Erster Halt:
Domplatz Ein Bad für Florian ab 30.09.2023
Ein Bad für Florian Am Domplatz in St. Pölten – dort, wo sich im 3. Jahrhundert n. Ch. in der römischen Stadt Aelium Cetium das Badehaus im Palast des Statthalters befand, bringt Christian Philipp Müller das Unsichtbare und Vergangene an die Oberfläche und verbindet Historisches mit Zeitgenössischem.
Foto: Patrick Salfinger
Text: Thomas Brandstätter
30. September 2023 bis 23. Juni 2024 Performative Skulptur für den Domplatz von Christian Philipp Müller Ein Projekt der TangenteSt.Pölten
Christian Philipp Müller ist ein Schweizer Konzeptkünstler, Bildhauer und Fotograf, der sich mit sozialen, historischen und ästhetischen Themen befasst und nach den institutionellen Bedingungen von Kunst- und Kulturproduktion fragt. Seine Werke sind durch kollaborative, interdisziplinäre und ortsspezifische Arbeitsweisen geprägt. Müller realisierte zahlreiche künstlerische Arbeiten für renommierte internationale Ausstellungen, darunter „A Balancing Act“ für die documenta X 1997 in Kassel (D) oder „Space Rendezvous“ für die Manifesta 7 in Revereto (I) 2008. Im Jahr 1993 gestaltete er u.a. den österreichischen Pavillon auf der Kunst biennale in Venedig (I). In Wien und Niederösterreich ist Müller mit „Living Sculpture, Die Neue Welt im Park von Stift Melk“ (2006, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich) präsent und zeigte die Ausstellungen „Drei-Schwestern-Korridor“ (2017, mumok, in Kooperation mit der evn sammlung), die Land-und-Leute-Porträts „The Family of Austrians“ (1993, Galerie Metropol) oder „Eine Welt für sich“ (1999, Galerie Georg Kargl).
Herausgeber: NÖ Kulturlandeshauptstadt St. Pölten GmbH, Ludwig-Stöhr-Straße 7, 3100 St. Pölten
Die performative Skulptur „Ein Bad für Florian“ besteht aus einer runden Bühne, die genau über dem einstigen Badehaus steht und in deren Mitte sich eine runde Ausnehmung in der Größe des Beckens befindet. Zwölf Elemente sind auf der Scheibe angeordnet wie auf dem Ziffernblatt einer Uhr. Acht davon am Außenrand laden mit Sitzflächen zum Verweilen und Betrachten ein, vier Obelisken am Innenrand markieren die Himmels richtungen und erinnern daran, dass St. Pölten als römische Stadt in einer Nord-Süd-Achse angelegt wurde. Alle genannten Elemente sind undurchsichtig und aus einem modernen Baustoff (Betonwood) hergestellt, während jener Obelisk, der den Norden markiert, aus Glas besteht und eine modern geschnitzte Figur des Florian beherbergt.
Foto: Vinzenz Höfinger
Müller hat nicht nur die Geschichte des Domplatzes, sondern der ganzen Stadt untersucht und dabei ihren einstigen römischen Stadthalter, Florian von Lorch, den heutigen Schutzpatron der Feuerwehr, in den Fokus gerückt.
Nächster Halt:
Ganz St. Pölten Festival für Gegenwartskultur 30.4.–6.10.2024