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Swisscom (D)

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SUSTAINABLE SWITZERLAND

23. August 2026

Kreislauf der Chancen Es wäre einfach, über soziales Engage­ ment von Unternehmen mit Tränen­ drüsen-Geschichten zu berichten. Es braucht ja auch tatsächlich weniger, als man gemeinhin denkt, um aus der Bahn geworfen zu werden: Verlieren Kinder oder Jugendliche etwa etwa aufgrund von Unfall oder Krankheit ein ­Elternteil, besteht statistisch gesehen ein doppelt so hohes Risiko, dass Betroffene schuli­ sche und psychologische Probleme ent­ wickeln. Fällt diese schwierige Zeit in die wichtigen Ausbildungsjahre, entsteht nicht nur für Betroffene ein Schaden, sondern für uns alle: Wer sein Potenzial nicht entfalten kann und über keine ­Tagesstruktur verfügt, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Depressionen, sondern kann auch nichts zur allgemeinen Wertschöpfung beitragen. Menschen, die aus dem regulären Arbeitsmarkt herausgefallen sind, mög­ lichst zu beschäftigen, ihnen einen sinn­ vollen Tagesablauf zu ermöglichen, Ver­ antwortung zu übertragen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, sich zu fangen, muss deshalb im Interesse einer jeden Volkswirtschaft sein. Sekundärer oder zweiter Arbeitsmarkt nennt sich das Konzept, das in der Schweiz aktuell rund 130 000 Menschen mit unterschiedlichs­ ten Schicksalen beschäftigt – vom aus­ gesteuerten Arbeitslosen bis zum IV-­ Bezüger, von Menschen mit psychischen bis zu Menschen mit körperlichen Beein­ trächtigungen. Es ist ein Konzept, das insgesamt eine Erfolgsquote von bis zu 55 Prozent verzeichnet: So viele Men­ schen schaffen es gemäss dem Bundes­ amt für Statistik, innerhalb eines Jahres wieder im regulären Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Innert fünf Jahren liegt die Quote der Wiederintegrierten mit 66 Pro­ zent sogar bei zwei Dritteln.

Begleitung im Beruf Einer von ihnen ist der heute 25-jährige ­Mithursan. Von einer Tränendrüsen-Ge­ schichte ist sein Weg weit entfernt, viel­ mehr lässt sich an seinem Beispiel eine Erfolgsgeschichte erzählen: Nach an­ fänglichen Herausforderungen auf sei­ nem Weg absolvierte er seinerzeit eine Lehre als Logistiker. Während des struk­ turierten IV-Eingliederungsprogramms war er zunächst auf eine Begleitung im Berufsleben angewiesen. Spezialisierte Firmen bieten genau solche Eingliederungs- oder auch Wie­ dereingliederungsmassnahmen an. Eine davon, eine Stiftung, die als sozialwirt­ schaftliches Unternehmen fungiert,

heisst GEWA, abgeleitet vom Akronym «Gemeinsam wagen». GEWA betreibt ­gemäss dem Factsheet 2026 in elf unter­ schiedlichen Branchen Firmen und er­ wirtschaftet mit einer Belegschaft von 1203 Personen einen Jahresumsatz von 46,5 Millionen Franken. Über 550 dieser Personen arbeiten an angepassten Arbeitsplätzen. Damit hat sich die Stif­ tung, die schweizweit zu den grössten Sozialfirmen gehört, seit Jahrzehnten im Sozialmarkt etabliert. Rund 57 Prozent der Erträge werden durch Dienstleistun­ gen in Branchen wie IT-Remarketing, Logistik, Gastronomie, Gartenbau oder im Treuhandwesen erwirtschaftet.

MARCO RAHO

Sozialfirmen wie die Stiftung GEWA oder Réalise bieten Arbeitsplätze für Menschen, die aus der Bahn geworfen wurden. Sie schlagen in den Bereichen Würde, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Das Element Hoffnung Der Co-Geschäftsleiter der GEWA, ­David Scheidegger, weiss um die Wichtigkeit seines Betriebs: «Den Job zu verlieren und plötzlich nicht mehr selbstbe­ stimmt zu sein, empfinden viele als ent­ würdigend», sagt David Scheidegger, Mitglied der Geschäftsleitung bei GEWA, und ergänzt: «Nach einem persönlichen Wendepunkt sind viele auf die Finanzie­ rung durch Sozialversicherungen ange­ wiesen und können nicht mehr eigen­ ständig über ihr Leben bestimmen. In solchen Situationen verlieren viele das Vertrauen in die eigenen Fähig­keiten und brauchen Support.» Deshalb bietet die GEWA nicht nur Arbeitsplätze, son­ dern eine erweiterte Begleitung der bei ihnen angestellten Menschen an. ­Zunächst sei es wichtig, nach einer per­ sönlichen Krise wie einem Klinikaufent­ halt, einer psychischen Erkrankung oder einem Jobverlust wieder positive Arbeitserfahrungen zu sammeln, sich wieder an einen Rhythmus zu gewöh­ nen, Selbstvertrauen aufzubauen und die eigene Belastbarkeit zu trainieren. Wenn Menschen in einem Sozialunter­ nehmen wie der GEWA an «echten» Kunden­aufträgen mitarbeiten, stärke dies das Vertrauen in die eigenen Fähig­ keiten. Dabei spiele es kaum eine Rolle, ob es sich beim Angestellten nun um einen Akademiker, einen Handwerker oder um jugendliche Berufseinsteigerin­ nen und Berufseinsteiger handle. Zent­ rales Element für alle sei die Hoffnung, dass es trotz einer psychischen oder ge­ sundheitlichen Krise einen guten Weg in die Zukunft geben könne. Um diese Zuversicht zu fördern, begleitet ein Coach die Angestellten bei auftretenden Problemen, hilft bei Bewerbungen auf dem primären Arbeitsmarkt oder trai­ niert Vorstellungsgespräche. «Ohne diese Unterstützung wäre die Hürde zu­

Von Aufbereitungen von Elektrogeräten über Verpackungen bis zu Gartenarbeiten bietet GEWA Arbeit in elf Berufsfeldern an.

Ohne diese Unterstützung wäre die Hürde zurück in eine feste Anstellung oft zu gross.

rück in eine Festanstellung oft zu gross», erklärt Scheidegger. Der eingangs er­ wähnte Mithursan hat es geschafft: Heute arbeitet er mit grossem Engage­ ment im primären Arbeitsmarkt, näm­ lich im Coop-Megastore im Berner Wankdorf-Center, und sagt stolz: «Gib niemals deinen Traum auf, glaube stets an dich selbst und an das, was du errei­ chen willst.»

Umfassend nachhaltig

Swisscom hat 2025 einen Gruppenumsatz von 15,048 Milliarden Franken und dank der Übernahme von Vodafone Italia ein Wachstum von 36,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Als wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen verbindet Swisscom nachhaltiges Wachstum mit einer klaren Nachhaltigkeitsstrategie und setzt auf Diversity, Equity & Inclusion (DE&I). Die Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt unter anderem das Ziel, bis 2035 netto null Emissionen zu erreichen. Swisscom ist hierbei ein Vorreiter: Bereits bevor Nachhaltigkeitsberichte für Grosskonzerne in der Schweiz im Jahr 2024 obligatorisch wurden, hat das ICT-Unternehmen begonnen, die sogenannte «Corporate Social Respon-

sibility» im Kerngeschäft zu verankern. Dazu verfolgt Swisscom das Ziel, Vielfalt, Chancengleichheit sowie eine inklusive Unter­ nehmenskultur kontinuierlich zu stärken. Mindestens ein Prozent der Arbeitsplätze bei Swisscom ­ ist für Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen vorbehalten. Zentral ist auch die Verlässlichkeit gegenüber Partnern wie der GEWA oder Réalise, die auf Aufträge angewiesen sind, um ihre Integrationsplätze langfristig zu finanzieren. Zur unternehmerischen gesellschaftlichen Verantwortung gehören für Swisscom auch Themen wie Lohngleichheit, Generationenvielfalt, Talentförderung, Chancengleichheit und Respekt.

GEWA/COOP

Swisscom setzt auf Vielfalt und Inklusion

Der Berufsweg von Mithursan steht für eine Erfolgsgeschichte.

Nicht nur für Mithursan ist dies ein Glück: Jeder Mensch, der durch ein Re­ integrationsprogramm stabilisiert wird oder sich wieder im primären Arbeits­ markt behaupten kann, entlastet lang­ fristig die Sozialsysteme und erwirt­ schaftet Steuergelder. Damit sich dieser Effekt aber einstellt, sind Sozialunter­ nehmen wie die GEWA auf Kunden an­ gewiesen – und es ergibt natürlich Sinn, wenn zum Beispiel führende Unterneh­ men wie Swisscom, ein langjähriger Kunde, sich dafür einsetzen, den Staat zu entlasten. Ob ein Team der GEWA am Swisscom-Hauptsitz Hunderte von Be­ leuchtungen austauscht, ob gebrauchte IT-Geräte sortiert, aufbereitet und wie­ derverkauft werden, ob Papierwaren ver­ packt und versandt werden – über ­unzählige GEWA-Betriebe können Men­ schen Verantwortung übernehmen, Auf­ träge abwickeln und ihr Selbstvertrauen wiederherstellen. Wie sich soziales und nachhaltiges Engagement zudem verbinden lassen, lässt sich anhand einer weiteren Nach­ haltigkeitsinitiative von Swisscom auf­ zeigen: In der Romandie beauftragt das ICT-Unternehmen das Sozialunterneh­ men Réalise im Bereich Kreislaufwirt­ schaft. In Zusammenarbeit mit dem Partner Recommerce und im Rahmen des Wiederverwertungsprogramms ­«Mobile Aid» verarbeitet und sortiert Réalise in Genf jährlich fast 200 000 Handys und Computer. Ein Grossteil wird wiederaufbereitet; nicht funktions­ fähige Geräte speisen Mitarbeiter in die

Recyclingkanäle ein. «Allein durch diese Tätigkeit lassen sich rund 7000 Tonnen CO2 jährlich einsparen», sagt Jérôme ­Despont, Mitglied der Geschäftsleitung von Réalise. Doch nicht nur die Umwelt profitiert dank Kreislaufwirtschaft, es entsteht auch mit jedem triagierten Ge­ rät eine sinnstiftende Tätigkeit für einen Menschen. Die gemeinnützige Einrichtung ist seit 1984 auf praktische Ausbildungen und berufliche Neuorientierung spezia­ lisiert. Sie beschäftigt 100 Festange­ stellte, jährlich durchlaufen zwischen 450 und 500 Personen eine Ausbildung. «Unsere über 40-jährige Erfahrung zeigt, dass Organisationen wie unsere mehr denn je unverzichtbar sind», sagt André De Farias, ebenfalls Geschäfts­ leitungsmitglied von Réalise. Ihre Stärke liege in der engen Zusammen­ arbeit mit den Akteuren der Wirtschaft, sagt Jérôme Despont. Réalise sei auf Aufträge wie solche von Swisscom an­ gewiesen. Begeistert formuliert Jérôme Despont die Best Practice so: «Wenn Wirtschaft soziale und ökologische ­B elange integriert, wird nachhaltige Entwicklung umfassend verwirklicht.» Und das alles ganz ohne Tränendrüse.

Sustainable Switzerland ist die nationale Nachhaltigkeitsinitiative des Unternehmens NZZ mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gemeinsam beschleunigen wir die nachhaltige Entwicklung der Schweiz. sustainableswitzerland.ch Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab und Sustainable Switzerland im Auftrag von Swisscom erstellt.


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