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DIE 150 BESTEN HOTELS

Andrin Willi Hotelrating Schweiz 2026/27

Das grosse Hotelrating zeigt die besten Adressen für Genuss, Erholung und unvergessliche Auszeiten. (Illustration: Sara Sparascio)

EDITORIAL

Mensch statt Maschine

Andrin Willi: «Die 150 besten Hotels der Schweiz 2026/27»; Weber Verlag (2026), 440 Seiten, 59 Franken. ISBN 978­3­ 03818­870 ­ 4.

Zum 30. Mal erscheint dieses Hotelrating; zum 14. Mal als Buch im Weber Verlag, zum zweiten Mal in der «NZZ am Sonntag». Verglichen mit meinem Vorgänger Karl Wild, habe ich nicht viel zum Jubiläum beigetragen. Es ist das zweite Jahr meiner Präsenz in der Szene, und auch unsere Testerinnen und Tester bleiben sichtbar, aktiv und konstruktiv am Markt. Wir sind fassbar in den Hotels unterwegs, mysteriöse Checks und Listing Fees gibt es bei uns nicht. Und weil wir mit offenen Karten spielen, stehen wir auch dazu, dass wir diese umfassende journalistische Recherche nicht ohne Mithilfe der Branche realisieren könnten. Für alle Besuche gelten dieselben Spielregeln, so haben auch alle dieselben Chancen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Unsere Meinung basiert auf der Sternebewertung von Hotellerie Suisse, auf einem Zusammenzug von valablen Gästebewertungen und etlichen anderen Bewertungskriterien.

Im vergangenen Jahr haben wir weitaus mehr als 150 Hotels besucht und bewertet. Wir haben uns mit den Verantwortlichen unterhalten und tauschen uns über ihre Strategien, ihre Investitionspläne, ihre Herausforderungen, ihre unfairen Vorteile und ihre guten Gäste und Überzeugungen aus. Diese Gespräche sind für mich der Goldstandard, denn wir gewichten die Lust am Gastgebersein, und das kann man nur, wenn man holistisch nachhaltig denkt.

Unser Investor des Jahres, Michel Reybier, tut das. Genau wie Brigitte und Christian Hoefliger ­ von Siebenthal, unsere Hoteliers des Jahres. Ihre «Maison Hornberg» ist wie ein Zuhause und sehr zu empfehlen. Genau wie unser Hotel des Jahres, das Sie vielleicht noch nicht kennen. Es fliegt in der Deutschschweiz leider zu Unrecht etwas unter dem Radar …

Neu haben wir den Mutmacherpreis ins Leben gerufen. Er würdigt Gastgeberinnen und Gastgeber und soll sie zum Weitermachen und Dranbleiben motivieren. Verständlich, wenn «die Lötschentaler» den Kopf ins Geröll gesteckt hätten, das Blatten und ihre Existenzen am 28. Mai 2025 zerstört hat. Haben sie aber nicht. Sie haben das «Momentum» erstellt. Darum zeichnen wir sie aus, und auch, um weiterhin auf die Destination aufmerksam zu machen, denn die (über­)lebt nicht von Unterstützungshilfen, sondern von aktiven Besucherinnen und Besuchern, die dafür sorgen, dass in der Hotellerie und als Abbild davon auch in unserem Rating viel Dynamik herrscht.

Ferner haben wir 15 Trouvaillen für Sie in der Schweiz aufgestöbert – Hotels, die uns dank ihrem besonderen Charme und ihrer Atmosphäre besonders ans Herz gewachsen sind. Fünf weitere Trouvaillen befinden sich ausserhalb der Schweiz. Nein, wir möchten nicht noch ein internationales Hotelrating erzwingen, auch nicht mittels künstlicher Intelligenz.

Apropos: kennen Sie Carl Benedikt Frey? Er ist Professor für die Zukunft der Arbeit in Oxford. In seinem Interview in «Die Zeit N° 6» ist mir das folgende Zitat aufgefallen: «Man kann ChatGPT nach einem Wein fragen – aber viele Menschen schätzen die menschliche Interaktion.» Unsere Art der Arbeit verändert sich, aber ich bin der festen Überzeugung, dass man Hotels weder künstlich betreiben noch beschreiben sollte. Natürlich kann man die KI nach einem Hoteltipp fragen, aber Menschen schätzen die menschliche Interaktion. Das «Andrin Willi Hotelrating Schweiz» ist voll davon. Ganz persönlich wünsche ich Ihnen viel Spass beim Reisen und Entdecken der besten Hotels in den schönsten Regionen der Schweiz.

BEIRAT

150 Gründe, einzuchecken und zu bleiben

Die Welt ist unruhig geworden. Wer heute eine Reise plant, tut dies oft mit einem leisen Unbehagen, einem Gefühl, das sich aus Nachrichtentickern speist und nicht so leicht abschütteln lässt. Umso mehr darf man sich glücklich schätzen, in einem Land zu leben, das seit Jahrhunderten eine bemerkenswerte Fähigkeit kultiviert hat: die Kunst der verlässlichen Ruhe. Die Schweiz mag klein sein – aber sie ist sicher, schön und, was Reisende aus aller Welt besonders zu schätzen wissen, mit einer Dichte an hervorragenden Hotels gesegnet, die ihresgleichen sucht. Ob das klassische Grand­Hotel mit seiner samtenen Noblesse, das urbane Stadthotel oder das urchige Berghaus, das man nur findet, wenn man auch wirklich sucht – die Vielfalt der Schweizer Hotellerie ist ein Spiegelbild des Landes selbst: facettenreich, kompromisslos qualitätsbewusst und bisweilen von einer Schönheit, die einen überrascht, obwohl man es eigentlich hätte wissen müssen. Wer in diesem Angebot orientiert sein möchte, braucht einen Ratgeber, dem er vertrauen kann. Einen, der nicht nach Gunst urteilt, sondern nach Erfahrung. Genau das ist das «Andrin Willi Hotelrating Schweiz». Es freut mich sehr, dass die «NZZ am Sonntag» auch in diesem Jahr wieder als Medienpartnerin dieses Ratings auftritt. Mit dem Hoteltester und Buchautor Andrin Willi verbindet mich mehr als eine langjährige berufliche Zusammenarbeit. Es ist vor allem eine geteilte

Leidenschaft: die für gute Hotels. Andrin Willi besitzt das seltene Talent, ein Haus nicht nur zu bewerten, sondern es zu verstehen. Als erfahrener Journalist bringt er zudem etwas mit, das im Ratgeberwesen nicht selbstverständlich ist: einen hohen Anspruch an Fairness und Integrität. Eigenschaften, ohne die ein Hotelrating wenig mehr wäre als eine gut sortierte Wunschliste.

Die 150 Hotels in dieser Beilage wurden von einem erfahrenen, unabhängigen Tester­Team unter die Lupe genommen. Das «Hotel des Jahres» hingegen ist eine Entscheidung des Beirats (siehe rechts), und ich erlaube mir, an dieser Stelle ein kleines Rätsel aufzugeben: Es handelt sich um ein Haus, von dem die meisten von Ihnen wahrscheinlich noch nie gehört haben – es sei denn, Sie verfolgen mit besonderem Interesse, was im Vallée de Joux an edlen Zeitmessern entsteht. Mehr sei hier nicht verraten. Das Vergnügen des Entdeckens gehört schliesslich dazu.

Diese Beilage versteht sich als Quintessenz des gleichnamigen Buches aus dem Weber Verlag. Wer mehr wissen will über die einzelnen Kategorien, die Geschichten hinter den Häusern und die Persönlichkeiten, die diese Häuser prägen, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Ich wünsche Ihnen beim Lesen viel Freude und bei der nächsten Übernachtung die richtige Wahl.

Christina Hubbeling

und Geschäftsleiterin,

Christina Hubbeling

verantwortlich für diese Verlagsbeilage, NZZ

Andrin Willi Hoteltester und Buchautor
FOTOS: PD
Dyami Häfliger-Hadorn Geschäftsleiter, Weber Verlag
Zita Langenstein Leiterin Weiterbildung, GastroSuisse
Journalistin,
Martin Barth Tourismus- und Hotelexperte, Talent, Development & Network
Annette Weber-Hadorn Inhaberin
Weber Verlag
Yasmin Cachemaille Grimm Partner & COO, Unisono Hospitality Management

JAHRES

HOTELIERS DES

Kraftort mit Haltung

Brigitte und Christian Hoefliger-von Siebenthal, unsere Hoteliers des Jahres, sind in ihrer «Maison Hornberg» zu Hause. Die Trennlinie zwischen Gästen, Freunden, Familie und Mitarbeitenden ist fein. Dass hier alles ineinanderfliesst, spürt man sofort, wenn man in ihrem Hotel im Saanenland zu Gast ist. Von Andrin Willi

Was 1936 als Bauernhof­Pension mit Werner und Helene von SiebenthalHauswirth und 24 Betten begann, wurde von der zweiten Generation, Elisabeth und Peter von Siebenthal­Wild, bis zur heutigen Grösse ausgebaut. 2002 standen Brigitte und Christian Hoefliger ­ von Siebenthal am Start. Vor ihnen lag kein einfacher Weg, aber die beiden Vollbluthoteliers beschlossen, ihn konsequent, mutig, mit viel Unternehmergeist, Engagement und Herzblut zu gehen. Sie investierten in den Erhalt, ohne den familiären Spirit des Hauses zu vernachlässigen oder ihn mit überbordenden Wachstumsplänen zu gefährden. Nähe kommt für sie vor Grösse und sowohl das Gästefeedback als auch die Mitarbeiterloyalität bezeugen diese Haltung. «Klar, dass die Investitionsliste immer länger ist als der prognostizierte Cashflow», sagt Christian Hoefliger­von Siebenthal, aber darum sei es wichtig, die Prioritäten so zu setzen, dass die Gäste nach jedem Um­ und Ausbau das «Hornberg» auch wieder als ihre «Maison» erkennen würden. Nüchtern betrachtet, ist sie ein romantisches ChaletBoutique ­Hotel auf Vier­ Sterne ­ Superior­Level, 1270 Meter über Meer, 10 Minuten von Gstaad entfernt. Allürenlos und bodenständig, aber mit Stil und Klasse. Heimelig und trotzdem modern. Gesund und dennoch genussreich. Ein Hotel mit Haltung. Das tut gut in einer Zeit, in der man laut schreien muss, um aufzufallen.

Klare Visionen

«Ankommen, Auftanken, Sein», so lautet das Motto von Brigitte und Christian Hoefliger­von Siebenthal. Was das Paar in den vergangenen 23 Jahren hier aufgebaut und investiert hat, ist bewundernswert. Konsequent verfolgen sie eine starke Vision, die man unter anderem in der 6000 m� grossen Parkanlage mit dem Naturbadesee oder dem eleganten «Chalet toi­même» ablesen kann. Investiert wird in Ruhe, in die Gastronomie, ins Team, aber auch in die eigene Solarstromproduktion. Eine weitere beachtliche Investition ist auch der Wille, das Haus bei einer Grösse von «nur» 40 Zimmern (und 55 Mitarbeitenden) zu belassen. Landreserven wären vorhanden, aber in die Beschleunigungsfalle möchten sie nicht tappen. Gut für die Familie,

noch besser für die Gäste. Natur und Entspannung spielen in der «Maison Hornberg» eine wichtige Rolle. Das merkt man, wenn man im kühlenden Badesee schwimmt, im «Chalet toi­même» liest und ruht oder die Tiere und Blumen im wunderschönen, wild ­ romantischen Park betrachtet. Der Ausbau des Wellbeing­Bereiches mit Hallenbad und Spa steht auch auf der Modernisierungsliste.

Ein starkes Team

Die engagierten Privathoteliers sind ein Paradebeispiel für die ideenreiche Schweizer Hotellerie. Was sie mit ihrem Team hier aus eigener Kraft und auf scheinbar natürliche und lockere Art und Weise schaffen, trägt in grösseren Hotels längst englische Bezeichnungen. In der «Maison Hornberg» braucht es keine solchen Titel und auch von standardisierten Abläufen scheint man weit entfernt zu sein, was nicht heisst, dass die Professionalität darunter leidet. Im Gegenteil: Die individuelle und gelebte Gastfreundschaft steckt in allen Mitarbeitenden, und auch die Inhaber arbeiten tatkräftig und nicht nur scheinbar mit. Zum Beispiel im Service. Selbstverständlich ziehen alle am gleichen Strick, und als Gast sitzt man da, staunt und versteht, was in einem langjährig­starken Team passiert, wenn die Chefs mit gutem Beispiel vorangehen. Gastfreundschaft ist, wenn alle Mitarbeitenden Hand in Hand zusammenarbeiten und einander über die Bereiche hinweg unterstützen und mitdenken. Dieses Feu sacré spürt man im ganzen Haus. Es ist eine Haltung, die man an keiner Schule lernt, es ist die Haltung eines Unternehmerpaares, das sich nicht alles leisten kann und will und sich gerade darum noch intensiver auf das fokussiert, was intrinsisch möglich ist. Sie unternehmen persönliche Ausflüge mit ihren Gästen in die Natur – grillieren, zusammensitzen, die Bergwelt bestaunen. Wer mit Brigitte und Christian Hoefliger­von Siebenthal auf dem Feuer kocht und eine kultige Pinzgauerfahrt unternimmt, und das Gefährt womöglich selbst lenkt, ist hin und weg. Die beiden kreieren vielschichtige Erlebnisse mit Nachhall, aber nur für jene, die das wollen, verstehen und zulassen. Alle anderen geniessen einfach die Ruhe. In jedem Fall wird der Wunsch geweckt, wieder heimzukehren an diesen Kraftort.

Brigitte und Christian Hoefliger-von Siebenthal vor ihrer «Maison Hornberg» in Saanenmöser.

Wo sich die Welt im Stillen trifft

Das Vallée de Joux hütet ein Juwel: Das Hôtel des Horlogers in Le Brassus. Es vereint eine avantgardistische Architektur mit konsequenter Nachhaltigkeit und zieht VIPs und Uhrenfans aus aller Welt an. Von Andrin Willi

Waren Sie schon einmal in Le Brassus?

Kennen Sie das Vallée de Joux im waadtländer Jura? Perfekt für Liebende! Wer Uhren, die Natur, wer schöne Strassen, gutes Essen oder Sport, wer Architektur liebt, die Ruhe schätzt und alles in einem eleganten, barrierefreien und nachhaltigen Ambiente erleben möchte, ist hier am Ziel: Willkommen in der Wiege der Haute Horlogerie, willkommen im Hôtel des Horlogers, einem technischen Meisterwerk und einem der nachhaltigsten Hotels der Schweiz. Konzipiert wurde es dergestalt, dass die Auswirkungen auf die Natur so klein wie möglich gehalten werden können. Bereits beim Bau wurde diese Haltung verinnerlicht. Aber auch im Alltag und im Umgang mit den Ressourcen nimmt die ökologische Verantwortung einen grossen Stellenwert ein. Der ökologische Fussabdruck ist gering, und die 68 Solarpanels produzieren mehr Energie, als derzeit benötigt wird. Apropos: Das

Hôtel des Horlogers ist das erste Hotel in der Schweiz, das das Minergie ­EcoZertifikat erhalten hat. Schön und gut, aber ist das sexy?

Entspannung pur

Wer Stille aufreizend findet und avantgardistische Architektur schätzt, wird sich verlieben. Vielleicht auch in die selbst gebackenen Pains au Chocolat und Brote am Frühstückstisch. Im Zimmer liegt man und fühlt sich, als ob man auf der Wiese am gegenüberliegenden Risoux­Waldrand entlangspazieren würde, sehr entspannend. Für ein Hotel ist das zickzackartig angelegte Gebäude unüblich. Unüblich clever, auch im täglichen Handling und in den Abläufen für die Angestellten. General Manager André Cheminade sorgt mit diesem eingespielten Team dafür, dass auch das Gästeerlebnis nicht auf der Strecke bleibt. «Dafür trainieren, trainieren und trainieren wir», sagt er.

Dafür wurde André Cheminade mit dem EHMA Best Practices Award für zukunftsweisende Praktiken und Ideen der Hotellerie ausgezeichnet. Fehlt eigentlich nur noch ein Gourmetlokal. Auch das gibt es, naturellement. Es nennt sich La Table des Horlogers, und Emmanuel Renaut, «Meilleur Ouvrier de France» und Dreisternekoch, verantwortet die Küchenleistung.

Leider ist der Küchenchef nur via Videobotschaft erreichbar und nicht persönlich vor Ort. Aber gerade so ein intimer Ort, an dem es nur einen Tisch gibt, unter dem man seine Füsse auf dem Waldboden ausstreckt, lebt von Persönlichkeit. Also doch lieber in die einfachehrliche Brasserie Le Gogant? Fest steht: Für beide Restaurants sind dieselben Köche viel in der Natur oder im Garten unterwegs, und diese handwerkliche Verbundenheit mit der Umgebung und den Saisons macht die kulinarische Leistung im ganzen Hotel beachtenswert.

Das organisch vibrierende Gebäude, das der Topografie des Tales folgt, wurde im Auftrag von Audemars Piguet als Designstück von der Bjark Ingels Group (BIG) aus Dänemark entworfen. Fürs Interior­Design zeichnete das Büro AUM Pierre Minassian aus Lyon verantwortlich. Das Hotel knüpft ans nur wenige Schritte entfernte Museum Atelier Audemars Piguet an, das ebenfalls aus der BIG ­Feder stammt.

Grosse

VIP-Dichte

Spätestens jetzt wird klar, warum sich im Hôtel des Horlogers so still wie leise VIPs und Ultra­High­Net­Worth­Individuals aus der ganzen Welt die Klinke in die Hand geben. «Noch nie in meiner Karriere habe ich eine solche Dichte an bekannten Persönlichkeiten begrüssen dürfen wie hier», sagt André Cheminade. Es käme ihm nicht im Traum in den Sinn, Kunden beim Namen zu nennen,

denn diese Menschen werden bei Audemars Piguet minutiös selektioniert. Wer eine Einladung in die heiligen Audemars ­ Piguet­ Hallen nach Le Brassus erhält, gehört ziemlich sicher zum engeren Kreis.

Der Historiker Pierre ­Yves Donzé sagt zu diesem Thema: «Eine Luxusmarke muss ihre Kunden dominieren.» Der Professor für Unternehmensgeschichte an der Universität Osaka wird es wissen: 2025 ist sein Buch über Rolex («Die Exzellenzfabrik») erschienen. Und trotzdem behandelt André Cheminade die «Auserwählten» gleich wie die Einheimischen, die zum Kaffee an der Bar oder zum Lunch in die Brasserie einkehren. Gerade weil das Haus allen offensteht und man keine Allüren hat, ist das Hôtel des Horlogers auch ein Zentrum für Fans, Freunde, Mitarbeitende und Kundinnen aller anderen berühmt­berüchtigten Uhrenmarken der Region. Darauf verweist bereits der Hotelname.

Das Hôtel des Horlogers in Le Brassus (VD) ist eines der nachhaltigsten Hotels der Schweiz.

Beständig, im Luxus der Lässigkeit

Wer unvergessliche Gastfreundschaft sucht, klingelt bei unserem «Auslandhotelier des Jahres», bei Markus Odermatt. Wenn sich das Tor «seines» Hauses, des Grand Hotel a Villa Feltrinelli in Gargnano, am Gardasee, öffnet, tritt man in eine Illusion der Zeitlosigkeit ein.

Von Andrin Willi

Achtung, es wird persönlich! Als ich da war, habe ich die Zeit vergessen. Inzwischen ist viel davon vergangen, aber die «Villa Feltrinelli» hat mich nie losgelassen. Damals dachte ich, dass dies mein eindrücklichstes Hotelerlebnis gewesen sei. Besser geht’s nicht. Ich denke das auch heute noch. Ein bemerkenswerter Umstand, weil ich seither viele Hotels auf der ganzen Welt besucht habe. Klar, der Geist tendiert dazu, die Vergangenheit zu romantisieren, aber zu viele kleine, zu viele grosse Details waren in der «Villa Feltrinelli» auf scheinbar natürliche Weise in sich stimmig. Da war so viel Freiheit, so viel Vertrauen, so viel Ruhe. Terrassierte Zitronenhaine, der See, die Wellen. «La Contessa», das Hotel­Holzboot. Ein kleiner Glacewagen, bei dem dann und wann ein Kellner eine Handglocke klingelte. Sofort verspürte ich Lust, aber es ging natürlich um Verführung und Widerstehen. Man konnte in die Küche laufen und einen Espresso trinken. Oder man konnte ihn sich servieren lassen, wo auch immer man sass. Dasselbe galt für die Bar. Man konnte sich die Cocktails selbst mixen oder sie einfach bestellen. Am Abend sass ein Gitarrenspieler auf einem Barhocker, lässig an die Wand gelehnt. Die Klänge klangen nicht so klassisch, wie sie es waren. Die Bäume raschelten, und die Kerzen in den Laternen konnten nur entzündet

werden, indem die Angestellten eine Leiter hinaufstiegen. Sie verwendeten eine Holzleiter. Eine schöne Holzleiter. Selbst dieses Ritual, um den frühen Abend willkommen zu heissen, kam mir nicht vor wie eine Inszenierung. Es kam mir vor, als ob ich dort angekommen wäre, wo ich schon immer hingehörte. Verspielte Zuneigung, mir schien das alles echt zu sein. Ein Hotel an der Kippe zum Kitsch, doch weit davon entfernt. Der Luxus der Lässigkeit – genau mein Ding. Ich hätte einen Sommer bleiben sollen, doch die Endlichkeit – auch des Geldes – gehört zum Reiz des Lebens.

Er ist die Idealbesetzung Markus Odermatt, unser «Auslandhotelier des Jahres», ist geblieben. Seit der Eröffnung 2001 hat er die Standards immer wieder neu definiert und den Luxus der Lässigkeit zur Kunstform erhoben. Er hat viele Hoteliers inspiriert. Heute ist er Mitbesitzer und als General Manager die Idealbesetzung der «Villa Feltrinelli». Er kam in Luzern zur Welt, absolvierte im besten Fischrestaurant der Leuchtenstadt, im «Hermitage», seine Kochlehre, als die Nouvelle Cuisine in Frankreich wütete. Frankreich dominierte die Küche, und so zog es Odermatt in die Westschweiz. Dort merkte er: «Wer nur in der Küche steht, steht immer ab ­

«Man muss Gastfreundschaft auch aus der Perspektive der Leidenschaft betrachten.»

Markus Odermatt

seits der Gäste.» Es musste also noch etwas anderes geben im Leben, und so studierte er Wirtschaft und besuchte kurz die Hotelfachschule in Luzern. Ziel: Hoteldirektor. Und so kam es, dass seine Karriere und seine Lebensgeschichte gesäumt sind von grossen und kleinen verrückten Hotels und ebensolchen Eröffnungen, wie etwa jene in Zermatt («Into the Hotel»). Das erste Relais & Château­Hotel in Mexiko, die Gruppengründung der ersten sieben Small Luxury Hotels ebenda und viele weitere Hotelprojekte mit bekannten Investoren und Familien folgten. Etwa der Grace Bay Club auf den Turks­ und Caicosinseln. Oder seine Position als CEO der Oro Verde Hotels, die damals vorwiegend in Ecuador, Peru und Mexiko existierten. Irgendwann wollte er zurück in die Schweiz, aber natürlich musste das Projekt, das ihn repatriieren sollte, ausserordentlich sein. Die Geschichte in Zermatt (USM × Julen) dürfte bekannt sein … Wahrscheinlich ist das extraordinäre Gastgebersein in seinen Genen festgelegt, schliesslich war sein Urururgrossvater als Schreiner und Zulieferer am Bau des Bürgenstock beteiligt. Wie ein Verblendeter bin ich zweimal am Eingangstor der «Villa Feltrinelli» vorbeigefahren und selbstverständlich fragt sich der autofahrende Mensch in so einer Situation, warum dieses Hotel so

Die 20 besten Stadthotels der Schweiz

klein angeschrieben ist. Erst später merkt man, dass es genau darum geht. Die «Villa Feltrinelli» ist kein Hotel, es ist ein Traumhaus. Für alle, die eine Reservierung haben, aber auch für den Gastgeber, der seinen Karriereweg hier «umgeben von Schönheit» vollendet. Julia Roberts weiss das, Richard Gere weiss das, Hugh Grant weiss das. Und noch viele mehr, deren Namen noch wichtiger sind, wissen das. Namen kümmern hier aber keinen, denn irgendjemand, der gleichzeitig in der Villa logiert, ist garantiert noch schlauer, noch schöner, noch reicher oder noch bescheidener als man selbst. Es scheint, als hätte sogar der Status eines Menschen hier Ferien. Herrlich. Genau wie die Geschichte zur Entstehung des Hotels.

Sie ist mit dem US ­Hotelier Robert H. Burns verknüpft, der das geschichtsträchtige Haus nach dem Verkauf seiner Regent­Hotelkette erworben hat. Burns beauftragte Markus Odermatt, dessen Ruf ihm vorauseilte, die Villa, die er eigentlich als Privathaus nutzen wollte, ihm aber dann doch zu gross erschien, in ein Hotel umzugestalten. «Ohne Budget», erinnert sich Odermatt. 2001 war der Traum realisiert, fünf Jahre später verkaufte Burns seine Anteile und zog mit seiner Familie zurück nach New York. Markus Odermatt ist geblieben und die Villa wurde dadurch auch zu seinem Lebens­

werk. 20 Zimmer, 92 Mitarbeitende, 60 Prozent davon sind Jahresangestellte, während das Haus etwas mehr als sechs Monate geöffnet ist. Rechnet sich das? «Ja», antwortet Odermatt: «Weil wir keine Dividenden ausbezahlen und den Gewinn reinvestieren.» Der Immobilienwert hat sich verdoppelt und Odermatt denkt auch mit 65 nicht an Stillstand. Ihn interessiert, wie er den emotionalen Gegenwert für seine Gäste erhöhen kann. Diskretion, Perfektion, Menschenkenntnis –all das zeichnet ihn aus, aber auch seine Fähigkeit, das Unausgesprochene zu erfassen und es «als Standard» zu implementieren. Er lebt und definiert den Luxus der Gastfreundschaft stetig neu. Kein einfaches Unterfangen. Erstens kopiert man in der Branche gerne das Gute, zweitens muss auch das Team – viele Mitarbeiter sind seit langem hier tätig – mitziehen. «Ich versuche, Dinge umzusetzen, die ich meinen Gästen zu Hause anbieten würde und nicht solche, die man in einem Hotel erwarten würde», sagt Odermatt.

Keine Koffer im Zimmer

«Zu viel Neues kann man nicht umsetzen, denn sobald man etwas implementiert hat, verlangt es der Gast immer wieder», erzählt er. Bei 60 Prozent Stammgästeanteil ein valables Argument. Ein typischer Odermatt­ Standard ist der

Die 20 besten Wellbeing-Hotels der Schweiz

Wäsche ­ und Kofferservice. «Wir packen die Koffer aus und bei Abreise wieder ein. Für das leere Gepäck haben wir einen speziellen Raum», sagt Odermatt. «Niemand möchte Koffer im Zimmer sehen. Die meisten Gäste lassen ihre Kleidung, aber auch Zahnbürsten und Familienfotos bis zu ihrem nächsten Aufenthalt bei uns. Wenn sie dann anreisen, ist alles schon im Zimmer. Die Wäsche waschen wir täglich kostenlos, innerhalb von einer Stunde. Dieser Teil der Experience wirkt sehr entspannend auf jene Gäste, die uns vertrauen», erzählt Markus Odermatt, dem unpassende Blumensträusse, Kaffeemaschinen oder knausrige Minibars im Zimmer ein Gräuel sind. «Wenn jemand im Zimmer einen Espresso möchte, servieren wir ihm einen Espresso», erzählt er. «Ohne Aufpreis», fügt er an, und dasselbe gelte natürlich für einen Whisky oder ein Glas Champagner. «Die Abrechnerei des Fläschlizeugs finde ich kleinlich», präzisiert er. Oft sei die Industrie zu geldgetrieben: «Man muss Gastfreundschaft auch aus der Perspektive der Leidenschaft betrachten», sagt der Hotelier, und wenn er über Gastfreundschaft spricht, dann klingt sie einleuchtend und simpel. Aber eben: Dahinter stecken viel Arbeit, viel Demut, viel Training und eine Hin­ und Beobachtungsgabe, die nur wenig Hoteliers besitzen.

und dem leuchtenden Wasser des Gardasees liegt die «Villa Feltrinelli».
Der gebürtige Luzerner Markus Odermatt ist General Manager der «Villa Feltrinelli».

«Man muss zuhören können»

Im diesjährigen «Andrin Willi Hotelrating Schweiz» wird Michel Reybier als «Investor des Jahres» ausgezeichnet, weil er die Hotellerie in der ganzen Schweiz wie kein anderer prägt. Nicht nur mit Geld, auch als weit- und umsichtiger Verbesserer und Visionär. Ein Gespräch über Gäste, Hotels und Erfolg. Interview: Andrin Willi

Interviews gibt Michel Reybier eigentlich keine, auch wenn er viel zu sagen hätte.

Der Unternehmer, der international in 14 Branchen erfolgreich tätig war und ist, einen Flugzeugabsturz überlebte und Zermatt liebt, hat dafür keine Zeit. Zu spät habe er begonnen, seine Vision in der Hotellerie umzusetzen, zu viel wolle er noch erreichen und bewegen. Der Startschuss als Hotelinvestor fiel mit dem Hotel La Réserve Genève, das der französischstämmige Wahlschweizer 2003 eröffnete. Seither steht die Hospitality­Marke La Réserve für eine avantgardistische Luxus­Vision. Die Hotels sind in La Ramatuelle, Paris, Genf und Zürich verankert, Zermatt und weitere Destinationen werden folgen. Wir treffen uns in einer Suite des «Originals», das auch 23 Jahre nach seiner Eröffnung noch zu den besten Stadthotels der Schweiz gehört. Ruhig ist es, nachdem die Flügeltüren geschlossen wurden. «Was wollen Sie wissen?», fragt Michel Reybier.

Mich interessiert, was Sie antreibt?

Der Mensch.

Sehen Sie sich als Hotelier oder als Investor?

Als Hotelier. Geld ist eine Konsequenz, kein Ziel. Ohne langfristiges Denken ist dieses Geschäft unmöglich, aber wenn Hotels Orte werden, die Gesundheit, Kultur und Begegnungen ermöglichen, dann haben sie eine Zukunft – dann stiften sie Nutzen und ergeben Sinn.

Ist Sinnhaftigkeit also Teil von Ihrem Verständnis von Luxus?

Luxus ist kein klar definierter Begriff. Entscheidend ist nicht die Kategorie, sondern die Qualität des Moments. Ich habe das Hotelkonzept Mama Shelter mitentwickelt – aber genauso gerne arbeite ich an der Marke La Réserve. Der Kunde ist derselbe, nur der Anlass ist ein anderer. Luxus ist vor allem ein Erlebnis. Eine bestimmte Dekoration oder ein Stil, Essen, ein schönes Zimmer, das sind alles noch keine Erlebnisse. Luxus muss

«Ein Kunde ist ein Kunde. Egal, ob Elon Musk vor mir steht oder eine Gouvernante.»

Michel Reybier

Erlebnisse generieren, und das verlangt eben nach Themen wie Bildung, Kultur und Gesundheit, sonst stiftet er keinen Sinn. Ich möchte echte Erfahrungen vermitteln, bei denen der Gast etwas für seine Zukunft mitnehmen kann. Das ist der Grund, warum ich im Gesundheitswesen tätig bin. Es geht mir nicht darum, Kliniken zu sammeln, es geht mir um die wissenschaftliche Grundlage, die ich brauche, um Wohlbefinden organisch in die Hospitality­Branche implementieren zu können.

Wo stehen Sie auf dem Weg zu dieser Vision?

Ich habe zu spät begonnen, mich für Hotels zu engagieren, darum habe ich Nachholbedarf. Aber ich arbeite daran. In gewissen Hotels stehen wir bei 20 Prozent, in anderen bei 80 Prozent von dem, was ich mir vorstelle. Doch ich gestehe, dass es mir trotz meiner intensiven Beschäftigung mit dem Thema immer noch schwerfällt, bleibende Erlebnisse für die Gäste umzusetzen. Die Hotellerie der Zukunft wird Gesundheit, Prävention und Longevity vereinen – genauso wie Kultur und Wissensbildung. Wer etwas lernt, auch im gesundheitlichen Kontext, wird diese Erfahrung ein Leben lang mit sich tragen.

Klingt gut; und wie vermitteln Sie das ihren General Managers?

Eine anspruchsvolle Frage, denn bleibende Gästeerfahrungen sind individueller Natur, und das bedeutet, dass Standards hier nicht greifen. Ich glaube nicht an stereotype Freundlichkeit oder einstudierte Abläufe, sie wirken wie ein schlecht eingespieltes Theaterensemble. Ein Hoteldirektor ist ein Theaterdirektor, aber er sorgt dafür, dass man nicht merkt, dass das Hotel ein Theater ist. 80 Prozent des Jobs ist gesunder Menschenverstand: zuhören, beobachten, vorausahnen.

Sie waren und sind in 14 unterschiedlicher Branchen tätig. Was unterscheidet die Hotellerie grundlegend von anderen Industrien?

Die Hotellerie ist mit keiner anderen Branche vergleichbar. Zwar gibt es verbindende Werte – etwa Haltung, Respekt, Verantwortungsbewusstsein –, aber die Hotellerie ist in ihrem Kern zutiefst menschlich. Menschen für Menschen. Unternehmerisch denke ich seit bald 60 Jahren konsequent vom Kunden her. Zuerst kommen die Kundinnen und Kunden, dann das Team, dann das Produkt – in exakt dieser Reihenfolge. Ohne Gäste und ohne Mitarbeitende ist jedes Produkt bedeutungslos. Und noch etwas ist wichtig in der Hotellerie: Man muss Menschen mögen, und um sie mögen zu können, muss man ihnen zuhören können. Zuhören!

Welche Bedeutung hat eine konsequente Kundenorientierung konkret?

Ein Kunde ist ein Kunde – egal, ob Elon Musk vor mir steht oder eine Gouvernante. Wir sind Gastgeber. Punkt. Ich unterscheide nicht nach Status, Herkunft oder Kaufkraft. Jeder Mensch ist an einem bestimmten Punkt ein Kunde –vielleicht ist er das sein ganzes Leben, vielleicht für einen Tag oder für eine Stunde. Als ich neu in der Hotellerie war und nichts wusste, hatte ich einen entscheidenden Vorteil. Ich hatte den frischen Blick des Gastes, und genau diesen Blick versuche ich seither zu bewahren.

Wenn ich mich hier in Genf, aber auch im «Schweizerhof» in Zermatt umsehe, scheint mir die Gastronomie in Ihren Hotels auch ein Treffpunkt für Einheimische zu sein. Welche Rolle spielen lokale Gäste?

Wie wichtig ist die Geschichte eines Ortes?

Essenziell. Ich hasse Lokalitäten, die nicht zum Standort passen. In Paris haben wir ein zutiefst «parisisches» Hotel gemacht, in Genf ein urbanes Resort. Zermatt funktioniert als Destination, weil das Dorfleben familiär geblieben ist und die Einheimischen mit den Gästen im Dorfkern leben – wenn man das mit anderen Destinationen in den Bergen vergleicht, ist das ziemlich aussergewöhnlich.

Ist es einfacher, ein neues Hotel zu bauen oder ein bestehendes Gebäude und dessen Geschichte zu übernehmen?

Bei einer Renovierung wird man oft von der Gebäudestruktur eingeengt, darum verstehe ich jeden Architekten, der auf der grünen Wiese beginnen möchte. Wirtschaftlich ist das allerding nicht so einfach. Ich bevorzuge eine bestehende Struktur, die zwar stören kann, aber andererseits auch Orientierung bietet. Ausser bei den Villen haben wir bisher immer bestehende Gebäude übernommen und umgebaut.

Was erwarten Sie von Architekten und Designern?

Dass sie zuhören können. Hotelprojekte entstehen im Dreieck: Gast – Eigentümer – Architekt. Zu viele Architekten entwerfen Gebäude für ihr Ego oder ihre Karriere. In der Hotellerie ist das fatal.

Eine entscheidende! Es ist fundamental wichtig, Restaurants nicht für Touristen zu bauen, die einmal in ihrem Leben kommen, sondern für die Menschen vor Ort. Ein Restaurant voller Einheimischer ist das beste Gütesiegel – auch für internationale Gäste. In Paris wollen Amerikaner Pariser sehen und nicht bloss andere Touristen. Ein Fünf­Sterne ­Hotel muss darum offen sein, und darin sehe ich eine grosse Schwierigkeit von vielen elitären Hotelpalästen. Sobald sie zu einem geschlossenen Biotop werden, verlieren sie die Tension, die Spannung, die zu einer vibrierenden Atmosphäre führt. Und dennoch liebäugeln Sie mit gastronomischem Elitarismus. Es gibt bei uns Restaurantkonzepte mit fünf oder zehn Tischen, aber sie entsprechen nicht meiner grundsätzlichen Überzeugung. Mein Credo ist, dass alle zum Essen kommen können müssen. Selbstverständlich bleibt es unter anderem eine Frage der Kaufkraft, ob man jeden Tag, jedes Jahr oder einmal im Leben kommen kann.

PD
Michel Reybier vor seinem Weingut Château Cos d’Estournel im Bordelais.

DES

Auch im Beruf des Architekten äussert sich Intelligenz darin, dass er oder sie die Bedürfnisse des Ortes und der Menschen versteht.

Wie viel Geld haben Sie seit 2003 in die Schweizer Hotellerie investiert?

In meinen Begegnungen mit Journalistinnen und Journalisten bin ich nicht sehr zahlenorientiert. Ich weiss, dass es nicht das ist, was sie hören möchten, aber ich habe meine Erfahrungen mit missinterpretierten Zahlen, die dann immer wieder falsch wiedergegeben wurden, gemacht.

Offiziell beträgt der Marktwert des Immobilienportfolios der Swiss Hotel Properties AG, in das 22 Liegenschaften und eine Mietfläche von 120 000 Quadratmetern gehören, derzeit 771,4 Millionen Franken ...

… daraus kann man ableiten, dass wir sehr viel Geld in den Kauf und andererseits in die jährliche Instandhaltung dieser Liegenschaften investiert haben und fortlaufend investieren. Die Hotellerie ist eine Schwerindustrie.

Wie stehen Sie zu Wachstum und Markenexpansion? Ich glaube nicht an Grösse um jeden Preis. Wer die Hoheit über Investitionen und Personal verliert, verliert auch die Seele eines Hauses. Viele grosse Hotelmarken haben ihre Immobilien verkauft; das freut die Aktionäre kurzfristig und schadet langfristig den Gästen, davon bin ich fest überzeugt.

Wo sehen Sie die wichtigsten Investitionsfelder der nächsten Jahre?

Wellbeing, Spas, Familienangebote, Resorts, Gesundheit. Gerade in den Bergen werden diese Felder zentral, aber nicht rein infrastrukturell, sondern inhaltlich.

Ich staune, wie viel Geld in der Schweiz in die Luxushotellerie investiert wird. Hat die Schweiz noch Platz für weitere Luxushotels?

Ja – ausser in Genf. Genf hat zu viele Fünf­ Sterne ­Hotels, gemessen an der Grösse der Stadt. Zermatt, St. Moritz, Gstaad oder Zürich funktionieren, weil sie echte Destinationen sind.

Und London?

Ich gebe zu, dass wir mit dem «L’oscar London» spät eingestiegen sind. Aber wir operieren nicht mit unrealistischen Budgets und erwerben keine Trophäen. Auf der einen Seite hat man einen Wunsch, auf der anderen Seite stehen die Marktoportunitäten und die finanziellen Möglichkeiten. In Paris habe ich sieben Jahre lang gesucht, und als wir das Hotel gekauft hatten, ist mir bewusst geworden, was für ein Risiko wir mit diesem Hotel und seinen 40 Zimmerschlüsseln eingegangen sind. Es ist ein bisschen klein, und das bedeutet, dass wir Erfolg haben müssen. Auf diesem Parkett hat man entweder Erfolg oder man existiert nicht. Glücklicherweise haben wir Erfolg.

Was lernen Sie gerade?

Ich lerne jeden Tag. Wirklich. Meine grösste Schwachstelle sind Fremdsprachen. Ich würde gerne einen Viertel meiner Zeit mit den Gästen aus der ganzen Welt verbringen und mich mit ihnen in ihrer Sprache über die Dinge unterhalten, die sie bewegen und – mon Dieu! – es gibt in diesem Moment auf der Welt viele Dinge zu besprechen. Das Tempo der Veränderung ist unglaublich hoch, und wenn wir es schaffen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, kann unsere Zukunft formidabel sein. Wenn nicht, wird sie zur Katastrophe. Vieles hängt davon ab, wie wir die jungen Menschen sehen und fördern. Ich glaube an diese grossartige Generation. Wie meinen Sie das?

Als Unternehmer wird mir gesagt, dass die Jungen faul seien, nicht mehr arbeiten wollen, immer abgelenkt und nicht belastbar seien. Das sehe ich nicht so. Es ist unser Fehler, wenn sie nicht mehr arbeiten wollen, wir sollten unsere Arbeitsbedingungen hinterfragen. Ich erachte die jungen Menschen zwischen

18 und 25 Jahren als eine Generation, die bestens ausgebildet ist und Veränderungen herbeisehnt, und habe schon vielen von ihnen getroffen, die sehr engagiert sind. Sie machen mir Mut für die Zukunft.

In welchem Bereich sehen Sie in der Michel Reybier Hospitality den grössten Nachholbedarf?

In der Optimierung der internen und externen Kommunikation entlang der Guest Journey. Wie können wir unseren Gästen helfen, dass sie vom Buchungsprozess über die Ankunft bis zur Abreise so wenig Zeit wie möglich verlieren? Luxus ist Zeit – oder besser – keine Zeit verlieren zu müssen mit Unwichtigem. Das bedeutet, dass wir schneller werden müssen beim Check­in, keine belanglosen Fragen stellen und mehr für Ruhe und Fluidität sorgen und dadurch viel respektvoller mit der Zeit der Gäste umgehen können.

Person

Zur

Michel Reybier ist einer der prägendsten Investoren der Schweizer Luxushotellerie. Der französische Unternehmer hat sein Vermögen in der Lebensmittelindustrie (Groupe Aoste) aufgebaut und früh begonnen, es in langlebige Werte zu überführen –insbesondere in erstklassige Hotels mit ikonischer Strahlkraft. Hotels oder Weingüter sieht er nicht als kurzfristige Renditeobjekte, sondern als langfristige Kulturgüter. Michel Reybier investiert konsequent in Substanz. Umfangreiche Renovationen, oft im hohen zweistelligen Millionenbereich, sind Teil einer klaren Strategie. Derzeit steht das Hotel Mont Cervin Palace in Zermatt im Fokus. Als Investor ist Michel Reybier bekannt für seine Geduld, Diskretion und seinen kompromisslosen Qualitätsanspruch, den er persönlich verifiziert.

Philippe Clarinval war nie wirklich weg. Er nutzte die Zeit nach seinen Stationen in der Schweiz (u. a. «Les Trois Rois», Basel) und die Distanz zum operativen Alltag, um an der Universität Liverpool seine Doktorarbeit über Strategic Alignment und Transformationale Führung abzuschliessen. In seiner Forschungsarbeit beantwortet er die Frage, wie Organisationen wirksamer werden können – ein Ansatz, der weit über die Hotellerie hinaus relevant ist. Dennoch ist er dort zuhause geblieben und führt seit Oktober 2025 als GM das Prince de Galles Hotel (The Luxury Collection) in Paris. «Mein Fokus liegt nicht auf einzelnen Momenten der Gästeinteraktion, sondern auf dem System dahinter», erzählt er und ergänt: «In der Luxushotellerie entsteht Qualität dort, wo Strategie im Alltag gelebt wird.»

Das gelingt ihm, weil er internationale Führungs erfahrung mit wissenschaftlicher Tiefe sowie seiner Tätigkeit als Berater und Sparringpartner für Führungskräfte verbinden kann. Jetzt also im legendären

Clarinval,

Pariser Art ­ Déco ­ Wahrzeichen. «Ein ikonisches Haus zu führen, bedeutet, sein Erbe zu respektieren und gleichzeitig seine Zukunft zu gestalten», sagt Clarinval. Ein Comeback? Vielleicht. Vor allem aber die Rückkehr eines Strategen, der Wirkung von innen heraus gestaltet. Bienvenue à nouveau.

MUTMACHER-PREIS

Zusammen stark sein

Zum ersten Mal verleihen wir den Mutmacher­Preis. Er würdigt Gastgeberinnen und Gastgeber und soll sie zum Weitermachen, zum Dranbleiben motivieren. Verständlich, wenn «die Lötschentaler» den Kopf ins Geröll gesteckt hätten, das Blatten und ihre Existenzen am 28. Mai 2025 zerstört hat. Haben sie aber nicht. «Zusammen sind wir stark», dieser Slogan hat sich von Blatten aufs Lötschental ausgeweitet und die Solidarität mit der Bevölkerung ging über die Kantonsgrenzen hinaus. Insgesamt kamen Spenden in Höhe von rund 68 Millionen Franken zusammen. Zusammen geht es auch touristisch weiter, zum Beispiel mit dem «Momentum». Ein Leuchtturm des Zusammenhaltes, eine Lodge aus Holz, auf 1970 Metern über Meer gelegen, in nur 105 Tagen erbaut und sieben Monate nach der Katastrophe eröffnet. Der modulare Holzbau mit seinen 19 Zimmern ist als temporäres Hotel konzipiert, aber es könnte auch länger als fünf Jahre in Betrieb bleiben.

FOTOS: PD

Die Lötschentaler: Brigitte LehnerHasler, Charlotte und Lukas Kalbermatten-Ritler, Laurent Hubert, Marie-Madlen Rieder-Hasler und Esther Bellwald, Blatten

«Hier oben zählt nicht gestern und nicht morgen – hier zählt das Jetzt», schreiben die Macherinnen und Macher. Es zählen aber auch die Gäste, die jetzt und in Zukunft das Lötschental beehren sollten. Zu entdecken gibt es einiges und auch die Gastfreundschaft ist dem Schrecken zum Trotz geblieben. Dazu gratulieren wir und wünschen: Bon courage.

Vom Balkon des «La Réserve Eden au Lac» fällt der Blick auf Üetliberg und Zürichsee.
Eingebettet in einen grossen Park, liegt das «La Réserve Genève» idyllisch am Genfersee.
Philippe
General Manager, Prince de Galles, a Luxury Collection Hotel, Paris

Park Hotel Sonnenhof –

Wo Sein so genussvoll ist

Ein Rückzugsort in Liechtenstein: Natur, Design und ausgezeichnete Kulinarik vereinen sich zu einem Ort der Ruhe und Inspiration.

Im Park Hotel Sonnenhof wird Ankommen zu einem Gefühl von Geborgenheit. Eingebettet in die eindrucksvolle Natur Liechtensteins entsteht ein Ort, der Körper, Geist und Seele berührt – ein Kraftplatz, an dem Design, Gastfreundschaft und Kulinarik eine besondere Einheit bilden.

Die lichtdurchfluteten Junior-Suiten verbinden zeitlose Eleganz mit modernem Wohnkomfort. Hochwertige Materialien, warme Farben und stilvolle Details schaffen eine Atmosphäre, die inspiriert und gleichzeitig zur Ruhe kommen lässt. Das Haus wird mit grosser persönlicher Hin-

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Französisches savoir-vivre im Glas.

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Kulinarisch begeistert die mit 16 Gault&MillauPunkten ausgezeichnete Küche: Hubertus Real und sein Team verbinden Kreativität mit regionaler Verwurzelung und höchster Präzision. Die Gerichte sind fein komponiert, authentisch und voller Charakter. Als Mitglied von Relais & Châteaux steht der Sonnenhof für Werte wie Authentizität, Qualität und Lebensfreude – ein Ort, an dem Genuss und Sein im Mittelpunkt stehen.

Familienferien & Genuss auf höchstem Niveau

Ein Ort für Familien, Geniesser und Naturfreunde: Wellness, Kulinarik und Erlebnisse vereinen sich im Herzen der Lenzerheide.

Im Hotel Schweizerhof Lenzerheide treffen Familienferien, Wellness und Kulinarik auf höchstem Niveau aufeinander. Gastgeber Claudia und Andreas Züllig-Landolt führen das Haus mit grossem Engagement und schaffen eine Atmosphäre, in der sich Generationen gleichermassen wohlfühlen.

Familien profitieren von einem durchdachten Angebot: Betreuung ab zwei Jahren, abwechslungsreiche Programme und grosszügige Familienzimmer machen den Aufenthalt entspannt und vielseitig. Gleichzeitig bietet das Hotel Raum für Ruhe und Erholung. Der 1500 m² grosse Berg-Spa mit Hamam, Saunen und Pools lädt zum Abschalten ein –auch gemeinsam mit Kindern. Kulinarisch überzeugt der Schweizerhof mit mehreren Restaurants, darunter das renommierte «Scalottas Terroir», ausgezeichnet mit MichelinStern und GaultMillau-Punkten. Regionale

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Produkte, Nachhaltigkeit und höchste Qualität stehen dabei im Zentrum. Nachhaltigkeit ist fest in der Philosophie verankert: Das Hotel engagiert sich für regionale Wertschöpfung, verantwortungsvollen Ressourceneinsatz und innovative Energiekonzepte. Ob aktive Ferien, Genussmomente oder entspannte Familienzeit – der Schweizerhof gehört seit Jahren zu den führenden Ferienhotels der Schweiz.

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KÖCHIN DES JAHRES

30 Jahre, 16 Punkte, eine

Die grosse Show ist nicht ihr Ding. Unsere «Köchin des Jahres», Käthi Fässler, überzeugt mit Taten und Gerichten. Aber auch als Lehrperson und Talentförderin hat sie sich einen Namen gemacht. Ihr Können und ihre Kontinuität haben sie im Laufe der Jahre zu einer tragenden Säule des «Resort Hof Weissbad» werden lassen. Von Andrin Willi

Die beste Hotelköchin des Landes ist witzig, aber wenn es um Qualität geht, versteht die waschechte Appenzellerin keinen Spass. Handwerk ist ihr Trumpf, Lebensmittelverschwendung ist ihr ein Gräuel, das Beste aus der Region verarbeiten zu dürfen, ihr eine Freude. Natürlich achtet sie auf Frische und auf die Saison, aber man muss sich zuerst mit den Dimensionen vertraut machen, um das fachlich Faszinierende an ihr einordnen zu können. Unter ihrer Führung und durch ihr 35­köpfiges Team verlassen täglich rund 450 Gerichte die Küche, und seit 2008 bereiten sie und ihr Team auch gleichzeitig und ununterbrochen Gourmetgerichte auf einem Niveau von 16 Gault­ Millau ­ Punkten zu. Jeden Tag wechselt das Menu. Das ist eine gleichermassen souveräne wie seltene Leistung, denn das Thema Ernährung heisst in ihrem Verständnis eben Genuss. Und wer geniesst, hat mehr vom Leben. Pardon.

Rekord um Rekord

Die Ausnahmekönnerin gehört zum «Resort Hof Weissbad» wie das Salz in die Suppe. Seit dem 1. November 1996 prägt Käthi Fässler die kulinarische Geschichte des Hotels unweit von Appenzell, das seit 1994 zu den führenden Adressen der Wellnesshotels in der Schweiz gehört und immer wieder von sich reden macht. Zum Beispiel, als man im März dieses Jahres kommunizierte, dass 2025, nach 2024, der zweithöchste Umsatz der Unternehmensgeschichte erzielt wurde. 2026 erwartet man ein weiteres Rekordjahr. Natürlich wissen Susanne und Elias

Leu, die das Resort seit Mitte 2024 leiten, dass Umsatz nicht alles ist. Sie sind omnipräsent, voller Taten­ und Ideendrang, und sie bringen gemeinsam mit dem langjährig engagierten Team Wachstum, jüngere Gäste und neue Energie ins Resort. Dieses wächst, etwa mit der Übernahme des Golfrestaurants in Gonten, wo 2029 (neben Hof und Lodge) ein drittes Hotel zur Familie stossen wird. Auch der Medical­Wellness­Bereich wird kontinuierlich optimiert. Mit einem Gesundheitscoach erarbeitet man sein Programm, das sich aufs entsprechende gesundheitliche Ziel (Detox, Relax, Nutrition oder Performance) ausrichtet. Das helle Bade­ und Saunahaus aus Fichtenholz ist ein Gamechanger und die Investitionen in Gastronomie­ und Eingangsbereich sind bereits geplant. 2028 soll weiter umgebaut werden. Schön und gut, Käthi Fässler bleibt für viele Gäste ein Magnet, denn gutes Essen gehört zur übergeordneten Ausrichtung des Resorts einfach dazu. Vor den Kulissen sieht man die Küchenchefin praktisch nie. Ihr Wirkungsfeld bleibt die Küche. «Gekocht wird in der Küche und nicht im Restaurant», sagt sie und fügt an, dass sie schon viele Köche gesehen habe, die mehr Zeit im Restaurant und an Fototerminen als in der Küche verbracht hätten. «Das bin nicht ich», ergänzt sie dazu. Aber an «offiziellen» Auftritten bekommt man sie dennoch zu Gesicht: Weihnachten, Silvester oder am 1. August. Trotzdem hat ihre Kunst der Entziehung dazu geführt, dass Fässler gerade bei den Stammgästen fast einen «Legendenstatus» innehat. Beim wöchentli­

chen «Blick hinter die Kulissen», der von Elias Leu für die Hotelgäste durchgeführt wird, nehmen häufig Gäste teil, die vor allem wegen der Küchenführung kommen und auf ein persönliches «Meet and Greet» mit der Cheffe de Cuisine hoffen.

Den Ruhestand planen

«Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ist Käthi bei uns eine tragende Säule. Sie steht für ihr Team ein, fordert und fördert die einzelnen Mitarbeitenden und hat immer ein offenes Ohr», sagt Elias Leu. Im Lauf ihrer Karriere im «Hof Weissbad» hat Käthi Fässler über 50 Köchinnen und Köche ausgebildet. Sie amtete jahrzehntelang als Prüfungsexpertin bei Lehrabschlussprüfungen und ist auch dafür verantwortlich, dass das Hotel unter ihrer Küchenleitung zu einer bekannten Talentschmiede für die Schweizer Koch­Nationalmannschaft wurde, wofür unter anderem Erfolge bei der WM 2022 und bei der Olympiade 2024 stehen. Ausgezeichnete Köche, wie etwa Jan Schmid oder Marco Kölbener, haben ihre Karriere im «Hof Weissbad» begonnen und grosse Erfolge gefeiert. Ausbilden, motivieren und ermöglichen. Käthi Fässler hat erkannt, was der Berufsstand wirklich braucht. Vorbilder, die vorleben statt vorschreiben. So könnte diese Geschichte also endlos weitergehen, und das würde alle freuen.

Doch nach dem nächsten grossen Umbau wird sie voraussichtlich nicht mehr in ihrer geliebten Küche stehen und keine Kräuter mehr im 1000 Quadratmeter grossen Kräutergarten,

Küchenchefin Käthi Fässler ist eine stille Schafferin mit grossem Herz.

der sich direkt neben der Küche befindet, holen. «Nach ihrem 30 ­ jährigen Jubiläum, im November 2026, wird Käthi schrittweise ihren Ruhestand planen», sagt Elias Leu. Dass Käthi Fässler eine

motivierende, bodenständige und stille Schafferin ist, die man in der kulinarischen Szene weit über das Appenzellerland hinaus vermissen wird, steht jetzt schon fest.

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Dos and Don’ts

Das Motto «der Gast ist König» ist veraltet. Schamlose Egoisten haben dieses Credo überstrapaziert. Wer zahlt, darf zwar Qualität erwarten, sich aber nicht alles erlauben. Eine Anleitung fürs kultivierte Dasein als gern gesehener Hotelgast. Von Jeroen van Rooijen

Auch im Hotel ist Achtsamkeit oberstes

Gebot: Man begegnet sich auf Augenhöhe und in gegenseitiger Wertschätzung. Nehmen Sie Rücksicht auf andere Menschen, Kulturen, Sitten und Gebräuche. Lassen Sie sich auf den Ort und das Angebot ein. Seien Sie grosszügig. Hier sind einige Vorschläge, aufgereiht an einem imaginierten Aufenthalt in einem guten Hotel.

13 Uhr: Check-in

Den Habitué erkennt man an der Dezenz, mit der er ein Hotel betritt. Er kann darauf zählen, erkannt und wertgeschätzt zu werden – schliesslich hat das Personal ein Auge für solche Gäste. Ein Könner geht gemessenen Schrittes zur Rezeption, wartet in einigem Abstand auf seinen Einsatz und stellt sich, sofern ihn das Personal nicht bereits erkannt hat, mit Namen und Wohnort vor. Wer aber schon vor dem Eingang die ersten Selfies schiesst und erst mal mit offenem Mund in der Eingangshalle stehen bleibt, entlarvt sich als Amateur. Auch solche können eine Freude sein – wenngleich oft ein Moment von leichtem Fremdschämen dabei ist.

Behandeln Sie die Menschen vom ersten Moment an so, wie Sie selber empfangen werden möchten. Und bitte nicht schon beim Check­in eine grosse Klappe haben – der pöbelnde deutsche Sänger Gil Ofarim sollte ein Mahnmal sein, ein solcher Schuss geht oft nach hinten los. Mitgebrachte Kinder sind jederzeit unter Kontrolle zu halten, denn ein Hotel ist kein Pumptrack. Wer einen Hund mitführt, meldet diesen bitte schon vor der Anreise an. So kann das Personal auch für den vierbeinigen Gast vorsorgen. Es ist völlig klar, dass das Tier eine Tagespauschale für seinen Aufenthalt zahlt.

13.15 Uhr: Zimmerbezug

Wenn es der Portier anbietet, das Gepäck aufs Zimmer zu bringen, so nutzen Sie diesen Service. Halten Sie, wenn das Personal klopft, diskret die grösste Münze oder einen Schein bereit. Trinkgeld ist Ehrensache – geübte Reisende haben immer Bargeld in der lokalen Währung dabei. Nehmen Sie sich anschliessend Zeit, Ihr Zimmer zu beziehen, die Kleidung aufzuhängen und das Gepäck zu verstauen. Machen Sie sich mit der Technik vertraut, damit Sie später nicht mitten in der Nacht jemanden rufen müssen, um das Licht zu löschen. Verspüren Sie den Drang, Sonderwünsche zu äussern? Ein gutes Hotel wird versuchen, Ihren Ideen zu entsprechen, sofern diese sich im Rahmen des Möglichen befinden. Fragen Sie nach, was möglich ist, aber erteilen Sie keine Befehle. Wer höflich bleibt, bekommt oft mehr als jene, die sich wie ein Rockstar oder eine Celebrity­Diva aufführen.

15.30 Uhr: Coffee-Time Ein gutes Hotel verfügt über ein gutes Café, ein Bistro oder auch ein richtiges Restaurant – dieses zu nutzen, sollte Ihr Ehrgeiz sein. Auch wenn der Kaffee mehr kostet als beim Take ­away in der gleichen Strasse.

Verzichten Sie darauf, Ihren Tisch sofort zur Workstation zu machen und den Laptop aufzuklappen. Diese 24/7­Büromenschen, die abwesend vor ihren blauen Bildschirmen sitzen, verderben jede Atmosphäre. Gehen Sie ins Business­ Center oder aufs Zimmer, wenn Sie etwas Berufliches zu erledigen haben.

18 Uhr: Apéro an der Bar

Machen Sie sich fein, bevor Sie sich in den öffentlichen Bereich des Hotels bewegen. Kleiden Sie sich so, wie Sie auch andere Gäste gerne sehen möchten.

Lassen Sie den Jogginganzug also auf dem Zimmer. Gönnen Sie sich an der Hotelbar ein lokales Bier, ein schönes Glas Champagner oder auch einen Drink –aber trinken Sie nicht schon am frühen Abend bis zur Verhaltensauffälligkeit.

19.30 Uhr: Dinner

Wer völlig von der Rolle ist, bestellt sich etwas zu essen aufs Zimmer. Bestellen Sie aber niemals einen Uber­Eats­Fahrer mit einer Mahlzeit von woanders ins Hotel, das ist ein grober Fauxpas. Ziehen Sie sich passend an. Es gibt nicht mehr viele Orte mit Dresscodes, dennoch sollte es Ihr eigener Ehrgeiz sein, sich im besten Licht zu zeigen. Ziehen Sie ein frisches Hemd an, ein Jackett und die guten Schuhe – für heute steht schliesslich keine Wanderung mehr an. Und bitte: Keine aufdringlichen Parfums aufsprühen, bevor man ins Restaurant geht. Ein Parfum sollte man nur riechen, wenn man einer Person nahekommt.

22 Uhr: Nachtruhe

Die meisten Hotels kennen eine Nachtruhe von 22 Uhr bis sechs oder sieben Uhr morgens – vernünftig, fair und gesund. Party im Hotelzimmer ist keine Option, gehen Sie aus dem Haus, wenn Sie nachts den Drang nach Halligalli verspüren.

Steht allenfalls noch ein nächtliches

Fortpflanzungstraining auf dem Programm? Nun gut, man wird ja wohl dürfen! Geniessen Sie den Kick fremder Betten. Aber brüllen Sie dabei nicht vorsätzlich so herum, dass andere Gäste sich am nächsten Morgen nach dem hoteleigenen Zoo erkundigen.

8 Uhr: Frühstück

Guten Morgen, lieber Gast! Willkommen am Buffet – Ihr Gastgeber hat sich einiges dafür einfallen lassen und freut sich, wenn Sie herzhaft zugreifen. Aber hamstern Sie nicht auf Vorrat. Packen Sie nur das auf den Teller, was Sie auch essen können. Greifen Sie nicht mit blossen Händen ins Buffet. Benutzen Sie frische Teller, wenn Sie erneut ans Buffet gehen. Und streichen Sie sich bitte keine Extrabrote als Proviant – sollten Sie wirklich eine Wegzehrung mitnehmen müssen, so richtet Ihnen das Hotel sicher gerne und diskret etwas.

10 Uhr: Spa-Time

Ein paar Stunden im Spa sollten Sie sich nach Möglichkeit gönnen – nicht wenige Häuser haben viel Geld, Kreativität und Leidenschaft in ihre Wellness ­ Oasen investiert. Aber bitte: Nicht im Bademantel und in Frottee ­Schlappen direkt vom Zimmer durch die Lobby zum Spa schlurfen – es sei denn, es gibt dafür einen speziellen Lift oder Durchgang. Im Spa und beim Pool bitte nicht telefonieren und das Gerät auf lautlos stellen. Verzichten Sie darauf, Selfies im Pool zu machen, gerade wenn andere Gäste anwesend sind.

12 Uhr: Check-out

Hat’s gepasst? Dann sagen Sie es bitte dem Concierge. Komplimente sind gratis und doch unbezahlbar. Apropos: Ein grosszügiges Trinkgeld fürs Team wird auch immer geschätzt. Bezahlen Sie ausserdem artig alles, was Sie konsumiert haben – auch die geplünderte Minibar wird selbstverständlich freiwillig deklariert. War etwas nicht ganz wunschgemäss? Dann bringen Sie auch dies live und vor Ort zum Ausdruck – besser, als wenn Sie es später wütend und für alle sichtbar in die App tippen.

CONCIERGE DES JAHRES Identifikationsfigur

Katharina Baumann erachtet ihren Beruf als Privileg, das sie mit viel Leidenschaft, Herzlichkeit und Humor ausfüllt. «Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen», sagt die Quereinsteigerin. «In einer Zeit, in der persönliche Betreuung zum wahren Luxus geworden ist, verkörpert sie das, was die Concierge ­Rolle so einzigartig macht: Verlässlichkeit, Diskrektion, Kreativität und Menschlichkeit», sagt Marco Zanolari, CEO bei The Living Group. Und Benjamin Dietsche, GM des Widder Hotels, fügt an: «Für Gäste, Kolleginnen und Kollegen und für das Hotel als Marke ist sie Mentorin, Vertrauensperson und Identifikationsfigur.» Das Gewöhnliche aussergewöhnlich gut zu machen, ist einer ihrer Grundsätze und so entsenden einige der besten Hotels der Schweiz ihre Concierges zum Crosstraining zu Katharina Baumann. Die Zürcherin gilt als Referenz für beispiellosen Service, als inspirierendes Vorbild und würdige Botschafterin ihres Berufsstandes. Im Widder ist sie seit fünf Jahren zuhause, und dass sie ihre Heimatstadt liebt, spüren «ihre» Gäste. Einer von ihnen schwärmt: «Sie hat eine aussergewöhnliche Hingabe für massgeschneiderte, bleibende Erlebnisse. Jede Begegnung mit ihr zeugt nicht nur von höchster Kompetenz, sondern von Herzlichkeit.» So klingt echte Gastfreundschaft.

NEWCOMER DES JAHRES

Flair für schöne Hotels

«Neben Flugzeugen und Autos haben mich als Kind schöne Hotels fasziniert», sagt Constantin Ziegenhain. Obschon der Tausendsassa nicht aus einer Hoteliersfamilie stammt, ist er gemacht für die Hotellerie. Die EHL hat er mit Ehrendiplom abgeschlossen und seit November 2024 leitet das 29­jährige Ausnahmetalent mit viel Empathie und Engagement die erblühende «Chesa Grischuna». Die Lehre als Hotelfachmann hat er im «Bayerischen Hof» in München absolviert, «weil ich die Klassik erlernen wollte». Klar, dass man in seinen Lehrjahren auch mal ins kalte Wasser geworfen werde, «aber das hat mir ganz gutgetan», sagt der Hands­on­Hotelier, der in Klosters heute 31 Mitarbeitende führt. «Wir ziehen alle am selben Strang», sagt er, und dass der junge Hotelier spür­ und fassbar im familiären Künstlerhotel unterwegs ist, kommt vor allem den Gästen zugute. Auch die Projekte gehen ihm und den Besitzern der Liegenschaft, Astrid von Stockar und Clemens Gregor, nicht aus. Ein Neubau steht in Planung, unterirdisch verbunden, als zeitgemässe Ergänzung des historischen Gesamtkunstwerks. «Die Identität zu bewahren und eine neue Gästegeneration abzuholen, macht Spass. Ich erlebe gerade eine sehr spannende und prägende Zeit», sagt Constantin Ziegenhain, und man merkt: Er ist in seinem Element.

AUFSTEIGER DES JAHRES

Kunst der Leichtigkeit

Viele kleine Unterschiede machen den Unterschied; das weiss Benjamin Chemoul. Seit Januar 2023 hat er das Steuerrad auf dem legendären Hoteldampfer übernommen und er führt ihn fokussiert, vorausschauend und mit ruhiger Hand. «Gouverner, c’est anticiper», sagt er dazu und fügt an: «Um ein so relevantes Haus wie das unsere in die Zukunft führen zu können, muss man die Vergangenheit kennen.» Ein Büchlein hat er erarbeiten lassen, das relevante diplomatische Treffen, die hier stattgefunden haben, dokumentiert. Ein grosses Buch beschreibt die Geschichte des Hauses und ein weiteres die Suiten. Jede Seite darin weckt die Lust der Wiederkehr. Am liebsten würde man übersommern. Chemoul mag es, die Saisons unter ein Thema zu stellen. «Alchemie» lautete das Motto im vergangenen Herbst und Winter und – naturellement – gab es ein Büchlein dazu. So gehen die Geschichten im «BeauRivage Palace» nie aus und auch nicht die Investitionen, die Visionen und die Aufgaben. Meisterhaft verantwortet Chemoul aber nichtsdestotrotz auch die zur Fondation Sandoz Hotels gehörenden Hotels Angleterre und Château d’Ouchy mit scheinbarer Leichtigkeit. Wenn das Leben im Hotel in einer solch lockeren Beschwingtheit über die Bühne geht, dann ist das eine grosse Kunst. Auch das ist ihm völlig klar.

SARA SPARASCIO
Wer ein guter Gast sein will, weiss sich zu benehmen.
FOTOS: PD
Katharina Baumann, Head Concierge, Widder Hotel, Zürich
Constantin Ziegenhain, Hoteldirektor, Chesa Grischuna, Klosters Benjamin Chemoul, Generaldirektor, Beau-Rivage Palace, Lausanne

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Kulinarik und Führung im HUUS Gstaad

Mitdem Sommer 2026 setzt das HUUS Gstaad ein klares Zeichen fürQualität, Genuss und herzliche Gastlichkeit. Unter der Leitung von CEO &General ManagerinMirka Czybik sowie Küchenchef Alberto Salviato entwickelt sich das Haus zur stilvollen Adresse für Familien, Feinschmecker und Geschäftsreisende.

Alberto Salviato bringt über 15 Jahre Erfahrung in der gehobenen Gastronomie mit und stehtseit 2022 für eine moder ne Küche, die mediterrane Leichtigkeit mitalpiner Tiefe verbindet.

Mirka Czybik ist seit der Eröffnung 2016 Teil des Hauses und führt dasHUUS Gstaad seit 2025 als CEO&General Managerin. Gemeinsamprägen sie das Hotel als Ort, an dem Herzlichkeit, Erlebnis und Genuss har monisch zusammenfinden.

Vielen Dank für IhreUnterstützung unddie professionelle Umsetzung. Sollten weitereAnpassungen sinnvoll sein, lassen Sie es mich jederzeit ger ne wissen.

Ihr Rückzugsor t in der Jungfrau Regi on

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Wo das Besondere zu Hause ist

Nicht jede Hotelperle trägt ein Sterneschild. Manche Hotels verstecken sich in einem Bergdorf, am Seeufer oder in einer verwinkelten Altstadt und verzaubern durch Individualität, Nonkonformismus und Einfachheit. Manchmal aber auch durch Grandezza. Von Christina Hubbeling

Streng genommen, ist jedes Hotel im «Andrin Willi Hotelrating» eine Trouvaille, also ein besonders wertvolles Fundstück, eine Perle in der Schweizer Hotellandschaft. Doch manche Perlen lassen sich keiner Kategorien zuordnen. Genau für sie gibt es die Rubrik Trouvaillen mit 15 ausgesuchten Adressen in der Schweiz sowie fünf weiteren grenznahen in unseren Nachbarländern.

Was macht ein solches Hotel aus? Es ist schwer zu benennen, und genau darin liegt vielleicht sein Geheimnis. Es ist nicht der 24/7­Room­Service und nicht die Anzahl Sterne. Es ist eher ein Gefühl: dass jemand diesen Ort wirklich gewollt hat. Dass hinter jedem Detail eine Entscheidung steckt. Dass die Person an der Rezeption weiss, wer man ist. Nicht, weil sie die Buchungsmaske gelesen hat, sondern weil sie aufmerksam ist.

Eigenwillig bis schräg

Eine Trouvaille ist eigenwillig im besten Sinne, unverwechselbar, manchmal vielleicht auch schräg. Und sie hinterlässt jenen sentimentalen Widerwillen beim Auschecken, den man nur von Orten kennt, an denen man sich wirklich wohlgefühlt hat. Ob am Thunersee, in der Zuger Altstadt, in den Innerschweizer Bergen oder im Basler Umland – die Trouvaillen des «Andrin Willi

Hotelrating» sind besonders charmante Gasthäuser, die mit Herzblut und Leidenschaft betrieben werden. Es sind Adressen, die man am liebsten für sich behalten oder nur mit den allerbesten Freunden teilen möchte.

Dieses Jahr dabei ist zum Beispiel die «Zimmerei» in Murten: Das liebevoll umgebaute Häuschen in der mittelalterlichen Altstadt ist kein typisches Hotel, sondern eher eine Aufforderung zu einem Entdeckungswochenende. Es besticht durch seinen warmen, unaufgeregten Charakter; ideal für alle, die Herzlichkeit, Stil und Nähe zur Natur suchen. Oder das Hotel Eden Spiez. Wer hier zu Gast ist, will garantiert wiederkommen. Nicht nur wegen der idyllischen Lage am Thunersee, inklusive 360 ­ Grad ­ Berg panorama der Jungfrauregion, sondern auch wegen seiner grossen Spa­ und Wellnesslandschaft.

Eine Trouvaille kann auch Hotels umfassen, die einen authentischen Retro­ Charme versprühen. Wie das «Waldhuus Bellary» in Grindelwald mit seinem 1970er­Jahre­ Chic. Keine Design­Ikone, aber so urgemütlich und ursprünglich, dass man sich sofort zu Hause fühlt. Eine Trouvaille kann budgetfreundlich sein, muss es aber nicht. Wer einmal schlafen möchte wie ein Milliardär, findet in der «Lodge» in Verbier die passende Adresse: Sir Richard Bransons per­

sönlicher Rückzugsort empfängt seine Gäste mit grosszügiger Gastlichkeit. Abends versammelt man sich an der langen Tafel und geniesst gemeinsam die grossen Weine aus dem bestens bestückten Weinkeller.

Bei den Nachbarn

Das Hoteltester­Team hat sich auch ausserhalb der Schweiz umgeschaut und fünf Trouvaillen im grenznahen Ausland aufgestöbert. Das Brenners Park­Hotel & Spa in Baden­Baden etwa verbindet klassische Grandhotel­Eleganz mit modernem Wellness­Anspruch. Und dann ist da das zauberhafte Post Hotel Bezau im Bregenzerwald, geführt von Susanne Kaufmann, die mit ihrer gleichnamigen Naturkosmetikmarke weltweite Bekanntheit erlangte. Hoch über Brixen thront wiederum das «Forestis», ein Refugium in den Dolomiten, das Minimalismus, Natur und Stille zur Philosophie erhoben hat. Die Architektur verschmilzt mit dem Bergwald und die Zimmer öffnen sich weit in die Landschaft. Ein Prunkstück aus der Belle Epoque ist das Hôtel Royal in Évian­les­Bains: Das Palasthotel mit Blick auf den Genfersee vereint historische Grandezza mit zeitgemässem Komfort und erinnert daran, dass Trouvaillen auch ganz offen vor aller Augen stehen können.

Zimmerei Murten Das «Forestis» in den Dolomiten besticht durch konsequente Reduktion und Nähe zur

Waldhuus

Natur.

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TRAUBEN, TEE &BOTANICALS.

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