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Haute Culture (D)

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VERLAGSBEILAGE

NZZ AM SONNTAG, 18. OKTOBER 2026

HAUTE CULTURE «Vorhang auf!» für Klassik und Kultur, die man gehört oder gesehen haben muss.

Titelbild: Andrey Kuzmin / Adobe Stock

CH-8021 Zürich • Telefon +41 44 258 16 98 • nzzone.ch


Massgeschneidert für die Sinne. Aktuelle Klassik- und Kulturhighlights.

Vivaldi – Die vier Jahreszeiten Philharmonie der Solisten 05.11.2026–10.01.2027 Bern, Basel, Luzern und weitere Städte

Schwanensee International Classical Ballet Mainz 20.11.2026–21.03.2027 Zürich, Bern, Lausanne und weitere Städte

Mummenschanz Abschiedstournée «Adieu!» 20.11.2026–21.11.2027 Zürich, Basel, Bern und weitere Städte

Geunpyo Park Schubertiade Riehen 22.11.2026 Dorfkirche, Riehen

Béjart Ballet Lux Æterna, Mozart Tangos 18.12.–23.12.2026 Théâtre de Beaulieu, Lausanne

Rock the Opera 06.01.2027 Tonhalle, Zürich

Breakin‘ Mozart 06.03.2027 KKL, Luzern

Julia Hagen Zürcher Kammerorchester 13.04.2027 Tonhalle, Zürich

Ausgesuchte Kulturevents für klassische Erlebnisse. Sorgfältig versammelt an einem Ort.

Alle Kulturtickets auf haute-culture.ch


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NZZ AM SONNTAG

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Zeitloser Zauber Klassische Musik wird auf der ganzen Welt geliebt. In der modernen Kultur er­ lebt sie eine ständige Wiedergeburt. Das Phänomen scheint keinen Moden unter­ worfen zu sein. Es gibt einen Kanon von Werken, die überall und immer wieder aufgeführt werden und dadurch Gemein­ schaft stiften. Da Musik als universale Sprache überall verstanden wird, ist sie nicht, wie mancher literarische ­Kanon, an eine nationale Kultur gebunden. Bach, Mozart und Beethoven sind in Rio de ­Janeiro und Tokio, in Melbourne und New York ebenso präsent wie in Paris und London, Wien, Berlin und Zürich. Freilich ist «Klassik» in diesem Kon­ text kein trennscharfer Begriff. In der Umgangssprache meint er nicht nur die Musik der Epoche von etwa 1730 bis 1830, die auf den Barock folgte und von der ­Romantik abgelöst wurde, sondern ganz allgemein die Tradition der europäi­ schen Kunstmusik in Abgrenzung gegen andere Stilrichtungen – von der volks­ tümlichen Musik über den Jazz bis zu Rock und Pop. In diesem Verständnis umfasst «Klassik» die Musik von den ­g regorianischen Chorälen über die ­Jahrhunderte der Polyfonie bis zu den ­atonalen Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie wird deshalb auch als E-Musik bezeichnet, als ernste An­ gelegenheit im Gegensatz zur U-Musik, die bloss der Unterhaltung dient. Wie problematisch der Begriff E-Musik ist, wird indes klar, sobald man ihn auf ­heitere Meisterwerke wie die komischen Opern Mozarts oder Rossinis anwendet.

Von der Interpretation wird Werktreue verlangt Merkmale der klassischen Musik in der westlichen Welt sind die Verwendung von Instrumenten, die sich seit dem 18. und 19. Jahrhundert kaum mehr ver­ ändert haben, die schriftliche Fixierung in einem Notensystem sowie die Rollen­ trennung zwischen Komponisten und Interpreten. Was in der Komposition festgehalten ist, gilt nicht als Rohmate­ rial zur freien Verwendung, Umformung, Weiterentwicklung, sondern als unan­ tastbar. Von der Interpretation wird Werktreue verlangt: Sie soll das Erdachte und Geschaffene mit analytischem ­Verstand und Empathie ausloten und ­vergegenwärtigen, ohne ihm eigen­ mächtig etwas hinzuzufügen. Dieses Konzept hat sich in den letzten Jahrhunderten als belastbar erwiesen und grundsätzlich bewährt, auch wenn es natürlich Veränderungen unter­worfen ist. Wie Johann Sebastian Bachs «Bran­ denburgische Konzerte», Beethovens «Eroica» oder Schuberts «Winterreise» adäquat wiederzugeben seien: Dazu hatte jede Ära ihre eigenen, oft wider­ sprüchlichen Auffassungen formuliert. Seit es Tonaufzeichnungen gibt, lassen sie sich überprüfen und vergleichen: Von den genannten Werken gibt es Hun­ derte Aufnahmen, die in Zeitschriften, Büchern und Internetforen diskutiert werden. Klassische Musik ist weder zeitlich noch örtlich klar umgrenzt, und auch die Genres fliessen bisweilen ineinander. Die historische Epoche, die wir heute Klassik nennen, war so wenig «­klassisch», wie das Altertum «antik» war. Zahllose Komponistinnen und Komponisten wer­ den ihr zugezählt, und immer wieder werden aus Archiven und Bibliotheken neue Schätze gehoben. Gleichwohl gibt es einen Kanon. Er wirkt weltweit verbin­

IMPRESSUM

PATRICK HÜRLIMANN

Klassische Musik verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Ihre exemplarischen Werke altern nicht. Mit jeder Aufführung erwachen sie zu neuem Leben. Nicht nur Opernhäuser und Konzertsäle leisten hierzu ihren Beitrag. Von Manfred Papst

Veranstaltungsreihen wie das Lucerne Festival leisten hierzulande einen Beitrag zur Demokratisierung der klassischen Musik.

dend, obwohl er formal oft anspruchs­ voll ist: Fugen, Sonaten, Sinfonien haben komplexere Strukturen als simple, aus Strophen und Refrain bestehende Songs. Opern und Messen sind Gesamtkunst­ werke mit einer zugleich monumentalen und filigranen Bogenarchitektur. Gewiss kann man sich auch diesen Klängen einfach naiv hingeben, doch für ein tieferes Verständnis braucht es eine eingehendere Beschäftigung. ­Deshalb wird klassische Musik mehr­ heitlich von sozialen Gruppen mit einer gewissen Bildung rezipiert. Das ist ihr Unterscheidungsmerkmal und manchmal ihr Stigma. Menschen, die deftigere Hörgenüsse vorziehen, finden sie steif, akademisch oder schlicht ­langweilig.

Mehr Glücksgefühle, weniger Stresshormon Für eine globale Fangemeinde gilt sie da­ gegen geradezu als Lebenselixier, weil sie sowohl den Geist beschäftigt als auch emotional berührt. Bei Bach etwa ­k ommen kristalline mathematische Klarheit und Gefühlstiefe zusammen. ­Interdisziplinäre Untersuchungen zei­ gen, dass klassische Musik das Gehirn stimuliert und sowohl Konzentration als auch ­Gedächtnis und die Kombinations­ gabe fördert – damit wirkt sie sich ­besonders bei Kindern positiv auf das Lernver­halten aus. Mediziner beteuern zudem, dass klas­ sische Musik das Wohlbefinden steigere, weil sie Glückshormone wie Serotonin und Dopamin auslöse und zugleich das Stresshormon Cortisol reduziere, den Herzschlag verlangsame, den Blutdruck

Das echte ­Klassikerlebnis ­ergibt sich nur beim ­konzentrierten Musizieren oder Zuhören.

senke, Schmerzen lindere und Schlaf­ störungen behebe. Es ist eine hübsche Fussnote der Musikgeschichte, dass Bachs einzigartige «Goldbergvariationen» einer – allerdings umstrittenen – Über­ lieferung zufolge als Auftragswerk für den mit der Familie Bach befreundeten Grafen Hermann Carl von Keyserlingk geschrieben wurden, dessen Cembalist Johann Gottlieb Goldberg seinem Dienstherrn in dessen schlaflosen ­Nächten mit sanften und munteren ­Stücken etwas Zerstreuung und Er­ leichterung verschaffen sollte. Klassische Musik ist heute omni­ präsent: Im digitalen Zeitalter sind ­Millionen von Aufnahmen mit einem Klick verfügbar, von der historischen ­Referenzeinspielung bis zum jüngsten Debütalbum. Zudem begegnet sie uns als Hintergrundmusik in Hotellobbys und Aufzügen, als Klingelton auf Handys und in den Warteschlaufen von Firmen oder Behörden. In Spielfilmen findet sie ebenso Verwendung wie in der Werbung. Oft dient sie bloss der Berieselung. Doch diese Präsenz wirkt subkutan – und bei Millionen von Menschen, die sich nicht gezielt mit ihr beschäftigen. Das echte Klassikerlebnis ergibt sich jedoch nur beim konzentrierten Musi­ zieren oder Zuhören. Um Letzteres mög­ lichst vielfältig und attraktiv zu gestal­ ten, hat sich ein Angebot entwickelt, das Einzelvorstellungen ebenso umfasst wie Konzertreihen und Festivals. Letztere kombinieren das Konzertprogramm oft mit Workshops, Gesprächsrunden, Vor­ trägen, Filmen, auch mit einem Freizeit­ angebot von Wandern bis Wellness, mit komfortabler Unterbringung und ge­ hobener Kulinarik. Allein in der Schweiz

gibt es so viele hochkarätige Veranstal­ tungen, dass Aficionados sich geradezu einem embarras de richesse gegenüber­ sehen. Von A wie Andermatt oder ­Ascona über B wie Basel oder Bern, D wie Davos, E wie Ernen, G wie Gstaad, L wie Luzern, V wie Vevey bis nach Z wie Zermatt oder Zürich reicht das Angebot.

Nur noch bedingt teuer und exklusiv Konzerte verbinden Generationen, und sie zeigen, dass das gemeinschaftliche Live-Erlebnis durch nichts zu ersetzen ist. Feiern kann man nicht allein. Stellen wir uns nur einen Moment lang einen Millionär vor, der seinen Lieblingsstar dazu brächte, ganz allein für ihn aufzu­ treten: Das wahre Glück wäre das nicht, es würde etwas Entscheidendes fehlen. Die Annahme, Klassik sei teuer und ex­ klusiv, gilt heute nur noch sehr bedingt. Zahlreiche Orchester, Ensembles und ­Solisten bieten einen Teil ihrer Konzerte kostenlos an oder stellen Aufführungen ins Netz. Einen strengen Dresscode gibt es nur noch in Ausnahmefällen. Kindern und Jugendlichen wird mit auf sie zu­ geschnittenen Programmen der Einstieg erleichtert – im Wissen darum, dass sie die Abonnenten von morgen sind. Klassische Musik braucht und nimmt sich Zeit. Sie zielt nicht auf schnelle ­Effekte, sondern entfaltet sich, baut Spannungen auf, die sie wieder auflöst. In einer von Hektik und Kleinteiligkeit bestimmten Welt schafft sie Orte des ­Einhaltens und der Hingabe an eine ­ästhetische Schönheit, die den Alltag vergessen lässt und bleibende Erinne­ rungen schafft.

«Haute Culture» ist eine Verlagsbeilage von NZZone in Kooperation mit haute-culture.ch – präsentiert von NZZ und Ticketcorner. Beilagen werden nicht von der Redaktion produziert, sondern von unserem Dienstleister für journalistisches Storytelling: NZZ Story Lab. Hinweis: Verlagsbeilagen sind komplett von einem Kunden finanziert; Redaktionsmitglieder des Unternehmens NZZ arbeiten freiwillig mit. Konzept und Realisation: Norman Bandi. Layout: Bahar Büyükkavir. Verkauf: Denise Morach. Kontakt: NZZone, c/o Neue Zürcher Zeitung AG, Falkenstrasse 11, CH-8021 Zürich, +41 44 258 16 98, sales@nzzone.ch, nzzone.ch.


• 01 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez 2026 opernhaus.ch

Manon Lescaut Oper von Giacomo Puccini


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NZZ AM SONNTAG

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Der diskrete Impresario Jürg Hochuli zählt zu den profiliertesten Schweizer Konzertveranstaltern im Klassikbereich. Wie ist er zu seinem Beruf gekommen, und was ist das Erfolgsrezept des Unternehmers? Von Manfred Papst

MICHELE LIMINA

Jürg Hochuli lebt nicht nur von der ­Musik, sondern auch für sie. Bei jedem von ihm organisierten Konzert sitzt er als Zuhörer im Saal: aber immer in der ­letzten Reihe. «Das halte ich grundsätz­ lich so», sagt er. «Es ist wie am Steuerrad einer Karavelle. Von hinten aus sieht man am besten, was passiert.» Die Aus­ sage ist bezeichnend für den 70-jährigen Ostschweizer Veranstalter. Er hält sich gern im Hintergrund. Understatement und Diskretion gehören zu seiner DNA als Impresario. Vermutlich ist er genau deshalb so erfolgreich. Stars wie András Schiff, Isabelle Faust oder Philippe ­Herreweghe wissen, was sie an ihm ­haben. Er drängt sich nicht ins Rampen­ licht, sondern versteht seine Rolle als eine dienende und vermittelnde. Aufgewachsen ist Hochuli in Münster­ lingen (TG) am Bodensee, wo sein Vater am Kantonsspital tätig war. «Zum 1848 aufgehobenen Benediktinerinnenkloster gehört eine wunderbare Kirche im süd­ deutschen Barockstil», erzählt er. «Da habe ich 1980 angefangen, mit Kommili­ tonen Konzerte zu organisieren. Damals studierte ich am Konservatorium Winter­ thur Trompete. Anschliessend habe ich eine Weile unterrichtet, bevor ich 1988 zur Konzertgesellschaft Zürich stiess. Sie hatte ihren Sitz an der Steinwies­ strasse, gleich hinter dem Kunsthaus.»

Mehr als nur Konzerte

Nie für Rock interessiert Die 1948 vom Dirigenten Paul Sacher und vom Unternehmer Hans Jecklin gegrün­ dete Konzertgesellschaft veranstaltete während Jahrzehnten den seinerzeit ­renommierten «Meisterzyklus» in der Zürcher Tonhalle, der Weltstars von ­Rudolf Serklin über Isaac Stern bis zu ­Itzhak Perlman in die Limmatstadt brachte. «Eines der ersten Konzerte, die ich dort dann als Selbständigerwerben­ der programmieren konnte, war ein ­Rezital der legendären spanischen ­S opranistin Victoria de los Ángeles», ­erinnert sich ­Hochuli. Zur Trompete hatte es ihn schon als Bub in der Blasmusik in Münsterlingen gezogen, später kam sie ihm beim Mili­ tärspiel zustatten. Maurice André war sein Idol. «Bereits an der Kanti stand für mich immer die klassische Musik im Vor­ dergrund», sagt er. «Ich habe mich nie so richtig für Rock und Pop interessiert. Selbst die Beatles und die Rolling Stones gingen quasi an mir vorbei.» Die Trompete verschwand indes für immer in ihrem Futteral, als Jürg ­Hochuli mit der Arbeit als Veranstalter begann. Klavier spielt er dagegen bis heute, gerne einfacheren Bach. «Das ­Musizieren ist für mich ein Gegen­ gewicht zum hektischen Alltag», sagt er, «zudem gibt es mir ein gewisses Ver­ ständnis für das, was ich veranstalte.» Hochulis Liebe zu Bach zeigt sich auch darin, dass er Jahr für Jahr am ­Karsamstag dessen «Johannes-Passion» oder die «Matthäus-Passion» zur Aufführung bringt. Als drittes Gipfelwerk nennt er die ­«h-Moll-Messe». Für sie hat er im kom­ menden Jahr erstmals John Eliot Gar­ diner engagiert: Dieser wird sie am 15. Fe­ bruar 2027 mit dem Constellation Choir & Orchestra in der Tonhalle dirigieren. Ein früher Meilenstein war für Hoch­ uli am Karsamstag 1998 die Aufführung der «Matthäuspassion» mit Philippe ­Herreweghe im Zürcher Fraumünster, die vom Schweizer Radio live übertragen wurde. Es war der Beginn einer langjäh­ rigen Zusammenarbeit. «Jeder einzelne Platz musste mit Post-it-Zetteln ange­ schrieben werden», erinnert er sich. «Eine Kirche ist ja kein Konzertsaal mit nummerierten Plätzen. Auch eine Bühne

was ich selbst am meisten liebe, und das sind nun einmal die exemplarischen Werke des Barock, der Klassik und ­Romantik. Da aber mache ich keine Kompromisse. ‹Klassik light›, PotpourriProgramme, die bloss auf Eingängigkeit setzen: Das ist nichts für mich.» Hochuli engagiert oft Künstler oder Ensembles mit authentischen, histori­ schen Instrumenten, und er versucht, auch der jüngeren Generation etwas zu bieten. So bringt er am 22. November 2026 die erst 19-jährige Pianistin Alexandra Dovgan, die nach seiner Überzeugung am Beginn einer Weltkarriere steht, mit Wer­ ken von Bach, Schubert und Chopin in die Zürcher Tonhalle. Händels «Messiah» ­gestalten der Schweizer Jugendchor und das La Cetra Barockorchester unter der Leitung von Nicolas Fink am 20. Dezem­ ber 2026 als Weihnachtskonzert.

Jürg Hochuli engagiert oft Künstler mit authentischen Instrumenten und versucht, auch Jüngeren e ­ twas zu bieten.

«Musizieren ist für mich ein Gegengewicht zum hektischen Alltag, zudem gibt es mir ein Verständnis für das, was ich veranstalte.»

mussten wir einbauen. Nach dem Gottes­ dienst am Karfreitag rückte die Firma Nüssli mit Stichsägen an und zimmerte ein Podium zusammen. Plötzlich tauchte die Gewerbepolizei auf und fragte, ob wir eine Bewilligung hätten, am Feiertag zu arbeiten. Zum Glück konnte ich das ­entsprechende Papier vorweisen!» Generell ist Jürg Hochuli nicht der Meinung, Passionen dürften nur in Kir­ chen aufgeführt werden. «Die Tonhalle ist ja auch kein anonymer Betonsaal», sagt er. «Er verfügt sogar über eine Orgel, und ohnehin macht die Musik den Ort zu einem sakralen Raum. Zudem ist die Akustik der Tonhalle zu Recht weltbe­ rühmt, während sie in den Kirchen ­wegen des Nachhalls oft problematisch ist.» Hochulis Weg als Unternehmer be­ gann 1993, als er die Konzertgesellschaft Zürich verliess und sich selbständig machte. Er gründete die Ittinger Pfingst­ konzerte, bei denen er 20 Jahre lang mit András Schiff und Heinz Holliger zusam­ menarbeitete, sodann unter anderem mit Isabelle Faust. Seit diesem Jahr liegt die künstlerische Leitung beim Klarinet­ tisten Reto Bieri. Mit Sir András Schiff ­ergab sich eine intensive Beziehung, die bis heute andauert. Die Hochuli Konzert AG ist nämlich Schiffssekretariat. Zudem war sie das künstlerische Betriebsbüro von dessen Kammerorchester Cappella Andrea Barca, welches neulich aus ­Altersgründen aufgelöst wurde. «Ich ver­ stehe mich als Schiffs­sekretär, nicht als

sein Manager», sagt Hochuli mit der ihm eigenen Bescheidenheit, und auf die Frage, wofür er in dieser Funktion denn zuständig sei, sagt er verschmitzt, «e chli für alles». Als zugänglich, grosszügig und höchst integer schildert er den unga­ rischen Meisterpianisten, der seit dem Ende der Ära Orbán auch wieder in ­seiner Heimat auftritt. Seit der Saison 1995/96 gibt es die «Neue Konzertreihe Zürich» der Agentur Hochuli in der Tonhalle. Sie umfasst etwa zehn bis vierzehn Konzerte pro ­Saison, Rezitale und Kammermusik ebenso wie Orchesterkonzerte. Als «buntgemischte Abende» wurden sie in der «ZüriWoche» anfangs angekündigt: eine hübsche Affiche für epochale Werke wie Bachs «Weihnachtsoratorium», das bereits im allerersten Programm erklang. «Über Jahre so einen Zyklus aufrechtzu­ erhalten, ist mindestens so aufwendig wie das Betreiben eines Festivals», sagt Jürg Hochuli. «Jedes Konzert muss neu beworben werden, und wir müssen ­immer auf eine hohe Auslastung zielen, da wir weder Sponsoren haben noch ­subventioniert werden.» Dieses Kunststück schafft Hochuli mit sorgfältig zusammengestellten Pro­ grammen für ein anspruchsvolles, an der Tradition orientiertes Klassikpublikum. «Ich habe nicht das Gefühl, wir müssten das Publikum erziehen und ihm Werke näherbringen, die es eigentlich nicht ­hören will», sagt er. «Ich programmiere,

Neben Konzerten bietet die Hochuli Konzert AG auch Kulturreisen an. Be­ liebte Ziele sind Musikstädte wie Salz­ burg oder Leipzig. Daneben betreut sie den Bücher- und CD-Verkauf bei den Konzerten der Tonhalle-Gesellschaft. Ihren Sitz hat die von Jürg Hochuli und Henriette Joppien geleitete Agentur an der Vadianstrasse im Zentrum St. Gal­ lens. Dahin fährt der Firmengründer ­jeden Tag von Gais (AR) im Appenzeller­ land, wo er mit seiner Familie seit 25 Jah­ ren wohnt. Es berührt ihn sehr, dass seine vier Söhne – obwohl sie beruflich ganz verschiedene Wege eingeschlagen haben – alle in Jugendchören singen. In seinem langen Berufsleben hat der 70-Jährige mehrere «übermittlungs­ technische Revolutionen» mitgemacht. Damit meint er nicht nur den Wandel vom Telex zu Fax, E-Mail und Internet. Hochuli kann sich noch lebhaft an ­Zeiten ­erinnern, in denen es Tickets nur in ­gedruckter Form gab. Diese mussten auf die Vorverkaufsstellen verteilt und am Nachmittag des Konzerts wieder ein­ gesammelt werden, um an der Abend­ kasse bereitzuliegen: Am Tag nach dem Konzert musste ein Abschnitt jeder ein­ zelnen Karte auf dem Billettsteueramt abgeliefert werden. «Über diese altertümliche Handarbeit lächeln wir im Klick-Zeitalter», sagt er. «Aber die Musik, die das Publikum da­ mals anlockte, ist die gleiche, die uns auch heute begeistert. Zu den schönen Seiten meines Berufs gehört es, dass das Publikum nicht unweigerlich mit mir ­älter wird oder gar eines Tages ausstirbt. Jede Generation entdeckt die Klassik wieder neu – und das Live-Erlebnis bleibt unersetzlich. So etwa kommen Schüle­ rinnen und Schüler von zahlreichen ­Musikschulen regelmässig in den Genuss stark ermässigter Billette.»

Insider-Tipp Für das Beethoven-Jahr 2027 hat Jürg Hochuli sich etwas Besonderes ausgedacht: Das Aris Quartett spielt zwischen März und Dezember in sechs Konzerten sämtliche Streichquartette des Komponisten, und zwar an vier verschiedenen Orten: im Klanghaus Toggenburg, in der Klosterkirche Münsterlingen, in der Kirche St. Peter Zürich sowie in der Kartause Ittingen. Das erste Konzert dieses Zyklus erklingt notabene exakt am 200. Todestag Beethovens, es ist dies zufällig der Karfreitag 2027.


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18. Oktober 2026

Zehn Höhepunkte d

Ein facettenreiches Potpourri erwartet das hiesige Kulturpublikum in de über virtuose Ballettkunst und neue Operninszenierung bis hin zum we Filarmonica Italiana: Verdis Requiem

Giuseppe Verdis «Messa da Requiem» (1874) steht in ihrer emotionalen Wucht seiner berühmten Oper «Aida» in nichts nach. Das Werk bewegt sich gekonnt auf der Grenze zwischen Sakralmusik und Operndrama. Verdi gelang es dabei ein­ drücklich, die Dramatik des Totenmesse­ texts in musikalische Klang­bilder zu übersetzen. Heute gilt das Stück, gemein­

Gala-Liederabend mit Plácido Domingo

sam mit Beethovens «Missa solemnis», als Höhepunkt der ­religiösen Musik des 19. Jahrhunderts. Unter der Leitung von Manfred Obrecht musizieren im KKL ­Luzern das Orchestra Filarmonica Ita­ liana und der Coro dell'Opera di Parma, einer der renommiertesten Opernchöre Italiens. Komplettiert wird das Ensemble durch vier international gefeierte Solis­ tinnen und Solisten, die regelmässig an den grossen Häusern in Europa und den USA auftreten: Ekaterina Bakanova ­(Sopran), Ulrike Malotta (Mezzosopran), Riccardo Della Sciucca (Tenor) und ­Marian Pop (Bariton).

Der renommierte spanische Künstler Plácido Domingo – Sänger und Dirigent, Tenor und Bariton, mit mehr als 150 Opernrollen – tritt am 1. Juni 2027 mit einem exklusiven Gala-Liederabend im Stadtcasino Basel auf. Auf dem Pro­ gramm stehen weltbekannte Arien und Duette von Komponisten wie Verdi und Puccini, die der legendäre Opernstar ­gemeinsam mit der armenischen Sopra­ nistin Varduhi Khachatryan präsentiert. Begleitet wird der Auftritt am Klavier vom irischen Pianisten James Vaughan, wobei zusätzlich spanische ZarzuelaMelodien sowie Operettenklassiker ­dargeboten werden. Die Veranstaltung beleuchtet das aussergewöhnliche und jahrzehntelange Wirken eines der ­vielseitigsten Opernstars der modernen Musikgeschichte, der mittlerweile 85-jährig ist.

KKL Luzern etwa 1 Stunde und 30 Minuten diverse Daten; bis 1. November 2026

ZKO-Saisoneröffnung unter der Leitung von Daniel Hope Die Natur, selbst reich an Klingendem, hat seit jeher Eingang in die Musik gefun­ den – als lautmalerische Imitation von Donnergrollen, Wasserplätschern oder Vogelrufen, aber auch als Ausdruck inne­ rer «Empfindung» angesichts ihrer subli­ men Schönheit, Kraft und Bedrohlichkeit. Im grossen Eröffnungskonzert widmen sich das Zürcher Kammerorchester (ZKO) und Music Director Daniel Hope jenem Werk, das unter den musikalischen ­Naturdarstellungen wie eine höchste Bergspitze herausragt: Ludwig van Beet­ hovens «Sinfonie Nr. 6, Pastorale». Meis­ terhaft verleiht Beethoven hier diesem ­inneren Naturerleben Ausdruck, ohne blosse «Mahlerey» in Tönen zu betreiben, auch wenn er etwa Nachtigall, Wachtel und Kuckuck nachahmen lässt. Einem anderen Singvogel wiederum widmete sich Ralph Vaughan Williams in seinem Werk «The Lark Ascending», das in Gross­ britannien nach dem Ersten Weltkrieg zu einer eigentlichen Hymne des Trostes

Stadtcasino Basel rund 2 Stunden 1. Juni 2027 um 20.00 Uhr

wurde. Der Komponist liess sich für diese pastorale Romanze von einer Lerche ­inspirieren, die, hoch über der Erde schwebend, minutenlang ihren ergreifen­ den ­Gesang verbreitet – und verarbeitete diesen zu einem nicht minder ergreifen­ den, entrückten Violinsolo.

Mummenschan Nach fast 55 Jahren Theatergeschichte verabschie­ det sich die Schweizer Maskentheater-Company mit der Tournee «Adieu!» von ihrem Publikum. Seit 1972 begeistert Mummenschanz Menschen auf ­allen Kontinenten mit ihrem einzigartigen Spiel ohne Worte, Musik oder Bühnenbild – poetisch, zeitlos und universell verständlich. Das Programm, zusammengestellt von Floriana Frassetto, vereint Höhepunkte aus über fünf Jahrzehnten Mummen­ schanz: Ikonische Figuren, skurrile Objekte und ­einige neue, überraschende Bilder verschmelzen

Tonhalle Zürich rund 2 Stunden 27. Oktober 2026 um 19.30 Uhr

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27. November 2026 | 19.30 Uhr, KKL Luzern

Vivaldi Candlelight The Four Seasons By

Mit allen Sinnen den Barock erleben! Hunderte Kerzenlichter, majestätische Musik und prunkvolle Kostüme: Das Mozart Festival Orchestra London präsentiert «Die vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi und ausgewählte Barockklassiker von Händel, Bach und Mozart.

obrassoconcerts.ch


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NZZ AM SONNTAG

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der Saison 2026/27

en nächsten Monaten: von klassischen oder barocken Konzertabenden ehmütigen Abschied einer Schweizer Theaterikone. V on Claes Lentjes Philharmonie der Solisten: Vivaldis Jahreszeiten

QR-Code scannen und mehr kulturelle LiveErlebnisse entdecken: haute-culture.ch

Antonio Vivaldis 1725 publizierter Zyklus «Die vier Jahreszeiten» markiert einen Meilenstein der barocken Programm­ musik. In vier Violinkonzerten übersetzt der venezianische Komponist ausser­ musikalische Phänomene – vom Vogel­ gesang bis zum Wintersturm – in eine ­präzise musikalische Architektonik. Das Werk verlangt den Interpreten neben ­Virtuosität vor allem ein ­hohes Mass an klanglicher Differenzierung ab. Mit der 2018 gegründeten Philharmonie der ­S olisten widmet sich ein profiliertes ­Tournee-Ensemble diesem Repertoire. Das Konzept des Kammerorchesters zielt darauf ab, individuell herausragende ­Musiker zu einem homogenen Klang­ körper zu vereinen. In ihrer ­Interpretation fokussiert die Formation auf kammer­ musikalische Transparenz und Präzision. Vivaldis Partitur wird dabei ohne falsches Pathos, jedoch mit grossem Respekt vor der kompositorischen Raffinesse des ­Originals dargeboten.

nz sagt «Adieu!» zu einer phantasievollen Reise voller Poesie, leiser ­Komik und Magie. Ein berührendes Theatererleb­ nis für alle Generationen – und die letzte Gelegen­ heit, hierzulande ein Stück lebendiger Theater­ geschichte live zu erleben. Die Tournee «Adieu!» startet am 3. Dezember 2026 im Zürcher Theater 11 und führt durch 25 Häuser in der Schweiz.

25 Stationen in der Schweiz etwa 1 Stunde und 30 Minuten diverse Daten; bis 21. November 2027

International Classical Ballet Mainz Das International Classical Ballet Mainz präsentiert Peter Tschaikowskys weltbe­ rühmtes Ballett «Schwanensee» in einer klassischen, vieraktigen Inszenierung. Das zeitlose Märchen erzählt vom Kampf zwischen Gut und Böse sowie von Prinz Siegfried, der sich in die Prinzessin Odette verliebt, die durch einen Fluch des Zauberers Rotbart in einen Schwan ver­ wandelt wurde. Eine zentrale künstleri­ sche Herausforderung ist die Doppelrolle der Odette (weisser Schwan) und Odile (schwarzer Schwan). Das International Classical Ballet ist ein tourneebasiertes Tanzensemble, das klassisches Ballett mit zeitgenössischen Einflüssen verbin­ det und weltweit zu sehen ist. Der Zusatz Mainz verweist auf Verbindungen mit Ausbildungsinstitutionen wie dem Star

Ballet, einer Ballettschule in Mainz. Auf­ tritte sind geplant in Baden (Kur­theater), Bern (Theatersaal National), Lausanne (Salle Métropole), Yverdon-les-Bains (La Marive), Zürich (Volkshaus).

5 Stationen in der Schweiz rund 2 Stunden diverse Daten; bis 21. März 2027

La Cetra und Vokalensemble Basel Das 1999 gegründete Barock­orchester La Cetra zählt zu den führenden Ensem­ bles für Alte Musik in der Schweiz. Zur Adventszeit setzt es seine Auseinander­ setzung mit den grossen Werken von ­Johann Sebastian Bach fort und präsen­ tiert ein stimmungsvolles, weihnachtli­

ches Programm. Im Zentrum steht Bachs feierliches «Magnificat» in der späteren, musikalisch geglätteten D-Dur-Fassung ohne die ursprünglichen deutschen Weihnachtslieder – gesanglich begleitet durch den Chor des Vokalensembles ­Basel. Die erste Hälfte des Abends ist ­weiteren barocken Werken gewidmet: Aufgeführt werden Corellis historisches Weihnachtskonzert von 1690, ein für zwei Blockflöten und Streicher komponiertes «Concerto Pastorale» des zu Lebzeiten sehr erfolgreichen Johann Christoph Pez ­s owie Scarlattis bewegende Marien­ vertonung «Salve Regina» für Alt.

Stadtcasino Basel rund 2 Stunden 8. Dezember 2026 um 19.30 Uhr

8 Stationen in der Schweiz etwa 1 Stunde und 30 Minuten diverse Daten; bis 10. Januar 2027

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Patricia Kopatchinskaja und Fazıl Say Jubiläen à la Béjart Ballet Lausanne

Die Zauberflöte am Opernhaus Zürich «Die Zauberflöte» ist eines der rätsel­ haftesten Meisterwerke der Musik­ geschichte. Die letzte Oper von Wolfgang Amadeus Mozart entführt in eine Welt voller Magie, Prüfungen und geheimnis­ voller Symbole und erzählt von der ­Suche nach innerer Stärke, Reife und dem Überwinden von Ängsten. Zwi­ schen Licht und Schatten entfaltet sich ein universelles Spiel menschlicher ­Erfahrungen – getragen von Mozarts ­tiefgründiger Musik und ihrem eindring­ lichen Appell an die Menschlichkeit. Für die Neuinszenierung zeichnet der Tessi­ ner Regisseur Daniele Finzi Pasca verant­ wortlich, dessen poetische Bühnen­ sprache Theater, Akrobatik und Zirkus auf unverwechselbare Weise vereint. Am Pult steht der junge Finne Tarmo ­Peltokoski, der bereits heute zu den welt­ weit gefragtesten Dirigenten zählt.

Opernhaus Zürich rund 3 Stunden diverse Daten; bis 23. April 2027

Der Béjart Ballet Lausanne feiert diesen Dezember im Théâtre de Beaulieu das 100-jährige Jubiläum von Maurice Béjart sowie das vierzigjährige Bestehen der Kompanie mit einer aussergewöhn­ lichen Aufführungsserie. Auf dem Pro­ gramm stehen Maurice Béjarts «Mozart Tangos», die klassische Spitzenschuh­ ästhetik mit der leidenschaftlichen ­Intensität argentinischer Tangos ver­ binden, sowie die Uraufführung von «Lux Æterna» durch Étienne Béchard. Begleitet werden diese tänzerischen ­Darbietungen von bedeutenden musika­ lischen Ensembles wie dem Orchestre de Chambre de Lausanne und dem

­E nsemble Vocal de Lausanne, die ­ ozarts kraftvolle Kompositionen live M auf der Bühne präsentieren. Diese kultu­ rellen Veranstaltungen markieren den Beginn der Jubiläumssaison und bieten dem Publikum durch die Mitwirkung ­renommierter Solisten ein emotional tiefgreifendes Kunsterlebnis. Für junge Zuschauer unter 26 Jahren steht zudem ein spezielles Jugendpartnerschafts­ angebot mit vergünstigten Eintritts­ karten zur Verfügung.

Théâtre de Beaulieu Lausanne rund 2 Stunden diverse Daten; bis 23. Dezember 2026

Die Besucher erwartet ein Konzertabend voller Leidenschaft, Virtuosität und ­musikalischer ­Grenzüberschreitung. Im Rahmen der renommierten Konzertreihe «Meisterinterpreten Zürich» treffen zwei der faszinierendsten Persönlichkeiten der heutigen Klassikwelt ­aufeinander: Die moldawisch-schweizerische Geige­ rin Patricia Kopatchinskaja und der ­türkische Pianist Fazıl Say versprechen ein Duo-Rezitial, das Traditionen ­aufbricht und Musik in pure Energie ­verwandelt. Die beiden Talente präsen­ tieren ein kontrastreiches Programm mit Werken von Karol Szymanowski (­Mythen «Trois Poèmes» op. 30), Patricia Kopatchinskaja (UniSolo), Fazıl Say (­S onate für Violine und Klavier Nr. 3 op. 119) und Ludwig van Beethoven (­Sonate für Violine und Klavier Nr. 9 ­A-Dur op. 47 «Kreutzer»).

Tonhalle Zürich rund 2 Stunden 26. November 2026 um 19.30 Uhr


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DER KLEINE PRINZ RIN VERLAGSBEILAGE HAUTE CULTURE

18. Oktober 2026

GANZE FAMILIE AB 6 JA AHREN FÜR DIE GA

von Antoine de Saint-Exupéry REGIE: Antú Romero Nunes

PFAUEN

•PREMIERE: 14.11.2026

HAUPTPARTNER*INNEN


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«Wenn Kultur in die Nische rutscht, nützt das niemandem» NZZ STORY LAB

In Kooperation mit der NZZ lanciert Ticketcorner die Kulturplattform «haute culture». CEO Oliver Niedermann erklärt, wie Institutionen neue Kunden gewinnen sollen, warum Sichtbarkeit wichtiger wird und welche Rolle seine Firma übernimmt. Interview: Norman Bandi

Welchen Bezug haben Sie selbst zu den schönen Künsten? OLIVER NIEDERMANN: Berufs­ bedingt und aus privatem Interesse ist das mittlerweile ein wichtiger Bestand­ teil meines Lebens. Ich besuche sehr viele Live-Erlebnisse, oftmals mit der ­Familie. Grundsätzlich in allen Segmen­ ten, vor allem Konzerte und Festivals, aber auch Oper-, Ballett- und Theater­ aufführungen. Welches kulturelle Live-Erlebnis hat Sie in jüngster Zeit am stärksten berührt? Vor kurzem habe ich in meinen Ferien die sehr spannende Pop-Art-Ausstellung «Sea, Pop & Sun» der Fondation Car­ mignac auf der südfranzösischen Insel Porquerolles besucht. Das kann ich ­absolut empfehlen (Anm. d. Red.: noch bis 1. November 2026).

Mit ticketcorner.ch betreiben Sie schon lange ein Portal für alle Formen von Veranstaltungen. Warum mit hauteculture.ch nun auch eine dedizierte ­Ansprache für das gehobene Segment? Ich halte beide Ansätze für richtig. Zum einen steht ticketcorner.ch für Cross-Selling: Wer sich für populäre Live-Erlebnisse interessiert, ist oft auch für Sport oder Kultur offen. Viele Konsu­ menten bewegen sich selbstverständlich zwischen den Genres. Das spricht für eine gemischte Plattform. Zum anderen ist eine gezielte Ansprache sinnvoll, weil sie innerhalb eines Genres eine Ver­ tiefung ermöglicht und gleichzeitig neue Bindungen schaffen kann. Entscheidend ist, die jeweiligen Segmente klar zu ­adressieren und die echten Fans ab­ zuholen. Und: Wer schon einen Ticket­ corner-Account hat, kann sich damit auf haute-culture.ch einloggen. Sie bewegen sich im Massengeschäft vom Open Air bis zum Skipass: Ist «haute culture» vor allem Kalkül? Natürlich steckt dahinter ein wirt­ schaftliches Interesse, und zwar für alle Beteiligten. Gleichzeitig sind wir über­ zeugt, dass die Plattform auf mehreren

Die Plattform haute-culture.ch bietet Kulturinstitutionen eine Präsenz und vereint für Kulturinteressierte Live-Erlebnis und Ticketkauf an einem Ort.

Ebenen Potenzial hat: Kulturinstitu­ tionen können in der Schweiz und in Liechtenstein neue Kundenkreise er­ schliessen, und wir – die NZZ und ­Ticketcorner – können gemeinsam et­ was aufbauen, das der Szene hilft. Wenn es uns zudem gelingt, Sponsoren und Partner einzubinden und die Angebote gebündelt zu vermarkten, profitieren alle Beteiligten. Denn die Kulturbranche steht unter Druck: Die Auslastung schwankt, vielerorts bleiben Kapazitäten ungenutzt und klassische Abomodelle verlieren an Bedeutung. Die Häuser müssen sich neu aufstellen. Ticketcorner ist stark in Entertainment und Sport-Events verankert: ­Welchen Stellenwert nimmt das ­Nischensegment der Hochkultur in Ihrer Strategie ein? Einen wichtigen Stellenwert. Wir arbeiten bereits mit vielen Kultur­ institutionen zusammen, bisher aber vor allem im SaaS-Bereich, also als ­Anbieter von «Software as a Service». Unsere Systeme werden genutzt, doch das Potenzial in der Vermarktung ­s chöpfen die Häuser noch zu wenig aus. Deshalb hat dieses Segment für uns eine strategische Bedeutung: Wir wollen es entsprechend ausbauen. Wie ergänzen sich die Kompetenzen der NZZ und Ticketcorner und welche ­Synergien erhoffen Sie sich? Wir verbinden publizistische Einord­ nung, Vermarktung und Ticketverkauf. Die NZZ erreicht mit ihrer Leserschaft ein interessiertes Publikum, Ticket­ corner bringt eine breite Nutzerbasis ein. Zusammen erreichen wir ein breites ­kulturinteressiertes Publikum in der Schweiz, über unterschiedliche Kanäle und Formate. Auch eine redaktionell un­ abhängige Besprechung oder Empfeh­ lung schafft Interesse und kann dazu führen, dass jemand Tickets kauft. Ent­

«Wir erreichen viele Menschen, die gerne eine Veranstaltung ­besuchen würden, aber oft gar nicht davon erfahren – oder erst, wenn es zu spät ist.»

PD

Am 8. September 2026 hat Ticket­ corner zusammen mit der NZZ die ­Kulturplattform «haute culture» ­lanciert – wie kam es dazu? Wir wollten einzelnen Kulturinstitu­ tionen – von klassischen Konzerten über Oper und Ballett bis hin zu Theater und Museen – eine nationale Plattform ­bieten, auf der sie sich stärker ­vermarkten können. Im Vergleich zu Entertainment und Sport-Events treten sie häufig zu­ rückhaltender auf und erreichen insbe­ sondere ihr Stammpublikum. Gleich­ zeitig müssen die Häuser ihr Publikum von morgen gewinnen. Dafür suchten wir einen Kooperationspartner mit einer attraktiven Zielgruppe im Premium­ segment – und fanden ihn in der NZZ. Mit ihrer Leserschaft lassen sich Reich­ weite, Publizistik, Marketing und Ticket­ verkauf verbinden. Wir waren uns rasch einig, dass daraus ein zukunftsträchtiges Angebot entstehen kann.

Zur Person Oliver Niedermann (54) ist seit vier Jahren CEO von Ticketcorner. Von 2013 bis 2022 war er Head of Marketing bei Raiffeisen Schweiz. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen (HSG) sowie Stationen bei internationalen Beratungsunternehmen war er mehrere Jahre in leitenden Funktionen im Sportmarketing und Rechtevertrieb tätig.

scheidend ist, dass mehr Kulturangebote gefunden werden und der Weg zur ­Buchung möglichst einfach ist. Die NZZ hat die publizistische ­Unabhängigkeit als ihr höchstes Gut definiert. Keine Angst, dass schlechte Kritiken einen negativen ­Einfluss haben könnten? Für uns ist entscheidend, dass über Kultur geschrieben wird. Wie darüber berichtet wird, liegt bei der Redaktion. Auf deren Inhalte nehmen wir keinen Einfluss. Wir wissen aber, wie professio­ nell unsere Partner arbeiten, und haben deshalb keine Angst vor kritischer Be­ richterstattung. Wichtig ist, dass Kultur stattfindet und öffentlich besprochen wird. Wenn sie in eine Nische rutscht, nützt das niemandem. Wie überzeugen Sie grosse und kleine Institutionen mit eigenem Vertrieb, ihre Vorstellungen auf «haute culture» aufzuschalten? Es gibt kaum einen Grund, nicht ­dabei zu sein. Die Häuser profitieren grund­ sätzlich von grösserer Reichweite und von neuen Kundenkreisen. Zudem ­haben wir ein kommerzielles Modell ­vereinbart, das für sie kein Risiko birgt: Selbst wenn Stammkunden über unsere Plattform buchen sollten, entsteht den Häusern kein Nachteil. Es geht um ­Z usatzgeschäft. Hinzu kommt: Das ­Buchungsverhalten hat sich verändert. Früher kauften die Konsumenten ihre ­Tickets weit im Voraus. Dadurch blieb mehr Zeit, eine Veranstaltung zu ver­ markten. Heute sind die Buchungs­ zyklen viel kürzer – umso wichtiger ist es, Kulturangebote schnellstmöglich sichtbar zu machen. Kulturhäuser legen grossen Wert auf den direkten Kundenkontakt und den Schutz ihrer Abonnentendaten. Wie lösen Sie dieses Spannungsverhältnis?

Stammkunden buchen in der Regel bei ihrem Haus. Dort haben sie ihr Konto, ihre Daten und oft auch Vergünstigun­ gen oder persönliche Vorteile. In diese bestehende Kundenbeziehung greifen wir nicht ein. Unser Ziel ist es, Neu­ kunden zu erschliessen. Auf der anderen Seite Ihres Geschäftsmodells: Welchen Mehrwert haben die Konsumenten, die via haute-culture.ch ihre Tickets kaufen? Der grösste Vorteil: Wir erreichen viele Menschen, die gerne eine Veranstaltung besuchen würden, aber oft gar nicht ­davon erfahren – oder erst, wenn es zu spät ist. Über unsere gemeinsamen ­Vermarktungskanäle können wir diese Angebote besser sichtbar machen. Und für die Nutzer selbst entsteht ein ein­ facher Zugang: Sie sehen auf einen Blick, welche Veranstaltungen es gibt, erhalten inhaltliche Einordnung und können ­direkt buchen. Sie müssen sich die pas­ senden Angebote nicht mehr mühsam zusammensuchen, sondern finden sie ge­ bündelt und leicht zugänglich sowie nach Interessen filterbar auf einer Plattform. Wie hat sich die Plattform seit ihrem Start vor sechs Wochen entwickelt – wie viele Häuser sind dazugekommen, wie viele Tickets wurden verkauft? Die ersten Reaktionen sind positiv, ­Tickets werden verkauft und das An­ gebot wird laufend ergänzt. Zum Start waren bereits namhafte Institutionen und Veranstaltungen vertreten und wir sind mit weiteren im Austausch. Das ­System funktioniert. Aber für belastbare Zahlen ist es noch zu früh. Dafür braucht es noch einige Monate. Und auf welches Klassik-Happening freuen Sie sich in naher Zukunft? Auf Mozarts «Zauberflöte» im Opern­ haus Zürich – die Neuinszenierung ­gehört sicher zu den Höhepunkten der Saison.


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18. Oktober 2026

Der grosse Opern-Knigge FRANK BLASER

Die Saison 2026/27 an den Häusern in Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Zürich ist eröffnet. Egal ob Loge oder Parkett: So verhält man sich in der Oper stilsicher und rücksichtsvoll. Von Malena Ruder

1. Aufhübschen, bitte

modus. Dass SMS schreiben, die Hand­ lung recherchieren oder kurz tele­ fonieren («Hoi, du, ich bin grad in der Oper, passt grad nicht so gut») nicht ­drinliegen, sollte ohnehin klar sein. Aber auch das kurze Aufleuchten des Displays, um die Uhrzeit während eines Wagners-Epos zu checken, stört. Wer unbedingt wissen muss, wie spät es ist, bindet sich eine Armbanduhr um oder spienzelt beim Nachbarn.

Natürlich kann man auch heute noch seinen Unwillen kundtun, es dem ­Establishment recht zu machen. Und ja, es gibt keinen offiziellen Dresscode, wenn auch das Opernhaus Zürich dar­ auf hinweist, dass «insgesamt jedoch eine eher festliche und gepflegte ­Atmosphäre herrscht». Tatsächlich aber gibt es Menschen, die sich schön an­ ziehen, wenn sie die Oper besuchen. Und sich über andere freuen, die das ebenfalls tun.

12. Pssst! Nein, auch ein geflüsterter Austausch während der Inszenierung ist nicht okay. Sollte man die Handlung nicht kapieren, geniesst man einfach die Ausstattung und die Musik.

2. Weg damit Die Garderobe gibt es aus Gründen. Es bringt niemandem etwas, Mantel, Schal und Rucksack auf Stuhllehnen zu türmen.

13. Nicht mit mir!

3. Bitte recht pünktlich

Zu viele Nackte, zu wenig Bühnenbild? Augen zu und durch. Man muss nicht zeigen, wie wenig man von diesem ­neumodischen Quatsch hält, indem man 30 Leute zwingt, aufzustehen, um ­wutschnaubend das Theater vorzeitig zu verlassen.

Im Gegensatz zum Kino gibt es in der Oper keinen Spielraum, was den Beginn der Show angeht. Ist man zum ersten Mal da, sollte man zudem Zeit fürs Orien­ tieren einplanen – wo ist die Garderobe? Wo geht es zum Eingang D? – Und je nachdem zum Treppensteigen.

Wenn so viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen wie im Opernhaus Zürich, braucht es Regeln für den Hörgenuss.

4. Mein rechter, rechter Platz ist leer Vollprofis checken ihre Plätze und pas­ sen ihre Ankunftszeit dement­sprechend an. Wer mittig sitzt, kommt bitte früher, um zu vermeiden, sich an allen Pünkt­ lichen vorbeiquetschen zu müssen.

5. Ein Rücken kann auch nicht entzücken Wenn Sie sich doch an bereits sitzenden Zuschauern vorbeibewegen müssen, wenden Sie diesen Ihre Vorderseite zu. Nicht das Gesäss. Ein kurzes Nicken, ein freundlicher Blickkontakt und ein leises «Darf ich bitte?» oder «Danke schön» runden das Vorbeigehen ab.

6. Platz da! Bei geräumiger Bestuhlung genügt es, die Beine zur Seite zu nehmen, wenn ­jemand passiert. Sonst gilt: Wenn ­jemand vorbeimöchte, steht man auf. Sollte dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein, entschuldigend lächeln und gestikulieren.

Wer die Oper besucht, trägt mit gepflegter Kleidung, absoluter Pünktlichkeit, digitaler Abstinenz und leiser Rücksichtnahme massgeblich zu einem ungestörten Kulturgenuss für alle bei.

14. Meine Luft, deine Luft Im fast nicht enden wollenden Hitze­ sommer wurde es Usus, sich mit Fä­ chern oder zu diesen umfunktionierten Programmheften Luft zuzuführen. Das kann man machen. Solange die Nach­ barin oder der Nachbar weder vom ­Luftstrom noch vom Gewackel irritiert wird. Und in der Oper oder in Kon­zerten gilt selbstverständlcih: Ge­f ächelt wird im Takt!!!

15. Ehre, wem Ehre gebührt 7. Alles meins! Wie immer im öffentlichen Raum gilt: Man beansprucht nicht den Platz der ­anderen. Kein Manspreading, keine Füsse in die Sitzlehne der Menschen vor einem gestemmt und auch keine ­Sockenfüsse auf deren Armlehnen.

8. Gekommen, um zu husten? Was ist wohl schlimmer, Husten oder das Knistern des prophylaktisch aus­

gewickelten Bonbons? Die Antwort ist recht einfach: Wer einen so starken ­Husten hat, dass im Publikum sitzend wiederholt mit Lutschpastillen dagegen vorgegangen werden muss, bleibt am besten zu Hause.

9. Das richtige Timing Wenn man trotzdem das Bedürfnis hat, zu knistern: bitte an die Lautstärke des Programms anpassen und das Bonbon beim Einzug der Toreros auswickeln, nicht beim Liebesduett.

10. Ich habe heute kein Foto für dich Ein Selfie vor Beginn liegt grad noch drin, sofern keine Unbe­teiligten mit aufs Bild müssen. Danach verschwinden Natel und andere Foto­apparate in der Tasche und bleiben dort bis zum Schlussapplaus.

11. Bildschirmfreie Zone Das Telefon bleibt verstaut und ist aus­ geschaltet oder zumindest im Flug­

Man bleibt zum Applaus und rennt nicht gleich los, sobald der letzte Vorhang gefallen ist. Wenn man noch den letzten Bus nach Hintertupfingen erreichen muss, muss man natürlich ­irgendwann los. Dann bucht man sich aber vielleicht nicht genau in der Mitte ein.

Dieser Artikel ist unter dem Titel «Die Opern-Saison ist eröffnet: Ein Guide für stilvolles Verhalten» zuerst auf dem L ­ ifestyle-Portal NZZ Bellevue erschienen: bellevue.nzz.ch/ld.1935176.

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SHOW- & MUSICALHIGHLIGHTS 2026/27 03. – 13. Dezember 2026 Theater 11 Zürich 15. – 20. Dezember 2026 Musical Theater Basel musical.ch

16. – 27. Dezember 2026 Theater 11 Zürich

19. – 31. Januar 2027 Theater 11 Zürich


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NZZ AM SONNTAG

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«Ich bin begeistert von den Möglichkeiten in Zürich» Die amerikanische Starregisseurin Lydia Steier inszeniert am Zürcher Opernhaus «Elektra» von Richard Strauss. Es könnte die Premiere der Saison werden. Von Manfred Papst Lydia Steiers Erfahrung ist es sehr schwierig, eine komplexe szenische Pro­ duktion zu realisieren, wenn man mit Zweitbesetzungen arbeiten muss, bis die Stars anrücken. «In Zürich ist zudem die Inspizienz bereits auf der Probebühne präsent», fügt die Regisseurin an. «Die Koordination der technischen, organisa­ torischen und künstlerischen Arbeit ist hier einzigartig.»

SANDRA THEN

Ob es um Händel oder um Stockhausen geht, um Wagner oder Strauss: Wenn ­Lydia Steier inszeniert, dürfen sich Opernfreaks in aller Welt auf Darbietun­ gen freuen, die bewegen und begeistern. Sie sprechen den Verstand und die Sinne gleichermassen an, sie sind originell und innovativ, eigenwillig oft, aber immer mit analytischer Schärfe durchdacht und mit sicherem Bühneninstinkt umgesetzt. Die Regisseurin, deren jüdische Grosseltern in den 1930er Jahren vor den Nazis aus Wien in die USA flohen, hat sich vor ­allem an deutschsprachigen Häusern einen ­Namen gemacht, in Berlin, Weimar, Wien und Salzburg, in Zürich, in Basel und ­Luzern. Ihre Inszenierung der «Elektra» von Richard Strauss, die am 22. Novem­ ber 2026 am Opernhaus Zürich Pre­ miere hat, wird mit Spannung erwartet. Schliesslich hat die 1978 in Hartford (Connecticut) geborene Regisseurin hier 2025 bereits mit ihrem bildmächtigen «Rosenkavalier» Furore gemacht.

Von Amadeus inspiriert Den Traum, eines Tages Opern zu insze­ nieren, hatte Lydia Steier schon als klei­ nes Mädchen. Sie war gerade einmal sechs Jahre alt, als sie den Mozart-Film «Amadeus» von Milos Foreman sah. «Ich war hin und weg», erinnert sie sich. «Vor allem die Opernszenen hatten es mir ­a ngetan. In meinem Kinderzimmer ­sammelten sich danach Schallplatten von Opern an, die ich später selber ­einmal inszenieren würde. Später habe ich am Oberlin College of Music in Ohio Gesang und an der Carnegie Mellon ­University Regie studiert, aber ich war enttäuscht von der Ausbildung in den USA: Es war eine sehr rückwärts­ gewandte Angelegenheit. Für jede ­Bühnenprobe musste ich mich in ein Korsett zwängen, ausserdem musste ich ­Menuette tanzen und Fechten lernen. Das war so ganz anders als meine Vor­ stellung von dem, was Musik auf einer Bühne sein und bewirken kann.» Ihr Glück war es, dass sie mit einem Fulbright-Stipendium nach Europa kam und an verschiedenen Theatern hospi­ tieren konnte. Entscheidend wurden für sie die Jahre an der Komischen Oper Berlin, wo damals Andreas Homoki ­Intendant war, bevor er in dieser Funk­ tion für 13 Jahre ans Opernhaus Zürich kam. «Bei ihm habe ich gelernt», sagt Lydia Steier, «was Musiktheater leisten kann, wenn man das Urmaterial der ­Partitur mit Interpretation und Bühnen­ kraft erfüllen. Von da an wollte ich am liebsten nur noch auf europä­i schen Bühnen arbeiten. In der Arbeit mit dem Chor habe ich auch rasch Deutsch ge­ lernt, und natürlich hilft mir meine ­Gesangsausbildung, die Bedürfnisse der Sängerinnen und Sänger zu verstehen. Ich habe grossen Respekt vor ihnen, denn ich weiss, wie schwierig es ist, mit Körper und Seele eine Rolle zu gestal­ ten und dabei emotional ans ­Limit zu gehen, ohne die Gesangstechnik zu ­vergessen. Das verlangt eine absolute Topleistung.»

Hassliebe zu Strauss

Lydia Steier ist die designierte Intendantin der Ruhrtriennale 2027-2029.

Wenn Lydia Steier ­inszeniert, dürfen sich Opernfreaks auf ­Darbietungen freuen, die ­bewegen und ­begeistern.

Als Setting für die Tragödie hat sie eine typisch amerikanische Villa gewählt. «Solche Häuser sieht man in New Eng­ land, wo ich herkomme, oft. Vor allem standen mir jedoch Bilder aus dem Doku­ mentarfilm ‹Grey Gardens› vor Augen, den David und Albert Maysles 1975 ge­ dreht haben. Er beschreibt zwei Frauen, Verwandte von Jacqueline Kennedy, die zur Oberschicht gehörten, nun aber seit Jahrzehnten isoliert in dem verdreckten Haushalt leben, in dem sich Waschbären gütlich tun, und nicht aus ihrer Fixierung auf die Vergangenheit herausfinden. Auch in ‹Grey Gardens› gibt es ver­ schiedene Schichten von Traumata.» Von diesem Bild geht Lydia Steier in ihrer ­Inszenierung aus. Sie siedelt ihre «Elek­ tra» als subtiles Psychodrama in einem Haus an, das für die Titelheldin und ihre Schwester Chrysostemis etwas Verwun­ schenes und Magisches, aber auch Alb­ traumhaftes hat und in dem der Moment der Ermordung Agamemnons die Bewoh­ nerinnen immer wieder heimsucht. Von den Probearbeiten zeigt sich die Regisseurin regelrecht begeistert. «Das Opernhaus Zürich ist eine Ausnahme­ erscheinung in der A-Liga der Häuser, die ich kenne», sagt sie. «Die Bedingun­ gen für die Regie sind nahezu perfekt. Die Sängerinnen und Sänger sind die ganze Zeit anwesend. Das ist in der ­Branche leider sehr selten geworden. Oft kommen die Stars nur für ein paar Tage und sind wieder weg, man probt dann nicht mit den Menschen, die am Ende tatsächlich auf der Bühne stehen.» Nach

«Elektra»: Opernhaus Zürich, ab 22. November 2026. Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti. Regie: Lydia Steier. Titelrolle: Miina-Liisa Värelä.

MATTHIAS BAUS

Lydia Steier steckt wie meist gerade in Probearbeiten. Doch die designierte ­Intendantin der Ruhrtriennale 2027-2029 findet gleichwohl Zeit für ein Gespräch: Auf die in ihrem Metier eher ungewohnte Zeit um 7 Uhr 30 morgens hat sie es ­angesetzt, doch selbst zu dieser frühen Stunde sprudelt sie vor Energie und Ideen. «Mein Verhältnis zu Richard Strauss ist komplex», sagt sie. «‹Elektra› ist zwar eine meiner absoluten Lieblings­ opern, aber seine anderen Werke habe ich früher richtig gehasst. Vor allem den ‹Rosenkavalier›. Aber die Menschen um mich wissen: Wenn ich ein Stück am ­Anfang hasse, wird die Inszenierung meistens gut.» Nach eigenem Bekunden lässt Lydia Steier sich leicht begeistern und sagt manchmal spontan Produktionen zu, ­bevor sie sich der Tragweite des Unter­ nehmens ganz bewusst ist. «Beispiels­ weise dachte ich», erzählt sie, «als mir das Festspielhaus Baden ‹Die Frau ohne Schatten› anbot: Wow, das ist genial! Dann begann die Arbeit, und ich fand: Diese Strauss-Oper ist ja uninszenierbar, was habe ich mir da nur angetan … Aber dann beisse ich mich durch, ich knie mich in die Arbeit, bis ich eine Lösung habe, die nicht bloss ein Kompromiss ist, sondern in der ich mich ganz gebe und zu der ich stehen kann.» An «Elektra» fasziniert sie sowohl die kantige, teilweise dissonante Musik, die so viel moderner klingt als die späteren, neoromantischen Werke von Richard Strauss, als auch die Wucht des alt­ griechischen Mythos, den Hugo von Hof­ mannsthal zu einem formvollendeten ­Libretto gestaltet hat. «Die Geschichte der Titelheldin, die den Mord an ihrem Vater Agamemnon rächen will, ist un­ glaublich packend», sagt sie. «Agamem­ non ist von seiner Frau Klytaimnestra und deren Liebhaber getötet worden. Mutter und Tochter sind durch die Tat traumatisiert.» Heute kann man gemäss der Regis­ seurin nicht mehr voraussetzen, dass die Zuschauer die Handlung des Stücks vor dem Hintergrund der ganzen Orestie kennen. Deshalb ist es ihr Anliegen, in ihrer Inszenierung auch die Vorge­ schichte zu vermitteln, namentlich den Mord an Elektras Schwester Iphigenie, die von ihrem Vater als Sühneopfer ­dargebracht wurde.

Bei der Zürcher «Elektra» steht ­ orenzo Viotti, der designierte General­ L musikdirektor des Opernhauses, am ­Dirigentenpult. Mit ihm arbeitet Lydia Steier schon im Vorfeld intensiv zusam­ men. «Wir schreiben einander dauernd und diskutieren Szenen», erzählt sie. «Dass wir beide von der Oper so begeis­ tert sind, beflügelt uns. Gibt es einen ­b esseren Moment in der Geschichte des Musiktheaters als die Szene von ­Klytaimnestra? Interessant ist übrigens, dass es in der ‹­Elektra› seit je ein paar Standardstriche gibt. Die Partie der ‹­Elektra› ist derartig schwierig, geradezu ­unsingbar, dass es diese Striche einfach braucht. So gut wie niemand kennt das Werk ohne sie. Auch in den Referenz­ aufnahmen sind sie bereits vorhanden.» An Opernaufführungen sind viele Menschen beteiligt. Deshalb kann auch immer etwas schiefgehen. Absolute Per­ fektion gibt es kaum jemals. «Natürlich denkt man nach der Premiere immer: Dafür hätte man noch mehr Zeit ­gebraucht, das ist nicht so richtig ge­ laufen», sagt Lydia Steier. «Gleichwohl gibt es Inszenierungen von mir, die ich als geglückt ansehe, etwa die von Igor Stravinskys Oper ‹­The Rakex's Progress› in Basel oder ‹­Die Frau ohne Schatten› von Richard Strauss in Baden-Baden. Da würde ich auch heute nichts anders ­machen.» Welche drei Opern würde Lydia Steier auf die sprichwörtliche einsame Insel mitnehmen? Dass sie wie aus der Pistole geschossen «Elektra» und Mozarts «Le Nozze di Figaro» nennt, überrascht ­weniger als die Nummer drei: «Le Grand Macabre» von György Ligeti. Dass Lydia Steier derzeit zu den ­international gefragtesten Opernregis­ seurinnen gehört, liegt sicher an ihrem Gespür für intelligentes, bühnenwirk­ sames Theater. Blosse Dekonstruktion interessiert sie nicht, modische Mätz­ chen sind ihr ein Gräuel. Sie setzt auf ­Erkenntnisgewinn, ohne den Unter­ haltungswert geringzuschätzen. Sie schafft Illusionen und macht sie gleich­ zeitig als solche sichtbar. Leidenschaft­ lich setzt sie sich für die Neue Musik ein. Doch sie entdeckt auch im Vergangenen das Gegenwärtige, das uns alle angeht.

Opernhaus Zürich: 2025 machte Lydia Steier mit ihrem «Rosenkavalier» Furore.


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Die Seele aus dem Leib spielen

18. Oktober 2026

INGO HOEHN

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«Haute Culture» auf der Bühne ist Theater nach Mass – für seine Zeit gemacht und trotzdem fürs Publikum. Nach bewegten Jahren in Zürich lohnt ein Blick nach Basel und Bern, wo genau das derzeit gelingt. Von Silvia Tschui

Da spielen sich Schauspieler die Seele aus dem Leib und niemand geht hin. Das ist der Eindruck, den Kritiker während der letzten vier, fünf Jahre oft zum Schauspielhaus ­Zürich geäussert haben, zumindest was die umstrittene Inten­ danz von Nicolas ­Stemann und ­Benjamin von Blomberg, die 2024 ihr Ende nahm, betrifft. «Zu woke! Zu divers!», lautete der Kritikpunkt – obwohl der Verwaltungs­ rat laut etlichen Medienberichten das ­Intendantenpaar mit dem Auftrag ein­ gestellt hatte, das Haus viel­f ältiger und internationaler aufzustellen. Für ein Jahr schaffte der erfolgreiche Interims­ intendant Ulrich Khuon eine Trend­ wende. Ob das neue Intendantenpaar Pınar ­Karabulut und Rafael Sanchez diese Trendwende fortsetzen kann, ist noch unklar – Zahlen sind erst 2027 verfügbar. Doch ein Erfolg ist bereits zu verzeich­ nen: Karabuluts erste Inszenierung, «Il Gattopardo», die opulente Umsetzung des Literaturklassikers über den Nieder­ gang des sizilianischen Adels, war über Wochen rekordverdächtig gut besucht und eröffnete im Mai das Berliner ­T heatertreffen. Die Jury sah darin «­Symptome unserer eigenen Zeiten­ wende», die Kritik blieb geteilt. Mit Brechts «Dreigroschenoper», die letzten Monat zu gemischten Kritiken Premiere feierte, Agatha Christies «­M ausefalle», dem «Geizigen» von ­Molière, Schillers «Maria Stuart» und dem «Werther» von Goethe und vielen weiteren Klassikern von E.T.A. Hoff­ mann bis Virginia Woolf ist der Spielplan deutlich kanonlastig. Es ist sehr gut ­möglich, dass diese Rückbesinnung auf Klassiker und Publikumslieblinge finan­ ziell aufgehen wird – ob so bahnbrechen­ des, über die Schweiz hinausweisendes Theater, «Haute Culture» im wahrsten Sinne, entstehen wird, wird sich in ­dieser und der nächsten Spielzeit zeigen.

Basel: Das Ensemble ist der Star Denn Hochkultur mit Strahlkraft muss nicht unbedingt gute Besucherzahlen ­bedeuten – gleichwohl verpufft hervor­ ragende Kritik, wenn die Säle leer blei­ ben. Nicht zufällig spielt «Haute Culture» als Analogon auf «Haute ­Couture» an: Massanfertigung mit unverwechselbarer Handschrift, die modische Trends setzt, die idealerweise später auch im «Prêt-àporter» ankommen. Fürs Theater heisst das: Exzellentes Handwerk allein genügt nicht. Es braucht mehr Stücke, die in In­ halt und Form für genau unsere Zeit ge­ macht sind und darüber hinausweisen – und trotzdem ihr Publikum finden. Wie seit längerem in Basel. Das ­T heater Basel zählte 2025/26 rund 174 000 Besucher, etwa 15 000 mehr als im Vorjahr – ein grosser Teil davon dank

des neuen Balletts unter Marco Goecke. Den Ruf in der Fachwelt aber erspielt sich die Intendanz gemeinsam mit dem hochkarätigen Ensemble: Im Jahrbuch der monatlichen Zeitschrift «Theater heute» wird Basel für seine Gesamt­ leistung gewürdigt. Der Erfolgsfaktor heisst «gemeinsam»: Nach den #MeToo-Debatten über Macht­ missbrauch an Theatern haben Inten­ dant Benedikt von Peter, der ­Schauspieler Jörg Pohl, der Regisseur Antú Romero Nunes sowie die Dramaturginnen Anja Dirks und Inga Schonlau die Führung ­radikal umgebaut. Vertreter der «Basler Compagnie» entscheiden über den Spiel­ plan mit, alle äussern Wünsche zur ­Besetzung. Bezahlt wird gemäss einem nach Alter gestaffelten Lohnraster, Stars und Gäste werden nicht bevorzugt. ­G eleitet wird die Sparte heute vom Triumvirat Pohl, Dirks und Nunes. Dieses an Schweizer Demokratie er­ innernde Modell zieht renommierte ­Mitstreiter an. Allen voran Christoph Marthaler, der am 22. Januar 2027 «Arche Noah S.O.S.» uraufführt – sehr frei nach einem Gedicht, in dem Walter Mehring 1931 einen im Meer treibenden Diktator um Hilfe funken liess. Marthaler widmet sich darin der Vorsorge für den Aus­ nahmezustand. Wer ihn kennt, ahnt: Es wird komisch, poetisch – und wehtun. Wehtun darf es auch in «Die Schän­ dung der Lucretia: Ein Casting» der ­argentinischen Ibsen-Preisträgerin Lola Arias, ab 31. Oktober 2026 wieder im Spielplan. Das Ensemble spricht für Shakespeares Gedicht über eine Verge­ waltigung vor, bringt eigene Erfahrun­ gen ein und verwandelt als Band Wut und Schmerz in Musik. Man verlasse den Saal ermutigt, nicht erschlagen, schrieb die «Basler Zeitung». Steht doch einmal einer allein auf der Bühne, dann mit Hintersinn: Seit fünf Jahren spielt Co-Leiter Jörg Pohl in «Moby Dick – das Solo», wieder seit dem 4. Okto­ ber 2026, Kapitän Ahab, Mannschaft und Meer zugleich, mit nichts als Wind­ maschinen und Wasserflaschen. Ahab, der seine Mannschaft in den Rachewahn

«Haute Culture» ­entsteht, wenn ein Haus seinem ­Publikum etwas zutraut und ihm zugleich zuhört.

YOSHIKO KUSANO

«Hamlet» im Theater Basel: Sieben Spielerinnen und Spieler tragen den dreistündigen Abend.

«Spind’l… Sp’ich’r – Still’» der Bühnen Bern: Ein wahrer Hit – Restkarten an der Abendkasse.

treibt, ist genau der despotische Anführer, den das Basler Modell überwinden will – gespielt von einem seiner Begründer.

Bern: Einheimische Massanfertigungen Dass in Basel das Ensemble der Star ist, zeigt auch Nunes’ «Hamlet», wieder ab dem 10. November 2026: Sieben ­Spielerinnen und Spieler tragen den dreistündigen Abend, in der Titelrolle die von «Theater heute» gewürdigte Gala Othero Winter. Wer ihn gesehen hat, kann ab dem 5. Februar 2027 vergleichen: Dann zeigt Bern seinen eigenen «­Hamlet», in der Regie der renommier­ ten Regisseurin Mina Salehpour. Überhaupt, Bern – hier sind die ­Theater seit längerem voll: 2024/25 ­verzeichnete Bühnen Bern mit knapp 152 000 Besu­ chen den höchsten Wert seit der Fusion 2011, die NZZ berichtete von 85 Prozent ­Auslastung. Wie Basel wird auch Bern im Jahrbuch von «Theater heute» für seine Gesamtleistung gewürdigt. Bern setzt dabei auf lokale Veranke­ rung, bei Stoffen, Autoren und Regie – und öffnet sich von da aus national ­sowie international. Schauspieldirektor Roger Vontobel und Chefdramaturgin Felicitas Zürcher wüssten genau, was in der Bun­ deshauptstadt «verhäbet», sagt Inten­ dant Florian Scholz. Jede Saison holt das Theater eine neue Hausautorin oder einen neuen Hausautor. Darunter Kim

de l’Horizon, «Blutbuch» lief in Bern über mehr als zwei Spielzeiten stets aus­ verkauft; und sein Berner Auftragswerk «Die kleinen Meerjungraun» gewann 2026 den renommierten Mülheimer ­Dramatikpreis und den Publikumspreis. Im Jahrbuch von «Theater heute» wurde zudem Lucia Kotikova als beste Nach­ wuchskünstlerin für ihre Darbietung in «Die kleinen Meerjungraun» geehrt. Derzeit überschreibt die im Kosovo geborene, in Bern aufgewachsene Haus­ autorin Meral Kureyshi Molières «Men­ schenfeind»: Alceste, der jede Heuchelei verachtet, trifft auf eine Gesellschaft der Schmeichler und Selbstdarsteller – ein Stoff wie gemacht für die Zeit der sozia­ len Medien und der Polarisierung. Regie führt Stephan Kimmig, Premiere ist am 17. April 2027. Auch Zürich zeigt bald ­wieder Molière: den «Geizigen» ab dem 11. Februar 2027 in einer Bearbeitung von Mike Müller und Rafael Sanchez. Plätze sind in Bern allerdings nicht leicht zu ergattern: «Spind’l… Sp’ich’r – Still’» von Alexander Stutz über die ­Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen ist ausverkauft, für die Zusatzvorstellungen gibt es gegebenenfalls noch Restkarten an der Abendkasse. Bis 15. Januar 2027 läuft zudem Mathias Spaans «Physiker»: Dürrenmatt, dessen Karriere mit einem Zürcher Skandal begann, ist in Bern ein Kassenschlager. In der Uraufführung «Chrüsimüsi» ver­ binden sich Bern, die Romandie und das

Tessin: Die Regisseurin Eléonore Bonah und die Szenografin Maria Clara Castioni bringen Erzählungen der Basler Autorin Adelheid Duvanel, einer der grossen ­Wiederentdeckungen der Schweizer Lite­ ratur, auf die Bühne – Figuren am Rand der Gesellschaft. Die Koproduktion mit der Comédie de Genève, in Kooperation mit dem LAC Lugano, ist ab dem 21. No­ vember 2026 wieder in Bern zu sehen. Nächstes Jahr schliesslich widmet sich der in Zürich geborene Roger Von­ tobel einem mit Christoph Marthalers Basler Arbeit verwandten Thema: In «Donald | Der Zar» verschränkt er zwei Stücke von Stefano Massini, dessen «Lehman Trilogy» 2022 den Tony Award gewann, und fragt, woher der Machtwille der zwei mächtigsten Männer der Welt stammt. Die Premiere am 5. Februar 2027 ist fast ausverkauft. Abschliessend liesse sich «Haute ­Culture» im Theater vielleicht so definie­ ren: Sie entsteht, wenn ein Haus seinem Publikum etwas zutraut und ihm zugleich zuhört. Das Basler Ensemble teilt sich die Macht, die Berner erzählen die Schweiz in ihren vielen Sprachen und Geschichten. Massanfertigung eben – und das ­Publikum kommt. Zürich, dessen Pfauen in dieser Spielzeit 100 Jahre seit seiner Neu­ eröffnung feiert, hat oft genug be­wiesen, dass es diese Kunst beherrscht. Vielleicht heisst es bald in allen grossen Städten: Da spielen sich Schauspieler die Seele aus dem Leib und die Säle sind voll.


VERLAGSBEILAGE HAUTE CULTURE

NZZ AM SONNTAG

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Für gute Kunst ist immer Zeit Schweizer Museen können den Blick auf die Welt nachhaltig verändern – ein Streifzug durch vier Ausstellungen im Kunsthaus Zürich, Masi Lugano, Mudac Lausanne und Muzeum Susch. Von Laura Helena Wurth Blick auf die Welt verändern. Eine Ausstellung kann ­Zusammenhänge aufzeigen, die man vorher nicht ­gesehen hat, und ein Kunstwerk kann uns dazu bringen, aus­ getretene Gedankenpfade zu verlassen. Kunst kann ärgern, langweilen, aufregen. Manchmal kann sie einem auch völlig egal sein. Das Spannende ist,

dass man vorher nie weiss, was passieren wird. Dabei ist es vor allem wichtig, sich zu entscheiden, welche Ausstellung man sich anschaut. Zeit ist ein knappes Gut, doch man kann sich sicher sein, wenn man sie damit füllt, sich anzu­ schauen, was die Ausstellungshäuser der Schweiz zu ­bieten haben, dass man seine Zeit nie verschwendet.

TIMO OHLER

FRANCA CANDRIAN

Im ersten Moment erscheint es etwas hochgestochen, ­davon zu sprechen, dass Museen die Welt verändern ­können. Doch wenn man den Satz kurz sacken lässt und darüber nachdenkt, kann man zu dem Schluss kommen, dass vielleicht etwas dran ist: Denn ein Museumsbesuch kann, wenn nicht gleich die Welt, so zumindest den

Maria Lassnig und Edvard Munch: «Malfluss = Lebensfluss», 2026; Ausstellungsansichten, Kunsthaus Zürich. © Maria Lassnig Stiftung, Munchmuseet Oslo; ProLitteris.

Kaari Upson: «There is no such thing as outside», 2017–2019; Rauminstallation, Mischtechnik und Video. © Esmé Trust/Kaari Upson Trust; Courtesy Sprüth Magers.

Malfluss = Lebensfluss

Kaari Upson: Dollhouse

seins nähern. Man erfährt, dass Edvard Munch eine der Positionen war, die Maria Lassnig in der Kunstgeschichte am meisten beeindruckte und auch ­beeinflusste. Und wenn man das weiss und Munchs ikonischen Schrei noch einmal betrachtet, dann schaut man auch anders auf die Körperbilder Lass­ nigs, die oft von einer bedrängenden Körperlichkeit sind. Man kann also beide Positionen entweder überhaupt entdecken und, wenn man beide schon kennen sollte, sie absolut und radikal neu entdecken.

Kunsthaus Zürich bis 21. Februar 2027

Wenn man sich die Ausstellung zum Werk der 2021 mit gerade einmal 51 Jahren an Krebs verstorbenen Kaari Upson an­ schaut, muss man gute Nerven mit­ bringen. Doch gerade deswegen sollte man die amerikanische Künstlerin wohl un­bedingt sehen. Es geht um alles: um ­Grenzen, psychische und körperliche, um Krankheit, um Körper, um Verlust. Um all die unangenehmen Dinge, die man gern wegschiebt, wenn sie sich ihren Weg in die eigenen Gedanken bahnen. Doch Upson gewährt ihren Besuchern und auch sich selbst diese Flucht nicht. Mit ihren Werken zwingt sie einen, dorthin zu schauen, wo es weh tut. Man folgt ihrer obsessiven ­Suche nach der

amerikanischen Seele, nach dem, was hinter der freundlichen Fassade steckt, über Installationen, Skulpturen und sogar Filme. Dabei sind es vor allem ihre Installationen, die aufsehenerregend sind. Sprichwörtlich wird man, wenn man sie betritt, Teil von Upsons Welt. Und ganz wie die echte Welt, ist diese nicht immer schön. Und trotzdem ist es wichtig, sich mit diesem Blickwinkel zu beschäftigen, um die Welt am Ende etwas besser zu ­verstehen. Es ist eine lang überfällige ­Retrospektive, die nun endlich ihren Weg in die Schweiz gefunden hat.

Masi Lugano bis 10. Januar 2027

LÉA MERCIER

BILDRECHT WIEN

Zwei Künstler, die man erstmal ­ü berhaupt nicht zusammengedacht hätte, sind sicherlich der norwegische Expressionist Edvard Munch und die österreichische Malerin Maria Lassnig. Doch manchmal sind es genau die Kombinationen, bei denen man nicht wusste, dass man sie braucht, die im Nachhinein für umso mehr «AhaEffe­kte» sorgen. So auch in der Aus­stel­ lung «Malfluss = Lebensfluss» mit rund 150 Arbeiten. Beide Positionen, so unterschiedlich sie in ihrer Entstehungszeit – Lassnig 1919 geboren, Munch 1863 geboren – auch sein mögen, eint, wie sie sich der grossen Herausforderung des Mensch­

Birgit Jürgenssen: «Hausfrauen–Küchenschürze», 1975, Schwarz-Weiss-Fotografien. © Estate Birgit Jürgenssen; Courtesy Galerie Hubert Winter.

Camille Brée: «Boîte à disparaître», 2025; Ausstellungsansicht «Forever Young» © MAC VAL, Vitry-sur-Seine; ProLitteris.

Birgit Jürgenssen: Rupture

Magie und Design: Hocus Pocus

Schon die Fahrt ins Muzeum Susch bei Zernez (GR) ist abenteuerlich. Es ist ein kleiner Zug, der nur dann hält, wenn man vorher einen Knopf drückt, um ­anzuzeigen, dass man gern genau dort aussteigen möchte. Vom kleinen Bahn­ hof ist man im Grunde auch schon direkt im Museum selbst, das früher einmal ein Kloster war und den Ort ausmacht. Seit 2018 wird dort fast ausschliesslich Kunst von Frauen gezeigt, deren Platz im so­ genannten Kanon der Kunst noch nicht gefestigt genug ist oder denen überhaupt ein Platz eingeräumt werden muss. Bald wird man dort Birgit Jürgenssens Arbeit sehen können. Sie gilt als eine der wichtigsten Avantgarde-Künstlerinnen der 1970er Jahre in Österreich, obwohl sie bereits 2003 mit nur 54 Jahren ver­ storben ist. Das Werk, das sie hinter­

lassen hat, besteht nicht nur aus ihrer Kunst, sondern auch aus einer Lehrtätig­ keit, die sie über 20 Jahre ausübte. Doch in Susch kann man sich von der Qualität ihres fotografischen Werks überzeugen. Oft hat sie sich selbst abgelichtet, meist hinter Masken versteckt oder verkleidet. Manchmal hat sie sich auch Attrappen gebaut und sich damit fotografiert. Ein­ mal etwa hat sie sich einen aus Pappe ge­ bauten Herd umgeschnallt; das Bild heisst «Hausfrauen – Küchenschürze». Doch zu ihrem Werk zählen auch fili­ grane, pastose Zeichnungen, die ebenso humorvoll wie politisch dringlich die Rolle der Frau durchdringen. Etwas, das heute vielleicht wichtiger denn je ist.

Muzeum Susch ab 12. Dezember 2026

So einen Moment hatte wohl fast jeder schon einmal: Man entdeckt, dass ein Tisch sich auch einklappen lässt und so neuen Raum schafft, oder ein Bett, das plötzlich aus der Wand heraus kippt, oder andere überraschende Fähigkeiten, zu denen die Möbel, die einen umgeben, in der Lage sind. Magie, mag man da ­denken. Und oft bedienen sich Designer und ­Magier der gleichen Mittel, um Über­raschung und Faszination hervor­ zurufen. Das ist zumindest die These der ­Ausstellung «Magie und Design: Hocus Pocus» im Mudac, dem Musée cantonal de ­design et d'arts appliqués contempo­ rains. Dabei geht es um Designer vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegen­ wart, die den Illusionisten ganz ähnlich, grosse Effekte verwendeten, um Staunen hervorzurufen.

Erstmal ist es eine überraschende ­ nnahme, dass Design etwas mit Magie A zu tun hat. Hat man doch lange die Idee verfolgt, Design sei in seinem rationalen Zugang das absolute Gegenteil der ­magischen Welt voller Wunder und ­Geheimnisse. Was die Ausstellung offen­ legt, ist das Verhältnis zum Sichtbaren beziehungsweise zum Unsichtbaren, was genau der Punkt ist, an dem Magie und Design sich treffen. Speziell heute, wo Smart Homes und andere smarte ­Gebrauchsgegenstände oft wirken, als wären sie von Zauberhand aktiviert ­worden, vor allem dann, wenn man die Kontrolle über sie verliert, ist genau ­dieser Blickwinkel radikal gegenwärtig.

Mudac Lausanne ab 6. November 2026


10 Jahre Elbphoria Hamburgs Wahrzeichen feiert Jubiläum – und Twerenbold Reisen blickt auf eine besondere gemeinsame Geschichte zurück. Diese sogenannte Weinberg-Architektur bringt die Musikerinnen und Musiker mitten ins Publikum. Die Herausforderung bestand darin, diese Nähe auch akustisch erlebbar zu machen. Dafür arbeiteten Herzog & de Meuron mit dem japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota zusammen. Gemeinsam entwickelten sie die sogenannte «Weisse Haut»: Mehr als 10'000 individuell gefräste Gipsfaserplatten bedecken Wände und Decke des Grossen Saals. Jede einzelne Platte trägt dazu bei, den Schall zu reflektieren und gleichmässig im Raum zu verteilen. Das Resultat ist eine Akustik, die Klarheit und Nähe miteinander verbindet. Selbst auf den hintersten Plätzen soll Musik nicht einfach nur zu hören, sondern unmittelbar zu erleben sein. Architektur wird hier zum Instrument – und der Konzertsaal selbst Teil des musikalischen Erlebnisses. Eine Erfolgsgeschichte Heute ist kaum noch vorstellbar, dass die Elbphilharmonie während ihrer Entstehung regelmässig für Schlagzeilen sorgte. Aus der ursprünglich geplanten Bauzeit von drei Jahren wurden zehn. Auch die Kosten entwickelten sich weit über die ursprünglichen Planungen hinaus. Doch mit der Eröffnung änderte sich die Geschichte des Hauses grundlegend. Das Publikum nahm die «Elphi» begeistert an. Internationale Spitzenorchester, Dirigentinnen und Dirigenten sowie gefeierte Solistinnen und Solisten sind seither in Hamburg zu Gast. Auch für Hamburg hat die Elbphilharmonie die Kulturlandschaft verändert: Seit ihrer Eröffnung haben sich die jährlichen Besuche klassischer Konzerte in der Stadt verdreifacht. Aus einem einst umstrittenen Bauprojekt ist ein international beachtetes Konzerthaus und eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands geworden.

Paris hat den Eiffelturm, Bilbao das Guggenheim-Museum und Sydney sein Opera House. Städte werden von Bauwerken geprägt, die weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus zu Symbolen ihrer Heimat werden. In Hamburg ist dies die Elbphilharmonie. Seit ihrer Eröffnung im Januar 2017 erhebt sie sich über dem Hafen und ist längst untrennbar mit dem Bild der Hansestadt verbunden. Ihre gläserne Silhouette, die geschwungene Dachlandschaft und die Lage direkt an der Elbe machen sie zu einem architektonischen Gesamtkunstwerk. Im Inneren verbindet sich diese spektakuläre Architektur mit einem Konzerterlebnis, das Musikliebhaber aus aller Welt anzieht. 2027 feiert die Elbphilharmonie ihr zehnjähriges Bestehen. Was heute selbstverständlich wirkt, begann allerdings mit einem Gebäude, das zunächst wenig mit Musik zu tun hatte. Vom Speicher zum Wahrzeichen Am Anfang stand der Kaispeicher A. Der massive Backsteinbau wurde 1966 nach Plänen des Hamburger Architekten Werner Kallmorgen fertiggestellt. Auf rund 19'000 Quadratmetern lagerten Kakao, Tee und Tabak – Waren, die über den Hamburger Hafen in die Welt gelangten. Mit dem Wandel des Güterverkehrs und dem Siegeszug des Containertransports verlor der Speicher seine ursprüngliche Funktion. In den 1990er-Jahren stand er schliesslich leer. Dann entstand eine Idee, die damals beinahe kühn anmutete: Auf dem alten Speicher sollte ein neues Konzerthaus entstehen. Der Hamburger Projektentwickler Alexander Gérard beauftragte 2003 das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron mit einem ersten Entwurf. Die Architekten entwickelten einen Bau, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden sollte. Auf den schweren Backsteinsockel setzten sie eine filigrane gläserne Krone, deren geschwungene Dachlinie an Wellen, Wind und die Bewegungen des Wassers erinnert. Am 2. April 2007 wurde der Grundstein gelegt. Der bestehende Kaispeicher wurde dafür vollständig entkernt und mit 1111 Stahlbetonpfählen im Untergrund verankert. Darüber wuchs die neue Elbphilharmonie 110 Meter in die Höhe. 2014 wurde das letzte von insgesamt rund 1100 Glaselementen der Fassade eingesetzt. Im November 2016 öffnete schliesslich die Plaza ihre Türen – eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform 37 Meter über der Elbe. Wenige Wochen später, am 11. Januar 2017, wurde das Konzerthaus feierlich eröffnet. Damit war ein Bau vollendet, dessen Entstehungsgeschichte selbst beinahe so spektakulär war wie seine Architektur. Ein Haus für Auge und Ohr Schon von aussen fasziniert die Elbphilharmonie. Doch ihre eigentliche Magie entfaltet sie im Inneren. Das Herzstück des Hauses ist der Grosse Saal mit rund 2100 Plätzen. Anders als in einem klassischen Konzertsaal sitzt das Publikum hier nicht hintereinander und mit grosser Distanz zur Bühne. Die Sitzplätze sind terrassenförmig rund um die zentrale Bühne angeordnet.

Zehn Jahre Elbphoria 2027 wird dieses besondere Kapitel gefeiert. Die Jubiläumssaison bringt internationale Spitzenorchester und Künstlerinnen und Künstler nach Hamburg. Sie erinnert an die vergangenen zehn Jahre und richtet zugleich den Blick nach vorne. Denn die Elbphilharmonie ist längst nicht mehr nur ein neues Konzerthaus. Sie steht für die Idee, dass Architektur, Musik und öffentlicher Raum gemeinsam etwas schaffen können, das weit über seine ursprüngliche Funktion hinausgeht.

Konzert im Grossen Saal

Eine besondere Verbindung in die Schweiz Für Twerenbold Reisen ist die Elbphilharmonie mehr als ein faszinierendes Reiseziel. Das Unternehmen verbindet mit dem Hamburger Konzerthaus eine Geschichte, die bereits lange vor dessen Eröffnung begann. Der damalige Twerenbold-Geschäftsleiter Heinz Weber hatte sich früh zum Ziel gesetzt, seinen Gästen ein ganz besonderes Musikerlebnis im neuen Hamburger Konzerthaus zu ermöglichen. Zehn Jahre lang wurden Kontakte gepflegt und Vorbereitungen getroffen. Die Vision war klar: Schweizer Musikliebhaber sollten die Elbphilharmonie nicht irgendwann, sondern bereits im Eröffnungsjahr auf ganz besondere Weise erleben können. Der Coup gelang. Am 13. Oktober 2017 wurde der Grosse Saal exklusiv für Twerenbold-Gäste reserviert. Rund 1200 Schweizerinnen und Schweizer erlebten ein Sonderkonzert der Hamburger Symphoniker mit dem Violinisten Sergey Khachatryan unter der Leitung von Ion Marin. Auf dem Programm standen Werke von Wagner, Beethoven und Mendelssohn. Bereits im Eröffnungsjahr hatte Twerenbold damit als erster Schweizer Reiseveranstalter den Grossen Saal exklusiv für seine Gäste reserviert. Musikreisen, die verbinden Diese Verbindung ist bis heute lebendig. Denn eine Musikreise mit Twerenbold versteht sich nicht allein als Konzertbesuch. Sie verbindet grosse Musik mit dem Entdecken einer Stadt, mit Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die Elbphilharmonie verkörpert diese Idee auf besondere Weise: Sie ist Konzertsaal, architektonisches Meisterwerk und Aussichtspunkt zugleich – und damit ein Ort, an dem bereits der Besuch selbst zum Erlebnis wird. Zehn Jahre nach ihrer Eröffnung ist die «Elphi» aus Hamburg nicht mehr wegzudenken. Und für Twerenbold schliesst sich 2027 ein besonderer Kreis: Was einst mit einer Vision und zehn Jahren persönlicher Kontaktpflege begann, ist zu einer langjährigen Verbindung geworden. Wenn 2027 in Hamburg «Elbphoria» herrscht, wird deshalb auch bei Twerenbold gefeiert. Mit Musik, besonderen Reisen und der Freude, Gäste immer wieder in die Elbphilharmonie zu bringen.

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In der Alten Oper Frankfurt erleben Sie den gefeierten Pianisten Jan Lisiecki mit Prokofjews 2. Klavierkonzert, dirigiert von Vasily Petrenko. In der Staatsoper Hamburg steht Rossinis «Guillaume Tell» auf dem Programm. Zum krönenden Abschluss erklingen im Grossen Saal der Elbphilharmonie ausgewählte Werke von Beethoven – anlässlich seines 200. Todestags.

Im Kulturpalast Dresden widmet sich Kirill Gerstein als Pianist und Dirigent gleich drei Klavierkonzerten von Beethoven. In Hamburg erwarten Sie Rossinis «Guillaume Tell» in der Staatsoper und ein Konzert im Grossen Saal der Elbphilharmonie: Das renommierte Philharmonische Staatsorchester Hamburg interpretiert unter Omer Meir Wellber Werke von Beethoven und Chin.

Im Gewandhaus zu Leipzig begegnen sich mit dem legendären Violinist Gidon Kremer und der gefeierten Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla zwei herausragende Ausnahmekünstler*innen. In der Staatsoper Hamburg erleben Sie Bizets «Carmen». Den krönenden Abschluss bildet Mahlers monumentale «Auferstehungssinfonie» in der Elbphilharmonie.

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twerenbold.ch/elbphilharmonie 056 484 84 84

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