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Ein Kontinent im Kleinformat Stadtstrand, tiefe Schluchten und lichte Pinienwälder: Gran Canaria vereint auf kleinem Raum erstaunlich viele Landschaften. Wer die Insel zu Fuss erkundet, entdeckt hinter der bekannten Ferienkulisse eine vielfältige Welt.
Mittendrin liegt eines der Wahrzeichen Gran Canarias: der Roque Nublo. Der rund 80 Meter hohe Basaltmonolith ragt auf mehr als 1800 Metern über Meer aus der Landschaft. Schon für die Ureinwohner der Insel hatte der Felsen eine besondere Bedeutung. Heute gehört die Umgebung zu jenen Orten, an denen sich die Dimensionen Gran Canarias besonders eindrücklich erschliessen. Am besten gelingt das zu Fuss. Ein Netz aus Wanderwegen durchzieht die Insel und folgt teilweise alten Verbindungswegen, auf denen sich die Bewohner einst zwischen Dörfern und Tälern bewegten. Manche Touren führen durch Pinienwälder, andere über Bergkämme oder hinunter in sogenannte Barrancos, jene tiefen Schluchten, die der Insel ihr charakteristisches Relief verleihen. Immer wieder reicht der Blick weit über Gran Canaria hinaus, bei klarer Sicht sogar bis zum Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa.
eine insel im eigenen tempo
Der Mirador del Balcón eröffnet einen weiten Blick über Gran Canarias Westküste.
foto: adobe stock
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anchmal genügen nur wenige Kilometer, um das Bild eines Ortes zu verändern. Auf Gran Canaria führt der Weg von goldfarbenen Stränden in karge Schluchten, von Palmen zu Pinienwäldern und weiter hinauf in eine Bergwelt, die wenig mit dem verbreiteten Bild der kanarischen Ferieninsel gemein hat. Fast 2000 Meter liegen zwischen dem Atlantik und dem höchsten Punkt – dazwischen entfaltet sich auf gerade einmal rund 1560 Quadratkilometern eine landschaftliche Vielfalt, die Gran Canaria den Beinamen «Miniaturkontinent» eingebracht hat. Das zeigt sich bereits in Las Palmas de Gran Canaria. Die Inselhauptstadt im Nordosten verbindet das Leben einer spanischen Grossstadt mit jener Lässigkeit, die entsteht, wenn der Atlantik nie weit entfernt ist. In Vegueta, dem historischen Kern, führen Gassen vorbei an jahrhundertealten Häusern und der Kathedrale Santa Ana. Cafés, Restaurants und kleine Läden beleben die umliegenden Viertel. Und dann ist da Las Canteras: ein kilometerlanger Sandstrand mitten in der Stadt. Morgens ziehen Schwimmer ihre Bahnen,
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später treffen sich Einheimische an der Promenade, während draussen im Atlantik Surfer auf die nächste Welle warten.
von der stadt in die berge Wer Las Palmas hinter sich lässt und ins Inselinnere fährt, gewinnt mit jeder Kurve an Höhe. Die Häuser werden weniger, die Hänge steiler, und irgendwann bestimmen Schluchten und Berge das Panorama. Dass die Insel verschiedene Mikroklimata vereint, wird unterwegs unmittelbar sichtbar: Während der Süden trocken und sonnenverwöhnt ist, zeigt sich der Norden vielerorts grüner. In höheren Lagen wachsen kanarische Kiefern, im Zentrum erheben sich Felsformationen über tief eingeschnittenen Tälern.
Gerade beim Wandern zeigt sich, wie schnell Gran Canaria seine Erscheinung wechseln kann. Rund um Tejeda führen Wege durch eine zerklüftete Berglandschaft und vorbei an kleinen Siedlungen. Weiter nördlich wird die Vegetation üppiger, während im Süden trockenere Landschaften dominieren. Was auf der Karte nahe beieinanderliegt, kann sich unterwegs wie eine andere Welt anfühlen. Dafür sind keine langen Bergtouren nötig. Auch kurze Wanderungen und Spaziergänge führen zu Aussichtspunkten wie dem Mirador del Balcón, durch Bergdörfer wie Artenara oder auf Abschnitten des historischen Camino de Santiago de Gran Canaria, der von Maspalomas bis nach Gáldar führt. Und weil das Klima auf den Kanaren ganzjährig mild ist, lässt sich die Insel auch dann zu Fuss erkunden, wenn in Mitteleuropa längst Winter herrscht. Dabei gilt allerdings: In den Bergen kann das Wetter deutlich kühler und wechselhafter sein als an der Küste. Gran Canaria ist Berg und Atlantik, karg und grün. Am Morgen kann man barfuss an Las Canteras entlanggehen und wenige Stunden später zwischen kanarischen Kiefern auf einen Bergpfad einbiegen. Wer sich hinter die bekannte Ferienkulisse wagt, lernt eine Insel kennen, die sich auf kurzen Distanzen immer wieder verändert.
Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von Edelweiss erstellt.