselodoris, Elysia oder Janolus. Es gibt hier auch verschiedenste Krebstiere und Kopffüßer. Viele Oktopusse, Kalmare und Sepien verstecken sich tagsüber, aber nach Sonnenuntergang begeben sie sich auf die Jagd, sodass Nachttauchgänge hier sehr aufregend sein können. Manchmal gelingt es auch, größere Tiere wie die Echte Karettschildkröte, Blaupunktrochen oder kleine Korallen-Katzenhaie und Braungestreiftere Bambushaie zu finden, aber es bleibt eine Herausforderung, sie bei schlechter Sicht zu fotografieren. Lokale Liebhaber der Unterwasserfotografie konzentrieren sich hauptsächlich auf kleine Lebewesen.

Blick nach einem Nachttauchgang – die Shell-Raffinerie

Nacktschnecke Doto greenamyeri mit Eiband

Für die Ausdauernden ist die Entdeckung einer wunderschönen Unterwasserwelt die Belohnung, und wer hier oft taucht und die Geduld hat, für ein paar Minuten (oder länger) anzuhalten, kann auch interessante Verhaltensweisen beobachten: Paarung, Eiablage, Nahrungsaufnahme oder Symbiose zwischen verschiedenen Arten.

Unterwasser-Singapur: Hit oder Flop? Lohnt es sich also, in Singapur zu tauchen? Die Antwort lautet: Ja und nein. Wenn du eine Expedition planst, nur um in den hiesigen Gewässern zu tauchen, könnten dich die schlechte Sicht und die zerstörten Riffe enttäuschen. Singapur ist keine Konkurrenz für die paradiesischen Korallengärten der Nachbarländer. Wenn du hier jedoch ein paar Tage geschäftlich oder touristisch verbringst oder einen längeren Zwischenstopp auf dem Weg nach Indonesien oder auf die Philippinen einlegst und deine Leidenschaft der Makrowelt gilt, kann Singapur dich positiv überraschen. Anstatt einen weiteren Tag in einem klimatisierten Einkaufszentrum oder am Flughafen Changi zu verbringen, lohnt es sich, die Kamera einzupacken, auf ein Boot eines der Tauchzentren zu steigen und den hiesigen Gewässern eine Chance zu geben. Das hier verborgene Unterwasserleben beweist, dass man faszinierende Makroschätze an den am wenigsten offensichtlichen Orten der Welt finden kann.

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reisen

Nacktschnecke Hypselodoris bullockii

Kritisch gefährdete Echte Karettschildkröte

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

Meeresschnecke der Gattung Costasiella

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Wie kommt man dorthin? Nach Singapur fliegst du problemlos direkt von vielen europäischen Flughäfen aus. Nach Pulau Hantu selbst gelangt man am einfachsten, indem man einen Platz auf einem der lokalen Tauchboote bucht, die von der zentral gelegenen Marina Keppel Bay oder dem etwas weiter vom Zentrum entfernten Republic of Singapore Yacht Club ablegen. Die Reise dauert etwa 30-45 Minuten. Die Insel ist unbewohnt, es gibt dort nur Toiletten und Picknickunterstände. Die Veranstal-

Junge Breitarm-Sepia

ter stellen Wasser und kleine Snacks sowie Blei und gefüllte Tauchflaschen zur Verfügung. Das Mieten von Ausrüstung ist auch möglich. Tauchsaison: In Singapur kann man das ganze Jahr über tauchen, jedoch herrschen die besten Bedingungen (und eine etwas bessere Sicht) in der Regel von März bis Juni. Während des Südwestmonsuns (Juni-September) und des Nordostmonsuns (Dezember-Februar) können Wellengang und Strömungen deutlich stärker

sein, was sich auch negativ auf die Sicht auswirken kann. Empfohlene Fotoausrüstung: Definitiv eine Kamera mit Makroobjektiv. Die Beleuchtung wird entscheidend sein – am besten ein Blitzgerät mit einem Snoot-Aufsatz, der es ermöglicht, das Hauptobjekt des Fotos punktuell zu beleuchten und das Problem der Schwebeteilchen im Wasser zu eliminieren. Eine Nahlinse wird ebenfalls nützlich sein, um die kleinsten Exemplare einzufangen.


Jedes Detail trägt zum perfekten Ganzen bei.

CUT THROUGH THE DARKNESS PERFECTDIVER Nr. 4 (46)/2026

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REISEN

SEMPORNA

Kann eine Legende wahr sein? Text und fotos Adam SOKÓLSKI

Auf An bin ich zufällig gestoßen, als ich Instagram durchstöberte. Seit vielen Jahren tauche ich schon und fotografiere unter Wasser. Ich habe Hunderte von Lebewesen gesehen, viele hervorragende Spots für die Makrofotografie besucht und dachte, dass mich kaum noch etwas überraschen könnte. Und doch.

B

eim Anschauen der von An veröffentlichten Fotos von Tauchgängen in Semporna in Malaysia blieb ich immer wieder bei einzelnen Bildern hängen und fragte mich: „Was ist das eigentlich?“ Natürlich kannte ich einige der Lebewesen, doch viele sahen völlig anders aus als diejenigen, denen ich zuvor unter Wasser begegnet war. Die Vielfalt war wirklich unglaublich. Je mehr ich mir ihre Fotos ansah, desto mehr wollte ich diesen Ort mit eigenen Augen sehen. Als ich begann, nach Informationen über ihr Tauchzentrum „Semporna Macro Critters“ zu suchen, stieß ich auf etwas noch Interessanteres – Legenden. An verschiedenen Orten der Welt, während meiner Tauchund Fotoreisen, traf ich Menschen, die An kannten oder zumindest von Bekannten von ihr gehört hatten. Die Geschichten waren überraschend ähnlich. Man sagte, sie sei eine der besten Makro-Tauchführerinnen in Asien. Dass man Termine sogar schon

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mehrere Jahre im Voraus buchen müsse. Dass es fast ein Wunder sei, einen Platz bei ihr zu ergattern. Dass viele Taucher sie noch nie ohne Tauchmaske gesehen hätten. Dass sie eine Nacktschnecke am Riff schneller finden könne, als die meisten Taucher ihren eigenen Tauchpartner. Und manchmal sogar, dass sie über einen siebten Sinn verfüge, der sie mental mit den Schnecken verbinde – wie eine Unterwasser-Ninja. Je mehr ich mir diese Geschichten anhörte, desto mehr wollte ich herausfinden, wie viel Wahrheit darin steckt und wie viel davon das Ergebnis eines zu langen Starren durch ein Makroobjektiv in den Sand ist. Schließlich bot sich die Gelegenheit. Ich organisierte gerade eine Gruppenreise nach Sipadan, und Semporna lag auf dem Weg dorthin. Ich dachte mir, dies sei die ideale Gelegenheit, um herauszufinden, worum es bei all dem Trubel eigentlich ging. Ich schrieb ihr eine Nachricht,


Reisen

und zu meiner Freude und Überraschung war noch ein Termin frei, den ich sofort buchte. Schon die ersten Tauchgänge zeigten, dass die Legenden nicht aus der Luft gegriffen waren.

An – die Königin der Makrowelt Von Anfang an beeindruckte mich nicht nur die Anzahl der entdeckten Lebewesen, sondern vor allem deren Vielfalt. Jeder Tauchgang brachte etwas Neues mit sich. Mal waren es Arten, die ich nur von Fotos kannte, mal Lebewesen, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Ans Wissen über Unterwasserlebewesen ist geradezu enzyklopädisch. Es geht nicht nur darum, dass sie praktisch alles finden kann. Sie kennt die Namen der Arten, Varietäten und Unterarten, und manchmal hatte ich den Eindruck, dass sie sich auch in Klassi-

fizierungsebenen auskennt, von denen die meisten Taucher – und oft auch Meeresbiologen – noch nie etwas gehört haben. Am besten verdeutlicht ihre Herangehensweise eine Geschichte aus den Anfängen ihres Tauchabenteuers. Noch bevor sie ihren Tauchschein erworben hatte, kannte sie bereits die Namen der meisten Nacktschnecken. Außerdem hatte sie sich bereits eine Unterwasserkamera gekauft. Man kann also sagen, dass sie, noch bevor sie das Tauchen gelernt hatte, bereits wusste, wonach sie unter Wasser suchen würde. Ähnlich wie an anderen führenden Makrofotografie-Reisezielen sind die Tauchgänge mit An lang, und die Fotografen haben so viel Zeit am Motiv, wie sie benötigen. Es gibt keine Eile und keinen Druck, sich schnell zwischen den einzelnen Fundorten zu bewegen. Ist ein Lebewesen interessant, kann man länger bei ihm

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bleiben, sein Verhalten beobachten, auf den richtigen Moment warten oder den Bildausschnitt verfeinern. An nimmt maximal fünf Personen mit unter Wasser. Ich muss zugeben, dass ich anfangs gewisse Bedenken hatte, da mir das recht viel erschien. An vielen Orten bedeutet das Auffinden eines interessanten Motivs in einer solchen Gruppe, dass sich eine Schlange von Fotografen bildet, die auf ihre Chance warten. Hier lief es ganz anders ab. Die Anzahl der Lebewesen war so groß, die Zusammenarbeit zwischen den Fotografen so gut und Ans Betreuung so aufmerksam, dass alles außerordentlich reibungslos ablief. Die Tauchgänge behielten ihren persönlichen Charakter. Es gab weder Gedränge noch Hektik noch Situationen, in denen mehrere Personen gleichzeitig versuchten, dasselbe Motiv zu fotografieren.

Warum hat es mir in Semporna so gut gefallen? Im Laufe der Jahre habe ich an vielen hervorragend geführten Tauchplätzen getaucht, die auf Makrofotografie ausgerichtet waren. Lange Tauchgänge, kleine Gruppen oder Tauchguides, die die Bedürfnisse von Fotografen verstehen, sind nichts, was man anderswo nicht finden könnte. Der Unterschied lag in etwas, das schwerer zu beschreiben ist. „Semporna Macro Critters“ vermittelt den Eindruck eines Ortes, der von jemandem geschaffen wurde, der wahrhaftig von der Makrowelt fasziniert ist. Es handelt sich nicht um ein weiteres Tauchzentrum, das nebenbei Tauchgänge für Fotografen organisiert. Hier scheint die Makrofotografie der eigentliche Sinn seiner Existenz zu sein. Es ist vor allem Ans Leidenschaft, die den größten Unterschied ausmacht. Es geht nicht nur darum, dass sie außerge-

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wöhnliche Lebewesen aufspüren kann, sondern auch darum, dass sie mit derselben Begeisterung von ihnen erzählen kann, sie in- und auswendig kennt und ihnen enorme Aufmerksamkeit widmet. Es ist schwer, sich von dieser Faszination nicht anstecken zu lassen. Das Tauchen mit ihr gleicht ein wenig dem Eintauchen in eine Welt, die hauptsächlich Eingeweihten bekannt ist. Eine Welt, von der Makrofotografen sich auf Booten und bei Fotofestivals leise unter sich erzählen. Ein bisschen wie eine geheime Bruderschaft von Makro-Fanatikern, in die man nur schwer aufgenommen wird – doch sobald man es geschafft hat, versteht man schnell, woher die ganze Legende stammt. Es gibt noch eine weitere Sache, die das Tauchen in Semporna so einzigartig macht. An den Tauchplätzen waren wir immer ganz allein. Nur An und ihre kleine Gruppe von Fotografen. Keine anderen Boote, keine Warteschlangen vor interessanten Lebewesen, kein Trubel. Das ist ein Luxus, der an vielen beliebten Tauchorten zunehmend fehlt. Semporna selbst ist kein Ort, an den ich ausschließlich wegen der Atmosphäre der Kleinstadt reisen würde. Glücklicherweise verbrachte ich den Großteil des Tages auf dem Boot. Durch drei lange Tauchgänge pro Tag beschränkte sich der Kontakt zum Festland praktisch auf ein Minimum – etwas essen, die Akkus aufladen und schlafen gehen.

Ein Teil der Tauchgänge fand an klassischen, wunderschönen Riffen statt, die mit dichten, gesunden Korallen bewachsen waren. Neben der Beobachtung kleiner Lebewesen konnte man den Blick für einen Moment heben und die weitläufigere, „landschaftliche“ Seite der Unterwasserwelt bewundern. Den größten Eindruck hinterließen jedoch die Muck-Diving-Tauchgänge. Der scheinbar leere, sandige Meeresboden versprach auf den ersten Blick nichts Besonderes. Nach wenigen Minuten stellte sich jedoch heraus, dass sich dort buchstäblich überall Leben verbirgt, das zudem über beeindruckende Tarnfähigkeiten verfügt. Fische, die sich als Blätter tarnen, Krabben, die Schwämmen täuschend ähnlich sehen, Garnelen, die kleine Stöckchen imitieren… Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass fast jedes Lebewesen versucht, etwas anderes darzustellen. Ich weiß nicht, ob Semporna das weltweit beste Reiseziel für Makrofotografie ist, aber es gehört sicherlich zu den außergewöhnlichsten Orten, die ich bisher besuchen durfte. Obwohl ich immer noch auf der Suche nach neuen Orten und Motiven zum Fotografieren bin, war ich bereits zweimal bei An. Und ich bin mir sicher, dass ich wieder dorthin zurückkehren werde. Und sollten Sie einmal mit An tauchen und sehen, dass sie unter Wasser ihre Kamera hebt und anfängt, etwas zu fotografieren, lassen Sie alles stehen und liegen und schwimmen Sie näher heran. Es handelt sich wahrscheinlich um eine violett-gelbe Seeziege oder etwas noch Seltsameres.

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KOMODO

das Reich der Mantarochen, Drachen und Meeresströmungen

Text und fotos Barbara GLENC

Manche Orte landen auf der TauchWunschliste und warten geduldig darauf, an die Reihe zu kommen. Komodo war genau ein solcher Ort. Seit Jahren hatte ich Fotos von Mantarochen betrachtet, die über Reinigungsstationen schwebten, von farbenprächtigen, lebendigen Riffen und von Tauchern, die von starken Strömungen mitgetrieben wurden.

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ch wusste, dass ich eines Tages dorthin fliegen würde. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass die Realität noch spektakulärer sein würde als all die Fotos, die ich zuvor gesehen hatte. Nach der Landung in Labuan Bajo gingen wir an Bord des Bootes, das in den folgenden Tagen zu unserem schwimmenden Zuhause werden sollte. Unsere Gruppe fand sich schnell in der neuen Umgebung zurecht. Schon von den ersten Augenblicken an war klar, dass dies kein gewöhnlicher Aufenthalt auf einem Boot sein würde. Das hölzerne Gefährt strahlte eine ganz besondere Atmosphäre aus – die unter den Füßen knarrenden Decks, das Rauschen der Wellen und das endlose Meer ringsum ließen den wahren Geist eines Seeabenteuers spürbar werden. Jeder Tag war geprägt von Tauchgängen, Briefings und gemeinsamen Mahlzeiten.

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Gerade am Tisch verbrachten wir viele einzigartige Momente. Das Frühstück vor dem ersten Tauchgang, Mittagessen voller Geschichten vom letzten Tauchgang und Abendessen, die sich bis spät in den Abend hinein zogen. Nach einigen Tagen hatte ich den Eindruck, dass wir nicht an einer Tauchsafari teilnahmen, sondern uns an einem großen Familientisch versammelten. Das hatte etwas unglaublich Herzliches und Natürliches an sich. Die Atmosphäre erinnerte an ein Heiligabendessen – jeden Tag versammelten wir uns in derselben Runde und teilten gemeinsame Erlebnisse, Lachen und Emotionen. Und ringsum erstreckten sich Landschaften, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Grüne Inseln, die aus dem türkisfarbenen Wasser emporragten, menschenleere Strände, felsige Hügel und Sonnen-


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untergänge, die den Himmel in allen Schattierungen von Orange, Rot und Violett tauchten. Es gab Momente, in denen ich mich mit einer Tasse Kaffee an Deck setzte und einfach nur vor mich hin blickte, um diese außergewöhnliche Atmosphäre in mich aufzunehmen. Erst dann spürte ich wirklich, dass das Abenteuer begann, von dem ich schon seit Jahren geträumt hatte. Die ersten Tauchgänge verliefen ruhig und ermöglichten es, uns an die örtlichen Gegebenheiten zu gewöhnen. Wir jagten noch nicht den Mantarochen hinterher. Wir konzentrierten uns auf die Riffe und ihre kleinsten Bewohner. Zwischen den Korallen hielten wir Ausschau nach Seepferdchen, Nacktschnecken, winzigen Garnelen und anderen Lebewesen, die man ohne das geschulte Auge eines Tauchführers leicht übersehen könnte. Genau damals habe ich zum ersten Mal gesehen, wie unglaublich vielfältig Komodo ist. An einem Tag tauchten wir über einem Riff, das einem Unterwassergarten glich. Die Weichkorallen wogten im Rhythmus der Strömung wie bunte Blumenfelder, die vom Wind bewegt werden. Rosa, rote und orangefarbene Kolonien von Dendronephthya und Sinularia schufen eine märchenhafte Kulisse, und zwischen ihnen schwammen Tausende von Anthias-Fischen umher. Es genügte, einen Moment innezuhalten und sich umzuschauen, um buchstäblich überall Leben zu entdecken. Am nächsten Tag bot sich ein völlig anderes Bild. Es dominierten Steinkorallen, die weitläufige Strukturen bildeten, die an Unter-

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Doch Mantas haben etwas ganz Besonderes an sich. Es geht nicht nur um ihre Größe. Sie strahlen eine Ruhe und Eleganz aus, die es einem schwer macht, den Blick von ihnen abzuwenden.


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wasserstädte erinnerten. Zwischen ihnen huschten kleine Rifffische hin und her, und das von der Oberfläche einfallende Licht zeichnete auf dem Meeresboden außergewöhnliche Muster. Den größten Eindruck hinterließen jedoch die weitläufigen Felder aus Acropora-Korallen, die an Rentiergeweihe erinnerten. Ihre verzweigten Strukturen bildeten natürliche Labyrinthe voller Leben. Aus der Perspektive eines Fotografen waren sie ein Traumort für die Gestaltung von Bildkompositionen. Jeder Meter des Riffs bot eine neue Idee für ein Foto. Und dann kam der Tag, auf den wir alle seit Beginn der Expedition gewartet hatten: Der Tauchgang am Manta Point war eines der größten Erlebnisse der gesamten Safari. Die Einweisung war kurz. Wir sprangen ins Wasser, suchten die Reinigungsstation auf und warteten. Wenige Minuten nach dem Abtauchen zeigte der Tauchguide vor sich hin. Zuerst tauchte ein Manta auf. Einen Moment später ein zweiter. Dann ein dritter. Und nach einigen Minuten waren es bereits so viele, dass man kaum entscheiden konnte, in welche Richtung man schauen sollte. Die Mantas drehten ruhig ihre Runden über der Reinigungsstation. Sie kamen unglaublich nah heran – manchmal auf zwei Meter, manchmal auf einen Meter, und manche fast zum Greifen nah. Natürlich versuchte niemand auch nur, sie zu berühren. Es genügte, still zu sitzen und zu beobachten. Ihre Bewegungen waren hypnotisierend. Die mehrere Meter großen Tiere bewegten sich mit unglaublicher Leichtigkeit, als würden sie nichts wiegen.

Immer wieder vollführte eines von ihnen eine elegante Drehung, bei der es seinen weißen Bauch entblößte, um anschließend auf seine Route zurückzukehren und eine weitere Runde über der Reinigungsstation zu drehen. Die Zeit spielte keine Rolle mehr. Niemand blickte nervös auf den Tauchcomputer. Niemand dachte daran, zum Boot

zurückzukehren. Wir wollten so lange wie möglich dort bleiben. Durch das Objektiv meiner Kamera sah ich bereits Haie, Wale, Delfine und unzählige Meeresbewohner. Doch Mantas haben etwas ganz Besonderes an sich. Es geht nicht nur um ihre Größe. Sie strahlen eine Ruhe und Eleganz aus, die es einem schwer macht, den Blick von ihnen abzuwenden. Für einen Moment waren wir nur Gäste in ihrer Welt, und sie erlaubten uns, an ihrem täglichen Ritual teilzunehmen. Als wir zum Boot zurückkehrten, ließen die Emotionen noch lange nicht nach. Jeder hatte seine eigene Geschichte, sein eigenes Foto und seinen Lieblingsmanta. Die Gespräche über diesen Tauchgang dauerten bis spät in den Abend hinein. Komodo hatte jedoch nicht vor, das Tempo zu drosseln. Einer der Höhepunkte unserer Safari war der Besuch der Insel Komodo, die im Komodo-Nationalpark liegt. Der Komodo-Nationalpark, der zum UNESCOWeltnaturerbe gehört, umfasst mehrere Dutzend Inseln und ist nicht nur für seine

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Warane, sondern auch für seine außergewöhnliche Artenvielfalt bekannt. Trockene Savannen wechseln sich hier mit tropischen Wäldern ab, und die umliegenden Gewässer gehören zu den artenreichsten Meeresökosystemen der Welt. Nach dem Landgang machten wir uns in Begleitung eines ortskundigen Rangers auf den Weg zu einem Spaziergang, der für unsere Sicherheit sorgte und uns vom Leben der Inselbewohner erzählte. Schon der Marsch allein war äußerst beeindruckend. Von der Sonne ausgedörrte Hügel, vereinzelte Bäume und die karge Landschaft der Insel. Den ersten Waran sahen wir fast sofort. Er lag im Schatten und schien sich nicht für seine Umgebung zu interessieren. Erst als er sich zu bewegen begann, wurde uns seine beeindruckende Größe bewusst. Ein mehrere Meter langer, muskulöser Körper, mächtige Pfoten mit scharfen Krallen und die charakteristische gespaltene Zunge, die ununterbrochen die Umgebung erkundete, hinterließen einen tiefen Eindruck. Während unseres Spaziergangs begegneten wir mehr als einem Dutzend Exemplaren. Unser Ranger erzählte uns von ihren Lebensgewohnheiten, ihren Jagdmethoden und der außergewöhnlichen Effizienz dieser Reptilien. Obwohl sie einen langsamen Eindruck machen, können sie auf kurzen Strecken eine überraschende Geschwindigkeit erreichen. Sie sind opportunistische Fresser – sie jagen Vögel, kleine Säugetiere, Hirsche und Wildschweine, verschmähen aber auch Aas nicht, das sie aus einer Entfernung von mehreren Kilometern wittern können. Es ist kaum zu glauben, dass diese prähis-

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torisch anmutenden Reptilien bis in unsere Zeit gerade hier, auf einigen kleinen Inseln des Komodo-Archipels, überlebt haben. Am Nachmittag erwartete uns eine weitere Attraktion. Das Boot ging am Fuße einer der markantesten Inseln des Archipels vor Anker. Das Ziel war einfach – den Sonnenuntergang vom Gipfel aus zu beobachten. Der Aufstieg war nicht lang, konnte aber in der tropischen Hitze doch anstrengend sein. Jeder weitere Schritt wurde jedoch durch immer schönere Ausblicke belohnt. Als wir den Gipfel erreichten, erstreckte sich vor uns ein Panorama aus Dutzenden von Inseln, die aus dem türkisfarbenen Meer emporragten. Und dann begann das Spektakel. Die Sonne begann langsam zum Horizont hin abzusinken. Gold ging in Orange über, Orange in Rot und Rot in Rosa- und Violetttöne. Das Meer spiegelte alle Farben des Himmels wider, und die umliegenden Inseln verwandelten sich allmählich in dunkle Silhouetten. Es war einer jener Momente, die man weder planen noch auf einem Foto festhalten kann. Ein Foto mag zwar das Bild zeigen, doch es kann weder die Stille noch den Duft des Ozeans noch die Emotionen wiedergeben, die solche Momente begleiten. Am nächsten Tag war es an der Zeit, sich von Komodo zu verabschieden und weiter nach Bali zu reisen. Das Schicksal beschloss jedoch, unserer Geschichte noch ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Einige Stunden vor dem geplanten Abflug begannen unsere Handys nacheinander zu vibrieren. Zunächst einzelne Nachrichten. Dann weitere. Schließlich traf eine E-Mail ein, die kein Reisender während seiner Reise sehen möchte…

Flug gestrichen. Auf der Insel Lombok war es zu einem Vulkanausbruch gekommen. Eine Aschewolke schwebte über der Region, und ein Flughafen nach dem anderen stellte den Flugbetrieb ein. Einen Moment lang sahen wir uns alle schweigend an. Noch wenige Stunden zuvor hatten wir den Sonnenuntergang über Komodo bewundert, und nun fragten wir uns, ob wir überhaupt nach Bali gelangen würden. Glücklicherweise gehörte unsere Gruppe nicht zu denen, die sich leicht geschlagen geben. Wir fuhren zum Flughafen. Je näher wir dem Terminal kamen, desto mehr widersprüchliche Informationen gab es. Die einen sagten, alle Flüge seien gestrichen worden. Andere behaupteten, ein Teil der Verbindungen werde wieder nach Plan durchgeführt. Niemand war sich sicher. Bis wir schließlich die Nachricht hörten, auf die wir gewartet hatten. Unser Flug wurde wieder aufgenommen. Zuerst herrschte Stille. Dann Gelächter. Und einen Moment später völliges Durcheinander und Freude. Als das Flugzeug von der Startbahn abhob und die KomodoInseln unter den Tragflächen zu verschwinden begannen, wusste ich bereits, dass dies eine jener Reisen war, die einem lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der Mantas. Nicht nur dank der außergewöhnlichen Riffe. Nicht nur wegen der Warane, der Sonnenuntergänge oder der Fotos, die wir auf unseren Speicherkarten mitgebracht haben. Komodo erwies sich als ein Ort, der jeden Tag aufs Neue überraschte. Ein Ort, an dem starke Strömungen Leben bringen und jedes Riff anders aussieht als das vorherige. Ein Ort, an dem man eine Stunde lang ein fingernagelgroßes Seepferdchen beobachten kann, um am nächsten Tag einem Mantarochen mit einer Flügelspannweite gegenüberzustehen, die größer ist als ein Mensch. Für Taucher – einer der aufregendsten Orte der Welt. Und für mich? Ein erfüllter Traum, der jahrelang darauf gewartet hat, wahr zu werden. Und einer jener Orte, an die man noch lange nach der Heimkehr zurückkehrt. Zunächst in Gedanken. Dann beim Betrachten der Fotos. Und schließlich… bei der Planung der nächsten Reise.


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MEXIKO der ANFANG… Text und fotos Tomasz KULCZYŃSKI

DER ANFANG WOVON??? Einer Reise, einer Leidenschaft, des Tauchens oder vielleicht eines Wegs... Fangen wir also ganz am Anfang an, ganz im Keim.

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an schaut sich einen Dokumentarfilm an, durchstöbert die sozialen Medien oder wird ganz zufällig Zeuge eines Gesprächs und klick – plötzlich taucht im Kopf der Gedanke an eine Reise nach Mexiko auf. Man ist für immer verloren!!! Um noch im Bereich der Pläne zu bleiben: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine so riesige Menge an widersprüchlichen Informationen über einen einzigen Ort gefunden. Einerseits halten viele Menschen das Tauchen in Cenoten für eines der besten Erlebnisse in ihrem Leben. Andererseits behauptet eine ebenso große Gruppe, es sei überbewertet und langweilig. Warum ist es so? Folgen wir der Spur von Google und lassen wir all die Schwärmereien für einen Moment beiseite, denn die gibt es immer. Konzentrieren wir uns auf das Negative. Die Meinungen, die ich gehört habe, drehten sich hauptsächlich um eines: dass Cenoten nur Kavernen sind.

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Dass nach zwei, drei Tagen alles anfängt, gleich auszusehen. Dass es dort kein Leben, keine bunten Fische, keine Riffe gibt... nur enge Räume, wenig Platz und Halbdunkel. Kurz gesagt – „ein schönes Loch im Boden und das war's“. Und Mexiko als ein Land? Hier können die Meinungen noch „bunter“ sein. Man wird entführt und seine Organe werden verkauft. Man wird komplett ausgeraubt. Man kann das Hotel nicht verlassen, denn es ist gefährlich. Kartelle, Drogen, Chaos. Und wer das alles vor der Abreise liest, beginnt sich zu fragen, ob er dorthin fährt, um zu tauchen oder um zu überleben. Also von Anfang an... Lohnt es sich, zum Cenoten-Tauchen nach Mexiko zu reisen? Die Antwort ist nicht einfach. Und das ist wohl das Erste, was man ehrlich sagen muss – jeder von uns ist anders. Ich habe darüber be-


reits in einem separaten Artikel geschrieben, aber hier wird es noch deutlicher. In meiner Gruppe waren die Meinungen stark geteilt. Für mich persönlich steht Mexiko zusammen mit Scapa Flow an erster Stelle!!! Obwohl man ehrlicherweise sagen muss – es ist schwer, die beide zu vergleichen, denn in Schottland war ich vor etwa dreizehn Jahren. Aber trotzdem hat mich irgendetwas an Mexiko total „gekauft“. Was? In Bezug auf das Tauchen – vor allem das Spiel von Licht und Schatten. Stellt euch so etwas vor: Ihr lauft durch den Dschungel, nichts Besonderes, gewöhnliches Gestrüpp, ein bisschen Schlamm, ein bisschen Erde... und plötzlich geht ihr ein paar Schritte hinunter und vor euch erscheint ein Eingang. Ein gewöhnliches, unscheinbares Loch im Boden. Als hätte jemand im Garten der Oma einen Brunnen offengelassen und ihn vergessen. Und dann macht ihr einen Schritt ins Wasser. Alles ändert sich. Kristallklares, süßes Wasser. Warm, ruhig, als ob die Zeit dort langsamer verginge. Eine Halokline, die das Bild plötzlich wie verschüttetes Glas verschwimmen lässt. Schwefelwasserstoffwolken, die wie Unterwassernebel aussehen. Bäume, die aus dem Boden ragen, als hätte sie jemand in einer anderen Welt gepflanzt. Felsformationen, die den Eindruck erwecken, als wären sie lebendig. Plötzlich stellt sich heraus, dass dieses „Loch im Boden“ der Eingang zu etwas ist, das schwer mit irgendetwas anderem zu vergleichen ist. Geschichte von vor Tausenden Jahren. Eine andere Welt unter der Oberfläche. Das ist ein Thema, das viele Emotionen und noch mehr Missverständnisse weckt. Um in Cenoten zu tau-

chen, benötigt man einen autorisierten Guide mit den entsprechenden Lizenzen, und das lässt sich nicht umgehen. Das ist kein Ort, an dem man einfach ins Wasser geht und vor sich hin schwimmt. Die Hauptrouten sind so angelegt, dass wir uns die ganze Zeit in der sicheren und legalen Kavernenzone aufhalten – Also in einer, in der man immer die Möglichkeit hat, zum Licht zurückzukehren oder an die Oberfläche aufzutauchen. Und hier beginnt die erste Überraschung. Sehr oft sieht es so aus, dass man ins Wasser geht, tiefer hinabsteigt und plötzlich das Gefühl hat, sich in einer klassischen Höhle zu befinden. Man schwimmt durch einen Eingang hinein, bewegt sich durch Korridore und taucht dann woanders wieder auf. Und dann taucht der erste Gedanke im Kopf auf: „Aber das sind doch Höhlen...“ Erst später erklärt der Guide, dass das gesamte System so geführt ist, dass man jederzeit in die offene Zone zurückkehren kann. Und genau das unterscheidet das Sporttauchen vom Höhlentauchen. Natürlich zweigen auch seitliche Korridore ab, die strikte Höhle-Zonen sind – und da gibt es keine Zufälle mehr. Vor jedem solchen Eingang steht ein charakteristisches Schild mit einem Totenkopf, das direkt sagt: Geh nicht weiter, wenn du nicht die entsprechenden Berechtigungen hast. Und ehrlich gesagt – das macht einen Eindruck. An jeder Cenote befinden sich auch Schilder mit Informationen zum Schwierigkeitsgrad. Dadurch kann man realistisch einschätzen, ob ein bestimmter Ort für einen geeignet ist. Tarierung ist hier eine wichtige Sache. Sie muss wirklich gut sein. Nicht

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nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, weil diese Orte extrem empfindlich sind. Jede Berührung kann Felsformationen beschädigen, die über Jahrtausende entstanden sind. Die Guides achten sehr darauf. Und wenn jemand seine Tarierung nicht kontrolliert, können sie sehr schnell und sehr konkret reagieren. Darüber hinaus achten viele auf das Auftauchen. Es gibt Cenoten, in denen man senkrecht in größere Tiefen hinabsteigt und dann nach und nach auftaucht, während man kreist und sich alles um einen herum ansieht. Aber es gibt auch Orte, an denen das Auftauchen praktisch „nach oben“ in einem engen vertikalen Korridor stattfindet. Dann wird es wirklich speziell – man schaut ständig nach oben, kontrolliert den Raum, und Hunderte von Blasen, die über einem aufsteigen, erzeugen eine Art Unterwasserschwindel. Nicht jeder mag das. Ein typischer Tauchtag sieht ziemlich einfach aus: zwei Tauchgänge – entweder in zwei verschieEine sehr gute Idee ist es, die Cenoten denen Cenoten oder zwei in einer größeren, Meiner Meinung mit etwas „Klassischerem“ zu kombinieren. in der es verschiedene Routen gibt. Abfahrt nach sind drei In unserem Fall waren das Tauchgänge findet in der Regel gegen 9:00 Uhr statt, RückTauchtage in Cenoten mit Bullenhaien sowie Riffe, die von Playa kehr gegen 16:00 Uhr. Das klingt entspannt, aus erreichbar sind. Das macht einen rieaber man muss bedenken, dass die Cenodas absolute Minimum, sigen Unterschied, denn plötzlich kehrt ten über die gesamte Region verstreut sind, um die wichtigsten man nach ein paar Tagen in der unterirdisodass die Anfahrten mehr als eine Stunde Orte zu sehen schen Welt zum offenen Meer, zu den Fardauern können. Es ist ein Teil eines großen und zu verstehen, ben und zu all dem zurück, was die meisten Puzzles, nicht „eine Basis und ein Spot“. Es ist worum es bei dieser Menschen mit Exotik verbinden. Hinzu kommt ein ständiges Wechseln zwischen völlig unterErfahrung geht. Belize, das in unserem Fall einen enormen Kontschiedlichen Unterwasserwelten. rast bildete und wo jeder etwas für sich fand. Zusammenfassend, das Cenoten-Tauchen ist nicht In den meisten Fällen ist Playa del Carmen der Überfür jeden, aber meiner Meinung nach sollte jeder es am eigenachtungsort für Taucher. Natürlich gibt es auch andere Opnen Leib erfahren, denn es ist wirklich ein Ort der Kategorie „schwer tionen, wie Cancun oder Tulum, aber Playa hat einen großen Vorzu glauben, bis man es gesehen hat“. teil – die Lage. Es liegt an einem Ort, von dem aus der Anfahrt Die Guides sind in der Lage, Cenoten für praktisch jeden zu den meisten Cenoten etwa gleich ist. Dadurch verbringt man Taucher auszuwählen. Es gibt flachere, tiefere Orte, mit Halokline, nicht ganze Tage im Auto, sondern taucht tatsächlich. Die Stadt mit Schwefelwasserstoffwolken, mit Bäumen, die aus dem Boden selbst hat auch alles zu bieten. Lokale Geschäfte, Restaurants, Suwachsen, oder mit erstaunlichen Felsformationen, die wie aus einer permärkte, Nachtleben, Souvenirläden und sogar Dinge, die wenig anderen Welt aussehen. mit Tourismus zu tun haben – wie Fotos mit kleinen Tigern, die natürMeiner Meinung nach sind drei Tauchtage in Cenoten das absolich illegal und vor allem unethisch sind. lute Minimum, um die wichtigsten Orte zu sehen und zu verstehen, Auf eine Sache möchte ich besonders hinweisen – das Essen. worum es bei dieser Erfahrung geht. Wir haben sechs Tauchtage Schon das Frühstück in Mexiko kann wie ein deftiges Mittagessen absolviert, weil wir einfach unsere freien Tage gegen weitere Unteraussehen  Dort sieht man wirklich, dass Essen wichtig ist. Unzähwassergänge eingetauscht haben  Ehrlich gesagt – ich hätte gern lige lokale Restaurants, Streetfoodorte und Stände, an denen alles noch mehr gemacht. Für einige war es schon zu viel, für andere immer frisch zubereitet wird. Und was wichtig ist – die Schärfe wird stark noch zu wenig.

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überbewertet. All die Geschichten über das „höllisch scharfe Mexiko“ haben sich in unserem Fall nicht bewahrheitet. Wir sind auf nichts gestoßen, das man nicht normal essen konnte. Wenn man ein wenig um die Welt reist, beginnt man zu bemerken, dass jeder Ort seinen eigenen Charakter hat. Architektur, Atmosphäre, Geruch, Licht – das alles macht etwas aus, das sich nicht leicht beschreiben lässt. Mexiko ist genau so ein Ort. Es lässt sich nicht leicht mit anderen Ländern vergleichen. Es hat einfach seinen eigenen Stil. Natürlich gibt es Dinge, die überraschen können – wie Polizeikontrollen oder Soldaten auf den Straßen – aber nach ein paar Tagen wird das einfach ein Teil der Landschaft, etwas Alltägliches. Wenn jemand da länger bleibt, gibt es wirklich viel zu tun. Tulum, die Bacalar-Lagune, Chichén Itzá, Ichkabal und viele kleinere, stim-

mungsvolle Orte. Jeder von ihnen ist anders und jeder bietet etwas anderes. Die Bacalar-Lagune ist meiner Meinung nach ein absolutes Top und ein Ort, den man für sich selbst sehen muss. Chichén Itzá ist ein Klassiker und ein obligatorischer Programmpunkt, wenn man sagen möchte, dass man wirklich in Mexiko war. In diesem Moment habt ihr wahrscheinlich eine Frage im Kopf – wie soll man das alles in einem Artikel unterbringen? Die Antwort ist einfach: Das geht nicht! Deshalb bekommt jede Cenote ihr eigenes Material, denn jede verdient ihre eigene Geschichte. Ich hoffe, es ist mir gelungen, Neugier zu wecken, denn das ist erst der Anfang dieser Geschichte. Und im nächsten Teil wird es dann um eine bestimmte Cenote gehen... die, die etwas mit Augen zu tun hat  Bis zum nächsten Artikel – es wird spannend.

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UNTERWASSERFOTO

Text Marcin TRZCIŃSKI Foto Aleksandra GOLDI GODLEWSKA

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Der LOHN der Geduld

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ie St.-Johannes-Inseln liegen im südlichen Teil der ägyptischen Gewässer des Roten Meeres. Unter den vielen hier gelegenen Tauchplätzen lag Goldi besonders viel an Claudia. Oder, genauer gesagt, an der dortigen Kaverne, die an einen Schweizer Käse (oder noch mehr an das polnische Haushaltsloch) erinnert. Zu einer bestimmten Tageszeit, wenn die Sonnenstrahlen im richtigen Winkel durch die Öffnungen in der Decke fallen, entsteht im Inneren eine wahrhaft magische Kathedrale, die von fast unwirklichen, vertikalen Lichtsäulen erhellt wird. Goldi wusste das, weil sie bei früheren Safaris schon mehrmals dort gewesen war. Nur hatte sie immer noch nicht ihr Traumfoto. Sie wusste, wie es aussehen sollte, aber... zunächst ließen ihre fotografischen Fähigkeiten das Erreichen des Ziels nicht zu, und als sie sich darin etwas weitergebildet hatte, beschloss das Schicksal, sie grausam zu verspotten. Mehrmals, und das jedes Mal genau an diesem Ort. Einmal war der Akku

Belichtungsparameter: 1/60 Sek., f/6.3, ISO 500 Kamera: Olympus PEN E-PL7 Objektiv: Olympus M.Zuiko Digital 14-42 f/3.5-5.6 EZ (eingestellt auf 14mm) Konverter: Inon UWL-H100 + Domeport Gehäuse: Olympus PT-EP12

Unterwasserfoto

in der Kamera leer (obwohl sie sich sicher war, ihn gewechselt zu haben), ein anderes Mal ließ die Bewölkung die Feinheiten des Ortes nicht zur Geltung kommen. Beim nächsten Versuch herrschte in der Kaverne noch mehr Verkehr als am Piccadilly Circus, und das zur Hauptverkehrszeit. Und doch war jeder Versuch mit der Notwendigkeit erkauft, an einer langen Safari teilzunehmen... Wisst ihr, eine Woche auf dem Boot, vier Tauchgänge jeden Tag, an der Oberfläche eine Tretmühle, gegen die die Rekrutenlager der Navy Seals und der SAS, selbst zusammengenommen, wie ein Kinderspiel erscheinen. Wisst ihr, keine Zeit für irgendetwas anderes außer Akkus laden, Dateien herunterladen und (schnell) analysieren, Ausrüstung reinigen und warten... Wenn es einem ab und zu gelingt, einen Bissen zu essen oder (was eher selten vorkommt) kurz zu schlafen, fühlt man sich, als hätte man das große Los gezogen. „So war es auch dieses Mal. Irgendwann begannen wir einer nach dem anderen aufzugeben, denn nur wenn man auf einen der Tauchgänge verzichtete, hat man eine Chance auf das ersehnte Nickerchen. Das Problem war nicht „ob“, sondern „welchen“ Tauchgang man auslassen sollte, um so wenig wie möglich zu verpassen...“ Schließlich, nach einigen Tagen der Qual, erschien auf der Briefing-Tafel endlich der lang ersehnte Name: Claudia. „Ich konnte es kaum erwarten, ins Wasser zu gehen. Ich habe alles überprüft. Kamera, Objektiv, Konverter. Auch die Zeit war perfekt, keine Wolken waren zu sehen. Diesmal musste es klappen.“ Nur dass… Anstatt als erstes Paar ins Wasser zu gehen, ließen sich Goldi und Wojtek von schlechten Menschen überholen, die beim Durchschwimmen der Höhle Sedimentwolken vom Boden aufwirbelten und so effektiv sowohl die Sicht als auch die Chance auf eine anständige Aufnahme ruinierten. Man hätte einfach weinen können. Am nächsten Tag, nach dem ersten Tauchgang, dem ein Eimer starker Kaffee vorausging, beschlossen beide, den zweiten auszulassen. Kälte, Schlafmangel und allgemeine Erschöpfung begannen deutlich die Oberhand zu gewinnen. Auf dem Weg zu den Kabinen warfen sie noch einen Blick auf die Briefing-Tafel. Upsss... Entweder spielte ihnen vor lauter Müdigkeit der Blick einen Streich, oder jemand hatte die Pläne geändert und für den zweiten Tauchgang wieder die Claudia-Kavernen angesetzt! Ein weiterer Eimer Kaffee, diesmal noch stärker, und ein Sprint ans Deck, um sich dieses Mal von niemandem zuvorkommen zu lassen. Sie rasten so schnell, dass Road Runner neben ihnen Komplexe bekommen hätte, und so hatten sie, als sie schließlich im Wasser waren und den Ort erreichten, den gesamten Raum der Kaverne für sich allein. Und das nicht für eine Minute oder zwei, sondern für die Hälfte des Tauchgangs! Mit kristallklarem Wasser, tanzenden Sonnenstrahlen und der Möglichkeit, füreinander so zu posieren, um die Traumfotos zu kreieren. Goldi nutzte ausschließlich das vorhandene Licht und hielt weitere Aufnahmen fest, mal mit Wojtek, mal ohne ihn im Bild. Mit den Lichtsäulen im Zentrum, und dann an der Seite. In solchen Momenten verliert man sich völlig in der Umsetzung seiner Idee, und die Zeit vergeht unbemerkt. Aber das ist kein Wunder. Sie hatte schließlich so lange darauf gewartet. Und am Ende... hat es geklappt. Die Geschichte von Goldi wurde von Marcin Trzciński angehört und niedergeschrieben

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PLANET ERDE

DER „DER WEISSE HAI“-FLUCH Oder wie man ein halbes Jahrhundert kollektiver Hysterie überwinden kann Text und fotos Małgorzata SOBOŃSKA-SZYLIŃSKA

Die Angst vor Haien gehört zu den wirksamsten Ängsten, die der Menschheit jemals eingeprägt wurden. Die meisten Menschen haben noch nie einen Hai in freier Wildbahn gesehen, sind nie weit entfernt von der Küste im offenen Ozean geschwommen – und dennoch genügt allein das Wort „Hai“, um ihren Puls zu beschleunigen.

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s ist bemerkenswert: Wir fürchten ein Tier, mit dem wir statistisch gesehen vermutlich niemals in Berührung kommen werden. Verstärkt wurde diese tief verwurzelte Urangst durch die Popkultur und insbesondere durch die Filmreihe Der weiße Hai, die für viele Menschen über Jahrzehnte hinweg zu einem düsteren Filter wurde, der das wahre Bild dieser faszinierenden Spitzenprädatoren verzerrte. Es überrascht daher kaum, dass das sogenannte Anlocken von Haien bei Tauchgängen seit Jahren kontrovers diskutiert wird

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– insbesondere an Orten, an denen Begegnungen mit ihnen zum Alltag gehören, etwa auf den Bahamas, die unter anderem für ihre Tigerhaie und Große Hammerhaie bekannt sind. Für die einen ist das Anlocken ein wirksames Instrument der Umweltbildung und ein konkreter Beitrag zum Schutz bedrohter Raubfische. Für die anderen stellt es einen unzulässigen Eingriff in die Natur dar, der das natürliche Verhalten der Tiere verändert und sie der menschlichen Suche nach Adrenalin unterordnet. Versuchen wir, diese Debatte anhand von Fakten zu entwirren.

Das Anlocken von Haien – worüber sprechen wir eigentlich? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird alles, was mit dem Einsatz von Lockstoffen zusammenhängt, häufig pauschal unter dem Begriff „Füttern“ zusammengefasst. Das ist jedoch ein Irrtum. Verantwortungsbewusst durchgeführtes Anlocken unterscheidet sich grundlegend vom Füttern und folgt einem klar definierten Verfahren. Es beruht auf dem Einsatz eines Geruchsreizes (Chum), der Festlegung eines festen Treffpunkts sowie der Einhaltung klarer Regeln: Wahrung eines angemessenen Abstands, geeignete Positionierung der Gruppe, eine eindeutig definierte Rolle des Guides, kein Füttern der Haie sowie die Begrenzung der Dauer und Intensität des Geruchsreizes. Ziel dieser Vorgehensweise ist es nicht, Raub-


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tiere zu füttern, sondern die Vorhersehbarkeit und Wiederholbarkeit ihrer Beobachtung im weiten Ozean zu erhöhen. Diese Unterscheidung ist nicht nur sprachlicher Natur, sondern hat auch praktische Bedeutung. Die vom Florida Museum of Natural History geführte International Shark Attack File (ISAF) unterscheidet nämlich zwischen nicht provozierten und provozierten Haizwischenfällen. Zu den provozierten Vorfällen zählen Situationen, in denen Menschen unmittelbar in das Verhalten eines Hais eingreifen – etwa indem sie das Tier berühren oder bedrängen, versuchen, es zu fangen, einen bereits gehakten Fisch manipulieren oder den Hai tatsächlich füttern, also ihm Nahrung reichen. In all diesen Fällen erhöht der Mensch das Risiko selbst, indem er die Interaktion mit dem Raubtier aktiv herbeiführt. Füttern bedeutet folglich, einem Hai direkt Nahrung zu geben. Beim Anlocken hingegen wird lediglich ein Geruchsreiz im Wasser erzeugt, der das Tier möglicherweise an einen bestimmten Ort führt – ohne dass es dort Futter erhält. Der Unterschied ist grundlegend: Im ersten Fall erhält der Hai Nahrung vom Menschen und tritt mit ihm in direkten Kontakt. Im zweiten Fall erscheint er lediglich an einem Ort, an dem er den Geruch potenzieller Beute wahrgenommen hat.

Woher kommt der Widerstand gegen das Anlocken? Die häufigsten Einwände klingen immer ähnlich: „Die Haie werden abhängig“, „ihr natürliches Verhalten verändert sich“, „das Risiko von Angriffen steigt“ oder „das ist unethisch“. Diese Bedenken

sind durchaus nachvollziehbar. Jede Begegnung zwischen Menschen und einem Spitzenprädator wie dem Hai lässt sich nur schwer als vollkommen neutral bezeichnen. Gleichzeitig sind diese Fragen weder einfach noch eindeutig zu beantworten. Vieles hängt vom jeweiligen Ort, von der Art, vom Umfang der Aktivitäten, von der Qualität der Kontrolle sowie von den geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Gerade deshalb sind die Bahamas ein so interessantes Fallbeispiel: Dort wurden die meisten dieser Aspekte bewusst reguliert. Hai-Tauchgänge finden dort keineswegs in einem rechtsfreien Raum statt. Sie sind Teil eines der weltweit strengsten Schutzsysteme für Haie. Touristische Aktivitäten – einschließlich Tauchgänge, bei denen Geruchslockstoffe eingesetzt werden – unterliegen der Aufsicht lizenzierter Anbieter sowie verbindlichen Sicherheitsund Verfahrensvorschriften.

Welchen Nutzen hat das Anlocken – und wo liegen seine Grenzen? Wissen und Dokumentation An Orten, an die Haie regelmäßig zurückkehren, ist jeder weitere Tauchgang weit mehr als nur eine Begegnung mit einem anonymen Raubtier. Mit der Zeit tauchen vertraute Individuen auf, die sich anhand ihres Streifenmusters, der Form ihrer Flossen oder ihrer Narben erkennen lassen – Merkmale, die so individuell sind wie Fingerabdrücke.

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Erst dadurch werden Beziehungen zwischen einzelnen Tieren sichtbar, ihre Stellung innerhalb der Hierarchie, die saisonalen Muster ihrer Anwesenheit sowie subtile Veränderungen in ihrem Verhalten gegenüber Menschen. Während unserer diesjährigen Expedition auf die Bahamas erschien am Tiger Beach fast täglich Emma – die Matriarchin unter den dort lebenden Tigerhaien. Ruhig, souverän und ihrer Stellung vollkommen sicher schien sie den Raum um sich herum zu ordnen, als würden die anderen Haie ihren Vorrang instinktiv anerkennen. Vor der Küste von Bimini wiederum tauchte in regelmäßigen Abständen Gaja aus dem tiefen Blau auf – das größte dort beobachtete Weibchen eines Großen Hammerhais. Ihre langsamen, weiten Kreise um die Taucher kündigten stets einen Moment besonderer Spannung und höchster Konzentration an. Beide Weibchen tragen elektronische Sender, weshalb ihre Lebensgeschichte wissenschaftlich dokumentiert und gut nachvollziehbar ist. Gerade die Wiederholung solcher Begegnungen ermöglicht es, Zufälle von tatsächlichen Mustern zu unterscheiden – und genau auf dieser Unterscheidung beruht wissenschaftliche Erkenntnis über die Natur. Für Fotografen und Filmemacher wird jede Aufnahme dadurch zu weit mehr als einem schönen Bild. Sie dokumentiert ein konkretes Verhalten, zu dem man Monate oder sogar Jahre später zurückkehren, das man analysieren, vergleichen und wissenschaftlich einordnen kann.

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Bilder, die Emotionen verändern Fotos und Filmaufnahmen von Haitauchgängen zeigen, dass Haie den Menschen in den allermeisten Fällen überhaupt nicht als Beute betrachten. Vielmehr begegnen sie ihm mit Neugier, Vorsicht und – überträgt man menschliche Begriffe auf ihr Verhalten – manchmal sogar mit einer gewissen Zurückhaltung. Ein Tigerhai kann sich lautlos und majestätisch wie ein Luftschiff nähern, die Situation aufmerksam einschätzen und anschließend wieder davongleiten. Oft kehrt er kurze Zeit später zurück, um seine Erkundung fortzusetzen. Manchmal entsteht beinahe der Eindruck, als würde er für die Kamera posieren. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt ein neues Bild des Hais – eines Tieres, das nicht länger als gedankenlose, blutrünstige Bestie erscheint, sondern als faszinierendes Lebewesen, das Respekt und Staunen hervorruft. Diese Veränderung der öffentlichen Wahrnehmung ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Menschheit nicht länger das sinnlose Töten von Haien hinnimmt, sondern endlich erkennt, wie dringend ihr Schutz ist. Wie sieht verantwortungsvolles Anlocken in der Praxis aus? Die Grenze zwischen Umweltbildung und einer riskanten Attraktion verläuft nicht beim Einsatz eines Geruchslockstoffs an sich, sondern in der Art und Weise, wie ein Tauchgang organisiert wird. Entschei-


Planet Erde dend ist die Professionalität des jeweiligen Operators. Die besten stellen nur wenige unter ganz bestimmten Umständen überhaupt Teams – jene, die ich als Taucherin und Fotografin kennenlernen ein reales Risiko für den Menschen dar. In der Praxis zählen dadurfte – arbeiten nach klaren und einfachen Prinzipien. Die Beher nicht Ideologien oder pauschale Urteile, sondern fundierte gegnungen finden stets an festen Orten statt, weit entfernt von inKenntnisse über die jeweilige Art sowie eine realistische Eintensiv genutzten Badebereichen. Die Tauchgänge werden zu festschätzung von Ort, Jahreszeit und den jeweiligen Umweltbegelegten Tageszeiten durchgeführt und sind zeitlich streng begrenzt. dingungen. Zwischen den einzelnen Tauchgängen gibt es entweder gar keine Und aus einer rein menschlichen Perspektive besitzt das Anoder nur sehr kurze Pausen. Die Taucher werden so positioniert, locken noch einen weiteren Wert: Es ermöglicht Menschen, Haien dass der Hai jederzeit die gesamte Gruppe überblicken und die Siüber längere Zeit ruhig und respektvoll in ihrem natürlichen Lebenstuation ohne Stress einschätzen kann. Die Tauchplätze befinden raum zu begegnen. Gerade die Dauer dieser Begegnungen nimmt sich zudem in geringer Wassertiefe. Eine Schlüsselrolle übernimmt der Fantasie ihren Schrecken. Nach einigen Minuten geschieht der Guide. Er beobachtet das Verhalten der Tiere kontinuierlich häufig etwas Überraschendes: Angst verwandelt sich in Aufmerkund beendet den Tauchgang ohne zu zögern, sobald die Situation samkeit – und Aufmerksamkeit schließlich in ehrliche Bewunderung. es erforderlich macht. Hat ein Hai genügend Raum, fühlt er sich nicht bedrängt und wird Die Bahamas als Modell für den Haischutz: Recht, Tounicht mit hektischen Bewegungen konfrontiert, entscheidet er rismus und gesellschaftlicher Nutzen sich meist für Gelassenheit: Er kommt, untersucht die Situation Die Bahamas zeigen eindrucksvoll, dass Haischutz weit mehr sein kann als ein romantisches Ideal. Dort ist er fester Bestandteil und schwimmt anschließend wieder davon. Risiken entstehen der staatlichen Politik. in erster Linie dann, wenn Menschen sie selbst verMit der Einrichtung eines nationalen Haischutzursachen – indem sie den Hai verfolgen, ihn berühren wollen, ihre festgelegte Position verlasgebiets, das den Fang von Haien ebenso wie sen oder das Tier unbeabsichtigt zwischen ihren Besitz und den Handel mit Haiprodukten mehreren Tauchern einschließen. Deshalb verbietet, wurde die bisherige Logik grundleJede Minute kennt bei professionell organisierten Haigend umgekehrt: Der Hai wird nicht länger verschwinden tauchgängen jeder seinen Platz – auch als Rohstoff betrachtet, sondern als lebendimehr als 150 Haie der Fotograf. Das perfekte Bild ist niemals ger Bestandteil eines Ökosystems – und geaus den Ozeanen – wichtiger als die Sicherheit aller Beteiligten nau darin liegt sein größter Wert. oder das Wohlbefinden des Tieres. Eine in der Fachzeitschrift Biological fast unbemerkt, aber Conservation veröffentlichte Studie schätzte unaufhörlich. Verändert das Anlocken das Verhalten den wirtschaftlichen Beitrag von Haien und Roder Haie? chen zur Wirtschaft der Bahamas im Jahr 2014 Ehrlicherweise muss man sagen: Ja, das Anlocken auf rund 114 Millionen US-Dollar, wobei der größte kann das Verhalten von Haien in gewissem Maße beeinAnteil auf den Tauchtourismus entfiel. flussen. Haie sind intelligente Tiere. Sie lernen, erinnern sich an Orte Der Haitourismus funktioniert hier wie ein Finanzierungsmodell und verknüpfen bestimmte Reize miteinander. Wenn an einem befür den Naturschutz: Die Einnahmen stammen von Tauchern, wähstimmten Ort gelegentlich ein Geruch auftaucht, der auf möglirend die gesamte lokale Dienstleistungskette – von Tauchbasen über che Beute hindeutet, kann es durchaus sein, dass ein Hai diesen Hotels bis hin zu Restaurants und Bootsbetreibern – davon profitiert. Ort häufiger aufsucht. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass In der Praxis führt dies zu einem der wichtigsten Ziele erfolgsich seine natürliche Lebensweise grundlegend verändert. reichen Naturschutzes: einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz. Gemessen an den gewaltigen Dimensionen des Ozeans stellen Haie werden nicht länger als Problem wahrgenommen, sondern solche Begegnungen lediglich kurze Episoden dar – kleine Ausals Grund, das Meer und seine Ökosysteme zu schützen. schnitte im Alltag eines Tieres, das den größten Teil seines Lebens damit verbringt, riesige Meeresgebiete zu durchstreifen und entDie Absurdität der Angst in Zahlen: Wie viele Mensprechend den Instinkten zu jagen, die sich im Verlauf von Millionen schen sterben tatsächlich durch Haie? Jahren Evolution entwickelt haben. Die Angst vor Haien hat oft beinahe filmische Ausmaße. In der kolDas eigentliche Paradox besteht darin, dass die größte Veränlektiven Vorstellung gelten sie als eine der größten Gefahren derung nicht beim Hai, sondern beim Menschen stattfinden kann. im Ozean, obwohl die Statistiken ein ganz anderes Bild zeichnen. Regelmäßige Begegnungen zwischen Mensch und Hai ermögDaten der ISAF zeigen, dass die Zahl tödlicher, nicht provozierter lichen es, das Tier nicht länger als gesichtslose Bedrohung wahrHaiangriffe auf Menschen weltweit äußerst gering ist. In den Jahren zunehmen, sondern als individuelles Lebewesen mit nachvollzieh2020 bis 2024 wurden jeweils 10, 9, 5, 10 und lediglich 4 Todesfälle baren Verhaltensweisen. pro Jahr registriert. Genau aus diesem Perspektivwechsel entstehen Wissen, VerWas verbindet diese tragischen Ereignisse? Meist ist es nicht ständnis und schließlich die Bereitschaft, eine Tiergruppe zu schütdie Haiart selbst, sondern der jeweilige Kontext. Die meisten Zwizen, die seit Jahrzehnten aus Angst und Vorurteilen millionenfach schenfälle ereignen sich bei Aktivitäten wie dem Surfen in der Brangetötet wird. Dabei sollte man nicht vergessen, dass „der Hai“ kein dungszone. Aus der Perspektive eines Hais kann die Silhouette eines einheitlicher Archetyp ist. Von mehr als 600 bekannten Haiarten Surfenden der natürlichen Beute ähneln.

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Ebenso spielen Gebiete mit einem hohen Nahrungsangebot eine Rolle, ebenso wie lokale Umweltbedingungen – etwa eingeschränkte Sicht unter Wasser, große Fischschwärme oder bestimmte Wassertemperaturen. Die beiden tödlichen Unfälle, die sich 2022 am selben Tag vor der Küste Ägyptens ereigneten, machten zudem deutlich, dass Phasen erhöhten Risikos selbst in Regionen auftreten können, die allgemein als vergleichsweise sicher gelten. Die Auswertung der verfügbaren Berichte zeigt außerdem, dass sich solche Ereignisse keineswegs gleichmäßig über den Globus verteilen. Vielmehr konzentrieren sie sich auf bestimmte Aktivitäten und klar definierte geografische Regionen. Den ISAF-Daten zufolge entfielen im Jahr 2023 rund 42 Prozent aller nicht provozierten Haizwischenfälle weltweit auf das Surfen. Mehrere der tödlichen Unfälle ereigneten sich dabei an australischen Surfstränden. Die Schlussfolgerung aus diesen Zahlen besteht jedoch keineswegs darin, das Risiko zu verharmlosen. Sie zeigen viel-

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mehr, dass der entscheidende Faktor im verantwortungsvollen Umgang mit diesem Risiko liegt: in der Wahl des Ortes, der Tageszeit, der jeweiligen Aktivität und der Umweltbedingungen. Das ist weitaus vernünftiger, als eine gesamte Tiergruppe pauschal zu dämonisieren.

Das umgekehrte Missverhältnis: Wie viele Haie sterben durch den Menschen? Hier wird es erst wirklich unbequem. Diese Zahlen wurden zwar bereits häufig genannt, verdienen es aber, wiederholt zu werden. Wissenschaftler schätzen seit Jahren, dass weltweit rund 100 Millionen Haie jährlich durch die Fischerei sterben. Die neuesten Analysen, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science, zeigen, dass die tatsächliche fischereibedingte Sterblichkeit trotz neuer Vorschriften zur Einschränkung des Handels mit Haiflossen im vergangenen Jahrzehnt bei etwa 76 bis 80 Millionen Tieren pro Jahr lag.


Umgerechnet bedeutet das: Jede Minute verschwinden mehr als 150 Haie aus den Ozeanen – fast unbemerkt, aber unaufhörlich. Die Ursachen dieses Problems sind gut bekannt: der internationale Handel mit Haiflossen, Beifang in der industriellen Fischerei, die gezielte Tötung von Haien als vermeintliche „Konkurrenten“ sowie die fortschreitende Zerstörung ihrer Lebensräume. Das eigentliche Problem liegt jedoch noch tiefer. Haie gehören nicht zu den Fischarten, deren Bestände sich schnell erholen können. Die meisten Arten werden erst spät geschlechtsreif, bringen nur wenige Jungtiere zur Welt und vermehren sich langsam. Deshalb sind die zig Millionen Haie, die jedes Jahr getötet werden, weit mehr als nur eine Fangstatistik. Sie stehen für die schrittweise Verringerung des biologischen Kapitals der Ozeane – einer natürlichen Ressource, deren Regenerationsrate schlicht geringer ist als das Tempo ihrer Ausbeutung.Die

Stille nach den Spitzenprädatoren – welche Folgen hat das Verschwinden der Haie? Das Verschwinden eines Spitzenprädators kann das Gleichgewicht eines gesamten Nahrungsnetzes erschüttern. Der Druck durch mittelgroße Räuber nimmt zu, die Bestände pflanzenfressender Fische verändern sich und Korallenriffe verlieren zunehmend den Wettbewerb gegen die Ausbreitung von Algen. Solche trophischen Kaskaden sind in der wissenschaftlichen Literatur über Riffökosysteme umfassend dokumentiert. Organisationen, die sich dem Schutz der Meere widmen, weisen seit Jahren auf die Schlüsselrolle von Spitzenprädatoren für die Stabilität mariner Ökosysteme hin. Die Forderung nach einem stärkeren Schutz der Haie ist daher weder eine romantische Vision noch eine neue Idee. Sie beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Haie – verdienen sie nicht eher Bewunderung als Angst? Wenn Haie tatsächlich eine so entscheidende Rolle für das Gleichgewicht der Ozeane spielen, sollten wir uns vielleicht eine einfachere Frage stellen: Wer sind diese Tiere eigentlich, vor denen wir uns so sehr fürchten? Je mehr wir über sie wissen, desto mehr weicht die Angst einer ehrlichen Neugier. Haie sind lernfähig. Sie können sich Erfahrungen merken, sich an frühere Erfahrungen erinnern und Informationen nutzen, die sie von Artgenossen erhalten. Während ihrer oft weiten Wanderungen orientieren sie sich mithilfe des natürlichen Magnetfeldes der Erde. Gleichzeitig nehmen sie ihre Umwelt auf eine Weise wahr, die sich grundlegend von unserer unterscheidet – mit einem hochentwickelten Sinnesapparat, der perfekt an das dreidimensionale Leben im Wasser angepasst ist. Über eine Fähigkeit verfügen sie sogar, von der wir Menschen nur träumen können: die Elektrorezeption. Sie ermöglicht es ihnen, selbst schwächste elektrische Impulse wahrzunehmen, die von lebenden Organismen ausgehen. Ihr Seitenlinienorgan registriert feinste Wasserbewegungen, während ihr außergewöhnlich empfindlicher Geruchssinn sie wie ein unsichtbarer Kompass durch den Ozean führt. In vielerlei Hinsicht – insbesondere bei der Wahrnehmung ihrer Umgebung und der Fortbewegung im Wasser – sind Haie dem Menschen weit überlegen. Sie erfassen ihre Umgebung schneller

und umfassender als wir. Es gibt noch ein weiteres Detail, das Zuhörer immer wieder fasziniert, wenn man davon erzählt. Die Haut vieler Haiarten ist mit winzigen Hautzähnchen bedeckt, den sogenannten Dermaldentikeln (Dermal Denticles). Diese mikroskopisch kleinen Strukturen verringern den Strömungswiderstand und reduzieren Turbulenzen. Dadurch kann sich ein Hai nahezu lautlos durchs Wasser bewegen – nicht, weil er ständig auf der Jagd ist, sondern weil ihn die Evolution über Millionen von Jahren nahezu perfekt an seinen Lebensraum angepasst hat.

Eine gemeinsame Welt – und „Kumpel“ auf beiden Seiten Unter Tauchern hört man häufig den Satz: „Haie fressen keine Taucher – Taucher sind ihre Kumpel.“ Ich wünsche mir, dass dieser Gedanke in beide Richtungen gilt: Menschen töten keine Meerestiere – denn auch sie sind unsere Kumpel. Seit fast dreißig Jahren esse ich weder Fleisch noch Fisch noch Meeresfrüchte – genau genommen seit ich mit dem Tauchen begonnen habe. Denn ich kann nicht die Schönheit der Tierwelt bewundern – auch jener unter der Wasseroberfläche – und den Ozean gleichzeitig wie einen Supermarkt behandeln. Die gewaltige Aufgabe, unsere Einstellung zu verändern, beginnt mit einer neuen Erzählweise: von der Angst zur Neugier, vom Mythos zu Fakten, von Gleichgültigkeit zu Verantwortung. Denn wer würde einen Freund in Not im Stich lassen? Zum Schluss lohnt es sich, die Worte von Steven Spielberg selbst in Erinnerung zu rufen. Jahrzehnte nach der Premiere von Der weiße Hai sagte er: „Ich bedaure bis heute aufrichtig, dass das Buch und der Film zu einer so massiven Zerstörung der Haipopulationen beigetragen haben.“ Diese Aussage machte der Regisseur in der BBC-Radio-4Sendung Desert Island Discs, die am 18. Dezember 2022 ausgestrahlt wurde. Er bezog sich dabei auf den deutlichen Anstieg der sportlichen Haifischerei nach dem Kinostart von Der weiße Hai im Jahr 1975. Ähnliche Reue äußerte vor seinem Tod auch Peter Benchley, der Autor des Romans Jaws. Nachdem sein Buch weltberühmt geworden war, engagierte er sich über viele Jahre aktiv für den Schutz der Haie und setzte sich öffentlich für ihren Erhalt ein. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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FREITAUCHEN

FREITAUCHEN und die Überwindung von Angst

Text und fotos Izabela LISEK & Martin PETRUS, Quest Freediving

Scanne den Code und sieh dir an, wie ein erstes FreedivingTraining aussieht!

Die meisten Menschen glauben, dass Freitauchen in erster Linie bedeutet, das Tauchen mit angehaltenem Atem zu erlernen. In der Praxis wird es jedoch oft zu weit mehr als das – zu einem mentalen Training.

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s lehrt uns, unsere Emotionen zu regulieren, unter Druck ruhig zu bleiben, den Kontakt zum eigenen Körper zu vertiefen und trotz Angst handlungsfähig zu bleiben. Das Wasser legt schnell Verhaltensmuster offen, die wir im Alltag oft verbergen oder ignorieren können. Wenn du unter die Wasseroberfläche eintauchst und immer tiefer sinkst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du neben dem Druck und der Kälte noch etwas anderes spürst – Angst. Angst kennt jeder von uns. Sie begleitet uns beinahe täglich, sei es bei schwierigen Entscheidungen oder in Situationen, die wir

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nicht vollständig kontrollieren können. Beim Freitauchen taucht sie früher oder später praktisch immer auf. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Freitauchen mehr ist als nur eine Sportart. Es ist ein Weg, sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen, anstatt vor ihnen davonzulaufen. Unter Wasser kann man sich selbst nicht entkommen. Es gibt keine Gespräche, kein Telefon und nichts, was die Aufmerksamkeit ablenkt. Man bleibt allein mit seinem Atem, seinem Körper und allem, was gerade im Kopf vorgeht. Genau deshalb zeigt Freitauchen schonungslos, wie wir auf Stress reagieren. Dort kann man nichts vorspielen.

Was ist Angst? Angst ist etwas Natürliches. Mehr noch: Sie ist für uns überlebenswichtig. Ihr verdanken unsere Vorfahren, dass sie Gefahren rechtzeitig erkennen und den nächsten Tag erleben konnten. Heute funktioniert sie genauso – sie warnt uns vor Risiken und versetzt unseren Körper in Bereitschaft. Dabei zeigt sie sich nicht immer auf dieselbe Weise. Manchmal ist sie nur eine leichte innere Anspannung, manchmal entwickelt sie sich zu starker Furcht und in extremen Fällen sogar zu einer Panikattacke. Angst ist nicht nur ein Gedanke oder eine Vorstellung in unserem Kopf. Sie ist eine sehr reale körperliche Reaktion – und ich spüre sie selbst in den belastenden Situationen, denen ich im Alltag begegne. Das Herz schlägt schneller, die Muskeln spannen


Foto Jakub Wittchen

sich an und die Atmung verändert sich. Der Körper bereitet sich auf Kampf, Flucht oder Erstarren vor. Als ich zum ersten Mal über die Amygdala las – jene kleine Struktur im Gehirn, die unter anderem für das Erkennen von Gefahren verantwortlich ist –, ergab plötzlich vieles Sinn. Sie reagiert nämlich auch empfindlich auf einen steigenden Kohlendioxidgehalt im Blut. Für mich war das ein echter Aha-Moment: Genau deshalb empfinden wir beim längeren Luftanhalten eine zunehmende Unruhe. Der Organismus interpretiert den steigenden CO₂-Wert als Alarmsignal und setzt alles daran, uns zum Atmen zu bewegen – selbst dann, wenn noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Die gute Nachricht? Unser Nervensystem lässt sich trainieren. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: Durch regelmäßiges und sicheres Atemanhaltetraining hat sich meine CO₂-Toleranz mit der Zeit deutlich verbessert, und die Stressreaktion ist schwächer geworden. Die Angst verschwindet zwar nie ganz – und ehrlich gesagt sollte sie das wahrscheinlich auch nicht. Was sich verändert hat, ist meine Beziehung zu ihr.

Freitauchen als mentales Training Auf den ersten Blick könnte man meinen, beim Freitauchen gehe es vor allem darum, die Technik zu perfektionieren, die Zeit des Atemanhaltens zu verlängern oder immer größere Tiefen zu erreichen. Tatsächlich finden die größten Veränderungen jedoch nicht im Körper statt, sondern im Kopf. Als ich mit dem Freitauchen begann, hatte ich davon keine Ahnung. Ich dachte, es sei ein Sport wie jeder andere – man trainiert den Körper und ein wenig den Geist, aber nur, um nicht aufzugeben, weiterzulaufen oder mehr Gewicht zu stemmen. Nach meinen ersten Tauchgängen begann ich mich zu fragen, was eigentlich mit mir geschah. Warum konnte ich nicht tiefer tauchen? Warum fühlte ich mich nach dem Auftauchen so anders? Erst dann wurde mir klar, dass es bei meinem Freitauchen überhaupt nicht um Tiefe ging. Es ging um mich selbst. Und das, was ich spürte, war Angst – die Angst vor mir selbst, davor, hundertprozentig mit mir allein zu sein. Von diesem Moment an begann ich, diesen Sport mit anderen Augen zu sehen. Heute empfinde ich ihn fast wie eine „kostenlose Therapie“. Jeder Tauchgang hat für mich eine therapeutische Wirkung. Er zeigt mir, wie es mir wirklich geht. Erst unter Wasser nehme ich wahr, wo mein Körper angespannt ist, wie mein Kopf arbeitet, ob mich etwas beschäftigt, ob ich einfach nur fröhlich bin oder vielleicht Angst empfinde – und worin diese Angst eigentlich besteht. Gerade dieses Wahrnehmen von Spannungen und Emotionen unter Wasser zwingt mich dazu, sie anzunehmen. Und genau das macht für mich die Schönheit des Freitauchens aus. Wenn ich gegen schwierige Gefühle kämpfe oder krampfhaft versuche, Anspannung loszuwerden, geschieht meist das Gegenteil: Ich kann nicht tief tauchen. Erst wenn ich loslasse, wenn ich akzeptiere, wie es in diesem Moment ist, kann aus einem Tauchgang etwas wirklich Schönes werden. Diese Fähigkeit, loszulassen und anzunehmen, lässt sich später erstaunlich gut auf schwierige Gespräche, öffentliche Auftritte oder herausfordernde Entscheidungen übertragen. Ich merke einen

Foto Kostek Strzelski

enormen Unterschied darin, wie ich heute mit Stress umgehe. Und ich kann mit voller Überzeugung sagen: Freitauchen hat mein Leben verändert.

Was löst unter Wasser wirklich Angst aus? Viele Menschen sind überzeugt, dass die größte Angst unter Wasser durch den Luftmangel entsteht. Von Anfängern höre ich immer wieder dieselbe Frage: „Was ist, wenn mir in der Tiefe die Luft ausgeht?“ Diese Sorge ist vollkommen verständlich. Ich hatte sie selbst. Doch die Wahrheit ist: Nicht der Luftmangel ist das, was uns begrenzt. Unser Körper kann mit einem einzigen Atemzug viel länger auskommen, als wir glauben. Das starke Bedürfnis zu atmen tritt lange auf, bevor tatsächlich ein Sauerstoffmangel entsteht. Ich habe das selbst erlebt. Was mir anfangs wie meine absolute Grenze erschien, war in Wirklichkeit nur eines von vielen Signalen meines Körpers – lange bevor überhaupt etwas Gefährliches passierte. Woher kommt diese Angst also, wenn nicht vom Sauerstoffmangel? Meiner Erfahrung nach entsteht sie meist aus Unsicherheit. Man weiß nicht, was einen erwartet, wie der eigene Körper reagieren wird oder ob alles wie geplant verläuft. Hinzu kommt das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Unter Wasser funktioniert man nicht mehr so wie an der Oberfläche, und auch die Sinneswahrnehmung verändert sich grundlegend. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mich am Anfang allein die Stille erschreckte – diese völlige Abwesenheit der Reize, die mich

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im Alltag ständig umgeben. Ein anderes Mal war es das Bewusstsein für die gewaltige Wassermasse über mir – mehrere oder sogar zehn Meter Wasser, die mich von der Oberfläche trennten. Und schließlich kommt die Konfrontation mit sich selbst. Der Körper sendet Signale von Unbehagen, während der Kopf beginnt, Szenarien zu entwerfen, die mit der Realität meist wenig zu tun haben. Oft habe ich festgestellt, dass sich in meinem Kopf viel mehr abspielte als tatsächlich in meinem Körper. Gerade deshalb halte ich Freitauchen für ein so wirkungsvolles mentales Training. In einer sicheren und kontrollierten Umgebung lernt man, zwischen einer realen Gefahr und einer normalen Reaktion des Nervensystems zu unterscheiden. Anstatt sich der Angst automatisch hinzugeben, beginnt man, sie zu beobachten, kennenzulernen und Schritt für Schritt mit ihr vertraut zu werden. Mit der Zeit erkennt man, dass vieles, was früher beängstigend erschien, in Wirklichkeit einfach nur neue Erfahrungen sind – Erfahrungen, an die sich das Nervensystem noch nicht gewöhnt hat. Denn nicht die Bedingungen unter Wasser verändern sich. Es verändert sich unsere Reaktion auf sie. „Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Tauchgänge. In etwa zehn Metern Tiefe überkam mich plötzlich eine sehr starke Angst. Die gewaltige Wassermasse über mir erschreckte mich so sehr, dass ich sofort zur Oberfläche auftauchte. Erst später wurde mir klar, dass diese Reaktion mit einem Erlebnis aus meiner Kindheit zusammenhing, als ich beinahe ertrunken wäre. Die darauffolgenden Tauchgänge wurden zu einer bewussten Auseinandersetzung mit dieser Angst und einem schrittweisen Loslassen. Nach einigen Trainingseinheiten verschwand dieses Gefühl – und ist nie wieder zurückgekehrt.“ – Martin Petrus Martins Erfahrung zeigt noch etwas sehr Wichtiges. Unter Wasser begegnen wir oft nicht nur der aktuellen Herausforderung. Manchmal werden wir mit Geschichten konfrontiert, die unser Körper schon viele Jahre in sich trägt.

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Freitauchen es lehrt uns nicht, ohne Angst zu leben. Es lehrt uns, so zu leben, dass die Angst nicht über uns entscheidet.

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Wann wird das Überwinden von Angst ungesund? Es ist leicht, sich von Geschichten über das Überschreiten der eigenen Grenzen

Foto Federico Buzzoni


begeistern zu lassen. In den sozialen Medien sehen wir spektakuläre Leistungen und immer neue Tiefenrekorde. So entsteht leicht der Eindruck, persönliche Entwicklung bedeute vor allem, immer mehr zu leisten. Die Realität sieht anders aus. Nicht jede Grenzüberschreitung führt zu Wachstum. Manchmal ist sie lediglich eine Flucht vor sich selbst oder der Versuch, das eigene Ego mit dem nächsten Erfolg zu nähren. Ich kenne dieses Gefühl selbst – den Moment, in dem ich merke, dass mir das Ergebnis wichtiger wird als die Frage, wie ich mich unter Wasser tatsächlich fühle. Freitauchen kann therapeutisch wirken. Es kann aber auch ungesunde Verhaltensmuster verstärken. Manche beginnen, sich zwanghaft auf Ergebnisse, Tiefen oder den Vergleich mit anderen zu konzentrieren. Dann ist das Tauchen kein Weg mehr zu innerer Ruhe, sondern wird selbst zu einer weiteren Quelle von Druck. Eine der wichtigsten Fähigkeiten im Freitauchen ist es, auf den eigenen Körper zu hören. Wer Signale wie Müdigkeit, Anspannung oder Überlastung ignoriert, riskiert nicht nur schlechtere Leistungen, sondern auch Verletzungen und wirklich gefährliche Situationen. Paradoxerweise sind es oft die erfahrensten Freitaucherinnen und Freitaucher, die wissen, wann sie aufhören sollten. Sie verstehen, dass Erholung ein Teil des Trainings ist und nicht dessen Gegenteil. Auch ich musste das erst lernen – und lerne es bis heute. Inzwischen weiß ich, dass ein ruhiger, bewusster Tauchgang oft mehr bewirken kann als zehn Tauchgänge, die allein vom Ehrgeiz angetrieben werden. Wahrer Mut bedeutet nicht, die Angst zu ignorieren. Er bedeutet, zu erkennen, wann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen ist – und wann es klüger ist, noch zu warten.

Wie arbeitet man mit der Angst? Das Ziel ist nicht, die Angst vollständig zu beseitigen. Das wäre ohnehin unmöglich – und sogar gefährlich. Angst erfüllt eine wichtige Schutzfunktion und hilft uns, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Entscheidend ist vielmehr, zu lernen, trotz ihrer Anwesenheit zu handeln. Der erste Schritt besteht darin, die eigenen Reaktionen aufmerksam zu beobachten. Anstatt die eigenen Gefühle sofort zu bewerten, lohnt es sich, sie zunächst einfach wahrzunehmen. Was geschieht im Körper? Welche Gedanken tauchen auf? Allein das Bewusstsein für diese Prozesse reicht bei mir oft aus, damit sie nicht mehr die vollständige Kontrolle über mich haben. Mit der Zeit verändert sich auch meine Beziehung zur Angst. Sie ist nicht länger etwas, das ich um jeden Preis vermeiden möchte. Stattdessen wird sie zu einer Information, die mir mein Körper sendet. Ich kann sie wahrnehmen, verstehen und anschließend bewusst entscheiden, wie ich darauf reagieren möchte. Die wirksamste Methode, psychische Widerstandskraft aufzubauen, ist die schrittweise Exposition. Wer dieselben Situationen unter sicheren Bedingungen immer wieder erlebt, vermittelt dem Nervensystem, dass von ihnen keine tatsächliche Gefahr ausgeht. Jeder weitere ruhige Tauchgang stärkt das Gefühl von Sicherheit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – ich beobachte das seit Jahren an mir selbst.

Deshalb ist es so wichtig, Erfahrungen geduldig aufzubauen. Man muss den nächsten Tiefenmetern nicht hinterherjagen. Viel wertvoller ist es, immer wieder ruhige und bewusste Tauchgänge zu absolvieren – solche, bei denen der Körper genügend Zeit hat, sich anzupassen. Nach einiger Zeit bemerkt man etwas wirklich Erstaunliches. Eine Situation, die noch vor wenigen Monaten allein beim Gedanken daran starken Stress ausgelöst hätte, fühlt sich plötzlich völlig selbstverständlich an. Nicht, weil die Gefahr verschwunden wäre, sondern weil sich die Art verändert hat, wie mein Nervensystem darauf reagiert. Genau darin liegt einer der größten Werte des Freitauchens. Es lehrt uns nicht, ohne Angst zu leben. Es lehrt uns, so zu leben, dass die Angst nicht über uns entscheidet. Durch Geduld, regelmäßiges Training und den schrittweisen Aufbau von Vertrauen in meinen eigenen Körper habe ich erkannt, dass meine größten Grenzen oft gar nicht unter Wasser lagen, sondern in der Art und Weise, wie ich meine eigenen Erfahrungen interpretiert habe. Und als sich diese Perspektive veränderte, veränderte sich nicht nur mein Freitauchen – sondern auch mein Leben an der Oberfläche.

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UNTERWASSERFOTO

BILDER , DIE DIE BLICKE AUF SICH ZIEHEN: die Big Five der Unterwasserfotografie und der „WOW“-Effekt Text und fotos Piotr STÓS

Die Unterwasserfotografie verändert ihr Gesicht. Dies geschieht allmählich, fast unmerklich, aber es reicht, sich Fotos aus Tauchmagazinen von vor über zehn oder zwanzig Jahren anzusehen, um festzustellen, wie sehr sie sich von heutigen Publikationen unterscheiden.

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an fotografiert heute anders, beleuchtet anders, wählt den Bildausschnitt anders und bearbeitet anders. Alle paar Jahre taucht eine neue Technologie auf, die einen frischen Blick auf alte Themen ermöglicht, und mit ihr kommen neue Ideen und Moden. In Zeiten des freien Teilens von Fotos finden Vorreiter schnell zahlreiche Nachahmer, und im medialen Umlauf erscheinen Hunderte oder Tausende ähnlicher Aufnahmen. Dann beginnt das Rennen um die Aufmerksamkeit des Betrachters von Neuem.

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Ein gutes Foto – was bedeutet das genau? Obwohl wir alle großartige Bilder machen wollen, bedeutet das für jeden von uns etwas anderes. Ein Anfänger-Fotograf sieht anders, ein Juror eines Fotowettbewerbs sieht anders. Ein Taucher, der die Unterwasserwelt kennt, wird anders reagieren als jemand, der noch nie den Kopf unter die Wasseroberfläche gesteckt hat. Für die einen wird die Aufnahme eines Seesterns vor dem Hintergrund von Seegras ein großartiges Foto sein, für andere ein banaler Bildausschnitt ohne großen Wert. Darüber lässt sich schwer streiten, denn Schönheit liegt wirklich im Auge des Betrachters. Man kann sagen, dass ein gutes Foto dasjenige ist, das dir gefällt. Es gibt jedoch ein gewisses Problem. Ein Foto, das dem Autor gefällt, zieht nicht immer die Aufmerksamkeit des Empfängers auf sich. Jeder Fotograf kennt dieses Gefühl. Wir kehren von einem Tauchgang mit einer Aufnahme zurück, die für uns besonders wichtig ist, weil wir wissen, wie viel es uns gekostet hat, sie zu machen, und für andere ist es nur „ein Bildchen“. Die ersten Fotos eines Wracks, Hais, einer Schildkröte oder eines Delfins bereiten immer enorme Befriedigung, auch wenn sie Jahre später eher Zärtlichkeit als Stolz hervorrufen. Das ist völlig normal. Was bewirkt also, dass einige Fotos Aufmerksamkeit erregen, fesseln, manchmal sogar irritieren, aber lange im Gedächtnis bleiben?


Unterwasserfoto

Während eines Morgentauchgangs am ElphinstoneRiff in Ägypten stieß ich auf eine Spanische Tänzerin – eine wunderschöne, rote Nacktschnecke, die Eier ablegte. Die spitzenartigen Eierbänder dieser Schnecke sieht man recht oft, aber der eigentliche Akt des Ablegens ist eine Seltenheit. Trotz Tausender Tauchgänge im Roten Meer sah ich dies zum ersten Mal. Zu meinem Pech hatte ich ein Fisheye-Objektiv montiert, das sich für das Fotografieren kleiner Objekte eher durchschnittlich eignet. Das Foto, das ich damals gemacht habe, hat für mich einen enormen emotionalen und dokumentarischen Wert, obwohl es bei den Betrachtern normalerweise keine besondere Begeisterung hervorruft. Und daran ist nichts Schlimmes. Dafür, wie mein Tauchpartner treffend anmerkte: „Alle sagen, dass die Spanische Tänzerin solche Eier legt, aber nur wir beide wissen, dass es definitiv so ist.“

Fünf Fragen Ich glaube nicht an ein einziges einfaches Rezept. Ansel Adams sagte einmal: „Es gibt keine Regeln für gute Fotografien, es gibt nur gute Fotografien“. Das klingt wunderschön, aber einem Anfänger-Fotografen hilft eine solche Meinung nicht immer. Denn wenn es keine Regeln gibt, was soll man dann eigentlich lernen? Wie unterscheidet man einen Zufall von einem bewussten Bildausschnitt? Wie versteht man, warum ein Foto funktioniert und ein anderes, obwohl es korrekt ist, schnell aus dem Gedächtnis verschwindet? Für meinen eigenen Gebrauch denke ich gerne an eine gute Unterwasserfotografie durch das Prisma der „Big Five“. Dies ist kein starres Rezept, eher fünf Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man ein Foto betrachtet: Ist es technisch gut? Hat es ein klares Thema? Wurde es aus der Nähe aufgenommen? Ist es schön? Kann es faszinieren? Fotos, die alle Kriterien der „Big Five“ erfüllen, sind kein Standard und genau deshalb machen sie so einen großen Eindruck. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Fehler, die von Unterwasserfotografen gemacht werden, die Grundlagen betreffen, die man relativ schnell beherrschen kann: Fotografieren aus der Nähe, Kontrolle der Schärfe und Belichtung, klare Themenwahl und bewusste Komposition. Meine Kriterien ordnen die Art und Weise, über Unterwasserfotografie nachzudenken, und ermöglichen es, sowohl fremde Fotos als auch eigene Umsetzungen bewusst zu bewerten. Sie zeigen, welche Bedingungen eine Fotografie erfüllen muss, um gut, sehr gut oder herausragend zu sein. In der Praxis garantiert jedoch allein die Erfüllung dieser Bedingungen noch kein Foto, das die Aufmerksamkeit des Betrachters länger fesselt. Technisch korrekte, gut komponierte und thematisch passende Fotos können immer noch nur weitere Variationen bekannter Schemata sein.

Zunächst die Technik Die erste Bedingung ist am offensichtlichsten. Das Foto muss

technisch einwandfrei sein: scharf, gut belichtet, klar. Wir können über künstlerische Ausnahmen diskutieren, aber in der Praxis verzeiht die Unterwasserfotografie selten technisches Chaos. Glücklicherweise helfen uns moderne Kameras immer effektiver dabei, Schärfe und die richtige Belichtung zu erzielen, und wenn wir aufhören, mit der Kamera zu kämpfen, können wir uns wirklich mit dem Bild befassen.

Ein Foto zum Thema Jedes Foto benötigt ein klar definiertes Thema, ein Hauptmotiv, eine Situation oder eine Geschichte. Wenn das fehlt, wird die Fotografie zu einer Erzählung „über alles“, was in der Praxis „über nichts“ bedeutet. Zu viele Elemente konkurrieren dann um die Aufmerksamkeit des Betrachters, und die Absichten des Autors bleiben unklar.

Eine Nahaufnahme Wasser absorbiert und streut Licht, daher ist es in der Unterwasserfotografie von entscheidender Bedeutung, den Abstand zwischen Objekt und Objektiv zu minimieren. Abgesehen von außergewöhnlichen Sicht- und Lichtverhältnissen werden gute Fotos aus nächster Nähe aufgenommen, oft aus einer Entfernung von einigen Dutzend Zentimetern (darüber haben wir in der vorherigen Ausgabe von Perfect Diver mehr geschrieben). Dies verbessert den Kontrast, die Farbsättigung und die Lesbarkeit von Details und ermöglicht es, den Einfluss von Rückreflexionen an Schwebeteilchen, also die Entstehung des „Backscatter“-Effekts, zu begrenzen. Natürlich muss dies immer unter Beachtung der Sicherheit, des Tierschutzes und der Sorge um die Umwelt geschehen.

Ein schönes Foto Gute Fotos rufen ästhetische Emotionen hervor. Farbe, Licht und Komposition harmonieren in ihnen auf natürliche Weise. Die Fähigkeit, diese Elemente zu verbinden, ist für die einen Fotografen eine Frage der Intuition und angeborenen Sensibilität, für die anderen

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das Ergebnis bewusster Praxis, denn die Fähigkeit des „fotografischen Sehens“ lässt sich entwickeln. Dabei helfen klassische Kompositionsregeln, der bewusste Umgang mit Licht, Farbkontrolle, die Arbeit mit dem Hintergrund und das konsequente Analysieren guter Fotos.

den Betrachter zu überraschen. Man erliegt leicht dem Eindruck, dass alles schon mal da war und dass die Flucht vor der fotografischen Banalität zu einer immer größeren Herausforderung wird. Wie also die Chancen auf ein Foto mit „WOW“-Effekt erhöhen?

Ein faszinierendes Foto

Der Moment, der das Bild belebt

Und schließlich das fünfte Element – dasjenige, das am häufigsten über den „WOW“-Effekt entscheidet. Ein Foto muss faszinieren. Ein technisch korrektes, schönes und „treffendes“ Foto ist ein großer Erfolg, besonders zu Beginn des fotografischen Weges. Mit der Zeit beginnen wir jedoch zu sehen, dass viele Unterwasserfotos sich sehr ähnlich sind. Dieselben Fische, dieselben Riffe, dieselben Tauchersilhouetten, dieselben Bildausschnitte. Alles ist korrekt, manchmal sogar sehr hübsch, bleibt aber absolut nicht in Erinnerung. Stanisław Orzepowski, Autor des 1975 erschienenen Buches „Fotografia podwodna“ [Unterwasserfotografie], schrieb: „Mit dem Fotografieren von Segeln, Windsurfen oder der Unterwasserfotografie ist es genau dasselbe. Alle Fotos ähneln einander, wenn man dem Foto nicht etwas entlockt, das noch nie da war. Genau dieses „Etwas“ zu suchen, macht am meisten Spaß, deshalb muss man viel fotografieren – manchmal wirft einem Neptun etwas zu, besonders den Hartnäckigen“. Diese vor einem halben Jahrhundert geschriebenen Worte bleiben überraschend aktuell. Heute ist es vielleicht schwieriger denn je,

Eine Fotografie ist im Gegensatz zum Film ein statisches Bild. Es kann durch Komposition, Perspektive, Licht und vor allem durch eine im richtigen Moment eingefangene Aktion belebt werden: eine Geste, eine Bewegung, eine Interaktion oder den Höhepunkt einer sich abspielenden Szene. Diesen flüchtigen Augenblick nennt man „der entscheidende Moment“. Dieser Begriff wurde von Henri Cartier-Bresson eingeführt, einem französischen Fotografen, Mitbegründer der Agentur Magnum, der als Vater der Reportage und der Strömung der Fotografie gilt, die heute als Straßenfotografie (Street Photography) bezeichnet wird. „Der entscheidende Moment“ ist eine Aufnahme, die es ermöglicht, eine Geschichte in einem einzigen Bild zu erzählen. Seine Kraft hängt davon ab, ob das Drücken des Auslösers genau im Moment des Höhepunkts der Aktion erfolgt. Ein Fisch in einer scharfen Wendung, das direkt vor dem Objektiv aufgerissene Maul eines Hais, eine dynamische Geste eines Tauchers, Flossen, die sich unter dem Druck des Wassers biegen, oder die blitzschnelle Interaktion zweier Tie-


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Überlasse diese Situationen nicht dem Zufall. Stimme deine Bedürfnisse mit deinen Partnern ab, suche nach fotografischen Buddys, wähle fotografenfreundliche Expeditionen und Basen. Das ist eine Investition, die sich schneller auszahlt, als du denkst.

Blende f/8 und dort sein

Einmal habe ich eine Gruppe von Freunden fotografiert, die von einem Safariboot ins Wasser sprangen. Solche Szenen sehen nur in der Vorstellung einfach aus. In der Praxis springt jemand zu früh, jemand zu spät, jemand verdeckt sein Gesicht, jemand fällt in einer ungeschickten Position ins Wasser. Dieses Mal stimmte das Team zu, den Sprung zu wiederholen, und erst dann gelang es, den richtigen Moment einzufangen. Das ist eine Kleinigkeit, aber genau aus solchen Kleinigkeiten setzt sich die Bereitschaft des Fotografen zusammen.

re – genau solche Momente verleihen Fotos Energie und emotionales Gewicht. Es lohnt sich, das Auge zu schulen und die Bedienung der Kamera in einem Maße zu beherrschen, das es erlaubt, ohne Nachdenken zu reagieren. Eine schnelle Kamera und der Serienbildmodus erhöhen die Erfolgschance, aber die endgültige Entscheidung, der Moment, die Kamera zu heben, die Wahl der Blickrichtung und die Auswahl der besten Aufnahme liegen immer beim Fotografen.

Fotos mögen keine Eile Wie viel Zeit solltest du für ein einziges Foto aufwenden? Ein Freund erzählte mir einmal eine Geschichte von einem Foto-Workshop auf Kuba. Eine Gruppe von Fotografen ging jeden Morgen auf die Straßen von Havanna, um auf Szenen aus dem Stadtleben Jagd zu machen. Am Nachmittag stellte sich heraus, dass ihr Mentor, ein erfahrener StreetFotograf, die besten Fotos hatte. Auf sein Geheimnis angesprochen, antwortete er: „Ihr rennt dem Thema hinterher. Ich setze mich an einen Ort und warte darauf, dass etwas Interessantes passiert.“ Das Riff lebt, genau wie die Straße, in seinem eigenen Rhythmus. Während

der Fototauchgänge eilen wir jedoch oft vorwärts und machen Dutzende von Fotos in der Hoffnung, dass sich „etwas ergibt“. Interessiert das das Riff? Ich glaube nicht. Genau wie eine Straße in Havanna versucht es, sein eigenes Leben zu führen, solange wir es nicht stören. Aufgeschreckte Fische fliehen, kleine Organismen verstecken sich in ihren Schlupfwinkeln, und wir, abgelenkt von einem Übermaß an Reizen, widmen keinem potenziellen Thema genügend Aufmerksamkeit. Das Anhalten an einem Ort und die geduldige Beobachtung bringen oft bessere Ergebnisse. Natürlich verwöhnt einen die Realität nicht: Die Gruppe schwimmt weiter, und der Fotograf, von Gewissensbissen geplagt, verlässt das Thema und beginnt, ihr hinterherzujagen. Viele gute Fotos entstehen „im Vorbeigehen“, aber früher oder später erschöpfen sich solche „Instant“-Themen, und anspruchsvollere Aufnahmen brauchen Zeit. Die Zeit unter Wasser ist für den Fotografen eine Währung von höchstem Wert. Du wirst das besonders deutlich spüren, wenn du lebhafte Tiere fotografierst, Fotos im Supermakro-Maßstab machst oder dich der Fotografie in geschlossenen Räumen stellst: in Höhlen und im Inneren von Wracks.

Es gibt noch eine weitere Bedingung: Präsenz. Das klingt banal, entscheidet aber in der Praxis oft über alles. Während einer Safari, wenn man mehrere Tauchgänge pro Tag macht, kann das erneute Anziehen eines nassen Neoprenanzugs eine physische und psychische Herausforderung sein. Es ist leicht, es sein zu lassen. Es ist leicht zu sagen: „beim nächsten Mal“. Nur, dass es vielleicht kein nächstes Mal gibt. Stell dir vor, du hast die Ausrüstung bereits abgelegt, als jemand sagt, dass ein paar Dutzend Meter vom Boot entfernt ein Steinfisch liegt, den du seit Beginn der Reise gesucht hast. Du kannst aufgeben oder die Kamera erneut vorbereiten und ins Wasser zurückkehren. Solche Situationen passieren öfter, als wir zugeben möchten. Viele magische Begegnungen ereignen sich bei gewöhnlichen Check-Dives, bei Tauchgängen, die auf den ersten Blick nichts Besonderes versprechen. Am Shaab El Erg in der Nähe von Hurghada können Große Tümmler auftauchen. Entweder hast du dich rechtzeitig vorbereitet und die Kamera bei dir, oder du siehst dir nach dem Tauchgang die Delfine auf den Fotos anderer an. Robert Capa, ein herausragender Kriegsreporter, der einmal gefragt wurde, was er Leuten raten würde, die bessere Fotos machen wollen, antwortete kurz: „Blende f/8 und dort sein.“ In der Unterwasserfotografie funktioniert dieser Satz hervorragend. Es geht keineswegs um die Kameraeinstellungen. Es geht um deine persönliche Einstellung. Um Bereitschaft und die Fähigkeit der Vorahnung. Um Geduld und das Bewusstsein, dass die interessantesten Situationen selten lange im Voraus angekündigt werden.

Das Glück begünstigt die Vorbereiteten Ein Foto mit „WOW“-Effekt ist selten das Werk reinen Zufalls. Häufiger entsteht es an der Schnittstelle von Vorbereitung und Glück. Man muss die Ausrüs-

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tung kennen, ein versierter Taucher sein, das Licht verstehen, die Tarierung kontrollieren, das Verhalten von Tieren vorhersehen und den Reflex haben, genau dann zur Kamera zu greifen, wenn es nötig ist. Man muss sich auch damit abfinden, dass viele Versuche scheitern werden. Dass der perfekte Moment um eine halbe Sekunde zu früh vergeht. Dass der Fisch einem

Oft entscheidet der Moment, in dem wir den Auslöser drücken, über die Wirkung eines Fotos. Eine flache Kaverne vor der Insel Greben, auf der Ostseite von Vis. Im Licht der Eingangsöffnung erscheint eine Freediverin. Einen Augenblick lang wissen wir nicht, ob sie hineinschwimmt oder nur an der Kaverne vorbeizieht. Sie bewegt sich leicht und anmutig, doch die gebogenen Flossen verraten die Energie, die in jeder Bewegung steckt. Man sieht sofort, dass das Wasser ihr Element ist. Kein Wunder – das ist Emilia Biała, eine der besten polnischen Freediving-Instruktorinnen. Danke für diese Session, Emilka.

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den Schwanz zudreht. Dass der Blitz keine Zeit hat, sich aufzuladen. Dass Schwebeteilchen den Hintergrund ruinieren. Das ist Teil dieses Spiels.

Neptun belohnt die Hartnäckigen Es gibt also keinen einzigen geheimen Trick für ein Foto, das die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt. Die Big Five hilft da-

bei, das Nachdenken über Fotos zu ordnen. Technik, Thema, geringer Abstand, Schönheit und ein faszinierender Moment sind nicht immer eine Erfolgsgarantie, aber sie bilden ein starkes Fundament. Die meisten Fehler, die wir unter Wasser machen, betreffen genau diese Grundlagen, und die interessantesten Fotos entstehen dann, wenn alle Elemente in einem Bild zusammenkom-


Unterwasserfoto Naturfotografie beginnt oft mit dem Innehalten. Bei dieser Anemone am Gota in Marsa Alam schaute ich schon seit Langem immer wieder vorbei, aber stets nur für einen kurzen Moment. Ich schwamm mit der Gruppe hin, zeigte, wer darin lebte, und dann mussten wir weiter. Diesmal hatte ich zwanzig Minuten ganz für mich. Als die Anemonenfische und halbtransparenten Garnelen nicht mehr auf meine Anwesenheit reagierten, zeigte sich die stille Magie der Symbiose – eine Magie, die sich in Eile nicht festhalten lässt. Dieses Bild gehört zu meinen liebsten Naturaufnahmen.

men. Das Wichtigste ist jedoch, ausdauernd mit der Kamera zu tauchen, auch wenn nichts Besonderes versprochen wurde. Manchmal wirft einem Neptun tatsächlich etwas zu. Meistens denjenigen, die besonders hartnäckig sind.

Praktische Ratschläge Wenn du deine Chancen auf ein Foto erhöhen willst, das wirklich die Aufmerksamkeit fesselt: ● Höre beim Briefing aufmerksam zu und finde heraus, welche Themen während des Tauchgangs möglich sind; ● Nutze die Erfahrung von Guides und anderen Fotografen bei der Wahl des Objektivs oder Konverters; ● Wähle deine Ausrüstung für das wahrscheinlichste Thema und nicht für alle möglichen Themen auf einmal; ● Tauche mit eingeschalteter Kamera; ● Sehe voraus, was gleich im Sichtfeld auftauchen könnte; ● Stelle die Belichtung vorab ein und mache ein Testfoto; ● Schalte die Kamera bis ganz zum Ende des Tauchgangs nicht aus; ● Schränke das Betrachten von Fotos auf dem LCD-Display ein, denn ein Moment der Unachtsamkeit kann dich das beste Bild des Tages kosten; ● Nutze den Serienbildmodus, wenn du dynamische Szenen fotografierst; ● Analysiere nach dem Tauchgang nicht nur die gelungenen Fotos, sondern auch diejenigen, bei denen du um den Bruchteil einer Sekunde zu spät warst. Der Text ist ein Auszug aus einem in Vorbereitung befindlichen Buch über die Unterwasserfotografie.

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REISEN

LAST MINUTE Text Beata PYTEL Fotos Traveliada.pl

Zusammen mit meinem Mann Marek betreibe ich seit 12 Jahren ein Reisebüro und wir teilen unsere Zeit zwischen dem Reisen und dem Tauchen auf. Vor einigen Jahren kamen wir auf die Idee, diese beiden Leidenschaften zu verbinden, und organisieren kombinierte Tauch- und Erholungsauslandsreisen.

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ir begannen mit dem uns sehr am Herzen liegenden Ägypten, wo wir unsere ersten Schritte machten, indem wir den Besitz eines Reisebüros und Mareks Leidenschaft als Tauchlehrer miteinander verbanden. Wir haben uns so weiterentwickelt, dass wir mit „unseren Gruppen“ in den folgenden Jahren bereits in Asien, in der Karibik, in Süd- und Mittelamerika landeten, und bald brechen wir nach Indonesien und zu weiteren neuen Zielen auf. 12 Jahre in der Tourismusbranche haben uns viel gelehrt und gezeigt, wie instabil der Reisemarkt sein kann und wie viele Unbekannte uns auf dem Weg zur Erfüllung unserer Traumreise im Weg stehen

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können. Wir waren immer der Meinung, dass wir dazu da sind, solche Träume zu erfüllen, denn ein zufriedener Kunde ist unser Erfolg. In letzter Zeit (nach unseren Beobachtungen seit etwa 3 Jahren) haben die Polen zwei Wörter ins Herz geschlossen: LAST und MINUTE und planen im Jahr 2026 definitiv, ihre Urlaubsreise genau in diesem Format zu buchen. 2026 ist ein schwieriges Jahr in der Tourismusbranche und erfordert eine Zusammenarbeit zwischen Reisevermittler und Kunde. Fragt ihr, warum? Tatsächlich haben sich die Leute an Last-Minute-Angebote gewöhnt, die wenige Tage vor dem geplanten Urlaub in großen Mengen auftauchten und es sie ermöglichten, „für gutes Geld“ mit der Familie in den Traumurlaub zu fliegen. Nicht dieses Mal. Leider berücksichtigen nicht alle die Tatsache, dass es Faktoren gibt, die das Fehlen von Last-Minute-Angeboten beeinflussen. Was sind das für Faktoren? 1. First-Minute-Kauf – Der Kauf viele Monate im Voraus mit Vorteilen und niedrigen Anzahlungen (oft mit einer Preisgarantie als Bonus, gebührenfreie Umbuchungen, Parken etc.), wodurch sich unser Kontingent an freien Plätzen im Flugzeug und die Hotelauswahl zu einem späteren Zeitpunkt verringert. Viele Menschen begannen, diese Option zu nutzen. 2. Management der Fluggesellschaften – vor jeder Saison werden im Herbst Verträge mit Fluggesellschaften unterzeichnet, in denen kalkuliert wird, wie viele Charterplätze jeder Veranstalter benötigen wird; deshalb zieht er es oft vor, die Reise einen Monat vor Abflug etwas günstiger zu verkaufen, als leere Sitze zu riskieren, die ein paar Tage vor der Abreise Verluste generieren.


fen und gerade Familie Kowalski aus einer anderen Stadt in einer der Filialen für sich und ihre Nachbarn eine Reise in die Türkei bucht und die letzten 2 Zimmer im Hotel X „als Last-Minute“ aufkauft. Die Telefonate, E-Mails oder Nachrichten, die wir erhalten, besagen eindeutig, dass der Urlaub 2026 der Polen „last-minute“ sein wird. Leider werden sich viele von ihnen auf dem Absatz umdrehen und angewidert und verbittert das Reisebüro verlassen, als sie ihren weinenden Kindern erklären, dass die ganze Familie dieses Jahr für eine Woche nach Posemuckel fährt. Man muss auch bedenken, dass LastMinute-Angebote knapp sein oder gibt es einfach keinen während der Feiertage oder in der Hochsaison (Juli, August und sogar September). Wenn ihr Last Minute wählt, müsst ihr sehr flexibel sein – bereit, eine schnelle Entscheidung zu treffen, gepackt und angepasst an die Bedingungen und das Hotel, und am wichtigsten: bereit, die Reise schnell im Reisebüro abzuschließen und zu kaufen. Manchmal sind es wirklich Minuten, damit der Urlaub euch gehört. Ihr werdet denken: Oh je – das ist ja ein Rattenrennen! Als Vermittlerin muss ich das bestätigen – genau so ist es. Darüber hinaus ist die Urlaubssaison schon seit etwa 2 Jahren nicht nur Juli und August. Immer mehr Menschen ent-

scheiden sich angesichts der hohen Preise, ihren Urlaub auf Anfang Juni oder September zu verschieben, weil es dann billiger wird. Aber leider ist es nicht viel billiger. Ich schätze Kunden sehr, die uns vertrauen, die glauben, was wir ihnen sagen, und deren Transaktionen vorbildlich sind – schnell, mit möglichst wenig Stress auf beiden Seiten; sie freuen sich, wenn ich ihnen sagen kann: Ha! Es hat geklappt. Ich wünsche allen einen wunderbaren Urlaub. Erkundet die Welt, denn sie ist wunderschön und erwartet euch auf verschiedenen Kontinenten. Habt keine Angst vor dem Risiko – es zahlt sich oft aus; findet einen Reisevermittler, der euch schnell und stressfrei durch die Buchung führt und eure Reise des Lebens für euch findet, denn genau darum geht es bei alledem.

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3. Marktveränderungen – Änderungen der Treibstoffkosten, Flughafengebühren, geschlossene Flughäfen aufgrund von Kriegshandlungen, die geopolitische Situation; all dies erzwingt eine Kostenkalkulation und eine Erhöhung der Reisepreise statt Preissenkungen. 4. Infrastrukturelle Einschränkungen – Die Kapazität beliebter Flughäfen und das Hotelangebot sind begrenzt, die Anzahl der Plätze in den Flugzeugen ist oft geringer als das Interesse der Kunden, und es kommt nicht oft vor, dass ein Veranstalter mitten in der Saison neue Flugverbindungen hinzufügt. Betrachtet man die Faktoren, ohne die es nicht geht, haben wir immer öfter, anstatt einer Preissenkung kurz vor dem Abflug, die umgekehrte Situation – der Preis steigt, weil die Nachfrage so riesig ist, dass „es ohnehin jemand kaufen wird“. Ein wichtiges Element von Last Minute ist auch, dass es in der Regel nur wenige Plätze betrifft; ich kann es nicht verstehen, wenn mehrere befreundete Familien, die gemeinsam Urlaub machen wollen, darauf warten. Es ist schwierig, sich eines solchen Themas als Reisevermittler anzunehmen, denn die Anzahl der Plätze sowohl im Hotel als auch im Flugzeug ist begrenzt. Man muss nicht vergessen, dass die Reservierungssysteme der Reisebüros an Tausenden von Orten in Polen lau-

In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also wirf die Leinen los. Verlasse den sicheren Hafen. Lass den Passatwind in deine Segel wehen. Erforsche. Träume. Entdecke. Mark Twain

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SÜSSWASSER

Tauchen im See zwischen den Kanälen, eine Unterwasserwelt voller Überraschungen

Der JAGODNE-SEE Text und fotos Jacek KUBIAK

Der Jagodne-See ist ein Rinnensee in der Masurischen Seenplatte in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er liegt zwischen dem Kula-Kanal und dem Szymoński-Kanal.

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ie Länge des Sees beträgt 8,7 Kilometer, seine Breite erreicht bis zu 1,8 Kilometer. Die maximale Tiefe beträgt laut Wikipedia 37,4 Meter. Bei meinen zahlreichen Fahrten über diesen See habe ich jedoch auf dem Echolot meines Bootes immer wieder Tiefen von bis zu 40 Metern gesehen. Wer den See entlangfährt, kommt an vier namenlosen Inseln vorbei, die das tiefe Hauptbecken von ruhigen, versteckt gelegenen Buchten trennen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Aufgrund seiner geografischen Lage ist der Jagodne-See zu einem wichtigen Durchgangsgewässer geworden, denn er liegt praktisch in der Mitte der Wasserstraße der Großen Masurischen Seen. Es handelt sich um ein sehr großes Gewässer mit einer Wasserfläche von etwa 900 Hektar. Die größte Tiefe befindet sich in der Nähe von Prażmowo, also im westlichen Teil des Sees. Der

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Name dieses Ortes wird im weiteren Verlauf des Artikels noch einmal auftauchen, denn mit dem Tauchen an diesem Platz verbindet sich eine Geschichte, die ich hoffentlich spannend erzählen kann. Der See liegt zwischen dem Szymoński-Kanal, der in Richtung Mikołajki und Ryn führt, und dem Kula-Kanal, der den nördlichen Teil der Route der Großen Masurischen Seen über den BoczneSee mit dem Niegocin-See und Giżycko verbindet. Die Orte entlang des Sees sind Dörfer, deren Bewohner seit preußischer Zeit vom Fischfang lebten und arbeiteten. Dazu gehören Jagodne Wielkie und Jagodne Małe auf der östlichen Seite des Sees sowie Prażmowo und Kozin auf der westlichen Seite. Historisch wurden diese Gebiete durch die Ereignisse des Ersten Weltkriegs geprägt, denn genau hier verlief die Frontlinie. Spuren dieser Zeit kann man noch heute in den umliegenden Wäldern rund um den See finden, wo zahlreiche Gräber preußischer Soldaten liegen. Der Kula-Kanal und seine Umgebung wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zum Fort Kula ausgebaut – einem System preußischer Militärbefestigungen, das dem Schutz der Brücke zwischen den Seen diente, da diese Stelle strategische Bedeutung hatte. Dies ist mein persönlicher Lieblingsplatz zum Tauchen, wenn auf den meisten masurischen Seen noch Eis liegt. Die Strömung im Kanal zwischen dem Boczne-See und dem Jagodne-See sorgt dafür, dass der Kanal und die kleine Bucht am Kanaleingang


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eisfrei bleiben. Dadurch kann man dort im Januar problemlos tauchen und Sichtweiten von bis zu 10 Metern genießen. Im Sommer hingegen erreicht man an dieser Stelle oft nur noch etwa einen Meter Sicht. Aus taucherischer Sicht ist der See im Frühjahr und Sommer allerdings recht anspruchsvoll. Die Entwässerungsgräben aus den umliegenden Feldern und Wiesen bringen im Frühjahr große Mengen an Stickstoffverbindungen und Phosphaten in das Wasser, was leider einen erheblichen Einfluss auf die Sichtbedingungen im See hat. Zum Glück gilt auch hier: Wo Nachteile sind, gibt es oft auch Vorteile. Gerade die eingeschränkte Sicht im Sommer und die Tatsache, dass das Tauchen Erfahrung im Umgang mit Gewässern mit geringer Sicht erfordert, führen dazu, dass nur wenige Taucher diesen See besuchen. Dadurch bleibt vieles, was in dieses viel befahrene Gewässer fällt, unter Wasser erhalten. Wer hier taucht, kann echte Schätze finden. Das bewies ein einheimischer Taucher vor einigen Jahren, als er einen mehr als 200 Jahre alten Admiralsanker entdeckte, der vermutlich von einer der großen preußischen Fähren stammt. Das aktuelle Jahr ist für diesen See außergewöhnlich, und da ich hier seit 30 Jahren jede freie Minute verbringe, glaube ich, dass ich weiß, wovon ich spreche. Ein ungewöhnlich kalter Mai und ein Juni mit nur geringen Temperaturen haben dazu geführt, dass die im Wasser vorhandenen chemischen Verbindungen langsamer aufgenommen werden. Dadurch begleitet uns eine bessere Sicht unter Wasser deutlich länger als üblich. Ich konnte mich davon persönlich überzeugen. In den vergangenen Jahren konnte ich beim Tauchen hier im Mai oder Juni normalerweise mit einer Sichtweite von nur 1 bis 1,5 Metern rechnen. In diesem Jahr waren es sogar 4 bis 5 Meter. Ich persönlich liebe Tauchgänge in den Seen entlang der Route der Großen Masurischen Seen, denn man weiß nie, was einen erwartet und welche Entdeckungen man machen kann. Wie mein befreundeter italienischer Tauchlehrer Duccio aus Sardinien sagt, wenn er die Fotos von unseren Funden sieht: „Jacek, du bist ein bisschen wie der Indiana Jones der Unterwasserwelt.“

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Was erwartet uns beim Tauchen in diesem Gewässer? Für alle Fischliebhaber ist dieser See ein wahres Paradies. Hier findet man praktisch alle Arten, die in den Gewässern der masurischen Seenlandschaft vorkommen. Besonders beeindruckend sind die großen Zander, von denen es hier sehr viele gibt. Warum gerade hier? Entlang des Sees gibt es zahlreiche Waldgebiete, und die ins Wasser gestürzten Bäume und Äste bilden für die Fische eine natürliche „Unterwasserlandschaft“ – eine Art Riff, das ihnen Schutz und Lebensraum bietet. Mein persönlicher Lieblingsplatz ist das Wrack einer mehr als 100 Jahre alten Barke. Dort haben Zander und Barsche ihre Reviere und Nester. Egal, wann ich dort tauche – ihre Gesellschaft ist mir sicher.

Es ist ein unglaubliches Erlebnis, denn indem ich in den Lebensraum der Zander eindringe, werde ich für sie zu einem Eindringling. Sie beobachten mich ständig und kreisen während des gesamten Tauchgangs um mich herum. Der Jagodne-See ist ein sehr großes Gewässer mit Inseln, Buchten und mehreren Ortschaften, deren Geschichte beeinflusst hat, was heute unter Wasser zu finden ist. Eine spektakuläre Geschichte machte in der lokalen Bevölkerung besonders die Runde: Zwischen 1992 und 1995 wurden mehr als 300 Waffen aus dem See geborgen. Spektakulär war diese Aktion nicht nur wegen der Menge der gefundenen Waffen, sondern auch wegen der Umstände – sie fand im Winter unter dem Eis statt und wurde nicht von Spezialdiensten durchgeführt, sondern von örtlichen Tauchern. Man sagt, dass es sogar Fotos von dieser Aktion gibt – natürlich streng geheim. Sicher ist jedoch: Die Bewohner von Prażmowo haben Augen und Ohren überall, und solche Ereignisse bleiben nicht lange unbemerkt. Das Wichtigste: Vergessen wir nicht, dass dieser See Teil der Route der Großen Masurischen Seen ist und keine Ruhezone besitzt. Deshalb müssen wir beim Tauchen besonders auf die Sicherheit achten. Eine Boje, eine Taucherflagge und eine Unterstützung an der Oberfläche sind hier unbedingt empfehlenswert. Vor Ort und in der näheren Umgebung gibt es weder ein Tauchzentrum noch eine Tauchbasis. Wer hier tauchen möchte, muss also seine eigene Ausrüstung mitbringen. Dies ist bereits mein fünfter Artikel in Perfect Diver über das Tauchen in den Masuren, und ich hoffe, dass es nicht der letzte sein wird. Bis bald auf der Route der Großen Masurischen Seen.

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UNTERWASSERFOTO

Die Magie

DER BEWEGTEN BILDER Über den roten Knopf hinausgehen

Text und fotos Przemysław ZYBER

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Viele von uns betrachten die Unterwasserfotografie als den Höhepunkt des Handwerks in der Welt der Unterwasserkunst. Der Fotograf muss schließlich im Bruchteil einer Sekunde den Bildausschnitt perfekt komponieren, das Licht präzise messen und die Bewegung einfrieren. Filmen erscheint dabei einfach.

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ie moderne Technologie suggeriert, dass es ausreicht, eine Actionkamera zu nehmen, ins Wasser zu springen und den roten Knopf zu drücken – dann erledigen die Algorithmen sowie die digitale Stabilisierung den Rest. Die Realität der professionellen Unterwasserproduktion revidiert diese Vorstellung jedoch brutal. Das bewegte Bild, das mit einer professionellen Kamera realisiert wird, stellt den Kameramann vor Anforderungen, bei denen sich ein einzelnes Foto als wesentlich einfachere Aufgabe erweist.

Die Falle des roten Knopfes Der wahre Unterschied zwischen amateurhafter Spielerei und professionellem Unterwasserfilmen liegt in der Kontrolle über den kreativen Prozess. Eine Actionkamera verlässt sich auf die Automatik. Sie entscheidet selbst über Belichtung, Schärfe und Farben, was unter schwierigen Lichtverhältnissen die Bildqualität drastisch verschlechtert. Wenn man aber mit einem professionellen, spiegellosen Kameragehäuse, das in einem Aluminiumgehäuse eingeschlossen wird, unter Wasser geht, wird die Automatik zum Feind. Der Unterwasserfotograf hat den Komfort, dass er einen vorübergehenden Mangel an Stabilität oder kleine Fehler mit einem starken Blitzlicht und der fortgeschrittenen Retusche einer einzigen RAW-Datei korrigieren kann. Ein Filmemacher hat diesen Spielraum für Fehler nicht – er braucht Kontinuität. Jede Sekunde einer Aufnahme erfordert: ● Die Aufrechterhaltung einer konstanten, perfekten Bewegungsflüssigkeit im dreidimensionalen Raum. ● Fehlerfreie Schärfenachführung in einer kontrastarmen Umgebung. ● Perfekte Beherrschung des Weißabgleichs, der sich bei einer Tiefenänderung von nur wenigen Metern drastisch ändert. In der professionellen Produktion gibt es kein Platz für Zufälle. Der Kameramann wird zum Unterwasser-Ingenieur,

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für den das Drücken der Aufnahmetaste nur das Finale eines komplexen Verfahrens ist.

Vorproduktion: Was und wie will man erzählen? Beim Unterwasserfilmen bestimmt die Planungsphase im Probelauf jeden weiteren Schritt. An Land erfordert eine Konzeptänderung während der Dreharbeiten nur eine kurze Pause. Unter Wasser hört diese Flexibilität auf zu existieren. Das Einschließen einer professionellen Kamera in ein Gehäuse gleicht der Vorbereitung eines Raumschiffs auf eine Mission. Bevor der Kameramann seinen Anzug anzieht, muss er genau wissen, welchen Film er an die Oberfläche zurückbringen will.

Bildarchitektur: Weitwinkel oder Makro? Die erste Entscheidung betrifft den Maßstab der Geschichte. Der Kameramann muss das Thema eindeutig wählen, da es unter Wasser nicht möglich ist, das Objektiv zu wechseln: ● Weitwinkelaufnahmen – ideal, wenn das Ziel majestätische Wracks, Höhlen, überflutete Minen oder große Meeressäuger sind. Ein solches Bild erfordert die Verwendung von Weitwinkel- oder Fischaugenobjektiven sowie die Montage eines großen, halbkugelförmigen Glas-Domeports, der die optischen Verzerrungen des Wassers korrigiert.

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● Die Makrowelt – Fokus auf den Mikrokosmos, der für das durchschnittliche Auge unsichtbar ist (Nacktschnecken, Garnelen). Erfordert Objektive mit langer Brennweite, extrem präzise Fokussierung und einen flachen optischen Port. Jeder Versuch, Weitwinkelaufnahmen mit einem Makro-Setup zu filmen (oder umgekehrt), endet mit technisch wertlosem Material.

Musik und Tempo als Fundament des Schnitts Ein professioneller Kameramann denkt bereits bei der Planung der Aufnahmen an den Schnitt. Der Schlüssel zum Erfolg ist die vorherige Auswahl der Musik oder die genaue Bestimmung von Rhythmus und Emotion des Films: ● Dynamik und Action – wenn der Film von einem schnellen Strömungstauchgang oder der Jagd von Raubtieren handelt, muss die Musik schnell und rhythmisch sein. Der Kameramann verwendet dann kurze, geschnittene Aufnahmen mit Standard-Bildrate (25 Bilder/s) und entschiedene Kamerabewegungen. ● Majestätischer Stillstand (Zeitlupe) – wenn das Ziel darin besteht, die Magie von Höhlen oder der Tiefsee einzufangen, ist die Aufnahme mit hoher Bildrate (50, 100 oder 200 Bilder/s) die ideale Lösung. Ein verlangsamtes Bild benötigt gedämpfte, räumliche und filmische Musik. Sie ermöglicht es dem Betrachter, jede lang-


same Flossenbewegung oder den Tanz von Luftblasen zu zelebrieren. Wenn man das alles am Ufer plant, kann man die entsprechenden Aufnahmeparameter in der Kamera wählen, Speicherplatz auf den Speicherkarten sparen und Chaos in der Postproduktion vermeiden.

Technische Konfiguration: PALStandard und die Physik der Bildrate Nach der Festlegung der künstlerischen Vision konfiguriert der Kameramann die Kamera in technischer Hinsicht. Ein schwerer Fehler von Amateuren ist das unkritische Aufnehmen im amerikanischen NTSC-Standard (24, 30 oder 60 Bilder/s). Professionelle Produktionen, die für den europäischen Markt bestimmt sind, unterliegen anderen Regeln, deren Missachtung die Fließfähigkeit des Bildes zerstört.

Warum verlangt Europa das PALSystem? In Europa ist das PAL-System der vorherrschende Fernseh- und Produktionsstandard. Es ergibt sich direkt aus der Wechselstromfrequenz in den europäischen Stromnetzen, die genau 50 Hz beträgt. Aus diesem Grund muss das Herzstück jedes in Europa realisierten Unterwasserprojekts eine Bildrate sein, die auf der Zahl 25, 50 oder einem Vielfachen von 25 Bildern pro Sekunde basiert.

Die Mathematik der fließenden Bewegungen in der Postproduktion Die Wahl der richtigen Bildrate ist für den Endschnitt von kolossaler Bedeutung. Damit das Material auf Bildschirmen und Streaming-Plattformen nicht „ruckelt“, muss die Zeitleiste im Schnittprogramm mit den Quelldateien harmonieren: ● Natürliche Bewegung (Real-time) – die Aufnahme mit 25 Bildern/s bei einer Verschlusszeit (Shutter Speed) von 1/50 Sekunde ergibt eine ideale, filmische Bewegungsunschärfe, die der menschlichen Wahrnehmung entspricht. ● Perfekte Verlangsamung (Zeitlupe) – Aufnahmen, die mit 50 Bildern/s oder 100 Bildern/s aufgenommen wurden, werden in der Postproduktion auf einer Zeitleiste von 25 Bildern/s exakt um das Zwei- oder Vierfache verlangsamt.

Dadurch behält jede Bewegung ihre mathematische Fließfähigkeit, ohne dass Bilder verloren gehen oder das Bild stottert (Mikro-Ruckler).

Das Handwerk des Weißabgleichs: Der Kampf gegen den Farbverlust Licht verhält sich unter Wasser völlig anders als an der Oberfläche. Wasser wirkt wie ein mächtiger, natürlicher Filter, der mit jedem Meter Tiefe schonungslos weitere Farben absorbiert. Das Verständnis dieser Physik und die Fähigkeit, den Weißabgleich (White Balance) manuell zu steuern, ist die wichtigste Fertigkeit, die einen Profi vom Amateur trennt.

Das verschwindende Spektrum Unsere eigene Wahrnehmung bestätigt schnell die Theorie, dass mit dem Abtauchen in die Tiefe des Gewässers die Farben in einer streng definierten Reihenfolge verschwinden: ● In einer Tiefe von etwa 3–5 Metern verschwindet die Farbe Rot vollständig. ● In der Nähe von 10–15 Metern absorbiert das Wasser Orange und Gelb. ● In größeren Tiefen wird alles um einen herum monoton, blau-grün und grau. Eine Amateurkamera im automatischen Weißabgleich-Modus (AWB) versucht verzweifelt, die Situation anhand von Algorithmen zu retten. Im Ergebnis ändert

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unterwasserfoto

das Bild während einer einzigen Aufnahme drastisch seine Färbung – von grellem Violett zu unnatürlichem Grün. Eine professionelle Kamera zwingt uns, die volle, manuelle Kontrolle zu übernehmen.

Das heilige Verfahren: Manueller Weißabgleich unter Wasser Um die Natur zu überlisten und dem Bild lebendige Farben zurückzugeben, muss der Kameramann regelmäßig die Weißabgleich (Custom WB) manuell einstellen. Da die Lichtfilterung von der Dicke der Wasserschicht über den Taucher abhängt, ändert sich der Weißabgleich mit jedem Meter Tiefe. Jede Änderung von nur 2-3 Metern erfordert eine erneute Kalibrierung. Die Kamera benötigt einen Referenzpunkt, wofür bewährte Methoden verwendet werden: ● Graukarte oder weiße Tafel – der Kameramann bringt eine spezielle, matte Kunststoffplatte mit. In einer bestimmten Tiefe platziert er sie vor dem Objektiv, sodass das Umgebungslicht darauf fällt, und erzwingt in der Kamera das Einlesen des Musters. Die Kamera korrigiert sofort den Farbstich, indem sie die abgeschnittenen Rottöne verstärkt. ● Tauchflasche oder Flosse des Partners – unter Wasser muss man flexibel sein. Als Referenzpunkt kann auch die hellgraue Aluminiumflasche des Partners oder ein weißes Element seiner Ausrüstung dienen. Es reicht aus, das Objektiv dorthin zu richten, ein Testfoto zu machen und es im Menü als Muster zu definieren. Dadurch registriert der Sensor eine reiche Farbpalette,

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und die Haut der Taucher oder die Farben des Riffs erhalten ihren natürlichen Glanz direkt in der Videodatei zurück.

Das Belichtungsdreieck in der Dunkelheit – Die Falle der hohen ISO Beim Filmen an Land ist die Arbeit in halbautomatischen Modi (z. B. Auto-ISO) üblich. Unter Wasser ist das der kürzeste Weg zur Zerstörung des Materials. Man muss zwingend drei Parameter kontrollieren: Verschlusszeit, Blende und Sensorempfindlichkeit. Die Herausforderung besteht darin, dass beim Abtauchen in die Tiefe das Licht drastisch abnimmt und jedes Element des Dreiecks starre Einschränkungen hat.

Der starre Rahmen der Verschlusszeit (Shutter Speed) Ein Filmemacher kann die Verschlusszeit nicht frei verlängern, um mehr Licht hereinzulassen. Unter Einhaltung der eisernen Regel eines Verschlusswinkels von 180 Grad muss diese Zeit streng an die Bildrate gebunden sein. Für den Standard von 25 Bildern/s beträgt sie exakt 1/50 Sekunde, und für Zeitlupe (50 Bilder/s) 1/100 Sekunde. Die Zeit ist also „starr“ blockiert und wir können damit kein dunkles Bild aufhellen.

Blende und die Physik des Ports Es mag den Anschein haben, dass es in einer dunklen Mine am einfachsten ist, das Objektiv bis zum Maximum zu öffnen (z. B. f/1.8 oder


Unterwasserfoto

f/2.8). Das ist doch ein Fehler. Eine weit geöffnete Blende verringert drastisch die Schärfentiefe. Im sich bewegenden Wasser, bei ständiger Mikrobewegung von Kameramann und Objekt, grenzt das Halten der Schärfe bei f/2.8 an ein Wunder. Zusätzlich, damit die Optik des Objektivs perfekt mit dem abgerundeten Domeport des Gehäuses harmoniert und Schärfe an den Rändern des Bildes gewährleistet, muss die Blende geschlossen werden (normalerweise auf f/5.6 – f/11).

Der kritische Moment und die digitale Zerstörung Da Verschlusszeit und Blende begrenzt sind, gerät die Kamera in einer Tiefe von 20-30 Metern in tiefe Dunkelheit. Wenn der Kameramann die Empfindlichkeit im Auto-ISO-Modus belässt, verstärkt der Prozessor das Signal des Sensors drastisch, und die Empfindlichkeit schnellt in die Höhe (z. B. ISO 12‘800). Die Folgen für die Videodatei sind katastrophal: ● Das Bild wird durch massives digitales Rauschen zerstört, das im dunklen Wasser wie beweglicher Brei aussieht. ● Der Dynamikumfang sinkt drastisch – Schwarztöne werden grau, und Details in den Schatten verschwinden. ● Digitale Rauschunterdrückung „verwäscht“ das Bild, wodurch der Film unscharf aussieht. Wenn es an natürlichem Licht fehlt, um eine niedrige, saubere ISO aufrechtzuerhalten (z. B. Basis-ISO 640 oder 800), lässt der Profi der Kamera keine Eigenmächtigkeit zu. Er schaltet eine leistungsstarke externe Videobeleuchtung ein, um Photonen direkt vor das Objektiv zu bringen. Die Beherrschung dieser drei Videoeinstellungen unter Wasser kann extrem schwierig sein. Glücklicherweise gibt es jedoch einen „Goldenen Schlüssel“, der es ermöglicht, diese Parameter zu bändigen. *

Der Aufbau dynamischer Geschichten unter Wasser Wenn die Ausrüstung konfiguriert ist und du als erfahrener technischer Taucher die volle Kontrolle über deine Tarierung hast, ist es Zeit, dich um die Regie des Bildes zu kümmern. Die Arbeit mit der Kamera unter Wasser unterliegt absoluten Gesetzen, und das bewegte Bild schöpft aus diesen Regeln aus dem Vollen. *

Das Licht als wichtigster Verbündeter Eine der wichtigsten Regeln beim Aufbau von Tiefe ist der bewusste Umgang mit der Sonne. Viele Szenen sollten direkt gegen die Sonne gedreht werden. Dieser Trick erhöht den Kontrast des Bildes drastisch, hebt die Kanten von Objekten hervor und verleiht den Aufnahmen eine filmische Qualität. Die durch das Wasser brechenden Strahlen erzeugen auf dem Bildschirm phänomenale, dynamische Lichtvorhänge.

Vermeide den „düsteren Grund“ Bei der Erstellung der Komposition musst du Aufnahmen kategorisch vermeiden, bei denen das Objektiv direkt nach unten gerichtet ist. Sand oder Schlamm sind meist dunkel, flach und ohne Dynamik. Versuche stattdessen, das Bild so aufzubauen, dass mindestens die Hälfte des Raumes aus offenem Wasser besteht, das oben von einer erleuchteten Wasseroberfläche abgeschlossen wird. Die Präsenz der Oberfläche mit tanzenden Sonnenstrahlen gibt dem Be-

trachter einen Bezugspunkt, schafft Raum und lässt ihn die wahre, majestätische Größe der Unterwasserwelt spüren.

Postproduktion: Die digitale Dunkelkammer des bewegten Bildes Wenn du das Material auf die Festplatte überträgst, beginnt die Phase, die letztendlich über den filmischen Charakter deines Werks entscheidet. Diese Phase erfordert die Wahrung der vollständigen farblichen und tonalen Konsistenz innerhalb ganzer Sequenzen. Der professionelle Unterwasserschnitt umfasst folgende Schlüsselprozesse: ● Color Grading (die Rettung der Farben) – Herausarbeiten von Kontrasten, Wiederherstellen des fehlenden Rotes und präzise Anpassung der einzigartigen Tonalität des Wassers. ● Arbeit in den Schatten – digitale Wiederherstellung von Details aus den dunklen, unterbelichteten Winkeln von Höhlen oder Wracks. ● Denoising (Rauschunterdrückung) – Entfernen von digitalem Rauschen (Körnung) aus unterbelichteten Bildbereichen, ohne gleichzeitig an Kantenschärfe zu verlieren. ● Stabilisierung – Mikrokorrektur der Bewegungsflüssigkeit, um perfekt sanfte Kamerafahrten zu erzielen. Rohe Videodateien mit hoher Bitrate können selbst leistungsstarke Computer in die Knie zwingen. Dieser Prozess ist jedoch völlig beherrschbar, wenn du die richtige Arbeitsumgebung wählst.

DaVinci Resolve: Ein Hollywood-Werkzeug in deinen Händen Das beste Programm für diesen Zweck ist DaVinci Resolve. Die Studio-Version bietet das volle Potenzial, aber die Basisversion kann völlig kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Diese Software ist ein absoluter Standard in der Kino-Branche. Selbst in der kostenlosen Variante erhältst du ein mächtiges Werkzeug, mit dem du jede Nuance verfeinern, die Schärfe korrigieren und Tiefe aus Unterwasseraufnahmen herausholen kannst. Die Arbeit mit sogenannten Knoten (Nodes) gibt dir die totale Kontrolle über Belichtung und Farben und ermöglicht es, eine rohe, graue Datei aus der Kamera in ein saftiges, detailreiches Bild im Stil einer National Geographic-Produktion zu verwandeln.

Zusammenfassung Das Unterwasserfilmen ist ein gnadenloses, aber äußerst befriedigendes Handwerk. Es erfordert, gleichzeitig ein gelassener technischer Taucher, ein präziser Ausrüstungs-Ingenieur, ein visueller Künstler und ein geschickter Editor zu sein. Jedes Element – vom Vakuumtest im Trockenen über die strenge Bildrate des PAL-Standards, den manuellen Weißabgleich, die Bildkomposition gegen die Sonne bis hin zum fortschrittlichen Color Grading in DaVinci Resolve – entscheidet darüber, ob dein Film den Zuschauer begeistert oder unbemerkt bleibt. * Für Interessierte – ich habe dieses Thema in meinem Buch über die Kanons der Fotografie vertieft. Wer noch wissensdurstiger ist und die Geheimnisse der Filmkunst erlernen möchte, den lade ich herzlich zu meinem Autorenkurs ein.

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VERANSTALTUNGEN

Der Posener Unterwasserclub PTTK

„AKWANAUTA” ist bereits 70 Jahre alt Text und fotos AKWANAUTA

Am 24. September 1956 trafen sich in einer Kneipe am Alten Markt auf Initiative von Andrzej Marchwicki sechs Enthusiasten der Unterwassererkundung: Edward Ciołkowiak, Włodzimierz Niewiecki, Czesław Płoszajczak, Lech Sokołowski und Wojciech Wiewiórowski. Entdecke 70 Jahre Vereinsgeschichte – scanne den Code und sieh dir den Film an

D

iese sechs Herren gründeten die Sek-

chen populär machten. Dank ihrer Bemühun-

tion

Unterwassertourismus

gen und ihres Unternehmergeistes verfügte

bei der Posener Abteilung der PTTK

der Club 1957 als erster im Land über eine

(Polnische Touristik- und Landeskundege-

hervorragende Ausrüstung der französischen

sellschaft). Dies war die zweite Unterwas-

Firma L. Spirotechnique – zwei Atemluftgerä-

sertourismus-Sektion des Landes, gleich

te und einen tragbaren ALIZE-Kompressor.

für

nach der Warschauer, und der Anfang des heutigen Clubs Akwanauta.

Am 2. Juni 1958 erlangte die Sektion ihre Selbstständigkeit und wurde in den Posener

Der erste Vorsitzende der Sektion wurde

Unterwasserclub PTTK umbenannt, mit eigener

Lech Sokołowski. Obwohl die Sektion be-

Satzung und, was noch wichtiger war, der Mög-

reits Mitte Oktober 1956 mit dem Training

lichkeit der statutarischen Finanzierung.

in der Schwimmhalle in der Wroniecka-Straße

Die effizient und dynamisch agierenden

begann und die lokale Presse gerne darüber be-

Mitglieder des Posener Unterwasserclubs

richtete, hatte die Sektion anfangs mit organisa-

PTTK nahmen in den Jahren 1959-1966 an For-

torischen Schwierigkeiten seitens des Vorstands

schungen über die Anfänge des polnischen

der PTTK-Abteilung Posen zu kämpfen, dem es

Staates im Bereich der Unterwassersuche

schwerfiel, den Unterwassertourismus über-

teil. Die von ihnen erkundeten Seen Led-

haupt als eine Form des Tourismus anzuerken-

nica (Lednickie), Koskowice (Koskowickie)

nen. Unbeirrt von der Abneigung der Abteilungs-

und Bnin (Bnińskie) offenbarten zahlreiche

leitung organisierten die Mitglieder der Sektion

slawische Artefakte, die von den Clubmitglie-

Trainings, Ausstellungen von Tauchausrüstung

dern in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern

auf der Internationalen Messe Posen (MTP) so-

der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen ent-

wie Vorführungen von Filmen, die das Freitau-

deckt und geborgen wurden. Archäologische Forschungen an den gefundenen Fundstätten dauern bis heute an. Die 1960er Jahre waren für den Club eine Zeit des Strukturaufbaus, der Beschaffung von Ausrüstung, der Durchführung archäologischer Forschungen, aber auch der Erfolge bei den Wettbewerben „Silberflosse der Stadt Posen“ (organisierten von dem Club), der Teilnahme an den Wintermeisterschaften der Adria im Unterwasserjagen oder der Organisation landesweiter Tauchkurse in Jugoslawien. Ab 1967 auf Vorschlag von Norbert Skupniewicz nahm der Posener Unterwasserclub PTTK den Namen „Akwanauta“ an. Das folgende Jahrzehnt – die 1970er Jahre – war eine Zeit, in der sich die Clubmitglieder Sieben Jahrzehnte AKWANAUTA

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Veranstaltungen

Aus der Chronik von AKWANAUTA: Gründung der Sektion der Sporttaucher in Poznań, 1956

Aus der Chronik von AKWANAUTA: Vorführung am Góreckie-See, 1958

P1-Kurs, Giewartów, 2008

P1-Kurs, 2026

auf die Durchführung der damals lukrativen Unterwasserarbeiten spe-

die sogenannten „Akwataucher“! Die Zöglinge und Mitglieder des Clubs

zialisierten, die Mittel zur Finanzierung der Clubaktivitäten, zum Kauf

können sich mit Tauchtiefenrekorden rühmen (die mit Gasgemischen

von Ausrüstung und zur Vergütung der Clubmitglieder einbrachten. Ak-

tauchenden Trimix-Taucher Michał Piechocki (105 m im Hańcza-See

wanauta war weiterhin gesellschaftlich aktiv, organisierte Wettbewerbe

und 150 m im Blue Hole in Ägypten) sowie Jarosław Gabryelski und Jan

und Trainingslager sowie nahm an den ersten Auslandsreisen ORIENT

Mikliński (120 m im Blue Hole in Ägypten)). Sie treffen sich regelmäßig

77 und SIZILIEN 1980 teil. Aus den Reihen von Akwanauta stammten

am Sitz des Clubs in Posen sowie in der Sommer-Tauchbasis am Po-

Mitglieder der neu gegründeten Posener Tauchclubs: PKDP und Mistral.

widzkie-See in Giewartów und bilden eine eng verbundene Gruppe,

In den 1980er Jahren erfüllte der nun dreißigjährige Club Akwanauta

die Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft vereint. Dabei flö-

Schulungsaufgaben unter den durch die politisch-wirtschaftlichen Ver-

ßen sie neuen Clubmitgliedern unermüdlich die Worte von Dr. Charles

hältnisse etwas eingeschränkten Bedingungen, knüpfte eine Zusammen-

William Beebe ein (ein Motto, das den Club seit mehreren Jahrzehnten

arbeit mit dem Berliner „Deutscher Unterwasser Club“ und organisierte

begleitet): „Mensch, tauche unter Wasser! Wenn

Tauchexpeditionen nach Jugoslawien und Griechenland; leider musste

die Schönheit, die du erblickst, dich nicht

die Organisation der Wettbewerbe „Silberflosse der Stadt Posen“ auf-

erschüttert, dann erwartet dich im Leben

grund finanzieller Schwierigkeiten ausgesetzt werden.

nichts Interessantes mehr!!!“

Die 90er und 2000er Jahre waren eine Zeit stürmischer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen; wie alle gesellschaftlichen Organisationen kämpfte der Club mit finanziellen Problemen und musste seine Aktivitäten an die neue Realität anpassen, bildete aber weiterhin Taucher aus und organisierte gemeinsame Reisen im In- und Ausland. Heute ist der Club Akwanauta eine gut funktionierende Organisation, die weiterhin in den PTTK-Strukturen verbleibt, eine gemeinnützige NonProfit-Organisation mit sozialem Charakter ist und sich für ihre Mitglieder sowie die Einwohner der Stadt Posen und der Region Großpolen einsetzt. Der Club organisiert zahlreiche touristische Tauchreisen im In- und Ausland, bildet Taucher auf allen von der CMAS zertifizierten Tauchstufen aus, hat 6 aktive Instruktoren der Stufen M1 und M2 und... Mitglieder, Lednica 1960, 1000-jähriger Einbaum

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www.rehasport.pl 66


planet erde

NEIN! ZU Delf inarien

Adaland

DIE BLAUE EVOLUTION

ZOO Lissabon

POLNISCHER REISEUNTERNEHMEN

Text und fotos Jakub BANASIAK

D

ie Kampagne „NIE! DLA DELFINARIUM“ ge zu Delfinarien noch Programme zum Schwimmen Ein Delfin [„Nein! zu Delfinarien“], die Perfect Dimit in Gefangenschaft gehaltenen Delfinen verkauft. ist ein Lebewesen ver von Anfang an unterstützt, verliert Wie aus der übermittelten Erklärung hervorgeht, sind und keine nicht an Schwung. Die vereinten Kräfte zweier Orderartige Attraktionen weder im Angebot von Grecos Touristenattraktion! noch im Angebot der mit Grecos zusammenarbeitenganisationen – der Fundacja Viva! und der Captain Paul Watson Foundation Poland – setzen sich „Flosden lokalen Agenturen enthalten. Das Unternehmen se an Flosse“ dafür ein, polnische Reiseunternehmen daempfiehlt seinen Kunden auch nicht, an solchen Aktivitäten teilzunehmen, und bewirbt sie nicht als touristische von zu überzeugen, auf die Bewerbung und den Verkauf Attraktionen. Denn Begegnungen mit Delfinen sollten – wenn von Ausflügen zu Delfinarien zu verzichten. überhaupt – nur bei Bootsausflügen auf offener See stattfinden. Innerhalb von drei Monaten Kampagnenlaufzeit konnten bereits vier der zehn größten polnischen Reiseunternehmen gewonnen Die Reisevermittler Wakacje.pl und Travelplanet.pl (die derzeit werden. Unter den TOP 10 der Touristikunternehmen in Polen bestätigte unter derselben Leitung stehen) wollen ebenfalls auf verantwortungsEXIM Tours Polska als erstes offiziell, dass es keinerlei Ausflüge zu Delbewussten Tourismus setzen und erklären, einen aktiven Dialog mit ihren finarien anbietet oder bewirbt. Kurz darauf bestätigte auch die eSky Geschäftspartnern – den Reiseveranstaltern – aufnehmen zu wollen, Group – ein globales Online-Reisebüro, ein polnisches Unternehmen, um Lösungen zu erarbeiten, die ein Ende des Verkaufs von Ausflügen zu Delfinarien ermöglichen. Auch der Reiseveranstalter Rainbow Tours das auf über 50 Märkten auf beiden Seiten des Ozeans tätig ist und Eigentümerin der weltweit bekannten Marke Thomas Cook ist – in einer hat beschlossen, Ausflüge mit Besuchen in Delfinarien schrittweise übermittelten Erklärung: „Wir führen keine Aktivitäten durch, die Ausflüge aus dem Angebot zu nehmen. In der Erklärung von Rainbow Tours heißt zu Delfinarien oder zu anderen Orten bewerben, die auf der Ausnutzung es: „Unser Ziel ist es, Programme und Attraktionen, die sich schädlich von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren beruhen.“ auf das Wohlergehen von Delfinen auswirken können, vollständig aus unZu den Unternehmen, die sich von Pseudoattraktionen mit Delfinen serem Angebot zu entfernen. Wir fühlen uns verantwortlich für die Qualität in Gefangenschaft distanzieren, gehört auch Best Reisen, ein Reiseverder Erfahrungen unserer Kunden und für die Auswirkungen, die der Tourisanstalter, dessen Angebot viele Länder umfasst, in denen Delfinarien mus auf Umwelt und Tiere hat. Deshalb wollen wir nicht zur Verbreitung von Unterhaltung beitragen, die sich so negativ auf Delfine auswirkt.“ leider nach wie vor betrieben werden. Umso wichtiger ist die Erklärung Konkrete Schritte seitens Wakacje.pl, Travelplanet.pl oder Rainbow des Unternehmens, dass Best Reisen keine Attraktionen veröffentlicht oder bewirbt, die auf Tiershows oder direkten Interaktionen beruhen, Tours sind aufgrund bereits zuvor unterzeichneter Verträge und Verdie ethische Bedenken wecken. Alle diese Unternehmen haben nicht einbarungen wohl erst in der kommenden Saison zu erwarten. Doch nur offizielle Erklärungen abgegeben, sondern auch frühere Angebote die „blaue Evolution“ in Richtung eines delfinfreundlichen Tourismus für Ausflüge zu Delfinarien sowie sämtliche Beiträge entfernt, die ihren ist bereits Tatsache! Kunden in irgendeiner Weise suggerieren könnten, Delfinarien seien Orte, die einen Besuch wert sind. GROSSER APPLAUS FÜR ALLE Im Juni schloss sich GRECOS Holiday EXIM Tours, der eSky Group REISEUNTERNEHMEN, DIE DIESE WELLE INS und Best Reisen an – ein weiteres Reiseunternehmen aus den TOP 10 ROLLEN GEBRACHT HABEN! der polnischen Reisebranche – und bestätigte, dass es weder Ausflü-

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tipps & wissenswertes ACADEMY

KLEINE FLASCHE

GROSSES PROBLEM Text Wojciech A. FILIP Foto Tecline

WERBUNG Nr. 1

WERBUNG Nr. 2

WERBUNG Nr. 3

Ein Druckbehälter mit einem Volumen von 1 l reicht für einen Tauchgang von bis zu 15 Minuten aus.

Ein Druckbehälter mit einem Volumen von 0,5 l reicht für einen Tauchgang von bis zu 10 Minuten aus.

Lies diesen Artikel und... ... Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals diesen abgegriffenen SocialMedia-Slogan verwenden würde:

Könnte diese Werbung wirklich die Gesetze der Mathematik verändern?

"Das Ende wird dich wirklich überraschen." Diesmal ist es vielleicht tatsächlich so.

Ich nehme an, als Taucher trifft man hin und wieder Leute, die nach diesen “Mikrobehältern zum Tauchen" fragen. Lies dir daher den folgenden Text durch, und teile ihn mit denen, die planen, auf diese Weise zu tauchen.

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Tauchregeln für Nicht-Taucher 1. Zum Tauchen musst du schwimmen können, denn du könntest irgendwo auftauchen, wo deine Füße den Boden nicht berühren. Taucher verwenden spezielle, luftgefüllte Auftriebskörper (z. B. ADVs) – Du hast jedoch keinen.


tipps & wissenswertes ACADEMY KI-Grafik auf Basis eines von Perfect Diver erstellten Prompts

viel Luft sie "verbrauchen", bzw. wie lange die Luft in ihrem Druckbehälter ausreicht.

2. Beim Abstieg halte dir mit den Fingern die Nase zu und puste sanft in die zugehaltene Nase – so gleichst Du den Druck in deinen schmerzenden Ohren aus (ein bisschen “Tauchmagie”). Wenn Du das nicht machst, kannst du dein Trommelfell beschädigen, und dann hast Du echte Probleme. 3. Solltest Du unter Wasser Angst bekommen, das Gefühl haben, dass kaum atmen zu können, oder befürchten, gerade Deinen letzten Atemzug getan zu haben, atme beim Aufstieg aus. Tust Du dies nicht kannst Du dich schwer verletzen und ums Leben kommen. Dies ist kein Scherz, sondern etwas, das jeder Taucher von Anfang an lernt. 4. Wenn Du in einem Sessel sitzt und diesen Text liest, brauchst du Luft – Du atmest, ohne darüber nachzudenken, wie viel Du verbrauchst (wahrscheinlich tut  das sowieso niemand). Nun stelle dir vor, dass Deine Atemluft unter Wasser auf das Volumen des kleinen Behälters begrenzt ist, den Du verwenden möchtest. Ich werde dir nun erläutern, wie Du prüfen kannst, wie viel Zeit Du mit diesem Behälter unter Wasser verbringen kannst. Zunächst schlage ich vor, dass Du darüber nachdenkst, warum selbst Anfänger Druckbehälter verwenden, die mehr als zehnmal so groß sindsind, selbst wenn sie das Tauchen nur einmal kurz ausprobieren möchten...

Darüber hinaus verfügen sie über verschiedene Instrumente und Regeln, und sie lernen Verfahren für unerwartete Situationen.

Was hoch ist Dein Luftverbrauch? Während Du diesen Text in Ruhe liest, benötigst Du etwa 8 Liter Luft pro Minute. Wie bei einem Auto ist es aber aus Sicherheitsgründen besser anzunehmen, dass der Verbrauch etwas höher ist. Ich selbst würde daher den Verbrauch bei 10 Litern pro Minute ansetzen. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass ein Behälter mit einem Volumen von 10 Litern nach 1 Minute leer wäre, und Dein “Motor” käme aufgrund von “Treibstoffmangel” zum Stehen  Taucher verdichten allerdings ihre Atemluft – dies bedeutet, sie können viel mehr davon in einen Druckbehälter füllen, als das tatsächliche Volumen des Behälters vermuten lässt. Dieser so genannte “Betriebsdruck” wird auf dem Behälter angegeben. Dies und das Volumen des Behälters sind wichtige Informationen für einen Taucher, zum Beispiel 1 l und 200 bar oder 3000 psi. Wenn man also einen solchen Behälter mit einem Druck von 10 bar (oder 10 Atmosphären) befüllt, wären 10 Liter Druckluft darin – genau so viel, wie Du zum Lesen dieses Artikels benötigst, sofern Du es in 1 Minute schaffst. Wenn Du die Werbung für diesen Druckbehälter genau liest, wirst du sofort sagen: Hey! Dieser Behälter kann mit 200 bar befüllt werden – dies entspricht also 200 Litern Luft! Richtig – wenn man die “Füllmenge” durch den Minutenverbrauch (10 l/min) teilt, stellt sich heraus, dass man im Sessel sitzend 20 Minuten lang Perfect Diver lesen kann! Aber hier sind einige wichtige Punkte, bevor du auf die Idee kommst, dass du jetzt nur noch eine Harpune kaufen und zum nächsten Teich rennen musst, um ein Unterwassermonster zu jagen... Der Luftverbrauch in einem Sessel sitzend ist wie der Kraftstoffverbrauch eines Autos, dessen Motor im Stand läuft – er ist sehr niedrig.

Nun stelle dir vor, dass Du einen Urlaub planst Du tankst du das Auto voll und weißt ungefähr, wie weit du mit einem Tank kommst, denn Du kennst den Verbrauch Deines Autos. Zur Sicherheit verfügt Dein Auto aber über eine Anzeige, die Dir angibt, wie viel Kraftstoff du tatsächlich noch zur Verfügung hast. Auf Diese Weise kannst Du dein Ziel sicher erreichen, bzw. Bei fast leerem Tank kannst Du nachtanken und die Reise fortsetzen. Ich denke, dies ist so offensichtlich, dass niemand wirklich darüber nachdenkt – es passiert einfach. Taucher lernen, ihre Tauchgänge zu planen – mit anderen Worten, sie wissen, wie Quelle Internet

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tipps & wissenswertes ACADEMY

Wenn Du aber im Wasser untertauchst, beginnst Du noch vor dem Abstieg, schneller zu atmen. Und wenn Du erst zu schwimmen beginnst, kann sich dein Luftverbrauch um das Dreifache erhöhen, was bedeutet, dass du pro Minute bis zu 30 Liter Luft brauchst. Du könntest jetzt allerdings sagen: “Moooooment! So viel Luft benötige ich bestimmt nicht, denn ich bin fit, laufe viel und schwimme mehrmals pro Woche!” Hm, wirklich? OK, wenn das wirklich der Fall ist, dann verwende den durchschnittlichen Luftverbrauch eines guten Tauchers– 20 Liter pro Minute. Denken wir kurz nach... Man hat 200 bar Luft in einem Druckbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1 Liter. Wenn man 200 bar mit dem Behältervolumen multipliziert, erhält man die verfügbaren Liter Luft, also 200 Liter. Da Du nach eigenen Worten fit bist, verbrauchst du 20 Liter pro Minute. Man teilt also 200 Liter durch 20 und erfährt, wie lange man an der Wasseroberfläche aus dem Druckbehälter atmen kann. Beim Abtauchen kommt ein jedoch ein weiteres, sehr wichtiges Element ins Spiel, das man nicht ignorieren kann:

Der Umgebungsdruck Bei 5 m ist der Druck anderthalb Mal so hoch wie an der Oberfläche, bei 10 Metern ist er bereits doppelt so hoch. Dein Luftverbrauch steigt genau um diesen Faktor! Du hast also 200 Liter, geteilt durch 20 Liter = 10 Minuten an der Oberfläche, aber teile das nochmal durch 1,5, wenn du auf 5 m tauchen willst. Was bekommst du? 6,5 Minuten. Und was ist mit 10 Metern? Teile diese 10 Minuten durch 2, das ergibt 5 Minuten. Wenn jetzt noch unerwartete Anstrengungen oder Probleme hinzukommen, könnte die Berechnung so aussehen: 200 Liter im Druckbehälter, geteilt durch 50 Liter Verbrauch unter Anstrengung, geteilt durch 2 Atmosphären Druck bei 10 Metern. Was erhältst du? 2 Minuten, bis du nichts mehr zum Atmen hast. Ein Krampf kann zum Beispiel Stress verursachen und den Luftverbrauch

Photo Tecline

erhöhen – Taucher lernen, mit Krämpfen umzugehen, auch unter Wasser, und das dauert mehrere Minuten. Bei der von dir gewählten Behältergröße hast Du 2 Minuten. “Ah ja…. Ich muss dir etwas sagen: Dieser Behälter mit 1 l Volumen war mir zu teuer, daher habe ich einen Behälter mit 0,5 l Volumen gekauft. In der Werbung stand, er würde für bis zu 10 Minuten reichen!” Glücklicherweise ist Tauch-Mathematik einfach – wenn du berechnest, dass ein 1-Liter-Behälter dir 2 Minuten Tauchzeit verschafft, hast du mit einem halb so großen Behälter 1 Minute.

Ein paar Notizen – lies’ sie und entscheide selbst, was Du damit machen willst: 1. Der Luftverbrauch einer nicht beson-

ders fitten Person kann leicht 30 oder mehr Liter pro Minute erreichen. Wenn diese Person unter Wasser gestresst ist – zum Beispiel einen Krampf bekommt – sind 50 Liter pro Minute ab-

solut realistisch. Berechne, wie lange Deine Luft dann ausreicht... 2. Diese kleine Flasche kostet 100– 350 Euro. Rufe bei einer Tauchschule in Deiner Nähe an und frage, was ein sogenannter “Schnuppertauchgang” kostet. Probiere es aus – es lohnt sich wirklich (sehr wahrscheinlich ist das Schnuppertauchen günstiger, als der kleine Druckbehälter). 3. In Werbung für ähnliche Geräte findet man oft Angaben von 10, 15 oder manchmal sogar 20 Minuten unter Wasser. Was soll ich sagen? Du musst weder mir noch der Anzeige glauben. Aber Du hast jetzt alle Daten, die du für eigene Berechnungen brauchst. Wenn Du in der Werbung von etwa 15 Minuten unter Wasser liest, prüfe selbst, welcher Luftverbrauch und welche Tiefe nötig wären, um dieses Ergebnis zu erzielen. Wenn Du Deine eigenen Berechnungen anstellen möchtest, bist Du an der Tecline Academy herzlich willkommen! WAF

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