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MITTEILUNGEN MITIEILUNGEN UND UND NACHRICHTEN NACHRICHTEN AUS AUS MOOS, MOOS, ST. ST. LEONHARD LEONHARD UND UND ST. ST. MARTIN MARTIN
September September 2002 1999
15. 35 12. Jahrgang Jahrgang –- Nr. Nr. 23
St, Martin in Passeier: Pfarrturm in neuem Glanz Wenn die Bürger in St. Martin die Dorfstraße entlang gehen, wird ihnen der Pfarrturm sofort ins Auge springen - seit den ersten Junitagen erstrahlt er nämlich in neuem Glanz. Vor einem Jahr beschloß der Pfarrgemeinderat St. Martin den alten Turm zu sanieren, sowohl die Turmzwiebel als auch und besonders die Turmfassaden. Die Arbeiten erwiesen sich bald als sehr viel aufwendiger als ursprünglich angenommen: der alte Putz mußte zur Gänze entfernt werden um den Neuanstrich in Kalkfarbe auftragen zu können und die Lärchenschindeln der Zwiebel mußten allesamt ersetzt werden. Dankenswerterweise hat die Firma Sepp Mayerl aus Osttirol sämtliche Arbeiten fachgerecht und in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt in rund 2 Monaten ausgeführt. Dazu zählen: Neueindekkung des Turms mit Lärchenschindeln, neue Turmspitzverstärkung und Kugel, Neuverputz der Fassaden und Anstrich, Neuverlegung des Blitzableiters, Bleiabdeckung der 4 Mauerabdachungen samt Gesims und neue Ziffernblätter in einfacher Form. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 74.680.000.- Lire, ein Betrag, der mit Eigenmitteln der Pfarrei, mit Spenden der Bevölkerung und mit einem Beitrag des Landesdenkmalamtes beglichen werden soll. Während der Arbeiten am Turm kam dessen romanische Architektur deutlich zum Vorschein: unterhalb der heutigen Schallfenster konnte man eine weitere Reihe von Rundbogen- und Doppelrundbogenfenstern feststellen, die leider zugemauert gewesen waren. Dies bezeugt, daß der Pfarrturm samt der dazugehörigen kleinen Kirche bis in die
romanische Zeit zurückreicht. Die Kirche selbst wurde im Laufe der Jahrhunderte sowohl verbreitert, als auch um zwei Bögen verlängert, während der Turm in seiner romanischen Struktur erhalten blieb - der Grund, weshalb er heute im Verhältnis zur Kirche zu klein ist.
Bei den Renovierungsarbeiten wurde am Turmsims die Jahreszahl 1541 sichtbar, das Jahr in dem der niedere romanische Turmspitz durch einen höheren gotischen ersetzt wurde. Im Jahre 1696 wurde der Turm nochmals umgebaut, was eine Urkunde, die in einem kleinen Holzkästchen in der Kugel gefunden wurde, besagt. Der genaue, lateinische Wortlaut der Urkunde ist: "Ad claveum et clavem sedente Innocentio XII Pontefice Maximo, regnante Leopoldo I. Romanorum Imperatore, ... Rev.mo D.D.Abbate exempti monsterii Mariamontani Francisco de Pach, ...edili Josepho Keil oriundo ex valle Ez, proeuretoribus fabrice Joanne Schifer et Joen-
ne Haller, haec turris restaurata et empliata fuit. Ita testor propria manu - 30. augusti anno 1696 P. Udalricus Pach, ord.S.Benedicti, Mariamontanus, rector huius parochialis ecclesiae". Eine weitere Urkunde berichtet ebenfalls: "anno 1696 ist dieser Turm verneuert und anno 1678, durch einen Donnerstraich, so auch den Mesenknecht mit namben Niklas, puerulus, zu Tot geschlagen u. zerschlagen worden. .. Joseph Werth, derzeit organist und schuelmaister allda, Gregori IIbmer Messner, Gabriel Zauseher und Hanns Zoller beide Maurer, der aine von der Mez der andere von Silz aus Inthall, so den Turm und die Kirch haben pauen helfen. Gott allain die Ehr". Laut Totenbuch Bd. I, S. 73 handelt es sich bei dem obengenannten Mesnergehilfen um Nicolaus Ilmer, der am 7.8.1678 "tonitrui ictu" verstorben ist. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1803 berichtet von einer Neueindekkung des Turmdaches: "Johann Plchlet; Zimmermann Maister von St. l.eonhard in Passeyer war bei Deckung des Thurmdaches Baumeister, ... der wohl ehrsame Joseph Prinster in der Lahn am Ried als Kirchprobst, Franz Wolf als Organist und Peter Verdorler als Mesner. .. ". Weiters wird davon berichtet, daß "durch dem anno 1796 sich in Tyroll gezogenen Krieg... der Preis der Lebensmittel so hoch stieg, daß man die Yhrn Wein um 30 tl., ein Star Weizen um 7 fI. 30 kr. und das Pfund Schmalz um 38 kr. u. so alle anderen Sorten verhältnismäßig bezahlen mußte. Allein durch die Fürbitt der seeligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und der übrigen Landes- und Kirchen-
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patronen ließ sich das göttliche Herz Jesu erweichen, das Vaterland zu retten; und die Verteidigungsmannschaft, die sehr zahlreich wider den Feind ausrückte, ward von Sr. Majestät Franz den 11.,römischen Kaiser vielfältig mit Ehren, Medailen beschenkt, wovon auch hier eine solche beyliegt, welches be-
zeugt - St. Martin im Gericht Passeyer den 16. Aprill 1803 P. Theodor Stainer aus dem Orden des HI.Benedikt von Kloster Marienberg, derzeitiger Pfarrer. P.Gabriel Partanes, Frühmesser, P.Bruno Schatz und P.Karolus Mayr, Kooperatoren, alle aus dem Orden des hl. Vater Benedikt, alle dieser Zeit hier anwes-
send bezeugen das nämliche zur Steur der Wahrheit." Seit 1803 sind beinahe 200 Jahre vergangen; wenn unsere Turmrenovierung auch so lange Zeit standhält, dann können wir zufrieden sein. Zufrieden jedenfalls mit dieser gründlichen und guten Arbeit! Michael Pirpamer
Zwischenbericht zur Umfahrungsstraße St. Leonhard Nach den kurzen Augustferien ist es an der Zeit Rückblick zu halten auf den Stand der Arbeiten und eine Vorschau zu wagen. Begonnen wurde im Februar mit der Aufschüttung im WidumAnger, wobei das Schottermaterial aus der Kehlmure verwendet wurde. Um die Festigkeit des Straßen körpers zu garantieren, mußten alle größeren Steine an Ort und Stelle aufgemahlen werden. Anders aber als im Projekt vorgesehen, wurde nicht nur der Straßenkörper aufgeschüttet, sondern die ganze Wiese bis zum Gandellenweg. Damit kam man einem Wunsch der betroffenen Grundbesitzer nach und auch dem Vorschlag des Landschaftsschutzes, die Böschung sanft zu gestalten. Diese Aufschüttungsarbeiten fielen stark ins Auge, weniger jedoch die Gründungsarbeiten für die Pfeiler. Um ein sicheres Fundament für diese zu schaffen, wurden jeweils Mikropfähle bis in den Felsen gebohrt, ein starkes Fundament um diese Pfähle gegossen und darauf die eigentlichen Pfeiler aufgebaut. Nun stehen bereits viele dieser Pfeiler, bald können die Längsträger aufgelegt werden. Noch zu klären bleibt das Schicksal der Höllenbrücke. Diese ist zu schmal und für den heuti-
gen Verkehr nicht mehr ausreichend, vor allem aber kann kein Gehsteig geschaffen werden und die statische Sicherheit bereitet großes Kopfzerbrechen. Das Land hat eine Studie über eine Sanierung oder einen Neubau ausarbeiten lassen. Sollte es zu einem Neubau kommen, rechnet man mit einer Bauzeit von etwa 5 Monaten, wobei auch der Mittelpfeiler neu errichtet würde, in der Bauweise ähnlich wie die Pfeiler der Umfahrungsstraße. In diesen 5 Monaten würde eine provisorische Brücke über die Passer ausgehend vom Fußballplatz errichtet, um die Zufahrt zum Brückenwirt und nach Breiteben zu garantieren. Sicher ist dies eine große Belastung für Hinteregg, aber andererseits würde damit sichergestellt, daß auch in Zukunft schwere Laster die Brücke befahren dürfen. Nun gilt es aber auch, an die Zeit nach der Fertigstellung der Umfahrung zu denken. Sollten alle Termine eingehalten werden, ist es im August 2000 soweit. Um darauf vorbereitet zu sein, ist die Gemeindeverwaltung dabei, ein Komitee zu bilden, um auf die Veränderungen im Dorfleben zu reagieren. In Zukunft kann der Verkehr im Dorfzen-
trum für bestimmte Gelegenheiten wie Feiern, Begräbnisse, Musikveranstaltungen, Dörfischau, Dorffest, Weihnachtsaktionen usw. umgeleitet werden. Eine neue Lebensqualität wird Einzug halten. Alle Teilnehmer am Komitee sind an der Anschlagetafel in der Gemeinde angeführt. Wer Vorschläge hat, soll sich mit Gemeinde, Tourismusverein, Kaufleute- und oder Handwerksorganisationen oder KVW und Pfarrgemeinderat in Verbindung setzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gestaltung der Einfahrtsbereiche wie es Tourismuskreise von Anfang an gefordert haben. Am Nord- und Südeingang der Umfahrung sind Kreisel vorgesehen, wobei es möglich ist, den Innenkreis attraktiv zu gestalten und als Werbefläche zu nutzen. Ein Ingenieur und ein Künstler sind dabei, Vorschläge zu erarbeiten. Wir sind gespannt, was herauskommt. Zusammenfassend kann wohl gesagt werden, daß mit dem Jahr 2000 und der Umfahrung für St. Leonhard eine neue Zeit anbricht. Diese neue Zeit aber bleibt noch zu gestalten, etwas, was wir nur gemeinsam schaffen können. Konrad Pfitscher
Neuer öffentlicher Spielplatz in Quellenhof Interview mit der Jugendassessorin Pamer
Frage 1: Frau Pamer, in den letzten Jahren entstanden in St. Martin einige neue Spielplätze. Kürzlich wurde sogar in der Fraktion Quellenhof ein neuer Spielplatz errichtet. Welche Überlegungen haben Sie und die Gemeindeverwalter von St. Martin zu dieser regelrechten "Spielplatz-Offensive" gebracht? In der Fraktion Quellenhof kam im Herbst '98 von Seiten der Eltern der
Wunsch einen öffentlichen Spielplatz zu errichten. Dies vor allem deshalb, weil durch die neu entstandenen Wohnungen auch die Kinderzahl stark angestiegen ist. Da die Fraktion Quellenhof kaum Spielangebote für die Kinder bietet und die Gemeinde dort keinen Grund besitzt, haben wir uns mit der Familie Dorfer auf den derzeitigen Standort geeinigt. Eine Vereinbarung regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien. Für mich gibt es mehrere Gründe Spielplätze zu bauen. Einer-
seits grenzt unsere moderne Welt den Spielraum im wahrsten Sinne des Wortes immer mehr ein. Für die Kleinen bleibt in manchen Häusern kaum mehr Platz, wo sie ihrer Lust an Bewegung frönen können. Dort, wo Wohnraum knapp wird, sind die Kinderzimmer bekanntlich die kleinsten Räume. Deshalb ist es wichtig, daß die Kinder außerhalb der Wohnungen eigens für sie ausgewiesene Plätze bekommen. Ein Spielplatz ist aber auch eine Einrichtung, von der im Alltag mehrere Gene-
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rationen etwas haben: Kinder verschiedener Altersklassen, Muttis, Omis, usw. Technische Hilfsmittel zum Spielen und zur Unterhaltung gibt es heute ja fast in jedem Haushalt; was es aber nicht mehr überall gibt, das sind Spielgenossen für die Kinder und damit Chancen zum kreativen Miteinander. Frage 2: Dieser Spielplatz wurde ja in sehr kurzer Zeit fertiggestellt und präsentiert sich in einem sehr schönen Zustand. Wie war es möglich dieses Projekt so schnell zu realisieren? Da es unser Bemühen war ein kindgerechtes Spielangebot zur Verfügung zu stellen, holten wir uns den Landschaftsplaner Dr. Günther Dichgans vom VKE (Verein für Kinderspielplätze und Erholung), der uns einen Gestaltungsvorschlag unterbreitete. Aufgrund dieses Vorschlages wurde beim Land um eine Finanzierung angesucht, die uns sofort zugesagt wurde. Die definitive Größe und Gestaltung des Platzes wurde dann mit dem Grundbesitzer und der Gemeinde in beiderseitigen Einverständnis abgeklärt. Dadurch, daß die Arbeiten unser Gemeindearbeiter ausgeführt hat, konnte der Platz in kurzer Zeit spielfertig gemacht werden.
Besonders wichtig für mich war auch, daß wir nur einheimische Sträucher und Bäume gepflanzt haben. Die Einweihung des Platzes findet voraussichtlich am Samstag, den 18. September statt. Frage 3: Welche Vorhaben im Bereich Jugendarbeit stehen bei der Gemeinde St. Martin demnächst an?
Kürzlich wurde mit dem Bau der Sporthalle begonnen. In erster Linie soll damit den Mittelschülern eine Turnmöglichkeit geboten werden. In der Halle ist aber auch Platz für eine Kletterwand, Kegelbahn, einen Schießstand, Schachraum, usw., was sicherlich eine große Bereicherung für unsere Jugendlichen im Dorf bedeutet. kg
Was die "Unterwold Luise" erzählt hat
Luise Widmann geboren 1904 in Gomion, gestorben am 5.8.1999 im Altersheim St. Leonhard:
"I bin 24 Joor af Untrwold drhuame qiwesn. Du, obr Guats honne nit viel kop. Kindr sain ins 15 giwesn. An Schuach hobmr nit olle kop. Sunntigs hobn a poor Kindr gimiaßt Friamess gian, daß die uan de zi Rechtkirchn gongin sain, hobn gikennt ihmile Schuache onlöign, wail in Wintr porfuaßit Kirchn gian isch aa fir Kindr de nit vrweent giwesn sain, zi kolt giwesn. Miar hobn aa lai Fiaße kop mit normale Zeachn und Ferschn de die Kelte gspirt hobn, glaich wia dondm. Montl hobmr aa kuan kop, kuane Scherpe, kuane Koppe, a gstrickts Jeppl a kurzis, wail die Noat isch olm hintr dr Tire giwesn, nit lai avoure gipaßt. In Summr isch uane Kua in Stoll gstontn, in Wintr zwoa. S Muaspfanndl holt olm zi kluan und die Broattruche laar, dr Mogn nia voll, Hungr hobmr kop. In Summr isch schun gongin, zem hobmr, seart a Putze af an Bam oubn
virgschaug hot, aniade oergschlogn und in Herbischt die Nussn waitr avoure aanou gfuntn. Obr dr Wintr hot holt long gitaurt und isch olle Joor kemmin. Obr aa mit dr Noat konn man lebn; sie bring uan nit um, wenn dr seil, der droubn oubn isch, nit will. Joa 24 Joor binne drhuame giwesn, 23 Joor bin Silbrnogl - zem isch maine
Schweschtr vrhairitit giwesn, mit 52 Joor ische schun gstorbn, obr drai Joor bettlägrig giwesn, lohm. Drai Joor honne bin Manggr gfiatrt und segs Joor af Folkwont. Zöichn Joor binne in Riffin avoure giwesn und 1 7 Joor bin Peatrjörgl af Gomion. latz binne olt ginuag in Oltrshaim zi blaibn und zruggzidenkn af die Zaitn wou is letz kop honn. Obr s Komische isch, i gspir gor nicht, daß es miar eppr bessr gang, wennsmr aa asou guat geat, daß es bessr nit gian kannt. - Es hobn holt die letzn Zaiten aa ihmile Guats kop! Mit dr Boon binne lai uanmol gfoorn in main Lebn und seil isch vi Sterzing her giwesn noch Meron. Und iatz wer i nor a Faartl mochn miaßn des aniadr lai uanmol mocht, gonz glaich wours in Lebn guat hot kop odr letz. Des Faartl kostit aniadn s Lebn." Die Luise aber mußte noch einige Jahre warten bis sie das Faartl machen durfte - Herr laß sie ruhen in Frieden! Anna Lanthaler
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Der Besuch des Kaisers im Passeiertal Einweihung der neuen Passeirerstraße In den Geschichtsanalen des Passeiertales kommt dem Jahr 1899 sicherlich ein besonderer Platz zu. Zwei Ereignisse waren es, die einer ganzen Generation von Passeirern unauslöschlich im Gedächtnis blieben: die Eröffnung der neuen Passeirerstraße und der Besuch des Kaisers Franz Josef. Vorbereitung auf den Kaiserbesuch Schon 1893 anläßlich der Einweihung des Andreas-Hofer-Denkmals auf dem Berg Isel, hatte Kaiser Franz Josef einer Abordnung der Passeirer Schützen versprochen, bald "die engere Heimat des Nationalpatrioten Andreas Hofer" zu besuchen. 1899 wurde diese Einladung erneuert, und Kaiser Franz Josef hatte zugesagt, am 21. September zur Eröffnung der Passeirerstraße und der Einweihung der Andreas-Hofer-Kapelle am Sandwirt persönlich zu erscheinen. Der Besuch des Kaisers war ein Staatsakt, und nichts durfte dem Zufall überlassen werden. Deshalb wurde ein Organisationskomitee eingesetzt und die höchsten militärischen und zivilen Behördenvertreter und alle Bischöfe des Landes wurden in die Vorbereitungen eingebunden. Umfangreiche Vorkehrungen mußten getroffen und ein reiches Festprogramm erstellt werden. Die meiste Arbeit ergab sich am Sandhof, wo ein großer Park- und Exerzierplatz hergerichtet werden mußte und Holzbuden zur Verköstigung der vielen tausend zu erwartenden Festgäste - es hatten mehr als 8.000 Schützen ihr Kommen angekündigt - gebaut wurden. Gleichzeitig wurde vom 16. bis 25. September ein Andreas-Hofer-Gedächtnisschießen geplant, für das die promiErscheint dreimonatlich. - Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Eigentümer und Herausgeber: Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin in Passeier. Vertreten durch den Bürgermeister von St. Leonhard, Dr. Konrad Pfitscher. Redaktionskomitee: Kurt Gufler (K.G.), Robert Haniger (R.H.),Tanja Pamer (T.P.), Josef Kofler (J.K.), Karl Lanthaler (K.L.), Dr. Albin Pixner (A.P.), Dr. Karl Spergser (K.S.), Sepp Öttl (S.O.), Gottfried Zagler (G.Z.). Druck: Hauger-Fritz, Schlanders-Meran Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Oswald Waldner
Landeshauptmann
Graf Brandis begrüßt
den Kaiser an der Andreas-Hofer-Kapelle
nentesten Persönlichkeiten von Staat und Kirche wertvolle Preise stifteten. In den Tagen vor der Ankunft herrschte im Passeiertal fieberhaftes Treiben, besonders dort, wo der Kaiser seinen Weg nehmen sollte. Die Häuser wurden mit Fahnen und Tannengrün geschmückt, überall Blumen- und Reisiggirlanden plaziert, Triumphbögen und Obelisken errichtet. Schon am Vortag des großen Ereignisses traf der aus Saltaus gebürtige Salzburger Erzbischof Kardinal Haller im Tal ein und wurde überall herzlich willkommen geheißen. Am Abend wurden reihum im ganzen Tal Bergfeuer entzündet. Alle Ämter waren geschlossen, und die Schüler hatten schulfrei. Am Mittwoch Nachmittag, 20. September wurde der Kaiser mit großem Pomp in Meran empfangen und wohnte am Abend den Meraner Volksschauspielen von Carl Wolf bei, die "Andreas Hofer, Bilder aus den Befreiungskämpfen" aufführten. Einweihung der Passeirerstraße Um 8 Uhr erfolgte beim Sandwirt die Segnung der neuen Passeirerstraße durch den Fürstbischof von Brixen. Mit der Eröffnung der neuen Passeirerstraße ging die wirtschaftliche Isolierung zu Ende, und das Tal fand Anschluß an die Moderne. Besonders die Gasthäuser profitierten sofort vom einsetzenden Fremdenzustrom. Der alte Weg war nämlich gänzlich unzureichend geworden. Durch die Jahr-
hunderte stritten sich Gemeinden und Landesregierung, wer für den Bau und die Erhaltungskosten der immer wieder von der Passer verwüsteten Straße aufkommen sollte. So blieb alles beim Alten. Die Straße wurde notdürftig hergerichtet, um bei nächster Gelegenheit von der Passer fortgerissen oder von den Muhren auf weiten Strekken überschüttet, um für Wochen und Monate unpassierbar zu werden. Nicht die Passeirer, sondern die Meraner Fremdenverkehrskreise, an der Spitze der Bürgermeister Dr. Weinberger, ergriffen die Initiative, um eine gute Verbindung über den Jaufen zu schaffen. Ihm gelang es, die Gemeinden zusammenzubringen und die Hilfe von Land und Staat zu organisieren. Die Trassierung der einzelnen Teilstrecken wurde unter der Oberaufsicht des Landesbaurates Thaler vorgenommen. 1891 wurde das erste Teilstück bis Zenoberg eröffnet, die Strecke Zenoburg bis Riffian wurde 1896 übergeben. 1896 wurde auch der Bau der Strecke von Saltaus bis Quellenhof begonnen und 1897 fertiggestellt. Im Oktober 1897 wurde dann der Bau der Strecke Quellenhof - St. Martin begonnen, welche ab Juni 1898 befahrbar wurde. Mitte Mai 1898 wurde der Straßenabschnitt St. Martin - Sand hof in Angriff genommen. Ende Oktober 1898 konnte auch dieses Teilstück übergeben werden. Im Jahre 1899 sollte dann das letzte Teilstück Sand hof - St. Leonhard begonnen werden. Am 10. Juli
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kam die behördliche Genehmigung, und nun mußte man sich beeilen, um die Straße für den Besuch des Kaiser schleunigst zu vollenden. Den ganzen August 1899 half sogar eine Pionierabteilung des k. und k. Militärs aus. Bis auf einige Kleinigkeiten war die Straße bis zur Einweihung fertiggestellt. Die Fahrt des Kaisers Im Morgengrauen des 21. September zogen Massen von Schützenabteilungen und Veteranen kolonnen von Meran kommend ins Passeiertal. Einige Kolonnen hatten schon am Vortag den vierstündigen Marsch angetreten. Auch über den Jaufen und über das Timmelsjoch kamen Schützen, Reservisten und Neugierige. Um 9 Uhr fuhr der kaiserliche Wagenzug in Meran ab. Die festlich geschmückten Häuser an der Straßenfront, Dächer und Brücken waren überall von Menschentrauben besetzt, die den Wagenzug hautnah mitverfolgen wollten. An der Grenze jeder Ortschaft, in Dorf Tirol, Kuens, Riffian und St. Martin empfingen die Schuljugend und die Gemeindevorstehungen unter den Triumphbögen festlich den Kaiser, der überall kurz anhalten ließ. Inzwischen ordneten sich beim Sandwirt die verschiedenen Schützen- und Militärabteilungen in insgesamt 5 Treffen: Inntal, Pustertal, Etsch-Fleimstal und italienisches Tirol, Überetsch und Vintschgau, sowie Meran. Den Abschluß des Aufmarsches bildeten Musikkapellen und viele historische Fahnenabordnungen. Ganz vorne standen die Ehrenkompanie der Landesschützen und der Kaiserjäger mit der Regimentsmusik und als besondere Auszeichnung rechts davon die Passeirer Schützen und die elf Schildhofbauern. Auf den Wiesen vor dem Sandhof herrschte den ganzen Vormittag reges Treiben. Die vielen Buden verköstigten die vielen Tausend Besucher. Überall ertönte Musik, darunter auch die der Bergwerkskapelle vom Schneeberg. Für eventuelle Unfälle war eigenes eine Sanitätskolonne aus Meran gekommen. Vollauf beschäftigt war auch das Festpostamt, das im alten Schießstand untergebracht, den nur 2 Tage gültigen Feststempel "Sandhof-Passeier 21.9.99 Festplatz" an nicht weniger als 13.000 Briefen und Karten anbringen mußte. Der Kaiser am Sandhof Als um 11 Uhr bei herrlichem Wetter der Kaiser am Sandhof eintraf, bot sich ihm ein buntes Bild: Hunderte Wagen, dazwischen Tausende von Fußgängern, größtenteils in Trachten, überall Triumphpforten mit Inschriften. (Eine beiläufige Zählung ergab rund 365
Wagen und allein 8.000 Schützen). Sogleich ertönte die Kaiserhymne, Fahnen wurden geschwenkt und tausendstimmig Hochrufe ausgebracht. Der Kaiser wurde vom Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Eugen und vom Landeshauptmann Brandis willkommen geheißen. Der Kaiser begab sich dann zur hl. Messe in die neu geweihte Kapelle. Am Eingang reichte Kardinal Haller das Aspergil. Die Messe wurde vom Trientner Fürstbischof Valussi gelesen. Nach kurzen Ansprachen, Böllerknall, Kaiserhymne und Generalmarsch begann die Defilierung der Militär- und Schützen- und sonstigen Abteilungen. Diese marschierten vom Festplatz beim Sandwirt über die Straße zur großen Wiesenfläche beim Bauernhaus "Rennwies" , wo der Kaiser den Vorbeimarsch abnahm. Der Vorbeimarsch schien endlos und war erst um 1 Uhr zu Ende. Der Kaiser ließ es sich nicht nehmen auch die Front der in Partien aufgestellten italienischen Straßenarbeiter abzuschreiten. Auf italienisch lobte er diese und auf die Frage ob diese Tiroler seien, erntete er Zustimmung und Eviva - Rufe. Den Schluß der Aufstellung bildeten die Schulkinder von St. Leonhard mit Lehrern und Lehrerinnen, die den Kaiser lebhaft hochleben ließen. Der Kaiser sparte nicht mit Lob für den Aufmarsch und erkundigte sich eingehend über den Bau der Passeiererstraße, deren Schönheit er ausdrücklich lobte. Der Kaiser begab sich alsdann wieder zum Sand hof, wo er sich, wie damals vor 56 Jahren als Prinz, ins "Fremdenbuch" eintrug. Auf der Veranda des Sandhofes gab es anschließend ein Essen mit folgendem Menü:
Kraftbrühe vom Huhn Kaviar und Sardinen Passeirer Forellen, gesulzt Schinken und Zunge Ochsenlenden, Rehrücken Gansleberpasteten, Hasenbrot, huhn gefüllter Fasan Steirischer Kapaun verschiedene Salate kleine Bäckerei Meraner Obst verschiedene Käse Butter
Um 2 Uhr fuhr Franz Josef zum k.k. Bezirksschießstand in St. Leonhard zum Besuch des großen Festschießens. Dort empfing ihn der Passeierer Bezirksrichter i. P., Dr. Wöll, der namens der Passeierer Schützen eine Begrüßungsansprache hielt. Der Kaiser dankte für die freundliche Aufnahme mit den Worten: "Es gereicht mir zur besonderen Freude, die Schützen von Passeier hier versammelt zu sehen. Kein Schießstand meines weiten Reiches hat so ruhmreiche Leistungen wie der von Passeier. Halten sie diese Erinnerung lebendig, überliefern sie dieselbe getreulich an die jungen Schützen, und seien sie der Fortdauer meines Wohlwollens versichert". Namentlich vorgestellt wurde dem Kaiser eine Urenkelin von Andreas Hofer, Frl. Marie Haller, und deren Vater, der k.k. Postmeister Haller. Um 3 Uhr - man war schon arg mit dem Zeitplan in Verzug - bestieg der Kaiser wiederum seine Kutsche und fuhr talauswärts. Gegen Abend verließen dann die vielen tausend Besucher das Tal.
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Passetee vor 100 lZlhren Kuriose und interessante Zeitungsnotizen aus dem Passeiertal vor 100 Jahren. "Aufgelesen" von Gottfried Zagler Die Geschichte eines Deserteures aus dem Passeiertal Am 28. November verstarb der 1826 in Platt geborene Josef Platter, vulgo Tusch Sepp. Der Sepp war ein braver Bursch, doch hatte ihm das Revolutionsjahr 1848 einen üblen Streich gespielt. .
Wie damals üblich, entschied das Los, wer von den jungen Buben zum Militärdienst einberufen werden sollte. Ihn soll das Los eines ReserveKaiserjägers getroffen haben. Der Se pp wurde jedoch davon "assentiert", für tauglich erklärt und zum Militärdienst einberufen. Der Sepp fand diesen Vorgang ungerecht und desertierte umgehend. Zwei bis drei Jahre schlug er sich als Flüchtling in den Passeirer Bergen herum. Wenn er später seine Leidensgeschichte erzählte, was er gerne tat, so standen ihm und den härtesten Männern die Tränen in den Augen was er an Hunger, Durst, Kälte und Ungeziefer aushalten mußte. Damals gab es noch keine Gendarmen in Passeier. Die Passeirer Gerichtsdiener Mair und Karl Hild hatten den Deserteur zweimal ausgeforscht. Immer gelang es dem Sepp sich raufend wieder loszumachen und das Weite zu suchen. 1851 kamen dann die Gendarmen und da dürfte dem Sepp geraten worden sein, sich zu steilen, was er dann schlußendlich auch tat. Seine Strafe lautete: So lange nachdienen wie Militärdienst und Desertationszeit dauerten. Das waren insgesamt 11 Jahre! Allein die Militärzeit dauerte damals für uns unvorstellbare 8 Jahre. Der Sepp machte die Kämpfe von 1859 in Italien mit, wo er einer der Tapfersten war. Erst danach konnte er in sein geliebtes Tal zurückkehren, wo er heiratete und sich in St. Martin niederließ. Bei seiner Beerdigung fanden sich zahlreiche alte Kaiserjäger-Reservisten und die freiwillige Feuerwehr ein. "MERANER ZEITUNG" 13. 12. 1899
Neue Andreas-Hofer-Festschrift erschienen. Manuskript des Zeitgenossen Hofers, Josef Thaler aus St. Martin verwendet.
Anläßlich des Kaiserbesuches erschien eine Festschrift über das Leben des Passeirer Nationalhelden Andreas Hofer. Verfaßt hatte sie Dr. Franz Innerhofer, wobei dieser ein handschriftliches Manuskript des Freundes und Zeitgenossen von A. Hofer, Josef Thaler, Hasler aus St. Martin, verwendete. Dieser hatte erst mit 45 Jahren als Autodidakt lesen und schreiben gelernt. Ein anderer Zeitgenosse, Johann Jakob Pöhl, Schulleiter in Bozen, benützte dieses unvollendete Manuskript und führte die Geschichte mit eigenen Anmerkungen versehen zu Ende. "MERANER ZEITUNG" 15. 9. 1899
Wallfahrterin auf dem Jaufen im September erfroren Daß ein Gang über den Jaufen im Winter gefährlich sein konnte, war in Passeier bekannt. Im September jedoch galt dieser Übergang noch als völlig ungefährlich. Trotzdem geschah das Unfaßbare. Auf dem Rückweg einer Wallfahrt nach Maria Trens wollte die Schenner Bäuerin Krezenz Prantl, 64 Jahre alt, all eine den Pass überqueren. Auf der Passhöhe kam sie in ein Schneegestöber und wurde erst am folgenden Tag erfroren wiedergefunden. "MERANER ZEITUNG" 17. 9. 1899
Neue Passeirerstraße zieht internationales Publikum an. Erste Automobile haben das Tal erobert
Auf der Passeierstraße herrscht reger Verkehr und das Publikum kommt aus vielen Ländern der Erde. Wie aus den Flaggen der Reisekutschen ersichtlich, kommen deutsche, belgische, amerikanische und russische Touristen auf Besichtigungstour ins Tal. Auch einige Automobile haben das Tal schon erobert. "MERANER ZEITUNG" 27. 10. 1899
Übers Wetter
Nach einem sehr schönen Sommer gab es Mitte September erstmals wie-
der Regen mit Schnee auf den Bergen. Insgesamt waren es 5 Regentage im Monat. Danach blieb es für 12 Wochen trocken. Anfang Dezember wurde es durch einen Schiroccowind aus Afrika sogar angenehm warm. Erst Mitte Dezember zog der Winter vorübergehend mit Schnee und Wind ins Tal. "MERANER ZEITUNG" von 1. 9. bis
31. 12. 1899
Ansichtskarten aus dem Passeiertal
Zum Kaiserbesuch wurden eine große Anzahl von Ansichtskarten mit Motiven aus dem Passeiertal angefertigt. "MERANER ZEITUNG" 15. 9. 1899
Neue Variante der Jaufenstraße über Moos, Stuls und das Schi atterjoch
Der Passeirer Korrespondent des Tiroler Volksblattes macht sich Sorgen darüber, daß aus Geldmangel nicht mehrere Straßenbauten ins Innerpasseier gebaut werden können. Das Beste für Moos, Rabenstein, für den Staatsforst Hahnebaum und für das Bergwerk am Schneeberg, meinte er, sei die sofortige Inangriffnahme des Jaufenstraßenbaues. Die Straße solle bis Moos gebaut werden, von dort 2 km ins Innertal geführt werden, um dann Stuls zu erreichen. Von dort müßte sie sich wieder nach Westen zu den Egghöfen wenden, um dann das Schlatterjoch zu erreichen. Die Vorteile: 1. Erspart man sich die Zufahrtsstraße nach Moos 2. Kommt man dem Staatsforst Hahnebaum ganz nahe, wo 4-600 Meter geknicktes Holz liegen 3. Berührt diese Straße zwei Dörfer (Moos, Rabenstein) 4. Ist diese Straße ganz sicher gegen Muhrund Lawinengefahr. 5. Sie ist ganz leicht zu bauen. 6. Ist am Schlatterjoch ein Aussichtspunkt, der jeden Menschen erfreuen muß. "MERANER ZEITUNG" 26.11. 1899
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Helfen - Einmal anders Um Martini 1996 rief Sr. Maria Louise (Martina) Gufler aus Rabenstein, die in der Mission in Südafrika arbeitet, ihre Passeirer-Landsleute zu einer Spendenaktion auf. Sr. Maria Louise bat in erster Linie um Werkzeuge, mit dem Ziel den Einheimischen ihrer Mission Handfertigkeiten beizubringen und sie so durch H'ilfe zur Selbsthilfe zu befähigen. Die OEW Gruppe "Mission Solidarische Bewegung St. Martin" und viele hilfsbereite und spendenfreudige Passeirer haben daraufhin Dinge zusammengestöbert und gesammelt. Ein Jahr später ging die Ware (ca. 100 kg) zusammen mit einem Geldbetrag auf die Reise nach Südafrika. Folgende Dankesschreiben kamen von Sr. Maria Louise: Nelspruit, 19. November 1998 "...Gerade packte ich die Schachteln und Geschenkspakete aus. Sage allen Förderern ein tausendfaches Ver-gelt's Gott. Die Sachen sind alle gut brauchbar. Die Pokale werde ich am Samstag zum Anton (P. Anton Graf) schicken, es fährt nämlich jemand in seine Gegend ..." Daantjie, 16. Februar 1999 "... Ich möchte nochmals danken für alles, was in den Kisten war. Sogar ein Wecker war dabei, den wir jeden Tag benutzen, ein Reibeisen, Schneebesen und die vielen Werkzeuge groß und klein, Messer, Bleistifte usw .... "
Daantjie, 15. August 1999 Mit diesem Dankesschreiben von Sr. Maria Louise schließen wir die Werkzeugaktion ab und wünschen ihr und ihren Schützlingen weiterhin viel Erfolg! OEW Gruppe St. Martin
Ein wenig Hoffnung für 'den Kosovo "JU NUK JENI TEMUVETMUAR NE MEN DOIM PER JU!" - "Wir haben Euch nicht vergessen, wir denken an Euch. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" Unter diesem Motto wurden in allen Passeirer Orten in der Zeit vom 7. 12. Juni 1999 ca. 13,5 Tonnen Hilfsgüter für die notleidenden Menschen im Kosovo gesammelt. Die Bilder des Krieges und des Elends haben viele Menschen betroffen gemacht und Hilfsbereitschaft geweckt. Bei einem Treffen von interessierten Geistlichen, Vereinsobmännern und -frauen, Privatpersonen und einzelnen Lehrpersonen, sowie unter Anteilnahme von Frau Gräfin Brandis aus Lana, wurde beschlossen, eine Sammelaktion von Grundnahrungsmitteln in den Ortschaften Pfelders, Platt, Moos mit Stuls und Rabenstein, St. Leonhard mit Walten und St. Martin durchzuführen. Die Firma Hoppe stellte uns das gesamte Verpackungsmaterial kostenlos zur Verfügung. In Pfelders fand die Sammelaktion vom 11. bis 12. Juni 1999 statt und wurde von der Katholischen Männerbewegung durchgeführt, den Transport übernahm die Freiwillige Feuerwehr. In Platt wurden 500 kg Mehl, 450 kg Nudeln, 600 kg Reis, 375 kg Salz,
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155 kg Zucker, 180 I Öl, 40 kg Kernseife, 7 kg Babynahrung und 100 kg Windeln gesammelt, sowie eine Geldspende von 350.000.- Lire abgegeben. Mitgeholfen haben hierbei Herr Pfarrer Siegfried Pfitscher, sowie KFB, KFS, SKJ und KMB. Den Transport der Waren nach St. Leonhard haben die Schützen übernommen. In Moos wurde von Montag bis Freitag im früheren Geschäft "Mode Marlene" gesammelt. Nach Moos brachten auch die Helfer aus Stuls und Rabenstein ihre Spenden bzw. bestellten sie über die dortigen Geschäfte, welche dann die Grundnahrungsmittel nach Moos zur
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Danke, aus ganzem Herzen für eure Hilfe wir werden euch nie
Sammelstelle brachten. Gesammelt wurden die Lebensmittel in Moos vom KVW, den Transport übernahm Herr Leo Fontana mit anderen freiwilligen Helfern. In Moos und Platt gewährten die Geschäftsleute beim Einkauf der zu spendenden Grundnahrungsmittel Tiefstpreise. In St. Leonhard haben bei der Aktion mitgeholfen: die Katholische Frauenbewegung, die Jungschar, der KVW, der Sozialausschuß, die Franziskanische Gemeinschaft und einzelne aktive Privatpersonen. In St. Martin beteiligten sich folgende Vereine und Verbände an der Aktion: die Frauenbewegung, der Familienverband, die Jungschar und die Männerbewegung. Den Transport organisierte Herr Dekan Michael Pirpamer und freiwillige Helfer, den Lkw stellte Herr Josef Raffl zur Verfügung. Jede Pfarrei spendete eine beträchtliche Geldsumme, das Dörfchen Rabenstein überwies z. B. stolze 2.500.000.Lire für den Ankauf von weiteren Lebensmitteln bzw. für den Transport. Auch die Banken des Tales - Raiffeisen kasse Passeier, Sparkasse St. Martin und Volksbank St. Leonhard, ließen für den guten Zweck Spenden zukommen. Unterstützung erhielt die Organisation beim Verladen von der Firma
Eduard Hofer. Am 24.06.99 wurden die Hilfsgüter nach Grödig bei Salzburg gebracht. Die Hilfsgüter gingen von Grödig direkt mit Hilfe der Firma Albania Austria in den Kosovo nach Banja Luka. Danken möchte die Organisation all jenen, welche Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben: den Gemeinden St. Martin und St. Leonhard, den Freiwilligen Feuerwehren von St. Leonhard und Pfelders, dem Pfarrer von Platt für seine Garage und in Moos Frau Marlene Coletta. Aus dem Kosovo kam natürlich ein großes Dankeschön, das ich an dieser Stelle an alle Passeirer weiterleite. All jenen, die in irgend einer Art und Weise diese Aktion durch Spenden und/oder Arbeit unterstützt und mitgetragen haben, dankt die Organisation hiermit herzlichst. Im Namen der Organisation Peter Lanthaler
Fahrzeugweihe der Freiwilligen Feuerwehr Saltaus Grund zum Feiern hatte die Freiwillige Feuerwehr Saltaus bei der diesjährigen Florianfeier. Am Morgen des 30. Mai 1999 konnte Kommandant Anton Pircher nicht nur seine Wehrmänner und Ehrenmitglieder begrüßen, sondern auch Bürgermeister Hermann Pirpamer, sowie Assessor Sepp Öttl und Assessorin Dr. Rosmarie Pamer, den Bezirksinspektor Herrn Max Pollinger, den Abschnittsinspektor Anton Platter, sowie die Kommandanten mit Abordnungen der Nachbarwehren St. Leonhard, St. Martin und Tall. Ebenfalls eingeladen waren der Obmann der Raiffeisenkasse St. Martin, Herr Albert Pichler und alle Fahrzeug-Fahnenpatinnen. Grund für die Feierlichkeit war die Einweihung des neuen Feuerwehrfahrzeuges. Im Anschuß an die Begrüßung zogen die Anwesenden unter den Klängen der Musikkapelle Saltaus vom Parkplatz der Hirzer Seilbahn aus, mit der Feuerwehrfahne und in Begleitung der Fah-
nenpatinnen, Elfriede Pircher und Brigitte Ladurner, zum Schulhof, wo Herr Dekan Michael Pirpamer einen Gemeinschaftsgottesdienst abhielt. Im Anschluß an die Meßfeier nahm er die
Segnung des neuen Fah~euges vo~ Nach der Segnung informierte der Kommandant die Anwesenden über den Kauf des Fahrzeuges: das neue Fahrzeug ersetzt jetzt zwei ausgedien-
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te Feuerwehrfahrzeuge des Typs Jeep, die im Jahre 1965 angekauft wurden, sowie einen VW 1600. Bei Einsätzen und Übungen mußte man meist Privatautos in Anspruch nehmen, da bei den zwei alten Fahrzeugen kaum zusätzlicher Platz für Personen zur Verfügung stand. Beim neuen Fahrzeug handelt es sich um ein Kleinlöschfahrzeug vom Typ Mercedes Sprinter 312 D, 4x4, das mit voller Zufriedenheit von der Firma MARTHE aus Vorarlberg aufgebaut wurde. Es ist mit einer Tragkraftspritze, einem Lichtmast mit Stromgenerator, dem nötigen Schlauch- und sonstigen Kleinmaterial, sowie mit drei Atemschutzgeräten ausgestattet und bietet sieben Feuerwehrmännern Platz. Die Kosten für das neue Feuerwehrfahrzeug beliefen sich auf rund 118.000.000.- Lire. Der größte Teil der Finanzierung (die Hälfte) kam von der Gemeinde, wobei erwähnt werden muß, daß dieser Betrag nicht nur allein für den Kauf des Fahrzeuges bestimmt war, sondern auch für 40 neue Einsatzmäntel mit Schutzhandschuhen (wurden im vorigen Jahr angekauft). Ein Drittel der Summe wurde vom Feuerwehrverband übernommen, der Rest-
betrag wurde von der Raiffeisenkasse St. Martin und durch Eigenmittel abgedeckt. Kommandant Pircher dankte allen recht herzlich für die große Unterstützung und Teilnahme, besonders aber den zwei Fahrzeug-Fahnenpatinnen Elfriede und Brigitte. Weiters dank-
te er Herrn Dekan Michael Pirpamer und der Musikkapelle Saltaus für die würdevolle Gestaltung der Meßfeier. Abschließend lud er alle Anwesenden zu einem Umtrunk und die Geladenen zum Mittagessen in den Gasthof AIF.F. Saltaus penhof ein.
Jugendgruppe Weißes Kreuz Passeier "Freiwilllqer Helfer" in den Verein aufunter anderem genommen und verläßt somit die Juauch in einfache gendgruppe. Eine Reihe von FortbilErste Hilfe-Maßdungskursen und praktischen Übungen nahmen eingestehen ihm aber noch bevor. führt werden. Wir hoffen, daß die Mitglieder der JuWeiters wird ihgendgruppe ihr Interesse und ihre Einnen der Umgang satzfreude am Rettungsdienst beibemit verschiedehalten und wünschen ihnen eine recht nen Geräten erschöne Zeit beim Weißen Kreuz. Ein klärt und die Inherzliches Dankeschön gilt außerdem nenausstattung den zwei Leitern Stephan und Christider Einsatzfahran - wir hoffen, daß sie auch weiterhin zeuge gezeigt. viel Geduld mit der 12köpfigen Bande So mancher Juaufbringen. Macht weiter so! gendliche wartet Oie Jugendgruppe Weißes Kreuz Passeier mit ihren Leitern. ungeduldig auf Erika und Rita seinen 17. Geburtstag, weil er nämlich Seit dem 01. Jänner 1999 besteht beim ab dann den 1. offiziellen Erste Hilfe Weißen Kreuz Passeier eine JugendKurs besuchen gruppe, die von den zwei freiwilligen kann. Hat er diesen Helfern Christian Gögele und Stephan soge-nannten AEtschmann geleitet wird. Die neugeKurs bestanden, so gründete Jugendgruppe zählt mittlerkann er als Anwärweile 12 Mitglieder und zwar: Erwin ter beim Weißen Auer, Oswin Gögele, Ferdinand Gufler, Kreuz aufgenomMiriam Gufler, Barbara Gumpold, Jomen werden und hannes Hofer, Silke Pichler, Stefan darf als 3. Helfer Pichler, Christine Rainer, Jürgen bei KrankentransSchwarz, Alexander Schweigl und porten und EinlieMartin PIoner. ferungen ins KranDer Jugendgruppe beitreten kann jekenhaus dabeisein. der Interessierte ab dem 14. LebensMit dem Erreichen jahr. Einen ersten Einblick in das Verdes 18. Lebensjaheinsleben bekommen die zukünftigen res, wird der AnWeiß-Kreuz-Mitglieder bei den regelwärter dann als Übung macht den Meister. mäßig abgehaltenen Treffen, wo sie
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Bei der Jungschar in St. Liert ist immer was los! Junge begeisterte Gesichter traf man in der ersten Maiwoche in St. Leonhard an, als die Aktion "Fernsehfreie Woche" stattfand, mit einem tollen Unterhaltungsprogramm für jeden Wochentag: Am Montag ging es mit Petra und Bar-
...Müllsamm/ung
... Hütten/ager
bara auf zur Schatzsuche nach Brantleit, wo auch die Letzten noch eine süße Überraschung erhielten. Am Dienstag stand ein spannendes Volleyball-Match mit Albina und Annemarie auf dem Programm, das auf dem Roten Platz ausgetragen wurde. Umwelt-
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bewußte Mädchen und Buben sammelten am Mittwoch auf unseren schönen Spazierwegen den Müll auf, den verantwortungslose Leute einfach weggeworfen hatten. Silke, Marlies und Angelika brachten die acht großen und prall gefüllten Müllsäcke zur Sammelstelle und dann bekamen alle ein Eis. Renate und Maria veranstalteten die "Olympischen Spiele", bei denen es viel Spaß und viele Sieger gab. Außerdem fand eine Quizwanderung zur renovierten Jaufenburg statt, an der sich größere und kleinere Teilnehmer beteiligten, die jeweils in Gruppen zu fünft bzw. zu sechst loszogen. Kathi und Verena hatten sich dazu einige knifflige Fragen und Übungen ausgedacht. Schließlich spendeten die Kinder der Jungschar St. Leonhard im Rahmen dieser Aktion auch für "Kinder in Kosovo" - Danke! So wie jedes Jahr, war auch heuer in unserem Hüttenlager in der Egg-HofKaser ordentlich was los - bei Wanderungen, Aktionen und Lagerfeuer. Im August verbrachte die Jungschargruppe einige Abende mit den Kindern aus Fuchsmühl, welche ihr Zeltlager beim Sandwirt aufgeschlagen hatten. Es wurden Freundschaften geknüpft, tolle Spiele gespielt und sehr viel gelacht. Den Führerinnen ein herzliches Vergelt's Gott für ihren Einsatz! Eines ist sicher: auch im Herbst wird bei der Jungschar in St. Liert wieder was los sein - diesmal im neuen Jungscharraum im renovierten Widum. ...Eis für alle
Annelies Ennemoser
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Rumänien - das "Armenhaus" Europas Rumänien ist ein wunderschönes Land, idyllisch gelegen und eine der kulturellen Herbergen Europas. Die dort ansässigen Menschen leben ein einfaches Leben und kennen unseren AIItagsstreß nicht. Fast könnte man meinen, die Zeit wäre in Rumänien stehengeblieben. Sieht man aber genauer hin, so bemerkt man, daß die wirtschaftliche Situation des Landes aber alles andere als rosig ist: so verdient z.B. ein in Rumänien praktizierender Arzt umgerechnet ca. 200.000.Lire, muß einen Liter Benzin aber umgerechnet 1.000.- Lire bezahlen. Ein Geschäftsführer im Textilbereich sagte mir kürzlich, so schlecht wie heute sei es den Leuten in Rumänien noch nie gegangen. Es herrsche vorallem Kor-
Hier wird ein Heim für 120 Straßenkinder
In dieser Küche wird jeden Tag für 300 Personen (hauptsächlich gekocht.
man spricht von einem Eintopf der Völker. Das Dorf mit dem Namen Tirol, in dem deutschstämmige Bewohner leben, blühte einst, heute hingegen gibt es dort nur mehr eine Familie, alle anderen sind abgewandert. So und ähnlich ist es fast im ganzen Land. Jene, die bleiben, müssen mit sehr wenig auskommen oder sind von Hilfe und Spenden aus dem Ausland abhängig. Aus dem Passeiertal flossen insgesamt 9.500.000.- Lire an Spendengeldern zu den rumänischen Straßenkindern. Hauptsächlich ist dies der Reinerlös aus der Aktion Fastensuppe in Rabenstein, Stuls, Moos und St. Leonhard. Der Rest sind Privatspenden. Es soll zum Jahr 2000 ein größeres Hilfsprojekt für die Straßenkinder in Westrumänien unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" stattfinden. So soll einer Nudelfabrik der Caritas, die vor dem Ruin steht, auf die Beine geholfen
errichtet.
ruption in großem Ausmaß vor. Auch um die Landwirtschaft sei es schlecht bestellt, zumal noch sehr viel Agrarkultur dem Staat gehöre. Die Bauer würden sich zum Teil keine Düngemittel leisten können, viele Kleinbauern seien durch den hohen Benzinpreis gezwungen, wieder auf das Fuhrwerk umzusteigen. Während des Krieges in Jugoslawien sei in Westrumänien sehr viel Ammoniak auf die Felder niedergegangen, die Ernte sei zum Teil zerstört worden. Die im Land vorherrschende Inflationsrate läge bei 40 Prozent. Westrumänien mit der Stadt Timisoara liegt sehr nahe an der jugoslawischen Grenze und hat somit wirtschaftlich stark unter dem Krieg gelitten. Man beklagt auch, daß durch den Krieg sehr viele Firmen, die bislang mit Jugoslawien Handel betrieben hatten, in Konkurs gegangen seien. In Westrumänien leben viele Volksgruppen zusammen -
Obdachlose
krebs- und aidskranke Kinder)
Jugendliche
beim Essen.
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werden, einem Krankenhaus mit 1000 Betten, das nur ein Wiederbelebungsgerät besitzt, soll mit lebensnotwendigen Geräten und Hilfsmitteln geholfen werden. Unterstützt werden soll auch ein neu errichtetes Heim für 120 Straßenkinder. Weiters soll einem Kinderkrankenhaus, in welchem Aids-, Krebs-, Diabetesund Bluterkinder untergebracht sind, geholfen werden. Auch einer psychiatrischen Anstalt sollen dringend benötigte Hilfsmittel zukommen. Im gesamten Passeiertal findet vom 21. bis 29. Oktober 1999 im Vereinshaus von St. Leonhard eine Kleidersammlung statt. Die Kleider sollten sauber und nicht beschädigt sein. Ebenso werden Männerschuhe ab Gr. 40 dringend gesucht. Die so gesammelten Kleidungsstücke werden dann von Pater Berno, Leiter
des Straßenkinderprojektes mit seinem Klein-Lkw selbst abgeholt. Die Schuhe hingegen werden von einem Lkw der Caritas Essen abgeholt und nach Rumänien gebracht, wo sie dringend in der psychiatrischen Anstalt in Jebel/ Timisoara benötigt werden. Die Psychiatrie benötigt weiters dringend 1-2 gut erhaltene Farbfernsehgeräte, sowie ältere Computer für Therapien. Über das Hilfsprojekt und dessen Situation in Rumänien wurde von der Firma Artivity Media Production ein Film produziert, der im Advent dem Publikum vorgestellt wird. Weitere Informationen bei: Peter Lanthaler, Platzerbergweg 3/ A, 39015 St. Leonhard, Tel. 0473 65 60 78 Zwei der vielen Tausend Straßenkinder
Rumäniens.
29. Internationaler Raiffeisen-Jugendwettbewerb Der diesjährige Raiffeisen-Jugendwettbewerb stand unter dem Motto: "Die Zukunft gestalten - Wir sind dabei. Male was für Dich das Wichtigste ist!" Können sich Kinder und Jugendliche im Multimedia-Zeitalter noch für einen Malwettbewerb begeistern? Die rege Teilnahme am internationalen Jugendwettbewerb der Raiffeisenkassen, der kürzlich zu Ende ging, gibt eine eindeutige Antwort. Heuer war die Beteiligung in Südtirol besonders groß: 11.000 machten bei dem größten Malwettbewerb der Welt mit. Dabei hatten die eingereichten Arbeiten der Mittelschule St. Leonhard einen hohen künstlerischen Anspruch. Durch das nahe Jahr 2000 erhielt das Thema "Zukunft gestalten" einen besonderen Reiz. Revolutionäre Technologien, globales Denken, Armut und Kriege sind die Stichwörter unserer Zeit. Obwohl die Zukunft gerade für unsere Jugendlichen ungewiß scheint, vermitteln die ausgewählten Siegerbilder Optimismus, Selbstbewußtsein und Vertrauen in eine bessere Welt. Auch heuer wurden die Bilder von einer kompetenten Jury bewertet. Die Sieger wurden im Rahmen einer kleinen Feier am 01.07.1999 prämiert. Die Preisträger staunten nicht schlecht, als ihnen ein Handy als Preis überreicht wurde. So
konnten sie die Eltern umgehend von ihrem Gewinn benachrichtigen. Die diesjährigen Preisträger, deren Bilder im Schalterraum der Raiffeisenkasse St. Leonhard besichtigt werden konnten, sind: Pamer Philipp, Platt Nr. 32, Moos in Passeier Righi Stefanie, Passeirerstraße Nr. 64, St. Leonhard Melanie Gögele, Happergweg Nr. 11,
St. Leonhard Gabi Lanthaler, Walten Nr. 3, St. Leonhard. Im Rahmen dieses Wettbewerbes Uedes Bild wurde von der Raiffeisenorganisation mit einer Spende honoriert) wurden insgesamt 11.000.000.- Lire für kranke Kinder und Jugendliche im Kosovo gespendet. Raika Passeier
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Bäuerinnen als Fremdenführer So steht's in den deutschen Zeitungen Nicht nur das Leben in der Stadt hat seine Reize. Freuden und Erlebnisse ganz anderer Art, in einer scheinbar modernen Zeit, erfahren die Bewohner der Bergbauernhöfe im Passeiertal, nahe der Kurstadt Meran. Gar einige solcher Bauernhöfe, die über das Tal wachen, schreiben ihre eigene Geschichte. Nur wenig Großvieheinheiten, Schweine, Ziegen oder Schafe, Hühner mit Hahn und Hauskatze mit Jungen hält sich der durchschnittliche Bergbauer hier. Mit dem einen und anderen Zuerwerb ist er imstande den kleinen Bauernbetrieb zu halten und seine Familie zu ernähren und bleibt somit der wichtigste Umwelt- und Naturschützer im Lande. Die Felder werden bewirtschaftet, die Wälder gepflegt und die Hofsteilen instand gehalten. Viel Arbeit und Schweiß und nicht der kleinste materielle Überschuß ist meist der Lohn des Bergbauern. Gut 113 der Talbevölkerung lebt aus diesem Wirtschaftszweig und zeigt der Welt, was man für Wenig alles machen kann. In Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen im Tal werden für Gäste Höfewanderungen angeboten. Am Vormittag, gegen 10.00 Uhr, steigt man zu den Berghöfen auf und kehrt dort ein. Die Besichtigung von Stall und Scheune gehört genauso zum Programm, wie die Verkostung einiger typischer Gerichte, von den Bäuerinnen selbst zubereitet und in den gemütlichen Bauernstuben aufgetischt. Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr ist die Rückkehr ins Tal geplant. Bäuerinnen vom Tal, weiche die Wandergruppe begleiten, erzählen unterwegs vom abwechslungs-
reichen Leben der Bauernfamilien einst und jetzt und von interessanten Arbeitsweisen auf Feld und Hof. Sechs mal während der Saisonszeiten werden die Bäuerinnen mit interessierten Gästen ausrücken, um ihnen die vielfältige Arbeit der Bergbauern in den verschiedenen Jahreszeiten zu zeigen und die Früchte der Natur zu verkosten. Der Tourismusverein St. Leonhard möchte diese Gelegenheit nutzen und die fleißigen Bäuerinnen vorstellen, welche abwechselnd die Gästegruppen begleiten und zur Zufriedenheit aller betreuen: Veronika Raffl vom Moarhof, Theresia Moosmair vom Sternhof, Carolina Egger-Karlegger Brantleit, Martha Pamer Unterort und Edeltraud Gumpold vom Eggelehof. Die Route
jeder einzelnen Höfewanderung wird kurzfristig von den Bäuerinnen festgelegt, die sich auch mit den Bauerni Bäuerinnen, wo eingekehrt wird, wegen der kleinen Verpflegung und der Vorgangsweise am Hof absprechen. Ein großes Kompliment gilt auch den Bauern und Bäuerinnen, bei denen die Wandergruppen einkehren dürfen. Es ist nicht selbstverständlich, daß man sich mit den Gästen untertags so ungezwungen unterhält, ihnen über das Leben am Hofe Auskunft gibt und sie noch in der Bauernstube so wunderbar verköstigt. Die Termine der Wanderungen für das Jahr 2000 werden voraussichtlich innerhalb Oktober 1999 festgelegt und alle - Tourismusverein, Gastwirte und Gäste, hoffen, daß diese Wanderungen rh eine Fortsetzung finden!
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Mehr als eine Schulchronik
Arnold Rinner stellt das Buch "225 Jahre Schule Platt in.Passeier" vor
Oie Freude am gelungenen Buch über die Grundschule Platt ist allen anzusehen. In der Bildmitte Bürgermeister Franz Raich (5. v. r.), Schulassessor Hubert Brunner (4. v. r) und Foto: Heinrich Hofer. Buchautor Dr. Arnold Rinner (2. v. r.).
Zu einer selten gelungenen Abschlußfeier des Schuljahres 1998/99 trug die Buchvorstellung "225 Jahre Schule Platt" bei. Anfang Juni 1999 lud die Gemeindeverwaltung von Moos zu einer Feier im Schulhaus von Platt ein. Schüler und Lehrer ließen sich ein bunt gemischtes Programm einfallen, um den anwesenden Schülereltern, Zeitzeugen und Behördenvertretern zwei Stunden Kurzweil und Spannung zu bieten. Es galt, Autor und Lehrer, Dr. Arnold Rinner zu würdigen, der als Ortschronist von Platt in jahrelanger Forschungsarbeit den Wurzeln und der Geschichte der Grundschule Platt auf der Spur war. Das Ergebnis der Bemühungen ist ein 64 Seiten umfassendes Bändchen, das bilderreich und vielseitig im Inhalt, eher ein Platter Heimatbuch als eine Schulchronik ist. Sicherlich ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein gediegenes Dorfbuch beschaffen sein sollte. Heinrich Hofer
ZDF Fernsehteam im Passeiertal Am 14. bis 25. Juni 99 hielt sich das Produktionsteam für das ZDF Sonntagskonzert im Passeiertal auf. Trotz widriger Witterungsbedingungen konnten alle geplanten Aufnahmen realisiert und die 45 Minuten lange Sendung fertiggestellt werden. Sieben Musikkapellen aus dem Passeiertal und weitere sieben Interpreten aus Südtirol, darunter klingende Namen wie Kastelruther Spatzen, Die Psayrer, Sonja Weißensteiner, Gesangsduo Luise Pamer & Petra, Andreas Terzer, Maria Sulzer, Nusser Stubenmusig und Young Voices waren mit dabei. Weitere zwei Sängerinnen und ein Sänger kamen aus dem Ausland. Die wichtigsten Drehorte waren: Malerhaus in St. Martin, Schildhof Steinhaus, Passeirer Wasserfall, Pfandler Alm, Hirzer, Saltauser Heubad, Glaiten, Stuls, Sandwirt, Naserhof, Reitbetrieb Sandhof und alle weiteren Ortschaften im Passeiertal. Regie führte Herr Georg Martin Lange, ein erfahrener ZDF Redakteur, der schon seit Jahrzehnten Musik- und Unterhaltungssendungen für das ZDF produziert. Erster Kameramann, der
auch mit den schwierigsten Standortund Wetterbedingungen fertig wurde, war Gerhard Prochnow. Die Produktionsleitung hatte Rolf Erbelding-Lotz über, der auch für die Organisation vor Ort zuständig war. Das Fernsehteam
hatte im Sporthotel Quellenhof Quartier bezogen und dort auch das Studio eingerichtet. Bereits am 24. Juni waren die Tourismusvertreter eingeladen sich den Zusammenschnitt der Aufnahmen anzusehen und alle waren begei-
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stert von der großartigen Leistung der ZDF - Leute. Schöne Panoramaaufnahmen vom Passeiertal und hochwertige Musikaufzeichnungen sind das Resultat von 10 Tagen harter Arbeit. Die Sendung wird am Sonntag, den 12. März 2000 im ZDF und am Montag, den 13. März 2000 in 3Sat ausgestrahlt und alle Passeirer, sowie alle Gäste im Ausland sind herzlich eingeladen, sich die Sendung anzusehen. Die Finanzierung dieses kostspieliegen Projektes ist durch Beiträge der drei Passeirer Gemeinden, der Raiffeisenkasse Passeier, der Raiffeisenkasse St. Martin und durch einen Landesbeitrag gesichert. Den Rest bringen die drei Tourismusvereine des Tales auf. Die Koordination und bürokratische Abwicklung dieser werbeträchtigen Aktion, sowie die Betreuung des ZDF Aufnahmeteams übernahm das Tourismusbüro St. Leonhard. Alle Beteiligten haben fehler-
frei zusammengearbeitet und die Unterstützung der Bevölkerung war sehr gut. Die Tourismusvereine bedanken sich bei allen Beteiligten für die freiwil-
lige und spesenfreie Mitarbeit während der Vorbereitungen und der Aufnahmezeit. rh
Zum Jubiläum Zwickauerhütte Am 17. und 18. Juli fand die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Zwickauerhütte statt. Um diese Feier würdig zu gestalten hat sich der Hüttenwirt Martin mit seiner Familie in Zusammenarbeit mit dem CAI, den Tourismusvereinen des Passeiertales und der Bergführervereinigung PasseierSchnals, die ihres 10-jährigen Bestehens gedachte, große Mühe gegeben. Nachdem sich die vielen Zwikkauer mit ihrem Knappenchor den Aufstieg zur Hütte nicht zutrauten, konnten sie am 17. Juli auf einer Wanderung am Pfelderer Panoramaweg wenigstens bewundernd zu "ihrer" Hütte aufschauen.
Der Präsident des Tourismusvereines Hinterpasseier Vigil Kuprian konnte mit den vielen Bergfreunden die Spitzenvertreter der Alpinen Vereine Süd- und
Nordtirols, Landes- und Gemeindepolitiker, sowie eine Abordnung der Patenstadt Zwickau begrüßen. In vielen Festreden und Grußworten kam immer wieder die Freude darüber zum Ausdruck, daß es gelungen ist, diese schöne Schutzhütte aufzubauen und vor allem auch die Verbindung zwischen Passeier und Zwickau wiederherzustellen, was vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen wäre. Zwickaus Bürgermeister Dietmar Vettermann überreichte dem CAI eine Fahne seiner Stadt und der Vorsitzende der sächsischen AIpenvereinssektion Zwickau Volker Kommichau wurde von den Tourismusvereinen des Passeiertales mit dem Tiroler Adler in Holz beschenkt. Großes Lob gab es für die CAI Sektion Meran, die die einst zerstörte Hütte neu aufgebaut hat und mit der Familie Martin Fontana bestens führt.
Am Abend wurde in Pfelders bei Musik und Gesang in geselliger Runde gefeiert. Zur Feier selbst sind dann über 300 Bergfreunde von Pfelders bzw. von Obergurgl aus, über den Rotmoosferner zur Zwickauerhütte aufgestiegen. Bei der feierlichen Bergmesse, die die Hochwilde Böhmische musikalisch umrahmte, sagte Pfarrer Josef Weiß: "In dieser wundervollen Umgebung fällt auf, wie mächtig Gottes Wort ist". Der Wunsch "Berge sollen die Menschen einen" ging an diesem Tag in Erfüllung.
Der "Hüttenwirt"
Martin mit Frau Erna.
Foto: I. Plangger
In den Festreden wurden aber leider zwei Namen fast vergessen, nämlich die von Geometer Claudio Canini, Planer der Hütte und früherer Präsident der CAI-Sektion Meran und Leo Fontana, der Mann, der mit viel Einsatz und unter schwierigsten Verhältnissen die Hütte erbaut hat. kl
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Wir nützen die Gelegenheit um in dieser Ausgabe des "Passeirer Blattes" folgende positive Informationen an unsere Auto-Versicherten (und die es werden wollen) zu geben: 1. Wir haben die Auto-Versicherungstarife nicht erhöht. 2. Die Versicherungsbedingungen der diesjährigen Ausgabe der Polizze "Dimension Kraftfahrzeug" sind im Vergleich zu früheren Fassungen in vielen Punkten wesentlich vorteilhafter tür den Versicherten. 3. Diese Bedingungen gelten tür nach dem 1. Juli 1999ausgestellte Polizzen. 4. Für die zu diesem Zeitpunkt bereits laufenden Polizzen wird ITAS ab der ersten Jahresfälligkeit ihrer Polizze bei Eintritt eines Schadenfalles auf jeden Fall die neuen Bedingungen anwenden, auch wenn Sie die Prämie bezahlt haben, ohne die neue Polizze abzuschließen. 5. Folgende 12 Zusatzgarantien sind in der Autoversicherung ab Tarif 01. Juli 1999 gratis inbegriffen: .... Voller Versicherungsschutz auch bei Trunkenheit am Steuer oder bei psychisch-physisch beeinträchtigtem Zustand durch die Einnahme von psychotropen Stoffen. Immer wirksam, ohne Prämienaufschlag und ohne Franchise für den Versicherten. .... Versicherungsschutz für die persönliche Haftpflicht der Fahrzeuginsassen, z.B. bei Schäden an einem Radfahrer durch das plötzliche Öffnen der Fahrzeugtür. Immer wirksam, gilt ohne Prämienaufschlag für alle Fahrzeugarten. Versicherungsschutz bei Schäden an Dritten durch einen Brand des abgestellten Fahrzeugs mit einer zusätzlichen Deckungssumme von 1,5 Milliarden. Personenschäden inbegriffen. Immer wirksam, gilt ohne Prämienaufschlag auch bei Polizzen ohne Diebstahl- und Feuerversicherung. .... "TREUEPRÄMIE" - Sonderrabatt für alle Versicherten, die seit mindestens 5 Jahren bei ITAS eine Kfz-Versicherung haben (für alle Fahrzeugarten; direkt über die Polizze und die Quittung). .... "LANGERER BONUS" - Versicherte der Schadensklasse 1, die weiterhin schadensfrei bleiben werden jedes Jahr mit einem weiteren Prämienvorteil in 7 neue Schadenfreiheitsklassen eingestuft. Sofort wirksam, auch für treue ITAS-Versicherte, die seit Jahren in der ersten Schadensklasse sind. .... "SCHADENSFALL MIT FRANCHISE" - Eine Franchise zugunsten des Versicherten! Für die in eine der 7 neuen Klassen eingestuften Versicherten tritt beim ersten Schadensfall noch nicht das Malus-System in Kraft (keine Einstufung in eine höhere Schadenklasse). .... "FREIE STILLEGUNG" - Den ITAS-Versicherten, die ihren Versicherungsvertrag stillegen wollen, wird in allen Fällen die volle Prämie für die Stillegungszeit angerechnet. .... Lastwagen: Versicherungsschutz für Auf- und Abladen, auch mit mechanischen Mitteln. Immer inbegriffen, ohne Prämienaufschlag. .... Betriebe: voller Versicherungsschutz für die Fahrzeuge des betrieblichen Fuhrparks, auch bei einem Verstoß des Lenkers gegen die geltenden Führerscheinsbestimmungen und gegen die Vorschriften für die Beförderung von Fahrgästen (geringer Prämienaufschlag). .... Feuer/Diebstahl/Kaskoversicherung: vorteilhaftere Bedingungen für den Versicherten bei der Bewertung von schadenersatzfähigen Schäden für alle Pkw und für Fahrzeuge mit gemischten Gebrauch. .... Diebstahlversicherung: Neue "Transparenz-Klausel" für die Anerkennung der Schadenersatzfähigkeit von Schadenfällen. .... Zusatzleistungen: Umfangreiches und flexibles Angebot an Zusatzleistungen gegen einen geringen Prämienaufschlag (Naturgefahren,soziopolitische Ereignisse usw.). WEITERE
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Passeirer Blatt / Juni 1999
Was leistet der Gesundheitsdienst für den älteren Menschen? Anhand des nachstehenden Beispiels Sprengel Passeiertal (SPP) wird aufgezeigt, was ein Gesundheitssprengel Tag für Tag bürgernah vor Ort für seine älteren Mitmenschen leistet. Zum Sprengel zählt ein Team von Fachkräften, darunter zu finden folgendes Gesundheitspersonal: A) BEI DEN SPRENGELINTERNEN DIENSTEN: Berufskrankenpflegerinnen, Diätistin, Verwaltungsdienst, Basisärzte, Amtsärzte und Sprengelkoordinator mit Dienstsitz im SPP. B) BEI DEN SPRENGELEXTERNEN DIENSTEN: Stomatherapeutin, Frauenarzt, Zahnarzt, Psychiater, Psychologen, Invalidenbetreuung, Physiotherapeutin mit Dienstsitz ausserhalb des SPP. Diese Fachkräfte leisten periodisch Dienst im Sprengel. C) BEI DEN SPRENGELINTERNEN UND SPRENGELEXTERNEN DIENSTEN: Sanitätsassistentin, Kinderarzt, Hebamme, Ergotherapeutin, Logopädin, Psychiater. Es handelt sich um sprengelinternes und externes Gesundheitspersonal, welches keine direkten Leistungen an älteren Personen erbringt, aber indirekt, d.h. im sozialen Netz bzw. Umfeld gesehen, sehr wohl für das Wohlbefinden der älteren Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag leistet. Ein Beispiel: eine Oma oder ein Opa ist unbesorgter, glücklicher und somit gesünder, wenn es dem Enkelkind und dem eigenen Kind in der Elternrolle gut geht - das unterstützen Personen wie Hebamme, Sanitätsassistentin und Kinderarzt in der Mütterberatung. Obgenanntes Team von Fachkräften gewährleistet den älteren Menschen im Sprengel Passeier eine angemessene Betreuung in folgenden Bereichen: 1. VORBEUGUNG VON KRANKHEITEN: Schulungen und Gesundheitserziehung schützen, fördern und erhalten die körperliche und geistige Gesundheit der älteren Mitmenschen. Beispiele dazu sind: Organisation von Vorträgen, Gesundheitstage Vorbeugende Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinmessungen des Krankenpflegedienstes im Sprengel
Diätberatungen durch die Diätistin bei Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Diabetes etc. Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen mit Pap-Test und Kontrolle der Brust Jährliche Grippeimpfungen durch die Amtsärzte Schulung der Diabetiker in der Selbstkontrolle von Diät, Gewicht, Blutzucker
der Feinmotorik der Hand ... Physiotherapie im orthopädischen Bereich, z.B. Nachbehandlungen einer Verletzung im Knochen-, Muskel-, Sehnen- und Bandapparat. Knochenbrüche operativ und konservativ (mit Gips) behandelt, Kreuzbandriß operativ behandelt, Sehnenverletzungen operativ behandelt. Die Ziele der Therapie sind: Wiederherstellung der Gelenksfunktion, Muskelaufbau, Koordinationstraining. Schmerztherapie bei akuten oder chronischen Krankheitssyndromen, hauptsächlich der Wirbel-
2.
BEHANDLUNG VON KRANKHEITEN: Maßnahmen zur Heilbehandlung und Linderung von Krankheiten bei älteren Personen und Pflegefällen werden
säule, Schmerzen in Hals-, Brustund Lendenwirbelsäule, bei degenerativen Gelenkserkrankungen (Hüft-, Knie- und Schulterarthrose). Die Ziele der Therapie sind: Schmerzlinderung, Lockerung und Dehnung der meist verspannten Muskulatur, Verbesserung der Gelenksfunktion, rückengerechtes Verhalten im Alltag (Rückenschule). Die Therapie ist eine Kombination von manuellen Bewegungen und Elektrotherapie.
durchgeführt. Beispielsweise erfolgt durch den Arzt die Diagnosesteilung, die Verschreibung der Medikamente, der ärztlichen Atteste, Bewilligungen und Verordnungen von Behandlungen. Die Berufskrankenpflegerinnen führen daraufhin die vom Arzt angeordneten Fachleistungen (Spritzen, Verbände, Bandagen, Infusionsüberwachungen, Blutabnahmen, Blutzuckerkontrollen) und die sonstige krankenpflegerische Betreuung durch. 3.
REHABILITATION NACH KRANKHEIT: Ziel ist die Wiederherstellung des höchstmöglichen Grades an Gesundheit und die soziale Wiedereingliederung der älteren Bürger und Bürgerinnen. Der Rehabilitationsdienst für Erwachsene bietet im Sprengelsitz folgende Dienste an: Physiotherapie im neurologischen Bereich, z.B. die Nachbehandlung von Hemiplegikern nach Schlaganfällen, passives und aktives Durchbewegen aller Gelenke der plegischen Seite, Steh- und Gehtraining, Wiederherstellung
4.
VERNETZUNG DER GESUNDHEITSDIENSTE DES SPRENGELS: Um Personen und Pflegefällen eine optimale Betreuung bieten zu können, vernetzen sich die Gesundheitsdienste des Sprengels mit anderen Diensten, so unter anderem mit den Sozialdiensten, Krankenhausabteilungen, Freiwilligenorganisationen (Freiwillige Krankenwache St. Martin), Selbsthilfegruppen (Freunde und Angehörige Psychisch Kranker), Vereinen (Weißes Kreuz, KVW, Katholische Frauenbewegung).
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5.
AMBULANTE BETREUUNG: Gehfähigen und mobilen älteren Personen bieten alle genannten Dienste eine ambulante Betreuung an.
betreffenden älteren Personen eine bessere medizinische Betreuung zu Hause geboten, ohne zusätzliche persönliche Kosten.
6.
8.
AMBULANTE BETREUUNG ZU HAUSE: Gehunfähige, nicht mobile ältere Mitmenschen, Pflegefälle und deren Angehörige, werden von Hausarzt, Berufskrankenpflegerinnen, Diätistin, Stomatherapeutin und Psychiater auch zu Hause betreut. Auf Wunsch und nach Möglichkeit kann sich der Patient für die sogenannte Integrierte Hausbetreuung entscheiden, bei der alle notwendigen Gesundheits- und Sozialdienste miteinbezogen werden. Alle beteiligten Personen arbeiten dabei nach einem gemeinsam erstellten Betreuungsplan zusammen. Das Ziel der Hausbetreuung ist es, eine Aufnahme im Krankenhaus so lange wie möglich zu vermeiden, die gewünschte Behandlung zu Hause so lange wie möglich zu garantieren und Schwerkranke und Sterbende bis zum Tod zu begleiten. Das Sprengelteam unterstützt somit den Wunsch der meisten älteren Menschen, so lange wie möglich zu Hause in der vertrauten Umgebung gepflegt und betreut zu werden, sowie dort sterben zu dürfen. Der Gesundheitsdienst vergütet dem Hausarzt die erbrachten Hausvisiten, sofern ein entsprechender genehmigter Antrag vorliegt. Auf diese Weise entstehen für die betreuten älteren Menschen und deren Familien keine zusätzlichen Nebenkosten. 7.
PROGRAMMIERTE HAUSBETREUUNG: Der Gesundheitsdienst gewährleistet älteren Personen und Pflegefällen mit entsprechenden Krankheitsbildern die Möglichkeit der sogenannten Programmierten Hausbetreuung durch den Vertrauensarzt. Wird der Antrag für eine Programmierte Hausbetreuung befürwortet, so erhält der Hausarzt monatlich eine bestimmte Anzahl von Hausvisiten pro Betreuten von der Sanitätseinheit vergütet. Dadurch wird den
BETREUUNG UND MEDIZINISCHE VERSORGUNG DER ALTEN MENSCHEN UND PFLEGEFÄLLE IN ALTERSUND PFLEGEHEIMEN: Im Sprengel Passeier werden die älteren Menschen und Pflegefälle stationär im Altersheim von St. Martin und im Bezirksaltersheim mit Pflegestation von St. Leonhard betreut. Den Heimbewohnern/innen und Pflegefällen wird zusätzlich zur internen Betreuung, eine Mitbetreuung durch die Fachkräfte des Gesundheitssprengels (Basisärzte, Berufskrankenpflegerinnen, Diätistin, Stomatherapeutin und Psychiater) geboten. Die Altersheime bieten ihrerseits den zu Hause betreuten Pflegefällen und den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit der stationären Kurzzeitpflege an. Die Kurzzeitpflege ermöglicht pflegenden Angehörigen sich zeitweise zu entlasten, neue Kräfte aufzutanken und dringenden anderen persönlichen und familiären Verpflichtungen nachzukommen (z.B. eine Operation, Geburt ...). Der Betreute kann nach dem kurzen Aufenthalt im Heim wieder in die häusliche Pflege übernommen werden. 9.
HEILBEHELFE, TECHNISCHE HILFSMITTEL, ZUSATZUND SONDENNAHRUNGEN: Das Fachpersonal des Gesundheitssprengels informiert, berät und unterstützt ältere Personen, Pflegefälle und deren pflegende Angehörige bei der Beschaffung von Heilbehelfen (z. B. Windelhöschen, Bettunterlagen, Verbandsmaterialien, Blutzuckerteststreifen, Urinauffangbeutel, Stützstrümpfe), technischen Hilfsmitteln für die Hauskrankenpflege (z. B. Pflegebetten, Rollstühle, Toilettenstühle, Antidekubitusmatratzen), sowie bei Zusatz- und Sondennahrungen. Dies alles wird den Betreuten aufgrund ihres speziellen
Krankheitsbildes, sowie nach erfolgter Verschreibung durch den Basis- bzw. Facharzt unentgeltlich vom Gesundheitsdienst vor Ort zur Verfügung gesteilt. 10. FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG: Der Gesundheitsdienst gewährleistet für die Hausbetreuung von älteren Personen und Pflegefällen mit entsprechendem Krankheitsbild bzw. Schweregrad an Pflegebedürftigkeit das sogenannte Hauspflegegeld als finanzielle Unterstützung. Der entsprechende Antrag kann beim Verwaltungsdienst des SPP eingereicht werden. Der Krankenpflegedienst des Sprengels Passeiertal erhält daraufhin den Antrag, die Pflegebedürftigkeit zu erheben. Dazu begibt sich eine Berufskrankenpflegerin an den Wohnort des Patienten und erhebt anhand eines vorgesehenen Fragebogens sowohl den Pflegebedarf als auch die Qualität der geleisteten Pflege. Der Verantwortliche für Territorium und zonale Dienste überprüft anschließend das Anrecht auf Hauspflegegeld. Das Hauspflegegeld ist ein Beitrag, der einen Anreiz für die familiäre Hausbetreuung schaffen soll, eine Alternative zur stationären Betreuung darstellt und die Pflegebereitschaft der Bevölkerung steigern soll - wie es im Sprengel Passeiertal in den letzten Jahren der Fall war. Ausdruck dafür sind nicht zuletzt die steigende Anzahl der zu Hause betreuten Personen und die Zahl der gestellten Anträge für Hauspflegegeld, sondern auch die jetzt kürzere Warteliste für die Aufnahme in der Pflegestation im Altersheim von St. Leonhard. Diese Tatsache spricht für eine gelungene Umsetzung der ambulanten Pflege und Hauskrankenpflege im multi professionellen Team von Fachkräften des Gesundheitsund Sozialsprengels Passeiertal. Oie Einsatz/eiterin des Krankenpflegedienstes SPP: Dip/. K. -Pfl. K/ara Ennemoser Der Sprenge/koordinator: Dr. Manfred von Sä/der
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Passeirer Blatt / Juni 1999
Talmuseum Andreas Hofer - Sandhof Kornkasten und Backofen im Freilichtbereich fertiggestellt Am 29. Mai 1999 wurde die Fertigstellung der ersten zwei Gebäude im Freilichtmuseum über dem Sandhof-Stadei in Anwesenheit der Behördenvertreter, der ehemal igen Besitzer, der Sponsoren und der Handwerker gefeiert: Kasten und Backofen. Finanziert wurden sie in großzügiger Weise durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse, wobei an dieser Stelle nochmals dem Präsidenten Dr. Hans Rubner und dem Ausschußmitglied Karl Pichler ein herzlicher bank gebührt. In einer Pressemappe, die zu diesem Anlaß herausgegeben wurde, stellt Harald Haller diese beiden Teile eines typischen Passeirer Haufenhofes vor:
Backofen erwähnt, zugleich mit einer Mühle. 1775 gehört das Gut beim Bacher dann Sebastian Oberprantacher (aus dem ursprünglichen harten Tiroler P ist bereits ein weiches B geworden) und 1999 besitzt den Hof schließlich der hier anwesende Georg Pichler mit seiner Familie, der im Zuge des Neubaues des Wohnhauses, das jahrhundertealte, baufällige Bauernhaus mit angebautem Kasten abbrechen muß, um in den Genuß der zustehenden Förderungen zu kommen.
Kasten und Backofen stammen vom Pacherhof in Prantach, kaum mehr als 2 km Luftlinie von hier, an der linken Talseite auf ca. 900 Metern Meereshöhe. Ein Urhof, 1288 im Urbar Meinhards bereits erwähnt als "Ein hof in dem pach" und er zinste "ze pfinchsten 4 pfunt" und "ze sand Marteins tult 6 pfunt, 2 fleish", und "1/2 swein". Um 1320 scheint Hainrich in dem Pache auf, der verheiratet war mit Geisel, der Tochter des Peter in Holtz. Am 1. April 1340 schließlich ist es Albrecht in dem Pach als Eigenmann des Landesfürsten Johann Heinrich, des glücklosen Gemahls der Margarethe Maultasch mit seinen Kindern Heinrich, Hans, Agnes, Mazze, Preide und Maehthild. 1529 und 1553 gibt der Pacherbauer Peter Pacher dann ein beredtes Beispiel dafür, wie die ursprünglichen Hofnamen zu unseren Familiennamen wurden. 1694 ist erstmals auch der
dem Nestor der Tiroler Volkskunde, sind bei seinen Wanderungen im Passeier in den sechziger Jahren die vielen Kästen ins Auge gefallen, welche es in der im Tal vorherrschenden Form in keiner anderen Gegend Tirols gibt. Das Besondere liegt in der Kombination zwischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude, genauer gesagt, in der Doppelfunktion als Schlaf- und Kornkasten. Ich zitiere: "Schon beim Besuch der Einödhöfe von Glaiten sind uns die altertümlichen Kästen aufgefallen, die in anderen Gegenden Tirols zur Aufbewahrung des Getreides dienen. Im Passeiertal aber erfüllten diese Kästen noch eine ganz andere Aufgabe. Der Königsrainer Anton hat uns zuerst auf die vielen Kästen seines Hofes und die besondere Verwendung aufmerksam gemacht. Es handelt sich also im Passeiertal nicht (nur) um Getreidekästen, sondern um eigentliche Schlafkästen. Diese Eigenart ist so originell und so
Wenden wir uns nun zuerst dem Kasten allgemein zu: Bereits Professor Hermann Holzmann,
typisch für das Passeiertal, daß wir eine kleine Untersuchung mit einigen Beispielen einfügen müssen". In der Folge zitiert Holzmann neben vielen eigenen Beobachtungen auch Beda Weber, der bereits 1842 über die Wohnkultur der Passeirer geschrieben hatte: "Oie Passeierer brauchen auf das Bett nicht viel Sorgfalt zu verwenden, sie sind ihres Schlafes gewiß ... Das Hausgesinde, oft Leute über achzig, schläft unmittelbar unter dem Dache, an Stellen, wo Wind und Wetter eindringt und unaufhörlich Luftzug ihren Körper erfrischt. Junge Burschen erzählen einander oft mit besonderer Lust, wie sie im Winter durch Ritzen und offene Luken eingeschneit worden sind. Sie schütteln am Morgen einfach die Schneedecke ab und damit ist's gut. In geheizten Stuben liegen in der Regel nur schwerkranke Personen. Im Sommer schlafen viele Leute viele Monate lang auf dem Heu, die Knechte und die älteren Söhne gewöhnlich in einem kleinen hölzernen Nebengebäude, Kasten genannt." Auf größeren Höfen gab es drei bis fünf solcher Nebengebäude, wobei die Aufteilung streng standesgemäß zuging. So gab es einen Knechtkasten, einen Buebmkasten und einen Madl- bzw. Dirnenkasten neben dem Kornkasten mit den großen Gertreidetruhen. Oft war im Kasten auch eine kleine bäuerliche Werkstatt, die "Paschglkommer" untergebracht. Natürlich waren im Kastenbau der Phantasie keine Grenzen gesetzt und es gab die verschiedensten Kombinationen. Getreidekasten mit Schlafkasten, wie in unserem Fall zusätzlich noch kombiniert mit einem Ziegenstall, Getreidekasten mit Mühle, Backofen mit Schlafkasten und viele andere mehr. Auf Rain in Rabenstein war eine Zeit lang sogar eine Schulstube in einem Kasten untergebracht. Die markantesten Beispiele von Kästen, von denen sich leider nur sehr wenige erhalten haben, stellen die von der Wissenschaft "Pfostenspeicher" genannten Objekte dar, bei denen das ganze Gebäude auf vier Holzsäulen steht. Beispiele dazu sind die Kästen beim Goster und beim Schenner auf Pill, sowie der leider mit Bretter zugeschlagene Kasten auf Lazins. Sie stammen alle aus der Zeit um 1450 und stehen als letzte ihrer Art, die sich vor allem zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Ungeziefer entwickelt hat, unter Denkmalschutz. Die grundlegende Idee, welche allen Kästen gemeinsam
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ist, besteht wohl darin, das wenige überlebensnotwendige Hab und Gut Getreide, Werkzeug und dergleichen, auf mehrere Gebäude zu verteilen. Sollte ein Gebäude abbrennen, was bei der ursprünglichen Holzbauweise, verbunden mit den primitiven Koch-, Heizund Beleuchtungsmethoden keine Seltenheit war, so garantierten die hoffentlich vom Feuer verschonten Nachbargebäude einen bescheidenen Neuanfang. Zusammengefaßt ist also der Kasten ein den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, welche naturgemäß in größerer Feuergefahr stehen, ausgelagerter, feuerstellen loser "Tresor": der dem Kornkasten aufgesetzte Schlafkasten garantierte zudem in der hellhörigen Holzkonstruktion die entsprechende Wachmannschaft. In der Gegenwart kommt den Kästen kaum mehr eine Bedeutung zu, der Großteil ist im Zuge des Neubaues der Hofsteilen verschwunden oder zu vergessenen Abstellkammern verkommen. Mit dem Ende des Dienstbotenwesens auf den Höfen in den fünfziger und sechziger Jahren hatten die Schlafkästen ausgedient. Mit dem Ende des Getreideanbaues in derselben Epoche wurden auch die Kornkästen ihres Inhaltes und damit auch ihrer Sinnhaftigkeit beraubt. Um so wichtiger ist es, in einem Museum, das ja den Auftrag hat eine Brücke zwischen den Zeiten und Lebensformen zu sein, ein entsprechendes Exemplar in würdiger Form zu präsentieren. Entgegen allen Befürchtungen des Vorstandes ist es dann durch Zufall gelungen, ein ganz besonderes Exemplar zu erwerben, wofür dem ehemaligen Besitzer großer Dank gebührt und mit der notwendigen finanziellen Hilfe der Sparkassestiftung im Winter und Frühjahr diesen Jahres ins Freigelände des Andreas Hofer- Talmuseums zu übertragen. Der Kasten vom Pa eher Hof in Prantaeh Viele wohlmeinende Leute haben uns in den letzten Monaten darauf angesprochen, was wir denn da für einen Turm aufzubauen gedächten; alles sonst sei schön und gut, jedoch der Kasten sei einfach viel zu hoch, das Vordach zu klein und die Mauern zu stark verputzt. Stets berief ich mich in solchen Fällen darauf, daß wir nichts anderes getan hätten, als den alten Pacher Kasten wirklich Stein für Stein und Balken für Balken in die Sand wiese zu übertragen, wobei sogar noch die Himmelsrichtung komplett übereinstimmt, was sich auf die Färbung des Holzes sehr vorteilhaft auswirkt. Der Grund für das allgemeine Vorurteil bezüglich der Höhe des Kastens ist darin zu suchen, daß er aus einer Zeit stammt, zu welcher wir nur sehr wenig Zugang haben, nämlich aus der Gotik.
Wenn man dann genauer überlegt, kommt man zum Schluß, daß die wenigen erhaltenen Bauwerke aus der Gotik Türme sind: Kirchtürme, Wehrtürme von Schlössern, Wohntürme, wie sie im Tal vor allem an den Schildhöfen teilweise erhalten blieben. Auch der Pacher erbaute sich auf seinem Eck, hoch auf Prantach seinen Turm, weithin sichtbar als Zeichen seines bäuerlichen Selbstbewußtseins, als "gesunkenes Kulturgut" wie die Volkskundler sagen, wobei sie meinen, daß die einfache Bevölkerung schon immer die Bau- und Lebensweise der Oberschicht, auf einem freilich niedrigeren Niveau, zu übernehmen trachtete. Die Datierung unseres Kastens ist nicht sehr einfach, da besonders bei den Holzbauten Vergleichsobjekte aus dieser früheren Zeit im ganzen Alpenraum fehlen. Eine Altersbestimmung des Holzes durch die C14-Methode, beziehungsweise über die Dendrochronologie steht noch aus, wurde jedoch durch Herrn Laimer vom Landesdenkmalamt zugesichert. Was bleibt sind die im Block eingelegten Fundstücke, von denen eine Kupfermünze aus Siena (!) - ein Dank an Herrn Dr. Helmut Rizzolli aus Bozen für die hilfreiche Bestimmung - auf das 14. Jahrhundert hinweist, was ein ebenfalls im Obergeschoß entdecktes orientalisches Messer mit Silber- und Goldverzierungen im Handgriff bestätigen dürfte. Wagt man sich weiter vor ins Reich der Vermutungen, so könnte es wirklich der landesfürstliche Eigenmann Albrecht in dem Pach gewesen sein, der um 1350 den Kasten zimmern ließ. Ob der Zimmermann damals, der im selben Verzeichnis genannte "Frickhe der zimmermann auf galait" war, wäre der nächste hypothetische Schritt. Einen Zusammenhang mit dem ausgehenden Zeitalter der Kreuzzüge, welcher nebenbei auch die Münze aus Siena und das orientalische Messer erklären würde, stellt ebenfalls das Jerusalem Pilgerkreuz dar, welches in die obere Kastentür eingeschnitzt ist - eine Verbindung zudem zur Pfarrei von St. Leonhard, welche seit 1219 dem Deutschen Ritterorden gehört. Eine sehr einfache Altersbestimmung kann jeder hier vor Ort selber vornehmen: vergleicht man die Eingangstür des Wohnhauses mit dem nur mehr angedeuteten geschwungenen "Kielbogen", weiche eindeutig mit 1575 datiert ist, mit der unteren Kastentür und deren "ausgewachsenem Eselsrücken", so wird ein wesentlich höheres Alter verständlich. Auf jeden Fall hat der Kasten eine überaus ehrerbietende Geschichte von vielen Jahrhunderten hinter sich und verdient es, gleichsam als Turm (wenn auch etwas zu hoch) auf unser bescheidenes Museum aufmerksam zu
machen. Der Bau selber ist klar in drei Geschosse aufgegliedert. Der Unterbau in einem Weißkalk-Lehm Mauerwerk in der Stärke von ca. 45 cm. Auffallend die einzige schießschartenähnliche Fensteröffnung an der Südseite. Darüber die erste Holzdecke aus gehackten "Lärchendillen" , zugleich der Boden des Kornkastens mit dem gotischen "Prunkportal". Auf der Südund Nordseite sind es lediglich je 20 Balken, welche übereinander, verbunden nur durch Lärchenzapfen, abgedichtet durch eingelegtes Moos, das Legschindeldach tragen. In jede Ecke der ersten Balken ist ein jetzt nicht sichtbares Andreaskreuz eingestemmt. Die darüberliegenden Decken wurden in den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts um ca. 25 cm nach oben verlegt, der Schlafkasten im Obergeschoß wurde damals sogar einfach vertäfelt und die Fenster wesentlich vergrößert. Wir haben das Seitengetäfel beiseite gelassen, um die Patina der Jahrhunderte an den Wänden wieder sichtbar zu machen, eine Schicht vom Ruß der "Lutzen", die mit "Inslt" (Unschlitt) befeuert wurden, Schweiß und auch, um es nicht zu verschweigen, Urin, denn die alten Passeirer männlichen Geschlechts, hatten die Unsitte, sich ihrer flüssigen Notdurft in den Holzblockbauten einfach durch die in verschiedener Höhe gebohrten Löcher ins Freie zu entledigen. Der Backofen Wie schon einleitend erwähnt, kam dem Backofen in der autarken Nahrungsmittelversorgung der Höfe eine zentrale Rolle zu. Ohne Backofen war an die Zubereitung des Grundnahrungsmittels Brot nicht zu denken. Im Passeier besaß daher jeder Hof, oder zumindest jede Höfegruppe einen Backofen in der Form eines meist freistehenden Gebäudes, wie auch in unserem Fall, seltener jedoch auch als Anbau am Wohnhaus oder einem Kasten. Als Backstube für die Teigzubereitung, welche ja im Warmen vor sich gehen mußte, diente zuerst die Stube im Wohnhaus. Die vorbereiteten Brote wurden anschließend auf den mit den "Brottüchern" abgedeckten "Brotflekken" zum Backofen getragen und dort fachmännisch "eingeschossen". Zum Schluß seien noch die Mitarbeiter angeführt, die sich um einen originalgetreuen Wiederaufbau bemüht haben: Maurerarbeiten: Oswald Haller aus St. Martin mit Sepp Egger (Scheiber Sepp) als Steinmaurer; Zimmerarbeiten: Fritz Haller (Baumann Fritz) aus St. Leonhard; Abbau und Wiederaufbau: Harald Haller, Volkskundler aus St. Martin und Johann Pfitscher (Stadeie Hans); Restaurierungsarbeiten: Fa. Restauro Meranese, Meran A.p.
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Passeirer Blatt / Juni 1999
"Referat Zivildienst"
im Südtiroler Jugendring
Die Wehrpflicht - Informationen zu: Militär, Aufschub, Zivildienst Da in den ersten Augustwochen mehrmals die Nachricht veröffentlicht wurde, daß alle Jungmänner der Jahrgänge 1981 und 1982 innerhalb 30. September 1999 um Aufschub der Musterung ansuchen müssen, herrscht allgemeine Unsicherheit und Chaos. Wir stehen ganz einfach vor einem Mißverständnis des neuen Gesetzes! Es ist sehr wichtig, die Situation endgültig zu klären. Junge Männer, die noch keinen Musterungsbefehl erhalten haben, brauchen auf keinen Fall aufzuschieben. Aufschieben kann nur derjenige, der den Musterungsbefehl erhalten hat! Den Musterungsbefehl erhält der Jungmann im Trimester (Vorjahr), in dem er das 18. Lebensjahr vollendet und jedenfalls nicht vor Erreichung der Volljährigkeit. a)
MUSTERUNG: Gesetzesdekret Nr. 504 vom 30.12.1997 Alle italienischen Staatsbürger werden im Trimester der Volljährigkeit zur Musterung geladen. Alle als wehrdiensttauglich erklärten Jungmänner erhalten innerhalb des darauffolgenden Semesters die Einberufung zum Militär, maximal innerhalb des darauffolgenden Trimesters. Wird der junge Mann innerhalb der 9 Monate nach erfolgter Musterung und Tauglichkeit nicht ein-
-
'4-.~.(
b)
AUFSCHUB DER MUSTERUNG: Um Aufschub der Musterung können alle Jungmänner ansuchen, welche das letzte Triennium der Oberschule oder die Berufsschule besuchen, und zwar bis maximal zur Erreichung des 22. Lebensjahres. Um Aufschub der Musterung muß innerhalb 30. September eines jeden Jahres angesucht werden. Der Aufschub wird bis zum 30. September des folgenden Jahres gewährt. Die Musterung erfolgt innerhalb des Trimesters nach der gewährten Aufschubfrist. Innerhalb 30.09.1999 können um Aufschub ansuchen: - Die musterungspflichtigen Jungmänner, die den Aufschub der Musterung erhalten haben (alle
==t;
Bibliothek St. Leonhard: ÖFFNUNGSZEITEN IM WINTER Montag
13.30-18.00 Uhr
Dienstag
13.30-18.00 Uhr
Mittwoch
9.00-12.00 Uhr
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innerhalb September 1999 gerufenen jungen Männer, welche erklären, während des Jahres eine Oberschule zu besuchen und dabei mindestens die drittletzte Klasse) - Die im letzten Vierteljahr 1981 geborenen Jungmänner - Alle zurückgestellten Jungmänner, die sich der Musterung im letzten Vierteljahr 1999 unterziehen müssen.
berufen, hat er Anrecht auf eine Freistellung von der Wehrpflicht. Diese Bestimmungen gelten auch für Zivildiener. Die 9 Monate Einberufungszeit gelten ab dem Jahr 2000. Alle Jungmänner erhalten zusammen mit dem Musterungsbefehl die Formulare zum Aufschub der Musterung, denn laut Militärreform unterzieht sich der Jungmann erst der Musterungsvisite bei Studienabschluß bzw. nach Vollendung der Berufsausbildung.
Bibliothek 5t. Martin ÖFFNUNGSZEITEN IM WINTER: Montag
9.00-12.00 Uhr
Dienstag
14.00-16.00 Uhr
Mittwoch
9.00-12.00 Uhr 15.00-18.00 Uhr
Donnerstag
17.00-19.00 Uhr 15.00-18.00 Uhr
Donnerstag
13.30-18.00 Uhr
Freitag
Freitag
13.30-18.00 Uhr
Samstag
9.00-12.00 Uhr
Aufschub für Universitätsstudenten: Bis zum 25. Lebensjahr für 3-jährige Studien Bis zum 26. Lebensjahr für 4-jährige Studien Bis zum 27. Lebensjahr für 5-jährige Studien Bis zum 28. Lebensjahr für noch längere Studien Bedingungen dafür: 1. Aufschub: Einschreibebestätigung 2. Aufschub: Bestätigung eines bestandenen Examens 3. Aufschub: Bestätigung über drei bestandene Examen 4. Aufschub: Bestätigung über sechs bestandene Examen 5. und weitere Aufschübe: Bestätigung über weitere drei Examen jährlich c)
ZIVILDIENSTANTRAG Jungmänner, die bei der Musterung als tauglich erklärt worden sind, und die aus verschiedenen Gründen Zivildienst ableisten möchten, müssen innerhalb von 15 Tagen nach erklärter Tauglichkeit beim zuständigen Militärdistrikt um Zulassung zum Zivildienst ansuchen. Die bereits gemusterten Jungmänner (alle vor 1981 Geborenen), die um Aufschub des Wehrdienstes bzw. um spätere Ableistung zugelassen werden, die Interesse an einer späteren Ableistung des Zivilsdienstes haben, die das Gesuch noch nicht eingereicht haben, können es innerhalb 31. Dezember 1999 einreichen. Der 31.12.1999 ist der letztmögliche Termin dazu! Die Einreichung des Gesuches um Zulassung zum Zivildienst beeinträchtigt nicht die Zulassung zur späteren Ableistung oder zum Aufschub des Wehrdienstes. Die Fach-Referentin für Zivildienst im SJR Roswitha Rauter
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Ein besonderer Tag zum 60. Geburtstag Die Sechziger von Hinterpasseier und St. Leonhard haben sich einen gemeinsamen schönen Tag gegönnt. Der Dankesgottesdienst mit P. Georg Feichter in der Pfarrkirche von St. Leonhard war der Höhepunkt, bei dem an die lebenden und verstorbenen Angehörigen und Freunde gedacht wurde. Dann schlossen sich Stunden der weiteren Begegnung an. In einer traumhaft schönen geführten Tagesrundreise besichtigte die Gruppe
das Obstbaumuseum in Lana und lernte den neuen Übergang von St. Pankraz über die Eggerhöfe nach Proveis am Nonsberg kennen. In einem Spezialitätenrestaurant in Malgolo genoß die Fahrtgemeinschaft die ausgezeichnete Küche unseres Nachbarlandes. Den Verdauungsspaziergang verlegte die Gruppe auf den Penegal, wohl einem der berauschensten Aussichtsbalkone unserer schönen Heimat. Der Nachmittag galt dem Überetsch und
dem Unterland. Die Gruppe war zu Gast beim Leiferer Original Luis Clementi, dessen Führung durch sein Reich der Modellschiffe zu einem weiteren Höhepunkt des Tages wurde. In einem bekannten Leonharder Gastlokal wurde ergänzt, was die Tagesrundfahrt noch offen ließ: feines Abendessen, Musik, Tanz, Geselligkeit und den Genuß der Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Tag. Text und Bild: Heinrich Hafer
Wiell im 71l1_7l1sl/999
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Passeirer Blatt / Juni 1999
Die Pusterer Moide eine Neunzigerin Setzt schon der 80. Geburtstag im menschlichen Leben einen Markstein, so sind zehn Jahre darüber wohl ein großes, nicht alltägliches Erlebnis. Ein erfülltes, aber kein leichtes Leben hat die Moide hinter sich. 56 Jahre war sie Organistin von Moos. Wieviel Hosanna und Halleluja wird sie in ihrem Organistenleben wohl gespielt und gesungen haben? Die Jubilarin wurde am 19.09.1909 auf dem Lamplhof in Lechn, einem Weiler von Moos, als ältestes von 13 Kindern der Barbara Pixner und des Josef Brugger geboren. Ihr Vater war Messner, die Mutter Organistin. Der Vater hatte das Orgelspielen von der Mutter erlernt, spielte aber ohne Noten. Und so war der Vater Werktagsorganist und die Mutter spielte an Sonn- und Feiertagen. Singen konnten die Kinder alle, aber Interesse am Orgelspielen hatte nur die Moide. Mit vierzehn Jahren spielte sie das erstemal beim Hochamt die Orgel in der Mooser-Pfarrkirche, da ihre Mutter im Wochenbett lag und der Vater die Sonntagsmesse nicht spielen konnte. So nahm das Leben der Moide als Organistin seinen Lauf. 1933 starben ihre Eltern innerhalb von drei Wochen an Typhus. Die Moide spielte ihrem Vater das Requiem - was ihr nicht leicht gefallen ist, die Mutter saß neben ihr auf dem Bankl. Und schon nach drei Wochen raffte die Seuche auch sie hinweg. Die Moide konnte ihr das Requiem nicht spielen, da sie selbst an Typhus erkrankt war und konnte deshalb nur vom Kammerfenster aus zusehen, wie die Mutter aus dem Haus getragen wurde. 1934 vermählte sich die Moide mit Ernst Menghin. Ihre Schwester Anna hat ihr das Brautgewand spendiert und der Ernst hat sich einen Anzug zur Hochzeit vom Mooserwirt geliehen. Die zwei Jungverheirateten quartierten sich ganz primitiv auf dem Platterhof ein. Die Küche mußten sich drei Parteien teilen. 1935 zogen sie auf das elterliche Höfl in Lechn. Die Moide schenkte neun Kindern das Leben, erfüllte den Organistendienst aber trotzdem gewissenhaft und pünktlich. Im Advent mußte sie um halb fünf Uhr in den Stall, damit sie es schaffte um sechs Uhr in der Kirche bei den Rorateämtern zu spielen. Oft mußte sie dabei durch tiefen Schnee waten, da sie ja immer die Erste war. Patsch naß oder mit gefrorenem Kittel saß sie auf dem Orgelblock, als sie das "Tauet Himmel" erklingen ließ. Ihr Organistenleben war ein Wettlauf mit der Zeit: im Stall das Vieh versorgen, in der Kirche die Orgel spielen,
dann wieder schnell nach Hause die Kinder in die Schule schicken. Sonntags mußte sie ja den Weg zur Kirche oft dreimal gehen, aber die Moide hörte man nie jammern und klagen. Sie spielte und sang immer mit viel Idealismus zur Ehre Gottes und zur Freude der Mitmenschen, bis sie dann mit 63 Jahren ins Krankenhaus kam. 1988 verlor sie ihren Mann. Nun wird sie treu umsorgt von ihrer Tochter Anna. Die Moide ist aber auch eine eifrige Besucherin des Seniorenclubs Moos und ihren Humor hat sie sich trotz Arbeit, Müh und Sorgen bis zum heutigen Tag erhalten. Oft findet sie in ihrer Stube die Tasten des Harmoniums zum "Großer Gott wir loben dich" und auch das Kreuzworträtsel kommt nicht zu kurz. Frohen Herzens feierten ihre Kinder, die 24 Enkel und 28 Urenkel mit ihr einen Dankesgottesdienst. Die Mooser wünschen der einstigen Organistin weiterhin einen schönen geruhsamen Lebensabend auf dem Lamplhof in Lechn. Anna Lantha/er
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Passeirer Blatt / September 1999
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Herzlichen Glückwunsch! Am 20. September wird unser Altbürgermeister Matthias Raffl gemeinsam mit anderen Geehrten von den Landeshauptleuten Dr. Luis Durnwalder und Dr. Wendelin Weingartner auf Schloß Tirol mit dem Ehrenkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet. 15 Jahre stand Matthias Raffl seiner Heimatgemeinde als Bürgermeister vor, jahrelang hat er im Vorstand örtlicher Vereine wie Bauernbund oder Feuerwehr entscheidend mitgewirkt und sich immer für die Heimat, für Tiroler Werte und den Erhalt der Tiroler Berglandwirtschaft eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist seine prägende Rolle in der Partnerschaft Ötztal - Passeiertal. 1984 fand im Rahmen des Tiroler Gedenkjahres der Südtiroler Gemeindentag in St. Leonhard statt, wobei mehrere Initiativen gestartet wurden, um Nord- und Südtirol einander näherzubringen. Er war unter anderem einer der Initiatoren
der jährlichen Treffen der Bürgermeister des Ötztales und des Passeiertales. Diese Treffen finden bis heute statt und sind inzwischen auf Vereine und auf befreundete Gemeinden wie Riffian, Kuens, Dorf Tirol und Schenna ausgedehnt worden. Diese Treffen haben die Freundschaft vertieft und eine echte Partnerschaft wachsen lassen. Sie tragen bei, grenzüberschreitende Probleme gemeinsam zu lösen, wobei regelmäßig hohe Beamte beider Länder an den Treffen teilnehmen. Diese Zusammenarbeit hat die Gemeinden, die Vereine und die Bevölkerung beider Täler einander nähergebracht und trägt entscheidend bei, daß zusammenwächst, was zusammengehört. Berührungspunkte sind die gemeinsame Geschichte, der wechselseitige Bevölkerungsaustausch, gemeinsame Verkehrsprobleme (Timmelsjoch), kulturelle Gemeinschaftsprojekte (Urwege
über das Timmelsjoch) und eine ähnliche Entwicklung in beiden Tälern. Es ist diese konkrete alltägliche Zusammenarbeit, welche morgen das Fundament einer Europaregion Tirol bilden kann. Beim jährlichen Treffen im letzten Jahr hat unsere Gemeindeverwaltung den Gemeindevertretern des Passeiertales und des Ötztales vorgeschlagen, Matthias Raff! für die hohe Ehrung zu benennen. Dieser Vorschlag fand allgemein Zustimmung, der Antrag wurde von allen Bürgermeistern, 12 an der Zahl unterzeichnet und fand auch die Zustimmung von Nord- und Südtirol. Herzlichen Glückwunsch! Matthias Raffl kann die Ehrung wohl auch stellvertretend für alle Bürger entgegennehmen, die sich für unser Gemeinwohl eingesetzt haben und einsetzen. Oie Gemeindeverwaltung von St. Leonhard
Gipfelkreuz auf der Sonklarspitze eingeweiht Was lange währt, wird endlich gut! Unter diesem Gesichtspunkt kann man die geglückte Einweihungsfeier des Sonklar-Gipfelkreuzes betrachten, die in den Jahren 1997 und 1998 jeweils dem Schlechtwetter zum Opfer gefallen war. Im heurigen verregneten Sommer hatte man aber mit dem Termin am 31. Juli einen regelrechten Glückstreffer gelandet, so daß die Einweihung endlich vollzogen werden konnte. Nachdem der für die Einweihung vorgesehene Pfarrer aus Platt, Siegfried Pfitscher, aus Termingründen leider absagen mußte, übernahm dankenswerterweise Hochwürden Albert Holzknecht aus Partschins, derzeit als Spiritual im Vinzentinum in Brixen tätig, die Segnung des Kreuzes und die Gestaltung der Gipfelmesse. An die 25 Bergfreunde hatten sich letztendlich auf dem Plateau der Sonklarspitze eingefunden, als um 12.30 Uhr die kurze, aber beeindruckende Meßfeier begann. Nach einer Schweigeminute kam Hochwürden Holzknecht auf das Kreuz als Symbol der Nähe zu Christus zu sprechen, hob das Schöne am Bergsteigen und insbesondere die Kameradschaft, die durch gemeinsame Erlebnisse am Berg gefördert wird, her-
vor. Das Gipfelkreuz wurde gesegnet und geweiht und zum Abschluß wurde von den Anwesenden das Lied "Großer Gott wir loben dich" angestimmt. Nach dem offiziellen Teil wurde noch eine Weile gefachsimpelt und das tolle Panorama rund um Becherhaus, Müllerhütte und Zuckerhütl genossen, bevor man sich wieder an den Abstieg machte. All jenen, die bei der Errichtung bzw. Einweihung des Gipfelkreuzes beteiligt waren, sei an dieser Stelle
nochmals herzlich gedankt! Ein besonderer Verdienst aber gebührt dem Forellenbach Luis, der als "Hansdampf in allen Gassen" sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt hatte, damit nach der Kreuzerrichtung auch die Einweihung perfekt klappte. Auf alle Fälle aber steht zu hoffen, daß noch viele Passeirer Bergfreunde das Gipfelkreuz auf der Sonklarspitze besuchen. In diesem Sinne: Bergheil! Mortiner Eigentor/kg
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Passeirer Blatt / Juni 1999
5. Martiner Fußballcamp in memoriam Hugo Ciatti erfolgreich abgeschlossen Vor gut einem Monat hat der SC St, Martin sein fünftes, nun schon zur Tradition gewordenes, Fußballcamp abgeschlossen und zum zweiten Mal stand es im Zeichen des unvergessenen Hugo Ciatti. Vom 5. bis zum 10. Juli tummelten sich wiederum 91 junge Kicker auf der schönen Sportanlage in St. Martin. Die Fußballschule Desolati vom Serie A-Verein AC Florenz mit seiner Technikermannschaft, voran Claudio Desolati, selbst langjähriger Profi-Fußballer und vor allem WM-Torhüter Enrico AIbertosi, gaben sich eine Woche lang Mühe, den jungen aufstrebenden Fußballern mit einem einstudierten Programm den Fußballsport näher zu bringen. Die Spieler im Alter von 6-10 Jahren, vor allem aus dem Passeier und Burggrafenamt, aber auch aus Bozen, Naturns, Ulten und sogar Sterzing, konnten sich aufgeteilt in fünf Gruppen, zwei Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag dieses Programm zu nutze machen. Taktik, Balltechnik und Spielzüge wurden einstudiert und Torhüter Enrico Albertosi betreute die Torhütergruppe und gab so manchen Rat weiter. In der Mittagspause wurde zuerst im Hotel Weißes Kreuz gespeist und nachher stand ein Unterhaltungsprogramm auf der Tagesordnung. Abwechselnd ging man ins Martiner und ins Leonharder Lido oder man versuchte sich auf der Golfanlage St. Martin beim Golfen. Zudem durfte man im Hotel Quellenhof eine Runde kegeln und ein Filmnachmittag stand ebenfalls auf dem Programm, sodaß den jungen Kikkern nie langweilig wurde. Am Samstag wurde im Rahmen eines kleinen Abschlußturniers überprüft, was man so gelernt hatte. Die zahlreich erschienen Eltern konnten beobachten, daß ihre Jungs sich einige Tricks angeeignet hatten. Mit einem Grillabend ließ man die Veranstaltung ausklingen. Um dieses Projekt finanziell zu sichern, mußten Sponsoren gefunden werden. Mit der Sparkasse St. Martin als Hauptsponsor und den Co-Sponsoren Tischlereigenossenschaft Passeier, Itas- Landesversicheru ng Passeier, MAICO - St. Leonhard, OPEL-bimobil Meran und Meraner Mineralwasser konnte man großzügige Gönner finden und Ihnen gilt größter Dank. Auch die Gemeinde St. Martin, sowie die örtli-
C/audio Desolati in seinem Element. Die jungen ten Übungen zu kopieren
Fußballer versuchen eifrigst, die vorgemach-
che Raiffeisenkasse steuerten einen Unkostenbeitrag zu, wobei erstgenannte auch noch die Sportanlage zur Verfügung stellte.
Daß unser Fußballcamp in Südtirol wegweisend ist, beweist die Tatsache, daß es im Pustertal Nachahmung geUI/i Schweigl/kg funden hat.
Gedicht von HallJjörg Bacher
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Dr Matatupitz Foul' a pOOl'Toge bin i auqewocbt WOddich i - dr Matatupitz l.1chiberdocht joa wia - joa WOd,i kil1un ruamer mit WOdwert eper do schun. wieder gJchpieLt WeLLndie Mortiner ihm Halldberg a Denkmol setzn die Liertncr zi tratzn, a p~ßeLebetzn odr dr AVS mit: "Holtet die Berge rein n doLLdeJ van seni aUJ a Zoacbn dein? I frog a p~ßL ummer - die LiiJung i.lch uonfocb Laut Gedetz krieg heintzitog a nieder Mi.lchthaufen a Doch und weiLJaf den Spitz oubn JOUfirchterLich Jtinkt und i oillauter GoaJ.9o.9Linkuan Platz zi buckr: find wer i JOU.9Jchwint niemer aucbn .ipatziern nor kenn in de zccbrüauocnd FLuign an ondern Jeggiern
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Die Fußballer des SC Passeier feiern 30 Jahre alt wurde heuer die Sektion Fußball des SC Passeier und dies war Grund genug, ausgiebig zu feiern. Ein großes Zelt wurde angemietet und vom 04. bis 06. Juni 99 auf dem Fußballfeld von St. Leonhard aufgeschlagen. Am Freitag war die Jugend zu einer großen Party eingeladen und die Stimmung war gut und laut. Am nächsten Abend spielten die Psayrer im Festzeit zum Tanz auf. Der eigentliche Festakt fand am Sonntag, den 05. Juni 99 statt. Unter großer Beteiligung wurde im Zelt die HI. Messe gefeiert. Anschließend ging Präsident Alois Pfitscher kurz auf die Entwicklung der Sektion Fußball ein. Er erwähnte auch die gute Zusammenarbeit mit den Trainern und die sportlichen Erfolge in den letzten Jahren. Anerkennende Worte kamen von seiten der ranghöchsten, politischen Vertreter der Gemeinde und des Landes. Am sei ben Wochenende kämpften drei Jugendmannschaften in Reischach bei Bruneck um den Landesmeistertitel. Die U-17 Mannschaft von Brunner Stefan wurde verdient Vize-Landesmeister, während die B-Jugend mit Fontana Florian und die C-Jugend von Alois Pamer mit viel Pech jeweils den ausgezeichneten 3. Platz in der Endwertung einnahmen. Am Wochenende darauf bestritten die Jugendlichen des SC Passeier und des FC Moos in Eyrs die Finalspiele. Die SVV C-Jugend unter Klaus Prugger wurde Vize-Landesmeister und die 0Jugend von Alois Brugger mußte sich lediglich dem neuen Landesmeister Salurn geschlagen geben und landete auf dem 3. Platz.
In der Zwischenzeit wurden unter den drei Fußballsektionen SC Passeier, SC St. Martin und FC Moos Gespräche aufgenommen, um eine engere Zusammenarbeit anzustreben. Die ersten Verhandlungsrunden begannen sehr verheißungsvoll, bis die ersten, vielleicht voreiligen Einwände von den Traditionsvereinen St. Martin und SC Passeier, dem Projekt ein jähes Ende setzten. Schade, daß es
enge Zusammenarbeit zwischen dem FC Moos und dem SC Passeier wird weitergeführt und die zwei Sektionen haben mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Spielsaison begonnen. Die Elitemannschaft des SC Passeier spielt heuer in der 1. Amateurliga und wird wieder von Stefan Brunner betreut. Die technisch und kämpferisch sehr gute A-Jugend leiten die Trainer
Der S.G. PASSEfER in "Jungen Jahren" Oben v.f.n.r.: Theiner Hans, Rafff Karf t (Riffian), Ennemoser Anton, Haller Anton und Ennemoser Othmar (St. Leonhard), Kfeon Karf (Riffian) und Marth Jasef. Unten v.f.n.r.: Hofer Andreas (St. Martin), Haller Hansfuis (St. Leonhard), Angerer Hans (St. Martin), Werner Karf (Riffian), Theiner Affred, Piehier Ubafd (St. Martin) und Ennemaser Franz (St. Leanhard).
nicht gelungen ist, Auswahlmannschaften in allen möglichen Kategorien zusammenzustellen und die Fußballstärke des Passeiertales im ganzen Land zu präsentieren. Alles bleibt so wie in den letzten Jahren. Die bewährte und
Josef Brunner und Herbert Pixner. Die B-Jugend, mit Alois Pamer als Trainer, spielt erstmals in der Regionalliga und trifft auf die stärksten Mannschaften der Provinzen Bozen und Trient. Auch die Kategorie Pulcini und der Fußball-
nitl" ...
"Dragslen gildet unter diesem Motto fand am 30. Juli 1999 das erste SKJ Calcetto- Turnier im Schwimmbad von St. Martin statt. Rund 12 Mannschaften spielten gegeneinander und maßen ihre Kräfte einen ganzen Nachmittag lang. Bis zum Schluß gingen Raimund Abler und Karl Pfitscher eindeutig als die Sieger des Turniers hervor. Ein besonderer Dank geht an die Familie Theiner und an den Calcetto-Verleih "Happy Games" des Jo'hann Gostner, die zum guten Gelingen des Turniers beigetragen haben. SKJ-St.
Martin