Nr. 45
3 (45)/2026
MAI/JUNI
Preis 12,50 €

Frühling
Unter der Erde der DOMINIKANISCHEN REPUBLIK
El Chicho und Padre Nuestro Cenoten
Was mit dem Licht im Wasser passiert?



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Nr. 45
3 (45)/2026
MAI/JUNI
Preis 12,50 €

Frühling
Unter der Erde der DOMINIKANISCHEN REPUBLIK
El Chicho und Padre Nuestro Cenoten
Was mit dem Licht im Wasser passiert?



Chefredakteur
Wieder ist es passiert! Wieder haben wir es geschafft, die nächste Ausgabe des Magazins so vorzubereiten, dass sie eure Lust auf neue Reiseziele weckt, euer Wissen erweitert und euch inspiriert. Denn wahrscheinlich tauchen wir genau deshalb – um Träume zu verwirklichen und dorthin vorzudringen, wo andere manchmal nicht einmal hinzuschauen wagen.
Warum? Wasser beruhigt ohne jeden Zweifel, schenkt der Psyche eine Atempause, lockert verspannte Muskeln und lässt uns zumindest für einen Moment all das vergessen, was unangenehm, unwichtig und ermüdend ist. Es schenkt Freude. Eine innere Freude.
Diese Ausgabe ist einfach randvoll mit Beiträgen, die euch – so hoffen wir – in mehrere völlig unterschiedliche Welten mitnehmen. Das Cover unserer 45. Ausgabe ziert ein kleines Wesen, für genau solche Motive Adam Sokólski, der Autor dieses Fotos, eine besondere Liebe hat. Im Inneren findet ihr außerdem die Entstehungsgeschichte dieser Aufnahme, von Marcin Trzciński gehört und aufgeschrieben, sowie eine Erklärung, was ihr darauf eigentlich seht :)
Der Beitrag über Malta im Frühling eröffnet diese Ausgabe. Und schon hier lohnt es sich zu erwähnen, dass März, April und Mai dort wirklich begeistern können. Sonnig, grün und blühend, voller Erdbeeren – und unter Wasser erfrischend: etwa 16–17 °C.
Wärmer ist es unter Wasser unter anderem in Australien. Dominika Abrahamczyk erzählt von ihrem allerersten Tauchgang an einem Korallenriff – und dann gleich am Great Barrier Reef! Außerdem haben wir ein sehr interessantes Interview von Łukasz Ginalski über Haie und das kontroverse Thema des Anfütterns.
Sehr spannend ist auch der Beitrag von Anthony Leydet über eine Insel, auf der Meeresschildkröten geholfen wird. Die Malediven aus einer ganz anderen Perspektive. Dazu kommt ein Beitrag von Jakub Banasiak über das Sataya-Riff und die dort lebenden Delfine.
In Sachen Fotografie haben wir die zweite Folge der Reihe von Piotr Stós vorbereitet, außerdem Reisemakrofotografie von Adam Sokólski, den wir bereits erwähnt haben, sowie eine Fotosafari aus der Sicht von Przemek Zyber.
Und was ist mit Belize, über das Tomek Kulczyński zuletzt geschrieben hat? Seht selbst!
Wrackfans können gemeinsam mit Basia Glenc abtauchen und zwei wirklich spannende Wracks entdecken. Und falls ihr es noch nicht wisst – auch in der Dominikanischen Republik gibt es Cenoten. Michał Czerniak erzählt davon.
Auch in Sachen Ausrüstung findet ihr einige spannende Themen – unter anderem unsere Tests der Suunto-Tauchcomputer, mehrere Doppelseiten, ein Kalendarium für die kommenden Monate sowie ein paar Eindrücke vom großen Treffen der Huish Outdoors Group.
Den Abschluss des Magazins bildet ein Artikel von Wojtek A. Filip über links und rechts… Hand? Schaut selbst, denn wieder einmal ist es ein sehr praxisnaher Blick auf das Thema.
Zum Schluss noch eines: Erzählt euren Freunden von uns – reinschauen lohnt sich!
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10 Unterdessen im Frühling auf MALTA…
16 Die erste Begegnung mit dem (Great!) Barrier Reef. AUSTRALIEN
22 Zeit für Dauin... PHILIPPINEN 30 BELIZE 40 reisen
Dhuni Kolhu. Schildkröteninsel im Herzen des Baa-Atolls. MALEDIVEN

44 Wechsle die Perspektive. Łukasz Ginalski spricht mit Morne Hardenberg über Haie, dem Gründer von Shark Explorers
48 Unter der Erde der DOMINIKANISCHEN REPUBLIK. El Chicho und Padre Nuestro Cenoten: Wo der Dschungel auf die Stille der Höhlen trifft
60 Wird man das SATAYA-RIFF schließen? Das Paradoxon des „Delfinhauses“
54 SS Rosalie und El Mina von Bord einer Safari. ÄGYPTEN planet erde unter der decke unsere gespräche wracks






69
27 SUUNTO NAUTIC und NAUTIC S Tauchcomputer-Tests ausrüstung
Chefredakteur
Technische Taucher
Weltgeografie und das Reisen Reportage Imageberatung
Übersetzer der Deutsche Sprache Rechtsberatung Grafiker
Werbung
Verlag PERFECT DIVER Sp. z o.o. Folwarczna-Straße 37, 62-081 Przeźmierowo redakcja@perfectdiver.com
ISSN 2545-3319
Wojciech ZGOŁA
Tomek KULCZYŃSKI
Anna METRYCKA
Dominika ABRAHAMCZYK
28 Irgendwo auf der Wiese
34 Warum wir unter Wasser aus der Nähe fotografieren – oder was mit dem Licht im Wasser passiert
64 Foto-safari. Schule der Meister unterwasserfoto
52 DIVErsion 2026, Treffen der Vertriebspartner der Huish Outdoors Gruppe auf Malta veranstaltungen
69 Links oder rechts? tipps & wissenswertes
Waldemar RYDZAK Piotr WITEK, Alina LIZAKOWSKA, Agata TRZCIŃSKA-HILDEBRANDT, Frank LEMKE
Rechtsanwalt Joanna WAJSNIS
Brygida JACKOWIAK reklama@perfectdiver.com
DAS MAGAZIN WURDE MIT FOLGENDEN SCHRIFTARTEN GESETZT
Montserrat (Julieta Ulanovsky), Acumin Pro (Robert Slimbach, Adobe), Source Serif 4 (Frank Grießhammer, Adobe)
DRUCK
Wieland Drukarnia Cyfrowa, Poznań, www.wieland.com.pl
www.perfectdiver.pl
VERTRIEB
Onlineshop sklep.perfectdiver.pl redakcja@perfectdiver.com
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TITELFOTOGRAFIE
Adam SOKÓLSKI
ORT
Indonesien, Tulamben
AUF DEM FOTO Schnecke Stiliger Sp.
Die Redaktion sendet unverlangt eingesandte Materialien nicht zurück, übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt von Anzeigen und behält sich das Recht vor, eingesandte Texte zu kürzen, redaktionell zu bearbeiten, zu betiteln sowie das begleitende Bildmaterial auszuwählen. Der Nachdruck von Artikeln oder Teilen davon sowie das Kopieren sind nur mit Zustimmung der Redaktion gestattet. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für Form und Inhalt der Werbungen.

Ein Mann, der reisend taucht. Seit seiner Kindheit mit dem Wasser verbunden – vom Schwimmenlernen über das Segeln bis hin zur Entdeckung der Geheimnisse unterseeischer Seen, Meere und Ozeane. Später kam die Leidenschaft für Fotografie und Schreiben hinzu, die es ihm ermöglichen, die Schönheit der Unterwasserwelt sowie die Besonderheiten der jeweiligen Orte zu teilen. Er hat über 900 Tauchgänge in Polen sowie an entfernten, exotischen Orten in warmen und kalten Gewässern absolviert. Jeden Tauchgang versteht er als Begegnung mit Natur und Geschichte. Als Liebhaber der Natur in ihrer reinsten Form ist er überzeugt, dass Tauchen nicht nur ein Sport ist, sondern ein Weg, Bewusstsein zu schaffen – für die Umwelt, den Mitmenschen und sich selbst.


Dominika ABRAHAMCZYK
Von Perfect Diver mit der Leidenschaft fürs Tauchen angesteckt. Sie erweitert kontinuierlich ihre taucherischen Fähigkeiten. Obwohl sie eindeutig wärmeliebend ist, schlüpft sie in den Trockenanzug und erkundet auch kältere Gewässer. Ihre liebsten Tauchgänge sind jene mit besonders vielen Unterwassertieren! In letzter Zeit nimmt sie ihr Smartphone im Unterwassergehäuse mit unter Wasser und versucht sich in der Unterwasserfotografie auf Amateurbasis. Sie interessiert sich für Tauchmedizin. Beruflich ist sie M.Sc. in der Pflege und arbeitet als OP-Pflegefachkraft.

Für Tomek war das Tauchen schon immer seine größte Leidenschaft. Er begann sein Abenteuer im Alter von 14 Jahren und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Tauchlehrer für Freizeit- und technisches Tauchen, zum Erste-Hilfe-Instruktor sowie zum Tauchtechniker. Derzeit leitet er das 5* Tauchzentrum COMPASS DIVERS in Pobiedziska bei Poznań, wo er sein Wissen und seine Fähigkeiten an Anfänger wie auch an fortgeschrittene Taucher weitergibt – was ihm große Freude bereitet und ihm viel Zufriedenheit schenkt, Teil ihrer Unterwasserabenteuer zu sein…

„Mensch! Tauch unter Wasser ab. Wenn die Schönheit, die du dort siehst, dich nicht erschüttert – dann erwartet dich im Leben nichts Spannendes mehr.“ Taucherin aus Leidenschaft, seit jeher mit dem Wasser verbunden. Ihren ersten Tauchkurs machte sie mit 14 – und seitdem lässt sie das Tauchen nicht mehr los! :) Ihre Masterarbeit schrieb sie im Rahmen ihres Geographiestudiums an der Universität Warschau über Tauchtourismus. Seit 2013 schrieb sie für das Magazin nuras.info und war an Unterwasser-Fotoshootings beteiligt. Seit 2018 verfasst sie Artikel für Perfect Diver (zuvor unter dem Namen Ania Sołoducha) und ist seit einigen Jahren auch Teil der Redaktion. Sie bringt ihr Wissen und ihre Erfahrung zu Papier und verbreitet genau das, was sie am meisten liebt – das Tauchen. Dreizehn Jahre lang organisierte sie Tauchreisen rund um die Welt, denn die Arbeit mit Menschen und kreative Projekte sind genau das, worin sie aufgeht. Sie nimmt an Tauchmessen und -events teil und engagiert sich bei See-Reinigungsaktionen. Mehrfach trat sie als Referentin auf Tauchmessen und -konferenzen auf. Außerdem hat sie bereits mehrere TauchWebinare durchgeführt. Sie ist an vielen Orten der Welt getaucht, doch die Wunschliste wächst stetig weiter! Seit einigen Monaten ist sie Inhaberin ihres eigenen Unternehmens für Tauch- und Aktivreisen – Umiko Expeditions – mit dem Kopf voller Ideen für die nächsten Touren! Optimistin, immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit individueller Herangehensweise an jeden Kunden :) Ihr bestes Kapitel im Leben beginnt gerade erst! www.umikoexpeditions.pl ; anna@umiko.pro; +48 516 621 211
Er stammt aus einer Bergbauregion, in der Wasser eher die Ausnahme als Alltag war. Schwimmen und Tauchen lernte er, um seine Angst vor dem Wasser zu überwinden – und sie mit der Zeit in Neugier auf die Welt unter der Oberfläche zu verwandeln. Mit dem Tauchen ist er seit dem Jahr 2000 verbunden (Divemaster, CMAS). Er jagt weder der Tiefe noch Rekorden hinterher: Lieber setzt er auf ruhiges Entdecken, Achtsamkeit und Details, die man leicht übersieht, wenn man es eilig hat. Im Alltag ist er Wissenschaftler und Praktiker der Kommunikation (Dr. habil., Prof. an der UEP), tätig in Forschung und Lehre in den Bereichen Märkte der Kreativwirtschaft sowie digitale und Krisenkommunikation. In der Redaktion von Perfect Diver unterstützt er das Team dort, wo Inhalte und Technologie zusammenkommen – bei Videoproduktionen, Datenanalysen und beim Aufbau der Markenstrategie.

Wojciech A. FILIP
Taucht seit 35 Jahren. Er hat über 16.000 Stunden unter Wasser verbracht, davon den Großteil im technischen Tauchen. Er war Instructor sowie Instructor-Mentor für zahlreiche Organisationen, darunter CMAS, GUE, IANTD und PADI. An der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen einiger dieser Organisationen war er maßgeblich beteiligt. Er ist ein Profi mit außergewöhnlich umfangreichem Wissen und großer praktischer Erfahrung.
Er nahm an zahlreichen Tauchprojekten teil – als Leiter, Entdecker, Ideengeber oder Vortragender. Als erster Pole tauchte er am Wrack der HMHS Britannic (117 m). Ebenfalls als erster explorierte er den tiefen Bereich der Glavas-Höhle (118 m). Er führte eine Serie von Tauchgängen zur Dokumentation des Wracks der ORP GROM (110 m) durch und dokumentierte tiefe (100–120 m) Bereiche gefluteter Bergwerke. Zudem ist er Ideengeber und Konstrukteur zahlreicher Ausrüstungslösungen, die die Sicherheit beim Tauchen erhöhen.
Er ist Technischer Direktor bei Tecline, wo er unter anderem die Forschungsund Ausbildungseinrichtung Tecline Academy leitet. Er ist Autor von mehreren hundert Artikeln zum Tauchen sowie von Büchern zur Diagnose und Reparatur von Tauchausrüstung. Er taucht in Flüssen, Seen, Höhlen, Meeren und Ozeanen auf der ganzen Welt.

Sylwia KOSMALSKA-JURIEWICZ
Reisende und Wildtierfotografin. Absolventin der Journalistik und Liebhaberin guter Literatur. Sie lebt im Einklang mit der Natur, fördert einen gesunden Lebensstil, ist Yogini und Vegetarierin. Sie engagiert sich in ökologischen Projekten; besonders am Herzen liegen ihr Haie und ihr Schutz, über den sie in zahlreichen Artikeln sowie auf dem Blog www.blog.dive-away. pl schreibt. Ihre Tauchreise begann vor fünfzehn Jahren durch einen reinen Zufall. Heute ist sie Tauchinstruktorin, hat über 60 Länder besucht und auf fünf Kontinenten getaucht. Zu gemeinsamen Reisen lädt sie mit dem Reisebüro www.dive-away.pl ein, dessen Mitgründerin sie ist.

Jakub BANASIAK
Zoopsychologe, Forscher und Experte für das Verhalten von Delfinen, engagiert für den Schutz von Delfinen und den Kampf gegen ihre Haltung in Delfinarien. Mit besonderem Interesse am Roten Meer und an Unterwasserbegegnungen mit großen pelagischen Raubtieren. Mitglied der DolphinariaFree Europe Coalition, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Tethys Research Institute sowie der Cetacean Research & Rescue Unit, Kooperationspartner von Marine Connection. Seit über 15 Jahren beteiligt er sich an der Forschung zu Populationen wildlebender Delfine, führt Audits von Delfinarien durch und überwacht die Qualität von Whale-Watching-Touren. Als Leiter des Projekts „Free & Safe“ (zuvor „NIE! dla delfinarium“) setzt er sich gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein, fördert ethisches Whale- & Dolphin-Watching, schult Taucher im verantwortungsvollen Schwimmen mit wildlebenden Delfinen und macht auf Aspekte der Delfintherapie aufmerksam, die von Einrichtungen, die mit dieser Form der Tiertherapie Geld verdienen, häufig verschwiegen oder bewusst verborgen werden.

Luke Divewalker Vor langer, langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxie herrschte Chaos… …also ein Wirrwarr aus Gedanken und Begeisterung nach meinem ersten Untertauchen im Jahr 2005, in Form eines INTRO, während eines Urlaubs in Ägypten. Schon damals bin ich vollständig in die Unterwasserwelt „eingetaucht“ und wollte, dass sie einen immer größeren Einfluss auf mein Leben nimmt. Zwei Jahre später absolvierte ich den OWD-Kurs, den ich als Geschenk zu meinem 18. Geburtstag bekam, und mit der Zeit folgten weitere Kurse sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten. Die „Fotografie“ kam nicht viel später hinzu, anfangs jedoch in Form einer einmaligen Unterwasser-„Kodak“-Kamera, mit der die Bilder überwältigend blau wurden. Ich bin kein Anhänger nur einer einzigen Tauchdisziplin, auch wenn meine größte Schwäche derzeit den großen pelagischen Tieren gilt. Die GalapagosInseln waren bisher meine beste Gelegenheit, eine so große Vielfalt mariner Tierarten zu fotografieren. Meine Tauch- und Fotoleidenschaft teile ich mit meiner Buddy, die privat meine Ehefrau ist.
IG: luke.divewalker www.lukedivewalker.com

Przemysław ZYBER
Ich fotografiere – weil es mir Freude macht, ich filme – weil es mich begeistert, ich schreibe – weil ich gerne teile, ich schule – weil ich Entwicklung unterstütze, ich reise – weil ich es liebe, Neues zu entdecken. www.facebook.com/przemyslaw.zyber www.instagram.com/przemyslaw_zyber/ www.deep-art.pl

Marcin TRZCIŃSKI
Absolvent der Universität Warschau. Unterwasserfotograf und -filmer, seit 1995 tauchend.
Mitarbeiter der Abteilung für Unterwasserarchäologie der Universität Warschau. Er publiziert in polnischen und internationalen Tauchmagazinen. Inhaber der Firma FotoPodwodna, offizieller polnischer Vertreter der Marken Ikelite, Nauticam, Inon, Keldan und ScubaLamp. www.fotopodwodna.pl m.trzcinski@fotopodwodna.pl

Laura ist Journalistin, Instruktorentrainerin sowie CCR- und Höhlentaucherin. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg hat sie ihre taucherische Laufbahn weiterentwickelt und dabei Wissen und Erfahrung aus unterschiedlichsten Bereichen gesammelt. Ihr Schwerpunkt liegt auf professioneller Tauchausbildung, doch ihre Leidenschaft für die Unterwasserwelt und deren Schutz führt sie an verschiedenste Orte rund um den Globus – von den Tiefen der Lombokstraße, über Höhlen in Mexiko und Wracks vor Malta bis hin zu den Malediven, wo sie ein Tauchzentrum leitet, das vom Tourismusministerium als bestes Tauchzentrum der Malediven ausgezeichnet wurde. Aktiv engagiert sie sich für den Schutz der Meeresumwelt, indem sie an wissenschaftlichen Projekten teilnimmt, sich an Kampagnen gegen die Verschmutzung der Ozeane beteiligt und mit Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet. Du findest sie unter: @laura_kazi_diving www.divemastergilis.com

Barbara GLENC
Ich bin Reisende und technische Taucherin und entdecke die Welt sowohl an Land als auch unter Wasser. Seit 16 Jahren beschäftige ich mich mit dem Tauchen. Da ich beruflich Fotografin bin, begleitet mich die Kamera seit meinem ersten Tauchgang. Angefangen habe ich mit dem Sporttauchen, mit der Zeit habe ich jedoch die Zertifizierungen Full Trimix und Full Cave erworben, die es mir ermöglichen, Höhlen, Wracks und große Tiefen zu erkunden. Unter Wasser finde ich eine Ruhe, die an der Oberfläche nur schwer zu erreichen ist. Jeder Tauchgang ist für mich nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Gelegenheit, die außergewöhnliche Unterwasserwelt fotografisch festzuhalten. barbaraglenc.foto@gmail.com

Piotr STÓS
Fotograf, Biologe, Geschichtenerzähler und SSI Instructor Trainer. Er sieht es als seine Berufung, Tauchen auf allen Niveaus zu unterrichten. Seit jeher ist er durch eine enge Partnerschaft mit Nautica verbunden. Er lebt auf der kroatischen Insel Vis, auf Safaribooten in Ägypten und überall dort, wo die Unterwasserwelt von unvergleichlicher Schönheit ist. Er arbeitet bei Nautica Safari. nautica.pl, piotr.stos@nautica.pl

Taucher, Tauchlehrer, Unterwasserfotograf. Ich tauche seit 28 Jahren und arbeite seit 18 Jahren als Unterwasserfotograf. Ich habe Tausende von Tauchgängen in Polen, Europa, Afrika und Asien absolviert. Tauchen, die Ausbildung von Tauchern und die Erstellung von Unterwasserbildern sind nicht nur mein Beruf, sondern vor allem meine Leidenschaft. Ich bin besonders von der Makrofotografie fasziniert und fotografiere daher am liebsten kleine, sehr kleine und sogar mikroskopische Lebewesen unter Wasser. Ich kehre immer wieder gerne auf die Philippinen, nach Indonesien und Malaysia zurück, wo die Unterwasserwelt mit ihrer Vielfalt begeistert. Meine Fotografien wurden unter anderem im National Geographic veröffentlicht.

Angeblich wurde er mit einer Kamera in der Hand geboren… manche sagen, er trage Objektive statt Brillen und entwickle Fotos, noch bevor sie aufgenommen wurden! Dank seiner besonderen Gabe vereint er Reisen, Fotografie und Tauchen zu einer einzigen Leidenschaft. Er ist ein Widerspruch in sich: Er liebt die Berge, fühlt sich aber zum Meer hingezogen, lebt für Abenteuer und arbeitet dennoch in der langweiligen IT-Branche, liebt die Hitze, lebt aber in einem Land, in dem es die Hälfte des Jahres dunkel und kalt ist. Sein Lieblingstier ist die Seekuh: Sie erfriert unter 23 Grad Celsius, aber obwohl sie dick aussieht, hat sie nur eine dünne Fettschicht. Er ist ein Technikfanatiker, insbesondere von allem, was zum Aufnehmen von Bildern dient. In seiner Freizeit vergleicht er Flugangebote zu interessanten Tauchzielen, weshalb sein Konto ständig überzogen ist.


Anthony LEYDET
Anthony Leydet lebt in Marseille am Mittelmeer und ist ein französischer Unterwasserfotograf, Blogger und Schriftsteller, der weltweit in Tauchmagazinen veröffentlicht.
www.zesea.com
IG: @anthonyleydet_uw_photography

Absolvent der Technischen Universität Posen, Finanzier, Wirtschaftsprüfer. Ein Taucher fasziniert von der Tauchtheorie (Physik und Physiologie). Er ist verliebt in die Unterwasserarchäologie, ein leidenschaftlicher Anhänger der Geschichte des antiken Roms und ein aktiver Zenturio in der Reenactment-Gruppe Bellator Societas (Rom, 1. Jh. v. Chr.). Er träumt davon, wenigstens einmal an unterwasserarchäologischen Forschungen teilzunehmen und anschließend alles in einer Reihe von Feuilletons zu beschreiben. Genauso oft wie unter Wasser ist er in Japan anzutreffen, dessen Kultur und Geschichte ihn seit fast drei Jahrzehnten faszinieren.

Text Wojciech ZGOŁA
Fotos PERFECT DIVER


MaltadirektzumSmartphone. Scanne. Entdecke. Erlebe.
DDer MALTESISCHE
ARCHIPEL fasziniert und inspiriert seit Jahrtausenden und sorgt dafür, dass man hierher zurückkehrt oder zum ersten Mal hierherkommen möchte.
enn obwohl wir die Geschichte kennen, wissen wir, dass sich auf Malta und Gozo die ältesten Steintempel der Welt befinden, die sogar älter sind als die ägyptischen Pyramiden, und dass hier die Johanniter, also die Malteserritter, lebten und wirkten, möchte doch jeder von uns persönlich zum Entdecker werden. Es ist eine Sache, über Malerei zu sprechen und Caravaggios Bilder in einem Buch oder einer Multimedia-Präsentation zu betrachten, und eine ganz andere, eine der Kapellen der St.-Johannes-Kathedrale in Valletta zu betreten, wo Halbdunkel herrscht,

und das Original des Gemäldes „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ persönlich zu betrachten.
Malta als Land verändert sich. Wer vor 20 Jahren hier war und die Reise heute wiederholt, könnte einen kleinen Schock erleben. Auf der Fahrt von Mellieha zum Flughafen habe ich über 20 Kräne gezählt, die aktiv am Bau beteiligt sind. Früher gab es in St. Julian’s ein einziges hohes Gebäude, den Portomaso Business Tower (23 Stockwerke und 98 m hoch). Im Jahr 2020 wurde er vom Mercury Tower überholt. Derzeit befinden sich mehrere Hochhäuser im Bau.

Es gibt keine Old-School-Busse aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mehr. Die gesamte Flotte wurde durch moderne und klimatisierte Busse ersetzt. Es gibt mehr gute Straßen und Verkehrslösungen. Leider sind die Staus nicht verschwunden, und zu den Stoßzeiten kann eine Fahrt von etwa zehn Kilometern eine Stunde dauern. Was es weniger gibt – deutlich weniger gibt es Müll. In dieser Hinsicht haben sich Malta (und Gozo) zum Vorteil der Umwelt verändert. Das gilt sowohl für das Land als auch für das Meer.
Für uns Taucher ist es am wichtigsten, dass die Infrastruktur, die dem Ausleben der Leidenschaft für das Tauchen und Freitauchen förderlich ist, hier weit verbreitet ist und Tauchzentren über beide Inseln verteilt sind.
Auf Einladung der MTA (Malta Tourism Authority) für das Magazin „Perfect Diver“ und nach der Absprache einiger Programmpunkte unseres Aufenthalts auf maltesischem Boden kamen wir Mitte April 2026 am ausgebauten Flughafen Luca an. Dort erwarteten uns bereits unser Betreuer Sean und ein Fahrer. Wir begannen unsere Erkundungstour mit einer Fahrt nach Marsaxlokk und einem Mittagessen im Restaurant ir Rizzu. An dieser Stelle schneidet das Mittelmeer in das Land ein und bildet eine natürliche Bucht mit dem gleichen Namen (Marsaxlokk Bay). Wir befinden uns an der Südostküste Maltas, in einem traditionellen Fischerdorf. Wir genießen das „alte Malta“, das bekannt ist für seine Luzzu-Boote (mit den „Augen des Osiris“), die größte Ansammlung von Fischrestaurants im gesamten Archipel und den sonntäglichen Fischmarkt (von 6:00 bis 14:00 Uhr). Heute ist es eine Mischung aus einem authentischen Hafen und Restaurants, die Meeresfrüchte servieren. Die Tische stehen direkt an der Straße, und entlang des Hafens reihen sich reich bestückte Stände für Touristen.

Heiligtum der Muttergottes, Mellieha
Nach einer sehr leckeren und reichhaltigen Mahlzeit (die eigentlich leicht sein sollte), bestehend aus mehreren Vorspeisen, zwei Hauptgerichten, Dessert und Kaffee, konnten wir uns kaum vom Tisch erheben.
Wir bewunderten die grüne Insel voller bunter Blumen, blühender Kräuter und reifer Erdbeeren direkt vom Feld und fuhren dann zur Blauen Grotte, um das System aus Meereshöhlen und Felsbögen zu bestaunen. Dies ist die Gegend um Wied iż-Żurrieq, die für ihr intensiv blaues Wasser und ihre Lichtreflexe bekannt ist. Man kann direkt ans Meer hinunterfahren und mit dem Boot hinüberfahren, um die Grotte vom Meer aus zu besichtigen. Hier gibt es auch einen großartigen Tauchplatz, und unter Wasser befindet sich unter anderem das Wrack des 1998 gesunkenen Tankers Um El Faroud. Es liegt in einer Tiefe von 15–36 m und ist 110 m lang. Im Jahr








2005 brach es aufgrund eines schweren Sturms in zwei Teile. Es ist eines der Top-Wracks Europas.
MTA brachte uns im 4-Sterne-Hotel Solana in Mellieha unter. Vor dem obligatorischen Abendessen im maltesischen Stil fuhren wir nach Golden Bay, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Das war zumindest unsere Absicht, aber anscheinend hatte der Himmel andere Pläne und verdeckte sich mit zarten Wolken.
Das Abendessen (hier „Dinner“ genannt) nahmen wir in Mgarr in einem Restaurant ein, das maltesische Spezialitäten serviert. Unter anderem wurde uns Kaninchen serviert, das maltesisches Nationalgericht ist. Direkt neben dem Restaurant, buchstäblich nur wenige Schritte entfernt, befindet sich die Hauptkirche von Mgarr. Es handelt sich um die Parish Church of the Assumption of the Blessed Virgin Mary. Eine Besonderheit ist die charakteristische, eiförmige Kuppel. Sie wurde von der örtlichen Gemeinde erbaut, die für ihre Legehennenhaltung und die sehr gute Qualität

ihrer Eier bekannt war. Die Einwohner wollten, dass sich ihre Kirche von den „runden“ unterscheidet, weshalb man sich für eine eher stilistisch-symbolische Gestaltung entschied.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir zwischen Gozo und Malta und tauchten eifrig sowohl an Wracks als auch inmitten von Felsen, die vom Meer, der Sonne und der Zeit kunstvoll geformt worden waren. Wir tauchten mit dem Atlantis Diving Center, und Bogdan Trzcionka kümmerte sich um uns.
Deshalb begannen wir die Morgen mit einem schnellen Frühstück, fuhren mit der Fähre nach Gozo und wurden von dort aus schnell nach Marsalforn (im Norden der Insel) gebracht. Dort entschieden wir gemeinsam, wo wir tauchen wollten. Dabei berücksichtigten wir die Wetterbedingungen (vor allem den Wind) und unsere „Launen“ ;) Nach den Tauchgängen aßen wir im Vini e Capricci zu Mittag und nach der Rückkehr nach Malta in verschiedenen, vom MTA ausgewählten Restaurants zu Abend.

Valletta, Republic Street, Eingang vom Neuen Stadttor aus. Rechts das Parlament und das Theater, links der Palazzo Ferreria
Dominika aus der PD-Redaktion und der Tritonenbrunnen



Bunte Türen mit Türklopfern

Birgu, eine der bezaubernden Gassen mit traditionellen, hölzernen und bunten Balkonen (gallarija)

Aufzug in den Barrakka-Gärten
Traditionelle maltesische Boote – Dghajsa, die als Wassertaxis zwischen Valletta und Birgu (die Dreistadt) dienen


„Die Enthauptung Johannes des Täufers“ (1608), Caravaggio, Konkathedrale St. Johannes, Valletta


Einfahrt nach Birgu
Der Samstag vor dem Abflug war dem Geist der Geschichte gewidmet, den ich eingangs erwähnt habe. Nach dem morgendlichen Frühstück wartete bereits ein Auto mit einer Reiseleiterin auf uns. Nach Valletta fuhren wir auf einer längeren Strecke, die entlang der Küste führte. Der Blick auf das offene Mittelmeer bis zum Horizont beruhigt innerlich, und inmitten der Taucher lässt er einen automatisch vermuten, dass es unter Wasser unglaublich ist.
Wir begannen unsere Besichtigungstour am monumentalen Triton-Brunnen, der sich am Eingang zur Altstadt der maltesischen Hauptstadt befindet. Der Brunnen wurde 1959 nach einem Entwurf von Vincent Apap errichtet und besteht aus drei Tritonen, die eine Wasserschale tragen. Weiter gehen wir durch das Tor und lassen das maltesische Parlament zu unserer Rechten liegen, um uns in den Gassen der Hauptstadt zu verlieren, die im 16. Jahrhundert vom Johanniterorden gegründet wurde. Man kann getrost sagen, dass Valletta eine Barockstadt mit militärischer Präzision ist, erbaut aus hellem Kalkstein. Alle Gebäude sind einheitlich und haben eine goldene Farbe. Die Türen hingegen, oft noch mit Türklopfern versehen, sind grün, blau und rot.
Die schmalen Gassen mit ihren Balkonen bilden ein rechteckiges Straßennetz, während das Ganze von bastionsartigen Befestigungsanlagen umschlossen wird, die sich der Halbinsel anpassen. Bei einem Spaziergang sieht man die Höhenunterschiede

und den natürlichen Felsen, der den Effekt einer „Wand“ erzeugt, die direkt ins Wasser abfällt. Valletta liegt etwa 50–60 m über dem Meeresspiegel (z. B. Upper Barrakka Gardens) und wurde auf diesem Felsen erbaut. Die Mauern zur Seite des Grand Harbour sind 40–60 m hoch.
Es lohnt sich (ein absolutes Muss), die St.-Johannes-Kathedrale und die Johanniterburg zu besichtigen, in einem der zahlreichen Cafés eine Pause für einen hervorragenden Kaffee (meist italienischen) einzulegen, das Archäologiemuseum zu besuchen und zu den Barrakka-Gärten zu gehen, von denen aus man einen wunderschönen Blick auf den Hafen und die drei Städte: Birgu, Isla und Bormla hat.
Das Schöne daran ist, dass man an einem heißen Tag auf der Suche nach Schatten ist, und da man ständig in Meeresnähe ist, kann man von Zeit zu Zeit auf eine leichte Brise hoffen, die Feuchtigkeit und den Duft des Hafens mit sich bringt.
Wenn wir Hunger bekommen und keine Zeit für einen längeren Stopp haben, sollten wir unbedingt eine Ftira probieren – der Klassiker ist die mit Thunfisch, Oliven und Kapern – oder Pastizzi (Ricotta oder Erbsen), dazu ein gekühltes Kinnie (ein Kräutergetränk made in Malta).
Glaubt ihr, das war’s schon? Nein, wir sind noch mit dem Aufzug gefahren, der von den Barrakka-Gärten hinunter außerhalb der Stadtmauern in die Gegend des Grand Harbour führt. Nach einem




kurzen Fußweg können wir eine kleine Bootsfahrt nach Birgu unternehmen, was wir auch getan haben. Hier suchten wir ein polnisches Restaurant auf und aßen zu Mittag, während wir uns mit dem Personal auf Polnisch unterhielten. Es stellte sich heraus, dass auf den Inseln etwa 4000 Polen leben und sie (abgesehen von Touristen) meist hierherkommen, um beispielsweise Piroggen zu essen. Nachdem wir uns gestärkt und eine Verschnaufpause eingelegt hatten, gingen wir tiefer in Birgu hinein und bewunderten die hiesigen Ecken, Gassen und die Architektur, besonders die an der Grenze zwischen Meer und Land.
Am Abend erwartete uns noch ein köstliches Abendessen in Begleitung von Michelle von der MTA, das wir in einem Restaurant in Qawra genossen. Wie es sich für die Mitte des Wochenendes gehört, verbrachten wir viel Zeit im Auto.
Am nächsten Tag kehrten wir nach Polen zurück. Von 22 °C und Sonnenschein landeten wir bei 5 °C, Wolken und Regen. Malta, Gozo und Comino sind eine hervorragende Wahl in den Monaten März, April und Mai. Vor allem, wenn man keine Hitze über 40 Grad und keine Touristenströme mag. In dieser Zeit ist es hier warm und sonnig, vielleicht tröpfelt es mal eine Stunde lang. Es ist bunt, es gibt viele Blumen, die erste Ernte und Erdbeeren direkt vom Strauch, aus dem Boden. Der Frühling auf Malta scheint eine sehr gute Wahl zu sein. Hier ist es sicher, lecker und gleichzeitig orientalisch.

Und was wir dort unter anderem gegessen haben?
Spaghetti Tal-Fqira, Imqaret, Carré di Vitello, Gozitan Tnaqqir. Der maltesische Kaffee bestand aus: einem starken Kaffee (Espresso), Anis, Nelken, Zimt, Orangenschale und einem Hauch von Rosenwasser. Dazu gab es braunen Zucker/Honig – oder, wie in unserer Variante, verfeinert mit Schlagsahne und Alkohol.

Text Dominika ABRAHAMCZYK
Fotos Dominika ABRAHAMCZYK, Wojciech ZGOŁA

Nicht, dass ich jemanden des Betrugs verdächtigen würde… ABER ;)
Wenn ich mir Fotos oder Filme von Korallenriffen ansah, hatte ich immer einen Gedanken im Kopf – das muss wohl ein bisschen nachkoloriert sein;)
Es kam aber der denkwürdige Moment als Wojteks Traum (und meiner auch, aber seiner schon länger!) sollte sich erfüllen: Australien. Hüpfende Kängurus, Koalas auf Eukalyptusbäumen und natürlich das Great Barrier Reef. Wenn man das Riff-Abenteuer beginnt, dann soll man es richtig tun… ;) Nun, ich bin ein Tauch-Phänomen – ich war noch nie in Ägypten. Der Gedanke an eine Safari am Great Barrier Reef bereitete mir extreme Emotionen… einerseits Angst (wegen Seekrankheit, Haien, Quallen…), andererseits Aufregung… denn es ist das Great Barrier Reef (!), wegen Nemo und vielleicht tausender Wesen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Diese Safari war die Krönung unseres fast


einmonatigen Aufenthalts in dieser Region der Erde, weshalb mir die Gedanken in meinem Kopf ziemlich zusetzten.
Wir fuhren von Cairns aus los. Die ersten Stunden waren dramatisch. Das Worst-Case-Szenario trat ein, nämlich die Seekrankheit. Akupressur-Armbänder halfen nicht, genauso wenig der Blick auf den Horizont, und die Tabletten hatten nicht wirklich Zeit, absorbiert zu werden… Wojtek war wahrscheinlich zufrieden, weil er doppelte Mahlzeiten hatte ;) Ich betete für eine schnelle Rückkehr aufs Festland und verfluchte den Tag, an dem ich mich zu der Reise überreden ließ. Dass ich nicht die Einzige war, tröstete mich ein bisschen, und ich verstand den Mechanismus von Selbsthilfegruppen (Be-





schwerden verbinden Menschen). Zum Glück beruhigten sich die Wellen, nachdem wir das Riff erreicht hatten, und ich konnte aufatmen. Nur ein Gedanke im Kopf: Hoffentlich war diese Eskapade es wert. Das Wasser war warm, 28 Grad. Das war schon das erste Plus. Für uns wurden Stingersuits aus Lycra vorbereitet, die vor Quallen schützen. Das Briefing vor dem Tauchgang war ziemlich wichtig, da die Tauchgänge hier ohne Guides stattfinden; es sei denn, jemand braucht es unbedingt, dann kann man gegen eine nicht ganz kleine Gebühr mit einem Guide tauchen. Reibungslose Vorbereitung der Ausrüstung und ab ins Wasser… uuund… ich konnte meinen eigenen Augen nicht trauen!!! Ein Schock! Sooo viele Farben, sooo viele Fische, kleine, große, gelbe, rote, und hier was für Seeanemonen und was für Korallen, und schau mal da – eine Schildkröte! Und dort ein Rochen! Sie haben also nicht gelogen! Nichts ist nachkoloriert! Für einen Moment fragte ich mich, ob eine Überdosierung von Vomex A nicht Halluzinationen verursacht ;) Aber an den Gesichtern der Mittaucher erkannte ich, dass sie dasselbe sahen wie ich – ein wunderbares, miteinander harmonierendes Ökosystem wie aus einer paradiesischen Geschichte.
Was sollte ich tun? Bewundern? Filme aufnehmen? Fotos machen? Es war schwer, eine Entscheidung zu treffen – einerseits möchte man in solchem Moment sein und verweilen, und andererseits Material haben, um der nicht tauchenden Welt diese Schönheit zu zeigen, damit auch sie sich im Stillen fragen: „Ist das nicht vielleicht ein bisschen nachkoloriert...?“ Wie gut, dass wir für eine Weile da blieben…
Die Rückkehr aufs Boot und das innere Verarbeiten der Eindrücke, zusammen mit den (endlich wirkenden!) Medikamenten gegen Seekrankheit, ließen mich schnell einschlafen, und erst um 5:30 Uhr wurde ich geweckt für… den nächsten Tauchgang :) Nun ja, es war für mich nicht nur mein erster Kontakt mit dem Korallenriff, sondern auch meine erste Safari. Viermal am Tag tauchen ist das Allerbeste, was Tiger tun, besonders nach einer Anpassungsphase an das Leben auf dem Meer (und wenn man endlich etwas essen kann). Dies war auch eine Pionierreise für mich wegen der Begegnung mit „echten“ Haien ;) Bisher waren Engelhaie die einzigen, die ich gesehen hatte. Hier hatte ich die Gelegenheit, Weißspitzen-Riffhaie und Graue Riffhaie zu sehen. Sie sind majestätische Wesen, die eher Bewunderung als Schrecken erwecken und sich mit Gewandtheit und Anmut zwischen den Korallenkolonien bewegen, aber nicht sehr gerne







vor der Kamera posieren. Während eines Nachttauchgangs hatten wir das große Glück, einen Epaulettenhai zu sehen, der nicht sehr oft anzutreffen ist. Sein Name leitet sich von den großen schwarzen Flecken mit weißer Umrandung ab, die an militärische Epauletten erinnern, und sein charakteristisches Merkmal sind die starken Brustflossen, die es ihm ermöglichen, auf dem Meeresgrund, über flache Riffe und bei starker Ebbe sogar zwischen Pfützen zu „laufen“. Schade, dass er ziemlich schüchtern ist und es so schwierig ist, ein Foto von ihm in seiner ganzen Pracht zu machen.
Bei den Nachttauchgängen war ein starker Scheinwerfer am Boot befestigt, der die Rückkehr erleichterte. Als wir uns bei einem dieser Tauchgänge auf das Boot zubewegten, erblickten wir vier Haie, die im Kreis um die Leiter herumschwammen. Kennt ihr dieses Meme, in dem der Hai-Papa seinem Sohn beibringt, den Menschen vor dem Essen ein paar Mal umzukreisen, um ihn nicht mit Sch…ße zu essen? ;) Natürlich erinnerte ich mich daran in diesem Moment und ein Lachanfall unter Wasser war unvermeidlich ;) Glücklicherweise waren diese Haie nicht sehr erpicht auf Kontakt mit uns und zogen beim Auftauchen immer weitere Kreise. Die Truppe tauchte in voller Zahl auf und sogar die Anzahl der Finger stimmte überein.
Keine Ahnung, wann wir am Ende dieser Reise angelangt sind. Die Emotionen unter Wasser waren so zahlreich, dass ich jede freie Minute zwischen den Tauchgängen für Schlaf und Erholung genutzt habe. Jetzt bleibt mir nur noch, auf das nächste Abenteuer zu warten und mit anderen zu teilen, was ich sehen durfte.

Text und fotos Anthony LEYDET

Ein Paradies für Hochzeitsreisende und alle, die die ultimative tropische Auszeit suchen: Mit seinen postkartenreifen Landschaften, türkisfarbenen Lagunen und Kokospalmen, die erfrischenden Schatten auf korallenweißen Sand werfen, ist der MALEDIVISCHE ARCHIPEL vor allem eines – ein unglaubliches und scheinbar grenzenloses Refugium für das Meeresleben.

Während viele Tauchbegeisterte von einer Tauchsafari träumen, um in kurzer Zeit möglichst viele der besten Tauchplätze zu erleben, bietet ein Aufenthalt an Land die einzigartige Möglichkeit, die wilde Atmosphäre dieses lebendigen Archipels wirklich aufzusaugen. Begleiten Sie mich auf die kleine Insel Dhuni Kolhu im Herzen des Baa-Atolls, die vom Eco-Resort Coco Palm geführt wird – einem Haus, dessen vielfach ausgezeichnetes, ökologisch verantwortungsvolles Engagement in der Region Maßstäbe setzt.
Dhuni Kolhu: ein ungeschliffener Diamant im Herzen des Baa-Atolls Die Ankunft in Malé, der Hauptstadt der Malediven, wirkt zunächst etwas befremdlich. Nach langen Flugstunden sehnt man sich nach dem unmittelbaren Paradies –doch die Realität sieht anders aus: Beton, Verkehr und Hochhäuser sind das Erste, was

Reisende empfängt. Aber unser „Paradiesvogel“ wartet bereits. Bequem – oder zumindest fast bequem – in der kleinen Kabine eines Wasserflugzeugs untergebracht, erleben wir, wie die beiden Piloten von Trans Maldivian Airways, tadellos uniformiert und mit „Cockpit-Flip-Flops“, im Kanal Schub geben. Wir heben ab und fliegen Richtung Nordwesten zum Baa-Atoll, einem UNESCO-Biosphärenreservat. Nach 45 Minuten über Inseln und Ozean in unzähligen Blautönen setzen wir direkt vor Dhuni Kolhu auf. Ein echtes Paradies, 630 m lang und 260 m breit: Die Insel ist von dichtem tropischem Wald bedeckt und von Korallstränden gesäumt, die in kristallklares Wasser übergehen. Innerhalb weniger Augenblicke steht man mitten in einer Postkarte, die endlich Wirklichkeit geworden ist.
Die Wahl dieser Insel war naheliegend – angesichts des Umweltengagements der Marke Coco Collection, die seit Jahren die Natur an Land wie im Meer schützt. Diese Hingabe wurde mit zahl-

reichen Auszeichnungen gewürdigt und hat Coco Palm als eines der umweltfreundlichsten Refugien im maledivischen Archipel etabliert. Plastik ist verboten, Trinkwasser wird direkt vor Ort abgefüllt, es gibt einen eigenen Bio-Garten, und eine strikte Politik für den Einsatz nachhaltiger Materialien vermeidet Abfall. Darüber hinaus hat eine starke Partnerschaft mit The Olive Ridley Project auf der Insel ein Rettungszentrum für Meeresschildkröten eingerichtet. Eine fest angestellte Meeresbiologin bzw. ein Meeresbiologe informiert die Gäste in wöchentlichen Vorträgen und praxisnahen Feldsessions – etwa beim Korallengärtnern und beim Monitoring zahlreicher Schildkrötennester. Der „Barefoot“-Lifestyle, die entspannte Atmosphäre der Insel und die Villen – luxuriös und zugleich auf das Wesentliche reduziert, perfekt in den Wald integriert – vermitteln ein Gefühl von Authentizität, als würde man die Malediven von früher neu entdecken.



Ein Zufluchtsort für Meeresschildkröten
Es dauert nicht lange, bis man versteht, dass hier alles auf den Schutz der Schildkröten ausgerichtet ist. Schon ein einfaches Schnorcheln direkt vor dem Hauptstrand ermöglicht es allen, Grüne Meeresschildkröten zu beobachten, wie sie friedlich in den nährstoffreichen Seegraswiesen grasen und dabei gelegentlich einem Schwarzspitzen-Riffhai oder eleganten Stachelrochen begegnen. Die andere Seite der Insel, stärker mit Korallen geschmückt, eignet sich perfekt, um Echte Karettschildkröten zu treffen – und eine riesige Vielfalt tropischer Fische.
Ein Spaziergang rund um die Insel dauert weniger als 30 Minuten und zeigt zahlreiche Schildkrötennester, alle markiert und geschützt, versehen mit Angaben wie Legedatum, Art und voraussichtlichem Schlupfzeitraum. Drei Arten kommen an die Strände von Dhuni Kolhu, um ihre Eier abzulegen: Echte Karettschildkröte, Oliv-Bastardschildkröte und Grüne Meeresschildkröte. Mit etwas Glück können Gäste unter der strengen Aufsicht der Meeresbiologin bzw. des Meeresbiologen das Schlüpfen der Jungtiere miterleben –ein zutiefst respektvolles und unvergessliches Erlebnis. Weiter im Inselinneren beherbergt das Marine Turtle Rescue Centre Becken


vor allem für Oliv-Bastardschildkröten (Lepidochelys olivacea). Für viele Taucher weniger bekannt, handelt es sich dabei im Grunde um eine pelagische Art, die allzu oft Opfer zurückgelassener „Ghost“Fischernetze wird.
Baa-Atoll: Biosphärenreservat und Unterwasserparadies!
Eingebettet in eine üppige Landschaft wirkt das Coco Dive PADITauchcenter einladend, großzügig und perfekt organisiert. Harsha und sein Team, immer mit einem Lächeln im Gesicht, teilen mit großer Leidenschaft die besten Tauchplätze der Region. Mehr als zwanzig nahe gelegene Spots warten auf alle, die die Tiefen des BaaAtolls erkunden möchten. Der Eindruck ist jedes Mal derselbe: Die Fülle des Lebens ist überwältigend. Das Leben ist unglaublich reichhaltig – besonders an Tauchplätzen wie dem Thila 12.5 (ein „Thila“ ist ein unterseeischer Korallenberg, der eine große Vielfalt an Meeresleben anzieht), Rangali Faru, einem großartigen Drop-off mit zahlreichen Höhlen, oder Muthafushi Thila, das wir unter einer dichten Decke aus Fischen erlebten – eine Bühne für die Jagd unter Wasser, auf der sich Stachelmakrelen und Haie abwechselten. Im Südwes-




ten des Atolls liegt die berühmte Hanifaru Bay, die man nach etwa einer Stunde Bootsfahrt erreicht. Von Juni bis September sammeln sich dort jedes Jahr Mantarochen – ein Phänomen, das von Strömungen und der Planktondichte abhängt.
Wenn Touristen sich am Schutz der Korallenriffe beteiligen Im Rahmen ihres ökologisch verantwortungsvollen Engagements setzt sich die Coco Collection aktiv für den Erhalt der Korallenriffe ein. In den Lagunen ihrer beiden Inseln – Dhuni Kolhu im Baa-Atoll und Bodu Hithi im Nord-Malé-Atoll – organisieren Meeresbiologen für Gäste Workshops zur Korallengärtnerei. So kann jeder dazu beitragen, einen Teil der Lagune wiederzubeleben – etwa durch eine eigene kleine Korallenaufzucht, als Hommage an einen geliebten Menschen oder als Erinnerung an die Flitterwochen. Nach einem lehrreichen Briefing befestigen die „angehenden Gärtner“ kleine Korallenstücke – natürlich abgebrochene Fragmente, die vom Meeresbiologen gesammelt wurden – an einer Metallstruktur. Diese wird anschließend neben bereits bestehenden Korallengärten versenkt, von denen einige bereits ein bemerkenswertes Wachstum zeigen. Fast sofort kommen neugierige Fische herbei, als wollten sie ihr neues Zuhause begrüßen. Man kann diesen Korallenfragmenten nur ein langes Leben wünschen!
Embudhoo: das Robinson-Crusoe-Erlebnis!
Nur 15 Minuten mit dem Motorboot von Dhuni Kolhu entfernt erwartet Sie ein Erlebnis, das man nur einmal im Leben hat: auf einer einsamen Insel abgesetzt zu werden, um dort ein paar Stunden oder sogar eine Nacht zu verbringen. Nach ein paar Sicherheitshinweisen (man behält weiterhin ein Handy für den Notfall) steht Ihnen diese winzige Privatinsel, völlig unbewohnt (abgesehen von ein paar Hühnern und Kaninchen), ganz offen: Grillen, Nickerchen, Schwimmen, Schnorcheln, die Wege erkunden – alles, was man braucht, um sich wie ein Abenteurer zu fühlen!
Dhuni Kolhu bietet die Gewissheit, eine wilde und bewahrte Natur zu entdecken, fernab vom Massentourismus, in der das Meeresleben weiterhin in voller Blüte steht. Es ist eine Form des Tourismus, die Luxus und Authentizität nahtlos miteinander verbindet. Wenn diese Perle des Indischen Ozeans aus dem Fenster des Wasserflugzeugs allmählich verschwindet, bleibt unweigerlich ein Hauch Wehmut – doch man reist mit dem Kopf voller unvergesslicher Bilder ab.
Anthony LEYDET IG: @anthonyleydet_uw_photography
Die Redaktion erhielt die Tauchcomputer Suunto Nautic
zum Testen. Wir haben mit ihnen mehrere Tauchgänge verbracht –der tiefste bis auf 40 m – und werfen erstens einen Blick auf das Modell Nautic S, da es besondere Aufmerksamkeit verdient.
Text und fotos PERFECT DIVER



Der Nautic S ist ein Tauchcomputer im Uhrenformat mit einem Durchmesser von etwa 50 mm und einem Gewicht von ca. 81 g. Er hat eine optimale Größe: Er wirkt unauffällig sowie geschäftsmäßig und ist wesentlich weniger massiv als „technische Ziegelsteine“. Zudem liegt er bequem am Handgelenk an und lässt sich leicht unter der Hemdmanschette verbergen. Dank Widgets lässt sich das Aussehen des Zifferblatts personalisieren, was im täglichen Gebrauch sehr nützlich ist.
Der AMOLED-Bildschirm macht einen großen Unterschied – er bietet perfektes Schwarz, hohen Kontrast und lebendige Farben. In der Praxis bedeutet dies sehr gut lesbare Anzeigen selbst in trübem Wasser; PPO2- und Dekompressionsalarme sind deutlich sichtbar, und gleichzeitig spart das Gerät Batterie. Unter Wasser verhält sich der Nautic S hervorragend – wir haben ihn unter anderem unter Eis, im Mittelmeer und in Schwimmbädern unter verschiedenen Bedingungen getestet.
Die Schnorchel-/Freediving-Funktion funktioniert einwandfrei, und die Beobachtung der Computerarbeit beim Gerätetauchen war angenehm und komfortabel.
Funktionell ist das Gerät sehr vielseitig: es zeigt Multigas, Trimix, Sidemount, Flaschendruckmessung, Kompass sowie GPS und Karten. Es verwendet den Bühlmann ZHL-16 Algorithmus mit Gradientenfaktoren: Der PPO2-Wert kann im Bereich von 1,0 bis 1,6 ata eingestellt werden. Der Computer unterstützt bis zu 5 Gase (Nitrox/Trimix) und hat eine angegebene Maximaltiefe von 80 m. Das Gradient Factors Preset ist standardmäßig auf „Medium“ (40/95) eingestellt, der Nutzer kann jedoch auch ein aggressiveres 45/95 oder ein konservativeres 35/75 wählen.
Die Batterie hält bis zu etwa 60 Tauchgänge, was mehreren Tagen intensiver Nutzung ohne Aufladen entspricht. Man muss jedoch bedenken, dass der Nautic S kein vollwertiges Smartphone ist und über eingeschränkte Sportfunktionen verfügt. Das spezielle Textilarmband ist bequem, kann sich jedoch für einen sehr dicken Tauchanzug als zu kurz erweisen. Es ist definitiv kein klassischer „Tech-Computer“ für extrem fortgeschrittene Anwendungen.
ZUSAMMENFASSEND: Der Suunto Nautic S ist ein moderner, „reiner“ Tauchcomputer im Uhrenformat – eine großartige Wahl für Freediving, Sporttauchen und leichtes technisches Tauchen. Er ist alltagstauglich elegant, praktisch unter Wasser und bei schwierigen Bedingungen gut lesbar.

Beim Umstieg vom Uhrencomputer auf den Suunto Nautic fällt sofort das höhere Gewicht des Geräts (232 g) auf, was mit seinen Abmessungen und dem größeren Display zusammenhängt. Wir haben zwei Arten von Armbändern getestet: ein Textilarmband mit Klettverschluss, das sich in der Praxis für mich leider als viel zu lang erwies, sowie ein Bungee-Cord-Armband, das für Personen mit sehr schmalen Handgelenken ein Volltreffer war. Die Möglichkeit, die Länge der Gummibänder anzupassen, ermöglicht eine vollständige Personalisierung, und der Verschluss sorgt für ein schnelles sowie bequemes An- und Ablegen.
Das große und sehr gut lesbare Display bietet Komfort während des Tauchgangs, und man kann den Bildschirm nach seinen eigenen Bedürfnissen und Vorlieben konfigurieren. Die Benutzeroberfläche ist sehr intuitiv und einfach – der Gaswechsel erfordert nur wenige Klicks. Der Computer ist außerdem mit einem digitalen Kompass, GPS und einer Taschenlampe ausgestattet – ein wichtiges Backup bei jedem Tauchgang. Das Sahnehäubchen ist die App mit einem Logbuch, das nicht nur das Tauchprofil, sondern auch die Tauchroute aufzeichnet. Ein sehr guter Tauchcomputer, der die Anforderungen von Tauchern auf vielen Erfahrungsstufen erfüllt. Der Hersteller gibt eine mögliche Tauchtiefe von bis zu 200 m an. Der Suunto Nautic verwendet den Bühlmann 16 GF Tauchalgorithmus mit der Möglichkeit, die Gradientenfaktoren zu modifizieren.



Text Marcin TRZCIŃSKI Foto Adam SOKÓLSKI
Es gibt Menschen, die kleine Dinge mögen. Wisst ihr, Schneewittchen, die Japaner, die Ingenieure, die für das Projekt des Trabis verantwortlich waren, und… Adam. Seitdem er sich in dem speziell für Unterwasserfotografen gedachten Projekt Blue Photo Adventures engagiert hat, führen all seine Reisen irgendwie zufällig auf die Inseln des Pazifiks. Und zwar nicht zu den Schauplätzen von Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs, voller Wracks für Weitwinkelobjektive, sondern zu Tauchplätzen, die in Tauchführern als Makro-Paradiese bezeichnet werden.

Belichtungsparameter: tryb M, 1/250 Sek., f/18, ISO 200
Kamera:
OM-System OM-1
Objektiv: OM-System 90mm Makro
Gehäuse: Nauticam NA-OM1 + Flat Port
Blitze: 2x Inon Z240
Einer dieser Orte, der Menschen mit starker Sehschwäche anzieht (angeblich sind mindestens -12 Dioptrien ratsam), ist das indonesische Tulamben. Das an der Nordostküste der Insel Bali gelegene Dorf ist für sie wie ein Tempel, in dem sie ihre „Mustsee“-Listen um weitere, für das bloße Auge unsichtbare Kreaturen ergänzen. Der schwarze vulkanische Sand, der den Meeresboden bedeckt, ist voll von Kreaturen, die niemand außer ihnen erkennen kann. Das ist nicht einmal mehr Makro, sondern etwas an der Grenze zwischen Mega-Makro und mikroskopischen Bildern. Deshalb ist es an solchen Orten ein guter Guide ebenso wichtig als fotografische Fähigkeiten und Beobachtungsgabe. Einen Spotter, der weiß, wonach und wo er in dieser außergewöhnlichen Kulisse Ausschau halten muss, und den man mit gutem Recht als Co-Autor der entstandenen Fotos betrachten kann.
Adam macht daraus übrigens kein Geheimnis… „Seit einiger Zeit habe ich beim Tauchen in Tulamben denselben Guide – Dyon. Ich finde ihn großartig – ruhig und mit einem ausgezeichneten Auge. Im Makrobereich ist ein guter Guide die absolute Grundlage – man kann die beste Ausrüstung und Erfahrung haben, aber ohne jemanden, der den Meeresboden wie seine Westentasche kennt und ein millimetergroßes Detail zwischen Sand und Steinen ausmachen kann, werden viele Dinge einfach verloren gehen“.
Auch an diesem Tag tauchten sie zusammen.
„Dyon bewegte sich langsam, methodisch, mit der charakteristischen Konzentration eines Menschen, der weiß, dass die größten Wunder die kleinsten sind. An einem bestimmten Punkt hielt er an und zeigte sanft auf etwas Winziges auf einem Stein. Ich schwamm näher, aber ehrlich gesagt sah ich nichts Konkretes. Irgendein heller Punkt, vielleicht ein bisschen Sediment. Etwas so Kleines, dass es mit bloßem Auge schwer war, überhaupt eine Form zu erfassen. Aber da er es zeigte, musste es etwas Besonderes sein. Ich legte mich auf den Grund – in Tulamben ist dieser größtenteils sandig, also kann man bei entsprechender Vorsicht liegen oder knien, ohne etwas zu zerstören. Ich stabilisierte die Kamera und machte das erste Foto fast ‚blind‘. Ich schaute auf das Display und vergrößerte dann den Bildausschnitt. Vom Bildschirm blickte mich eine zarte, fast durchsichtige Silhouette mit winzigen blattähnlichen Fortsätzen an. Langsam dämmerte mir, was ich da vor mir hatte. Stiliger sp. – eine meiner Lieblingsschnecken, die ich bisher jedoch nur auf Fotos anderer Taucher gesehen hatte. Diesmal war sie direkt vor meiner Maske, live. Die Emotionen waren enorm. Nach tausenden von Tauchgängen kann ich immer noch diesen kindlichen Schauer der Aufregung spüren, wenn ich etwas zum ersten Mal entdecke. Und dies war genau so ein Moment. Ich begann noch vorsichtiger zu arbeiten – jede Bewegung musste kontrolliert sein, um kein Sediment aufzuwirbeln und dieses mikroskopische Model nicht zu verlieren. Ich stabilisierte die Kamera und legte mein Auge an den Sucher. Die Welt wuchs plötzlich. Die Körperstrukturen des Models wurden deutlich, subtile Farben begannen sich vom Hintergrund des Steins abzuheben. Das, was vor einem Moment noch ein fast unsichtbarer Punkt war, verwandelte sich in einen komplexen, perfekt entworfenen Organismus. In solchen Momenten ist man in der Lage, sogar das Atmen zu vergessen…

Als ich auftauchte, wusste ich, dass ich mich an diesen Tag noch lange erinnern würde. Selbst wenn du denkst, du hättest schon alles gesehen, kann dich der Ozean immer noch mit etwas überraschen. Tulamben hat mich einmal mehr daran erinnert, dass die größten Emotionen im Ozean oft nur wenige Millimeter groß sind.“
Die Geschichte von Adam Sokólski wurde von Marcin Trzciński angehört und niedergeschrieben

Text und fotos Adam SOKÓLSKI

Mein vorheriger Artikel war eine Geschichte über die Anfänge – darüber, wie ich vor vielen, vielen Jahren in die Welt der Unterwasser-Makrofotografie eingetaucht bin.
Dieser hier beschreibt eine Reise, von der ich kürzlich zurückgekehrt bin. Ich habe ihn noch „frisch“ geschrieben, bevor die Erinnerungen verblasst sind – mit einem Kopf voller Bilder und Emotionen von den letzten Tauchgängen, spüre ich noch das Salz auf meiner Haut, die Sonne im Gesicht und den Wind in meinen Haaren.
Dieses Mal landete ich auf der Jagd nach kleinen, seltsamen und erstaunlichen Kreaturen in Dauin auf den Philippinen. Dieser Ort wird oft mit dem nahegelegenen Dumaguete in einen Topf geworfen, aber in Wirklichkeit ist genau Dauin das richtige Ziel für Makrofotografen. Vielleicht ist es nicht so bekannt wie Anilao, aber in der Tauchszene gilt es als einer der besten Orte für Makrofotografie auf der Welt – und nach dieser Reise ist es schwer, dem nicht zuzustimmen.
Dauin ist vor allem für Anglerfische bekannt. Sie sind praktisch überall – von wenige Millimeter großen Winzlingen bis hin zu großen Exemplaren, die ruhig an Ankerleinen sitzen, in „haarigen“ und völlig glatten Versionen, in Farben von Weiß über Gelb und Orange bis hin zu Grün und tiefem Schwarz. Das ist jedoch nur ein Teil des Charmes


dieses Ortes – hier wimmelt es von anderen unglaublichen Makro-Kreaturen, die auf dem Meeresgrund verborgen sind und darauf warten, entdeckt zu werden. Hier dominiert das sogenannte Muck-Diving – man taucht über dem Meeresgrund, der scheinbar völlig leer ist und wo absolut nichts passiert. Diese Leere ist doch trügerisch. Plötzlich ändert eine Handbewegung des Guides alles, und die Geschichte über eine weitere seltsame, oft schwer zu klassifizierende Kreatur beginnt. Es sind genau diese Momente, die dafür sorgen, dass man nicht aufhört, auf den Grund zu starren, und mit jedem weiteren Tauchgang das Gefühl hat, dass gleich etwas Interessantes passieren wird.
Direkt neben Dauin liegt die Insel Apo – eine völlig andere Welt, voller Steilwände, Korallen und Weite. Für einen Makrofotografen
ist Apo nicht das Hauptziel der Reise, aber als Abwechslung funktioniert es perfekt. Nach ein paar Tagen langsamen „Kriechens“ über den Sand kann man sich losreißen, ins Blaue schauen und einfach nur tauchen ohne die ständige Suche. Das ist ein bisschen wie der Wechsel von einem Makro- zu einem Weitwinkelobjektiv – plötzlich ändert sich alles, von der Perspektive bis hin zur Art, wie man seine Umgebung wahrnimmt.
Wer meine früheren Texte gelesen hat, weiß, dass eines der wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Fotoreise ein gutes Tauchzentrum ist, in dem die Leute die Bedürfnisse von Tauchern mit Kameras verstehen. Dies war meine dritte Reise nach Dauin, und erst jetzt habe ich einen Ort gefunden, der diese Erwartungen wirklich erfüllt.
Das Silver Reef Dive Resort erwies sich als genau das, was ein Fotograf sucht. Niemanden wundert es hier, dass man über zehn Minuten bei einem einzigen Lebewesen verbringt, und man muss nicht erklären, warum man mehrmals an denselben Ort zurückkehren möchte. Dazu kommt ein hervorragend vorbereiteter Raum für Kameras, der sogenannte Camera Room, in dem man sich in Ruhe um seine Ausrüstung kümmern und sie über Nacht stehen lassen kann, sowie Guides, die Tiere finden, die man selbst mit einer Lupe niemals bemerkt hätte.
Diesmal war mein Guide Adrian. Nicht nur hatte er ein tolles Auge und fand bei jedem Tauchgang viele seltsame, oft mikroskopisch kleine Kreaturen, sondern auch nahm er für die Tauchgänge vom Ufer aus einen Unterwasser-Scooter mit – womit er mich angenehm überraschte. Sehr schnell stellte sich heraus, dass dies eine großartige Idee war. Anstatt Energie damit zu verschwenden, flache Abschnitte zu überwinden oder beim Rückweg gegen die Strömung anzukämpfen, konnten wir uns effizient zwischen den Tauchplätzen bewegen und uns voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren. Das ist ein Komfortniveau, das schwer mit etwas anderem zu vergleichen ist – und an das man sich erstaunlich schnell gewöhnt.
Anglerfische: die Stars von Dauin
Wie zu erwarten war, gab es sehr viele Anglerfische. Allein am Hausriff fanden wir mehrere – einen orangen, einen weißen, einen gelben und einen schwarzen. Jeder hatte






etwas Einzigartiges an sich. Etwas, das bewirkte, dass man trotz hunderter ähnlicher Begegnungen immer wieder bei ihnen anhalten und noch ein Foto machen wollte. Anglerfische sind Kreaturen wie von einem anderen Planeten. Besonders faszinierend sind sie bei der Jagd. Um Fische anzulocken, benutzt der Anglerfisch eine kleine Antenne, an deren Ende etwas befestigt ist, das wie ein Wurm aussieht. Er wedelt mit dieser Antenne und tut gleichzeitig so, als wäre er gar nicht da, wobei er perfekt mit seiner Umgebung verschmilzt. Wenn ein ahnungsloser Fisch zu nahe heranschwimmt, „springt“ der Anglerfisch erstaunlich schnell und verschluckt seine Beute. Leider ist es mir trotz vieler Versuche nie gelungen, diesen Moment auf einem Foto festzuhalten.
Geister des Riffs
Einer der häufig anzutreffenden und gleichzeitig ungewöhnlichen Bewohner des Riffs ist der Geisterpfeifenfisch. Diese bizarren Fische treten meist paarweise auf und „schweben“ mit nach unten gerichteten Köpfen direkt über dem Meeresgrund. Ihre Färbung kann sehr vielfältig sein – von tiefem Schwarz über komplizierte, farbenfrohe Muster bis hin zu einfarbigem Pink, was in Kombination mit ihrer ungewöhnlichen Form dazu führt, dass sie sehr schwer zu bemerken sind. Uns gelang es, einen Samt-Geisterpfeifenfisch zu finden, was ein außergewöhnliches Erlebnis war – sogar für meinen Guide, der dieses Lebewesen trotz tausender Tauchgänge erst zum zweiten Mal sah.
Schnecken, Schnecken, Schnecken... Dauin ist ein wahres Paradies für Schneckenliebhaber. Eines meiner „Lieblingsmodels“ ist Nembrotha kubaryana – eine relativ große Nacktschnecke mit einem dunklen Körper und intensiv orangen Akzenten. Sie sieht aus, als würde sie selbst um ein Foto betteln. Ich bin ihnen schon oft begegnet und weiß, dass sie ab und zu anhalten, den Kopf heben und sich quasi „umsehen“ können – der perfekte Moment für ein gelungenes Porträt.
Das verborgene Leben im Inneren Schon lange träumte ich davon, die Eier der Prachtsepia, die ich bisher nur von Fotos kannte, einmal live zu sehen. Endlich hat es geklappt! Wir stießen eines Tages an einem


der Tauchplätze auf sie. Wir kehrten mehrmals dorthin zurück und beobachteten, wie sich die kleinen Sepien entwickelten. Von Tag zu Tag wurden sie deutlicher und begannen, ihre charakteristischen Farben zu zeigen. Es war echt hypnotisierend. Ich hatte sehr gehofft, den Moment des Schlüpfens festzuhalten, aber diesmal kein Glück.
Die seltsamste Begegnung der Reise
Ich erlebte auch etwas, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, denn es wird schwer sein, es zu „unsehen“, nämlich eine Begegnung mit einer „Ass Crab“. Es ist der inoffizielle Name einer Krabbe, die im After einer Seegurke lebt. Allein der Anblick war schon surreal genug, aber der eigentliche Spaß begann beim Fotografieren. Das war nicht einfach, denn alles geschah im Rhythmus des Öffnens und Schließens des „Eingangs“, daher brauchte man ein gutes Gespür für das Auslösen der Kamera. Irgendwann beschloss die Seegurke, die Szene auf eine Weise zu beenden, die man eigentlich hätte erwarten können, und die Krabbe befand sich genau in der „Schusslinie“. Das ist einer dieser Momente, die gleichzeitig komisch, ein wenig schockierend und definitiv unvergesslich sind.
Ein Grund zurückzukehren
An Orten wie Dauin bleibt immer etwas zurück, das man verpasst hat, und das wird zum besten Grund, dorthin zurückzukehren. In der Unterwasser-Makrofotografie ist es oft genau dieses übersehene Detail, das beim nächsten Mal zum Helden des Fotos werden kann. Rückkehren sind nie gleich, denn jeder Tauchgang ist wie das Öffnen einer kleinen Überraschungsbox – manchmal seltsam, manchmal lustig, immer faszinierend.









Text und fotos Piotr STÓS

Es gibt keine Fotografie ohne Licht, und keine Unterwasserfotografie ohne Wasser.
Bei natürlichem Sonnenlicht ist die Unterwasserwelt immer dunkler und weniger farbenfroh als die an Land.
Die Farbe des Lichts, der Grad seiner Streuung und die Intensität ändern sich, was das Fotografieren nicht erleichtert, den Unterwasserlandschaften jedoch einen ungewöhnlichen Charme und eine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Wahrscheinlich liegt in diesem Unterschied der größte Reiz der Unterwasserszenerien, der uns Gänsehaut bereitet und uns zur Kamera greifen lässt.
Das Problem ist, dass Wasser sehr stark auf das Licht einwirkt: Es absorbiert es und entzieht ihm allmählich die warmen Farben. Die Qualität des aufgenommenen Bildes verschlechtert sich mit jedem Zentimeter, den man sich vom Motiv entfernt, und mit jedem Meter Tauchtiefe.
Im Gegensatz zur Luft, in der sich das Licht im Grunde frei bewegen kann, schwächt das 800-mal dichtere Wasser seinen Strom
stark ab. Selbst wenn es chemisch rein und frei von mechanischen Verunreinigungen ist, verändert es den Charakter des Lichts, unabhängig von der Richtung, in die es wandert. Noch schlimmer ist es in natürlichen Gewässern: Seen, Meeren und Ozeanen, wo Phytoplankton und feine mineralische Schwebstoffe die Ausbreitung der Lichtstrahlen zusätzlich einschränken.
Bevor du also von den Ergebnissen deiner ersten Unterwasseraufnahmen gefrustet bist, solltest du diesen Artikel aufmerksam lesen, um zu erfahren, welche Werkzeuge und Techniken du einsetzen solltest, um möglichst am schnellsten die besten Fotos zu machen.
Reflexion an der Oberfläche: Wie viel Licht dringt unter Wasser?
Wenn du an einem sonnigen Tag wegen der Lichtreflexe auf dem Wasser die Augen zusammenkneifst, bedeutet das, dass nur der Teil des Lichts, der dich nicht blendet, unter die Oberfläche dringt. Wenn sich die Sonne dem Horizont zuneigt oder die Wasseroberfläche unruhig wird, wird ein immer größerer Prozentsatz des Lichts reflektiert und unter Wasser wird es dunkler.
In Gesprächen und Publikationen zum Thema Unterwasserfotografie findet man die Empfehlung, die Mittagsstunden für Fotoshootings zu wählen, wenn die Sonne im Zenit steht und im größten Winkel auf das Wasser trifft. Tatsächlich hat das Wasser unter solchen Bedingungen eine schöne blaue Farbe, und das Fotografieren von tiefer

gelegenen Objekten, wie zum Beispiel Wracks, erfordert kein Überstrapazieren der Belichtungsparameter. Gerade das Morgen- oder Nachmittagslicht hat jedoch eine magische Plastizität, und zu dieser Zeit auf das Fotografieren zu verzichten ist eine unverzeihliche Sünde. Wenn der Tag bewölkt ist, die Lichtintensität gering ist und die warmen Bestandteile des Spektrums fehlen, kann man sofort Probleme bei der Belichtung und der Farbwiedergabe erwarten. Unter solchen Bedingungen wird das Fotografieren aus kurzer Distanz und die Verwendung von künstlichem Licht immer wichtiger.
Streuung: Warum das Unterwasserbild an Kontrast verliert
Ein Phänomen, das gute Unterwasserfotos ebenfalls erschwert, ist die Dispersion, das heißt die Streuung des Lichts an Algenpartikeln und Schwebstoffen im Wasser sowie an den Wassermolekülen selbst, die sich in ständiger, wenn auch für das Auge unsichtbarer, thermischer Bewegung befinden. Beim Kontakt mit ihnen ändert das Licht seine Richtung und das von ihm getragene Bild wird verformt. Es verliert an Kontrast, wird weicher und trotz korrekter Objektiveinstellungen als weniger scharf empfunden.
Die Streuung ist besonders störend bei der Ausleuchtung der Szene mit Blitzlicht oder Dauerlicht: Das von den Schwebstoffen reflektierte Licht wird von der Kamera als kleine, helle Punkte aufgezeichnet. Das sind die sogenannte Rückstreuungen (auf Englisch backscatter), die das Bild verunreinigen, die Lesbarkeit des Bildausschnitts beeinträchtigen und seinen Kontrast zusätzlich verringern. Je mehr Schwebstoffe im Wasser sind und je länger der Weg ist, den das Licht zurücklegen muss, desto größer ist das Risiko, dass dieser Effekt das Foto völlig ruiniert.
Selbst bei Gewässern, die von Schwebstoffen und Phytoplankton frei sind, kommt die horizontale Sichtweite nicht annä-
hernd an die Werte an der Oberfläche heran. In meiner Heimatstadt Krakau sehen wir von Zeit zu Zeit die 100 Kilometer von der Stadt entfernten Gipfel der Tatra. Zum Vergleich: Der größten Wasserklarheit bin ich bei Forschungs-Eistauchgängen im Czarny Staw (Schwarzer See) unterhalb des Rysy-Gipfels begegnet. Ich schätzte sie damals auf 60 Meter in der Horizontalen. Der See, der unter einer fast zwei Meter dicken Eis- und Schneeschicht lag, war frei von den feinsten mineralischen und organischen Schwebstoffen. Ich schwebte im Wasser wie in einem Vakuum und hatte den Eindruck, dass um mich herum praktisch kein Wasser war. Durch das ins Eis geschnittene Loch sah ich aus einigen Dutzend Metern Tiefe deutlich die roten Daunenjacken meiner Kollegen, die die Sicherungsleine abließen. Durch diese Öffnung fiel ein Sonnenstrahl, der wie ein Laserstrahl konzentriert war, und das Wasser hüllte ihn in einen subtilen Kegel aus blauem, diffusem Licht. Der Anblick war überirdisch. Nachdem wir aus dem eisigen Wasser aufgetaucht waren, schwiegen wir lange und versuchten, unsere Eindrücke zu ordnen.
Absorption: Warum die Farben verschwinden
Das den Tauchern wohl bekannteste optische Phänomen ist die selektive Absorption der Bestandteile des weißen Lichtspektrums, die mit zunehmender Tiefe auftritt. Schon im Tauchgrundkurs lernen wir, dass die Farben, die den sichtbaren Teil des Spektrums bilden, allmählich verblassen, je länger der Weg ist, den das Licht unter Wasser zurücklegt.
Als Erstes werden die warmen Farben absorbiert:
● Rot – in einer Tiefe von 5-7 Metern.
● Orange – in etwa 9-10 Metern.
● Gelb – in einer Tiefe von 12-15 Metern.
Viel schwächer absorbiert werden kürzere Wellen, die wir als Grün und Blau wahrnehmen, welche infolgedessen am tiefsten eindringen. In 20-30 Metern Tiefe wird die gesamte Szenerie von einem bläulichen oder grünlichen Licht beleuchtet, das wie ein riesiger monochromatischer Scheinwerfer allem um uns herum einen einheitlichen, kühlen Farbton verleiht. Unabhängig davon,

Abb. 1.
Selektive Absorption der Komponenten des weißen Lichtspektrums, die mit zunehmender Tiefe auftritt. Um einen Fisch in der Tiefe in seiner ganzen Farbenpracht zu zeigen, muss man künstliches Licht verwenden.

wie farbenfroh der Meeresboden in dieser Tiefe ist, müssen wir, um die „wahren“ Farben der fotografierten Objekte aufzuzeichnen, eine künstliche Beleuchtung verwenden, die weißes Licht liefert und es ermöglicht, die Farben in vollem Umfang wiederzugeben.
Die selektive Absorption der Spektralkomponenten führt natürlich zu einer Verringerung der Gesamtlichtintensität. Je tiefer man also taucht, desto weniger farbig und zugleich dunkler wird es. Hinzu kommt der Effekt der Lichtstreuung an den Partikeln des allgegenwärtigen Phytoplanktons, der seine Energie zusätzlich reduziert. Finde dich mit der Tatsache ab, dass das Wasser das Licht verschlingt und sein Appetit mit der Tiefe zunimmt.
In den Meeren und Ozeanen, wo die Lichtintensität im Durchschnitt alle 10 Meter Tiefe um die Hälfte sinkt, nimmt das menschliche Auge das Licht noch in 200 Metern Tiefe wahr. In den saubersten Seen Nordpolens geht das viel schneller und die Dunkelheit setzt schon in 20-30 Metern Tiefe ein, und in den meisten von ihnen herrscht in 40 Metern Tiefe bereits völlige Dunkelheit.
Tiefe plus Distanz: Die Gesamtdistanz des Lichts zählt Wasser absorbiert Licht nicht nur dann, wenn es sich vertikal bewegt. Auch der horizontale Weg entzieht ihm Energie und stört die transportierten Informationen. Für das Endergebnis ist somit die Gesamtstrecke verantwortlich, die die Sonnenstrahlen in die Tiefe zurücklegen, um das fotografierte Objekt zu beleuchten, und anschließend horizontal auf dem Weg vom Objekt zur Kamera reflektiert werden. Wenn du im Sonnenlicht einen großen, bunten Fisch in einer Tiefe von 6 Metern aus einer Entfernung von 2 Metern fotografierst, entspricht der Farbeffekt des gemachten Fotos dem eines Fotos des gleichen Fisches, das aus einer Entfernung von 6 Metern in 2 Metern Tiefe unter Wasser aufgenommen wurde. In beiden Fäl-
len, zwischen der Oberfläche, dem Schwamm und der Kamera, legt das Licht eine Strecke von insgesamt 8 Metern zurück und verliert

Abb. 2.
Das Verschwinden der Farben wird durch die Gesamtstrecke beeinflusst, die das Licht vertikal und horizontal zurücklegt.

dabei seine warmen Farben. Der wunderschöne, tiefblaue Hintergrund, der für Unterwasserfotos aus tropischen Meeren so charakteristisch ist, ist ebenfalls das Ergebnis der Herausfilterung der warmen Bestandteile des weißen Lichts in der dicken horizontalen Wasserschicht.
Refraktion: Warum das Objektiv unter Wasser anders „sieht“ Die Brechung des Lichts an der Grenze zwischen Wasser und Luft ist ein weiterer optischer Streich, dem wir begegnen, wenn wir die Unterwasserwelt durch eine Maske betrachten. Wenn das Licht aus dem Wasser in den Luftraum der Maske übertritt, ändert es seine Geschwindigkeit und Ausbreitungsrichtung. Die Folge dieses Phänomens ist eine scheinbare Annäherung und Vergrößerung des Bildes. Anstelle des Bildes des Objekts in seiner tatsächlichen Entfernung registrieren die Augen ein scheinbares Bild, das um etwa 25% näher erscheint. Zunächst lässt sich das Gehirn erfolgreich täuschen, und wenn wir nach dem Gegenstand greifen, „suchen“ wir ihn vielleicht zu nah. Die Anpassung erfolgt jedoch augenblicklich. Ich kann
mich nicht erinnern, dass ich nach meinen ersten Fehleinschätzungen der Entfernung beim Schwimmen mit der Maske später jemals Probleme hatte, nach etwas zu greifen, das ich in die Hand nehmen wollte.
Das Kameraobjektiv, das hinter einem flachen Port im Gehäuse eingeschlossen ist, wird genau so getäuscht wie das Auge
hinter dem Glas der Maske. Es zeichnet ein scheinbar angenähertes Bild auf. Als ich eine Nikonos-Kamera mit einem Objektiv verwendete, bei dem der Fokus manuell eingestellt wurde, musste ich dieses Phänomen berücksichtigen und den Fokus auf etwa 75 % der tatsächlichen Entfernung einstellen.

Abb. 3.
Ein Objektiv, das sich hinter dem flachen Port des Gehäuses verbirgt, zeichnet ein scheinbares Bild auf, das im Verhältnis zur realen Position des fotografierten Objekts um 25% angenähert ist. In der Praxis bedeutet dies eine Verengung des Sichtfeldes des Objektivs, d.h. eine Verlängerung seiner Brennweite um 33%.
In Zeiten von Autofokuskameras ist das Problem der scheinbaren Annäherung des Motivs kein Problem mehr. Das AF-System stellt auf die Entfernung scharf, in der das scheinbare Bild erscheint. Auch beim manuellen Fokussieren gibt es kein Problem: Man sieht auf dem LCD-Bildschirm oder im Sucher den Moment, in dem das Bild scharf wird, was zudem durch das Schärfekontrollsystem bestätigt wird.
Für den Unterwasserfotografen ist die wichtigste Konsequenz der Refraktion jedoch, dass sich der Blickwinkel eines Objektivs hinter einem flachen Port um etwa 33% verengt, was man auch als scheinbare Verlängerung der Brennweite um den gleichen Wert bezeichnen kann. Was bedeutet das in der Praxis? Ein in Kompaktkameras beliebtes Objektiv mit einer äquivalenten Brennweite von 24 mm erfasst in einem horizontalen Bildausschnitt an der Oberfläche aus einer Entfernung von ca. 1,75 m eine vollständig stehende menschliche Figur. Dieselbe Kamera, eingetaucht in einem Gehäuse mit flachem Port, zeigt aus derselben Entfernung eine Silhouette, die etwa bis zu den Knien abgeschnitten ist. Um die gesamte Figur wieder in den Bildausschnitt zu bekommen, müsste man sich auf etwa 2,33 m zurückziehen. Dies verschlechtert natürlich die Bildqualität, da die Wassermenge zwischen dem Objekt und dem Objektiv zunimmt. Dieses Problem lässt sich durch die Verwendung eines Dome-Ports, der den „oberflächlichen“ Bildwinkel beibehält, oder einer zusätzlichen „nassen“ Weitwinkeloptik lösen, die außen auf dem flachen Port angebracht wird. Zum Beispiel bietet der INON UWL-95 Konverter in Verbindung mit einem 24-mm-Objektiv unter Wasser einen diagonalen Blickwinkel von etwa 95°. In der Praxis ermöglicht er es, die gesamte Person aus einer Entfernung von etwa 1,45 m in einem horizontalen Bildausschnitt zu fotografieren. Anstatt sich vom Motiv zurückzuziehen, kann man dadurch näher herangehen, die Wasserschicht verkürzen und so den Kontrast und die Sättigung des Bildes verbessern.
Und noch ein Beispiel für die Lichtbrechung und die scheinbare Position des Bildes: Nach einem Tauchgang an einem ägyptischen Riff bemerkte ich, dass der Blitz bei Aufnahmen auf sandigem Grund nicht das Hauptobjekt beleuchtete. Der Lichtfleck legte sich vor die fotografierte Koralle


Abb. 4.
Die Schätzung der Blitzkopfeinstellung auf der Grundlage der beobachteten Position des Objekts (seines scheinbaren Bildes) kann zu einem Fehler führen. Benutze das Pilotlicht, um sicherzustellen, dass der Blitz das fotografierte Objekt ausleuchtet.
und erreichte sein Ziel nicht. Nach einer Weile wurde mir klar, dass ich mich bei der Positionierung des Blitzkopfes von dem leiten ließ, was meine Augen durch die Maske sahen. Auf dieser Grundlage schätzte ich die Position des Motivs und den Neigungswinkel des Blitzes ein. Das führte dazu, dass ich das Licht nicht auf die eigentliche Koralle richtete, sondern auf die Stelle, an der sich ihr scheinbares, herangeholtes Bild zu befinden schien, und dort befand sich in Wirklichkeit nur Sand.
Wenn du einen Blitz verwendest, der mit einem Pilotlicht ausgestattet ist, das heißt einer kleinen Taschenlampe, die die Richtung des Blitzlichts anzeigt, verschwindet dieses Problem praktisch. Du siehst dann nämlich genau, wohin der Lichtstrahl fällt, und kannst den Blitzkopf so positionieren, dass er das Motiv auch wirklich ausleuchtet.


Je näher, desto besser Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Aufzeichnung eines fotografischen Bildes basiert auf der Information, die das vom fotografierten Objekt reflektierte Licht trägt. Je dicker die Wasserschicht ist, die es auf seinem Weg zur Kamera überwinden muss, desto schlechter ist die Qualität des resultierenden Bildes.
In gewissem Sinne fotografiert man unter Wasser so, wie an der Oberfläche an einem nebligen Tag. Je weiter man von der zu fotografierenden Person entfernt ist, desto weniger deutlich wird ihre Silhouette sein. Viele Adepten der Unterwasserfotografie sind deshalb von ihren ersten Fotos schwer enttäuscht. Was kann man dagegen tun?
Robert Capa, der Guru der Kriegsreportage-Fotografie, hatte einen Rat dafür. Er pflegte zu sagen: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“. Dieser Rat lässt sich auch perfekt auf die Unterwasserfotografie übertragen. Der Begriff „aus der Nähe“ erstaunt Anfänger jedoch immer wieder. Es fällt ihnen anfangs schwer zu akzeptieren, dass der Abstand zum Motiv im Vordergrund meist im Bereich von 1 bis 0,5 Metern liegt, und manchmal sogar noch geringer ist. Ja, richtig – erst eine solch dünne Wasserschicht ist für das Licht relativ unschädlich und ermöglicht qualitativ sehr hochwertige Fotos. Das Sprichwort „Geh so nah wie möglich an das heran, was du fotografierst, schätze dann die Entfernung ab und geh noch näher heran“ ist einer der wertvollsten Ratschläge für diejenigen, die mit der Unterwasserfotografie beginnen.
Da es bei der Unterwasserfotografie oberstes Gebot ist, die Wasserschicht zwischen Objektiv und Motiv zu minimieren, werden Optiken, die Aufnahmen aus kurzer Distanz ermöglichen (also Ultraweitwinkelund Makroobjektive) zu den grundlegenden Werkzeugen des Fotografen. Auch wenn die Thematik dieser Aufnahmen völlig unterschiedlich sein kann, bringt einen der Effekt des Fotografierens aus nächster Nähe oft zum Staunen: Er zeigt die Unterwasserwelt in ihrer spektakulärsten, ausdrucksstärksten und farbenfrohsten Form.
Wenn nun klar ist, dass das Unterwassermotiv am besten zum Greifen nah ist, werden wir in der nächsten Ausgabe des Magazins erklären, was unsere Fotos zu einem Blickfang für den Zuschauer macht, also wie man Bilder mit einem „WOW“-Effekt macht!
Text und fotos Tomasz KULCZYŃSKI

Im vorherigen Artikel konntet ihr meine objektive Sicht auf das Tauchen im größten Blue
Hole der Welt lesen. Jetzt schauen wir uns zusätzliche Tauchplätze rund um San Pedro in BELIZE an.
Eigentlich könnte man es auch ein wenig anders formulieren: „Interessante Tauchplätze rund um das Great Blue Hole“. So oder so – urteilt selbst.
Wie ihr aus meinen Artikeln wisst, versuche ich, bei der Beschreibung spannender Tauchplätze und Ereignisse immer auch ein Stück praktisches Wissen einzubauen und euch Dinge zu zeigen, die überraschen können und manchmal schwer vorher zusehen sind. Deshalb versuche auch ich vor jeder Reise, einen Artikel über den jeweiligen Ort oder Tauchgang zu finden, um zumindest ein wenig besser vorbereitet zu sein. Neben wunderschönen Fotos werde ich also auch auf Dinge eingehen, die einen durchaus überraschen können… oder manchmal auch richtig nerven ;-)

Beginnen wir mit San Pedro selbst. Ein typischer Ferienort, an dem die Zeit völlig anders vergeht. Die Menschen nehmen den Tagesablauf hier nicht allzu streng, das Leben folgt seinem eigenen Rhythmus, und niemand macht daraus ein Problem. Nur weil ein kleines Lokal an einem Tag geöffnet ist, heißt das noch lange nicht, dass es am nächsten Tag ebenfalls offen sein wird –deshalb lohnt es sich, am Vortag nachzufragen. Nicht überall kann man mit Karte bezahlen, Bargeld ist hier also mehr als empfehlenswert.

Der Wechselkurs ist dafür ideal, denn er liegt genau bei 2:1 zum US-Dollar. Für 1 USD bekommt man also 2 Belize-Dollar – ganz ohne Herumrechnen, Taschenrechner und höhere Mathematik ;-)


Das Wichtigste aber ist: Belize hat seine ganz eigene, absolut unverwechselbare Atmosphäre. Ich war vorher noch an keinem Ort der Welt, der San Pedro auch nur ansatzweise geähnelt hätte. Hier bewegen sich alle mit Golfcarts fort. Dazu kommt ein kompletter Mix aus Einheimischen, Touristen und Zugezogenen, die vor Ort arbeiten. Am Strand liegen Tauchboote, daneben Fischer und Angler. Es ist wirklich unglaublich viel los, und stellenweise wirkt alles wie ein einziges großes, kontrolliertes Chaos. Eine ausführlichere Beschreibung dieses Ortes gab es bereits im vorherigen Artikel.
Aus rein taucherischer Sicht werde ich euch allerdings mit etwas anderem überraschen – der Tauchtag beginnt hier gegen 5 Uhr morgens! Ja, es ist noch dunkel. Zumindest im Februar. Die Hotels schlafen, die Menschen schlafen, die Hunde schlafen, und die Taucher sitzen bereits beim Frühstück in der Tauchbasis.
Wir essen schnell, packen die Ausrüstung aufs Boot und legen gegen 6 Uhr ab. Und hier sollten wir kurz innehalten, denn dieser eigentlich recht einfache Plan sieht in der Praxis völlig anders aus. In Wirklichkeit rennt die Crew mit den Flaschen herum, Leute mit Croissants im Mund und Joghurtbechern in der Hand versuchen, ihre Ausrüstung zu finden, und überall herrscht das klassische kreative Chaos.
Mal vergisst jemand etwas im Hotel und läuft plötzlich den Sprint seines Lebens. Mal sucht jemand anderes nach seinen Flossen, die einen Meter daneben liegen. Ich hatte eine Situation, in der mein Sidemount-Harness unter dem Boot landete, weil ein Junge es beim



Einsteigen fallen ließ. Fragt nicht… er war vielleicht 14, da hat man nicht einmal die Kraft, sich aufzuregen ;-)
Letztlich hätte ich, wenn ich mich nur ums Essen gekümmert und meine Ausrüstung nicht genau kontrolliert hätte, wahrscheinlich nur mit einer Flasche tauchen können. Deshalb ist es so wichtig, sorgfältig zu prüfen, ob wirklich alles wieder auf dem Boot gelandet ist. Auf einer Tauchsafari gibt es damit normalerweise kein Problem, aber hier ist das Boot zwar ähnlich groß – nur wird jeden Abend alles wieder herausgeräumt.
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Kompatibilität der Ausrüstung. Was meine ich damit? Fangen wir bei den Ventilen an. Wir waren eine ziemlich große Gruppe, und irgendwann gab es nicht genug Flaschen mit DIN-Ventilen. In so einem Moment retten Adapter für Regler mit INT-Bügelanschluss buchstäblich das Leben… oder zumindest den Tauchgang.
Genau dieses Ausrüstungsteil hatte ich immer ignoriert und für ein überflüssiges Gadget gehalten. Nach der Rückkehr war das Erste, was ich tat, Adapter zu bestellen und sie auf meine Pflichtliste für Tauchreisen zu setzen.
Natürlich wird man euch bei einer einzelnen Flasche vor Ort immer irgendetwas „zurechtbasteln“ ;-) Beim Sidemount wird es dann schon etwas weniger lustig.
Bleiben wir noch bei der Kompatibilität – bei den Maßeinheiten kann man wirklich verrückt werden. Das erschwert die Kommunikation mit dem Guide enorm. Der Typ sagt: „Gebt bei soundso



viel PSI Bescheid.“ Wir darauf: „Und in bar?“ Er: „Keine Ahnung.“
Zum Glück gibt es Google ;-)
Noch halb so wild, wenn jemand ehrlich zugibt, dass er etwas nicht weiß. Schlimmer wird es, wenn das klassische taucherische Expertengetue anfängt. Wir tauchen auf soundso viele Fuß. Wir fragen: „Und wie viele Meter sind das?“ Er antwortet: „Na, so ungefähr 45.“ Wir darauf mit einem Lächeln: „Dann können wir bis 40“ ;-)
Eine gute Idee ist es einfach, sich die wichtigsten Umrechnungen in einem Notizbuch aufzuschreiben oder Finimeter mit Doppelskala zu verwenden. Ihr wisst schon – wie bei Autos: Kilometer und Meilen. Eigentlich eine super Lösung, nur ist das Problem, dass man unter Wasser ohnehin schon genug Informationen verarbeiten muss, und diese winzigen Zahlen sorgen zusätzlich für Verwirrung.
Die Ausrüstung ist gepackt, wir legen ab, und kurz darauf ist der Spaß vorbei, denn plötzlich wird es ordentlich wellig. Leider hatten wir sie während unseres Aufenthalts praktisch jeden Tag. Bei einigen machte sich die Seekrankheit sehr schnell bemerkbar… aber das ist schon ein Thema für einen eigenen Artikel ;-)
Zu den Tauchplätzen waren wir meistens etwa drei Stunden unterwegs. Die meisten versuchten, noch etwas Schlaf nachzuholen, aber ebenso oft entstanden lange Gespräche und Austausch mit Menschen aus aller Welt.
Ratet mal, wen wir getroffen haben? Natürlich eine Polin ;-) Sie war gerade in Guatemala und hatte sich vom Marketing des größten Blue Hole der Welt verführen lassen, genau hier tauchen zu gehen. Die Gruppe war wirklich international und in jedem Alter vertreten.
Nach all diesen Mühen erreichen wir schließlich den Tauchplatz. Die Namen der einzelnen Tauchplätze setze ich direkt auf die Fotos. Und genau hier kommt die große Überraschung: Nach dem Tauchgang im berühmten Blue Hole öffnet sich vor uns plötzlich eine völlig magische Mikro- und Makrowelt unter Wasser.
Die Artenvielfalt unter Wasser lässt sich kaum vollständig aufzählen. Überall Riffhaie – und zwar ordentliche Exemplare von rund zwei Metern Länge, mit Augen wie aus „Der Herr der Ringe“. Es waren wirklich viele, und sie gingen den Menschen keineswegs aus dem Weg. Für mich: großartig. Für andere einfach nur „noch mehr Riffhaie“.
Auf der anderen Seite tauchten Seepferdchen auf – winzig klein, farbenfroh, gerade einmal so groß wie ein Fingernagel. Nacktschnecken, irgendwelche unterseeischen „Stabheuschrecken“ und andere Wunder, bei denen der Guide mit dem Finger auf etwas zeigt und man nur fragt: „Worum geht es hier eigentlich?“ ;-)
Für mich okay. Für andere das Highlight der ganzen Reise.
Einen enormen Eindruck machten auch die Adlerrochen. Wir trafen sie vielleicht viermal, aber praktisch immer paarweise. Dazu kamen Schildkröten – kleine, große, farbenprächtige, bewachsene, träge und solche, die einfach nicht einzuholen waren.
Es gab auch Ammenhaie (Nurse Sharks), und hier verhielten sie sich völlig anders als die auf den Malediven. Entweder schwammen sie sofort davon und das war’s dann mit der Begegnung, oder sie erstarrten reglos, sodass man ihre wunderschöne, geradezu hypnotisierende Haut bewundern konnte.

Von den kleineren Dingen gab es wirklich jede Menge. Ich könnte noch die Langusten erwähnen, die ebenfalls meistens paarweise dasaßen. Offenbar eine romantische Region ;-)
Damit kommen wir zu einem weiteren sehr wichtigen Punkt –der Perspektive. Ihr merkt an meiner Beschreibung, dass Seepferdchen, kleine Anglerfische oder andere Kleinstlebewesen von mir ziemlich frech übergangen wurden, weil mich einfach vor allem Haie, Adlerrochen und Schildkröten interessieren. Der Rest ist für mich eher Beiwerk.
Ich weiß allerdings, dass ich auf dem Boot damit in der Minderheit war und sich die meisten eher für die kleinen Bewohner der Riffe, des Unterwasserbewuchses und der korallenartigen „Kohlköpfe“ interessierten ;-)
Und genau deshalb ist Tauchen so vielfältig. Deshalb gibt es auch so extrem unterschiedliche Meinungen darüber, welches die besten Tauchplätze der Welt sind. Schaut euch einfach ein paar Rankings der „Top 10 Tauchplätze der Welt“ an, und ihr werdet schnell feststellen, dass praktisch jede Liste anders aussieht. Alles hängt davon ab, wer sie erstellt und wonach diese Person unter Wasser sucht. Zwischen den Tauchgängen erkundeten wir die umliegenden Inseln und ließen uns das Mittagessen auf dem Boot schmecken. Das Essen war wirklich hervorragend, denn es wurde bereits am Vortag vorbereitet und in Kühlboxen transportiert. Ganz ehrlich: Sowohl das Essen auf dem Boot als auch das in San Pedro selbst gehörte zu den besten kulinarischen Erlebnissen der ganzen Reise.
Ein absolutes Kuriosum war für mich dagegen, dass nach dem letzten Tauchgang auf dem Boot die Party begann ;-)
Musik lief, es gab Obst, Chips, Cola, Fanta und natürlich das Lieblingsgetränk der Piraten.
Noch mehr überraschte mich allerdings das Tempo, in dem dieses Getränk verschwand – das erinnerte tatsächlich an ein echtes Piratenschiff. Zum Glück entschieden sich die meisten Taucher dann doch für Säfte und alkoholfreie Getränke, während vor allem die Crew für die passende Stimmung sorgte ;-)
Insgesamt machten wir an einem Tag drei Tauchgänge und kehrten erst gegen 18 Uhr nach San Pedro zurück. Viel Zeit zum Erkunden blieb da nicht mehr, und schlafen musste man schließlich auch noch – denn am nächsten Morgen um 5 Uhr begann das Ganze wieder von vorn.
Zusammenfassend möchte ich hier noch einmal ein wenig an den ersten Teil des Artikels über das Great Blue Hole anknüpfen und daran, wie sehr sich der Charakter des Tauchens während der gesamten Reise verändert hat. Wie ich schon geschrieben habe – alles hängt von den individuellen Vorlieben ab. Es ist sehr schwer, einen Ort zu finden, der wirklich allen gefällt.
Für die einen ist Ägypten wegen seiner Riffe wunderschön. Andere lieben die Malediven wegen der großen Tiere. Wieder andere schwärmen von Cenoten, wo es theoretisch kaum Leben gibt, aber die Atmosphäre einfach alles ausmacht.
Nach der Reise nach Belize habe ich jedoch eine sehr wichtige Sache gelernt: Es lohnt sich, den Blick zu weiten. Statt fünf Tauchgänge nur im Blue Hole zu machen, ist es definitiv spannender, einen einzigen dort zu machen und die restliche Zeit etwas völlig anderem zu widmen. Natürlich vorausgesetzt, man hat diese Möglichkeit.

Text und fotos Łukasz GINALSKI
Wenn ich jemandem erzähle, dass ich mit Haien getaucht bin, ist die Reaktion meist dieselbe: Die Frage lautet – hattest du keine Angst?
Wenn ich Fotos oder Videos von solchen Tauchgängen zeige, sind die Emotionen noch stärker: Die Leute halten sich die Hand vor den Mund, wenden den Blick ab oder starren wie hypnotisiert darauf. In ihren Augen sieht man Angst! Es ist diese Urangst vor Haien und die Bilder von Spielberg, mit denen wir in unserer Jugend gefüttert wurden, die unsere Wahrnehmung dieser Meerestiere geprägt haben – als blutrünstige Bestien… Wenn wir jedoch von Haien sprechen, sollten wir uns fragen: Um welche Haie geht es eigentlich? Kaum jemand weiß, dass es über 600 Arten gibt und dass sie seit fast 400 Millionen Jahren auf der Erde leben. Von winzigen, 15 Zentimeter großen Zwerghaien bis hin zum größten Fisch der Welt – dem Walhai, der wie Mantarochen oder manche Wale Wasser ansaugt, es filtert und sich von dem darin enthaltenen Plankton, Krebstieren oder notfalls auch kleinen Fischen ernährt. Zur Familie der Haie gehört auch der langlebigste Fisch der Welt – der Grönlandhai, der über 400 Jahre alt werden kann – oder der in der ewigen Dunkelheit der Tiefsee lebende Goblinhai. Vom Epaulettenhai, der an der Oberfläche und über Felsen „laufen“ kann, über den Wobbegong, der wie ein persischer Teppich
mit Fransen am Maul aussieht, bis hin zum Fuchshai – der seinen langen Schwanz wie eine Peitsche einsetzt, um Fische zu betäuben –und schließlich zum urzeitlichen Sechskiemerhai, der sich in den letzten 250 Millionen Jahren nicht verändert hat.
WIE SIEHT ES ALSO MIT DIESEN HAIEN AUS?
Über Haie, ihren Schutz und ihre Er forschung, ihr schlechtes Image und das Tauchen mit ihnen werde ich mit dem Südafrikaner Morne Hardenberg sprechen – dem Gründer von Shark Explorers, der seit über 25 Jahren Wissen über Haie verbreitet, Menschen aufklärt und ihnen Haie aus nächster Nähe zeigt… Auge in Auge!

L.G.: Du bist der Initiator und Gründer von Shark Explorers. Ihr habt ein Tauchzentrum in Simon’s Town in der Nähe von Kapstadt und einen Katamaran auf den Bahamas. Woher kommt deine Leidenschaft für Haie und wie hast du sie zu deinem Lebensstil gemacht?
M.H.: Ich bin damit aufgewachsen, mit der Harpune zu fischen
und in der Gegend um Gansbaai – einer Region, die für ihre Weißen Haie bekannt ist – nach Abalone-Muscheln zu tauchen. Als Teenager habe ich die „Der weiße Hai“-Filme gesehen, was dazu führte, dass ich große Angst vor Haien hatte, und wenn ich beim Tauchen einen sah, versuchte ich immer, so schnell wie möglich aus dem Wasser zu kommen. Anfang der 90er Jahre entstand in Gansbaai die Branche des Käfigtauchens mit Weißen Haien, und Mitglieder meiner Familie, die damals im kommerziellen Fischfang tätig waren, bekamen Arbeit als Kapitäne von Booten für solche Tauchgänge. Ich erinnere mich an das erste Mal als Teenager, als ich mit ihnen hinausfuhr und sah, wie ein Weißer Hai um das Boot schwamm und wie er sich verhielt. Das faszinierte mich und veränderte meine Sicht auf diese Tiere völlig. Ich wollte mehr über sie erfahren. Mir wurde klar, dass alle Informationen, die ich bis dahin über Haie hatte, nicht auf Fakten beruhten – sie basierten auf Mythen, Fiktion und Vorurteilen. Nach meinem Schulabschluss begann ich selbst in der Branche des Haitauchens zu arbeiten; ab 1999 als Divemaster und später als Bootskapitän. In den zehn Jahren meiner Arbeit lernte ich viele verschiedene Arten kennen, und es wurde mein Ziel, Tauchern einen positiven Kontakt mit ihnen zu ermöglichen. So entstand die Idee zu „Shark Explorers“.
L.G.: Warum ist die Aufklärung der Menschen so wichtig für den Schutz der Haie?
M.H.: Wir glauben, dass es dazu führt, dass sich mehr Menschen für ihren Schutz engagieren, wenn man den Menschen positive Erfahrungen mit Haien ermöglicht und sie gleichzeitig über deren Verhalten aufklärt. Außerdem vermittelt dies direktes Wissen darüber, wie man sich verhält und mit ihnen interagiert.
L.G.: Das heißt, je mehr die Menschen wissen, desto stärker wirkt sich das auf den Schutz der Haie aus?
M.H.: Ja, auf jeden Fall! Menschen kümmern sich um das und schützen das, was ihnen am Herzen liegt, was sie selbst erlebt haben und was sie verstehen. Wir sehen, wie der Aufenthalt im Wasser mit Haien die Art und Weise verändert, wie Menschen sie sehen, und je mehr Menschen positiv über Haie sprechen, desto öfter stehen sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, was wiederum dazu führt, dass sie besser geschützt werden.
L.G.: Wie können wir das schlechte Image der Haie umkehren? Wie können wir die Perspektive ändern, durch die wir sie betrachten?
M.H.: Ich habe den Eindruck, dass der schlechte Ruf der Haie langsam verschwindet. Noch vor 25 Jahren riefen die Leute: „Ein Hai im Wasser! Alle raus!“, heute sagen wir eher: „Ein Hai im Wasser! Alle rein!“ Das zeigt, dass wir ein positives Bild von ihnen schaffen und die Ansichten der Menschen über Haie verändern.
L.G.: Du hast recht …, wenn wir über Taucher sprechen. Aber wir befinden uns ein wenig in einer Blase. Es reicht schon, am Strand unter Nichttauchern „Hai!“ zu rufen, um Panik auszulösen! Ich stelle die Frage anders: Wie können Taucher auf Nichttaucher einwirken, um das schlechte Image der Haie zu überwinden?
M.H.: Wir sehen, dass Taucher umso öfter mit Nichttauchern sprechen und ihnen bewusst machen, wie wichtig Haie für uns sind, je öfter sie positive Erfahrungen mit Haien machen. Das ist eine Möglichkeit, wie Taucher etwas bewirken können! Aber oft reicht das nicht aus, um Menschen zu beeinflussen. Denn wir können

Nichttaucher nicht mit unter Wasser nehmen, um ihnen zu zeigen, wovon wir sprechen. Deshalb müssen wir die Haie zu ihnen bringen, indem wir Fotos und Videos teilen, die als Gesprächsaufhänger dienen. Ich selbst beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Unterwasserfilmen. Ich habe die Firma Atlantic Edge Films gegründet, weil ich der Meinung bin, dass das Erstellen von Dokumentarfilmen zum Thema Naturschutz eine Möglichkeit ist, Haie denen zu zeigen, die das nicht live erleben können. Wir haben sogar eine Reihe von VR-Filmen für Schulen und Universitäten produziert, um Schülern und Studenten ein Erlebnis zu ermöglichen, das dem tatsächlichen Tauchen mit Haien so nahe wie möglich kommt.
L.G.: Was macht ihr anders, wenn es um das Tauchen mit Haien geht?
M.H.: Bei Shark Explorers legen wir großen Wert auf den Respekt vor Haien als Spitzenprädatoren – wir behandeln sie nicht wie Maskottchen. Wir lernen ihr Verhalten kennen und nutzen dieses Wissen beim Tauchen, um ruhige und positive Interaktionen zu gewährleisten. Wir verkaufen solche Tauchgänge nicht als Adrenalinkick oder Achterbahnfahrt; es geht um die Suche nach Wissen und die Ermöglichung von Koexistenz.
L.G.: Verständnis statt Vorurteile? Aber es gibt doch immer einen Nervenkitzel, wenn man mit Haien ins Wasser geht. Spürst du das immer noch?
M.H.: Natürlich – diesen „Nervenkitzel“ gibt es immer. Es sind schließlich immer noch wilde Raubtiere, wie ein Löwe oder ein Tiger an Land. Wir begegnen vielen verschiedenen Exemplaren und lernen ihre individuellen Persönlichkeiten kennen. Manche Haie sind vorsichtig und scheu, andere selbstbewusst und ruhig. Deshalb wird es nie langweilig – jeden Tag erleben wir etwas Neues.

L.G.: Aber ist das Tauchen mit Haien wirklich so gefährlich, wie die meisten Menschen glauben?
M.H.: Die meisten Haie sind Raubtiere, die an der Spitze der Nahrungskette stehen, aber sie sind keine gedankenlosen Tötungsmaschinen. Sie können in verschiedenen Situationen potenziell gefährlich sein – zum Beispiel bei der Jagd. Andererseits kann das Tauchen mit Haien genauso sicher sein wie ein Spaziergang im Park – man muss nur ihre Umgebung verstehen, ihr Verhalten deuten können und wissen, wie man positiv mit ihnen interagiert.
L.G.: Ich muss das einfach fragen: Glaubst du, es gäbe weniger Unfälle mit Haien, wenn mehr Menschen, die dort ins Wasser gehen, wo Haie vorkommen können, wüssten, wie sie sich verhalten sollen, oder verstünden, was einen Angriff provozieren kann?
M.H.: Ja! Ich glaube, dass dieses Wissen und diese Erfahrung für jeden notwendig sind, der ins Meer oder in den Ozean geht, wo wilde Meerestiere vorkommen können. Ich behaupte nicht, dass wir alle Haiangriffe vollständig verhindern können. Es gibt verschiedene Gründe, warum sie Menschen angreifen, und einen Großteil davon verstehen wir noch nicht. Ich denke jedoch, dass wir in vielen Fällen eine Eskalation der Situation verhindern können, wenn wir wissen, was zu tun ist und was nicht. Zum Beispiel ist die reflexartige Reaktion der meisten Menschen beim Anblick eines Hais die Flucht. In der Welt des Hais kann alles, was flieht, potenzielle Beute sein
– das ist also das schlimmste Szenario, das wir wählen können. Wir bringen den Menschen bei, ruhig zu bleiben, Augenkontakt zu halten und sich nicht dem Druck des Hais zu beugen. Das verwirrt ihn ein wenig und zwingt ihn zum Nachdenken, anstatt instinktiv zu reagieren. Das verschafft Zeit für eine Interaktion und letztendlich für ein sicheres Zurückziehen.
L.G.: Beeinflusst das Anlocken von Haien ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten? Warum lehnen so viele Menschen diese Praxis ab? M.H.: Studien zeigen, dass das Anlocken das Verhalten von Haien beeinflussen kann, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang. Schließlich schaffen wir eine Jagdsituation, indem wir den Geruch von Fischblut ins Wasser bringen. Viele Menschen verstehen jedoch nicht, welche Auswirkungen das Anlocken hat, und haben daher eine falsche Meinung zu diesem Thema. Haie haben gezeigt, dass sie, egal wie sehr man sie anlockt, weiterhin selbst jagen, wandern und nach Orten mit Nahrungsressourcen suchen werden – sie tun also das, was sie seit Millionen von Jahren tun. Tatsächlich locken Menschen Haie in vielen Fällen sogar unbewusst an. Das Ausnehmen von Fischen auf See oder im Yachthafen oder einfach das Angeln mit Ködern. All diese Aktivitäten hinterlassen Geruchsspuren, die sie anziehen können. Wenn wir über das Tauchen mit Haien sprechen, ist das Anlocken praktisch die einzige Möglichkeit, sie aus der Nähe zu beobachten. Wir schütten jedoch keine Hektoliter

Blut ins Wasser – das kommt nur in Filmen vor. Wir verwenden Fische, die zu ihrer Nahrung gehören, und nur so viel, wie nötig ist, damit sie für eine bestimmte Zeit in der Nähe bleiben. Ohne Anlocken halten Haie normalerweise Abstand zu Menschen. Ich bin daher der Meinung, dass die Vorteile des Anlockens von Haien, damit Taucher ihnen nahekommen, mit ihnen interagieren und dadurch ihre Wahrnehmung von ihnen verändern können, alle negativen Aspekte überwiegen, von denen es ohnehin nur sehr wenige gibt. Interessanterweise werden an vielen Orten Haie angelockt, um sie ohne mit der Wimper zu zucken zu töten, aber wenn dies geschieht, um die Möglichkeit einer positiven Interaktion ohne Schaden für das Tier zu schaffen, gibt es jede Menge Gegenstimmen.
L.G.: Lassen Sie uns mit dem Mythos aufräumen: Menschliches Blut zieht Haie an!
M.H.: Das ist einer meiner Lieblingsmythen! Menschen sind Landsäugetiere und gehören nicht zum marinen Ökosystem. Haie kennen weder den Geruch von menschlichem Blut noch den von beispielsweise Schweineblut. Seit Millionen von Jahren ernähren sie sich von derselben Nahrung, hauptsächlich von Fischen, daher ist Fischblut für sie attraktiver als menschliches. Außerdem bluten Haie manchmal auch, und Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen gezeigt, dass sich andere Haie zurückziehen, wenn Haiblut im Wasser auftaucht, da sie dies als erhöhte Gefahr wahrnehmen.
L.G.: Das führt uns zu der Frage: Bist du derzeit an irgendwelchen Forschungsprojekten zu Haien beteiligt?
M.H.: Ich habe mich schon immer mit der Erforschung von Haien beschäftigt – so habe ich meine Frau kennengelernt, die Meeresbiologin ist und deren Doktorarbeit sich speziell mit Weißen Haien befasste.
Ich unterstütze Wissenschaftler bei ihren Feldforschungen, indem ich mein Wissen und meine Erfahrung in der praktischen Arbeit mit Haien einbringe – von der Markierung bis zur Wartung der UnterwasserForschungsausrüstung. Wissenschaft und das Erlangen von Wissen sind wichtig – ich selbst möchte auch mehr erfahren!
L.G.: Ich vermute, welche Haiart dich am meisten fasziniert?
M.H.: Meine Nummer eins ist der Weiße Hai. Vielleicht, weil ich die meiste Zeit mit ihnen verbracht habe, aber auch, weil diese Art ein sehr komplexes Verhalten aufweist und jedes Individuum seine eigene Persönlichkeit hat. Ich weiß nicht, ob wir jemals alles über den berühmten Weißen Hai erfahren werden.
L.G.: Vielen Dank für das Gespräch. Diese Informationen aus erster Hand werden sicherlich dazu beitragen, das Bewusstsein der Leser von Perfect Diver für das Tauchen mit Haien zu schärfen.
L.G.: Ich möchte meinerseits hinzufügen, dass von den über 600 Haiarten tatsächlich nur sechs eine direkte Gefahr für den Menschen darstellen können (Weißer Hai, Tigerhai, Weißflossen-Hochseehai, Kurzflossen-Mako, Bullenhai und der Bronzehai). Jedes Jahr sterben etwa 100 Millionen Haie durch Finning und als Beifang. In den letzten 30 Jahren sind die Bestände einiger Haiarten dramatisch geschrumpft, und einige von ihnen stehen heute kurz vor dem Aussterben. Die Rettung und der Schutz der Haie sollten für die Menschen wichtiger werden, als es bisher der Fall ist, denn obwohl Wissenschaftler Alarm schlagen, ist sich kaum jemand bewusst, dass ohne sie die Ökosysteme der Ozeane ernsthaft gestört werden könnten – und das wird dramatische Auswirkungen auf uns alle haben, die wir an Land leben.

EL CHICHO UND PADRE NUESTRO CENOTEN: WO DER DSCHUNGEL
Die Dominikanische Republik wird meistens mit Palmen, dem warmen Meer und den Riffen des Karibischen Meeres in Verbindung gebracht. Nur wenige von uns wissen jedoch, dass sich nur wenige Kilometer von den Touristenstränden Bayahibe und La Romana entfernt eine völlig andere Welt verbirgt – kühl und still.
Die Welt der Cenoten und Karsthöhlen, gefüllt mit kristallklarem Süßwasser.
Im Nationalpark Cotubanamá befinden sich zwei der charakteristischsten unterirdischen Attraktionen der Dominikanischen Republik – El Chicho und Cueva Padre Nuestro – die Höhlentaucher anziehen.
Während meines Aufenthalts in der Dominikanischen Republik beschloss ich, der Einladung von dem Team „The Art of Diving”, meinen Bekannten von einem früheren Besuch, zu folgen. Genau dank ihnen konnte ich in diese verborgene Unterwasserwelt eintauchen. Ihre Erfahrung, gute Organisation und Leidenschaft für die Höhlenerkundung machten die Expedition zu den Cenoten El Chicho und Padre Nuestro zu einem faszinierenden Einstieg in den dominikanischen Karst und seine Geschichte.
Man muss bedenken, dass die Eingänge zu diesen Unterwasserhöhlen normalerweise tief im Dschungel liegen – dicht, feucht und voller Insekten sowie Pflanzen, mit denen man besser nicht in Berührung kommt – weshalb jede Expedition damit beginnt, sich ihren ganz irdischen Herausforderungen zu stellen.
Auf der Website der Dominican Republic Speleological Society gibt es eine Art Einladung zum Abenteuer: „Bereite dich auf unwegsames Gelände, aggressive Wespen, Vogelspinnen, fußlange Tausendfüßler, Feuerameisen und giftige Bäume vor. Normalerweise hängt alles nur von dir ab! Der Dschungel ist größtenteils sehr dicht und überall gibt es versteckte Spalten, die nur darauf warten, dir

das Bein zu brechen, also pass auf, wohin du trittst! Die meisten Höhlen und Dolinen sind normalerweise unsichtbar und völlig überwachsen, sodass man wirklich aufpassen und nach jeglichen Anzeichen einer Höhle darunter Ausschau halten muss. Sobald du etwas findest, musst du beim Durchschneiden des Gestrüpps extrem vorsichtig sein, um keine Wespennester oder – noch schlimmer – einen wilden Bienenstock zu stören, was potenziell tödlich sein kann, da der gesamte Bienenstock dich auf einmal angreifen wird!” Es ist schwer, solch einer Einladung zu widerstehen…
Cenoten sind natürliche, mit Wasser gefüllte Dolinen und Höhlen, die durch Karstprozesse entstanden sind. Über Millionen von Jahren sickerte kohlendioxidgesättigtes Regenwasser durch das Kalksteingrundgestein der Insel und löste es allmählich auf. Auf diese Weise bildeten sich unterirdische Flüsse, Kammern und Tunnel, und wenn die Decke nicht standhielt, stürzte sie ein und legte das Wasser frei.
Obwohl „Cenote“ aus der Sprache der Maya stammt und hauptsächlich mit der Halbinsel Yucatán in Mexiko in Verbindung gebracht wird, gehört die Dominikanische Republik geologisch zur selben Karstwelt. Die Insel Hispaniola verbirgt Dutzende von Höhlen und unterirdischen Reservoirs, von denen nur wenige für Besucher zugänglich sind – rund um den Ort, an dem ich mich aufhielt, gab es 11 davon. Schon die Reise zu den Cenoten ist Teil der Expedition. Die Ausfahrt von der Asphaltstraße führt tief in den tropischen Dschungel des Nationalparks Cotubanamá. Feuchte Luft, der Geruch von Erde, die Rufe der Vögel.
In beiden Fällen wird der letzte Streckenabschnitt zu Fuß zurückgelegt. Den steilen Abstiegen geht eine Temperaturänderung einher – je tiefer, desto kühler. Das Tages-
licht weicht allmählich der Dämmerung, bis die Oberfläche von perfekt ruhigem Süßwasser schließlich auftaucht.
El Chicho ist eine Cenote, die oft ein Leben lang im Gedächtnis bleibt. An der Oberfläche sieht sie aus wie ein gewöhnliches Loch im Boden – eine Doline, die inmitten der dichten Vegetation des CotubanamáParks verborgen ist. Es ist schwer zu glauben, dass sich unter diesem unscheinbaren Eingang eine der interessantesten unterirdischen Welten der Dominikanischen Republik verbirgt. Erst wenn man beginnt, die unebenen Kalksteinstufen hinabzusteigen und das Tageslicht langsam hinter dem Rand der Öffnung verschwindet, merkt man, wie trügerisch dieser erste Eindruck war.
Nach 15–20 Metern steilen Abstiegs öffnet sich die Höhle in einen großen, dunklen Raum. Man schaltet die Taschenlampe ein und das Licht enthüllt einen Anblick, der im Gedächtnis bleibt – eine türkisfarbene, ruhige Wasseroberfläche, mächtige Säulen, die aus dem Boden und der Decke wachsen, und darüber dicht hängende Stalaktiten. Die Geräusche des Dschungels verstummen – es bleiben die Kühle des Felsens und der eigene Atem unter der Decke.
Seit Jahrhunderten zog dieser Ort Menschen an. Bereits die Taíno, die Ureinwohner von Hispaniola, kannten ihn und hinterließen Petroglyphen an den Wänden, die von der Bedeutung von El Chicho zeugen. Erst unter Wasser zeigt die Höhle ihre ganze Pracht. Das Wasser ist kristallklar, warm (etwa 26°C) und regungslos. Im trockenen Teil der Höhle fliegen Fledermäuse über den Kopf, und unter der Oberfläche kann man manchmal Guavinas sehen –kleine Fische, die an ein Leben im Dunkeln gewöhnt sind.
Quelle Dominican Republic Speleological Society
Aus der Sicht eines Tauchers ist El Chicho ein freundlicher Ort. Eine Tiefe von 8–16 Metern, hervorragende Sicht und eine natürliche Architektur voller Kammern, Säulen und Passagen machen sie zur idealen Cenote für erste Höhle-Erfahrungen und gleichzeitig zu einem Vorgeschmack auf das Höhlentauchen. Breite GrotteBereiche vermitteln ein Gefühl von Raum und Sicherheit, und aufeinanderfolgende Kammern enthüllen eine Welt, die eher wie eine fantastische Kulisse aussieht als eine „gewöhnliche“ Grube in der Erde.
El Chicho ist nicht „klein“. Sie ist monumental – man muss nur tief genug hinabsteigen, um das zu sehen.
PADRE NUESTRO
Während El Chicho Ruhe und Raum bietet, besticht die Cueva Padre Nuestro durch ihre Vielfalt. Der Zugang führt über einen steilen Pfad hinab. Die Höhle selbst ist optisch komplexer – voller Stalaktiten, Stalagmiten, Korridoren und natürlichen Sälen. Unter Wasser warten Passagen, die verschiedene Kammern verbinden, Felsformationen, die natürliche „Kathedralen“ bilden.
Der Name der Höhle stammt von dem ehemaligen Dorf Padre Nuestro, in dem etwa 180 Familien lebten. Erst im Jahr 2003, als das Gebiet unter Schutz gestellt wurde, wurde die Gemeinschaft umgesiedelt, und die Cenote wurde wieder zur Domäne der Natur und Archäologie.



Von außen sieht Padre Nuestro unscheinbar aus – ein flacher Tümpel, der unter einem Felsvorsprung verborgen ist, umschlungen von Wurzeln, die wie ein Vorhang aus dem Dschungel herabfließen. Man muss jedoch nur das Gesicht unter Wasser tauchen, um etwas völlig anderes zu sehen. Die Wasseroberfläche, die sich tief unter den Felsen schiebt, bildet ein schmales, grünliches Band, das in die Höhle führt. Dieser Eingang – erst aus der Unterwasserperspektive sichtbar – macht einen unglaublichen Eindruck, wenn man aus der Dunkelheit herausschwimmt. Dieser Anblick wird zum Höhepunkt des Tauchgangs. Wenn man nach der Erkundung der Höhle zurückkehrt, weicht irgendwann die Dunkelheit hinter dem Rücken, und vor einem erhebt sich ein blaues Oval. Aus der Ferne sieht es aus wie ein Auge der Außenwelt, das in die Unterwelt blickt. Jede Lichtwelle bricht sich an den steinernen Schwellen, und die Decke kann wie Glas schimmern.
Dies ist einer jener Orte, an denen Taucher oft für einen Moment innehalten, regungslos im Wasser schweben und einfach nur schauen. Hier kann die Rückkehr ans Licht genauso faszinierend sein wie der Abstieg in die Dunkelheit.
Padre Nuestro ist anders als El Chicho. Weniger monumental, nicht so „kathedralenartig“, dafür intimer.
Unter Wasser sieht man unregelmäßige, rissige Kalksteinblöcke, die Trümmer bilden, welche an Felsterrassen erinnern. Stellenweise fällt die Decke tief ab, und eine einzige Flossenbewegung kann feines Sediment aufwirbeln. Weiter hinten öffnet sich der Raum wieder weiter und bildet weitläufige Kammern mit zahlreichen Formationen, die sich durch den jahrtausendelangen Kontakt mit Wasser entwickelt haben.
Die Topografie ist abwechslungsreich –breite Passagen, die zu größeren Sälen führen, Verengungen über Felskegeln, natürliche Terrassen, die zu tieferen Bereichen abfallen, Nischen, in denen sich das Licht der Taschenlampen wie in einem Kristall spiegelt.
An vielen Stellen sind die Formationen scharf, zerklüftet und rau – das ist eine Höhle, die nicht durch tausende Jahre der Überflutung „geglättet“ wurde. Das sieht und spürt man.
Das Tauchen in Padre Nuestro ist ein besonderes Erlebnis. Man spürt die Nähe des Felsens und das Geräusch des eigenen Atems, der von der Decke widerhallt. Jede


Kammer enthüllt etwas Neues – eine andere Felsstruktur, eine andere Lichtbrechung, eine andere Tiefe.
Die Höhlen der Dominikanischen Republik waren den Menschen schon lange vor dem Erscheinen der Taucher nicht fremd. Das indigene Volk der Taíno betrachtete sie als besondere Orte, die mit Wasser, Licht und Mythologie verbunden waren. In anderen Höhlen der Region wurden rituelle Artefakte und Petroglyphen gefunden.
Obwohl El Chicho und Padre Nuestro archäologische Stätten sind, die für Besichtigungen zugänglich gemacht wurden, verleiht das Bewusstsein, dass sie jahrhundertelang Teil der Welt der Taíno waren, ihnen Kontext und Geschichte. Die Taíno waren die Ureinwohner der Großen Antillen – einschließlich Hispaniolas, wo heute die Dominikanische


Republik liegt. Sie kamen lange vor den Entdeckungen des Kolumbus aus Südamerika in die Karibik. Sie bildeten sesshafte Bauerngemeinschaften, die in Dörfern lebten, mit Häuptlingen, die politische und spirituelle Rollen innehatten.
In der Kultur der Taíno spielten Wasser, Licht und Höhlen eine große Rolle. Cenoten – wie El Chicho und Padre Nuestro – waren keine leeren Löcher im Boden, sondern Orte mit einer klaren symbolischen Bedeutung. Die Taíno glaubten, dass Wasser ein Tor zwischen den Welten sei: der Unterwelt – der Domäne der Geister und Vorfahren, der Oberfläche – der Welt der Menschen, dem Himmel – dem Reich der Götter.
Deshalb hinterließen die Taíno Petroglyphen in den hellen Teilen der Höhlen, wo natürliches Licht einfiel. Petroglyphen sind in den Felsen geritzte Symbole, die die Ge -
sichter von Gottheiten darstellten, Spiralen, die den Zyklus von Leben und Wasser symbolisierten, anthropomorphe Figuren sowie Zeichen, die mit Atabey – der Mutter der Gewässer, der Fruchtbarkeit und der Flüsse –in Verbindung standen.
In einigen Cenoten fanden Archäologen auch Fragmente von Taíno-Keramik. Man nimmt an, dass dies Elemente von Wasserritualen waren – Opfergaben, die den Göttern und Vorfahren dargebracht wurden.
Genau aus diesem Grund erkundet ein moderner Taucher, der nach El Chicho oder Padre Nuestro hinabsteigt, nicht nur die Höhlenkorridore. Er taucht auch in einen Raum ein, der für die Taíno heilig war. Die unterirdische Welt, in der wir heute Stalaktiten und das durch das blaue Wasser fallende Licht sehen, war für sie ein Ort der Begegnung von Menschen, Göttern und Vorfahren.
Während eines unserer Tauchgänge in der Höhlenzone stießen wir auf Knochen unbekannter Herkunft. Am wahrscheinlichsten ist, dass es sich um Überreste aus Zeiten handelt, in denen ein Teil der Kammern trocken war und die Taíno in den Höhlen aktiv waren, aber das ist nur eine Hypothese –die Überprüfung ist die Aufgabe der Archäologen. Für Taucher ist die Regel einfach: Wir nehmen nichts mit, wir veröffentlichen keine genauen Standorte, wir informieren die entsprechenden Personen. So schützt man Orte und Geschichte.
In der Padre-Höhle, am Ende des Tauchgangs, direkt am Ausgang, treffen die ausgeatmeten Blasen auf das Felsgewölbe und verursachen ein kurzes, spürbares Zittern – den Eindruck eines kleinen Erdbebens. Das Phänomen ist normal und interessant, aber es ist besser, vorgewarnt zu sein, denn ohne Vorankündigung kann es einen ziemlich erschrecken.
El Chicho und Cueva Padre Nuestro bilden das verborgene, unterirdische Herz der Dominikanischen Republik – unsichtbar vom Strand aus, aber unvergesslich für diejenigen, die sich entscheiden, unter die Erde vorzudringen. Es ist eine Begegnung mit Geologie, Wasser und der Zeit, die hier anders vergeht. Für Taucher sind sie eine Herausforderung und eine Belohnung. Für Reisende – eine Geschichte, die man noch lange nach der Rückkehr mit sich nimmt.
Fotos: Autor, iPhone 17 in einem Oceanic+ Gehäuse, ausschließlich persönliches Tecline-Licht






Mike Huish
Es war zwar kurz, aber intensiv und absolut ohne Langeweile, die sich bei solchen Treffen manchmal einschleicht. Obwohl ich zugeben muss, dass ich noch nie bei einem solchen Tauchtreffen war. Ich wurde vom polnischen Vertriebspartner der Huish Outdoors Group eingeladen: ECN-Systemy Nurkowe.
Ein Platz für den Chefredakteur von Perfect Diver. Gab es ein Risiko, da ich immer versuche, die Dinge so zu sagen und zu schreiben, wie sie sind?
Veranstaltung:
Wo: Ramla Bay Resort, Malta
Über 200 Personen aus verschiedenen Teilen der Welt (mit Ausnahme von Australien und Ozeanien). Als Ort für das jährliche Treffen der Vertriebspartner der Gruppe wurde dieses Jahr Malta und ein großartiges Resort ausgewählt, und wir tauchten mit CN Seashell aus Mellieha.
Wir wurden in 4 Gruppen aufgeteilt. Die meisten Präsentationen fanden für alle statt, da wir schon ab den frühen Morgenstunden im Einsatz waren. Während die einen tauchten, besichtigten andere die Fabrik für Trocken- und Nassanzüge sowie Tauchunterzieher, wieder andere nahmen an praktischen Workshops zu bestimmten
Produktgruppen teil. Im Hotel standen uns ein Tauchpool und ein Bereich zum Kennenlernen der Ausrüstung zur Verfügung.
Stellt euch einen „Gear Room“ vor – einen Bereich mit Ausrüstung zum Anschauen und Testen. Aber Achtung, es standen etwa 50 Atemregler, jede Menge Neoprenanzüge, Wings und Jackets zur Verfügung. Dutzende von Masken und Flossen. Darunter natürlich das neueste Jacket von Oceanic oder die bunten Katana 2, und dazu die Möglichkeit, ein iPhone-Gehäuse mit unter Wasser zu nehmen – davon gab es auch etwa 40 Stück.
Logistik und Aufmachung im typisch amerikanischen Stil. Viel Platz an den runden Tischen. Kein Gedränge. Tolle Beschallung. Die Bühne war so aufgebaut, dass an den Seiten zwei große Bildschirme standen und in der Mitte ein oder zwei Referenten, je nach Thema. Neben der Geschäftsleitung von Huish Outdoors, den Branchenund Marketingleitern waren auch einige Ehrengäste eingeladen. Unter anderem hörten wir Vorträge über die Wracks von Malta und die neuesten Entdeckungen, und in der Pause standen den Gästen VR-Brillen zur Verfügung, um in ausgewählten Wracks virtuell zu tauchen. Und Achtung, es gab nicht 5 Brillen, sondern wieder 50.
Dazu gab es ein erstklassiges Essen mit unbegrenztem Nachschlag. Der Tagesplan war so gestaltet, dass Zeit für Gespräche hinter den Kulissen blieb. Alle waren gut gelaunt, auch wenn sie gegen Ende des Aufenthalts immer weniger ausgeschlafen waren ;) Die Fahrten, die Anzahl der Busse, die Pünktlichkeit, das Essen, die Getränke, die Atmosphäre – alles 10 von 10 Punkten.
Man sieht, wie viel Wert das Unternehmen auf jedes noch so kleine Detail legt. Bevor man sich entscheidet, etwas auf den Markt zu bringen – laufen die Tests auf Hochtouren. In kalten wie in warmen Gewässern. Alle Korrekturen werden sofort vorgenommen – und es folgen weitere Tests. Dazu kommen Rohstoffe von höchster Qualität und sehr praktische Lösungen, die der Sicherheit und dem Komfort dienen.
Das gesamte Treffen verlief völlig unaufgeregt, locker, aber sehr konkret und sachlich. Es war interessant, Menschen wie Mike Huish oder Nick Hollis zu beobachten, die mit Leib und Seele bei der Sache sind. Sie wurden den Gruppen zugeteilt und tauchten mit uns, obwohl die Bedingungen eher schwierig waren ;)





Solche Treffen öffnen einem die Augen und laden die Batterien für Kreativität und Leidenschaft auf. Außerdem zeigt sich, dass die Branche immer wieder neue, überraschende Lösungen zu bieten hat, die auf Erfahrung und Wissen basieren.



Tauchsafari in Ägypten –die erste Fahrt der SIMBA, des neuen Schiffs von STM Diving Cruises. Schon von Anfang an war klar, dass dies keine gewöhnliche Reise werden würde. Debbie und Manuel kümmerten sich um jedes Detail, und das Ganze war von Anfang bis Ende perfekt ausgearbeitet.
Wir begannen die Safari im März, aber anstelle von Wind und Wellen trafen wir auf ideale Bedingungen. Das Meer war die ganze Woche über spiegelglatt, ohne Schaukeln oder Wellengang. Das Wasser hatte 23°C, die Luft etwa 25°C – ideal zum Tauchen.
Die SIMBA war ein neues Boot, geräumig, bequem und hervorragend ausgestattet, und wir waren auf ihrer ersten Fahrt. Ich bin kein großer Fan von Safaris – normalerweise ermüden mich Wellen, Motorenlärm und enge Kabinen – aber hier fühlte ich mich eher wie in einem komfortablen Hotel als auf einem Tauchboot. Eine große Rolle spielte auch die tolle Crew, die professionell, ruhig und sehr herzlich war.
Schon beim Betreten des Decks konnte man das Neue spüren – Holz, Ausrüstung, Kabinen, alles roch nach einem frisch übergebenen Schiff. Das Tauchdeck war komfortabel und gut durchdacht, und die geräumigen Kabinen mit Meerblick steigerten den Komfort noch.
Eine Safari zieht einen sehr schnell in ihren Rhythmus. Der Tag wird von einer Glocke bestimmt: Briefing, Tauchen, Essen, ein Moment der Ruhe und wieder Tauchen. Normalerweise 3-4 Mal pro Tag. Zwischen den Tauchgängen gibt es Kaffee, Gespräche über Wracks, Durchsicht von Fotos und den Blick aufs Meer. Nach ein paar Tagen weiß man nicht mehr, welcher Wochentag ist, aber man erinnert sich genau an jedes Wrack.
Wir tauchten an vielen Orten, aber zwei Wracks sind mir besonders in Erinnerung geblieben: die Rosalie Moller und die El Mina.
SS Rosalie Moller
Wir trafen auf sehr gute Bedingungen –ruhiges Wasser, gute Sicht und minimale Schwebeteilchen. Dadurch konnten wir das gesamte Wrack in Ruhe abtauchen.
Grundzeit: ca. 60 Minuten.
Dekompression: ca. 40 Minuten an der Leine.
Wir tauchten in einem Vierer-Team mit Manuel und Rafael, die dieses Wrack


hervorragend kennen. So konnten wir uns auf die Erkundung und nicht auf die Navigation konzentrieren.
Wir begannen am Bug mit dem deutlich sichtbaren Anker, schwammen dann über die Laderäume, Relinge, Masten und Teile der Aufbauten bis zum Heck und den riesigen Propellern in etwa 45 m Tiefe. Als sie aus dem charakteristischen „Nebel“ auftauchten, sahen sie unglaublich aus.
Dann kehrten wir zu dem großen Loch der Fliegerbombe zurück und schwammen ins Innere des Wracks. Die Penetration führte durch offene Laderäume, enge Konstruktionsdurchgänge und den Maschinenraum voller Rohre, Plattformen und Installationsteile. Den größten Eindruck hinterließen die Kurbelwelle, die Antriebswelle und die schweren Antriebsmechanismen.
Das gesamte Wrack ist von feinen Schwebeteilchen umgeben, die einen charakteristischen „Nebel“ bilden. Das Licht der Taschenlampen schnitt ihn durch wie Rauchschichten und verlieh dem Ort eine raue und fast unwirkliche Atmosphäre.
Die SS Rosalie Moller war ein britisches Handelsschiff aus dem Jahr 1910. Im Jahr 1941 wurde es von der Luftwaffe im Gebiet von Gubal bombardiert und sank; es steht bis heute aufrecht auf dem Grund.
Als der Tauchgang endete, kehrten wir zur Dekompressionsleine zurück. Das ist der Moment, in dem man das Wrack im Kopf weiter analysiert – das Licht, die Innenräume, die Wellen und die Atmosphäre dieses Ortes.




Die Rosalie Moller erfordert Erfahrung, sich aber mit einer unglaublichen Atmosphäre und der Möglichkeit einer vollständigen, technischen Erkundung revanchiert.
El Mina – ein Tauchgang, der überrascht
Bevor wir ins Wasser gingen, hörten wir die klassischen Meinungen: „Hafenwrack“, „schlechte Sicht“, „nichts Besonderes“. Doch schon nach ein paar Metern Abstieg zeigte sich, dass die Bedingungen großartig waren – die Sicht betrug etwa 30 m.
Das Wrack tauchte langsam aus dem tiefen Wasser auf. Am Bug zog sofort ein Element, das einem Torpedo oder einem großen, in die Konstruktion getriebenen Geschoss ähnelte, die Aufmerksamkeit auf sich. Ein paar Meter weiter lagen weitere Geschosse an Deck – deutliche Spuren der Geschichte.
Die El Mina liegt auf der linken Seite, hat aber ihre Silhouette sehr gut lesbar behalten. Gut sichtbar sind die Flugabwehrgeschütze, Teile der Aufbauten und die Eingänge ins Innere.
Wir schwammen hinein. Schwärme kleiner Fische schränkten die Sicht für einen Moment auf fast null ein, aber kurz darauf öffnete sich der Raum. Im Inneren des Wracks betrug die Sichtweite etwa 2 m – genug, um enge Korridore, Mannschaftsräume und Stahlschotts zu erkunden.
Hier spielte die OrcaTorch D950V Lampe, die ich während der gesamten Safari getestet habe, eine große Rolle. Der starke, breite Lichtstrahl durchdrang die Schwebeteilchen sehr gut und leuchtete das Innere gleichmäßig aus, was sich bei der Wrackfotografie hervorragend bewährte.
Als wir wieder nach draußen kamen, passierten wir erneut die Flugabwehrgeschütze und steuerten auf das Heck zu. Dort befinden sich zwei charakteristische Propeller – einer teilweise im Sand vergraben, der andere hervorragend erhalten und ideal für Fotos.
Die El Mina ist ein ägyptisches Minensuchboot aus den 1950er Jahren, das am 6. Februar 1970 bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe im Hafen von Hurghada versenkt wurde. Bis heute sind am Wrack Spuren der Explosion und die Bewaffnung sichtbar.
Zusammenfassung
Diese Safari zeigte uns das Rote Meer von einer der bestmöglichen Seiten. Ruhiges Wasser, keine Wellen, sehr gute Bedingungen und Wracks, die die Art und Weise, wie man über das Wracktauchen in Ägypten denkt, völlig verändern können. Jeder Tauchgang hatte seine eigene Atmosphäre – von der riesigen, rauen Rosalie Moller bis zur engeren, militärischen und überraschenden El Mina.
Was jedoch am meisten im Gedächtnis bleibt, ist nicht nur der Stahl selbst und die Geschichte, sondern die Atmosphäre solcher Tauchgänge. Die Stille beim Abtauchen an der Leine, das Licht, das die Schwebeteilchen durchschneidet, lange Dekompressionen und Gespräche über Wracks nach dem Auftauchen. Nach ein paar Tagen beginnt man, ausschließlich im Rhythmus von Tauchgängen, dem Meer und der Glocke, die zum Briefing oder zum Essen ruft, zu funktionieren.
Und genau dann wird eine Wracksafari zu mehr als nur einer Tauchreise. Es ist eine Woche des völligen Eintauchens –in technische Tauchgänge, in die Geschichte gesunkener Schiffe und in die Atmosphäre des Roten Meeres, die schneller süchtig machen kann, als man erwartet.



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Das Paradoxon des „DELFINHAUSES“

Text und fotos Jakub BANASIAK
Für viele von uns ist es ein Pflichtpunkt bei der ägyptischen Tauchsafaris. Die Südroute, der Wecker im Morgengrauen und der Sprung ins kristallklare Wasser innerhalb der Lagune, wo das Blau von Dutzenden charakteristischen, schlanken Silhouetten durchschnitten wird.
Das Sataya-Riff im Wadi El Gemal Nationalpark in Ägypten, bekannt als „DOLPHIN HOUSE“, ist ein magischer Ort.
Jedoch machen die neuesten Berichte aus dem letzten Jahr und die alarmierenden Forschungsergebnisse von Meeresbiologen die Sache klar: Wenn wir die Spielregeln nicht ändern, könnte Sataya für Touristen geschlossen werden, so wie es mit einigen von Delfinen bewohnten Gewässern in Neuseeland oder auf Hawaii geschehen ist.
Die Situation auf Sataya ist keine Idylle mehr. Pier Paolo Celeste, Koordinator der italienischen Marevivo-Stiftung, nahm während eines Treffens im Dezember 2025 in Ägypten auf der 24. Konferenz der Vertragsparteien des Barcelona-Übereinkommens (COP24) kein Blatt vor den Mund: „Dies ist kein Schutzgebiet mehr. Sataya ist zu einer Arena des Chaos geworden, die an den Tahrir-Platz in Kairo zur Hauptverkehrszeit erinnert.“.
Das Problem liegt im Ausmaß. Jeden Tag besuchen Dutzende von Safaribooten und Motorbooten die Lagune. Das ständige Dröhnen der Motoren, das nicht für einen Moment aufhört, und Hunderte von Schwimmern, die die Delfingruppen umgeben, schaffen einen
„Zirkus des Lärms“. Für die Ostpazifischen Delfine (Stenella longirostris), für die Shaab Sataya das Heimatriff ist, ist dies nicht nur eine Unannehmlichkeit. Es ist eine existenzielle Bedrohung. Diese Säugetiere sind nachtaktive Jäger – sie jagen nach Einbruch der Dunkelheit auf dem offenen Meer, und die flachen Lagunen von Sataya dienen ihnen zur Erholung, zum Schlafen und zur Aufzucht ihrer Jungen. Jedes Herausreißen eines Delfins aus seiner Ruhephase durch einen aufdringlichen Taucher, Schwimmer oder ein Schlauchboot bedeutet reale energetische Kosten, die sich auf ihre Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit auswirken.
Die von Dr. Maddalena Fumagalli durchgeführten Forschungen werfen ein Licht auf den Zustand der lokalen Population der Ostpazifischen Delfine. Auf Sataya lebt jährlich eine Population von 140 bis 200 Delfinen, die eine nahezu isolierte Gemeinschaft bilden. Tagsüber halten sich normalerweise zwischen 60 und 100 Delfine am Riff auf. Wissenschaftler, die die Auswirkungen von Delfinbeobachtungsbooten und Schwimmern im Wasser in verschiedenen Gewässern untersuchten, zeigten auf, dass in der Gegenwart von Touristen die Ruhezeit der Delfine drastisch sinkt.
● 66% weniger Schlaf: Um so viel verkürzt sich die Ruhezeit der Delfine bei intensivem Tourismusaufkommen.
● Dominoeffekt: Die Unterbrechung des Schlafs zwingt die Delfine in einen Zustand der Wachsamkeit, was ihren Energieverbrauch um mehr als zehn Prozent erhöht.
● Fehlende Regeneration: Delfine können verlorene Zeit nicht „nachschlafen“. Erschöpfte Tiere sind ein leichteres Ziel für Raubtiere, nachdem sie aufs offene Meer hinausgeschwommen sind.

● Ständiger Stress und der Druck der Touristen führen zu einer Verringerung der natürlichen Immunität dieser Tiere und einer größeren Anfälligkeit für Krankheiten.
Lars Bejder und David Lusseau, Pioniere in der Erforschung der Auswirkungen des Tourismus auf Wale, warnen vor dem Konzept der „Gefangenschaft ohne Gitter“. Es stellt sich heraus, dass nicht nur Delfinarien oder Ozeanarien schwere Verstöße gegen das Wohlbefinden der Delfine begehen, sondern auch Touristen, die mit wilden Delfinen schwimmen, sowie einige Veranstalter von „Whale & Dolphin Watching“. Die Delfine auf Sataya sind frei, aber der Druck durch Boote und Menschen im Wasser macht ihren natürlichen Lebensraum zu einem Ort des chronischen Stresses.
WIRD SATAYA EIN ZWEITES SAMADAI WERDEN?
Ägypten möchte das Riff nicht schließen, muss es aber retten. Ali Abo Sena, Leiter der ägyptischen Umweltbehörde (EEAA), kündigte eine Überarbeitung der Managementstrategie für Shaab Sataya an. Der von Marevivo und HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association) geforderte Plan basiert auf dem Erfolg des Samadai-Riffs, wo seit 2004 eine strenge Zonierung und begrenzte Besuchszeiten für diese Destination gelten. Bis zum Sommer 2003 wurden jeden Tag 500 bis 800 Touristen gebracht, um in der Lagune von Samadai mit den Delfinen zu schwimmen. Ihr Kontakt mit den Delfinen war völlig unreguliert, und viele Beobachter
fürchteten um das Wohl und die Sicherheit der Tiere und der Touristen sowie um die Zukunft der Beobachtung wilder Delfine in dieser Region. Im Jahr 2003 trafen die Behörden die mutige Entscheidung, alle Besuche am Samadai-Riff vollständig auszusetzen, und begannen Konsultationen, um ein Managementsystem zu schaffen, das die Delfine schützen und gleichzeitig touristische Aktivitäten an dem Riff ermöglichen würde, das ein Ruheplatz für Delfine und einer der beliebtesten Orte zum Tauchen und Schnorcheln ist.
Gemäß dem entwickelten Plan wurde auf Shaab Samadai eine restriktive Zonierung eingeführt:
● Zone A (No-Entry Zone): Die innere Lagune, die den Delfinen als Ruhezone gewidmet ist. Der Zutritt ist hier strengstens verboten. Die Delfine bevorzugen diese Zone, besonders am Morgen.
● Zone B (Swimmers and Snorkelers Only): Ein Bereich ausschließlich für Schwimmer und Schnorchler. Der Motorbootverkehr ist verboten.
● Zone C (Other Activities): Ein Bereich, in dem das Anlegen, Sporttauchen und andere Aktivitäten erlaubt sind. Die Grenzen zwischen den Zonen sind durch Bojen markiert: orange für die A/B-Linie, weiß für die B/C-Linie.
Maximal zehn Boote pro Tag dürfen das Samadai-Riff befahren, die nicht mehr als 175 Schnorchler (mit ABC-Ausrüstung) und 100 Taucher in das Riffgebiet bringen. Boote mit Schnorchlern dürfen von 10:00 bis 14:00 Uhr und Boote mit Tauchern von 09:00
bis 15:00 Uhr einfahren. Wenn der Veranstalter bereits eine Eintrittskarte für das Riffgebiet hat, garantiert dies, dass das Boot eingelassen wird.
Bojen trennen die Zonen für Taucher und Schnorchler deutlich von der Ruhezone „nur für Delfine“ ab. Personen, die sich zum Schnorcheln entschließen, müssen eine Schwimmweste tragen, teils aus Sicherheitsgründen, teils um zu verhindern, dass ein allzu enthusiastischer Schnorchler auf der Jagd nach Delfinen unter Wasser taucht.
Die letzten 20 Jahre des Schutzes von Samadai zeigen, dass das schnelle Handeln der Behörden, die die wissenschaftliche Gemeinschaft um Hilfe baten, zu einem fast sofortigen Übergang von einem unkontrollierten, potenziell schädlichen Geschäft des Schwimmens mit Delfinen zu einer sorgfältig kontrollierten und gut überwachten Situation des nachhaltigen Managements an diesem Lebensraum-Riff führte. Die Einführung einer vollständigen Aussetzung aller zuvor erlaubten Aktivitäten trug dazu bei, die Situation zu ändern und den Reiseveranstaltern bewusst zu machen, dass eine Rückkehr zu der vorherigen, unkontrollierten Betriebsweise nicht möglich sein würde. Die Bereitstellung von Überwachungsschiffen (einschließlich der Küstenwache) und des für die Durchführung von Überwachungsaktivitäten erforderlichen Personals war kostspielig, aber entscheidend für den Erfolg dieses und jedes anderen staatlichen Managementsystems für den Schutz der Meeresumwelt.
Wissenschaftler aus ägyptischen und internationalen Organisationen überwachten und kontrollieren weiterhin die Population der Ostpazifischen Delfine in Samadai sowie die Aktivitäten beim Schwimmen mit Delfinen. Studien haben gezeigt, dass das Tourismusmanagement-Programm auf Samadai gut funktioniert, mit nur sehr wenigen Verstößen, und die Delfinpopulation scheint stabil und gesund zu sein, ohne sichtbare Anzeichen von Stress, Populationsrückgang oder Versuchen, das Heimatriff zu verlassen. Weltweit wurde längst erkannt, wozu ein unregulierter Tourismus führt. Forschungen an Großen Tümmlern im Doubtful Sound (Fiordland) in Neuseeland bewiesen, dass häufige Interaktionen mit Touristenbooten die Delfine dazu zwingen, ihre Tauch-

zeiten zu verlängern. Dies ist ein enormer Energieaufwand, der insbesondere kleinere Weibchen betrifft. Die Folgen waren drastisch – man beobachtete einen radikalen Anstieg der Totgeburten sowie einen drastischen Rückgang der Gesamtpopulation von 67 auf 56 Tiere.
In den USA wiederum führte die amerikanische Regierungsbehörde NOAA auf Hawaii strenge Verbote für Touristen ein, die ein absolutes Gebot beinhalten, einen Abstand von mindestens 50 Yards (ca. 45 Metern) zu hawaiianischen Ostpazifischen Delfinen einzuhalten. Man hat dort verstanden, dass allein die Tatsache, ein tagsüber ruhendes Tier dazu zu zwingen, Touristen auszuweichen, seine Fitness verringert und es in der Folge Angriffen von Raubtieren aussetzt.
In Brasilien hingegen, auf den Fernando-de-Noronha-Inseln, einem Archipel, das die weltweit größte reguläre Population von Ostpazifischen Delfinen beherbergt, gilt für Touristen seit Jahren ein strenges Verbot, mit den Delfinen zu schwimmen und zu tauchen. Erlaubt ist nur die Beobachtung vom Land (von ausgewiesenen Aussichtspunkten) oder von streng regulierten Booten aus, und nur autorisierte Wissenschaftler, die Techniken des „passiven Tauchens“ anwenden, dürfen dort ins Wasser. Das seit 35 Jahren bestehende Spinner Dolphin Project beweist, dass der Tourismus rund um Delfine florieren kann, ohne deren Lebensräume zu zerstören und ihr Wohlbefinden zu stören.
WAS KÖNNTE UNS AUF SATAYA ERWARTEN?
Auf Shaab Sataya schlagen Wissenschaftler
vor, den bewährten Praktiken vom SamadaiRiff zu folgen. Sie empfehlen vor allem:
1. Zugangsbeschränkung (Marine Zoning): Die Einrichtung einer Zone „A“ mit einem kompletten Einfahrtsverbot für Menschen, die ausschließlich für Delfine reserviert ist. Zone „B“ wäre für kontrolliertes Schnorcheln vorgesehen und „C“ für das Anlegen von Booten.
2. Bootslimits: Schluss mit einer unbegrenzten Anzahl von Booten. Einführung einer Obergrenze, d. h. der Anzahl der Wasserfahrzeuge, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt gleichzeitig in der Lagune aufhalten dürfen.
3. Elektroantriebe: Die Forderung nach einer Umstellung der Zodiacs auf leise Elektromotoren, um den für Delfine schmerzhaften hochfrequenten Lärm zu beseitigen.
4. Zertifizierung und Schulungen: Obligatorische Schulungen für Guides und Safariboot-Crews.
„Delfine sind die Säule der Tourismuswirtschaft von Marsa Alam. Wenn sie fliehen, wird das gesamte Leben an der Küste zusammenbrechen“, betonen die Forscher. Man braucht nicht auf eine Änderung des Status von Shaab Sataya zu warten, um sich während eines Aufenthalts an diesem Riff um das Wohlergehen der Ostpazifischen Delfine zu kümmern. Es geht um die Einhaltung grundlegender Regeln und Basiswissen über die Biologie der Delfine Stenella longirostris. Der Autor dieses Artikels schult seit mehreren Jahren Taucher und Schnorchler in den Regeln des Schwimmens und Tauchens mit Delfinen, unter Berücksichtigung ihres Wohlbefindens. Er bietet auch kurze Video -
materialien über das richtige Verhalten am Sataya-Riff an, die auf dem Tauchboot für ein Briefing vor dem Schwimmen mit den Ostpazifischen Delfinen genutzt werden können. Es ist auch ein spezieller Kurs „Dolphin Defender“ verfügbar für alle, die nicht nur sicher mit Delfinen schwimmen möchten, sondern sich auch aktiv für ihren Schutz engagieren und ihr Wissen über die Mensch-Delfin-Interaktionen vertiefen wollen.
Alle Interessierten sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen
E-Mail: jakub.b@viva.home.pl
Als Tauchgemeinschaft haben wir ein handfestes Interesse daran, dass Sataya geöffnet bleibt. Aber wir sind es, die unser Verhalten ändern müssen. Denken wir daran, dass jeder Versuch, einen Delfin zu berühren oder ihn mit einer Kamera zu jagen, ein Akt der Aggression und keine Liebe zur Natur ist.
Die Empfehlungen für eine Safari in dieser Region sind einfach:
● Wähle verantwortungsvolle Anbieter: Frage, ob die Crew des Tauchboots den HEPCA-Kodex einhält und die Delfine nicht mit den Zodiacs „zusammentreibt“.
● 50-Meter-Regel: Halte Abstand. Wenn die Delfine eine Interaktion wünschen, werden sie sich von selbst nähern. Wenn sie langsam in einer engen Gruppe schwimmen – schlafen sie. Lass sie in Ruhe.
● Null Kontakt: Berühre niemals Delfine. Bakterien von menschlicher Haut und der mit der Berührung verbundene Stress können eine erhebliche Bedrohung für sie darstellen.
● Andere aufklären: Wenn du auf dem Zodiac schädliches Verhalten siehst, reagiere. Deine Einstellung prägt die Standards auf deinem Boot, aber auch auf anderen Safaribooten.
Sataya ist das Zuhause und das Schlafzimmer wilder Tiere. Wenn wir nicht lernen, sie zu respektieren, wird die einzige Möglichkeit, sie zu schützen, ein völliges Verbot des Betretens der Lagune sein. Die Wahl liegt bei uns – den Tauchern, die dieses Blau am meisten lieben.

CUT THROUGH THE DARKNESS
Text und fotos Przemysław ZYBER

Kennst du dieses Gefühl?
Du bist unter Wasser, vor deiner Maske spielt sich ein Naturschauspiel ab – das Licht durchdringt die Wasseroberfläche, erzeugt tanzende Reflexionen, und ein majestätischer Hai schwimmt direkt an dir vorbei.
Du hebst die Kamera, drückst den Auslöser und … naja.
Das Ergebnis weicht oft von dem ab, was deine Augen gesehen haben. Unterwasserfotografie ist die schwierige Kunst des Kompromisses zwischen der Physik des Wassers und den Möglichkeiten deiner Ausrüstung. Oft stellt sich dieselbe Frage: „Wo lernt man am besten? Welchen nächsten Schritt sollte man tun, damit Fotos nicht nur ein Souvenir bleiben, sondern zur Kunst werden?“. Die Antwort kann überraschend sein, denn du wirst sie nicht in der Bedienungsanleitung deiner Kamera finden.
Die Falle des „Schnellkurses“
Versteh mich nicht falsch – lokale Gewässer sind großartige Orte, um Ausrüstung zu testen oder sich an die Grundlagen der Tarierung zu erinnern. Aber wenn du deine Flügel in der Fotografie wirklich entfalten willst, ist ein Tag nicht genug. Warum? Weil Fotografie ein Prozess ist.
In einem kurzen Kurs lernst du die Technik „auf dem Trockenen“ oder unter sehr begrenzten Bedingungen. Du hast eine, vielleicht zwei Chancen, ein Bild einzufangen, bevor dir die Zeit oder die Sicht ausgeht. Es ist ein bisschen wie Formel-1-Fahren auf einem Supermarktparkplatz zu lernen. Du magst das Lenkrad beherrschen, aber du wirst weder die Geschwindigkeit noch die G-Kräfte spüren.
Lass uns also überlegen, wie ein typischer Wochenend-Fotokurs an einem polnischen See im Vergleich zu einer einwöchigen Safari abschneidet. Bei einem lokalen Kurs hast du nur ein paar Stunden unter Wasser, oft bei konstanten und stark eingeschränkten Lichtverhältnissen. Die Objekte, die du fotografieren kannst, beschränken sich normalerweise auf typische, ziemlich vorhersehbare Flora und Fauna. Darüber hinaus ist die Bildanalyse manchmal oberflächlich und findet meist in Eile nach dem Unterricht statt. Auf einer Safari hingegen verbringst du innerhalb einer Woche so viel Zeit unter Wasser, wie es etwa 20 Tauchgängen entspricht! Das bedeutet die Möglichkeit, im vollen Lichtspektrum zu arbeiten – vom weichen Licht am Morgen über die grelle Sonne am Mittag bis hin zu den He -

rausforderungen von Nachttauchgängen. Du hast auch die einmalige Gelegenheit, das gesamte Spektrum der Unterwasserwelt zu fotografieren, von winzigen Makro-Details bis hin zu riesigen Schwärmen und spektakulären Wracks. Und all das mit professioneller Unterstützung in Form von täglichen abendlichen Workshops und tiefgreifenden Analysen unter dem wachsamen Auge eines Spezialisten.
Safari. Dein Testgelände
Der wahre Durchbruch gelingt dann, wenn du komplett in den Prozess eintauchst – sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch metaphorisch. Deshalb glaube ich, dass der beste Weg zur Entwicklung eine gemeinsame Foto-Safari ist. Ich sehe an den Beispielen meiner Kursteilnehmer deutlich, dass eine taucherische Foto-Safari ein echter „Gamechanger“ ist. Warum glaube ich das? Erstens ist die Zeit auf unserer Seite, wir haben eine ganze Woche ohne Eile. Darüber hinaus stellen wir uns an jedem Tag der Safari anderen Herausforderungen:
● Lichtvariabilität: Tauchgänge am Morgen, in der prallen Mittagssonne und in der goldenen Abenddämmerung. Jede dieser Tageszeiten erfordert eine andere Herangehensweise an die Belichtung von dir.
● Dynamik versus Statik: An einem Tag üben wir Makro und fokussieren geduldig auf eine unbewegliche Schnecke. Am nächsten Tag haben wir die Möglichkeit, die Perspektive auf Weitwinkel
zu ändern, um riesige Fischschwärme einzufangen, die ein majestätisches Wrack umgeben.
● Wasser, das lehrt: Einmal genießen wir kristallklare Sicht, ein anderes Mal ist das Wasser voller Plankton. Das ist der beste Unterricht im Umgang mit Rückstreuung (backscatter) und die Möglichkeit, in sich ständig ändernden Bedingungen zu trainieren.
Kampf mit der Physik: Weißabgleich in der Praxis Auf einer solchen Reise lege ich großen Wert auf das Verständnis dessen, was mit der Farbe passiert. Du weißt schließlich, dass Was-


ser ein Filter ist, der uns mit jedem Meter die Farben stiehlt. Zuerst verschwindet Rot, dann Orange, bis schließlich alles blaugrau wird.
Während einer Safari spreche ich nicht nur darüber – wir überprüfen das in jeder Tiefe. Wir lernen, wie man den Weißabgleich manuell korrigiert und wie man die Blitze einstellt, um der Natur ihre wahren Farben zurückzugeben. Du musst auf deinem eigenen Display sehen, wie drastisch sich das Bild mit der Tiefe verändert. Wenn du eine ganze Woche lang trainierst, sind die Ergebnisse solch intensiven Lernens durch praktische Übungen sehr schnell mit bloßem Auge sichtbar.
Abende, die alles verändern
Der größte Wert einer Safari entsteht jedoch nicht unter Wasser, sondern an Bord, nach dem Ausziehen der Neoprenanzüge. Gemeinsame Abende mit dem Laptop, die Besprechung jedes Bildes, die Analyse der Komposition und der Kanons der Fotografie – das ist der Moment, in dem du es „kapierst“. Diese Analyse ist das Wichtigste, denn manchmal reicht es schon zu verstehen, dass eine Verschiebung der Komposition, die Fähigkeit, auf den richtigen Moment zu warten, oder eine Änderung der Aufnahmeposition Bilder hervorbringen, die begeistern werden. Das Wichtigste ist, dass du am nächsten Tag wieder ins Wasser gehst, um die abendliche Analyse und die gezogenen Schlussfolgerungen in die Praxis umzusetzen. Das ist der Grund, warum der Fortschritt während einer Safari so enorm ist.
Verlasse deine Komfortzone Unterwasserfotografie ist ein Extremsport für deine Kreativität. Hab keine Angst vor schwierigen Bedingungen – sie härten den Fotografen ab. Tue es aber nicht allein – geh auf eine Safari mit jemandem, der dir hilft, die Fehler zu vermeiden, die ich jahrelang gemacht habe. Unter anderem deshalb haben wir zusammen mit Kasia – einer Meisterin der Logistik und der Organisation, die scheinbar unmögliche Dinge schafft – das Tauchreisebüro Deep Art Travel gegründet, dessen Werbung am Ende dieses Artikels erscheint, und außergewöhnliche Reisen organisieren.
Wir schaffen Erlebnisse, die dich jahrelang begleiten werden. Wir bringen Menschen an die schönsten Orte unter Wasser und an Land – dorthin, wo die Natur ihr spektakulärstes Gesicht zeigt und wo jeder Tag zu einer Geschichte wird, die es wert ist, erzählt zu werden.
Wir verbinden die Leidenschaft für das Tauchen, die Fotografie und das Reisen mit immenser organisatorischer Erfahrung, sodass du dich ganz auf das Wichtigste konzentrieren kannst – den Moment zu erleben, die Welt zu entdecken und deine Fähigkeiten zu entwickeln.
Von Riffen voller Haie auf den Malediven über geschichtsträchtige Wracks bis hin zu Safaris und Fotoexpeditionen kreieren wir Reisen, die inspirieren, lehren und dich die wahre Freiheit des Reisens spüren lassen.
Denn die besten Erinnerungen beginnen dort, wo die Routine endet.
Wir sehen uns unter Wasser.



www.rehasport.pl



Ob Du Rechts- oder Linkshänder bist, spielt beim Tauchen keine Rolle.
Wichtig ist, welche Seite du bei deiner Ausrüstungskonfiguration standardisierst und wie du die verschiedenen Verfahren ausführst.
Lies diesen Artikel, denke darüber nach, und frage dich nicht nur, welche Lösungen du einsetzt, sondern vor allem, warum du es tust.
1. Maske (Backup)
In der rechten Beintasche.
Warum? Wenn du danach greifst, musst du wahrscheinlich deinen Auftrieb korrigieren. Die Regelung des Auftriebs (durch den Inflator, das hintere Ablassventil, sowie die Trocki-Ventile) wird stets mit der linken Hand bedient.
2. Atemregler (“Out of Gas”-Situation)
Versuche stets, mit der rechten Hand Atemluft abzugeben. Warum? Ein Taucher, der keine Luft mehr hat, kann dennoch stabil im Wasser liegen. In diesem Fall ist es besser, die linke Hand frei zu halten, um deinen Auftrieb anpassen zu können.
3. Lampe (sofern du eine verwendest )
Versuche, die Lampe in der linken Hand zu halten.
Warum? Atemluft wird mit der rechten Hand abgegeben, und da wäre es eher hinderlich, wenn der Taucher in Not geblendet würde Auch die zuvor erwähnte Backup-Maske verdient Beachtung. Eine verlorene Maske signalisierst du, indem du den Lichtstrahl deiner Lampe bewegst. Wenn du das mit der linken Hand machst, kannst du gleichzeitig mit der rechten Hand nach deiner Backup-Maske greifen.
Aber Moment!
Stimmt das?
...Und was ist mit dem Auftrieb? Wie soll man den Inflator oder das Ablassventil mit einer Lampe in der Hand bedienen? Verwende einfach einen so genannten “Goodman Handle” – eine Halterung, mit der du die Lampe auf dem Handrücken trägst, sodass du mit dieser Hand weiterhin greifen kannst.
4. Computer (Tiefenanzeige)
Auf der rechten Hand.
Warum? Du überwachst deinen Computer, während du den Inflator, das hintere Ablassventil und die Trocki-Ventile mit der linken Hand bedienst.


5. Bauchgurtschnalle am Harness
Diese gehört auf die linke Seite (nicht unter die SchrittgurtSchlaufe).
Warum? Falls nötig, kannst du den unteren Harness-Teil mit einer einzigen Bewegung lösen.
6. Der Auftriebskörper an einem Doppelgerät (Wing oder Donut)
Du solltest immer darauf achten, dass sich das Ablassventil auf deiner linken Seite befindet.
Warum? Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir ein Kursvideo angesehen, in dem jemand den Auftriebskörper verkehrt herum montiert hatte. Dies war leicht zu erkennen, weil sich das Auslassventil an einer ungewöhnlichen Stelle befand, nämlich auf der rechten Seite, zwischen dem Auftriebskörper und dem Druckbehälter. Diest ist in einer Rettungssituation gefährlich! Ein Retter, der einen Taucher transportiert, muss dann zwei Auftriebssysteme managen – und alle Auftriebskontrollkomponenten sollten sich auf der linken Seite befinden.

ZUSAMMENFASSUNG
Mit diesen sechs Punkten ist das Thema sicherlich nicht erschöpfend behandelt, aber sie folgen einer konsistenten Logik: Die Auftriebskontrolle gehört auf die linke Seite, und es gibt keinen vernünftigen Grund, dies zu ändern.
Allerdings bedeutet dies nicht, dass alles andere automatisch nach rechts gehört. Wenn dein Setup auch anders funktioniert, stelle sicher, dass du weißt, warum.
Sichere Tauchgänge! WAF
https://teclinediving.eu/de/academy/#/
Der Autor dieses Textes hat mehr als 18.000 Stunden unter Wasser verbracht. Er ist ein vehementer Befürworter und kompromissloser Praktiker von Standardisierung und Verfahren. Er hatte noch nie einen Tauchunfall. Er teilt unter anderem seine Erfahrungen an der Tecline Academy, wo er auch gern Kaffee serviert – auf jeden Fall einen Besuch wert!






