DIE GRATISZEITUNG FÜR DAS RIED
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Samstag, 6. Juli 2024 · KW 27 · 48. Jahrgang
RIEDBAHNSANIERUNG: Viele Besucher beim Infomobil der Deutschen Bahn trotz Regenwetter / Kein Fahrkartenverkauf im Bus Probelauf und Park & Ride
Jeweils zwei Haltestellen für Lampertheim in jede Richtung
Das große Interesse an Auskünften zeigte sich bereits vor der eigentlichen Öffnungszeit ab
Sitzbänke und Wetterschutz
14 Uhr, da suchten schon viele Leute das Gespräch, berichtete Moritz Müller im Gespräch mit dem TiP. Sonst sei er im Bahnhofmanagement Darmstadt tätig, erzählt er, so wie einige seiner vielen Kollegen am Infomobil. Im Internet unter www.riedbahn .de gebe es alle Informationen. Einen Vorteil gegenüber der Probephase im Januar sieht er im Ortungssystem der Ersatzbusse, so dass jeder auf seinem Handy sehen kann, wo der Bus gerade ist. Und wo sind die Haltestellen in Lampertheim? Darüber gibt ein Infoblatt im DIN-A4-Format Auskunft, für jeden Bahnort an der Riedbahn-
Bürgermeister Gottfried Störmer kam auf dem Weg ins Büro zu einer Stippvisite vorbei. Mit den drei Wochen Sperrzeit im Januar sei man in Lampertheim nicht glücklich gewesen, sagte er dem TiP, doch jetzt sehe man: „Sie bemühen sich was zu tun“. Die Stadt habe ihre Kritikpunkte damals vorgetragen. An den räumlich beengten Haltestellen solle es nun Sitzbänke und Wetterschutz geben und die Fahrgäste sollen es mit informierten Busfahrern zu tun bekommen. Wie viele Bahnkunden hofft auch Störmer, dass die Frist von fünf Monaten eingehalten wird. Fortsetzung auf Seite 2
strecke ein eigenes Blatt, auch in englischer Sprache. Geschrieben steht: Im Ersatzverkehr „Riedbahn“ halten die Busse in Lampertheim an vier Haltestellen, wobei zwischen dem nördlichen Knotenpunkt Richtung Mannheim und in der Gegenrichtung nach Frankfurt, Darmstadt und Bürstadt an der Kreuzung B 44/Hagenstraße/Wormser Straße und dem südlichen Knotenpunkt an der B 44/Römerstraße/Biedensandstraße 1,4 Kilometer Wegstrecke liegen. Von Bahnmitarbeiter Mark Koch wollten Pendler mit Erfahrungen aus den drei Wochen im Januar wissen, ob auf den
CANNABIS: Caritasverband bietet Hilfsangebote für suchtgefährdete und abhängige Menschen jeden Alters
Legal aber trotzdem gefährlich! SÜDHESSEN – Von den Mitarbeitenden im Fachbereich Sucht wurden im letzten Jahr 2.511 Menschen mit Suchtmittelproblemen und auch Angehörige beraten, betreut und behandelt. Dass seit 1. April 2024 der Konsum von Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen legal ist und Cannabis von der Liste der verbotenen Stoffe gestrichen wurde, wird von den Caritas Suchtexperten als zweischneidiges Schwert gesehen. Deshalb bietet der Caritasverband Darmstadt viele Hilfsangebote für suchtgefährdete und abhängige Menschen. „Es ist begrüßenswert, dass der Besitz von Cannabis entkriminalisiert wird und die häufig sehr jungen Konsument*innen nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie mit Cannabis erwischt werden“, sagt Caritasdirektor Winfried Hoffmann. „Wir befürchten aber auch, dass die Folgen des Cannabis Konsums aufgrund der Legalisierung bagatellisiert werden und die Hemmschwelle für manchen sinkt. Ganz kritisch betrachten wir, dass mit der Legalisierung nicht gleichzeitig ein großes Präventionsangebot gestartet ist, das ist sehr bedauerlich.“ Dadurch sei die Finanzierung von FrühInterventionen, Beratungen oder Angehörigen (Eltern-) Beratungen nicht geregelt. „Wir investieren schon viele Eigenmittel in die Suchtberatung, so dass wir keine
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als Konsumenten von Cannabis bereiten den Suchthilfeteams große Sorgen. Das Risiko psychischer, physischer und sozialer Schäden als Folge des Konsums ist größer. Foto: pixabay.com
weiteren kostenlosen Beratungsangebote zur Verfügung stellen können. Das bedeutet, dass wir bei steigenden Fallzahlen Betroffene wegschicken müssten, da deren Beratung nicht refinanziert ist. Das wäre empörend! Das Problem einer nicht ausreichenden Refinanzierung der Suchtberatung ist nicht neu, wird aber durch die Legalisierung noch weiter verschärft.“
Hemmschwelle könnte sinken Aufgrund fehlender Information könne auch das Bewusstsein für die schädlichen Folgen fehlen. „Nur weil der Konsum von Cannabis jetzt legal ist, ist er noch lange nicht ungefährlich oder gar gesund. Egal, wie alt man ist“, bringt es die Leitung der Sucht-
beratung in Heppenheim, Katharina Bischler auf den Punkt. Sie und ihr Team befürchten, dass die Hemmschwelle für den Erstund einen potenziellen Dauerkonsum aufgrund der Entkriminalisierung sinken könne. Erschreckend hoch finden die Suchtexperten die große Menge von 25 Gramm, die eine erwachsene Person in der Öffentlichkeit bei sich führen darf, denn der Durchschnittskonsum von abhängigen Cannabis Konsumenten liege bei einem bis drei Gramm pro Tag. Vieles sei unklar, bisher sei auch noch nicht geregelt, an welchen Stellen Cannabis legal erworben werden kann, so dass eine Ausmerzung des Schwarzmarktes bisher noch nicht erfolgte und im schlimmsten Fall auch nicht erfolgen werde. Fortsetzung auf Seite 2
Ersatzverkehr Verlass sei. Ja, meint Koch, denn die Bahn habe ein neues Konzept ausgearbeitet. Dass über Ausfälle während der Sperrzeit nicht informiert wurde, hatte Peter Paterna besonders missfallen. Als Pendler erwartet er eine sichere Taktung früh morgens zwischen 5 und 6 Uhr und am Nachmittag.
Klapprad oder Gepäckstück können mit an Bord Eine wichtige Frage konnte er sogleich klären: Bahn-Mitarbeiter Rudolf Stegmüller versicherte, dass man ein zusammengeklapptes Klapprad wie ein Gepäckstück
STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG: Kurze Sitzung vor der Sommerpause / Gebührenanpassung ab KitaJahr 2024/2025 einstimmig
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Der Countdown für die Sanierung der Riedbahn läuft. Um einen reibungslosen Start der Riedbahnsanierung ab dem 15. Juli zu gewährleisten, läuft jetzt der Probebetrieb. Foto: Deutsche Bahn AG/Stefan Wildhirt
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Vier Haltestellen entlang der B44
mitnehmen dürfe. Ein solches Klapprad hatte sich Paterna extra im Januar geholt. Faltblätter und Broschüren für jeden Bedarf lagen zum Mitnehmen aus, auch praktisch im kleinen Handformat die kompakten Informationen über die Auswirkungen der Generalsanierung auf die „Ludwigsbahn“ von Mainz über Worms und Ludwigshafen nach Mannheim und die „Main-Neckar-Bahn“ von Mannheim über Darmstadt nach Frankfurt. Fahrkarten gibt es online unter www.bahn.de oder an den Fahrkartenautomaten am Bahnhof in Lampertheim und Bürstadt.
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LAMPERTHEIM – Das Infomobil der Deutschen Bahn am Bahnhofsvorplatz war am Dienstagnachmittag das Ziel zahlreicher Besucher, die von den Bahn-Mitarbeitern vor allem wissen wollten, wie sie in der geplanten fünfmonatigen Sperrzeit der Riedbahn vom 15. Juli bis Mitte Dezember mit dem BusErsatzverkehr ans gewünschte Ziel kommen. Die Gelegenheit nutzten einige Bahnkunden aber auch, um über die digitale Bahncard und den erwarteten Baulärm zu sprechen. Was im Bahnhof selbst passiert, konnte Bahn-Mitarbeiter Moritz Müller erklären – hier werde der Bahnsteig 1 zum besseren Einsteigen erhöht, die Unterführung optisch aufgewertet und ein neues Fahrgastinformationssystem eingeführt. Lärmintensive Arbeiten sollen tagsüber stattfinden, in der Nacht nur wenn notwendig. Das ausladende Vordach des Infomobils bot Schutz vor dem stetigen Regen, die Besucher konnten aber auch einsteigen und sich am großen Bildschirm mit interaktiver Karte über den Ersatzverkehr informieren.
Beilagenhinweis
Kontroversen bei vier Bebauungsplänen BÜRSTADT – Wichtige Entscheidungen wurden am Mittwochabend in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause beschlossen, viele einstimmig, andere nach kritischen Stellungnahmen. Die Tagesordnung hatte dreizehn Punkte im öffentlichen Teil, unter Ausschluss von Zuschauern und Presse wurden acht Grundstücksangelegenheiten debattiert. Die Beschlussfähigkeit bei Anwesenheit von zunächst 22 und wenig später 24 von insgesamt 32 Stadtverordneten stellte der Vorsitzende Jürgen Eberle zu Beginn fest. Die Kürze der öffentlichen Sitzung von einer Stunde resultierte aus den zügigen Abstimmungen ohne Aussprache, nur bei vier Tagesordnungspunkten zu Bebauungsplänen gab es Wortmeldungen.
Bebauungspläne nach Kritik beschlossen Beim vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Sondergebiet Einzelhandel Bürstadt Ost“ geht es um die von Netto gewünschte Erweiterung des Marktes um 156 auf 960 Quadratmeter, die als geringfügig bezeichnet wird. Die Vorgaben des Bürstädter Einzelhandelskonzeptes zum Schutz des innerstädtischen Handels sollen berücksichtigt sein, was Chantal Stockmann (FDP) in ihrer Wortmeldung mit Hinweis auf die Sortimentserweiterung bei der Vergrößerung von Lidl und Rossmann heftig in Zweifel zog. „Discounter sind nicht immer ehrliche mit uns“, meinte Stockmann mit Blick auf eine Meldung der Tagesschau vom 21. Juni. Fortsetzung auf Seite 6
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