Standpunkte Das Magazin von
Nr. 1 / April 2022 / 40. Jahrgang
www.meinarbeitgeberverband.de
Zukunftsweisend Wie NORDCHANCE Starthilfe für den Job gibt Termin beim Chef: Michael Frieß Mercedes-Benz AG
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Tadellose Testfahrt? 70 Meter lang und mehr als 2.000 Tonnen Verdrängung – die „Impeccable“ („Die Tadellose“) gehört zu den beeindruckendsten und teuersten Neubauten auf deutschen Werften. Hergestellt von thyssenkrupp Marine Systems in Kiel, bestimmt für die Marine Singapurs. Nach der „Invincible“ („Die Unbesiegbare“) ist sie das zweite von vier U-Booten des Typs 218SG, das die Kieler speziell nach den Bedürfnissen des südostasiatischen Inselstaates konstruiert haben. Das mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattete U-Boot soll einen Wert von mehr als einer halben Milliarde Euro haben. Gesichtet wurde es bei einer Testfahrt in der nebligen Kieler Förde. BiB
Foto: Rolf Dunkel
Hier nimmt Singapur die Impeccable in Empfang
STANDPUNKT NR. EINS
Folkmar Ukena, Präsident, NORDMETALL
wenn Sie dieses Heft in Händen halten, haben wir Ostern gefeiert. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat das Fest der Auferstehung Christi auch für uns Metall- und Elektro-Arbeitgeber in Norddeutschland eine neue Bedeutung gewonnen, unabhängig davon wie gläubig wir sind: Wir haben uns nicht nur unmissverständlich gegen diesen Krieg gestellt und gefordert, dass rasch wieder Frieden in der Ukraine einkehrt. Wir engagieren uns auch mit Hilfsaktionen für die notleidenden Ukrainerinnen und Ukrainer in ihrer Heimat sowie für die Menschen, die aus Kiew, Charkiv oder Mariupol zu uns geflohen sind.
Position für den Frieden beziehen
In diesem Heft finden Sie Informationen über unsere Aktion „MEiN hilft“ sowie über die bundesweite Arbeitgeber initiative #WirtschaftHilft (S. 6 ff.). Wir sind aber nicht nur aufgerufen, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und ihnen bei uns im Norden wenigstens übergangsweise ein sicheres und menschenwürdiges Leben zu ermöglichen; ebenso gilt es, all jenen, die sich bei uns eine neue Existenz aufbauen möchten, durch Praktikums- und Arbeitsplätze eine berufliche Integration zu ermöglichen. Und wir sollten erkennen, dass auch aus anderen, weiter entfernten Ländern Kriegsflüchtlinge zu uns strömen, die eine menschenwürdige Behandlung und faire Integrationschancen ins Erwerbsleben verdient haben.
Der Krieg trifft nicht nur die Menschen, sondern auch die Unternehmen. Längst haben viele NORDMETALL- und AGV-NORD-Mitgliedsfirmen ihre Geschäftsbeziehungen zu Russland eingestellt, manche unter Hinnahme von Verlusten. Andere Betriebe stehen bereit, um am Wiederaufbau einer freien Ukraine oder an der Wiederherstellung einer umfassenden Einsatzbereitschaft der Bundeswehr mitzuwirken. Die Zeitenwende, von der der Bundeskanzler gesprochen hat, betrifft uns alle. Gerade nach besinnlicheren Ostertagen sollten wir uns von diesem Dreiklang leiten lassen: Notleidenden helfen, eindeutige Position für den Frieden beziehen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit stärken.
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1 2022 Titel
Fachkräftesicherung Junge Leute auch unter schwierigen Bedingungen beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen, das ist seit 14 Jahren das Ziel von NORDCHANCE. Jetzt wird das Programm neu ausgerichtet – ein Rück- und Ausblick. S. 18
Ukraine-Krieg
„MEiN hilft“ angelaufen Die norddeutschen M+E-Betriebe spüren erste Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf ihre Produktion. Die Hilfsbereitschaft von Arbeitgebern und Belegschaften ist unterdessen ungebrochen. S. 6
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Foto oben: Christian Augustin
Plus
Termin beim Chef
NORDMETALL vor Ort
Perfektion durch optimale Prozesse
Engagierte Debatte in Lübeck
Michael Frieß leitet seit April 2020 Produktion und Standort des Mercedes-Benz-Werks in Bremen. S. 42
Vor der Wahl in Schleswig-Holstein kamen bei BAADER Spitzenpolitiker und Arbeitgeber zusammen. S. 10
Verband Wir für Sie Folge 36: Unsere Frau für die Betriebsverfassung – Dr. Sybil Denicke
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Presseschau NORDMETALL- und AGV-NORD-Spitze in den Medien
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Mehrwert Verband Folge 67: Mobiles Arbeiten im Ausland
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Tarif Update Zukunftstarifverträge
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Fotos: Christian Augustin, Thorsten Mischke, Melanka Helms
Thema Betriebsratswahlen Brücken bauen in Betrieben
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NORDMETALL-Stiftung Staffelübergabe an der Spitze des NORDMETALL-Stiftungskuratoriums
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Face to Face Dr. Florian Blank und Dr. Jochen Pimpertz
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Rubriken Made in Northern Germany – Alsterfontänenpumpe
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Menschen und Meldungen
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Grafik des Monats
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Cartoon / Wirtschaftszitat
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Panorama – Wind-Riese
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Treffpunkt Nord
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Termine
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Kontakt zu NORDMETALL
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Mein Standpunkt – Zeitenwende
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Personenregister / Impressum
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Kurz vor Schluss / Podcast
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„Ich lese Standpunkte“ – Prof. Dr. Siegfried Russwurm
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Verband
Es ist wieder Krieg in Europa Der Überfall auf die Ukraine macht die norddeutschen Metallund Elektroarbeitgeberinnen und -arbeitgeber nicht nur betroffen. Er betrifft sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch direkt. Wenig deutet Anfang April, zum Radaktionsschluss dieses Heftes, leider darauf hin, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine ein rasches Ende findet. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland und
Wirtschaftliche Folgen des Russland-Ukraine-Krieges:
59 % … der M+E-Betriebe im Norden leiden bereits unter Lieferschwierigkeiten
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Solidarität: Die ukrainische Flagge weht auch vor dem Hamburger Haus der Wirtschaft.
unter ihnen auch die norddeutschen Metall- und Elek tro-Unternehmen haben sich eindeutig gegen diesen Krieg gestellt. Sie rufen in ihren Reihen und darüber hinaus zur Hilfe für die leidenden Ukrainerinnen und Ukrainer auf. NORDMETALL und der AGV NORD haben unter ihrem gemeinsamen Dach MEiN Arbeitgeberverband die Initiative „MEiN hilft“ ins Leben gerufen. Hier werden Unternehmen zur Abgabe von Sachspenden aufgerufen, in enger Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Arbeitgeberverband, um sachgerechte Unterstützung zu ermöglichen. Und die M+E-Unternehmen im Norden tun noch mehr (s. S. 8). Deutschlandweit informiert die Arbeitgeberinitiative #WirtschaftHilft auf
44 % … von ihnen können Lieferausfälle gar nicht oder nur schwer kompensieren
Kriegsfolgen: Berichterstattung im Norden zur NORDMETALLMitgliederumfrage.
der Website www.WirtschaftHilft.info über bedarfsgerechtes Spenden, über die organisatorische Abwicklung inklusive Kontaktmöglichkeiten auch zu ukrainischen Unternehmen und bietet einen Überblick zu möglichen Empfängerorganisationen. NORDMETALL und die IG Metall Küste haben überdies eine Schweigeminute in den norddeutschen M+E-Betrieben durchgeführt (s. S. 9). In den nächsten Wochen und Monaten wird es wichtig sein, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, ihnen Möglichkeiten zu bieten, in Deutschland mindestens übergangsweise ein sicheres und würdiges Leben zu führen, Integrations- und Sprachkurse zu unterstützen, Kitaund Schulplätze bereitzustellen, Praktikums- und Ar-
Auswirkungen des Krieges auf das Jahr 2022:
29 % … der norddeutschen M+E-Betriebe erwarten Produktionseinschränkungen * 43 % können die Folgen noch nicht abschätzen.
beitsplätze anzubieten – an all diesen Aufgaben werden sich auch die norddeutschen Metall- und Elektroarbeitgeber im Rahmen des Möglichen beteiligen.
Wirtschaftliche Kriegsfolgen
Der Krieg hat allerdings auch immense wirtschaftliche Folgen, die nicht nur durch die Sanktionen gegen den Aggressor Russland entstehen. Zahlreiche norddeutsche Unternehmen der M+E-Industrie haben ihre Geschäftsbeziehungen unter dem Eindruck des Krieges neu geordnet, ziehen sich aus Russland zurück, teilweise unter Hinnahme von Verlusten. Es herrscht Konsens, dass es keine wirtschaftliche
65 % … der norddeutschen M+E-Betriebe erwarten Kostensteigerungen im Einkauf 33 % können die Folgen noch nicht abschätzen.
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hilft Bis zu 20 Schutzsuchende aus der Ukraine können seit Ende März in den Räumen der gemeinsamen Geschäftsstelle von NORDMETALL, AGV NORD und der Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern (VU) in Schwerin unterkommen. Eine Mutter mit zwei Jungs zog als erste in die neu geschaffenen Wohnräume an der Graf-Schack-Allee gegenüber dem Schweriner Schloss ein. Das ist nur ein Beispiel für die Not hilfe, die die M+E-Arbeitgeber im Norden leisten. Mit ihrer Initiative „MEiN hilft“ unterstützen sie die Menschen in und aus dem ukrainischen Kriegsgebiet aktiv. Mit dabei ist auch das AGVNORD-Mitglied Ilim Nordic Timber aus Wismar. „Angesichts der schrecklichen Situation in der Ukraine haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, unseren Beitrag zu leisten, das Leid der Menschen aus der Ukraine abzumildern“, sagt Michael Liche, CEO von Ilim Timber Germany. 5.000 Euro hat das Unternehmen für eine vom Rostocker NORDMETALL-Mitglied Liebherr ins Leben gerufene „Schulrucksack-Aktion“ in Mecklenburg-Vorpommern gespendet. Mehr als 10.000 Euro sind bereits zusammengekommen, rund 200 schulpflichtige Kinder aus der Ukraine können sich demnächst über einen perfekt ausgestatteten Schulrucksack freuen. „MEiN hilft“ macht weiter, mehr dazu unter meinarbeitgeberverband.de.
Zusammenarbeit mit Regimen geben darf, die vorsätzlich Kriege vom Zaun brechen. NORDMETALL und der AGV NORD haben im März eine Umfrage zur Betroffenheit ihrer Mitgliedsunternehmen durch den Krieg gemacht. 129 M+E-Betriebe mit rund 77.000 Beschäftigten nahmen daran teil. Die Ergebnisse dokumentieren, dass jeder zehnte Betrieb der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie substanziell vom Russland-Ukraine-Krieg betroffen ist. Die beeinträchtigten Betriebe beziehen einen Teil ihrer regelmäßigen Lieferungen direkt oder über Vorlieferanten aus Russland, aus der Ukraine oder aus Belarus – vor allem Eisen, Stahl, Leichtmetall, Metallteile und Erdgas. Zwei Drittel der befragten Betriebe erwarten aufgrund der Krise im lau-
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fenden Jahr 2022 Kostensteigerungen im Einkauf von rund 17 Prozent. Und 43 Prozent stellen sich auf einen Umsatzrückgang in Höhe von rund zwölf Prozent ein. Das sind besorgniserregende Zahlen, potenzieren sie doch die Lieferkettenprobleme und erheblichen Kostensteigerungen der vergangenen zwei Pandemiejahre. „Ein länger währender Krieg in der Ukraine wäre nicht nur eine humanitäre Katastrophe, sondern hätte womöglich auch existenzbedrohliche Folgen für etliche Betriebe der norddeutschen Metall- und Elektroindus trie“, befürchtet Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL und AGV NORD. Bereits zu Kriegsbeginn klagten 58 Prozent der Unternehmen mit Russland-, Ukraine- oder Belarus-Geschäft über Lieferschwierigkeiten oder Engpässe, die in fast jedem fünften Fall schon die Produktion beeinträchtigten. 44 Prozent der Unternehmen, die von Lieferungen aus dem Kriegsgebiet abhängig sind, können diese Ausfälle nur schwer oder gar nicht kompensieren. Jeder fünfte Betrieb vermag die tatsächlichen Folgen noch nicht abzuschätzen. Mehr als zwei Drittel suchen derzeit nach einer dauerhaften Alternative, um Lieferausfällen zu begegnen.
Energieversorgung sichern
„In dieser Situation erwarten wir von der Ampelkoali tion, dass sie – über die angekündigten Soforthilfen hinaus – ihre Prioritäten neu justiert“, resümiert Fickinger. „Wir sehen ja gerade: Nur eine starke Wirtschaft macht Deutschland robust gegenüber Krisen, und nur starke Unternehmen garantieren sichere Arbeitsplätze und stabile Sozialsysteme.“ Deutschland sei an einem neuralgischen Punkt angelangt: Statt die Widerstandskraft unserer Betriebe durch immer neue Regulierungen empfindlich zu schwächen, müsse gezielt die Resilienz der Unternehmen erhöht werden, zum Beispiel durch Entlastungen bei Energiepreisen und Kurz arbeitergeld. Auch die Versorgungssicherheit der Firmen müsse ebenso hohe Priorität erhalten wie die der privaten Haushalte. Das erwarten laut Umfrage übrigens auch fast zwei Drittel der betroffenen Unternehmen. Und sogar 78 Prozent befürworten den Abbau von Energiesteuern oder -abgaben. In den nächsten Jahren werden auch viele Betriebe der norddeutschen M+E-Industrie aufgerufen sein, an der nötigen Wiederherstellung einer umfassenden Einsatzbereitschaft der Bundeswehr mitzuwirken. „Um die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufzuholen, brauchen wir nicht nur Etats und Expertise, wir brauchen auch eine Art ‚Haltungswende‘“, so Dr. Nico Fickinger weiter: „Nur eine starke Wirtschaft und eine starke Landesverteidigung schützen das Land.“ Alexander Luckow
Schweigeminute Die Idee entstand im Gespräch zwischen Daniel Friedrich und Folkmar Ukena: Der IG-Metall-KüsteChef und der NORDMETALL-Präsident riefen für den zweiten Mittwoch im März zu einer mittäglichen Schweigeminute in den Betrieben der norddeutschen M+E-Industrie auf, um der Opfer des Krieges in der Ukraine zu gedenken. Eine ganze Reihe von Belegschaften in den NORDMETALL-Mitgliedsunternehmen zwischen Papenburg und Stralsund, Flensburg und Bremen beteiligte sich.
Fotos: Philips, Meyer Werft, Nordischer Maschinenbau Rud. Baader
Langjährige Mitarbeiter (o.) und Auszubildende (u.) gedenken bei Nordischer Maschinenbau Rud. Baader in Lübeck der Opfer des Krieges in der Ukraine.
Die Philips-Zentrale nahe des Hamburger Flughafens leuchtete Anfang März in den Farben der Ukraine.
Die Flagge der Ukraine wehte auch über dem Gelände der Meyer Werft in Papenburg.
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Politik
NORDMETALL VOR ORT bei Baader in Lübeck
Zum fünften Mal trafen im Debattenformat „NORDMETALL vor Ort“ Spitzenpolitiker auf Unternehmerinnen und Unternehmer der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Wenige Wochen vor der schleswig-holsteinischen Landtagswahl wurde diesmal im BAADER Technology Center in Lübeck engagiert diskutiert.
NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer Dr. Nico Fickinger resümierte die eineinhalbstündige Debatte.
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Petra Baader, Geschäfts führende Gesellschafterin Nordischer Maschinenbau Rud. Baader, begrüßte die Gäste im Technology Center des Lübecker Traditionsunternehmens. NORDMETALL-Vizepräsident Robert Focke wandte sich mit klaren Botschaften an die schleswig-holsteinischen Landespolitiker.
Fotos: Christian Augustin
Ausführliche Berichterstattung in den „Lübecker Nachrichten“.
Da platzte dem Wirtschaftsminister doch fast der Kragen: „Was ist nach der Abschaffung des Tariftreue- und Vergabegesetzes in Schleswig-Holstein schlechter geworden? Wo sind die vielen zusätzlichen prekären Beschäftigungsverhältnisse, die entstanden sein sollen?“, ging Bernd Buchholz (FDP) den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Losse-Müller während der Debatte direkt an. Im Grundgesetz gebe es doch die negative Koalitionsfreiheit, nach der Unternehmen auch tariffrei agieren dürften, so der Liberale weiter. „Ein Tariftreuegesetz ist einfach nur ein weiterer Versuch, in die Tarifautonomie einzugreifen.“ Genau das hatte der Sozialdemokrat Losse-Müller vorher für den Fall angekündigt, dass er nach dem 8. Mai Ministerpräsident in Kiel werden würde.
Wehrindustrie und Taxonomie
Derart ging es sofort munter los, nachdem Petra Baader, geschäftsführende Gesellschafterin Nordischer Maschinenbau Rud. Baader, die rund zwei Dutzend Gäste vor Ort und viele weitere über Zoom und Youtube zugeschaltete Beobachter begrüßt hatte. „Ein Familienunternehmen zu führen, heißt, langfristig und nachhaltig zu agieren und nicht nur auf die kurzfristige Optimierung des Gewinns zu setzen“, betonte die Chefin des Traditions-Maschinenbauers. NORDMETALLVizepräsident Robert Focke definierte im Anschluss die
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Themen, die den norddeutschen M+E-Unternehmen unter den Nägeln brennen: zusätzlich zu den zunehmenden Eingriffen in die Tarifautonomie vor allem der Ukraine-Krieg mit seinen weitreichenden Folgen für die Versorgungssicherheit mit bezahlbarer Energie sowie das in der EU angedachte Projekt der sozialen Taxonomie. Letzteres würde die gerade im Land zwischen den Meeren mit rund 300 Unternehmen stark vertretene Wehrindustrie negativ kategorisieren und so von den Finanzmärkten abschneiden – ein Vorhaben, das gerade in diesen Zeiten so nicht umgesetzt werden dürfe,
war sich die Runde überraschend weitgehend einig. Joschka Knuth, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kieler Landtag, der kurzfristig für die verhinderte grüne Spitzenkandidatin und Finanzministerin Monika Heinold eingesprungen war, formulierte es so: „Ich verstehe die Debatte in Brüssel im Moment derart, dass wir auf einen Neutralitätsstatus für die Rüstungsindustrie kommen.“ Minister Buchholz war auch das zu wenig. Die Wehrindustrie dürfe nicht mit Zigarettenindustrie und Glücksspiel gleichgesetzt werden.
SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller warb intensiv für den raschen Ausbau erneuerbarer Energien.
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) betonte die aus seiner Sicht erfolgreiche Bilanz der Kieler Jamaikakoalition.
Joschka Knuth, wirtschafts politischer Sprecher in der Kieler Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, hält eine Renaissance der Atomkraft für unnötig.
Unter 3G-Coronaregeln trafen norddeutsche Unternehmerinnen und Unternehmer die schleswig-holsteinischen Landespolitiker.
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Tobias Koch, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, sieht die Union mit Ministerpräsident Daniel Günther auch künftig an der Spitze der Landesregierung.
NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger fasste die Debatte nach eineinhalb Stunden so zusammen: „Ich würde mir wünschen, dass die Politik mehr Vertrauen in die Wirtschaft hat und uns als Partner sieht.“ Highlights und die gesamte Diskussion finden Sie auf unserer Webseite: meinarbeitgeberverband.de/ nordmetallvorort Alexander Luckow
Hausherrin Petra Baader (r.) begrüßt Jutta Humbert, Geschäftsführende Gesellschafterin Getriebebau NORD aus Bargteheide und NORDMETALL-Vorstandsmitglied.
Knackpunkt erneuerbare Energien
Fotos: Christian Augustin
„Nur mit der SPD wird es den Ausbau der erneuerbaren Energien geben, den wir brauchen“, versprach SPDSpitzenkandidat Losse-Müller, von 21 müsse man auf 55 Terrawatt kommen. Was abseits dieser Mittel- und Langfristprognose gegen die aktuelle Energiepreisexplosion und eine drohende Knappheit im nächsten Winter helfe, konnte in der Runde nicht so leicht beantwortet werden. Tobias Koch, Vorsitzender der CDULandtagsfraktion, schlug das Repowering von Windkraftanlagen vor: „Es gibt fast 1.000 Windkraftanlagen im Land, die am Ende ihrer Lebensdauer vor dem Abbau stehen“, es brauche jetzt rasch ein Bundesgesetz, das die sofortige Weiternutzung dieser Standorte für Windkraft erlaube.
Betriebsratswahlen
Der Wahlkampf läuft. Seit dem 1. März finden in ganz Deutschland wieder Betriebsratswahlen statt. In rund 28.000 Unternehmen wählen die Belegschaften ihre Arbeitnehmervertretungen neu. Die Wahlen sind Ausdruck der gelebten Sozialpartnerschaft, die zu Deutschlands Marktwirtschaft gehört wie unternehmerisches Handeln und Freiraum für Innovationen.
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Fotos: iStock/ AS_Fotos
n e u a b n e k c ü r B n e b e i r t e in B
„Wenn es dem Unternehmen gut geht, geht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut“, sagt Frank Ritters, alter und auch neuer Betriebsratsvorsitzender des Kieler Marinespezialisten ELAC Sonar, der weltweit zu den führenden Herstellern von Unterwasserschallanlagen gehört. Bereits im August 2021 hatte die 150-köpfige Belegschaft außerplanmäßig ihren Betriebsrat neu gewählt. Hintergrund: Ersatzmitglieder des Gremiums waren ausgefallen, sodass der „Rumpfbetriebsrat“ nicht mehr handlungsfähig gewesen wäre. Getreu den Regeln des Betriebsverfassungsgesetzes wurde also neu gewählt. Rund 90 Prozent der Beschäftigten des Technologieunternehmens beteiligten sich. „Ein Erfolg. Wir haben aber auch jede Menge Werbung gemacht“, berichtet Ritters. Die Betriebsratswahl wurde im einfachen Wahlverfahren organisiert und als Personenwahl vollzogen. „Wir haben sie als sogenannte hybride Wahl durchgeführt, also als Brief- und Präsenzwahl“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.
Fotos: ELAC SONAR
Kein „langer Arm“ der Gewerkschaft
schaftsvertretern als sehr konstruktiv und vertrauensvoll beschreibt. „Jede Seite hat ihre Rolle, aber wir begegnen uns mit Respekt und auf Augenhöhe.“ Das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs, sucht aktuell und bis zum Jahresende mehr als ein Dutzend weiterer Fachkräfte, vor allem Ingenieure und IT-Fachleute. Fast wöchentlich besprechen Geschäftsführung und Betriebsrat die Einstellung neuer Mitarbeiter. „Weil wir so vielen Veränderungen begegnen und uns schnell auf Neues einstellen müssen, haben wir als Geschäftsführung angeregt, uns wöchentlich zu treffen. Das ist von der Arbeitnehmerseite angenommen worden und hilft extrem“, so Schneider. Zu den Themen, die regelmäßig auf der Agenda stehen, gehört außer personellen Veränderungen natürlich die Gestaltung der Arbeitsplätze. Mobiles Arbeiten, 3G am Arbeitsplatz, Homeoffice – das Unternehmen hat bereits zu Beginn der Pandemie im März 2020 sehr schnell reagiert und entsprechende Corona-Betriebsvereinbarungen geschlossen. Geschäftsführung und Betriebsrat sind schon damals zu schnellen Entscheidungen gekommen. „Wir konnten uns immer einigen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Ritters, der auch als ehrenamtlicher Arbeitsrichter fungiert und von daher weiß, dass es andernorts nicht immer so harmonisch abläuft. Ole Schneider ergänzt, dass sein Unternehmen bis dato auch nicht die in manchen anderen Unternehmen bemühten Einigungsstellen habe anrufen müssen.
Vertrauen und Zutrauen
Auch Jens Füllgrabe, bis zum Ende der jetzt auslaufenden Wahlperiode Betriebsratsvorsitzender der MHG Heiztechnik in Buchholz, berichtet von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Das Unternehmen in der Nordheide vor den Toren Hamburgs produziert mit rund 120 Mitarbeitern intelligente Heiztechnik. Ein typischer Mittelständler, der dank des Einsatzes innovativer Technologien und des Engagements seiner Belegschaft erfolgreich am Markt agiert. „Vertrauen und Zutrauen auf beiden Seiten, das ist ein Teil unseres Erfolges“, meint der kaufmännische Leiter Dirk Kochan, der MHG unter
Er ist, wie nahezu alle Betriebsräte bei ELAC Sonar, Mitglied der Industriegewerkschaft Metall. Dennoch könne vom „langen Arm der Gewerkschaft“ keine Rede sein. „Der Einfluss auf die tägliche Betriebsratsarbeit ist überschaubar“, meint Ritters. „Die Gewerkschaft kümmert sich in den Tarifrunden mit dem Arbeitgeberverband um den tarifvertraglichen Rahmen. Auf betrieblicher Ebene regeln wir im Rahmen der Mitbestimmung die Dinge selbst.“ Das bestätigt Geschäftsführer Ole Schneider, der die Zusammenarbeit mit den Beleg-
„Auf betrieblicher Ebene regeln wir im Rahmen der Mitbestimmung die Dinge selbst.“ Frank Ritters Betriebsratsvorsitzender ELAC Sonar
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Dirk Kochan Kaufmännischer Leiter MHG Heiztechnik
anderem mit dem geschäftsführenden Gesellschafter und AGV-NORD-Vorsitzenden Julian Bonato führt. „Wir sind ein kleines Unternehmen, in dem jeder jeden kennt, was sicher von Vorteil ist, wenn es darum geht, konträre Themen zu behandeln“, so Kochan weiter. Gelegentlich unterschiedlicher Auffassung zu sein, liege in der Natur der Sache, meinen Kochan und Füllgrabe. Doch bis dato, so Geschäftsführung und Belegschaftsvertreter unisono, sei es stets gelungen, zu konsensfähigen Lösungen zu gelangen, beispielsweise beim Thema flexible Arbeitszeit. „Wir hatten in der Vergangenheit eine Kernarbeitszeit. Das wollte der Betriebsrat verändern und wir haben nach längeren Verhandlungen ein für alle Seiten akzeptables Modell gefunden“, nennt Kochan ein Beispiel. Zu den Prinzipien, denen sich die Sozialpartner bei MHG verpflichtet fühlen, gehören Transparenz und ein steter Informationsfluss. Deshalb reden Geschäftsführung und Betriebsrat in regelmäßigen Abständen auch über die finanzielle Situation des Unternehmens, neue Strategien und die Wettbewerbsposition. Diese Offenheit kommt in der Belegschaft gut an. In mehreren Befragungen konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Meinung zu Themen wie Work-Life-Balance, Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf äußern. In der jüngsten Umfrage schnitt das Unternehmen erneut besser ab als in den vorangegangenen. Betriebsrat Füllgrabe nimmt dies als Indiz für das gute Klima im Betrieb. Und hofft, dass es anhält. Zur aktuellen Betriebsratswahl, die bei MHG als Personenwahl stattfindet, tritt er allerdings nicht mehr an. „Ich übernehme im Betrieb mehr Verantwortung und kann das dann nicht mehr mit der Aufgabe eines Betriebsratsvorsitzenden vereinbaren. Ich bin der Meinung, man sollte etwas ganz oder gar nicht machen“, so Füllgrabe. Kaufmännischer Leiter Kochan bedauert die Entscheidung. Aufgrund der bisherigen konstruktiven Zusammenarbeit von Geschäftsführung und Betriebsrat sieht er aber auch der gemeinsamen Arbeit mit einem neugewählten Betriebsrat positiv entgegen. Als Kompetenzzentrum der Sensorentwicklung nimmt Hella Fahrzeugkomponenten (HFK) in Bremen eine besondere Stellung ein. „Das bleibt auch nach dem Kauf
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Gut aufgestellt in Bremen
In diese Zeit der Veränderung fällt die Betriebsratswahl. Drei Listen – zwei offene und eine der IG Metall – stellten sich zur Wahl, die als Briefwahl organisiert wurde. Die Wahlbeteiligung stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber aus vorangegangenen Urnengängen weiß Thiemann, dass schätzungsweise 80 Prozent der Belegschaft abstimmen. Auf das neu gewählte Gremium kommt jede Menge Arbeit zu. So muss der Betrieb große Schwankungen bei der Auftragsbearbeitung und dem dadurch anfallenden Arbeitsvolumen auffangen. „Auf große Auftragsspitzen folgen mitunter Zeiten der Kurzarbeit, da ist sehr viel Anpassungsvermögen und Kompromissbereitschaft beider Seiten gefragt“, sagt Thiemann. Und Winkler, der auch dem NORDMETALL-Vorstand angehört, fügt an: „Unsere Mitarbeiter ziehen sehr flexibel mit – auch bei den unterschiedlichsten Arbeitsverteilungen über Schichten und Wochenenden hinweg.“ Auch die Auswirkungen der Pandemie haben Ge schäftsf ührung und Betriebsrat der HFK gemeinsam in
„Deshalb ist der sozial partnerschaftliche Interessenausgleich ohne Alternative.“ Nina Römhild Personalleiterin Jenoptik Advanced Systems
Fotos: MHG Heiztechnik, Jenoptik Advanced Systems
„Bis dato ist es stets gelungen, zu konsensfähigen Lösungen zu gelangen.“
unseres Mutterkonzerns durch den französischen Auto mobilzulieferer Faurecia so“, sagt HFK-Geschäftsführer Michael Winkler. Faurecia hatte im vergangenen Jahr die Aktienmehrheit an Hella erworben. Der Firmenverbund unter dem neuen Namen FORVIA zählt mit etwa 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von rund 23 Milliarden Euro zu den Top Ten der globalen Automobilzulieferer. „Wir fühlen uns durch den Merger gestärkt und sind uns sicher, dass wir unser Know-how im Bereich Sensoren und Aktoren positiv in das Gesamtunternehmen einbringen können“, so Winkler. Auch der Betriebsratsvorsitzende Reiner Thiemann sieht das so. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in Bremen gut aufgestellt sind.“ Thiemann sieht die Sicherung des Standortes Bremen aktuell als die größte Aufgabe der Sozialpartner an. „Wir mussten in der Vergangenheit bereits Kosten sparen, Corona adäquat begegnen und die Elektrifizierung in der Automobilbranche begleiten. Jetzt sind wir gefordert, den Merger mit Faurecia vor Ort mitzugestalten“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.
den Griff bekommen, mit einigen Betriebsvereinbarungen und jeder Menge Einsicht in die Notwendigkeit auch schwieriger Entscheidungen. So arbeiten beide Seiten im Corona-Krisenstab mit und haben sich flexibel gezeigt, als es darum ging, Homeoffice für rund 150 Beschäftigte auf den Weg zu bringen. „Wir pflegen bei uns die Politik der kurzen Wege und der durchgängigen Kommunikation. So finden wir immer eine gute Lösung“, sagt Winkler. Die allermeisten Entscheidungen haben die Sozialpartner vor Ort realisiert. Von außen, so bekräftigen sowohl der Geschäftsführer als auch der Betriebsrat, werde nicht ins Unternehmen „hineinregiert“. „Warum auch, wenn wir uns hier über die Dinge einig sind“, sagt Geschäftsführer Winkler. Und Betriebsrat Thiemann ergänzt: „In unserer täglichen Arbeit zählt allein die Sache. Daran orientieren wir uns.“
Sonderfall: standortübergreifende Wahl
Sachorientiert und aufgabenbezogen agieren auch die Sozialpartner bei Jenoptik Advanced Systems, einem Mechatronik-Spezialisten mit Schwerpunkt Dienstleistungen und Produkte für die Luftfahrt-, Sicherheitsund Verteidigungsindustrie. Die Mechatronik-Sparte der Jenoptik AG, die aktuell an einen britischen Finanzinvestor veräußert wird, arbeitet standort- und gesellschaftsübergreifend in Wedel bei Hamburg, Essen und Altenstadt in Bayern. Entsprechend kompliziert gestalten sich Betriebsratswahlen und auch die Betriebsratsarbeit. „So ist beispielsweise ein Teil der Führungskräfte an Standorten wahlberechtigt, wo sie selbst nicht beschäftigt sind“, sagt der in Wedel aktive Betriebsrat Ole Röpcke. Die standortübergreifende Betriebsratswahl habe unter anderem zur Folge, dass Wählerlisten schwierig zu erstellen und Mitwirkungsrechte der Betriebsräte an verschiedenen Standorten auf den ersten Blick schwer zu durchschauen sind. „Diese organisationsbedingten Gegebenheiten sorgen auch in der alltäglichen Arbeit im Unternehmen für eine hohe Komplexität, Fehleranfälligkeit sowie einen immensen Abstimmungs- und Kommunikationsbedarf“, erklärt Personalleiterin Nina Römhild. Zur Organisation von betriebsübergreifenden Betriebsratsversammlungen nutzen die Mitarbeitervertreter in zunehmendem Maße Online-Tools. Diese aufgrund der Coronapandemie eingeführten und vom Betriebsrätemodernisierungsgesetz inzwischen legitimierten Formate sollen laut Gesetzgeber jedoch nur die Ausnahme sein. Daher ist die Rechtssicherheit der Beschlüsse solcher virtuellen Sitzungen nur in einem engen Rahmen gegeben. Nina Römhild ist der Auffassung, dass mit der Zulassung digitaler Betriebsratssitzungen Flexibilität und Geschwindigkeit bei notwendigen Beschlüssen
NORDMETALL-Angebote zur Betriebsratswahl 2022 In der Zeit vom 01. März bis 31. Mai finden die regulären Betriebsratswahlen 2022 statt. Einen von Gesamtmetall aktualisierten Leitfaden für Arbeitgeber finden Sie unter www.meinarbeitgeberverband.de/ betriebsratswahlen2022 (nur für eingeloggte Nutzer). Für NORDMETALL- und AGV-NORD-Mitglieder kostenlose Seminare in Kooperation mit dem Bildungsverbund nordbildung fanden im Winter 2021/2022 statt. Auch unsere Arbeitsrechtsexperten Dr. Sybil Denicke (siehe Seite 32) und Carlo Schmalz haben Sie mit eigenen Online-Schulungen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen unterstützt und stehen Ihnen bei Fragen jederzeit zur Verfügung. Kontakt: denicke@nordmetall.de / 0431 33936-10 schmalz@nordmetall.de / 040 6378-4223
erhöht und zugleich Reisekosten minimiert werden können. Allerdings fehlten noch entsprechende Regelungen für Einigungsstellen und die Betriebsratswahl. Die tägliche Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Belegschaftsvertretung charakterisiert die Personalleiterin als konstruktiv. Den größten Abstimmungsbedarf gebe es in der Regel rund um den Artikel 99 des Betriebsverfassungsgesetzes, also um personelle Einzelmaßnahmen. „Hier vertreten Personalverantwortliche und Betriebsrat durchaus auch einmal gegensätzliche Positionen, die dann von Arbeitsgerichten entschieden werden müssen“, sagt Römhild. Das aber dauere in der Praxis oft zu lang. „Wenn der Arbeitgeber zum Beispiel einen Interessenausgleich erreichen will, muss er sich entweder mit dem Betriebsrat einigen oder aber die Einigungsstelle anrufen, was über die Arbeitsgerichte rund zweieinhalb Monate dauern kann – viel zu lange!“ In diesem Fall, so Römhild, sollte die Einigungsstelle schon mit der Entscheidung der ersten Instanz ihre Arbeit aufnehmen und vorläufig tätig werden können. Auch Ole Röpcke wünscht sich eine Beschleunigung der Abläufe. Er schlägt etwa vor, Richter für Rechtsgespräche zu gewinnen, in denen schnell und unbürokratisch Ergebnisse erzielt werden könnten. Einig sind sich Römhild und Röpcke darin, dass Konflikte im Unternehmen Ressourcen binden und Energie kosten. „Deshalb“, so die Personalleiterin, „ist der sozialpartnerschaftliche Interessenausgleich ohne Alternative.“ Lothar Steckel
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Starthilfe in den Job Seit mehr als 14 Jahren unterstützt das Programm NORDCHANCE junge Leute auch unter schwierigen Rahmenbedingungen beim Einstieg ins Berufsleben. Jetzt wird das Projekt neu ausgerichtet. Zeit für einen Rück- und Ausblick.
Wer Till Meins heute an seinem Arbeitsplatz bei GESTRA sieht, kann sich kaum vorstellen, dass der junge Mann vor einigen Jahren noch mit Irokesenschnitt und Punk-Klamotten durch Bremen lief. „War aber so“, sagt der 30-Jährige und lacht. „Vielleicht lag es ja auch daran, dass niemand mir eine Lehrstelle geben wollte, obwohl ich Dutzende von Bewerbungen geschrieben habe.“ Dass er am Ende doch noch Glück hatte und eine Ausbildung beim I ndu s t r iea r m at u ren-Herstel ler GESTRA machen konnte, hat Meins vor allem dem Programm NORDCHANCE zu verdanken. Diese Initiative der Arbeitgeberverbände NORDMETALL und AGV NORD
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entstand 2008 auf Betreiben des Bremerhavener Unternehmers Ingo Kramer, der damals NORDMETALL-Präsident, später Arbeitgeberpräsident für ganz Deutschland war. Die Grundidee: jungen Menschen eine Brücke in die Ausbildung zu bauen und gezielt dort zu helfen, wo eher schwierige Rahmenbedingungen vorliegen.
Projekt mit vielen Partnern
Die praktische Umsetzung des erfolgreichen Gemeinschaftsprojektes übernahmen regionale Bildungsträger in Norddeutschland: das AFZ Aus- und Fortbildungszentrum Rostock, das Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg, das
Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet, die Schleswig-Holsteiner Technische Akademie Nord, das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft für Bremen und das nordwestliche Niedersachen oder in Hamburg der international tätige Dienstleister
Foto: Christian Augustin
Alter Hase: Till Meins ist seit rund zwölf Jahren bei GESTRA, wo er auch seine Ausbildung absolvierte – dank NORDCHANCE.
Steep. Insgesamt nahmen mehr als 1.000 junge Menschen an dem Programm teil; rund 730 von ihnen absolvierten ein Praktikum, und knapp 560 erhielten am Ende einen Ausbildungsplatz, die meisten von ihnen in einem Betrieb der Metallund Elektroindustrie.
In den 14 Jahren seit dem Start hat das Programm mehrere Änderungen erfahren: so öffnete es sich in Folge der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gezielt für Menschen mit
Migrationshintergrund. „Damals wurden unter anderem das Angebot an Sprachkursen erweitert und diese Trainings intensiviert“, sagt Imke Kuhlmann, Referentin für
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Nachwuchssicherung bei NORDMETALL und AGV NORD. Mittlerweile läuft das Programm unter dem Namen „NORDCHANCE Service“ und etabliert das bewährte Prinzip verstärkt in Flächenländern wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Unsere Unterstützung setzt jetzt später im Qualifizierungsprozess an“, erläutert Kuhlmann. „Das eröffnet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance, sich in der Nähe ihres Wohnortes weiterbilden und für eine Ausbildung fit
machen zu lassen“, sagt Kuhlmann. Bislang mussten die Teilnehmer unter Umständen lange Fahrtwege auf sich nehmen, um zu den kooperierenden Bildungsträgern nach Kiel oder Rostock zu gelangen. Bei „NORDCHANCE Service“ ist das anders. Hier müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer allenfalls für ein Kurzzeitpraktikum von rund zwei Wochen weite Wege auf sich nehmen. Alle übrigen Qualifizierungsmaßnahmen finden bei einem Maßnahmenträger in Wohnortnähe
„Wir eröffnen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance, sich in der Nähe ihres Wohnortes weiterbilden und für eine Ausbildung fit machen zu lassen.“ Imke Kuhlmann Referentin für Nachwuchssicherung, NORDMETALL und AGV NORD
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statt. Und dort ist auch weiterhin die Bundesagentur für Arbeit mit ihren diversen Jobcentern an dem Programm beteiligt. Von der Teilnahme profitieren nicht nur die Berufseinsteiger und Nachwuchskräfte, sondern auch die Unternehmen selbst, indem sie auf diese Weise dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. Ein Beispiel dafür ist GESTRA, das zu den Projektpartnern der ersten Stunde zählt. „Das Thema Ausbildung hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert, doch wird es immer schwieriger, unsere offenen Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagt HR Specialist Sophia Heinecke. Außer Till Meins, der bereits seit 2010 im Betrieb ist, hat auch eine junge Kollegin den Weg über die NORDCHANCE-Initiative in die Ausbildung gefunden. Jetzt ist die angehende Zerspanungsmechanikerin im zweiten Lehrjahr. Valentina Schlecht erzählt: „Ich bin in Bremen aufgewachsen und als
Foto: Christian Augustin
An der Werkbank: Valentina Schlecht in der Ausbildungswerkstatt von GESTRA, wo sie Zerspanungsmechanikerin lernt.
Schülerin in die falschen Kreise geraten. Deshalb hatte ich nach der Mittleren Reife einige Probleme mit dem Start ins Arbeitsleben. Die Berufe, die mich damals gereizt hätten, waren ohne Abitur nicht erreichbar, und irgendwie hatte ich keine Idee für passende Alternativen.“
Start über ein Praktikum
Foto: Christian Augustin
Das änderte sich dank einer Beratung auf dem Arbeitsamt. Dort erzählte ihr eine Mitarbeiterin von NORDCHANCE und half bei den ersten Schritten. Dadurch erhielt die Bremerin die Möglichkeit, ein sechsmonatiges Praktikum bei GESTRA zu machen. Und das lief so gut, dass der Betrieb sie als Azubi übernahm. „Eine Initiative wie NORDCHANCE eröffnet uns die Möglichkeit, mit Jugendlichen zusammenzukommen, die wir unter anderen Umständen wohl nicht
kennengelernt hätten“, bestätigt Personalerin Heinecke. „Dass dieses Konzept aufgeht, beweisen die tollen Kolleginnen und Kollegen, die wir dieser Initiative bereits zu verdanken haben.“ Valentina Schlecht ist mit ihrer beruflichen Entscheidung vollauf zufrieden. „Technische Dinge fand ich immer schon interessant“, erzählt die 19-Jährige. „Andere Mädels gehen am Wochenende shoppen, ich schraube lieber an meinem Audi herum. Die praktische Ausbildung ist genau das Richtige für mich.“ Ähnlich äußert sich ihr Kollege Till Meins. „Ich bin ein passionierter Tüftler“, sagt er, „und arbeite gern bei GESTRA. Ohne NORDCHANCE wäre ich hier wohl nicht gelandet.“ Beispiele wie die von Meins und
Schlecht bestärken den Hamburger NOR DMETA L L-Vizepräsidenten Thomas Piehler darin, NORDCHANCE nach Kräften zu unterstützen und immer wieder strategisch an die Lage am Arbeitsmarkt anzupassen. Einem Verband falle es leichter, solche Projekte mit Langfristwirkung umzusetzen, ist Piehler überzeugt. „Die politische und gesellschaftliche Anziehungskraft solcher Programme ist wesentlich größer, wenn sie nicht von einzelnen Unternehmen, sondern von einem Verband wie NORDMETALL ins Leben gerufen werden.“ Hauptberuflich war Piehler bis Ende März als Arbeitsdirektor beim Medizintechnikhersteller Philips in Hamburg tätig. Seit 2016 hält das Unternehmen jedes Jahr einen
Im Stahlwerk: Die Ausbildung bei ArcelorMittal gefällt Dennis Kartal, weil die Arbeit vielseitig ist und eine Menge Abwechslung bietet. Heidi Warnecke ist hier verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung.
Ausbildungsplatz für einen Geflüchteten frei. „Philips hat seine soziale Verantwortung als ,good citizen‘ schon immer ernst genommen. Das NORDCHANCE-Programm gibt uns als Arbeitgeber die Möglichkeit, jungen Menschen eine Perspektive zu geben“, sagt Piehler. Gute Noten sind in der Arbeitswelt von morgen eben nicht alles. Andere Qualitäten wie Teamfähigkeit und Engagement sind ebenso wichtig. Da könne man von Beschäftigten aus anderen Kulturkreisen etwas lernen. Das bestätigt auch Philips-Ausbildungsleiter Norbert Rix, der viel Zeit und Energie darin investiert, passende Bewerber zu guten Teams zusammenzustellen. Doch die Mühe lohne sich, so Rix: „Mehr als die Hälfte unserer NORDCHANCE-Teilnehmer arbeitet nach wie vor bei Philips.“
Positive Erfahrungen
Zu den Partner-Unternehmen des Programms zählt auch der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal, der in seinem Hamburger Werk etwa 550 Mitarbeiter beschäftigt und im Schnitt rund 40 Auszubildende im gewerblichen und kaufmännischen Bereich hat. Einer von ihnen ist Dennis Kartal, der seine Lehrstelle 2021 über „NORDCHANCE Service“ fand. „Ich hatte mit 17 Jahren mein Abitur, aber
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Dr. Thomas Piehler NORDMETALL-Vizepräsident und ehemaliger Arbeitsdirektor bei Philips
kein Glück bei der Suche nach einer Ausbildung“, erzählt der 21-Jährige. „Insgesamt habe ich wohl über 100 Bewerbungen geschrieben, aber nur Absagen erhalten. Deshalb habe ich erst mal als Servicekraft in der Gastronomie gejobbt, da ich niemandem auf der Tasche liegen wollte.“ Und weil der gebürtige Hamburger ein Mann mit vielen Interessen ist, nahm er nebenbei noch ein Studium auf, und zwar in Musik und Wirtschaftsinformatik. Dass dieses ambitionierte Vorhaben letztlich scheiterte, lag unter anderem an den verschiedenen Studienorten: Wirtschaftsinformatik fand in Hamburg statt, Musik in Lübeck. Das war aufgrund der Arbeitsbelastung und der weiten Fahrtwege mit dem Job in der Gastronomie nicht zu vereinbaren. Dennis Kartal: „Daher machte ich
mich erneut auf die Suche nach einer Lehrstelle, aber es ergab sich einfach nichts. 2020 hatte ich dann einen Beratungstermin auf dem Arbeitsamt und erfuhr von ,NORDCHANCE Service'. Und bekam den Tipp, es bei ArcelorMittal im Hamburger Hafen zu versuchen, denn dort gäbe es eine große Ausbildungsabteilung und spannende Arbeitsplätze.“ Kartal nahm Kontakt mit ArcelorMittal auf, wurde zum Gespräch eingeladen und erhielt wenig später die Zusage für ein mehrmonatiges Praktikum in dem Stahlwerk. Das lief so gut, dass er im Herbst 2021 dort als Azubi anfangen konnte. „Unsere Erfahrungen mit den Praktikanten, die über NORDCHANCE in unser Unternehmen gekommen sind, sind durchweg positiv“, sagt Heidi Warnecke, bei ArcelorMittal
NORDCHANCE Service startet mit einem Pilotprojekt 2019/2020 in Schleswig-Holstein
Start 2008 in Hamburg, Bremen und SchleswigHolstein
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„Die politische und gesellschaftliche Anziehungskraft solcher Programme ist wesentlich größer, wenn sie von einem Verband ins Leben gerufen werden.“
NORDCHANCE plus von 2016 bis 2019
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Seit 2021 etabliert sich NORDCHANCE Service unter anderem in Niedersachsen.
Foto: Thorsten Mischke
Faible für Technik: Als Kind lernte sie Geige und Klavier, heute ist Leen Alashkar in der Welt der Metall- und Elektroindustrie unterwegs.
verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung. „Das sechsmonatige Praktikum war für beide Seiten sehr hilfreich: So konnten wir uns gut kennenlernen, und die Entscheidung für den Bewerber stand auf ,sicheren Füßen‘.“ Insbesondere über Bewerbungen von technikaffinen Frauen würde sich die Personalerin künftig freuen. Dennis Kartal hat sich schließlich für Verfahrenstechnologie entschieden. „Verfahrenstechnologen steuern und überwachen Produktionsprozesse. Eine vielseitige Arbeit, die mir wirklich liegt, weil ich schon immer Spaß an Technik hatte. Ohne NORDCHANCE hätte ich diesen
Ausbildungsplatz wohl nie bekommen. Für mich war das ein echter Glücksfall“, erzählt der junge Mann.
Von Syrien in den Norden
Positiv fällt auch das Fazit von Leen Alashkar aus, die derzeit an der Technischen Akademie Nord (TA) in Kiel zur Zerspanungsmechanikerin ausgebildet wird. Die gebürtige Syrerin musste 2012 mit ihrer Familie die Heimatstadt Damaskus verlassen und lebte danach einige Zeit in Jordanien. Vor fünf Jahren kam sie nach Deutschland, seit 2019 wohnt sie in Kiel. Die 21-Jährige ist künstlerisch begabt, hatte jahrelang Ballettunterricht und spielte schon
als Kind Geige und Klavier. Die Mutter ist Modedesignerin, der Vater Architekt. Als für Leen die Frage der Berufswahl anstand, erfuhr sie auf dem Arbeitsamt vom NORDCHANCE-Programm. So kam sie zur TA Nord. „Ich bin eine starke Frau und habe Spaß an dem, was ich hier lernen kann“, sagt sie. „Die Ausbilder bei der TA Nord sind sehr nett und bringen uns alles bei, was wir für die Berufstätigkeit brauchen. Ich kann mir gut vorstellen, später noch meinen Meister zu machen.“ Weitere Informationen dazu finden sich auf wir-bilden-den-norden.de unter „Projekte“. Birte Bühnen / Clemens von Frentz
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Cathrin Kohnke, Director Work Practices EMEA bei Stryker Trauma, engagiert sich seit 2018 im Kuratorium der NORDMETALLStiftung. Im November hat sie dessen Vorsitz übernommen.
Staffelübergabe an der Spitze des NORDMETALL-Stiftungskuratoriums: Cathrin Kohnke, Director Workplace Practices EMEA von Stryker Trauma, übernimmt den Vorsitz von Lutz Oelsner. Der GESTRAAufsichtsrat wechselt in den Stiftungsvorstand. Ein Gespräch über Engagement und Zusammenhalt. Lutz Oelsner: Herzlichen Glückwunsch Frau Kohnke, dass Sie dieses wunderbare Amt übernehmen. Und zwar in einer Zeit, in der man beklagen muss, dass die Bereitschaft zur Übernahme solcher Ehrenämter abnimmt. Sie stehen nun einem Gremium vor, das bereit ist, sich engagiert einzubringen. Das bedarf vor allem einer motivierenden Moderation, einer wertschätzenden Beteiligung.
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Cathrin Kohnke: Diesen konstruktiven Diskurs, dieses Ringen um die richtige Position möchte ich weiterführen. Die Diversität der verschiedenen Blickpunkte hat mir in meiner mehr als dreijährigen Mitgliedschaft im Kuratorium immer sehr gut gefallen. Persönlich schlägt mein Herz für die Bildung in den Schulen. Aber auch die Vernetzung von gesellschaftlichen
Fotos: Thorsten Mischke, Melanka Helms
Sinn stiften im Ehrenamt
Schichten, also alles, was gesellschaftlich verbindend wirkt, liegt mir am Herzen. Standpunkte: Herr Oelsner, wenn Sie auf Ihre Zeit als Kuratoriumsvorsitzender zurückschauen, was hat Sie am meisten motiviert, sich zu engagieren? Oelsner: Die größte Freude habe ich aus dem Feedback gezogen, das ich aus dem Dialog mit den einzelnen Kuratoriumsmitgliedern erhalten habe. Als Vorsitzender war es mir besonders wichtig, so offen wie möglich für Anregungen zu sein, damit sich die Mitglieder des Kuratoriums freiwillig und mit großer Freude intensiv einbringen. Nicht so gut gefallen hat mir, dass wir als mittelgroße Stiftung manchmal nicht so viel Geld zur Verfügung hatten, um jede gute Idee umzusetzen. Das wird auch eine Ihrer Herausforderungen sein, Frau Kohnke. In jüngerer Zeit sind die Verteilungsspielräume kleiner geworden. Das hängt damit zusammen, dass das Stiftungskapital erhalten werden muss. Ein weiterer Grund ist die Abhängigkeit von der Performance auf den Finanzmärkten. Denn nur das Kapital, das erwirtschaftet wurde, können wir für gemeinnützige Zwecke aufwenden. Sehr geholfen hat uns in
diesem Zusammenhang der Vorstand, der für eine Schärfung des Stiftungsprofils gesorgt hat, sodass wir Mittel viel fokussierter verteilen können – gemäß dem Wahlspruch „Talente fördern, Zusammenhalt stärken, den Norden bereichern“. Diese Ausrichtung immer wieder zu überprüfen, ist eine sportliche Aufgabe, auf die ich mich mit meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen sehr freue. Kohnke: Diese Profilierung möchte ich auch als Vorsitzende des Kuratoriums weiter vorantreiben. Schließlich sollen die Stiftungsgelder viel Impact haben können, damit sie wirklich etwas bewegen.Was mich an der Stiftung schon immer inspiriert hat und weshalb ich so gern die Gelegenheit ergriffen habe, noch stärker mitzumischen, ist das von Herrn Oelsner beschriebene Leitbild. Dieser Dreiklang, den die Stiftung mit ihren Bereichen Bildung und Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur erzeugt, ist mir als verbindendes Element in Zeiten wie diesen sehr wichtig. Standpunkte: Frau Kohnke, zusätzlich zu Ihrem internationalen Vollzeitjob beim Medizintechnikhersteller Stryker Trauma und Ihrem Engagement im
Lutz Oelsner, Aufsichtsrat bei GESTRA, war seit 2016 Kuratoriumsvorsitzender der NORDMETALL-Stiftung. Im November ist er in den Stiftungsvorstand gewechselt.
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NORDMETALL-Vorstand übernehmen Sie nun auch noch mehr Verantwortung im Kuratorium der NORDMETALL-Stiftung. Wie bekommen Sie all dies unter einen Hut? Kohnke: Natürlich ist es eine Herausforderung, die auf allen Seiten einer gewissen Flexibilität bedarf. Diese habe ich vonseiten des Hauptamtes in Stiftung und Verband stets erfahren – wenn man mal nicht kann oder an Sitzungen virtuell teilnehmen möchte. Aus Sicht meines Arbeitgebers wird ehrenamtliches Engagement als Mehrwert empfunden, sodass er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch den Freiraum dafür gibt. Denn den Zusammenhalt und die Vielfalt in der Gesellschaft zu stärken, passt mit der Leitkultur und den Zielen meines Unternehmens wunderbar zusammen. Standpunkte: Als Director Work Practices sind Sie bei Stryker Trauma mit vielen Personalfragen beschäftigt. Was können Stiftungen zur Überwindung des Fachkräftemangels beitragen? Kohnke: Den Dreiklang der Stiftung ordne ich gedanklich so ein, dass die Gesellschaft im Zentrum steht. Alles was wir tun, ist letztlich von dem Willen getragen, die Gesellschaft zusammenwachsen zu lassen – insbesondere in Zeiten wie diesen. Und eines der Kernelemente, um das zu erreichen, ist Bildung. Bildung hat unmittelbar etwas zu tun mit Teilhabe und Chancengleichheit. Damit bekämpfen wir auch den Fachkräftemangel. Davon profitieren dann die Unternehmen. Darüber hinaus glaube ich, dass ein unheimlicher Schatz darin liegt, junge Frauen unter anderem für technische Berufe zu begeistern. Wir müssen dafür sorgen, dass auf lange Sicht auch mehr Frauen in hochrangige Führungspositionen kommen. Oelsner: Auch ich halte „Zusammenhalt stärken“ für das Kernziel unserer Stiftungsarbeit. Kultur, Bildung und Wissenschaft sind Bestandteile unserer Gesellschaft. Und wenn wir dem Spaltpilz, der seit geraumer Zeit wächst, nichts entgegensetzen, dann werden die anderen Bereiche ebenfalls darunter leiden. Kohnke: Wir alle wollen eine Gesellschaft aus mündigen Bürgern. Aber um ein solcher zu werden, braucht es das Erlernen sozialer Verantwortung. Da sind Stiftungsprojekte wie „Lernen durch Engagement“oder „JUUUPORT-Netzwerkstatt des Nordens“ vorbildlich. Standpunkte: Die Coronapandemie hat die Spaltung der Gesellschaft zweifellos verstärkt. Wie aber hat sich die Pandemie auf die Stiftungsarbeit ausgewirkt? Oelsner: Wir haben kurzerhand ein Corona-Sonderbudget eingeführt. Das hat uns erlaubt, zusätzlich zu unseren bereits zugesagten Mitteln rasch und unbürokratisch dort zu helfen, wo es nötig war. Kohnke: Corona wirkt wie ein Brennglas. Prekäres, wie die vernachlässigte Digitalisierung in den Schulen oder
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Die 2004 gegründete NORDMETALL-Stiftung wird ehrenamtlich von einem siebenköpfigen Vorstand geleitet. Dieser entscheidet über die Vergabe der Fördermittel – jedes Jahr rund eine Million Euro. Beraten wird das Gremium dabei von einem Kuratorium, das sich aus Fachleuten aus Bildung und Wissenschaft, Gesellschaft sowie Kultur zusammensetzt.
die wirtschaftlichen Härten in der Kultur – dem Treibstoff unserer Seele –, ist dadurch besonders hervorgetreten. Als Stiftung konnten wir hier eine gute Investition in eine funktionierende Gesellschaft tätigen und somit unseren Beitrag leisten. Standpunkte: Gegründet wurde die Stiftung 2004 vom Arbeitgeberverband NORDMETALL. Seitdem hat sie mehr als 20 Millionen Euro in gemeinnützige Projekte investiert. Abgesehen davon: Was kann eine Stiftung anderes leisten als ein Verband? Kohnke: Im Fokus eines Verbandes wie NORMDETALL stehen immer die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen, die häufig wirtschaftlicher oder mittelbar wirtschaftlicher Natur sind. Das Schöne an einer Stiftung wie der NORDMETALL-Stiftung ist, dass sie ihre geballte Kraft auf die positive Wirkung auf Gesellschaft, Kultur und Bildung richten kann. Standpunkte: Was wünschen Sie sich für die künftige Stiftungsarbeit? Kohnke: Ich persönlich würde mich im Rahmen meiner Stiftungstätigkeit gern dafür einsetzen, Menschen mit Migrationshintergrund, egal welcher Generation, stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Aber das kann und will ich gar nicht alleine machen. Als Impuls möchte ich das Thema jedoch ins Kuratorium einbringen. Mal sehen, ob und wie wir das aufgreifen. Oelsner: Mir wäre es ein Anliegen, dass es uns auch in den kommenden Jahren so gut gelingt, im Interesse unseres Stifters und unter Beibehaltung des Stiftungsvermögens so viel Geld für gemeinnützige Zwecke auszugeben, wie bisher. Das wird eine Herausforderung. Denn die Veränderungen, die wir in vielen Bereichen spüren, finden tatsächlich statt. Vor ihnen dürfen wir die Augen nicht verschließen, sondern müssen uns darauf einstellen und entsprechend anpassen. Standpunkte: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch! Birte Bühnen / Jannick Vetter
Presseschau Seit Jahresbeginn haben sich die Spitzenvertreter von NORDMETALL und AGV NORD in vier norddeutschen Regionalzeitungen zu Wort gemeldet, um sich wirtschaftspolitischen Fragen der Zeit zu widmen – eine kleine Presseschau. NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena beschäftigte sich Mitte März in einem Gastbeitrag für den Bremer Weser-Kurier kritisch mit den Plänen der EU für eine soziale Taxonomie, die in ihrer bisher angedachten Form die deutsche Wehrindustrie geschädigt hätte. NORDMETALL-Vizepräsident Thomas Piehler beschrieb in einem Namensartikel für das Hamburger Abendblatt im März die Voraussetzungen einer erfolgreichen Industriepolitik der Hansestadt. NORDMETALL-Vizepräsident Robert Focke sprach Anfang März mit den Lübecker Nachrichten über die Lage der M+E-Industrie in Schleswig-Holstein und die Bilanz der Kieler Jamaikakoalition aus Sicht der Wirtschaft. Der AGV-NORD-Vorsitzende Julian Bonato lieferte sich Ende März in der Schweriner Volkszeitung ein Pro und Contra mit dem Chef des DGB Nord zu den wachsenden politischen Eingriffen in die Tarifautonomie.
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Hier stellt die Firma Pleuger ihre Pumpe vor
No r th e rn
Made in Germany
Alsterfontänenpumpe 1929 Pleuger Industries – Hamburg
Fotos: Pleuger Industries, iStock/hbbolten
Dank einer besonderen Unterwassermotorpumpe des Hamburger Unternehmens Pleuger Industries entstand ein Wahrzeichen auf der Binnenalster. Als der Fernsehmoderator Carlheinz Hollmann 1986 vom Flugzeug aus die riesige Wassersäule „Jet d'Eau“ im Genfer See sah, kam ihm die Idee, solch eine Attraktion auch auf der Hamburger Alster zu installieren. Gesagt, getan: Bei einem Treffen mit Oberbaudirektor Egbert Kossak hielt Hollmann einen gebogenen Pfeifenreiniger als Modellfontäne bereit. Er platzierte diesen mitten in der Binnenalster auf dem großen Stadtmodell in der Baubehörde. Der Oberbaudirektor war begeistert, die Idee des Moderators wurde angeschoben. Die besonders effiziente Pumpe der Alsterfontäne stellte Pleuger Industries bereit. 1987 konnte das Hamburger Wahrzeichen schließlich den Betrieb aufnehmen. Als Partner der Stiftung Binnenalster führt der Mittelständler bis heute die jährliche Wartung durch. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von Unterwassermotorpumpen, Plungerpumpen und Schiffsantriebe spezialisiert. „Unsere Pumpen und Motoren sind für ihre sehr lange Laufzeit bekannt. Wir haben Kunden, die nach mehr als 25 Jahren ihre Aggregate für eine Generalüberholung zu uns schicken, obwohl diese noch tadellos laufen“, sagt Behrend Schlenhoff, General Manager bei Pleuger Industries. Die Pumpe, die das Unternehmen in der Alsterfontäne verbaut hat, kann bis zu 180.000 Liter Wasser pro Stunde in eine Höhe von bis zu 60 Metern schießen. Seit 2017 treibt ein hocheffizienter Motor mit PermanentmagnetTechnologie (PMM) das Aggregat an. Anders als bei klassischen Asynchron-Käfigläufermotoren muss das Magnetfeld im Rotor nicht erst induziert werden. Bei der PMM-Technologie sind Permanentmagnete bereits in
den Rotor eingebettet. Die energieaufwendige Magnetisierung entfällt dadurch. 1929 durch Friedrich Wilhelm Pleuger in Berlin gegründet, erzielt das Unternehmen zu dieser Zeit erste wirtschaftliche Erfolge mit der Installation seiner Unterwasserpumpen. Diese wurden durch direkt angekuppelte wassergefüllte Unterwassermotoren angetrieben. Nachdem die ersten Werke in Berlin und Greitz während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurden, entschied sich der Gründer 1945 für einen Neustart mit einer Reparaturwerkstatt in Hamburg-Altona. Sechs Jahre später erfolgte der Umzug in das neue Werk in Hamburg-Wandsbek, wo sich bis heute der Hauptstandort mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befindet. Die Pumpen des Mittelständlers werden im Bergbau, für den Flutschutz, in der Öl- und Gasindustrie, zur Wasserförderung sowie zum Wassertransport eingesetzt. Auch in Offshore-Windanlagen werden sie verwendet. „Der wachsende Markt der erneuerbaren Energien wird künftig weiter in unseren Fokus rücken. Die aus dem Bereich der Öl- und Gasförderung gewonnene Expertise können wir im regenerativen Offshore-Bereich erfolgreich anwenden“, sagt Diplom-Ingenieur Schlenhoff. Spürbare Corona-Effekte habe das Unternehmen nicht zu verzeichnen. „Unseren budgetierten Jahresumsatz von etwas mehr als 40 Millionen Euro konnten wir auch 2021 erreichen und sind stabil durch die herausfordernden Jahre der Pandemie gekommen“, so der General Manager. Und auch die Alsterfontäne sprudelt kontinuierlich. Albina Stelle
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Menschen und Meldungen Spende für Abkantbank
Jungheinrich wurde von der Rating agentur EcoVadis mit dem höchsten Nachhaltigkeitszertifikat in Platin ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird nur an die „Top 1 Prozent“ der nachhaltigsten Unternehmen vergeben. Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG: „Jungheinrich schafft nachhaltig Werte. Für uns heißt das, dass wir soziale und ökologische Verantwortung mit profitablem Wachstum vereinen. Das EcoVadis-Zertifikat ist für uns eine tolle Bestätigung und natürlich Verpflichtung zugleich, unseren Weg in Zukunft so weiterzugehen.“ Die Ratingagentur hebt Jungheinrichs intensive Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei Umweltschutz, Menschenrechten und nachhaltiger Beschaffung hervor. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern bereits Zertifikate in Gold von EcoVadis erhalten. AS
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Großauftrag aus Israel Die Kieler Werft thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) wird für Israel drei U-Boote der Dakar-Klasse bauen. Boote solcher Größe werden in Deutschland erstmals produziert. Den Vertrag mit einem Auftragsvolumen von etwa drei Milliarden Euro unterzeichneten der Vorstandsvorsitzende Dr. Rolf Wirtz (l.) und der Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums Amir Eshel (r.) in Israel. Zum Auftrag gehören auch der Bau eines Ausbildungszentrums sowie ein Materialpaket mit Ersatzteilen für den späteren Betrieb der Boote. „Wir als thyssenkrupp Marine Systems und als Deutsche sind geehrt und stolz, die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem israelischen Verteidigungsministerium und der israelischen Marine fortsetzen zu können. Mit der neuen U-Boot-Klasse wird Israel mit innovativer Spitzentechnologie ausgestattet“, sagte der TKMS-Vor standsvorsitzende. Einige Wochen vor dem Deal mit Israel hatte TKMS bereits einen Großauftrag zum Bau von sechs U-Booten aus Norwegen erhalten. AS
Fotos: Matthias Haslauer, Dirk Heitkötter, thyssenkrupp Marine Systems
Platin für Jungheinrich
Die Stiftung der Metallindustrie im Nord-Westen spendete 9.300 Euro an die Teilhabe Arbeit und Bildung gGmbH in Oldenburg. Dort wird eine Abkantbank zur Metallfeinbearbeitung für die Ausbildungsstätte „aqua“ angeschafft. „Solche Maschinen gehen weit über das hinaus, was wir uns leisten können“, freute sich Wolfgang Hündling (4. v. l.), Geschäftsführer der Teilhabe gGmbH. Seit 2021 werden Auszubildende mit Lernförderbedarf bei „aqua“ unterrichtet. „Das ist ein sehr sinnvolles Projekt, weil es diesen jungen Menschen den Weg in eine gute Zukunft ebnet“, fügte Folkmar Ukena (2. v. l.), Vorsitzender der Stiftung und NORDMETALL-Präsident, hinzu. AS
Weltneuheit Auf der Hitzler-Werft in Lauenburg wird das weltweit erste federgelagerte Arbeitsschiff zur Wartung von Offshore-Windkraftanlagen gebaut. Das Federungssystem ermöglicht es den zwei Rümpfen des Katamarans, die Wellenkräfte und die daraus resultierenden Bewegungen auszugleichen und zu kompensieren. So wird eine ruhige Überfahrt auch bei schwerer See möglich. Die Lauenburger Werft wurde zuvor vom Unternehmen Wallaby Boats aus Kappeln zum Produktionspartner gewählt. „Wir sind froh, nun bald mit dem Bau beginnen und damit unsere Partnerschaft mit der Wallaby Boats GmbH ver-
tiefen zu können. Seit der Übernahme der Hitzler Werft im März 2021 haben wir uns ebensolchen innovativen Projekten verschrieben, welche die Schifffahrt umweltfreundlicher und den deutschen Schiffbaustandort attraktiver machen“, so der Geschäftsführer der Hitzler Werft in Lauenburg, Marek Klimenko. Der Protoyp mit der Baunummer WB-18#001 soll noch dieses Jahr ausgeliefert werden. AS
Fotos: Airbus / Stefan Kruijer, Wallaby Boats GmbH
Habeck zu Besuch bei Airbus Während eines Besuches bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder betonte Robert Habeck (r.), Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Klimaschutz, den hohen Zeitdruck beim Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes. Nicht nur das klimaneutrale Fliegen der Zukunft habe einen großen Wasserstoffbedarf, sondern auch die Wärmeversorgung und die Industrie. „Es darf kein Tag verschwendet werden“, sagte Habeck. Airbus-Chef Guillaume Faury (l.) begrüßt die Unterstützung für den Energieträger Wasserstoff. Der Flugzeugbauer plant bis zum Jahr 2035 die Markteinführung eines wasserstoffbetriebenen Passagierflugzeuges. AS
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WIR FÜR SIE
Unsere Frau für die Betriebs verfassung Seit rund einem Jahr verstärkt die promovierte Juristin Sybil Denicke die Geschäftsstelle in Kiel.
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ehr Vielfalt, kontroversere Diskussionen, jüngere Kandidaten und neue Ideen erhofft sich Sybil Denicke von den diesjährigen Betriebsratswahlen. Ein solcher Neuanfang täte vielen Betriebsräten gut, ist sich die 55-jährige Juristin mit Schwerpunkten Personalstrategie und Betriebsverfassungsrecht sicher. Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) habe sich in der Sozialpartnerschaft bewährt und ermögliche ein „gutes Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern“, so Denicke (siehe ab S. 14). Der für alle Seiten zufriedenstellende Kompromiss ist es, für den sich die im Hamburger Umland aufgewachsene Wiesbadenerin schon früh stark macht – zunächst als Rechtspflegerin. Doch nach der dreijährigen Ausbildung kommt eine Karriere im öffentlichen Dienst für Denicke nicht mehr infrage – zu hierarchisch. Stattdessen beginnt sie 1989 ein Jurastudium in Kiel. Arbeitet diszipliniert am eigenen Karriereweg, sodass sie 1996 ihre Promotion und 1998 schließlich ihr zweites Staatsexamen in der Tasche hat. Anschließend heuert Denicke bei der Landesbank Schleswig-Holstein an und macht dort – abgesehen von einem zweijährigen Abstecher als Rechtsanwältin in eine Kanzlei – alle Volten dieser Institution mit: von der Fusion mit der Hamburgischen Landesbank zur skandalträchtigen HSH Nordbank bis hinein in die Nachfolgeinstitution, die Hamburg Commercial Bank.
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Foto: Thorsten Mischke
Folge 36: Dr. Sybil Denicke
In dieser Zeit häuft Denicke einen großen Erfahrungsschatz für die Beratung von Geschäfts- und Personalleitungen an, aus dem sie seit März 2021 als Syndikusrechtsanwältin für NORDMETALL und den AGV NORD schöpft. Sie kennt die Belange von Personalabteilungen von innen heraus, hat unzählige Verhandlungen mit dem Betriebsrat und vor Einigungsstellen begleitet. „Besonders wichtig ist es mir, mit allen Gesprächspartnern in den Dialog zu kommen und ihre jeweiligen Anliegen zu verstehen“, sagt Denicke. Auf Arbeitgeber seite sei man gefordert, den Gestaltungsspielraum des BetrVG mit langfristig tragfähigen Lösungen für die Unternehmen zu füllen. Deshalb sei die Gestaltung von Betriebsvereinbarungen oft eine knifflige, aber immer spannende Sache. Ihr Gespür fürs Timing und die richtige Lücke hat Denicke auch schon in zahlreichen Handballspielen unter Beweis gestellt. Seit 30 Jahren betreibt die zweifache Mutter den körperbetonten Mannschaftssport mit großer Leidenschaft – aktuell für den Suchsdorfer Sportverein in Kiel. BiB
Kontakt für Mitglieder: Dr. Sybil Denicke Tel.: 0431 3339-3610 E-Mail: denicke@nordmetall.de
Preisentwicklung
GRAFIK DES MONATS
für die Metall- und Elektroindustrie Heftiger Anstieg der Einfuhrpreise Veränderung Januar 2021/22 in Prozent 144
Erzeugnisse der Energieproduzenten Energieversorgung 9 5 10 5 6 10 7 13
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€
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M+E insgesamt Sonstige M+E-Waren Sonstige Fahrzeuge Kraftwagen und Kraftwagenteile Maschinen Elektrische Ausrüstungen Elektronik Metallerzeugnisse NE-Metalle und Halbzeug daraus Andere Erzeugnisse aus Eisen oder Stahl
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€
6
$ 73
€
32
€
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€
Gummi- und Kunststoffwaren Chemische Erzeugnisse Mineralölerzeugnisse Erze Erdöl und Erdgas Kohle
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Erzeugerpreise reagieren zeitverzögert auf Einfuhrpreise
€
Veränderungen zum Vorjahr in Prozent 70
Energie
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50
Aluminium 40 30
Kupfer
Illustration: Maren Spreemann
ERZEUGERPREISE INSGESAMT Vorleistungsgüter
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Erzeugerpreise ohne Energie 10 0
M+E-Industrie
Jan 21
Feb 21 März 21 Apr 21
Mai 21
Juni 21
Juli 21
Aug 21
Sep 21
Okt 21
Nov 21
Dez 21
Jan 22
Quelle: DESTATIS/Gesamtmetall 2022
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Foto: iStock/poba
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MEHRWERT VERBAND
Folge 67: Mobiles Arbeiten im Ausland
Praktische Handlungshilfe erschienen Arbeitgeber, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das mobile Arbeiten im Ausland ermöglichen möchten, müssen Antworten auf eine Reihe von arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Fragen parat haben. Orientierung bietet seit Februar 2022 eine von NORDMETALL und AGV NORD in Kooperation mit dem Spitzenverband Gesamtmetall sowie einigen Schwesterverbänden erstellte Handlungshilfe. Die Sammlung richtet sich an Personalabteilungen in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, die sich auf die Zeit nach der Coronapandemie und die zu erwartende, steigende Zahl an Anfragen zum grenzüberschreitenden mobilen Arbeiten vorbereiten wollen. Die Handlungshilfe ist als „Living Document“ konzipiert, wird also stetig aktualisiert. Sie gliedert sich nach den in der betrieblichen Praxis häufig auftretenden Fällen. So gibt es Erläuterungen sowohl zum vorübergehenden als auch zum regelmäßigen, auf Dauer angelegten mobilen Arbeiten aus dem EU-Ausland. Ebenso enthalten sind Beispiele und Praxistipps zu Besonderheiten bei mobiler Arbeit in Drittstaaten und von Drittstaatsangehörigen. Auch gibt die Handlungshilfe juristische Hinweise zu den Besonderheiten während der Coronapandemie. Ausgangspunkt sämtlicher Überlegungen ist das sogenannte Territorialitätsprinzip. Demnach unterliegt jede Person den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen jenes Staates, in dem sie ihre Tätigkeit tatsächlich ausübt. Allerdings wird es beim mobilen Arbeiten aus dem Ausland künftig den einen, festen Arbeitsplatz oft nicht mehr geben. „Umso berechtigter ist die Frage,
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ob der Arbeitnehmer trotz der mobilen Arbeit aus dem Ausland weiterhin in Deutschland sozialversichert bleiben kann, und ob sich daraus Pflichten für den Arbeitgeber ergeben“, sagt Anton Bauch, Mitautor der Handlungshilfe und bei NORDMETALL zuständig für Fragen des internationalen Personaleinsatzes. Grundsätzlich seien dieselben Vorschriften zu prüfen, die auch für sonstiges Arbeiten im Ausland gelten, wie etwa die EU-Verordnung (EG) Nr. 883/2004 vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen entwickeln die Autorinnen und Autoren der Hilfestellung konkrete Lösungsvorschläge für die Personalarbeit. Auf diese Weise leiten sie die Leserinnen und Leser durch das komplexe Geflecht gesetzlicher Regelungen und Verordnungen des Sozialversicherungs-, Arbeits-, Steuer- und Aufenthaltsrechts. Auch der Datenschutz und die betriebliche Mitbestimmung werden entsprechend eingeordnet. „Auf jeden Fall sollten Arbeitgeber die Spielräume nutzen, die ihnen allein schon die Gestaltung der Arbeitsverträge eröffnet“, rät Syndikusrechtsanwalt Anton Bauch. BiB
Kontakt: Weitere Informationen bei Anton Bauch Tel.: 040 6378-4227 E-Mail: bauch@nordmetall.de
WIRTSCHAFTSZITAT
Foto: Shutterstock/Voar CC
Epiktet, römischer Philosoph, um 50 –138 n. Chr.
„Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.“
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Wind-Riese Für Windkraft-Laien ist der Modellname „SG 11.0-200 DD“ nur ein kryptisches Kürzel, aber für den Hersteller Siemens Gamesa ist das Modell ein echter Meilenstein. Die „SG 11.0-200 DD“, eine neue Offshore-Turbine ohne Getriebe, hat eine Leistung von elf Megawatt (MW) und wird von 97 Meter langen Rotorblättern angetrieben. Die Fläche des Kreises, der sich aus den drehenden Flügeln ergibt, hat also einen Durchmesser von rund 200 Metern und eine Fläche von 31.400 Quadratmetern – mehr als vier Fußballfelder. 140 dieser mächtigen Turbinen werden nun vor der niederländischen Nordseeküste im Windpark „Hollandse Kust Zuid“ installiert, der nach der Fertigstellung im Jahr 2023 mit einer Leistung von 1.500 MW der weltgrößte und zugleich der erste subventionsfreie Offshore-Windpark überhaupt sein wird. Die erzeugte Strommenge reicht aus, um den Bedarf von mehr als zwei Millionen niederländischen Haushalten zu decken. Betreiber des Windparks ist Vattenfall mit einer finanziellen Beteiligung von BASF. CvF
Foto: Siemens Gamesa
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Dr. Florian Blank … wurde 1978 in Düsseldorf geboren. Anfang der 2000er-Jahre studierte er Politikwissenschaft, Philosophie und Angewandte Kulturwissenschaften in Münster und Nottingham. Mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung in der Tasche promovierte er 2010 in der nordrhein-westfälischen Domstadt. Der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ist er bis heute treu: Seit 2009 leitet er das Referat Sozialpolitik des zur Stiftung gehörenden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in Düsseldorf. Sein Arbeitsschwerpunkt ist zusätzlich zur deutschen Sozialpolitik die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung.
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Standpunkte: Gerade ist die stärkste Rentenanhebung seit vielen Jahren beschlossen worden, mit bis zu 6,1 Prozent in Ostdeutschland. Ist die Rente derzeit so sicher, dass eine derart kräftige Erhöhung verantwortbar erscheint? Pimpertz: Rentenanpassungen sind regelgebunden und nicht willkürlich. Deswegen ergibt sich diese Anhebung aus der Logik der wirtschaftlichen Erholung im zweiten Jahr nach Beginn der Pandemie. Durchschnittsentgelte steigen wieder stärker, die Rente folgt dem. Ruheständler sollen nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung der Arbeitnehmer abgekoppelt werden. Die Ampelkoalition hat zwar den Nachholfaktor
Fotos: Daniel Roth
Zwei Experten, zwei Sichtweisen: Dr. Jochen Pimpertz (56), Leiter des Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung im Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), und Dr. Florian Blank (43), Referatsleiter für Sozialpolitik bei der Hans-Böckler-Stiftung, trafen sich auf Einladung von Standpunkte zur Debatte über die Zukunft der Rente.
wieder eingeführt, der auch berücksichtigt, dass wir im ersten Pandemiejahr sinkende Durchschnittsentgelte gemessen haben. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Rentendynamik. Blank: Die Rentenanpassung folgt nicht eins zu eins zeitlich direkt der Lohnanpassung, sondern mit einem Jahr Verzug. Die Rentenanpassungsformel berücksichtigt teilweise sogar noch Daten von vor zwei Jahren. So bildet die aktuell hohe Rentenanpassung in der Tat das Geschehen der vergangenen Jahre ab. Standpunkte: Die Ampelkoalition hat vereinbart, dass das Mindestrentenniveau bei 48 Prozent bleiben und der Beitragssatz
Dr. Jochen Pimpertz … wurde am 24. November 1965 geboren. Von 1989 bis 2001 studierte er an der Universität zu Köln Betriebswirtschaftslehre sowie Wirtschafts- und Sozialpädagogik. Während dieser Zeit promovierte er zudem im Fach Volkswirtschaftslehre. Anschließend begann er als Referent beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit besonderer Expertise für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sowie Alterssicherung. Seit 2009 leitet er als Senior Economist die IW-Forschungsstelle „Pharmastandort Deutschland". Zwei Jahre später kam die Leitung des Kompetenzfelds Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung hinzu.
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nicht über 20 Prozent steigen soll. Ist das angesichts der steigenden Zahl der Rentenempfänger nicht die Quadratur des Kreises? Blank: Die Koalition hat für diese Legislaturperiode auch vereinbart, dass der Beitragssatz nicht angehoben werden soll. Insofern bleibt es also hier erstmal beim Status quo, wie ihn gerade die Arbeitgeber einfordern. Wenn wir über die nächste Bundestagswahl hinausschauen, können wir nur versuchen, die Entwicklungen der Vergangenheit in die Zukunft fortzuschreiben. In der Tat stellt sich angesichts der demografischen Entwicklung dann die Frage, an welcher Stelle möglicherweise nachgesteuert werden soll. Die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Referentenentwurf aber noch davon aus, dass bis einschließlich 2025 die 20-Prozent- und die 48-Prozent-Marke nicht gerissen werden. Standpunkte: Ist das denn eine wirklich vorausschauende Politik, wenn man für eine Legislaturperiode alles beim Alten lässt, wohl wissend, dass es danach kaum so weitergehen kann? Pimpertz: Nun ja, wenn Sie genau hinsehen, dann erkennen Sie schon jetzt, dass die Bundesregierung gegen Ende der Wahlperiode mit einem leicht steigenden Beitragssatz rechnet: Von 19,5 Prozent in 2025 auf 19,7 Prozent in 2026. Das ist dem beginnenden
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Wechsel der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand geschuldet. Die beiden Haltelinien Beitragssatz und Mindestniveau sind bis Mitte des Jahrzehnts gesetzt, die Regelaltersgrenze bis zum Jahr 2031. In der Zeit dazwischen wird man diskutieren müssen, welche Perspektiven die umlagefinanzierte Rentenversicherung hat, wenn immer mehr Rentner immer länger Bezüge erhalten. Wir müssen damit rechnen, dass perspektivisch Ende der 30er-, Anfang der 40er-Jahre die derzeitigen Haltelinien unter Druck geraten. Ein Rentenniveau selbst von weniger als 48 Prozent wird dann nur noch mit Beitragssätzen zu finanzieren sein, die nach heutigem Rentenrecht jenseits der 22-Prozent-Marke liegen. Das würde junge Menschen genauso belasten wie Arbeitgeber. Standpunkte: Die FDP hat in den Koalitionsvertrag den Einstieg in eine teilweise Kapitaldeckung der gesetzlichen Rentenversicherung hineinverhandelt. Könnte das zur Lösung des Problems beitragen? Blank: Vorweg müssen wir mal grundsätzlich festhalten: Rentenpolitik besteht nicht nur aus den technischen Stellschrauben des Sozialgesetzbuches VI. Die Politik hat darüber hinaus Spielräume, denken Sie nur an das deutsche Beschäftigungswunder des vergangenen Jahrzehnts, das keiner voraussah und das dann auch dem Rentenniveau
Fotos: Daniel Roth
Rentenpolitik ist ein Geschäft mit vielen Unwägbarkeiten. Dr. Florian Blank vom WSI (l.) und Dr. Jochen Pimpertz vom IW wagen im Gespäch dennoch ein paar Prognosen.
sehr gutgetan hat. Und dann geht es natürlich auch um die Verteilungsfrage, die politisch geklärt werden muss, auch was die Lastenverteilung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern angeht. Zur Kapitaldeckung stellt sich die Frage, was eigentlich bezweckt werden soll. Geht es um einen Kapitalstock, der für die gesetzliche Rentenversicherung angedacht ist? Das wird nach den bisherigen Plänen kein sehr wesentlicher Beitrag werden angesichts der für so ein Vorhaben nötigen Milliardensummen, bestenfalls eine verbesserte Nachhaltigkeitsrücklage, was aber eigentlich keine echte Kapitaldeckung darstellt. Angesichts des krisengeschüttelten Aktienmarktes bin ich auch nicht sicher, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt für ein solches Modell ist. Und ob das, was der FDP als Aktienrente eigentlich vorschwebte, noch weiter diskutiert wird, ist aus meiner Sicht unklar. Pimpertz: Was Spielräume und Vorhersagen angeht, möchte ich gern eines betonen: Ja, Vorausberechnungen sind ein Geschäft mit vielen Unbekannten. Aber die demografische Entwicklung ist sehr valide prognostizierbar. Also zum Beispiel die Projektionen, die von der Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ angestellt worden sind, die bis zum Jahr 2045 davon ausgehen, dass die Zahl der erwerbstätigen Beitragszahler bei unveränderter Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund drei Millionen Menschen sinken wird. Währenddessen steigt die Zahl der Rentner aufgrund der Alterung der geburtenstarken Jahrgänge um vier Millionen. Drei Millionen weniger Menschen sollen für vier Millionen mehr Menschen Rentensicherung mitbetreiben – das nennt man wohl ein echtes Gap. Und das ist die Herausforderung. Im Koalitionsvertrag steht nun nicht der Begriff Aktienrente, wie ihn die FDP verwendet. Dort steht kapitalgedeckter Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Gefahr besteht nun darin, dass ein unbestimmter kollektiver Kapitalstock in der gesetzlichen Alterssicherung installiert werden kann, durch den die Kapitalgeber aber nicht davor geschützt sind, dass ihr Geld zugunsten anderer Ruhestandsgenerationen verwendet
und aufgezehrt wird. Das passiert ihnen in der privaten Altersvorsorge nicht. Deshalb bin ich skeptisch gegenüber dem AmpelVorhaben. Standpunkte: Was sehen Sie dann als Ausweg aus dem „Gap“? Pimpertz: Unser Ziel sollte es sein, dass die Menschen mehr Vorsorge für sich selbst betreiben, und das können sie in sehr unterschiedlichen Produkten. Riester ist da keineswegs das Maß der Dinge. Wir sollten den Menschen freistellen, ob sie in Riester, in eine kapitalgedeckte Renten- oder Lebensversicherung oder in die betriebliche Altersvorsorge investieren. Oder ob sie eine Immobilie erwerben – und dann fördern, was förderwürdig ist. Blank: Ich würde anders an die Sache herangehen. Es geht nicht so sehr um die Stärkung individuell gesteuerter Vorsorge, sondern um mehr Geld für das öffentliche Umlagesystem. Und da kann es keine Dogmen für alle Zeiten geben. Wir werden mittelfristig politisch diskutieren müssen, ob wir nicht einen steigenden Beitragssatz für die Rentenversicherung in Kauf nehmen, weil wir das sozialpolitische Versprechen halten wollen, dass Menschen mit verschiedensten Biografien dennoch durchweg ein angemessenes Rentenniveau erhalten. Pimpertz: Wenn wir unterstellen, dass der Arbeitnehmer seinen und den Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung anteilig erwirtschaftet, dann droht bei 22 Prozent Beitragssatz knapp ein Fünftel mehr an Finanzierungslasten für die Erwerbstätigen. Das kann man zur Diskussion stellen, aber dahinter verbirgt sich ein grundlegender Verteilungskonflikt, auch für Unternehmen. Wer in Deutschland sozialversicherungspflichtig Mitarbeiter beschäftigt, deren Sozialabgabenlast stetig steigt, der wird sich irgendwann fragen, ob unser Land noch den richtigen Standort für seinen Betrieb darstellt. Und wenn dann weiter Industrie abwandert, gehen auch die Arbeitsplätze und die Beiträge zur Sozialversicherung verloren – das ist eine gefährliche Entwicklung, die wir nicht brauchen. Standpunkte: Wir danken Ihnen für das Gespräch. Alexander Luckow
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Michael Frieß ist Leiter der Produktion und Standortverantwortlicher im Werk Bremen.
TERMIN BEIM CHEF
Michael Frieß
Foto: Christian Augustin
MERCEDES-BENZ AG Energischen Schrittes kommt Michael Frieß in den schlichten Konferenzraum, freundliches Lächeln, knackige Faustan-Faust-Begrüßung. Kaum dass der deutlich jünger wirkende 55-Jährige Platz genommen hat, sprudelt es aus dem Werksleiter heraus: „Bremen pflegt eine weltoffene Atmosphäre, Mercedes-Benz tut das auch und deshalb passen Bremen und Mercedes sehr gut zusammen.“ Das dachten sich vor bald 50 Jahren schon zwei andere Macher aus der ersten Reihe: Werner Niefer, in den Siebzigern Mercedes-Vorstand und Produktionsleiter, ab 1989 dann Vorstandsvorsitzender. Und Hans Koschnick, legendärer Bremer Bürgermeister zwischen 1967 und 1985. Die große Borgward-Tradition, bescheidener von Hanomag mit Lastwagen am gleichen Standort in Bremen Sebaldsbrück fortgeführt und schließlich mit dem T-Modell auf ein Pkw-Werk umgestellt, erschien Niefer als gute Grundlage, um den Standort auszubauen. Sindelfingen war für den erfolgreichen Konzern zu eng geworden. Und Koschnick zählte zu jenen Politikern, die Arbeitsplätze nicht nur pflegten, sondern sich auch um neue Beschäftigung kümmerten. „Die Chemie
zwischen den beiden stimmte und was sie zunächst nur mit einem Handschlag besiegelt hatten, wurde wenig später Realität: mit dem 190er, dem Baby-Benz“, weiß Frieß über diese Jahre des Aufbruchs zu berichten. Der gebürtige Memminger besuchte in jenem Jahrzehnt noch ein Gymnasium im bayrischen Schwaben, war aber schon „Auto-minded“. Während des Studiums von Maschinenbau und Fertigungstechnik an der TU München sowie Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen testete er seine Leidenschaft mit einem Praktikum bei BMW – und entschied sich dann nach Studienabschluss für Mercedes. Die für ihn „sympathischere Marke“, so Frieß, schickte den jungen Ingenieur im Traineeprogramm „Internationale Nachwuchsgruppe“ um die Welt: von der Kasseler Nutzfahrzeugfabrik über das US-Werk für SUVs in Tuscaloosa/Alabama nach Stuttgart ins Product Controlling – und schließlich nach Bremen, wo er 1995 als Assistent der damaligen Werksleitung einstieg. „Seitdem bin ich Wahl-Bremer“, sagt der verheiratete Vater zweier Kinder, dem man die sympathisch-rollende Sprach-
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Foto: Christian Augustin
„Mercedes, das heißt maximales Qualitätsversprechen.“
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farbe aus dem Süden immer noch etwas anhört. An der Weser konnte er dann das tun, was Frieß ganz besonders am Autobau schätzt: 1999 avancierte er zum Teamleiter in der C-Klasse-Montage, die auch heute noch dort angesiedelt ist. „Den Prozess des Anfahrens einer neuen Modellreihe wasserdicht zu planen und perfekt hochzufahren – für einen Automobilisten gibt es nichts Spannenderes“, schwärmt Frieß, die Augen hinter den Brillengläsern blitzen. Dutzende von C-Klassen, GLC, E-KlasseCoupés und Cabrios der MercedesReihen haben sie in den letzten Jahrzehnten in Sebaldsbrück erfolgreich „an den Start gebracht“. Mit bis zu 400.000 Fahrzeugen pro Jahr lag Bremen regelmäßig in der Spitzengruppe der zehn weltweiten Werke der Marke unter dem Stern. Nur im vergangenen Jahr war diese Anzahl nicht zu erreichen, es wurden gerade gut 215.000: „Auch uns hat der internationale Chipmangel 2021 getroffen: Im vergangenen Jahr mussten wir mehrmals die Fahrweise im Werk
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anpassen und die Produktion aussetzen“, berichtet Frieß mit ernster Miene. Die Herausforderung war umso größer, weil in Bremen gerade die MercedesZukunft Realität wird: Als erstes voll elektrisches Fahrzeug aus Großserienproduktion läuft hier seit 2019 der EQC vom Band, mit zwei E-Motoren und 80 KWh Akkuleistung sollen bis zu 450 Kilometer Reichweite drin sein. Und mit dem „neuesten Baby“, so Frieß, dem EQE, setzen sie in Sebaldsbrück die Traditionslimousine der oberen Mittelklasse erfolgreich unter Strom – besonders zukunftsweisende Fahrzeuge, von deren Erfolg für Mercedes sehr viel abhängt. Die fortschreitende Digitalisierung, besonders ausgeprägt bei vollelektrischen Fahrzeugen, mag bei Chipmangel ein Fluch sein. Für den Prozess der Entwicklung und beginnenden Produktion ist sie ein Segen: „Früher mussten wir während der Entwicklung eines neuen Modells alles in Hardware vor uns haben, um es in den Produktionsabläufen zu überprüfen. Heute können Sie den Wagen komplett
Michael Frieß im Gespräch mit einem erfahrenen Mercedes-Mitarbeiter
im CAD (Computer Aided Design, d. Red.) darstellen und das Montagelayout checken, das spart uns sehr viel Zeit“, schwärmt Frieß. Und trotzdem müssen neue Modelle am Ende noch am Polarkreis bei Minustemperaturen ihre Runden drehen, „weil sich gewisse Kälte- und Extremfahrsituationen immer noch nicht hundertprozentig digital nachstellen lassen“, weiß der Werksleiter. „Mercedes, das heißt maximales Qualitätsversprechen“, setzt Frieß nach. Das sei der Markenkern der Fahrzeuge mit dem Stern, deshalb brauche es weitestgehende Perfektion durch hervorragende Prozesse. „Und dafür sind hochengagierte Mitarbeiter unentbehrlich, die bereit sind, immer wieder die letzte Extrameile zu gehen und in jedes Detail zu schauen, um auch die allerletzte Kleinigkeit zu regeln.“ 12.000 Frauen und Männer „schaffen beim Mercedes“, zitiert der Werkschef lächelnd eine schwäbische Redewendung, meint damit aber die Bremer Belegschaft. Seit Langem ist die Fabrik der größte private Arbeitgeber in der Region, auch dank der attraktiven Flächentarifverträge, die NORDMETALL mit der Gewerkschaft immer wieder aushandelt, sind die Arbeitsplätze beliebt. Mehrere tausend Menschen arbeiten im Großraum der Hansestadt überdies in Zulieferbetrieben. Die Zukunft des Automobilstandortes Bremen im Allgemeinen und des Mercedes-Werks im Besonderen sieht Michael Frieß auch im Jahrzehnt des Strukturwandels gesichert: „Unser Ziel als Unternehmen ist es, dass wir bis 2030 überall dort, wo der Markt es zulässt, unsere Modellpalette elektrifiziert anbieten. Dank unserer großen Flexibilität sind wir für unseren Job bestens gerüstet, Top-Fahrzeuge herzustellen“, ist sich der Werkschef sicher. 5.500 Mitarbeiter in der Montage hätten die „Hochvolt-Schulung“ erhalten, die für die Arbeit an Batteriegetriebenen Fahrzeugen unabding-
bar sei. Und nur wenige hätten echte Umschulung gebraucht, um künftig Elektro- statt Verbrennermotoren installieren zu können. Bei den Autokunden, die noch mit den Reichweiten eines Stromers hadern, sieht Frieß einen Mentalitätswechsel voraus: „Mobilität findet heute längst viel differenzierter statt. Und der Trend wird sich fortsetzen, wenn alle Verkehrsmittel durch immer weitere technische Innovationen immer attraktiver werden.“ Privat fährt Michael Frieß ein E-Klasse-T-Modell, einen schneeweißen Hybrid. Wenn es seine 50- bis 60-Stundenwoche im Werk zulässt und er auch seine Arbeit als ehrenamtlicher NORDMETALLVorstand erledigt hat, dann wird der Edel-Kombi zum Lastesel: „Ich bastele gern mit Holz, im Winter im Keller, im Sommer im Garten, da ist der Wagen ein perfekter Partner“, schwärmt der Hobby-Heimwerker. Der Mann, der uns die neuen Stromer-Karossen mit dem Stern liefert, er steht immer etwas unter Strom. Alexander Luckow
„Unser Ziel als Unternehmen ist es, dass wir bis 2030 überall dort, wo der Markt es zulässt, unsere Modellpalette elektrifiziert anbieten.“
Mercedes-Benz AG – Werk Bremen Einige Jahre lang baute kein Werk der damaligen Daimler AG mehr Autos, als das bremische, mittlerweile liegt das Werk Peking an der Spitze. Stolz sind sie in Bremen dennoch wie eh und je: Etwa weil sie gerade auch die Produktion des neuen SL-Luxus-Roadsters hochfahren, der von Autoenthusiasten lange erwartet worden ist.
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NORDMETALL Standpunkte
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TREFFPUNKT NORD
Dr. Uwe Heckert (l.), seit 1. Juni 2021 Market Leader DACH bei Philips, stellt sich und den Konzern den Gästen vor Ort und im Netz vor.
Netzwerk Kommunikation
Die Hamburger Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin (SPD) gibt Einblick in die Koalitionsverhandlungen.
Aus dem früheren Pressesprechernetzwerk von NORDMETALL und AGV NORD ist das Netzwerk Kommunikation geworden. Ein erstes, hybrides Treffen fand Anfang Dezember 2021 mit prominenter Besetzung dank der Unterstützung von Kommunikationschef Sebastian Lindemann beim Gesundheitskonzern Philips in Hamburg und via Zoom statt. BiB Fotos: Christian Augustin
Austausch mit Ministerpräsident Anfang Februar 2022 hat der NORDMETALLVorstand den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) zu einem einstündigen, virtuellen Austausch getroffen. Auf der Agenda der Arbeitgebervertreter standen Fragen der Landespolitik sowie der Wirtschaftsund Sozialpolitik. BiB Fotos: Christian Augustin
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nimmt sich Zeit für eine Positionsbestimmung.
NORDMETALL-Präsidium mit Hauptgeschäftsführer im Haus der Wirtschaft (v. l.): Dr. Thomas Piehler, Steffen Pohl, Folkmar Ukena, Robert Focke, Dr. Nico Fickinger.
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NORDMETALL Standpunkte
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Engagiert: Dr. Nico Fickinger, NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer.
„Wir hatten ein sehr gutes Gespräch“, bilanziert NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena den vertraulichen Austausch.
Stolze Ausbildungsleiterin: Carina van Dülmen (M.) mit ihrem Azubi-Team, das die Politiktour in Friesoythe vorbereitet hat.
Dr. Hendrik Coldenstrodt-Ronge, Geschäftsführer BizLink Special Cables, freut sich über das politische Interesse.
Verena Wilkens berichtet über ihre Ausbildung zur Industriekauffrau.
Finale der Politiktour „Ausbildung rockt!“ Ins Gespräch mit Abgeordneten der grünen Bürgerschaftsfraktion vertiefte GESTRA-Azubis.
Die erste Runde der seit dem vergangenen Jahr von NORDMETALL durchgeführten Politiktour – ein politisches Austauschformat, das Mitgliedunternehmen mit norddeutschen Politikerinnen und Politikern zusammenbringt – hat unter dem Motto „Ausbildung rockt!“ Mitte März im nordfriesischen Friesoythe ihren erfolgreichen Abschluss gefunden. Diesmal stellten die Auszubildenden von BizLink Special Cables ihre Ausbildungsberufe im Rahmen einer Zoomkonferenz mittels Live-Rundgängen und selbst produzierter Videos vor. Zuvor waren die Auszubildenden von GESTRA im Anschluss an die Politiktour Bremen Anfang Dezember 2021 in der Bremischen Bürgerschaft zu Gast. BiB Fotos: Christian Augustin, Michael Bahlo
Auf Einladung der Grünen-Fraktion zu Besuch in der Bremischen Bürgerschaft: Auszubildende von GESTRA mit Begleitung.
Vor dem persönlichen Austausch mit Abgeordneten verfolgen die GESTRAAzubis eine Bürgerschaftssitzung.
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NORDMETALL Standpunkte
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TREFFPUNKT NORD
Autonomer Lastenträger: Gelingt es dem Roboter, die Kugel selbstständig zu erkennen und aufzunehmen?
RoboCup Junior Unter Pandemiebedingungen in Präsenz, aber leider ohne Publikum fand Ende März der Nachwuchswettbewerb rund um intelligente Roboter an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) statt. Das von NORDMETALL unterstützte Event richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 19 Jahren, deren selbst entwickelte Roboter einen Hindernisparcours überwinden müssen. BiB Fotos: Christian Augustin
Glückliche Teilnehmer und Gewinner: das Team „atheBots“ (3.-5. v. l.) vom Gymnasium Athenaeum aus Stade erobert 2022 das U-14-Siegertreppchen.
DigiNet.Air zieht Bilanz
Ende März: Abschlussauditorium in Hammerbrooklyn.
Das vor vier Jahren in Hamburg initiierte Verbundprojekt DigiNet.Air „Netzwerk Digitales Lernen in der Luftfahrtindustrie der Metropolregion Hamburg“ hat Unternehmen erfolgreich beim digitalen Wandel unterstützt. Auch der Bildungsverbund NORDBILDUNG war an dem vom Europäischen Sozialfonds und dem Bundesforschungsministerium mit rund fünf Millionen Euro geförderten Projekt beteiligt. BiB Fotos: Sarah Buth
Netzwerker: Marco Swyter, NORDBILDUNG-Projektkoordinator für DigiNet.Air.
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NORDMETALL Standpunkte
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Dr. Roland Schröder-Kroll (l.) von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) demonstriert eine VR-Anwendung von HellermannTyton.
TERMINE
Termine von NORDMETALL, NORDMETALL-Stiftung und AGV NORD
Mitgliederversammlung, Treffen zum Netzwerken, Informationsveranstaltungen zu Arbeitsrecht, Bildungsfragen oder der Stiftungsarbeit – die norddeutschen Industrieverbände NORDMETALL und AGV NORD sowie die NORDMETALL-Stiftung bieten ein reichhaltiges Angebot. Nähere Informationen zu Anmeldung, Ablauf, Referenten, kurzfristigen Änderungen sowie weitere Termine finden Sie auf unserer Homepage unter www.meinarbeitgeberverband.de/veranstaltungen. Derzeit finden wöchentlich Corona-Telefonkonferenzen statt. Die Termine finden Sie ebenfalls auf unserer Website.
April 20./21.04.2022
Modulqualifizierung Digitale Strategie – Modul 1
NORDMETALL, Hamburg
NM / AGV
25./26.04.2022
Lehre hoch n – Netzwerktagung
NORDMETALL, Hamburg
NM / AGV
27.04.2022
Vorstandssitzung AGV NORD
digital
AGV
27.04.2022
Netzwerktreffen „MINTforum Hamburg“
MINTtarium Hamburg
NM-Stiftung
27./28.04.2022
Netzwerktreffen „MINT-Schule Schleswig-Holstein“
Schule Altstadt, Rendsburg
NM-Stiftung
05./06.05.2022
Modulqualifizierung Digitale Strategie – Modul 2
MHG Heiztechnik Buchholz
NM / AGV
07.05.2022
Deutsche Meisterschaft NORDMETALL CUP
Mercedes-Benz Kundencenter Bremen
NM-Stiftung
09./10.05.2022
Chefseminar: Stark auftreten, sicher verhandeln
Schloss Hasenwinkel, Bibow
NM / AGV
14./15.05.2022
Junior Robotik Camp
Technische Universität Hamburg
NM / AGV
17.05.2022
Mitgliederversammlung AGV NORD und Unternehmerforum mit Spargelessen
Schloss Hasenwinkel, Bibow
AGV
19./20.05.2022
Modulqualifizierung Digitale Strategie – Modul 3
Oerlikon, Neumünster
NM / AGV
27. – 29.05.2022
Jugend forscht Bundeswettbewerb
Lübeck
NM / AGV
30.05.2022
5 Jahre Schülerforschungszentrum (SFZ)
SFZ Hamburg
NM / AGV
01.06.2022
NORDMETALL Präsidiums- und Vorstandssitzung
Ort wird noch bekanntgegeben
NM
07.06.2022
MINT100 Workshop
SFZ Hamburg
NM / AGV
08./09.06.2022
Modulqualifizierung Digitale Strategie – Modul 4
Liebherr, Rostock
NM / AGV
11./12.06.2022
Senior Robotik Camp
Technische Universität Hamburg
NM / AGV
15.06.2022
Mitgliederversammlung nordwindaktiv
Ort wird noch bekanntgegeben
nordwindaktiv
15.06.2022
Mitgliederversammlung NORDMETALL
Ort wird noch bekanntgegeben
NM
15.06.2022
NORDMETALL-Roboterwettbewerb
Schloss Hasenwinkel, Bibow
NM / AGV
19.06.2022
Mäck & Pomm Kinder- und Familienfest
Schloss Hasenwinkel, Bibow
NM-Stiftung
22.06.2022
Webasto drive: Mechanikwettbewerb
Webasto, Neubrandenburg
NM / AGV
Mai
Juni
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NORDMETALL Standpunkte
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TARIF UPDATE
Foto: iStock/NicoElNino
Ob es um Tarifverträge, die geplante Einführung eines Schichtsystems oder die Eingruppierung von Beschäftigten geht – die NORDMETALLAbteilung „Tarifrecht und Arbeitsorganisation“ unterstützt kompetent und schnell. An dieser Stelle antworten die erfahrenen Juristen und Arbeitswissenschaftler auf aktuelle Fragen, die aus dem Kreis der NORDMETALL-Mitgliedschaft gestellt werden.
Zukunftstarifverträge Neues Werkzeug in Zeiten der Transformation Während der letzten Tarifrunde ist aus dem Tarifvertrag „Aufbau und Sicherung von Beschäftigung“ (TV Besch) der Tarifvertrag „Zukunft gestalten – Beschäftigung sichern“ (TV ZB) geworden. Er hat die meisten Regelungen des TV Besch übernommen. Neue Vereinbarungen gibt es insbesondere hinsichtlich der Transformation. Schon immer war es möglich, im Rahmen des „Pforzheim-Abkommens“ Sanierungstarifverträge zur Abfederung konjunkturbedingter Krisen abzuschließen. Nach den Neuregelungen des TV ZB können nun auch längerfristige transformationsbedingte Veränderungsprozesse im Betrieb abgebildet werden. Erste Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. § 2 TV ZB nennt Leitlinien für diese „Zukunftstarifverträge“, also für den Abschluss firmenbezogener Verbandstarifverträge zur Gestaltung der Transformation. Im Mittelpunkt steht ein Gesprächsprozess zwischen den Betriebsparteien. Basis dafür ist die Unternehmensstrategie. Die Tarifvertragsparteien werden nur im Einvernehmen der Betriebsparteien zu diesen Gesprächen hinzugezogen. Falls dies geschieht, kann jede Tarifvertragspartei die jeweils andere zu Gesprächen über einen Zukunftstarifvertrag auffordern – vorausgesetzt, das Unternehmen befindet sich aufgrund seiner Produkte oder Herstellungsprozesse für mindestens drei Jahre in einer veränderten Markt- oder Produktionssituation mit Folgen für Personal und Qualifizierung. Gegenstand eines Zukunftstarifvertrages sollen insbesondere das Zielbild des Unternehmens sein sowie Vereinbarungen zur Zukunftssicherung, zum Verände-
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rungsmanagement, zur Standort- und Beschäftigungsentwicklung, zur Qualifizierung und zur Umsetzung, zum Nachhalten vereinbarter Maßnahmen sowie zur Beteiligung von Beschäftigten. Wichtig: Der TV ZB gibt nur Hinweise und Empfehlungen. Es gibt keinen Abschlusszwang. Nach den Neuregelungen des TV ZB können auch Arbeitszeitreduzierungen wegen transformationsbedingter Beschäftigungsprobleme mit einer Dauer von bis zu 36 Monaten und in einem Umfang von bis zu 32 Stunden pro Woche per Betriebsvereinbarung vereinbart werden. Je nach Umfang und Dauer der Absenkung ist ein arbeitgeberfinanzierter Teilentgeltausgleich in Höhe von 25 oder 50 Prozent einer Stundenvergütung zu leisten. Aber auch ein arbeitnehmerfinanzierter Teilentgeltausgleich ist möglich. Entweder durch eine ratierliche Auszahlung von tariflichen Sonderzahlungen wie T-Geld, T-ZUG (B), T-ZUG (A), zusätzlicher Urlaubsvergütung oder der betrieblichen Sonderzahlung. Oder durch ein Solidarmodell, bei dem diejenigen, die nicht in die Arbeitszeitabsenkung einbezogen sind, zugunsten der Betroffenen geringere Sonderzahlungen erhalten. Allerdings ist in diesem Fall ein Ausspruch betriebsbedingter Kündigungen erst nach Beendigung der Absenkung möglich. Besonders diese neuen Möglichkeiten der Arbeitszeitabsenkung – auch in Verbindung mit der „klassischen“ Kurzarbeit – haben Eingang in erste Zukunftstarifverträge gefunden, die NORDMETALL und IG Metall Küste für einzelne Mitgliedsunternehmen vereinbart haben. kj
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Kiel Rostock
Wilhelmshaven Emden
Bremerhaven
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Schwerin
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Bremen Oldenburg
Hauptgeschäftsstelle Kapstadtring 10 22297 Hamburg Tel.: 040 6378-4200 Geschäftsstelle Bremen Schillerstraße 10 28195 Bremen Tel.: 0421 36802-0 Geschäftsstelle Bremerhaven c/o Arbeitgeberverband Bremerhaven Hohenstaufenstraße 33 27570 Bremerhaven Tel.: 0471 26031
Geschäftsstelle Emden c/o Arbeitgeberverband für Ostfriesland und Papenburg e. V. Zwischen beiden Bleichen 7 26721 Emden Tel.: 04921 3971-0 Geschäftsstelle Kiel Lindenallee 16 24105 Kiel Tel.: 0431 3393610 Geschäftsstelle Neubrandenburg Feldstraße 2 17033 Neubrandenburg Tel.: 0395 56035-0
Geschäftsstelle Rostock Richard-Wagner-Str. 1 a 18055 Rostock Tel.: 0381 877214–11 Geschäftsstelle Schwerin Graf-Schack-Allee 10 a 19053 Schwerin Tel.: 0385 6356-200 Geschäftsstelle Wilhelmshaven c/o Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V. Virchowstraße 21 26382 Wilhelmshaven Tel.: 04421 13939-0
Geschäftsstelle Oldenburg c/o Arbeitgeberverband Oldenburg e. V. Bahnhofstraße 14 26122 Oldenburg Tel.: 0441 21027-0
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MEIN STANDPUNKT
Zeitenwende Ein großes Wort nahm der Kanzler Ende Februar vor dem Deutschen Bundestag in den Mund: Eine „Zeitenwende“ sei die Rückkehr des Angriffskrieges nach Europa, herbeigeführt durch den Überfall des Aggressors Putin auf die Ukraine. In der Tat: Die Epoche nach dem „Ende der Geschichte“, die der legendäre Politikwissenschaftler Francis Fukuyama angesichts des Zusammenbruchs des Ostblocks 1989 ausgerufen hatte, ist ein knappes Vierteljahrhundert später vorbei. Doch muss eine solche Zeitenwende auch mit starkem politischem Willen und strategischer Weisheit vollzogen werden. Daran wird in Berlin noch zu arbeiten sein: 100 Milliarden für die Bundeswehr müssen auch wirklich in die Wiederherstellung der Kampfkraft unserer Streitkräfte fließen – und dürfen nicht anteilig in ineffizienter Bürokratie oder teuren Prestigeprojekten versickern, die weder Putin noch andere Autokraten abschrecken. Die Energiewende hin zu den Erneuerbaren wird vor dem Hintergrund des unleugbaren Klimawandels fortgesetzt werden müssen – und doch brauchen wir voraussichtlich ohne oder zumindest mit deutlich weniger russischem Gas und Öl auch im nächsten Winter Versorgungssicherheit, die nur mit anderwärts eingekauften fossilen Energieträgern oder wiederangefahrenen Kernkraftwerken hergestellt werden kann. Und echte Verteidigungsbereitschaft entsteht längst nicht nur mit Geld und Waffen – sie erfordert Soldatinnen und Soldaten, womöglich auch wieder Wehrpflichtige, die nicht nur gut bezahlt, sondern auch gesellschaftlich geachtet werden, statt ihre Gelöbnisse und Zapfenstreiche auf Kasernenhöfen verstecken zu müssen. Bis dahin wird es noch ein langer Weg sein. Die Zeitenwende verlangt nach Hartnäckigkeit, verweigert sich Denkverboten und fordert auch NORDMETALL: Für Arbeit und Bedeutung einer starken (nord-)deutschen Wehrindustrie werden wir künftig intensiver werben. Dafür ist es höchste Zeit.
Alexander Luckow, „Standpunkte“Chefredakteur
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PERSONENREGISTER Leen Alashkar, S. 23, Technische Akademie Nord Petra Baader, S. 11, 13, Nordischer Ma schinenbau Rud. Baader GmbH & Co. KG
Ingo Kramer, S. 18, Ehrenpräsident BDA Imke Kuhlmann, S. 19 f., NORDMETALL e. V.
Anton Bauch, S. 34, NORDMETALL e. V.
Michael Liche, S. 8, Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG
Dr. Florian Blank, S. 5, 38 ff., HansBöckler-Stiftung
Sebastian Lindemann, S. 46, Philips GmbH Betrieb Market DACH
Julian Bonato, S. 16, 27, Vorstandsvorsitzender AGV NORD e. V. / MHG Heiztechnik GmbH
Thomas Losse-Müller, S. 10 ff., SPD-Spitzenkandidat SH
Dr. Lars Brzoska, S. 30, Jungheinrich AG Dr. Bernd Buchholz, S. 10 ff., Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes SH, FDP Dr. Hendrik Coldenstrodt-Ronge, S. 47, NORDMETALL-Vorstand / BizLink Special Cables Germany GmbH Dr. Sybill Denicke, S. 5, 32, NORDMETALL e. V. Amir Eshel, S. 30, Verteidigungsministerium Israel Guillaume Faury, S. 31, Airbus Group Dr. Nico Fickinger, S. 8, 10, 13, 46, 54, NORDMETALL e. V. Robert Focke, S. 11, 13, 27, 46, NORDMETALL-Vizepräsident / Nordischer Maschinenbau Rud. Baader GmbH & Co. KG Daniel Friedrich, S. 9, IG Metall Küste Michael Frieß, Titel, S. 5, 42 ff., NORDMETALL-Vorstand / Mercedes-Benz Group AG Jens Füllgrabe, S. 15, MHG Heiztechnik GmbH
Alexander Luckow, S. 52, NORDMETALL e. V. Dorothee Martin MdB, S. 46, SPD Till Meins, S. 18 ff., GESTRA AG Jörg Monsig, S. 54, LANG Metallwarenproduktion Neubrandenburg GmbH Lutz Oelsner, S. 24 ff., Vorstand NORDMETALL-Stiftung / Präsident Unternehmensverbände im Lande Bremen e. V. Dr. Thomas Piehler, S. 21 f., 27, 46, NORDMETALL-Vizepräsident Dr. Jochen Pimpertz, S. 5, 38 ff., Institut der deutschen Wirtschaft Steffen Pohl, S. 46, NORDMETALL-Vizepräsident / Liebherr-MCCtec Rostock GmbH Wladimir Wladimirowitsch Putin, S. 52 Präsident der Russischen Föderation Frank Ritters, S. 15, ELAC Sonar GmbH Norbert Rix, S. 22, Philips Medical Systems DMC GmbH Nina Römhild, S. 16 f., Jenoptik Advanced Systems GmbH Ole Röpcke, S. 17, Jenoptik AG
IMPRESSUM
Standpunkte Das Magazin von NORDMETALL e. V., dem M+E-Arbeitgeberverband für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, das nordwestliche Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Herausgeber:
Haus der Wirtschaft Kapstadtring 10 22297 Hamburg www.meinarbeitgeberverband.de E-Mail: standpunkte@nordmetall.de Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer Chefredakteur: Alexander Luckow (Luc) Tel.: 040 6378-4231 E-Mail: luckow@nordmetall.de Redaktion: Birte Bühnen (BiB) Tel.: 040 6378-5947 E-Mail: buehnen@nordmetall.de Daniel Jakubowski (DJ) Tel.: 040 6378-4258 E-Mail: jakubowski@nordmetall.de Autoren: Kristin Jordanow (kj), Lothar Steckel (LS), Albina Stelle (AS) Folkmar Ukena (FU), Jannick Vetter (JV), Clemens von Frentz (CvF) Art-Direktorin: Birthe Meyer Tel.: 040 6378-4822 E-Mail: meyer@nordwirtschaftsmedien.de
Daniel Günther MdL, S. 13, 46, Minister präsident des Landes SH, CDU
Prof. Dr. Siegfried Russwurm, S. 5, 55, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
Dr. Robert Habeck MdB, S. 31, Bundes minister für Wirtschaft, Energie und Klimaschutz, Bündnis 90/Die Grünen
Valentina Schlecht, S. 20 f., GESTRA AG
Dr. Uwe Heckert, S. 46, Philips GmbH
Ole Schneider, S. 15, ELAC Sonar GmbH
Sophia Heinecke, S. 20 f., GESTRA AG
Dr. Roland Schröder-Kroll, S. 48, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Druck: CaHo Druckereibetriebsges. mbH
Marco Swyter, S. 48, Nordbildung gGmbH
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Monika Heinold, S. 12, Finanzministerin des Landes SH, Bündnis 90/Die Grünen Jutta Humbert, S. 13, NORDMETALL-Vorstand / Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Wolfgang Hündling, S. 30, Teilhabe gGmbH
Produktion:
Behrend Schlenhoff, S. 29, Pleuger Industries GmbH
Reiner Thiemann, S. 16 f., Hella Fahrzeugkomponenten GmbH
Dennis Kartal, Titel, S. 4, 21 ff., ArcelorMittal Hamburg GmbH
Folkmar Ukena, S. 3, 9, 27, 30, 46, NORDMETALL-Präsident / LEDA Werk GmbH & Co. KG
Marek Klimenko, S. 31, Hitzler Werft GmbH
Carina van Dülmen, S. 47, BizLink Special Cables Germany GmbH
Joschka Knuth MdL, S. 10, 12, Bündnis 90/ Die Grünen SH
Heidi Warnecke, Titel, S. 4, 21 f., ArcelorMittal Hamburg GmbH
Tobias Koch MdL, S. 13, CDU-Fraktionsvorsitzender SH
Verena Wilkens, S. 47, BizLink Special Cables Germany GmbH
Dirk Kochan, S. 15 f., MHG Heiztechnik GmbH
Dr. Michael Winkler, S. 16 f., Hella Fahrzeugkomponenten GmbH
Cathrin Kohnke, S. 24 ff., NORDMETALL-Vorstand / Stryker Trauma GmbH
Dr. Rolf Wirtz, S. 30, ThyssenKrupp Marine Systems GmbH
40. Jahrgang Bezug: Kostenfrei für Mitgliedsunternehmen von NORDMETALL und Sonderempfänger in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien. Das Magazin und alle in ihm veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Nachdruck und Verbreitung des Inhalts nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Chefredaktion, mit Quellenangabe und Zusendung eines Beleges an die Redaktion. Vervielfältigungen von Teilen dieses Magazins sind für den innerbetrieblichen Gebrauch der Mitgliedsunternehmen gestattet. Die mit dem Namen oder den Initialen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die Ansicht des Herausgebers oder der gesamten Redaktion wieder. Titelfoto: Christian Augustin
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KURZ VOR SCHLUSS
Hybride, flexible Zusammenarbeit Wie können und wollen wir orts- und zeitflexibel zusammenarbeiten? Seit rund zwei Jahren geht die Firma Lang Metallwarenproduktion aus Neubrandenburg dieser Frage nach. Ende März hat Betriebsleiter Jörg Monsig (Foto) Ergebnisse aus dem gemeinsamen Forschungs projekt „MofaPro – Mobile und zeitflexible Arbeit in der Produktion“ mit dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) im Netzwerk für „Flexible Zusammenarbeit“ von NORDMETALL und AGV NORD vorgestellt. Insbesondere die Erfahrungen mit mobiler Arbeit in Produktionsvorbereitung und Instandhaltung inter-
essierten die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gemeinsam mit der Belegschaft hat Monsig für einzelne Berufsgruppen ausgelotet, wie hoch der Anteil an ortsund zeitflexibler Arbeit jeweils sein kann. Anschließend wurden anhand von sieben Parametern – darunter Kern arbeits- und Reaktionszeiten vor Ort, Erreichbarkeit und technische Ausstattung – individuelle Vereinbarungen über mobile Arbeit geschlossen. Das neue themenbasierte Format „Gestaltung von flexiblen Formen der Zusammenarbeit“ bietet den Verbandsmitgliedern die Chance zum betriebsübergreifenden Erfahrungsaustausch. BiB
Standpunkte-Podcast Der Politik-Podcast des Hauptgeschäftsführers der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie Dr. Nico Fickinger. Thema: Folgen des Russland-Ukraine-Krieges
Wir brauchen eine „Haltungswende“ Coronapandemie, Strukturwandel, Konjunkturflaute – jetzt muss die deutsche Wirtschaft auch die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine verkraften. Die Bundesregierung spricht von einer „Zeitenwende“. Dr. Nico Fickinger ist überzeugt, dass es zudem einer „Haltungswende“ bedarf: „Zusätzlich zur humanitären Hilfe muss jetzt oberste Priorität haben, die Widerstandskräfte unserer Unternehmen gegen Krisen zu stärken.“ Befremdlich sei es, dass mancherorts ohne Rücksicht auf die Belastbarkeit der Unternehmen die alten Wunschzettel aus den vergangenen Legislaturperioden unverdrossen
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abgearbeitet würden. „Wenn wir in diesen Tagen tatsächlich eine Zeitenwende erleben, dann werden wir diese neuen Zeiten nicht mit dem Mindset von gestern bestehen“, sagt Fickinger. „Es kann und darf keine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Regimen geben, die vorsätzlich Kriege vom Zaun brechen. Diese Haltung zu leben, ist wichtiger denn je.“ Unterdessen ist die Hilfsbereitschaft der M+E-Industrie ungebrochen. Was Betriebe und Verbände tun, um die Menschen in der Ukraine und die von dort Geflüchteten zu unterstützen, hören Sie unter www. meinarbeitgeberverband.de/politik-podcast. BiB
Foto: Christian Augustin
Ich lese „Standpunkte“, weil ... „... ich Innovationstrends und die betriebswirtschaftliche Praxis auch auf regionaler Ebene verfolgen möchte.“ Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Präsident, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Foto: Christian Augustin
Talente fördern Zusammenhalt stärken Den Norden bereichern
Wohltuendes erleben Aufmerksamkeit schenken Mit Neugier entdecken
Wir sind Hauptförderer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern – weil Musik berührt.