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Samstag, 2. September 2023, 35. Woche

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Samstag, 2. September 2023, 35. Woche, 39. Jahrgang, Auflage 59.360

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FLÜCHTLINGSUNTERBRINGUNG: Heppenheimer Turnhalle wird geräumt / Neue Unterkunft auf dem Salamandergelände

Neues Provisorium für Geflüchtete

Die neuen Containergebäude hat die Stadt für zwei Jahre mit der Option zur Verlängerung gemietet. Die „alte“ Containeranlage wird für wohnungslose Menschen bereitgestellt.

der Wiese war von Beginn an so geplant, dass dort maximal 40 Geflüchtete Platz finden sollten. Zu Beginn startete die Unterbringung mit fünf Geflüchteten. Der Höchststand betrug 22 Männer aus Syrien und Afghanistan. „Die Verwaltung“, so Bildungs- und Sozialdezernent Waldemar Herder, „hat ihr Versprechen gehalten, die Halle in den Sommerferien wieder zu räumen“. Während der Phase der Unterbringung sei zudem auf Wünsche der Bürger Rücksicht genommen worden. Hierzu zählten ein 24-Stunden-Sicherheitsdienst, die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten, gemeinnütziger Arbeit, für die unterge-

brachten Männer sowie die Möglichkeit, einen Deutschkurs zu absolvieren. Ortvorsteher Alexandros Stefikos betonte, dass gerade der Umstand, dass die Halle voraussichtlich zum Ende der Sommerferien wieder freigegeben werden könne, für die Heppenheimer besonders wichtig sei. Da das Gelände früher oder später bebaut werden soll, könne die dortige Unterbringung ebenfalls nur eine Zwischenlösung sein, betont der Sozialdezernent. Andere Möglichkeiten stehen jedoch aktuell nicht zur Verfügung. Deshalb wurden nun die beiden neuen Wohneinheiten errichtet, die insgesamt 116 Men-

schen Platz bieten. Die Unterbringung erfolgt wie auch in den übrigen Unterkünften in Zweibettzimmern, die alle mit einem Kühlschrank ausgestattet sind. Beide Wohneinheiten verfügen zudem über jeweils zwei ausgestattete Küchen, Sanitäranlagen sowie Gemeinschaftsräume.

Angespannter Wohnungsmarkt Nach bisherigen Erfahrungen werden etwa 50 Prozent der zugewiesenen Geflüchteten als asylberechtigt anerkannt. Diese müssten dann grundsätzlich aus der Anlage ausziehen und sich bemühen, eine Wohnung auf dem freien Markt zu finden.

Dies gestaltet sich im Zuge des angespannten Wohnungsmarktes teilweise schwierig.

Stadt bleibt auf Mehrkosten sitzen Von 2014 bis 2022 betrugen die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern in Worms rund 45,9 Mio. Euro. Die Erträge, also Zuweisungen von Bund und Land einschließlich der Integrationspauschale, beliefen sich im gleichen Zeitraum auf etwa 31,2 Mio. Euro. Die nicht gedeckten Kosten 2014 bis 2022 belaufen sich somit auf rund 14,7 Mio. Euro insgesamt.

WORMS: Arbeitsmarktbericht zeigt Abgang an Stellen / Arbeitslosenquote von 8 Prozent

WORMS: Umleitung über A6, L425 und Dr.-Otto-Röhm-Straße

Weniger Arbeitsplätze

B9 voll gesperrt

Im August ist die Arbeitslosigkeit in Worms gegenüber dem Vormonat sichtlich stärker gestiegen als im Durchschnitt der letzten Jahre. Über zwei Drittel des Anstiegs entfiel dabei auf die vom Jobcenter Worms betreuten Arbeitslosen. Knapp die Hälfte der Menschen, die sich neu arbeitslos meldeten, hatte einen ausländischen Pass, über ein Drittel war jünger als 25 Jahre. „Es sind verschiedene Faktoren, die den Arbeitsmarkt im August negativ beeinflusst haben“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „In den Sommermonaten sind stets viele junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos. Als ausgebildete Fachkräfte finden diese meist schnell wieder Beschäftigung. Zum anderen meldeten sich Geflüchtete aus der Ukraine nach dem Ende ihres Sprachkurses beim Jobcenter wieder arbeitslos und weitere aus Kriegsgebieten und Asylherkunftsländern geflohene Menschen kamen hinzu.“ Schließlich habe auch die schwache Konjunktur zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen beigetragen. „Wir beobachten, dass

sich vor allem Menschen, die zuvor in Helferjobs beschäftigt waren, arbeitslos melden mussten. In konjunkturellen Schwächephasen sind diese oft unter den ersten, die ihre Jobs verlieren.“

Aus- und Weiterbildung höchste Priorität Dass der Arbeitsmarkt erheblich an Aufnahmefähigkeit eingebüßt habe, zeige ein Blick auf die gemeldeten Stellen. Deren Zahl lag um knapp 45 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Vor allem aus der Zeitarbeit, aus dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe wurde weniger Stellen gemeldet. „Aber auch wenn wir bei den Betrieben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in vielen Branchen eine gewisse Zurückhaltung bei Neueinstellungen registrieren, suchen auf der anderen Seite nach wie vor zahlreiche Unternehmen händeringend nach Fachkräften“, so Decker. „Entscheidend ist dabei die Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber, weshalb für uns die Ausund Weiterbildung der Menschen, die sich bei uns melden, höchste Priorität hat.“

In diesem Zusammenhang werde man auch alles daransetzen, möglichst viele der derzeit noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Im August waren in Worms insgesamt 4.671 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 70 mehr als im Juli und 142 oder 3,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.772 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 189 mehr als im Vormonat und 43 oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,6 auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 8,0 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag deutlich unter den Werten des Vorjahres. Neu gemeldet wurden 162 Stellen, 147 oder 44,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im August auf 1.046 Stellen, 24,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von den 3.772 Arbeitslosen im August wurden 1.161 von der Arbeitsagentur und 2.611 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf zu gut zwei Dritteln die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Auch auf allen anderen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur kam es im August zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Worms stieg die Arbeitslosenquote von 7,6 auf 8,0 Prozent.

Wie bereits durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) angekündigt, wird nach dem Wormser Backfischfest im Laufe des Montags, dem 4. September, die B9 (Mainzer Straße) zwischen Einmündung B9 (Mainzer Straße)/Dr.-Otto-Röhm-Straße und Kreuzung B9 (Mainzer Straße)/ Petrus-Dorn-Straße in beiden Richtungen für den Straßenverkehr für die Dauer von zwei Jahren bis voraussichtlich Ende 2025 voll gesperrt.

Ampelanlage wird umgerüstet Am Sonntagmorgen, dem 3. September, von 9 Uhr bis in den späten Nachmittag, erfolgt im Vorgriff auf die Vollsperrung die verkehrstechnisch notwendige Umrüstung der bestehenden Ampelanlage an der Kreuzung B9 (Mainzer Straße)/PetrusDorn-Straße. Die großräumige Umleitung für den Ziel- und Quellverkehr der Industriegebiete erfolgt über die Bundesautobahn A6, das Autobahnkreuz Frankenthal, die A61, die Anschlussstelle Worms/Mörstadt, die L425 (Nordzubringer Worms) und die B9 (Mainzer Straße) und umgekehrt. Die innerstädtische Umleitung erfolgt für den voll gesperrten Abschnitt der Bundesstraße B9 (Mainzer Straße) über die

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Es ist vollbracht: Die Schulturnhalle der Wiesengrundschule im Stadtteil Heppenheim soll nach den Sommerferien wieder für den regulären Sportbetrieb bereitstehen. Kurzer Rückblick: Die Interimslösung zur dortigen Unterbringung Geflüchteter war erforderlich geworden, weil das Land erst Mitte Dezember 2022 über nochmals deutlich ansteigende Zuweisungszahlen informiert hatte. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes blieb der Stadt nach eigenen Angaben in der Kürze der Zeit keine andere Option, als temporär auf eine Sporthalle zurückzugreifen. Die Unterbringung in der Turnhalle in Heppenheim an

Foto: Florian Helfert

Dr.-Otto-Röhm-Straße, die Hafenstraße und die Petrus-DornStraße und umgekehrt.

Auswirkungen auf den Verkehrsablauf Am 13. Juni wurde bereits in einem mehrstündigen Feldversuch der verkehrliche Ablauf, die Befahrbarkeit der inzwischen ausgebauten Hafenstraße, sowie auf der Umleitungsstrecke die Funktion der vier neu eingerichteten Verkehrsampeln im Ergebnis mit einem flüssigen Verkehrsablauf getestet. Die Ampelanlagen befinden sich an der Einmündung PetrusDorn-Straße/Hafenstraße, in der Hafenstraße, an der Einmündung Dr.-Otto-Röhm-Straße/Rheingewannweg. Auch zur Steuerung des höhengleichen Bahnübergangs wurde eine Ampelanlage installiert

Stand der laufenden Baumaßnahme Der LBM Worms rechnet wegen der mit über 24.000 Fahrzeugen am Tag hoch belasteten Bundesstraße und des überdurchschnittlich hohen LkwVerkehrsanteils gerade in den Anfangstagen mit Störungen im Verkehrsablauf und einer Eingewöhnungsphase. Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2

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