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OECD-WIRTSCHAFTSBERICHT DEUTSCHLAND 2020 Economic Survey of Germany 2020, presentation in German

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OECD-WIRTSCHAFTSBERICHT DEUTSCHLAND 2020 Investieren, um die Erholung zu stärken 8. Dezember 2020, Berlin - Paris http://www.oecd.org/economy/germany-economic-snapshot/ @OECDeconomy

@OECD


Kernaussagen • Durch entschlossenes staatliches Handeln gelang es, die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu stärken und zugleich Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen.

• Dennoch geriet die Wirtschaft 2020 in eine schwere Rezession. • Die fiskalischen Impulse für die Erholung müssen beibehalten werden, u. a. durch mehr öffentliche Investitionen. • Die Fortschritte in der Klimapolitik dürfen nicht infrage gestellt werden. • Um das Potenzial der digitalen Transformation voll auszuschöpfen, gilt es Kommunikationsnetze zu verbessern, Kompetenzen heranzubilden und Hindernisse für neue Technologien abzubauen.

2


Die Wirtschaft geriet 2020 in eine schwere Rezession

3


Wegen der Pandemie schrumpfte die Wirtschaftstätigkeit Reales BIP Veränderung seit Q4 2019 in Prozent 0

0

-5

-5

-10

-10

-15

-15 Q2 2020

-20

-20 Q3 2020

-25

GBR

FRA

ITA

CAN

DEU

USA

JPN

-25

Quelle: OECD Economic Outlook Database.

4


Die zweite Infektionswelle stoppte die Erholung Reales BIP Index 2019 Q4 = 100, saisonbereinigt 103

Index 2019 Q4 = 100, saisonbereinigt 103 100

100

97

97

94

94

91

91

88

88

85

2019

2020

2021

2022

85

Quelle: OECD Economic Outlook Database. 5


Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde durch Kurzarbeit abgefedert Arbeitslosenquote In Prozent der Erwerbsbevรถlkerung 15

15 Jan. 2020

Mai 2020

12

12

9

9

6

6

3

3

0

Deutschland Deutschland

Italien

Frankreich

OECD

Schweden

Ver. Staaten

Kanada

Spanien

0

Quelle: OECD Short-Term Labour Force Statistics Database. 6


Es besteht fiskalischer Spielraum zur StĂźtzung der Erholung Gesamtstaatlicher Finanzierungssaldo In Prozent des BIP 4

4

2 0 -2

-4 -6 -8

-10

2

1 2 3 4 5 6 7 8

2017

2018

2019

2020

2021

0 -2

-4 -6 -8 2022

-10

Quelle: OECD Economic Outlook Database.

7


Empfehlungen zur Stützung der Erholung • Im Fall einer schwachen Erholung zusätzliche Stützungsmaßnahmen ergreifen.

• Fiskalische Impulse schrittweise entziehen, wenn die Erholung richtig in Gang gekommen ist. • An der geplanten Haushaltskonsolidierung festhalten und zugleich langfristige Herausforderungen angehen. • Die Besteuerung der Erwerbseinkommen verringern und Umweltsteuern, Grundsteuern und die Besteuerung von Kapitaleinkünften erhöhen.

8


Öffentliche Investitionen erhöhen für eine nachhaltige Erholung

9


Die รถffentlichen Investitionen sind relativ niedrig Gesamtstaatliche Investitionen In Prozent des BIP, 2019 7

6

6

5

5

4

4

3

3

2

2

1

1

0

0

PRT ESP GRC ITA IRL DEU BEL ISR MEX GBR AUT CHE LTU DNK NLD ISL USA SVK FRA OECD SVN CAN AUS TUR FIN POL LUX CZE SWE EST LVA KOR JPN NZL NOR HUN

7

Quelle: OECD Economic Outlook Database.

10


Die öffentlichen Investitionen steigen, die Kommunen können jedoch noch mehr tun Nettoinvestitionen In Prozent des BIP 0.6 0.5 0.4 0.3

Gemeinden Länder Bund Öffentliche Haushalte insg.

0.6 0.5 0.4 0.3

0.2

0.2

0.1

0.1

0

0.0

-0.1

-0.1

-0.2

-0.2

-0.3

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

-0.3

Anmerkung: Nettoinvestitionen = staatliche Bruttoanlageinvestitionen abzüglich Abschreibungen. Quelle: OECD National Accounts Database. 11


Die Qualität der Infrastruktur ist hoch Bewertung der Infrastrukturqualität insgesamt 7

6

6

5

5

4

4

3

3

2

2

1

1

MEX SVK POL LVA ITA GRC IRL HUN SVN CZE AUS CHL NZL BEL ISR LTU TUR GBR OECD NOR CAN EST ESP ISL LUX SWE KOR PRT DEU DNK USA AUT FRA FIN JPN NLD CHE

7

Quelle: Weltwirtschaftsforum, The Global Competitiveness Index Dataset 2007-2017.

12


Die Erneuerbaren sind auf dem Vormarsch, Kohle bleibt aber ein wichtiger Energieträger Bruttostromerzeugung nach Energieträgern In TWh 400

350

Kohle

Kernenergie

Erneuerbare

Erdgas

400

350

300

300

250

250

200

200

150

150

100

100

50

50

0

1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018

0

Quelle: AGEB, https://ag-energiebilanzen.de/28-0-Zusatzinformationen.html.

13


Die Verkehrsemissionen sind leicht zurückgegangen Treibhausgasemissionen nach Sektoren In Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 450

450

400

400

350

350

300

300

250

250

200

200

150 100 50 0

Energiewirtschaft Industrie Verkehr Private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen und Sonstige¹

150 100

Ziel

1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018² 2020 2022 2024 2026 2028 2030

1. Emissionen der Sektoren Private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Sonstige. 2. Kurzfristprognose für 2018. Quelle: Umweltbundesamt; Bundesgesetzblatt, Dezember 2019.

50 0

14


Empfehlungen für die Investitionsförderung und eine nachhaltige Erholung • Die kommunalen Planungskapazitäten durch kommunenübergreifende Zusammenarbeit, Weiterbildung und Neueinstellungen ausbauen. • Die Ausgaben für hochwertige öffentliche Investitionen weiter erhöhen, u. a. über Finanzhilfen für die Kommunen.

• Emissionsarme Alternativen schaffen durch den Ausbau der öffentlichen Verkehrsangebote und der Ladeinfrastruktur, durch gute Stadtplanung und durch mehr HomeofficeMöglichkeiten. • Die Emissionsbepreisung branchen- und energieträgerübergreifend stärker vereinheitlichen. 15


Mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt ermรถglichen

16


Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist groß

2019, in Prozent 40

30

30

20

20

10

10

0

0

LUX COL BEL GRC DNK NOR SVN ITA NZL TUR SWE HUN PRT IRL ISL POL ESP AUS CHL LTU OECD FRA SVK NLD CZE AUT CHE DEU GBR CAN USA MEX FIN LVA ISR JPN EST KOR

40

Quelle: OECD (2020), Gender wage gap (Indikator). 17


Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert Frauenanteil in Führungspositionen In Prozent, 2018

60

50

50

40

40

30

30

20

20

10

10

0

0

KOR TUR JPN LUX NLD DNK CZE ITA CHL GRC DEU AUT FIN SVK ESP BEL PRT FRA CHE ISR CAN NOR IRL EST MEX GBR AUS SVN HUN SWE LTU USA ISL POL LVA

60

Quelle: ILOSTAT.

18


Viele Berufe unterliegen Zugangsbeschränkungen Anteil der Berufe, die eine Zulassung erfordern In Prozent, 2015 80

80

Zertifizierung

70

70

Zulassung

60

60

FIN

SWE

PRT

DNK

ITA

FRA

BEL

GRC

SVN

LVA

MLT

EST

ESP

GBR

CZE

LUX

EU

0

POL

0

LTU

10 BGR

10 HRV

20

AUT

20

SVK

30

ROU

30

HUN

40

NLD

40

IRL

50

DEU

50

Quelle: Koumenta und Pagliero.

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Empfehlungen für mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt • Stärkere gesetzliche Ansprüche auf flexible Arbeitsregelungen für alle Beschäftigten schaffen, sofern möglich einschließlich Homeoffice. • Effektive Grenzsteuersätze für Geringverdiener senken. • Berufszugangsbedingungen lockern und dabei die Stärken des dualen Berufsbildungssystems wahren. • Die Mietpreiskontrollen auf Märkten, an denen das Angebot steigen muss, wie z. B. in Berlin, lockern.

20


Die Vorteile der digitalen Transformation voll ausschรถpfen

21


Der Anteil schneller FestnetzBreitbandanschlüsse ist in Deutschland gering

Dezember 2019

TUR GRC COL MEX AUS AUT ISR GBR EST DEU CZE FRA NZL SVK SVN IRL CAN NOR OECD FIN DNK ITA NLD LTU CHL POL LUX USA LVA BEL CHE HUN ISL ESP PRT SWE KOR

In % 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

Festnetz-Breitbandanschlüsse mit vertraglich zugesicherten Übertragungsraten von mehr als 100 Mbit/s

In % 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

Quelle: OECD Broadband Portal.

22


Der niedrige Anteil schneller Festnetzanschlüsse entspricht einem niedrigen Anteil von Glasfaseranschlüssen Technologiemix von Festnetz-Breitbandanschlüssen in Deutschland und im OECD-Raum 2009-2019 Glasfaser

Deutschland

Sonstiges

Kabel

DSL

OECD

100%

100%

90%

90%

80%

80%

70%

70%

60%

60%

50%

50%

40%

40%

30%

30%

20%

20%

10%

10%

0% 0% 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Quelle: Source: OECD Broadband Portal.

23


Im mobilen Breitbandnetz liegt der Datenverbrauch unter dem OECD-Durchschnitt Mobile Datennutzung je mobilem Breitbandanschluss 2019 GB pro Monat 25

GB pro Monat 25

20

15

15

10

10

5

5

0

0

SVK CZE COL GRC CAN BEL NLD NZL DEU ESP MEX PRT HUN GBR LUX JPN NOR OECD TUR SVN ITA AUS FRA CHE KOR POL SWE IRL DNK CHL ISL EST LTU LVA AUT FIN

20

Quelle: OECD Broadband Portal.

24


Eine schnellere Einführung fortgeschrittener IKTTools würde die Innovationstätigkeit fördern In Prozent aller Unternehmen, 2019 In %

Basis

Prozessbezogen

100 90 80

Deutschland

Fortgeschritten OECD

Am besten abschneidendes Land

In %%

100 90 80

70

70

60

60

50

50

40

40

30

30

20

20

10

10

0

Breitband

Website

EPurchases

ESales

CRM

ERP

Soziale Medien

Cloud- Schnelles Big-DataComputing Breitband Analysen

0

Quelle: OECD ICT Access and Usage by Businesses Database.

25


Die Investitionen in IKT und Wissenskapital sind niedrig In Prozent des BIP, 2016 16 14 12

10

16

Sonstiges Wissenskapital, z. B. Organisationskapital und Weiterbildung FuE und sonstige Produkte geistigen Eigentums Computersoftware und Datenbanken IKT-AusrĂźstung

14 12

10

8

8

6

6

4

4

2

2

0

DEU

GBR

FIN

FRA

NLD

BEL

USA

SWE

0

Quelle: OECD-Berechnungen auf der Basis der OECD National Accounts Database und INTAN-Invest-Daten.

26


Die Unternehmensdynamik ist gesunken

2007 = 100 130

2007 = 100 130

120

120

110

110

100

100

90

90 Unternehmensgründungen DEU

80 70

70

Unternehmensgründungen Durchschnitt¹

60 50

80

2007

2008

2009

2010

2011

2012

60 2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

50

1. „Unternehmensgründungen Durchschnitt“ umfasst Daten aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Japan, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und den Vereinigten Staaten. Quelle: OECD, Timely indicators of entrepreneurship.

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Der Wagniskapitalanteil ist relativ gering In Prozent des BIP, 2019 0.18

0.7

Seed-Phase

0.16 0.14 0.12

Gr체ndungs- und 체brige Fr체hphase

0.6

Sp채tere Phasen

0.5

0.1

0.4

0.08

0.3

0.06

0.2

0.04

0.1 CAN ISR USA

KOR

EST

FIN

GBR

DNK

FRA

CHE

HUN

BEL

SWE

NLD

DEU

IRL

ESP

NOR

NZL

AUS

LUX

JPN

AUT

POL

PRT

ITA

SVK

GRC

CZE

LTU

SVN

0

LVA

0.02

0

Quelle: OECD Entrepreneurship Financing Database.

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Die Entwicklung hin zu einer digitalen Verwaltung muss fortgesetzt werden OECD Digital Government Index 2019 0.8 0.7 0.6

„Digital by Design“

Datengesteuerter öffentlicher Sektor

Staat als Plattform

„Open-by-Default“

Nutzerorientierung

Proaktivität

0.8 0.7 0.6

KOR

GBR

COL

DNK

JPN

CAN

ESP

ISR

PRT

FRA

NZL

NOR

LUX

ITA

SVN

OECD

EST

LVA

AUT

NLD

0

CZE

0.1

IRL

0.1

CHL

0.2

BEL

0.2

DEU

0.3

LTU

0.3

FIN

0.4

GRC

0.4

ISL

0.5

SWE

0.5

0

Quelle: OECD Survey on Digital Government 1.0.

29


Grundkompetenzen bringen hohe Erträge Prozentuale Veränderung der Löhne bei einem Anstieg der Kompetenzen um eine Standardabweichung 30 Erträge aus alltagsmathematischer Kompetenz

Erträge aus Lesekompetenz

25 20 15 10

USA

IRL

DEU

ESP

GBR

KOR

AUS

CAN

POL

JPN

NLD

AUT

EST

SVK

Gepoolt

FRA

BEL

FIN

DNK

ITA

NOR

CZE

0

SWE

5

Quelle: Hanushek et al. (2015), “Returns to skills around the world: Evidence from PIAAC”, European Economic Review

30


Deutschland ist bei der IKT-Nutzung in Schulen und der Digitalkompetenz der Lehrkräfte im Rückstand Prozentsatz der Schüler*innen in Schulen, deren Leitung Aussagen über die Fähigkeit ihrer Schule, digitale Geräte zu nutzen, eher oder ganz zustimmt

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

OECD-Durchschnitt

Deutschland

Niedrigster OECD-Wert

Höchster OECD-Wert

100% 90% 80% OECDDurchschnitt 70% OECD-Durchschnitt 60% OECD-Durchschnitt OECD-Durchschnitt Deutschland 50% Deutschland 40% Deutschland Deutschland 30% 20% 10% 0% Anzahl der Anzahl der für Eine effektive Die Lehrkräfte verfügen internetfähigen den Unterricht verfügbaren Onlineplattform zur über die erforderlichen digitalen Geräte digitalen Geräte Lernunterstützung ist technischen und ist ausreichend ist ausreichend verfügbar pädagogischen Kompetenzen zur Nutzung digitaler Geräte im Unterricht

Quelle: OECD-Berechnungen auf der Basis von PISA (2018).

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Empfehlungen zur Nutzung der Vorteile der digitalen Transformation • Die Genehmigungsverfahren (einschl. Wegerechte) für den Ausbau von Kommunikationsnetzen verkürzen. • Den Wettbewerb durch die Erleichterung von NationalRoaming-Abkommen erleichtern. Alle Marktteilnehmer berücksichtigen, wenn bestehende Frequenzlizenzen auslaufen. • Die Rahmenbedingungen für Unternehmensinvestitionen in Wissenskapital verbessern, u. a. durch eine Prüfung der Höchstgrenze für die steuerliche FuE-Förderung. • Die Entwicklung hin zu digitaler Verwaltung und einem datengestützten öffentlichen Sektor beschleunigen und Daten aus E-Vergabe-Verfahren systematisch sammeln und nutzen. • Mehr IKT-Fortbildungen für Lehrkräfte anbieten. Informatisches Denken schon früher fördern (was besonders den Mädchen zugutekommt).

32


Weitere Informationen http://oe.cd/germany @OECDeconomy @OECD

Dieses Dokument sowie die darin enthaltenen Daten und Karten berühren weder den völkerrechtlichen Status von Territorien noch die Souveränität über Territorien, den Verlauf internationaler Grenzen und Grenzlinien sowie den Namen von Territorien, Städten oder Gebieten. Die statistischen Daten für Israel wurden von den zuständigen israelischen Stellen bereitgestellt, die für sie verantwortlich zeichnen. Die Verwendung dieser Daten durch die OECD erfolgt unbeschadet des völkerrechtlichen Status der Golanhöhen, von Ost-Jerusalem und der israelischen Siedlungen im Westjordanland. 33


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