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Jüdisches Worms erleben

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607 | KW 36 | 8. September 2021 Anzeigensonderveröffentlichung

JÜDISCHES WORMS ERLEBEN „WIR SIND WELTERBE“

Nach der Anerkennung kommt die Arbeit Seite 2/3

ZEUGNISSE LEBENDIGER TRADITION

Was SchUM so bedeutsam macht

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SPANNENDE ZEITREISEN

Der „Heilige Sand“ in Worms | Foto: Vera Beiersdörfer / Nibelungen Kurier

SchUM-App lässt die jüdische Geschichte erleben Seite 6


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JÜDISCHES WORMS ERLEBEN

8. September 2021 Anzeigensonderveröffentlichung

JÜDISCHES WORMS ALS TEIL DES WELTERBES: Was geschieht in SchUM und was passiert in Worms Einführungsveranstaltung am 14. September um 19 Uhr in der Volkshochschule / Anmeldung erforderlich

„Wir sind Welterbe“ – Nach der Anerkennung kommt nun die Arbeit

Dier Synagoge stellt eine wichtige Sehenswürdigkeit in Worms dar, die meist in Verbindung mit dem alten jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ besucht wird. Archivfoto: Ina Pohl

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VON ROBERT LEHR | Die jüdischen Gemeinden in den Städten Speyer, Worms und Mainz bildeten im Mittelalter mit SchUM (Spira, Warmaisa, Magenza) einen Bund, der das Judentum in Mitteleuropa und Deutschland (Aschkenas) durch seine Architektur und Gelehrsamkeit zutiefst prägte. In hebräischen Quellen werden diese drei Gemeinden seit dem 12. Jahrhundert auch als „die Heiligen Gemeinden“ benannt. Das jüdische Erbe in diesen Städten am Rhein ist einzigartig, weltweit bekannt und lebendiger Bestandteil des aschkenasischen Judentums. Seit dem 27. Juli diesen Jahres ist es eingeschriebenes UNESCO-Weltkulturerbe. Der Monumentenantrag berücksichtigt zwar auch das geistige Erbe, dieses ist jedoch nicht ausschlaggebend gewesen für die Einschreibung.

Beate Mustermann Karolina Krüger Beratungsstellenleiterin Beratungsstellenleiterin Droste-Hülshoff-Str. 33 Musterstr. 22 67549 Musterhausen Worms 12345 karolina.krueger@vlh.de

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Nach der UNESCO-Anerkennung wollte der NK von Dr. Susanne Urban wissen, was in SchUM und was in Worms nun passiert. Die Historikerin ist seit 2015 Geschäftsführerin des SchUM-Städte e.V. mit Sitz am Wormser Synagogenplatz. Der Verein hat maßgeblich den Antrag um Aufnahme der einzigartigen mittelalterlichen jüdischen Stätten in das UNESCO-Weltkulturerbe auf den Weg gebracht und ihn durch zahlreiche Veranstaltungen mit medialer Begleitung öffentlich bekannt gemacht hat. „Nach der Anerkennung ist mitten in der Arbeit“ – Das jedenfalls wird deutlich, wenn man Dr. Susanne Urban nach den aktuellen Herausforderungen im Zuge der UNESCO-Anerkennung fragt. Es brauche jetzt starke gemeinsame Strategien für den Erhalt, aber auch für die Vermittlung der Monumente und Friedhöfe, zitiert Urban Anna Kischner als Vorsitzende der Jüdischen Ge-

meinde Mainz, die auch Inhaberin der SchUM-Stätten in Worms ist, „Es geht darum, die Steine zum Sprechen zu bringen!“ Dafür böte sich das Jüdische Museum im Raschi-Haus an, das seit einem Jahr eine neue Ausstellung zu SchUM zeige, betont Dr. Urban. Laut den Einträgen im Gästebuch stoße die Ausstellung auf rege Resonanz. Darüberhinaus würde die SchUM-App (siehe auch Seite 6) derzeit um die Geschichte aus Mainz erweitert und ab Spätherbst eventuell auch den einen oder anderen Wormser „mit Smartphone und Ohrstöpsel durch die Straßen von Mainz stromern lassen“. Ein Film ist abgedreht und ab dem 13. September abends auf dem You Tube Kanal des SchUM e.V. sowie auf der Website unter https://schumstaedte.de zu sehen. Hier verbinde sich der in Berlin lebende Israeli Ben Salomo mit seinen persönlichen Wurzeln in SchUM. „Man darf gespannt sein“, verspricht die Historikerin.

Was geschieht konkret hier in Worms Für Worms und seine touristische Infrastruktur ist es von besonderer Bedeutung, wie die konkreten Pläne vor Ort aussehen. Dr. Susanne Urban weiß: „Es gibt erste Diskussionen um einen Standort des künftigen Wormser UNESCO-Besucherpavillons zu SchUM“. In Mainz sei der Wettbewerb entschieden und nun gehe es dort in die Planungsphase. „In Worms wird seitens etlicher Akteure durchaus ein Platz hinter dem Museum präferiert, um einen Synergieeffekt zwischen Museum, Monumenten und UNESCO-Besuchervermittlung zu schaffen“, so Dr. Susanne Urban. Bitte lesen Sie weiter auf Seite 3


8. September 2021 Anzeigensonderveröffentlichung

JÜDISCHES WORMS ERLEBEN

Fortsetzung von Seite 2 Worms habe zwischenzeitlich für den „Heiligen Sand“ und die Synagoge einen Sicherheitsdienst engagiert, so Dr. Susanne Urban zu etwaigen Problem- oder Gefahrenlagen. Zwei Personen seien jeweils an den beiden Orten zugange, um Besuchende zu kontrollieren, aber auch zu instruieren. „Was geht auf einem jüdischen Friedhof, was nicht?“, gelte es zu vermitteln. „So sollen die Trampelpfade, die von so vielen Besuchenden genutzt wurden, endlich der Vergangenheit angehören“, betont Urban. Die Interessierten sollten auf den Wegen bleiben, wie es die jüdischen Religionsgesetze vorsehen und die Jüdische Gemeinde Mainz auch gemeinsam mit der Stadt festgelegt habe. Gefragt nach aktuellen baulichen Maßnahmen, weist Dr. Su-

Die Judengasse in der Wormser Altstadt. sanne Urban darauf hin, dass die Synagoge umklammert sei, weil es eine Rissbildung gegegben habe. „So sind Tourismus und Gottesdienste gewährleistet“. Es gäbe keine statische Gefahr und es müsse jetzt erforscht werden, „was im Boden das altehrwürdige Gebäude stört“.

Foto: Robert Lehr

Die Arbeiten an der Mikwe (Rituelles Tauchbad) inklusive der Grabungen um das Gebäude herum seien ebenfalls weiter im Gange. Ergebnisse würden in den nächsten Wochen erwartet. „Währenddessen erstrahlen alle drei Städte in fröhlichem SchUMDesign mit Flaggen, Plakaten und

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teils bereits neuen Flyern“, freut sich Dr. Susanne Urban, auch die Website sei „über Nacht“ neu gestaltet worden. „Die SchUM-Kulturtage in allen drei Städten beginnen ebenfalls (Termine siehe in diesem Heft) und zu einem gemeinsamen Online-Angebot zu jüdischen Perspektiven auf SchUM kann sich jeder und jede am 24. Oktober 2021 zuschalten“, weist Urban auf die kommenden wichtigen Termine hin. „Worms als die mythische, im Judentum als Warmaisa verankerte Stadt, birgt in sich jüdisches Welterbe und jüdische Gegenwart“ freut sich Historikerin Urban abschließend auf die Umsetzung der Potentiale, die sich aus dieser einmaligen Kombination ergeben. Neuigkeiten und Veranstaltungen sowie weitere Informationen unter unter: www. schumstaedte.de

UNESCO-WELTERBE: SchUM-Stätten Speyer, Worms, Mainz

Jüdisches Erbe für die Welt

Mikwe Speyer

Synagoge Worms

Judensand Mainz

Fotos: SchUM-Städte e.V


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Der außergewöhnliche universelle Wert der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz basiert auf folgenden Values: – Einf luss auf die Entwicklung der Architektur: Herausragende, richtungsweisende Bauten und Anlagen, deren Gestaltung jüdische Ritualbauten und Bestattungskultur in Mitteleuropa über mehrere hundert Jahre maßgeblich beeinflusst haben. – Zeugnis einer lebendigen Tradition: Herausragende, besonders frühe und in einzigartiger Dichte und Vollständigkeit überkommene Zeugnisse für die lebendige Tradition „aschkenasischen Judentums“. – Zeugnis des Prozesses der Urbanisierung: Herausragende Zeugnisse der Partizipation von Juden am Prozess der Urbanisierung nördlich der Alpen während des 10. bis 13. Jahrhunderts. – Zeugnis der Begegnung und/ oder gewalttätigen Verfolgung: Außergewöhnliche und aussagekräftige Zeugnisse der langen Geschichte christlich-jüdischer Begegnung und gewalttätiger Verfolgung wurden schon früh in ihrer Bedeutung erkannt und als hochrangige Erinnerungsorte behandelt.

Foto: MWWK RLP/Sämmer – Zentrum religiösen Geisteslebens: SchUM bietet fassbare Zeugnisse der Wiege des aschkenasischen Judentums. Gelehrte, Dichter und Gemeindevorstände in Mainz, Worms und Speyer spielten führende Rollen in der Formation dieser Tradition während des 10. bis 13. Jahrhunderts. Ihr Selbstverständnis als »heilige Gemeinden« spiegelt sich in gemeinsamen Statuten (den Takkanot SchUM), in Werken über religiöses Recht und Ethik und in liturgischen Dichtungen. All diese Schriften sind bis heute Teil der jüdischen Tradition. Zum Nachweis eines außergewöhnlichen universellen Wertes gehören auch die Bedingungen der Unversehrtheit (Integrität) und der historischen Echtheit (Authentizität). Die Unversehrtheit ist dabei ein Maßstab der Vollständigkeit und Intaktheit der Merkmale der nominierten Welterbestätte, die einen außergewöhnlichen universellen Wert haben.

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JÜDISCHES WORMS ERLEBEN

JÜDISCHES NEUJAHRSFEST: Beste Wünsche zum neuen Jahr von Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Außergewöhnliche Zeugnisse jüdischer Geschichte „Mit Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, beginnt das Jahr 5782. Zu diesem besonderen Festtag möchte ich allen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinden meine besten Wünsche mit dem traditionellen jüdischen Gruß ,Schana Tova’ übermitteln“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Montag in Mainz. „In diesem Jahr blicken wir auf 1.700 Jahre jüdisches Leben und jüdische Kultur in RheinlandPfalz. Dieses Festjahr bietet vielfältige Anlässe, den Blick für die jüdische Geschichte in Rheinland-Pfalz zu schärfen und das gegenwärtige jüdische Leben noch klarer ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Heute ist jüdisches Leben in unserem Land sehr vielfältig und ich wünsche mir, dass das Festjahr breites In-

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„Dem heutigen Liebhaber des Ringes wünsche auch ich einen ,guten Stern’.“, Johannes Kienast Unter einem Baldachin, der Chuppa, steht das Brautpaar. Nach alter Tradition gibt der Bräutigam für die Braut als Gegenwert symbolisch den Hochzeitsring. Bei der Trauungszeremonie steckt er ihn der Braut an den Finger und sagt: „Mit diesem Ring seist du mir angeheiligt nach den Gesetzen Moses und Israels.“ Der Hochzeitsring bleibt Familieneigentum, wird aber nicht – wie ein Ehering – getragen. Der im Original verlorene Wormser Hochzeitsring wurde auf der Grundlage einer überlieferten Zeichnung und Beschreibung durch den

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teresse und Aufmerksamkeit für die jüdische Kultur, für jüdische Ethik und jüdische Traditionen in der Gegenwart, für jüdisches Leben heute und in der Zukunft wecken kann“, so die Ministerpräsidentin. Für Rheinland-Pfalz sei dieses Festjahr umso bedeutender, da in diesem Jahr die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ich bin stolz, dass wir mit den SchUM-Stätten ein so großes jüdisches Erbe haben. Die Eintragung in die Liste des UNESCOWelterbes unterstreicht ihre Bedeutung als außergewöhnliche Zeugnisse jüdischer Geschichte und christlich-jüdischer Begegnungen.“

Jüdischer Hochzeitsring aus Worms

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Goldschmied Johannes Kienast nachempfunden. Der Ring, ein Unikat, ist vom Altertumsverein Worms dem Jüdischen Museum im Raschi-Haus gestiftet worden. Ein breiter silberner Reif wird außen von gedrehten Schnüren begrenzt. Zwischen Ornamenten stehen die vergoldeten Buchstaben „MAZELTOW“ (Unter gutem Stern, viel Glück). Fritz Reuter Replikate in Silber (verschiedene Größen) im jüdischen Museum im Raschi-Haus (06241/853345) und bei Goldschmiede Kienast.

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Mit Bus und Bahn zum Weltkulturerbe In der gesamten Region sind Sie mit den Bussen und Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) sicher und umweltschonend unterwegs. Die Weltkulturerbe-Stätten in Worms und Speyer sind bequem mit der Bahn zu erreichen. Das ideale Ticket für die Freizeit ist die Tages-Karte, die je nach Entfernung in drei Preisstufen und für eine bis fünf Personen angeboten wird. Sie kostet für eine Person ab 7,00 Euro, jede weitere Person kostet ab 3,00 Euro (Tarif 1/2020). Sie gilt einen Kalendertag lang bis 3.00 Uhr, freitags, samstags und vor gesetzlichen Feiertagen

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8. September 2021 Anzeigensonderveröffentlichung

SchUM-App: Storytelling-App lässt die jüdische Geschichte von Speyer, Worms und Mainz erleben

Spannende Zeitreisen Im Rahmen der Bewerbung um die Aufnahme in die UNESCOWelterbeliste wurden vom Land Rheinland-Pfalz, den Städten und dem SchUM-Städte e.V. unterschiedliche Vermittlungsangebote erarbeitet, zu denen auch eine spezielle SchUM-App zählt. Egal, ob für Erwachsene oder jüngere Entdeckerinnen und Entdecker der einzigartigen „SchUMStät ten Speyer, Wor ms und Mainz“, die Storytelling-App bietet spannende Reisen durch Zeit und Raum. Sie lernen Abel und Anton in Worms auf dem Friedhof „Heiliger Sand“ kennen, begegnen Maayan an der Wormser Synagoge und Rebecca, David und Simcha im Speyerer Judenhof.

Die SchUM-App ist bei Google-Play und in App Store kostenlos erhältlich. Foto: SchUM-Städte e.V Die Storytelling-App „SchUM“ entstand in einer Kooperation des SchUM-Städte e.V. und der Hochschule Worms.

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JÜDISCHES WORMS ERLEBEN

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SchUM-KULTURTAGE: Konzert von Yael Deckelbaum am 18. September um 20 Uhr im LincolnTheater

Engagierte Aktivistin und Sprachrohr der Friedensbewegung

Yael Deckelbaums Lied „Prayer of the Mothers“ wurde millionenfach auf Youtube und Facebook gesehen. ge Martin als Solo-Sängerin auf einer Bühne mit dem Israel Phil-

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Im Rahmen der SchUM-Kulturtage in Worms findet am Samstag, dem 18. September, um 20 Uhr, ein Konzert mit Yael Deckelbaum im LincolnTheater statt. Die Medien feiern sie seit geraumer Zeit als die israelische Joni Mitchell, aber auch Vergleiche zu Ausnahmesängerinnen wie Carol King oder Björk stehen immer wieder im Raum. Fakt ist: Bereits mit sechzehn Jahren gewann Yael Deckelbaum die Auszeichnung als beste Nachwuchs-Singer-Songwriterin Israels. Wenig später fand sie sich unter der Regie des Beatles Arrangeurs und Produzenten Sir Geor-

harmonic Orchestra wieder. Eindrucksvoll hat sich die in Jerusa-

lem geborene Musikerin in die Herzen ihres Publikums gespielt. Ob als Solo-Künstlerin, oder als Teil des Frauen-Trios „HaBanot Nechama“ („Trost-Schwestern“), das mit „So Far“ Platz 1 der israelischen Charts erreichte. Inzwischen ist die engagierte Aktivistin zum Sprachrohr der Friedensbewegung „Women Wage Peace“ geworden, in der sich arabische und jüdische Frauen gemeinsam gegen die Gewalt in Israel und Palästina einsetzen. Tickets zum Preis von 18 Euro gibt es u.a. auch beim Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20 in Worms und unter www.ticketregional.de.

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JÜDISCHES WORMS ERLEBEN

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8. September 2021 Anzeigensonderveröffentlichung

VICTOR KLEMPERER: Dauerlesung mit Karl-Heinz Deichelmann vom 17.–19. September von jeweils 10–22 Uhr Einführungsveranstaltung am 14. September um 19 Uhr in der Volkshochschule / Anmeldung erforderlich

„Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ In diesem Jahr feiert die Stadt Worms 500 Jahre Reichstag. Der Umgang mit dem Gewissen nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Wie man mit seinem eigenen Gewissen umgeht, war auch die zentrale Frage, der sich Victor Klemperer stellen musste. Als intellektueller protestantischer Konvertit jüdischer Herkunft dokumentierte er in „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ von 1933–1945 seine Alltagserfahrungen in der deutschen Gesellschaft zurzeit des Nationalsozialismus, deren Veröffentlichung 1995 für Furore sorgten. Der Wormser Schauspieler und Rezitator Karl-Heinz Deichelmann präsentiert im Rahmen der

Der Schaupieler und RezitatorKarl-Heinz Deichelmann. SchUM-Kulturtage, des Lutherjahres und des PopUp-Festivals eine Lesung der besonderen Art. In einer Dauerlesung in der ehemaligen Back-Factory in der Kämmererstraße 9–13 werden vom 17. bis

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Mo.–Do., 10–20 Uhr · Fr.–Sa., 10–22 Uhr So. Ruhetag Parmaplatz 2 a · 67547 Worms

19. September, jeweils von 10 bis 22 Uhr die gesamten Tagebücher Victor Klemperers rezitiert – ein Text von mehr als 1.000 Seiten. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind eingeladen, zuzuhören und zu verweilen, dem Lesenden beizustehen oder weiterzugehen, die Veranstaltung immer wieder zu besuchen, sich dazuzusetzen oder zu widersetzen oder eben – die Texte mit auszusitzen. „Die Tagebücher haben vom ersten Moment einen ungeheuren Sog entwickelt und mich gefesselt. Sie haben mir klargemacht, wie schleichend und unmerklich das Grauen jener Tage immer größer, unerträglicher, unfassbarer wurde und wie viele Gründe es für je-

den Einzelnen gab, zu handeln, wie er gehandelt hat: Nicht zu fliehen, sondern sich für das Bleiben zu entscheiden“, erläutert KarlHeinz Deichelmann. Wie er sagt, habe er keine Ahnung, was ihn erwartet: „Ich habe noch nie so lange am Stück gelesen – es ist das erste Mal hier in Worms, dass die gesamten Tagebücher Klemperers in einem Stück vorgelesen werden. Ich weiß nicht, welche Zuschauerreaktionen sich ergeben, wie lange meine Stimme mitmacht und ob und wie ich durchhalten werde“. Eine Einführung findet am Dienstag, dem 14. September, um 19 Uhr, in der vhs statt. Anmeldung ist erforderlich unter vhs@ worms.de oder www.vhs-worms.de


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