Skip to main content

Passeirer Blatt

Page 1

IV 70% Spedizione in a.p. – 70% S.IAP. – FilialeGR. di Bolzano

MITIEILUNGEN UND UND NACHRICHTEN NACHRICHTEN AUS AUS MOOS, MOOS, ST. ST. LEONHARD LEONHARD UND UND ST. ST. MARTIN MARTIN MITTEILUNGEN

Dezember 2002 1995 September

9. Jahrgang 15. Jahrgang- –Nr. Nr.835

Gomion feiert

E-Werk, Trinkwasserleitung Gleich drei Gründe zum Feiern hatten am Sonntag, den 28. Oktober, die rund 190 Bewohner der Fraktion Gomion: Ein neues Elektrowerk, eine Trink- und Löschwasserleitung sowie eine neuerbaute Grundschule wurden eingeweiht

spitzen im Versorgungsgebiet Gomion, Schlattach, Glaiten und Christi die Stromversorgung nicht immer gedeckt werden konnte, entschloß sich der Vorstand 1992 für eine grundlegende Modernisierung der E-Werkanlage Lang-

Rohrtransport und Verlegung in den Schlattacher Mahdern

und offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Dazu hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, und Obmann Josef Gögele konnte mit Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landesrat Michl Laimer an der Spitze auch viele weitere Ehrengäste begrüßen. Das E-Werk Langwies hatte die Elektrogenossenschaft Gomion bereits 1984 fertiggestellt. Da aber bereits bei Tages-

und Grundschule gesegnet

wies und gab zugleich die Studie zur Energienutzung des Raffein- und Übelseebaches durch ein Pumpspeicherkraftwerk in Auftrag. Diese Entscheidung hing auch damit zusammen, daß die Gemeindeverwaltung die Verlegung einer Trink- und Löschwasserleitung von den Schlattacher Mahdern nach Gomion vorhatte und man die Gunst der Stunde zu einer gemeinsamen Rohrverlegung nutzen wollte. Im Jänner 93 begann man mit den Baggerarbeiten, und in Rekordzeit wurden Fassungen, Entsander und Speicher in den Schlattacher Mahdern gebaut. Im Juli 93 begann man mit dem Aushub des Auffangbeckens am Mangger-Sand unterhalb Gomion, und ein Jahr später, im Juli 94, wurde bereits der Probebetrieb im neuen E-Werk aufgenommen. Später wurde eine Hochdruckpumpe eingebaut, die es erlaubt, tagsüber zusätzliche wertvolle Spitzenenergie zu erzeugen. Die jährliche Produktion des Werkes liegt bei 2.000.000 kWh, die Kosten beliefen sich auf 2,2 Mrd. Lire, die. mit


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 2 / Nr. 8

Ausnahme eines Landesbeitrages von 480 Mio. Lire von der Genossenschaft getragen werden. Die Trink- und Löschwasserleitung versorgt 15 Höfe mit ca. 50 Bewohnern. Früher wurde das Trinkwasser aus Privatquellen bezogen, deren Qualität zu wünschen übrig ließ. 1992 stellte die Beregnungsinteressenschaft Schlattach-Gomion einen Teil ihres Quellwassers in den Schlattacher Mahdern auf Quote 1920 zur Verfügung, so daß die Gemeindeverwaltung Ende der 80er Jahre ein Projekt in Auftrag geben und im Oktober 92 mit dem Bau beginnen konnte. Das Projekt sieht auch drei Speicherbecken vor, die zum überwiegenden Teil auch als Löschwasserbekken dienen. Die Gesamtkosten der Leitung beliefen sich auf 1,083 Mrd. Lire. An der Rückzahlung des Darlehens, das die Gemeinde hierfür aufgenommen hat, beteiligt sich auch das Land (9% der Zinsen). Laut Gutachten von seiten der Schulbaukommission eignete sich die alte Grundschule nicht mehr für einen Umbau. Daher zog die Gemeindeverwaltung einen Umbau in Erwägung, nachdem sich die Gomioner Bürger 1992 einstimmig für eine Beibehaltung der Schule ausgesprochen hatten. Das Gebäude beherbergt drei Normalklassen, einen Ausweichraum, einen Gymnastik- oder Mehrzweckraum und eine Dachwohnung. Die Gebäudekosten belaufen sich auf etwas mehr als 1 Mrd. Lire. Derzeit besuchen sieben Kinder der ersten drei Klassen die Schule. Nachdem in Gomion eine kleine Wohnbauzone vor der Verwirklichung steht, ist mit einem Anstieg der Schülerzahl A.P. zu rechnen.

Die Verwaltung des E-Werkes (von links nach rechts): Leonhard Pixner, Alfred Pichler, Anton Gufler, Anton Pamer, Josef Gögele (Obmann), Helmuth Pixner, Albert Moosmair, Josef Buchschwenter und Walter Hofer

Die neuerbaute Grundscnule

libonnement des Passetrerblattes Für Heimatferne

und auswärts wohnende Passelter besteht die Möglichkeit, das Passeirerblatt zu abonnieren. Abonnementpreise einschließlich Inland L. 10.000.-; Ausland L. 15.000.-

Der TrinkSchlattach

und

Löschwasserspeicher

in

Versand:

Bitte Adresse im Gemeindeamt von St. Leonhard telefonisch bekanntgeben. Tel. (0473) 65 61 13


Seite 3 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

( lIus verga~genen Keilen) Im November feierte die Lehrerbildungsanstalt in Meran ihr 50jähriges Bestehen. Im folgenden Beitrag erzählt eine Lehrerin aus dem Passeiertal, wie sie die Schule vorher erlebt hat. Der Erlebnisbericht der Frau Rosa PöllKlotz wird in der nächsten Ausgabe des .Passeirerblatt" fortgesetzt. Wir gratulieren der Verfasserin des nachfolgenden Textes zu ihrem 75. Geburtstag, den sie am 30. November 1995 vollendet hat, und danken ihr für die freundliche Überlassung des interessanten Manuskripts. Erinnerungen aus den Anfängen der deutschen Sprachkurse ab 1939-40 Als der damalige Ortsgruppenleiter Othmar Pirhofer, Bäckermeister in Platt, von unserem Nachbarn erfuhr, daß ich schon öfters Nachbarskinder zu mir in die Pöllstube lud, um mit ihnen deutsch schreiben und lesen zu üben, brachte mir mein Vater die Nachricht, daß ich

tental. Die Lagerleiterin unterrichtete, und ihre Schwester Anni sorgte für das Essen. Es war so kalt, daß wir am liebsten zu zweit in einem Bett schliefen. Das Überleintuch war am Morgen vom Hauch aufgestarrt und die Zahnpasta gefroren. Für die meisten Teilnehmer fiel der Kurs negativ aus, aber wir hatten viel gelernt und eine Ahnung bekommen, was bei einem solchen Prüfungsdiktat als Voraussetzung verlangt wurde. Als wir unsere Fehler im Diktat sahen, waren wir ganz niedergeschlagen. Ich hatte mir die fehlerhaften Wörter gut gemerkt und gab nicht auf zu üben und zu lernen. In St. Leonhard war damals ein Altlehrer Paregger, bei dem ich einige Deutschstunden nahm. Alle damaligen Berufslehrer wurden angewiesen, jungen angehenden Hilfslehrern an die Hand zu gehen. Nach einigen strengen Nachhilfestunden diktierte er mir das gleiche Diktat, wie ich es damals auf dem Vigiljoch geschrieben hatte. Auch seine Tochter Zita kam als Hilfslehrerin in Betracht. Diesmal erging es mir gut.

Im Schuljahr 1939/40 begann Lehrerin Rosa Polt- Klotz (rechts im Bild) auf ChristI ihre Schulkarriere. Foto: Hermann Koffer

mich zu einem Deutschkurs auf dem Vigiljoch bei ihm melden könnte. Es bestünde für mich die Möglichkeit einer Anstellung als Hilfslehrerin. Ich war überglücklich auf eine solche Aussicht, aber bei uns zu Hause fehlten die 25 Lire, die mich der zehntägige Kurs plus Fahrt kosten würden. Ich lief schnell zu unserer Nachbarin (Much Regina), die mir das Geld lieh. Es war im Februar 1940, als ich, ausgerüstet mit meinem Rucksackl, zusammen mit anderen Teilnehmerinnen mit dem Bahnl aufs Joch fuhr und den Weg in das vorgesehene Sommerfrischhaus antrat. Nach und nach traten 14 Mädchen ein, alle aus dem Burggrafenamt, Passeier und UI-

Ich hatte viel gelernt und konnte von ihm als angehende Hilfslehrerin angemeldet werden. Bald danach wurden die deutschen Sprach kurse für Optantenkinder zur Pflicht. Ich bekam mein erste Lehrstelle in Christi in der Gemeinde St. Martin. Der damalige Dekan von St. Leonhard erzählte herum, daß in Christi eine Lehrerin sei, die nicht einmal ihren eigenen Namen richtig schreiben konnte: Anstatt .Pöhl" schriebe sie .Pöll". In Christi unterrichtete am Vormittag eine Italienischlehrerin. Sie war für sechs italienische Kinder vom Sprengerhof plus zwei weitere italienische Optantenkinder eingesetzt worden und

Rosa Pöll-Klotz als Lehrerin in Walten

wohnte im Schulhaus; ich hingegen wohnte beim Muchenbauern und unterrichtete am Nachmittag. Sie war eine gehässige Person, versteckte sogar die Kreide und schalt uns .stranieri". Damit hoffte sie, daß wir bald aus Italien verschwinden würden. Bei einem Treffen bat ich die Lehrer um Kreide, weil meine abhanden gekommen war. Darauf wurde der Gemeindediener angewiesen, in Christi nach dem Rechten zu sehen. Nun war die Lehrerin noch viel gehässiger, denn sie mußte mir sogar das Schulradio zur Verfügung stellen. Im zweiten Schuljahr erhielt ich Inspektion aus Bozen. Inspektor Heinz Deluggi, der das Gesangsbuch für die Schulen herausgegeben hat, besuchte die Schüler in ChristI. Er war zufrieden mit meiner Arbeit und bat mich um mein Vorbereitungsheft - er hatte es als in Ordnung befunden. Jeden Kriegssommer fanden hintereinander Schulungskurse irgendwo im Land statt. Nach zwei Jahren in Christi besuchte ich mit 32 weiteren Kursteilnehmerinnen in Innsbruck für Monate die Lehrerbildungsanstalt. Danach bekam ich auf drei Jahre eine Lehrstelle in Stuls - bis hin zum Kriegsende 1945. Es waren viele Schulkinder (56-60 Schüler); jene der 4. und 5. Klassen wurden am Vormittag, jene der 1., 2., 3. Klassen am Nachmittag unterrichtet. Es war eine strenge Arbeit mit so vielen Kindern, aber sie war dennoch schön. Mit dem Kuraten Josef Weingartner hatte ich Schwierigkeiten, er mochte mich nicht leiden. Wahrscheinlich war er eifersüchtig, weil die Schüler sich mir gegenüber - mehr als bei ihm - sehr anhänglich zeigten. Nachdem ich außerhalb des Unterrichts noch viel Zeit für die Schüler opferte, hatten mich die Kinder alle gern. Wir spielten, führten Märchen auf und feierten den Muttertag mit Liedern, Gedichten und Reigen. Im Mai 1944 bereitete ich auch das Märchen .Hänsel und Gretel" zum Muttertag vor. Es war eine große und mühevolle Arbeit, bis alles vorbereitet war. Die Feier sollte im Schulhaus stattfinden. Am Samstag kehrte ich mit meiner jüngeren Schwester Tresl, die bei mir in


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 4 / Nr. 8

Stuls zur Schule ging, heim, um am Sonntag zur Feier des Muttertages wieder in Stuls zu sein. Als ich die Schulstube betrat, nahm es mir fast den Atem vom Geruch in der Klasse: Es waren die Wände mit Menschenkot beschmiert; das mit großem Fleiß aufgebaute Hexenhaus lag weit unten im Feld im tiefen Gras; die Mützchen für die sieben Zwerge waren zerrissen. Ich war fassungslos über eine solche Gemeinheit. Niemanden konnte ich verdächtigen, außer zwei Burschen, die nicht eingerückt waren. Aber ich äußerte jemandem meinen Verdacht, und diese Person leitete ihn weiter. Etwa 40 Jahre später wanderte Eva, meine Tochter, mit mir nach Stuls. Auf dem Weg zum Zipper begegneten wir Gufler Anton (Untersteiner Tonig) und

Ehe ich aber von dieser Sache in Kenntnis gesetzt worden war, ereignete sich noch folgendes: Als in den 50er Jahren die Stuller an einem Bittag nach Glaiten bitten gingen, lud ich Hochwürden nach der Messe zum Tee ein. Als ich später durch Anton von dieser Gemeinheit erfuhr, war ich entsetzt über so viel Bosheit. Daß ich für diesen Himmelsmann keinen Respekt mehr übrig hatte, kann sich jeder denken. Nach dem Zusammenbruch kam auch das Schulende. Ich verabschiedete mich von den Stuller-Kindern, wobei einige weinten. Inzwischen erteilte ich einigen Bozner Kindern in St. Konstantin bei Seis Privatunterricht. 1948 bekam ich eine Lehrstelle in einer 1. Klasse in Kastelruth, und nach dieser Zeit unterrichtete ich drei Jahre in

Lehrerin Rosa Pöll-Klotz macht ein Erinnerungsbild von den Schülern aus Ulfas mit Lehrer Hermann Koffer, Schuljahr 1941/42

anderen. Wir grüßten uns, und er bat mich, auf die Seite zu gehen, denn er sei ein sterbenskranker Mann und hätte mir etwas zu sagen, bevor er sterben würde. Voll Mitleid hörte ich mir an, was er zu sagen hatte: In jener Nacht, als im Schulhaus jene Schweinerei passiert war, war er mit Josef Raffl (Goster) unterwegs. Als sie beim Schulhaus vorbeikamen, hörten sie im Inneren Geräusche. Sie legten sich auf der "Ohnewond" ins Gras und beobachteten, was da los war. Nach einiger Zeit kam ein Mann mit einem Kübel in der Hand und stieg über das äußere Stiegenhausdach beim Gangfenster ins Schulhaus ein. Bald darauf kletterte er wieder heraus, schloß das Fenster von außen so, wie ich es am Samstag zum Lüften offengelassen hatte, sprang vom Vordach, stieg über den Feldzaun und verschwand im Widum. Die beiden nächtlichen Beobachter staunten nicht wenig über eine solche Niederträchtigkeit, als Josef von seinen jüngeren Geschwistern, die an der Feier beteiligt waren, erfuhr, was im Klassenzimmer angerichtet worden war. Den Verdacht, den ich gegen sie hegte, wollte er nun auf der Stelle loswerden.

St. Oswald, einer kleinen Fraktion von Kastelruth. Da diese Schule ganz vernachlässigt war, gab es viel zu tun. Die Kinder kamen fleißig, nur mit dem Italienischunterricht gab es Probleme: Im ersten Schuljahr erschien der Lehrer sehr selten. Im zweiten Jahr sollte ein neuer Lehrer den Unterricht gestalten, aber dieser tauchte gar wochenlang nicht auf. Eines Tages stand in einer eigentlich vorgesehenen Italienischstunde plötzlich der italienische Inspektor auf, und er zeigte sich erstaunt darüber, daß ich deutsch unterrichtete. Was los wäre, wollte er wissen. Kein Kind hatte eine Übung im Heft. Er geriet aus der Fassung und verließ mit Gruß die Klasse. Etwa 14 Tage später erschien der italienische Direktor, und die Situation war noch immer dieselbe. Ich lehrte die Kinder, den Namen und das Alter auf italienisch zu nennen, und alles andere berührte mich nur wenig. Nur hatte ich einen Ärger, weil die schönen Herren Lehrer lieber in Seis und Kastelruth unterrichteten als in diesem einsamen Ort. Es kam der März, und mit ihm war der Besuch der sehr gefürchteten Frau In-

spektor Luise Waldner angesagt. Während der Herr Kurat verpflichtet wurde, die erste Schulstunde zu halten, mußte ich zur Kastelruther Haltestelle laufen und die Inspektorin abholen. Angekommen, lud ich sie erstmal in meine Küche zum Tee ein, und sie meinte, aus mir würde einmal eine gute Hausfrau. "Hoffentlich ist sie mit meiner Arbeit in der Schule genauso zufrieden", dachte ich und hatte schon ein wenig Herzklopfen. Als ich aber vor den Kindern stand, war alle Angst verflogen. Sie folgte dem Unterricht und überprüfte mein Vorbereitungsheft, in welchem ich außerdem für jede ausgefallene Italienischstunde einen Randvermerk gesetzt hatte. Sie verlangte auch die Schulhefte sowie das Jahresprogramm. Dann begann sie, die Leitung des Unterrichts zu übernehmen; sie war einzigartig im Vortragen, sehr gescheit und hatte viel Erfahrung als ehemalige Lehrerin an einer höheren Mädchenschule in Bozen und als Lehrerin, die in andere Provinzen Italiens versetzt worden war. In voller Zufriedenheit verließ sie die Klasse. Außer der Empfehlung, daß ich bei einem solchen Zeitangebot einige Naturkundestunden einschalten sollte der Weiher in nächster Schulnähe böte eine gute Möglichkeit - hatte sie nichts auszusetzen. Nun ging es aber auf mit dem Italienischlehrer! Meine Notizen im Vorbereitungsheft hatten Wunder gewirkt. .Finalmente un orario fisso" , stellte er fest und wollte mich der Anzeige bei den Vorgesetzten verdächtigen. Nun stellte ich ihn zur Rede und wollte wissen, wer hier was vernachlässigt hatte. In den restlichen Wochen erschien er dann, wenn auch sehr aufgebracht, weil die Kinder nichts verstünden. "Unterrichten Sie, dann werden die Schüler etwas können", sagte ich. Auch in St. Oswald spielte ich mit den Kindern Theater, sang viel und unternahm jedes Jahr einen schönen, unvergeßlichen Maiausflug (Krippenschau in Brixen, für alle Schüler eine spendierte Fahrt nach Mitterolang plus Essen, Reise zum Gardasee mit einer Kastelruther Klasse). Als ich St. Oswald aufgrund meiner Heirat verließ, stand in der Tageszeitung "Dolomiten" ein herzliches Dankeschön an die gute Lehrerin, die uns nun verläßt. Rosa Pöll-Klotz

Erscheint dreimonatlich. - Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Eigentümer und Herausgeber: Gemeinden Moos, SI. Leonhard und SI. Martin in Passeier. Vertreten durch den Bürgermeister von St. Leonhard, Dr. Konrad Pfitscher. Redaktionskomitee: Kurt Gufler, Robert Haniger, Greti Khuen, Josef Kofler, Karl Lanthaler, Dr. Albin Pixner, Or. Arnold Rinner, Dr. Karl Spergser, Sepp Öltl, Gottfried Zagler Druck: Hauger-Fritz,

Schlanders-Meran

Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Oswald Waldner


Seite 5 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Lesen und Vorlesen - (k)eine Kunst Wenn ein Kind das erste Schuljahr hinter sich hat, Flöte spielt, zur Gruppenstunde geht oder im Fußballverein aktiv wird, sollte auch das Lesen zur Selbstverständlichkeit werden. Doch zu weIchem Zeitpunkt wird ein Kind zum Leser, und wie kann die Freude am Lesen geweckt bzw. bewahrt werden? Es gibt Kinder, die sich von Anfang an für das Lesen begeistern, die geradezu begierig jeden neu erlernten Buchstaben in sich aufsaugen und die es mit Freude erfüllt, wenn sie sich in der geheimnisvollen Welt des Geschriebenen Schritt für Schritt besser zurechtfinden. Kinder, die schon früh sichere Leser

derbüchern oder lassen sich vorlesen. Hier wird auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich: Im allgemeinen lesen Mädchen vor und während der Pubertät lieber als Buben. Daß dieses Phänomen auch im Passeier anzutreffen ist, zeigt die Statistik am Beispiel der Bibliothek St. Leonhard: Was die erzählende Literatur (Belletristik) betrifft, ist die Lesefreudigkeit der Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren rund dreimal so hoch wie jene ihrer männlichen Altersgenossen; bei Sachbüchern ist das Verhältnis ausgeglichener (etwa 1 : 1,5 zugunsten der Mädchen). Mädchen schließen sich eher ab,

sind, haben ihren Altersgenossen einiges voraus: Sie können sich mündlich und schriftlich besser ausdrücken, lernen leichter und entwickeln Phantasie und Kreativität. Lesen läßt Bilder im Kopf entstehen, läßt Freiraum für eigene Gedanken, ja: Lesen beflügelt. Manche Kinder sind bereits mit acht Jahren urteilsfeste Leser, andere blättern mit zehn noch am liebsten in Bil-

schmökern in gemütlicher Einsamkeit oder mit der besten Freundin zusammen. Buben dagegen haben im allgemeinen einen stärkeren Bewegungsdrang, tummeln sich lieber auf dem Sportplatz und haben weniger Muse zum Lesen. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind eine Tatsache, und ich finde, man sollte sie respektieren. Wohl aber können Eltern versu-

chen, ihrem Kind das Lesen schmackhaft zu machen, wobei deren Vorbildhaltung nicht unwichtig ist: Je mehr sich der Erwachsene mit Büchern beschäftigt und sie in seinen Alltag miteinbezieht, desto mehr Bezug wird auch das Kind zur Literatur haben. Möglichkeiten der Leseförderung gibt es viele - eine davon ist das Vorlesen, von dem im folgenden die Rede sein soll. Die meisten Kinder begrüßen es, wenn ihnen vorgelesen wird, und wir sollten ihnen diesen Genuß nicht vorenthalten. Auch dann nicht, wenn sie bereits selbst lesen können. Denn Kinder machen immer wieder die Erfahrung, daß die Geschichten, die sie selbst - mehr oder weniger mühsam - lesen, längst nicht so interessant und spannend sind wie jene, die ihnen flüssig vorgelesen werden. Damit die Erstleser in dieser Zeit nicht die Lust an der Literatur verlieren, sollte man nicht zu früh damit aufhören, ihnen vorzulesen - nur weil sie bereits selbst alle Buchstaben umsetzen können. Am besten wäre es, die Vorlesestunden zu einer festen Familiengewohnheit zu machen, beispielsweise regelmäßig abends als "Betthupferl". Ein gemütliches, kuscheliges Plätzchen sorgt für die richtige Atmosphäre. Es gibt für jedes Alter die passende Literatur: großflächige Bilderbücher für die Kleinsten - längere Geschichten (eventuell in Fortsetzungen) für reifere Kinder, wobei sich Familiengeschichten, Tiergeschichten, phantastische Erzählungen, Märchen, Sprachspiele, Sachbücher ... je nach Geschmack abwechseln können. Man achte bei der Auswahl auf gute, klare Illustrationen, denn sie unterstützen das Verständnis des Gelesenen. Besonders wichtig ist es, sich nach dem Vorlesen die Zeit zu nehmen, mit dem Kind über die Geschichte zu sprechen, Bemerkungen und Fragen zuzulassen und den Inhalt somit zu vertiefen. Auch Zwischenfragen, die während des Vorlesens auftreten, sollten nicht als Störung, sondern als Anregung verstanden werden. Und noch etwas: Vorlesen kann jeder! Die Mutter braucht ihre Stimme nicht extra zu schulen und je nach Person zu verstellen. Im Gegenteil: Es ängstigt viele Kleinkinder, wenn Mama plötzlich wie eine Hexe spricht oder aufgeregt schreit. Noch sind die Kinder nicht imstande zu begreifen, daß ihre Mutter eine Rolle spielen und eine Person charakterisieren will.


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 6 / Nr. 8

Viel wichtiger ist es, den Text vorab einmal durchzulesen, damit der Verlauf der Handlung bekannt ist, um an der richtigen Stelle richtig zu betonen bzw. Spannungsmomente sinngemäß wiederzugeben. Kinder merken sofort, wenn der Erwachsene während des Lesens nicht bei der Sache ist! Ein Problem, das sich hierzulande stellt, ist die Abweichung zwischen dem vertrauten Dialekt und der für das Kind ungewohnten Hochsprache. Das originalgetreue Vorlesen in der Schriftsprache stellt eine Forderung an das Kind: Es verlangt ihm mehr Konzentration ab als der familiäre Umgangston. Und gerade hier zeigt sich die Wichtigkeit der Illustrationen in Bilder- und Geschichtenbüchern: Sie sind Stützen zum Verständnis des Gehörten, denn sie geben den Kindern Zeit, den Inhalt gedanklich in ihre eigene Sprache zu "übersetzen". Vorlesen bedeutet für Kinder viel mehr als nur das Hörbarmachen von Ge-

schichten. Vorlesen ist Vermittlung von Wissen und Gefühlen. Kinder lernen, Zusammenhänge zu verstehen und bekommen Einblick in Bereiche, in denen sie selber keine Erfahrungen sammeln können. Eine Vorlesestunde ist eine Zeit der Entspannung, in der das Kind die volle Aufmerksamkeit und Zuwendung durch einen Erwachsenen genießt. Regelmäßiges Vorlesen kann eine nachhaltig beruhigende Wirkung auf nervöse und aggressive Kinder haben; es ermöglicht, ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben. ... und wenn Eure Kinder eines Tages alle altbewährten Geschichten aus Omas Bücherschrank in- und auswendig kennen und bei Schneewittchen gelangweilt die Augen verdrehen, denkt daran: Es gibt auch uns Bibliotheken mit einem spannenden Angebot! G.K.

Bestsellerlisten : Lesebarometer oder Werbeinstrument? Tagtäglich werden wir alle von Werbung bombardiert, und wenn wir auch tapfer leugnen, uns davon nicht allzusehr beeinflussen zu lassen, so sind wir alle mehr oder weniger folgsame Kinder des Werbezeitalters. Auch das Buch und das Lesen sind davon nicht ausgenommen. Lesen kann prestigefördernd sein wie der Mercedes-Stern oder das Lacoste-Krokodil. Das funktioniert jedoch nur, wenn über ein Buch mit anderen geredet werden kann. Bestsellerlisten leisten hier eine wichtige Orientierung, denn sie lassen den Leser wissen, ob er mit seiner Lektüre im Trend ist. Dem Buchhändler und dem Bibliothekar verraten sie natürlich, was er unbedingt vorrätig haben soll. Wie werden nun Bestsellerlisten erstellt? Die bekannteste, die "Spiegel-Bestsellerliste", wird von der Zeitschrift "Buchreport" (gehört dem Harenbergverlag) erstellt. .Buchreport" trifft eine Auswahl von 60 Buchtiteln, die an ausgewählte Großbuchhändler verteilt wird, die dann angeblich in ihrer Buchhandlung die meistverkauften aktuellen Bücher auswählen. Bei einem solchen System kann Manipulation natürlich nicht ausgeschlossen werden. Die Verlage haben

oft große Summen in ein Buch investiert, und ein Platz in der Bestsellerliste ist fest einkalkuliert und meist sehr absatzfördernd. Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, daß die Buchhändler gerne solche Bücher als Bestseller melden, die sie gerne selbst verkauft hätten, weil sie - in der Hoffnung auf ein gutes Geschäft - viele dieser Bücher eingekauft hatten. Weiters ist zu bedenken, daß nur Buchhandlungen in großen Städten berücksichtigt werden; auf dem Land, beispielsweise im Passeier, werden, wie die Erfahrung zeigt, ganz andere Bücher als in der Stadt bevorzugt. Bücher, welche über Jahre gut verkauft werden, ohne aber in einer bestimmten Zeitspanne einer besonders starken Nachfrage zu unterliegen, bleiben in diesem System unberücksichtigt, so wie übrigens auch Koch-, Schul- oder Kinderbücher. Abschließend kann gesagt werden, daß Bestsellerbücher nur sehr bedingt jene Bücher sind, die sich tatsächlich am besten verkaufen. Am ehesten sind sie .Meinunqsrnache der eher billigen, aber verläßlichen Sorte. Sie teilen dem prestigebewußten Leser mit, welches Buch er lesen sollte, damit er mitreden kann". (Franz Zeller) G.Z.

In der letzten .Passelrerblatr'-Ausgabe hat sich der Fehlerteufel in zwei Gedichten von Anna Lanthaler eingeschlichen. Wir bitten um Nachsicht und geben die beiden folgenden Texte hiermit in korrekter Form wieder:

Blaibmr bin Antonius Eheinstitut,

Partnerring

a pißI riskant alls zomm des Ding. Aa nit grad a wolf/ine Ongilegnhait und an Partnr drwischn wia an Ofnschait. Blaibmr gschaidr bin Antonius

a

Kerze,

an

Roasnkronz

und

Schluß. Obr a Manndl,

a Waibile mit Ga-

rantie, nit lai schian herschaugn afn Fotografie.

**************************

Noch die GimuaneWooln Dr Ausschuß isch ingschossn ogschossn wert iaz.

's Glick an Straifschuß zi kriagn seil hott woll aniads.


Seite 7 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

• Anfallende Arbeiten im Jugendtreff (Öffnungszeiten mit Aufsicht, Verwaltung, Büroarbeiten usw.)

"Ganz Passeier in Blau" oder "Ob der Mond sich wohl lohnt?" Viele eingefleischte Passeirer empfanden es zuletzt oft als fatal, es ist ihnen hier zu langweilig, es fehlt der Megaskandal. Nur immer über die anderen lästern und die Nachbarn stressen, das kannst auf die Dauer auch vergessen! Das Tischlrucken und sonstiges spirituelles Gebaren lockt heute kaum noch hinter dem Ofen hervor in Scharen. Prinz Charles ist fad, weit weg ist Lady Di, die Prinzeß, in Passeier regierte allzu lang die Tristeß. Doch ein erhabener Schein, ein blauer Schimmer, ein unscheinbares Buch verirrte sich in einige Wohnzimmer. Erst nur vertreten in erlesenen Zirkeln und intimen Kreisen, erreichte es auch Otto Normalverbraucher, die Möchtegerne und Weisen. Das Mond-Kalenderbuch schlug bei der holden Weiblichkeit wie eine Bombe ein, seitdem behaupten viele Männer, es ist zuhaus nicht mehr fein. Jäten um Mitternacht, essen nur mehr um vier Uhr in der Früh, so schlecht ging's so manchem wohl noch nie. Haareschneiden ist nur bei gewissen Zeichen angebracht, die Glatze muß verschwinden, wär' doch gelacht! Fruchtbarkeitszeichen beachten, Betten lüften, Fingernägel maniküren und die allzu behaarten Beinchen rasieren, das geschieht nur noch an begnadeten Tagen dagegen etwas einzubringen, wer kann es wagen? Nur ganz im stillen trau' ich mich verängstigt zu denken: Hoffentlich will nicht mir jemand so ein Mondbuch schenken! Dr seil Uane

Jugendservice Passeier Rückblick und Vorschau Tätigkeitsprogramm von November 1994 bis Dezember 1995: • Erarbeitung und Veröffentlichung eines grundsätzlichen Konzeptes für den Jugendservice mit Leitbild, Zielen, Aufgabenbereichen usw. • Ausflug ins Schnalstal zum Skifahren und Snowboarden • Jungbürgerfeier 1994 in St. Leonhard (Vortrag, Filmaufnahmen, S.I.A.E.-Arbeiten usw.) • Abenteuerausflug nach Branzoll • Weihnachtsjugendwoche • Projekt Alkohol: Teilnahme an verschiedenen Versammlungen in St. Leonhard; Gestaltung eines Briefes, verschickt an alle Familien in St. Leonhard mit Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren. Organisation eines Vortrags über das Thema Alkoholismus im Vereinssaal von St. Leonhard. Brief an den HGV und Wirtschaftsring, um das Problem der Parties zu klären. Mithilfe bei der Organisation eines Zeichenwettbewerbes in der Mittelschule von St. Leonhard. • Zusammenarbeit mit der Jugendinformationssteile "Young & Direct" • Organisation eines Rockkonzertes im Jugendtreff

• Faschingsfeier für Volks- und MitteIschüler in St. Leonhard • Skiwoche im Ahrntal vom 27.02.95 bis 04.03.95 • Caritas-Einschreibungen für die Ferienkolonien in Caorle (in allen drei Gemeinden) • Organisation einer Party im Jugendtreff • Miniplaybackshow im Vereinssaal von St. Martin • Organisation eines lateinamerikanischen Konzerts im Jugendtreff • Diavorträge im Jugendtreff • Aktion Mittelschulabgänger • Open-Air-Kino über die Sommermonate • Organisation einer talweiten Dartsmeisterschaft mit Finale beim Dorffest • Mithilfe beim Dorffest in St. Martin • Aktion "Dritte Welt" in Zusammenarbeit mit der Bibliothek St. Leonhard und der Gesellschaft für bedrohte Völker • Erstellung eines Filmclub-Programms • Fahrt nach München-Dachau • Jungbürgerfeier 1995 in St. Leonhard • Militär- und Zivildienstberatung • Flohmarkt in St. Leonhard • Teilnahme an verschiedenen Sitzungen

Programm für 1996: • Öffnungszeiten mittwochs im Jugendtreff • Dorffest St. Martin • Jungbürgerfeier 1996 • Faschingsfeier • Spiele-Woche • Schulbüchermarkt • Filmvorführungen • Party oder Open-Air • Vorbereitungstreff der SKJ für das Europäische Jugendtreffen • Caritas-Einschreibungen für Ferienkolonien • Militär- und Zivildienstberatung • Mittelschulaktion • Radelquiztour • Flohmarkt • Skiwoche in den Semesterferien • Ausflüge an Wochenenden - Änderungen

vorbehalten

-

Ich hoffe, mit diesen Angaben eine gewisse Übersichtlichkeit und Durchschaubarkeit in bezug auf die Tätigkeiten des Jugendservice Passeier dargelegt zu haben. Der Leiter des Jugendservice Passeier Harald Ladurner

"Suche - Biete an"

Biete an: Skianzug (Gr.164), Ski hose (Gr. 40), Windjacke (Gr. 164), Ski (1,40m / 1,90m), Skischuhe (Gr. 40-42), kleine Rodel, Game-Boy-Kassetten, verschiedene Spiele und Spielsachen zu verkaufen. Tel. 64 38 44 Skischuhe in verschiedenen Größen, Atomic-Ski in verschiedenen Längen, alles in gutem Zustand, zu verkaufen. Tel. 65 63 63 Suche: Handwerklich begabter Lehrling oder Lehrmädchen gesucht. Firma VOLGGER FUSS-ORTHOPÄDIE, Tel. 64 35 28

Mitteilung des Computerclub Passeier: Personen, die sich für Internet interessieren, können sich für nähere Auskünfte an die Bibliothek St. Martin, Tel. 641676, wenden. Computerclub

Passeier


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 8 / Nr. 8

Schwarzarbeit lohnt sich nicht

Jahresversammlung

der KVW-Ortsgruppe St. Leonhard mit einem Vortrag von Josef Stricker zur Rentenreform

Am Freitag, den 27. Oktober, hielt die KVW-Ortsgruppe St. Leonhard im dortigen Vereinssaal ihre Jahreshauptversammlung ab, wobei auch Neuwahlen des Ausschusses anstanden. Nach der Begrüßung durch die Obfrau Marianne Mayr gab Schriftführer Michael Pichler einen Überblick über die umfangreiche Tätigkeit der zu Ende gehenden Arbeitsperiode, die neben verschiedenen sozialen Angeboten und Aktionen (Tauschaktion, Kaffee-Äpfel-Messekarten-Aktion verbilligtes Einkaufen) einen Schwerpunkt in der Weiterbildung in Form von Kursen, Vorträgen und Seminaren gesetzt hatte. Eingenommene Geldbeträge wurden zum Teil in Form von Spenden an notleidende Mitmenschen weitergereicht. Daß der soziale Einsatz im kleinen wichtig und notwendig ist, betonte auch Bürgermeister Konrad Pfitscher: "Wenn man unser Dorf aus der Vogelperspektive betrachtet, so ist man von der Schönheit überwältigt; schaut man in die Häuser und in die Menschen hinein, so findet man jedoch viele versteckte Sorgen und Nöte, die es gemeinsam zu bewältigen gilt." Auch Sozialassessor Albin Pixner ermunterte die Teilnehmer, sich nicht in die Not zu verkriechen, sondern die Hilfe der verschiedenen Dienste im Tale zu beanspruchen. Beide dankten den Verantwortlichen für die zahlreichen Initiativen und hoben die Wichtigkeit des Patronates und der KVW-Altenpflege "hervor, Mit besonderer Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden den Ausführungen von Josef Stricker über die kürzlich verabschiedete Rentenreform. Dabei betonte er, daß Arbeiter, die bis Ende 1995 über 18 Beitragsjahre aufweisen können, verschiedene Übergangs- und Sonderregelungen in Anspruch nehmen können. Betroffene sollten sich beim Patronat gen au über die eigene Situation informieren. Besonders wichtig und weitreichend erscheinen die Aussagen über die Rentensituation all jener, die am 31.12.95 weniger als 18 Beitragsjahre aufweisen bzw. erst zu arbeiten anfangen. In Zukunft gilt nämlich die Formel, daß man um so mehr Rente bezieht, je mehr eingezahlt wird. Daher ist es für die Arbeitnehmer wichtig, dafür Sorge zu tragen, daß man versichert ist, daß der gesamte Lohn auf dem Lohnstreifen aufscheint und daß auch auf den gesamten Lohn die Beiträge eingezahlt

werden. Wer sich mit Schwarzarbeit zufriedengibt, muß damit rechnen, daß er im Alter von einer Hungerrente leben muß. Die Pensionsgrenze wird in Zukunft flexibel sein, d.h. man kann frühestens mit 57 und spätestens mit 65 Jahren in Rente gehen. Je später man geht, um so höher wird die Rente für den Rest des Lebens. So werden beispielsweise bei einer Pensionierung mit 57 Jahren 4,7% der eingezahlten Rentenbeiträge als Jahresrente ausbezahlt. Dividiert man diese Summe durch 13 (Monate), so erhält man die persönliche Monatsrente. Mit 65 Pensionsjahren erhöht sich der Prozentsatz auf 6,13 %. Die Rentenreform sieht eine absolute Gleichheit zwischen Mann und Frau vor, wobei der Frau für jedes Kind sechs Monate Rentenbeträge gutgeschrieben werden. Ab dem Jahr 2000 sind mindestens 20 versicherte Jahre für eine Rente nötig. Die Arbeitslosenzeit wird weiterhin angerechnet, allerdings stehen die gutgeschriebenen Beträge noch nicht fest. Für nähere Informationen steht das Patronat KVW zur Verfügung. Die Versammlung endete mit den Neuwahlen des Ausschusses, welche nach der internen Amtsverteilung folgendermaßen aussieht: Ortsleiterin: Pixner Mayr Marianne Stellvertreter: Haller Hans Frauenvertreterin: Pöhl Königsrainer Zita Witwenvertreterin: Schweigl Gufler Olga Jugendvertreter: Karlegger Thomas Schriftführerin: Tschöll Christine Kassier: Moosmair Albert Beiräte: Gurschier Ennemoser Annelies Pixner Gögele Veronika Pfitscher Gufler Notburga Kofler Johann Pirpamer Adolf Heel Hauser Rosa Pixner Pichler Maria Kooptiert: Walzl Ww. Pixner Rosa Pöhl Hofer Evi Geistlicher Beirat: P. Theo Neuking

A.p.

Auf der Spur bekannter im Ausland:

Passeirer

Die Schriftstellerin Rosina Zipperle

Rosina Zipperle, geb. in Moos in Passeier am 12. Juni 1946

Im .Passeirerblatt" Nr. 2/93 haben wir auf die aus Stuls gebürtige Künstlerin Rosina Zipperle hingewiesen und von ihrem künstlerischen Werdegang berichtet. Rosina lebt und wirkt in St. Augustin bei Bonn und ist anfangs durch ihr künstlerisches Schaffen in Passeier und in St. Augustin aufgefallen. Ein Schaffen, das unsere Augen aufleuchten läßt durch die Transparenz ihrer Bilder, weiche die Menschen auf ihren inneren Lichtgrund in allen Dingen hinweist. Seit 1993 lernten wir Rosina als begabte und tiefgründige Schriftstellerin kennen. Gleich ihr erstes Werk "Zum Lichtgrund der Seele - Wege zur Transparenz", erschienen 1993 im Via Nova Verlag in Petersberg, entpuppte sich als ein schriftstellerischer und verlegerischer Volltreffer. Man hält sich das Werk in unmittelbarer Nähe wie eine bevorzugte Bibelausgabe: Jeder Satz, jede Abhandlung dringt tief in die Seele ein, vergleichbar mit den Aussagen von Rosinas Landsmann Dr. Josef Ennemoser (1787-1854) aus Rabenstein in Passeier. Noch während der nie endenden Lektüre "Zum Lichtgrund der Seele" überrascht uns Rosina mit ihrem zweiten Band "Im Kraftfeld spiritueller Energien", in dem die Autorin souverän ihre persönliche Lebensphilosophie bekanntgibt und den erstaunten Leser beglückt daran teilhaben läßt. Das Werk eignet sich für eine persönliche Meditation sowie für eine gemeinsame Lektüre in der Kleingruppe. Es kann über den heimischen Buchhandel oder direkt über den Verlag Via Nova, Neißerstr. 9, D-36100 Petersberg, bezogen werden. Wir Passeirer gratulieren unserer Rosina zum guten Gelingen beider Bände und danken ihr für die uns vermittelte Spiritualität. Heinrich Hofer


Seite 9 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Geburtstagsschießen für Hans Schwarz sen., Dorfbauer Das Ehrenmitglied der Sportschützengilde St. Martin in Passeier, Hans Schwarz, feierte seinen 85. Geburtstag. Dies als Anlaß, veranstaltete die Gilde ein Geburtstagsschießen, und der Jubilar stiftete eine schöne Scheibe dazu. Den Ehrenschutz übernahmen Landeshauptmann Luis Durnwalder und Bürgermeister Hermann Pirpamer. Durnwalder übermittelte schriftlich seine Glückwünsche, da er verhindert war. Im Rahmen einer kleinen Feier, die von einer Bläsergruppe der Musikkapelle St.

Martin musikalisch umrahmt wurde, überbrachten die Ehrengäste dem Jubilar ihre Glückwünsche. Bezirksoberschützenmeister Manfred Kofler begrüßte Altlandeshauptmann und Ehrenlandesoberschützenmeister Silvius Magnago, Bürgermeister Hermann Pirpamer, Landesoberschützenmeister Karl Gasser, die Schützinnen und Schützen und natürlich den Jubilar Hans Schwarz sen. In seiner Ansprache hob er besonders dessen Verdienste im sportlichen Schießwesen hervor, wofür der Jubilar vom Verband der Südtiroler Sportschützen mit dem goldenen Verbandsabzeichen geehrt und mit dem Buch der Schützenscheiben von Oberbozen beschenkt wurde. Pirpamer betonte in seiner Ansprache die ehrenamtlichen Tätigkeiten in Politik, Wirtschaft und Vereinsleben. Magnago unterstrich die Worte seiner Vorredner und fügte weitere Leitsätze zum Schießsport und seine persönlichen diesbezüglichen Erfahrungen hinzu. Bevor Magnago das Geburtstagsschießen eröffnete, bedankte sich der Jubilar allseits und ergänzte: "Fünf Jahre braucht ein Schütze, bis er trifft, 20 Jahre braucht er, bis er versteht, daß er nichts mehr trifft." Nach der offiziellen Eröffnung des Schießens begann der Ernst des Wettkampfes, der in sehr zufriedensteliender Weise verlief, erzielte doch Silvius Magnago mit 140 von 150 möglichen Ringen das Eichenlaub und der Jubilar gar mit 382 von 400 Ringen das Meisterabzeichen. Hermann Pirpamer konnte mit den beiden Veteranen zwar nicht mithalten, versprach aber, einmal

zum Üben zu erscheinen. Karl Gasser mußte feststellen, daß ohne eigene Schießausrüstung die Treffsicherheit stark beeinträchtigt wird. Bei fröhlicher Runde mit reichhaltigem Buffet, Gesang und Gered beendete man den gemütlichen Abend. Allen Gönnern, Teilnehmern und Mitarbeitern dieses Freischießens sei auf diesem Wege gedankt. Mögen dem Jubilar Hans Schwarz noch viele gesunde Jahre beschieden sein.

Chronik der ehrenamtlichen Tätigkeit von Hans Schwarz sen.: Über 30 Jahre Mitglied der Südtiroler Volkspartei, zusätzlich zehn Jahre in der Bezirksleitung, 13 Jahre als Obmann in der Ortsgruppe St. Martin, über 25 Jahre Mitglied des Gemeinderates von St. Martin, davon zehn Jahre im Ausschuß,

über 20 Jahre Präsident der Bauernkrankenkasse, über 13 Jahre Ortsobmann des Bauernbundes und acht Jahre in dessen Bezirksausschuß, über 30 Jahre bei der Passeirer GerichtsalmenInteressentschaft, davon 17 Jahre Präsident des Bonifizierungskonsortiums, über 35 Jahre im Heimatpflegeverein Passeier als Ausschußmitglied, ab 1980 auch im Bezirk, 58 Jahre Jägerverein, davon 16 Jahre Revierleiter, 70 Jahre Sportschützenverein, wofür er vom nationalen Sportschützenverband in Rom eine Auszeichnung erhielt, 70 Jahre im Kirchenchor, davon 30 Jahre Obmann, acht Jahre in der Musikkapelle, davon zwei Jahre als Obmann, 18 Jahre Obmannstellvertreter der Sennereigenossenschaft St. Martin, drei Jahre Obmann des Aufsichtsrates der Raiffeisenkasse St. Martin und vier Jahre Obmannstellvertreter im Landesausschuß der sozialen Betreuungsstelle der bäuerlichen Bevölkerung. Manfred Kofler

Karl Gasser überreicht dem Jubilar das goldene Verbandsabzeichen

Erfolgsbereicht

des Geburtstagsschießens:

Schützenklasse: 1. Haller Thomas, Meran 2. Kofler Mike, St. Martin 3. Pföstl Bernhard, Meran 4. Kofler Manfred, St. Martin 5. Rieder Eduard, Gossensaß

146 146 146 146 145

Damen: 1. Pföstl Elisabeth, Meran 2. Außerberger Doris, Terlan 3. Zöggeler Erika, Meran 4. Prünster Elisabeth, St. Martin 5. Kofler Ursula, St. Martin

148,40 131 130,80 116 112

Hauptscheibe: 1. Rieder Eduard, Gossensaß 2. Zipperle Peter Egon, St. Martin 3. Kiem Herbert, Latsch 4. Kofler Manfred, St. Martin 5. Tammerle Karl, Vilpian

21,2 24,5 30,1 38,2 43,4

146 145 145 144 144

143 145 144 142 143 147,60 128 130 109 108 Teiler Teiler Teiler Teiler Teiler


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 10/ Nr. 8

Festscheibe: 1. Auer Raimund, St. Martin 2. Kiem Herbert, Latsch 3. Schiller Werner, Neumarkt 4. Straudi August, Welschnofen 5. Novak Helmut, Bozen

19,1 36,8 53,9 65,1 65,4

Teiler Teiler Teiler Teiler Teiler

Wir stellen aus: 3. ~ ASSEIRER ASTRO-FACHMESSE

Pa !9 ~~.

Wild scheibe: 1. Pföstl Hans, Meran 2. Kofler Josef, St. Martin 3. Kofler Manfred, St. Martin 4. Auer Raimund, St. Martin 5. Hofer Walter, St. Leonhard

90 90 90 90 90

90 90 90 89 88

90 90 90 88 88

90 90 90 86

Einheitsklasse Pistole: 1. Folie Walter, Aigund 2. Andergassen Othmar, Kaltern 3. Rieder Eduard, Gossensaß 4. Kössler Christine, Eppan 5. Zöggeler Luis, Meran

144,00 143,00 142,00 140,40 140,40

139 142 139 140 137

Veteranen: 1. Kiem Herbert, Latsch 2. Ennemoser Josef, St. Martin 3. Häser Horst, Lana 4. Tammerle Karl, Vilpian 5. Gibitz Hans, Deutschnofen

150 150 149 149 148

149 149 149 148 147

Versehrte: 1. Heel Augustin, St. Martin 2. Zipperle Peter Egon, St. Martin 3. Pichler Roland, St. Martin 4. Schön berg Herbert, Meran 5. Raich Karl, St. Martin

148 147 143 143 131

147 146 143 140 128

Schüler: 1. Ramoser Peter, St. Martin 2. Kofler Petra, St. Martin 3. Schwarz Luis, St. Martin 4. Ramoser Birgit, St. Martin 5. Pichler Peter, St. Martin

143 138 138 134 133

138 138 135 127 126

Zöglinge: 1. Ennemoser Martin, St. Martin 2. Schwarz Peter, St. Martin 3. Hofer Waltraud, St. Leonhard 4. Gufler Alexander, St. Martin 5. Plangger Dietmar, St. Martin

131 114 105 105 98

122 98 98 95 87

Der Jubilar mit einer Gruppe von Jungschützen und Schülern

l:::::I

Q~~

•

.ilirlrlrtjB'

~~~®

3. Gastro-Messe in St. Leonhard 26.-28.01.96 Passeirer Wirtschaftstreibende laden zur 3. Passeirer Gastro-Messe ein, die am Freitag, den 26. und Samstag, den 27. Jänner 96 von 15.00 bis 20.00 Uhr und am Sonntag, den 28. Jänner 96 von 10.00 bis 20.00 Uhr im Vereinshaus in St. Leonhard stattfinden wird. Eingeladen sind alle Interessierten aus dem Passeier und dem Burggrafenamt. Ein ganz spezielles Angebot steht den Fremdenverkehrstreibenden zur Verfügung, die für die Vorbereitung der kommenden Saison die beste Gelegenheit haben, sich mit allem Neuen und Notwendigen einzudecken. Wer inmitten der Umbauarbeiten steht, findet vom Stein bis zum Ziegel alles für ein standhaftes Fundament. Die richtigen Fenster und Türen werden in Passeirer Meisterwerkstätten angefertigt und von Fachleuten eingesetzt. Auch Böden und jede Art von Einrichtungsgegenständen wie Küchen, Zimmer oder Wohnräume in Holz finden Sie in großer Auswahl für Ihren Gasthof oder Ihr Haus. Dekoratives Design mit Gardinen, Pflanzen, Lampen dürfen in einem behaglichen Ambiente nicht fehlen, und in einem Ferienhaus von Qualität sind auch die technischen Geräte eingebaut, die Sie bei der Gastromesse bestimmt finden werden - ob Kühlfach oder Radio, Fernseher oder Video. Dazu kommen ideale Bekleidung und wirkungsvolle Putzmittel für die Innen- und Außenreinigung. Der Hotelier- und Gastwirteverband Passeier wird einen Restaurationsstand betreiben und kleine Gerichte mit den passenden Getränken anbieten. Auch Dienstleistungsbetriebe wie Versicherung und Fahrradservice sind mit dabei. Die Aussteller, die ausschließlich aus dem Passeiertal kommen, wünschen allen Besuchern im voraus einen angenehmen Messebummel. R.H.


Seite 11 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Jungschützen: 1. Schwarz Thomas, St. Martin 2. Mairginter Thomas, St. Martin

128 128

122 112

Altschützen: 1. Murer Sebastian, Welschnofen 2. Pedrini Franz, Frangart 3. Rancigai Hubert, Meran 4. Schiefer Franz, St. Martin 5. Haller Sepp sen., St. Martin

136 135 125 117 114

135 134 123 115 106

Senioren: 1. Pföstl Hans, Meran 2. Novak Helmut, Bozen 3. Wolcan Erwin, Blumau 4. Pircher Franz, Tirol 5. Zöggeler Luis, Meran

142 140 137 131 120

141 137 133 125

Übungsabende am Schießstand Dienstags von 19.00-21.00 Uhr Samstags von 19.00-21.00 Uhr Nächste Veranstaltungen:

St. Martin am Sportplatz:

Unter diesem

Titel ist wieder ein

Büchlein der Passeirer Mundartdich-

terin Anna Maria Lanthaler erschie-

nen. Es ist dies ihr fünfter Band in Passeirer Mundart aus der Schriften-

reihe zur Tiroler Volkskultur "Erfragt -

erlauscht - erzählt".

In allen vier veröffentlichten Büchlein

wird da und dort auf Advent und Weihnachten

Bezug

genommen,

aber dieses beinhaltet ausschließlich

Gedichte über Winter und Weihnach-

Vereinsmeisterschaft,

Schülermeisterschaft

Dem "Seppn-Luis" zum ehrenden Gedenken Als der Sommer noch warm das Tal durchstreifte, hörte ein Vaterherz auf zu schlagen. Alois Ennemoser, "Seppn-Luis" genannt, wurde am 10. August von seinem schweren Leiden erlöst. Der Luis wurde am 1.11.1928 am Seppnhof auf dem Weiler Zeppichl in Pfelders als drittes von acht Kindern geboren. Als er acht Jahre alt war, wurden ihm ein Hemd und eine Hose in ein Kopftuch eingebunden, und mit diesen Habseligkeiten mußte er als Ziegenhirt auf den Obersteinerhof in Pfelders ziehen. So vergingen die Sommer seiner Kinderjahre. Als Ziegenhirt schaute er oft von hoher Warte aus auf seine Pfelderer Heimat. Mit 16 zog er dann talaus, wurde Knecht auf Gstör über Saltaus. Zwei Jahre diente er auch am Schafflerhof in Ried. Indessen aber kam der Luis drauf, daß er zwei geschickte Hände hatte, und darum trat er in Hafling eine Lehre als Tischler an. Da entdeckte ihn eines Tages der Zimmermannsmeister, .Evile-Luis", und er sagte zum "Seppn-Luis": "Du tasch bessr zin an Zimmermann passn!" Und so wurde der Luis Zimmermann beim Eviler. Später gründeten er und Hans Prugger eine selbständige Firma. War der Luis auf dem Dach, dann ging es lustig her. Aber faulenzt wurde nicht; es flogen die Hobelspäne und die Schindeln bis zu später Stunde. Landauf, landab hat der Luis so manchen First gehoben. Eine Zeitlang war er dann auch beim Bauunternehmer Anton Raich als Tischler tätig. Als ihm die Zimmermannsarbeit aber zu schwer wurde, zog er sich in seine Werkstatt zurück und hantierte dort tagaus, tagein. Er war ein gesuchter, beliebter Tischler. Vom Möbelstück bis

Wail wiedr Wintr wert

ten. Der bunte Reigen beginnt im November, erstreckt sich dann über

Sankt Barbara, Sankt Nikolaus, Advent und Weihnachten

Silvester und Dreikönig.

bis hin zu

Im Vorwort schreibt Prof. Alfred Gru-

ber: "Es handelt sich hier um ein Büchlein, das, aus der Sicht des ein-

fachen Menschen, mit großer Innigkeit und Liebe um das Weihnachts-

geheimnis kreist und um die Menschen und Tiere, die diesem unmit-

telbar nahestanden. Es ist wahrlich ein dankenswertes

diges Geschenk."

und liebenswür-

Das Werk besteht aus 96 Seiten mit 13 Schwarz-weiß-Abbildungen.

Der "Seppn-Luis"

zum Nudelbrett, von der Brotgrammel bis zum Kehrtatl, vom Blumentrog bis zum Weg kreuz entstand alles unter seinen geschickten Händen. Manchmal, wenn die Wünsche zu anspruchsvoll wurden, kehrte der Luis seine rauhe Schale hervor und sagte: ,,1 honn nit drwail, wos muansche denn!" Aber im nächsten Augenblick kam sein guter Kern zum Vorschein, und der Luis fragte: "Bis wenne brauchsehe nor des?" Er vermählte sich 1958 mit Anna Ennemoser vom Prischerhof in St. Martin, die ihm fünf Töchter und drei Söhne schenkte, welche alle die praktischen Hände des Vaters geerbt haben. Der Luis hing sehr an seinem Heim, das er sich durch seiner Hände Fleiß selbst erbaut hatte. Als ihn Feuerwehrkameraden in Moos zu Grabe trugen, wurde er von Fischern, Imkern und Jägern, denen er einst angehört hatte, sowie von einer großen Menschenmenge begleitet. Mit dem "Seppn-Luis" ist ein Original ins Grab gesunken. Herr, laß ihn ruhen in Frieden! Anna Lanthaler

ist in den Buchhandlungen

Es

und bei

der Autorin selbst erhältlich und kostet 17.000.- Lire.

K.L.


Seite 12/ Nr. 8

Bürger über 80 Jahre: Gemeinde Moos Brugger Anna - "Zaglerin" - 01.05.1914, Pill 175 Brugger Maria - .Pustere-Motde" - 19.09.1909, Pill 136 Forcher Aloisia -" Tant-Luise" - 08.03.1910, Dorf 58 Graf Albert - "See-Albert" - 03.02.1906, Stuls 33 Gufler Aloisia - "Melcher-Luise" - 23.05.1912, Stuls 46 Gufler Elisabeth - .Heislerir:" - 14.01.1911, Pfelders 10 Gufler Filomena - "Schennerin" - 02.10.1915, Pill 157 Gufler Hermann - "Riebl-Hermann" - 28.10.1913, Rabenstein 42/A Gufler Maria - "Ebner-Moide" - 15.04.1914, Platt 78 Gögele Albert - "Schneider-Albert" - 18.02.1914, Platt 131 Gögele Filomena - "Simis-Mena" - 30.01.1909, Stuls 37 Gögele Richard - "Poster-Richard" - 28.12.1908, Platt 41 Haller Anna - .Krometer-Anne" - 08.01.1913, Platt 82 Hofer Maria - "Untersteiner-Moide" - 19.06.1912, Platt 105 Hofer Rosa - .Erschbeumerin" - 05.09.1913, Pfelders 21 Kofler Anna - .Kronetin" - 23.09.1912, Stuls 7/C Kofler Barbara - "Auf der Platte" - 23.02.1914, Dorf 99 Kofler Franz - "Jänner-Franz" - 08.09.1910, Dorf 81 Korab Stefania - "Wendlin" - 12.03.1911, Platt 134 Lanthaler Augustin - "Manger" - 21.12.1915, Rabenstein 25 Lanthaler Felix - "Lex" - 13.10.1915, Dorf 13 Mayr Josefine - .Fin!" - 15.07.1914, Platt 1 Pamer Barbara - .veitnerin" - 07.12.1914, Ulfas 9 Pöhl Barbara - .Precntl-Berbe" - 05.12.1911, Sattel 119 Raffl Theresia - .Ktotzin" - 21.05.1906, Dorf 28 Raich Anna - .Plstterin" - 28.08.1914, Dorf 99 !=laich Gottfried - "Marteser" - 22.08.1911, Pfelders 7/A Aeinstadler Balbina - "Saltnuss" - 22.05.1914, Rabenstein 42/A Santer Maria - "Ötztalerin" - 08.09.1912, Stuls 2/C Schweigl Maria - "Graßl-Moide" - 29.08.1914, Dorf 20 Schweigl Theresia - .Beutn- Threse" - 14.08.1901, Platt 118 Schweigl Theresia - "Meilerin" - 18.10.1912, Pill 153 Thaler Maria, 10.12.1913, Stuls 9 Vantsch Anna - "Tondele-Anna" - 29.07.1915, Pill 141 Vantsch Maria - .Jondelin" - 14.07.1910, Pill 161 Wilhelm Georg - "Veitn-Jörgl" - 12.05.1915, Ulfas 11 Zipperle Franziska - "Göglin" - 21.08.1908, Pill 135 Gemeinde St. Leonhard Auer Maria, 27.08.1907, Im Schaffeid 18 Augscheller Magdalena, 19.08.1912, Walten 58 Augscheller Theresia, 15.06.1902, Walten 36 Bacher Marianna, 11.05.1912, Kirchweg 40 Buchschwenter Alois, 26.09.1911, Gerberweg 14 Delucca Franz, 15.09.1915, St.-Barbara-Weg 4 Egger Hedwig, 14.10.1907, Mooserstr. 6 Egger Josef, 18.08.1911, Platzerbergweg 14 Egger Maria, 27.12.1913, Karlegg 3 Ennemoser Aloisia, 26.04.1905, St.-Barbara-Weg 4 Eschgfäller Magdalena, 09.02.1912, Kohlstatt 16 Fauner Elisabeth, 14.06.1907, Kirchweg 40 Fill Maria, 24.06.1905, Kirchweg 40 Förch Elisabeth, 21.12.1914, Passeirerstr. 42 Gamper Alois, 17.10.1907, Kirchweg 40 Gilli Wilhelm Serafin, 28.05.1901, Kirchweg 40 Gitterle Maria, 06.11.1915, Silbergasse 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Gögele Anna, 26.09.1914, Prantach 16 Gögele Filomena, 26.05.1913, Schloßweg 32 Gögele Katharina, 22.11.1912, Gänsboden 2 Gufler Anna, 26.06.1910, Gerichtsweg 5 Gufler Gottfried, 28.03.1914, Prantach 12 Gufler Maria, 11.02.1907, Kirchweg 40 Gufler Regina, 13.09.1911, Kirchweg 40 Gufler Veronika, 14.08.1910, Kirchweg 40 Haller Notburga, 24.11.1914, Walten 30 Haller Regina, 12.11.1911, Schwein steg 13 Haller Rosa, 09.07.1915, Kohlstatt 63 Heel Anton, 28.10.1907, Kirchweg 40 Heel Magdalena, 17.05.1907, Schlattach 13 Hofer Eduard, 11.03.1911, Passeirerstr. 39 Hofer Elisabeth, 07.06.1911, Kammerveiterstr. 1 Hofer Georgina, 24.10.1915, Kohlstatt 69 Hofer Maria, 07.08.1915, Walten 37 Hofer Maria, 14.11.1912, Kohlstatt 69 Hofer Notburga, 25.01.1912, Kirchweg 31 Hofer Rosa, 02.05.1904, Kirchweg 40 Ilmer Filomena, 04.06.1913, In der Kellerlahn 6 Klotz Johann, 05.02.1908, Kirchweg 40 Kofler Aloisia, 09.10.1911, Platzerbergweg 12 Langebner Filomena, 01.09.1907, Passeirerstr. 39 Lanthaler Maria, 27.11.1912, Im Schaffeid 21 Mair Anna, 01.06.1908, Schweinsteg 26 Mair Jakob, 30.07.1909, Mörre 48 Marth Anna, 24.03.1914, Mooserstr. 20 Marth Ignaz, 08.12.1906, Jaufenstr. 24 Marth Leonhard, 16.10.1912, Gomion 16 Mühlsteiger Veronika, 02.07.1912, Jaufenstr. 20 Oberprantacher Magdalena, 26.09.1909, Kirchweg 40 Pamer Maria, 07.03.1913, Kirchweg 40 Pfitscher Johann, 26.04.1914, Schweinsteg 32 Pföstl Rosa, 01.03.1910, Karlegg 5 Pichier Alois, 23.07.1911, Prantach 23 Pichier Anna, 06.03.1903, Kirchweg 40 Pichler Crescenz, 19.12.1913, Thurnfeld 13 Pichier Filomena, 12.03.1911, Kirchweg 40 Pichler Maria, 09.08.1914, Happergweg 17 Pichier Monika, 01.04.1911, Im Steinanger 14 Pichier Notburga, 17.02.1913, Schweinsteg 32 Pinater Anna, 22.04.1915, Kirchweg 40 Pircher Elisabeth, 17.05.1913, Kirchweg 40 Pirpamer Franz, 05.01.1915, Walten 1 Pixner Agatha, 13.09.1906, Kirchweg 20 Pixner Anna, 09.02.1908, Mörre 46 Pixner Filomena, 06.11.1909, Walten 25 Pixner Ignaz, 02.01.1912, Walten 47 Pixner Maria, 08.01.1914, Kirchweg 40 Pixner Rosa, 25.04.1909, Walten 50 Plattner Maria, 14.03.1908, Kirchweg 36 Plattner Maria, 21.01.1914, Schloßweg 29 Pöhl Johann, 06.05.1903, Kirchweg 40 Pöhl Josef, 16.03.1913, Schweinsteg 8 Prugger Maria, 06.03.1912, A.-Hofer-Str. 8 Prünster Aloisia, 27.05.1909, Kirchweg 40 Prünster Maria, 02.02.1911, Mörre 42 Prünster Maria, 02.05.1907, Gerichtsweg 21


Seite 13/ Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Raffl Josef, 24.09.1906, Platzerbergweg 12 Raffl Maria, 23.12.1914, In der Kellerlahn 5 Raich Anna, 23.11.1907, Schweinsteg 29 Raich Theresia, 26.01.1913, Kammerveiterstr. 37 Reinstadler Alois, 09.11.1912, Gomion 14 Reinstadler Heinrich, 19.09.1908, Am Kaserer Egg 10 Reiterer Rosa, 15.09.1914, Passeirerstr. 9 Rettl Hedwig, 06.04.1911, Kirchweg 6 Rudig Johann, 25.01.1908, Jaufenstr. 42 Sartori Irma, 21.06.1904, Kohlstatt 59 Schiefer Anna, 31.07.1012, Kirchweg 40 Schiefer Eduard, 04.12.1914, Passeirerstr. 59 Schwarz Friderika, 09.12.1914, Am Kaserer Egg 14 Schwarz Johann, 17.09.1911, Prantach 7 Schwarz Martha, 10.05.1912, Kohlstatt 4 Schweigl Anna, 01.03.1914, Gänsboden 6 Schweigl Filomena, 11.06.1915, A. -Hofer-Str. 14 Spörr Maria, 16.10.1914, Gerichtsweg 12 Stauder Filomena, 29.05.1905, Kammerveiterstr. 8 Tschöll Max, 19.04.1914, Walten 69 Tschöll Otto, 01.05.1905, Karlegg 5 Urso Biago, 03.01.1912, Im Schaffeid 18 Widmann Aloisia, 17.06.1904, Kirchweg 40 Wilhelm Jakob, 14.02.1909, Kirchweg 40 Witting Paula, 18.12.1904, Kirchweg 40 Zöggeler Ernst, 13.04.1914, Kirchweg 19 Gemeinde St. Martin Almberger Theresia, 20.08.1910, P-Mitterhofer-Str. 3 Amorth Karl, 20.12.1911, Flon-Matatz-Str. 3 Buchschwenter Anna, 03.08.1912, Trifterweg 16 Buchschwenter Elisabeth, 20.10.1914, Christlerstr. 12 Buchschwenter Maria, 18.12.1908, Trifterweg 16 Ennemoser Franz, 09.11.1914, Christlerstr. 5 Ennemoser Johann, 16.01.1913, Christlerstr. 5 Felderer Josef, 09.03.1915, Dorfstr. 14/ A Gögele Martin, 13.02.1912, Dorfstr. 16 Gufler Anton, 30.06.1915, Schießstandweg 4/B Gufler Notburga, 13.09.1912, Flon-Matatz-Str. 17 Gufler Rosa, 18.06.1911, Dorfstr. 16 Gufler Theresia, 13.04.1913, Angerweg 16/C Hittaler Ida, 21.10.1906, Dorfstr. 16 Ilmer Cäcilia Elise, 18.06.1913, Schießstandweg 2 Ilmer Georg, 05.04.1911, Wiesenweg 3 1/B Ilmer Josef, 20.03.1909, Dr.-Hillebrandt-Weg Lahner Agnes, 17.05.1914, Wiesenweg 3 Lamprecht Alois, 01.04.1908, Kalmtalerstr. 24 Lamprecht Anna, 05.01.1912, Garberweg 4 Lamprecht Josef, 05.09.1912, Kalmtalerstr. 36 Lorenz Alois, 05.04.1915, Dorfstr. 14/B Mair Alois, 14.11.1906, Trifterweg 4 Mair Josef, 24.11.1913, P-Mitterhofer-Str. 7 Malleier Maria, 23.09.1908, Riederbergstr. 30 Marth Agnes, 27.07.1906, Jaufenstr. 3 Oberhöller Maria, 28.11.1914, Dorfstr. 16 Oberprantacher Anna, 06.07.1914, Feldbauernweg 1 Pfitscher Anna Maria, 10.12.1911, Hintereggerstr. 1 Pfitscher Maria, 29.05.1910, Flon-Matatz-Str. 2 Pichler Anna, 05.11.1914, Flon-Matatz-Str. 5 Pichler Franz, 12.03.1910, Dorfstr. 16 Pichler Rosa, 24.06.1914, Dorfstr. 16 Pirpamer Frieda, 13.08.1913, Dorfstr. 40 Pirpamer Maria, 23.02.1912, Dr.-Hillebrandt-Weg 1/B Pixner Antonia, 30.09.1914, Hintereggerstr. 3 Platter Johann, 06.12.1908, Riederbergstr. 36

Platter Johann, 30.12.1906, Flon-Matatz-Str. 21 Platter Kreszenz, 07.01.1910, Riederbergstr. 16 Prünster Franz, 02.07.1911, Dorfstr. 29 Raffl Maria, 08.02.1906, Dorfstr. 22 Raich Aloisia, 06.08.1913, Trifterweg 12/ A Raich Anna, 13.05.1913, Flon-Matatz-Str. 3 Raich Anton, 22.07.1915, Riederbergstr. 1 Raich Ignaz, 14.07.1912, Flon-Matatz-Str. 6 Raich Theresia, 27.04.1907, Flon-Matatz-Str. 19 Scherer Christine, 19.12.1914, Schießstandweg 5 Scherer Maria, 18.06.1913, Dorfstr. 16 Schiefer Aloisia, 29.08.1913, Breitebnerstr. 8 Schiefer Anna, 07.04.1912, Riederbergstr. 26 Schwarz Johann, 03.05.1910, Dorfstr. 48 Schwarz Maria, 31.01.1915, Kardinal-Haller-Weg 4 Schwarz Rosa, 04.05.1913, Beda-Weber-Str. 2 Siebenförcher Fridolin, 05.01.1913, Dorfstr. 16 Stricker Aloisia, 08.08.1903, Dorfstr. 33 Theiner Josef, 24.02.1913, Garberweg 24 Verdorfer Klemens, 28.03.1910, Dorfstr. 39 Zwischenbrugger Jakob, 21.07.1910, Riederbergstr. 22 Zwischenbrugger Rosa, 27.08.1911, Riederbergstr. 3 Geburten: Gemeinde St. Leonhard Egger-Karlegger Judith, 29.10.1995, Happergweg Hofer Jennifer, 06.10.1995, Jaufenstr. 8 Pichler Elisa, 25.10.1995, Kirchweg 26 Pixner David, 02.10.1995, Walten 23

47

Gemeinde St. Martin: Haller Manuel, 03.11.1995, Dr.-Hillebrandt-Weg 9 Hofer Franziska, 05.11.1995, Feldbauernweg 17

ZIMMEREI Marth Anton Gerichtsweg 39015

18

St. Leonhard in Pass.

Tel. + Fax (0473)

656261

Ausfubrung von: *

Zimmermannsarbeiten jeglicher Art * *

Balkone

Riemen - Verkleidung


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 14/ Nr. 8

HAUSHALTSWAREN Wil'" fühl"'eV\ Wasch- lAV\d c:\eschi 1"'1"'5 pühl maschi V\eV\ folgeV\del'" t-Iel"'stellel"':

AEG - BAUKNECHT - BOSCH CONSTRUCTA - MIELE - SIEMENS ARISTON - REX

weitel"'s Kühltl"'lAheV\ bis 1400 Litel'" folgeV\del'" Mal"'keV\:

AEG - BOSCH - LIEBHERR SIEMENS - BAUKNECHT - IGNIS

D StäV\dig

Bitte

9i{~stige So~dera~gebote!

fOl"'del"'V\Sie lAV\sel"'ePl"'eise lAV\dAV\gebote

aV\!

/) Ab 15. 3äV\V\el'" 1996

KV\~de~die~st

~~d RepC\~C\tV\~e~

vo~:

Waschmaschi~e~ - KlÄhlschrä~ke - KlÄhltrlAhe~C\eschirrsplÄhlmaschi~e~ ~~d sämtlicher e:.i~baIAgeräte im RalAm Dorf Lirol bis t-Ii~terpasseier. R~fe~ Sie ~~s ei~fach a~: 39010 St. Marti~ IPasseier - Dorfstraße 36 LeI. + Fax 0473/641085


Seite 15 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Firma Prünster Franz Geträn kefach handel wünsch! allen seinen freuen Xunden eine besinnlicbe 71duenlsze1! undgule :Jeierlage. 9leicbze1!ig fteuen mir uns wieder eucb in unserem gescbäft an der f/aufenslraße

:xr. 19 W1/ihommen zu beißen.

Wir baben

uns aucb beuer mieder bemübl Xeues an We1'hnacblsgescben.ken zufinden und ein großes 00rlimenl bere1!geslell!.

Gin 23esuch Iohnl sich immer

LLAis

LA~d

Ch~istiC\~Pichle~

Bodenverlegung

u. Verkauf von:

Parkett Plastikböden, Teppich u. Verlegerplatten. Abschleifen

von Altböden u. Versiegeln auch mit biolog. Ölen.

Reinigung von Teppichen u. Polstermöbeln

39015 St. Leonhard Passeier Weingartweg 4 Tel. 0473/656210 oder 656747


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 16/ Nr. 8

Wenn Sie auf NUMMER SICHER gehen wollen ...

Lloyd Adriatico

AG

IHRE VERSICHERUNG IM PASSEIER Wenn Ihrem Leben nichts fehlt, dann sollten Sie etwas hinzufügen ... eine inflationsgeschützte Lebens-Vorsorgeversicherung ... die Sicherheit, daß es auch morgen so bleibt!

Agenturleiter:

Werner Kneissl Mooserstr. 6, Tel. + Fax 0473/656206 Öffnungszeiten: 8.00 - 12.00 und 15.00 - 18.00 Uhr Samstags nach Vereinbarung

LUngeh C\)ehgiChehunggbühO

wüngcht

aQQenCCKunden und CBÜ/{gehn deg CPaggeiehtaQeg ein bhOheg CWeihnachtgbegt

und ein unbaQQbheiegJ-ahh

1996r


Seite 17/ Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

KAUFLEUTE-HANDWERKER

XXO SECOLO für Ihre Bediensteten * Auszahlung

* mit

des angereiften Kapitals bereits bei schwerer Behinderung zur Arbeitsleistung

erhöhtem Versicherungskapital

* mit übernahme der Folgeprämien und * Rentenzahlung bei Zivilinvalidität

* auf Inflationsbasis

garantierte Mindestverzinsung

Assitalia Zusatzgarantien jeglicher Art

777677777777777777777 ich interessiere mich für: n

INA

Kaufleute - Handwerker

n

INA

XXO Secolo

n

ASSITALIA

Zusatz garantien

Schicken Sie bitte diesen Abschnitt unverbindlich an:

Sepp ÖttI, Versicherungsbüro, 39010 St. Martin i.P., Dorfstr. 57 Telefon: 0473-641770 - Telefax 0473-641780


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 18/ Nr. 8

Konfektion

Platter

St. Martin - Feldbauernweg 12

Im Dezember auch Samstag Nachmittag geöffnet. Änderungen werden gratis duchchgeführt.

HQi@:rEduard Antan Säge- Hobelwerk und Holzhandel

Berliner und Bodenbretter für Innenvertäfelungen,

sowie für Dachverschalungen, bester Qualität (Schwedenfichte),

verschiedener Länge, aus unserem eigenen Hobelwerk, zu SPITZENPREISEN. Lieferung mit eigenem LKW.

l'tf

GUFLER KOMMERZ G.M.B.H.

. Pertiqbeton

%~.%Cl-~,ztf~dd tft3V· ~ .%~en

foo/?C?cde§!;~ uad ~

enoU:.,;-6'/Z8

~

~~

t3Vh ,/ßCl-k. Yro,t' ~

Adb :Y'a/e fo a::Cz,;. ß"&/,9,9C

39015 SI. Leonhard Passeier (BZ)- Kohlstatt 80 Tel. (0473) 656375

39015 St. Leonhard/Pass. Tel. 0473/641101

- Holzländestr. 29

- Fax 0473/641193


Seite 19/ Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

AS51CURAZIONI

ITAS

Ihr Versicherungspartner im Passeiertal Jederzeit zu Ihrer Verfügung

VERSI eHER UNGSG RUPPE

Unsere Gesellschaft wurde im Jahre 1821 auf Wunsch des österreichischen gegründet.

Kaisers Franz I.

Seit dem 01. Jänner 1988 leiten wir eine Hauptagentur und verwalten mittlerweile 5.100 Versicherungsverträge von insgesamt 3.353 Kunden. In diesem Zeitraum haben wir bis heute Nr. 4.400 Schäden mit einer Gesamtschadenssumme in Höhe von Lit. 7.650. Mio. korrekt abgewickelt. Unser Anliegen ist der enge und freundschaftliche Kontakt zur Bevölkerung. Unseren Versicherten garantieren wir: Seriösität, Aufmerksamkeit, Präzision und Qualität, Information und Beratung, Beistand in allen Versicherungsfragen (inbegriffen die Vorsorgesparte), Lösungen auf Ihre persönlichen Vesicherungsfragen. Eine dauernde Betreuung im Schadensfall sowie eine sofortige und korrekte Auszahlung der anfallenden Schadensfälle jeden Freitag, gehören ebenfalls zu unserem Service.

Mit unserem Computerprogramm "BRICKS" sind wir in der Lage, Ihre zUkünftige Pension sofort zu berechnen! Bricks ist ein Gratisdienst, angeboten von uns Agenten der Versicherungs-Gruppe ITAS-EDERA VITA, der es Ihnen ermöqlicht - heute - die erhebliche Differenz zwischen Ihrem letzten Gehalt und der zukünftigen Pension zu erfahren. Wir geben Ihnen zudem Ratschläge, um auch in Zukunft Ihren heutigen Lebensstandard unverändert beizubehalten. Spar- und Vorsorgeversicherungen

bedeutet ein Höchstmaß an Sicherheit

Eine private Spar- und Vorsorgeversicherung ist eine wichtige Investition, die einen problemlosen Lebensabend frei von finanziellen Sorgen ermöglicht. Aber wenn die Spar- und Vorsorgeversicherung wirklich das bringen soll, was Sie sich von ihr erwarten, dann wenden Sie sich unbedingt an einen Fachmann, und das ist der im nationalen Album der Versicherungskaufleute eingetragene Versicherungsfachmann. Die Vorteile sollten heute jedermann bekannt sein: versichern, vorsorgen, sparen. Die private Sparund Vorsorgeversicherung ist inflationsgesichert, wertbeständig, ist nicht pfändbar, zählt nicht zu einer eventuellen Konkursmasse und ist bei Ableben des Versicherungsnehmers zudem noch erbschaftssteuerfrei . Wir sind von Montag bis Freitag und nach Vereinbarung auch samstags für Sie da. Kundenfreundliche Offnungszeiten: 8.00 - 12,30 Uhr und von 15.00 - 17.00 Uhr Eine alte Tradition für einen modernen Dienst

HAUPTAGENTUR PASSEIER - WALTER PICHLER 39015 ST. LEONHARD - KIRCHWEG 3 - Telefon (0473) 656384 - 656084 - Fax 656584


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 20 / Nr. 8

Gemeinschaftsübung der Passeirer Feuerwehren und des Weißen Kreuzes der Sektion Passeier Am 21. Oktober führte die Freiwillige Feuerwehr (FF) St. Leonhard eine Gemeinschaftsübung mit den Passeirer Feuerwehren und dem Weißen Kreuz der Sektion Passeier durch. Angenommen wurde eine Gasexplosion in der Küche des Bezirksaltersheimes in St. Leonhard und ein darauffolgender

Brand in der Küche und in den Nebenräumen mit starker Rauchentwicklung in Stiegenhaus und Eingangshalle. Als am frühen Nachmittag die Alarmierung über die hausinterne BrandmeIdeanlage ausgelöst wurde, war der Kommandant der FF St. Leonhard, Michael Schwarz, sofort zur Stelle, übernahm die Einsatzleitung und alarmierte die eigene sowie die Feuerwehren von St. Martin und Moos, gleichzeitig auch das Weiße Kreuz. Eine Gruppe von Wehrmännern wurde zur Einweisung der Rettungsmannschaften und -fahrzeuge sowie zum Freihalten der Zufahrtsstraße eingeteilt. Der erste Einsatztrupp, ausgerüstet mit schweren Atemschutzgeräten, erkundete die Lage und meldete mindestens acht zum Teil schwer verletzte Personen in den betroffenen Räumen. Die anrückenden Rettungsmannschaften begannen sofort mit der Bergung der Verletzten und der Eindämmung des Brandes. Die bereits zu Beginn der Übung eingerichtete Atemschutzsammelstelle bewältigte ihre Aufgabe in sehr übersichtlicher und kontrollierter Weise. Einsatzgruppen der FF von Saltaus, Walten, Platt und Raben-

stein wurden ebenfalls zu Hilfe gerufen. Aufgrund der Meldung einer derart hohen Anzahl von Verletzten rückte das Weiße Kreuz mit 14 Helfern, einem Arzt und drei Rettungsfahrzeugen an. Eine Sammelstelle für die Verletzten wurde im nahegelegenen Mittelschulgebäude eingerichtet und betreut.

Eine Viertelstunde nach der Alarmierung konnten die ersten von der Explosion gezeichneten Verunglückten aus dem raucherfüllten Gebäude geborgen werden. Die eintreffenden Rettungsmannschaften der alarmierten Feuerwehren begannen auf Anordnung der Einsatzleitung mit der Evakuierung der Bewoh-

ner aus den oberen Stockwerken, wobei die vorgezeichneten Fluchtwege benutzt werden mußten. Mit dem Entlüftungsgerät wurde der für die Übung erzeugte Rauch abgesaugt. Nach einer Stunde endete der von allen Beteiligten sehr diszipliniert und vorbildlich durchgeführte Übungseinsatz. Als aufmerksame Beobachter der Übung waren der Bürgermeister von St. Leonhard, Konrad Pfitscher, Bezirksfeuerwehrpräsident Hubert Eisendie, Bezirksfeuerwehrinspektor Edmund Hillebrandt, Abschnittsinspektor Anton Platter sowie der Direktor des Altersheimes, Karl Innerhofer, anwesend. Nachdem sich alle Übungsgruppen auf der Mittelschule zur dem Sportplatz Lagebesprechung eingefunden hatten, sprachen die anwesenden Behördenvertreter allen Beteiligten großes Lob und aufrichtigen Dank aus und betonten die gute Zusammenarbeit seitens der Feuerwehren und dem Weißen Kreuz. Mit einer verdienten Stärkung wurde der Übungsnachmittag abgeschlossen. Für einige Altersheimbewohner war die Übung eine aufregende Abwechslung in ihrem Alltag; sie zeigten auch Interesse an der Organisation und dem Ablauf des gesamten Spektakels. Andere hingegen ließen sich nicht beeindrucken und zogen sich eher etwas verstört zurück. Auf jeden Fall hatte sich gezeigt, daß sich die geschätzten älteren Menschen und das Betreuungs- und Pflegepersonal im Notfall auf den Schutz und die Hilfe der Wehrmänner und der Rettungsleute verlassen können. Peter Ennemoser


Seite 21 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

15 Jahre Arbeitsgemeinschaft für Behinderte (A.f.B.), Gruppe Passeier Sicher interessiert es die Passeirer Bevölkerung, welche Möglichkeiten behinderte Mitbürger in der Arbeitsgemeinschaft für Behinderte haben. Die A.f.B. ist eine Selbsthilfegruppe, zusammengesetzt aus Menschen mit Behinderung, deren Angehörigen, Freunden und Interessierten. 1978 in Algund gegründet, ist sie südtirolweit auf über 1200 Mitglieder angewachsen und in sieben lokale Gruppen eingeteilt: Pustertal, Wipptal, Eisacktal, Bozen/ Umgebung, Vinschgau, Burggrafenamt und Passeier. Die Statuten legen fest, daß die Gruppen in der Mehrheit aus Behinderten bestehen müssen, unter Ausschluß von Angestellten der A.f.B. Zur Zeit leiten Betroffene und ehrenamtliche Mitglieder diese Gemeinschaft. Ziele der A.f.B. sind unter anderem, den Behinderten aus dessen Isolation zu holen (dazu gehören auch Besuche), die behindertengerechte Bauweise öffentlicher Gebäude voranzutreiben sowie sinnvolle Freizeitgestaltung vorwiegend mit gesellschaftlichem Charakter anzubieten. Einen nicht mehr wegzudenkenden Platz nimmt heute der Transport Behinderter zu Visiten, Therapien, Schulen u.a. durch den Einsatz von Spezial bussen ein, welche es erlauben, jeden Rollstuhlfahrer bequem über eine Hebebühne oder Rampe ein- und auszuladen. Seit fünf Jahren verrichtet ein solcher Bus, den derzeit Florian Hofer aus Platt fährt, wertvolle Dienste. Um augelastet zu sein, muß er auch Fahrten für das Burggrafenamt übernehmen. Durch Abkommen mit der Sanitätseinheit, dem Schulamt und der Bezirksgemeinschaft können die Spesen für Fahrzeuge und Fahrer gedeckt werden, allerdings mit dem Nachteil, daß die Fahrzeuge für Ausflüge und außerordentliche Fahrten nur mehr begrenzt zur Verfügung stehen. Zur Gruppe Passeier: Sie wurde 1980 gegründet und zählte damals etwa 30 Mitglieder. Inzwischen ist sie auf 69 Personen angewachsen, von denen 49 eine leichtere oder schwerere Behinderung aufweisen. Natürlich gibt es im Tal weit mehr Behinderte als im Verband Eingeschreibene. Die Tätigkeit im Passeier besteht, neben dem Transport, vor allem in den Freizeitangeboten. Einige Veranstaltungen sind bereits fixer Bestandteil des Programmes. Hierzu gehören beispielsweise das wöchentliche Turnen in der Zeit von Allerheiligen bis Ostern in der Mittelschule St. Leonhard (Leitung: Christine Fauner), das Tischkegeln auf Landesebene, die Weihnachtsfeier u.a. Einen einzigartigen Bei-

trag leistete der Ebioner Karl in den vergangenen zehn Jahren durch die Organisation des Musikantentreffens. Dadurch wurde nicht nur unser Verband im ganzen Tal bekannt gemacht - darüber hinaus konnten wir uns die gesamten Jahre hindurch, Dank der Großzügigkeit des Publikums, unsere Freizeitaktivitäten finanzieren. Ein Vergelt's Gott gilt natürlich auch den mitwirkenden Musikanten und allen, die sich in irgendeiner Weise unterstützend beteiligt haben. Eine Gemeinschaft kann eben nur aus vielen helfenden Händen und offenen Herzen bestehen. Der Gruppenausschuß wird alle vier Jahre neu gewählt. Zu diesem Zwecke wurde Ende Oktober eine Mitgliederversammlung einberufen, wobei folgende

Personen ernannt wurden: Brigitte Kaserer, Maria Prugger und Luis Lanthaler, alle aus St. Leonhard, sowie Annemarie Pichler und Franz Platter aus Saltaus. Neuer Gruppenleiter ist Franz Platter, da sein Vorgänger, Gustl Heel, der die Gruppe seit über zwei Jahren mit Eifer geleitet hatte, aus Familienund Arbeitsgründen nicht mehr kandidierte. Wir danken ihm für seinen Einsatz, und er steht uns sicher auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite. Der beste Ausschuß aber würde nichts nützen, wenn nicht alle Mitglieder nach ihren jeweiligen Möglichkeiten mitarbeiten würden. Wir dürfen auch ein wenig stolz auf uns sein, da wir wegen unserer guten Zusammenarbeit im ganzen Land bekannt sind. Wer Freude daran hätte, in unsere Gemeinschaft einzutreten, kann sich an eines der oben genannten Mitglieder wenden. Franz Platter

Landesverbaild für Heimatpflege Der Sachbearbeiter

Im Jahre 1995 wurden wieder etwa 60 Gesuche bearbeitet, zum Teil kollaudiert und abgeschlossen. Dabei zeigte sich, daß besonders das Hinterpasseier stark vertreten ist. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man davon ausgeht, daß es den wertvollsten alten Baubestand im Tal aufweist. Aber auch St. Leonhard, St. Martin, RiffianNernuer, TaliNernins sind gut vertreten. Die Schindeldächer mit Fertigstellung innerhalb 1994 wurden - bis auf zwei - mit einem Beitrag gedeckt. Die beiden Dächer, welche bisher nicht berücksichtigt werden konnten, sowie die Zäune werden 1996 an erster Stelle bearbeitet. Auch in bezug auf verschiedene Wegkapellen,

informiert

Backöfen, Mühlen usw. wurden Beratungen durchgeführt und einige abgeschlossene Objekte finanziell unterstützt. Dem Heimatpflegeverein Passeier, dem Landesverband in Bozen und dem Amt für Umwelt sei für die Koordinierung, Bearbeitung und Auszahlung, die so unbürokratisch wie möglich erfolgen, gedankt. Dank gilt weiters dem Landesdenkmalamt, das neun Restaurierungen an Tafelbildern abgeschließen konnte. Auch für das kommende Jahr sind die Aussichten auf diesem Gebiet - wie uns versichert wurde - nicht schlecht. Johann Raich, Sachbearbeiter


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 22 / Nr. 8

"Buonas dias" heißt "Grüß Gott" Im Oktober verweilten die drei Südtiroler Luis Pfitscher (Platt), Stefan Brandt (Bruneck) und Georg Oberrauch (Bozen) in Bolivien, um mehrere Fünf- und Sechstausender zu besteigen. Dabei besuchten sie auch die Platter Missionsschwester Boniselde Öttl und

viele Worte, aber Worte, die beeindrukken, die einfach "sitzen": "Es ist nicht so wichtig, immer nur den Rosenkranz zu beten, das ist mir oft zu leierhaft. Entscheidend ist es, einen guten Gedanken zu haben, das ist oft viel mehr Gebet", erklärt sie. Im Alter von acht

Missionsschwester Boniselde Öttl (Bildmitte) mit den drei Bergsteigern aus Südtirol und einer Mitschwester

schickten uns folgenden Bericht: Seit über 35 Jahren ist Boniselde Öttl in Argentinien und Bolivien tätig, und unser Besuch ist der erste aus ihrer Heimat. Über den 4000 m hohen Altipiano von Bolivien fahren wir ca. eine Stunde von La Paz bis Batallias. Öfters müssen wir Leute am Straßen rand nach dem Weg fragen, denn Hinweisschilder gibt es hier keine. Über staubige Straßen führt unser Weg zum Centro Parrochial, wo wir "Schwester Boni" , die Moidl von Platt, antreffen. Drei Tage dürfen wir mit der Missionsschwester verbringen und dabei diese bewundernswerte Persönlichkeit kennen und schätzen lernen. Von einigen Priestern wird sie "Mutter in Südamerika" genannt, und vielleicht ist dies tatsächlich die treffendste KurzcharakteriMit mütsierung der .Lienele-Moidl". terlicher Herzlichkeit grüßt sie jeden Menschen. Ihr freundliches .Buonas dias" klingt einfach anders als unser übliches "Grüß Gott". Schlicht, aber unglaublich aufgeschlossen sind ihre Gedankenäußerungen. Sie ist weder Theologin noch Philosophin, aber doch sind ihre Worte solche, die greifen, die glauben helfen. Es sind nicht

Jahren hatte die Moidl beim Erdäpfelschälen im Keller die Vision, in der Mission aktiv zu werden, und zwar an einem Ort, wo noch niemand war. Ihre Vision wurde Wirklichkeit. Als junges Mädel bestieg sie ein Schiff für die damals 22tägige Reise nach Südamerika. Es war damals vorgesehen, für immer ihr Vaterland zu verlassen, doch der gesunde Optimismus, der die Moidl prägt, schenkte ihr schon damals die Gewißheit, wieder einmal ihre Heimat sehen zu dürfen. Durch das 2. Vatikanische Konzil wurde ihr dies dann auch ermöglicht. Alle drei Jahre kommt sie auf einen kurzen Urlaub nach Passeier, worauf sie sich immer freut. Aber ihr wirkliches Zuhause ist heute in Argentinien und Brasilien - zu viele positive Erfahrungen und Erlebnisse binden sie an dieses Land. Es sind keine revolutionären Taten; es sind viele kleine Schritte, viele mit Sorgfalt erfüllte Aufgaben, die ihr Tun zu einem großen Werk der Nächstenliebe werden lassen. Mit besonderer Freude ist sie in der Tauf- und Ehevorbereitung tätig. Bald nach unserer Ankunft erklingen im Schwesternhaus Südtiroler Lieder, und es wird ein fröhliches Beisammensein,

nicht ohne daß der Moidl zwischendurch eine Freudenträne über ihre runden Wangen kollert. Es sind drei wunderschöne intensive Tage, die wir mit der Moidl verbringen, an denen wir ein Stück ihres Landes kennenlernen dürfen und einen Einblick in ihre wertvolle Tätigkeit erhalten. Wir erleben die Moidl als bescheidene Frau mit einer guten Portion Humor und Hausverstand. Eine Moidl, die sich gegen alles Einengende energisch zur Wehr setzt und das Befreiende und Beglückende der Frohbotschaft in den Vordergrund stellt. Was mich am meisten beeindruckt hat in dieser Zeit, ist die Tatsache, daß ich die Moidl nicht ein einziges Mal über irgend jemanden jammern oder klagen hörte, ganz anders als dies oft im Beisammensein mit Seelsorgern bei uns der Fall ist. Abschließend möchte ich feststellen: Die einfache .Platter-Moldl" ist eine tolle Frau, die auch in ihrer Heimat Anerkennung und Wertschätzung verdient. Georg Oberrauch

Der beleidigte HI. Antonius Da gerade 800 Jahre vergangen sind, seit der HI. Antonius geboren wurde und ich heuer sogar das Glück hatte, sein Geburtshaus zu besuchen, möchte ich mich noch, bevor der Jahreszeiger auf 1996 verrückt, beeilen, um etwas über ihn zu schreiben. Der Heilige, der allgemein als der HI. Antonius von Padua bekannt ist, wurde im Jahre 1195 zu Lissabon in Portugal in eine mächtige und reiche Familie hineingeboren. Er erhielt in der Taufe den Namen Jemando. Die Eltern ließen ihn in den Wissenschaften unterrichten, da sie hofften, daß er einmal Magistrat oder Bischof würde. Jemando aber vereitelte die ehrgeizigen Pläne der Eltern, und mit 15 Jahren entschied er sich fürs Mönchsleben, worüber seine Angehörigen sehr enttäuscht waren. Er trat in das Kloster der Augustiner Chorherren ein, doch auch dort fand er nicht die ersehnte Seelenruhe. Verwandte und Bekannte kamen immer wieder und versuchten, ihn von seinem Entschluß abzubringen. Sie störten seinen Seelenfrieden und raubten ihm die kostbare Zeit für das Studium. Mit Erlaubnis seiner Ordensoberen zog er nach Koimbra. Mit 25 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Im Jahre 1220 verbreitete sich die Nachricht, daß fünf Franziskanerbrüder in Marokko den Märtyrertod


Seite 23 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

gefunden hatten. Jemando, der schon vor ihrer Abreise Bekanntschaft mit ihnen gemacht hatte, war ganz besonders davon bewegt. Im Vergleich zu ihnen erschien ihm sein jetziges Leben in der Abtei nur mehr als eine mittelmäßige Nachfolge Christi. Bald danach faßte er den Entschluß, die Abtei der Augustiner Chorherren zu verlassen und sich dem Orden der Franziskaner anzuschließen. Er hegte den Wunsch, nach Marokko aufzubrechen und als Märtyrer für Christus sein Blut zu vergießen. Um nur ja jede Erinnerung an sein früheres Leben auszulöschen, wechselte er auch seinen Namen und nannte sich fortan Antonius. Schon bald schiffte er in Afrika ein. Wie groß war seine Enttäuschung, als ihn, kaum daß er das Schiff verlassen hatte, eine schwere Krankheit befiel. Auf den Straßen und Plätzen Marokkos das Wort Gottes zu verkünden, dazu war er nicht fähig, denn sein Körper wurde von furchtbarem Malariafieber geschüttelt. Sein kühner Traum vom Martyrium war zu Ende. Er hatte nun gelernt, auf seine eigenen Pläne zu verzichten und sich dem Willen Gottes unterzuordnen. Antonius verließ Afrika, um in sein Vaterland zurückzukehren. Aber wiederum durchkreuzte Gott seine Pläne. Das Schiff, auf dem er sich befand, wurde von einem Sturm erfaßt und an die Küste Siziliens getrieben. Immer noch krank, machte sich Antonius auf den Weg nach Assissi, wo er zum Pfingstfest des Jahres 1221 dem HI. Franziskus begegnete. Von dort begab er sich in das Kloster Montepaolo bei Forll. Dort lebte er ein verborgenes Dasein und lernte sich selbst vergessen. Eines Tages befand sich Antonius in Forll, um einer Priesterweihe beizuwohnen. Da der Festprediger nicht eintraf, bat man Antonius, ein paar Worte zu sagen. Er wagte es nicht, den Wunsch abzuschlagen, und ganz bescheiden bestieg er die Kanzel und hielt eine Predigt, die alle Anwesenden aufhorchen ließ. Nun war der Volksprediger entdeckt! Er wurde nun zum Wanderprediger und verkündete in Italien und Frankreich mit apostolischem Eifer das Wort Gottes. Dank seiner gründlichen Kenntnisse der Theologie, seiner Güte und seiner Geduld gelangen ihm zahlreiche Bekehrungen. Die Legende berichtet von mehreren Begebenheiten aus seinem heiligmäßigen und wundertätigen Leben. So soll er in Rimini, das zu seiner Zeit ganz von Irrlehren beherrscht war, den Fischen gepredigt haben, da es den Stadtbewohnern verboten war, seine

Predigten anzuhören. Er wandte sich dem Meer zu und lud die Fische ein, das Wort Gottes zu hören, das die Menschen nicht hören wollten. Und siehe, die Fische schwammen zu Hunderten herbei und lauschten den Worten des Heiligen. Von Neugierde getrieben, kamen dann auch die Stadtbewohner hinzu. Ihre Neugierde wandelte sich bald in Staunen und Begeisterung. Auf diese innere Bewegung folgte die Bekehrung und Rückkehr zur Kirche. Eine andere Begebenheit erzählt von einem Beichtkind, das vor Erregung nicht sprechen konnte und deshalb seine Sünden aufschrieb. Während der HI. Antonius sie las, sollen die Sünden vom Papier ausgelöscht worden sein. Der HI. Antonius starb am 13. Juni 1231 im Alter von nur 36 Jahren auf dem Weg nach Padua, wohin er noch sterbend verlangte. Nun möchte ich Euch noch erzählen, wie ich den HI. Antonius einmal schwer beleidigt habe und er sich prompt dafür gerächt hat:

Ich hatte mein Stübchen gespült, von oben bis unten, den Oberboden, die Wände, die Fenster und die Ofenbrükke mit den Ofensäulen. Für die Fenster hatte ich neue Vorhänge genäht. An die Wände habe ich die Bilder wieder hingehängt - bis auf eines. Da hing, schon als ich in die Wohnung eingezogen war, ein altes Antoniusbild. Das habe ich durch ein anderes, für mich hübscheres Antoniusbild ersetzt. Ich war zufrieden. Nicht so der HI. Antonius! Als ich am Abend eines meiner Kinder hinschickte, die Hennenstalltüre zu schließen, mußte ich hören, daß auch nicht eine einzige Henne da war. Es war schon dunkel. Mit Taschenlampen ausgerüstet, gingen wir auf die Suche nach den verschwundenen Hennen. Überall leuchteten wir hinein - doch von den Hennen keine Spur. Endlich fanden wir sie ganz oben unter der Rabenwand in den Holunderhecken. Gleich besann ich mich auf meine Schuld, und mein nächster Gang führte auf den Dachboden, um das ehrwürdige Bild wieder herunterzuholen. Rosa Gufler

Laubholz im Passeiertal

- Vorstellung einer Diplomarbeit Auf Initiative des Forstinspektors Dr. Florian Blaas, der sich in seiner Zeit als zugeteilter Forstinspektor des Forstbezirkes Meran I mit sehr viel Engagement für die Wiedereinbringung des Laubholzes im Passeier einsetzte, entschlossen sich Elmar Gruber aus St. Leonhard und Julius Staffler aus Lana, ihre Diplomar-

Elmar Gruber

beit zum Abschluß ihres forstwirtschaftlichen Studiums an der Universität für Bodenkultur in Wien dem Laubholz im Passeier zu widmen. Am 6. Oktober konnte Elmar Gruber seine wissenschaftliche Arbeit, die den genauen Titel "Untersuchung über die Eignung von Laubhölzern im Passeier-


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 24 / Nr. 8

oder Lärche auf; sie kann aber durchaus auch bestandesbildend sein.

tal und nördlichen Meraner Talkessel" trägt, vor einem interessierten und fachkundigen Publikum erläutern. Oie Vorstellung der Diplomarbeit bestand aus einem theoretischen Teil und den praktisch-anschaulichen Erläuterungen vor Ort im Wald. Anwesend waren Univ. -Prof. Marion Kazda von der Universität Ulm, die beiden Bürgermeister Or. Konrad Pfitscher und Hermann Pirpamer, die Forstinspektoren Dr. Dernetz und Or. Blaas, die Mitarbeiter des Forstbezirkes Meran I und der Forststation St. Leonhard sowie die Waldbesitzer Klaus Gufler (Kelderer), Matthias Pichler (Scnettenbot), Anton Pichler (Eschgfäller) und Josef Pixner (Hinterbruggerho~. Im folgenden werden einige prägende Ausschnitte aus der Diplomebeit unter teilweiser Kür.zung wiedergegeben. Zielsetzung der Arbeit: Spricht man mit Tischlern aus der Region, hört man immer wieder, daß es sehr schwer ist, Laubhölzer guter Qualität und in ausreichenden Mengen aufzutreiben. Meistens muß auf Importe zurückgegriffen werden, oder es werden Einzelbäume (Flurgehölze) verarbeitet (z.B. Wainuß). Auf der anderen Seite gibt es die überaus wüchsigen Standorte des vorderen Passeiertales und darüber hinaus, auf denen die dort hauptsächlich stockende Fichte selten gute Qualität erreicht und damit nur schlechte Preise erzielt. Aus diesen Überlegungen heraus sollte in der vorliegenden Arbeit geklärt werden, inwieweit ein verstärktes Wiedereinbringen von Laubhölzern sinnvoll und förderungswürdig ist. Ausgangssituation : Im vorderen Passeiertal (etwa ab St. Leonhard) bis in den Meraner Talkessel kann ein relativ häufiges Vorkommen von Laubhölzern nicht nur an WaIdrändern oder in schwer zugänglichen Bereichen wie Schluchten oder felsigem Gelände beobachtet werden. Vielmehr kommen Buche, Bergahorn, Esche, Ulme, Linde, Kirsche, Eiche, Edelkastanie, Wainuß oder Schwarzerle oft auch mitten in reinen Fichtenbeständen vor. Diese Baumarten sind in weiten Teilen des Talbereiches der vorherrschenden Fichte mit unterschiedlicher Stärke beigemischt. Bisweilen bilden sie jedoch kleinflächig, aber durchaus auch auf größerer Fläche (hauptsächlich Edelkastanie) die Hauptbaumart. Zu den häufigeren Arten zählen Edelkastanie, Kirsche, Esche und Wainuß, zu

Eberesche

den relativ selten auftretenden Laubbaumarten gehören Linde, Eiche, Bergahorn, Ulme und Buche. Die Schwarzerle ist auf einige wenige stark wasserbeeinflußte Standorte begrenzt. Die Fichte ist besonders in den tiefen Lagen und dort hauptsächlich auf wasserbeeinflußten Standorten von sehr schlechter Qualität; das reicht von häufig auftretender Stammfäule und weiten Jahresringen bis zur Grobastigkeit. Ein entsprechend geringer Erlös für die Wald besitzer (Bauern) ist eine Folge davon. Zum geringen Erlös aufgrund der schlechten Qualität kommt die sehr aufwendige, arbeitsintensive Pflege der Fichtenkulturen auf den nährstoffreichen, hangwasserbeeinflußten Böden hinzu; ohne zwei- bis dreimaliges Freischneiden in der Vegetationszeit kann man, laut mündlicher Aussage des Forstinspektorats, oft noch nach Jahren (manchmal 10-20 Jahre) nicht von einer gesicherten Kultur sprechen. Daraus ergibt sich eine geringe Individuenzahl, die ein gesichertes Alter erreicht. Folgen davon sind Abholzigkeit und tiefer Kronenansatz, verbunden mit starker Astigkeit, was sich wiederum negativ auf die Holzqualität auswirkt. Auf solchen Standorten sind häufig die Wildkirsche und die Wainuß anzutreffen, die durchaus beachtenswerte Dimensionen und Ausformungen erreichen können, obwohl sie keinerlei Pflegemaßnahmen erfahren haben. Ganz im Gegenteil: Es werden die auftretenden Laubhölzer zugunsten der Fichte mehr oder weniger stark zurückgedrängt. Auf nicht direkt vom Hangwasser beeinflußten Böden tritt häufig die Edelkastanie als Nebenbaumart zur Fichte

Geschichtliche Aspekte Was die Bestände in früherer Zeit betrifft, findet man keine Aufzeichnungen über die Zusammensetzung der Baumarten. Man findet lediglich einige Hinweise, so zum Beispiel in der Landesbeschreibung von Südtirol, verfaßt um 1600 von M.S. von Wolkenstein, weicher neben Bergahorn, Ulme, Esche, Linde usw. auch von südländischem Gehölz spricht. Solche Hinweise findet man auch bei Beda Weber (1853). Dieser listet einige vorkommende Baumarten auf: Erle, Eibe, Kastanie, Weißbirke, Esche, Pappel, Ahorn, Vogelbeerbaum "und anderes l.aubholz", wobei diese Laubhölzer nicht nur der Futtergewinnung dienten, sondern vor allem als Weinbaugehölze Verwendung fanden. "Im höheren Waldrevier herrscht überall die Fichte vor, die Lärche ist sparsamer und liebt die Schattenseite, Föhren und Tannen gedeihen seltener, am seltensten die Rotbuche ..." Als wichtigste Laubbaumart bezeichnet er die Edelkastanie. Sie lieferte nicht nur Früchte, sondern auch aus Stockausschlägen gewonnene "Weingehölze, mit denen die Vorderpasseirer so vorteilhaft Handel treiben". Daneben spielte bei den Laubhölzern auch die Streunutzung eine große Rolle, hauptsächlich bei der Kastanie, aber beispielsweise auch beim Nußbaum, "der noch am meisten geschätzt wird". Eine größere Rolle spielte auch die Kirsche, besonders im vorderen Teil des Tales, und zwar zur Branntweingewinnung. Kirschbranntwein galt als eine besonders gesuchte Hausarznei. Dadurch erklärt sich Beda Weber die ungeheure Menge von Kirschbäumen im Vorderpasseier. Bei der Nutzung des Waldes stand die Holznutzung im Vordergrund. Das weit über den Eigenbedarf hinaus anfallende Holz stellte die wichtigste Einnahmequelle für das Tal dar. Ein großer Teil fiel dabei auf Brennholz, dessen bedeutendster Abnehmer die Stadt Meran war. Aber auch Bauholz wurde verkauft. Wie dabei die Verteilung auf die einzelnen Baumarten ausgesehen hat, geht aus den Ausführungen Beda Webers nicht hervor. Weitere bedeutende Nutzungen des Waldes waren die Waldweide und die Streunutzung . Schlußfolgerungen Aufgrund der zunehmenden Erschließung höherer Lagen im Nahbereich des


Seite 25 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Untersuchungsgebietes steigt die lokale Verfügbarkeit an Fichte besserer Qualitäten, wodurch man in Zukunft weniger auf die Tieflagenfichte angewiesen sein wird. Zusätzlich steigt in Europa das Massenangebot an Fichten aus den skandinavischen Ländern sowie in verstärktem Maße aus Rußland (zunehmende Erschließung Sibiriens). Das steigende Angebot an Nadelholz auf dem europäischen Holzmarkt wird zwangsläufig den Preis des Fichtenholzes senken. Auf der anderen Seite zeichnet sich eine zunehmende Laubholzverknappung in Europa ab. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Laubholz wird noch weiter steigen. Zu den ökonomischen Vorteilen kommen noch viele ökologische hinzu. Eine steigende Artenvielfalt in der Baumschicht der Waldbestände bedingt auch eine solche bei der Bodenund Strauchvegetation, nicht zuletzt deshalb, weil durch die leichter zersetzbare Streu der Laubgehölze der Umsatz der Nährstoffe im Ökosystem des Waides steigt. Dadurch nimmt aber auch die Produktivität und damit die Leistungsfähigkeit der Bestände zu. Dies wirkt sich positiv auf die Fichte aus, wenn sie im Mischbestand mit Laubhölzern (z.B. Buche, Bergahorn, Esche, Linde oder Kastanie) gezogen wird. Mit der Artenvielfalt der Vegetation nimmt wiederum jene der Tierwelt zu. Die Stabilität und Gesundheit der Bäume wird verbessert, die Anfälligkeit für die massenhafte Vermehrung von Schädlingen (beispielsweise Borkenkäfer oder Non-

ne) sinkt. Zudem nimmt durch ein erhöhtes Äsungsangebot für das Wild auch der Verbißdruck auf die Verjüngung ab: Dies ist ein möglicher Beitrag der Forstwirtschaft zur Vermeidung von Schäden durch das Wild.

Stationskommandant Franz Burgmann und seine Mitarbeiter gratulieren dem Verfasser der Diplomarbeit zum Abschluß seines Studiums und wünschen ihm viel Erfolg auf seiner weiteren Laufbahn.

Eine vermehrte Einbringung von Laubhölzern würde sich zwangsläufig auf das Landschaftsbild auswirken, wobei dies aber auch durch die Blüte im Frühjahr (z.B. Kirsche) oder die Blattfärbung im Herbst durchaus positiv zu bewerten wäre.

Steckbrief: Elmar Gruber geb. am 13. März 1968 Studium an der Univ. für Bodenkultur Wien wohnhaft in St. Leonhard, Platzerbergweg 6/A

Kinder schreiben ihr Passeirerblatt Sonderbeilage

im Juni

In der letzten Augabe des Passeirerblattes durften Kinder wiederholt ihre .Kinderseite" gestalten, und sie nahmen diese Gelegenheit zu schreiben und zu zeichnen mit großem Eifer wahr. Oft war es der Redaktion unmöglich, die vielen tollen Beiträge in einer Ausgabe zu veröffentlichen, und so manche eingereichten Rätsel, Bilder oder Gedichte liegen noch auf der Wartebank. So sind wir auf den Gedanken gekommen, den Kindern eine eigene Beilage zu widmen - diese darf dann so umfangreich ausfallen wie eben notwenig. Da ist ausreichend Platz für Reportagen über Aktionen/Projekte von Schulklassen, Kinder- oder Jugendgruppen, für Fotos, Geschichten, Zeichnungen, Rätsel usw. Im Mai wird eine Redaktionsgruppe aus Kindern und Jugendlichen mit uns die eingegangenen Beiträge auswählen und bearbeiten. Neugierig geworden? Dann - liebe Kinder, Jugendliche, Lehrer, Gruppenführer, Interessierte ..... - meldet Euch bitte bei einem der Redakteure der Kinderbeilage! * * * *

Karl Spergser, Grundschule St. Martin Kurt Gufler, Grundschule Stuls Albin Pixner, Mittelschule St. Leonhard Greti Khuen, Öffentliche Bibliothek St. Leonhard

Die Post Haint zi Tog kimpmr fir tuatse guat funktioniam. Obr ameart hat man schun a piß! mear gimegg reklamiarn.

Wail: Wou isch eppr seil Briafl gibliebn

des miar Anno dozumol hobn in Christkindl gschriebn. Onkemmin isch des oubn

gonz giwieß nitte, wail miar hobn gschriebn: Liabs Christkind/! Bitte, bring ins an sellin schian Montl wia die Learerin hot! Obr lai an borchitin Untrkiitl hots liegn gilot.

Anna Lanthaler

'lJie !l(f!aai(tion

wiinscli.t allen Zesem ein besinnflcli.es Weilinacli.tifest una afh gute im !lt(ßuen_falir!


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 26 / Nr. 8

..

Uberlegungen zum Weihnachtsfest In Passeier lebte ein mächtiger Mann, der von seinen Vorfahren wußte, daß beim Kommen des Erlösers sich auch ein Sproß Südtirols - wie die Weisen aus dem Morgenland - auf den Weg machte, um dem König der Könige zu huldigen. So brach er eines Tages zu diesem langen Marsch auf. Er ließ seinen Haflinger satteln und nahm Geschenke seines Landes mit: Speck aus dem Passeier, Brot aus Marienberg, Wein aus dem Unterland, einen kostbaren Meraner Engel, als großer Jäger auch Felle und edelste Pelze aller Art, ein Glas Honig sowie als Kostbarstes mehrere Säcklein mit Goldkörnern und wertvollen Edelsteinen, denn er war ein großer Bauernkönig und noch dazu im Gastgewerbe tätig. So zog er los, hinter dem Stern her, der ihn bergauf und bergab, zu Meer und zu Land führte. Nach zwei bis drei Monaten - er hatte schon viel Neues und Unbekanntes gesehen begegnete er drei Königen auf ihren Kamelen, die aus dem Osten kamen und ebenfalls dem Stern der Verheißung folgten. Sie zogen ein Stück gemeinsam des Weges, aber ihren Gesprächen konnte er nicht folgen. Als er eines Abends wiederum in einer Herberge neben seinem Pferd übernachtete, entdeckte er im Stalle eine Bettlerin, die ein Baby zur Welt gebracht hatte. Weil die Frau arm und hungrig war und er sich freute, daß sie nicht abgetrieben hatte, schenkte er ihr Goldkörner, Speck und Brot. Inzwischen waren die drei Könige abgezogen. So ritt unser Passeirer allein weiter. Überall, wo er auf Not traf, verschenkte er Goldkörner und Edelsteine; einem sehr frommen, zu ernsten Priester schenkte er den lachenden Engel. Allen Dank gab er weiter an den, für welchen die Geschenke eigentlich bestimmt waren. Mit seinem Wein überredete er den Bürgermeister eines Städtchens, einen Jugendtreff zu schaffen, er kaufte Sklaven frei, gab ihnen Speis und Trank und warme Kleidung. Jetzt hatte er nur noch ein Glas Honig, aber die hungrigen Zigeuner rangen ihm auch dieses Geschenk ab. Als zuletzt auch noch sein kostbarer Haflinger zusammenbrach, fragte sich der Passeirer: "Was hat das alles genutzt, Hungrige zu speisen, Nackte zu kleiden, Gefangene zu befreien, Kranken ein Heim zu bauen und alles zu verschenken?" Die Geschichte kann uns, so glaube ich, doch das eine oder andere aufzeigen, nämlich was es heißt, das Geburtsfest Jesu Christi, unseres Erlösers, zu feiern. Seitdem Jesus in diese Welt gekommen ist, kann unser Lebenspro-

gramm nicht mehr heißen, sich einfach durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das wahre Programm heißt: versuchen, das eigene Ich da und dort zurückzustellen und sensibel zu werden für andere Menschen mit ihren fragenden Augen, ihren Ängsten und Nöten. Dieses Programm hat Auswirkungen auf die Kindererziehung, auf die Schule, auf eheliche Treue, auf den beruflichen Aufstieg, ja bis hin zu einem friedlichen Zusammenleben. Die schönsten Geschenke waren für das Kind bestimmt: Edelsteine, Pelze, Speck und Brot, Freundlichkeit und Geduld, Güte und Mitgefühl. Aber nichts kam beim Kindlein an; alles war vorher verschenkt worden. Hier wird ein wichtiges Gesetz christlichen Lebens sichtbar: Alles, was wir sind und haben, ist für Gott bestimmt, und doch muß es vorher für die Menschen eingesetzt werden. Erst dann erreicht es seinen richtigen Adressaten. Wer sich auf

den Weg zu Gott macht und dabei auf die Menschen achtet und sie beschenkt, der hat erkannt, was es heißt, Weihnachten zu feiern. Durch die Geburt Christi - als wahrer Gott und wahrer Mensch im Stall zu Bethlehem - wurden nicht alle Ängste, Nöte, Sorgen und Krankheiten und alles Elend von uns genommen, aber dieser Christus hat uns durch sein Leben und durch die in seiner Person anbrechende Gottesherrschaft gezeigt, wie wir mit all den Widerwärtigkeiten des Lebens fertig werden können. Mein Weihnachtswunsch als Seelsorger wäre es, möglichst viele Menschen motivieren zu können, Christus unserem Herrn entgegenzugehen und auf diesem Wege zu IHM hin Zeitverluste und Umwege einzuplanen, wenn es darum geht, Menschen beizustehen und zu helfen. In diesem Sinne eine gesegnete und frohe Weihnachtszeit wünscht

P. Theo Neuking OT St. Leonhard in Passeier


Seite 27 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

20 Jahre alt

Jubiläumsfeier der Weißen Seit der Gründung der Rettungsstelle am 3. Juli 1975 hat sich beim Weißen Kreuz Passeier viel verändert. 500 Unterschriften waren damals nötig, damit

fügung stellten. Heute umfaßt der Fuhrpark sechs Ambulanzwagen, und ein weiteres neues Auto wurde bereits bestellt. Bis 1987 hatte Frau Rosa Deluc-

/

/'

Die geehrten, aktiven Helfer; sitzend von links nach rechts: Alois Gufler, Johann Haller, Siegfried Graf, Präsident des WKreuz Passeier Michael Göge/e, Präsident des Südtiro/er W Kreuzes Karl Pellegrini, Os wald Righi, Johann Schiefer, Alfred Pich/er, Karl Payonk stehend von links nach rechts: Pfarrer von Moos Johann Lanbacher, Florian Pich/er, Josef Oberpranteeher. Thomas Pircher, Gerhard Gufler

um die Einrichtung des Hilfsdienstes angesucht werden konnte. Am Anfang waren es rund 20 Aktive, die sich am Rettungsdienst beteiligten und im Dezember 1975 mit dem Bereitschaftsdienst rund um die Uhr begannen. Als Stützpunkt und Unterkunft diente die Frick-Garage oberhalb des Hotels ~m St.-Barbara-Weg. Dort wurden die Autos abgestellt, und zum Schlafen wurden einfache Möbel eingebaut. Das erste Einsatzfahrzeug spendete die Stille Hilfe. Es folgten weitere drei, welche die Raiffeisenkassen des Tales zur Ver-

ca alle dringenden Notdienst- Telefonate für das Weiße Kreuz in ihrem Geschäft erledigt. Heute unterhält die Rettungsstelle neben 80 freiwilligen Helferinnen und Helfern vier festangestellte

Mitarbeiter, die ihren Dienst im neuen Zivilschutzgebäude in St. Leonhard versehen. Dorthin zog das Weiße Kreuz vor zwei Jahren um, nachdem es vorher, seit 1982, im Vereinshaus untergebracht war. Die Zahl der Einsätze hat sich in den vergangenen Jahren stark erhöht: Waren es vor zehn Jahren noch an die 700 Fahrten pro Jahr, stiegen sie bis heute auf 2.500 pro Jahr an. Vor allem in den vergangenen zwei, drei Jahren ist die Zahl fast explosionsartig in die Höhe geschnellt. Auch die Art der Hilfeleistungen hat sich verändert. Während die Unfälle stark abgenommen haben, nehmen die Krankentransporte immer mehr zu. Fahrten von und zu den Altenheimen St. Martin und St, Leonhard mit der dortigen Pflegestation gehören zum Alltag. Das runde Jubiläum des Weißen Kreuzes Passeier, das am 22.10.95 gefeiert wurde, gestaltete sich zu einem Fest der Talgemeinschaft. Nach der hl. Messe versammelten sich die freiwilligen Helferinnen und Helfer unter den Klängen der Musikkapelle .Andreas Hofer" vor ihrem Sitz in St. Leonhard. Der Pfarrer von Moos, Johann Lanbacher, segnete die Fahrzeuge im Beisein zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen der Präsident des Südtiroler Weißen Kreuzes, Karl Pellegrini, die Bürgermeister Dr. Konrad Pfitscher und Franz Raich, Michael Pardatscher in Vertretung von Landesrat Otto Saurer sowie Feuerwehr-Abschnittsinspektor Anton Platter. Der Sektionsleiter des Weißen Kreuzes Passeier, Michael Gögele, begrüßte

Wiaviel eppr nou? Wiaviel Girechte wem eppr nou sain in Land, dr Profet Janas isch selbr gspannt. Wau wall nou finfe ibrig blaibn bis miar s Joor zwoatausnd schraibn? Anna Lanthaler Ein Teil der aktiven Helferinnen und Helfer bei der Jubiläumsfeier


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 28/ Nr. 8

auch die Abordnungen der benachbarten Rettungsstellen, jene der Feuerwehren und des Bergrettungsdienstes. Er dankte seinen freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Festangestellten für ihren unermüdlichen und fleißigen Einsatz. Den Hilfsdiensten dankte er für die gute Zusammenarbeit, der Bevölkerung, den Gemeindeverwaltungen und den Raiffeisenkassen für ihre großzügige Unterstützung.

Weihnachtsmarkt der SKJ St. Martin

Ein Blick hinter die Kulisse eifriger Vorbereitung Die Bilanz

des letzten

sind

Ausgaben

Arbeitsjahres

bringt es an den Tag: Wieder viele

einmal

zu verbuchen;

zum Aufhängen, nachtsgestecke, kräutern

phantasievolle

für den Kleiderschrank,

Gerüchte, das Land wolle die Beiträge

sträußchen,

stellt Überlegungen

Texten, Weihnachtskarten,

noch mehr kürzen, gehen um. Die SKJ an, wie sie in Zu-

Weih-

Duftsäckchen mit Alm-

Landesleitung

Adventskalender

Tee-

von der

der SKJ mit besinnlichen

marmoriertes

Mitgliederaktion Das Weiße Kreuz Passeier startet für 1996 eine große Mitgliederaktion. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge können am Sitz in der Andreas-Hofer-Str. in St. Leonhard, bei allen Banken des Tales oder bei den Sammlungen eingezahlt werden. Folgende Dienstleistungspakete werden angeboten: 1.) Jahresbeitrag * Jahresbeitrag für Einzelpersonen 30.000.- Lire * Jahresbeitrag für die gesamte Familie 50.000.- Lire Begüstigungen im Bedarfsfall: 10 kostenlose Transporte bis zu einem Maximum von 30 km pro Transport 50%ige Ermäßigung bei Fernfahrten 2.) Europäischer Sanitätspaß * Jahresbeitrag für Einzelpersonen 30.000.- Lire unentgeltlicher Rückholdienst des Inhabers bis zu einem Höchstbetrag von zwei Millionen Lire * Jahresbeitrag für die gesamte Familie 50.000-Lire unentgeltlicher Rückholdienst des Inhabers des Sanitätspasses oder seiner Familienangehörigen bis zu einem Höchstbetrag von drei Millionen Lire

kunft ihre Veranstaltungen

soll.

Wie wäre

nachtsmarkt

finanzieren

es mit einem

im Vereinssaal

Martin? Gesagt - begonnen! Bereits Anfang Oktober

SKJ-Ausschuß,

Jugendlichen auserkoren.

von St.

sen die selbst entworfenen Backbücher: Jugendliche

zu veranstalten.

der

für alle

So wird

zum Bastelabend

In der Gruppe basteln und

sammeln

hierfür Backre-

zepte in St. Martin und stellen ein Backbuch

beschließt

Bastelabende

der Donnerstagabend

Weih-

Geschenkspapier ... und nicht zu verges-

mit

dem

Titel

"Die geheimen

Mortiner Backrezepte" zusammen. Laut

einer Meinungsumfrage

im Bekannten-

kreis findet allein schon die Idee großen Anklang. Auf dem Weihnachtsmarkt

werden

zu den

Backbüchern

nebenbei Musik hören macht sogar je-

schön verpackte Weihnachtskekse

3.) Flugrettung * Flugrettungspaß für Einzelpersonen 30.000.- Lire * Flugrettungspaß für die gesamte Familie 60.000.- Lire kostenloser Rettungsdienst bis zu maximal drei Stunden in der Provinz Bozen und den Nachbarprovinzen

ten nicht unbedingt

recht

4.) Rettungskarte: * Flugrettungspaß für Einzelpersonen 80.000.- Lire * Flugrettungspaß für die gesamte Familie 150.000.- Lire umfaßt alle unter den Punkten 1,2,3 angeführten Rettungsdienste R.H.

markt, der in Zusammenarbeit

nen Spaß, die handwerkliche

Aktivitä-

zu ihren Hobbies

kauft. An den Backabenden lustig

auch

ver-

geht es

zu, hin und wieder wird

zählen würden. Je nach Lust und Lau-

genascht,

sich die Jugendlichen

Zusammenfassend

kann man sagen,

neben

folgende

ne und nach verfügbarer

Jugendtreff,

Zeit treffen

ab 17.00 Uhr im

um gemeinsam

ke für den bevorstehenden

markt anzufertigen.

Geschen-

Weihnachts-

es weihnachtet

daß ein Weihnachtsmarkt viel Arbeit

positive

der

mit dem

mühen sich, Geld in die Kassa zu be-

Das Angebot

die Jugendlichen

Familienverband

kommen,

und der Mission Soli-

meinschaftssinn

für alt ist so manches dabei: Nikolaus-

Jugendlichen

recht vielfältig. Sowohl für jung als auch

säckchen aus Jutestoff für die Kleinen, Strohhüte

Bastel-

selbst aktiv, sie be-

zum anderen wird der Ge-

darische Bewegung organisiert wird, ist

Seidenschals,

für die SKJ

Aspekte mit sich bringt: Zum einen sind

SKJ auf deren Stand am Weihnachts-

Seidenbilder,

sehr.

gefördert, d. h. solche

und Backabende

dienen den

als Treffpunkt, zu dem sie

nach Lust und Laune kommen können.

Carmen Kofler


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 29 / Nr. 8

Unser Seelsorger, Mag. P. Theo Neuking, stellt sich vor Mit 33 Jahren - also als "Spätzünder" -

ich

sam der Entschluß, Theologie zu stu-

das Licht der Welt. Ich wurde bereits

gehen. Vom Aachener Bischof wurde

dom in Rom durch

dor getauft. Mein Heimatdorf liegt we-

bei den Jesuiten zu studieren. Neben

Höhepunkt meines Lebens darstellte.

Am 10. November 1949 erblickte unweit der alten Kaiserstadt

Aachen

am nächsten Tag auf den Namen Theo-

dieren, um dem Priesterberuf nachzu-

empfing ich am 6. Juni 1982 im Peters-

ich nach Innsbruck geschickt, um dort

Paul 11. die Priesterweihe,

nige Kilometer von der holländischen

den ordentlichen Lehrfächern der Theo-

belgischen Grenze entfernt. Ich lernte

die Kirchengeschichte

Grenze und ca. 15 Kilometer von der dieses Gebiet zwischen

Ardennen

Niederrhein,

und Maas bald ein wenig

logie - hier interessierte mich vor allem - vertiefte

ich

mich in die frühchristliche Kunst und in

die deutsche

Literatur.

In Innsbruck

kennen, da ich mit meinem Vater, der

lernte ich den Deutschen Orden ken-

allen drei Ländern wohnen.

um eintrat.

rühmten Schönheiten zog mich schon

Zum Noviziat wurde ich nach Bozen

unserer Familie, Mitglied des Aachener

Innsbrucker Jahren natürlich nicht un-

Tierarzt war, zu den Bauern fuhr, die in Der Aachener Dom mit seinen weltbe-

recht früh an. Ein befreundeter Priester

nen, in den ich dann nach dem Studi-

geschickt

was den

Ich habe es nie bereut, diesen Weg

gegangen zu sein, ganz im Gegenteil:

Ich habe gespürt, daß mir in den ver-

schiedensten

Herausforderungen,

den vielen Begegnungen

und Ab des priesterlichen Kraft erwachsen

Zuversicht - Südtirol war mir von den

Papst Johannes

in

und im Auf

Alltags viel

ist. Mit Freude und

möchte

ich diesen

Weg

weitergehen und hoffe, auch hier in St. Leonhard und im übrigen Passeier viele Menschen zu finden, die mit mir versu-

chen, den Weg des Heiles zu gehen -

jeder mit seinem Charisma und seinen Möglichkeiten.

P. Theo Neukung OT

Herbergsuache Ibroll s Glaiche vi da bis zem, vi zintrt dinnin bis Betlehem. Tiraus, tirin

Juni 1982: P Theo Neuking OT empfängt im Petersdom in Rom durch den Papst die Priesterweihe

Domkapitels und einer der bedeutend-

bekannt - und schon bald entschloß ich

Bundesrepublik, verstand es, uns Mini-

im ordenseigenen

sten Fachleute für sakrale Kunst in der

mich, einige Jahre hier zu bleiben, um

stranten nicht nur für Kunst zu sensibi-

zen als Erzieher zu arbeiten. Nicht ge-

Priesterberuf zu schlagen.

Aachen liegt immerhin 900 Kilometer

Nach Volksschule und Gymnasium ent-

hier meine Wurzeln, und mittlerweile bin

lisieren, sondern auch die Brücke zum

Georgsheim

in Bo-

muaßmin

gschwind

vrjagn -.

von Südtirol entfernt - schlug ich dann

fir mindre Lait,

mazie, um Apotheker zu werden. Nach

operator in Lana, vier Jahre als Spiritu-

arbeitete ich einige Monate in der Apo-

August dieses Jahres hier in St. Leon-

theke eines Onkels. Hier nun reifte lang-

a seile Gsindl

Kuan Quatiar

ich schon 16 Jahre hier: Drei Jahre als

dem ersten großen Examen (Vordiplom)

frogn -

rade zur großen Freude meiner Eltern -

schied ich mich - einer Familientraditi-

on folgend - für das Studium der Phar-

anklackn,

Präfekt in Bozen, acht Jahre als Ko-

al am Johanneum in Dorf Tirol und seit hard als Seelsorger.

asau werts blaibn in Ewigkait! Anna Lanthaler


Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 30 / Nr. 8

Neue Schule für die Martiner Mittelschüler Frohe Gesichter rundum gab es am 6. November bei Kindern und Schulleuten in St. Martin. Aber nicht nur bei ihnen. Auch für die Gemeindepolitiker, die Pla-

I,

In der Frühe des 6. November trafen sich die Schüler noch ein letztes Mal in den alten Schulräumen. Nachdem sich die Schüler der A-Klassen mit einem

o

durch die Dorfgasse in Richtung Malerweg Nr. 1, dem Standort der neuen Mittelschule, wobei jeder seinen eigenen Stuhl mitnahm. Mit dieser Geste leisteten die Schüler, wenn auch nur symbolisch, einen aktiven Beitrag bei der Übersiedlung, und zugleich wird ihnen dieser für die Schulgeschichte von St. Martin denkwürdige Tag lange in Erinnerung bleiben. In der Eingangshalle, dem Pädagogischen Zentrum, begrüßte Direktor Siegfried Innerhofer die Schüler, die Lehrpersonen und das weitere Schulpersonal sowie das Planungsduo, die Architekten Hermann Delugan und Karl Bauer, den von der Gemeinde beauftragten Bauleiter, Architekt Pföstl, die Assessoren der Gemeinde und die Schulratspräsidentin, Frau Marianne Abler.

ner und den Bauleiter war dieser Tag mit Spannung erwartet worden. Das neue Mittelschulgebäude konnte bezogen werden und sollte seine Feuerpro-

Lied von ihren Kollegen der Grundschu-

le verabschiedet hatten, schlengelte sich der lange Zug der Mittelschüler

Nachdem der Schülerchor unter der Leitung von Prof. Wolfgang Hofer die Festversammlung musikalisch eingestimmt hatte, gab Bürgermeister Hermann Pirpamer grünes Licht für den Unterricht. Die feierliche Einweihung ist für das kommende Frühjahr geplant. Mittelschule St. Martin

be bestehen. Für den Umzug wurden die drei schulfreien Tage genutzt. Die Gemeindeverwaltung stellte zusätzlich zum schuleigenen Personal noch Arbeiter und Transportmittel zur Verfügung, so daß der H~uptteil der Einrichtung, Möbel und Lehrmittel in diesen Tagen transportiert werden konnten. Den kleineren Rest holte die Schule in den folgenden Wochen noch in Eigenregie nach. Ebenso brauchte es einige Zeit, bis im neuen Schulhaus alles seinen richtigen Platz hatte. Diese Arbeit ist sogar noch im Gange. Alle Bediensteten der Mittelschule, allen voran die Schuldiener, sorgten für einen reibungslosen Übergang im Schulbetrieb. Die Störungen durch Abschlußarbeiten, die noch im Gange sind, tun der Freude im neuen

Schulhaus keinen Abbruch. Wenn wir auch lange auf diesen Tag gewartet haben, so kann gesagt werden, daß die Bauphase von sehr kurzer Dauer war. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 18. November 1993 statt, nachdem wenige Wochen vorher die Baufirma Anton Maier den ersten Bagger auffahren ließ.

Rodelverein Passeier-Raiffeisen Wieder ist eine erfolgreiche Rodelsaison zu Ende gegangen. Man war gespannt, wie die Athleten leistungsmäßig auf das tragische Ableben ihres Vorbildes Gustav Gögele reagieren würden; mit 23 ersten, 17 zweiten und zwölf dritten Plätzen bei den verschiedenen Wettbewerben konnte das Vorjahresergebnis noch gesteigert werden. Herausragende Ergebnisse erzielten die Vize-Italienmeisterinnen Erna Schweigl und Sandra Kofler. Bronze bei den Italien meisterschaften holte sich Johannes Hofer. Waltraud Schiefer stellte ihr Können auf der Kunstbahn unter Beweis und wurde auf Anhieb Dritte der Kunstbahn-Italienmeisterschaft auf der Olympiabahn in Innsbruck. Dort erzielte sie auch beim Internationalen Großen Preis der Stadt Innsbruck

den vierten Rang. Nach Abschluß der Saison für Kunstbahnrodler kehrte Waltraud wieder zur Naturbahn zurück. Bei sieben Starts in der Kategorie der Anwärter eroberte sie sechs erste Plätze, wobei der Sieg bei den EIL-Jugendspielen in Feld am See (A) als der größte

Erfolg zu werten ist. Erwähnenswerte Erfolge hatten auch Sandra Kofler und Konrad Pamer bei den Junioren-Europameisterschaften in Aosta zu verzeichnen: Sandra erreichte den sechsten, Konrad den elften Rang. Der große XX Große Preis von Italien, ausgetragen in Pfelders, wurde nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch ein großer Erfolg. Hierbei gaben die Athleten des Rodelverein PasseierRaiffeisen den Ton an. Sie feierten vier Siege in den verschiedenen Nach-


Seite 31 / Nr. 8

Passeirer Blatt / Dezember 1995

Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft 1995:

Damen Zöglinge 1. Platz: Erna Schweigl 1.07.69 1.07.59 2. Platz: Anja Öttl 1.19.36

2.15.28

2.37.32

1.17.96

Damen 1. Platz: Waltraud Schiefer 1.05.84 1.05.50

wuchskategorien, wobei besonders Konrad Pamer in der Anwärterklasse mit einer ausgezeichneten Gesamtzeit überzeugen konnte. Der junge Passeirer war Gesamtsiebter, und das spricht für die Qualitäten des kleinen, drahtigen Sportlers vom RV Passeier. Auch Stefan Folie vermochte den Heimvorteil zu nutzen und setzte sich bei der sportlichen Jugend in äußerst souveräner Form durch. Ebenfalls einen klaren Sieg fuhr Waltraud Schiefer bei den Anwärterinnen heraus, während Erna Schweigl in der Jugendklasse in beiden Läufen schneller war als die frischgebackene Italienmeisterin Melanie Breitenberger (Re sr. Wal burg). Weitere Termine, die auch auf längere Sicht eingeplant wurden, sind Welt- und Europameisterschaften in Kunst- und

Naturbahn bis zum Jahre 1999. Dabei ist aus Südtiroler Sicht besonders erfreulich, daß die Naturbahn-EM in unserem Land stattfindet. Mit der Vergabe der Titelkämpfe an das Passeiertal wird auch einem Verein das Vertrauen geschenkt, der schon seit Jahren eine exzellente Aufbauarbeit im Rodelsport betreibt. Hier die Übersicht über die vorgesehenen Termine ab dem Jahre

Herren Schüler 1. Platz: Johannes Hofer

1.10.19

2.19.95

2. Platz: Michael Folie 1.15.08 1.15.78

2.30.86

Herren Zöglinge 1. Platz: Stefan Folie 1.06.04 1.07.12

2.13.16

er.

2. Platz: Franz Öttl 1.10.54

1.11.58

2.22.12

An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren und Spendern für ihre finanzielle Hilfe, denn ohne sie wäre eine Veran-

3. Platz: Florian Hofer 1.14.31 1.14.73

2.29.04

1997: 1997: Kunstbahn: WM in Igls (Österreich), Junioren-WM in Oberhof (Deutschland); Naturbahn: JuniorenWM in Negaunee (USA); EM in Passei-

staltung

dieser

Größenordnung

realisierbar gewesen.

Ausrichtung

betraut.

Der Rodelverein

Passeier hat mit der

Veranstaltung "Europameisterschaft 1997" die größte organisatorische Herausforderung in seiner Vereinsgeschichte angenommen. Wir sind sicher, daß wir unter Mithilfe von Vereinen und Sponsoren, aller Athleten, Betreuer und Zuschauer großartigen Sport erleben werden.

1.09.76

nicht

Der XX Große Preis von Italien wurde als Generalprobe für die Europameisterschaft 1997 gewertet; der Internationale Verband (FIL) hat uns mit deren

Konrad Pamer

2.11.34

Herren Senioren

1. Platz: Gotthard Hofer 1.02.00 1.01.97

2.03.97

2. Platz: Kurt Kessler 1.03.34

2.06.69

3. Platz: Josef Hofer 1.03.55

1.03.35

2.06.99

1.03.44

4. Platz: Konrad Pamer 1.04.64 1.04.35

2.08.99


K li]n @7er Si@ i[]~ Passeirer Blatt / Dezember 1995

Seite 32 / Nr. 8

Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest, schneereiche Ferien, einen guten Rutsch - und ich freu' mich auf ein Wiederlesen im Jahr 1996!

Euer Klexi

Hallo Kinder! Immer wieder bin ich überrascht, wie viele tolle Beiträge von Euch zu uns in die Redaktion flattern. Erstmals haben sich auf der "Kinderseite" auch zwei Passeirer Dichter zu Wort gemeldet, deren Texte wir gerne abdrucken. Möglicherweise sind noch mehr versteckte Talente unter Euch?!

Hallo Krimi- und Ratefans, ich habe einen Buchtip für Euch!! Die drei ??? Was das für ein Buch ist? Ein Krimi- und Ratebuch für Kinder ab 11 Jahren. Es dreht sich um drei Detektive namens Justus, Bob und Peter. Und was bedeuten die Fragezeichen? Sie sind die Symbole der drei findigen Jungen. Was als Zeitvertreib anfing, hat sich längst zu einer ernsten Nebenbeschäftigung für freie Stunden und Schulferien entwickelt. Die drei ??? haben schon öfters für scheinbar unlösbare Probleme willkommene Lösungen gefunden. Als Zentrale dient ein Campingwagen hinter Schrottmüll mit Telefon, Tonbandgerät, Fotolabor, Periskop und mancherlei selbstgebastelten Apparaturen, die den drei ??? modernste Ermittlungstechniken ermöglichen. Aber jeder Fall braucht auch Köpfchen. Denn ohne das Superhirn des 1. Detektives Justus, den Forscherdrang des 2. Detektives Bob und den Sportgeist des Detektivs Nummer 3, Peter, kommen die drei ??? nicht ans Ziel. Ungefährliche Fälle sind es nicht, die AIfred Hitchock, der Autor, oder der Zufall

an die Freunde herantragen. Ob hartgesottene Gangster oder Herrschaften mit bösen Plänen - sie alle werden von Justus, Bob und Peter dingfest gemacht. "Die drei???" sind in einer Serie erschienen, und einige davon findet Ihr in unserer Bibliothek in St. Leonhard. Viel Spaß beim Lesen wünscht Michaela Righi (11) aus St. Leonhard

I I I I I I I Gotteshaus Obst

Himmelskörper Nadelbaum Beruf Fluß in Ägypten Stacheltier Wasservogel von Stetanie Righi (10) aus St. Leonhard

Einmal in der Zeitung stehen Seit langem habe ich den Wunsch, ihr werdet es verstehen, meinen Namen mal in der Zeitung zu sehen. Über Tornba, Durnwalder und Claudia Schiffer liest man täglich, nur über mich schreibt keiner, das find ich unmöglich. Manchmal bin ich schlimm, doch meistens brav, nur - mich knipst nie ein Starfotograf. Eigentlich komisch, ich verstehe das nicht recht, denn meine Ideen sind meistens nicht schlecht! So auch diesmal, denn ich schlauer Wicht schrieb ganz fix dies kleine Gedicht. So wird es mir gelingen, ihr werdet es schon sehen, diesmal im "Passeirerblatt" zu stehen!

von Hansjörg Gutler (10) aus Stuls

Ich möcht ein kleiner Dichter sein... ...doch es fällt mir fast nichts ein. Was mir einfällt, reimt sich nicht, ach, wie traurig macht es mich! Laß ich's heute lieber sein, vielleicht fällt mir morgen in der Schule etwas ein!

Ein Pferdefreund ist er sicherlich - und ein guter Zeichner dazu: Hansjörg

Pfitscher

(8) aus Stuls

von Thomas Ennemoser (8) aus Stuls


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook