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NEUE GRUPPE NEWS - Heft 49 Herbst 2023

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NEUE GRUPPE NEWS Heft 49 +++ Herbst 2023

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Bericht: Ski & Fortbildung als Seminar

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Bericht: Blutentnahme für die PRGF-Methode

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Berichte: Jahrstagung München 2022

16 Bericht: Youngsterkurs 17 Bericht: Marketing für die Zahnarztpraxis 19 Bericht: Frühjahrstagung in Regensburg 20 Bericht: Craniofaciale Entwicklung und Okklusion 22 Bericht: Ski & Fortbildung als Seminar 23 Berichte: Praxistage 29 Neue Seminare

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Glückwünsche Geburtstage Zum 90. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Peter G. J. Fuchs Zum 85. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Henning Rocke Zum 80. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Volker Niggebrügge Zum 75. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Jochen Schumacher Zum 60. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Christian Sampers Udo Engel

Mitgliedschaft 55 Jahre Rose Marie Lohmiller Manfred Pohle 45 Jahre Peter G. J. Fuchs 35 Jahre Ulrich Englert Gisela Schultz-Brauns Jürgen Eberhard Koob Hans-Georg von der Ohe 30 Jahre Gerhard Müther Dieter H. Edinger

Impressum Copyright 2023 NEUE GRUPPE News.

25 Jahre Hans Joachim Engelhardt Andreas Röhrle Stefan Kopp Marcus Simon 20 Jahre Guido Singer Alessandro Devigus Fritz Maier Lars Pohle

Herausgeber: NEUE GRUPPE, wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten. Redaktionelle Leitung: Dr. Christian Sampers Das Journal und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. www.neue-gruppe.com E-Mail: rezeption@drsampers.de Konzeption, Gestaltung und Produktion: Graphicon GmbH, Frankfurt am Main


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Editorial

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Was macht die NEUE GRUPPE zukünftig aus?

Liebe Freunde der NEUEN GRUPPE, mit der 57. Jahrestagung in Düsseldorf wird nun meine 2-jährige Amtszeit als Euer Präsident und damit auch meine insgesamt 6-jährige Vorstandstätigkeit enden, nachdem ich zuvor sowohl als Generalsekretär unter Raphael Borchard und auch als Vizepräsident unter Derk Siebers tätig war. Auch wenn es neben den sonstigen Aufgaben und Verpflichtungen durchaus mit viel Arbeit verbunden war, hat es mir große Freude gemacht, die NEUE GRUPPE anzuführen und für Euch die Frühjahrstagungen auf dem Petersberg 2022 und in Regensburg 2023 sowie die beiden Jahrestagungen in München 2022 und jetzt in Düsseldorf zu planen und zu organisieren. Im Gegensatz zu meinem Vorgänger, Derk Siebers, hatte ich das große Glück, dass die COVID 19-Pandemie ihren Zenith bereits überschritten hatte. Auch wenn wir zumindest im Jahr 2022 noch umfangreiche infektionsprophylaktische Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz unserer Referenten und Teilnehmer praktizieren mussten, konnten wir zumindest alle Tagungen weitgehend ohne nennenswerte Einschränkungen stattfinden lassen. Dieses Glück war Derk Siebers bei drei seiner vier Tagungen leider nicht vergönnt: dreimal hatte er all die Arbeit der Vorbereitungen durchgeführt, ohne anschließend auch den Lohn einer erfolgreichen Tagung einfahren zu können. Aber so wussten wir es alle umso mehr zu schätzen, als wir unseren Freundeskreis auf dem Petersberg wieder richtig aufleben lassen konnten. Auch wenn wir uns in der Hochzeit der Pandemie gelegentlich bei Online-Veranstaltungen sehen konnten, beruht der wahre Charakter der NEUEN GRUPPE auf unseren persönlichen, freundschaftlichen Begegnungen mit der Möglichkeit des intensiven kollegialen Austauschs. Damit wäre ich auch bereits beim Thema: die Pandemie hat unser gesellschaftliches und berufliches Leben sehr nachhaltig und aus meiner Sicht nicht nur zum Besseren verändert. Neu geschaffene Online-Fortbildungen und die Möglichkeit des Home Office hatten uns während der Coronazeit und den

verordneten Kontaktbeschränkungen vergleichsweise gut über Wasser gehalten. Leider hat sich unsere Gesellschaft aber an diese neuen Möglichkeiten allzu sehr gewöhnt – einerseits aus purer Bequemlichkeit, andererseits aber auch um Kosten und Zeit einzusparen. So ist es natürlich viel angenehmer, einen Freitag oder Samstag bei schönem Wetter mit Freizeitaktivitäten verbringen zu können, als sich für eine Präsenzfortbildung in einen dunklen Vortragssaal zu setzen, wenn die Fortbildung anschließend „on demand“ online verfügbar ist und zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt alleine angesehen werden kann. Jeder Organisator von bisher bestens etablierten Präsenzveranstaltungen kann heute ein Lied davon singen – egal ob es sich um eine Tagung oder einen Wochenendkurs handelt. Es wird immer mühsamer, noch ausreichend Teilnehmer für eine Vor-Ort-Veranstaltung zu gewinnen. Aber ist diese Entwicklung wirklich das, was wir als überzeugte Mitglieder der NEUEN GRUPPE zukünftig anstreben? Bis zur Pandemie war es ein Herzstück der NEUEN GRUPPE, interessante Fortbildungskurse auf höchstem Niveau mit Top-Referenten und einem vergleichsweise kleinen Teilnehmerkreis zu veranstalten. Dies ermöglichte eine intensive, in die Tiefe gehende Fortbildung zu aktuellen Themen, begleitet von einem interessanten interkollegialen, persönlichen Austausch. Und letzteres machte oft das Salz in der Suppe aus. Hiervon ist in der Post-Corona-Phase bisher leider nicht viel übrig geblieben. Während die vergleichsweise sehr kurzen und damit auch eher oberflächlichen OnlineVeranstaltungen gut angenommen werden, ist bisher jeder Präsenzkurs ein einziger Kampf gegen die Absage aufgrund zu geringer Anmeldezahlen. So mussten bereits Top-Veranstaltungen mit international renommierten Referenten mangels Teilnehmern abgesagt werden. Das hinterlässt nicht nur bei unseren Referenten einen nachdenklichen Eindruck, sondern wirft die Frage auf, wofür die NEUE GRUPPE zukünftig stehen will. Nachfolgende Vorstände und auch die Mitglieder der NEUEN GRUPPE müssen sich ernsthaft Gedanken


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Editorial

machen, wie die Zukunft aussehen soll: wollen wir uns nur noch auf unsere Tagungen und Online-Seminare konzentrieren, bei denen jeweils bestenfalls Übersichtsreferate gehalten werden können, oder wollen wir uns daneben mit aktuellen Themen auch wieder in der Tiefe im Rahmen eines Wochenendkurses beschäftigen? Ich denke, gerade Letzteres in Kombination mit der Unabhängigkleit von der Industrie unterscheidet die NEUE GRUPPE von vielen anderen kommerziellen Fortbildungsanbietern. Die wirtschaftliche Situation ist sicherlich in den letzten Jahren nicht einfacher geworden, aber wir als Mitglieder der NEUEN GRUPPE brennen für diesen Beruf und sollten folglich dieses in uns lodernde Feuer durch großartige Fortbildungen mit neuen Ideen in Gang halten. Helft alle mit, dass es den nachfolgenden Vorständen gelingen möge, dies wieder erfolgreich zu realisieren. Wir haben viele tolle und engagierte junge Kandidatinnen und Kandidaten, von denen ich eine ganze Reihe anlässlich unseres diesjährigen Festabends als neue Mitglieder in der NEUEN GRUPPE aufnehmen darf. Sie alle sind aufgerufen, sich in die Zukunft der NEUEN GRUPPE engagiert einzubringen und den Geist der NEUEN GRUPPE auch zu leben. Ich bin sehr stolz, Präsident der NEUEN GRUPPE gewesen sein zu dürfen, und wünsche ihr von Herzen alles Gute und viel Erfolg für all die Herausforderungen der Zukunft.

Herzlichst, Euer/Ihr

Prof. Dr. Michael Christgau Präsident der NEUEN GRUPPE 2022-2023


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Referenten Prof. Dr. Florian Beuer, MME, Berlin Dr. Marcus Engelschalk, München

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Dr. Lukas Fürhauser, Wien

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Ralph Georg, Miami

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Dr. Martin Gollner, Bayreuth

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Prof. Dr. Jan-Frederik Güth, Frankfurt

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Dr. Christian Leonhardt, Augsburg

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Digitale Zahnheilkunde Ein Gamechanger

Dr. Henriette Lerner, Baden-Baden Dr. Nazariy Mykhaylyuk, Kiew Enrico Steger, Gais

TAGUNGSORT: Salzburg Conference Centre Fanny-von-Lehnert-Straße 7, 5020 Salzburg, Österreich

INFO UND ANMELDUNG:

www.neue-gruppe.com boeld communication GmbH Reitmorstraße 25, 80538 München congress@bb-mc.com Tel. +49 89 1890460 Fax +49 89 18904616 MEDIENPARTNER

KOOPERATIONSPARTNER:

Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin e.V.


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Bericht: Ski und Fortbildung als Seminar

Konzepte zur Restauration der Freiendsituation „Darf es auch festsitzend sein, oder wie fest soll/darf es sitzen?“ BERICHT VON DERK SIEBERS

Auch in diesem Jahr fand die inzwischen traditionelle Fortbildung der NEUEN GRUPPE in Südtirol statt. Der Titel lautete 2023: „Darf es auch festsitzend sein, oder wie fest soll/darf es sitzen?“ Die Rekonstruktion der Funktion der Freiendsituation sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer stellt schon immer eine Herausforderung auch für den praktisch erfahrenen Zahnmediziner dar. Von erfahrenen Praktikern und Spezialisten auf Ihren Fachgebieten wurden unterschiedliche Konzepte zur Rekonstruktion der Freiendsituation mit herausnehmbarem oder festsitzendem Zahnersatz auf Zähnen oder auf Implantaten detailliert vorgestellt. Der Workshop gliederte sich in drei Bereiche: 1. Herausnehmbare Konzepte mit Teleskopen, Geschieben etc. 2. Festsitzende Konzepte auf vorhandenen Zähnen und 3. Implantatgestützte Konzepte (sowohl herausnehmbar als auch festsitzend) Außerdem wurde die Notfallmedizin aufgefrischt und es wurden hochaktuelle allgemeinmedizinische Themen zur Coronaund Grippeschutzimpfung diskutiert. Relevante Fragen im Umgang mit Patienten und Abrechnungs-stellen wurden im Verlauf des Workshops ebenfalls erläutert und diskutiert. Neben den zahlreichen Fachvorträgen stand bei den täglichen gemein-schaftlichen Unternehmungen viel Zeit für fachlichen und kollegialen offenen Wissensaustausch zur Verfügung. Wie immer war es eine kompakte anstrengende Fortbildungswoche mit Fortbildungen am Vormittag und Abend und Skifahren über die Mittagszeit. Alle Teilnehmer hatten viel Freude am fachlichen und sportlichen Programm und die meisten werden auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein, wenn es nach Oberlech an den Arlberg gehen wird. ■


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Bericht: Blutentnahme für die PRGF-Methode

Blutentnahmekurs für die PRGF-Methode BERICHT VON MAIK GEORG PILLICH

Am 31.08.2022 fand in der Praxis Dr. Nensa (Hansestadt Bremen) eine NeueGruppe-Fortbildung zum Thema Blutnentnahme für alle Praxismitglieder statt. Ziel dieser Fortbildung war es, das gesamte Team aus Ärzt:innen und Kolleg:innen für die Feinheiten der Blutentnahme auszubilden, um sich dieses neu erworbene Wissen im Rahmen des PRGF-Verfahrens klinisch zu Nutze zu machen. Für den Kurs stellte das NeueGruppe-Mitglied Dr. Moritz Nensa seine gut durchdachten und angenehm gestalteten Praxisräume zur Verfügung. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Sonja Nensa sowie das gesamte Praxisteam wurden die Kursteilnehmer in den modernen Tagungsraum geführt und von der Dozentin, einer examinierten Intensivkrankenpflegerin, in die spannende Materie der Blutentnahme eingeführt. Im Rahmen des interessanten Vortrags wurden verschiedene rechtliche Vorgaben, organisatorische Gegebenheiten sowie praktische Hinweise vermittelt, wie die Blutentnahme regelrecht und unter höchsten Standards durchgeführt werden kann. Zwischen zwei Unterrichtseinheiten erhielten die Kursteilnehmer:innen die Chance, Praxisräume und -infrastruktur näher kennenzulernen, bevor es nach dem Erlernen der theoretischen Grundlagen an die Venen der Teilnehmer:innen ging. Aufgeteilt in zwei Gruppen sorgten die Einen für den heißbegehrten Lebenssaft, während sich der andere Teil der Gruppe bereits mit dem Herstellungsprotokoll der PRGF-Methode beschäftigten. Unter der Anleitung von Frau Ebner (BTI) wurden die Röhrchen mit venösem Blut zentrifugiert, um an das wichtige Plasma zu gelangen, welches reich an Wachstumsfaktoren ist. Innerhalb der Plasmafraktion unterscheidet man in zwei weitere Phasen (I und II), die sich durch die Anreicherung der verschiedenen Wachstumsfaktoren unterscheiden. Durch die steuerbare Aktivierung der Phasen entsteht eine geléeartige Masse, die für die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Behandlung genutzt werden können. Mit einer entsprechenden Vorrichtung ist es sogar möglich eine autologe Membran herzustellen, die in zahlreichen Situationen zur Anwendung kommen kann. Ebenfalls ist auch die Herstellung von sogenanntem StickyBone oder Kieler Sushi möglich, bei der Plasma mit einem Knochenersatzmaterial vermengt wird und weitere Anwendungsoptionen eröffnen. ■

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Berichte: Jahrstagung München 2022

Jahrestagung der NEUEN GRUPPE 2022 München 17. – 19.11.2022 BERICHTE VON JENS DAUBEN, STEFAN BETHGE, VIKTOR LUFT, SIMON SCHUTZBACH

VORKONGRESS 17.11.2022 WORKSHOP 1 PROF. DR.MAURIZIO TONETTI DR. PIERPAOLO CORTELLINI „REGENERATIVE PERIODONTAL THERAPY – SIGNIFICANCE IN THE MANAGEMENT OF PATIENTS WITH SEVERE PERIODONTITIS” Bericht von Jens Dauben Im Rahmen des Vorkongresses fand am 17. November 2022 in München vor einem besonders großen Publikum dieser hochinformative Workshop mit den beiden internationalen Experten Prof. Dr. Maurizio Tonetti und Dr. Pierpaolo Cortellini statt.

Der erste Teil des Workshops beleuchtete die Pathogenese einer fortgeschrittenen Parodontitis Stadium 3 und 4 sowie deren therapeutische Problematik. Es wurde deutlich, dass die Anwendung klassischer Prognosekriterien in Anbetracht des enormen Potentials von chirurgisch-regenerativen Verfahren einem deutlichen Wandel unterliegt. Prof. M.Tonetti führte durch die verschiedenen, individuell notwendigen diagnostischen Schritte, um letztlich zu einer Therapieentscheidung zu gelangen, die frühzeitige und unnötige Extraktionen gut begründet vermeidet. Vor dem Hintergrund des Tagungsthemas „Problemfälle und Misserfolge in der Zahnmedizin“ beleuchtete er evidenzbasiert die verschiedenen, teils modifizierbaren Einflussgrößen auf den Therapieerfolg und das Problem von pathologischen residualen

Taschentiefen nach klassischer Parodontitistherapie. Neben bekannten Faktoren wie der Mundhygiene, und teils unterschätzten Faktoren wie dem „CenterEffect“, spielt für den Behandlungserfolg vor allem die Entscheidung für das individuell korrekte chirurgische Verfahren eine wesentliche Rolle. Die klare Überlegenheit von GTR-Verfahren, sowie die Anwendung von EMD zeigen deutliche Vorteile gegenüber klassischen Verfahren mit Zugangslappen. Darauf aufbauend übernahm Dr. P.Cortellini die Darstellung der fallabhängig notwendigen chirurgischen Maßnahmen, veranschaulicht durch Videos der jeweiligen minimalinvasiven Präparationsschritte. Er zeigte auf, wie mikrochirurgische Interventionen mit reduzierter Lappenbildung die Vorhersagbarkeit und Erfolgsrate regenerativer Verfahren erheblich verbessern. Als Conditio sine qua non für den Behandlungserfolg wurde der initiale, stabile

Wundverschluss identifiziert, welcher Verfahren wie dem M-Mist oder dem MPPF ihr erhebliches Regenerationspotential erst ermöglicht. Im Rahmen der neuen europäischen Leitlinie wird besonderes Augenmerk auf die Erhaltung von Unterkiefermolaren mit Furkationsdefekten (Grad I/II) gelegt. Dr. Cortellini zeigte auf, dass die regenerative Behandlung mittels Papilla Preservation Flap, kombiniert mit modernen Materialien, den langfristigen Erhalt früher als kritisch bis hoffnungs-


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023 los eingestufter Zähne ermöglicht. Zusammenfassend zeigt das breite inhaltliche Spektrum des Workshops, wie vielfältig aktuelle Parodontitistherapie in komplexen Situationen ist und vor allem, wie viele Optionen dem Behandler heute therapeutisch zur Verfügung stehen, vorausgesetzt er verfügt über die richtigen diagnostischen Parameter für die Entscheidungsfindung ■

VORKONGRESS 17.11.2022 WORKSHOP 1 DR. JÖRG SCHRÖDER ENDODONTISCHE HERAUSFORDERUNGEN ERFOLGREICH MEISTERN Bericht von Stefan Bethge

Dr. Jörg Schröder stellte sich bei der diesjährigen Jahrestagung in München der Herausforderung, als Referent einen Workshop parallel zu den beiden Neue Gruppe–Stars Prof. Tonetti & Dr. Cortellini anzubieten. Diese Herausforderung war aber schnell gemeistert, als klar war, dass das NG-Mitglied Dr. Jörg Schröder den Tag vor einem vollen Haus verbringen würde. Wie Präsident Prof. Dr. Michael Christgau bei der Vorstellung treffend klarstellte, ist er ein „Meister seines Fachs“. Die vielen Teilnehmer des Workshops erhofften sich also zahlreiche große und kleine Tipps und Handlungsanweisungen von einem, der es wissen muss. „Endodontische Herausforderungen erfolgreich meistern!“– so der Titel des Tages. In dem Titel stecken viele Details, mit denen jeder Zahnarzt sofort eines assoziiert: „Das kann dauern!“ Jeder kennt Sie, die vielen Herausforderungen, die die Endodontie zu bieten hat, auf jedem Level, mit dem man dieses Fach betreibt. Schwierige Diagnostik, schwierige Krümmungen, Entfernungen von Wurzelfüllmaterialien oder Stiften, Perforationen, offene Apices, frakturierte Instrumente, schlechte Sicht, enge Kanäle, usw. Um ein wenig Ordnung in die möglichen Herausforderungen zu bringen, hatte Dr. Schröder für das sechsstündige Programm sieben Themenkomplexe vorbereitet.

Berichte: Jahrstagung München 2022 -

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Perforationen Guided Endo Resorptionen Stiftentfernung Saving Hopeless Teeth Komplexe Anatomie Obliterationen

Ein nettes Feature seines Vortrages war die Einbeziehung der Teilnehmer bei der Reihenfolge der vorgetragenen Themen. So konnten wir als Teilnehmer die Reihenfolge festlegen. Komplexe Anatomie, Obliterationen und Guided Endo So lautete dann unser erstes Thema. Es folgte die erste wesentliche Take Home Message des Tages: „Traue keinem fremden Röntgenbild!“. Dr. Schröder geht so weit zu sagen, keine Endo ohne DVT! Da er als Spezialist fast ausschließlich komplexe Fälle, in über 95% Revisionen behandelt, kann man das sofort nachvollziehen. Die Erkenntnisse aus einer dreidimensionalen Diagnostik bieten einfach einen deutlich höheren Wissensstand vor Beginn der Behandlung, als die aus einer konventionellen zweidimensionalen Diagnostik. Es folgten extrem viele sehr hilfreiche Tipps und Tricks, stets versehen mit konkreten Handlungsanweisungen. Manche Tipps von einfacher Natur, wie das Anzeichnen der Zahnachse auf dem Kofferdam zum Vermeiden von Perforationen. Manche Tipps von komplexer Natur, die von Jörg Schröder beschrieben zwar einfach klingen, aber keineswegs einfach durchzuführen sind. - Wie erkenne und behandele ich einen großen Seitenkanal bei einem unteren 5er? - Was kann ich tun, wenn sich bei einem unteren Molaren im apicalen Drittel das Kanalsystem aufgabelt - Wann ist meine Zugangskavität ausreichend groß, um eine Revision mit guter Sicht und wenig Stress für das Material durchführen zu können?

Wichtige Helfer, die bei keiner Fortbildung mit Dr. Jörg Schröder fehlen dürfen, sind die Munce-Bohrer. Dieses Set aus langstieligen, sehr scharfen, trocken laufenden Rosenbohrern ermöglicht es, am Pulpenkammerboden obliterierte Kanaleingänge sicher darzustellen. Der Debris arbeitet sich immer in den obliterierten Kanal und ist unter dem Mikroskop so weiter verfolgbar, bis sich der Wurzelkanal bearbeiten lässt. Im weiteren Verlauf sind Obliterationen auch gut mit Ultraschall Feilen, wie z.B. den NSK U Files zu bearbeiten.


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Berichte: Jahrstagung München 2022 wenn man hier richtig tief in die Materie einsteigen wollte. Nach einer systematischen Einordnung und Klassifikation von Perforationen nach AAE 2019 in -

Eine für Jörg Schröder wichtige Message war der Fokus auf einen sicheren „vollrotierenden“! Gleitpfad. Dafür verwendet er sehr feine 10.02, 15.02 und 20.02 Feilen, die er gegebenenfalls auch mal leicht intermittierend, aber nicht reziprok laufend anwendet. Mit dieser Kombination überwindet er initial auch stärkste Kanalkrümmungen und legt so den Grundstein für späteren Erfolg. An dieser Stelle beschäftigten wir uns auch noch mit dem Thema „Guided Endo“. Seit einigen Jahren ein Begriff, den alle schon gehört haben. Viele Hände gingen aber nicht nach oben, als danach gefragt wurde, wer das schon selber angewendet habe. Ziel bei der Guided Endo ist es, in der Regel bei einwurzeligen geraden Zähnen mit Obliterationen, geführt zum Apex zu bohren. Hierfür lassen sich die meisten 3D Implantatplanungsprogramme heranziehen. Die Planung einer Guided Endo verläuft analog einer Guided Implantologie: man benötigt ein DVT und einen Oberflächenscan des Patienten. Anschließend matcht man die beiden Datensätze übereinander und kann nun eine Bohrschablone planen, die es ermöglicht, eine sehr feine Bohrung geführt bis an den Apex zu bohren. Perforationen Anschließend widmeten wir uns dem Thema der Perforationen. Hier konnte Dr. Schröder uns sehr genau mit auf den Weg geben, was wir je nach Größe und Lokalisation der Perforation tun können, um diese Herausforderungen zu meistern. So lässt sich beispielsweise eine supracrestale Perforation oberhalb der „kritischen“ Zone leicht mit Komposit verschließen. Subcrestale Perforationen hingegen bedürfen in den allermeisten Fällen eines Verschlusses mit MTA, i.d.R. mit einem kollagenen Widerlager vorweg. Die gezeigten Bilder und Videos veranschaulichten aber auch wiederholt über den ganzen Tag, dass wir es beim Management von Perforationen mit ganz anspruchsvollen Herausforderungen zu tun haben. Dr. Schröder konnte aber für jeden Einzelfall zeigen, dass die jeweiligen individuellen Probleme mit einem klaren Behandlungsplan immer zu lösen sind. Resorptionen Als nächstes Thema kamen die Resorptionen an die Reihe. Alleine dieses Thema würde für einen ganzen Tag reichen,

Entzündliche Resorptionen Ersatzresorptionen Externe Resorptionen Interne Resorptionen Oberflächenresorptionen Transient Apical Breakdown Zervikale Resorptionen

verdeutlichte Dr. Schröder auch bei diesem Thema wieder einmal mehr, dass es eben doch auf´s Detail ankommt. Genau zu wissen, um welchen Resorptionstyp es sich handelt, entscheidet nämlich in seiner Systematik darüber, ob ein Zahn ggf. vital bleibt, „nur“ eine Pulpotomie benötigt, oder eben eine vollständige Wurzelkanalbehandlung, dann ggf. mit komplexer Bearbeitung und Füllung von Resorptionslakunen. Stiftentfernungen Jeder weiß, wie schwierig es sein kann, einen festsitzenden Stift vor einer Revisionsbehandlung zu entfernen. Hier lernten wir ein spezielles Instrument kennen, mit dem man nach einer genormten Präparation des Stiftkopfes und Befestigung eines Konters den Stift so axial gegen die Wurzel bewegen kann, dass man viele Stifte sehr vorhersagbar entfernen kann. Eine Alternative kann die Entfernung des Stiftes mittels eines ZEGAnsatzes mit kreisförmigen Bewegungen gegen den Uhrzeigersinn sein, die nach und nach zur Zerstörung des Stiftbefestigungszements führen. Mit dieser Technik lassen sich auch verschraubte & zementierte genormte Stifte entfernen.

Nicht Endodontics, sondern “Herodontics”

Saving Hopeless Teeth Als letztes Thema beschäftigten wir uns noch mit den vermeintlich hoffnungslosen Zähnen. Davon gibt es aus unserer Sicht ja leider bekanntlich viele. In diesem Zusammenhang zeigte Dr. Schröder einige komplexe Traumafälle mit komplizierten Frakturverläufen. Kronen-Wurzel-Frakturen bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum gehören in diese Kategorie. Die Therapie eines solchen Falls erfordert Know How in mucogingivaler Chirurgie, da sich solche komplex frakturierten Fragmente nur nach einer sauberen Lappen-


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Berichte: Jahrstagung München 2022

bildung wieder verkleben lassen. In diesem Zusammenhang ist auch die Technik der Pulpotomie hochspannend, weil sie, wenn richtig durchgeführt, durchaus zu einem Abschluss des Wurzelwachstums führen kann.

Nach diesem Abschnitt waren die 6 Stunden Kurs wie im Nu verflogen. Am Ende eines sehr kurzweiligen und interaktiven Tages blieben nach diesem tollen Workshop so gut wie keine Fragen offen. Dr. Schröder hat mit ungewöhnlicher Offenheit einen Einblick in seinen Alltag als Endospezialist gewährt. Er bewirbt ja auch immer die Möglichkeit, bei ihm in der Praxis zu hospitieren. Nach solch einem Überblick an spannenden Themen steht außer Frage, dass es sich lohnt, diesen „Meister seines Faches“ einmal live in Aktion zu sehen.

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1. KONGRESSTAG 18.11.2022 Bericht von Viktor Luft Die 56. Jahrestagung der NEUEN GRUPPE fand 2022 unter dem Titel „Problemfälle und Misserfolge in der Zahnmedizin – wie wir sie lösen und was wir von ihnen lernen können“ vom 17. - 19. November im Hotel Vier Jahreszeiten in München statt. Nach einem spannenden Vorkongresstag am Donnerstag stellten sich die Referenten Prof. Dr. Maurizio Tonetti und Dr. Pierpaolo Cortellini in ihren Vorträgen dem Anspruch „To give hope to hopeless teeth“ und konfrontierten sich und das Audi-

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torium mit den damit verbundenen Herausforderungen und Rückschlägen.

Prof. Dr. Maurizio Tonetti legte den Fokus auf die Fehlervermeidung und den Umgang mit Komplikationen bei der regenerativen parodontalen Therapie und gab dem Kliniker für seine Arbeit evidenzbasierte parodontale Regenerationskonzepte an die Hand mit dem Ziel, die Wirksamkeit, Effizienz und Vorhersagbarkeit der regenerativen Behandlungen zu verbessern. Der erste Schritt betrifft die Vorbereitung des Patienten. Der Patient sollte ein sehr niedriges Plaqueniveau und eine geringe Restentzündung aufweisen, Nichtraucher und systemisch gesund sein und eine sehr hohe Compliance aufweisen. Der dann für eine erfolgreiche Therapie folgende Schritt ist die Analyse des präoperativen Zustandes hinsichtlich der Defektund Zahnmorphologie, der Zahnmobilität und der Vitalität des parodontal geschädigten Zahnes. Der wichtigste Punkt bei der Regeneration ist die Bewertung des endodontischen Zustands, die maximale Reduzierung der bakteriellen Belastung und der Entzündung des parodontal geschädigten Zahnes sowie die eventuell erforderliche Stabilisierung des Zahns durch eine Schienung. Das Vorgehen beim anschließenden finalen chirurgischen Schritt hängt von der Defektmorphologie und den gingivalen Verhältnissen ab: Breite des Interdentalraums, Breite und Tiefe des Defekts, verbleibende knöcherne Wände sowie die Ausdehnung des Defekts. In Abhängigkeit davon wird zunächst Technik für die papilläre Inzision gewählt: bei breiten Interdentalräumen eine bukkale Inzision nach der Modified Papilla Preservation Technique (MPPT) oder bei engen Interdentalräumen eine diagonale bukkale Inzision nach dem Simplified Papilla Preservation Flap (SPPF). Danach folgt das Lappendesign, welches bei großen und schweren Defekten sehr ausgedehnt („extended flap“) oder bei kleineren Defekten minimalinvasiv („M-MIST“ oder „MIST“) sein kann. Anschließend erfolgt die Auswahl des Regenerationsmaterials


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Berichte: Jahrstagung München 2022

aus Amelogeninen, Knochenersatzmaterial und Barrieren alleine oder in Kombination. Schließlich wird ein primärer Wundverschluss für eine ungestörte Wundheilung durch ausreichend Raum und Stabilität des Blutkoagulums angestrebt. Mit seinen zahlreichen Studien belegte Prof. Dr. Tonetti eindrucksvoll, wie nach anschließender Überführung der Patienten in ein intensives Nachsorgeprogramm parodontal hoffnungslose Zähne durch das vorgestellte Regenerationskonzept bis zu 20 Jahre erhalten werden konnten. Daran anschließend stellte sich Dr. Pierpaolo Cortellini dem Tagungsthema und widmete den Misserfolgen im Rahmen von Weichgewebsaugmentationen. Die plastische Parodontalchirurgie dient generell der Korrektur und/oder der Elimination anatomischer, erworbener oder traumatischer Weichgewebsabweichungen. Das Freiliegen eines Zahnhalses spielt nicht nur aus rein ästhetischen Gesichtspunkten eine Rolle. Vielmehr dient die plastische Deckung von Rezessionen der Minimierung der Empfindlichkeit und Kariesanfälligkeit von betroffenen Zahnhälsen sowie einer Verhinderung einer pathologischen Progression durch Veränderung des gingivalen Biotyps. Zur Vermeidung von Fehlschlägen im Rahmen von Weichgewebsaugmentationen fordert der Referent unbedingt eine genaue prä-operative Analyse und Klassifikation der mukogingivalen Verhältnisse. Bei der Therapie von Rezessionen hat der Praktiker die Wahl zwischen freien Schleimhauttransplantaten, dem koronalen Verschiebelappen und der Kombination aus beiden Verfahren auch unter Einsatz von Bindegewebssubstituten. Bei freien Schleimhauttransplantaten ist eine ausreichende Schichtdicke von 1,5 – 2 mm sowie eine perfekte Adaption und Stabilität an ein ideales Empfängerbett wesentlich für eine hohe klinische Voraussagbarkeit des zur erwartenden Ergebnisses. Für eine vollständige Rezessionsdeckung bei der Anwendung des koronalen Verschiebelappens sind eine Lappendicke > 0,8 mm, eine geringe Zugkraft in der Größenordnung bis max. 4 Gramm und eine Lappenpositionierung oberhalb der SchmelzZement-Grenze ausschlaggebend. In vielen Fällen sollte bereits präoperativ ein Teilerfolg als Endziel kommuniziert werden, um zu hohe Erwartungen an den Therapieerfolg und eine Enttäuschung auf Seiten des Patienten zu vermeiden, so Dr. Cortellini. In dem nun folgenden, nur scheinbar fachfremden Vortrag von Prof. Dr. Sascha Bechmann „Kommunikation ist nicht alles, aber ohne Kommunikation ist alles nichts“ illustrierte der Referent das Patientengespräch als elementaren Schlüssel zur vertrauensvollen Zusammenarbeit – denn „Fehler müssen unbedingt kommuniziert werden“.

Kommunikation dient dabei nicht allein dem Informationsaustausch, sondern sollte vielmehr auch als Mittel zur Patientenführung angesehen werden, welches auch nonverbal einen großen Spielraum für Interpretierbarkeit bietet. Anhand von 10 „Mythen“ und ihren Wahrheitswerten offerierte Prof. Dr. Bechmann eine Hilfestellung zum kommunikativen Fehlermanagement. Vor Behandlungsbeginn kann sich die Ärztin und der Arzt durch kluges Erwartungsmanagement im Vorfeld über die Vorstellungen, Bedenken und Erwartungen der Patienten an die Behandlung verständigen. Prof. Dr. Bechmann mündete abschließend in die einfache menschliche Frage: „Was würde ich wollen, wenn ich durch eine Behandlung einen Schaden erlitten hätte?“. Dr. Franck Renouard warnte in seinem Vortrag provokativ vor den menschlichen Faktoren als primäre Gründe für Komplikationen in der Medizin und definierte zu Beginn Fehler als absichtliche Abweichung von den Sicherheitsregeln eines bestimmten Systems. Dem entgegen stünde der Irrtum als eine unbeabsichtigte Abweichung von dem geplanten Vorgehen.


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023 Mit erschreckenden Zahlen wies er auf die Fehleranfälligkeit des Menschen in Bezug auf sein medizinisches Handeln hin. Die Folgen von fehlerhaftem Schaffen trügen nicht nur allein die betroffenen Patienten, sondern auch deren Betreuer, das eigene Team sowie die anderen Patienten. Mit zunehmender Erfahrung tendiere der Mensch dazu, seine Entscheidungen auf Heuristiken zu stützen. Heuristiken sind einfache Entscheidungsstrategien, die einen Teil der verfügbaren Informationen ignorieren und Entscheidungen auf wenige relevante Prädiktoren stützen. Im Alltag trifft der Mensch zu 95 % seine Entscheidung aufgrund von Intuition und Instinkt (System 1). Dieses System 1 arbeitet schnell, automatisch, dabei aber assoziativ, unbewusst und somit fehleranfällig. In Situationen, die eine hohe geistige Anstrengung verlangen, tritt das rationale Denken in den Vordergrund (System 2). Entscheidungen, die auf Grundlage des Systems 2 getroffen werden, bedürfen mehr Zeit und Anstrengung, sind aber hingegen logisch, bewusst und zuverlässig. Stress gilt in diesem Zusammenhang als Hauptursache für das Entstehen von Fehlern im medizinischen Alltag. Da kein Mensch unfehlbar ist, seien Fehler vorprogrammiert. Deshalb müssten die Systeme so konzipiert sein, dass sie Fehler verhindern und auffangen können („Pilot Cockpit Principle“). Laut Dr. Renouard sei der erste Schritt zur Verringerung künftiger medizinischer Fehler die Schaffung einer Kultur, die mit den Patienten offen über das Auftreten von Fehlern spricht und der gegenseitige Gedankenaustausch.

Berichte: Jahrstagung München 2022

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Dr. Ramel arbeitete zu Beginn den prothetischen Misserfolg als Wechselspiel zwischen Schmerz, Funktion und Ästhetik aus Behandler- als auch aus Patientensicht heraus. In einem Fall, in dem ein Misserfolg nicht mehr zu vermeiden ist, appelliert Dr. Ramel zur frühzeitigen Akzeptanz des Geschehenen, um das Vertrauensverhältnis zum Patienten nicht zu gefährden. Der Patient sollte Gefühl vermittelt bekommen, stets das Beste für Ihn gegeben zu haben, um im Falle eines prothetischen Misslingens eine gemeinsame Lösung finden zu können. Unter solchen Umständen vermeidet eine intensive Information vor und während der Behandlung eine unverhältnismäßige Erwartungshaltung von Seiten des Patienten. Gleichermaßen kann sich der Behandler durch eine ordentliche Dokumentation in Form von Bildern und Karteieinträgen vor falschen Patientenanschuldigen schützen und sein medizinisches Handeln nachvollziehbar darlegen. Fehlerprävention müsste zum einen durch einen Ausbau des kollegialen Austauschs vorangetrieben werden, zum anderen sollte der „Lerneffekt“ aus bereits geschehenen Fehlern nicht unterschätzt und somit zuletzt als unvermeidbares Beiwerk der täglichen Arbeit am Patienten akzeptiert werden. ■

2. KONGRESSTAG 18.11.2022 Bericht von Simon Schutzbach

Den Abschluss des zweiten Tagungstages bestritt Dr. Christian Ramel. Er konzentrierte sich in seinem ehrlichen und praxisnahen Vortrag auf die Komplikationen bei der prothetischen Versorgung. Hierbei lieferte der Referent nicht nur Lösungsvorschläge, wie konstruktiv aus eigener Erfahrung mit einem prothetischen Misserfolg unter Einbezug des Patienten umgegangen werden kann, sondern zeigte zugleich die Kriterien auf, unter denen eine Neuanfertigung einer missglückten Versorgung sinnvoll erscheint, um Frust, Zeit und finanziellen Verlust zu minimeren.

Nach einem gelungenen Festabend versammelten sich am Samstagmorgen die Teilnehmer zum zweiten Teil des Hauptkongresses im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski. Den Auftakt machte Prof. Dr. Gabriel Krastl, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in Würzburg. Dem Tagungsthema verpflichtet ging er kritisch mit sich selbst und der Versorgung dentaler Traumata ins Gericht.


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Berichte: Jahrstagung München 2022

Im Detail zeigte Prof. Dr. Krastl Lösungen für vermeintlich hoffnungslose Fälle. So stellt zum Beispiel die Dekoronation bei posttraumatisch ankylosierten Zähnen eine Therapieoption zur Vermeidung von Knochenverlust dar. Hierbei wird die Zahnkrone bis knapp unterhalb des zervikalen Knochenniveaus sowie vorhandene Wurzelfüllungen unter Einblutung in den Wurzelkanal entfernt. Die verbleibende, der Resorption unterliegende Wurzel dient nun als Matrix für die Knochenneubildung und eine Knochenapposition oberhalb der Wurzel. Der Faserzug der Nachbarzähne induziert weiteres Knochenwachstum. Dies sei bei Patienten vor dem pubertären Wachstumsschub eine gute Therapieoption für ankylosierte und in Infraposition geratene Zähne. Als praktischen Hinweis verwies er schon zu Beginn seines Vortrags auf die von ihm mitgestaltete und seit 3 Wochen veröffentlichte neue S2K Leitlinie „Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne“ und die von ihm mitentwickelte Trauma-App „AcciDent“. Beides sind wichtige Stützen für die Versorgung dentaler Traumata, bei welcher sonst im Praxisalltag oft die Routine fehlt.

seinem Praxisalltag und zeigt fallorientiert, wie diese vermieden oder gemanagt werden können. Eine Instrumentenfraktur beispielsweise sei durch einfache Präventionsmaßnahmen zu verhindern. Instrumente sollten nach einem „single use only“Prinzip genutzt werden und einer ständigen visuellen Kontrolle nach atypischen Lichtreflexen unterliegen. Vorteilhaft seien ein spannungsfreies und ungehindertes Einbringen durch eine optimierte Zugangskavität und, je nach Wurzelkanalkrümmung, die Wahl des richtigen Durchmessers und Taper. An einem Fallbeispiel wurde gezeigt, wie ein Instrumentenfragment, welches während der Kanalaufbereitung immer weiter nach apikal geschoben wurde, mit der eindrucksvollen Lasso-Technik entfernt werden kann. Im folgenden Vortrag „Was tun, wenn in der ästhetischen Region etwas schief läuft?“ diskutierte Dr. Ueli Grunder, einer der führenden Experten für Implantation und Knochenaugmentation im ästhetischen Bereich, eigene und fremde Misserfolge aus seiner Praxis in Zollikon-Zürich in der Schweiz.

Als zweiter Referent berichtete NEUE GRUPPE- Mitglied Dr. Jörg Schröder aus Berlin in seinem Vortrag „Komplikationen bei der endodontischen Therapie – können wir trotzdem noch erfolgreich sein?“ sympathisch und selbstkritisch von Misserfolgen.

Im Kopf vieler Kollegen sei die Endodontie doch eng verknüpft mit Misserfolg und Komplikation. Essenziell für einen Behandlungserfolg sei hierbei die Prävention und genauer noch die Fehlerursachen zu kennen. Hierzu greift Dr. Schröder in seinem Vortrag das „Dirty Dozen“, einen Begriff aus der Aviation, auf. Dies sind die 12 häufigsten Fehlerursachen in der Luftfahrt, welche hier analog auf die endodontische Behandlung übertragen werden können. So können zum Beispiel mangelnde Informationen, etwa durch den Überweiser, schon eine erste Fehlerquelle sein. Im weiteren Verlauf beschäftigt sich Dr. Schröder mit klassischen Komplikationen bei der endodontischen Behandlung (Instrumentenfraktur, via falsa, Perforation und Arbeitslänge) aus

Hierbei stand unter anderem das Weichgewebsmanagement in der ästhetischen Region vor der Knochenaugmentation im Fokus. So kann schon zu Beginn der Behandlung ein Misserfolg absehbar sein, wenn eine adäquate Entfernung von Narbengewebe, beispielsweise nach missglückten Eingriffen von Vorbehandlern, ausbleibt. Auch die Knochenaugmentation birgt vorhersehbare Risiken. An Fallbeispielen zeigte Dr. Grunder anschaulich, wie sich Auswahl und Präzision bei Einsatz einer PTFE-Membran auswirkt. So ist beispielsweise bei dünnem Weichgewebe eine e-PTFE zu bevorzugen, bei möglicher Dehiszenz jedoch auf eine dPTFE zu setzen. Ein Kontakt der Membran mit natürlichen Zähnen ist eine mögliche Infektionsquelle und muss vermieden werden. Auch auf Komplikationen und deren Lösung im späteren Verlauf der Augmentation wurde eingegangen. So sollte eine ausreichende Liegezeit von mindestens 6 Monaten nicht unter-


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Seine Ausführungen knüpften thematisch hervorragend an seinen Vorredner an vermittelten weitergehendes Wissen im Hinblick auf parodontal kompromittierte Ausgangssituationen. Zu Beginn steht immer eine adäquate Analyse des Risikoprofils und die Entscheidungsfindung, ob Zähne nach aktuellem Stand der Therapiemöglichkeiten erhalten werden können oder nicht. Mit der Sofortimplantation zeigte Dr. Körner eine Therapieoption, wenn Zähne nicht mehr erhalten werden können. Mit einer filmunterstützten und praxisnahen Fallpräsentation und mit viel Literatur untermauert, zeigte er wichtige Schritte und Stolpersteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Versorgung. Vorteilhaft scheint eine minimalinvasive Extraktion mit Hilfe von Extaktoren zur Schonung des Alveolarknochens, da die bukkale Knochenwand, daneben aber auch ein dicker gingivaler Biotyp, essenziell für den späteren Erfolg sind. Lösungswege bei Komplikationen sind für Dr. Körner die kritische Betrachtung zur Verfügung stehender Therapieoptionen, chirurgische Korrekturen, Kombination mit perio-prothetischen Maßnahmen und last but not least die Bewahrung des Vertrauensverhältnisses mit dem Patienten.

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Bericht: Youngsterkurs Paul Schuh

Youngsterkurs Paul Schuh BERICHT VON JAN REUVER

Dieser Youngsterkurs startete im sommerlichen München Schwabing in der 2021 eröffneten Praxis von Dr. Paul Schuh. In geselliger Runde erfuhren wir von den Stationen Pauls zahnärztlicher Ausbildung und dem Weg zur Selbstständigkeit in eigener Praxis mit angegliedertem Zahntechnischen Labor. In einer kurzweiligen Präsentation bekamen wir, anhand anschaulicher Patientenfälle, einen beeindruckenden Einblick in die tägliche Arbeit des Praxisteams. Im Fokus standen digital unterstützte Sofortversorgungskonzepte, die mit innovativen Ansätzen aus Chirurgie, Prothetik und Zahntechnik auf allerhöchstem Niveau umgesetzt werden. Anschließend stand ein Rundgang in der durchdachten und im Sinne der digitalen Zahnmedizin bestens ausgestatteten Praxis an. Während bei einem der Kursteilnehmer ein Intraoralscan angefertigt wurde, gab es weitere praxisrelevante Tipps von Dr. Schuh, um die Mundsituation möglichst exakt zu erfassen und den Zahntechnikern übertragen zu können. Nachdem wir uns mit einem gemeinsamen Mittagessen gestärkt hatten, waren alle auf die Vorführung des Modjaw gespannt. Dieser ermöglicht es, verschiedene Kieferbewegungen wie sie z.B. beim kauen, sprechen, knirschen und schlucken vorkommen, aufzuzeichnen. Folgend können die Restaurationen, entsprechend der aufgenommenen Funktion, digital gestaltet werden. Die Kombination der Daten aus Intraoral- und Gesichtsscan sowie der Modjaw Aufnahmen ermöglicht es vorhersagbar äußerst präzisen Zahnersatz anzufertigen. Zum Schluss wurde bei einem der Youngster ein Smiledesign gestaltet. Dabei wurde per Smartphone auf die Smilecloud zugegriffen. Eine durch KI ausgesuchte Zahnform wurde dann in der Gruppe diskutiert und individuell auf den Fall adjustiert. Ein eindrucksvoller Tag voller Inspirationen neigte sich dem Ende und die Teilnehmer gingen mit einer Menge Wissen über digitale Zahnheilkunde aus Dr. Paul Schuh’s Praxis, Danke!

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NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Bericht: Marketing für die Zahnarztpraxis

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„Marketing für die Zahnarztpraxis, Erfolg durch die geeignete Positionierungsstrategie in Zeiten des Personalmangels 2023“ Professor Dr. Thomas Sander, Christoph Sander BERICHT VON FRIEDERIKE MENN

Nach drei Jahren Corona-Zwangspause begrüßte uns vom 20.23.04.2023 das Elsass bei schönstem Frühlingswetter, und in Lembach hieß Familie Bastian die zehn Fortbildungsteilnehmer und das Referentenduo Sander im ihrem 4-Sterne Hotel „Cheval blanc“ herzlich willkommen. Nachdem Jürgen Menn als Nachfolger von „Gründer“ Pit Beyer diese Fortbildungsreihe in Lembach über viele Jahre organisiert hatte, gab es in diesem Jahr einen Wechsel des Organisationsteams: Stephan Kressin und seine Frau Jana haben mit sehr viel Liebe zum Detail und großem Engagement ein wunderbares Wochenende geplant. Das „Cheval blanc“ ist über Grenzen hinweg für sein wundervollen Essen und die ausgesuchten Weine bekannt. Davon konnten wir uns schon beim Frühstück und beim Mittagsessen überzeugen, aber das Highlight war das 5 Gänge-Menü im hoteleigenen 2-Sterne Restaurant am Samstagabend. Die kulinarischen Leckerbissen, wozu auch die traditionellen Flammkuchen gehören, waren gewohnt grandios und sind in all den Jahren fester Bestandteil des Fortbildungs-wochenendes geworden. Schließlich kann man sich bei gutem Essen & Trinken besonders angeregt über die zuvor erworbenen Kenntnisse oder andere fachliche Themen austauschen. Traditionell beschäftigt sich die Fortbildung im Elsass mit einem Thema, welches nicht unbedingt einen unmittelbaren klinischen Bezug zur Zahnmedizin aufweist. Dieses Jahr hat Stephan Kressin Herrn Prof. Dr. Thomas Sander und seinen Sohn Christoph Sander (Sander Concept) zum Thema „Marketing für die Zahnarztpraxis, Erfolg durch die geeignete Positionierungsstrategie in Zeiten des Personalmangels 2023“ eingeladen. Ein Thema, welches wohl beinahe jede(n) selbstständige(n) Zahnarzt/ Zahnärztin in Deutschland beschäftigen dürfte. Egal, ob geplante Niederlassung, Praxisstandortwechsel, Neustrukturierung oder geplante Praxisabgabe. Die Positionierung der Praxis am Markt hilft bei der Suche nach dem richtigen Praxisstandort, der „Selektierung“ des Patientenklientels

und auch bei der Mitarbeitersuche. Zu Beginn gab uns Dr. Thomas Sander ein paar Fakten über die Entwicklung der Zahnarztpraxen in den letzten 20 Jahren in Deutschland. Die jährliche Abnahme von ZA-Praxen liegt bei ca. 500 Praxen. Somit sinkt auch die Zahl der niedergelassen ZÄ, dafür steigt die Zahl der angestellten ZÄ. Von ca. 2.200 Approbationen jährlich, gehen nur knapp 1.200 ZÄ in den Beruf. Davon gründen 1.000 ZÄ neue Praxen. Der Männeranteil bei der Praxisgründung liegt deutlich über dem der Frauen. Die Übernahme von Einzelpraxen liegt bei 65 %, die Neugründungen bei 7% und die Niederlassung in Kooperationen ist rückläufig bei 29%. Der durchschnittliche Praxisgründer ist heute 36 Jahre alt, die Praxen werden groß geplant, um Expansionsmöglichkeiten offen zu halten, und der mittlere Kaufpreis liegt bei 184.000, Euro, Tendenz steigend. Hinzu kommen Investitionen in Höhe von ca.125.000,- Euro. Der Preis nimmt leicht ab, die Investitionen steigen. Die Zahl der hochpreisigen Übernahmen (>500.000,-Euro) steigt. Wovon ist nun der Marketingerfolg abhängig? Das Marketingkonzept sollte die folgenden 8 Grundpfeiler berücksichtigen: Grundpfeiler I : Die Positionierung Am Anfang steht der Zahnarzt mit seiner zahnärztlichen


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Bericht: Marketing für die Zahnarztpraxis

Dienstleistung. Wen will ich ansprechen? Wer ist meine Zielgruppe? Was ist mein „Produkt“? Biete ich einen besonderen Service an oder habe ich mich auf etwas spezialisiert? 2. Grundpfeiler II : Die Marktführerschaft Der Beste sein und die Nr. 1 werden. Schlagwörter sind z.B. der beste Implantologe, die grüne Zahnärztin, der Schalke-Zahnarzt oder die Feng-ShuiZahnärztin. Man braucht ein Alleinstellungsmerkmal. Grundpfeiler III: Die Beständigkeit Konsequent handeln und nicht nachahmen. Grundpfeiler IV: Der Systemwechsel Anders sein und Systemwechsel einleiten. Neue Praxisräume mit besonderen Service? Allergiefreies Implantieren? Neueste Techniken aus den USA? Grundpfeiler V: Geduld haben und Geld ausgeben Erfolg kann nicht erknausert werden. Das Marketingbudget sollte in der Startphase bei 10% des Umsatzes liegen, dauerhaft bei 5%. Grundpfeiler VI: Authentizität Ehrlich sein und die eigenen Schwächen zum Vorteil machen. Authentizität ist eine Voraussetzung für Erfolg. Stärken verstärken und Schwächen akzeptieren. Grundpfeiler VII: Zahlengefahr Controlling richtig machen und Zahlen vergessen. Regelmäßige und wiederholte Standortbestimmung durch Fragebögen, Aufbau einer professionellen und verlässlichen Statistik. Grundpfeiler VIII: Augen auf! Die Entwicklung in der Zahnmedizin beobachten, auf Veränderungen reagieren, Marketingstrategie anpassen, Marketing professionell begleiten lassen. In diesem Zusammenhang stellte Dr. Sander nochmal die elementare Bedeutung der Website heraus. 44% der Patienten seien bei der „Google“-Zahnarztsuche“ offen und suchten keinen bestimmten Zahnarzt. Eine gute Platzierung bei Google sei entscheidend und ein professioneller Werbeauftritt unverzichtbar. Die wichtigsten Faktoren für eine gute Website seien Authentizität, Modernität, Übersichtlichkeit, Außergewöhnlichkeit, Usability, responsive Webdesign, ein Eye-

catcher für die Zielgruppe und die Cross mediale Wirkung. Zum Thema Personalgewinnung gaben uns die Sanders zunächst einen Überblick über die in Deutschland üblichen durchschnittlichen Gehälter: Mindestlohn: 12,- Euro, Discounter: 14,- Euro, Gastronomie: 15,- Euro, Paketdienste: 17,- Euro und ……. ZFA 15,50 Euro. Wenn man motiviertes und gut qualifiziertes Personal gewinnen wolle, müsse man schauen, wie man finanzielle Anreize schaffen und den Beruf attraktiver machen könne. Wir arbeiteten zum größten Teil mit Frauen. Junge Frauen arbeiteten heute während der Elternzeit, stiegen nach der Elternzeit in Teilzeit wieder ein, machten zwischendrin noch ein Sabbatical oder eine Weiterqualifizierung und später pflegten sie einen Angehörigen. Ein Arbeitgeber sollte daher versuchen, die MitarbeiterInnen in jeder Ihrer jeweiligen Lebensphasen abzuholen. Dazu gehörten individuelle Arbeitszeitregelungen, regelmäßige Mitarbeitergespräche, individuelle Unterstützung bei Weiterbildung, klare Zuordnung von Aufgaben und Befugnissen, gute Kommunikation zwischen Führungsteam und Praxis. Um neue Mitarbeiter zu finden, sollte auch das Team mit eingebunden werden. Das Team könne z.B. den Text der Stellenausschreibung formulieren, könne kleine „Hand-made“ Videos erstellen und auch eine Erfolgsprämie erhalten. Die Mitarbeitersuche sollte über vielfältige Kanäle erfolgen: „Mund–zu-Mund“- Propaganda, über Kolleginnen, Social Media, Jobbörsen, lokale Stellenanzeigen, Wartezimmerplakate, Karriereseiten, eigene Website etc. Die Bewerbung sollte den potentiellen ZFAs so leicht wie möglich gemacht werden, nur ein paar Klicks auf der Internetseite oder der Jobbörse, keine Anschreiben oder Lebenslauf, kein Foto. Der erste Schritt müsse so leicht und schnell wie möglich gemacht werden. Ziel müsse es sein, überhaupt Bewerber für ein Gespräch zu gewinnen!!! Wir sind uns wohl einig, dass sich die meisten von uns sich wohl am liebsten nur mit der Zahnmedizin beschäftigen würden. Aber, insbesondere wenn wir als Zahnärzte eine eigene Praxis führen, kommen wir nicht darum herum, uns auch mit den betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen. Und dazu gehört das Marketing. Egal ob Umsatzsteigerung, Patientengewinnung oder Personalgewinnung. Das Thema wird uns immer wieder begegnen und für die nächsten Generationen wird es ein essentieller Bestandteil ihres Berufslebens werden. Wir konnten an diesem Wochenende wichtige Informationen mit nach Hause nehmen, und das Sander - Duo eröffnete uns einen guten Einblick ins professionelle Marketing. Vielen Dank an Prof. Dr. Thomas Sander und seinen Sohn Christoph Sander für einen unterhaltsamen und interessanten Workshop, und natürlich auch an Stephan und Jana Kressin für die Organisation und Durchführung dieses traditionellen Fortbildungswochenendes! ■


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Bericht: Frühjahrstagung in Regensburg

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Frühjahrstagung der NEUEN GRUPPE 18. bis 20.05.2023 in Regensburg BERICHT VON JAN REUVER

Am Donnerstagnachmittag, 18.05.2023 gegen 16 Uhr trafen die Tagungsteilnehmer:Innen, ihre Familien sowie die Youngsters im Insel Sorat Hotel in Regensburg vor schöner Altstadtkulisse ein. Die Tagung wurde mit der Mitgliederversammlung, dem Youngster-Treffen und daran anschließend dem Begrüßungsabend auf dem Donauschiff Kristallprinzessin eröffnet. Die Fahrt führte uns in geselligem Zusammensein von Regensburg flussabwärts zur Walhalla und zurück. Die Begrüßung durch den Präsidenten der NEUEN GRUPPE Prof. Michael Christgau im Tagungshotel, unmittelbar an der Donau gelegen, ließ Vorfreude auf die Tagung aufkommen

tenaufklärung, Planung und zahntechnischen / therapeutischen Umsetzung, veranschaulicht anhand sowohl einfacher wie auch komplexer restaurativ-implantologischer Fälle.

Den ersten Tagungsabschnitt am Freitagvormittag gestalteten die Kandidaten mit ihren Fachvorträgen.

Dr. Holger Janssen überschrieb seinen Vortrag mit der Frage „ Brauchen wir noch Zähne ? – ein parodontologisch orientiertes Praxiskonzept!“. Er stellte Zahnerhalt durch PA-chirurgische Therapie dem Zahnersatz durch Implantate gegenüber und zeigte Langzeitergebnisse nach über 10 Jahren.

Dr. Ulrika Montén, Hamburg, gab uns mit ihrem Vortrag zum Thema „Das schwedische PA-Konzept-Umsetzung in der Praxis“ anhand von Fallberichten einen breit gefächerten Einblick in konservative, parodontal-chirurgische sowie die gingivale Ästhetik berücksichtigende Vorgehensweisen in der täglichen Arbeit in einer parodontologischen Überweisungs-praxis.

Dr. Thomas Seitner, Singen, hatte als Vortragsthema „Behandlung und Organisation – von analog zu digital ! Titan, Keramik, Kunststoffe und Mensch.“ Er führte aus, dass die Ergebnisse von Nachuntersuchungen an Kompositfüllungen zeigten, dass diese sich auch nach 10 Jahren klinischem Einsatz als zuverlässig erwiesen.

Dr. Agnes-Sophia Pach, München referierte über die „Externe zervikale Resorption- Management und Möglichkeiten des Zahnerhalts“ Nach Einführung in das Thema zeigte sie, wie betroffene Zähne defektorientiert und substanzschonend kunstgerecht therapiert werden können. Dabei erklärte sie anschaulich die Klassifizierung der Resorptionsdefekte nach Heithersay und Patel, und ging auf die möglichen Ätiologien der unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Resorptionen ein.

Zudem stellte er eindrucksvoll den Mehrwert der GuidedEndodontie, insbesondere für unerfahrene Behandler, dar. Weiterhin ging er auf die Herausforderungen der EDV in Zahnarztpraxen ein.

Dr. Stefan Bethge, Hamburg beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der „Innovation aus Tradition - die digitale Trickkiste in der täglichen generalistischen Praxis“. Er erläuterte uns den Mehrwert von Intraoralscans zur Patien-

Der Freitagnachmittag gehörte Frau Antje Heimsoeth und ihrem Thema „Erfolg beginnt im Kopf“. Antje Heimsoeth ist eine ausgewiesenen Expertin für Mental Coaching mit zahlreichen herausragenden Referenzen in Sport und Wirtschaft. Sie hatte schon den Begrüßungsabend sowie den Freitagvormittag im Kreis der NEUEN GRUPPE verbracht und auch am Festabend sollte sie dabei sein. Es war ihr wichtig, die Menschen, vor denen sie referieren würde, vorweg etwas näher kennenzulernen. In einem von Interaktion mit dem Publikum geprägten Vortrag


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Bericht: Craniofaciale Entwicklung und Okklusion

wurden zunächst Wirkung und Folgen von Stress beleuchtet. (Mentale) Gesundheit sei als Prozess zu verstehen, der durch ‚Baby Steps´ im Alltag erhalten und gestärkt werden will. Individuell auf die Zahnarztpraxis zugeschnitten erläuterte sie die Wichtigkeit von guten Beziehungen innerhalb des Teams, gemeinsamen Zukunftsbildern und Stressbewältigung. So könne das Team langfristig zusammenwachsen und, durch die Verstärkung von Positivem, die Patienten bestmöglich behandeln. Der Freitagabend war dem Feiern vorbehalten und bei bestem Wetter wurde der Festabend im altehrwürdigen Herzogsaal mit einem Aperitif im Freien begonnen. Das leckere Menü wurde musikalisch von einer Band untermalt, die später aufspielte und für ausgelassene Stimmung sorgte. Jung und Alt trafen sich bis zum späten Abend auf dem historischen Parkett zum Tanzen. Den Samstagvormittag gestaltete Dr. Alessandro Devigus mit der Weitergabe seiner Erfahrungen in der Dentalfotografie. Er gab zahlreiche Tipps & Tricks für eine erfolgreiche Präsenz der Zahnarztpraxis auf der eigenen Webseite, sowie in den

sozialen Netzwerken. Neben der Dokumentation und für Veröffentlichungen diene die Dentalfotografie auch der Kommunikation und vor allem der Selbst-Evaluation. Die Empfehlungen für ein optimales Kamera-Setup wurden durch den spannenden Einblick in aktuelle technische Entwicklungen abgerundet. Damit würden fortab qualitativ noch hochwertigere und detailgetreue Aufnahmen gelingen. Kurze Videos auf der eigenen Webseite und in sozialen Medien ließen den Zahnarzt nahbarer wirken und machten auf den Patienten einen persönlichen, individuellen Eindruck. Alessandro Devigus erklärte, dass dabei guter Ton, Licht sowie die direkte Ansprache an den Zuschauer entscheidend seien. Ein stringentes Design des Onlineauftritts, genauso wie die Kompatibilität mit mobilen Endgeräten seien in der heutigen Gesellschaft entscheidend. Den Samstagnachmittag verbrachten die Teilnehmer.Innen bei bestem Wetter gemeinsam bei einer spannenden Stadtführung durch Regensburg, danach Ausklang im ,Gänsbauer´ und Verabschiedung in Vorfreude auf die Jahrestagung im November in Düsseldorf. ■

Craniofaciale Entwicklung und Okklusion Professor Sato und Professor Greven 03.-04. März 2023 in Bonn BERICHT VON PASCAL MARQUARD

Am 3. und 4. März 2023 trafen wir uns in hybrider Runde, präsent in Bonn und online aus Japan, zu unserem Seminar über die Entwicklung von Zahnfehlstellungen. Der Kurs fand in einem modernen Coworking Space statt, in dem uns für unseren Kurs ein technisch perfekt ausgestatteter Raum zur Verfügung gestellt worden war.

Professor Sato wurde, japanisch pünktlich, online zugeschaltet.


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Bericht: Craniofaciale Entwicklung und Okklusion

Gemeinsam mit Prof. Slavicek hat Prof. Sato über Jahrzehnte hinweg wesentlich Entwicklung und Behandlung sowohl in der Kieferorthopädie wie auch der Prothetik geprägt, und wir sind sehr glücklich, mit ihm diese 2 Vormittage verbracht zu haben. Gemeinsam mit Prof. Slavicek hat Prof. Sato über Jahrzehnte hinweg wesentlich Entwicklung und Behandlung sowohl in der Kieferorthopädie wie auch der Prothetik geprägt, und wir sind sehr glücklich, mit ihm diese 2 Vormittage verbracht zu haben. Nach seiner Einleitung erläuterte er zunächst seine Definitionen zur Kiefergelenks-Position und gab uns dazu einen geschichtlichen Überblick, Die erste Aufzeichnung des Bewegungsablaufs im Kiefergelenk reicht immerhin bis ins Jahr 1850 zurück. Danach stieg Professor Sato am Beispiel unserer Patienten mit Unterkieferrücklagen (Klasse II), der Patientengruppe, die uns am meisten Kopfzerbrechen bereitet, in die anatomische Entwicklung des Kausystems ein. Besonders interessant war hier der Vergleich zwischen der Entwicklung der Milchdentition des Menschen im Vergleich zu der von Primaten. Hier wurde einmal das generelle Risikopotential unserer Kieferentwicklung deutlich und im Besonderen, dass unsere Klasse II Patienten wegen der häufig retralen Kompressions-Lage des Kiefergelenks ein besonderes Risiko zur Entwicklung von Dysfunktionssymptomen haben. In der Folge werden wir als Zahnärzte dann vor medizinisch anspruchsvolle Herausforderungen zur Behandlung dieser Dysfunktionen gestellt, insbesondere dann, wenn Zahnersatz zur Behebung der dysfunktionell bedingten Symptome erforderlich wird. Anschaulich konnte Prof.Sato zeigen, wie wichtig die biologisch richtige Position der sich entwickelnden 4er zueinander ist im Hinblick auf die dentale Klasse II.

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Hier wurden wir an einer Patientin, die sich freundlicherweise zu Demonstrationszwecken zur Verfügung gestellt hatte, stepby-step durch die kameraelektronische KiefergelenksbahnAufzeichnung geführt und konnten im Anschluss gegenseitig üben. Nach der Aufzeichnung wurde ausführlich die Therapieabfolge diskutiert. Den Abend haben wir bei hervorragender italienischer Küche ausklingen lassen. Am Samstagmorgen folgte der zweite Teil der online Präsentation von Prof. Sato. Wieder thematisierte er die Kernproblematik der Klasse II Patienten, die inzwischen epigentisch über 50% der Bevölkerung ausmachten. Anhand verschiedener Entwicklungen vom Säugling bis hin zum Erwachsenen legte er dar, Säuglinge eine skelettale Klasse II aufweisen, und dass sich erst während der Dentition eine Klasse I einstellt. Insbesondere zeigte er uns Studien über die sich im posterioren Bereich einstellende, steile posteriore Okklusalebene und deren Einfluss auf die Entwicklung von Gesichtsschädel und Kiefergelenk. Unser Kiefergelenk habe im Vergleich zu Primaten keinen knöchernen Schutz. Es sei daher eine flache Molarenabstützung notwendig, um einer Kompression der bilaminären Zone vorzubeugen. Diese sei das zentrale Problem von Klasse II Patienten. Nicht alle könnten diese kompensieren, und so stellte sich zunehmend schon bei jungen Patienten eine schmerzhafte craniomandibuläre Dysfunktion ein. Sei es eine muskuläre Überreaktion oder eine Gelenkschädigung. Seine theoretischen Ausführungen illustrierte Prof. Sato dann mit zahlreichen exemplarischen klinischen Fällen, die hervorragend gelöst wurden.

Er habe seit 40 Jahre keine Prämolaren mehr extrahiert. Eine schöne Diskussion rundete schließlich den Kurs ab. Den Nachmittag durften wir in der Praxis von Prof. Markus Greven verbringen.

Herzlichen Dank an Professor Sato und Professor Greven für dieses hervorragende, sehr wissenschaftliche Seminar in Bonn.

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Bericht: Ski und Fortbildung als Seminar

SKI UND FORTBILDUNG ALS SEMINAR

Der Spezialist im Generalisten „Muss man heute alles können?“ BERICHT VON DERK SIEBERS Nachdem 2021 unsere geplante Skifortbildung der NEUEN GRUPPE coronabedingt ausfallen musste, konnten wir in der zweiten Februarwoche (5.-12.2.2022) das von allen lang ersehnte Wiedertreffen zu einer Kombination aus Fortbildung und Skifahren realisieren. Die Fortbildung fand diesmal im Zentrum Südtirols dem Grödnertal (Val Gardena) in Wolkenstein (Selva) im Hotel Laurin statt. Der Titel der Veranstaltung lautete: Der Spezialist im Generalisten - „Muss man heute alles können?“ In der heutigen Zeit der zunehmenden Spezialisierung wird es immer wichtiger auf vielen zahnmedizinischen Spezifikationen auch als Generalist mit den Spezialisten der einzelnen Fachrichtungen sowohl praktisch als auch theoretisch und praktisch „Schritt zu halten“ oder zu mindestens nicht „zu weit abzufallen“. Ist diese Herausforderung noch zu meistern, welche Hindernisse gilt es zu bewältigen? Es stellt sich natürlich aufgrund der zunehmenden Spezialisierung die Frage: „Muss man heute alles können?“ Wir wissen, dass das unmöglich ist! Also bleibt die Frage: „Was muss man können?“ Dieser Kongress mit einer Zusammensetzung des Referentenpools aus vor allem erfahrenen und etablierten Generalisten und einigen Spezialisten versucht Lösungsvorschläge anzubieten und gemeinsam zu diskutieren. Es werden Schnittstellen der intra- und interdisziplinären Zusammenarbeit diskutiert und es wird vermittelt werden, wie ein hohes Niveau der zahnmedizinischen Behandlungsqualität in verschiedensten zahnmedizinischen Spezialisierungen sowohl in der spezialisierten Fachpraxis als auch in der Praxis des Allgemeinzahnmediziners möglich ist. Neben den zahlreichen Fachvorträgen steht bei den täglichen gemeinschaftlichen Unternehmungen viel Zeit für fachlichen und kollegialen offenen Wissensaustausch zur Verfügung. Neben den zahlreichen Fachvorträgen und einem kollegialen offenen Wissensaustausch war Ziel der Veranstaltung auch einen ausreichenden Zeitrahmen für persönliches zu gewährleisten. Gemeinschaftliche Unternehmungen wie das Skifahren in der Mittagspause und der abendliche private Austausch dienten dem Zusammenwachsen und der Festigung von Freundschaften innerhalb unserer Gemeinschaft der NEUEN GRUPPE. Organsiert wurde die Skifortbildung vom Mitglied Guido Singer mit seinen hervorragenden Kontakten vor Ort und Derk Siebers, der sich für das wissenschaftliche Programm verantwortlich zeigt. ■


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Bericht: Praxistag

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Praxistag unserer Kandidatin Dr. Lea Krueger-Jansson in Frankfurt am 19. August 2023 BERICHT VON MICHAEL CHRISTGAU neben einer leichten parodontalen Vorschädigung eine Nichtanlage mehrerer Zähne mit zum Teil persistierenden Milchzähnen sowohl im Oberkiefer-Frontzahn- als auch im Unterkiefer-Prämolarenbereich aufwies. Da die Frontzahnästhetik infolge der erwähnten Störungen kompromittiert war, war die minimalinvasive Umgestaltung der Oberkieferfrontzähne durch Kompositfüllungen anhand eines Wax-up geplant. Lea präsentierte uns die Planungsmodelle, auf denen ihr Zahntechniker das Wax-up mit der angestrebten Lösung angefertigt hatte. Die Restauration der Zähne 11-13 hatte Lea bereits im Vorfeld vorgenommen. Für den heutigen Tag war die Umgestaltung der Zähne 21 und 23 geplant.

Am Samstag, 19.08.2023, veranstaltete unsere Kandidatin, Dr. Lea Krueger-Jansson ihren Praxistag. Wenngleich sie seit zweieinhalb Jahren überwiegend als angestellte Zahnärztin in einer Mehrbehandlerpraxis im schweizerischen Luzern arbeitet, fand ihr Praxistag in den Praxisräumen ihres Vaters Ulf in Frankfurt statt, wo sie von Zeit zu Zeit ebenfalls zahnärztlich tätig ist. Auf diese Weise wollte sie den Teilnehmern ihres Praxistags die Anreise erleichtern und den dafür erforderlichen Zeitaufwand reduzieren. Da die kleine, aber feine Praxis im Wohnhaus ihrer Eltern liegt, war dieser Praxistag von einer sehr familiären Atmosphäre geprägt. Der 19. August war noch einmal ein sehr heißer Spätsommertag mit 33°C Außentemperatur, was aber in den gut klimatisierten Räumen Gott sei Dank kein Problem darstellte. Die Teilnehmer von Leas Praxistags waren ihre beiden Bürgen, Jan Halben und Michael Christgau, sowie weiterhin Petra Gundlach, Ralf Gerhart und natürlich auch Leas Vater, Ulf Krueger-Jansson. Wir wurden um 10:00 Uhr von Lea und ihren Eltern empfangen und dann ging es auch gleich mit dem Programm los. Lea nutzte die erste Stunde, um uns in einer vorbereiteten Präsentation über ihre Tätigkeit in der Luzerner Praxis zu berichten. In dieser Mehrbehandlerpraxis beschäftigt sie sich überwiegend mit folgenden Aufgaben: Therapie von Angstpatienten, Endodontie, ästhetische Zahnheilkunde sowie konservierende und restaurative Zahnheilkunde. Anschließend bereitete uns Lea anhand einer Präsentation und den Situations- und Planungsmodellen auf ihren ersten Patientenfall vor. Es handelte sich um eine junge Frau, die

Um kurz nach 11:00 Uhr ging es dann los. Lea zeigte uns in überzeugender Weise die minimalinvasive Umformung der beiden Zähne mit der Komposittechnik, wie sie von ihrem Vater Ulf entwickelt worden war. Wir waren beeindruckt, wie Lea in sehr fokussierter, ruhiger Arbeitsweise das Wax-up in ein ästhetisch sehr ansprechendes Ergebnis umgesetzte. Auch Ihre Patientin zeigte sich am Behandlungsende sehr glücklich über die gelungene Veränderung Ihrer Oberkieferfrontzähne.


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Bericht: Praxistag

Als Lea mit ihrer ersten Patientin fertig war, warteten ihre Eltern Wulfhild und Wulf auf deren Terrasse bereits mit einem stärkenden Mittagessen für uns – regionaltypisch zum Veranstaltungsort: Frankfurter Würstchen, grüne Soße und Kartoffelsalat. Anschließend wartete Leas zweiter Patient auf uns. Er war vor etlichen Jahren bereits „Fotomodell“ im uns allen bekannten Buch von Wulf Krueger-Jansson. Nachdem sich bei diesem Patienten infolge von Parodontitis und Rauchen das ästhetische Erscheinungsbild mit offenen interdentalen Dreiecken wieder deutlich zum Negativen hin verändert hatte, stand auch bei ihm die erneute minimalinvasive Umgestaltung der Frontzähne 21 und 22 auf dem Programm, was Lea ebenfalls auf beeindruckende Weise gelang. Der dritte und letzte Patient erhielt dann von Lea noch eine sehr schöne Seitenzahn-Kompositfüllung am Zahn 16. Auch hier gab es von uns absolut nichts zu beanstanden. Um ca. 16:00 Uhr endete ein überzeugender Praxistag. Nach einem von ihrem Vater zubereiteten leckeren Espresso traten wir alle wieder unsere Heimreise an. Unser aller Resümee dieses Praxistags war, dass Lea Krueger-Jansson die uns gezeigten Behandlungen blitzsauber, routiniert und souverän gemeistert hatte. Ihre Behandlungsergebnisse waren hervorragend und von hoher Qualität, was auch in der großen Zufriedenheit ihrer drei Patienten zum Ausdruck kam.

Ihre beiden Bürgen waren sehr stolz auf ihre Kandidatin, die sie nun sehr gerne den Mitgliedern der NEUEN GRUPPE zur Aufnahme als neues Mitglied vorschlagen werden. ■

Praxistag Dr. Thomas Seitner BERICHT VON DERK SIEBERS

Datum und Ort: Praxis Dr. Thomas Seitner & Kollegen, Praxis am Hohentwiel, Widerholdstraße 26f, 78224 Singen, 15.9.2023 Kandidat/in: Dr. Thomas Seitner Tätigkeitsschwerpunkt: Endodontologie, Parodontologie, Implantologie, Restaurative ZHK 1. Bürge: Dr. Derk Siebers 2. Bürge: Dr. Marcus Simon Teilnehmer: Dr. Udo Engel, Dr. Christian Rupp, Dr. Dirk Zipprich


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Praxisbeschreibung: Dr. Thomas Seitner ist ausgebildeter Zahntechniker. Nach Abschluss seines Zahnmedizinstudiums arbeitete er zunächst als Assistenzarzt an der prothetischen Abteilung der Universitäts-Zahnklinik Freiburg bei Prof.Strub. Nach einem Jahr in einer Praxisgemeinschaft in Regensburg hat er 1997 seine eigene Praxis in Singen/Hohentwiel eröffnet. Im Jahre 2004 ist Tom Seitner mit dieser Praxis dann in eigene Räumlichkeiten in unmittelbarer Umgebung umgezogen. Die Praxis hat mit 4 Behandlungszimmern auf etwa 200 qm eine angemessene Größe und entspricht allen Anforderungen einer modernen, attraktiven Praxis mit sehr stark endodontologisch auch als Überweiserpraxis ausgerichtetem Schwerpunkt. Tom Seitner arbeitet zu etwa 20% auf Überweiserbasis mit etwa 5 überweisenden Kollegen/innen. Er beschäftigt insgesamt 8 Mitarbeiter/innen. Hierzu gehören eine angestellte Zahnärztin mit Schwerpunkt in Prophylaxe und Parodontologie, 1 DH, 2 Rezeptionistinnen, darunter seine Gattin Paula, 1 Zahnarzt, der sich in der Anerkennung in Deutschland befindet und in der Behandlungsassistenz, aber vor allem auch im Eigenlabor mit der Herstellung von gefrästem Zahnersatz und gedruckten Modellen, Schienen und Abformlöffeln beschäftigt ist. In der Behandlungsassistenz beschäftigt Tom Seitner eine Vollkraft und eine Teilzeitkraft sowie eine Auszubildende. Trotz des komplizierten Umfelds am wirtschaftlich schwierigen Industriestandort Singen, mit einem hohen Ausländeranteil und für die Region unterdurchschnittlicher Einkommenssituation und entsprechend niedriger Kaufkraft, hat Dr. Seitner es geschafft eine qualitativ hochwertige Praxis zu etablieren. Es geht trotz der Praxisgröße und der Anzahl der Angestellten stets ruhig und geordnet zu, was für die exzellente Praxisorganisation und ein effektives Terminmanagement spricht. Patientenbehandlung: In der Anlage befindet sich das Terminblatt des Praxistages mit den Patientenbehandlungen von Dr. Thomas Seitner. Es ist es ihm gelungen ein sehr attraktives und interessantes Behandlungsprogramm mit der Behandlung von 5 Patienten zusammenzustellen. Der Praxistag war außerordentlich gut organisiert und begann mit einer Vorstellung der Patienten in einer Präsentation und ausführlichen Erläuterungen zu den Behandlungsfällen und deren ausgezeichnet dokumentierter Historie. Patient 1: „Guided Endo“: es wurde sehr routiniert und versiert eine schablonengeführte endodontische Behandlung eines Unterkieferfrontzahnes durchgeführt. Die Behandlung umfasste die Detektion des Wurzelkanals mit Hilfe der Schablonentechnik, die Aufbereitung bis zum Apex, die Laserdesinfektion und die abschließende medikamentöse Einlage mit Verschluss Patient 2 und 3: Eingliederung von Retainerschienen in zwei einander ähn-

Bericht: Praxistag

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lichen Behandlungsfällen nach abgeschlossener kieferorthopädischer Alignertherapie. Außerdem konnten wir die in der Historie stattgefundenen ZE-Behandlungen, sowie eine erfolgreiche GTR-Therapie begutachten. Zwischendurch wurde uns ein Patient vorgestellt, der einen Zahnreinigungstermin hatte und uns über die erfolgreiche Therapie mit einer Unterkiefer-Protrusionsschiene (Panthera) zur Behandlung seiner Obstruktiven Schlafapnoe bei bestehender CPAP-Unverträglichkeit berichtete. Patient 4: Mock-up einer Oberkieferfrontzahnverlängerung. Im Vorfeld hatte eine erfolgreiche Alignerbehandlung mit ästhetischer Zahnkorrektur und Vergrößerung des Zungenraumes stattgefunden und die entstehenden Frontzahnlücken waren mit ästhetischen Frontzahnrekonstruktionen geschlossen worden. Außerdem wurde eine Retainerschiene im Unterkiefer eingegliedert. Patient 5: Nach erfolgreicher endodontischer Behandlung wurde eine im Eigenlabor hergestellte Zirkonoxydkrone auf einem Unterkieferprämolaren mit Zinkoxid-Phosphatzement eingegliedert. Die Zementierung wurde relativ umfassend diskutiert und die breit gefächerte Auswahl von verwendeten Zementen im relativ kleinen Teilnehmerkreis (Kunststoff-, Glasionomer- und Kompomerzemente) zeigt die Heterogenität auch in unserer NEUEN GRUPPE.

Welche Aspekte des Praxistages gelten als besonders erwähnenswert? Fachlich: Tom ist ein extrem motivierter und engagierter Kollege mit einer mehr als 30-jährigen Berufspraxis. Ihm ist es in einem schwierigen Umfeld (siehe oben) gelungen seine Praxis zu positionieren. Neben seiner zahnärztlichen Tätigkeit ist er maßgeblich und führend bei den Zahnfreunden engagiert. Die Zahnfreunde sind ein Verbund von Zahnärzten/innen, die sich mit den Themen Praxisorganisation und -management intensiv auseinandersetzen und diese mit eigenen Konzepten für Ihre Praxen erfolgreich umsetzen. Besonders erwähnenswert ist deshalb die extrem gute (digitale) Organisation der Praxis in allen heute relevanten Themenbereichen wie QM, Hygiene, Materialwirtschaft, Chargendokumentation und vieles mehr. Tom „lebt“ für seine Konzepte und die Durchsetzung von qualitativ hochwertiger Zahnmedizin und setzt seine ganz Kraft ein, um diese in seiner Praxis konsequent und erfolgreich zu verwirklichen. Seine ruhige und gut geplante Vorgehensweise zeugt von viel Erfahrung und fachlichem Wissen. Das ermöglicht ihm, vorhersagbare Ergebnisse auf sehr hohem Qualitätsniveau zu erreichen.


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Bericht: Praxistag Angestellten ist sehr „familiär“ - freundlich und herzlich. Die antizipative Mitarbeit seines Teams, die sicherlich auf seiner sehr guten Ausbildung beruht, schaffen eine gute Praxisatmosphäre und ermöglichen ihm die Erreichung des hohen Qualitätsniveaus der Praxis. Bemerkenswert ist auch der sehr menschliche und freundliche Umgang „auf Augenhöhe“ mit seinen Patienten und die hohe Empathie, die er Ihnen entgegenbringt. Tom Seitner habe ich immer als einen sehr freundlichen und auch im privaten Umfeld interessierten Kollegen geschätzt, der aufgrund seiner hohen Empathie ausgezeichnet in unseren Freundeskreis passt.

Menschlich: Das Betriebsklima in der Praxis am Hohentwiel ist geprägt von hoher gegenseitiger Wertschätzung. Toms Umgang mit seinen

Zusammenfassend war der Praxistag von Tom für alle Teilnehmer ein „Mehrwert“, weil wir erfolgreiche Konzepte eines erfahrenen Kollegen erleben durften und Unterschiede in Vorgehensweisen undogmatisch, offen und ehrlich (im Stile der NEUEN GRUPPE) diskutiert haben. Berlin, den 29.9.2023

Praxistag Dr. Holger Janssen BERICHT VON DERK SIEBERS

Datum und Ort: Praxis Dr. Holger Janssen, Zahnarzt im Haus Hardenberg, Schillerstraße 128, 10623 Berlin Charlottenburg, Freitag, 22.09.2023 Kandidat: Dr. Holger Janssen Tätigkeitsschwerpunkt: Parodontologie, Implantologie 1. Bürge: Dr. Derk Siebers 2. Bürge: Dr. Wolfram Bücking Teilnehmer: Dr. Stefan Gäbler, ZA. Jan Halben, Prof. Dr. Michael Rosin, Dr. Christian Rupp, Dr. Jörg Schröder Praxisbeschreibung: Die Praxis von Dr. Holger Janssen besteht seit 2009. Sieben Jahre lang war er selbstständiger Praxispartner von Dr. Detlef Hildebrand in der Praxis am Westhafen, bis er 2015 seine eigene Praxis in den Räumen des Hauses Hardenberg in der Berliner City eröffnete. Die Praxis hat mit 4 Behandlungszimmern auf etwa 250 qm eine angemessene Größe und entspricht allen Anforderungen einer modernen, attraktiven, parodontologisch und implantologisch orientierten Schwerpunkt- und Überweiserpraxis. Holger Janssen arbeitet zu etwa 50% auf Überweiserbasis mit

etwa 20 überweisenden Kollegen/innen. Er beschäftigt insgesamt 14 Mitarbeiter. Hierzu gehören ein angestellter Zahnarzt mit konservierendem Schwerpunkt (eine weitere ZÄ. wird demnächst hinzustoßen), 2 DH und 3 ZMP, 2 Rezeptionistinnen, 4 ZFA in der Behandlungsassistenz sowie 2 Lehrlingen. Es geht trotz der Praxisgröße und der Anzahl der Angestellten stets ruhig und geordnet zu, was für die exzellente Praxisorganisation und ein effektives Terminmanagement spricht.


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023 Patientenbehandlung: In der Anlage befindet sich das Terminblatt des Praxistages mit den Patientenbehandlungen von Dr. Holger Janssen. Holger Janssen behandelte an seinem Praxistag 5 Patienten. Im Vorfeld ist es aufgrund kurzfristiger Absagen eigentlich geplanter Behandlungen zu einigen Schwierigkeiten für Holger Janssen gekommen. Trotzdem ist es ihm gelungen, ein sehr attraktives und interessantes Behandlungsprogramm zusammenzustellen. Patient 1: Implantation in einer mäßig kompromittierten Frontzahnregion Regio 22. Das Prozedere war versiert, zielgerichtet und ergebnisorientiert, zügig bei einem sehr ruhigen Vorgehen. Splitflap unter Erhaltung aller zur Verfügung stehenden Weichgewebe, PRF-Protokoll, Implantatbettaufbereitung, bukkale Augmentation mit dem durch „dry drill“ gewonnenen Eigenknochen, Fibrinmembran, gedeckte Einheilung. Patient 2: Extraktion eines nicht erhaltungsfähigen 2. Molaren im rechten Unterkiefer 47. Teilung des Zahnes, piezo-elektronische Aufbereitung des PARSpaltes und sehr ruhige und versierte Entfernung eines nach Fraktur verbleibenden mesialen Wurzelfragments. Socket-Preservation PRF-Protokoll. Patient 3: Zustand nach Implantation und Freilegung 22 mit Gewebeverdickung. Es wurden Abformungen der Implantatposition mit individuellem Löffel und vom Gegenkiefer genommen.

Bericht: Praxistag

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Therapien - zu ihm zu überweisen und konnte so seine Überweiserpraxis etablieren. Neben seiner selbstständigen zahnärztlichen Tätigkeit ist Holger Janssen auch als Referent für parodontologische und implantologische Themen aktiv, u.a. über PRF. Holger Janssen hat das erklärte Ziel, eine moderne und qualitativ hochwertige Zahnmedizin in seiner Praxis zu realisieren. Das gelingt ihm mit seinem sehr gut organisierten Team. Seine zahnärztliche Tätigkeit ist geprägt von einer ruhigen, sehr gut geplanten und akkuraten Durchführung. Mit seiner gleichmäßigen, soliden, ergebnisorientierten Arbeitsweise erzielt er bei einem hohen Arbeitstempo, das niemals hektisch wirkt, vorhersagbare Ergebnisse auf sehr hohem Qualitätsniveau. Menschlich: Holger Janssen zeigte einwandfreies, von hoher Kollegialität und Wertschätzung geprägtes Verhalten gegenüber seinen Mitarbeitern. Das Betriebsklima ist vorbildlich und herzlich von viel gegenseitigem Respekt geprägt. Er stellt zwar hohe Anforderungen an seine Mitarbeiter, diese werden aber aufgrund des guten Betriebsklimas gerne erfüllt. Auch der Umgang mit seinen Patienten ist vorbildlich und weist einen menschlich guten Kontakt mit hoher Empathie auf. Auch bei Auftreten von Komplikationen bewahrt Holger Janssen die Ruhe. Das geplante Prozedere wird in Zusammenarbeit mit seinem Team konsequent weiterverfolgt, so dass die Komplikationen vom Patienten weitgehend unbemerkt bleiben. Holger Janssen ist ein engagierter und hilfsbereiter, aufrichtiger Kollege/ Partner/Freund.

Patient 4: Kontrolle einer kieferorthopädischen Extrusion (nach Neumeyer) Nach 4 Tagen war die Bewegung von 3mm vertikal bereits abgeschlossen, so dass die Wurzel in der definitiven Position fixiert wurde. Patient 5: Adhäsive Eingliederung einer Einzelkrone an 45 Kontrolle einer erfolgreichen GTR-OP 12 Jahre nach OP, deutliche Auffüllung des ehemaligen vertikalen Knocheneinbruchs. Welche Aspekte dieses Praxistages sind besonders erwähnenswert? Fachlich: Holger Janssen ist ein extrem motivierter und engagierter Kollege mit einer fast 20-jährigen Berufspraxis. Ihm ist es im schwierigen Umfeld Berlins gelungen, seine Praxis zu positionieren. Er genießt bei zahlreichen Berliner Kollegen das Vertrauen, Patienten zu speziellen - besonders parodontologischen

Der Praxistag hat uns allen viel Spaß gemacht und war geprägt von vielen angeregten Diskussionen über unterschiedlichste behandlungstechnische Vorgehensweisen und die verschiedensten Therapieoptionen.

Berlin, den 25.9.2023 ■


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Bericht: Praxistag

Praxistag Dr. Ulrika Montén BERICHT VON MATHIAS MÜLLER

Am Freitag den 15.9. hatten Jan und ich die Gelegenheit, Ulrika Montén in Ihrer Praxis zu begleiten. Wir konnten einen normalen Freitag erleben mit Praxisbetrieb in allen Bereichen. Ulrika hatte am morgen gleich einen Notfall zu versorgen. Ein frakturierter unterer Frontzahn bei einem Patienten der bereits um 10:00 Boarding am Flughafen HH hatte. Ein sicher und mit professioneller Routine gemeisterter Fall. Im weiteren Verlauf des Tages konnten wir dann einige Routine-Kontrollen bei Patienten im Bereich der parodontologischen Überweisungspraxis erleben und Beratungen zu komplexen Versorgungen in der eigenen allgemeinzahnärztlichen Praxis. Der Schwerpunkt am Morgen war dann eine parodontologische Routine-OP. Mit Jan als Assistenz hat Ulrika einen OK Quadranten mit Knochendefekten bis 9mm resektiv und teils regenerativ mit Emdogain behandelt. Wir hatten Gelegenheit, eine sehr routinierte und geschickte Kollegin zu bewundern die mit aller Geduld und Sorgfalt nach erprobter skandinavischer Schule ihren Patienten behandelt hat. Mit Ulrika dürfen wir eine Kollegin in unseren Reihen begrüßen,

die auf der Grundlage einer sehr fundierten Fachausbildung und mit Souveränität und Gelassenheit Patienten betreut. Sie kann uns in Ihrem Fachbereich und darüber hinaus sicher guten Input geben. ■

Liebe Freunde*innen der NEUEN GRUPPE, eine Präsenz in Social Media ist auch für die NEUE GRUPPE wichtig, um Kommunikation und Präsentation nach außen zu erreichen und uns nachhaltig zu platzieren. In Social Media gibt es zahlreiche Plattformen. Deshalb ist es entscheidend, die SocialMedia-Kanäle genau zu verstehen und die Sprache ihrer Nutzer zu sprechen. Seit mehreren Monaten spielen wir, als NEUE GRUPPE, nun regelmäßig und strategisch Fotos und Videos in unseren Content ein. Das Ziel ist es mit kreativem Social-Media-Marketing die Fortbildungen und Kongresse der NEUEN GRUPPE auch in Zukunft erfolgreich zu etablieren und den Bekanntheitsgrad der NEUEN GRUPPE zu erhöhen. Die Vorteile von Social Media liegen klar auf der Hand. Heute fragt niemand mehr „Was ist Social Media?“ Social Media und Kommunikation sowie Marketing sind längst untrennbar miteinander verbunden. Dafür brauchen wir auch Eure Mithilfe. Ihr unterstützt die NEUE GRUPPE in dem Ihr unsere Beiträge liked, reposted und/ oder kommentiert. Danke für Eure Unterstützung! Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt, so wendet Euch doch einfach an mich. Herzliche Grüße Euer Christian Sampers -Vorstand Neue Gruppe Öffentlichkeitsarbeit-


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Frühjahrstagung/Jahrestagung 2024

Frühjahrstagung der NEUEN GRUPPE 2024 in Landshut Donnerstag, 9.5. bis Samstag, 11.5.2024 ANMELDUNG:

boeld communication GmbH, Reitmorstraße 25, 80538 München, congress@bb-mc.com Tel. +49 89 1890460 · Fax +49 89 18904616 · www.neue-gruppe.com

58. Jahrestagung der NEUEN GRUPPE

Digitale Zahnheilkunde Ein Gamechanger Donnerstag, 21.-23. November 2024 ORT: Salzburg Conference Centre Fanny-von-Lehnert-Straße 7, 5020 Salzburg, Österreich

Jahrestagung Salzburg 2024

REFERENTEN:

Prof. Dr. Florian Beuer, MME, Berlin Dr. Marcus Engelschalk, München Dr. Lukas Fürhauser, Wien Ralph Georg, Miami Dr. Martin Gollner, Bayreuth Prof. Dr. Jan-Frederik Güth, Frankfurt Dr. Christian Leonhardt, Augsburg Dr. Henriette Lerner, Baden-Baden Dr. Nazariy Mykhaylyuk, Kiew Enrico Steger, Gais

ANMELDUNG:

boeld communication GmbH Reitmorstraße 25 80538 München congress@bb-mc.com Tel. +49 89 1890460 Fax +49 89 18904616 www.neue-gruppe.com

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Neue Seminare

Ankündigung: Neue Seminare ANMELDUNG für die Seminare (wenn unter dem Seminar nicht anders angegeben): Anmeldung nur online über die Homepage der neuen Gruppe über unseren Kooperationspartner Quintessenz Verlag.

Bitte beachten Sie die Seminarankündigungen auf unserer Homepage: www.neue-gruppe.com Priv. Doz. Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen INNOVATIVES WEICHGEWEBEMANAGEMENT IN DER PARODONTOLOGIE UND IMPLANTOLOGIEAUTOLOG VERSUS XENOGEN Freitag, 19. Jan. 2024 09:00 – Samstag, 20. Jan. 2024 Intensivkurs Neue Gruppe Die plastische Parodontalchirurgie hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten rapide entwickelt und ist zu einer bedeutenden neuen Disziplin in der Zahnmedizin aufgestiegen. Mit der Einführung der parodontalen Mikrochirurgie gelang es, minimal invasive und innovative Tunnel-Techniken mit hoher Therapiesicherheit zur Rezessionsdeckung durchzuführen. Mit der Entwicklung und dem Einsatz der porcinen azellulären dermalen Matrix (PADM) NovoMatrix® eröffnet sich die Möglichkeit auf Transplantatentnahmen vom weichen Gaumen zu verzichten und folglich Komplikationen sowie die Morbidität des Patienten erheblich zu senken. Zudem können OP- Limitationen durch eingeschränkte Verfügbarkeit von Transplantaten des Gaumens vermieden werden. Dieses innovative xenogene Ersatzmaterial eröffnet die umfangreiche operative Deckung von multiplen Rezessionen einzeitig in beiden Kiefern. Die Fortbildung steht unter dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“. Der Referent vermittelt das Spektrum aktueller Techniken, wie er sie in seiner Praxis erfolgreich einsetzt. Der Intensivkurs bestehend aus Vortrag, Live-OP mir 3D- Übertragung und Hands on Kurs an Tiermodellen Kursinhalte: Teil 1: Theoretische Einführung Basics der plastische Mikrochirurgie Wundlappenpräparation und Flap Designs Techniken zur Rezessionsdeckung unter Einsatz von autologen versus porcinen Transplantaten Teil 2: Live OP einer Rezessionsdeckung unter Einsatz einer PADM mit 3D- Übertragung Teil 3: Praktischer Arbeitskurs am Tierkiefer

Einsatz von Lupenvergrösserungen ggf. mit LED-Licht Durchführung von OP-Techniken am Tiermodell Jedem Teilnehmer werden ein mikrochirurgisches Instrumentarium und Mikronahtmaterialen zur Verfügung gestellt. Kursziele: Welche Techniken sind einfach, vorhersehbar und praxisgerecht? Wann ist der Einsatz von autologen Transplantaten indiziert? Welche Einsatzmöglichkeiten ergeben sich für die pocine azelluläre dermale Matrix? Mit welcher Systematik können die Techniken eingesetzt werden? Social Event: Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens erwartet die Teilnehmer ein vinologischer Workshop durch den Referenten. Kursort: Institut für dentale Forschung und Lehre Steinbogenstraße 26 87700 Memmingen Zeiten: Freitag, 19. Januar 2024 9-18h und Samstag 20. Januar 2024 bis ca. 16h Teilnehmer: Neue Gruppe Mitglieder, Kandidaten und Gäste. Preise: Neue Gruppe Mitglieder und Gäste 950€ Angestellte ZÄ Neue Gruppe Praxen 750€ Youngster 450 € 1 Youngster nach Absprache mit Dr. Marquardt Protokoll 200€


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Dres Müller und Bethge: VON ANALOG ZU DIGITAL Freitag, 24. Nov. bis Samstag 25. Nov. 2023

Praktischer Arbeitskurs zum digitalen Workflow in der allgemeinzahnärztlichen Praxis • Am Anfang steht der Intarorale scan • Verwendung der Daten im Praxislabor: CAM, Fräsen, Drucken • Zusammenarbeit mit einem Fremdlabor • Weiterführende Optionen

SKI UND FORTBILDUNG ALS SEMINAR VOM MISSERFOLG ZUM ERFOLG

Samstag, 3. Feb. 2024 – Samstag, 10. Feb. 2024

Es ist inzwischen zur Tradition geworden, dass die NEUE GRUPPE in der ersten Februarwoche durch Guido Singer aus Meran und Derk Siebers aus Berlin eine sportliche Fortbildungsveranstaltung organisiert. Auch 2024 wird es wieder einen wissenschaftlichen Fortbildungskongress der NEUEN GRUPPE geben, der zum Ziel hat medizinische und zahnmedizinische Fachthemen zu erarbeiten und zu diskutieren, sowie den freundschaftlichen Charakter und den gelebten Zusammenhalt in der NEUEN GRUPPE zu pflegen. Der Fortbildungskongress des Jahres 2024 trägt den Titel „Vom Misserfolg zum Erfolg – aus Erfahrung lernen“ und findet diesmal im Hotel Montana in Oberlech am Arlberg in Österreich statt. Alle skibegeisterten Mitglieder, Kandidaten und Youngster der NEUEN GRUPPE sind herzlichst eingeladen an dieser internen Veranstaltung teilzunehmen.

Neue Seminare

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Kursort: Praxis für Zahnheilkunde Dr. Müller & Dr. Bethge Johannisbollwerk 19 Hamburg, 20459 Deutschland Zeiten: Freitag, 24.November 2023 12:00h bis Samstag 25. November 2023 ca. 14:00h Teilnehmer: Maximal 14 Teilnehmer Preise: Neue Gruppe Mitglieder: 800.-€ Nicht Mitglieder: 950.-€ Angestellte aus NG Praxen/Youngster (wenn Plätze frei bleiben): 450€

Referenten: Dr. Brigitte Borchard, Innere Medizin Dr. Raphael Borchard, Parodontologie, Endodontie Dr. Wolfram Bücking , Funktionsdiagnostik und Therapie PD Dr. Gerhard Iglhaut, Parodontologie Rita Iglhaut, ZFA, Praxisorganisation Dr. Christian Rupp, Prothetik Dr. MSc Derk Siebers, Implantologie, Prothetik Elke Siebers, MFA, Praxisorganisation Dr. Guido Singer, Digitale Zahnmedizin Dr. Thorben Hennies, Zahnerhaltung Dr. Christian von Schilcher, Implantatprothetik Dr. Friederike Menn, Zahnerhaltung Anmeldung: Dr. Guido Singer info@studiosinger.it Die Anmeldung ist verbindlich in der Reihenfolge des Eingangs der Kursgebühr. Kursort: Hotel Montana Oberlech Vorarlberg Austria Individuelle Anreise Parken in der zentralen Garage in Lech, dann mit der Gondel zum Hotel, Gepäck wird vom Hotel befördert Zeiten: 3. Februar 2024 bis 10. Februar 2024 Teilnehmer: Neue Gruppe Mitglieder und Gäste


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Frühjahrstagung/Jahrestagung 2024


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 49 / Herbst 2023

Social Media

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Liebe Freunde*innen der NEUEN GRUPPE,

EIN STARKES NETZWERK Hier erhalten Sie umfangreiche Infos zur NEUEN GRUPPE im Allgemeinen sowie die aktuellen Termine zu unseren Veranstaltungen und Seminaren. neue-gruppe.com

eine Präsenz in Social Media ist auch für die NEUE GRUPPE wichtig, um Kommunikation und Präsentation nach außen zu erreichen und uns nachhaltig zu platzieren. In Social Media gibt es zahlreiche Plattformen. Deshalb ist es entscheidend, die Social-Media-Kanäle genau zu verstehen und die Sprache ihrer Nutzer zu sprechen. Seit mehreren Monaten spielen wir, als NEUE GRUPPE, nun regelmäßig und strategisch Fotos und Videos in unseren Content ein. Das Ziel ist es mit kreativem Social-Media-Marketing die Fortbildungen und Kongresse der NEUEN GRUPPE auch in Zukunft erfolgreich zu etablieren und den Bekanntheitsgrad der NEUEN GRUPPE zu erhöhen. Die Vorteile von Social Media liegen klar auf der Hand. Heute fragt niemand mehr „Was ist Social Media?“ Social Media und Kommunikation sowie Marketing sind längst untrennbar miteinander verbunden. Dafür brauchen wir auch Eure Mithilfe. Ihr unterstützt die NEUE GRUPPE in dem Ihr unsere Beiträge liked, reposted und/ oder kommentiert. Danke für Eure Unterstützung! Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt, so wendet Euch doch einfach an mich. Herzliche Grüße Euer Christian Sampers -Vorstand Neue Gruppe Öffentlichkeitsarbeit-


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