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i. p.

Passeirer Blatt

Mitteilungen und Nachrichten aus Moos, St. Leonhard und St. Martin Juni 2020

Juni 2020 nr. 159 · 34. JAhrgAng

inhalt 5 Gemeinden 8 Kultur & Gesellschaft 20 Natur & umwelt 22 gesundheit & Soziales 27 Kindergärten & Bibliotheken 29 Sport 31 Vorankündigungen

Ein großes Dankeschön an Dr. Manfred von Sölder, herzlich willkommen Frau Dr. Julia Zach Ein grosser Wechsel im Ärztebereich


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St. Leonhard

Ein großer Wechsel im Ärztebereich: ein großes Dankeschön an Dr. Manfred von Sölder, herzlich willkommen Frau Dr. Julia Zach Über Jahrzehnte gab es in Passeier nur zwei Gemeindeärzte und zwar je einen in St. Leonhard und in St. Martin. Als Dr. Harald Mair Egg im Jahre 1987 nach Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit in Pension ging, kam mit Dr. Manfred von Sölder eine neue Art des Allgemeinmediziners ins Tal, der weniger Gott in Weiß war, offen auf die Menschen zuging und bald mit den meisten „per Du“ war. In all den Jahren hat er Freud und Leid mit ihnen geteilt und sie mit großem Einfühlungsvermögen und Fachwissen betreut. Mit großem Bedauern müssen seine vielen Patientinnen und Patienten nun zur Kenntnis nehmen, dass Dr. Sölder in Pension geht. Zu diesem Anlass hat er uns das folgende Abschiedsschreiben übergeben:

Impressum

Erscheint zweimonatlich. Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29. 5. 1987. Eigentümer und Herausgeber: Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin in Passeier; vertreten durch den Bürgermeister von St. Leonhard, Konrad Pfitscher – Kohlstatt 72, St. Leonhard in Passeier. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Ulrich Mayer. Redaktion: Kurt Gufler, Rosmarie Pamer, Heinrich Hofer, Konrad Pamer, Arnold Rinner, Karl Lanthaler; Kohlstatt 72, St. Leonhard in Passeier. Korrektur: Ernst Rinner, Kurt Gufler. Produktion und Druck: design.buero Artikel können bei allen Redaktionsmitgliedern und bei design.buero in St. Martin (Dorfstraße 14) abge­geben werden und müssen mit dem Namen und der Telefonnummer des Verfassers oder der Verfasserin versehen sein. Werbebeiträge direkt an das Passeirer Blatt, passeirerblatt@passeier.it, T 0473 656 239. Redaktionsschluss: 31. Juli, 2. Oktober 2020 E-Mail: passeirerblatt@passeier.it www.passeirer-blatt.it

Liebe Psairer, im Juni werde ich meine Tätigkeit als Gemeindearzt für das Passeiertal beenden. Nach 4-jähriger Tätigkeit als Assistenzarzt in den Krankenhäusern von Bozen, Meran und vor allem im Krankenhaus Schlanders sowie einem Aufenthalt an der Universitäts­ klinik Innsbruck, habe ich verschiedene Assistenzarztstellen an den Universitätskliniken Innsbruck, Hamburg, Eppendorf, Ulm sowie an der Universitätsklinik Köln angeboten bekommen. Ich habe mich schlussendlich aber entschlossen, als Gemeindearzt in Südtirol zu bleiben, da die Liebe zu meiner Heimat und ihren wunderschönen Bergen größer war und mir die Aufgabe als Allgemeinmediziner in einer Talschaft zu arbeiten all die Möglichkeiten bot, meine medizinischen Kenntnisse so umfassend als möglich für unsere Bevölkerung einzusetzen. So trat ich also meine Stelle am 12. Oktober 1987 meine Stelle als Gemeindearzt in St. Leonhard an. Dort hat man mich sofort mit offenen Armen aufgenommen und nachdem ich mit meinen Vorstellungen, wie ein Ambulatorium effektiv zu führen ist, bei den Gemeindevätern auf offene Ohren gestoßen bin, konnte ich meine Tätigkeit zuerst im altehrwürdigen, ehemaligen Gerichtshaus und kurze Zeit später im neu erbauten Altersheim beginnen. Mein Credo war immer: Diagnose und Therapie gemeinsam mit dem Patienten, mit der Patientin, zu erarbeiten mit dem Hauptziel, ihnen genauestens und mit Geduld zu erklären, an welcher Krankheit er oder sie leidet und was man unternehmen kann, und dies alles in verständlicher Sprache ohne medizinisches Kauderwelsch, da es ja um seine Gesundheit geht und er oder sie dann gut aufgeklärt und zufrieden das Ambulatorium verlassen kann. Wichtig war mir immer, dass alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen behandelt werden, unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung. Letztendlich war es mir auch wichtig, meine Patientinnen und Patienten finanziell keinesfalls zu belasten, da ich selbst besser als der Großteil meiner Patientinnen und Patienten gestellt bin. Ich glaube, dass ich meine Vorstellungen so gut als möglich umsetzen konnte. Allen kann man es natürlich nicht recht machen, das liegt in der Natur des Menschen. Ein großes Glück für mich und die Patientinnen und Patienten war, dass ich ein Goldstück von einer Assistentin, wir sprechen hier von Martina Alber, gefunden habe, welche mir bis zuletzt mit großer Aufopferung, Freundlichkeit, Geduld und viel Einfühlungsvermögen zur Seite stand, sodass man ohne zu übertreiben von einer Gemeinschaftspraxis sprechen kann. Martina ist zu einer Institution geworden, welche aus dem Dorfleben als Anlaufstelle nicht mehr wegzudenken ist. Anfänglich wollte ich häufig an andere Stellen wechseln, sei es nun Bozen, Meran, Kastelruth, Seis, Nals, Corvara im Gadertal. Dieses Vorhaben scheiterte dann immer daran, dass ich alle meine Psairer Patientinnen und Patienten mitnehmen wollte, was natürlich leider nicht möglich war. Ein großes Dankeschön geht an die Gemeindeverwaltungen, insbesondere an die Bürgermeister der Gemeinde St. Leonhard, aber auch an die von Moos, welche mir immer wieder den Rücken gestärkt haben und bedingungslos hinter mir gestanden sind. Schlussendlich ein riesiges Dankeschön an euch alle, meine Patientinnen und Patienten aus St. Leonhard, Moos und St. Martin, welche ihr mir vertraut, mich getragen und gestützt habt, sodass ich meine Arbeit tagtäglich mit großer Freude und Engagement verrichten durfte. So und jetzt muss ich aufhören zu schreiben, sonst fang ich noch zum Weinen an. Pfiat enk und tuats mi net zu schnell vergessen, Euer Arzt Manfred v. Sölder


3  Passeirer Blatt – nr. 159, Juni 2020

Gemeinsam mit Dr. Sölder ist es gelungen, in Dr. Julia Zach eine Nachfolgerin zu finden, die sich hiermit vorstellt:

Dr. Sölder ist in Pension gegangen

Im Namen der Bevölkerung und der Gemeindeverwaltung ein großes Dankeschön unserem Dr. Sölder mit den besten Wünschen für eine erfüllte Zeit in Pension mit seinem geliebten Hund, der ihn sicher auf all seine Bergtouren begleiten wird. Für die Gemeindeverwaltung aber stand damit die große Frage im Raum, woher eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger nehmen in Zeiten, wo Allgemeinmediziner heftig gesucht und umkämpft sind.

Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, mich hiermit kurz vorzustellen. Ich stamme aus Deutschland und habe in Göttingen 1998 das Medizinstudium abgeschlossen. Nach mehr als vier Arbeitsjahren in der Medizin und einigen Monaten in der Chirurgie habe ich in einer Allgemeinarztpraxis gearbeitet und 2004 den Facharzt für Allgemeinmedizin erworben. Um mein Wissen zu erweitern, bin ich danach noch in der Neurologie und Psychiatrie tätig gewesen und habe auch dort einen Facharzt erworben.
Seit 10 Jahren bin ich nun in Südtirol verheiratet und habe eine mittlerweile 7 Jahre alte Tochter. 
Das Passeiertal ist mir schon bekannt durch meine Tätigkeit im Altenheim von St. Martin und ich freue mich, nun als Gemeindeärztin nach St. Leonhard zu kommen.

Dr. Julia Zach, neue Gemeindeärztin in St. Leonhard

Dr. Julia Zach, ein herzliches Willkommen in St. Leonhard. Dr. Sölder hat Dr. Zach in seine Praxis eingeführt und wir sind überzeugt, dass ihr alle Patientinnen und Patienten sowie Hilfesuchenden das Vertrauen schenken werden. Damit werden in Zukunft bei uns weiterhin drei Ärzte praktizieren, Dr. Julia Zach, Dr. Michael Zuegg und für unsere Kinder Dr. Verena Weger. Allen ein großes Dankeschön für ihren Einsatz und ihre Hilfe, die für uns unverzichtbar ist. Konrad Pfitscher

Do isch pin ins Tonndrpuschn – Olmroasn dedn bring ins joa dr Summr. Di Pain hobnse gschwind drgliicknt, de tonz nit lai drum ummr. Sie mochn ins joa in bestn Heenig, Olmroasn-Heenig isch a Medizin, obr laidr, dr Summr taurt nit long und a di Tonndrpuschn sain dohin. Pin ins do isch dechtr schian, ja, wos willsche denn nou mear? Di schianstn Berge a Nebile droubr und schiitzn tuat ins Gott dr Hear.

Anna Lanthaler


Ich bin dabei! FÜR DICH. FÜR MICH. FÜR UNS.

„Geben wir dem Sport eine Chance, der zweiten Welle aber nicht.“ Roland Fischnaller Snowboard-Weltmeister, Villnöss

AUTONOME PROVINZ BOZEN SÜDTIROL

neustart.provinz.bz.it

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO ALTO ADIGE

PROVINZIA AUTONOMA DE BULSAN SÜDTIROL


5  Passeirer Blatt – nr. 159, Juni 2020

Gemeinden

bewusster Lebensmittelkonsum

Nachhaltige Ernährung – bewusst einkaufen und essen

Gemeindearbeiter Bernhard Pflug, Referent Konrad Pichler, Bürgermeisterin Rosmarie Pamer und WK-Sektionsleiter Elmar Walder bei der Inbetriebnahme der AED-Säule auf dem Dorfplatz in St. Martin

St. Martin

Öffentliche AED-Säule auf dem Dorfplatz in Betrieb genommen Erkrankungen von Herz und Kreislauf sind laut Statistik weltweit für etwa 17 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Seit einigen Jahren werden in vielen Ortschaften AED-Geräte zur Ersthilfe bei Herzproblemen montiert. Ein AED-Gerät (= automatisierter externer Defibrillator) ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstößen und ist durch seine einfache Bau- und Funktionsweise besonders für Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Laienhelfer geeignet. Da die Über­ lebenschance eines Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Intervention verstreicht, um 10% sinkt, ist der sofortige Einsatz eines AED-Gerätes bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder eines Notarztes oft lebensrettend. In St. Martin gibt es bereits bei allen Sportstätten und in der FF-Halle ein AEDGerät, am 15. Mai wurde zudem am Dorfplatz eine öffentliche AED-Säule mit einem halbautomatischen Defibrillator in Betrieb genommen. Die Anregung dazu kam von Elmar Walder, dem Sektionsleiter des Weißen Kreuzes Passeiertal. Für die Umsetzung war Gemeindereferent Konrad Pichler zuständig.

Der Mårtiner Dorfplatz eignet sich aus mehreren Gründen am besten für eine AED-Säule. Es gibt dort einen Stromanschluss, der Standort liegt zentral, wird viel frequentiert und ist im Notfall auch für die Rettungskräfte gut zugänglich. Das Projekt wurde vom Landesrettungsverein Weißes Kreuz, der sich die Kosten von rund 3.000 Euro mit der Gemeinde St. Martin teilt, bereits Ende 2019 genehmigt. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Arbeiten erst Mitte Mai abgeschlossen werden. Die Wartung übernimmt für die nächsten zwei Jahre das Weiße Kreuz. Die Überwachung liegt in den Händen des Weißen Kreuzes Passeier. Das Gerät darf nur bei Verdacht auf einen Herzinfarkt benutzt werden. Der halbautomatische Defibrillator ist diebstahlgeschützt, kann jederzeit loka­ lisiert werden und ist direkt mit der Landesnotrufzentrale verbunden. „Neben der Ausstattung der Sporteinrichtungen mit Defibrillatoren ist die öffent­ liche AED-Säule ein weiterer wichtiger Schritt in der Notfallversorgung unserer Gemeinde“, ist Bürgermeisterin Rosmarie Pamer überzeugt. Für Saltaus ist ebenfalls eine AED-Säule angedacht. Kurt Gufler

Lebensmittel werden rohstoffintensiv produziert, kilometerweit transportiert und (tief)gekühlt, bevor sie in das Geschäft gelangen und verzehrt werden. Südtirol zählt in diesem Bereich zu einer der nachhaltigsten Regionen in ganz Europa und wurde 2015 sogar zur grünsten Region Italiens gekürt. Die wachsende Anzahl an Bio-Betrieben ist Ausdruck eines immer stärker werdenden Wunsches nach einer verantwortungsbe­ wussten und ökologischen Ernährung. Dennoch ist und bleibt das Streben danach eine Herausforderung – auch in Südtirol. Nicht überall findet man nachhaltige Lebensmittel. Und oft fehlt es uns an Wissen und Zeit, um uns genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Tipps für deinen nachhaltigen Lebensmittelkonsum: Lokale Produkte einkaufen. Indem du lokale Produkte einkaufst, hast du nicht nur frische Lebensmittel auf dem Teller, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft und setzt dich für kurze Wege und einen geringeren CO2-Ausstoß ein. Obst und Gemüse der Saison essen. Der Energie- und Ressourcenverbrauch bei saisonalem Obst und Gemüse ist bis zu 60 Mal geringer als bei Produkten aus dem Gewächshaus. Fleischkonsum einschränken. Der Großteil der Fleischproduktion entstammt Großmastbetrieben. Auf die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch können bis zu 15 kg Getreide und 15.000 Liter Wasser entfallen. Da das von Wiederkäuern erzeugte Methan 21 Mal klimawirksamer als Kohlendioxid ist, fallen auf 1 kg Fleisch außerdem auch Treibhausgase von bis zu 60 kg an äquivalentem CO2. Essen nicht wegwerfen. Allein in Italien landen wöchentlich 630 Gramm Essensreste pro Haushalt in der Mülltonne, das entspricht einem mittleren Gegenwert von etwa 6,50€. Hauptgründe dafür sind der Kauf von überflüssigen oder zu vielen Produkten und eine falsche Lagerung der Lebensmittel. Werner Außerer (Quelle: Gemeinsam für den Klimaschutz, Gemeinschaftsprojekt der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus, dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt)


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Beschlüsse

Aus dem Rathaus von Moos vom 3. 4. bis 4. 6. 2020 > Beiträge:  Ordentlicher Beitrag: Für die ordentliche Tätigkeit im Jahr 2020 – Verein Andreas Hofer Talmuseum – Sandhof – € 6.000. Bergbahnen Pfelders GmbH: Auszahlung des Restbetrages gemäß Dienstleistungsvertrag für die Führung des Skigebietes Pfelders – Winter 2019/2020 – € 79.300. > Gemeinde:  Trinkwasserversorung – UV-Anlagen – Lieferung von Ersatzteilen – Angerer Wassertechnik KG – € 1.616,50; Stuls – Anger – Sanierung eines Abschnittes der Hofzufahrt – Ilmer Stefan – € 7.965,38; Abfallbewirtschaftung und Umweltberatung – Verpflichtung der Zusatzausgaben Jahr 2019 – Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt – € 1.528,39; Genehmigung und Liquidierung des jähr­ lichen Mitgliedsbeitrages der Gemeinde an die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt – Jahr 2020 – € 3.256,50; Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung des epidemiologischen Notstandes aufgrund des COVID19: Schutzwände aus Polycarbonat für Gemeindeämter – Schlosserei Pichler Thomas – € 1.357,86; Übernahme der Teilkosten für Betreuungsstunden im Tagesmutterdienst – Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen-wachsenleben“ – Jahr 2020 – € 1.000; Straßen- und Wegenetz – Übernahme Kostenanteil Forstinspektorat Meran – Instandhaltung der Wanderwege – Bereitstellung der Mittel – € 30.500; Bunker Museum Moos – außerordentliche Reinigung – Meranese Servizi SpA – € 1.732,40; Abfallbewirtschaftung und Umweltberatung – Akontozahlung Jahr 2020 – Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt – € 44.401,25; Fußweg zur Wohnbauzone Sand – Reparatur des Geländers – Gufler Metall KG – € 1.700,68; Trinkwasserversorgung – Schlosserarbeiten an verschiedenen Anlagen – Gufler Metall KG – € 7.019,88; Gemeindeämter – Lieferung von zwei Personal-Computern und zwei Monitoren 27" – Var Group Spa – € 1.938,72; Fuhrpark – Toyota Hilux DY914JA – Austausch des defekten Turboladers – Auto Genetti Julia & Lukas KG – € 2.714,61.

>  Öffentliche Arbeiten:  Zivilschutz – Felssicherungsarbeiten Wohnbauzone Moos/ Dorf 2: geologische Leistungen – Geol. David Wilhelm – € 1.119,96; Errichtung Museum „Stiaber“: Auszahlung Sicherheitsabzüge der Arbeiten (Hochbau) – Graf & Söhne GmbH -€ 659,86; Ortskern Stuls – Straße „Hochegg“: Grenz­ richtigstellung und Ausarbeitung eines Teilungsplanes – Per. Ind. Marth Thomas – € 5.636,40; Bebauung des ehemaligen Kasernenareals in Moos – Errichtung eines Multifunktionszentrums: Planung Beschallungsanlage für Außenraum – Müller-BBM GmbH – € 6.466.

> Gemeindebauhof:  Lieferung von Bedarfsmaterial für Arbeiten in Eigenregie – Bautechnik GmbH, Bozen – € 1.220; Reparatur des Fahrzeuges „Unimog“ – Autoindustriale GmbH, Bozen – € 4.980,15.

> Schulen:  Erstellung des technischen Berichtes über den Selbstschutz des Gebäudes gegen Blitzschläge für die Grundschulen und Kindergärten – Thomas Zöschg Engineering – € 1.921,50; Bestätigung des Tarifes von € 3 für die Schulausspeisung der Grundschule – Schuljahr 2020/2021; Bestätigung des Tarifes von € 4 bzw. € 2,80 pro Mahlzeit für die Schulausspeisung der Mittelschule – Schuljahr 2020/2021; Pflichtschulen: Beteiligung an den Betriebs­ kosten – Jahr 2020 – Gemeinde St. Leonhard in Passeier – € 24.300.

> Müllentsorgung/Recyclinghof:  Für den Ankauf einer Kartonpresse beim Recyclinghof „Mörre“ wurde an die Gemeinde St. Leonhard der anteilmäßige Betrag von € 4.491,26 bezahlt; an die Gemeinde St. Leonhard wurde für die Führung des Recyclinghofes der Betrag für das Jahr 2019 in Höhe von € 7.582,48 und die Anzahlung für das Jahr 2020 in Höhe von € 12.748,79 bezahlt.

Aus dem Rathaus von St. Martin vom 24. 3. bis 29. 5. 2020 > Beiträge:  Jugendtreff St. Martin – € 17.645 für die Realisierung der Projekte im Jahr 2020; Pfarrei zum heiligen Martin – € 15.000 für die Abwicklung von Diensten zugunsten des Jugendtreffs und der Gemeinde St. Martin im Jahr 2020; Jugendbüro Passeier – € 1.303,69 für die Inbetriebnahme der Egghof Kaser 2019; € 1.000 für das Jugendbeschäftigungsprojekt „Sojuppa“ – Jahr 2019; € 1.500 für das Jugendbeschäftigungsprojekt „Sojuppa“ – Jahr 2020; AFC St. Martin Moos – € 49.750 für die Tätigkeit und für die Führung der Sportanlagen im Jahr 2020 (€ 48.000 an AFC St. Martin Moos und € 1.750 an die Sektion FC Saltaus). > Dorfhaus:  Lieferung eines Sicherheits­ einsatzes für die Notbeleuchtung – Selectra AG, Bozen – € 1.853,79.

> Jugendtreff:  Rückerstattung der Heiz­ kosten des Jugendtreffs für den Zeitraum 26.02.2019 – 22.04.2020 an das Pfarramt St. Martin – € 3.035,73; > Kindergarten:  Lieferung einer Wasch­ maschine für den Kindergarten Saltaus – EP Lanthaler des Lanthaler Dominik & Co. KG, St. Martin – € 649.

>  Öffentliche Arbeiten:  Neubau Sport­ zentrum St. Martin in Passeier: Der Gemeinderat hat in der Sitzung vom 28.05.2020 das Vorprojekt über die technische und wirtschaftliche Machbarkeit genehmigt; Bau einer neuen Trinkwasserleitung „Kalbe – Neuhaus I“ – Vergabe der Arbeiten an die Fa. Tiefbau Karlegger Josef & Armin OHG, St. Martin – € 59.258,06; Erneuerung der Beleuchtungskörper im Gemeindegebiet von St. Martin – Projektierung, Bauleitung, Sicherheitskoordination und Abrechnung für das Bauvorhaben – Per. Ind. Martin Hofer, St. Leonhard – € 9.442,90; Sanierung der Filteranlage des Schwimmbades St. Martin – Durchführung der Elektroarbeiten – Electro Haller, St. Leonhard – € 3.765,41. > Rathaus:  Lieferung eines Beamers – ACS Data Systems AG, Bozen – € 1.092,18; Lieferung von Desinfektionsmittelspendern, Desinfektionsmittel und Einweghandschuhen für den Jugendtreff und das Rathaus – Hygan GmbH, Leifers – € 2.700,08; Lieferung von Büromaterial – Loeff System GmbH, Bozen – € 1.889,80; Lieferung von Schutzgläsern und einer Glasschiebetür – Hofer Heinrich KG, St. Leonhard – € 7.533,50.


7  Passeirer Blatt – nr. 159, Juni 2020

> Schule:  An den Schulsprengel St. Martin wurde der Gesamtbetrag von € 17.105 für dasFinanzjahr 2020 überwiesen, und zwar € 10.780 für 196 Grundschüler und € 6.325 für 115 Mittelschüler, welche im Gemeindegebiet von St. Martin ansässig sind; an den Schulsprengel von St. Leonhard wurde der Gesamtbetrag von € 660 für das Finanzjahr 2020 überwiesen, und zwar € 385 für 7 Grundschüler und € 275 für 5 Mittelschüler, welche im Gemeindegebiet von St. Martin ansässig sind; an den Schulsprengel von Meran/Stadt wurde der Gesamtbetrag von € 55 für das Finanzjahr 2020 überwiesen, und zwar für 1 Mittelschüler, welcher im Gemeindegebiet von St. Martin ansässig ist. > Sportanlagen:  Sportplatz St. Martin – Lieferung von Granulat für den Fußballplatz und Durchführung von Instandhaltungs­ arbeiten – Carli Sport GmbH, Mezzolombardo – € 10.811,64. > Wasserversorgung/Abwasser:  Überprüfung und Bestandsaufnahme von 26 privaten Hausklärgruben – Technisches Büro Dr. Lukas Kuntner, Meran – € 2.426,58; Durchführung von Reparaturarbeiten an der Regenwasserleitung im Angerweg – Kanaltec d. Ramoser Markus, Klobenstein – € 14.377,70. > Wohnbau:  Durchführung einer hydrogeologischen und hydraulischen Gefahren- und Kompatibilitätsprüfung für die Errichtung der Wohnbauerweiterungszone C3 „Haslach“ – Ingenieure Patscheider & Partner GmbH, Mals – € 1.522,56. > Zivilschutz:  Ausarbeitung eines technischen Berichtes sowie eines geologischen Begehungsprotokolls zur Verminderung der Steinschlaggefahr im Bereich der Zufahrtsstraße „Gruberhöfe-Almberg“ – Dr. geol. Konrad Messner, Algund – € 4.687,52.

Aus dem Rathaus von St. Leonhard vom 1. 4. bis 20. 5. 2020 > Beiträge:  Ordentlicher Beitrag an den Tourismusverein St. Leonhard für das Jahr 2020 in der Höhe von € 60.000; Investitionsbeitrag an das Bodenverbesserungs- konsortium „Schweinsteg-Mörre“ für die Errichtung von Leitplanken beim „Kölblhof Mörre“ in der Höhe von € 3.550,20; Beitrag an den Bildungsausschuss von St. Leonhard für das Tätigkeitsjahr 2020 in der Höhe von € 10.674;

Investitionsbeitrag an die Freiwillige Feuerwehr von Walten für den Ankauf eines AEDGerätes für die Bevölkerung von Walten von insgesamt € 1.500; Investitionsbeitrag an die Freiwillige Feuerwehr von St. Leonhard für die Renovierung der Vereinsfahne von 1960 um insgesamt € 5.000; Investitionsbeitrag an den Bergrettungsdienst von St. Leonhard für den Ankauf einer Drohne mit Wärmebildkamera in der Höhe von insgesamt € 12.500. head_02.indd 2

>  Beiträge Schule:  Beitrag an den deutschsprachigen Schulsprengel St. Leonhard für die Abdeckung der Ausgaben für den Schulbetrieb im Jahre 2019/20, von insgesamt €13.970; Maßnahmen zur Förderung der FamilienZuweisung an den Schulsprengel von St. Leonhard für das Schuljahr 2019/20 in der Höhe von € 6.350. > Gemeindevermögen: Leonhardszentrum: Ausschreibung der Arbeiten für die Elektround Beleuchtungsanlage mit einem Gesamtbetrag von € 169.176,59; Leonhards- zentrum, Zuschlagserteilung an die Eurobeton 2000 GmbH zu einem Betrag von € 1.112.456,99, bei einem Abschlag von 17,12 %; Lieferung von zehn Fahnenmasten – Graber KG d. Herbert Graber & Co. für einen Gesamtbetrag von € 5.445; Versetzung der Brandmeldeanlage vom Seniorenheim in das Gebäude der Altenwohnungen, Fa. Elektro Johann Hofer d. Wolfram Hofer für einen Gesamtbetrag von € 5.200; Leonhardszentrum – Elektro-und Beleuchtungsanlage – Zuschlagserteilung an Zöschg Gmbh zu einem Betrag von € 133.994, bei einem Abschlag von 20,84 %. > Soziales:  Richtlinien und Kriterien an den Bürgermeister für die Abwicklung der Unterstützungsmaßnahmen betreffend Solidarität im Nahrungsmittelbereich mit einem Betrag von € 19.243,74; Neugeborenenaktion: Jedem Neugeborenen bzw. seiner Familie wird ein Einkaufsgutschein in Höhe von insgesamt € 150 ausgehändigt. > Straßen:  Restaurierung der Stahlbrücke bei der Bushaltestelle im Dorfzentrum – Fa. Arnold Pixner, € 5.800; Errichtung und Instandhaltung von Zäunen auf dem Gemeindegebiet im Jahr 2020, holz.construct Urban Pichler GmbH, € 24.900; Instandhaltung der Wanderwege im Zeitraum April 2020 – März 2021 – Südtiroler Agrar Maschinenring SAM GmbH, für den Betrag von € 20.000. > Vereinshaus:  Sanierung eines Teiles des Holzbodens – Fa. Christian Pichler, € 3.050.

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Kultur & Gesellschaft

† Erwin Raffl  Foto: Florian Andergassen

ZUM ABSCHIED

Psairer Priester Erwin Raffl gestorben Am 29. 3. 2020 verstarb in Kaltern der Priester Erwin Raffl an den Folgen eines Sturzes. Erwin wurde am 22. 4. 1941 als Sohn des Alois Raffl (Pfandler Luis) und der Rosa Schiefer (Psairer Rosa) in St. Leonhard in Passeier geboren. Schon im Vorschulalter hat er seinen Vater ver­ loren. So wuchs Erwin mit seinen Halb­ geschwistern Walder in St. Martin auf. Wohl schon als Volksschüler fühlte er sich zum Priesterberuf hingezogen und wollte Ministrant werden. Dieser Wunsch wurde ihm vom damaligen Pfarrer von St. Martin aber erst nach langem Bitten erfüllt. 1955 kam Erwin durch den Kooperator von St. Martin und späteren Pfarrer von Platt, Pater Cölestin, zum Studium nach Marienberg. Dort fand er dann einen Gönner in Abt P. Stephan. Nach 5 Jahren Klosterschule wechselte Erwin in das Johanneum nach Dorf Tirol. Nach der Matura begann Erwin im Herbst 1963 sein Theologiestudium zunächst in Trient, weil seine Heimatpfarrei St. Martin damals noch zur Diözese Trient gehörte. Durch die Neu­ bildung der Diözese Bozen/Brixen konnte Erwin im Herbst 1964 in das Priesterseminar nach Brixen wechseln. 1968 wurde Erwin Raffl zusammen mit mehr als 20 anderen Kandidaten zum Priester

Nachruf geweiht. Im Juli desselben Jahres feierte er in seiner Heimatgemeinde St. Martin seine Primiz. Als Jungpriester kam er zuerst als Kooperator nach Terenten und Meran, wurde Präfekt am Johanneum und 1974 schickt ihn der Bischof zum Studium der Naturwissenschaften nach Innsbruck. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Pflanzenwelt im Naturpark Texelgruppe. Es folgten Jahre als Professor am Johanneum. Gleichzeitig war er Gefängniskaplan in Meran, geistlicher Assistent der kath. Männerbewegung, Wochenendaushilfe in Algund und schließlich Pfarrer in Kuens. 1997 wurde Erwin zum Pfarrer in Wiesen ernannt und gleichzeitig Professor am Vizentinum in Brixen. 2002 trat Erwin als Lehrer zurück und wurde Dekan von Kaltern. Während dieser Zeit in Kaltern haben die Kräfte von Erwin stark abgenommen und so war der Schritt in den Ruhestand im Jahre 2016 wirklich notwendig. Zuletzt wirkte Erwin als Seelsorger in St. Nikolaus/Kaltern. Obwohl der Verstorbene das Passeiertal schon 1968 verlassen hat, ist er bis zu seinem Tod ein Psairer geblieben. Die Bevölkerung von Kaltern hat mehrfach gezeigt, wie sehr sie ihren Dekan geschätzt hat. Erwin hat in Kaltern wirklich eine 2. Heimat gefunden und so war es auch sein Wunsch, dort beerdigt zu werden. Lieber Erwin, du hast dir in deinem Leben wenig Ruhe gegönnt. Nun hast du dein letztes Adsum gesprochen und du mögest ruhen in Frieden. Hermann Walder

Im Gedenken an Hans/Anton Pircher – „Saltausschneider“ Der allseits bekannte „Saltausschneider“ ist, wie es in der Todesanzeige zu lesen war, am 7. Mai 2020, im Alter von 85 Jahren friedlich im Herrn entschlafen. Sein Leben begann 1935 auf dem Pfitscherhof in Schweinsteg, wo er mit acht Geschwistern aufgewachsen ist. Gleich nach seiner Geburt gab es ein Missverständnis, mit dem er sich das ganze Leben lang herumzuplagen hatte. Seine Eltern hatten ihm den Namen Hans gegeben. Die Hebamme meldete die Geburt beim Gemeindeamt und ein paar Jahre später hat man entdeckt, dass dort der Bub als „Anton“ eingetragen war. Als junger Bursch kam er zum „Lodenschneider“ und später zur Schneiderei „Urso“ in St. Leonhard als Lehrling und als Geselle, um den Schneiderberuf zu erlernen. Danach hat er sich in Saltaus selbständig gemacht, aber weil es nicht so viel Arbeit gab, ist er in den Wintermonaten gemeinsam mit seinem Freund Albert Pichler in den Wintersportort St. Moritz in die Schweiz gegangen. Da durften sie in einer ganz besonderen Schneiderei Anzüge und Skihosen für berühmte Filmstars und für Familienmitglieder der bekanntesten Königshäuser aus Europa und Persien, dem heutigen Iran, anfertigen.

† Hans/Anton Pircher


9  Passeirer Blatt – nr. 159, Juni 2020

Nach der Hochzeit mit Helga Pircher, im Jahr 1963, hat sich der Hans endgültig in Saltaus niedergelassen. Bald konnte er der steigenden Nachfrage nicht mehr nachkommen und einfache Konfektion wollte er auf keinem Fall seinen Kunden anbieten, so ist er über Jahre selbst nach Oberitalien gefahren, um direkt bei den Produzenten Stoffe einzukaufen und sie bei ausgewählten Betrieben verarbeiten zu lassen. Beim „Saltausschneider“ gab es Anzüge, die man sonst nirgends bekommen hat. Weitum bekannt war die Schneiderei auch bei vielen Feuerwehren, denen der Hans die neuen Uniformen geliefert hatte. Später, als die Leute es sich wieder leisten konnten, waren auch Trachten für Schützen, Musikanten usw., immer mehr gefragt. Als Familienbetrieb hat sich die Schneiderei zu einem Sportgeschäft entwickelt, später kamen die Tankstelle und die Ferienwohnungen beim „Riederhof“ dazu. Wie überall hat sich das Gesellschafts­ leben auch in Saltaus stark entwickelt und wie konnte es anders sein, der Hans war nicht nur immer mitten drin, sondern meistens vorne dabei: als langjähriges Mitglied im Kirchenchor, als starke Säule bei der Freiwilligen Feuerwehr, davon 13 Jahre als Vizekommandant und 15 Jahre als Hauptmann, als Gründungsmitglied der Musikkapelle Saltaus, wo er als Klarinettist mitwirkte, solange es ihm möglich war. Wichtig war ihm seine 35-jährige Tätigkeit im Verwaltungsrat bei der Raiffeisenkasse St. Martin, davon 18 Jahre als Obmannstellvertreter. Er setzte sich dort besonders für Jungunternehmer ein und förderte dadurch die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gemeinde. So haben wir ihn gekannt, ein Mann mit Weitsicht, der nie im Mittelpunkt stehen wollte und immer mit viel Ruhe und einem vielsagenden Lächeln im Gesicht zum Gelingen vieler Vorhaben für die Allgemeinheit beigetragen hat. Der größte Wert für den Hans war seine Familie. Als Beispiel: Seinen Kindern zuliebe hat er es so eingerichtet, dass die Mama im Sommer mit ihnen eine Woche lang am Meer verbringen konnte und er danach eine Woche lang mit ihnen unterwegs gewesen ist, weil der Betrieb damals nicht geschlossen werden konnte. Als die Kinder größer waren, blieb er immer der ruhende Pol für alle, und ließ ihnen immer die Freiheit selbst zu entscheiden, was sie machen möchten. Neben Familie, Betrieb und Vereinen blieb noch etwas Zeit für seine Hobbys: das Fischen, die unvergesslichen Gästewanderungen und das Skifahren. Noch mit 84 Jahren hat er die Abfahrt geschafft.

Mit der Almhütte auf dem Hirzergebiet ist für den Hans ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Sie ist zum beliebten Treffpunkt aller Kinder, Enkel und Urenkel mit Opa und Oma geworden. Nicht unerwähnt bleiben darf sein Einsatz für den Kirchenbau in Saltaus. Als gläubiger Katholik und fleißiger Kirch­ gänger hat er dieses Vorhaben in jeder Form unterstützt und sich gefreut, dass es auch gelungen ist. Jetzt ist er von uns gegangen, aber es bleibt vieles, was ihm wichtig war, all das, worüber er sich gefreut hatte, all das, was ihn und seine Familie im Leben vorangebracht hat, all das, was er auch in unserem Leben ausgelöst, angestoßen und bewirkt hat. Dafür dürfen wir dankbar sein. Es war gut für alle, dass es ihn gegeben hat, mit all dem, was er in unserer Gemeinschaft bewegt hat. Hermann Pirpamer Marie Hofer

Im Gedenken an einen wunderbaren Menschen Fern der Heimat verstarb am 16. Mai 2020, in Denville/Kalifornien, Marie Hofer (Platterwirtstochter) im Alter von 84 Jahren. Nachfolgend einige Eckdaten aus dem Leben der engagierten Frau, die an mehreren Universitäten promovierte und ihre berufliche Herausforderung in fremden Kontinenten suchte. Marie Hofer ist am 29. Mai 1935 als Siebtes von neun Kindern in Meran geboren (drei Kinder verstarben im Kleinkindalter). Die achtjährige Grundschule besuchte sie in ihrem Heimatort Platt. Die weitere Ausbildung, die sogenannte Kaufmännische Vorbildungsschule absolvierte sie für 3 Jahre in der Internatsschule im Kloster Mariengarten in St. Pauls. Während der Ferien und wann immer es möglich war, arbeitete Marie am elterlichen Hof mit. Viel Zeit verbrachte sie bei den alltäglichen Verrichtungen im Stall. Den Grundstein für ihren späteren Ordenseintritt legten die Klosterfrauen in der Internatsschule im Mariengarten. Unterstützt wurde dieses Vorhaben zusätzlich von ihrem Vater, einem eifrigen Förderer der Mission. Er hegte seit jeher den Wunsch, dass eine seiner Töchter den Beruf der Ordensfrau ergreifen würde. Mitdem frühzeitigen Ableben von Josef Hofer (Platterwirt) im Jahr 1955 entschied sich die 20-jährige Marie definitiv ins Kloster einzutreten.

Marie Hofer bei ihrem letzten Heimaturlaub in Platt im Mai 2011. Bereicherte das Leben ihrer Mitmenschen durch ihre unkom­ plizierte und heitere Lebensart  Foto: Arnold Rinner

Das erste Jahr, das sogenannte Postulat, verbrachte sie bei den Steyler Missionsschwestern im Kloster Reinegg an der Mahr bei Brixen. Hier hatte sie das Glück, häufig bei der Acker- und Feldarbeit mithelfen zu dürfen. In der Weite fühlte sich Marie ein stückweit wie zu Hause. Die zwei weiteren Jahre verbrachte sie als Novizin in Stockerau bei Wien. Anschließend machte sie in Steyl/Holland das Abitur. Von Steyl aus gings per Schiff in mehrwöchiger Reise nach Manila auf die Philippinen. Hier studierte die Ordensfrau drei Jahre an der Universität in Manila F. Guidance und Counselling. Nach erfolgreichem Abschluss der MastersAusbildung und obwohl sie bereits fünf Sprachen beherrschte, erlernte sie im Schnellverfahren die chinesische Sprache. In Taiwan hielt sie bis 1969 als Universitätsprofessorin Vorlesungen und Seminare in Erziehungswissenschaften. Nach 1969 kehrte sie auf Anordnung von höherer Stelle für 2 Jahre nach Payerdorf zurück und unterrichtete Englisch. Nach diesen zwei Jahren und insgesamt 16 Jahren Ordenstätigkeit trennte sie sich vom Orden. In der Folge übersiedelte sie nach San Francisco und begann mit keinem Dollar in der Tasche an der dortigen Uni mit dem Studium der Psychologie. Die schwierige finanzielle Situation zwang sie, zusätzlich zum Studium, diversen Nebenverdiensten unter anderem als Tellerwäscherin, als Putzfrau, als Kindermädchen usw. nachzugehen. Nach vielen > Entbehrungen und mit viel Geduld und


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> Willenskraft gelang es ihr an der Uni zu promovieren. Damit erfüllte sie sich den lang gehegten Wunsch als Psychotherapeutin zu arbeiten. Mit großer Freude arbeitete sie in den folgenden acht Jahren therapeutisch mit Priestern und Ordensleuten, die sich in seelischen Konfliktund Krisensituationen befanden. Danach eröffnete Marie über mehrere Jahre eine Privatpraxis als Psychotherapeutin in San Francisco. Nach vielen Berufsjahren in Kalifornien wagte die tüchtige Frau abermals einen völligen Neuanfang und übersiedelte nach Vancouver im Staat Washington. Wie in Kalifornien baute sie sich auch hier in kurzer Zeit einen exzellenten Ruf als Seelenärztin auf. Obwohl fern der Heimat war Marie tele­ fonisch und per E-Mail in ständigem Austausch mit ihren Angehörigen und Bekannten in ihrer Heimat. Unzählige Briefe und Postkarten flatterten all die Jahre hinweg per Luftpost über den großen Ozean. Zwischendurch stattete sie den Verwandten im Platter Bergdorf und ihrem weitreichenden früheren Bekanntenkreis Besuche ab. Im Gegenzug nutzten gar einige Angehörige die Gelegenheit der „Tante in Amerika“ ihre Aufwartung zu machen. Mit Freude und Herzlichkeit kümmerte sie sich um die Gäste aus dem Passeier und unternahm alles, um ihnen den Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten. Anfang 2019 stellten die Ärzte bei ihr eine Krebsdiagnose. In der Folgezeit trennte sie sich von ihrem gesamten Hab und Gut, verkaufte ihr Haus und übersiedelte vor einigen Wochen von Vancouver zu einer Freundin nach Denville/Kalifornien. Hier verstarb sie, nach kurzem Aufenthalt in einem Hospiz, am 16. Mai. Um der Verstorbenen auch in ihrem Heimatort Platt zu gedenken, fanden sich Angehörige und Bekannte am 23. Mai zu einer Gedächtnisfeier ein, welche Ortspfarrer Oswald Kuenzer und Missionär Adolf Pöll zelebrierten. Bei dieser Feier kam einmal mehr zum Ausdruck, welch strahlende Persönlichkeit Marie Hofer war. Als Mensch, dessen Leben geprägt war von Mut, Lebensfreude, Liebe und Gottvertrauen wird uns Marie in Erinnerung bleiben. Arnold Rinner

Kardinal-Haller-Gedenksteinenthüllung am Geburtshaus Greinwald am 18. 6. 2000 mit Pfarrer Siegfried Pfitscher, Erich Pircher, Hans Raich, Rosmarie Pamer, Dekan Michael Pirpamer, Christoph Schweigl, Bürgermeister Hermann Pirpamer

Zum Tod von Kardinal J. Haller

Ein Passeirer Bauernbub auf dem Fürstenthron von Salzburg Heuer sind es 120 Jahre, dass Fürstbischof Johannes Ev. Haller in Salzburg gestorben ist. Der hochbegabte Bergbauernbub vom Greinwaldhof am Riederberg feierte im Revolutionsjahr 1848 seine Primiz in St. Martin, worauf Jahre der Seelsorge in Moos in Passeier, Sarnthein, Kloster Säben und Lajen folgten. In Lajen war Pfarrer Johannes der erste, der auf die Wahrscheinlichkeit des hiesigen Geburtsortes vom großen mittelalterlichen Dichter Walther von der Vogelweide hinwies. Nach sechs Jahren Pfarrerdasein in Lajen forderte ihn der Trientner Fürstbischof Benedikt Riccabona auf, sich für das Kanonikat an der Kathedrale in Trient zu bewerben. Als Ehrenbürger von Lajen zog Haller nach Trient und hielt nach drei Jahren ein päpstliches Dekret in der Hand, das ihn als neuen Generalvikar auswies. Nun war die Verwaltung der ganzen Diözese seine neue Aufgabe, weil der Fürstbischof Riccabona infolge eines Schlaganfalls arbeitsunfähig war. Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Riccabonas wurde Johannes Haller von Papst Pius IX. im Jahr 1874 zum Weihbischof ernannt. Statt Haller bestieg jedoch der Weihbischof von Salzburg,

Johann Jakob Della Bona, den Fürstenthron von Trient, weil der kaiserliche Hof in Wien gegen die Ernennung Hallers war. Es war die Zeit des sogenannten Kulturkampfes zwischen Kirche und Staat und Johannes Haller war neben Fürstbischof Gasser von Brixen eine der politischen Hauptfiguren der Konservativen in Tirol. Dabei ging es vor allem um Verfassungsfragen, Ehegesetzgebung, Konfessions­

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fragen und Hegemonie der Schulen, die bisher in geistlicher Hand waren. Der Weihbischof Johannes Evangelist Haller musste sich mit einer Versetzung nach Salzburg – nun gewollt vom Papst und von befreundeten Bischofskollegen – zufriedengeben. Auch in Salzburg residierte ein kränklicher Fürstbischof – Franz de Paula Albert Eder – und Weihbischof Haller war mit Arbeit in der ausgedehnten Diözese Salzburg reich gesegnet. Nach dem Tod Eders (1890) wurde Johannes Haller zur Freude von Papst Leo XIII. vom Domkapitel einstimmig zum neuen Fürsterzbischof von Salzburg gewählt. Somit war Haller der 77. Nachfolger des hl. Rupert und der 68. Erzbischof von Salzburg. 1893 wurde Haller – nun als Konservativer politisch willkommen – von Kaiser Franz Joseph zum kaiserlichen Geheimrat ernannt. Auch der Papst hielt große Stücke von Haller: 1895 wurde er zum Kardinal der römisch-katholischen Kirche ernannt – als Zeichen der Anerkennung seines geschätzten Dienstes in der Kirche. Er war der 8. Kardinal auf dem Stuhl des hl. Rupert in Salzburg und der erste, der nicht von einem Adelsgeschlecht, sondern vom Bauernstand stammte. Wie in Trient,

altaus: altaus: n Dienstag n22:00 Dienstag Uhr 22:00 Uhr enterrasse enterrasse ertragung ertragung osecco,

besuchte Haller auch in der Diözese Salzburg die ausgedehnten Pfarreien und fand noch Zeit zur Fortsetzung seiner ausgedehnten Pilgerfahrten: nach Rom, Altötting, Einsiedeln, Maria Waldrast, Piné, St. Georgenberg und vielen anderen. Gern besuchte Johannes auch seinen geistlichen Bruder Josef, Direktor des Kollegiums Johanneum, das damals noch in Bozen angesiedelt war. 1896 jährte sich zum 100. Mal das Fest des Bundes Tirol mit dem göttlichen Herzen Jesu, wobei Kardinal Haller in Bozen die Festpredigt hielt.1899 wurde am Sandhof in Passeier von Kardinal Haller in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef die Herz-JesuGedächtniskapelle eingeweiht. Dieser Anlass war sein letzter Aufenthalt in Südtirol, denn am 5. April 1900 starb er und am feierlichen Begräbnis im Salzburger Dom nahmen auch 25 Passeirer teil. Der Leichnam Hallers wurde in der Gruft des Domes begraben. Das Schaffen Kardinal Hallers erfuhr eine ausgiebige Würdigung: zuerst in Zeitungen und Zeitschriften, dann in der ausführlichen Biographie von seinem Domkapitular Christian Greinz, der ihn auf zahlreichen Visitationen begleitet hatte. Auch in Südtirols Fach­

literatur wurde von hoher Wertschätzung gegenüber Kardinal Haller geschrieben. Siegfried Pfitscher, Pfarrer von Unserer Lieben Frau im Walde, schrieb 1989 seine Diplomarbeit über „Johannes Haller – Der Priester, Bischof und Kardinal aus dem Passeiertal“. Zum 100-jährigen Todesgedenken errichtete der Verein für Kultur und Heimatpflege Passeier im Juni 2000 am Geburtshaus Hallers einen Gedenkstein (vgl. Foto) und die Pfarrgemeinde St. Martin pilgerte zum Grab des Kardinals nach Salzburg und widmete ihm auf Anregung vom Heimatpfleger Johann Raich in der Pfarrkirche eine vom Künstler Karl Grasser/Kortsch geschaffene Büste. Vor einigen Jahren musste die Büste allerdings die Verbannung in eine Nische nahe der Wallfahrtskirche zum hl. Michael in Saltaus antreten, wo sie hoffentlich von der Mehrheit der Dorfgemeinschaft gesehen und als Erinnerung an eine der maßgebenden Persönlichkeiten des Passeiertales respektiert wird. Heinrich Hofer

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Die VertreterInnen aus dem Passeiertal vor dem Andreas-Hofer-Denkmal (es fehlt die Abordnung der Schützen)  Fotos: MuseumPasseier

Mantua

Neues Hofer-Museum in Mantua: Ein Rosenkranz als Leihgabe aus Passeier Anlässlich des 210. Todestages Andreas Hofers wurde in Mantua eine neue Gedenkstätte eröffnet. Das MuseumPasseier stellt dem Verein „Porta GiuliaHofer ODV“ einen originalen Rosenkranz Andreas Hofers als Leihgabe zur Verfügung. Gerade rechtzeitig vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie konnte am 19. Februar in Anwesenheit der Landeshauptleute der Euregio, Arno Kompatscher, Günther Platter und Maurizio Fugatti, mehrerer Schützenabordnungen und viel Prominenz auch aus Venetien und der Lombardei das neue Museum MMM (Mantova, Mito, Memoria) eröffnet werden. Der neue Museumsbereich befindet sich in unmittelbarer Nähe des Parks mit dem Andreas Hofer-Denkmal und ist in die Räumlichkeiten der Porta Giulia, dem Eintrittstor in die ehemalige Festung von Cittadella, eingebunden. Er präsentiert in drei Räumen die Geschichte Andreas Hofers und spannt dabei einen Bogen von seiner Einkerkerung im Al-Vaso-Turm über den Scheinprozess im Palazzo d’Arco, die Erschießung, den Abtransport seiner Gebeine nach Innsbruck, die Verehrung und Mythisierung bis hin zur heutigen Erinnerungskultur. Alles in allem ein Rundgang, „der den Geist des Zusammen-

lebens in einem gemeinsamen Europa und im Besonderen zwischen Tirol und Mantua wiederspiegeln soll“, wie Paolo Predella, der Präsident der Associazione Porta Giulia in seinen Ausführungen unterstrich. Untermauert wird die Geschichte durch zahlreiche historische Ansichten und insbesondere durch etwa 200 Objekte aus der Sammlung des Tirolers Martin Reiter. Wir vom MuseumPasseier haben der neuen Ausstellung als Leihgabe einen Der Rosenkranz (rechts) in einem Bereich der Ausstellung, der dem Sandhof gewidmet ist

originalen Rosenkranz Andreas Hofers zur Verfügung gestellt. Dieser Rosenkranz, den das Museum im Gedenkjahr 2009 zusammen mit anderen Objekten aus dem Besitz des ehemaligen Mitkämpfers Andreas Hofers, Johann Thurnwalder, angekauft hat, soll vor allem die Rolle der tiefen Religiosität Hofers auf seinem letzten Gang in Mantua unterstreichen. Denn ohne die tiefe Überzeugung, dass er Buße tun und sein Schicksal in die Hände Gottes legen muss, wäre das Lebensende Hofers wohl anders verlaufen und es war uns ein Anliegen, diesen Wesenszug Hofers in die Ausstellung mit einzubringen. Mit der Leihgabe soll auch die bereits seit Jahren bestehende Freundschaft des Museums mit der Stadt Mantua und insbesondere mit dem „Museumsverein Porta Giulia – Hofer“ unterstrichen werden. Der Verurteilung Hofers im Rahmen eines durch Napoleon persönlich angeordneten Scheinprozesses steht nämlich auch die Tatsache gegenüber, dass die Mantuaner Bevölkerung damals spontan eine ansehnliche Summe von 5000 scudi für die Freilassung Hofers gesammelt hat – allerdings umsonst. Um die heutige Verbundenheit zu unterstreichen, folgten neben einer Abordnung der Schützen aus St. Leonhard unter Hauptmann Patrick Wilhelm, dem Obmann des MuseumPasseier, Albin Pixner und der Leiterin Judith Schwarz auch die Bürgermeister von St. Leonhard und St. Martin, Konrad Pfitscher und Rosmarie Pamer der Einladung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten. Das Museum, das gleichzeitig ein touris­tischer Infopoint ist, hat nun wieder seine Tore geöffnet, allerdings muss der Besuch online vorgemerkt werden, weil in den engen Räumlich­ keiten nur ein zeitlich gestaffelter Eintritt von wenigen Personen möglich ist (www.andreashofermantova.it). Albin Pixner


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INTERVIEW

„Eine magnetische Wirkung für den Tourismus kann ich nicht versprechen“ Ein Gespräch mit Leopold Altenburg, dem Ururenkel von Sissi, der im Hörspiel „Malerspuren“ des MuseumPasseier der Figur Joseph Kyselak seine Stimme leiht.

Museum Passeier: Sie sind im Hörstück als Stimme eines Wiener Beamten zu hören, der um 1825 mit Pinsel und Farbe im Gepäck ins Passeier reiste. Das Farb-Hörstück spielt aber nicht nur mit Malerfarben, auch die deutsche Sprache bekommt viel Farbe: Der Passeirer Dialekt, die Sprachfärbung eines Italieners und eben auch Ihr Wiener Dialekt sind hörbar. Was kennzeichnet den Sprachduktus der Wiener? Leopold Altenburg: Die Wiener Sprachmelodie ist weich und ein bissl raunzig. Die feinen Leute nutzen eine gewisse jammernde Nasalität. Viele ziehen die Vokale in die Länge. An der Sprache von Joseph Kyselak gefallen mir die langen Sätze, in denen er beinahe jedes Hauptwort mit einem Eigenschaftswort verziert. An seinen Sätzen, erkennt man den humorvollen Beamten – auch das soll es geben. Kaiserin Elisabeth von Österreich war ihre Ururgroßmutter. Welche Rolle spielte sie in Ihrer Familiengeschichte? Ich hab ein schönes Weinglas geerbt, das aus dem Korfubestand von Kaiserin Elisabeth stammt. Eingraviert ist ein Wappen, das einen Delphin und eine Krone zeigt. Daraus trinke ich gelegentlich. Leider gibt es kaum überlieferte Anekdoten, die von ihren Nachfahren weiter gegeben wurden. Daher ist Sissi für mich ein ähnlich großes Rätsel, wie fürviele andere auch. Aus familiären und persönlichen Gründen hab ich natürlich mit Spannung die Tagebücher von Marie Valerie gelesen – sie ist die jüngste Tochter von Elisabeth und meine Urgroßmutter.

Sissi war vor 150 Jahren erstmals in Meran, plante sogar einen Aufenthalt in Passeier. Die Gegend ist für ihre Vorfahren stets ein begehrtes Reiseziel geblieben. Warum? Meine Ururgroßmutter liebte die Natur, die Berge und die gute Luft. Nach Meran kam sie, weil ihre damals zweijährige Tochter Marie Valerie krank war und eine Kur benötigte. Hier erholte und gesundete sie recht schnell. Diese Nachricht hat sich herumgesprochen und aus der Gegend wurde ein beliebter Luftkurort. Das ist er bis heute geblieben. Vielleicht sollte ich den Aufenthalt im Passeiertal, den meine Ururgroßmutter verabsäumt hat, nachholen. Ich kann nur nicht versprechen, dass ich eine ähnliche magnetische Wirkung für den Tourismus habe wie Sissi. Im Hörstück geht es kurz um die Wiener Pestsäule und um die Erkrankung Rote Ruhr, die 1825 in St. Martin grassierte. Kyselak selbst starb an der Cholera­ epidemie 1831. Wie erlebten sie die vergangenen Corona-Wochen? In der Zeit des Lockdowns erlebte ich eine große Solidarität unter den Menschen. Da wo ich wohne, am Stadtrand von Berlin, haben sich die Nachbarn gegenseitig angerufen und ihre Hilfe angeboten. Viele haben sich ernsthaft gefragt, wie es wohl zurzeit den anderen geht – und trotz des nötigen Abstandes, entstand bei vielen ein neues Bewusstsein für soziale Nähe. Als Künstler nutzte ich die Wochen für Geschichten, die mir einfielen für ein weiteres Buch. Die Kreativität hilft mir, um nach vorne zu schauen und nicht am Ist-Zustand zu verzweifeln.

Leopold Altenburg, im Hörstück als Stimme eines Wiener Beamten zu hören  Foto: Janine Guldener

Leopold Altenburg ist ein Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn. Engagements als Schauspieler führten den in Berlin wohnhaften Kosmopoliten u. a. nach Wien, Salzburg, Bielefeld und Bonn. Er ist Krankenhausclown bei den Roten Nasen International, Regisseur verschiedener Theaterstücke und begibt sich in Dokumentationen auf die Spuren des Kaiserreiches und die Wurzeln seiner Herkunft. Über seine Familiengeschichte schrieb er das Buch „Der Kaiser und sein Sonnenschein“. www.leopoldaltenburg.com Martin Hanni

Tipp

„Malerspuren. Ein Farb-Hörspiel“ www.museum.passeier.it/malerspuren

Von Martin Hanni. U.a. mit Leopold Altenburg, Dietmar Gamper, Martina Kreuzer, Andrea Polato. Musik von Simon Gamper, Peter Holzknecht, Albert Mayr, Alexander Pamer. Kinderstimmen: Noah Marth, Leander Moosmair, Bastian Pamer, Raphael Pamer, Anna Schwarz, Clara Schwarz, Elena Schwarz, Jakob Schwarz, Hanna Verdorfer, Alina Pabst. © MuseumPasseier, 2020


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Teil 3

5 × Auer. Spuren einer Malerfamilie Die fünfteilige Serie im Passeirer Blatt präsentiert die Malerfamilie Auer. Ihre Werkstatt entstand vor rund 300 Jahren in St. Martin, sie führte sie über drei Generationen. Text: Judith Schwarz; Recherchen: Werner Graf, Monika Mader, Judith Schwarz, Hanns-Paul Ties In diesem Teil der Fortsetzungsgeschichte werden die drei Söhne des Malermeisters Nikolaus Auer erwachsen. Sie haben natürlich den ersten Zeichen- und Mal­ unterricht von ihrem Vater erhalten. Nun schickt er sie in die Welt, damit sie ihre künstlerischen Fähigkeiten weiterbilden. Folge 3 erzählt von den unterschiedlichen Lebenswegen der drei jungen Maler und berichtet, welchem von ihnen die Aufgabe

zufallen wird, die väterliche Werkstatt zu übernehmen. Seit 17. Mai 2020 kann man sich einige Geschichten zur Malerfamilie Auer auch anhören – und mit einer Wanderung durch Passeier kombinieren. Erzählt werden sie von Nikolaus Auers Urenkelin, der jungen Maria Auer, im Hörspiel „Malerspuren“ des MuseumPasseier unter www.museum.passeier.it/malerspuren

Außerdem bietet Schloss Tirol einen Teil seiner vorbereiteten Sonderausstellung „Die Passeirer Malerschule. Zwischen Augsburg und Venedig“ schon mal als virtuellen Rundgang an, siehe www.schlosstirol.it Von einem Auer zum nächsten Die zweite Generation Die 1750er Jahre stehen für die Familie Auer unter keinem guten Stern. Der 24-jährige Joseph Anton wird in Meran abgewiesen, als er dort um Einwohnerschaft ansucht. Daraufhin zieht der älteste Auer-Sohn nach Neumarkt. Kirchenrechnungen nennen ihn als Maler für die Pfarrkirchen von Salurn, Auer und Aldein, allerdings ist bislang kein Werk von ihm aufgetaucht. Er heiratet eine Witwe, wird Vater, wird Witwer, heiratet wieder eine Witwe, wird wieder Vater und stirbt. Er ist gerade mal 30 Jahre jung. Das etwa vierjährige Söhnchen Karl aus erster Ehe kommt in die Obhut der Großeltern nach St. Martin. Sein Enkelkind könnte später Maler werden, mag Nikolaus Auer gedacht haben. Doch – so schreibt Beda Weber – der Vollwaise stirbt im Alter von sieben Jahren. Der zweite Sohn, der Halbwaise und Säugling Joseph Valentin, bleibt vorerst bei seiner Mutter, wird aber in späteren Jahren in Passeier auftauchen und eine Inclination zur Malereikunst zeigen. Zu dieser Zeit hat die Auer-Werkstatt (noch) keine Nachwuchsprobleme. Seite an Seite mit dem alten Nikolaus arbeitet dessen jüngster (gleichnamiger) Sohn Nikolaus Ignaz. Er hat des Vaters Werkstatt wahrscheinlich nie verlassen. Und auch ein neuer Lehrbub absolviert wieder eine vierjährige Malerlehre am Mayrhof, der Martiner Krämersohn Joseph Haller. Der talentierte Lehrling wird später nach Augsburg ziehen, das im 18. Jahrhundert weltberühmt ist für seine Hinterglaskunst. Dabei bemalen die Maler spiegelverkehrt und in unüblicher Reihenfolge die Glasrückseite: Zuerst die Schichten im Vordergrund und zuletzt den Hintergrund. Joseph Haller wird bei seiner Glasmalerausbildung in Augsburg den


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Durchblick behalten und fortan auch seine Ölgemälde in den strahlendsten Farben malen. Dessen späteren Erfolg als einem der besten Rokokomaler Tirols und die damit verbundene Werbung für seine Werkstatt wird Nikolaus Senior jedoch nicht mehr erleben. 1753 stirbt der Meister mit 62 Jahren. Keine fünf Monate später folgt der nächste Schlag für die Familie: Der jüngste Sohn Nikolaus Ignaz, 27 Jahre alt, verstirbt ebenfalls. Sein künstlerisches Schaffen hatte eben erst richtig begonnen, erhalten sind beispielsweise Altarbilder für Latsch, Naturns und Sölden. Maria, die also innerhalb von drei Jahren ihren Ehemann und zwei Söhne verloren hat, steht nun mit einem meisterlosen Malerbetrieb auf ihrem Hof da. Der nunmehr einzige Erbe ist der Zweitgeborene, Johann Benedikt (der in den Quellen meist nur Benedikt genannt wird). Dieser kann zwar eine ansehnliche Künstlervita mit Ausbildungen in Innsbruck, Trient, Verona und Venedig vorweisen, bewegt sich mit seinen Kupferstichen und Miniaturmalereien aber eigentlich auf einem anderen Terrain. In einem Schriftstück betont er sogar ausdrücklich seine fehlende Erfahrung auf dem Gebiet der ordinari mahlerkunst. Und doch zieht der zu der Zeit in Bozen ansässige Künstler, der dort hauptsächlich Aufträge von Buchdruckern und Privaten angenommen hat, prompt nach St. Martin, um die verwaiste Werkstatt zu übernehmen. Der Mayrhof hat spätestens um diese Zeit seinen heutigen Namen erhalten, die Nennung „Malerhaus“ taucht nun in den Quellen auf. Johann Benedikt konzentriert sich auch in Passeier weiterhin auf die Herstellung von Kupferstichen, Leinwandbilder von ihm sind nur wenige bekannt. So schafft er mit Vorliebe religiöse Stiche für Bruderschaften und verschiedene Stadtansichten. Nach Beda Weber fertigte er darüber hinaus Miniaturstücke auf Pergament oder Elfenbein für weit entfernte Gegenden, namentlich nach Italien. 1756 überlässt die Witwe Maria Pichler das Anwesen mit Malerhaus und Bäckenpfister ihrem Sohn. 42 Jahre sind vergangen, seitdem sie den Hof von Kurat Michael Winnebacher erworben hat. Kurz darauf heiratet Johann Benedikt die zehn Jahre jüngere Katharina Geier aus Mareit bei Sterzing und ein neues Kapitel beginnt – ab August nachzulesen in Teil 4 dieser Fortsetzungsgeschichte.

Im Pfarrarchiv von St. Leonhard hängen zwei Passionsbilder von 1749, eines (Abbildung links) mit N.A., das andere mit N.I.A. signiert. Sind die beiden Gegenstücke das Ergebnis eines künstlerischen Wettstreits zwischen dem damals 59-jährigen Nikolaus Auer und seinem 23-jährigen Sohn Nikolaus Ignaz, wie der Kunsthistoriker Hanns-Paul Ties vermutet? Der Jüngere baut mit seiner etwas weicheren Malweise einige kompliziert gedrehte Körperdarstellungen ein und beweist damit, dass er mit dem erfahrenen Malermeister problemlos mithalten kann. Drei Jahre später stirbt der Vater und Nikolaus Ignaz führt die Werkstatt alleine weiter. Viel Zeit bleibt ihm aber nicht, knapp vier Monate später verstirbt auch er – gerade mal 27 Jahre jung.  Fotonachweis: Abbildung links: Südtiroler Landesmuseum für Kultur und Landesgeschichte Schloss Tirol, Johannes Plattner; Abbildung rechts: Gemeinde St. Martin, Christian Gufler


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Umfrage

Coronazeit in Rabenstein Wie haben die Rabensteinerinnen und Rabensteiner die Zeit verbracht? Welche Probleme gab es? Vor- und Nachteile …

Sepp Gufler, Pensionist: „Wir, meine Frau und ich, schauten täglich die Nachrichten im Fernsehen und richteten uns nach den Vorschriften. Wir pflegten keinen Kontakt mit den anderen, nicht einmal mit den Nachbarn. Talauswärts begab ich mich nur im äußersten Notfall. Langeweile gab es keine: Arbeit rund ums Haus stand täglich an: Holz richten, kleinere Reparaturen … wir haben diese Zeit ziemlich gut genützt.“ Hubert Gufler, Busunternehmer: „Von einem Tag auf den anderen standen die Busse still bis auf den Liniendienst. Den ganzen Tag waren wir vorher mit Schülern und Kindergartenkindern unterwegs. Wir haben auch einen Fix-Angestellten. Wir haben seine Arbeitsstelle erhalten und blieben beide, meine Frau und ich, zu Hause. Ein kleines Einkommen haben wir noch, nämlich den Liniendienst. Wir waren ziemlich viel zu Hause. Auch einige unserer Kinder – eine Tochter besucht die Oberschule, Emanuel arbeitete in Homeoffice – leisteten uns gezwungenermaßen zu Hause Gesellschaft. Es war ziemlich ruhig. In Rabenstein ist es relativ gut gelaufen. Jeder durfte vor das Haus gehen. Anfangs war das schon etwas ungewohnt. Seien wir nun zuversichtlich und schauen wir, was im Herbst kommen wird?» Jakob Flarer, Schüler der Maturaklasse an der TFO in Schlanders: „So etwas habe ich mir vorher nicht vorstellen können. Die Lehrer schickten Arbeitsaufträge, manche umfangreicher, manche etwas weniger. Das Arbeiten zu Hause ging recht gut. Sehr viel Aufgaben gab es und es fühlte sich gar nicht angenehm an. Rückmeldungen von Seiten der Lehrer gab es wenig. Mit Onlinemeetings wurden weitere Informationen ausgetauscht. Zu Hause fühlte ich mich wohl. Ich konnte am Hof etwas mitarbeiten. Der Abschluss der Prüfung geht hoffentlich gut. Wir dürfen uns selber etwas vorbereiten, dann wird dieses eine Stunde dauernde Gespräch schon gelingen. Die Lehrer sind schon zu loben, da es ihnen gelungen ist, allen die Arbeiten zu schicken.“

Evi Marth Gufler, Gastwirtin: „Ich konnte heuer das Familienleben so richtig intensiv genießen. Ich habe gemeinsam mit meinem Mann das gesamte Haus geputzt. Wir haben Ostern so richtig feiern können, was sonst im Betrieb nicht so leicht möglich ist. Zuerst blieben wir nur zu Hause, Samuel spielte Fußball vor dem Haus und ich konnte ihn bei den Hausaufgaben unterstützen. Simon besucht die Oberschule in Auer und arbeitete selbständig. Er fühlte sich richtig wohl, kam gut zurecht und suchte sich die Informationen im Internet. Die Familie wuchs so richtig zusammen. Wir spielten gemeinsam und als etwas Ausgang erlaubt war, unternahmen wir kurze Ausflüge. Dadurch, dass der Gemüsehändler alle 2 Wochen nach Rabenstein kam und uns mit frischem Obst und Gemüse versorgte, fuhren wir nur selten zum Einkaufen nach St. Leonhard. Der einzige Nachteil: Es fehlte das Einkommen. Die Zeit war für das Gastgewerbe hier in Rabenstein nicht ganz ungünstig. Im Frühjahr gibt es hier bei uns keinen Gästebetrieb. Nun blicken wir voll Zuversicht in die Zukunft und hoffen wieder auf Gäste.“ Barbara Flarer, Grundschülerin: „Das Ganze war nicht fein. Mir fehlten die Lehrer und die Kinder. Die Aufgaben zu Hause machte ich recht gerne, verstand sie recht gut, habe Minusrechnungen und Buch­ staben gelernt. Ich konnte lange schlafen, habe viel mit den Katzen gespielt und bin viel Rad gefahren. Besonders gefielen mir die Brettspiele mit der ganzen Familie. Ich freue mich auf den Herbst, wieder in die Schule gehen zu können.“ Pauline Kofler, Angestellte im Gast­ gewerbe: „Zu Hause fühlte ich mich wohl bei meinen Söhnen, die auch gezwungenermaßen zu Hause waren. Ich habe zwar meine Arbeit verloren, aber hier in Rabenstein ging es uns gut. Es war traurig, dass ich meine Mutter, die nur wenige 100 m entfernt wohnte, nicht sehen durfte. Für die älteren Menschen war es schon besorgniserregend. Meine Mutter fing an Angst zu haben, zum Arzt zu fahren. Das war vorher nicht so, sie fuhr selbständig alleine mit dem Bus, auch mehrmals wöchentlich. Langsam pendelt sich das schon wieder ein. Hoffen wir, dass wir es geschafft haben!“

Doris Graf, Teilinhaberin der Baufirma Graf & Söhne: „Wir sind dem Ganzen ziemlich positiv gegenübergetreten. Wir waren mit der Umstrukturierung unseres Büros beschäftigt, haben das Lager und die Werkstatt aufgeräumt. Unsere Sekretärin war nur wenige Wochen zu Hause. Für alle Arbeiten, die schon länger liegen geblieben waren, fanden wir die nötige Zeit, sie zu erledigen. Auch unseren Arbeitern konnten wir die Monatsgehälter ausbezahlen, worüber jeder froh war. Wir freuten uns, als die Arbeit wieder losging und hoffen, dass alles ein gutes Ende nehmen wird.“ Klaus Pfitscher, Sozialbetreuer in einem Wohnheim mit Menschen mit Beeinträchtigung in Meran: „Am Anfang war viel Angst dabei, weil ich bei der Arbeit keinen Sicherheitsabstand einhalten kann. Noch dazu habe ich eine 85-jährige Mutter zu Hause, die natürlich gefährdet ist. Ab Anfang März durfte niemand mehr aus dem Wohnheim hinaus, kein Besuch wurde erlaubt. Nur die Arbeiter haben das Haus verlassen und betreten dürfen. Wäre es zu einer importierten Infektion gekommen, so wären nur wir Arbeiter in Frage gekommen. Es brauchte nun eine Menge Eigenverantwortung. Es war hart. Da die Medien so viel Informationen in die Häuser brachten, kam auch viel Angst in die Haushalte. Es kam aber auch Respekt vor der Krankheit in die Familien. Die Leute blieben zu Hause. An einem Sonntagmittag startete ich hier von Rabenstein mit dem Auto nach Meran zur Arbeit und in St. Martin begegnete mir das erste Fahrzeug. Das war schon komisch. Es war eine Zeit mit Angst, aber auch mit Hoffnung, dass es doch wieder alles gut wird. Schon seit geraumer Zeit wird bei jedem Dienstantritt Fieber gemessen, die Maske aufgesetzt und weiters erklären wir, nicht mit dem Virus infiziert zu sein oder in Quarantäne zu sein. Alle haben wir die Zeit genutzt und nachgedacht, was für uns Menschen wirklich wichtig ist. Es ist uns bewusst geworden, dass das Soziale uns allen fehlt. Wir brauchen den Kontakt mit den Mitmenschen, die Treffen in den Vereinen, das Gespräch nach den Gottesdiensten, einen kurzen Aufenthalt in einer Bar. Hoffen wir, dass die Leute die Vorschriften einhalten und gleichzeitig auf unsere alten Menschen Rücksicht nehmen.“ Josef und Maximilian Kofler, Grundschüler: „Am Anfang haben wir uns schwergetan, die Hausaufgaben zu verstehen. Dann lief es schon besser. Die Lehrer konnten wir jederzeit anrufen


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und sie haben uns die Arbeitsaufträge verständlich beigebracht. Darüber waren wir schon froh, denn unsere Eltern konnten uns nicht überall helfen. Am meisten fehlten uns aber die Freunde. Wir hoffen auf einen Herbst mit normalem Unterricht.“ Annelies Raich Gufler, Bäuerin: „Als Bäuerin durfte ich mich nicht beklagen. Am Hof lief die Arbeit gleich weiter. Da gibt es immer viel zu tun. Ich bin nicht talauswärts zum Einkaufen gefahren. Martin, mein Sohn, brachte mir ab und zu das Notwendigste. Mein Mann und mein Sohn konnten nicht zur Arbeit gehen. Auch unsere Ferienwohnung stand für ca. 10 Wochen leer. Anfangs war es ein bisschen ungewohnt, aber wir haben uns alle bald daran gewöhnt. Hoffen wir nun, dass sich alles wieder zum Guten wendet.“ Waltraud Gatterer Gufler, Pensionistin: „Anfangs war mir nicht bewusst, was es heißt zu Hause zu bleiben. Noch dazu kam das Gefühl, keinen Sonntag mehr zu haben. Zuerst war es komisch, aber ich gewöhnte mich bald daran. In der Zeit, wo es keine freiwillige Arbeit mehr gab, weder in der Kirche noch in der Bibliothek, fing ich an mich mit Chronikarbeiten zu befassen, die schon länger liegen geblieben waren. Vor dem Haus konnten wir uns bewegen, auch kürzere Spaziergänge in den nahen Wald machten wir eigentlich immer. Schwer fiel mir, die beiden Enkelkinder nicht sehen zu können, aber auch meinen Vater im Pustertal konnte ich nicht besuchen. Nun – die Lockerungen sind da, mit ihnen kam auch die Arbeit, der Alltag. Hoffen wir, dass es so bleibt!“ Julia Gufler, Studentin an der Uni in Brixen – Bildungswissenschaften: „Ich schließe heuer mein Studium ab und war zunächst ganz verunsichert. Meine Masterarbeit stand an. Ich brauchte als Grundlage Ergebnisse eines Fragebogens, den mir Grundschullehrer bei ihrer Arbeit ausfüllen. Da die Arbeit der Lehrer sich komplett verändert hat, musste ich schauen, wie ich das trotzdem hinkriegte. Diese Hürde schaffte ich. Mein Studium musste weitergehen und dank der sehr guten Internetverbindungen konnte ich die Onlinevorlesungen zu Hause mitverfolgen. Das ersparte mir viel Zeit, denn die Vorbereitungen auf die mündlichen Prüfungen und die Masterarbeit beanspruchten mich völlig. Auch meinen Abschluss werde ich online machen. Nun hoffe ich, dass sich bis zum Herbst alles wieder normalisiert und wir gesund in die Zukunft blicken können.“ Waltraud Gatterer

Kapelle am Seehof, außen …

Rabenstein

Die geschichts­ trächtige Kapelle am Seehof Sie ist der schmerzhaften Muttergottes Maria geweiht. Das Bild haben die Besitzer Aluis Graf (vulgo Sea Luis) und seine Frau Regina nicht käuflich erworben. Es war schon in der alten Kapelle beim Seewirt, am Seehof. Und der Seehof samt Gasthaus wird schon um 1775 erwähnt. Als Luis dann eine neue Hofstelle hinten am Seesand errichtete und die Familie vom alten Seehof in den neuen zog, hat Luis das Marienbild aus der Kapelle, die dem Verfall preisgegeben war, mitgenommen. Dem Bild hatte die Vergangenheit arg zugesetzt. Die Kapelle gab zu wenig Schutz und Maria war fast nicht mehr zu erkennen, Risse und Sprünge und die Farbe war auch keine Farbe mehr. Aber Pfarrer Kinig, der damalige Pfarrer von Rabenstein, hatte erkannt, dass das Bild wertvoll war, dass es ein Kunstwerk ist. Und so haben es Luis und Regina restaurieren lassen. Ebenso den hl. Johannes, der auch in der alten Seekapelle seinen Unterschlupf hatte. Dieser hl. Johannes von Nepomuk befand sich ursprünglich in einem „Kapellele“ neben der Passer auf dem Weg, der zum Dorf nach Rabenstein führte, jetzt durch den Straßenbau aber seine Bedeutung verloren hat. Das „Kapellele“ war nicht mehr würdig, dem Hl. Unterschlupf zu geben, deshalb wurde auch er damals schon zur „Schmerzhaften“ in die alte

Seekapelle gebracht. Und da er auch restauriert wurde und genau wie das Marienbild im neuen Glanz erstrahlte, erbaute Luis eine Kapelle. Aber bald stellte sich heraus: Die Kapelle ist zu klein, denn der hl. Johannes wollte nicht auf dem Seehof in einer Dachkammer oder im Freien stehen. So wurde die Kapelle vergrößert, denn da war ja noch das hl. Herz Jesu, das auch seine Geschichte hat. Es ist Eigentum von Regina, der Frau vom Luis. Diese kleine Statue hat Hermann Gufler (vulgo Riibl Hermann), der sich schon als Kind mit Holz beschäftigte, als junger Mann geschnitzt. Eine Rabensteiner Künstlerin hat es später bemalt. Hermann hat es seiner Tochter Regina vererbt. Regina hält es hoch in Ehren. Und so thront diese Herz-Jesu-Statue der schmerzhaften Mutter zur linken Seite und der hl. Johannes ihr zur rechten Seite. Regina pflegt die Kapelle mit viel Liebe und Freude. Die Kapelle ist ein kleines Kirchlein, denn sogar vier Bänke zum Knien und Sitzen hat Sohn Konrad gemacht, sie laden zum Verweilen ein. Das Gewölbe ist eine Holzkonstruktion und die zwei Fenster sind auch bewundernswert. Sie sind nicht nur zwei kleine Gucklöcher. Für Regina und Luis ist dieses kleine „sakrale Heiligtum“ ein großer Reichtum. Sie wissen es zu schätzen. Der hl. Johannes waltet seines Amtes bei Wasser, Lawinen, Muren und Steinschlaggefahr. Das hlgst. Herz Jesu gibt seinen Segen. Und Maria breitet ihren Mantel über die „Sea Lait“ aus, samt „Firma Graf und Söhne“, macht Schutz und Schirm jahrein, jahraus. Anna Lanthaler … und innen  Fotos: Doris Graf


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lese.werk.statt St. Martin

Der Mensch und seine Weltsicht

Gilfe, Gereuth und Fartleis

Ich liebe Verschwörungstheorien

Die Orts-, Hof- und Flurnamen in und um St. Martin Am Mittwoch, den 4. März 2020, hielt der Flurnamenbeauftragte des Landes Südtirol, Johannes Ortner, in der lese.werk.statt St. Martin, einen Vortrag über Flur-, Hofund Familiennamen in und um St. Martin in Passeier. Bereits vor über 20 Jahren ist von der Universität Innsbruck eine süd­ tirolweite Flurnamenerhebung durchgeführt worden, welche vom Vortragenden in den letzten Jahren abgerundet wurde. In der Gemeinde St. Martin sind zurzeit rund 1750 Flurnamen im digitalen Flur­ namenarchiv des Landes verzeichnet. Flur- und Ortsnamen sind die ältesten sprachlichen Zeugnisse, die wir überhaupt zur Verfügung haben – und dieser Umstand macht sie für die historische und archäologische Forschung ungemein wertvoll. Im Gegensatz zu den Wörtern der Alltagssprache sind Namen beharrlich: von den verschiedenen Sprechergruppen des Alpenraums wurden sie jeweils übernommen und lediglich an das eigene Lautsystem angepasst. Im Kern blieben sie bestehen, solange sie von der Bevölkerung zum Identifizieren und Lokalisieren gebraucht wurden. Die ältesten Passeirer Namen verlieren sich in der alpinen Bronzezeit (2200 – 1000 v. Chr.). Aus dieser Zeit könnte der Hofund Almname Luimes im Kalmtal stammen, der sich vom Alpenindogermanischen *loi-mo „feuchte Erde, durch Nässe glitschiger Boden“ ableiten lässt. Auf der linken Passerseite standen früher die Grafeis-Höfe, die im 19. Jh. von der Grafeis-Mure verlahnt wurden. Ihr Name lässt sich ebenfalls auf das Alpenindogermanische zurückführen: *grave �se „überschotJohannes Ortner, hielt einen Vortrag in der lese.werk.statt St. Martin

tertes Gelände“. Der Begriff *grava „Kies, Schotter“ muss in der Prähistorie ein Begriff der Alltagssprache gewesen sein. Im Passeirer Namensbefund stärker hervor tritt das Alpen- oder Rätoromanische, das im Gefolge der römischen Eroberung in den Mittleren Alpenraum drang. Beispiele: Fårtleis (*val tele �se „Mahdtal“ oder *val tilje �se „Lindental“?), Såltaus (*saltuo �sja area „Waldschlucht“ – damit könnte der markante Riffianer Wald gemeint gewesen sein, der den Meraner Talkessel ja vom eigentlichen Passeier abriegelt) oder der Talname Passeier (mda. Psair; *passüra „Durchgang“). Der romanische Weilername Matatz (mda. Mitaatz) stammt von *montatšja „Berg-, Almgelände“ und findet seine Fortsetzung im Mudatsch (Alplerspitz), im Mudatsch oberhalb von Weißenbach und dem Datschspitz oberhalb Stilfes. Das ganze Sarner Hufeisen bildete in romanischer Zeit ein entlegenes Berggebiet, das summarisch als *montatšja area bezeichnet wurde. Die Bezeichnung Gilfe für die klammartigen Mündungsbäche von Meran (Zenoberg) über Passeier (Fartleis, Kalmtal) bis nach Ratschings (Gilfenklamme) stammt ebenfalls aus dem Romanischen, nämlich *gulfı�na „kleine Einbuchtung“. Gilfe ist mit dem Fremdwort Golf „Meerbusen“ verwandt. In St. Martin finden sich natürlich auch deutsch-bairische Flurnamen. Der südliche Ortsteil von St. Martin heißt Af der Hien. Dieser Name stammt aus dem Althochdeutschen *honi „Niederung“ – das Verb „verhöhnen“ (erniedrigen) ist ein Überbleibsel davon. Auffallend häufig im Gemeindegebiet sind die „Rodungs­ namen“, die auf den intensiven Siedlungsausbau in Tirol während des Hochmittelalters zurückgehen. Zu diesem Namentyp zählen die Hof- und Wiesennamen Greit (Gereuth; „Geräute“ bzw. „Ansammlung von Rodungen“), Rone (Bergwiese bei den „Pfarrern“) und Grin (Bergwiesen oberhalb Breiteben; althochdeutsch rono „umgestürzter Baum“), Ried (äußerer Teil von St. Martin, mittelhochdeutsch riet „Rodung, Gefilde“), Brünst (Hofname; „Feuersbrunst“), Prantach (althochdeutsch *brandahi „durch Abbrennen gewonnenes Ackerland“) oder Moase (bei den Valtele-Mahdern oberhalb Matatz; mittelhochdeutsch meizan „fällen, durchhauen, schlagen“). Johannes Ortner

Dem Duden entnommen: Die Verschwörung sei eine gemeinsame Planung eines Unternehmens gegen jemanden oder etwas (besonders gegen die staatliche Ordnung). Auch Intrige, Komplott, Konspiration, Geheimbündelei, Konjuration. Die Theorie sei ein System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten. Aber auch eine wirklichkeitsfremde Vorstellung oder eine bloße Vermutung. Theorien prüft man in den Wissenschaften auf ihre Haltbarkeit und dazu stehen ihr zahlreiche Instrumente und Werkzeuge zur Verfügung. Feldforschung, statistische Erhebungen, chemische oder biologische Experimente, mathematische Formeln, Supercomputer zur Berechnung von Datenmengen, historisch-empirische Quellenforschung und vieles mehr belegen oder widerlegen Theorien. Verheiratet man nun beide Begriffe, hat man das glückliche Paar der Verschwörungstheorie. Doch wie verhält es sich eigentlich mit diesen Verschwörungstheorien? Woraus besteht deren Empirie? Und warum zum Teufel sind sie so verführerisch? Konspirative Ideen und Anschauungen sind wohl so alt wie die Menschheit selbst. Schon immer hat der Mensch sich seine Weltsicht ein wenig zusammengebastelt, vielfach natürlich zum eigenen Vorteil und Komfort. Speziell in Krisenzeiten oder was eine Gesellschaft als solche empfindet, haben „hmmm da könnte doch irgendwoirgendwie eine Verschwörung im Gange sein“-Überlegungen Hochkonjunktur. Und Krise herrscht eigentlich immer. Und die Empörungspropheten, diese Enthüller der verdeckten Wahrheit nutzen geschickt das kriselnde Weltgeschehen für ihre Bühne. Sie balancieren in einem geschickten Drahtseilakt zwischen „ja so abwegig ist das gar nicht“ und „Mann, das Zeug was du rauchst, möchte ich auch“ und bespielen dabei die gesamte Bandbreite von dumm bis vollbescheuert. Der Nährboden ist in brodelnden Krisenzeiten umso fruchtbarer. Gott bewahre, dass alle, die ihre kruden Ansichten zum Besten geben und wie übereifrige Missionare das Volk bekehren möchten, strohdumm sind und somit Vollidioten erster Güte seien. Nein, im Gegenteil! Viele dieser Konspirationsapostel verstehen es, die Stimmung in der Gesellschaft zu deuten und sie für ihre Zwecke zu beeinflussen. Die Gefahr liegt nicht in den Reden von ver-


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träumten Vollpfosten, sondern in den Äußerungen kalt kalkulierender Demagogen. Manch einer mag mit Fug und Recht behaupten, dass in jeder Geschichte, sei sie noch so obskur und weit hergeholt, ein wahrer Kern steckt. Und wenn es sich dabei lediglich um eine kleine Lektion für das lernfaule Hänschen handelt. „Dumm ist der, der Dummes tut!“, sinnierte schon Forrest Gump, der große Prophet der philosophischen Küchentischweisheiten. Dumm ist nicht der, welcher sich die Ansichten der Menschen anhört. Dumm ist nicht der, welcher sich mit neuen Ideen auseinandersetzt. Dumm ist nicht der, welcher nach der Wahrheit strebt. Naiv aber ist der, welcher sich unkritisch durchs Leben mogelt und Meinungsmache für bare Münze hält. Natürlich lebt es sich besser ohne Kritik am Dasein und mit einer immer getragenen Schwarzweißbrille. Gefährlich werden Ideen, wenn sie zu einer ausgrenzenden Ideologie mit den Polen „Wir“ und „Die“ mutieren. Wenn diese Ausgrenzung von der Idee zur Realität wird. Krisenzeit ist nun mal Verschwörungszeit. Überall lauert dieser Schatten. Ja, es läuft einiges schief auf unserer Welt. Ja, die Menschheit ist ein Raubtier. Ja, der Mensch ist ein grausames Wesen. Ja, die Gesellschaft überrollt die Schwachen. Ja, es ist schon lange fünf vor zwölf. Und ja, der Wendler ist leider vom Markt. Und nicht für alles was schief läuft, ist Bill Gates schuld. Er mag wohl die Hälfte der Weltbevölkerung „neutralisieren“ wollen. Er mag uns wohl alle bei einer globalen Impfkampagne mit einem Chip versehen. Er mag wohl die Medienwelt kontrollieren und in diabolischer Art und Weise die freie Meinungs­ bildung steuern. Und ich bin mir sicher, er hat dem Nachbarshund befohlen, jeden Tag meine Auffahrt voll zu kacken, aber für das beschissene Wetter heute ist nicht Bill Gates verantwortlich, sondern die rund um die Uhr aktiven Chemtrailschwadronen. Apropos Chemtrails: hinter jeder Wolke und jedem Nebelchen am Himmel, vermute ich die giftigen Kondensstreifen, welche uns zu willfährigen Zombies für die da oben machen sollen. Aber mit dem Flieger nach Malle, muss schon sein. Gefährlich wird es, wenn sich prioritäre Tagesthemen von kruden Meinungs- und Stimmungsmachern in den Hintergrund drängen lassen müssen. Die reiche, korrupte Weltelite nährt sich von Kleinkinderhormonen, aber das Schicksal von Syriens verlorener Generation interessiert uns nicht wirklich. Die Lügenpresse überschüttet uns mit ihren Lügen und doch kümmert es uns nur wenig, wenn in Ungarn und in so manch anderem Land die Demokratie und die freie Meinungsäußerung demontiert werden. Es sei gewiss, dass ein weltweit

kursierendes Virus die Strafe Gottes sei, aber dass offener Rassismus und xenophobe Bewegungen langsam aber sicher immer mehr erstarken, muss uns nicht weiter beschäftigen. Und was dieses Virus betrifft, so konnten nur die ganzen tollen Verschwörungstheorien und fantasievollen Halbwahrheiten mit der epidemiologischen Ausbreitung des Virus mithalten. Ich habe sogar neulich gehört, dass bereits im Februar Ethan Hunt und James Bond nach Wuhan beordert wurden. Anscheinend konnten die beiden diese Mission nicht in gewohnter Art und Weise und mit viel Feuerkraft als Erfolg verbuchen. Sie wurden umgehend degradiert und sollen seitdem Trumps Golfplatz in Florida als Greenkeeper beglücken. Der Mensch hat die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs während seines Mittagsschlafs. Aktuelle Krisen und Konflikte verlieren schnell an Reiz. Zu gewohnt, zu präsent sind Bad News und haben uns ein Stück weit abgestumpft. Verschwörungstheorien dagegen sind spannend und alltagsaphrodisierend. So wie das dörfliche Geläster und Getratsche über Gott und die Welt und unsere liebgehassten Mitmenschen. Der Kreativität und der Dummheit sind dabei keine Grenzen gesetzt. So dumm und Gomorrha. Ist ein Thema erschöpft, steht das nächste schon parat. Und wenn nicht, ist eben wieder mal Bill Gates an allem schuld. Was der wohl in seiner Freizeit macht, bei all seinen Verwicklungen in die Probleme der Menschheit? Wir sehnen uns oft nach einfachen Antworten und Lösungen. Doch die Welt, die Gesellschaft, die Natur, der Mensch ist zu kompliziert, um bloß mit dem Schwarzweiß-Raster zu messen. Probleme müssen, sollten stets aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden und ich meine nicht das Problem „welche Schuhe ich heute anziehe oder ob ich eine Pizza Salami oder Pizza Hawaii bestelle?“. Obwohl diese Art von Problemen, einem auch den Tag versalzen können. Absurden Behauptungen und Panikmache begegnet man am besten mit Ruhe und etwas Distanz. Und manchmal schadet auch ein wenig Humor und Witz nicht. Angst ist der falsche Krisenmanager. Neues und Ungewohntes geht immer mit einer gewissen Portion Angst, Ungewissheit und Zweifel einher. Der Reiz unseres Daseins liegt aber auch gerade darin, Fremdes, Neues und Unbekanntes zu entdecken und zu erkunden. Dem weltweiten Tsunami, welchen besagtes Virus auslöste, mit Lockdowns, mit der Wirtschaft am Boden, mit den unzähligen Toten, mit dem Beinahe-Kollaps der Gesundheitssysteme, mit den Protesten und vielem mehr, folgten zeitgleich tausende apokalyptische Meinungsmacher

mit ihren liebevoll zusammengeschusterten Anschauungen. Nur mit fundierten Fakten, ausreichenden Recherchen und einer Portion Besonnenheit kann dumpfer Meinungspropaganda der Wind aus den Segeln genommen werden. Und wenn dies alles trotzdem nicht helfen sollte, hat die Welt noch einen Trumpf im Ärmel. Den Mann, der Drehtüren zuknallt und anstatt Honig einfach Bienen kaut: Chuck Norris. Man munkelt sogar, Chuck Norris habe „Wuhan“ gegoogelt und seitdem sei die Metropole virenfrei. Auch so mancher Verschwörungsfetischist sollte vor dem Chuck’schen Roundhousekick erzittern. Ich habe ja so meine eigene Theorie zu dem momentanen Schlamassel und kann dabei Bill Gates sogar etwas entlasten. Es soll bei der ersten Mondlandung 50 kg Mondgestein zu Studienzwecken mitgenommen worden sein. Dieses Gestein wurde in den folgenden Jahren eingehend studiert und zufällig fand man sogar Mikroorganismen darauf. Paulchen Panther hat in den 70er Jahren als Putzkraft in Area 51 geschuftet. Dem Niedriglohn geschuldet, konnte das arme Paulchen sein Eigenheim nicht mehr bezahlen und hat eine Handvoll Mondstaub bei seiner fristlosen Kündigung mitgenommen. Er wollte das seltene Mitbringsel vom Erdtrabanten zu Geld machen. Interessenten blieben aber leider aus und nach Jahren im Wandschrank, schüttete Herr Panther das Ganze in den Abfluss. Nichts ahnend, dass die Echsen in der Kanalisation die lunaren Mikroorganismen in sich aufnehmen würden. Soweit wäre alles nicht von großer Bedeutung gewesen, hätten nicht vor einem Jahr Forscher der HarvardUniversity, im Auftrag von Bill Gates, eine Studie zur Erforschung der mutierten Kanalechsen und deren ausuferndes Paarungsverhalten begonnen. So kam es, dass eben jene Echsen mit dem Mondstaub­ organismus im Körper auf dem Labortisch von Dr. Chang Wun in Wuhan landeten. Und warum in Wuhan? Ganz einfach: die Forschung wurde aus Kostengründen outgesourct. Eine Echse soll dabei leider an einem postcoitalen Herzinfarkt verendet sein. Aus eben jener Echse wurde von Dr. Changs Frau, einer fleißigen Handtaschennäherin, ein ansehnliches Marken­ imitat hergestellt und nach Europa exportiert. Die Tasche landete in Ischgl und ein deutscher Promi soll seiner Laura eben jene Tasche gekauft haben. Nichtsahnend, dass sich der weitgereiste Virus auf dem Präsent so wacker hielt. Wie er nun in besagten Promi kam, ist der dunkle Teil der Legende. Egal. Die Geschichte mit dem Après-SkiLokal und dem folgenden Streifzug rund um die Welt ist ja nun hinlänglich bekannt. Ach, ich liebe Verschwörungstheorien…! Thomas Reinstadler


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Natur & umwelt

Der Wiedehopf ist ein regelmäßiger Zuggast im Frühjahr, den man aber nicht so leicht zu Gesicht bekommt  Foto: Gernot Reich

Zwischenstopp in Passeier

Wiedehopf auf dem Frühjahrszug Im Frühjahr kommt es im Passeier immer wieder vor, dass Zugvögel wegen Schlechtwetterlagen auf ihrem Weg in den Norden einen Zwischenstopp im Tal einlegen müssen und in Gegenden auftauchen, wo sie sonst selten zu sehen sind. Auf einen besonderes eleganten Irrgast, den man im Hinterpasseier kaum zu Gesicht bekommt, wurde am 12. April, dem Ostersonntag 2020, Naturparkranger

Gernot Reich in Platt aufmerksam. „Beim Blick aus dem Fenster“, erzählt Gernot voll Begeisterung, „entdeckte ich einen Wiedehopf im Laubgehölz bei den ‚Kirchköifln‘. Annäherungsversuche mit dem Fotoapparat waren beim scheuen Vogel gar nicht so einfach. Schließlich gelang mir dann doch ein Schnappschuss des faszinierenden Vogels.“

Der Anblick eines Wiedehopfs mit dem prächtigen Kopfschmuck, dem orangebräunlichen Gefieder und den schwarzen und weißen Bändern auf den Flügeln und dem Schwanz lässt nicht nur die Herzen von Naturliebhabern höher schlagen. Geradezu verblüfft von den Leistungen dieses Vogels sind auch Forscher und Wissenschaftler an der Vogelwarte Sempach, die das Zugverhalten des

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Wiedehopfs seit einigen Jahren mit 0,5 Gramm schweren Kleinst-Datenspeichern, welche die Vögel wie kleine Rucksäcke umgeschnallt bekommen, intensiv erforschen. Diese auf dem Zugweg mitgeführten Geräte zeigen über Sensoren Daten zu Lichtintensität, Tageslänge, Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeit usw. an. Damit kann täglich der ungefähre Aufenthaltsort des Vogels in seinem Winterquartier in Afrika ermittelt werden. Die Daten, die nach der Rückkehr der besenderten Wiedehopfe aus den Speichern ausgewertet wurden, brachten Überraschendes zu Tage. So weiß Felix Liechti, Leiter der Abteilung „Zugvogel­ forschung“ an der Vogelwarte Sempach zu berichten, dass Wiedehopfe, die bisher wegen des etwas unbeholfen aussehenden Flugstiles als wenig effiziente Zug­ vögel angesehen wurden, in Westafrika das Überwinterungsquartier haben. Die Sahara überqueren die Vögel in Höhen über 4000 m. Teils können Wiedehopfe 28 Stunden ununterbrochen in der Luft bleiben. Auch konnte man bisher in Lehrbüchern nachlesen, dass der Wiedehopf ein Tagzieher ist. Auch diese These wurde von den Forschern an der Vogelwarte Sempach über Bord geworfen. Mit Hilfe der mitgeführten Minisender konnte nachgewiesen werden, dass der Wiedehopf zu 90% nachts unterwegs ist. Der Wiedehopf ist in den tieferen Tallagen des Passeiertales von St. Leonhard talauswärts ein regelmäßiger aber seltener Brutvogel. Die Vogelart stellt hohe Ansprüche an den Lebensraum. Der Vogel braucht ein vielfältiges Angebot an Großinsekten. Geeignete Brutmöglichkeiten wie in Trockenmauern oder in älteren, aus­ gefaulten Laubgehölzen dürfen nicht fehlen. Gefährdet ist die Art vor allem durch Intensivierungsmaßnahmen in der Landwirtschaft. Hoher Pestizideinsatz und der Verlust von extensiven Wiesen und Weiden machen ihm besonders zu schaffen. Geeignete Bruthöhlen gehen durch das Entfernen von älteren Feld­ gehölzen verloren. Arnold Rinner

Naturmuseum

Wie heißen diese Pflanzen im Dialekt Ihres Heimatortes? Das Naturmuseum Südtirol sucht mundartliche Pflanzennamen und bittet um Ihre Mithilfe. Wenn Sie für die abgebildeten Pflanzen eine eigene Bezeichnung in Ihrem Dialekt haben, teilen Sie uns diese bitte mit. E-Mail: pflanzennamen@naturmuseum.it Besuchen Sie auch unsere Internetseite www.natura.museum/de/pflanzennamen für die Suche weiterer Pflanzennamen.

Wald-Geißbart (Aruncus dioicus)

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Klatschnelke (Silene vulgaris)

Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)


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Gesundheit & soziales

sicherlich das mangelnde Material, um sich selbst zu schützen. Im Passeiertal hatten wir bis zu diesen Zeitpunkt kaum Infektionstransporte und dementsprechend standen auch nur wenige Schutz-

anzüge zur Verfügung. Anfangs benötigte man nur Handschuhe und Mundschutz, bald darauf hieß es aber Schutzanzüge anziehen. Unter diesen Schutzanzügen ist es sehr heiß, zwei bis drei Paar Handschuhe verringern logischerweise die Sensibilität der Finger und diese Ausrüstung muss auch immer wieder penibel gereinigt werden. Ein relativ kleines Problem waren die Nacht-, Wochenendund Feiertagsdienste, da sich bis auf wenige Ausnahmen alle Freiwilligen in der Lage fühlten, diesen Dienst auszuüben. In der Folge wurde eine interne grüne Nummer aktiviert, wo sich jeder melden konnte und bei Bedarf Auskünfte erhielt. Wenn wir Covid-positive Menschen transportieren mussten, wurden in der Folge bei den Helfern 3 Abstriche gemacht, allerdings erhielt man anfangs das Ergebnis erst nach ca. 8 – 10 Tagen, auch dies alles andere als eine ideale Situation. Die Schutzausrüstungen sind immer noch rar bzw. zu einem vielfach überteuerten Preis erhältlich. Nach dem erfolgten Transport musste der WK-Helfer seine Schutzausrüstung im Krankenhaus abgeben bzw. in der WK-Stelle Meran fachgerecht in einem speziellen Behälter entsorgen und erhielt gleichzeitig eine neue. Seit dem 06. Mai haben wir die Schutzausrüstungen in der Stelle in St. Leonhard erhalten, was für uns natürlich auch eine enorme Erleichterung bedeutet. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich bei der

Auch ein Einkaufsdienst wurde angeboten

Schutzkleidung tragen war Pflicht

Das Weiße Kreuz Passeier leistete während der Coronakrise Großartiges

TROTZ CORONA-VIRUS DEM NÄCHSTEN BEISTEHEN

Das Weiße Kreuz Passeier leistet auch in schwierigen Zeiten Großartiges Das Weiße Kreuz leistet bereits zu „Normalzeiten“ einen wichtigen, unabdingbaren Dienst. Aber in der CoronaPandemie geriet sogar der an Katastrophenszenarien gewöhnte Rettungsdienst an seine Grenzen und arbeitet im Grunde seit Anfang März im Ausnahmemodus. Ein Krisenstab wurde installiert, um auf Entwicklungen schnell und effizient reagieren zu können und die adäquate Notfallversorgung in allen Landesteilen aufrecht zu erhalten. „Am 28. Februar wurden die ersten Kurse und Fortbildungen auf Landesebene abgesagt,“ berichtet Dienstleiter Zöschg Günther, „und seitdem blieb kaum mehr ein Stein auf dem anderen. Mit Anfang März durften wir nur noch mit je einem Rettungswagen und Krankenwagen ausfahren. Zeitgleich wurden die Krankenhäuser geschlossen und die geplanten Transporte abgesagt. Tagtäglich mussten wir uns mit neuen Informationen befassen, wobei es sehr schwierig war, alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sprich ca. 100 Personen, stets auf dem neuesten Stand zu halten. Ich war jeden Tag abends in der Stelle anwesend, um meine Leute genauestens anzuweisen, wie man z. B. jetzt das Krankenhaus anfährt, was dabei zu berücksichtigen ist, welche Neuerungen bezüglich Selbstschutz es gibt usw. Die Abläufe waren ein großes Problem, aber das größte war


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Auch in schwierigen Zeiten ließ sich das Weiße Kreuz Passeier nicht unterkriegen

Psairer Bevölkerung für die großzügigen Spenden bedanken, wodurch wir in der Lage waren, für uns solche Schutzaus­ rüstungen zu kaufen. Eine sehr große Herausforderung in jeglicher Hinsicht stellte ganz sicher auch unsere Mitarbeit im Altersheim dar! Vom 29. März bis 20. April wurde dort unser Einsatz erforderlich und wir halfen bei 9 Tagschichten und 11 Nachtdiensten mit. Die Altersheimdirektorin wandte sich wegen ihres akuten Personalmangels an uns, da seinerzeit die Personalressourcen praktisch zur Gänze ausgeschöpft waren. Wir versuchten sie zu unterstützen und stellten innerhalb von 3 Tagen eine Mannschaft zur Verfügung. Man startete mit wenigen Einsatzkräften, da sich verständlicherweise nicht jeder dafür bereit erklärte, in einem so hoch infizierten 87 Personen unterzogen sich am 22. April dem Antikörperschnelltest

Bereich freiwillig zu arbeiten. Bei diesen Hilfsmaßnahmen war die Schutzaus­ rüstung unabdingbar, da das Altersheim ja als rote Zone ausgewiesen wurde. Mit dieser Kleidung zu arbeiten ist definitiv extrem und sehr schwierig, das ganze Unternehmen war psychisch und physisch grenzwertig. Unsere Mitarbeit war wirklich höchst vonnöten, auch die 15 im Einsatz befindlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestätigten mir dies. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Altersheimes konnten somit eine Entlastung in einer für sie sehr schweren Zeit erfahren. Einer unserer Mitarbeiter half sogar im Jesu-Heim aus und erledigte in Girlan 3 Schichten. Auch der landesweite Einkaufsdienst wurde vom Weiße Kreuz angeboten, wobei wir ca. 15-mal die Zustellung der

Lebensmittel besorgten. Für uns selbst gab es auch ein Problem mit der Essensversorgung: Normalerweise werden wir im Altersheim verköstigt, aber das war ja nun nicht mehr möglich. Dankens­ werterweise kochte vom Montag bis zum Samstag eine Kindergartenköchin für uns und sonntags kochten die diensthabenden Gruppen jeweils selbst. Auch dafür an alle Helfer ein herzliches Vergelts Gott! Zu guter Letzt wurde auch auf unsere persönliche Sicherheit geachtet: 87 WK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wurden auf Covid-19-Antikörper getestet, wobei 80 negativ waren und 7 mit leicht positiven Anti­körper-Werten getestet wurden. Diese machten einen zusätz­ lichen PCR-Abstrich-Test, welcher bei allen negativ ausfiel. Ich möchte allen, die in dieser schwierigen Zeit, ohne Rücksicht auf sich selbst, versucht haben dem Nächsten beizustehen, meinen allergrößten Respekt zollen. In solchen Ausnahmesituationen bedarf es wirklich einer ganz besonderen Sozialkompetenz, Hut ab vor allen, die in dieser, in jeder Hinsicht, belastenden Pandemiezeit einen wertvollen Dienst für den Nächsten geleistet haben!“ Kurt Gufler

Geburten vom 1. 4. bis 8. 6. 2020

Gemeinde St. Martin 8. 4. 2020 Melina Moser 18. 4. 2020 Liam Raich 4. 5. 2020 Elva Weithaler 27. 5. 2020 Selina Platter 27. 5. 2020 Samuel Reichegger 29. 5. 2020 Theo Maier 29. 5. 2020 Finnja Maier 8. 6. 2020 Regina Schöpf

Gemeinde St. Leonhard 1. 4. 2020 Nick Thurner 3. 4. 2020 Tobias Gilg 9. 4. 2020 Vanessa Moser 20. 4. 2020 Leo Pöhl 26. 4. 2020 Benjamin Öttl Carriero 25. 5. 2020 Lena Haniger

Gemeinde Moos 1. 5. 2020 Nora Gufler 8. 5. 2020 Laura Mair 13. 5. 2020 Jakob Pflug 17. 5. 2020 Melanie Gufler 1. 6. 2020 Lisa Pichler


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Auch während dem Lockdown wird getanzt!

Seniorenheim St. Benedikt

Tagebuch und Gedanken in Corona-Zeiten im Haus St. Benedikt Januar 2020. Ich mag diese Jahreszahl und freue mich auf dieses Jahr. Wir wollen dieses Jahr endlich mit den Erweiterungsarbeiten im Speisesaal beginnen, personell sind wir nicht schlecht aufgestellt und auch sonst scheint einem normalen, ruhigen Alltag im Seniorenheim nichts im Wege zu stehen. Berichte aus China über eine neue Krankheit häufen sich in den Nachrichten. Ich empfinde Mitleid mit den Menschen in Wuhan, aber alles ist ja ach so weit entfernt. Im Februar höre ich von den ersten Krankheitsfällen in Italien. Ich verfolge die Nachrichten regelmäßiger als sonst. Nicky, die Pflegedienstleiterin, und ich beginnen uns ernste Gedanken über die Krankheit und mögliche Folgen für unsere Heimgäste zu machen. Montag, der 24. Februar 2020. Um 8 Uhr meldet sich Frau Dr. Tscholl, unsere betreuende Ärztin und ärztliche Leiterin im Seniorenheim in Riffian. Es gibt noch keinen nachgewiesenen Krankheitsfall in Südtirol, aber ihre Aussage ist klar: „Wir brauchen nicht daran zu denken, dass das Coronavirus vor der Landesgrenze halt macht und daher muss der Zutritt im Seniorenheim auf Angehörige, und diese in organisierter sowie reduzierter Anzahl, beschränkt werden!“ Wir besprechen uns noch mit Herrn Dr. Fop,

ärztlicher Leiter des Hauses St. Benedikt, und schließen das sonst offene Haus, was sicher bei einigen mit Verwunderung aufgenommen wurde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten die neue Hausordnung mit viel Geduld umsetzen. Donnerstag, der 5. März 2020, 15 Uhr. Der Verband der Seniorenheime informiert, dass die Seniorenheime sich vor dem neuen Virus schützen sollen, indem sie die Zutritte von außen einstellen möchten. Wir handeln und riegeln das Haus ab. Spätestens jetzt sind wir alle besorgt. Wie wollen wir das durchstehen? Wie reagieren die Heimbewohner, wenn sie auf die gewohnten Besuche verzichten müssen? Wird sich Depression und Vereinsamung breit machen? Eine noch nie durchlebte Zeit bricht an. Ein Mitarbeiter meldet eine mögliche Corona-Infektion, ein Zweiter bekommt verdächtiges Fieber, eine dritte Mitar­ beiterin hat Kontakt mit Personen aus Gebieten mit einer hohen Infektionsrate und schließlich meldet die vierte Mitarbeiterin, dass ihr Vater am neuen Virus erkrankt ist. Ich fühle mich wie in einem falschen Film und habe nur mehr einen Gedanken: Wenn das so weiter geht, dann haben wir den Virus morgen im Haus. Aus Angst vor dem, was nicht passieren durfte, habe ich mich an die Mitarbeiter gewandt. Nur wenn wir uns alle von der

„Außenwelt“ abschotten, können wir dem Virus die Stirn bieten. Am Freitag, den 20. März 2020, wird eine eiligst einberufene Mitarbeiterbesprechung im Hof von St. Benedikt abgehalten und ich frage, wer von den Mitarbeitern bei einer freiwilligen Quarantäne mitmachen würde. Alle Mitarbeiter zeigten Verständnis für die außergewöhnliche Lage und eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitern erklärte sich bereit, das Quarantäne-Experiment einzugehen. Aus dem anfänglichen Zwei-Wochen-Experiment wurden schließlich sechs Wochen. Während zu Beginn der Quarantäne noch die Sorge vorherrschte, ob nicht schon jemand mit dem Virus infiziert ist, wurden wir mit jedem Tag zuversichtlicher, dass uns und unsere Heimbewohner kein Virus anspringen kann. Es wurde viel gearbeitet, aber auch gelacht und „gehuangert“. Die Heimbewohner gaben uns täglich die Kraft und niemand ist in Depression gefallen. „Eingeigelt“ im St. Benedikt ging es uns gut! Mit 3. Mai verließen alle Mitarbeiter die Quarantäne. Seit 4. Mai sind die Mitarbeiter wieder schrittweise in den Dienst zurückgekommen und Angehörige können wieder auf Besuch mit Einschränkungen kommen. Ein kleines Stück an Normalität ist zurückerobert worden. Und nun? Hat dieser Aufwand etwas gebracht, wenn das Coronavirus noch immer unser Leben bestimmt? Wenngleich eine Corona-Infektion in unserem Haus täglich ausbrechen kann, ist die erste und wahrscheinlich schlimmste Pandemiewelle an uns vorbei gerollt. Erste Erfahrungen wurden gemacht und


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man hat allgemein dazu gelernt: Es gibt ausreichend Schutzausrüstung, die Test-Kapazitäten sind hochgefahren und Notfallpläne stehen bereit. Und wohl die beste Erfahrung, die ich persönlich aus den letzten Monaten mitnehmen darf, ist, dass im Haus St. Benedikt Mitarbeiter wirken, die keine Mühe scheuen, sich um die uns anvertrauten Menschen zu kümmern und sie zu beschützen. Eine Krise ist immer auch eine Chance und das Haus St. Benedikt mit all seinen Bewohnern und Mitarbeitern hat der Krise erfolgreich die Stirn geboten. Nach jedem Regentag kommt die Sonne und wenn auch noch Wolken am Himmel hängen, werden wir gemeinsam auf die Sonne warten. Johanna Pinggera Wie haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hause St. Benedikt die Coronazeit erlebt? „Für mich war die Quarantäne privat eine größere Herausforderung als beruflich. Besonders die Zeit, in der ich von meiner Familie getrennt war, war für mich sehr belastend.“ „Ich habe die Coronazeit mit meinen Arbeitskollegen positiv erfahren. Es herrschte ein sehr gutes Arbeitsklima und ein guter Zusammenhalt.“ „Die Coronazeit war anstrengend und es gab viele Herausforderungen. Aber durch gegenseitige Unterstützung im Team konnte man zusammen alles schaffen. Mit der Zeit hat man gemerkt, dass die Quarantäne sowohl den Heimbewohnern als auch den Angestellten psychisch Ostervorbereitungen

Geselliges Beisammensein

sehr zu schaffen gemacht hat. Viele Heimbewohner haben nicht verstanden, was das mit den Masken soll.“ „Corona hat uns wie einen Schlag getroffen. Plötzlich war alles anders und sehr genau. Ich bin froh, dass wir früh genug gehandelt haben. Aber diese Zeit hat uns viel abverlangt. Vor allem das Arbeiten mit Maske und Handschuhe war den ganzen Tag über anstrengend. Ich hatte sehr oft Kopfschmerzen. Aber für den Schutz der Heimbewohner war dies notwendig. Besonders belastet hat mich auch die Ungewissheit, die allgemein im ganzen Land herrschte. Für mich war es keine leichte Zeit.“ „Mir ist es im Großen und Ganzen bei der Arbeit und auch zuhause gut gegangen. Allgemein hat mich die Situation aber

schon belastet, weil ich viel darüber nachdenken musste, ob der Virus zu uns ins Haus kommt. Ich hatte teilweise viele Sorgen und teilweise Angst.“ „Während der Coronazeit habe ich mich sehr einsam gefühlt, das Leben war sehr eintönig. Es bestand nur mehr aus Arbeit und zuhause sein. Man konnte keine Freunde mehr sehen. Dadurch hatte man viel Zeit zum Nachdenken. Durch das gute Team war die Arbeit unter diesen Umständen erträglicher.“ „Ich bin froh, dass unsere Führung früh genug das Haus zugemacht hat und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet wurden. Anfangs konnte ich die Coronazeit sogar genießen, keine Termine, wenig Verkehr, es war so ruhig im Dorf. Am Ende war ich aber doch ziemlich genervt von den ganzen Vorschriften.“ … und wie haben unsere Heim­ bewohnerinnen und Heimbewohner diese Zeit erfahren? Rosa Flöss: „Am Anfang habe ich mir gedacht, wenn das alles nur acht bis zehn Tage dauert, dann geht es schon. Aber dann hat alles immer länger gedauert. Handy hat man keines und ich hatte Angst, dass ich meine Familie nicht wiedersehen werde. Dabei war das erst der Anfang. Jetzt bin ich in der Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauern wird. Ich bedanke mich beim gesamten Altersheim, dass es wieder Besuche ermöglicht hat. Die Besuche meiner Familie haben mir viel Kraft gegeben.“ Ida Gufler: „Für mich war die Coronazeit zu Beginn nicht anstrengend, weil man nicht geahnt hat, wie gefährlich der Virus wirklich ist. Zum Glück hat unsere Direk- >


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„mit spitzer feder“

Immer die anderen, niemals ich Wenn man in den eher seltenen Momenten der Ruhe ein wenig reflektiert, wird einem sukzessive klar, dass die heutige Zeit eher wenig Positives gebiert. Krisen allenthalben, Probleme, Dilemmas und Zwistigkeiten ohne Ende, ein verstohlener Blick ins Internet, um Himmels Willen, er spricht Bände. Da ist es halt doch beruhigend, dass man selbst im Grunde total perfekt ist, denn es sind eigentlich durchgehend die anderen, die ihn bauen, den Mist. Dabei bin ich nicht vom mittlerweile oft zitierten „Unschuldswahn“ befallen, nein, es ist vor allem mein glasklarer Durchblick, der mich abhebt von allen. Ida Gufler beim „Gartlen“

Man muss sich heutzutage nur den Alltag besehen, was bleibt unterm Strich, Sch…. produzieren klarerweise immer nur die anderen und nie… niemals ich.

> torin früh genug gehandelt und uns vor dem Schlimmsten bewahrt. Gott sei Dank habe ich am Anfang noch nicht gewusst, dass alles so lange dauern wird. Umso länger es dauert, desto anstrengender wird es. Leider halten sich viele in Südtirol nicht an die Bestimmungen, das gibt mir am meisten zu denken.“ Karoline Hofer: „Ich habe von der ganzen Zeit nicht ganz viel mitbekommen. Aber ich habe das Schicksal angenommen, wie es gekommen ist. Solange ich aber vor dem Haus sitzen kann und eine kleine Runde im Garten drehen kann, ist alles gut. Schlimmer wäre es, wenn man nur im Zimmer sitzen müsste. Ich wünsche mir für alle, dass diese Zeit bald vorbei ist und es wieder besser wird.“ Agnes Mair: „Zuerst hat uns die Ärztin ganz genau und freundlich aufgeklärt, wie wir uns jetzt verhalten müssen. Und alle haben die Regeln brav befolgt. Gott sei Dank ist unser Heim verschont geblieben, es hätte auch schlimmer kommen können. Ich bin froh, im Altersheim St. Benedikt zu sein, hier fühle ich mich wohl behütet. Ich wünsche allen viel Gesundheit und bedanke mich herzlich bei allen Mitarbeitern vom Altersheim.“ Luis Öttl: „Etwas ‚Neues‘ hören und erleben können, kann schön und gut sein; aber auf diese Neuigkeiten hätten wohl die meisten Menschen gern verzichtet. Es gibt aber immer solche, die dieses Unheil den Leuten gönnen und der Wirtschaft enormen Schaden zufügen können. Eine Frage: Von welchem Planeten ist dieser verfluchte ‚Coronavirus‘ zu uns geschickt worden.“

Nehmen wir mal eine Autofahrt, der Idiot vor mir guckt aufs Handy immerfort, das mache ich natürlich NIEMALS, bitte nehmt mich penibel beim Wort! Und hernach auf dem Parkplatz, keine Lücke, alles total gerammelt voll, stelle ich das Auto nie und nimmer auf den Behinderten-Parkplatz, seid ihr toll! Ja, es ist einfach nur ein Genuss, es ist beinahe nicht mehr zu verstehen, ich bin einfach ein absolut perfekter Gutmensch, das kann jeder genau sehen. Auch in Zeiten der Coronakrise stand ich mit Tipps der Bürgermeisterin bei, das war doch kein Denunzieren, nur präzise Anregungen, was war schon dabei? Auch wenn ich eine Zigarette rauche, übrigens mein einziger kleiner Fehler, trete ich sie niemals auf dem Asphalt aus, wie ein räudiger Hehler. Nein, ich trage sie praktisch immer zum Papierkorb, man muss ja Vorbild sein und werfe sie mitunter höchstens weg, wenn mich sieht kein Schwein. Und auch den Müll locker entsorgen, et voilà, neben der Straße, das war auf gar keinen Fall ich, darauf verwette ich meine Blase! Auch die beliebte Sonntagszeitung „Zett“ hole und bezahle ich immer, aber all die anderen? Schwamm drüber, es wird zusehends schlimmer. Nein, auch in den Klingelbeutel habe ich niemals einen Knopf hineingetan, das war ganz sicher mein „Lieblingsnachbar“, dieser hinterlistige Scharlatan. Auch Steuerhinterziehung, diese munter grassierende italienische Landplage, das tun logischerweise nur die anderen und käme für mich nie, NIE in Frage! Solche Beispiele könnte ich mit Fug und Recht endlos bis morgen benennen, aber ich bin nun einmal kein Großmaul, soweit sollte man mich doch kennen. Denn eines ist wohl spätestens jetzt auch dem letzten Mitbürger endgültig klar, nur mir würde alljährlich der Titel „Südtiroler des Jahres“ zustehen, fürwahr. Auf alle Fälle ist es ein Genuss, ich reibe selbstzufrieden meine Hände, ich bin weit und breit der einzige absolut fehlerfreie Mensch, aus und Ende.

Der sell uane


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Kindergärten & Bibliotheken Neuorganisation des Bildungssystems

Kindergarten in Coronazeiten Ein Einblick in die pädagogische Arbeit der Kindergärten im Kindergartensprengel Meran in dieser besonderen Zeit. Beinahe „über Nacht“ ist Anfang März dem Kindergarten die wichtigste Grundlage seiner Arbeit „weggefallen“: die Kinder und deren Familien, die im Mittelpunkt der täglichen Bildungsbemühungen und im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Kurzfristig musste seitens der Landeskindergartendirektion und der einzelnen Kindergartensprengel im Land auch der gewohnte Alltag als erste Stufe im Bildungssystem anders und neu organisiert und geplant werden. Von Beginn an war es den Pädagoginnen und Pädagogen wichtig, mit den Kindern über deren Familien in Kontakt zu bleiben, wenngleich dies nun über andere, digitale Wege erfolgen musste. Die Arbeit, die hier geleistet wurde, ist bedeutsam für die Kinder und die Erwachsenen, die in einem engen Vertrauensverhältnis zueinander stehen, sie ist wertvoll und gut, auch wenn dies für viele Familien und im Besonderen für Außenstehende nicht unmittelbar sichtbar ist. Es wurde und wird nun mit viel Engagement von zu Hause aus an alle Kinder oder auch auf das Interesse des einzelnen Kinder aus­ gerichtete Impulse, wie Geschichten und Reime, Anregungen zum Forschen und Experimentieren, zum Suchen und Entdecken, zum Weiterdenken und Weitererzählen, Lieder und vieles mehr vorbereitet und weitergegeben. Gleichzeitig wurde im Hintergrund die Arbeit der pädagogischen Teams auf digitalem Weg erstmals eingeführt und die pädagogischen Fachkräfte nutzten die Zeit, um begonnene fachspezifische Themen weiterzubear­ beiten, bzw. neu zu erarbeiten. Der Austausch und die Netzwerkarbeit in den Fachgruppen des Kindergartensprengels Meran konnte nun auch in der folgenden Zeit auf dem digitalen Weg weitergeführt und intensiviert werden. Auch dem Austausch mit der Schule und den weiteren Netzwerkpartnern kommt gerade in dieser besonderen Zeit eine große Bedeutung zu. Ebenso wurde und wird die Zeit genutzt, um digitale Formen von fach­ spezifischen Fort- und Weiterbildungen zu absolvieren. Mit dem Notdienst, der ausgehend vom neuen Landesgesetz Nr. 4 seit Mitte Mai angeboten wird, wurde innerhalb kürzester Zeit ein Dienst auf­

gebaut, mit dem berufstätige Eltern entlastet werden, aber auch die Kinder wieder ein kleines Stück „Normalität“ – wenn auch mit Einschränkungen und in einer ungewohnten Form – erfahren können. Die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war hierzu im Kindergartensprengel Meran sofort gegeben und mit Freude, Engagement und in gemeinsamer Anstrengung wurde auch diese neue Herausforderung angegangen. In 21 von 29 Kindergärten wird seitdem in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden bis zum Kindergartenende Mitte Juni der Notdienst angeboten und die Erfahrungen dabei sind durchwegs gut. Die Pädagoginnen und Pädagogen – egal, von wo aus sie aktiv sind – sind mit Freude und Engagement bei ihrer Arbeit und im Kontakt mit den Kindern. Auch darum haben sich viele von ihnen bereits für die Unterstützung der Familien über die Sommerangebote der Gemeinden und Vereine über die Sommermonate gemeldet. Der Kindergarten und seine pädagogischen Fachkräfte stehen auch in dieser Krisenzeit den Familien bei und leisten teils im Hintergrund, teils sichtbar eine bedeutsame und wertvolle Arbeit für die Gemeinschaft. Renate Kollmann, Direktorin des Kindergartensprengels Meran Zum Sprengel Meran gehören die Landeskindergärten in Meran und Umgebung sowie aus dem Passeiertal und dem Untervinschgau bis Staben. Kindergarten Saltaus: In dieser beson­ deren Zeit haben wir uns Gedanken gemacht, in welcher Form wir die Familien unterstützen können, da sich jede Familie unterschiedlichen Herausforderungen stellen musste.

Da wir auch im Kindergartenalltag jedes Kind individuell begleiten, wollten wir dies auch in dieser Zeit fortführen. In einem Brief haben wir die Eltern über die aktuelle Situation informiert und ihnen die Möglichkeit geboten, sich jederzeit über E-Mail mit Fragen, Anliegen, Wünschen über Bildungsimpulse an uns zu wenden. Zum Beispiel wünschten sich die einschulenden Kinder das Gestalten des, inzwischen zur Tradition gewordenen, Krafttierbildes. Großteils verlief unsere Arbeit in Videokonferenzen, in denen wir pädagogische Inhalte, Ziele und Themen vertieft, diskutiert und festgelegt haben, wie die Zusammenarbeit KindergartenSchule, Vorbereitung Elternnachmittag, Verfassung des Artikels für die Fachzeitschrift Wir, Einträge für das Bildungsportal Blikk und Portfoliobeiträge. Zudem haben wir uns mit allgemeinen Fachartikeln und Fachliteratur zur offen gestalteten Pädagogik auseinandergesetzt. Da es keine Anmeldungen zum Notdienst gegeben hat, haben wir in dieser Zeit Aufräumund Abschlussarbeiten und Vorbereitungen für den Herbst gemacht. Simone Schweigl, Kindergarten Saltaus Der Kindergarten Moos hat über E-Mail mit den Familien Kontakt aufgenommen. Wichtige Informationen aber auch einige Ideen, Experimente usw. wurden von den pädagogischen Fachkräften bereitgestellt und den Familien über digitalem Wege zugesendet. Auch war es uns wichtig, dass Familien sich mit Fragen, Anregungen usw. an uns wenden konnten. Jenen Kindern, die ihren Geburtstag nicht mehr im Kindergarten feiern konnten, haben wir einen persönlichen Brief zugeschickt, um ihnen auf diesem Wege Geburtstagswünsche zu überbringen. Zum Abschluss des „etwas anderen Kindergartenjahres“ wird ein weiterer Brief an alle Kinder folgen. Maria Gufler, Kindergarten Moos Kindergarten Moos


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Bibliothek St. Martin

Sommerlesepreis für Grundschülerinnen und Grundschüler Der Sommer naht, und trotz Corona gibt es auch heuer eine Sommerleseaktion für Grundschülerinnen und Grundschüler, diesmal unter dem Motto „Sommer, Sonne, Bücherbingo!“

Der Kindergarten St. Leonhard hat eine Webseite gestaltet

Wir vom Kindergarten St. Leonhard haben bereits am 19. März eine WhatsApp-Gruppe mit den ElternvertreterInnen ins Leben gerufen und dort täglich unsere Ideen, Vorschläge und Videos für die Kinder und Eltern gepostet. Die vielen positiven Rückmeldungen und der enorme Zuspruch haben uns dabei gezeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Kinder haben immer schon gespannt auf die neuesten Videos ihrer Fachkräfte gewartet und das Angebot, je nach Interesse, gerne wahrgenommen. Diese schwierige Zeit hat uns räumlich auseinander gerissen, aber emotional sehr nah gebracht. Für uns war und ist es wichtig, ein kleines bisschen Nähe zu den Kinder zu halten, auch wenn es nur virtuell ist und damit diese neu gewonnen Techniken und Möglichkeiten auch zukünftig genutzt werden können, und zwar von jedem einzelnen Kind individuell nach seinen Wünschen und Interessen, haben wir eine Webseite gestaltet, auf die alle Eltern zugreifen können. Hier finden sie Wissenswertes über den Kindergarten, unsere pädagogische Arbeit, viele tolle Angebote zu den verschiedenen Bildungsfeldern und die neuesten Neuigkeiten. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann gerne vorbeischauen unter www. kindergartenstleonhard.jimdosite.com Und jetzt freuen wir uns auf einen Neustart mit allen Kindern und Fachkräften im Herbst. Sudabeh Kalantari, Kindergarten St. Leonhard

Wir, vom Kindergarten St. Martin, haben als Form der Unterstützung für die Eltern eine Dropbox geschaffen. Das ist ein digitaler Koffer, der jede Woche erweitert wird, mit Beiträgen, mit pädagogischen Inhalten (Geschichten, Liedern, Sprachspiel, Vorbereitung auf die Schule u. v. m.) Dieser Koffer ist für die Eltern unseres Kindergartens jederzeit zugänglich und einsehbar. Wir wollten, neben der ganzen Flut, die auf digitalem Weg auf die Eltern zugekommen ist, eine unaufdringliche Form der Unterstützung schaffen, die nicht ein „Muss“ entstehen lässt, sondern „Kann ich mit meinem Kind machen“. Ganz persönlich, so gut es uns gelang, mit Ostergrüßen von uns in Form von Fotos, Geburtstagsgrüßen per Post, Briefe für die Einschulenden und Grüßen für den Sommer, wollten und wollen wir vor allem unseren Kindern, die uns ans Herz gewachsen sind, sagen: Wir denken an Euch. Den neuen Kindern möchten wir als Nächstes einen ersten Einblick in Form von Fotos in den Kindergarten geben, den Einschulenden den ersten Einblick in die Schule auf digitalem Wege, indem sie ihre Klassenzimmer, Schule, Bibliothek über einen kleinen Film kennenlernen. Dabei bleiben wir in einem regen Austausch mit den Lehrern, um den Übertritt gut zu gestalten. Zum guten Schluss möchten wir sagen, dass wir die Ersten sind, die sich auf ein Wiedersehen mit euren Kindern freuen. Denn bei aller Arbeit zu Hause, die auch wir nur auf digitalem Wege machen können, wünschen wir uns nichts mehr, als dass die Kinder wieder in unsere Kindergärten einziehen und sich wieder begegnen und miteinander spielen können. Edith Tschöll, St. Martin

Dieser Lesepreis steht ganz im Zeichen von Tombola bzw. Bingo, einem neuen Konzept, bei dem der Lesespaß im Vor­ dergrund steht. Jedes Kind erhält in der Bibliothek eine Bücherbingo-Karte oder kann diese von der Internetseite der Bibliothek St. Martin herunterladen: https://biblio.bz.it/stmartin/Kinder/ Sommerlesepreis-2020 Auf der Karte stehen lauter Bilderrahmen mit lustigen Aufgaben. Sobald eine Aufgabe gelöst ist, darf der entsprechende Rahmen ausgemalt werden. So viele Rahmen? Nun, mit manchen Büchern kann man gleich mehrere Rahmen ausmalen! Zusätzlich werden auch Bingo-Karten ins Netz gestellt. Hier können die einzelnen Rahmen angeklickt werden, die dann zu Spielen, Rätseln und mehr weiterleiten. Bis zum Ende der Leseaktion sollen mindestens 4 Bücher gelesen und 8 Aufgaben erfüllt werden. Jedes Kind entscheidet selbst, welche Bücher aus der Bibliothek es gerne lesen möchte. Auf alle fleißigen Leserinnen und Leser, die es schaffen, bis zum 6. September 8 Bilderrahmen auszumalen, wartet eine Überraschung. Gottfried Zagler


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sport DER KLETTERSTEIG „STULLER WASSERFALL“

Ein Paradies für alle Kletterbegeisterten Im Passeiertal gibt es viele Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung: Neben wunderbaren Wanderzielen, Golfen, Radfahren, Schwimmen, Rafting, Canyoning, Fischen, Paragliding und ähnlichen attraktiven Möglichkeiten bietet das Passeiertal seit dem Frühjahr 2019 auch eine neue Attraktion, den Klettersteig „Stuller Wasserfall“. Dieser atemberaubende, spektakuläre Klettersteig ist aufgrund seiner Lage, genau neben dem mit insgesamt 342 m dritthöchsten Stufenwasserfall Europas, einmalig und ist somit ein absolutes Highlight sowohl für Gäste als auch für einheimische Kletterbegeisterte. Einzigartig an diesem Klettersteig ist auch, dass er von einem Dorf in ein anderes führt, nämlich von Moos nach Stuls. Der „Stuller Wasserfall“-Klettersteig ist für jedermann geeignet, der schwindelfrei ist, er liegt im mittleren Schwierigkeitsgrad C und eine Stelle D. Dabei sind 450 Höhenmeter mit ungefähr 800 Metern Klettersteiglänge zu bewältigen. Beim dritten Felsgürtel ist auch eine Variante von 80 Metern mit der SchwieAtemberaubend und spektakulär: ein Paradies für alle Kletterbegeisterten

rigkeitsstufe E möglich. Die Tour dauert ungefähr 3 – 4 Stunden. Dieser einmalige Klettersteig ist eigentlich ein Gemeinschaftsprojekt und schwirrte bereits seit mehreren Jahren in vielen Köpfen herum. Der Durchbruch zur Umsetzung des lang geplanten Klettersteigs am Stuller Wasserfall gelang, als Joachim Kofler vom Geschäft Sportland an den Sportreferenten der Gemeinde Moos, Konrad Pamer, herantrat und das Vorhaben vorbrachte. Dieser verwarf im Oktober 2015 den ursprünglichen Plan den Zustieg zum Klettersteig im Bereich „Zoll“ vom Schluchtenweg aus über eine Art Hängebrücke zu realisieren und dann dort die Timmelsjochstraße zu überqueren, auf Grund der Nichtgenehmigung von Seiten privater Grundbesitzer und des Landes. Dies waren nämlich auch die Gründe des jahrelangen Stillstandes zu dem Thema. Man einigte sich nun auf den zur Lösung führenden Vorschlag, den Zustieg zum Klettersteig in Moos Dorf zu beginnen und dann die Timmelsjochstraße bei der bereits bestehenden Steinschlag-Galerie bei der E.U.M.-Tankstelle zu überqueren. Ein Vorschlag der anfangs keine breite Mehrheit einbrachte und schlussendlich doch umgesetzt werden konnte, auf Grund der Mitarbeit und des Einsatzes vieler. Zu dieser Zeit gab es bereits ein Vorprojekt, welches federführend von Erwin Mairginter initiiert wurde. An dieser Stelle gilt besonders den vielen Grundbesitzern ein riesiges Dankeschön, denn ohne deren schriftliche Einwilligung hätte der Klettersteig nicht gebaut werden können. Zudem haben die Grundbesitzer auf jedwede Entschädigung verzichtet. Ein Dankeschön gilt auch den Verantwortlichen des Straßendienstes Burggrafenamt, allen voran Stefan Ennemoser, Hauptstraßenwärter Zone Hinterpasseier, welcher bei einem der vielen Lokalaugenscheine den Vorschlag einbrachte, ein großes Eisenrohr am Beginn der Galerie zu verlegen, die Kletterer durch dieses hindurch auf den weiteren Zustieg zu leiten und somit die Nutzung der Galerie durch den Straßendienst nicht zu beeinträchtigen. Heute fahren LKWs über das Rohr, wo „unterirdisch“ gerade Kletterer durchwandern. Oft führen eben unkonventionelle Vorschläge zur Lösung. Das Gesamtprojekt wurde hauptsächlich von der Gemeinde Moos und dem Tourismusverein Passeiertal finanziert. Der Direktor des Tourismusvereins Passeiertal, Christian Staffler, koordinierte in Absprache mit der Gemeinde Moos die Auftragsvergabe der Arbeiten und war mit viel Engagement im Einsatz. Der Geometer Rudolf Schaffler

Der Klettersteig „Stuller Wasserfall“ ist aufgrund seiner Lage einmalig


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aus St. Leonhard hat das Projekt technisch begleitet. Für den Bau des Klettersteiges wurde der Bergführer Erwin Mairginter vom Tourismusverein Passeiertal engagiert. Mit viel Hingabe und Leidenschaft in unzähligen Arbeitsstunden hat Erwin den Klettersteig geschaffen. Dabei war auch der Bergführer und Luftbildfotograf Christjan Ladurner in der Planungsphase eine große Hilfe. Dieser brachte seine wertvollen Erfahrungen als Projektleiter des Heini-Holzer-Klettersteiges am Ifinger mit ein. „Als wir seinerzeit die Wand besichtigt haben“, erzählt Erwin Mairginter, „hielten es nicht alle Anwesenden für möglich, dass man neben dem Wasserfall einen Klettersteig anlegen konnte. Ich aber kenne diese Wand seit 30 Jahren und ich hatte schon damals einen Plan, wie ich die Route anlegen wollte.“ Zudem gehört Erwin noch zu der „Geht-nichtgibt’s-nicht-Generation“ und so machte er sich mit Feuereifer und der ihm eigenen Entschlossenheit und Beharrlichkeit ans Werk. „Die Idee zu einem Klettersteig besteht eigentlich schon seit ca. 10 Jahren,“ berichtet Erwin weiter, „das Problem bestand in der Genehmigung sowie den erforderlichen geologischen und statischen Gutachten. Im April 2018 konnte ich aber dann offiziell beginnen und die Route hat sich größtenteils von selbst ergeben. Ich habe den Klettersteig zu 90% alleine gebaut, wenn es notwendig war, ging mir dankenswerterweise auch mein Sohn Daniel zur Hand. Es war zum Teil wirklich eine schwere Arbeit, vor allem die Bohrarbeiten stellten mitunter eine große Herausforderung dar. Der Weg selbst ist meines Erachtens sehr gut gelungen, gearbeitet habe ich daran ca. 300 Stunden. Die Wand selbst gliedert sich in 4 Felsgürtel: Ich habe beim Einstieg der Wand begonnen und den ersten unteren Teil fertiggestellt. Danach erschien es mir sinnvoller und idealer, von ganz oben bis zum bereits beendeten ersten Teil nach unten weiterzuarbeiten. Es war mir sehr wichtig, dass die Begehung des Klettersteigs von der Schwierigkeit her praktisch für fast alle machbar ist und das Unfallrisiko auf ein absolutes Minimum reduziert wurde. Deshalb habe ich für die zusätzliche Sicherheit viele Quergänge eingebaut. Toll finde ich persönlich auch die Variante mit der Schwierigkeitsstufe E, diese weist Steilheit und Schwierigkeiten auf, mit der nur wenige Kletterwände aufwarten können, natürlich eine zusätzliche Herausforderung für alle Kletterenthusiasten. Besonders diese Variante zieht viele Kletterfreaks an und dass alle happy sind, davon zeugen die Juchzer, die täglich bis

Nicht minder spektakulär: Erwin Mairginter bei der Arbeit

ins Tal klingen, wenn die Kletterwand bezwungen ist. Ich rechne damit, dass normalerweise im Schnitt jährlich rund 10 – 12.000 Kletterbegeisterte den Klettersteig in Angriff nehmen. Da ich alle Schwachpunkte der Kletterwand kenne, habe ich letztendlich auch die Instand­ haltung, Pflege und Wartung selbst übernommen.“ Dies wurde bei der grundsätzlichen Entscheidung den Klettersteig umzusetzen, von der Gemeinde Moos und dem Tourismusverein Passeiertal als einzuhaltende Auflage gestellt und funktioniert sehr gut. Am besten erreichbar ist der neue Klettersteig vom Mooser Dorfzentrum aus, wo mehrere Parkplätze zur Verfügung stehen. Am großen Parkplatz im Dorfzentrum befindet sich auch der offizielle Startpunkt zum Zustieg, auf welchem eine Infotafel mit Piktogrammen und einem einleitenden Text verweisen. Besonders die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich in diesem Zusammenhang an. Man wandert unter der Kirche, dem einstigen Grafeilweg folgend, in Richtung St. Leonhard. Der Zugang zum Klettersteig wurde mit der Nr. 11 markiert und man gelangt zuerst unterhalb der EUM-Tankstelle und anschließend an der Galerie neben der Hauptstraße vorbei zum Einstieg.

Der Zustiegsweg zum Klettersteig wurde von der Forstbehörde möglichst naturschonend gestaltet und mit fleißiger Unterstützung ehrenamtlicher Vereinsmitglieder des AVS Platt angelegt. Anekdote am Rande: Ursprünglich sollte der Zustieg über die gesamte Länge der Galerie erfolgen. Der Umwelt­ referent im AVS, Arnold Rinner, machte das Planungsteam darauf aufmerksam, dass eine seltene Orchideenart in diesem Areal gedeiht. Aus Respekt vor dieser Tatsache entstand auch deshalb die Idee, ein metallenes Zugangsrohr zu Beginn der Galerie zu verlegen, somit die Personenlenkung anders auszulegen und damit die Orchideen nicht zu gefährden. Der Ausstieg des Klettersteiges befindet sich in Stuls beim Wegerhof, direkt neben der Bushaltestelle. Für den Rückweg gibt es auch die Möglichkeit, zu Fuß über den markierten Weg Nr. 10A wieder zurück nach Moos zu wandern. Auf alle Fälle wünschen die Gemeinde Moos, der Tourismusverein Passeiertal sowie der Ideengeber und Tausendsassa Mairginter Erwin viel Spaß und wunderbare Erlebnisse bei der Begehung des einmaligen Klettersteiges „Stuller Wasserfall“. Kurt Gufler, Konrad Pamer


31  Passeirer Blatt – nr. 159, Juni 2020

Vorankündigungen >  Gesundheitssprengel Passeier teilt mit, dass die Dienste für Bürgerinnen und Bürger folgendermaßen geöffnet sind: > E ltern-Kind-Beratung St. Leonhard, St. Martin und Moos: Persönliche Beratung ist nur nach Terminvereinbarung möglich. Vormerkungen unter, Tel. 0473 659 518, dienstags, 8 – 12 Uhr, für St. Leonhard und Moos, Tel. 0473 641 095, donnerstags, 8 – 12 Uhr, für St. Martin; >B lutabnahme und INR-Kontrollen (Coumadin) Sprengelsitz St. Leonhard: Die Blutabnahme ist ohne Vormerkung Mittwoch und Donnerstag, von 7.10 – 8.45 Uhr, geöffnet. > K rankenpflegeambulatorien St. Leonhard, St. Martin und Moos: Alle Ambulatorien sind ohne Vormerkung zu den gewohnten Zeiten geöffnet. > A nlaufstelle für Pflege- und Betreuungs­ angebote: Beratungsgespräche ohne Vormerkung Dienstag und Donnerstag, von 9 – 11 Uhr. > F rauenarzt und Hautärztin im Sprengelsitz: Visiten können ab sofort unter Tel. 0473 264 000 vorgemerkt werden. > I mpfzentrum sowie Kinder-und Erwachsenenrehabilitation sind bereits teilweise geöffnet. Die Bürgerinnen und Bürger werden für Terminvereinbarungen von den jeweiligen Diensten telefonisch kontaktiert. > MuseumHinterPasseier > MuseumPasseier Die Passeirer Museen ziehen an einem Strang – und das nicht nur in Corona-Zeiten. Der Museumsbetrieb wird gemeinsam ab Ende Juni 2020 wieder hochgefahren. Öffnungszeiten Im Juni sind beide Museen an den Wochenenden vom 20. und 21. Juni sowie vom 27. und 28. Juni, von 10 bis 14 Uhr, geöffnet. Das MuseumPasseier am Sandhof öffnet ab 1. Juli, dienstags bis sonntags, von 10 bis 14 Uhr (letzter Einlass um 13 Uhr). Informationen zu den drei Museumsbereichen Andreas Hofer, Helden und Freilicht­ bereich sind unter www.museum.passeier.it zu finden. Das MuseumHinterPasseier –  Bunker Mooseum wird ab 1. Juli ebenfalls unter der Woche mittwochs bis sonntags, von 10 bis 16 Uhr (letzter Einlass um 15 Uhr), geöffnet sein. Genaue Informationen gibt es unter www.museum.hinterpasseier.it

>  Musikschule Meran/Passeier Alle Infos zu den erfolgten Vormerkungen sind unter www.musikschule.it (Schulen/ Deutsch- und ladinischsprachige Musik­ schulen/Schule Meran/Passeier) abrufbar. >  Benefiz-Pizzaessen: Freitag, 26. Juni In verschiedenen Pizzerien des Passeiertals. Dabei werden pro verkaufter Pizza € 2 für einen guten Zweck gespendet. Der gesamte Erlös geht zu Gunsten eines Babys aus dem Passeiertal, welches seit seiner Geburt in ärztlicher Behandlung ist. Die betroffene Familie erhält keine öffentlichen Beiträge und ist auf Spenden angewiesen. Teilnehmende Betriebe am Benefiz-Pizza-Essen: Restaurant Pizzeria Zirmwirt (Moos – früher Restaurant Lanthaler), Pizzeria Passeirer Weinstube (St. Leonhard), Brauerei Pizzeria Brückenwirt (St. Martin), Pizzeria Forellenbach (St. Martin), Restaurant Pizzeria Martinerhof’s Brauhaus (St. Martin), Restaurant Pizzeria Jager Hans (St. Martin), Bar Pizzeria Alpenhof (Saltaus) und Pizzeria Eisdiele Pircher (Riffian). Wir freuen uns, wenn viele Einheimische an dieser Aktion teilnehmen und durch ein Pizza-Essen an diesem Tag in einem der teilnehmenden Betriebe die Familie unterstützen. >  Ausstellung „Uffizi in Passeier“ Ab 27. Juni ist die Sonderausstellung des MuseumPasseier „Uffizi in Passeier. Wer schützt Kunst im Krieg?“, in Trient, in „Le Gallerie“, Piazza di Piedicastello, in angepasster Form, zu sehen. Sie handelt von 293 Kunstwerken aus Florenz, die im Zweiten Weltkrieg nach Passeier gelangten und damit in ein Netz aus Interessen, das weit über Südtirol hinausreichte. Info: www.museostorico.it >  Erlebnis-Freibad in der SportArena: Seit Mittwoch, 3. Juni ist das Erlebnis-Freibad in St. Leonhard wieder geöffnet. Durch das Corona-Virus sind max. 300 Besucher/innen ins Erlebnis-Freibad zugelassen. Wie viele Besucher im Schwimmbad sind und noch ins Schwimmbad gelassen werden können, kann man zeit-aktuell auch von zu Hause aus von der Seite www.SportArena.it entnehmen (dies funktioniert ab 11. Juni). Nähere Infos über die Badevorschriften und Preise können direkt der Facebook-Seite St. Leonhard aktuell, www.SportArena.it und der Webseite der Gemeinde entnommen werden.

>  Sommerleseaktion für Jugendliche Bist du zwischen 11 und 16 Jahren alt? Dann mach mit bei der Sommerleseaktion „Lesen im Liegestuhl“ Du liest eines oder mehrere der zur Auswahl stehenden Bücher, bewertest das Buch auf www.lilestate.bz.it und nimmst damit an der Verlosung von tollen Sachpreisen teil. Für besonders Kreative wartet ein iPad mini auf dich. Den Hauptpreis kannst du gewinnen, wenn du einen Videoclip (max. 1 Minute) oder ein originelles Foto zu einem der LiL-Bücher gestaltest und hochlädst. Die Sommerleseaktion läuft bis zum 31. Oktober 2020. >  2. Streetfood-Festival Passeier Am 8. 8. 2020 veranstalten wir auf dem Festplatz von St. Martin das 2. Pseirer Streetfood-Festival, auf regionaler Basis. Es werden verschiedene heimische und traditionelle Speisen und Getränke zum Verkosten und Degustieren angeboten. Sollte jemand (Vereine, Betriebe, Bauern, usw.) Interesse haben und mit einem Stand mitmachen wollen, kann er sich gerne bei uns melden. Aufgrund der Corona-Bestimmungen wird zum gegebenen Zeitpunkt eine eventuelle Absage mitgeteilt, bis dahin verbleiben wir mit positiven Gedanken und wünschen allen beste Gesundheit. In diesem Zusammenhang möchten wir noch erwähnen, dass ein Teil des Erlöses Familien im Tal, welche durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten gekommen sind, gespendet wird. Streetburner: 340 3369077 oder per E-Mail: streetburnerclub@gmail.com >  Der Kultursommer auf der Jaufenburg findet 2020 nicht statt >  Der Mårtiner Kultursummer findet 2020 nicht statt

Termine & Veranstaltungen können per E-Mail (passeirerblatt@passeier.it) mitgeteilt werden


Öffnungszeiten moos Gemeindeamt: Mo – Fr, 8 – 12 Uhr; Di, 14.30 – 18 Uhr; Sa geschlossen, T 0473 643 535 Minirecyclinghof Moos: Fr, 8.30 – 9.30 Uhr; Pfelders: Mi, 14 – 15 Uhr; Platt: Mi, 8 – 9 Uhr und 1. Sa/Monat, 14.45 – 15.30 Uhr; Stuls: Mi, 10 – 11 Uhr und 1. Sa/Monat, 13.30 – 14.15 Uhr; Rabenstein: 1. und 3. Mo/Monat, 10 – 11 Uhr; Rabenstein (Saltnuss – rotes Haus): jeden 1. Mo/Monat, 9 – 9.45 Uhr Rest- und Biomüllsammlung: Dienstag: Moos, Platt, Pfelders (Dorf und Zeppichl), Stuls wöchentlich; Rabenstein, Pill bzw. Sportplatz Sand, Ulfas jede 2. Woche Bibliothek Moos: Di, 9.30 – 10.30 Uhr; Mi, 14.3 – 16.30 Uhr; Do, 16.30 – 18.30 Uhr; So, 11 – 12 Uhr Bibliothek Platt: Di, 9 – 11 Uhr; Mi, 16 – 17 Uhr, Fr, 15 – 16.30 Uhr; Sa oder So nach Gottesdienst Bibliothek Pfelders: Mi, 17 – 18 Uhr Bibliothek Rabenstein: Sa oder So nach Gottesdienst Bibliothek Stuls: Mo, 15 – 16 Uhr Arztpraxis Dr. Beccarello: Mo, Do, Fr, 8 – 12 Uhr; Di, 10 – 12 Uhr, 16 – 18.30 Uhr; Mi, 16 – 18.30 Uhr; T 0473 643 689 Apotheke RAM: Mo 10 – 12; Mi 16 – 18.30 Uhr; Do 9 – 12 Uhr; T 0473 643 689 Eltern-Kind-Beratung Moos: Mittwoch 9 – 10.30 Uhr Ambulatorium Krankenpflegedienst Moos: Donnerstag 8 – 8.30 Uhr (ohne Vormerkung) st. leonhard Gemeindeamt: Mo – Fr, 8 – 12 Uhr; Di, 14.30 – 17.30 Uhr; Sa, 9 – 11 Uhr, T 0473 656 113 Minirecyclinghof: Fr, 14.30 – 16.30 Uhr, Sa, 7.30 – 9 Uhr; Walten: Mo, 14 – 15 Uhr Restmüllsammlung: Di; Walten, Schweinsteg, Prantach, Mörre, Glaiten, jeden 2. Di; Biomüllsammlung: Mittwoch Öffentliche Bibliothek: Mo, Mi, Fr, 9 – 12 Uhr; Mo, Di, Do, Fr, 15 – 18 Uhr (Winter) Bibliothek Walten: Di, 16 – 17 Uhr Arztpraxis Dr. v. Sölder: Mo, Mi, Do, Fr, 8 – 12 Uhr; Di, 15 – 19 Uhr; T 0473 656 656 Arztpraxis Dr. Zuegg: Mo – Fr, 8 – 12 Uhr ohne Vormerkung; Mo, Do, 15.30 – 16.30 Uhr mit Vormerkung; T 0473 656 633 Kinderarztpraxis Dr.in Weger: Mo, Fr, 9.15 – 12.30 Uhr; Mi, 9.30 – 12 Uhr; Di, Do, 15 – 18 Uhr; T 0473 656 266 Apotheke RAM: Mo – Fr, 8 – 12.30, 15.30 – 19 Uhr; Sa, 8 – 12.30 Uhr; T 0473 656 146 SportArena: täglich von 10 – 23 Uhr; Dienstag: Ruhetag st. martin Gemeindeamt: Mo – Fr, 8 – 12.30 Uhr; Donnerstag, 15 – 17.30 Uhr, T 0473 499 300 Minirecyclinghof: St. Martin: Sa, 8 – 10 Uhr, Freitag geschlossen; Saltaus: Fr, 8.30 – 9.30 Uhr Restmüllsammlung: Montag; Matatz, Breiteben, Kalmtal, jeden 2. Montag Biomüllsammlung: Mittwoch Öffentliche Bibliothek: Mo, Mi, Sa, 9 – 12 Uhr; Mo, Mi, Fr, 15 – 18 Uhr; Di, 14 – 17 Uhr (Winter) Arztpraxis Dr.in Raich: Mo, 14 – 17 Uhr; Di, Mi, Fr, 8 – 12 Uhr; Do, 15 – 17 Uhr; T 0473 641 174 Arztpraxis Dr. Dubis: Mo, Mi, Do, 9 – 12 Uhr; Di, 12 – 15, Fr, 15 – 18 Uhr, mit Vormerk.; T 0473 650 167 Apotheke Mercurius: Mo, Mi, Do, Fr, 8 – 12.30, 15 – 18.30 Uhr; Di, 8 – 12.30 Uhr; Sa, 8 – 12 Uhr T 0473 650 011 Eltern-Kind-Beratung: Dorfstraße 25/c (alte Bibliothek) Do, 8 – 12 Uhr, T 0473 641 095 Krankenpflegeambulatorium Garberweg: Di, Fr, 8 – 10 Uhr Jugendtreff: Di – Fr, 11 – 12 Uhr; Di und Do, 17.30 – 19.30 Uhr; T 392 5327295 sprengelsitz passeier Verwaltungsdienst: Mo, Di, Fr, 8 – 11 Uhr; Mi, 9 – 12 Uhr; Do, 9 – 12 u. 14 – 15.30 Uhr; T 0473 659 500 Sozialsprengel: Mo – Fr, 8.30 – 12 Uhr, nachmittags mit Terminvereinbarung; T 0473 659 018; Dienst für Pflegeeinstufung: T 848 800 277, Anlaufstelle Pflege- und Betreuungsangebote: Di, Do, 9 – 11 Uhr; T 0473 659 266, Mi mit Vormerk. Blutabnahme: Mi, Do, 7.15 – 8.45 Uhr, ohne Vormerkung Krankenpflegeambulatorium: Mo, Di, Fr, 8 – 11 Uhr; Mi, Do, 9.30 – 11 Uhr Elternberatung: Di, 8 – 12 Uhr; T 0473 659 518 Diätdienst: Mi, 8 – 16 Uhr, mit Vormerkung, T 0473 659 520, 0473 251 250 Dienst für Abhängigkeitserkrankungen: Vormerkung T 0473 443 299 Zahnarztambulatorium: Vormerkung T 0473 264 000 Rehabilitationsdienst: Mo – Fr, 8 – 12.30 Uhr, 13.30 – 16 Uhr; T 0473 659 533 Hautarzt: jed. 1. + 3. Mi/Monat, 9 – 13 u. 14 – 18 Uhr, Vormerk. mit ärztl. Verschreib.: T 0473 264 000 Dienst für Invaliden: Vormerkung in Meran, T 0473 264 712 Neu: Impfzentrum: Mo, 8.30 – 16 Uhr Hauspflegedienst: Vormerkung Mo – Fr, 8 – 10 Uhr; T 0473 659 019 Jugendbüro Passeier: Mo – Fr, M 393 0954681

Aus den Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin Termine & Veranstaltungen Juni 26. Benefiz-Pizzaessen in verschiedenen Pizzerien [Tourismusverein Passeiertal] 27. Eröffnung der Ausstellung „Uffizi in Passeier“ in Trient 27. Kleidersammlung, Recyclinghof Mörre [Aktiv Hilfe für Kinder] 27./28. MuseumHinterpasseier-Bunker Mooseum und MuseumPasseier geöffnet, 10 – 14 Uhr

Juli 1. MuseumHinterpasseier – Bunker Mooseum und MuseumPasseier starten in die Sommersaison 4. Kleidersammlung, Recyclinghof Mörre [Aktiv Hilfe für Kinder] 4. Bauernmarkt in St. Martin, Martinerhof, 9 – 13 Uhr 28. Konzert der Musikkapelle St.Martin, Festplatz Riffian, 20.30 Uhr 31. Redaktionsschluss Passeirer Blatt

august 8. 2. Pseirer Streetfood-Festival, Festplatz St. Martin [Streetburner] 30. Ötztaler Radmarathon

september 6. Ende Sommerlesepreis für GrundschülerInnen 7. Schulbeginn 29. Michaelsmarkt, St. Leonhard

oktober 2. Redaktionsschluss Passeirer Blatt 5. Beginn Winterzeit 31. Ende Sommerleseaktion

november 7. Leonhardsmarkt, St. Leonhard 27. Redaktionsschluss Passeirer Blatt

recyclinghof passeier (mörre) Dienstag, Donnerstag, 14 – 17 Uhr; Samstag, 8 – 11 Uhr Termine & Veranstaltungen können per Telefon (T 0473 656 239) und per E-Mail (passeirerblatt@passeier.it) mitgeteilt werden


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