MÄRCHENKLASSIKER FÜR ALLE
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Eva Schreiner
MÄRCHENKLASSIKER FÜR ALLE Eva Schreiner
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Dieses Buch wird vom Bundesministerium für Bildung (GZ: 2026-0.024.559) zur Aufnahme in den Anhang zu den Schulbuchlisten für die 1. Klasse an Mittelschulen sowie für die 1. Klasse an allgemein bildenden höheren Schulen – Unterstufe im Unterrichtsgegenstand Deutsch (Lehrplan 2023) empfohlen.
Umschlagbilder: Tetiana Lazunova, the8monkey (5x) Olympe Verlag GmbH, Oberwaltersdorf 2026 Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung jeder Art gesetzlich verboten 1. Auflage 2026 Umschlaggestaltung: Raoul Krischanitz, Wien, transmitterdesign.com Grafik, Satz, Layout: Raoul Krischanitz, Wien, transmitterdesign.com Druck, Bindung: Druckerei Berger, Horn ISBN: 978-3-903578-23-4 Schulbuchnummer: 230.443
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Inhaltsverzeichnis
Was sind Märchen?
4
Die Bremer Stadtmusikanten
7
Das tapfere Schneiderlein
11
Jorinde und Joringel
15
Die zertanzten Schuhe
18
Der Froschkönig
22
Rumpelstilzchen
25
Schneewittchen
29
Dornröschen
33
Rapunzel
36
Hänsel und Gretel
39
Die sieben Raben
42
Frau Holle
45
Der gestiefelte Kater
48
Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
51
Schneeweißchen und Rosenrot
54
Rotkäppchen
57
Aschenputtel
60
Anhang
65
Lösungen
79
EINLEITUNG Willkommen in deinem Märchenheft „Märchen für alle – die Märchenklassiker“! In diesem Heft findest du viele bekannte Märchen der Brüder Grimm – spannend, manchmal unheimlich, oft lustig und am Ende meistens mit einem guten Ausgang. Du lernst Figuren kennen, die mutig sind, klug handeln oder Fehler machen und daraus etwas lernen. Zu jedem Märchen gibt es passende Aufgaben: Du kannst Fragen beantworten, Rätsel lösen, Szenen ordnen, kreativ schreiben, zeichnen oder kleine Rollenspiele machen. So übst du genaues Lesen, denkst über die Botschaft der Geschichten nach und entdeckst, was Märchen uns heute noch erzählen können. Viel Spaß beim Lesen, Mitdenken und Ausprobieren!
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Märchen entdecken Geschichten, die weitererzählt wurden
überliefern: Wissen oder Geschichten an spätere Generationen weitergeben
Generation, die: Gruppe von Menschen ungefähr gleichen Alters; hier: eine Altersstufe innerhalb einer Familie oder Gesellschaft
Fassung, die: bestimmte Form eines Textes oder einer Geschichte; hier: eine von mehreren unterschiedlich erzählten Formen eines Märchens
bewahren: erhalten und vor dem Verlorengehen schützen
1
Märchen wurden lange Zeit vor allem mündlich überliefert. Das bedeutet: Menschen erzählten sie weiter, ohne sie aus einem Buch vorzulesen. Sie erzählten einander Märchen zu Hause, bei gemeinsamen Arbeiten, auf Reisen oder bei Zusammenkünften.
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Die Geschichten wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Wer ein Märchen erzählte, erinnerte sich vielleicht nicht an jedes Wort oder fügte etwas hinzu. Dadurch veränderten sich manche Einzelheiten. Figuren erhielten andere Namen, Abenteuer wurden ergänzt und manchmal bekam eine Geschichte ein anderes Ende. Deshalb gibt es von vielen Märchen mehrere Fassungen.
Wer waren die Brüder Grimm? 10
Jacob und Wilhelm Grimm lebten vor ungefähr 200 Jahren in Deutschland. Sie beschäftigten sich wissenschaftlich mit Sprache und alten Erzählungen. Die Brüder ließen sich Märchen erzählen und nutzten auch bereits aufgeschriebene Geschichten. Sie sammelten diese Erzählungen, schrieben sie auf und bearbeiteten sie.
Dabei veränderten sie manche Textstellen. Sie ordneten die Geschichten, passten 15 die Sprache an und überarbeiteten einzelne Inhalte. Auch in späteren Ausgaben änderten sie einige Märchen noch einmal. Die Brüder Grimm wollten die überlieferten Geschichten bewahren, damit sie nicht verloren gingen und weiterhin gelesen werden konnten. Ihre Sammlung erschien unter dem Titel „Kinder- und Hausmärchen“. Heute 20 gehören viele dieser Märchen zu den bekanntesten Geschichten der Welt. Sie wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und werden noch immer erzählt, gelesen, vorgespielt und verfilmt. Heute sind ihre Märchen auf der ganzen Welt bekannt.
Was ist typisch für Märchen? Märchen sind besondere Geschichten. Darin passieren Dinge, die im echten Leben 25 meist nicht möglich sind:
Tiere sprechen, Menschen werden verzaubert, Hexen zaubern, oder magische Gegenstände helfen den Figuren. Oft müssen die Heldinnen und Helden schwierige Aufgaben lösen, mutig sein oder Gefahren überwinden.
4
Typische Merkmale von Märchen Typische Merkmale von Märchen Märchen haben oft bestimmte Merkmale. Das bedeutet: Viele Märchen ähneln sich in einigen Dingen. Wenn du die Geschichten in diesem Heft liest, wirst du viele dieser Merkmale entdecken. Märchen beginnen oft mit „Es war einmal …“. So beginnt ein Märchen meistens wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit. Dadurch merkt man sofort: Das ist kein Bericht aus dem echten Leben, sondern eine erfundene Geschichte. Zeit und Ort werden oft nicht genau genannt. In Märchen erfährt man meist nicht genau, wann oder wo die Geschichte spielt. Oft steht nur „in einem Schloss“, „in einem Wald“ oder „vor langer Zeit“. So können sich Menschen auf der ganzen Welt die Geschichte vorstellen. Es gibt gute und böse Figuren. In vielen Märchen erkennt man schnell, wer gut und wer böse ist. Gute Figuren sind oft freundlich, mutig oder hilfsbereit. Böse Figuren sind manchmal neidisch, gemein oder grausam, zum Beispiel Hexen oder böse Stiefmütter. Magische Dinge passieren. In Märchen gibt es oft Zauber, sprechende Tiere oder verwunschene Menschen. Manchmal helfen magische Gegenstände den Figuren, zum Beispiel Zauberspiegel, goldene Kugeln oder besondere Blumen.
neidisch: missgünstig, weil jemand etwas besitzt oder kann, das man selbst haben möchte grausam: gefühllos und bereit, anderen Leid zuzufügen Stiefmutter, die: Frau eines Elternteils, die nicht die leibliche Mutter des Kindes ist magisch: durch Magie oder Zauberkraft bewirkt verwunschen: durch einen Zauber verwandelt oder gebannt
Könige, Prinzessinnen oder arme Menschen spielen oft eine wichtige Rolle. Viele Märchen handeln von Menschen, die reich oder arm sind. Häufig kommen Könige, Prinzessinnen, Prinzen, Holzfäller oder Müllerstöchter vor.
Holzfäller, der: Mann, der beruflich Bäume fällt Müllerstochter, die: Tochter eines Müllers
Bestimmte Zahlen tauchen oft auf. Die Zahlen 3, 7 oder 12 sind in Märchen besonders wichtig. Zum Beispiel gibt es sieben Zwerge, drei Wünsche oder zwölf Prinzessinnen.
Müller, der: Mann, der in einer Mühle Getreide zu Mehl verarbeitet
Die Hauptfiguren müssen schwierige Aufgaben lösen. Oft erleben die Figuren gefährliche Abenteuer oder müssen Mut beweisen. Dabei helfen manchmal Klugheit, Freundschaft oder Ehrlichkeit.
Hauptfigur, die: wichtigste Figur einer Geschichte
Am Ende geht die Geschichte meistens gut aus. Viele Märchen haben ein glückliches Ende. Die guten Figuren werden belohnt, die bösen bestraft und am Schluss leben die Menschen oft glücklich zusammen.
Besondere Wörter in Märchen In Märchen kommen häufig Verkleinerungsformen vor. Sie werden mit den Endungen -lein oder -chen gebildet und bezeichnen etwas Kleines. Manchmal klingen solche Wörter auch liebevoll oder märchenhaft. Der Artikel lautet immer das:
der Schneider das Schneiderlein der Spiegel das Spieglein das Kind das Kindlein die Kappe das Käppchen Bei manchen Wörtern verändert sich zusätzlich der Selbstlaut: Aus a, o oder u wird häufig ä, ö oder ü. So wird zum Beispiel aus dem Vogel das Vöglein. Auch Märchennamen wie Rumpelstilzchen, Schneewittchen oder Rotkäppchen enthalten eine solche Verkleinerungsendung. Probiere es selbst: Bilde zu Haus, Brot und Zwerg eine Verkleinerungsform mit -lein oder -chen. Markiere jeweils die Endung.
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Abenteuer, das: ungewöhnliches und oft gefährliches Erlebnis
Aufgaben Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Kennst du dich schon mit Märchen aus? Sprich mit einer Partnerin oder einem Partner und beantworte anschließend die Fragen!
Welche Märchen der Brüder Grimm kennst du schon?
Welche Märchenfiguren fallen dir ein?
Welche magischen Dinge kommen in Märchen oft vor?
Warum mögen Menschen Märchen bis heute?
2 Kleine Märchenprobe – Kreuze an: Was passt zu klassischen Märchen? Hexen
sprechende Tiere
Zaubersprüche
verwunschene Menschen
Raumschiffe
Handys
Könige und Prinzessinnen
magische Gegenstände
Jetzt bist du bereit für die Welt der Märchenklassiker!
3 Märchen oder kein Märchen? – Lies die beiden kurzen Ideen und entscheide: Welche passt besser zu einem Märchen? Begründe deine Meinung!
A) Ein Junge findet im Wald einen sprechenden Spiegel und muss eine schwierige Aufgabe lösen. B) Ein Kind spielt mit seinem Tablet und schaut Videos im Internet. Welche Idee passt besser zu einem Märchen? Warum?
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Die Bremer Stadtmusikanten Die Bremer Stadtmusikanten
1
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Es war einmal ein alter Esel, der viele Jahre lang Säcke zur Mühle getragen hatte. Nun war er schwach geworden, und sein Bauer hatte beschlossen, ihn nicht länger zu füttern. Als der Esel das merkte, lief er davon.
Mühle, die: Gebäude, in dem Getreide zu Mehl gemahlen wird
„Ich gehe nach Bremen und werde Stadtmusikant“, dachte er. „Schreien kann ich laut genug!“ Auf dem Weg traf der Esel einen alten Hund, der traurig am Weg lag. Der Esel fragte: „Warum siehst du so traurig aus?“ Der Hund antwortete: „Ich bin alt und kann nicht mehr so gut jagen. Mein Herr will mich fortjagen.“
10
Da sagte der Esel: „Komm mit mir nach Bremen! Wir machen zusammen Musik.“ Der Hund freute sich und ging mit. Wenig später trafen sie eine Katze. Traurig miaute sie: „Meine Zähne sind stumpf geworden, deshalb will mich meine Besitzerin nicht mehr im Haus haben.“
15
Da lud der Esel auch sie ein: „Zieh mit uns nach Bremen! Du kannst bei unserer Musik mitmachen.“ Die Katze schloss sich ihnen an. Bald darauf hörten sie einen Hahn laut krähen. „Warum schreist du so?“, fragte der Esel. „Morgen will mich die Bäuerin in die Suppe tun“, klagte der Hahn. „Darum laufe ich lieber fort.“
20
„Dann komm mit uns nach Bremen“, sagte der Esel. So zogen die vier gemeinsam weiter. Am Abend erreichten sie einen dunklen Wald. Der Hahn flog auf einen Baum und entdeckte in der Ferne ein Licht. „Dort steht ein Haus!“, rief er.
25
30
Als die Tiere näherkamen, sahen sie Räuber am Tisch sitzen und essen. Nun überlegten sie, wie sie die Räuber vertreiben könnten. Der Esel stellte sich mit den Vorderfüßen ans Fenster, der Hund sprang auf seinen Rücken, die Katze kletterte hinauf und der Hahn setzte sich obenauf. Dann machten sie ihre Musik: Der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte aus voller Kraft. Vom Lärm erschrocken, liefen die Räuber davon. Die Tiere gingen ins Haus, aßen das gute Essen und legten sich schlafen.
Später schlich sich einer der Räuber zurück. Im Dunkeln sah er die leuchtenden Augen der Katze und hielt sie für glühende Kohlen. 35 Als er näher kam, sprang ihm die Katze ins Gesicht, der Hund biss ihn ins Bein, der Esel trat nach ihm, und vom Dach krähte laut der Hahn. Voller Angst rannte der Räuber hinaus und rief: „In dem Haus sitzt eine schreckliche Hexe! Sie hat mich gekratzt, gebissen, getreten 40 und angeschrien!“ Seitdem wagten sich die Räuber nie mehr zurück. Den Tieren aber gefiel es im Haus so gut, dass sie beschlossen, dort zu bleiben. So lebten die vier Freunde friedlich zusammen bis an ihr Ende.
7
Bremen: Stadt im Norden Deutschlands Stadtmusikant, der: Musiker, der in einer Stadt Musik macht; hier: Tier, das nach Bremen ziehen und dort Musik machen möchte stumpf: nicht scharf oder spitz; hier: zum Beißen nicht mehr scharf genug krähen: als Hahn einen lauten Ruf ausstoßen schleichen: sich leise und vorsichtig fortbewegen glühende Kohlen, die: sehr heiße, rot leuchtende Reste eines Feuers
Die Bremer Stadtmusikanten Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Lies das Märchen nochmals genau durch! Bearbeite die folgenden Aufgaben in ganzen Sätzen! Beschreibe, warum der Esel seinen Bauern verließ!
Nenne und beschreibe die Tiere, denen der Esel unterwegs begegnete!
Erkläre, was die vier Tiere in Bremen machen wollten!
Beschreibe, wie die Tiere die Räuber vertrieben!
Begründe, warum die Tiere im Waldhaus blieben!
Erkläre, warum die vier Tiere von zu Hause weglaufen wollten!
Beschreibe, welche Aufgaben die Tiere früher für ihre Besitzer erfüllen mussten!
2 Tier-Interview – Stell dir vor, du bist Reporterin oder Reporter! Führe ein Interview mit einem der Tiere! Frage: Antwort: Frage: Antwort: Frage: Antwort: Frage: Antwort:
8
Die Bremer Stadtmusikanten Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Das Märchen heute – Stell dir vor, die vier Tiere würden heute leben!
• • •
Wo würden sie hingehen? Welche Musik würden sie machen? Wie würden sie die Räuber vertreiben?
Zeichne deine moderne Version!
4 Die Räuber erzählen – Schreibe die Geschichte aus der Sicht der Räuber in dein Heft! Wie war es, als sie die Tiere hörten? Was dachten sie?
5 Die Moral der Geschichte: Überlege, welche Aussage das Märchen vermitteln möchte! Lies die folgenden Aussagen aufmerksam durch und kreuze jene an, die zur Moral der Geschichte passen! Gemeinsam sind wir stark.
Alte Tiere sind nutzlos.
Freundschaft hilft in schwierigen Zeiten.
Lärm löst alle Probleme.
6 Wähle eine angekreuzte Aussage aus und erkläre in 1–2 Sätzen, warum sie gut zur Geschichte passt! Beziehe dich dabei auf ein Beispiel aus dem Märchen!
9
Die Bremer Stadtmusikanten Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 7 Gut oder problematisch? – Denke genau nach! Die Tiere werden im Märchen oft als freundlich und mutig dargestellt. Manche Menschen finden ihr Verhalten aber auch problematisch. Überlege, was du an ihrem Verhalten gut und was du problematisch findest. Schreibe in jede Zeile mindestens zwei Gedanken! Das Verhalten der Tiere finde ich gut, weil …
Das Verhalten der Tiere finde ich problematisch, weil …
8 Schreibe zu jeder Seite mindestens zwei Gedanken auf! Wer hat eigentlich Recht? Im Märchen gibt es verschiedene Figuren mit unterschiedlichen Problemen. Wähle eine der folgenden Figuren aus:
den Esel
den Hund
Erkläre: • Was möchte die Figur? Schreibe vier bis fünf Sätze!
die Katze
• Wovor hat sie Angst?
den Hahn
• Warum handelt sie so?
9 Nachdenken über das Märchen – Besprecht gemeinsam:
• • • •
Warum werden die Räuber im Märchen sofort als „böse“ dargestellt? Haben die Tiere das Haus einfach übernommen? Warum fühlen wir oft mehr mit den Tieren als mit den Räubern? Können Märchenfiguren gleichzeitig gute und schlechte Seiten haben?
10
einen Räuber
Das tapfere Schneiderlein Das tapfere Schneiderlein 1
Es war einmal ein Schneiderlein, das an einem schönen Morgen in seiner Werkstatt am Fenster saß und fleißig nähte. Während es arbeitete, hörte es draußen eine Frau rufen: „Gutes Mus zu verkaufen! Frisches Mus!“
5
Das Schneiderlein liebte süßes Mus. Deshalb rief es die Frau herein, kaufte sich ein kleines Glas und strich etwas davon auf ein Brot. Danach legte es das Brot neben sich und nähte weiter.
Schon bald lockte der süße Duft viele Fliegen an. Sie setzten sich auf das Brot und krabbelten darüber. Das Schneiderlein versuchte 10 zuerst, sie zu verscheuchen. Doch immer mehr Fliegen kamen. Da wurde es ärgerlich. Es griff nach einem Tuch und schlug kräftig auf das Brot. Als es nachzählte, lagen dort sieben tote Fliegen, die es erschlagen hatte. 15
„Sieben auf einen Streich!“, rief das Schneiderlein stolz. Weil es sich nun für besonders mutig hielt, nähte es sich einen Gürtel und stickte die Worte „Sieben auf einen Streich“ darauf. Jeder sollte sehen können, was es geschafft hatte.
20
„Jetzt will ich hinaus in die Welt ziehen“, dachte das Schneiderlein. „Die Menschen sollen erfahren, wie tapfer ich bin.“ Also verließ es seine Werkstatt und wanderte hinaus. Nach einiger Zeit begegnete ihm ein riesengroßer Mann. Der Riese bemerkte die Aufschrift auf dem Gürtel des Schneiderleins und dachte, damit seien sieben Menschen gemeint.
25
„Sieben auf einen Streich?“, sagte der Riese erstaunt. „Das muss ein gefährlicher Mensch sein!“ Das Schneiderlein merkte schnell, dass der Riese Angst bekommen hatte. Deshalb wollte es besonders stark wirken.
30
Der Riese hob einen schweren Stein auf und drückte ihn so fest, dass etwas Wasser herauslief. „Kannst du das auch?“, fragte er stolz. Das Schneiderlein nahm heimlich ein Stück weichen Käse aus seiner Tasche und drückte es zusammen, sodass die Flüssigkeit herauslief. Der Riese staunte und glaubte, das Schneiderlein habe wirklich einen Stein zerdrückt.
Kurz darauf warf der Riese einen Stein hoch in die Luft. „So weit kannst du sicher 35 nicht werfen!“, rief er. Da ließ das Schneiderlein heimlich einen Vogel fliegen. Der Vogel flog hoch hinauf und verschwand am Himmel.
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Mus: dickflüssige Speise aus zerdrücktem oder gekochtem Obst
Das tapfere Schneiderlein „Mein Stein kommt gar nicht mehr herunter“, sagte das Schneiderlein schlau. Nun bekam der Riese großen Respekt vor dem kleinen Schneider. 40
Gemeinsam gingen sie weiter, bis sie zu einem großen Baum kamen. Der Riese sagte: „Wenn du wirklich so stark bist, dann hilf mir, diesen Baum zu tragen!“
Das Schneiderlein setzte sich heimlich auf einen Ast, während der Riese den schweren Baumstamm alleine schleppte. Als der Riese nach hinten blickte und das Schneiderlein oben im Baum sitzen sah, glaubte er, das kleine Schneiderlein könne 45 sogar beim Tragen noch lachen und sich ausruhen. Deshalb fürchtete er sich noch mehr vor ihm. Aus Angst verabschiedete sich der Riese von dem Schneiderlein. Das Schneiderlein zog nun allein weiter. Respekt, der: Achtung vor jemandem oder etwas; hier: mit Furcht verbundene Achtung vor der vermeintlichen Stärke des Schneiderleins
Schließlich erreichte das Schneiderlein eine Stadt. Dort erzählten die Menschen 50 von zwei wilden Riesen, die Wälder zerstörten und die Bewohner erschreckten. Der König versprach demjenigen seine Tochter und ein halbes Königreich, der die Riesen besiegen würde. Viele Ritter hatten Angst. Doch das Schneiderlein meldete sich sofort. 55
In der Nacht schlich es sich zu den schlafenden Riesen. Vorsichtig versteckte es sich auf einem Baum über ihnen und warf einen Stein auf den ersten Riesen. Wütend schlug dieser den anderen und brummte: „Warum schlägst du mich?“ „Ich habe gar nichts getan!“, schrie der andere zurück.
Bald stritten die beiden heftig miteinander. Das Schneiderlein warf immer wieder Steine hinunter, bis die Riesen vor Wut aufeinander losgingen und sich gegenseitig 60 erschlugen. Als die Menschen am nächsten Morgen die toten Riesen fanden, staunten sie sehr über das tapfere Schneiderlein. Der König hielt zwar sein Versprechen, doch ganz traute er dem Schneiderlein nicht. Deshalb gab er ihm weitere schwierige Aufgaben. 65
Einhorn, das: Fabelwesen in Gestalt eines Pferdes mit einem Horn auf der Stirn
Kapelle, die: kleines Gotteshaus
Zuerst sollte es ein wildes Einhorn fangen. Das Schneiderlein lockte das Tier geschickt zu einem Baum. Als das Einhorn wütend angriff, rammte es sein Horn in den Stamm und blieb stecken. Danach sollte das Schneiderlein noch ein gefährliches Wildschwein einfangen. Mit einer List lockte es das Tier in eine Kapelle und schloss schnell die Tür hinter ihm zu.
70
Nun musste der König sein Wort halten. Das Schneiderlein heiratete die Prinzessin und wurde später König. Eines Nachts hörten Diener, wie das Schneiderlein im Schlaf von seinen Abenteuern sprach. Sie bekamen Angst vor seinen angeblichen Kräften und wagten nicht, ihm etwas anzutun.
75
So blieb das tapfere Schneiderlein am Hof und lebte glücklich bis an sein Ende.
12
Das tapfere Schneiderlein Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!
?
1 Richtig oder falsch? Lies den Text „Das tapfere Schneiderlein“ noch einmal genau durch! Entscheide dann bei jeder Aussage, ob sie richtig oder falsch ist! Kreuze die passende Antwort an! Wenn du alles richtig gelöst hast, ergeben die Buchstaben das Lösungswort.
richtig falsch
Das Schneiderlein tötet sieben Fliegen auf einmal.
R
O
N
I
I
E
S
P
E
A
M
N
P
B
Die Menschen staunen am nächsten Morgen über das tapfere Schneiderlein.
E
O
Das Schneiderlein besiegt die Riesen am helllichten Tag.
W
Z
W
Y
E
I
L
N
G
K
E
B
F
R
Die Prinzessin will das Schneiderlein unbedingt heiraten. Das Schneiderlein besiegt die Riesen mit Kraft und Stärke. Auf dem Gürtel des Schneiderleins steht: „Sieben auf einen Streich“. Das Schneiderlein ist mutig und schlau. Das Schneiderlein trägt den schweren Baumstamm allein. Der Schneider bekommt den Gürtel vom König geschenkt.
Der Riese glaubt, das Schneiderlein habe einen Stein zerdrückt. Der König freut sich sofort über das Schneiderlein. Das Schneiderlein tötet sieben Riesen. Das Schneiderlein überlistet die Riesen mit Klugheit. Das Schneiderlein fängt das Einhorn, indem es dessen Horn in einem Baum feststecken lässt. Das Schneiderlein drückt einen Stein so fest, dass Wasser herausläuft.
LÖSUNGSWORT:
2 Wähle drei falsche Aussagen aus Aufgabe 1 aus! Erkläre in einem Satz, warum sie falsch sind! Aussage: Begründung: Aussage: Begründung: Aussage: Begründung:
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Das tapfere Schneiderlein Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Kreatives Schreiben – Stell dir vor, du bist das Schneiderlein! Verfasse einen Tagebucheintrag über dein
Abenteuer mit dem Riesen oder dem Einhorn! Beschreibe dabei, was passiert ist, wie du dich gefühlt hast, worüber du nachgedacht hast, und warum du so gehandelt hast! Nutze die Ich-Form und Formulierungen wie: „Ich hatte Angst, aber …“, „Ich war stolz, weil …“, „Zum Glück hatte ich eine Idee …“!
4 Theater oder Hörspiel – Teilt euch in Gruppen und führt das Märchen als Theater oder Hörspiel auf! • • • •
Wählt vorher passende Szenen aus dem Text aus! Markiert die direkte Rede der Figuren! Überlegt gemeinsam, wer spricht und wer Geräusche macht! Nutzt den Märchentext als Vorlage für eure Darstellung!
5 Diskutiert gemeinsam in der Klasse! • Überlegt zuerst: Welche Probleme hat das Schneiderlein? Wie löst es seine Aufgaben? Wann benutzt es Kraft und wann Klugheit? Wie reagieren die anderen auf das kleine Schneiderlein? • Beurteilt danach gemeinsam: Warum ist es wichtig, an sich selbst zu glauben? Wann hilft Klugheit mehr als Kraft? Warum sollte man niemanden unterschätzen? • Der König verspricht dem Schneiderlein seine Tochter als Belohnung. Beurteilt diese Entscheidung aus heutiger Sicht! • Beurteilt: Handelt das Schneiderlein immer ehrlich?
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Jorinde und Joringel Jorinde und Joringel 1
Es war einmal ein junges Paar, das sich von Herzen liebte. Das Mädchen hieß Jorinde und der Junge Joringel. Sie wollten bald heiraten und waren sehr glücklich.
Eines Tages gingen sie zusammen im Wald spazieren. Sie wussten nicht, dass sich dort eine böse Zauberin niedergelassen hatte. Die Zauberin konnte sich in eine 5 Eule verwandeln und nachts durch den Wald fliegen. Tagsüber nahm sie wieder ihre menschliche Gestalt an. Die Zauberin verzauberte alle Menschen, die ihr zu nahe kamen. Junge Frauen verwandelte sie in Vögel und sperrte sie 10 in Käfige in ihrem Schloss. Ihre Begleiter konnten sich nicht mehr bewegen. Dort standen schon hunderte Käfige mit bunten Vögeln, die früher einmal Menschen waren. 15
Nachtigall, die: kleiner Vogel mit auffälligem Gesang
Jorinde und Joringel kamen in die Nähe des Schlosses, ohne es zu wissen. Die Sonne ging unter, und alles wurde still. Plötzlich sang Jorinde ein Lied: „Mein Vöglein, sing mir nicht, mein Lieb, das kommt zu Licht.“
20
Kaum hatte sie das gesungen, da wurde es ganz dunkel. Jorinde konnte sich nicht mehr bewegen. Wenige Augenblicke später verwandelte sie sich in eine rote Nachtigall.
Joringel stand da wie verzaubert und konnte sich auch nicht rühren. Dann kam die Zauberin – alt, böse und grimmig – und nahm Jorinde in der Gestalt des kleinen Vogels mit ins Schloss. Als sie fort war, konnte Joringel sich wieder bewegen, aber 25 Jorinde war verschwunden. Joringel weinte tagelang. Dann beschloss er, Jorinde zu retten. Er zog in die Welt hinaus, um etwas zu finden, das den Zauber brechen könnte. Nach vielen Monaten träumte er von einer leuchtend roten Blume mit einer goldenen Mitte. Im Traum erfuhr er, dass diese Blume ihn vor jedem Zauber schützen und 30 verwandelte Menschen erlösen konnte. Joringel machte sich auf die Suche. Nach langem Wandern fand er wirklich eine solche Blume. Er nahm die Blume und ging zum Schloss der Zauberin. Schon von weitem sah er die vielen Vögel in den Käfigen. Als er näherkam, 35 wollte die Zauberin ihn aufhalten – aber mit der Blume konnte er sie berühren, und sofort verlor sie ihre Zauberkraft. Dann berührte er mit der Blume die Nachtigall, in die Jorinde verwandelt worden war. In diesem Moment stand sie wieder als Mensch vor ihm, lebendig und unverletzt. 40
Eule, die: meist nachtaktiver Vogel mit großen Augen
Joringel befreite auch alle anderen Vögel. Sie verwandelten sich wieder in Menschen. Jorinde und Joringel gingen glücklich nach Hause und lebten friedlich zusammen bis an ihr Ende.
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grimmig: zornig und bedrohlich einen Zauber brechen: die Wirkung eines Zaubers beenden
Jorinde und Joringel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Reihenfolge-Rätsel – Lies den Text „Jorinde und Joringel“ noch einmal genau! Ordne die Ereignisse so, wie sie im Märchen passieren! Schreibe die Zahlen von 1 bis 8 in die Kästchen!
Die Blume schützt Joringel vor der Zauberkraft, und Jorinde wird erlöst. Joringel sucht lange nach der Blume. Jorinde wird in einen Vogel verwandelt. Joringel findet die Zauberblume. Joringel kann sich wieder bewegen, aber Jorinde ist verschwunden. Jorinde und Joringel gehen gemeinsam im Wald spazieren. Die Zauberin bringt Jorinde als Vogel in ihr Schloss. Joringel findet in einem Traum einen Hinweis. 2 Löse dieses Kreuzworträtsel!
senkrecht: 1. Wo sperrt die Zauberin die verzauberten Vögel ein? 2. Wer verwandelt Menschen in Vögel und sperrt sie ein? 3. In welchem Zustand erhält Joringel den Hinweis auf die Zauberblume? 4. Was kann die Zauberin nicht mehr gegen Joringel einsetzen, solange er die Blume bei sich trägt? 5. Wie heißt der Junge, der Jorinde retten will? 6. In welches Tier wird Jorinde verwandelt? 8. Wie heißt das Mädchen, das verzaubert wird?
waagrecht: 7. Was findet Joringel, um den Zauber der Zauberin zu brechen? 9. Was bekommt Joringel im Traum, das ihm bei der Suche hilft? 10. Welche Farbe hat die Zauberblume, die Joringel findet? 11. Welche Farbe hat die Mitte der Zauberblume? 12. Wo gehen Jorinde und Joringel spazieren, als das Unglück beginnt? 13. In welches Tier kann sich die Zauberin verwandeln?
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Jorinde und Joringel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Das Tagebuch von Jorinde oder Joringel – Wähle Jorinde oder Joringel aus! Versetze dich in die Figur und verfasse einen Tagebucheintrag über ein wichtiges Erlebnis! Beschreibe: • was die Figur erlebt, • was sie dabei fühlt, • worüber sie nachdenkt • und was sie als Nächstes tun möchte. Schreibe in der Ich-Form und verwende passende Gefühlswörter!
4 Märchen-Pantomime – Bildet kleine Gruppen (3 – 5 Personen) und stellt pantomimisch eine der folgenden Szenen dar!
Die Verwandlung – Jorinde wird in einen Vogel verwandelt. Die Suche nach der Blume Die Befreiung – Jorinde wird wieder ein Mensch. Joringel befreit alle anderen verzauberten Vögel. Die anderen Gruppen schauen genau zu und versuchen, die dargestellte Szene zu erraten! So gelingt eure Pantomime: • Überlegt zuerst gemeinsam: Welche Figuren kommen in der Szene vor? Was passiert genau? Welche Gefühle haben die Figuren? • Sprecht euch ab, wer welche Rolle spielt! • Achtet auf passende Bewegungen, Gesichtsausdrücke und Gesten! • Ihr dürft nicht sprechen! Tipp: Lest die passende Stelle im Märchen vor der Darstellung noch einmal genau durch und markiert wichtige Handlungen oder Gefühle der Figuren!
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Die zertanzten Schuhe Die zertanzten Schuhe
Saal, der: großer Raum für Versammlungen oder Feste
1
Es war einmal ein König, der zwölf Töchter hatte. Sie waren alle wunderschön und wohnten in einem großen Schloss. Jede Nacht schliefen sie in zwölf Betten in einem Saal – die Türen waren fest verschlossen. Doch jeden Morgen waren ihre Schuhe kaputt und durchgetanzt, als hätten sie die ganze Nacht getanzt.
5
Der König wunderte sich sehr und rief im ganzen Land aus: „Wer herausfindet, wo meine Töchter nachts hingehen, darf sich eine von ihnen zur Frau nehmen und wird mein Erbe. Wer es nach drei Nächten nicht schafft, muss das Leben lassen.“
durchgetanzt: durch langes Tanzen abgenutzt ausrufen: öffentlich bekannt machen Erbe, der: Mann, der nach dem Tod einer Person deren Besitz oder Stellung übernimmt; hier: Nachfolger des Königs
Viele Prinzen waren gekommen, aber keiner hatte das Geheimnis herausgefunden. Denn jede Nacht gaben die Prinzessinnen ihren Gästen Wein mit einem Schlaftrank 10 – und sobald sie schliefen, schlichen die Mädchen davon. Eines Tages kam ein armer Soldat aus dem Krieg. Er hatte nichts mehr, aber war mutig und freundlich. Er hörte vom Rätsel des Königs und wollte es versuchen. Auf dem Weg zum Schloss traf er eine alte Frau, die ihm sagte: „Trink den Wein der Prinzessinnen nicht! Und nimm diesen unsichtbar machenden Mantel – er wird dir 15 helfen.“ Der Soldat bedankte sich und ging zum König. Am Abend bekam auch er ein Glas Wein. Er tat jedoch nur so, als ob er tränke, und legte sich hin, als ob er schliefe. Als die Prinzessinnen glaubten, er schlafe fest, zog er heimlich den Zaubermantel an und wartete ab. 20
Da klopfte die älteste Prinzessin gegen ihr Bett, und plötzlich öffnete sich eine geheime Treppe im Boden. Eine nach der anderen stiegen die zwölf Schwestern hinunter. Der unsichtbare Soldat wartete einen Augenblick und schlich dann vorsichtig hinter ihnen her.
Unten kamen sie in einen wunderbaren silbernen Wald, dessen Blätter glitzerten wie 25 Sterne. Danach kamen sie in einen goldenen und schließlich in einen diamantenen Wald. Alles funkelte und leuchtete. Hinter den Wäldern lag ein großer See. Dort warteten zwölf goldene Boote, und in jedem Boot saß ein Prinz. Die Prinzessinnen stiegen ein, und der Soldat setzte sich heimlich zu der jüngsten Schwester. 30
Sie fuhren über den See und kamen zu einem Schloss, in dem Musik spielte und Fackeln brannten. Dort tanzten die Prinzessinnen die ganze Nacht, bis ihre Schuhe ganz kaputt waren. Am nächsten Morgen kehrten sie heim, und der Soldat folgte ihnen. Er hatte heimlich einen goldenen Becher vom Schloss mitgenommen.
das Leben lassen: sterben
35
Fackel, die: brennender Stab, der als Lichtquelle dient leugnen: behaupten, dass etwas nicht wahr ist
So geschah es drei Nächte lang. Am dritten Tag zeigte der Soldat dem König den Becher und erzählte alles, was er gesehen hatte. Die Prinzessinnen konnten nichts leugnen – das Rätsel war gelöst! Der König fragte den Soldaten, welche seiner Töchter er heiraten wolle. Er wählte die älteste, weil sie am vernünftigsten war.
40
Damit war das Geheimnis der zertanzten Schuhe gelüftet.
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Die zertanzten Schuhe Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Erstelle eine Bildergeschichte zum Märchen „Die zertanzten Schuhe“! Zeichne 4 bis 6 wichtige Szenen aus dem Märchen! Schreibe zu jeder Szene 1 – 2 Sätze, in denen du erklärst, was in dieser Szene passiert! Achte darauf, dass deine Bilder die Geschichte in der richtigen Reihenfolge zeigen! Male Sprechblasen oder Gedankenblasen in deine Bilder! Gib deiner Bildergeschichte einen eigenen Titel!
2 Beantworte die folgenden Fragen in deinem Heft! Warum hast du genau diese Szenen ausgewählt? Welche Szene findest du am wichtigsten? Begründe deine Antwort!
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Die zertanzten Schuhe Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Logical – Lies die Hinweise genau und ordne jeder Prinzessin genau ein Paar Schuhe zu! Trage dein Ergebnis in die Tabelle auf der nächsten Seite ein!
HINWEISE: 1. Anna steht oben links, Kira oben rechts. 2. Ella steht direkt unter Anna. Lena steht direkt unter Kira. 3. Bella steht unmittelbar rechts von Anna. 4.
Clara steht unmittelbar zwischen Bella und Dora.
5.
Jana steht unmittelbar rechts von Dora und unmittelbar links von Kira.
6. Fiona steht unmittelbar rechts von Ella. 7.
Greta steht unmittelbar zwischen Fiona und Hanna.
8. Ida steht unmittelbar rechts von Hanna und unmittelbar links von Lena. 9.
Auf Platz 1 werden schwarze Stiefel getragen, auf Platz 12 gelbe Holzschuhe.
10. Die roten Seidenschuhe befinden sich unmittelbar rechts von den schwarzen Stiefeln. Die pinken Lackschuhe werden oben rechts getragen. 11. Die blauen Samtschuhe befinden sich unmittelbar zwischen den roten Seidenschuhen und den goldenen Pumps. 12. Unmittelbar rechts von den goldenen Pumps befinden sich die weißen Spitzenschuhe. 13. Unten links werden grüne Lederschuhe getragen. Unmittelbar rechts davon befinden sich die silbernen Sandalen. 14. Die violetten Ballerinas befinden sich unmittelbar zwischen den silbernen Sandalen und den türkisen Sneakern. 15. Unmittelbar rechts von den türkisen Sneakern werden braune Stiefeletten getragen.
20
Die zertanzten Schuhe Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! Prinzessin
Schuhe
Anna Bella Clara Dora Ella Fiona Greta Hanna Ida Jana Kira Lena
4 Welche Hinweise haben dir besonders geholfen? Wähle drei Hinweise aus und erkläre kurz, warum sie wichtig waren!
5 Eine faire Entscheidung – Der König bestimmt, dass der Soldat eine seiner Töchter heiraten darf. Beurteile
diese Regel aus heutiger Sicht! Formuliere anschließend eine faire Lösung, bei der die Prinzessin und der Soldat selbst entscheiden können!
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Der Froschkönig Der Froschkönig Es war einmal eine junge Prinzessin, die wohnte mit ihrem Vater, dem König, in einem großen Schloss. Hinter dem Schloss war ein tiefer Brunnen im Wald. Dort 5 spielte die Prinzessin oft mit ihrer goldenen Kugel, ihrem Lieblingsspielzeug. 1
Brunnen, der: tiefe Anlage, aus der Wasser gewonnen wird
Eines Tages fiel die Kugel in den Brunnen. Sie rollte hinein und verschwand im Wasser. Die Prinzessin begann zu weinen, 10 weil sie die Kugel so sehr liebte. Da kam plötzlich ein Frosch aus dem Wasser und sagte: „Warum weinst du, Prinzessin?“ Sie antwortete: „Meine goldene Kugel ist in den Brunnen gefallen!“ Der Frosch sprach: „Ich kann sie dir heraufholen, aber du musst mir etwas versprechen: Ich will dein Freund sein, bei dir essen, aus deinem Becher trinken und in deinem 15 Bett schlafen.“ Die Prinzessin dachte: „Was für ein Unsinn! Ein Frosch kann doch kein Freund sein!“ Aber sie sagte: „Ja, ja, ich verspreche es, hol mir nur meine Kugel!“
Unsinn, der: etwas Unvernünftiges oder Sinnloses
Der Frosch tauchte ins Wasser und kam mit der Kugel zurück. Kaum hatte die Prinzessin sie wieder, lief sie fort und ließ den Frosch zurück. 20
Am nächsten Tag, beim Abendessen, klopfte es an die Tür. „Quak, Quak, Prinzessin, mach mir auf! Du hast mir versprochen, dass ich dein Freund sein kann.“ Die Prinzessin erschrak und erzählte dem König alles, was sie dem Frosch versprochen hatte. Der König sagte streng: „Was du versprochen hast, musst du auch halten!“
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sich ekeln: starken Widerwillen empfinden
Also ließ sie den Frosch herein. Er sprang auf den Tisch, aß von ihrem Teller und trank aus ihrem Becher. Dann sagte er: „Ich bin müde, trag mich in dein Bett, damit ich schlafen kann.“ Da ekelte sich die Prinzessin sehr vor dem kalten, feuchten Frosch. Widerwillig nahm sie ihn mit nach oben. Als der Frosch aber in ihrem Bett schlafen wollte, wurde sie zornig.
30
Vor Wut und Ekel warf sie den Frosch gegen die Wand. Doch in diesem Moment geschah etwas Wundersames: Der Frosch verwandelte sich in einen jungen Prinzen! Er erzählte, dass ihn eine böse Hexe verzaubert hatte. Durch die Begegnung mit der Prinzessin war der Zauber nun gebrochen.
35
Die Prinzessin schämte sich für ihr Verhalten und bat den Prinzen um Verzeihung. Am nächsten Tag brachte der Prinz sie in sein Reich. Später entschieden die beiden, zu heiraten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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Der Froschkönig Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Wer sagt das? – Lies die folgenden Sätze aufmerksam durch! Manche Sätze stammen genau aus dem Märchen, andere wurden leicht verändert. Ordne jeden Satz der passenden Figur zu!
Prinzessin – Frosch – König „Was du versprochen hast, musst du auch halten.“
„Ich kann dir deine goldene Kugel aus dem Brunnen holen.“
„Was für ein Unsinn! Ein Frosch kann doch kein Freund sein!“
„Warum weinst du so?“
„Lass mich herein, du hast mir etwas versprochen.“
„Trink aus meinem Becher und iss von meinem Teller.“
„Ich will dein Freund sein.“
„Ich bin müde und möchte in deinem Bett schlafen.“
2 Erfinde eine kurze neue Szene, die gut zum Märchen passen würde! Schreibe 4–5 Sätze!
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Der Froschkönig Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Gerecht oder ungerecht? – Im Märchen „Der Froschkönig“ zwingt der König die Prinzessin, ihr Versprechen gegenüber dem Frosch zu halten. Entscheide, ob du das Verhalten des Königs gerecht oder ungerecht findest! Begründe deine Meinung in 2–3 Sätzen!
4 Versetze dich in eine der beiden Rollen (König oder Prinzessin)! Beschreibe, was du an ihrer Stelle getan hättest, und begründe deine Entscheidung! Schreibe dazu 7–8 ganze Sätze! TIPP: Du kannst Wörter wie „weil“, „deshalb“, „meiner Meinung nach“ oder „ich finde“ verwenden.
5 Besprecht gemeinsam: Welche Handlungen des Froschs, der Prinzessin und des Königs findet ihr problematisch? Begründet eure Meinung!
6 Überlegt gemeinsam: Wie könnten die Figuren den Streit lösen, ohne jemanden zu zwingen oder persönliche Grenzen zu verletzen?
7 Nimm Stellung in deinem Heft: Muss man jedes Versprechen halten? Erkläre auch, wann man ein Versprechen zurücknehmen darf!
24
Rumpelstilzchen Rumpelstilzchen 1
Es war einmal ein armer Müller, der mit seiner Tochter in einem kleinen Haus lebte. Der Müller wollte beim König wichtiger erscheinen, als er wirklich war. Eines Tages gab er deshalb an: „Meine Tochter kann Stroh zu Gold spinnen!“
5
Als der König das hörte, wurde er neugierig. Vor allem aber dachte er an den vielen Reichtum, den er dadurch bekommen könnte. Sofort ließ er die Müllerstochter ins Schloss bringen. Dort führte er sie in eine große Kammer, die bis oben hin mit Stroh gefüllt war. In der Mitte standen ein Spinnrad und eine Spule.
10
„Wenn du bis morgen früh dieses ganze Stroh zu Gold spinnst“, sagte der König streng, „bleibst du am Leben. Wenn nicht, musst du sterben.“ Dann verließ er die Kammer und schloss die Tür hinter sich ab. Verzweifelt setzte sich die Müllerstochter auf einen Schemel und begann zu weinen. Sie wusste nicht, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte.
15
20
Plötzlich öffnete sich die Tür, und ein seltsames Männchen trat herein. „Warum weinst du so sehr?“, fragte es. Die Müllerstochter antwortete: „Ich soll Stroh zu Gold spinnen, aber ich kann das nicht.“
Stroh, das: getrocknete Halme von Getreide
Da grinste das Männchen und sprach: „Was gibst du mir, wenn ich es für dich tue?“
spinnen: Fasern zu einem Faden verarbeiten; hier: Stroh auf magische Weise in Gold verwandeln
Die Müllerstochter zog ihre goldene Halskette ab und gab sie ihm. Sofort setzte sich das Männchen an das Spinnrad. Die ganze Nacht arbeitete es fleißig. Das Rad surrte, die Spule drehte sich, und nach und nach wurde aus dem Stroh glänzendes Gold. Als der König am nächsten Morgen die Kammer betrat, staunte er sehr. Überall lag Gold. Doch statt zufrieden zu sein, wurde er noch gieriger.
25
Noch am selben Tag brachte er die Müllerstochter in eine zweite Kammer. Diese war größer als die erste und ebenfalls voller Stroh. „Auch dieses Stroh musst du bis morgen früh zu Gold spinnen“, befahl der König. Wieder blieb die Müllerstochter verzweifelt zurück. Kurz darauf erschien erneut das Männchen.
30
„Was gibst du mir diesmal?“, fragte es. Da schenkte sie ihm ihren Ring. Sofort begann das Männchen wieder zu spinnen. Bis zum Morgen hatte es das gesamte Stroh in Gold verwandelt. Als der König die zweite Kammer sah, glänzten seine Augen vor Freude. Doch seine Habgier war noch immer nicht gestillt.
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angeben: sich selbst wichtiger oder besser darstellen, als man ist
Am dritten Tag führte er die Müllerstochter in die größte Kammer des Schlosses. Berge von Stroh lagen darin. „Wenn du auch dieses Stroh zu Gold spinnst“, sagte der König, „dann sollst du meine Königin werden.“
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Kammer, die: Zimmer oder abgeschlossener Raum Spinnrad, das: Gerät zum Herstellen von Fäden Schemel, der: kleiner Sitz ohne Lehne surren: ein gleichmäßiges leises Geräusch erzeugen gierig: von einem maßlosen Wunsch nach Besitz erfüllt Habgier, die: maßloses Verlangen nach Besitz oder Reichtum
Rumpelstilzchen Kaum war die Tür geschlossen, begann die Müllerstochter wieder zu weinen. Sie 40 besaß nun nichts mehr, das sie dem Männchen geben konnte. Dennoch erschien es erneut. „Was gibst du mir diesmal?“, fragte es. „Ich habe nichts mehr“, antwortete die Müllerstochter traurig. 45
Da sprach das Männchen: „Dann versprich mir dein erstes Kind, wenn du Königin wirst.“ Die Müllerstochter erschrak. Doch weil sie große Angst hatte und keinen anderen Ausweg sah, versprach sie es schließlich. In dieser Nacht spann das Männchen wieder das ganze Stroh zu Gold.
Als der König am nächsten Morgen die Kammer betrat, war er begeistert. Nun hielt 50 er sein Versprechen und heiratete die schöne Müllerstochter. Nach einiger Zeit wurde die junge Königin Mutter eines Kindes. Sie hatte die Begegnung mit dem seltsamen Männchen längst vergessen. Doch eines Tages stand es plötzlich wieder vor ihr. „Nun gib mir, was du mir versprochen hast!“, rief es. 55
flehen: jemanden sehr eindringlich um etwas bitten
Die Königin erschrak sehr und begann zu weinen. „Bitte“, flehte sie, „nimm Gold, Schmuck oder alles, was ich besitze – nur nicht mein Kind!“ Doch das Männchen schüttelte den Kopf. Schließlich sagte es: „Ich gebe dir noch eine letzte Chance. Wenn du in drei Tagen meinen Namen errätst, darfst du dein Kind behalten.“
60
Sofort schickte die Königin Boten in alle Länder. Sie sollten möglichst viele Namen sammeln. Am ersten Tag fragte sie: „Heißt du vielleicht Kaspar? Oder Melchior? Oder Balduin?“ Doch das Männchen lachte nur. „So heiße ich nicht!“ Auch am zweiten Tag konnte die Königin seinen Namen nicht erraten.
65
Am dritten Tag kehrte endlich ein Bote zurück und berichtete: „Tief im Wald habe ich ein Männchen gesehen. Es sprang um ein Feuer herum und sang: ‚Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!’ “ Am Abend erschien das Männchen wieder im Schloss.
70
Die Königin fragte zuerst: „Heißt du vielleicht Kunz?“ „Nein.“ „Oder Heinrich?“ „Nein!“
75
Da lächelte die Königin und sagte ruhig: „Dann heißt du wohl Rumpelstilzchen.“ Als das Männchen seinen Namen hörte, wurde es vor Wut ganz rot im Gesicht. „Das hat dir der Teufel gesagt!“, schrie es.
stampfen: mit dem Fuß heftig auf den Boden treten
Vor Zorn stampfte es so fest auf den Boden, dass 80 es tief in die Erde einsank. Danach wurde es nie wieder gesehen. Die Königin war froh, ihr Kind behalten zu dürfen, und lebte glücklich mit ihrer Familie bis ans Ende ihrer Tage.
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Rumpelstilzchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 In diesem Suchrätsel haben sich 18 wichtige Begriffe aus dem Text versteckt. Suche diese und markiere sie mit Leuchtstift! TIPP: Suche waagrecht, senkrecht und diagonal!
2 Bilde mit vier Wörtern aus dem Suchrätsel je einen Satz, der zum Märchen passt!
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Rumpelstilzchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Schreibe einen Zeitungsartikel! Berichte, was im Schloss geschehen ist! Beantworte in deinem Artikel folgende Fragen: • Wer war an den Ereignissen beteiligt? • Was verlangte das Männchen von der Königin? • Wie fand die Königin seinen Namen heraus? • Wie rettete sie ihr Kind? • Was geschah am Ende mit Rumpelstilzchen? Schreibe 10–12 Sätze und bleibe bei den Ereignissen des Märchens!
Geheimnis im Schloss gelüftet – Rumpelstilzchen verschwindet spurlos!
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Schneewittchen Schneewittchen 1
Es war einmal mitten im Winter. Eine Königin saß an einem Fenster aus schwarzem Ebenholz und nähte. Draußen fielen die Schneeflocken vom Himmel. Plötzlich stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und drei Tropfen Blut fielen in den weißen Schnee.
5
Da sprach die Königin: „Ach, hätte ich doch ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz.“
Bald darauf bekam sie eine Tochter und nannte sie Schneewittchen. Doch kurz nachdem sie Schneewittchen zur Welt gebracht hatte, 10 starb die Königin. Nach einiger Zeit heiratete der König erneut. Die neue Königin war sehr schön, aber stolz und eitel. Sie besaß einen Zauberspiegel und fragte ihn jeden Tag: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ 15
20
Dann antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, doch Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“
Ebenholz, das: sehr dunkles, hartes Holz
Als die Königin das hörte, wurde sie neidisch und voller Zorn. Deshalb befahl sie einem Jäger:
eitel: übermäßig auf das eigene Aussehen oder die eigene Wirkung bedacht
„Bring Schneewittchen in den Wald und töte sie!“ Der Jäger führte das Mädchen zwar hinaus in den Wald, doch er brachte es nicht übers Herz, ihr etwas anzutun. Stattdessen sagte er: „Lauf fort und komm nie wieder zurück!“
25
Ängstlich lief Schneewittchen tief in den Wald hinein. Erst am Abend entdeckte sie ein kleines Häuschen. Drinnen war alles ordentlich und winzig klein: sieben Teller, sieben Becher, sieben Stühle und sieben Betten. Weil sie sehr müde war, legte sie sich in eines der Betten und schlief ein.
Als es dunkel wurde, kamen die Bewohner des Hauses zurück. Es 30 waren sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz und Edelsteinen suchten. Erstaunt betrachteten sie das schlafende Mädchen.
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Zauberspiegel, der: Spiegel mit magischen Kräften Erz, das: Gestein, aus dem Metall gewonnen werden kann Edelstein, der: seltener und wertvoller Schmuckstein
Schneewittchen 35
„Wenn du unser Haus ordentlich hältst, kochst und uns hilfst, darfst du bei uns wohnen.“
Mitleid, das: Anteilnahme am Leid eines anderen Menschen oder Lebewesens
Schneewittchen freute sich und blieb bei ihnen. 40
harmlos: ungefährlich und unschädlich
Am nächsten Morgen erzählte Schneewittchen den Zwergen ihre Geschichte. Die Zwerge hatten Mitleid mit ihr und sagten:
Doch der Zauberspiegel verriet der Königin bald, dass Schneewittchen noch lebte. Da verkleidete sich die Königin und ging selbst zu dem Häuschen der Zwerge. Beim ersten Mal schnürte sie Schneewittchen mit einem engen Band fast die Luft ab. Beim zweiten Mal vergiftete sie einen Kamm. Doch beide Male konnten die Zwerge Schneewittchen retten.
45
Schließlich bereitete die Königin einen giftigen Apfel vor. Eine Hälfte war harmlos, die andere vergiftet. Als sie Schneewittchen den Apfel anbot, biss das Mädchen in die giftige Seite und fiel sofort wie tot zu Boden.
50
Als die Zwerge am Abend heimkehrten, konnten sie Schneewittchen nicht mehr wecken. Sie fanden kein Lebenszeichen mehr und glaubten, sie sei gestorben. Weil Schneewittchen aber weiterhin wie eine Schlafende aussah, wollten sie sie nicht begraben. Deshalb legten sie sie in einen gläsernen Sarg. Viele Tage wachten die Zwerge bei ihr. Eines Tages kam ein Prinz 55 vorbei. Als er Schneewittchen im gläsernen Sarg sah, bat er die Zwerge, ihm den Sarg mitgeben zu dürfen. Während die Diener den Sarg 60 trugen, stolperte einer von ihnen. Dadurch löste sich das Stück vergifteter Apfel aus Schneewittchens Hals. Da öffnete Schneewittchen 65 plötzlich die Augen und begann wieder zu atmen.
Der Prinz freute sich sehr. Schneewittchen entschied sich, mit ihm auf sein Schloss zu gehen. Bald darauf feierten Schneewittchen und der Prinz ihre Hochzeit. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben Schneewittchen und der Prinz noch heute 70 glücklich. Auch die böse Königin hörte von dem Fest. Wieder fragte sie ihren Spiegel: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Der Spiegel antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, doch die junge Königin ist tausendmal 75 schöner als Ihr.“ Da erschrak die Königin so sehr, dass sie voller Angst floh und nie wieder gesehen wurde. Schneewittchen und der Prinz lebten glücklich zusammen.
30
Schneewittchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Märchen-Detektive – Lies die folgenden Sätze genau! In jedem Satz steckt ein Fehler! Finde ihn und schreibe den Satz im Anschluss richtig auf! TIPP: Denke daran, wie es im Märchen wirklich passiert ist!
Der König brachte Schneewittchen selbst in den Wald. Der Jäger tötete Schneewittchen, wie es die Königin befohlen hatte. Schneewittchen fand im Wald ein großes Schloss. In dem Häuschen lebten sechs Zwerge. Schneewittchen biss in eine Birne. Die Königin verkleidete sich nur einmal. Schneewittchen erwachte, weil der Prinz sie küsste. Die Zwerge legten Schneewittchen in ein Holzbett. Schneewittchen lebte mit sieben Riesen im Wald. Der Zauberspiegel sagte der Königin immer, dass sie die Schönste sei.
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Schneewittchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 2 Märchenmerkmale erkennen – Lies den Text „Schneewittchen“
noch einmal aufmerksam durch! Märchen haben typische Merkmale, die in vielen Geschichten vorkommen. Finde im Text passende Beispiele und trage sie ein! Eine magische Zahl: _______________________________ Eine böse Figur: __________________________________ Ein Wunder oder Zauber: _____________________________________________ Ein glückliches Ende: ________________________________________________
3 Schneewittchens WhatsApp-Chat – Stell dir vor, die Figuren aus dem Märchen „Schneewittchen“ könnten sich über WhatsApp Nachrichten schreiben! Lies die vorgegebenen Chatnachrichten! Ergänze eigene Chatnachrichten, die gut zur Geschichte passen! TIPP: Achte darauf, dass die Nachrichten zum Inhalt des Märchens und zu den Figuren passen!
Schneewittchen: „Ich habe Angst im Wald…“ Zwerg: „Bleib bei uns! Wir passen auf dich auf.“
Königin: „Willst du einen Apfel?“
4 Standbild-Theater – Stellt in Gruppen 3 Szenen ohne Worte dar! a) Schneewittchen und der Spiegel
b) Schneewittchen bei den Zwergen
c) Der vergiftete Apfel
Die anderen Gruppen schauen genau zu. Erratet, welche Szene dargestellt wird! Beschreibt außerdem, welche Gefühle die Figuren zeigen!
5 Besprecht anschließend: Warum ist Schönheit für die Königin so wichtig? Welche Eigenschaften eines Menschen sind wichtiger als sein Aussehen?
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Dornröschen Dornröschen Es lebten einmal ein König und eine Königin, die sich schon lange ein Kind wünschten. Endlich bekamen sie eine Tochter. Zur Taufe luden sie zwölf Feen ein, damit sie dem Kind gute Wünsche schenken sollten.
Taufe, die: christliche Feier zur Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche
Doch es gab dreizehn Feen im Land, und für die dreizehnte war kein goldener Teller 5 da. Sie war nicht eingeladen worden – und das hatte ihr gar nicht gefallen.
Gabe, die: Geschenk oder besondere Fähigkeit
1
Als die Feen dem Kind ihre Gaben gaben – Schönheit, Freundlichkeit, Musik und Glück – kam plötzlich die dreizehnte Fee herein. Sie war wütend und rief: „Wenn das Mädchen fünfzehn Jahre alt ist, soll es sich an 10 einer Spindel stechen und sterben!“ Dann verschwand sie. Alle waren entsetzt! Doch die zwölfte Fee hatte ihren Wunsch noch nicht ausgesprochen. Sie konnte den Fluch nicht aufheben, aber sie konnte ihn mildern. Sie sagte: 15
„Eure Tochter wird nicht sterben, sondern hundert Jahre schlafen, bis ein Prinz sie weckt.“ Darauf ließ der König alle Spindeln im Land verbrennen.
Viele Jahre vergingen. Als die Königstochter fünfzehn Jahre alt war, ging sie allein durch das Schloss. In einem Turm fand sie eine alte Frau, die spann. Neugierig griff 20 sie nach der Spindel und stach sich in den Finger. Sofort fiel sie in einen tiefen Schlaf, und mit ihr das ganze Schloss – der König, die Königin, die Diener, die Pferde, selbst die Fliegen an der Wand. Rings um das Schloss wuchs eine dichte Dornenhecke, die jedes Jahr höher wurde. Viele Prinzen versuchten, hindurchzukommen, aber sie verirrten sich oder blieben 25 stecken.
Spindel, die: Gerät zum Herstellen und Aufwickeln von Fäden Fluch, der: böser Wunsch, der Unheil bringen soll; hier: böser Zauber mildern: weniger stark oder schlimm machen Dornenhecke, die: dichte Reihe von Sträuchern mit Dornen
Nach hundert Jahren kam ein junger Prinz vorbei. Er hörte von dem schlafenden Schloss und wollte es wagen. Als er zur Hecke kam, öffnete sie sich wie von Zauberhand. 30
Er ging hinein und fand Dornröschen in tiefem Schlaf. Er beugte sich über sie und gab ihr einen Kuss. Da erwachte sie – und mit ihr das ganze Schloss! Die Pferde wieherten, die Köche kochten weiter, die Musik spielte. Dornröschen öffnete die Augen, lächelte – und sah den Prinzen.
35
Bald darauf feierten Dornröschen und der Prinz ihre Hochzeit, und sie lebten glücklich bis an ihr Ende.
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sich verirren: den richtigen Weg verlieren Zauberhand, die: vorgestellte Hand, die durch Magie wirkt; hier: unsichtbare magische Kraft
Dornröschen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Satzdetektive – Lies das Märchen genau! Markiere alle Sätze, in denen etwas Magisches oder Übernatürliches passiert! Wie viele findest du? Welche sind es?
2 Leseauftrag mit Rätselcharakter – Lies den Text genau! Kreuze bei jeder Frage die richtige Antwort an! Schreibe den Buchstaben der richtigen Antwort unten auf! Nur wenn du genau gelesen hast, entsteht das Lösungswort!
Frage
Wie viele Feen gab es im Land? Wie lange sollte die Königstochter schlafen? Wie alt war die Königstochter, als sie sich stach? Wodurch erwacht die Königstochter am Ende?
Antwortmöglichkeiten
zwölf A fünfzehn Jahre E fünfzehn Jahre S durch Musik N
dreizehn K zwölf Jahre R dreizehn Jahre T durch einen Kuss S
LÖSUNGSWORT:
3 Märchen-Fakten-Suche – Beantworte in Stichworten! Wer spricht einen Fluch aus? Was macht der König mit den Spindeln im Land?
Wer erlöst die Königstochter nach hundert Jahren?
4 Hörspiel gestalten: Unser „Dornröschen-Radio-Märchen“ – Bildet drei Gruppen! Jede Gruppe übernimmt eine wichtige Rolle!
Lese-Gruppe • Diese Gruppe liest den Märchentext deutlich und langsam vor. • Achtet auf passende Betonung, Gefühle und Pausen. Geräusche-Gruppe • Diese Gruppe gestaltet passende Geräusche zum Märchen. Beispiele: Wind, Schritte, Schnarchen, Vogelstimmen oder das Knacken der Dornenhecke. • Ihr dürft dafür eure Stimmen oder einfache Gegenstände verwenden. Technik- und Musikgruppe • Diese Gruppe nimmt das Hörspiel auf. • Sie sorgt dafür, dass man alle Stimmen gut hören kann. • Außerdem wählt sie leise Hintergrundmusik für spannende oder ruhige Stellen aus.
34
hundert M hundert Jahre U hundert Jahre L durch die Dornenhecke P
Dornröschen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 5 Traumszene aus Dornröschens Schlaf – Im Märchen wird nicht erzählt, ob Dornröschen während ihres
langen Schlafs träumt. Stell dir vor, sie hätte einen Traum: Was sieht sie? Wen trifft sie? Was erlebt sie? Schreibe eine frei erfundene Traumgeschichte! Beschreibe darin auch, was sich Dornröschen für ihre Zukunft wünscht!
6 Wortfeld-Wettlauf „Schlaf“ – Sammelt in Partnerarbeit in zwei Minuten alle Wörter, die mit Schlaf zu tun haben (z. B. Traum, Ruhe, Müdigkeit, Zeit, Bett …)! Welche Gruppe hat die meisten Wörter gesammelt?
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Rapunzel Rapunzel Rapunzeln, die: Pflanze, deren Blätter als Salat gegessen werden; hier: Pflanze im Garten der Zauberin
1
Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die sich schon lange ein Kind wünschten. Ihr Haus stand neben einem hohen Garten mit vielen schönen Pflanzen. Dieser Garten gehörte einer bösen Zauberin, die niemanden hineinließ.
Eines Tages sah die Frau aus dem Fenster und entdeckte dort frische Rapunzeln. 5 Sie bekam solche Sehnsucht danach, dass sie krank wurde. Da sprach ihr Mann: „Ich hole dir welche, damit du wieder gesund wirst.“ In der Nacht kletterte er über die Mauer und pflückte ein paar Rapunzeln. Die Frau aß sie auf – und wollte gleich wieder welche. Als der Mann erneut in den Garten ging, stand plötzlich die Zauberin vor ihm! Sie rief: „Wie kannst du es wagen, aus meinem Garten zu stehlen?“
10
Der Mann bat um Verzeihung. Da sagte die Zauberin: „Ich lasse dich leben, wenn du mir euer Kind gibst, sobald es geboren ist!“ Aus Angst stimmte der Mann zu. 15
Als das Kind geboren wurde, holte die Zauberin es zu sich und nannte es Rapunzel. Das Mädchen wuchs heran und hatte sehr lange, goldene Haare. Weil die Zauberin Rapunzel vor der Welt verstecken wollte, sperrte sie das Mädchen im Alter von zwölf Jahren in einen hohen Turm ohne Tür und ohne Treppe. Ganz oben befand sich nur ein kleines Fenster.
20
Wenn die Zauberin zu ihr wollte, rief sie: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“
Dann ließ Rapunzel ihre langen Zöpfe hinab, und die Zauberin kletterte hinauf. Eines Tages hörte ein Prinz Rapunzel im Turm singen. Ihre Stimme gefiel ihm so gut, dass er immer wieder zurückkehrte. Schließlich beobachtete er die Zauberin und 25 merkte sich ihre Worte. es wagen: trotz einer möglichen Gefahr oder Schwierigkeit etwas tun
Am nächsten Tag rief auch er: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ Rapunzel ließ ihre Haare hinab. Als statt der Zauberin plötzlich ein fremder Prinz vor ihr stand, erschrak sie sehr. Doch der Prinz sprach freundlich mit ihr, und bald besuchte er sie immer wieder. Mit der Zeit verliebten sich die beiden. 30
Zopf, der: aus mehreren Haarsträhnen geflochtenes Haar
Doch eines Tages merkte die Zauberin, was geschehen war. Sie schnitt Rapunzel die Zöpfe ab und brachte sie weit weg in eine Wüste. Als der Prinz kam, ließ die Zauberin die Zöpfe hinunter, doch oben wartete sie auf ihn! Sie schrie so laut, dass der Prinz vor Schreck aus dem Turm fiel – er überlebte – aber wurde blind.
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Lange irrte er durch Wälder und Dörfer. Eines Tages hörte er eine vertraute Stimme – Rapunzel! Als sie sich umarmten, fielen ihre Tränen auf seine Augen, und er konnte wieder sehen. Rapunzel und der Prinz gingen gemeinsam in sein Königreich. Dort lebten sie glücklich, und die Zauberin wurde nie wieder gesehen.
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Rapunzel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 „Wer? Wo? Was?“ – Figurenfinder. Ergänze zu jeder Figur zwei Stichworte! Rapunzel: Wo lebt sie? Wen trifft sie im Turm? Zauberin: Warum sperrt sie Rapunzel ein? Prinz: Wie zeigt er seinen Mut?
2 Lesetipp mit Farben – Lies den Text und unterstreiche: alle magischen Dinge blau alle Gefühle rot alle Ortsangaben grün
3 Die geheime Tagebuchseite – Verfasse aus Rapunzels Sicht eine Tagebuchseite! „Heute habe ich zum ersten Mal jemanden anderen als die Zauberin gesehen...“ Was denkt und fühlt sie?
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Rapunzel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 4 Freiheit & Vertrauen – Denkaufgabe zu „Rapunzel“. Rapunzel lebt viele Jahre allein in einem Turm. Erst
durch den Prinzen lernt sie einen anderen Menschen kennen. Erkläre in 1–2 Sätzen, warum die Begegnung mit dem Prinzen Rapunzels Leben verändert!
Überlege und begründe: Warum sind Freiheit und Kontakt zu anderen Menschen für Kinder und Erwachsene wichtig? Schreibe 2–3 Sätze!
Wem vertraust du im Alltag besonders? Erkläre auch, warum!
5 Rapunzel heute – modernes Märchen. Stelle dir vor: Rapunzel wohnt heute in einem Hochhaus und
der Prinz ist ein YouTuber. Schreibe eine moderne Märchenszene und beschreibe, wie sich die beiden kennenlernen! Nutze passende Ideen aus der heutigen Zeit, zum Beispiel Handy, Social Media oder Videos!
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Hänsel und Gretel Hänsel und Gretel 1
Es war einmal ein armer Holzfäller, der lebte mit seiner zweiten Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel, in einem kleinen Haus am Waldrand. Eines Tages gab es kaum noch etwas zu essen. Da sagte die Stiefmutter:
5
„Wir müssen die Kinder in den Wald bringen. Wenn sie nicht mehr bei uns sind, reicht das wenige Essen für uns beide. Sonst verhungern wir alle!“ Der Vater war traurig, doch schließlich stimmte er zu.
Hänsel hatte alles gehört. In der Nacht sammelte er kleine weiße Steine und steckte 10 sie heimlich in seine Tasche. Am nächsten Morgen führte die Stiefmutter die Kinder tief in den Wald. Unterwegs ließ Hänsel die Steine auf den Boden fallen. Als es dunkel wurde, leuchteten die Steine im Mondschein. Hänsel und Gretel fanden dadurch den Weg zurück nach Hause. Doch die Stiefmutter wurde zornig. Am nächsten Tag brachte sie die Kinder noch 15 tiefer in den Wald. Diesmal hatte Hänsel keine Steine mehr und streute Brotkrumen aus. Aber die Vögel pickten sie auf, und die Kinder konnten den Weg nicht mehr finden. Hungrig und müde liefen Hänsel und Gretel durch den Wald. Da entdeckten sie ein Häuschen. Es war aus Brot gebaut, mit Kuchen gedeckt und hatte Fenster aus Zucker. 20 Sie begannen davon zu essen.
Brotkrumen, die: kleine Stücke von Brot aufpicken: mit dem Schnabel aufnehmen; hier: die Brotkrumen fressen
Plötzlich rief eine Stimme aus dem Haus: „Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Die Kinder antworteten: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ 25
Da öffnete sich die Tür, und eine alte Frau trat heraus. Sie sprach freundlich und lockte die Kinder ins Haus. Doch in Wahrheit war sie eine böse Hexe, die Kinder fangen wollte. Am nächsten Morgen sperrte sie Hänsel in einen Käfig. „Ich werde dich mästen, bis du fett bist!“, sagte sie. Gretel musste im Haus arbeiten und Holz holen.
30
Jeden Tag verlangte die Hexe: „Zeig mir deinen Finger, Hänsel!“
mästen: jemanden reichlich füttern, damit diese Person oder dieses Tier dick wird; hier: Hänsel dick machen, um ihn später zu essen
Doch Hänsel streckte ihr ein dünnes Stöckchen hin, weil die Hexe schlecht sehen konnte. So glaubte sie, er sei noch immer zu mager. Schließlich wurde die Hexe ungeduldig. Sie befahl Gretel, den Ofen anzuheizen. „Steck den Kopf hinein und sieh nach, ob das Feuer heiß genug ist!“, sagte sie. 35
Aber Gretel durchschaute den Trick. „Ich weiß nicht, wie das geht“, antwortete sie. Da beugte sich die Hexe selbst vor den Ofen. Schnell gab Gretel ihr einen Stoß und die Hexe fiel hinein.
Nun befreite Gretel ihren Bruder aus dem Käfig. Im Haus fanden die Kinder Kisten 40 voller Gold und Edelsteine. Sie nahmen die Schätze mit und fanden den Weg zurück nach Hause. Der Vater freute sich sehr, denn die Stiefmutter war inzwischen gestorben. Von nun an mussten Hänsel und Gretel nie mehr hungern und lebten glücklich und sicher zusammen bis ans Ende ihrer Tage.
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Stöckchen, das: kleines Stück Holz
Hänsel und Gretel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Wörter sammeln – Emotionen erkennen. Lies den Märchentext noch einmal aufmerksam durch! Achte besonders auf Wörter, die Gefühle zeigen! Markiere im Text alle Wörter oder Textstellen, die ein Gefühl ausdrücken! Sammle diese Gefühlswörter und schreibe sie auf!
Ordne die Gefühle anschließend auf einer „Gefühlsleiter“ an! • ganz unten: der traurigste oder schlimmste Moment • ganz oben: der fröhlichste oder glücklichste Moment
2 Chatverlauf: Hänsel und Gretel heute – Wie würden sie heute kommunizieren? Lies die vorgegebenen Chatnachrichten! Ergänze den WhatsApp-Chat mit mindestens 6 weiteren Nachrichten! Achte darauf, dass die Nachrichten zur Geschichte passen! Hänsel: „Ich glaube, wir haben uns im Wald verlaufen!“ Gretel: „Zum Glück hat mein Handy noch genug Akku!“
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Hänsel und Gretel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Hexenhaus-Detektiv – Spurensets. Im Märchen „Hänsel und Gretel“ hat die Hexe an verschiedenen Orten Spuren hinterlassen. Jedes Spurenset gehört zu einer bestimmten Szene aus dem Märchen. Lies jedes Spurenset genau durch! Ordne jedem Spurenset die passende Szene zu! Erkläre kurz, warum die Spuren zu dieser Szene passen!
Spurenset A Brotstück Zucker Kuchenbrösel
Spurenset B Käfig dünnes Stöckchen Brotstück
Welche Szene ist gemeint?
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Erklärung:
Spurenset C Kieselsteine Fußspuren Mondschein
Spurenset D Brotkrumen Vögel Waldweg
Welche Szene ist gemeint?
Welche Szene ist gemeint?
Erklärung:
Erklärung:
Spurenset E Goldstück Edelstein Hexenhaus
Erfinde dein eigenes Spurenset mit 3 Spuren und beschreibe, zu welcher Szene es gehört!
Welche Szene ist gemeint? Erklärung:
4 Fake-Profil erstellen: Die Hexe aus „Hänsel und Gretel“. Stelle dir vor, die Hexe aus dem Märchen „Hänsel
und Gretel“ hätte ein Profil in den sozialen Medien! Erstelle ein Fake-Profil für die Hexe in deinem Heft! Dein Profil soll enthalten: • einen Profilnamen • eine kurze Biographie (2 – 3 Sätze über die Hexe) • 3 – 4 „Fotos“ (du kannst sie zeichnen oder beschreiben) • 2 – 3 Kommentare unter den Fotos Überlege dir anschließend: Was würden Hänsel und Gretel unter die Fotos der Hexe schreiben? Schreibe je mindestens einen Kommentar von Hänsel und von Gretel! Achte darauf, dass die Kommentare zur Geschichte passen! Tipps: Die Hexe möchte auf ihrem Profil freundlich und nett wirken. Die Kommentare sollen zur Geschichte passen. Verwende keine Beleidigungen.
41
Die sieben Raben Die sieben Raben 1
Ein Mann und eine Frau hatten sieben Söhne und wünschten sich schon lange eine Tochter. Endlich bekamen sie eine kleine Tochter. Sie war sehr zart und schwach, deshalb sorgten sich die Eltern sehr um sie. Eines Tages sollte das Mädchen getauft werden, damit es unter besonderem Schutz stand.
5
Der Vater schickte die sieben älteren Brüder zum Brunnen, um Wasser für die Taufe zu holen. Die Jungen wollten schnell sein, doch beim Schöpfen fiel ihnen der Krug in den Brunnen. Sie erschraken sehr und trauten sich nicht, ohne Wasser nach Hause zurückzukehren.
zart: fein und empfindlich; hier: körperlich schwach Krug, der: Gefäß mit einem Henkel, in dem man Flüssigkeiten aufbewahren oder tragen kann Flügelschlag, der: Bewegung der Flügel, besonders beim Fliegen bereuen: bedauern, etwas gesagt oder getan zu haben
10
Der Vater wartete lange auf seine Söhne. Als sie nicht zurückkamen, wurde er ungeduldig und rief zornig: „Ich wünschte, sie würden alle zu Raben werden!“ Noch während die sieben Brüder am Brunnen standen, verwandelten sie sich in schwarze Raben und flogen mit lautem Flügelschlag davon. Die Eltern waren verzweifelt und bereuten die Worte des 15 Vaters sehr, doch der Zauber ließ sich nicht rückgängig
machen. Aus Angst und Traurigkeit beschlossen sie, ihrer Tochter lange nichts davon zu erzählen. Sie hofften, dass sie sie so vor dem Schmerz schützen könnten. 20
Als das Mädchen größer wurde, erfuhr sie zufällig die Wahrheit. Sie war sehr traurig, doch sie fasste einen mutigen Entschluss: „Ich will meine Brüder suchen und erlösen, auch wenn der Weg weit und gefährlich ist.“
25
Morgenstern, der: Himmelskörper, der vor Sonnenaufgang besonders hell leuchtet; hier: einer der Sterne, denen das Mädchen begegnet
Sie verabschiedete sich leise von ihren Eltern. Von ihnen nahm sie einen kleinen Ring als Erinnerung mit. Dann machte sie sich ganz allein auf den Weg.
Sie wanderte lange und kam zur Sonne, zum Mond und zu den Sternen, doch nur der Morgenstern hatte Mitleid mit ihr. Er schenkte ihr einen kleinen Knochen, mit dem sie die Tür zum Glashaus der sieben Raben öffnen sollte. Das Mädchen dankte ihm 30 und setzte ihre Reise voller Hoffnung fort. Schließlich fand sie das Glashaus der sieben Raben. Die Tür war verschlossen. Da bemerkte das Mädchen, dass es den kleinen Knochen verloren hatte. Weil es keinen anderen Schlüssel hatte, schnitt es sich ein kleines Stück von seinem Finger ab und steckte es in das Schloss. Da öffnete sich die Tür. Drinnen sah sie sieben Tellerchen 35 und sieben Becherchen, aus denen sie vorsichtig trank. In den letzten Becher legte sie ihren Ring als Zeichen ihrer Liebe. Als die sieben Raben zurückkamen, entdeckten sie den Ring und erkannten ihn sofort. „Unsere Schwester war hier!“, riefen sie voller Freude. Da trat das Mädchen hervor. In diesem Moment brach der Zauber. Die Raben 40 verwandelten sich zurück in die sieben Brüder. Glücklich umarmten sie ihre Schwester und kehrten gemeinsam nach Hause zurück. Dort wurden sie voller Freude empfangen, und die Familie lebte glücklich zusammen bis ans Ende ihrer Tage.
42
Die sieben Raben Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Figuren-Puzzle – Die Satzanfänge und Satzenden sind durcheinandergeraten! Finde die passenden Paare und verbinde sie richtig!
Der Vater …
… wurden durch einen Zauber in Raben verwandelt,
Die Eltern …
… brach, als das Mädchen hervortrat.
Die sieben Brüder … Das Mädchen …
… war die Familie wieder vereint. … sprach im Ärger einen unbedachten Wunsch aus.
Der Zauber …
… machte sich mutig auf den Weg, um ihre Brüder zu retten.
Die Raben …
… wollten ihre Tochter beschützen und hatten große Angst.
Am Ende
… erkannten ihre Schwester an dem Ring.
2 Kleiner Gegenstand – große Bedeutung. Im Märchen „Die sieben Raben“ spielt ein kleiner Gegenstand eine sehr wichtige Rolle: der Ring. Schreibe einen kurzen Text, in dem du erklärst:
• Warum der Ring für die Brüder wichtig ist. • Woran die Brüder ihre Schwester erkennen. • Wie der Ring dabei hilft, den Zauber zu brechen.
43
Die sieben Raben Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Raben – Kryptogramm. Die Raben möchten ihrer Schwester eine geheime Botschaft schicken. Doch die Nachricht ist verschlüsselt. Dafür haben sie sich den folgenden Lösungsschlüssel ausgedacht.
§
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M
Y
Z
§4 #7%@ 2& %3:§%@5 0 Entschlüssle die Nachricht und schreibe den Klartext auf!
4 Erfinde nun deinen eigenen Raben-Code! Schreibe eine kurze geheime Nachricht (z. B. 1–2 Sätze)! Verschlüssle sie mit deinem Code! Tausche dein Kryptogramm mit einer Partnerin oder einem Partner und versucht gegenseitig, die Botschaften zu entschlüsseln! TIPPS: Du kannst Buchstaben durch Zahlen, Symbole oder Zeichen ersetzen. Wichtig ist, dass dein Code klar erklärt ist!
5 Glashaus-Rätsel – Lies die Rätsel aufmerksam durch! Überlege, welcher Ort, Gegenstand oder welche Figur aus dem Märchen gemeint ist! Schreibe die Lösung auf und erkläre sie in 1–2 Sätzen! „Ich bin glatt, durchsichtig und zerbrechlich. In mir wohnen die sieben Raben.“ Lösung: Erklärung: „Ich bin klein und diene als Schlüssel. Der Morgenstern schenkt mich dem Mädchen.“ Lösung: Erklärung: „Ich bin klein und gehöre dem Mädchen. Die Raben erkennen daran, dass ihre Schwester da war.“ Lösung: Erklärung: „Wir sind sieben Brüder, aber wir sehen eine Zeit lang wie schwarze Vögel aus.“ Lösung: Erklärung: „Zu mir gehen die Brüder, um Wasser für die Taufe zu holen.“ Lösung: Erklärung:
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Frau Holle Frau Holle 1
5
Es war einmal eine Frau, die hatte eine Tochter und eine Stieftochter. Die Stieftochter war fleißig, freundlich und hilfsbereit. Die eigene Tochter der Frau war faul und unfreundlich. Die Frau mochte ihre eigene Tochter lieber. Das fleißige Mädchen musste dagegen sehr viel arbeiten. Jeden Tag musste es am Brunnen sitzen und Wolle spinnen, bis ihm die Finger weh taten.
Eines Tages war dem fleißigen Mädchen die Spule in den Brunnen gefallen. Es hatte große Angst, denn die Stiefmutter würde sehr wütend sein. Darum sprang das Mädchen in den Brunnen, um die 10 Spule wiederzuholen. Plötzlich war es nicht mehr im Wasser, sondern in einer wunderbaren Welt. Es ging einen Weg entlang und kam zu einem Backofen. Darin lagen viele Brote. Sie riefen: „Zieh uns heraus, wir sind schon lange fertig!“ 15
Das Mädchen half sofort und holte die Brote heraus. Dann kam es zu einem Apfelbaum. Die Äpfel riefen: „Schüttel uns, wir sind reif!“ Das Mädchen schüttelte den Baum, und die Äpfel fielen herunter.
Schließlich kam das Mädchen zu einem Haus. Darin wohnte Frau Holle. Sie hatte 20 große Zähne, doch sie war nicht böse. Frau Holle sagte: „Bleib bei mir und hilf mir im Haus. Wenn du gut arbeitest, wird es dir gut gehen.“
Spule, die: Gegenstand, auf den ein Faden aufgewickelt wird
Das Mädchen blieb bei Frau Holle. Es arbeitete fleißig und schüttelte jeden Tag die Betten kräftig. Wenn es das tat, fiel auf der Erde Schnee. So sorgte Frau Holle für den Winter. 25
Nach einiger Zeit bekam das Mädchen Heimweh. Es wollte wieder nach Hause. Frau Holle führte es zu einem großen Tor. Als das Mädchen hindurchging, fiel Gold auf es herab. Es war ganz mit Gold bedeckt, weil es so fleißig und freundlich gewesen war.
Heimweh, das: Sehnsucht nach dem eigenen Zuhause
Zu Hause staunte die Stiefmutter sehr. Als sie hörte, wie das Gold gekommen war, schickte sie ihre faule Tochter ebenfalls los. 30
Auch diese sprang in den Brunnen und kam in die wunderbare Welt. Doch sie half weder den Broten noch dem Apfelbaum. Bei Frau Holle war sie faul und machte ihre Arbeit schlecht. Als die faule Tochter durch das Tor ging, fiel kein Gold auf sie. Stattdessen fiel Pech auf sie herab. Das Pech blieb für immer an ihr kleben.
35
Da wusste die Mutter: Fleiß und Freundlichkeit werden belohnt, Faulheit und Gemeinheit nicht. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
45
Pech, das: schwarze, klebrige Masse
Frau Holle Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Lies den Text „Frau Holle“ noch einmal genau durch! Entscheide, ob die Aussagen richtig oder falsch sind! Kreuze an: R (= richtig) oder F (= falsch)!
R A
Das fleißige Mädchen wird von der Stiefmutter bevorzugt.
B
Die Spule fällt in den Brunnen.
C
Frau Holle ist böse und gemein.
D
Durch das Schütteln der Betten schneit es auf der Erde.
E
Das fleißige Mädchen springt freiwillig in den Brunnen.
F
Die Stiefmutter behandelt beide Mädchen gerecht.
G
Das fleißige Mädchen hilft dem Backofen und dem Apfelbaum.
H
Das fleißige Mädchen bekommt am Ende Pech.
I
Die faule Tochter arbeitet bei Frau Holle fleißig und sorgfältig.
J
Das fleißige Mädchen arbeitet gut bei Frau Holle.
2 Verbessere alle falschen Aussagen, indem du sie richtig aufschreibst!
46
F
Frau Holle Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Warum ist das so? – Im Märchen „Frau Holle“ passieren viele Dinge aus einem bestimmten Grund. Beantworte die folgenden Fragen in ganzen, verständlichen Sätzen! Erkläre dabei, warum etwas passiert!
Warum bekommt das fleißige Mädchen Gold?
Warum bekommt die faule Tochter Pech?
Findest du es gerecht, wie Frau Holle die beiden Mädchen behandelt? Begründe deine Meinung!
4 Meine Meinung zum Märchen – Beantworte schriftlich: • Was gefällt dir an der Geschichte? • Was gefällt dir nicht? • Welche wichtige Botschaft steckt in dem Märchen? • Was zeigt uns das Märchen über richtiges und falsches Verhalten? • Welche Regel fürs Leben lernst du aus der Geschichte?
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Der gestiefelte Kater Der gestiefelte Kater 1 Ein Müller hatte drei Söhne. Als er starb, teilte er seinen Besitz unter
ihnen auf. Der älteste Sohn erbte die Mühle, der zweite den Esel und der jüngste bekam nur einen Kater. Darüber war der jüngste Sohn sehr enttäuscht. Doch plötzlich sprach 5 der Kater zu ihm:
„Sei nicht traurig! Besorge mir nur ein Paar Stiefel und einen Sack, dann will ich dir helfen.“ Verwundert tat der junge Mann, was der Kater verlangte. Bald zog der Kater mit seinen Stiefeln hinaus in die Welt. 10 Geschickt fing er Hasen und Rebhühner und brachte sie dem König.
Jedes Mal sagte er: „Diese Geschenke sendet mein Herr, der Graf von Carabas.“ So lernte der König den Namen kennen, obwohl der junge Mann in Wirklichkeit gar kein Graf war. Besitz, der: alles, was jemandem gehört, zum Beispiel Tiere, Häuser oder Geld hinaus in die Welt gehen: von zu Hause weggehen, um etwas zu erleben oder zu erreichen
15
Eines Tages hörte der Kater, dass der König mit seiner Tochter am Fluss entlangfahren wollte. Daraufhin sagte er zu seinem Herrn: „Steig ins Wasser und bade dort. Den Rest überlasse mir.“ Während der junge Mann badete, versteckte der Kater dessen Kleidung. Kurz darauf kam die königliche Kutsche vorbei. Sofort rief der Kater laut:
20
„Hilfe! Hilfe! Mein Herr, der Graf von Carabas, wird beraubt!“ Der König ließ den jungen Mann aus dem Wasser holen und gab ihm prächtige Kleidung. Auch die Prinzessin fand Gefallen an ihm.
Rebhuhn, das: hühnerähnlicher Wildvogel
Während der König mit seiner Tochter und dem jungen Mann weiterfuhr, eilte der Kater voraus. Auf den Feldern drohte er den Bauern: 25
„Wenn der König fragt, wem dieses Land gehört, müsst ihr antworten: dem Grafen von Carabas!“ Aus Angst gehorchten die Bauern. So glaubte der König, der junge Mann sei sehr reich.
30
Schließlich erreichte der Kater ein großes Schloss. Dort wohnte ein Zauberer, der sich in verschiedene Tiere verwandeln konnte. Listig brachte der Kater ihn dazu, sich in eine kleine Maus zu verwandeln. Schnell sprang der Kater auf die Maus und fraß sie auf.
Nun gehörte das Schloss dem jungen Mann. Der König war beeindruckt und erlaubte ihm, die Prinzessin zu heiraten. So wurde aus dem armen Müllerssohn wirklich ein 35 reicher Graf. Der gestiefelte Kater lebte glücklich im Schloss, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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Der gestiefelte Kater Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Silbenrätsel
– Setze die Silben so zusammen, dass Wörter aus dem Märchen entstehen! Schreibe jedes Lösungswort auf!
Ka-
-ge
-nig -sin
FelStie-
-zes -se
LüMülHa-
Reb-
-huhn Prin-
-der -ler
Schloss
Kö-
-ter
-fel
2 Wörter werden lebendig – Du hast im Silbenrätsel wichtige Wörter aus dem Märchen gefunden! Jetzt werden diese Wörter zu Bildern, Szenen und Ideen!
a) Wähle vier Wörter aus dem Silbenrätsel! b) Gestalte zu jedem Wort eine passende Szene aus dem Märchen! Du kannst: • zeichnen, • eine Sprechblase schreiben • oder beides kombinieren. c) Schreibe zu jeder Szene 1–2 Sätze! Erkläre darin, an welcher Stelle des Märchens das Wort vorkommt und was dort passiert!
49
Der gestiefelte Kater Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Neues Ende erfinden – Erfinde ein anderes Ende! Wähle aus: • Der Kater wird enttarnt. • Der Müllersohn gesteht dem König und der Prinzessin, dass er kein Graf ist und der Kater alle getäuscht hat. Wie reagiert die Prinzessin, und wie entscheidet sie sich?
4 Gestalte ein Plakat zum Märchen „Der gestiefelte Kater“! Dein Plakat soll folgende Bereiche enthalten: 1. Figuren – Stelle die wichtigsten Figuren vor (z. B. Kater, Müllersohn, König, Prinzessin, Zauberer). Du kannst sie zeichnen oder kurz beschreiben! 2. Listen des Katers – Beschreibe 2–3 schlaue Tricks, mit denen der Kater seinem Herrn hilft! 3. Botschaft des Märchens – Schreibe auf, was man aus dem Märchen lernen kann (z. B. Klugheit ist wichtiger als Stärke)! 4. Deine eigene Meinung – Schreibe 2–3 Sätze, in denen du sagst, wie dir das Märchen gefallen hat und was du über den Kater denkst!
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Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack 1
5
Ein Schneider hatte drei Söhne. Als sie groß genug waren, gingen sie hinaus in die Welt, um ein Handwerk zu lernen und Geld zu verdienen. Der älteste Sohn lernte bei einem Tischlermeister. Zum Abschied bekam er ein besonderes Geschenk: ein Tischlein. Wenn man sagte: „Tischlein, deck dich!“, standen plötzlich köstliche Speisen darauf.
Auf dem Heimweg kehrte der Sohn bei einem Wirt ein. Der Wirt sah das Tischlein und war sehr neidisch. 10 In der Nacht tauschte er das echte Tischlein gegen ein falsches aus. Zu Hause sagte der Sohn: „Tischlein, deck dich!“ Doch es passierte nichts. Der Vater wurde böse und glaubte, sein Sohn habe gelogen. 15
Der zweite Sohn ging ebenfalls hinaus und lernte einen Beruf. Als er zurückkam, bekam er einen Esel. Wenn man sagte: „Bricklebrit!“, spuckte der Esel Goldstücke aus. Auch dieser Sohn kehrte bei demselben Wirt ein. Der Wirt stahl den echten Esel und gab ihm einen normalen Esel zurück. Zu Hause sagte der Sohn:
20
„Bricklebrit!“ Doch es kam kein Gold. Der Vater war wieder sehr wütend.
Der jüngste Sohn ging als Letzter hinaus. Er war ehrlich und klug. Am Ende bekam er einen Sack. Wenn man sagte: „Knüppel, aus dem Sack!“, sprang ein Knüppel heraus 25 und schlug auf die Person ein, gegen die er gerichtet wurde. Auch der jüngste Sohn kehrte bei demselben Wirt ein. In der Nacht versuchte der Wirt, den Sack zu stehlen. Der junge Mann bemerkte es und rief: „Knüppel, aus dem Sack!“ 30
Der Knüppel sprang heraus und schlug den Wirt, bis dieser zugab, das Tischlein und den Goldesel der beiden älteren Brüder gestohlen zu haben. Der Wirt gab das echte Tischlein und den echten Goldesel zurück. Der jüngste Sohn brachte beides nach Hause. Nun hatte die Familie genug zu essen und ausreichend Geld. Da erkannte der Vater seinen Fehler und bat seine Söhne um Verzeihung.
35
Von da an lebten sie zufrieden und glücklich zusammen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
51
Knüppel, der: dicker Stock aus Holz
Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 In den folgenden Sätzen haben sich Fehler „eingeschlichen.“ Welche drei Aussagen sind falsch? Kreuze sie an!
A
Der Schneider hatte drei Söhne.
B
Das Tischlein zaubert Essen herbei, wenn man den richtigen Spruch sagt.
C
Der Wirt freut sich über die magischen Dinge und gibt sie freiwillig zurück.
D
Der zweite Sohn bekommt einen Esel, der Goldstücke spucken kann.
E
Der Vater glaubt seinen Söhnen sofort und lobt sie.
F
Der jüngste Sohn bekommt einen Sack, aus dem ein Knüppel springen kann.
G
Am Ende leben alle arm, aber ehrlich weiter.
2 Wer sagt das? – Lies die folgenden Sätze aufmerksam durch! Überlege, welche Figur aus dem Märchen den Satz sagen könnte! Manche Sätze stehen ähnlich im Märchen, andere sind passend zur Geschichte formuliert. Ordne jedem Satz eine der angeführten Figuren zu! Schreibe ihren Namen auf die passende Zeile!
ältester Sohn – zweiter Sohn – jüngster Sohn – Wirt – Vater – Knüppel „Tischlein, deck dich!“
„Bricklebrit!“
„Knüppel, aus dem Sack!“
„Ich springe aus dem Sack und schlage den Wirt!“
„Du hast mich angelogen!“
„Ich gebe euch alles zurück, hört nur auf!“
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Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Versetze dich in eine Figur aus dem Märchen „Tischlein deck dich“ (z. B. ein Sohn, der Vater oder der Wirt)! Verfasse einen fiktiven Tagebucheintrag aus der Sicht dieser Figur! Beschreibe in deinem Text: • was du an diesem Tag erlebt hast, • wie du dich dabei gefühlt hast, • und was du über das Geschehen denkst (z. B. über Ehrlichkeit, Betrug oder Gerechtigkeit).
4 Im Märchen kommen nur männliche Figuren vor. Erfinde eine weibliche Figur, die aktiv zur Lösung des Problems beiträgt! Beschreibe in 2–3 Sätzen, wer sie ist und was sie tut!
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Schneeweißchen und Rosenrot Schneeweißchen und Rosenrot 1
Eine arme, aber freundliche Mutter lebte mit ihren beiden Töchtern Schneeweißchen und Rosenrot in einem kleinen Haus am Rand des Waldes. Viel besaß die Familie nicht, doch sie hielten fest zusammen und halfen einander.
Schneeweißchen war ruhig, freundlich und hilfsbereit. Sie blieb gern bei der Mutter 5 und kümmerte sich um den Haushalt. Rosenrot dagegen war fröhlich, mutig und neugierig. Sie lief gern durch den Wald, pflückte Blumen und kletterte auf Bäume. Obwohl die Schwestern verschieden waren, liebten sie sich sehr. An einem kalten Winterabend klopfte es plötzlich laut an die Tür. Als die Mutter öffnete, stand draußen ein großer schwarzer Bär. Er fror sehr und bat um ein wenig 10 Wärme. Freundlich sagte die Mutter: „Komm herein und wärme dich am Feuer.“ Der Bär trat vorsichtig ein und legte sich vor den Kamin. Schon bald verloren die Mädchen ihre Angst. Sie spielten mit ihm, streichelten sein 15 dickes Fell und nannten ihn ihren Freund. Den ganzen Winter über kam der Bär fast jeden Abend zu ihnen ins Haus. Er war ruhig und gutmütig und tat niemandem etwas zuleide. Als der Frühling begann, sagte der Bär eines Tages: „Nun muss ich fortgehen und meine Schätze bewachen.“ 20 Traurig verabschiedeten sich Schneeweißchen und Rosenrot von ihm,
dann verschwand er im Wald.
hilfsbereit: bereit, anderen gern zu helfen
neugierig: darauf gespannt, etwas Neues zu erfahren
gutmütig: freundlich und nicht leicht böse werdend
jemandem etwas zuleide tun: jemandem absichtlich schaden
Einige Zeit später begegneten die Schwestern im Wald einem kleinen Zwerg. Sein langer Bart hatte sich in einem Baumstamm eingeklemmt. Schneeweißchen schnitt ein kleines Stück des Bartes ab und befreite ihn. Obwohl die 25 Mädchen ihm geholfen hatten, schimpfte der Zwerg nur zornig mit ihnen. Dankbar war er nicht. Auch später trafen sie den Zwerg mehrmals wieder. Einmal hatte sich sein Bart in einer Angelschnur verfangen. Die Mädchen schnitten ihn los. Ein anderes Mal hatte ihn ein großer Vogel gepackt. Schneeweißchen und Rosenrot hielten den Zwerg fest 30 und befreiten ihn aus den Krallen des Vogels. Jedes Mal halfen ihm die Schwestern, doch der Zwerg blieb unfreundlich und gierig. Eines Tages sahen Schneeweißchen und Rosenrot den Zwerg wieder im Wald. Er saß vor seinen Schätzen und wollte sie gerade verstecken. Da erschien plötzlich der große Bär, der früher den Winter bei ihnen verbracht hatte. Der Zwerg erschrak und 35 schrie laut um Hilfe. Doch der Bär schlug ihn mit seiner Tatze, und der Zwerg starb. Im selben Augenblick geschah etwas Wunderbares: Der Bär verwandelte sich in einen jungen Prinzen. Nun erzählte er den Mädchen, dass der Zwerg ihn lange Zeit in einen Bären verwandelt hatte. Mit dem Tod des Zwerges war der Zauber gebrochen. Der Prinz dankte Schneeweißchen und Rosenrot herzlich für ihre Freundlichkeit und 40 Hilfsbereitschaft. Bald darauf lernten die Schwestern auch den Bruder des Prinzen kennen. Schneeweißchen und der Prinz verliebten sich ineinander und beschlossen zu heiraten. Auch Rosenrot und der Bruder des Prinzen verliebten sich und heirateten später. Die Mutter zog mit ins Schloss. Dort lebten alle glücklich und zufrieden zusammen.
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Schneeweißchen und Rosenrot Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Buchstaben-Salat – Märchenbegriffe ordnen. Hier ist einiges durcheinandergekommen! Die Buchstaben
wurden vertauscht und ergeben wichtige Begriffe aus dem Märchen. Ordne die Buchstaben richtig, sodass sinnvolle Wörter entstehen! Schreibe die Wörter auf! Erkläre anschließend jedes Wort in einem Satz!
WORT
ERKLÄRUNG
ÄRB GZWER DLWA RTMUET ZNIRP SSOHLC TREWIN NEESCHWEIßCHNE HGNILRÜF OTRNSERO Ordne die Lösungswörter anschließend alphabetisch! Schlage das Wort „Schloss“ im Österreichischen Wörterbuch oder im Duden nach! Notiere zwei unterschiedliche Bedeutungen des Wortes! Markiere jene Bedeutung, die zum Märchen passt!
2 Wörter im Chat – Wähle drei Wörter aus Aufgabe 1! Schreibe einen kurzen Chat mit 6–8 Nachrichten zwischen Schneeweißchen und Rosenrot oder zwischen den beiden Mädchen und dem Prinzen! Verwende dabei die drei Wörter aus Aufgabe 1! Achte darauf, dass der Chat zur Geschichte passt!
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Schneeweißchen und Rosenrot Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Gestalte einen Comic zum Märchen! Wähle wichtige Szenen aus dem Märchen! Zeichne die Szenen in der richtigen Reihenfolge! Schreibe zu jedem Bild eine Sprechblase (was sagt eine Figur?) oder eine Gedankenblase (was denkt die Figur?)!
Gib deinem Comic einen Titel! Markiere mit einem Stern die Szene, die du am wichtigsten findest, und erkläre in 1–2 Sätzen, warum!
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Rotkäppchen Rotkäppchen 1
Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen sehr geliebt wurde. Weil es immer ein rotes Käppchen trug, nannte man es nur Rotkäppchen. Eines Tages sagte die Mutter:
5
„Rotkäppchen, deine Großmutter ist krank. Bring ihr diesen Korb mit Kuchen und Wein, damit sie wieder zu Kräften kommt. Bleib auf dem Weg und geh nicht vom Pfad ab!“
Rotkäppchen versprach es und machte sich auf den Weg durch den Wald. Der Wald war ruhig und schön, und die Vögel sangen. 10 Plötzlich traf Rotkäppchen einen Wolf. Der Wolf war schlau und tat freundlich. „Wohin gehst du, Rotkäppchen?“, fragte er. „Zur Großmutter“, antwortete das Mädchen. Der Wolf dachte sich einen bösen Plan aus. 15
Er sagte: „Sieh doch die schönen Blumen! Warum pflückst du deiner Großmutter keinen Strauß?“ Rotkäppchen vergaß die Warnung, die ihr die Mutter gegeben hatte.
20
Der Wolf lief schnell zur Großmutter. Er klopfte an die Tür und gab sich als Rotkäppchen aus. Die Großmutter rief ihn herein. Da ging der Wolf in das Haus und verschluckte die Großmutter. Dann legte er sich in ihr Bett und zog ihre Kleider an. Als Rotkäppchen ankam, wunderte sie sich: „Großmutter, warum hast du so große Ohren?“ „Damit ich dich besser hören kann“, sagte der Wolf.
25
schlau: fähig, rasch einen Vorteil zu erkennen; hier: listig und hinterhältig
„Warum hast du so große Augen?“ „Damit ich dich besser sehen kann.“ „Warum hast du so ein großes Maul?“
Warnung, die: Hinweis auf eine mögliche Gefahr
„Damit ich dich besser fressen kann!“ Da sprang der Wolf aus dem Bett und verschluckte auch Rotkäppchen. 30
Zum Glück kam ein Jäger vorbei. Er hörte den Wolf schnarchen. Als er in das Haus blickte, erkannte er den Wolf im Bett der Großmutter und wusste, dass etwas nicht stimmte. Er schnitt dem Wolf den Bauch auf, und Rotkäppchen und die Großmutter kamen lebendig heraus.
35
Pfad, der: schmaler Weg, zum Beispiel durch den Wald
Sie füllten den Bauch des Wolfs mit Steinen. Als der Wolf aufwachte, wollte er weglaufen, doch er fiel um und war tot. Rotkäppchen sagte: „Ich werde nie wieder vom Weg abgehen und immer auf meine Mutter hören.“
Die Großmutter war froh. Rotkäppchen hatte aus dem Erlebnis gelernt, und alle 40 lebten glücklich weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
57
verschlucken: etwas ganz hinunterschlucken, ohne zu kauen Jäger, der: jemand, der die Jagd ausübt schnarchen: während des Schlafens laute Geräusche beim Atmen machen
Rotkäppchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 WAS FÜR EIN DURCHEINANDER! Die folgende Geschichte aus dem Märchen „Rotkäppchen“ ist durcheinandergeraten. Lies die einzelnen Ereignisse aufmerksam durch! Bringe die Ereignisse in die richtige Reihenfolge, sodass die Geschichte wieder Sinn ergibt! Nummeriere die Sätze von 1 bis 7!
Der Wolf läuft schnell zum Haus der Großmutter und verschluckt sie, bevor Rotkäppchen dort ankommt. Ein Jäger kommt ins Haus und befreit Rotkäppchen und die Großmutter aus dem Bauch des Wolfes. Gemeinsam besiegen sie den Wolf. Der Wolf legt sich in das Bett der Großmutter und verkleidet sich, um Rotkäppchen zu täuschen. Rotkäppchen bekommt von seiner Mutter den Auftrag, der kranken Großmutter einen Korb mit Kuchen und Wein zu bringen. Als Rotkäppchen im Haus ankommt, wird es ebenfalls vom Wolf verschluckt. Rotkäppchen lässt sich vom Wolf ablenken und vergisst die Warnung seiner Mutter. Auf dem Weg durch den Wald trifft Rotkäppchen den Wolf, der freundlich wirkt, aber in Wirklichkeit einen bösen Plan hat. 2 Was wäre anders gewesen? – Wähle eine Stelle aus der Geschichte und eine beteiligte Figur aus, zum Beispiel Rotkäppchen, die Mutter, die Großmutter, den Wolf oder den Jäger! Beschreibe in 3–5 Sätzen, was anders passiert wäre, wenn diese Figur eine andere Entscheidung getroffen hätte!
58
Rotkäppchen Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Warum ist das so? – Beantworte in ganzen Sätzen! Warum warnt die Mutter Rotkäppchen davor, den Weg zu verlassen?
Warum vergisst Rotkäppchen die Warnung seiner Mutter?
Warum kann der Wolf Rotkäppchen täuschen?
Welche Textstelle zeigt zuerst, dass sich der Wolf nur freundlich gibt, aber Böses plant?
Warum legt sich der Wolf in das Bett der Großmutter?
Warum bemerkt der Jäger, dass etwas nicht stimmt?
Was lernt Rotkäppchen am Ende aus dem Erlebnis?
4 Perspektivwechsel: Der Wolf erzählt – Erzähle die Geschichte aus der Sicht des Wolfs! Schreibe 6–8 Sätze, in denen du erklärst, was der Wolf wollte und warum er so gehandelt hat!
59
Aschenputtel Aschenputtel 1
Stiefschwester, die: Tochter der Stiefmutter oder des Stiefvaters fegen: mit einem Besen den Boden sauber machen, indem man Schmutz und Staub zusammenkehrt Asche, die: grauer oder schwarzer, pulveriger Rückstand verbrannter Stoffe
Ein reicher Mann lebte mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zusammen. Das Mädchen war freundlich, geduldig und hilfsbereit. Als die Mutter schwer krank wurde, rief sie ihre Tochter an ihr Bett und sprach: „Liebes Kind, bleib fromm und gut, dann wird dir der liebe Gott immer helfen.“
5
Wenig später starb die Mutter. Das Mädchen war sehr traurig und besuchte oft das Grab ihrer Mutter, um dort zu weinen und zu beten.
Nach einiger Zeit heiratete der Vater erneut. Die neue Frau brachte ihre beiden Töchter mit ins Haus. Die beiden Stiefschwestern waren stolz und gemein. Bald musste Aschenputtel alle schweren Arbeiten erledigen. Sie stand früh am Morgen 10 auf, schleppte Wasser, machte Feuer, kochte, wusch Kleidung und fegte die Böden. Oft war sie voller Staub und Asche. Deshalb nannten die Stiefschwestern und die Stiefmutter das Mädchen spöttisch Aschenputtel. Während die Stiefschwestern schöne Kleider trugen und sich ausruhten, musste Aschenputtel in alten Kleidern neben dem Herd schlafen. Trotzdem blieb sie 15 freundlich und verlor nicht den Mut. Eines Tages wollte der Vater zu einem Markt reisen. Vor seiner Abreise fragte er seine Töchter: „Was soll ich euch mitbringen?“ 20
Die beiden Stiefschwestern wünschten sich Schmuck, feine Stoffe und schöne Kleider. Aschenputtel aber sagte: „Vater, bring mir den ersten Zweig mit, der auf deinem Heimweg an deinen Hut stößt.“
Haselzweig, der: dünner Ast eines Haselstrauchs oder Haselbaums
Als der Vater zurückkehrte, brachte er den Schwestern ihre Geschenke. Aschenputtel erhielt einen kleinen Haselzweig. Dankbar pflanzte sie ihn auf das Grab ihrer Mutter. 25 Sie weinte so viele Tränen darauf, dass daraus bald ein schöner Baum wuchs. Oft setzte sich Aschenputtel unter den Baum und sprach: „Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich.“ Dann kamen weiße Vögel herbei und brachten ihr schöne Kleider und Schuhe. 30
schüchtern: unsicher und zurückhaltend
Nicht lange danach veranstaltete der König ein großes Fest, das drei Tage dauern sollte. Dort sollte der Prinz seine Braut auswählen. Auch die beiden Stiefschwestern wurden eingeladen und freuten sich sehr. Aschenputtel fragte schüchtern: „Darf ich auch mit zum Fest gehen?“ Doch die Stiefmutter lachte nur.
35
„Du bist viel zu schmutzig und hast keine schönen Kleider.“
60
Aschenputtel
Dann schüttete sie Linsen in die Asche und sagte: „Wenn du die Linsen in zwei Stunden aus der Asche gelesen hast, darfst du vielleicht mitkommen.“ 40
Traurig ging Aschenputtel hinaus in den Garten und rief: „Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen!“
Da flogen viele Vögel herbei und pickten die guten Linsen aus der Asche. Schon bald war die Arbeit geschafft. Doch die Stiefmutter blieb hart und 45 nahm Aschenputtel trotzdem nicht mit zum Fest. Als alle fortgefahren waren, ging Aschenputtel wieder zum Haselbaum und sprach: „Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich.“ Da warf der Baum ein wunderschönes Kleid und goldene Schuhe herab. Aschenputtel zog alles an und machte sich auf den Weg zum Schloss. 50
In dem prächtigen Kleid erkannte niemand Aschenputtel. Der Prinz tanzte den ganzen Abend mit ihr. Weil Aschenputtel unerkannt bleiben wollte, lief sie vor dem Ende des Festes davon und versteckte sich. Am zweiten Abend geschah dasselbe. Wieder tanzte der Prinz nur mit ihr, und wieder lief sie unerkannt davon.
55
Am dritten Abend ließ der Prinz die Treppe mit Pech bestreichen. Als Aschenputtel davonlief, blieb einer ihrer goldenen Schuhe daran kleben. Nun suchte der Prinz im ganzen Land nach der Besitzerin des Schuhs. Alle jungen Frauen konnten ihn anprobieren.
Auch die beiden Stiefschwestern versuchten ihr Glück. Die eine schnitt sich heimlich 60 die Zehe ab, die andere die Ferse, damit der Schuh passte. Doch als sie mit dem Prinzen davonreiten wollten, riefen die Tauben: „Rucke di gu, rucke di gu! Blut ist im Schuh! Der Schuh ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim.“ 65
Schließlich probierte auch Aschenputtel den Schuh an. Er passte genau. Nun erkannte der Prinz in ihr die Tänzerin vom Fest. Aschenputtel und der Prinz beschlossen zu heiraten. Gemeinsam gingen sie zum Schloss und feierten dort Hochzeit. Die weißen Tauben flogen herbei und begleiteten das glückliche Paar. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
61
Linsen, die: kleine, runde Hülsenfrüchte, die zum Beispiel für Suppen und Eintöpfe verwendet werden lesen: einen geschriebenen Text erfassen; hier: etwas Kleines sorgfältig aussuchen oder heraussammeln
Aschenputtel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 1 Wichtige Dinge im Märchen – Detektivaufgabe. Im Märchen „Aschenputtel“ spielen einige Dinge eine wichtige Rolle! Sie erinnern an besondere Szenen der Geschichte! Ordne jedem Begriff die passende Szene aus dem Märchen zu! Erkläre kurz, warum dieser Gegenstand, dieser Ort oder dieses Lebewesen wichtig ist! Schreibe 1–2 Sätze!
Asche:
Goldener Schuh:
Haselbaum:
Vögel:
2 Figuren vergleichen – Vergleiche Aschenputtel und die Stiefschwestern! Notiere in den Feldern ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen!
Aschenputtel
Stiefschwestern
Wodurch unterscheiden sie sich besonders?
62
Aschenputtel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 3 Aschenputtel ohne Prinz – Stell dir vor, Aschenputtel möchte sein Leben selbst verändern. Schreibe in 4–6
Sätzen, wie es das Haus der Stiefmutter verlassen und sich ein gutes Leben aufbauen könnte! Überlege, welche Fähigkeiten Aschenputtel nutzen kann und wer es dabei unterstützen könnte!
63
Aschenputtel Nun geht‘s los – Aufgaben für schlaue Köpfe! 4 Vergleiche das Leben von Aschenputtel mit dem ihrer Stiefschwestern! Berücksichtige dabei die Arbeit im Haus,
die Freizeit, die Kleidung und die Behandlung durch die Stiefmutter! Notiere mindestens drei Unterschiede!
5 Überlege und erkläre: Warum haben manche Menschen mehr Möglichkeiten als andere? Denke zum Beispiel an: Geld • Familie • Bildung • Kleidung • Unterstützung durch andere Menschen Verfasse 2–3 ganze Sätze!
6 Unfaire Situationen im Alltag – Auch heute werden Menschen manchmal unfair behandelt. Denke dir eine passende Situation aus oder verwende ein Beispiel aus einer Geschichte, einem Film oder dem Alltag! Nenne keine Namen realer Personen! Beschreibe, wie jemand ausgeschlossen, ausgelacht oder ungerecht behandelt wird!
Erkläre anschließend, warum das unfair ist und wie man besser handeln könnte!
64
Anhang Märchen-Sudoku Hier kannst du dich als Sudoku-Meisterin/als Sudoku-Meister beweisen. Schneide die Bilder aus! Lege sie richtig in das Sudoku auf der nächsten Seite! Dann erst klebe sie ein! ACHTUNG: In jeder Zeile, Spalte und in jedem 2×3-Block kommt jedes Symbol genau einmal vor.
65
Anhang
66
Anhang Märchen-Sudoku In jeder Zeile, Spalte und in jedem 2×3-Block kommt jedes Symbol genau einmal vor. Löse dieses Sudoku!
67
Anhang Reihe für Reihe: Wer fällt aus dem Rahmen? Streiche in jeder waagrechten Reihe den Begriff durch, der nicht passt! Dann schreibe die Spaltennummer (1 bis 4) in die ganz rechte Spalte! Addiere zum Schluss alle Zahlen, dann erhältst du die Lösungszahl!
1
2
3
4
König
Prinzessin
Ritter
Zahnarzt
Computer
Hexe
Zauberstab
Märchenwald
Drache
Motorrad
Wolf
Einhorn
Schloss
Hütte
Hochhaus
Palast
Aschenputtel
Wetterbericht
Hänsel und Gretel
Schneewittchen
Landkarte
Wunsch
Fee
Zauberspruch
Brunnen
Burg
Autobahn
Märchenwald
Umhang
Turnschuh
Krone
Rüstung
Königreich
Dorf
Land
Einkaufszentrum
Kunststoffflasche
Gold
Edelsteine
Zaubertrank
Zwerg
Bauer
Astronaut
Riese
Polizist
Stiefmutter
Zauberer
Hexe
Spinnrad
Handy
Kutsche
Pferd
Herzog
König
Influencer
Prinz
Happy End
Prüfung
Mut
Rechnung
Fernseher
Zauberspiegel
Krone
Thron
Märchenerzähler
Buch
Streamingdienst
Geschichte
Software
Fluch
Zauber
Verwünschung
Magd
Pilotin
Königstochter
Prinzessin
Schatz
Goldmünzen
Euro
Edelsteine
Bürogebäude
Waldhütte
Hexenhaus
Schloss
Tarnkappe
Umhang
Zauberring
Kopfhörer
Bürger
König
Untertanen
Hofstaat
Prophezeiung
Schicksal
Stundenplan
Prüfung
Push-Nachricht
Märchenanfang
Zauber
Hexe
Die Summe der einzelnen Spalten ergibt folgende LÖSUNGSZAHL:
68
falsche Zahl
Anhang Abschlussspiel: „Auf dem Weg ins Märchenland“
Spielart: Brettspiel Spielerinnen/Spieler: Das Spiel kann entweder von 2–4 Gruppen oder von 3–6 Einzelspielerinnen/ Einzelspielern gespielt werden. Ziel: Wer erreicht zuerst das Happy End? Spielregeln: 1. Reihum würfeln und ziehen. 2. Feldfarbe bestimmt die Karte:
• Gelb Ereigniskarte • Blau Fragekarte:
bei richtiger Antwort: Rücke ein Feld vor! Bei falscher Antwort: Gehe ein Feld zurück!
•
Rot
Aktionskarte
3. Karte ausführen – danach ist die nächste Person dran. 4. Wer das Happy-End-Feld erreicht, gewinnt.
69
Spielplan
START 70
Spielplan
HAPPY END
71
Anhang
72
Anhang Du findest einen geheimen Märchenpfad. Rücke 2 Felder vor!
Eine Hexe verwirrt dich mit Zaubersprüchen. Setze eine Runde aus!
Ein hilfreiches Tier begleitet dich. Noch einmal würfeln!
Du verirrst dich im Märchenwald. Gehe 1 Feld zurück!
Ein König belohnt deinen Mut. Rücke bis zur nächsten Aktionskarte vor!
Ein Zauber geht schief. Tausche den Platz mit einer anderen Figur!
Du hörst eine Märchenerzählung am Feuer. Bleibe stehen!
Du findest einen geheimen Weg. Rücke 1 Feld vor.
Ein Zauber geht schief. Tausche den Platz mit einer anderen Figur!
Du findest einen Schatz. Rücke 1 Feld vor!
Du hörst eine wichtige Warnung. Gehe 1 Feld zurück!
Magie stärkt dich. Rücke 2 Felder vor!
Ein Missverständnis hält dich auf. Bleibe eine Runde stehen!
Du bekommst einen Zaubertrank. Würfle zweimal!
Du findest einen Hinweis. Rücke 1 Feld vor!
Ein Bösewicht täuscht dich. Gehe 2 Felder zurück!
Das Märchenglück ist auf deiner Seite. Rücke bis zur nächsten Ereigniskarte vor!
Ein Zauber löst sich auf. Du kannst deinen nächsten Zug frei wählen (würfeln oder 1 Feld vorgehen).
73
Anhang
74
Anhang Wer wollte Rotkäppchen vom Weg abbringen?
Welche Tiere wollten nach Bremen ziehen?
Was fiel der Prinzessin im Märchen „Der Froschkönig“ in den Brunnen?
Wer half Aschenputtel beim Lesen der Linsen?
Wie viele Zwerge lebten mit Schneewittchen im Wald?
Was stand auf dem Gürtel des Schneiderleins?
In welches Tier wurde Jorinde verwandelt?
Was verlor Aschenputtel auf der Treppe?
Warum gingen Hänsel und Gretel in den Wald?
Welches Tier konnte im Märchen sprechen und trug Stiefel?
Wie heißt das Mädchen mit der Haut so weiß wie Schnee?
Welches Märchen spielt in einem Turm?
Wer rettete Rotkäppchen und die Großmutter?
Wie nennt der Kater im Märchen Der gestiefelte Kater seinen Herrn beim König?
Was fällt auf der Erde, wenn Frau Holle die Betten schüttelt?
Welche Eigenschaft hat Schneeweißchen?
Welche Eigenschaft hat Rosenrot?
Wie viele Zwerge gibt es im Märchen Schneewittchen?
75
Anhang
76
Anhang Stelle eine Märchenfigur pantomimisch dar – die Gruppe rät!
Erfinde einen neuen Märchentitel!
Nenne in 5 Sekunden 3 Märchenbegriffe!
Tausche deine Spielfigur mit der Person hinter dir!
Erzähle ein Mini-Märchen mit 3 Wörtern, die die Gruppe nennt!
Zeige, wie eine Ritterin/ein Ritter geht!
Sage drei Märchenwörter rückwärts!
Erfinde einen neuen Namen für ein Märchenwesen!
Flüstere einen geheimnisvollen Satz!
Stelle eine Märchenfigur stumm dar!
Erfinde eine Märchenfigur, die es noch nicht gibt!
Zeige mit Gesten „gut“ und „böse“!
Tue so, als wärst du ein verzaubertes Tier!
Mache eine Märchenfigur besonders lustig nach!
Erfinde eine kurze Zauberbewegung – alle machen sie nach!
Sage einen Märchensatz mit den Wörtern Wald, Zauber und Hilfe!
Stelle dich wie eine Königin oder ein König hin!
Bewege dich wie ein Märchentier deiner Wahl!
77
Anhang
78
Lösungen
Lösungen
79
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 6 1) individuelle Lösung * individuelle Lösung * Zauberspiegel, Zauberstäbe, goldene Schlüssel, verwunschene Äpfel, Zauberringe, fliegende Teppiche, sprechende Tiere, Zaubertränke, magische Schuhe, Schatzkisten, … * individuelle Lösung 2) richtig: Hexen * sprechende Tiere * Zaubersprüche * Könige und Prinzessinnen * verwunschene Menschen * magische Gegenstände 3) Idee A passt besser zu einem Märchen. * Begründung: In Märchen kommen oft magische Dinge und besondere Aufgaben vor. Ein sprechender Spiegel ist etwas Zauberhaftes und typisch für Märchen. Tablets und Internet gehören dagegen eher zur heutigen Zeit.
S. 8 1) Der Esel wurde alt und schwach. Sein Bauer wollte ihn nicht mehr behalten, deshalb lief der Esel weg. * Der Esel traf einen Hund, eine Katze und einen Hahn. Alle Tiere waren alt und sollten von ihren Besitzern nicht mehr gebraucht werden. * Die Tiere wollten nach Bremen gehen und dort Stadtmusikanten werden. * Die Tiere stellten sich übereinander und machten gemeinsam großen Lärm. Die Räuber erschraken und liefen aus dem Haus davon. * Den Tieren gefiel das Haus im Wald. Dort hatten sie Essen, Wärme und einen sicheren Platz zum Leben. * Die Tiere waren alt geworden und wurden von ihren Besitzern nicht mehr gebraucht. Deshalb suchten sie ein neues Zuhause. * Der Esel trug schwere Säcke, der Hund bewachte das Haus, die Katze fing Mäuse und der Hahn weckte die Menschen am Morgen. 2) individuelle Lösung
S. 9 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung 5) richtig: Gemeinsam sind wir stark. * Freundschaft hilft in schwierigen Zeiten. 6) Die vier Tiere helfen einander und vertreiben gemeinsam die Räuber aus dem Waldhaus. Alleine hätten sie das wahrscheinlich nicht geschafft. * Die Tiere halten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Dadurch finden sie ein neues Zuhause und sind nicht mehr allein.
S. 10 7) individuelle Lösung 8) individuelle Lösung 9) individuelle Lösung
80
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 13 1) LÖSUNGSWORT: Riesenbezwinger 2) Die Prinzessin will das Schneiderlein unbedingt heiraten. Begründung: Die Prinzessin wollte das Schneiderlein zuerst nicht heiraten, weil sie Angst vor ihm hatte und ihn nicht mochte. * Das Schneiderlein besiegt die Riesen mit Kraft und Stärke. Begründung: Das Schneiderlein ist nicht besonders stark. Es besiegt die Riesen mit cleveren Ideen und schlauen Tricks. * Der Schneider bekommt den Gürtel vom König geschenkt. Begründung: Den Gürtel mit der Aufschrift „Sieben auf einen Streich“ machte das Schneiderlein selbst, nachdem es sieben Fliegen erschlagen hatte. * Das Schneiderlein besiegt die Riesen am helllichten Tag. Begründung: Die beiden Riesen sterben nachts, als sie schlafen. Das Schneiderlein versteckt sich dabei geschickt. * Der König freut sich sofort über das Schneiderlein. Begründung: Der König glaubt dem Schneiderlein nicht sofort und schickt es zuerst auf gefährliche Aufgaben. * Das Schneiderlein tötet sieben Riesen. Begründung: Das Schneiderlein erschlägt am Anfang sieben Fliegen und später nur zwei Riesen. * Das Schneiderlein drückte einen Stein, bis Wasser herauskam. Begründung: Das Schneiderlein benutzt einen weichen Käse und tut nur so, als würde Wasser aus einem Stein kommen.
S. 14 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung 5) individuelle Lösung
S. 16 1) 8
Die Zauberin verliert ihre Zauberkraft und Jorinde wird erlöst.
4
Joringel sucht lange nach seiner Liebsten.
2
Jorinde wird in einen Vogel verwandelt.
6
Joringel findet die Zauberblume.
3
Joringel kann sich wieder bewegen, aber Jorinde ist verschwunden.
1
Jorinde und Joringel gehen gemeinsam im Wald spazieren.
7
Die Zauberin bringt Jorinde als Vogel in ihr Schloss.
5
Joringel findet in einem Traum einen Hinweis.
81
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle 2)
S. 17 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung
S. 19 1) individuelle Lösung 2) individuelle Lösung
82
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 20/21 3)
Prinzessin
Schuhe
Anna
schwarze Stiefel
Bella
rote Seidenschuhe
Clara
blaue Samtschuhe
Dora
goldene Pumps
Jana
weiße Spitzenschuhe
Kira
pinke Lackschuhe
Ella
grüne Lederschuhe
Fiona
silberne Sandalen
Greta
violette Ballerinas
Hanna
türkise Sneaker
Ida
braune Stiefeletten
Lena
gelbe Holzschuhe
4) individuelle Lösung 5) individuelle Lösung
S. 23 1) von oben nach unten: König * Frosch * Prinzessin * Frosch * Frosch * König * Frosch * Frosch 2) individuelle Lösung
S. 24 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung 5) individuelle Lösung 6) individuelle Lösung 7) individuelle Lösung
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Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 27 1)
2) individuelle Lösung
S. 28 3) individuelle Lösung
S. 31 1) richtig: Der Jäger brachte Schneewittchen in den Wald. * Der Jäger ließ Schneewittchen laufen und tötete sie nicht. * Schneewittchen fand im Wald ein kleines Häuschen. * In dem Häuschen lebten sieben Zwerge. * Schneewittchen biss in einen Apfel. * Die Königin verkleidete sich mehrmals. * Schneewittchen erwachte, weil sich das Apfelstück aus ihrem Hals löste. * Die Zwerge legten Schneewittchen in einen gläsernen Sarg. * Schneewittchen lebte mit sieben Zwergen im Wald. * Der Zauberspiegel sagte der Königin später, dass Schneewittchen die Schönste sei.
84
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 32 2) individuelle Lösung 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung
S. 34 1) Ich finde 7 magische oder übernatürliche Stellen im Märchen. * Zur Taufe luden sie zwölf Feen ein, damit sie dem Kind gute Wünsche schenken sollten. * Wenn das Mädchen fünfzehn Jahre alt ist, soll es sich an einer Spindel stechen und sterben! * Eure Tochter wird nicht sterben, sondern hundert Jahre schlafen, bis ein Prinz sie weckt. * Sofort fiel sie in einen tiefen Schlaf, und mit ihr das ganze Schloss … * Rings um das Schloss wuchs eine dichte Dornenhecke, die jedes Jahr höher wurde. * Als er zur Hecke kam, öffnete sie sich wie von Zauberhand. * Da erwachte sie – und mit ihr das ganze Schloss! 2) LÖSUNGSWORT: Kuss 3) die dreizehnte Fee * Er lässt alle Spindeln im Land verbrennen. * ein junger Prinz 4) individuelle Lösung
S. 35 5) individuelle Lösung 6) individuelle Lösung
S. 37 1) individuelle Lösung 2) Blau (magische Dinge): Zauberin * lange, goldene Haare * „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ * Tränen auf seine Augen, und er konnte wieder sehen Rot (Gefühle): Sehnsucht * krank * Angst * erschrak * verliebten sich * vor Schreck * glücklich Grün (Ortsangaben): neben einem hohen Garten * aus dem Fenster * über die Mauer * in den Garten * in einen hohen Turm * ohne Tür und ohne Treppe * ganz oben * im Turm * in eine Wüste * aus dem Turm * durch Wälder und Dörfer * in sein Königreich 3) individuelle Lösung
S. 38 4) individuelle Lösung 5) individuelle Lösung
85
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 40 1) traurig * zornig * hungrig * müde * freundlich * böse * ungeduldig * freute sich sehr * glücklich * „sonst verhungern wir alle!“ * „Die Kinder konnten den Weg nicht mehr finden.“ * „Doch in Wahrheit war sie eine böse Hexe …“ * „Aber Gretel durchschaute den Trick.“ * „Von nun an mussten Hänsel und Gretel nie mehr hungern.“ 2) individuelle Lösung
S. 41 3) Spurenset A: Welche Szene ist gemeint? Hänsel und Gretel entdecken das Hexenhaus und essen davon. Erklärung: Das Haus besteht aus Lebkuchen, Zucker und Kuchen. Deshalb passen diese Spuren zu dieser Szene. Spurenset B: Welche Szene ist gemeint? Die Hexe hält Hänsel im Käfig gefangen. Erklärung: Hänsel sitzt im Käfig und zeigt der Hexe ein dünnes Stöckchen statt seines Fingers. Das Brotstück passt dazu, weil Hänsel gemästet werden soll. Spurenset C: Welche Szene ist gemeint? Hänsel und Gretel finden mit den Kieselsteinen den Weg nach Hause zurück. Erklärung: Die Kieselsteine leuchten im Mondschein und zeigen den Kindern den Weg. Spurenset D: Welche Szene ist gemeint? Hänsel streut Brotkrumen im Wald aus. Erklärung: Die Brotkrumen sollten den Kindern den Weg zeigen, aber die Vögel pickten sie auf. Spurenset E: Welche Szene ist gemeint? Hänsel und Gretel finden den Schatz im Hexenhaus. Erklärung: Im Haus der Hexe entdecken die Kinder Goldstücke und Edelsteine und nehmen sie mit nach Hause. 4) individuelle Lösung
S. 43 1)
Der Vater … … sprach im Ärger einen unbedachten Wunsch aus. Die Eltern … … wollten ihre Tochter beschützen und hatten große Angst. Die sieben Brüder … … wurden durch einen Zauber in Raben verwandelt. Das Mädchen … … machte sich mutig auf den Weg, um ihre Brüder zu retten. Der Zauber … … brach, als das Mädchen hervortrat. Die Raben … … erkannten ihre Schwester an dem Ring. Am Ende … … war die Familie wieder vereint.
2) individuelle Lösung
86
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 44 3) Wo bist du, Schwester? 4) individuelle Lösung 5) Lösung: Glashaus Erklärung: Im Glashaus wohnen die sieben Raben. * Lösung: goldener Schlüssel Erklärung: Der Morgenstern schenkt dem Mädchen den goldenen Schlüssel. * Lösung: Ring Erklärung: Die Raben erkennen am Ring, dass ihre Schwester da war. * Lösung: die sieben Raben / die sieben Brüder Erklärung: Die Brüder wurden in schwarze Raben verwandelt. * Lösung: Brunnen Erklärung: Die Brüder gehen zum Brunnen, um Wasser für die Taufe zu holen.
S. 46 1)
Aussage
R
F �
A Das fleißige Mädchen wird von der Stiefmutter bevorzugt. �
B Die Spule fällt in den Brunnen.
�
C Frau Holle ist böse und gemein. D Durch das Schütteln der Betten schneit es auf der Erde.
�
E Das fleißige Mädchen springt freiwillig in den Brunnen.
� �
F Die Stiefmutter ist gerecht zu beiden Töchtern. G Das fleißige Mädchen hilft dem Backofen und dem Apfelbaum.
�
H Das fleißige Mädchen bekommt am Ende Pech.
�
I Die faule Tochter hilft Frau Holle im Haushalt.
�
J Das fleißige Mädchen arbeitet gut bei Frau Holle.
�
2) A Das fleißige Mädchen wird von der Mutter benachteiligt. * C Frau Holle ist freundlich und belohnt das fleißige Mädchen. * F Die Mutter behandelt die beiden Töchter nicht gerecht. * H Das fleißige Mädchen bekommt am Ende Gold. * I Die faule Tochter hilft Frau Holle nicht richtig im Haushalt.
S. 47 3) Das fleißige Mädchen bekommt Gold, weil es hilfsbereit, freundlich und fleißig ist. Es arbeitet gut bei Frau Holle und hilft auch dem Backofen und dem Apfelbaum. * Die faule Tochter bekommt Pech, weil sie nicht helfen möchte und ihre Arbeit schlecht macht. Sie ist faul und denkt nur an die Belohnung. * Frau Holle behandelt beide Mädchen so, wie sie sich verhalten. Das fleißige Mädchen wird belohnt und die faule Tochter bekommt eine Strafe für ihr Verhalten. 4) individuelle Lösung
87
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 49 1) Schloss * Stiefel * Kater * König * Lüge * Prinzessin * Rebhuhn * Felder * Müller * Hase 2) individuelle Lösung
S. 50 3) individuelle Lösung 4) individuelle Lösung
S. 52 1) C * E * G 2) von oben nach unten: ältester Sohn * zweiter Sohn * jüngster Sohn * Knüppel * Vater * Wirt
S. 53 3) individuelle Lösung
S. 55 1) Buchstaben-Salat
Wort
Erklärung
ÄRB
Bär
Der Bär besucht Schneeweißchen und Rosenrot im Winter.
GZWER
Zwerg
Der Zwerg ist unfreundlich und wird mehrmals von den Mädchen gerettet.
DLWA
Wald
Im Wald begegnen die Mädchen dem Zwerg und dem Bären.
RTMUET
Mutter
Die Mutter lebt mit Schneeweißchen und Rosenrot in einem kleinen Haus.
ZNIRP
Prinz
Der Bär verwandelt sich am Ende in einen Prinzen.
SSOHLC
Schloss
Am Ende ziehen die Mädchen mit ihrer Mutter ins Schloss.
TREWIN
Winter
Im Winter kommt der Bär zur Familie ins Haus.
NEESCHWEIßCHNE Schneeweißchen
Schneeweißchen ist eine der beiden Schwestern.
HGNILRÜF
Frühling
Im Frühling muss der Bär die Familie verlassen.
OTRNSERO
Rosenrot
Rosenrot ist Schneeweißchens Schwester.
2) individuelle Lösung
88
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 56 3) individuelle Lösung
S. 58 1)
4
Der Wolf läuft schnell zum Haus der Großmutter und frisst sie, bevor Rotkäppchen dort ankommt.
7
Ein Jäger kommt ins Haus, rettet Rotkäppchen und die Großmutter und besiegt den Wolf.
5
Der Wolf legt sich in das Bett der Großmutter und verkleidet sich, um Rotkäppchen zu täuschen.
1
Rotkäppchen bekommt von seiner Mutter den Auftrag, der kranken Großmutter einen Korb mit Kuchen und Wein zu bringen.
6
Als Rotkäppchen im Haus ankommt, wird es ebenfalls vom Wolf verschluckt.
3
Rotkäppchen lässt sich vom Wolf ablenken und pflückt bunte Blumen am Wegesrand.
2
Auf dem Weg durch den Wald trifft Rotkäppchen den Wolf, der freundlich wirkt, aber in Wirklichkeit einen bösen Plan hat.
2) individuelle Lösung
S. 59 3) Die Mutter warnt Rotkäppchen, weil der Wald gefährlich ist und sie sicher bei der Großmutter ankommen soll. * Rotkäppchen lässt sich vom Wolf ablenken und pflückt Blumen für die Großmutter. * Der Wolf spricht freundlich mit Rotkäppchen, deshalb merkt sie nicht, dass er böse ist. * Der Wolf fragt Rotkäppchen freundlich nach ihrem Weg, denkt aber heimlich an seinen bösen Plan. * Der Wolf verkleidet sich als Großmutter, damit er Rotkäppchen täuschen kann. * Der Jäger hört den Wolf laut schnarchen und wundert sich, warum die Großmutter so seltsame Geräusche macht. * Rotkäppchen lernt, dass sie auf ihre Mutter hören und nicht mit fremden Menschen sprechen soll. 4) individuelle Lösung
89
Lösungen Lösungen – Märchenklassiker für alle S. 62 1) Asche: Aschenputtel muss im Haus schwere Arbeiten erledigen und sitzt oft bei der Asche am Herd. Deshalb geben ihr die Stiefschwestern den Namen „Aschenputtel“. * Goldener Schuh: Aschenputtel verliert den goldenen Schuh auf der Treppe des Schlosses. Durch den Schuh findet der Prinz später heraus, wer das geheimnisvolle Mädchen war. * Haselbaum: Der Haselbaum steht auf dem Grab von Aschenputtels Mutter. Dort wünscht sich Aschenputtel Hilfe und bekommt Unterstützung. Vögel: Die Vögel helfen Aschenputtel bei der Arbeit und bringen ihr schöne Kleider für das Fest. Sie unterstützen sie immer wieder im Märchen. 2)
Aschenputtel
Stiefschwestern
freundlich
gemein
fleißig
faul
hilfsbereit
eingebildet
geduldig
neidisch
bescheiden
verwöhnt
ehrlich
unfair
S. 63 3) individuelle Lösung
S. 64 4) individuelle Lösung 5) individuelle Lösung 6) individuelle Lösung
90
Anhang
Hinweise zu diesem Heft
Die Märchen in diesem Heft basieren auf den bekannten Märchen der Brüder Grimm. Die Originaltexte wurden sprachlich vereinfacht und gekürzt, damit Kinder sie leichter lesen und verstehen können. Manche Wörter oder Inhalte wurden angepasst, ohne die Handlung der Märchen wesentlich zu verändern. Originalvorlagen: Jacob Grimm & Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen Sprachlich vereinfachte und bearbeitete Fassungen: Eva Schreiner Zusätzliche Aufgaben, Übungen und Materialien: Eva Schreiner
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Bildquellen istockphotos.com: Actomic: 17/2, Andrey Kukulevskiy: 20/26, ANGELGILD: 1/2, 3/1, 3/2, 3/3, 4/4, 5/2, 6/1, 6/4, 7/1, 7/4, 8/1, 8/5, 9/3, 10/1, 10/5, 11/1, 11/4, 12/2, 13/1, 13/10, 14/1, 14/3, 15/1, 15/8, 16/1, 16/8, 17/1, 17/3, 18/1, 18/16, 19/1, 19/8, 20/1, 20/28, 21/1, 21/3, 22/1, 22/4, 23/1, 23/4, 24/1, 24/4, 25/1, 25/4, 26/2, 27/1, 27/5, 28/2, 29/1, 29/5, 30/2, 31/1, 31/3, 32/1, 32/4, 33/1, 33/7, 34/1, 34/6, 35/1, 35/7, 36/1, 37/5, 38/1, 38/4, 39/1, 39/4, 40/1, 40/5, 41/7, 42/1, 42/4, 43/1, 43/5, 44/1, 44/4, 45/1, 46/1, 45/4, 46/4, 47/1, 47/3, 48/1, 48/4, 49/1, 49/5, 50/1, 50/3, 51/1, 51/7, 52/1, 52/4, 53/1, 53/3, 54/1, 54/5, 55/1, 55/4, 56/1, 56/8, 57/1, 57/4, 58/1, 58/3, 59/1, 59/5, 60/1, 60/5, 61/6, 62/1, 62/6, 63/1, 63/3, 64/1, 64/4, 65/1, 65/36, 67/1, 67/26, 68/1, 68/3, 69/1, 69/4, 72/1, 72/2, 73/1, 74/1, 75/1, 76/1, 77/1, 78/1, 79/7, 80/1, 80/2, 81/1, 81/2, 82/1, 82/2, 83/1, 83/2, 84/1, 84/2, 85/1, 85/2, 86/1, 86/2, 87/1, 87/2, 88/1, 88/2, 89/1, 89/2, 90/1, 90/2, 91/1, 91/2, 91/3, arakolog: 33/6, 34/3, 34/5, 35/2, 35/3, 35/5, 35/6, 36/5, 37/1, artvea: 4/3, 10/3, AzFree: 40/3, bazilfoto: 15/5, 60/3, 61/1, 61/2, 61/5, BirdImages: 16/2, chictype: 61/5, Chillim: 51/4, Clark Warren: 42/3, clu: 26/1, colematt: 12/1, 27/4, 65/14, 65/15, 65/16, 65/17, 65/18, 65/19, 67/3, 67/10, 67/12, 67/18, creator76: 37/4, 38/2, 44/2, 62/4, CSA-Archive: 9/2, 10/4, Dian Eka Puspitasari: 36/4, didik yulianto: 8/4, 10/2, 16/6, 16/7, 24/3, 34/2, 41/1, 41/2, 41/3, 41/4, 41/5, 41/6, 43/4, 49/4, 55/2, 64/3, 68/2, Dualororua: 22/2, 31/2, 65/20, 65/21, 65/22, 65/23, 65/24, 65/24, 67/13, 67/19, 67/22, duncan1890: 11/3, EnginKorkmaz: 35/4, esemelwe: 7/2, eyewave: 22/3, Fahmi Ramdani: 20/27, frentusha: 6/2, 6/3, Glenne82: 51/5, GlobalP: 15/2, gmm2000: 14/2, Grafissimo: 39/3, haku: 46/3, haso: 29/4, 30/1, 32/2, Igor Zhukov: 13/3, ilbusca: 58/2, 59/4, invincible_bulldog: 13/4, 13/5, 13/6, 13/7, 13/8, 13/9, iunewind: 49/2, Jamie Soon: 34/4, jgroup: 15/6, Jiggo_thekop: 37/3, jojo100: 37/2, kbeis: 65/30, 65/31, 65/32, 65/33, 65/34, 65/35, 67/21, 67/23, 69/2, 70/1, 71/1, KrimKate: 15/3, 16/4, 19/2, 19/3, 19/4, 19/5, 19/6, 19/7, 20/14, 20/15, 20/16, 20/17, 20/18, 20/19, 20/20, 20/21, 20/22, 20/23, 20/24, 20/25, 33/2, 33/4, 36/2, 39/2, 42/2, 45/2, 47/2, 48/2, 54/3, 57/2, 61/3, Liliboas: 63/2, Liudmila Chernetska: 13/2, 23/2, Lydmila1981: 65/2, 65/3, 65/4, 65/5, 65/6, 65/7, 67/2, 67/8, 67/15, 67/25, Maciej Sojka: 15/4, 15/7, 16/5, 29/3, 33/3, 33/5, 36/3, 50/2, 51/3, 54/2, 54/4, 60/2, 65/8, 65/9, 65/10, 65/11, 65/12, 65/13, 65/25, 65/26, 65/27, 65/28, 65/29, 65/30, 67/4, 67/5, 67/6, 67/7, 67/9, 67/11, 67/14, 67/16, 67/17, 67/20, 67/24, mangpor_2004: 40/2, 40/4, 56/2, 56/3, 56/4, 56/5, 56/6, 56/7, 62/2, 62/3, mariaflaya: 60/4, Martin Ferriz: 21/2, 24/2, 52/2, 59/3, 64/2, 69/3, 70/4, 71/3, memoangeles: 8/2, mikimad: 32/3, Nataliia Kurylo: 51/6, NGvozdeva: 7/3, 9/1, 49/3, PANKAJ JAGYA: 48/3, Passakorn_14: 16/3, perysty: 59/2, prapann: 11/2, 18/14, 25/2, 51/2, rightholder: 23/3, robuart: 18/2, 18/3, 18/4, 18/5, 18/6, 18/7, 18/8, 18/9, 18/10, 18/11, 18/12, 18/13, 20/2, 20/3, 20/4, 20/5, 20/6, 20/7, 20/8, 20/9, 20/10, 20/11, 20/12, 20/13, rubynurbaidi: 8/3, seamartini: 5/1, Sky_Blue: 27/2, spicyTruffel: 29/2, spinspinspin: 38/3, 53/2, stanley45: 4/1, stockcam: 28/1, 46/2, tang90246: 55/3, 62/5, tatniz: 4/2, Tetiana Lazunova: 1/1, 79/4, the8monkey: 70/2, 70/3, 71/2, 79/1, 79/2, 79/3, 79/5, undefined undefined: 52/3, Vectorig: 43/2, 43/3, 44/3, VIDOK: 18/15, ZU_09: 25/3, 27/3, 45/3, 57/3, 61/4,
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SBN: 230.443
ISBN: 978-3-903578-23-4