Willkommen in deinem Märchenheft „Klassische Märchen für alle“!
In diesem Heft findest du viele bekannte Märchen der Brüder Grimm – spannend, manchmal unheimlich, oft lustig und am Ende meistens mit einem guten Ausgang. Du lernst Figuren kennen, die mutig sind, klug handeln oder Fehler machen und daraus etwas lernen.
Zu jedem Märchen gibt es passende Aufgaben: Du kannst Fragen beantworten, Rätsel lösen, Szenen ordnen, kreativ schreiben, zeichnen oder kleine Rollenspiele machen. So übst du genaues Lesen, denkst über die Botschaft der Geschichten nach und entdeckst, was Märchen uns heute noch erzählen können.
Viel Spaß beim Lesen, Mitdenken und Ausprobieren!
Generationen, die:
Menschen unterschiedlichen Alters in einer Familie (z. B. Großeltern, Eltern, Kinder)
Versionen, die: unterschiedliche Formen oder Varianten einer Geschichte
Märchen entdecken – Bevor du losliest
Die Märchen in diesem Heft gehören zu den bekanntesten Geschichten der Brüder Grimm. Viele Menschen kennen Märchen wie Schneewittchen, Hänsel und Gretel, Rapunzel oder Rotkäppchen schon seit ihrer Kindheit. Die Geschichten wurden früher oft weitererzählt, lange bevor es Bücher, Fernsehen oder Handys gab.
Wer waren die Brüder Grimm?
Die Brüder Grimm hießen Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Sie lebten vor ungefähr 200 Jahren in Deutschland. Damals gab es noch kein Fernsehen, keine Handys und kein Internet. Viele Menschen erzählten sich Geschichten am Abend oder bei der Arbeit weiter. Besonders Märchen wurden oft von Eltern, Großeltern oder Reisenden erzählt. So kannten viele Familien dieselben Geschichten, aber manchmal ein wenig unterschiedlich.
Die Brüder Grimm interessierten sich sehr für die Sprache und die alten Geschichten der Menschen. Deshalb reisten sie durch verschiedene Orte und hörten den Menschen genau zu. Sie schrieben die Märchen auf, damit sie nicht verloren gingen und auch später noch gelesen werden konnten.
Manche Märchen wurden schon seit vielen Generationen weitererzählt. Dabei veränderten sich einzelne Stellen immer wieder: Manche Menschen erzählten die Geschichten spannender, lustiger oder auch gruseliger. Deshalb gibt es von manchen Märchen verschiedene Versionen.
bewahren: dafür sorgen, dass etwas erhalten bleibt und nicht verloren geht Tiere sprechen,
Jacob und Wilhelm Grimm wollten die alten Märchen bewahren. Sie sammelten die Geschichten in einem berühmten Buch mit dem Titel „Kinder- und Hausmärchen“. Heute gehören ihre Märchen zu den bekanntesten Geschichten der Welt und wurden in viele Sprachen übersetzt.
Heute sind ihre Märchen auf der ganzen Welt bekannt.
Was ist typisch für Märchen?
Märchen sind besondere Geschichten. Darin passieren Dinge, die im echten Leben meist nicht möglich sind:
Oft müssen die Heldinnen und Helden schwierige Aufgaben lösen, mutig sein oder Gefahren überwinden.
Typische Merkmale von Märchen
Typische Merkmale von Märchen
Märchen haben oft bestimmte Merkmale. Das bedeutet: Viele Märchen ähneln sich in einigen Dingen. Wenn du die Geschichten in diesem Heft liest, wirst du viele dieser Merkmale entdecken.
Märchen beginnen oft mit „Es war einmal …“ So beginnt ein Märchen meistens wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit. Dadurch merkt man sofort: Das ist kein Bericht aus dem echten Leben, sondern eine erfundene Geschichte.
Zeit und Ort werden oft nicht genau genannt. In Märchen erfährt man meist nicht genau, wann oder wo die Geschichte spielt. Oft steht nur „in einem Schloss“, „in einem Wald“ oder „vor langer Zeit“. So können sich Menschen auf der ganzen Welt die Geschichte vorstellen.
Es gibt gute und böse Figuren. In vielen Märchen erkennt man schnell, wer gut und wer böse ist. Gute Figuren sind oft freundlich, mutig oder hilfsbereit. Böse Figuren sind manchmal neidisch, gemein oder grausam, zum Beispiel Hexen oder böse Stiefmütter.
Magische Dinge passieren. In Märchen gibt es oft Zauber, sprechende Tiere oder verwunschene Menschen. Manchmal helfen magische Gegenstände den Figuren, zum Beispiel Zauberspiegel, goldene Kugeln oder besondere Blumen.
Könige, Prinzessinnen oder arme Menschen spielen oft eine wichtige Rolle. Viele Märchen handeln von Menschen, die reich oder arm sind. Häufig kommen Könige, Prinzessinnen, Prinzen, Holzfäller oder Müllerstöchter vor.
Bestimmte Zahlen tauchen oft auf. Die Zahlen 3, 7 oder 12 sind in Märchen besonders wichtig. Zum Beispiel gibt es sieben Zwerge, drei Wünsche oder zwölf Prinzessinnen.
Die Hauptfiguren müssen schwierige Aufgaben lösen. Oft erleben die Figuren gefährliche Abenteuer oder müssen Mut beweisen. Dabei helfen manchmal Klugheit, Freundschaft oder Ehrlichkeit.
Am Ende geht die Geschichte meistens gut aus. Viele Märchen haben ein glückliches Ende. Die guten Figuren werden belohnt, die bösen bestraft und am Schluss leben die Menschen oft glücklich zusammen.
Besondere Wörter in Märchen
In Märchen werden oft besondere Namen oder Verkleinerungsformen verwendet.
Diese Wörter klingen märchenhaft oder freundlich. Beispiele:
Schneider
Spiegel
Kind
Schneiderlein
Spieglein
Kindlein
Auch Namen wie Rumpelstilzchen oder Schneewittchen sind typisch für Märchen.
neidisch: jemandem etwas wegnehmen oder auch haben wollen
grausam: sehr gemein und verletzend
Stiefmutter, die: die neue Ehefrau eines Vaters, die nicht die leibliche Mutter der Kinder ist.
magisch: etwas, das mit Zauber oder Zauberkraft zu tun hat und im echten Leben nicht möglich ist.
verwunschen / verwunschene Menschen: durch Zauber verwandelt
Holzfäller, der: jemand, der im Wald Bäume fällt und Holz für Häuser, Feuer oder Möbel vorbereitet. Müllerstochter, die Tochter eines Müllers
Müller, der: jemand, der früher in einer Mühle gearbeitet hat. Dort wurde Getreide zu Mehl gemahlen, aus dem man Brot backen konnte.
Hauptfiguren, die: wichtigste Figuren der Geschichte
Abenteuer, das: spannende oder gefährliche Erlebnisse
Kennst du dich schon mit Märchen aus? Sprich mit einer Partnerin oder einem Partner und beantworte anschließend die Fragen!
Welche Märchen der Brüder Grimm kennst du schon?
Welche Märchenfiguren fallen dir ein?
Welche magischen Dinge kommen in Märchen oft vor?
Warum mögen Menschen Märchen bis heute?
Kleine Märchenprobe – Kreuze an: Was passt zu klassischen Märchen?
Welche Idee passt besser zu einem Märchen? Warum? Nun geht‘s los – Aufgaben
Hexen sprechende Tiere Zaubersprüche Handys Könige und Prinzessinnen verwunschene Menschen Raumschiffe magische Gegenstände Jetzt bist du bereit für die Welt der Märchenklassiker!
Märchen oder kein Märchen? – Lies die beiden kurzen Ideen und entscheide: Welche passt besser zu einem Märchen? Begründe deine Meinung!
A) Ein Junge ndet im Wald einen sprechenden Spiegel und muss eine schwierige Aufgabe lösen.
B) Ein Kind spielt mit seinem Tablet und schaut Videos im Internet.
Die Bremer Stadtmusikanten
Die Bremer Stadtmusikanten
Ein alter Esel hatte viele Jahre lang Säcke zur Mühle getragen. Nun war er schwach geworden, und sein Bauer hatte beschlossen, ihn nicht länger zu füttern. Als der Esel das merkte, lief er davon.
„Ich gehe nach Bremen und werde Stadtmusikant“, dachte er. „Schreien kann ich laut genug!“
Auf dem Weg traf der Esel einen alten Hund, der traurig am Weg lag.
Der Esel fragte: „Warum siehst du so traurig aus?“
Der Hund antwortete: „Ich bin alt und kann nicht mehr so gut jagen. Mein Herr will mich fortjagen.“
Da sagte der Esel: „Komm mit mir nach Bremen! Wir machen zusammen Musik.“
Der Hund freute sich und ging mit.
Wenig später trafen sie eine Katze.
Traurig miaute sie: „Meine Zähne sind stumpf geworden, deshalb will mich meine Frau nicht mehr im Haus haben.“
Da lud der Esel auch sie ein: „Zieh mit uns nach Bremen! Du kannst bei unserer Musik mitmachen.“
Die Katze schloss sich ihnen an.
Bald darauf hörten sie einen Hahn laut krähen.
„Warum schreist du so?“, fragte der Esel.
„Morgen will mich die Bäuerin in die Suppe tun“, klagte der Hahn. „Darum laufe ich lieber fort.“
„Dann komm mit uns nach Bremen“, sagte der Esel.
So zogen die vier gemeinsam weiter.
Am Abend erreichten sie einen dunklen Wald. Der Hahn flog auf einen Baum und entdeckte in der Ferne ein Licht.
„Dort steht ein Haus!“, rief er.
Als die Tiere näher kamen, sahen sie Räuber am Tisch sitzen und essen. Nun überlegten sie, wie sie die Räuber vertreiben könnten. Der Esel stellte sich mit den Vorderfüßen ans Fenster, der Hund sprang auf seinen Rücken, die Katze kletterte hinauf und der Hahn setzte sich obenauf.
Dann machten sie ihre Musik: Der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte aus voller Kraft.
Vom Lärm erschrocken, liefen die Räuber davon. Die Tiere gingen ins Haus, aßen das gute Essen und legten sich schlafen.
Später schlich sich einer der Räuber zurück. Im Dunkeln sah er die leuchtenden Augen der Katze und hielt sie für glühende Kohlen. Als er näher kam, sprang ihm die Katze ins Gesicht, der Hund biss ihn ins Bein, der Esel trat nach ihm, und vom Dach krähte laut der Hahn.
Voller Angst rannte der Räuber hinaus und rief: „In dem Haus sitzt eine schreckliche Hexe! Sie hat mich gekratzt, gebissen, getreten und angeschrien!“
Seitdem wagten sich die Räuber nie mehr zurück. Den Tieren aber gefiel es im Haus so gut, dass sie beschlossen, dort zu bleiben.
So lebten die vier Freunde friedlich zusammen bis an ihr Ende.
Mühle: Ein Gebäude, in dem Getreide zu Mehl gemahlen wird.
Bremen: Eine Stadt in Deutschland.
Stadtmusikant: Jemand, der in einer Stadt Musik macht, oft auf der Straße, um Geld zu verdienen.
stumpf: Nicht scharf oder spitz; Zähne, mit denen man nicht mehr gut beißen kann.
krähen: bedeutet, dass ein Hahn laut ruft.
schleichen: bedeutet, leise und vorsichtig zu gehen, damit man nicht gehört wird.
glühende Kohlen: Sehr heiße, rot leuchtende Reste von Feuer oder Holz.
Lies das Märchen nochmals genau durch! Bearbeite die folgenden Aufgaben in ganzen Sätzen!
Beschreibe, warum der Esel seinen Bauern verließ!
Nenne und beschreibe, welchen Tieren der Esel unterwegs begegnete!!
Erkläre, was die vier Tiere in Bremen machen wollten!
Beschreibe, wie die Tiere die Räuber vertrieben!
Begründe, warum die Tiere im Waldhaus blieben!
Erkläre, warum die vier Tiere von zu Hause weglaufen wollten!
Beschreibe, welche Aufgaben die Tiere früher für ihre Besitzer erfüllen mussten!
Tier-Interview – Stell dir vor, du bist Reporterin oder Reporter. Führe ein Interview mit einem der Tiere!
Frage:
Antwort:
Frage:
Antwort: Frage:
Antwort: Frage:
Antwort:
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Das Märchen heute – Stell dir vor, die vier Tiere würden heute leben!
• Wo würden sie hingehen?
• Welche Musik würden sie machen?
• Wie würden sie die Räuber vertreiben?
Zeichne deine moderne Version!
Die Räuber erzählen – Schreibe die Geschichte aus der Sicht der Räuber in dein Heft! Wie war es, als sie die Tiere hörten? Was dachten sie?
Die Moral der Geschichte: Überlege, welche Aussage das Märchen vermitteln möchte! Lies die folgenden Aussagen aufmerksam durch und kreuze jene an, die zur Moral der Geschichte passen!
Gemeinsam sind wir stark. Alte Tiere sind nutzlos.
Freundschaft hilft in schwierigen Zeiten. Lärm löst alle Probleme.
Wähle eine angekreuzte Aussage aus und erkläre in 1–2 Sätzen, warum sie gut zur Geschichte passt. Beziehe dich dabei auf ein Beispiel aus dem Märchen!
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Gut oder problematisch? – Denke genau nach! Die Tiere werden im Märchen oft als freundlich und mutig dargestellt. Manche Menschen finden ihr Verhalten aber auch problematisch. Ordne die Aussagen in die Tabelle ein!
Das Verhalten der Tiere nde ich gut, weil …
Das Verhalten der Tiere nde ich problematisch, weil …
Schreibe zu jeder Seite mindestens zwei Gedanken auf!
Wer hat eigentlich Recht? Im Märchen gibt es verschiedene Figuren mit unterschiedlichen Problemen. Wähle eine der folgenden Figuren aus:
den Esel den Hund die Katze den Hahn einen Räuber
Erkläre: • Was möchte die Figur? • Wovor hat sie Angst? • Warum handelt sie so?
Schreibe vier bis fünf Sätze!
Nachdenken über das Märchen – Besprecht gemeinsam:
• Warum werden die Räuber im Märchen sofort als „böse“ dargestellt?
• Haben die Tiere das Haus einfach übernommen?
• Warum fühlen wir oft mehr mit den Tieren als mit den Räubern?
• Können Märchenfiguren gleichzeitig gute und schlechte Seiten haben?
Das tapfere Schneiderlein
Das tapfere Schneiderlein
An einem schönen Morgen saß ein kleines Schneiderlein in seiner Werkstatt am Fenster und nähte fleißig. Während es arbeitete, hörte es draußen eine Frau rufen:
„Gutes Mus zu verkaufen! Frisches Mus!“
Das Schneiderlein liebte süßes Mus. Deshalb rief es die Frau herein, kaufte sich ein kleines Glas und strich etwas davon auf ein Brot. Danach legte es das Brot neben sich und nähte weiter.
Schon bald lockte der süße Duft viele Fliegen an. Sie setzten sich auf das Brot und krabbelten darüber. Das Schneiderlein versuchte zuerst, sie zu verscheuchen. Doch immer mehr Fliegen kamen.
Da wurde es ärgerlich. Es griff nach einem Tuch und schlug kräftig auf das Brot.
Als es nachzählte, lagen dort sieben tote Fliegen, die es erschlagen hatte.
„Sieben auf einen Streich!“, rief das Schneiderlein stolz.
Weil es sich nun für besonders mutig hielt, nähte es sich einen Gürtel und stickte die Worte „Sieben auf einen Streich“ darauf. Jeder sollte sehen können, was es geschafft hatte.
„Jetzt will ich hinaus in die Welt ziehen“, dachte das Schneiderlein. „Die Menschen sollen erfahren, wie tapfer ich bin.“
Also verließ es seine Werkstatt und wanderte hinaus.
Nach einiger Zeit begegnete ihm ein riesengroßer Mann. Der Riese bemerkte die Aufschrift auf dem Gürtel des Schneiderleins und dachte, damit seien sieben Menschen gemeint.
„Sieben auf einen Streich?“, sagte der Riese erstaunt. „Das muss ein gefährlicher Mensch sein!“
Das Schneiderlein merkte schnell, dass der Riese Angst bekommen hatte. Deshalb wollte es besonders stark wirken.
Der Riese hob einen schweren Stein auf und drückte ihn so fest, dass etwas Wasser herauslief.
„Kannst du das auch?“, fragte er stolz.
Das Schneiderlein nahm heimlich ein Stück weichen Käse aus seiner Tasche und drückte es zusammen, sodass die Flüssigkeit herauslief.
Der Riese staunte und glaubte, das Schneiderlein habe wirklich einen Stein zerdrückt.
Kurz darauf warf der Riese einen Stein hoch in die Luft.
„So weit kannst du sicher nicht werfen!“, rief er.
Mus: Mus ist ein süßer Brotaufstrich aus gekochtem Obst. Apfelmus oder Pflaumenmus sind bekannte Beispiele. Mus ist meist weicher als Marmelade und enthält oft keine Stücke.
Das tapfere Schneiderlein
Da ließ das Schneiderlein heimlich einen Vogel fliegen. Der Vogel flog hoch hinauf und verschwand am Himmel.
„Mein Stein kommt gar nicht mehr herunter“, sagte das Schneiderlein schlau.
Nun bekam der Riese großen Respekt vor dem kleinen Schneider.
Gemeinsam gingen sie weiter, bis sie zu einem großen Baum kamen. Der Riese sagte:
„Wenn du wirklich so stark bist, dann hilf mir, diesen Baum zu tragen!“
Respekt, der: Achtung vor jemandem haben
Einhorn, das: Ein Einhorn ist ein Fabelwesen. Es sieht aus wie ein Pferd und hat ein langes Horn auf der Stirn.
Kapelle, die: kleines Kirchengebäude
Das Schneiderlein setzte sich heimlich auf einen Ast, während der Riese den schweren Baumstamm alleine schleppte. Als der Riese nach hinten blickte und das Schneiderlein oben im Baum sitzen sah, glaubte er, das kleine Schneiderlein könne sogar beim Tragen noch lachen und sich ausruhen. Deshalb fürchtete er sich noch mehr vor ihm.
Schließlich erreichte das Schneiderlein eine Stadt. Dort erzählten die Menschen von zwei wilden Riesen, die Wälder zerstörten und die Bewohner erschreckten. Der König versprach demjenigen seine Tochter und ein halbes Königreich, der die Riesen besiegen würde.
Viele Ritter hatten Angst. Doch das Schneiderlein meldete sich sofort.
In der Nacht schlich es sich zu den schlafenden Riesen. Vorsichtig versteckte es sich auf einem Baum über ihnen und warf einen Stein auf den ersten Riesen.
Wütend schlug dieser den anderen und brummte:
„Warum schlägst du mich?“
„Ich habe gar nichts getan!“, schrie der andere zurück.
Bald stritten die beiden heftig miteinander. Das Schneiderlein warf immer wieder Steine hinunter, bis die Riesen vor Wut aufeinander losgingen und sich gegenseitig erschlugen.
Als die Menschen am nächsten Morgen die toten Riesen fanden, staunten sie sehr über das tapfere Schneiderlein.
Der König hielt zwar sein Versprechen, doch ganz traute er dem Schneiderlein nicht. Deshalb gab er ihm weitere schwierige Aufgaben.
Zuerst sollte es ein wildes Einhorn fangen. Das Schneiderlein lockte das Tier geschickt zu einem Baum. Als das Einhorn wütend angriff, rammte es sein Horn in den Stamm und blieb stecken.
Danach sollte das Schneiderlein noch ein gefährliches Wildschwein einfangen. Mit einer List lockte es das Tier in eine Kapelle und schloss schnell die Tür hinter ihm zu.
Nun musste der König sein Wort halten. Das Schneiderlein heiratete die Prinzessin und wurde später König.
Eines Nachts hörten Diener, wie das Schneiderlein im Schlaf von seinen Abenteuern sprach. Sie bekamen Angst vor seinen angeblichen Kräften und wagten nicht, ihm etwas anzutun.
So blieb das tapfere Schneiderlein am Hof und lebte glücklich bis an sein Ende.
Das tapfere Schneiderlein
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1
Richtig oder falsch? Lies den Text „Das tapfere Schneiderlein“ noch einmal genau durch! Entscheide dann bei jeder Aussage, ob sie richtig oder falsch ist! Kreuze die passende Antwort an! Wenn du alles richtig gelöst hast, ergeben die Buchstaben das Lösungswort.
richtig falsch
Das Schneiderlein tötet sieben Fliegen auf einmal. R O
Die Prinzessin will das Schneiderlein unbedingt heiraten. N I
2 ?
Das Schneiderlein besiegt die Riesen mit Kraft und Stärke. I E
Auf dem Gürtel des Schneiderleins steht: „Sieben auf einen Streich“. S P
Das Schneiderlein ist mutig und schlau. E A
Das Schneiderlein besiegt die Riesen mit Kraft und Stärke. M N
Der Schneider bekommt den Gürtel vom König geschenkt. P B
Die Soldaten bekommen Angst und laufen davon. E O
Das Schneiderlein besiegt die Riesen am helllichten Tag. W Z
Der Riese lacht zuerst über das Schneiderlein. W Y
Der König freut sich sofort über das Schneiderlein. E I
Das Schneiderlein tötet sieben Riesen. L N
Das Schneiderlein überlistet die Riesen mit Klugheit. G K
Das Schneiderlein fängt das Einhorn, indem es dessen Horn in einem Baum feststecken lässt. E B
LÖSUNGSWORT:
Aussage:
Begründung:
Aussage:
Begründung:
Aussage:
Begründung:
Das Schneiderlein drückte einen Stein, bis Wasser herauskommt. F R
Wähle drei falsche Aussagen aus Aufgabe 1 aus! Erkläre in einem Satz, warum sie falsch sind!
Das tapfere Schneiderlein
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Kreatives Schreiben – Stell dir vor, du bist das Schneiderlein! Verfasse einen Tagebucheintrag über dein Abenteuer mit dem Riesen oder dem Einhorn!
Beschreibe dabei: was passiert ist, wie du dich gefühlt hast, worüber du nachgedacht hast, und warum du so gehandelt hast.
Nutze die Ich-Form und Gefühle wie: „Ich hatte Angst, aber …“ „Ich war stolz, weil …“ „Zum Glück hatte ich eine Idee …“
Theater oder Hörspiel – Teilt euch in Gruppen und führt das Märchen als Theater oder Hörspiel auf.
• Wählt vorher passende Szenen aus dem Text aus.
• Markiert die direkte Rede der Figuren.
• Überlegt gemeinsam, wer spricht und wer Geräusche macht.
• Nutzt den Märchentext als Vorlage für eure Darstellung.
Diskutiert gemeinsam in der Klasse!
• Überlegt zuerst: Welche Probleme hat das Schneiderlein? Wie löst es seine Aufgaben? Wann benutzt es Kraft und wann Klugheit? Wie reagieren die anderen auf das kleine Schneiderlein?
• Beurteiltt danach gemeinsam: Warum ist es wichtig, an sich selbst zu glauben? Wann hilft Klugheit mehr als Kraft? Warum sollte man niemanden unterschätzen?
• Beurteilt: Handelt das Schneiderlein immer ehrlich?
Jorinde und Joringel
Jorinde und Joringel
Ein junges Paar liebte sich von Herzen. Das Mädchen hieß Jorinde und der Junge Joringel. Sie wollten bald heiraten und waren sehr glücklich.
Eines Tages gingen sie zusammen im Wald spazieren. Sie wussten nicht, dass sich dort eine böse Zauberin niedergelassen hatte. Die Zauberin konnte sich in eine Eule verwandeln und nachts durch den Wald fliegen. Tagsüber nahm sie wieder ihre menschliche Gestalt an.
Die Zauberin fing alle Menschen und Tiere, die ihr zu nahekamen. Dann verwandelte sie sie in Vögel und sperrte sie in Käfige in ihrem Schloss. Dort standen schon hunderte Käfige mit bunten Vögeln, die früher einmal Menschen waren.
Jorinde und Joringel kamen an diesen Ort, ohne es zu wissen. Die Sonne ging unter, und alles wurde still. Plötzlich sang Jorinde ein Lied:
„Mein Vöglein, sing mir nicht, mein Lieb, das kommt zu Licht.“
Kaum hatte sie das gesungen, da wurde es ganz dunkel. Jorinde konnte sich nicht mehr bewegen. Wenige Augenblicke später verwandelte sie sich in eine rote Nachtigall.
Joringel stand da wie verzaubert und konnte sich auch nicht rühren. Dann kam die Zauberin – alt, böse und grimmig – und nahm den kleinen Vogel Jorinde mit ins Schloss. Als sie fort war, konnte Joringel sich wieder bewegen, aber Jorinde war verschwunden.
Joringel weinte tagelang. Dann beschloss er, Jorinde zu retten. Er zog in die Welt hinaus, um etwas zu finden, das den Zauber brechen könnte.
Nach vielen Monaten fand er in einem Traum einen Hinweis: Er solle eine wundervolle Blume suchen, die jeden Zauber lösen kann. Er machte sich auf die Suche, und nach langem Wandern fand er wirklich eine leuchtend rote Blume mit einer goldenen Mitte.
Er nahm die Blume und ging zum Schloss der Zauberin. Schon von weitem sah er die vielen Vögel in den Käfigen. Als er näherkam, wollte die Zauberin ihn aufhalten – aber mit der Blume konnte er sie berühren, und sofort verlor sie ihre Zauberkraft.
Dann berührte er den Vogel, der Jorinde war. In dem Moment stand sie wieder als Mensch vor ihm, schön und lebendig wie zuvor!
Joringel befreite auch alle anderen Vögel. Sie verwandelten sich wieder in Menschen.
Jorinde und Joringel kehrten gemeinsam nach Hause zurück.
Eule, die: ist ein Vogel, der meist nachts aktiv ist. Sie hat große Augen, hört sehr gut und kann fast lautlos fliegen.
Nachtigall, die: ein Vogel, der schön singt.
grimmig: sehr streng, böse schauend
Zauber brechen: Magie aufheben
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Reihenfolge-Rätsel – Lies den Text „Jorinde und Joringel“ noch einmal genau! Ordne die Ereignisse so, wie sie im Märchen passieren! Schreibe die Zahlen von 1 bis 8 in die Kästchen!
Die Zauberin verliert ihre Zauberkraft und Jorinde wird erlöst.
Joringel sucht lange nach seiner Liebsten.
Jorinde wird in einen Vogel verwandelt.
Joringel ndet die Zauberblume.
Joringel kann sich wieder bewegen, aber Jorinde ist verschwunden.
Jorinde und Joringel gehen gemeinsam im Wald spazieren.
Die Zauberin bringt Jorinde als Vogel in ihr Schloss.
Löse dieses Kreuzworträtsel!
Joringel ndet in einem Traum einen Hinweis.
waagrecht:
7. Was findet Joringel, um den Zauber der Zauberin zu brechen?
9. Was bekommt Joringel im Traum, das ihm bei der Suche hilft?
10. Welche Farbe hat die Zauberblume, die Joringel findet?
11. Welche Farbe hat die Mitte der Zauberblume?
12. Wo gehen Jorinde und Joringel spazieren, als das Unglück beginnt?
13. In welches Tier kann sich die Zauberin verwandeln?
senkrecht:
1. Wo sperrt die Zauberin die verzauberten Vögel ein?
2. Wer verwandelt Menschen in Vögel und sperrt sie ein?
3. In welchem Zustand erhält Joringel den Hinweis auf die Zauberblume?
4. Was verliert die Zauberin, als Joringel sie mit der Zauberblume berührt?
5. Wie heißt der Junge, der Jorinde retten will?
6. In welches Tier wird Jorinde verwandelt?
8. Wie heißt das Mädchen, das verzaubert wird?
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Das Tagebuch des Joringel – Versetze dich in die Figur hinein und schildere …l!
Beschreibe: was du fühlst, als Jorinde verwandelt wird; was du denkst, als du die Zauberblume findest und wie du Jorinde retten möchtest!
Nutze die Ich-Form und passende Gefühlswörter.
Märchen-Pantomime – Bildet kleine Gruppen (3 – 5 Personen) und stellt pantomimisch eine der folgenden Szenen dar!
Die Verwandlung – Jorinde wird in einen Vogel verwandelt. Die Suche nach der Blume Die Befreiung –Jorinde wird wieder ein Mensch. Joringel befreit alle anderen verzauberten Vögel.
Die anderen Gruppen schauen genau zu und versuchen, die dargestellte Szene zu erraten!
So gelingt eure Pantomime:
• Überlegt zuerst gemeinsam: Welche Figuren kommen in der Szene vor? Was passiert genau? Welche Gefühle haben die Figuren?
• Sprecht euch ab, wer welche Rolle spielt!
• Achtet auf passende Bewegungen, Gesichtsausdrücke und Gesten!
• Ihr dürft nicht sprechen!
Tipp: Lest die passende Stelle im Märchen vor der Darstellung noch einmal genau durch und markiert wichtige Handlungen oder Gefühle der Figuren!
Die zertanzten Schuhe
Saal, der: ein sehr großer Raum
durchgetanzt/zer-tanzt: so viel getanzt, dass die Schuhe kaputt sind
ausrufen: laut verkünden, bekannt machen
Erbe: das, was jemand nach dem Tod bekommt das Leben lassen: sterben
Fackel, die: brennender Holzstab als Lichtquelle
leugnen: sagen, dass etwas nicht stimmt
Die zertanzten Schuhe
Ein König hatte zwölf Töchter. Sie waren alle wunderschön und wohnten in einem großen Schloss. Jede Nacht schliefen sie in zwölf Betten in einem Saal – die Türen waren fest verschlossen. Doch jeden Morgen waren ihre Schuhe kaputt und durchgetanzt, als hätten sie die ganze Nacht getanzt.
Der König wunderte sich sehr und rief im ganzen Land aus: „Wer herausfindet, wo meine Töchter nachts hingehen, darf sich eine von ihnen zur Frau nehmen und wird mein Erbe. Wer es nach drei Nächten nicht schafft, muss das Leben lassen.“
Viele Prinzen waren gekommen, aber keiner hatte das Geheimnis herausgefunden. Denn jede Nacht gaben die Prinzessinnen ihren Gästen Wein mit einem Schlaftrank – und sobald sie schliefen, schlichen die Mädchen davon.
Eines Tages kam ein armer Soldat aus dem Krieg. Er hatte nichts mehr, aber war mutig und freundlich. Er hörte vom Rätsel des Königs und wollte es versuchen.
Auf dem Weg zum Schloss traf er eine alte Frau, die ihm sagte: „Trink den Wein der Prinzessinnen nicht! Und nimm diesen unsichtbar machenden Mantel – er wird dir helfen.“
Der Soldat bedankte sich und ging zum König. Am Abend bekam auch er ein Glas Wein, Er tat jedoch nur so, als ob er tränke, und legte sich hin, als ob er schliefe. Als die Prinzessinnen glaubten, er schlafe fest, zog er heimlich den Zaubermantel an und wartete ab.
Da klopfte die älteste Prinzessin gegen ihr Bett, und plötzlich öffnete sich eine geheime Treppe im Boden. Eine nach der anderen stiegen die zwölf Schwestern hinunter. Der unsichtbare Soldat wartete einen Augenblick und schlich dann vorsichtig hinter ihnen her.
Unten kamen sie in einen wunderbaren silbernen Wald, dessen Blätter glitzerten wie Sterne. Dann in einen goldenen Wald, und schließlich in einen diamantenen Wald –alles funkelte und leuchtete. Hinter den Wäldern lag ein großer See. Dort warteten zwölf goldene Boote, und in jedem Boot saß ein Prinz. Die Prinzessinnen stiegen ein, und der Soldat setzte sich heimlich zu der jüngsten Schwester.
Sie fuhren über den See und kamen zu einem Schloss, in dem Musik spielte und Fackeln brannten. Dort tanzten die Prinzessinnen die ganze Nacht, bis ihre Schuhe ganz kaputt waren.
Am nächsten Morgen kehrten sie heim, und der Soldat ging ihnen nach. Er hatte heimlich einen goldenen Becher vom Schloss mitgenommen.
So geschah es drei Nächte lang. Am dritten Tag zeigte der Soldat dem König den Becher und erzählte alles, was er gesehen hatte. Die Prinzessinnen konnten nichts leugnen – das Rätsel war gelöst!
Der König fragte den Soldaten, welche seiner Töchter er heiraten wolle. Er wählte die älteste, weil sie am vernünftigsten war.
Damit war das Geheimnis der zertanzten Schuhe gelüftet.
Erstelle eine Bildergeschichte zum Märchen „Die zertanzten Schuhe“! Zeichne 4 bis 6 wichtige Szenen aus dem Märchen! Schreibe zu jeder Szene 1 – 2 Sät ze, in denen du erklärst, was in dieser Szene passiert! Achte darauf, dass deine Bilder die Geschichte in der richtigen Reihenfolge zeigen! Male Sprechblasen oder Gedankenblasen in deine Bilder! Gib deiner Bildergeschichte einen eigenen Titel!
Beantworte die folgenden Fragen in deinem Heft! Warum hast du genau diese Szenen ausgewählt? Welche Szene findest du am wichtigsten? Begründe deine Antwort! Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Die zertanzten Schuhe
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Logical – Lies die Hinweise genau und ordne jeder Prinzessin genau ein Paar Schuhe zu! Trage dein Ergebnis in die Tabelle auf der nächsten Seite ein!
HINWEISE:
Anna steht oben links auf Platz 1 und trägt schwarze Stiefel.
Bella steht direkt rechts von Anna auf Platz 2 und trägt rote Seidenschuhe.
Clara steht direkt rechts von Bella auf Platz 3 und trägt blaue Samtschuhe.
Dora steht direkt rechts von Clara auf Platz 4 und trägt goldene Pumps.
Jana steht direkt rechts von Dora auf Platz 5 und trägt weiße Spitzenschuhe.
Kira steht direkt rechts von Jana auf Platz 6 und trägt pinke Lackschuhe.
Ella steht unten links auf Platz 7 und trägt grüne Lederschuhe.
Fiona steht direkt rechts von Ella auf Platz 8 und trägt silberne Sandalen.
Greta steht direkt rechts von Fiona auf Platz 9 und trägt violette Ballerinas.
Hanna steht direkt rechts von Greta auf Platz 10 und trägt türkise Sneaker.
Ida steht direkt rechts von Hanna auf Platz 11 und trägt braune Stiefeletten.
Lena steht unten rechts auf Platz 12 und trägt gelbe Holzschuhe.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Prinzessin Schuhe
Anna Bella Clara
Dora
Ella
Fiona Greta
Hanna
Ida
Jana
Kira
Lena
4
5
Welche Hinweise haben dir besonders geholfen? Wähle drei Hinweise aus und erkläre kurz, warum sie wichtig waren!
Logical verändern – Ersetze zwei Schuharten durch neue (z. B. Tanzschuhe, Stiefel mit Absätzen)! Formuliere mindestens drei neue Hinweise, sodass das Logical weiterhin eindeutig lösbar ist!
Der Froschkönig
Brunnen, der: tiefes Loch im Boden, aus dem man Wasser holt
Quatsch, der: Unsinn, etwas Unlogisches
sich ekeln / Ekel haben: etwas so unangenehm oder widerlich finden, dass man sich davor abwendet oder es nicht anfassen möchte.
Der Froschkönig
Es war einmal eine junge Prinzessin, die wohnte mit ihrem Vater, dem König, in einem großen Schloss. Hinter dem Schloss war ein tiefer Brunnen im Wald. Dort spielte die Prinzessin oft mit ihrer goldenen Kugel, ihrem Lieblingsspielzeug.
Eines Tages fiel die Kugel in den Brunnen. Sie rollte hinein und verschwand im Wasser. Die Prinzessin begann zu weinen, weil sie die Kugel so sehr liebte.
Da kam plötzlich ein Frosch aus dem Wasser und sagte: „Warum weinst du, Prinzessin?“ Sie antwortete: „Meine goldene Kugel ist in den Brunnen gefallen!“
Der Frosch sprach: „Ich kann sie dir heraufholen, aber du musst mir etwas versprechen: Ich will dein Freund sein, bei dir essen, aus deinem Becher trinken und in deinem Bett schlafen.“
Die Prinzessin dachte: „Was für ein Quatsch! Ein Frosch kann doch kein Freund sein!“ Aber sie sagte: „Ja, ja, ich verspreche es, hol mir nur meine Kugel!“
Der Frosch tauchte ins Wasser und kam mit der Kugel zurück. Kaum hatte die Prinzessin sie wieder, lief sie fort und ließ den Frosch zurück.
Am nächsten Tag, beim Abendessen, klopfte es an die Tür. „Quak, Quak, Prinzessin, mach mir auf! Du hast mir versprochen, dein Freund zu sein.“
Die Prinzessin erschrak und erzählte dem König alles, was sie dem Frosch versprochen hatte. Der König sagte streng: „Was du versprochen hast, musst du auch halten!“
Also ließ sie den Frosch herein. Er sprang auf den Tisch, aß von ihrem Teller und trank aus ihrem Becher. Dann sagte er: „Ich bin müde, trag mich in dein Bett, damit ich schlafen kann.“
Da ekelte sich die Prinzessin sehr vor dem kalten, feuchten Frosch. Widerwillig nahm sie ihn mit nach oben. Als der Frosch aber in ihrem Bett schlafen wollte, wurde sie zornig.
Vor Wut und Ekel warf sie den Frosch gegen die Wand.
Doch in diesem Moment geschah etwas Wundersames: Der Frosch verwandelte sich in einen jungen Prinzen!
Er erzählte, dass ihn eine böse Hexe verzaubert hatte. Der Zauber konnte nur gebrochen werden, wenn eine Königstochter ihn trotz seiner Gestalt annahm und bei sich leben ließ.
Die Prinzessin erschrak nun über ihr Verhalten und bat den Prinzen um Verzeihung.
Am nächsten Tag brachte der Prinz sie in sein Reich, und sie heirateten.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Wer sagt das? – Lies die folgenden Sätze aufmerksam durch! Manche Sätze stammen genau aus dem Märchen, andere wurden leicht verändert. Ordne jeden Satz der passenden Figur zu!
Prinzessin – Frosch – König
„Was du versprochen hast, musst du auch halten.“
„Ich kann dir deine goldene Kugel aus dem Brunnen holen.“
„Was für ein Quatsch! Ein Frosch kann doch kein Freund sein!“
„Warum weinst du so?“
„Lass mich herein, du hast mir etwas versprochen.“
„Trink aus meinem Becher und iss von meinem Teller.“
„Ich will dein Freund sein.“
„Ich bin müde und möchte in deinem Bett schlafen.“
Erfinde eine kurze neue Szene, die gut zum Märchen passen würde! Schreibe 4–5 Sätze!
Der Froschkönig
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Gerecht oder ungerecht? – Im Märchen „Der Froschkönig“ zwingt der König die Prinzessin, ihr Versprechen gegenüber dem Frosch zu halten. Entscheide, ob du das Verhalten des Königs gerecht oder ungerecht findest! Begründe deine Meinung in 2–3 Sätzen!
Versetze dich in eine der beiden Rollen (König oder Prinzessin)! Beschreibe, was du an ihrer Stelle getan hättest, und begründe deine Entscheidung! Schreibe dazu 7–8 ganze Sätze! TIPP: Du kannst Wörter wie „weil“, „deshalb“, „meiner Meinung nach“ oder „ich finde“ verwenden.
Besprecht gemeinsam: Warum wirkt das Verhalten der Prinzessin heute problematisch?
Vergleicht: Wie würden Menschen heute einen Streit lösen?
Nimm Stellung in deinem Heft: Muss man jedes Versprechen halten?
Rumpelstilzchen
Vor vielen Jahren lebte ein armer Müller mit seiner Tochter in einem kleinen Haus. Die Müllerstochter war schön und freundlich, doch der Müller wollte beim König wichtiger erscheinen, als er wirklich war. Eines Tages prahlte er deshalb:
„Meine Tochter kann Stroh zu Gold spinnen!“
Als der König das hörte, wurde er neugierig. Vor allem aber dachte er an den vielen Reichtum, den er dadurch bekommen könnte. Sofort ließ er die Müllerstochter ins Schloss bringen.
Dort führte er sie in eine große Kammer, die bis oben hin mit Stroh gefüllt war. In der Mitte standen ein Spinnrad und eine Spule.
„Wenn du bis morgen früh dieses ganze Stroh zu Gold spinnst“, sagte der König streng, „bleibst du am Leben. Wenn nicht, musst du sterben.“
Dann verließ er die Kammer und schloss die Tür hinter sich ab.
Verzweifelt setzte sich die Müllerstochter auf einen Schemel und begann zu weinen. Sie wusste nicht, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte.
Plötzlich öffnete sich die Tür, und ein kleines, seltsames Männchen trat herein.
„Warum weinst du so sehr?“, fragte es.
Die Müllerstochter antwortete: „Ich soll Stroh zu Gold spinnen, aber ich kann das nicht.“
Da grinste das Männchen und sprach: „Was gibst du mir, wenn ich es für dich tue?“
Die Müllerstochter zog ihre goldene Halskette ab und gab sie ihm. Sofort setzte sich das Männchen an das Spinnrad. Die ganze Nacht arbeitete es fleißig. Das Rad surrte, die Spule drehte sich, und nach und nach wurde aus dem Stroh glänzendes Gold.
Als der König am nächsten Morgen die Kammer betrat, staunte er sehr. Überall lag Gold. Doch statt zufrieden zu sein, wurde er noch gieriger.
Noch am selben Tag brachte er die Müllerstochter in eine zweite Kammer. Diese war größer als die erste und ebenfalls voller Stroh.
„Auch dieses Stroh musst du bis morgen früh zu Gold spinnen“, befahl der König. Wieder blieb die Müllerstochter verzweifelt zurück. Kurz darauf erschien erneut das kleine Männchen.
„Was gibst du mir diesmal?“, fragte es.
Da schenkte sie ihm ihren Ring. Sofort begann das Männchen wieder zu spinnen. Bis zum Morgen hatte es das gesamte Stroh in Gold verwandelt.
Als der König die zweite Kammer sah, glänzten seine Augen vor Freude. Doch seine Habgier war noch immer nicht gestillt.
Am dritten Tag führte er die Müllerstochter in die größte Kammer des Schlosses. Berge von Stroh lagen darin.
„Wenn du auch dieses Stroh zu Gold spinnst“, sagte der König, „dann sollst du meine Königin werden.“
prahlen: sich wichtig machen
Stroh, das: trockene Halme von Getreide
spinnen (Stroh spinnen): Fäden herstellen
Kammer, die: kleiner Raum
Spinnrad, das: Gerät zum Spinnen von Fäden
Schemel, der: ein kleiner Hocker oder Sitz ohne Lehne
surren: ein gleichmäßiges summendes oder brummendes Geräusch machen, zum Beispiel wie ein Spinnrad oder eine Biene.
gierig: immer mehr haben wollen
Habgier, die: der starke Wunsch, immer mehr Geld, Gold oder Besitz haben zu wollen.
Rumpelstilzchen
Kaum war die Tür geschlossen, begann die Müllerstochter wieder zu weinen. Sie besaß nun nichts mehr, das sie dem kleinen Männchen geben konnte. Dennoch erschien es erneut.
„Was gibst du mir diesmal?“, fragte es.
„Ich habe nichts mehr“, antwortete die Müllerstochter traurig.
Da sprach das Männchen: „Dann versprich mir dein erstes Kind, wenn du Königin wirst.“
Die Müllerstochter erschrak. Doch weil sie große Angst hatte und keinen anderen Ausweg sah, versprach sie es schließlich.
In dieser Nacht spann das Männchen wieder das ganze Stroh zu Gold.
Als der König am nächsten Morgen die Kammer betrat, war er begeistert. Nun hielt er sein Versprechen und heiratete die schöne Müllerstochter.
Nach einiger Zeit wurde die junge Königin Mutter eines Kindes. Sie hatte die Begegnung mit dem seltsamen Männchen längst vergessen.
Doch eines Tages stand es plötzlich wieder vor ihr.
„Nun gib mir, was du mir versprochen hast!“, rief es.
Die Königin erschrak sehr und begann zu weinen.
flehen: jemanden dringend um Hilfe oder um etwas bitten
„Bitte“, flehte sie, „nimm Gold, Schmuck oder alles, was ich besitze – nur nicht mein Kind!“
Doch das Männchen schüttelte den Kopf.
Schließlich sagte es:
„Ich gebe dir noch eine letzte Chance. Wenn du in drei Tagen meinen Namen errätst, darfst du dein Kind behalten.“
Sofort schickte die Königin Boten in alle Länder. Sie sollten möglichst viele Namen sammeln.
Am ersten Tag fragte sie: „Heißt du vielleicht Kaspar? Oder Melchior? Oder Balduin?“
Doch das Männchen lachte nur. „So heiße ich nicht!“
Auch am zweiten Tag konnte die Königin seinen Namen nicht erraten.
Am dritten Tag kehrte endlich ein Bote zurück und berichtete:
„Tief im Wald habe ich ein kleines Männchen gesehen. Es sprang um ein Feuer herum und sang:
‚Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!’“
Am Abend erschien das Männchen wieder im Schloss.
Die Königin fragte zuerst: „Heißt du vielleicht Kunz?“
„Nein.“
„Oder Heinrich?“
„Nein!“
Da lächelte die Königin und sagte ruhig: „Dann heißt du wohl Rumpelstilzchen.“
Als das Männchen seinen Namen hörte, wurde es vor Wut ganz rot im Gesicht.
„Das hat dir der Teufel gesagt!“, schrie es.
Vor Zorn stampfte es so fest auf den Boden, dass es tief in die Erde einsank. Danach wurde es nie wieder gesehen.
Die Königin durfte ihr Kind behalten und lebte weiter mit ihrer Familie im Schloss.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
In diesem Suchrätsel haben sich 18 wichtige Begriffe aus dem Text versteckt. Suche diese und markiere sie mit Leuchtstift! TIPP: Suche waagrecht, senkrecht und diagonal!
Bilde mit vier Wörtern aus dem Suchrätsel je einen Satz, der zum Märchen passt!
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Schreibe einen Zeitungsartikel:
Geheimnis im Schloss gelüftet –Rumpelstilzchen verschwindet spurlos!
Schneewittchen
Mitten im Winter saß eine Königin an einem Fenster aus schwarzem Ebenholz und nähte. Draußen fielen die Schneeflocken vom Himmel. Plötzlich stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und drei Tropfen Blut fielen in den weißen Schnee.
Da sprach die Königin:
„Ach, hätte ich doch ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz.“
Bald darauf bekam sie eine Tochter und nannte sie Schneewittchen. Doch kurz nachdem sie Schneewittchen zur Welt gebracht hatte, starb die Königin.
Nach einiger Zeit heiratete der König erneut. Die neue Königin war sehr schön, aber stolz und eitel. Sie besaß einen Zauberspiegel und fragte ihn jeden Tag:
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“
Dann antwortete der Spiegel:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, doch Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“
Als die Königin das hörte, wurde sie neidisch und voller Zorn. Deshalb befahl sie einem Jäger:
„Bring Schneewittchen in den Wald und töte sie!“
Der Jäger führte das Mädchen zwar hinaus in den Wald, doch er brachte es nicht übers Herz, ihr etwas anzutun. Stattdessen sagte er:
„Lauf fort und komm nie wieder zurück!“
Ängstlich lief Schneewittchen tief in den Wald hinein. Erst am Abend entdeckte sie ein kleines Häuschen. Drinnen war alles ordentlich und winzig klein: sieben Teller, sieben Becher, sieben Stühle und sieben Betten.
Weil sie sehr müde war, legte sie sich in eines der Betten und schlief ein.
Als es dunkel wurde, kamen die Bewohner des Hauses zurück. Es waren sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz und Edelsteinen suchten.
Erstaunt betrachteten sie das schlafende Mädchen.
Ebenholz, das: sehr dunkles, fast schwarzes Holz
eitel: jemand legt sehr viel Wert auf sein Aussehen, seine Wirkung oder darauf, bewundert zu werden
Zauberspiegel, der: magischer Spiegel, der sprechen kann
Spieglein, das: alte, verkleinernde Form von „Spiegel“
Erz, das: ein Gestein aus der Erde, in dem wertvolle Metalle enthalten sind.
Edelsteine, die: besondere Steine, die selten, schön und oft sehr wertvoll sind.
Am nächsten Morgen erzählte Schneewittchen den Zwergen ihre Geschichte. Die Zwerge hatten Mitleid mit ihr und sagten:
Mitleid, das: ist ein Gefühl, bei dem man traurig oder betroffen ist, weil es jemand anderem schlecht geht. Oft möchte man dann helfen oder trösten.
harmlos: etwas, das nicht gefährlich ist und niemandem weh tut oder schadet.
„Wenn du unser Haus ordentlich hältst, kochst und uns hilfst, darfst du bei uns wohnen.“
Schneewittchen freute sich und blieb bei ihnen.
Doch der Zauberspiegel verriet der Königin bald, dass Schneewittchen noch lebte.
Da verkleidete sich die Königin und ging selbst zu dem Häuschen der Zwerge. Beim ersten Mal schnürte sie Schneewittchen mit einem engen Band fast die Luft ab. Beim zweiten Mal vergiftete sie einen Kamm. Doch beide Male konnten die Zwerge Schneewittchen retten.
Schließlich bereitete die Königin einen giftigen Apfel vor. Eine Hälfte war harmlos, die andere vergiftet.
Als sie Schneewittchen den Apfel anbot, biss das Mädchen in die giftige Seite und fiel sofort wie tot zu Boden.
Als die Zwerge am Abend heimkehrten, konnten sie Schneewittchen nicht mehr wecken. Traurig legten sie sie in einen gläsernen Sarg, weil sie noch immer aussah,
Viele Tage wachten die Zwerge bei ihr.
Eines Tages kam ein Prinz vorbei. Als er Schneewittchen im gläsernen Sarg sah, bat er die Zwerge, ihm den Sarg mitgeben zu dürfen.
Während die Diener den Sarg trugen, stolperte einer von ihnen. Dadurch löste sich das Stück vergifteter Apfel aus Schneewittchens Hals.
Da öffnete Schneewittchen plötzlich die Augen und begann wieder zu atmen.
Der Prinz freute sich sehr und nahm Schneewittchen mit auf sein Schloss. Bald darauf wurde Hochzeit gefeiert.
Auch die böse Königin hörte von dem Fest. Wieder fragte sie ihren Spiegel:
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“
Der Spiegel antwortete:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, doch die junge Königin ist tausendmal schöner als Ihr.“
Da erschrak die Königin so sehr, dass sie voller Angst floh und nie wieder gesehen wurde.
Schneewittchen und der Prinz lebten glücklich zusammen.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1
Märchen-Detektive – Lies die folgenden Sätze genau! In jedem Satz steckt ein Fehler! Finde ihn und schreibe den Satz im Anschluss richtig auf! TIPP: Denke daran, wie es im Märchen wirklich passiert ist!
Der König brachte Schneewittchen selbst in den Wald.
Der Jäger tötete Schneewittchen, wie es die Königin befohlen hatte.
Schneewittchen fand im Wald ein großes Schloss.
In dem Häuschen lebten sechs Zwerge.
Schneewittchen biss in eine Birne.
Die Königin verkleidete sich nur einmal.
Schneewittchen erwachte, weil der Prinz sie küsste.
Die Zwerge legten Schneewittchen in ein Holzbett.
Schneewittchen lebte mit sieben Riesen im Wald.
Der Zauberspiegel sagte der Königin immer, dass sie die Schönste sei.
für schlaue Köpfe!
Märchenmerkmale erkennen – Lies den Text „Schneewittchen“ noch einmal aufmerksam durch! Märchen haben typische Merkmale, die in vielen Geschichten vorkommen. Finde im Text passende Beispiele und trage sie ein!
Eine magische Zahl: _______________________________
Eine böse Figur: __________________________________
Ein Wunder oder Zauber: _____________________________________________
Ein glückliches Ende: ________________________________________________
Schneewittchens WhatsApp-Chat – Stell dir vor, die Figuren aus dem Märchen „Schneewittchen“ könnten sich über WhatsApp Nachrichten schreiben! Lies die vorgegebenen Chatnachrichten! Ergänze eigene Chatnachrichten, die gut zur Geschichte passen! TIPP: Achte darauf, dass die Nachrichten zum Inhalt des Märchens und zu den Figuren passen.
Schneewitchen: „Ich habe Angst im Wald…“
Zwerg: „Bleib bei uns! Wir passen auf dich auf.“
Königin: „Willst du einen Apfel?“
Die anderen Gruppen schauen genau zu. Erratet, welche Szene dargestellt wird! Beschreibt außerdem, welche Gefühle die Figuren zeigen! Nun geht‘s los – Aufgaben
Standbild-Theater – Stellt in Gruppen 3 Szenen ohne Worte dar!
a) Schneewittchen und der Spiegel
b) Schneewittchen bei den Zwergen
c) Der vergiftete Apfel
Dornröschen
Es lebten einmal ein König und eine Königin, die sich schon lange ein Kind wünschten. Endlich bekamen sie eine Tochter. Zur Taufe luden sie zwölf Feen ein, damit sie dem Kind gute Wünsche schenken sollten.
Doch es gab dreizehn Feen im Land, und für die dreizehnte war kein goldener Teller da. Sie war nicht eingeladen worden – und das hatte ihr gar nicht gefallen.
Als die Feen dem Kind ihre Gaben gaben – Schönheit, Freundlichkeit, Musik und Glück – kam plötzlich die dreizehnte Fee herein. Sie war wütend und rief:
„Wenn das Mädchen fünfzehn Jahre alt ist, soll es sich an einer Spindel stechen und sterben!“
Dann verschwand sie. Alle waren entsetzt!
Doch die zwölfte Fee hatte ihren Wunsch noch nicht ausgesprochen. Sie konnte den Fluch nicht aufheben, aber sie konnte ihn mildern. Sie sagte:
Taufe, die: ist ein besonderes Fest. Dabei wird ein Baby oder Kind in eine christliche Gemeinschaft aufgenommen.
„Eure Tochter wird nicht sterben, sondern hundert Jahre schlafen, bis ein Prinz sie weckt.“
Darauf ließ der König alle Spindeln im Land verbrennen.
Viele Jahre vergingen. Als die Königstochter fünfzehn Jahre alt war, ging sie allein durch das Schloss. In einem Turm fand sie eine alte Frau, die spann. Neugierig griff sie nach der Spindel und stach sich in den Finger.
Sofort fiel sie in einen tiefen Schlaf, und mit ihr das ganze Schloss – der König, die Königin, die Diener, die Pferde, selbst die Fliegen an der Wand.
Rings um das Schloss wuchs eine dichte Dornenhecke, die jedes Jahr höher wurde.
Viele Prinzen versuchten, hindurchzukommen, aber sie verirrten sich oder blieben stecken.
Nach hundert Jahren kam ein junger Prinz vorbei. Er hörte von dem schlafenden Schloss und wollte es wagen. Als er zur Hecke kam, öffnete sie sich wie von Zauberhand.
Er ging hinein und fand Dornröschen – so schön wie im Traum. Er beugte sich über sie und gab ihr einen Kuss. Da erwachte sie – und mit ihr das ganze Schloss! Die Pferde wieherten, die Köche kochten weiter, die Musik spielte. Dornröschen öffnete die Augen, lächelte – und sah den Prinzen.
Da erwachte die Königstochter, und mit ihr das ganze Schloss. Bald darauf wurde eine große Hochzeit gefeiert, und sie lebten glücklich bis an ihr Ende.
Gaben, die: besondere Geschenke oder Fähigkeiten
Spindel, die: Gerät zum Spinnen von Fäden
Fluch, der: böser Zauber
mildern: weniger schlimm machen
Dornenhecke, die: Hecke mit spitzen Dornen
verirren: den Weg nicht mehr finden
Zauberhand, die: durch Magie, ohne Erklärung
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Satzdetektive – Lies das Märchen genau! Markiere alle Sätze, in denen etwas Magisches oder Übernatürliches passiert! Wie viele findest du? Welche sind es?
Leseauftrag mit Rätselcharakter – Lies den Text genau. Kreuze bei jeder Frage die richtige Antwort an! Schreibe den Buchstaben der richtigen Antwort unten auf! Nur wenn du genau gelesen hast, entsteht das Lösungswort!
Frage
Antwortmöglichkeiten
Wie viele Feen gab es im Land? zwölf A dreizehn K hundert M Wie lange sollte die Königstochter schlafen? fünfzehn Jahre E zwölf Jahre R hundert Jahre U Wie alt war die Königstochter, als sie sich stach? fünfzehn Jahre S dreizehn Jahre T hundert Jahre L Wodurch erwacht die Königstochter am Ende? durch Musik N durch einen Kuss S durch die Dornenhecke P
LÖSUNGSWORT:
Märchen-Fakten-Suche – Beantworte in Stichworten!
Wer spricht einen Fluch aus?
Was macht der König mit den Spindeln im Land?
Wer erlöst die Königstochter nach hundert Jahren?
Hörspiel gestalten: Unser „Dornröschen-Radio-Märchen“ – Bildet Dreiergruppen!
Jede Gruppe übernimmt eine wichtige Rolle!
Lese-Gruppe
• Diese Gruppe liest den Märchentext deutlich und langsam vor.
• Achtet auf passende Betonung, Gefühle und Pausen.
Geräusche-Gruppe
• Diese Gruppe gestaltet passende Geräusche zum Märchen.
• Beispiele: Wind, Schritte, schnarchendes Schlafen, Vogelstimmen oder das Knacken der Dornenhecke.
• Ihr dürft dafür eure Stimmen oder einfache Gegenstände verwenden.
Technik- und Musikgruppe
• Diese Gruppe nimmt das Hörspiel auf.
• Sie sorgt dafür, dass man alle Stimmen gut hören kann.
• Außerdem wählt sie leise Hintergrundmusik für spannende oder ruhige Stellen aus.
für schlaue Köpfe!
Traumszene aus Dornröschens Schlaf – Stell dir vor, Dornröschen träumt 100 Jahre lang! Was sieht sie in ihrem Traum? Wen trifft sie? Schreibe ihre Traumgeschichte!
Wortfeld-Wettlauf „Schlaf“ – Sammelt in Partnerarbeit in zwei Minuten alle Wörter, die mit Schlaf zu tun haben (z. B. Traum, Ruhe, Müdigkeit, Zeit, Bett …)! Welche Gruppe hat die meisten Wörter gesammelt?
Rapunzeln, die: Eine Pflanze / ein Salat (Feldsalat).
es wagen: Mut haben, etwas zu tun.
Rapunzel
Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die sich schon lange ein Kind wünschten. Ihr Haus stand neben einem hohen Garten mit vielen schönen Pflanzen. Dieser Garten gehörte einer bösen Zauberin, die niemanden hineinließ.
Eines Tages sah die Frau aus dem Fenster und entdeckte dort frische Rapunzeln. Sie bekam solche Sehnsucht danach, dass sie krank wurde. Da sprach ihr Mann: „Ich hole dir welche, sonst stirbst du mir vor Hunger.“
Zöpfe, die: geflochtene Haarsträhnen.
In der Nacht kletterte er über die Mauer und pflückte ein paar Rapunzeln. Die Frau aß sie auf – und wollte gleich wieder welche. Als der Mann erneut in den Garten ging, stand plötzlich die Zauberin vor ihm!
Sie rief: „Wie kannst du es wagen, aus meinem Garten zu stehlen?“
Der Mann bat um Verzeihung.
Da sagte die Zauberin: „Ich lasse dich leben, wenn du mir euer Kind gibst, sobald es geboren ist!“
Aus Angst stimmte der Mann zu.
Als das Kind geboren wurde, holte die Zauberin es zu sich und nannte es Rapunzel. Das Mädchen wuchs heran und wurde wunderschön. Besonders auffällig waren ihre langen, goldenen Haare. Weil die Zauberin Rapunzel vor der Welt verstecken wollte, sperrte sie das Mädchen im Alter von zwölf Jahren in einen hohen Turm ohne Tür und ohne Treppe. Ganz oben befand sich nur ein kleines Fenster.
Wenn die Zauberin zu ihr wollte, rief sie: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“
Dann ließ Rapunzel ihre langen Zöpfe hinab, und die Zauberin kletterte hinauf.
Eines Tages hörte ein Prinz Rapunzel im Turm singen. Ihre Stimme gefiel ihm so gut, dass er immer wieder zurückkehrte. Schließlich beobachtete er die Zauberin und merkte sich ihre Worte.
Am nächsten Tag rief auch er: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“
Rapunzel ließ ihre Haare hinab. Als statt der Zauberin plötzlich ein fremder Prinz vor ihr stand, erschrak sie sehr. Doch der Prinz sprach freundlich mit ihr, und bald besuchte er sie immer wieder. Mit der Zeit verliebten sich die beiden.
Doch eines Tages merkte die Zauberin, was geschehen war. Sie schnitt Rapunzel die Zöpfe ab und brachte sie weit weg in eine Wüste. Als der Prinz kam, ließ die Zauberin die Zöpfe hinunter, doch oben wartete sie auf ihn! Sie schrie so laut, dass der Prinz vor Schreck aus dem Turm fiel -er überlebte – aber wurde blind.
Lange irrte er durch Wälder und Dörfer. Eines Tages hörte er eine vertraute Stimme – Rapunzel! Als sie sich umarmten, fielen ihre Tränen auf seine Augen, und er konnte wieder sehen.
Der Prinz nahm Rapunzel mit in sein Königreich. Dort lebten sie glücklich mit ihren zwei Kindern – und die Zauberin wurde nie wieder gesehen.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1 2 3
„Wer? Wo? Was?“ – Figurenfinder Ergänze zu jeder Figur zwei Stichworte!
Rapunzel: Wo lebt sie? Wen trifft sie im Turm?
Zauberin: Warum sperrt sie Rapunzel ein?
Prinz: Wie zeigt er seinen Mut?
Lesetipp mit Farben – Lies den Text und unterstreiche: alle magischen Dinge blau alle Gefühle rot alle Ort-Angaben grün
Die geheime Tagebuchseite – Verfasse aus Rapunzels Sicht eine Tagebuchseite!
„Heute habe ich zum ersten Mal jemanden anderen als die Zauberin gesehen...“
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Freiheit & Vertrauen – Denkaufgabe zu „Rapunzel“. Rapunzel lebt viele Jahre allein in einem Turm. Erst durch den Prinzen lernt sie einen anderen Menschen kennen. Erkläre in 1–2 Sätzen, warum die Begegnung mit dem Prinzen Rapunzels Leben verändert!
Überlege und begründe: Warum sind Freiheit und Kontakt zu anderen Menschen für Kinder und Erwachsene wichtig? Schreibe 2–3 Sätze!
Wem vertraust du im Alltag besonders? Erkläre auch warum!
Rapunzel heute – modernes Märchen Stelle dir vor: Rapunzel wohnt heute in einem Hochhaus und der Prinz ist ein YouTuber. Schreibe eine moderne Märchenszene und beschreibe, wie sich die beiden kennenlernen! Nutze passende Ideen aus der heutigen Zeit, zum Beispiel Handy, Social Media oder Videos!
Hänsel und Gretel
Es war einmal ein armer Holzfäller, der lebte mit seiner zweiten Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel, in einem kleinen Haus am Waldrand. Eines Tages gab es kaum noch etwas zu essen. Da sagte die Stiefmutter: „Wir müssen die Kinder in den Wald bringen, sonst verhungern wir alle!“ Der Vater war traurig, doch schließlich stimmte er zu.
Hänsel hatte alles gehört. In der Nacht sammelte er kleine weiße Steine und steckte sie heimlich in seine Tasche. Am nächsten Morgen führte die Stiefmutter die Kinder tief in den Wald. Unterwegs ließ Hänsel die Steine auf den Boden fallen.
Als es dunkel wurde, leuchteten die Steine im Mondschein. Hänsel und Gretel fanden dadurch den Weg zurück nach Hause.
Doch die Stiefmutter wurde zornig. Am nächsten Tag brachte sie die Kinder noch tiefer in den Wald.
Diesmal hatte Hänsel keine Steine mehr und streute Brotkrumen aus. Aber die Vögel pickten sie auf, und die Kinder konnten den Weg nicht mehr finden. Hungrig und müde liefen Hänsel und Gretel durch den Wald. Da entdeckten sie ein Häuschen aus Lebkuchen, Kuchen und Zucker. Sie begannen davon zu essen.
Plötzlich rief eine Stimme aus dem Haus: „Knusper, knusper, knäuschen,wer knuspert an meinem Häuschen?“
Brotkrumen, die: Kleine Stücke von Brot.
aufpicken: Vögel nehmen kleine Stücke Futter mit dem Schnabel auf und fressen sie.
Die Kinder antworteten: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ Da öffnete sich die Tür, und eine alte Frau trat heraus. Sie sprach freundlich und lockte die Kinder ins Haus. Doch in Wahrheit war sie eine böse Hexe, die Kinder fangen wollte.
Am nächsten Morgen sperrte sie Hänsel in einen Käfig.
„Ich werde dich mästen, bis du fett bist!“, sagte sie.
Gretel musste im Haus arbeiten und Holz holen.
Jeden Tag verlangte die Hexe: „Zeig mir deinen Finger, Hänsel!“
Doch Hänsel streckte ihr ein dünnes Stöckchen hin, weil die Hexe schlecht sehen konnte. So glaubte sie, er sei noch immer zu mager.
Schließlich wurde die Hexe ungeduldig. Sie befahl Gretel, den Ofen anzuheizen.
„Steck den Kopf hinein und sieh nach, ob das Feuer heiß genug ist!“, sagte sie.
Aber Gretel durchschaute den Trick.
„Ich weiß nicht, wie das geht“, antwortete sie.
Da beugte sich die Hexe selbst vor den Ofen. Schnell gab Gretel ihr einen Stoß und die Hexe fiel hinein.
Nun befreite Gretel ihren Bruder aus dem Käfig. Im Haus fanden die Kinder Kisten voller Gold und Edelsteine. Sie nahmen die Schätze mit und fanden den Weg zurück nach Hause.
Der Vater freute sich sehr, denn die Stiefmutter war inzwischen gestorben. Von nun an mussten Hänsel und Gretel nie mehr hungern, und sie lebten glücklich zusammen.
Lebkuchen, der: Süßes Gebäck mit Honig und Gewürzen.
mästen: Jemanden absichtlich dick machen, meist um ihn später zu essen.
Stöckchen, das: Ein kleines Stück Holz.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Wörter sammeln – Emotionen erkennen Lies den Märchentext noch einmal aufmerksam durch! Achte besonders auf Wörter, die Gefühle zeigen! Markiere im Text alle Wörter oder Textstellen, die ein Gefühl ausdrücken! Sammle diese Gefühlswörter und schreibe sie auf!
Ordne die Gefühle anschließend auf einer „Gefühlsleiter“ an!
• ganz unten: der traurigste oder schlimmste Moment
• ganz oben: der fröhlichste oder glücklichste Moment
Chatverlauf: Hänsel und Gretel heute – Wie würden sie heute kommunizieren? Lies die vorgegebenen Chatnachrichten! Ergänze den WhatsApp-Chat mit mindestens 6 weiteren Nachrichten! Achte darauf, dass die Nachrichten zur Geschichte passen!
Hänsel: „Ich glaube, wir haben uns im Wald verlaufen!“
Gretel: „Zum Glück habe ich noch genug Akku am Handy!“
und Gretel
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
3
Hexenhaus-Detektiv – Spurensets Im Märchen „Hänsel und Gretel“ hat die Hexe an verschiedenen Orten Spuren hinterlassen. Jedes Spurenset gehört zu einer bestimmten Szene aus dem Märchen. Lies jedes Spurenset genau durch! Ordne jedem Spurenset die passende Szene zu! Erkläre kurz, warum die Spuren zu dieser Szene passen!
Spurenset A
Lebkuchenstück
Zucker Kuchenbrösel
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Spurenset C
Kieselsteine
Fußspuren
Mondschein
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
4
Spurenset E
Goldstück
Edelstein
Hexenhaus
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Spurenset B
Kä g
dünnes Stöckchen
Brotstück
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Spurenset D
Brotkrumen
Vögel
Waldweg
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Erfinde dein eigenes Spurenset mit 3 Spuren und beschreibe, zu welcher Szene es gehört!
Fake-Profil erstellen: Die Hexe aus „Hänsel und Gretel“ Stelle dir vor, die Hexe aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ hätte ein Profil in den sozialen Medien! Erstelle ein Fake-Profil für die Hexe in deinem Heft! Dein Profil soll enthalten:
• einen Profilnamen
• eine kurze Biographie (2–3 Sätze über die Hexe)
• 3–4 „Fotos“ (du kannst sie zeichnen oder beschreiben)
• 2–3 Kommentare unter den Fotos
Überlege dir anschließend: Was würden Hänsel und Gretel unter die Fotos der Hexe schreiben? Schreibe je mindestens einen Kommentar von Hänsel und von Gretel! Achte darauf, dass die Kommentare zur Geschichte passen! Tipps: Die Hexe möchte auf ihrem Profil freundlich und nett wirken. Die Kommentare sollen zur Geschichte passen. Verwende keine Beleidigungen.
Hänsel
Die sieben Raben
zart: sehr fein, schwach oder empfindlich
Krug, der: Ein Gefäß, in dem man Wasser oder andere Flüssigkeiten trägt.
Flügelschlag, der: Die Bewegung der Flügel beim Fliegen.
Die sieben Raben
Ein Mann und eine Frau wünschten sich schon lange ein Kind. wünschten sich schon lange ein Kind. Endlich bekamen sie eine kleine Tochter. Sie war sehr zart und schwach, deshalb sorgten sich die Eltern sehr um sie. Eines Tages sollte das Mädchen getauft werden, damit es unter besonderem Schutz stand.
Der Vater schickte die sieben älteren Brüder zum Brunnen, um Wasser für die Taufe zu holen. Die Jungen wollten schnell sein, doch beim Schöpfen fiel ihnen der Krug in den Brunnen. Sie erschraken sehr und trauten sich nicht, ohne Wasser nach Hause zurückzukehren.
Der Vater wartete lange auf seine Söhne. Als sie nicht zurückkamen, wurde er ungeduldig und rief zornig:
„Ich wünschte, sie würden alle zu Raben werden!“
Kaum hatte er das gesagt, verwandelten sich die sieben Brüder in schwarze Raben und flogen mit lautem Flügelschlag davon.
bereuen: Bedauern, dass man etwas gesagt oder getan hat
Morg enstern, der: Ein heller Stern am Himmel (die Venus).
Die Eltern waren verzweifelt und bereuten die Worte des Vaters sehr, doch der Zauber ließ sich nicht rückgängig machen. Aus Angst und Traurigkeit beschlossen sie, ihrer Tochter lange nichts davon zu erzählen. Sie hofften, dass sie sie so vor Schmerz schützen könnten.
Als das Mädchen größer wurde, erfuhr sie zufällig die Wahrheit. Sie war sehr traurig, doch sie fasste einen mutigen Entschluss:
„Ich will meine Brüder suchen und erlösen, auch wenn der Weg weit und gefährlich ist.“
Sie verabschiedete sich leise von ihren Eltern und machte sich ganz allein auf den Weg.
Sie wanderte lange und kam zur Sonne, zum Mond und zu den Sternen, doch nur der Morgenstern hatte Mitleid mit ihr. Er schenkte ihr einen kleinen goldenen Schlüssel und sagte, sie solle ihn gut aufbewahren. Das Mädchen dankte ihm und setzte ihre Reise voller Hoffnung fort.
Schließlich fand sie das Glashaus der sieben Raben. Die Tür war verschlossen, und der Schlüssel passte nicht. Da steckte sie ihr kleines Fingerchen in das Schloss – und es öffnete sich. Drinnen sah sie sieben Tellerchen und sieben Becherchen, aus denen sie vorsichtig trank. In den letzten Becher legte sie ihren Ring als Zeichen ihrer Liebe.
Als die sieben Raben zurückkamen, entdeckten sie den Ring und erkannten ihn sofort. „Unsere Schwester war hier!“, riefen sie voller Freude.
In diesem Moment brach der Zauber. Die Raben verwandelten sich zurück in die sieben Brüder. Glücklich umarmten sie ihre Schwester und kehrten gemeinsam nach Hause zurück.
Dort wurden sie voller Freude empfangen, und die Familie lebte von da an glücklich zusammen.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1
Figuren-Puzzle – Die Satzanfänge und Satzenden sind durcheinandergeraten! Finde die passenden Paare und verbinde sie richtig!
Der Vater … … wurden durch einen Zauber in Raben verwandelt,
Die Mutter … … verwandelte die Raben am Ende wieder in Menschen.
Die sieben Brüder … … war die Familie wieder vereint.
Das Mädchen … … sprach im Ärger einen unbedachten Wunsch aus. Gott / der Zauber … … machte sich mutig auf den Weg, um ihre Brüder zu retten
2
Die Raben … … wollte ihr Kind beschützen und hatte große Angst. Am Ende … kehrten als Menschen nach Hause zurück.
Kleiner Gegenstand – große Bedeutung Im Märchen „Die sieben Raben“ spielt ein kleiner Gegenstand eine sehr wichtige Rolle: der Ring. Schreibe einen kurzen Text, in dem du erklärst:
• Warum der Ring für die Brüder wichtig ist.
• Woran die Brüder ihre Schwester erkennen.
• Wie der Ring dabei hilft, den Zauber zu brechen.
Die sieben Raben
Raben – Kryptogramm Die Raben möchten ihrer Schwester eine geheime Botschaft schicken. Doch die Nachricht ist verschlüsselt. Dafür haben sie sich den folgenden Lösungsschlüssel ausgedacht.
Entschlüssle die Nachricht und schreibe den Klartext auf!
Erfinde nun deinen eigenen Raben-Code. Schreibe eine kurze geheime Nachricht (z. B. 1–2 Sätze). Verschlüssle sie mit deinem Code! Tausche dein Kryptogramm mit einer Partnerin oder einem Partner und versucht gegenseitig, die Botschaften zu entschlüsseln! TIPPS: Du kannst Buchstaben durch Zahlen, Symbole oder Zeichen ersetzen. Wichtig ist, dass dein Code klar erklärt ist!
Glashaus-Rätsel – Lies die Rätsel aufmerksam durch! Überlege, welcher Ort, Gegenstand oder welche Figur aus dem Märchen gemeint ist! Schreibe die Lösung auf und erkläre sie in 1–2 Sätzen!
„Ich bin glatt, durchsichtig und zerbrechlich. In mir wohnen die sieben Raben.“
Lösung:
Erklärung:
„Ich bin klein und golden. Der Morgenstern schenkt mich dem Mädchen.“
Lösung:
Erklärung:
„Ich bin klein und gehöre dem Mädchen. Die Raben erkennen daran, dass ihre Schwester da war.“
Lösung:
Erklärung:
„Wir sind sieben Brüder, aber wir sehen eine Zeit lang wie schwarze Vögel aus.“
Lösung:
Erklärung:
„Zu mir gehen die Brüder, um Wasser für die Taufe zu holen.“
Lösung:
Erklärung:
Frau Holle
Es war einmal eine Frau, die hatte zwei Töchter. Die eine Tochter war fleißig, freundlich und hilfsbereit. Die andere Tochter war faul und unfreundlich.
Die Frau mochte ihre faule Tochter lieber. Das fleißige Mädchen musste dagegen sehr viel arbeiten. Jeden Tag musste es am Brunnen sitzen und Wolle spinnen, bis ihm die Finger weh taten.
Eines Tages war dem fleißigen Mädchen die Spule in den Brunnen gefallen. Es hatte große Angst, denn die Mutter würde sehr wütend sein. Darum sprang das Mädchen in den Brunnen, um die Spule wiederzuholen.
Plötzlich war es nicht mehr im Wasser, sondern in einer wunderbaren Welt. Es ging einen Weg entlang und kam zu einem Backofen. Darin lagen viele Brote. Sie riefen: „
Zieh uns heraus, wir sind schon lange fertig!“
Das Mädchen half sofort und holte die Brote heraus.
Dann kam es zu einem Apfelbaum. Die Äpfel riefen:
„Schüttel uns, wir sind reif!“
Das Mädchen schüttelte den Baum, und die Äpfel fielen herunter.
Schließlich kam das Mädchen zu einem Haus. Darin wohnte Frau Holle. Sie hatte große Zähne, doch sie war nicht böse. Frau Holle sagte:
„Bleib bei mir und hilf mir im Haus. Wenn du gut arbeitest, wird es dir gut gehen.“
Das Mädchen blieb bei Frau Holle. Es arbeitete fleißig und schüttelte jeden Tag die Betten kräftig. Wenn es das tat, fiel auf der Erde Schnee. So sorgte Frau Holle für den Winter.
Nach einiger Zeit bekam das Mädchen Heimweh. Es wollte wieder nach Hause. Frau Holle führte es zu einem großen Tor. Als das Mädchen hindurchging, fiel Gold auf es herab. Es war ganz mit Gold bedeckt, weil es so fleißig und freundlich gewesen war.
Zu Hause staunte die Mutter sehr. Als sie hörte, wie das Gold gekommen war, schickte sie ihre faule Tochter ebenfalls los.
Auch diese sprang in den Brunnen und kam in die wunderbare Welt. Doch sie half weder den Broten noch dem Apfelbaum. Bei Frau Holle war sie faul und machte ihre Arbeit schlecht.
Als die faule Tochter durch das Tor ging, fiel kein Gold auf sie. Stattdessen fiel Pech auf sie herab. Das Pech blieb für immer an ihr kleben.
Da wusste die Mutter: Fleiß und Freundlichkeit werden belohnt, Faulheit und Gemeinheit nicht.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Spule, die: Ein kleines Teil, auf das der Faden aufgewickelt wird
Heimweh, das: Traurig sein, weil man nach Hause möchte..
Pech, das: schwarze, klebrige Masse
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Lies den Text „Frau Holle“ noch einmal genau durch. Entscheide, ob die Aussagen richtig oder falsch sind! Kreuze an: R (= richtig) oder F (= falsch)!
A Das fleißige Mädchen wird von der Mutter bevorzugt.
B Die Spule fällt in den Brunnen.
C Frau Holle ist böse und gemein.
D Durch das Betten-Schütteln schneit es auf der Erde.
E Das fleißige Mädchen springt freiwillig in den Brunnen.
F Die Mutter ist gerecht zu beiden Töchtern.
G Das fleißige Mädchen hilft dem Backofen und dem Apfelbaum.
H Das fleißige Mädchen bekommt am Ende Pech.
I Die faule Tochter hilft Frau Holle im Haushalt.
J Das fleißige Mädchen arbeitet gut bei Frau Holle.
Verbessere alle falschen Aussagen, indem du sie richtig aufschreibst!
Warum ist das so? – Im Märchen „Frau Holle“ passieren viele Dinge aus einem bestimmten Grund. Beantworte die folgenden Fragen in ganzen, verständlichen Sätzen! Erkläre dabei warum etwas passiert!
Warum bekommt das fleißige Mädchen Gold?
Warum bekommt die faule Tochter Pech?
Warum ist Frau Holle eigentlich gerecht?
4
Meine Meinung zum Märchen – Beantworte schriftlich:
• Was gefällt dir an der Geschichte?
• Was gefällt dir nicht?
• Welche wichtige Botschaft steckt in dem Märchen?
• Was zeigt uns das Märchen über richtiges und falsches Verhalten?
• Welche Regel fürs Leben lernst du aus der Geschichte?
• Welchen Rat aus dem Märchen würdest du einer Freundin oder einem Freund geben?
Der gestiefelte Kater
Besitz. der: Alles, was jemand gehört (z. B. Tiere, Haus, Geld).
hinaus in die Welt gehen: Von zu Hause weggehen, um etwas zu erleben oder zu erreichen.
Rebhuhn: Wildvogel, der früher oft gejagt wurde
geehrt: Mit Respekt und Anerkennung behandelt werden.
Der gestiefelte Kater
Ein Müller hatte drei Söhne. Als er starb, teilte er seinen Besitz unter ihnen auf. Der älteste Sohn erbte die Mühle, der zweite den Esel und der jüngste bekam nur einen Kater.
Darüber war der jüngste Sohn sehr enttäuscht. Doch plötzlich sprach der Kater zu ihm:
„Sei nicht traurig! Besorge mir nur ein Paar Stiefel und einen Sack, dann will ich dir helfen.“
Verwundert tat der junge Mann, was der Kater verlangte. Bald zog der Kater mit seinen Stiefeln hinaus in die Welt.
Geschickt fing er Hasen und Rebhühner und brachte sie dem König. Jedes Mal sagte er:
„Diese Geschenke sendet mein Herr, der Graf von Carabas.“
So lernte der König den Namen kennen, obwohl der junge Mann in Wirklichkeit gar kein Graf war.
Eines Tages hörte der Kater, dass der König mit seiner Tochter am Fluss entlangfahren wollte. Darauf sagte er zu seinem Herrn:
„Steig ins Wasser und bade dort. Den Rest überlasse mir.“
Kurz darauf kam die königliche Kutsche vorbei. Sofort rief der Kater laut:
„Hilfe! Hilfe! Mein Herr, der Graf von Carabas, wird beraubt!“
Der König ließ den jungen Mann aus dem Wasser holen und gab ihm prächtige Kleidung. Auch die Prinzessin fand Gefallen an ihm.
Während der König mit seiner Tochter und dem jungen Mann weiterfuhr, eilte der Kater voraus. Auf den Feldern drohte er den Bauern:
„Wenn der König fragt, wem dieses Land gehört, müsst ihr antworten: dem Grafen von Carabas!“
Aus Angst gehorchten die Bauern. So glaubte der König, der junge Mann sei sehr reich.
Schließlich erreichte der Kater ein großes Schloss. Dort wohnte ein Zauberer, der sich in verschiedene Tiere verwandeln konnte. Listig brachte der Kater ihn dazu, sich in eine kleine Maus zu verwandeln. Schnell sprang der Kater auf die Maus und fraß sie auf.
Nun gehörte das Schloss dem jungen Mann. Der König war beeindruckt und erlaubte ihm, die Prinzessin zu heiraten. So wurde aus dem armen Müllerssohn wirklich ein reicher Graf.
Auch der gestiefelte Kater blieb im Schloss und wurde dort geehrt und gut versorgt.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1
Silbenrätsel – Setze die Silben so zusammen, dass Wörter aus dem Märchen
entstehen! Schreibe jedes Lösungswort auf!
2
a) Wähle vier Wörter aus dem Silbenrätsel!
Ka-ge -nig -fel
Fel-sin
Schloss- -ter -se -ler -zes LüMülHa-
Stie- -huhn Reb-
KöPrin-der
Wörter werden lebendig – Du hast im Silbenrätsel wichtige Wörter aus dem Märchen gefunden! Jetzt werden diese Wörter zu Bildern, Szenen und Ideen!
b) Gestalte zu jedem Wort eine passende Szene aus dem Märchen! Du kannst: • zeichnen, • eine Sprechblase schreiben, • oder beides kombinieren.
c) Schreibe zu jeder Szene 1–2 Sätze! Erkläre darin, an welcher Stelle des Märchens das Wort vorkommt und was dort passiert!
Der gestiefelte Kater
los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Neues Ende erfinden – Erfinde ein anderes Ende! Wähle aus:
• Der Kater wird enttarnt.
• Der Müllersohn sagt die Wahrheit.
4. Deine eigene Meinung - Schreibe 2–3 Sätze, in denen du sagst, wie dir das Märchen gefallen hat und was du über den Kater denkst. Nun geht‘s
Gestalte ein Plakat zum Märchen „Der gestiefelte Kater“! Dein Plakat soll folgende Bereiche enthalten:
1. Figuren - Stelle die wichtigsten Figuren vor (z. B. Kater, Müllersohn, König, Prinzessin, Zauberer). Du kannst sie zeichnen oder kurz beschreiben.
2. Listen des Katers - Beschreibe 2–3 schlaue Tricks, mit denen der Kater seinem Herrn hilft.
3. Botschaft des Märchens - Schreibe auf, was man aus dem Märchen lernen kann (z. B. Klugheit ist wichtiger als Stärke).
Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
Ein Schneider hatte drei Söhne. Als sie groß genug waren, gingen sie hinaus in die Welt, um ein Handwerk zu lernen und Geld zu verdienen.
Der älteste Sohn lernte bei einem Tischlermeister.
Zum Abschied bekam er ein besonderes Geschenk: ein Tischlein. Wenn man sagte: „Tischlein, deck dich!“, standen plötzlich köstliche Speisen darauf.
Auf dem Heimweg kehrte der Sohn bei einem Wirt ein. Der Wirt sah das Tischlein und war sehr neidisch.
In der Nacht tauschte er das echte Tischlein gegen ein falsches aus.
Zu Hause sagte der Sohn:
„Tischlein, deck dich!“
Doch es passierte nichts. Der Vater wurde böse und glaubte, sein Sohn habe gelogen.
Der zweite Sohn ging ebenfalls hinaus und lernte einen Beruf. Als er zurückkam, bekam er einen Esel. Wenn man sagte: „Bricklebrit!“, spuckte der Esel Goldstücke aus.
Auch dieser Sohn kehrte bei demselben Wirt ein. Der Wirt stahl den echten Esel und gab ihm einen normalen Esel zurück.
Zu Hause sagte der Sohn: „Bricklebrit!“
Doch es kam kein Gold.
Der Vater war wieder sehr wütend.
Der jüngste Sohn ging als Letzter hinaus. Er war ehrlich und klug. Am Ende bekam er einen Sack. Wenn man sagte: „Knüppel, aus dem Sack!“, sprang ein Knüppel heraus und schlug jeden, der böse war.
Auch der jüngste Sohn kam bei dem Wirt vorbei. Doch diesmal sagte er: „Knüppel, aus dem Sack!“
Knüppel, der: Ein dicker Stock aus Holz.
Der Knüppel sprang heraus und schlug den Wirt, bis dieser die Wahrheit sagte.
Der Wirt gab das echte Tischlein und den echten Goldesel zurück.
Der jüngste Sohn brachte beides nach Hause. Nun hatte die Familie genug zu essen und ausreichend Geld. Da erkannte der Vater seinen Fehler und bat seine Söhne um Verzeihung.
Von da an lebten sie zufrieden und glücklich zusammen.
Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
Nun
geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
In den folgenden Sätzen haben sich Fehler „eingeschlichen.“ Welche zwei Aussagen sind falsch? Kreuze sie an!
A Der Schneider hatte drei Söhne.
B Das Tischlein zaubert Essen herbei, wenn man den richtigen Spruch sagt.
C Der Wirt freut sich über die magischen Dinge und gibt sie freiwillig zurück.
D Der zweite Sohn bekommt einen Esel, der Goldstücke spucken kann.
E Der Vater glaubt seinen Söhnen sofort und lobt sie
F Der jüngste Sohn bekommt einen Sack, aus dem ein Knüppel springen kann.
G Am Ende leben alle arm, aber ehrlich weiter.
Wer sagt das? – Lies die folgenden Sätze aufmerksam durch! Überlege, welche Figur aus dem Märchen den Satz sagen könnte! Manche Sätze stehen ähnlich im Märchen, andere sind passend zur Geschichte formuliert. Ordne jedem Satz eine der angeführten Figuren zu! Schreibe ihren Namen auf die passende Zeile!
ältester Sohn – zweiter Sohn – jüngster Sohn – Wirt – Vater – Knüppel
„Tischlein, deck dich!“
„Bricklebrit!“
„Knüppel, aus dem Sack!“
„Du hast mich betrogen!“
„Du hast mich angelogen!“
„Ich gebe euch alles zurück, hört nur auf!“
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
3
Versetze dich in eine Figur aus dem Märchen „Tischlein deck dich“ (z. B. ein Sohn, der Vater oder der Wirt)! Verfasse einen fiktiven Tagebucheintrag aus der Sicht dieser Figur! Beschreibe in deinem Text:
• was du an diesem Tag erlebt hast,
• wie du dich dabei gefühlt hast,
• und was du über das Geschehen denkst (z. B. über Ehrlichkeit, Betrug oder Gerechtigkeit).
Schneeweißchen und Rosenrot
Schneeweißchen und Rosenrot
Eine arme, aber freundliche Mutter lebte mit ihren beiden Töchtern Schneeweißchen und Rosenrot in einem kleinen Haus am Rand des Waldes. Viel besaß die Familie nicht, doch sie hielten fest zusammen und halfen einander.
hilfsbereit: Anderen gern helfen.
neugierig: Viel wissen wollen, interessiert sein.
gutmütig: Sehr freundlich und lieb, niemandem böse.
jemandem etwas zuleide tun: Jemandem absichtlich schaden.
Schneeweißchen war ruhig, freundlich und hilfsbereit. Sie blieb gern bei der Mutter und kümmerte sich um den Haushalt. Rosenrot dagegen war fröhlich, mutig und neugierig. Sie lief gern durch den Wald, pflückte Blumen und kletterte auf Bäume. Obwohl die Schwestern verschieden waren, liebten sie sich sehr.
An einem kalten Winterabend klopfte es plötzlich laut an die Tür. Als die Mutter öffnete, stand draußen ein großer schwarzer Bär. Er fror sehr und bat um ein wenig Wärme.
Freundlich sagte die Mutter: „Komm herein und wärme dich am Feuer.“
Der Bär trat vorsichtig ein und legte sich vor den Kamin. Schon bald verloren die Mädchen ihre Angst. Sie spielten mit ihm, streichelten sein dickes Fell und nannten ihn ihren Freund. Den ganzen Winter über kam der Bär fast jeden Abend zu ihnen ins Haus. Er war ruhig und gutmütig und tat niemandem etwas zuleide
Als der Frühling begann, sagte der Bär eines Tages: „Nun muss ich fortgehen und meine Schätze bewachen.“
Traurig verabschiedeten sich Schneeweißchen und Rosenrot von ihm, dann verschwand er im Wald.
Einige Zeit später begegneten die Schwestern im Wald einem kleinen Zwerg. Sein langer Bart hatte sich in einem Baumstamm eingeklemmt. Obwohl die Mädchen ihm halfen und ihn befreiten, schimpfte der Zwerg nur zornig mit ihnen. Dankbar war er nicht.
Auch später trafen sie den Zwerg mehrmals wieder. Einmal hing sein Bart an einem Angelhaken fest, ein anderes Mal wurde er von einem großen Vogel bedroht. Jedes Mal halfen ihm die Schwestern, doch der Zwerg blieb unfreundlich und gierig.
Eines Tages sahen Schneeweißchen und Rosenrot den Zwerg wieder im Wald. Er saß vor seinen Schätzen und wollte sie gerade verstecken. Da erschien plötzlich der große Bär, der früher den Winter bei ihnen verbracht hatte. Der Zwerg erschrak und schrie laut um Hilfe. Doch der Bär lief auf ihn zu und vertrieb ihn.
Im selben Augenblick geschah etwas Wunderbares: Der Bär verwandelte sich in einen jungen Prinzen. Nun erzählte er den Mädchen, dass ein böser Zauber ihn lange Zeit in einen Bären verwandelt hatte. Erst jetzt war der Zauber gebrochen.
Der Prinz dankte Schneeweißchen und Rosenrot herzlich für ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Bald darauf heiratete er Schneeweißchen, und sein Bruder heiratete Rosenrot. Auch die Mutter zog mit ins Schloss. Dort lebten alle glücklich und zufrieden zusammen.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
1
Buchstaben-Salat – Märchenbegriffe ordnen Hier ist einiges durcheinandergekommen! Die Buchstaben wurden vertauscht und ergeben wichtige Begriffe aus dem Märchen. Ordne die Buchstaben richtig, sodass sinnvolle Wörter entstehen! Schreibe die Wörter auf! Erkläre anschließend jedes Wort in einem Satz!
WORT
2
ÄRB
GZWER
DLWA
RTMUET
ZNIRP
SSOHLC
TREWIN
NEESCHWEIßCHN
HGNILRÜF
TOTRNSERO
ERKLÄRUNG
Wörter im Chat – Wähle drei Wörter aus Übung 1)! Schreibe einen kurzen Chat mit 6-8 Nachrichten zwischen Schneeweißchen und Rosenrot oder zwischen den beiden Mädchen und dem Prinzen! Verwende dabei die drei Wörter aus Übung 1). Achte darauf, dass der Chat zur Geschichte passt!
Schneeweißchen und Rosenrot
Nun geht‘s los – Aufgaben
für
schlaue Köpfe!
Gestalte einen Comic zum Märchen! Wähle wichtige Szenen aus dem Märchen! Zeichne die Szenen in der richtigen Reihenfolge! Schreibe zu jedem Bild:eine Sprechblase (was sagt eine Figur?) oder eine Gedankenblase (was denkt die Figur?)!
Gib deinem Comic einen Titel!
Markiere mit einem Stern die Szene, die du am wichtigsten findest und erkläre in 1–2 Sätzen, warum!
Rotkäppchen
Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen sehr geliebt wurde. Weil es immer ein rotes Käppchen trug, nannte man es nur Rotkäppchen.
Eines Tages sagte die Mutter:
„Rotkäppchen, deine Großmutter ist krank. Bring ihr diesen Korb mit Kuchen und Wein, damit sie wieder zu Kräften kommt.
Bleib auf dem Weg und geh nicht vom Pfad ab!“
Rotkäppchen versprach es und machte sich auf den Weg durch den Wald. Der Wald war ruhig und schön, und die Vögel sangen. Plötzlich traf Rotkäppchen einen Wolf. Der Wolf war schlau und tat freundlich.
„Wohin gehst du, Rotkäppchen?“, fragte er.
„Zur Großmutter“, antwortete das Mädchen.
Der Wolf dachte sich einen bösen Plan aus.
Er sagte: „Sieh doch die schönen Blumen! Warum pflückst du deiner Großmutter keinen Strauß?“
Rotkäppchen vergaß die Warnung, die ihr die Mutter gegeben hatte.
Der Wolf lief schnell zur Großmutter. Er klopfte an die Tür, ging hinein und verschluckte die Großmutter. Dann legte er sich in ihr Bett und zog ihre Kleider an.
Als Rotkäppchen ankam, wunderte sie sich: „Großmutter, warum hast du so große Ohren?“
„Damit ich dich besser hören kann“, sagte der Wolf.
„Warum hast du so große Augen?“
„Damit ich dich besser sehen kann.“
„Warum hast du so ein großes Maul?“
„Damit ich dich besser fressen kann!“
Da sprang der Wolf aus dem Bett und verschluckte auch Rotkäppchen.
Zum Glück kam ein Jäger vorbei. Er hörte den Wolf schnarchen und sah, dass etwas nicht stimmte.
Er schnitt dem Wolf den Bauch auf, und Rotkäppchen und die Großmutter kamen lebendig heraus.
Sie füllten den Bauch des Wolfs mit Steinen. Als der Wolf aufwachte, wollte er weglaufen, doch er fiel um und war tot.
Rotkäppchen sagte: „Ich werde nie wieder vom Weg abgehen und immer auf meine Mutter hören.“
Die Großmutter war froh, dass Rotkäppchen gerettet worden war, und das Mädchen hatte aus dem Erlebnis gelernt.
Käppchen, das: Eine kleine Mütze, die man auf dem Kopf trägt.
Pfad, der: Ein schmaler Weg, zum Beispiel durch den Wald.
schlau: sehr klug und listig, manchmal auch hinterhältig
Warnung; die: Jemandem sagen, dass etwas gefährlich sein kann.
verschlucken: Etwas ganz hinunterschlucken, ohne zu kauen.
Jäger, der: Ein Mann, der Tiere jagt oder den Wald beschützt.
schnarchen: Laute Geräusche machen, während man schläft.
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
WAS FÜR EIN DURCHEINANDER! Die folgende Geschichte aus dem Märchen „Rotkäppchen“ ist durcheinandergeraten. Lies die einzelnen Ereignisse aufmerksam durch! Bringe die Ereignisse in die richtige Reihenfolge, sodass die Geschichte wieder Sinn ergibt! Nummeriere die Sätze von 1 bis 7!
Der Wolf läuft schnell zum Haus der Großmutter und frisst sie, bevor Rotkäppchen dort ankommt.
Ein Jäger kommt ins Haus, rettet Rotkäppchen und die Großmutter und besiegt den Wolf.
Der Wolf legt sich in das Bett der Großmutter und verkleidet sich, um Rotkäppchen zu täuschen.
Rotkäppchen bekommt von seiner Mutter den Auftrag, der kranken Großmutter einen Korb mit Kuchen und Wein zu bringen.,
Als Rotkäppchen im Haus ankommt, wird es ebenfalls vom Wolf verschluckt.
Rotkäppchen lässt sich vom Wolf ablenken und p ückt bunte Blumen am Wegesrand.
Auf dem Weg durch den Wald trifft Rotkäppchen den Wolf, der freundlich wirkt, aber in Wirklichkeit einen bösen Plan hat.
Was wäre anders gewesen? – Wähle eine Stelle aus der Geschichte (zum Beispiel den Weg durch den Wald oder die Begegnung mit dem Wolf). Beschreibe in 3–5 Sätzen, was anders passiert wäre, wenn Rotkäppchen eine andere Entscheidung getroffen hätte!
Nun
geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Warum ist das so? – Beantworte in ganzen Sätzen!
Warum warnt die Mutter Rotkäppchen vor dem Weg durch den Wald?
Warum geht Rotkäppchen vom Weg ab?
Warum kann der Wolf Rotkäppchen täuschen?
Woran merkt man zuerst, dass der Wolf freundlich tut, aber Böses plant?
Warum legt sich der Wolf in das Bett der Großmutter?
Warum bemerkt der Jäger, dass etwas nicht stimmt?
Was lernt Rotkäppchen am Ende aus dem Erlebnis?
Perspektivwechsel: Der Wolf erzählt – Erzähle die Geschichte aus der Sicht des Wolfs! Schreibe 6–8 Sätze, in denen du erklärst, was der Wolf wollte und warum er so gehandelt hat!
Aschenputtel
Stiefschwester, die: ist die Tochter der neuen Frau oder des neuen Mannes eines Elternteils. Sie ist also keine leibliche Schwester.
fegen: Mit einem Besen den Boden sauber machen, indem man Schmutz und Staub zusammenkehrt.
Asche, die: ist das graue oder schwarze Pulver, das nach einem Feuer übrig bleibt.
Haselzweig: der: ist ein dünner Ast von einem Haselstrauch oder Haselbaum.
schüchtern: Sich nicht trauen, laut zu sprechen oder etwas zu fragen.
Aschenputtel
Ein reicher Mann lebte mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zusammen. Das Mädchen war freundlich, geduldig und hilfsbereit. Als die Mutter schwer krank wurde, rief sie ihre Tochter an ihr Bett und sprach:
„Liebes Kind, bleib fromm und gut, dann wird dir der liebe Gott immer helfen.“
Wenig später starb die Mutter. Das Mädchen war sehr traurig und besuchte oft das Grab ihrer Mutter, um dort zu weinen und zu beten.
Nach einiger Zeit heiratete der Vater erneut. Die neue Frau brachte ihre beiden Töchter mit ins Haus. Die beiden Stiefschwestern waren schön, aber stolz und gemein. Bald musste Aschenputtel alle schweren Arbeiten erledigen. Sie stand früh am Morgen auf, schleppte Wasser, machte Feuer, kochte, wusch Kleidung und fegte die Böden. Oft war sie voller Staub und Asche. Deshalb nannten die Stiefschwestern und die Stiefmutter das Mädchen spöttisch Aschenputtel.
Während die Stiefschwestern schöne Kleider trugen und sich ausruhten, musste Aschenputtel in alten Kleidern neben dem Herd schlafen. Trotzdem blieb sie freundlich und verlor nicht den Mut.
Eines Tages wollte der Vater zu einem Markt reisen. Vor seiner Abreise fragte er seine Töchter:
„Was soll ich euch mitbringen?“
Die beiden Stiefschwestern wünschten sich Schmuck, feine Stoffe und schöne Kleider. Aschenputtel aber sagte:
„Vater, bring mir den ersten Zweig mit, der auf deinem Heimweg an deinen Hut stößt.“
Als der Vater zurückkehrte, brachte er den Schwestern ihre Geschenke. Aschenputtel erhielt einen kleinen Haselzweig. Dankbar pflanzte sie ihn auf das Grab ihrer Mutter. Sie weinte so viele Tränen darauf, dass daraus bald ein schöner Baum wuchs.
Oft setzte sich Aschenputtel unter den Baum und sprach:
„Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich.“
Dann kamen weiße Vögel herbei und brachten ihr schöne Dinge.
Nicht lange danach veranstaltete der König ein großes Fest, das drei Tage dauern sollte. Dort sollte der Prinz seine Braut auswählen. Auch die beiden Stiefschwestern wurden eingeladen und freuten sich sehr.
Aschenputtel fragte schüchtern:
„Darf ich auch mit zum Fest gehen?“
Doch die Stiefmutter lachte nur.
„Du bist viel zu schmutzig und hast keine schönen Kleider.“
Dann schüttete sie Linsen in die Asche und sagte:
„Wenn du die Linsen in zwei Stunden aus der Asche gelesen hast, darfst du vielleicht mitkommen.“
Traurig ging Aschenputtel hinaus in den Garten und rief:
„Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen!“
Da flogen viele Vögel herbei und pickten die guten Linsen aus der Asche. Schon bald war die Arbeit geschafft. Doch die Stiefmutter blieb hart und nahm Aschenputtel trotzdem nicht mit zum Fest.
Als alle fortgefahren waren, ging Aschenputtel wieder zum Haselbaum und sprach: „Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich.“
Da warf der Baum ein wunderschönes Kleid und goldene Schuhe herab. Aschenputtel zog alles an und machte sich auf den Weg zum Schloss.
Niemand erkannte das schöne Mädchen. Der Prinz tanzte den ganzen Abend nur mit ihr und wollte sie nicht mehr gehen lassen. Doch bevor das Fest zu Ende war, lief Aschenputtel schnell davon und versteckte sich.
Am zweiten Abend geschah dasselbe. Wieder tanzte der Prinz nur mit ihr, und wieder entwischte sie ihm.
Am dritten Abend ließ der Prinz die Treppe mit Pech bestreichen. Als Aschenputtel davonlief, blieb einer ihrer goldenen Schuhe daran kleben.
Nun suchte der Prinz im ganzen Land nach der Besitzerin des Schuhs. Jede junge Frau musste ihn anprobieren.
Auch die beiden Stiefschwestern versuchten ihr Glück. Die eine schnitt sich heimlich die Zehe ab, die andere die Ferse, damit der Schuh passte. Doch als sie mit dem Prinzen davonreiten wollten, riefen die Tauben:
„Rucke di gu, rucke di gu! Blut ist im Schuh! Der Schuh ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim.“
Da ließ der Prinz auch Aschenputtel den Schuh anprobieren. Er passte genau. Nun erkannte der Prinz, dass sie die richtige Braut war.
Aschenputtel wurde mit großer Freude ins Schloss gebracht, und dort feierten sie Hochzeit. Die weißen Tauben flogen herbei und begleiteten das glückliche Paar.
Linsen, die: kleine, runde Hülsenfrüchte, die man essen kann. Man kocht daraus zum Beispiel Suppe oder Eintopf.
Aschenputtel
Wichtige Dinge im Märchen – Detektivaufgabe Im Märchen „Aschenputtel“ spielen einige Dinge eine wichtige Rolle! Sie erinnern an besondere Szenen der Geschichte! Ordne jedem Begriff die passende Szene aus dem Märchen zu! Erkläre kurz, warum dieser Gegenstand oder Ort wichtig ist! Schreibe 1–2 Sätze!
Asche:
Goldener Schuh:
Haselnussbaum:
Vögel:
Figuren vergleichen – Vergleiche Aschenputtel und die Stiefschwestern!
Aschenputtel Stiefschwestern
Wodurch unterscheiden sie sich besonders?
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Aschenputtel ohne Prinz – Stell dir vor, es gäbe keinen Prinzen. Schreibe wie Aschenputtel trotzdem ein gutes Leben bekommen könnte!
Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
Vergleiche das Leben von Aschenputtel mit dem ihrer Stiefschwestern!
Überlege und erkläre: Warum haben manche Menschen mehr Möglichkeiten als andere?
Denke zum Beispiel an: Geld • Familie • Bildung • Kleidung • Unterstützung durch andere Menschen
Verfasse 2–3 ganze Sätze!
Unfaire Situationen im Alltag – Auch heute werden Menschen manchmal unfair behandelt. Beschreibe eine Situation aus dem Alltag, in der jemand ausgeschlossen, ausgelacht oder ungerecht behandelt wird!
Erkläre anschließend, warum das unfair ist und wie man besser handeln könnte!
Hier kannst du dich als Sudoku-Meisterin/als Sudoku-Meister beweisen. Schneide die Bilder aus! Lege sie richtig in das Sudoku auf der nächsten Seite! Dann erst klebe sie ein! ACHTUNG: In jeder Zeile, Spalte und in jedem 2×3-Block kommt jedes Symbol genau einmal vor.
Märchen-Sudoku
In jeder Zeile, Spalte und in jedem 2×3nBlock kommt jedes Symbol genau einmal vor.
Löse dieses Sudoku!
Reihe für Reihe: Wer fällt aus dem Rahmen?
Streiche in jeder waagrechten Reihe den Begriff durch, der nicht passt! Dann schreibe die Spaltennummer (1 bis 4) in die ganz rechte Spalte! Addiere zum Schluss alle Zahlen, dann erhältst du die Lösungszahl!
1 2 3 4 falsche Zahl
König Prinzessin Ritter Zahnarzt
Computer Hexe Zauberstab Märchenwald
Drache Motorrad Wolf Einhorn
Schloss Hütte Hochhaus Palast
Aschenputtel Wetterbericht Hänsel und Gretel Schneewittchen
Landkarte Wunsch Fee Zauberspruch
Brunnen Burg Autobahn Märchenwald
Umhang Turnschuh Krone Rüstung
Königreich Dorf Land Einkaufszentrum
Kunststoffflasche Gold Edelsteine Zaubertrank
Zwerg Bauer Astronaut Riese
Polizist Stiefmutter Zauberer Hexe
Spinnrad Handy Kutsche Pferd
Herzog König Influencer Prinz
Happy End Prüfung Mut Rechnung
Fernseher Zauberspiegel Krone Thron
Märchenerzähler Buch Streamingdienst Geschichte
Software Fluch Zauber Verwünschung
Magd Pilotin Königstochter Prinzessin
Schatz Goldmünzen Euro Edelsteine
Bürogebäude Waldhütte Hexenhaus Schloss
Tarnkappe Umhang Zauberring Kopfhörer
Bürger König Untertanen Hofstaat
Prophezeiung Schicksal Stundenplan Prüfung
Push-Nachricht Märchenanfang Zauber Hexe
Die Summe der einzelnen Spalten ergibt folgende LÖSUNGSZAHL:
Abschlussspiel: „Auf dem Weg ins Märchenland“
Spielart: Brettspiel
Spielerinnen/Spieler: Das Spiel kann entweder von 2–4 Gruppen oder von 3–6 Einzelspielerinnen/ Einzelspielern gespielt werden.
Ziel: Wer erreicht zuerst das Happy End?
Spielregeln:
1. Reihum würfeln und ziehen.
2. Feldfarbe bestimmt die Karte:
• Gelb Ereigniskarte
• Blau Fragekarte: bei richtiger Antwort: Rücke ein Feld vor! Bei falscher Antwort: Gehe ein Feld zurück!
• Rot Aktionskarte
3. Karte ausführen – danach ist die nächste Person dran.
4. Wer das Happy-End-Feld erreicht, gewinnt.
HAPPY-END
Du ndest einen geheimen Märchenpfad.
Rücke 2 Felder vor!
Du verirrst dich im Märchenwald.
Gehe 1 Feld zurück!
Du hörst eine Märchenerzählung am Feuer.
Bleibe stehen!
Du ndest einen Schatz.
Rücke 1 Feld vor!
Ein Missverständnis hält dich auf.
Bleibe eine Runde stehen!
Eine Hexe verwirrt dich mit Zaubersprüchen. Setze eine Runde aus!
Ein König belohnt deinen Mut. Rücke bis zur nächsten Aktionskarte vor!
Du ndest einen geheimen Weg. Rücke 1 Feld vor.
Du hörst eine wichtige Warnung. Gehe 1 Feld zurück!
Ein hilfreiches Tier begleitet dich. Noch einmal würfeln!
Ein Zauber geht schief. Tausche den Platz mit einer anderen Figur!
Ein Zauber geht schief. Tausche den Platz mit einer anderen Figur!
Magie stärkt dich. Rücke 2 Felder vor!
Ein Bösewicht täuscht dich.
Gehe 2 Felder zurück!
Du bekommst einen Zaubertrank. Wür e zweimal!
Das Märchenglück ist auf deiner Seite. Rücke bis zur nächsten Ereigniskarte vor!
Du ndest einen Hinweis.
Rücke 1 Feld vor!
Ein Zauber löst sich auf. Du kannst deinen nächsten Zug frei wählen (würfeln oder 1 Feld vorgehen).
Wer wollte
Rotkäppchen vom Weg abbringen?
Wer half Aschenputtel beim Lesen der Linsen?
In welches Tier wurde Jorinde verwandelt?
Welches Tier konnte im Märchen sprechen und trug Stiefel?
Wer rettete Rotkäppchen und die Großmutter?
Welche Tiere wollten nach Bremen ziehen?
Wie viele Zwerge lebten mit Schneewittchen im Wald?
Was verlor Aschenputtel auf der Treppe?
Wie heißt das Mädchen mit der Haut so weiß wie Schnee?
Was el der Prinzessin im Märchen „Der Froschkönig“ in den Brunnen?
Was stand auf dem Gürtel des Schneiderleins?
Warum gingen Hänsel und Gretel in den Wald?
Welches Märchen spielt in einem Turm?
Welche Eigenschaft hat Schneeweißchen?
Wie nennt der Kater im Märchen Der gestiefelte Kater seinen Herrn beim König?
Welche Eigenschaft hat Rosenrot?
Was fällt auf der Erde, wenn Frau Holle die Betten schüttelt?
Wie viele Zwerge gibt es im Märchen Schneewittchen?
Stelle eine Märchen gur pantomimisch dar –die Gruppe rät!
Tausche deine Spiel gur mit der Person hinter dir!
Sage drei Märchenwörter rückwärts!
Stelle eine Märchen gur stumm dar!
Tue so, als wärst du ein verzaubertes Tier!
Er nde einen neuen Märchentitel!
Erzähle ein Mini-Märchen mit 3 Wörtern, die die Gruppe nennt!
Er nde einen neuen Namen für ein Märchenwesen!
Er nde eine Märchen gur, die es noch nicht gibt!
Nenne in 5 Sekunden 3 Märchenbegriffe!
Zeige, wie eine Ritterin/ein Ritter geht!
Flüstere einen geheimnisvollen Satz!
Zeige mit Gesten „gut“ und „böse“!
Sage einen Märchensatz mit den Wörtern Wald, Zauber und Hilfe!
Mache eine Märchen gur besonders lustig nach!
Stelle dich wie eine Königin oder ein König hin!
Er nde eine kurze Zauberbewegung –alle machen sie nach!
Bewege dich wie ein Märchentier deiner Wahl!
Hinweise zu diesem Heft
Die Märchen in diesem Heft basieren auf den bekannten Märchen der Brüder Grimm. Die Originaltexte wurden sprachlich vereinfacht und gekürzt, damit Kinder sie leichter lesen und verstehen können. Manche Wörter oder Inhalte wurden angepasst, ohne die Handlung der Märchen wesentlich zu verändern.
Originalvorlagen: Jacob Grimm & Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen
Sprachlich vereinfachte und bearbeitete Fassungen: Eva Schreiner
Zusätzliche Aufgaben, Übungen und Materialien: Eva Schreiner