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Raiffeisen (D)

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25. Oktober 2026

Vorsorgen mit 50 plus: Wer jetzt handelt, kann noch viel erreichen

Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in das hiesige Vorsorgesystem ist so hoch wie kaum je zuvor. Dies zeigt das aktuelle «Raiffeisen Vorsorgebarometer», das 2026 um 28 Punkte auf 725 Punkte geklettert ist. Besonders viel Rückhalt geniesst die dritte Säule, ­gefolgt von der beruflichen Vorsorge, die gegenüber dem Vorjahr zulegen konnte. Die AHV bleibt das Sorgenkind, nicht zuletzt wegen der weiterhin ungeklärten Finanzierung der 13. AHV-Rente. Alles in allem nimmt das Vertrauen in das Vorsorge­ system mit steigendem Alter der Be­ fragten zu und erreicht im Ruhestand den Höchstwert. Ungeachtet der steigenden Zuversicht blicken die 51- bis 79-Jährigen kritisch auf ihre eigenen Vorsorgeentscheidungen zurück. Nur 40 Prozent der Erwerbstätigen über 50 Jahre würden ihre finanzielle Vorsorge im Nachhinein genau gleich organisieren. Bei den Rentnerinnen und Rentnern liegt der Anteil bei 46 Prozent. Die Befragten bereuen insbesondere, nicht früher oder mehr in die Säule 3a einbezahlt zu haben (19 Prozent). Fast jeder Neunte hätte rückblickend früher in Wertschriften investiert (11 Prozent). Will man später keinen verpassten Chancen nachtrauern, sollte man seine Altersvorsorge deshalb bestmöglich optimieren. Dies gilt insbesondere für die Mittfünfziger, die wenige Jahre vor dem Ruhestand stehen. «Die letzten Jahre vor der Pensionierung sind oft die wertvollsten Planungsjahre. In dieser Phase ­lassen sich Entscheidungen zu Vermögen, Steuern und Vorsorge besonders wirkungsvoll aufeinander abstimmen», erklärt Tashi Gumbatshang, Leiter des Kompetenzcenters für Vermögens- und Vor­ sorgeberatung bei Raiffeisen Schweiz. «Gerade in den letzten Erwerbsjahren kann man die eigene Vorsorgesituation noch aktiv gestalten.»

Routenplaner auf dem Weg in den Ruhestand Grundlage dafür bildet eine fundierte, auf die persönlichen Lebensumstände abgestimmte Finanzplanung. Sie macht die Geldflüsse im Hinblick auf den Ruhestand transparent und zeigt auf, ab wann beispielsweise eine Frühpensionierung möglich wäre oder wie sich Vorsorge­ gelder steueroptimiert beziehen lassen. Die Finanzplanung ist damit der eigentliche Routenplaner auf dem Weg in den Ruhestand. «Wer sich zum ­Beispiel den Wunsch einer Frühpensionierung er­ füllen möchte, sollte die Finanzierung frühzeitig planen und die verbleibenden Erwerbsjahre gezielt für den Vermögensaufbau nutzen», empfiehlt Vorsorge­ spezialist Tashi Gumbatshang. Tatsächlich sind im Schweizer Vorsorgesystem die persönlichen Einflussmöglichkeiten deutlich grösser als oftmals angenommen, und zwar bis kurz vor der Pensionierung. Eine äusserst wirkungsvolle Massnahme, um die spätere Rente oder das Kapital zu erhöhen und gleichzeitig die Steuerrechnung zu senken, sind beispielsweise freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse. Insbesondere Mittfünfziger sollten die Leistungen ihrer Pensionskasse deshalb genau ­analysieren und als Teil der gesamten Vermögensstruktur aus Vorsorgegeldern, Immo­ bilien, freien Anlagen und künftigen Nachlasswerten betrachten. Besteht noch Einkaufspotenzial – beispielsweise aufgrund eines höheren Lohns oder

FOTOS: RAIFFEISEN

Während das Schweizer Vorsorgesystem bei den Mittfünfzigern hohes Vertrauen geniesst, fällt ihre persönliche Vorsorgebilanz gemischt aus. Rückblickend würden sie vieles anders machen. Die gute Nachricht: Wer die restlichen Jahre bis zur Pensionierung geschickt nutzt, kann seine Altersvorsorge gezielt optimieren.

Wer die letzten Erwerbsjahre ungenutzt verstreichen lässt, verschenkt attraktive Chancen, seine persönliche Vorsorge zu optimieren.

­früherer Erwerbsunterbrüche –, können ob die Hypothek auch nach der Pensio- heute 51 Prozent der Befragten bei der «Wer sich den sich zusätzliche Einzahlungen je nach nierung tragbar bleibt, wenn das Er- Pensionierung ganz oder teilweise das persönlicher Situation finanziell lohnen. werbseinkommen wegfällt. Zudem kann Kapital beziehen. Ihre Wahl hängt dabei Wunsch einer Dabei ist ein gestaffelter Einkauf über der Ruhestand nur mit genügend frei weniger von schwindendem Vertrauen Jahre vor der Pensionierung verfügbarem Vermögen flexibel finan- in die Vorsorge ab als vielmehr von der Frühpensionierung mehrere häufig besonders vorteilhaft. Wer einen ziert werden. Deshalb kann eine voll- Flexibilität, der Vererbbarkeit des VerKapitalbezug plant, sollte jedoch die ge- ständige Amortisation der Hypothek in mögens, den gesunkenen Umwanderfüllen möchte, setzlichen Sperrfristen berücksichtigen. dieser Situation problematisch sein. Ist lungssätzen und steuerlichen Vorteilen. Auch regelmässige Einzahlungen in hingegen ein Verkauf oder eine ÜbertraWie auch immer der Entscheid am sollte die Finandie private Vorsorge reduzieren das gung der Immobilie an die Nachkommen Ende ausfallen mag: Wer die letzten zierung frühzeitig steuerbare Einkommen und erhöhen geplant, sollte genügend Flexibilität er- ­Erwerbsjahre ungenutzt verstreichen gleichzeitig das Vorsorgekapital. In der halten bleiben und die Wahl der Hypo- lässt, verschenkt attraktive Chancen, planen.» Regel empfiehlt es sich, die Gelder auf thekarlaufzeiten Teil der langfristigen seine persönliche Vorsorge zu optimiemehrere Säule-3a-Gefässe zu verteilen. So können die Bezüge später über mehrere Jahre gestaffelt erfolgen, wodurch sich die steuerlichen Folgen der Progression bei der Kapitalleistungssteuer abfedern lassen. Sind die Gelder an den Finanzmärkten investiert, sollte die Anlage­ strategie rechtzeitig überprüft werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass das Vermögen oft nicht nur den Ruhestand finanzieren, sondern teilweise auch für die nächste Generation erhalten bleiben soll. Kapitalbezüge aus der Pensionskasse und der Säule 3a sowie freiwillige ­Einkäufe in die Pensionskasse lassen sich steuerlich besser aufeinander ab­ stimmen, wenn genügend Zeit für die ­Planung der Einzahlungen und späteren ­Bezüge bleibt. Je nach Variante kann die Steuerbelastung damit spürbar reduziert werden. Entscheidend ist, nicht einzelne Massnahmen isoliert zu betrachten, sondern Vorsorge, Vermögen und Steuern möglichst mehrere Jahre vor der Pensionierung gesamthaft zu analysieren.

Hypothekenamortisation kann schwierig werden Tashi Gumbatshang Leiter des Kompetenzcenters für ­Vermögens- und Vorsorgeberatung bei Raiffeisen Schweiz

Immobilienbesitzer wiederum sollten in den Jahren vor der Pensionierung einen genauen Blick auf die Finanzierung ihres Objekts werfen. Für viele Haushalte ist das Eigenheim der grösste Vermögenswert. Entsprechend wichtig ist die Frage,

Vermögens- und Nachfolgeplanung sein. Auch eine erwartete oder bereits ­erhaltene Erbschaft sollte in die Finanzplanung einbezogen werden. Sie kann zusätzlichen Spielraum für eine Frühpensionierung, grössere Anschaffungen, Reisen oder eine gezielte Vermögens­ strategie schaffen. Laut dem «Raiffeisen Vorsorgebarometer» haben denn auch 29 Prozent der Erbinnen und Erben auf den Vermögenszuwachs mit Investitionen in Wertschriften reagiert, 8 Prozent haben die Gelegenheit für Einkäufe in die Pensionskasse genutzt.

Kapital oder Rente? Eine Entscheidung mit Folgen Mit dem Übertritt in den Ruhestand ist schliesslich eine weitere Entscheidung verbunden, die im Detail vorbereitet werden sollte, da sie später nicht mehr korrigiert werden kann: die Wahl zwischen einem Kapital- oder Rentenbezug oder einer Mischform aus beidem. Diese Entscheidung hat langfristige Folgen, unter anderem aufgrund der steigenden Lebenserwartung: Ein Ruhestand ­dauert heute nicht selten 25 bis 30 Jahre. Wer Kapital bezieht, muss sein Vermögen über diesen langen Zeitraum selbst bewirtschaften, während eine Rente das Langlebigkeitsrisiko an die Pensionskasse abgibt. Dennoch würden laut dem neusten «Raiffeisen Vorsorgebarometer»

ren. Eine rechtzeitige Planung hilft, ­Vorsorge, Vermögen und Steuern auf­ einander abzustimmen und finanzielle ­Ü berraschungen im Ruhestand zu ­vermeiden.

Vorsorgebarometer Der neuste «Raiffeisen Vorsorgebarometer» wurde im September 2026 veröffentlicht. Die diesjährige Ausgabe fokussiert thematisch auf Lebensereignisse und untersucht, wie diese unsere ­Vorsorgehandlungen gezielt oder als Nebeneffekt beeinflussen. ­Vertrauen und Wissen sind hierfür zwei wesentliche Komponenten. QR-Code scannen und den neusten «Raiffeisen Vor­ sorgebarometer» herunterladen.

Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von Raiffeisen erstellt.


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