NEUE GRUPPE NEWS Heft 48 +++ Herbst 2022
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Bericht: Seminar - P. McKeown
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Bericht: Der Spezialist im Generalisten
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Bericht: Chirurgisch unterstützte Kieferorthopädie
10 Bericht: Bruxism, Tooth wear and obstructive sleep Apnea 12 Bericht: Youngster Seminar Endo Kurs 14 Bericht: Jahrestagung 2021 21 Bericht: New Approach In Immediate Implant Rehabilitations 22 Bericht: Frühjahrstagung 2022 24 Neue Seminare 26 Jahrestagung 2023 27 Social Media
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Glückwünsche Geburtstage Zu 85. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Jochen Gieseler J. Peter Engelhardt Zum 80. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Jürgen Schenck Jürgen Bretthauer Jürgen Dapprich Zum 75. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Franz Meyer Wolfgang Bolz Norbert Grosse Jean-Francois Roulet Zum 70. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Dieter H. Edinger Angela Fischer Gerd Körner Christian Lohbeck Zum 65. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Josef Diemer Ralf M. Gerhart Ingrid Grunert Walter Kaiser Peter Ottl
Mitgliedschaft 50 Jahre Peter Diedrich Jochen Gieseler 45 Jahre Volker Niggebrügge 40 Jahre Caspar Lachmann 35 Jahre Wolfgang Bolz Eckhart Fischer Norbert Grosse 30 Jahre Jean-Francois Roulet 25 Jahre Reinhold Rathmer Markus Schlee Harald Bartek Hans-Dieter John Udo Engel 20 Jahre Tomislav Kresic Ulf Krueger-Janson Britta Wengel-Buns Michael Christgau
Zum 60. Geburtstag gratulieren wir ganz herzlich: Reinhold Rathmer Michael Rosin Jörg Schröder Clemens Bargholz Alessandro Devigus Ulrich Konter Reiner Mengel Ulrich Gaa Ernst Vöpel
Impressum
Neue Mitglieder seit 2021
Copyright 2022 NEUE GRUPPE News.
Moritz Nensa Paul Schuh Christoph Wenninger Jörg Schröder
Herausgeber: NEUE GRUPPE, wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten. Redaktionelle Leitung: Dr. Christian Sampers
Neue außerordentliche Mitglieder
Das Journal und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
Uwe Blunck Guiseppe Allais
www.neue-gruppe.com E-Mail: rezeption@drsampers.de
Nachrufe
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Dr. Wolfgang Drücke † 3. Februar 2022 S. 28 Dr. Fritz Singer † 15. Februar 2022 S. 29 Dr. Eckbert Schulz † 26. November 2022 S. 30
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
Editorial
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Quo vadis Zahnmedizin in Deutschland
Liebe Freunde der NEUEN GRUPPE, nachdem wir – abgesehen von unserer Jahrestagung 2021 – uns in den Jahren 2020 und 2021 pandemiebedingt nicht persönlich treffen konnten und uns mit Online-Veranstaltungen über Wasser halten mussten, hat sich im ausklingenden Jahr 2022 die Situation Gott sei Dank wieder zum Besseren gewendet. So blicken wir zurück auf eine erfolgreiche Frühjahrstagung auf dem Petersberg, wo wir bei spannenden fachlichen Vorträgen und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm uns endlich wieder persönlich begegnen und unseren Freundeskreis wieder richtig aufleben lassen konnten. Neben den weiter fortgeführten Webinaren gab es auch wieder Präsenzkurse in Memmingen, Köln und Paris. Ich wünsche uns allen, dass unsere Jahrestagung 2022 in München trotz der leider wieder rasant ansteigenden Coronazahlen ohne größere Einschränkungen stattfinden kann und wir gemeinsam eine interessante Tagung auf hohem fachlichem Niveau mit vielen lebendigen Diskussionen und geselligen Abenden im kollegialen Freundeskreis erleben werden. Schließlich lebt unsere NEUE GRUPPE genau von diesen hitzig aber fair geführten fachlichen Diskussionen und dem freundschaftlichen persönlichen Miteinander. Aber auch abgesehen von der COVID19-Pandemie ist die derzeitige Situation in unserem eigentlich wunderschönen Beruf derzeit alles andere als besonders rosig. Die NEUE GRUPPE wurde Mitte der 60iger Jahren gegründet mit dem Ziel, ihre Mitglieder und auch fortbildungsinteressierte Gäste der NEUEN GRUPPE mit innovativen, hochwertigen Fortbildungen zu besseren, überdurchschnittlichen Zahnärzt:innen weiterzuentwickeln. Auch wenn das Interesse an fachlich hochwertigen Fortbildungen prinzipiell nach wie vor ungebrochen ist, wird es in der Realität immer schwieriger, bei Kursen und Tagungen noch ausreichend viele Kolleg:innen zur Teilnahme - vor allem in Präsenz - zu motivieren. Das mag einerseits sicherlich an der nach wie vor anhaltenden COVID19-Pandemie liegen. Zum anderen verschlechtern sich in Deutschland aber auch zunehmend die Rahmenbedingungen, innovative, über das durchschnittliche Maß an Versorgungsqualität hinausgehende, oft zusätzliche Behandlungszeit fordernde Therapieverfahren umsetzen zu können und dabei auch finanziell adäquat honoriert zu bekommen. Die Schere zwischen unseren persönlichen Ansprüchen an die Behandlungsqualität und der tagtäglich vorgefundenen Realität geht immer weiter auseinander. Während das gesetzliche Krankenversicherungssystem (GKV) aufgrund der nur limitiert zur Verfügung gestellten Mittel grundsätzlich nur auf eine „ausreichende“ Versorgungsqualität ausgerichtet ist,
erhebt das private Versicherungssystem den Anspruch, seinen Versicherten gute bis sehr gute Versorgungsqualität zugutekommen zu lassen. In der Zahnmedizin arbeiten wir allerdings mit einer privaten Gebührenordnung (GOZ), die zwar zuletzt vor 10 Jahren inhaltlich etwas aktualisiert wurde, deren zugrundeliegender Punktwert aber unverändert von 1987 stammt. Das bedeutet, dass Zahnärzt:innen vor 35 (!) Jahren das gleiche verdienten wie wir heute – ohne aber zu berücksichtigen, dass die Praxisnebenkosten in der gleichen Zeit horrend angestiegen sind. Mittlerweile werden von der lediglich auf „ausreichende“ Qualität ausgelegten GKV diverse Leistungen besser honoriert als von der GOZ. Unser derzeitiger Gesundheitsminister, Karl Lauterbach, hat bereits eine neue Gebührenordnung für Ärzte und damit in Konsequenz auch für Zahnärzte in der aktuellen Legislaturperiode kategorisch ausgeschlossen, d.h. es wird sich von politischer Seite voraussichtlich auf Jahre an der derzeitigen Lage nichts zum Besseren wenden. Die zuständigen staatlichen Institutionen haben überhaupt kein Interesse an einer Veränderung, da sie durch ihre Beihilfeversicherten selbst davon finanziell betroffen wären. Neben den neueren, in der GOZ noch nicht berücksichtigten Therapieverfahren lassen sich auch bereits seit langem wissenschaftlich etablierte, anspruchsvollere Verfahren nur noch mit fantasievoll gewählten Analogpositionen und stark gesteigerten Honorarsätzen überhaupt realisieren. Diese bedeuten für uns endlose rechtfertigende, nervenaufreibende Korrespondenz mit den Kostenerstattern, um unsere Patienten nicht restlos auf ihren Kosten sitzen zu lassen. Während viele andere freie Berufe, seien es Steuerberater, Rechtsanwälte, Tierärzte etc., neue, zeitgemäße Gebührenordnungen erhalten, werden wir seit Jahren von der Politik hingehalten – nicht zuletzt auch unterstützt von dem nach wie vor größtenteils negativen Image, das wir Zahnärzt:innen bei vielen Medien und Politikern als angebliche Großverdiener und Lebensgenießer immer noch haben. Die Wertschätzung, die uns unsere Patienten tagtäglich entgegenbringen, scheint in der Politik und bei vielen Medien noch nicht angekommen zu sein. Bei der sowieso desaströs angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt für zahnärztliches Fachpersonal sind uns bei diesen finanziellen Rahmenbedingungen völlig die Hände gebunden, unseren Mitarbeiter:innen faire, ihren Leistungen und ihrem Einsatz entsprechend angemessene Löhne zahlen zu können und damit den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten wieder deutlich attraktiver zu machen. Daneben entstehen immer mehr, von fachfremden Investoren finanzierte Medizinische Versorgungszentren (MVZs). Auch wenn viele dieser Zentren vordergründig attraktiv und auf dem neuesten technischen Stand ausgerüstet wirken, sollte sich jede(r)
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Editorial
Patient:in vergegenwärtigen, dass ein fachfremder Investor primär nur an der Vermehrung seines eingesetzten Kapitals und weniger an guter, ethisch verantwortungsvoller Zahnmedizin zum Wohle jeder/jedes einzelnen Patient:in interessiert ist. Viele unserer älteren Kolleg:innen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, können leider – auf persönlicher Ebene menschlich durchaus nachvollziehbar - der Versuchung nicht widerstehen, die eigene Praxis mangels attraktiver Alternativen lukrativ an diese MVZ-Ketten zu verkaufen. Aber wohin werden all diese Faktoren die deutsche Zahnmedizin letztendlich führen? Wir können nur hoffen, dass es nicht zu einem Ausverkauf der Qualität deutscher Zahnmedizin kommt und die Werte, für die die NEUE GRUPPE immer stand - nämlich die ethisch-korrekte Anwendung innovativer, evidenzbasierter Zahnmedizin auf Top-Niveau zum Wohle unserer Patient:innen – nicht auf der Strecke bleiben. Wie sollen wir zukünftig diese von uns angestrebte Form von Zahnmedizin noch realisieren, wenn wir keine entsprechend qualifizierten und motivierten Mitarbeiter:innen mehr finden und auch ansonsten nur noch Masse, Kommerz und Marktschreierei, aber nicht Qualität und ethisch verantwortungsvolle Zahnmedizin im Vordergrund stehen? Liebe Freunde, wir als Mitglieder der NEUEN GRUPPE sind dringend aufgerufen, uns aus der passiven, vielleicht auch schon etwas deprimierten Opferrolle im bestehenden, völlig inadäquaten beruflichen Umfeld zu befreien und uns aktiv für eine Verbesserung unserer Rahmenbedingungen einzusetzen. Wenn nicht wir, wer dann! Wir als Mitglieder der NEUEN GRUPPE stehen stellvertretend für alle Kolleg:innen, die sich tagtäglich dafür einsetzen, unter Praxisbedingungen innovative, wissenschaftlich fundierte Zahnmedizin auf
hohem Niveau und in ethisch verantwortungsvoller Weise zum Wohle unserer Patient:innen umzusetzen. Lasst uns zusammenstehen und mit aller Macht für unsere Werte und Überzeugung kämpfen! Wir müssen unsere zweifelsohne guten Kontakte zu nationalen und internationalen Wissenschaftlern und Topklinikern sowie zu den etablierten Fachgesellschaften nutzen, um gemeinsam für die deutsche Zahnmedizin – ähnlich wie es uns unsere Schweizer Kolleg:innen erfolgreich vorgemacht haben – allgemeine Qualitätsstandards festzulegen, die für alle wichtigen Bereiche der Zahnmedizin definieren, was gute und ethisch verantwortungsvolle Zahnmedizin ausmacht. Erst wenn solche allgemeingültigen Qualitätstandards von allen wichtigen fachlichen Gremien gemeinsam verabschiedet werden, besteht die berechtigte Hoffnung, dass entsprechend Druck auf die Politik ausgeübt werden kann, dass sie uns für die Umsetzung zum Wohle der Bevölkerung betriebswirtschaftlich vernünftige Rahmenbedingungen schafft. Dieses Vorgehen hätte bestimmt auch einen positiven Einfluss auf unser Ansehen in der Bevölkerung! Wir haben so viele kluge, innovativ denkende und hoch engagierte Kolleg:innen in unserer NEUEN GRUPPE . Wenn wir alle zusammenhalten, unsere Ideen austauschen und Schulterschluss beweisen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam in der Lage sind, aktiv an der Verbesserung der Situation in unseren Praxen mitzuwirken und bessere Rahmenbedingungen für die Umsetzung unserer uns selbst auferlegten Werte zu schaffen! Lasst uns diese Herausforderung schnell und entschlossen gemeinsam annehmen und für unsere Ideale kämpfen!
Herzlichst, Euer/Ihr
Prof. Dr. Michael Christgau Präsident der NEUEN GRUPPE 2022-2023
57 Ü S .J S ah E re L D st ag O un R g F de 1 r N 6. EU - 1 EN 8 . G N RU O PP V E E M – B HO E TE R L 20 KÖ 2 59 3
Interdisziplinäre Therapie bei schwerer Parodontitis (Stadium III und IV)
Referenten
Prof. Dr. Giovanni Salvi, Bern Prof. Dr. Anton Sculean, Bern Prof. Dr. Peter Eickholz, Frankfurt Prof. Dr. Patrick Schmidlin, Zürich Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Bonn PD Dr. Christoph Ramseier, Bern Prof. Dr. Johan Wölber, Freiburg Prof. Dr. Conchita Martin, Madrid
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PD Dr. Karin Jepsen, Bonn Dr. Giuseppe Allais, Turin Prof. Dr. Stefan Wolfart, Aachen Prof. Dr. Jan Derks, Göteborg Dr. Jochen Tunkel, Bad Oeynhausen Prof. Dr. Michael Stimmelmayr, Cham Vorkongress-Kurse Prof. Dr. Anton Sculean, Bern Prof. Dr. Stefan Wolfart, Aachen
TAGUNGSORT: Hotel Kö 59 Königsallee 59, 40215 Düsseldorf
INFO UND ANMELDUNG:
www.neue-gruppe.com boeld communication GmbH Reitmorstraße 25 80538 München congress@bb-mc.com Tel. +49 89 1890460 Fax +49 89 18904616
KOOPERATIONSPARTNER:
MEDIENPARTNER Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin e.V.
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Seminarbericht: Patrick McKeown
Patrick McKeown Functional breathing training with emphasis on sleep disordered breathing BERICHT VON PATRICK KLEIN
Der erste Präsenzkurs, der sich mit dem immer wichtiger werdende Thema Atmung beschäftigte, fand am 6. und 7. Mai 2022 in Köln statt. Als Veranstaltungsort wurde die „Sturmfreie Bude“ im 29. Stock des Uniturms gewählt. Der „Co-Working Space“ bat eine wunderbare Terrasse, auf der man bei tollem Wetter in den Pause einen leckeren Kaffee genießen konnte. Neben dem atemberaubenden Blick über Köln, lies es sich auf dieser Höhe natürlich besonders gut atmen ;-) Pascal hatte ein paar tolle Referenten zusammen gestellt, die aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema Atmung analysierten. Zunächst hat Patrick McKeown als Hauptreferent die Veranstaltung eröffnet. Bei der Atmung gilt natürlich, dass Nasenatmung wesentlich besser ist als Mundatmung. Beim Einatmen wird die Luft in der Nase befeuchtet, erwärmt und gefiltert. All das geschieht bei der Mundatmung kaum. Auch beim Ausatmen verliert man über die Mundatmung zu viel Flüssigkeit. Außerdem beschäftigte Patrick sich mit Themen, wie dem „Taping“ bei dem während des Schlafens der Mund mit einem speziellen Tape, welches in der Mitte ein Loch hat, zugeklebt wird. Dadurch wird verhindert, dass der Mund während des Schlafens auffällt und man dadurch automatisch durch den Mund atmet. Natürlich bedarf das ein bisschen an Übung. Nach der Mittagspause ging es unter anderem mit verschiedenen Atemübungen weiter. Für viele Teilnehmer war es das erste Mal eine Atemübung durchzuführen. Dabei fiel auf, dass man dabei zusätzlich automatisch auch seine Konzentration trainiert. Die nächste Referentin war die Stillberaterin Katja Roesen. Sie erklärte den genauen Ablauf des Stillens und betonte die Wichtigkeit des Bewegungsfreiraums der Zunge bei Babys. Wenn das Zungenbändchen zu stark ist und das Baby die Zunge nicht richtig an den Gaumen drücken kann, kann es nicht richtig an der Brust saugen und bekommt nicht ausreichend Milch. Meistens wird dies mit anstrengenden Bewegung kompensiert, wodurch das Baby schneller erschöpft ist. Außerdem zeigte sie Videos von Babys, die bereits in jungem Alter zu obstruktiver Schlafapnoe neigten. Auch hier ist das frühzeitige Erkennen solcher Probleme wichtig. Durch die lockere Atmosphäre des Co-Working Spaces wurde alles ausführlich besprochen und diskutiert.
Das gemeinsame Abendessen fand an langem Tisch im Joseph’s am Rhein statt. Deutsch-österreichische Küche und leckerer Wein vollendet den ersten Tag mit guten Gesprächen. Für einen harten Kern ging es sogar noch bis spät in die Nacht in eine Szene-Bar. Punkt 9 Uhr ging es Samstag wieder los. Neben weiteren tiefgründigen Ausführungen zur Physiologie der Atmung, gab es von Patrick auch an diesem Tag wieder zahlreiche Atemübungen. Sehr praktisch war, dass alle Teilnehmer ein Buch von Patrick erhielten, welches die wichtigsten Übungen und Thesen zum Thema Atmung enthielt. Dadurch konnte man sich die wichtigsten Sachen für zu Hause kennzeichnen. Neben Patrick referierte an diesem Tag auch die Logopädin Mareike Knopf und der Myobrace Deutschland Ansprechpartner Jürgen Tomen. Mareike klärte über die vielen Möglichkeiten, die die Logopädie bietet, auf. Außerdem konzentrierte sie sich auf die vier wichtigen Punkte der myofunktionellen Störungen: Atmung, Artikulation, Stimme und Schlucken. Jürgen erklärte welche verschiedenen Hilfsapparaturen es sowohl für junge, als auch für ältere Patienten gibt. Sie helfen bei der Entwicklung der Kiefer, können die Atmung verbessern und schon früh für gerade Zähne sorgen. Insgesamt eine sehr gut und rund organisierte Fortbildung, von der alle Teilnehmer viel mitnahmen. Für einige der Teilnehmer, die sich das erste Mal mit dem Thema Atmung beschäftigten, erweiterte es den Horizont deutlich. Aber auch „alt-eingesessene Atmungs-Hasen“ wie Sepp Diemer lernten noch dazu. Wir bedanken uns bei allen Referenten und für die tolle Organisation bei Pascal! ■
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
Seminarbericht: Patrick McKeown
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Bericht: SKI UND FORTBILDUNG ALS SEMINAR
Der Spezialist im Generalisten „Muss man heute alles können?“ BERICHT VON DERK SIEBERS
Nachdem 2021 unsere geplante Skifortbildung der NEUE GRUPPE coronabedingt ausfallen musste, konnten wir in der zweiten Februarwoche (5.-12.2.2022) das von allen lang ersehnte Wiedertreffen zu einer Kombination aus Fortbildung und Skifahren realisieren. Die Fortbildung fand diesmal im Zentrum Südtirols dem Grödnertal (Val Gardena) in Wolkenstein (Selva) im Hotel Laurin statt.
Der Titel der Veranstaltung lautete: Der Spezialist im Generalisten - „Muss man heute alles können?“ In der heutigen Zeit der zunehmenden Spezialisierung wird es immer wichtiger auf vielen zahnmedizinischen Spezifikationen auch als Generalist mit den Spezialisten der einzelnen Fachrichtungen sowohl praktisch als auch theoretisch und praktisch „Schritt zu halten“ oder zu mindestens nicht „zu weit abzufallen“. Ist diese Herausforderung noch zu meistern, welche Hindernisse gilt es zu bewältigen? Es stellt sich natürlich aufgrund der zunehmenden Spezialisierung die Frage: „Muss man heute alles können?“ Wir wissen, dass das unmöglich ist! Also bleibt die Frage: „Was muss man können?“ Diese Fortbildung mit einer Zusammensetzung des Referentenpools aus vor allem erfahrenen und etablierten Generalisten und einigen Spezialisten versucht Lösungsvorschläge anzubieten und gemeinsam zu diskutieren. Es wurden Schnittstellen der intra- und interdisziplinären Zusammenarbeit diskutiert und es sollte vermittelt werden, wie ein hohes Niveau der zahnmedizinischen Behandlungsqualität in verschiedensten zahnmedizinischen Spezialisierungen sowohl in der spezialisierten Fachpraxis als auch in der Praxis des Allgemeinzahnmediziners möglich ist. Neben den zahlreichen Fachvorträgen stand bei den täglichen gemeinschaftlichen Unternehmungen viel Zeit für fachlichen und kollegialen offenen Wissensaustausch zur Verfügung. Neben den zahlreichen Fachvorträgen und einem kollegialen offenen Wissensaustausch war Ziel der Veranstaltung auch einen ausreichenden Zeitrahmen für persönliches zu gewährleisten. Gemeinschaftliche Unternehmungen wie das Skifahren in der Mittagspause und der abendliche private Austausch dienten dem Zusammenwachsen und der Festigung von Freundschaften innerhalb unserer Gemeinschaft der NEUE GRUPPE. Organsiert wurde die Skifortbildung von den Mitglieder Guido Singer mit seinen hervorragenden Kontakten vor Ort und Derk Siebers, der sich für das wissenschaftliche Programm verantwortlich zeigt. Eine Wiederholung im Jahr 2023 ist für den 4.- 11. Februar geplant. Zeitnah werden weitere Informationen zum Tagungsort und dem Programm veröffentlicht werden. ■
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Bericht: „dogmas are for dogs“
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Chirurgisch unterstützte Kieferorthopädie „dogmas are for dogs“ BERICHT VON DR. CLEMENS PAFFENHOLZ
Ein besonderes Highlight im Seminarkalender der Neuen Gruppe war der Workshop mit Dr. Kevin Murphy aus Baltimore am Institut für dentale Forschung und Lehre in Memmingen über das Thema „Clinical Periodontal Procedures of the PAOO Technique“. Der Associate Professor im Department of Periodontics an der Universität in Illinois kann auf jahrzehntelange Erfahrung in eigener Praxis sowie eine Vielzahl an wissenschaftlichen Arbeiten zurückblicken. Nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung des Referenten durch PD Dr. Gerhard Iglhaut begann der ersehnte Vortrag zunächst mit der Ätiologie und Epidemiologie von gingivalen Rezessionen. Insbesondere der Zusammenhang mit vorausgegangenen kieferorthopädischen Therapien als Ursache von Rezessionen wurde intensiver beleuchtet. Bei der Präsentation von chirurgischen Therapien zur Rezessionsdeckung wurden diverse Methoden dargestellt. Dabei beeindruckte der Referent mit dem hohen Grad der Präzision seiner mikrochirurgischen Arbeiten. Als Abschluss des ersten Seminarteils, wurde zudem auf präventive Maßnahmen zur Vermeidung von kieferorthopädisch bedingten Rezessionen eingegangen. Zum Mittagessen ging es in das asiatische Restaurant „Kyko“ mit vorzüglicher Küche und geselligem Austausch. Auch wenn das zunächst sonnige Wetter plötzlich in starke Regenschauer umschlug, waren alle Teilnehmer - mal mehr, mal weniger nass - voller Erwartung zurück zum zweiten Seminarteil. Eindrücklich erläuterte Dr. Kevin Murphy die von ihm bereits seit über 20 Jahren praktizierte Methode der „Periodontally Accelerated Osteogenic Orthodontics“ (PAOO) und präsentierte die wissenschaftlichen Daten sowie die biologischen Hin-
tergründe. Dabei zeigte der Referent verschiedene Therapieansätze für diverse Szenarien, da man in vielen Fällen nicht einfach „nach Schema F“ behandeln könne. Zum Abschluss des ersten Seminartages kehrten die Teilnehmer in das griechische Restaurant „Korfu“ ein, wo neben guter Küche und Wein auch reichlich guter Ouzo gereicht wurde. So konnten die Teilnehmer im gemütlichen Austausch den Tag voller Eindrücke ausklingen lassen. Am zweiten Tag, wurde nach Vorstellung des Behandlungsprotokolls, mit dem Hands-On gestartet. Lernziel war es, die Schnittführung, Lappenbildung, Kortikotomie, Augmentation von Hart- und Weichgewebe sowie den Wundverschluss der PAOO-Technik am Schweinekiefer nachzuempfinden. Im abschließenden Vortrag ging Dr. Kevin Murphy noch auf die Wichtigkeit des primären Wundverschlusses sowie auf die Faktoren der richtigen Lappenbildung ein. Mit einer intensiven Fragerunde und gemeinsamer Falldiskussion endete der Workshop schließlich am Samstag Mittag. Wir bedanken wir uns herzlich bei Dr. Kevin Murphy für dieses hervorragende Seminar, bei PD Dr. Gerhard Iglhaut und Dr. Pascal Marquardt für die Organisation sowie allen fleißigen Helfern und Unterstützern für den reibungslosen Ablauf dieses Workshops. Im Gedächtnis bleiben wird den Teilnehmern ein Wochenende voller kollegialem Austausch, Behandlungskonzepten auf höchstem wissenschaftlichen und handwerklichen Niveau und die Ermutigung zum kreativen Denken in der dentalen Therapie. Denn: „dogmas are for dogs!“ ■
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Bericht: Bruxism, Tooth wear and obstructive sleep Apnea
Bruxism, Tooth wear and obstructive sleep Apnea Workshop von Prof. Dr. Frank Lobbezoo, Dr. Miranda Wetzelaar, Prof. Dr. Peter Wetzelaar BERICHT VON GABI WAGNER
Nach der Begrüßung durch die Referenten, begannen wir mit einem Blick auf die neue Definition des Bruxismus. Das Thema ist von großer Bedeutung für die Zahnmedizin, da es relativ einfach diagnostiziert werden kann, in schweren Fällen, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit allerdings unbedingt erforderlich macht. Der Begriff des Bruxismus ist neu definiert als: Eine sich wiederholende, rhythmische oder arrhythmische Muskelaktivität, gekennzeichnet durchpressen oder knirschen der Zähne und / oder eine Verspannung oder ein Schieben des Unterkiefers. Es handelt sich nicht um eine Bewegungs- oder Schlafstörung. Bruxen kann aber auch ein Risikofaktor für andere Krankheitsbilder sein. Bruxen kann aber auch eine schützende Wirkung haben, wenn z.B. andere krankhafte Zustände vorliegen. So sprach der Referent u.a. den Schutz vor kognitivem Abbau, wie auch den Schutz vor dem Kollaps der oberen Luftwege an. Die Diagnosefindung des Bruxismus sollte mit einem einfachen, klar strukturierten Fragebogen beginnen. Die Bewertung der Antworten sollte klar verständlich von 0-4 von nein bis immer sein. Außerdem sollte eine extraorale wie intraorale Befundung stattfinden. Hier sollte ein hypertropher Masseter aufmerksam werden lassen, sowie Hyperkeratosen, Frakturen, Verschleiß, Veränderungen der Okklusion und der PAR- Status. Hier sei erwähnt, dass der Referent die Beeinflussung der parodontalen Situation durch Bruxismus nicht sieht. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, sowohl ein EMG (Elektromyographie), als auch die PSG (Polysomnographie) zur Diagnose durchzuführen. Differentialdiagnosen spielen eine entscheidende Rolle, es sollten z.B. orofaciale Dyskinesien ausgeschlossen werden. Psychiatrische Probleme und die Medikation für neurologische Erkrankungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Abschließend zum Punkt Diagnose; sollte der Tabakkonsum abgefragt werden, der bei regelmäßigem Konsum in engem Zusammenhang zum bruxen zu sehen sei. Zur Ätiologie hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden,
was uns mehr die zentrale Beeinflussung ins Augenmerk nehmen lassen sollte, als die bisherigen anatomischen und okklusalen Faktoren. Daraufhin stellten die Referenten verschiedene Therapieansätze dar. Die Schienenherstellung ist nach wie vor das Mittel der Wahl zum Zahnschutz. Nicht aber zielführend, wenn es um eine Verhaltensänderung des Patienten geht. Als nächstes Thema erläuterte Prof. Dr. Lobbezoo die OSA (Obstruktive Schlafapnoe) Er warnte eindringlich vor einer mangelnden Diagnose zum Schlafverhalten und dem Befinden des Patienten, da der Einsatz einer Schiene die eventuell vorhandene obstruktive Schlafapnoe verschlechtert. Die Studienlage zeigt, dass der AHI ( Apnoe- Hypopnoe-Index) mit Schiene signifikant steigt! Ein nächster wichtiger Schritt ist nun das Motivationsgespräch um die Bewusstwerdung des Patienten zu fördern. Nach einer kurzen Pause mit anregenden Gesprächen widmeten wir uns dem Thema: DSM (dental sleep medicine) Schlaf ist von größter Bedeutung für die körperliche und geistige Gesundheit ist. Die DSM setzt sich auseinander mit den oro- und macillofacialen Schlafproblemen. Heute leidet 1/3 der Bevölkerung unter Schlaflosigkeit, leider auch vermehrt Kinder und Jugendliche. Schlafstörungen lassen sich weiter klassifizieren in: • Schlafstörungen. • Schlafassoziierte Atemstörungen. • Zentrale Störungen. • Schlafrhythmusstörungen. • Schlafassoziierte Bewegungsstörungen. • Parasomnien. • Weitere Schlafstörungen.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
Bruxism, Tooth wear and obstructive sleep Apnea
Hier wird unterschieden in: 1. Schlafstörungsatmung
- Schnarchen - OSA
2. UK Bewegungsstörung
- Schlafbruxismus
3. Orale Befeuchtungsstörung
- ≈ 10%- 80% Xerostomie - ≈ 8% Hypersalivation Gründe für Xerostomie seien an dieser Stelle nochmal erwähnt: Mundatmung, Schnarchen, Medikation, krankheitsbedingt. Alle eventuellen Gründe führen zu Schlafunterbrechungen, die die Konsultation des Arztes, Zahnarztes oder des Logopäden benötigt. Als Hypersalivationsgründe wurden genannt: - Parodontitis - Herausnehmbarer ZE - Medikation - Krankheitsbedingt. z.B. Parkinson 4. Reflux durch Fettleibigkeit, zeitweise während der Schwangerschaft oder bedingt eine Sphincterstörung. 5. Orofaciale Schmerzstörungen, die dentoalveolär, muskulär oder neuropathisch begründet sein können und zur Schlafstörung und damit eventuell zur OSA führen.
Ist eine TMD ( temporo-mandibular-disorder ) festgestellt worden, sollte ein weiterer Fragebogen der Schnarchen, psychosoziale Faktoren, Schlaf/Wachbruxer, Attrition, Erosion, Myalgie, Arthralgie berücksichtigt, erstellt werden. Das therapeutische Vorgehen beginnt unbedingt mit einer Beratung zur Schlaffürsorge Schlafhygiene. Daraufhin folgen je nach Patient: Physiotherapie, Abwägen der eventuell hinzukommenden psychosozialen Faktoren, PSG( Polysomnographie), 24h Ösophagus-pH-Wert-Messung.
20.Lebensjahr, auf 17% im 70.Lebensjahr an. Insgesamt sind Männer mehr betroffen als Frauen und die Frontzähne häufiger als die Molaren. Das TWES dient als sehr strukturiertes System, indem es die Kiefer in Sextanten einteilt und somit eine sehr genaue Quantifizierung und Qualifizierung des vorliegenden Schadens vorgenommen werden kann. Im Rahmen der Quantifizierung sollte man sich die okklusalen, palatinalen, vestibulären, oralen Flächen vor dem Hintergrund eines 4-stufigen Graduierungssystems anschauen. Die Qualifizierung lässt uns in chemische und mechanische Ursachen unterteilen. Liegt cupping, grooving, cratering vor? Wie sieht der Zahnschmelz aus, wie Restaurationen im Bezug zum Schmelz. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Referenten angeboten haben, alle Parametern / Klassifizierungen bei den Referenten anfordern zu können. Auch im TWES wird die Ätiologie ermittelt, es sollte dem Behandler aber klar sein, dass eine klare Abgrenzung zwischen physiologischen und pathologischen Parametern durch „cut off - Kriterien“ nicht möglich sei. Herauszustellen sind Bruxismus, Reflux, Essstörungen, Mundtrockenheit. Letztere sollten abgewogen werden, ob diese durch Medikamente, Strahlentherapie, Autoimmunerkrankungen, Diabetes , Unterernährung, Depression, Angst, Stress hervorgerufen werden könnten. Zur Messung der Mundtrockenheit dient der CODS: Clinical Oral Dryness Score. Die Reevaluation sollte durch intraorale Fotos alle 2 Jahre, sowie ein OPG im gleichen Rhythmus, digitale Modelle und ein TWES Screening bei jeder Untersuchung erfolgen. Auch hier wurde abschließend empfohlen ,dass die direkte minimal invasive Behandlung (Composite) einer restaurativen Behandlung unbedingt vorangehen sollte, damit eine dynamische Therapieplanung erstellt werden kann, ohne weiteren, eventuell falsch geplanten Substanzverlust, zu riskieren. Dr. Miranda Wetzelaar erklärte uns darüber hinaus die einzelnen Schlafphasen … REM …. NONREM. Wobei ich die wichtigsten Definitionen kurz hervorheben möchte:
Im Weitern sollte ein Salivationstest folgen. Ein positives Ergebnis deutet auf ein intrinsisches Problem (Erosion), ein negatives Ergebnis auf eine extrinsische Ursache (Attrition) hin. Dem Test folgt die minimal invasive, restaurative Behandlung mit direkten Compositaufbauten und die abschliessende Anfertigung einer UPS.
Nickerchen:
Das TWES: Tooth Wear Evaluation System
Arousal:
Die Referenten widmeten sich später nochmals der Diagnosefindung und Therapierbarkeit des Zahnverschleiß, da dieser das größte Risiko nach Karies und PA-Problematiken für die Zähne, respektive den Zahnhalteapparat ist. Zahnverschleiß steigt mit zunehmendem Alter, von 3% im
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Hypopnoe:
Apnoe:
OSA/ AHI:
Morgens = leichter Schlaf Mittags = tiefer Schlaf -70% der reduzierten Luftbewegung in die Lunge dauert 10 Sekunden. - O2-Sättigung ist mehr als 4% geringer. - Vorübergehend liegt ein Atemstopp vor, welcher größer 10 Sec ist. - O2-Sättigung ist mehr als 4% geringer - Aktivierung des ZNS durch ankommende sensorische Impulse, bei Bewusstseinsabwesenheit meist während des REM-Schlafes. < 5% normal 5-15% leicht 15-30% mittelgradig -> Therapie: UPS > 30% schwer -> Therapie: CPAP
Youngsterseminar
12 OSA (obstruktive Schlafapnoe) Patienten können nicht atmen, ZSA (zentrale Schlafapnoe) Patienten (ca 20% der Schlafapnoe Patienten) unternehmen keinen Versuch zu atmen. Wir besprachen Zusammenhänge mit erhöhtem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfallrisiko, Diabetes, Fettleibigkeit, und Risikofaktoren wie Anatomie, Geschlecht, Alkohol ,Tabak, Medikamente, Genetik. Eine gute Anamnese und ein z.B. ‚STOP BANG Fragebogen‘ (aktualisiert einfach im Internet herunterzuladen) sind hier gut angewandt . Zu Schluss möchte ich noch auf die Therapiemöglichkeiten eingehen: 1. Unbedingte Anleitung zur Schlafhygiene, was bedeutet: Kein Alkohol, Kaffee, TV, Handy im Bett; dunkler Raum; immer zur gleichen Zeit ins Bett. 2. Schlafpositionstraining 3. Chirurgische Behandlung 4. CPAP 5. UPS: hier ist die einstellbare Protrusion bedeutend, ein guter Halt und die Anfertigung als Duoblock der kein Bewegung zulässt. Da die Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) der zahnärztliche Therapieansatz ist, gehe ich hier nochmal auf kurzund langfristige Nebenwirkungen ein. Kurz: Hypersalivation, Xerostomie, gestörte Okklusion, Myalgie, Arthralgie, Zahnschmerz Lang: Reduktion Overjet und Overbite, Retralneigung der OK Front, Proklination der UK Front, Verkleinerung des OK Bogen, offener Biss in der Molarenregion. Hier ist größte Vorsicht und unbedingte Einverständniserklärung nach Aufklärung geboten, da die langfristigen Nebenwirkungen auch noch nach 2 Jahren auftreten können . Kontraindikationen der UPS Therapie sind: Relative: < 21 Jahre PAR - Probleme Schlechte Mundhygiene CMD Absolute: Protrusion < 5mm Eingeschränkte Mundöffnung < 25mm Mit vielen Informationen und Hinweisen für die tägliche Praxis war dies erneut ein typischer Neue-Gruppe-Workshop, geprägt durch Wissensvermittlung auf höchstem Niveau und freundschaftlichen Miteinander. ■
Endo Kurs 13./14. Mai BERICHT VON DR. THERESA BEGEMANN
Im Mai gab es exklusiv für die Youngster der Neuen Gruppe einen zweitägigen Endo-Kurs in Berlin von Jörg Schröder, der sich seit über 10 Jahren auf hohem Niveau ausschließlich der Endodontie widmet. Dafür mieteten wir uns einen Raum glücklicherweise mit technischer Ausstattung, denn Jörg konnte aufgrund eines positiven Coronatests nicht vor Ort bei uns sein. Erstaunlicherweise klappte die Liveschaltung hervorragend und minderte keineswegs die Atmosphäre. Am ersten Tag widmeten wir uns zunächst der Rekapitulation der Standards der Wurzelkanalbehandlung und der Revision. Wie wichtig eine ausreichend große Zugangskavität ist, wurde uns anhand vieler Beispiele bewusst. Den ersten Abend haben wir dann entspannt beim Italiener Papà pane di sorrento ausklingen lassen und die Gespräche, bei ein oder zwei weiteren Kaltgetränken in den naheliegenden Bars fortgeführt. In alter Frische ging unser Endo-Kurs am Samstag weiter. Aber muss es denn immer eine Endo sein? So widmeten wir uns intensiv der Vitalerhaltung der Pulpa. Die Erfolgschancen einer Pulpotomie (3-9%) sind einer direkten Überkappung (50%) deutlich überlegen. Wir lernten ausführlich die Indikationen sowie die einzelnen Schritte der partiellen und vollständigen Pulpotomie (Cave: Blutung muss nach 3 Minuten sistieren, dann Abdeckung mit Medcem MTA) mit verschiedenen Fällen aus der Praxis. Das nächste Thema bildete die Frontzahntraumatologie. Besonders ans Herz gelegt wurden uns die Seite Dental Trauma Guide, sowie die AcciDent App des Zahnunfallzentrums Basel, die den Zahnarzt Schritt für Schritt durch die Behandlung leiten. Anhand verschiedener Fälle besprachen wir die Klassifikationen und die unterschiedliche Dauer der Schienung und wann eine Endo eingeleitet werden muss (z.B. sollte bei horizontaler Wurzelquerfraktur zunächst eine semirigide Schienung für 4 Wochen durchgeführt werden. Bei einer Fraktur im koronalen Drittel sollte die Schienung für 4 Monate erfolgen. Dann sei mit einem Vitalitätserhalt von 80% zu rechnen. Bei einer infizierten Pulpanekrose wird nur das koronale Segment bis zum Frakturspalt wurzelkanalbehandelt).
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Bericht: Endo Kurs
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Als Nächstes, widmeten wir uns dem Thema der Stiftentfernung. Zunächst gab es einen kleinen Überblick über die verschiedenen Stiftsysteme und Möglichkeiten bzw. Bohrer, diese schonend aus dem Zahn zu entfernen (bei Zirkonoxidstiften wird ähnlich wie bei metallischen Stiften mit Ultraschall das Komposit sukzessive reduziert). Besonders gut gefiel uns, wie Jörg unsere präferierten Themen spontan mit passenden Vorträgen ausführen und auf all unsere Fragen aus der Praxis im Detail eingehen konnte.
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Bericht: Jahrstagung Berlin 2021
Jahrestagung der NEUEN GRUPPE 2021 Berlin 11.-13. November BERICHTE VON FREDERIKE WENDISCH UND SABRINA DIEBL DR. MAIKE HORMES
VORKONGRESS: DONNERSTAG, 11.11.2021 Die Jahrestagung der Neuen Gruppe fand 2021 unter dem Titel ,,Zahnmedizin – Hand und Verstand‘‘ vom 11.11-13.11 in Berlin statt. Bei strahlendem Sonnenschein mit Blick auf die Spree begann die Tagung mit einem Vorkongress am Donnerstag, bei dem sich die Teilnehmer zwischen zwei verschiedenen Workshops entscheiden konnten. Zum einen referierten Dr. Guiseppe Allais und Zahntechnikermeister Jürgen Stuck im Workshop 1 zum Thema ,,Zahnersatz und die orale Heimat. Gestalterische Freiheit, oder genetische Vorgaben‘‘, zum anderen boten Prof. Dr. Peter Wetselaar, Dr. Miranda Wetselaar-Glas und Prof. Dr. Frank Lobbezoo den Workshop 2 mit dem Thema ,,Bruxism, Tooth Wear and obstructive Sleep Apnea‘‘ an. Den ersten Workshop eröffnete der Präsident der Neuen Gruppe, Dr. Derk Siebers M.Sc., mit einigen freundlichen Begrüßungsworten und übergab das Wort dann an den in der Neuen Gruppe nicht unbekannten Dr. Guiseppe Allais aus Turin, der im Laufe des Wochenendes noch zum außerordentlichen Mitglied ernannt wurde. Dr. Guiseppe Allais hatte einige äußerst interessante Patientenfälle aus Turin mitgebracht und beeindruckte dabei vor allem mit seinen komplexen Rehabilitationen, die er zum Teil ausschließlich mit Hilfe von Kompositrestaurationen umgesetzt hatte. Auch ein Anheben des Bisses der Patienten, bei Verlust der vertikalen Dimension ist mit der Technik des Turiner Spezialisten möglich und machte den Teilnehmern des Workshops deutlich, dass es noch Alternativen zur prothetischen Gesamtrehabilitation gibt, welche natürlich in den meisten Fällen mit nicht außeracht zu lassenden Kosten für den Patienten einhergeht. Neben diesen komplexen Fällen präsentierte Dr. Guiseppe Allais auch einige sehr interessante Fälle von Patienten mit ästhetischen Einbußen im Oberkieferfrontzahnbereich. Hier machte er deutlich, dass mit Hilfe der richtigen Schichttechnik, Kompositaufbauten in der Front möglich sind, die ästhetisch betrachtet Veneers sehr nahekommen können. Um dieses Ziel
zu erreichen, ist eine intensive Analyse der Farbeigenschaften überlagernder Zahnschichten nötig, um eine naturgetreue Nachbildung durch sorgfältig ausgewählte Komposite möglich zu machen. Zur optimalen Materialauswahl härtet Dr. Guiseppe Allais vor der Oberflächenkonditionierung kleine Proben der für Ihn in Betracht kommenden Kompositen, auf der Zahnoberfläche aus, wodurch er sicherstellen kann, immer das passende Material zu verwenden. Den zweiten Teil des Workshops, an diesem Donnerstag, gestaltete Zahntechnikermeister Jürg Stuck, der den Teilnehmern in einem interessanten Vortrag die für eine optimale prothetische Versorgung notwendigen Parameter erläuterte. Dabei legte er den Fokus vor allem darauf, dass die Suche nach der optimalen Lösung für den Patienten maßgeblich vom Patienten selbst beeinflusst wird, auch wenn es dabei gegebenenfalls zu Konflikten mit der aus unserer Sicht besten Therapie kommen kann. Danach veranschaulichte ZTM Jürg Stuck auf der Bühne an einigen freiwilligen Teilnehmern, wie er allein durch etwas Wachs herausfinden kann, welche Zahnformen in der Oberkieferfront der Patient tolerieren kann und konnte im Anschluss sehr damit beeindrucken, dass er durch die Okklusionsebene Rückschlüsse auf den optimalen Sitz der Brillen einiger Teilnehmer ziehen konnte. Mit den danach ausgesprochenen Empfehlungen für einige Brillenträger den Optiker ihres Vertrauens aufzusuchen, sorgte Jürg Stuck für den ein oder anderen Lacher aus dem Auditorium und für einen schönen Abschluss eines hervorragenden Workshops. Abends trafen sich dann, nach der Mitgliederversammlung und dem Youngstertreffen, die Mitglieder, deren Partner, Freunde und Referenten zu einem schönen Begrüßungsabend in der ,,Gallery‘‘ des Nhow Hotels und verbrachten einige gesellige Stunden bei gutem Essen und interessanten Gesprächen.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
FREITAG, 12.11.2021 von Frederike Wendisch und Sabrina Diebl Die Jahrestagung 2021 der Neuen Gruppe trägt den Titel „ZahnMedizin – Hand und Verstand“ und soll einen Überblick über die intradisziplinären Herausforderungen im Angesicht zahnärztlicher Spezialisierung geben. Der Untertitel „Hand und Verstand“ verdeutlicht die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Verknüpfung herausragender manueller Fähigkeiten, mit fachlicher Qualifikation und steter Fortbildung in den verschiedenen Fachspezifikationen. Aktuelle Trends und Entwicklungen in Diagnostik und Therapie wurden von herausragenden zahnmedizinischen Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen präsentiert und anschließend kommentiert, sowie interaktiv diskutiert. 1. Tag des Kongresses Den ersten Kongresstag eröffnete mit dem Vortrag „Dentistry in the Metamorphosis era“ Dr. Giuseppe Allais aus Turin. Hierbei stellt er heraus, dass die heutige Zahnmedizin sich in einer Phase der Transformation befindet, angetrieben durch Digitalisierung, neue Materialien und Technologien sowie ökonomische Interessen. Er verdeutlichte, dass so zwar reproduzierbare und vorhersagbare, zahnmedizinische Ergebnisse geliefert werden können, der Patient mit seinen Bedürfnissen und Wünschen aber nicht wahrgenommen wird. Weiter zeigt er auf, wie wichtig aber eine stabile, langfristige Beziehung zum Patienten ist und dieser mit „seiner Geschichte“ im Mittelpunkt der Behandlung stehen sollte. Eine reine Konzentration auf pathologische Befunde, erhöhe die Gefahr der Over Diagnosis. Diese wiederum führe zu einem Überbehandeln (hyper treatment) des Patienten, von dem er nicht profitiere. Stattdessen stellt er ein minimalinvasives Behandlungskonzept vor mit den 3 Säulen: Gesundes erhalten, Krankes heilen und Fehlendes ersetzen. Dieses präsentiert er anschaulich anhand von 3 Patientenfällen, welche trotz ihrer Komplexität maximal zahnhartsubstanzschonend und patientenorientiert mit u.a. additional Veneers und direkten Kompositrestaurationen gelöst werden konnten. Der folgende Vortrag widmet sich der Gnathologie und im Rahmen dessen stellt Dr. habil. Andreas Vogel aus Leipzig die „Instrumentelle Funktionsdiagnostik mit dem „AVOSAX-System“ vor. Dieses System wurde auf Basis der Ergebnisse der an der Universität Leipzig in den achtziger Jahren an Minischweinen durchgeführten Tierexperimente und dem Wissenstand zum Thema Funktion in der Zahnheilkunde im IMD Leipzig entwickelt. Hierbei wurden bei Minischweinen unilateral Frühkontakte geschaffen und anschließend anhand von Biopsien und unterschiedlicher enzymatischer, histochemischer etc. Untersuchungen die Veränderungen des craniomanibulären Systems beleuchtet. Die Untersuchungen legten nahe, dass auch ohne klinische Symptome eine Dysfunktion und pathologische, teilweise irreversible Veränderungen des Systems nachweisbar sind. Um diese Pathologien bei zukünftigen
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Bericht: Jahrstagung Berlin 2021 Behandlungen nicht zu konservieren, ist die korrekte Unterkieferpositionierung essentiell für alle aufbauenden Behandlungen und eine grundlegende Aufgabe des Zahnarztes. Die bisher gängigen Verfahren zur Kieferrelationsbestimmung orientieren sich jedoch nur an subjektiven Parametern. Durch das AVOSAX System kann der individuelle Funktionsraum des Diskus dreidimensional abgeformt werde, der alle wesentlichen Parameter für die definitive Rekonstruktion enthält. Dr. habil. Adreas Vogel definiert die korrekte Lage des Kiefergelenkskopfes unter der höchsten Stelle des Diskus. Die Einstellung der Kondylen der Kiefergelenke in ihrer Fossa wird determiniert, gefolgt von der Positionierung der Okklusionsebene und dem physiologischen Kraftvektor der Muskulatur. Hierdurch sind die Grundlagen für eine anzustrebende physiologische Bisslage geschaffen, welche für die exakte Diagnose (CMD) und für jegliche Therapie im oralen okklusalen System notwendig ist – und das ohne lange Vorbehandlung. Nach der Mittagspause hörten wir den spannenden Vortrag von Dr. Otto Zuhr zum Thema „Parodontaltherapie heute Über klinische Relevanz, statistische Signifikanz und Patienten im Fokus“. Zuerst informierte uns Dr. Zuhr über evidenzbasierte, wissenschaftliche Grundlagen und stellte uns hierzu eine Reihe von Studien vor. So wurde eine multizentrische Studie von Tonetti et al. vorgestellt, in welcher der modifizierte koronale Verschiebelappen in Kombination mit Kollagenmatrix und in Kombination mit einem Bindegewebstransplantat zur Deckung mehrerer angrenzender Rezessionen verglichen wurde. Tonetti et al. kamen zu dem Ergebnis, dass die kürzere Heilungszeit und die geringere Morbidität bei der Kollagenmatrix von Vorteil sind, während das Bindegewebstransplantat allerdings in Hinblick auf die Wurzeldeckung in dieser Studie überlegen ist. Dr. Zuhr zeigte uns, dass verschiedene Faktoren den Behandlungserfolg beeinflussen. Wichtige Einflussfaktoren sind hier die lokalen Gegebenheiten wie das klinische AttachmentLevel, Plaque und Infektion, Defektausdehnung, Gewebedicke, Lokalisation des Defekts, die Menge an keratinisierter Gingiva sowie die Tiefe des Vestibulums. Technische Faktoren, die vor allem die Blutversorgung und die Wundstabilität beeinflussen, ergeben sich aus dem Volumen des Transplantates, der Dicke des Lappens, den Fähigkeiten des Behandlers, der Spannung des Lappens, der Präparation des Wundbettes, der Traumatisierung des Gewebes und der Schnitt- und Nahttechnik. Letztendlich stehen aber die patientenbezogenen Beurteilungskriterien wie die Genetik, das Rauchverhalten, das Alter, die Mundhygiene und die allgemeine Gesundheit immer im Fokus der individuellen Behandlung. Dr. Zuhr favorisiert tunnellierende Methoden ohne Papillenschnitte. Zu diesem Thema stellte er uns eine Studie von Pietruska et al. vor, in der eine modifizierte koronale Tunneltechnik zum einen mit Kollagenmatrix und zum anderen mit subepithelialem Bindegewebetransplantat verglichen wurden. Hinsichtlich Wurzeldeckung und ästhetischer Parameter
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022 schnitt hier die Tunneltechnik in Kombination mit dem Bindegewebetransplantat besser ab, wohingegen bei der Tunneltechnik in Kombination mit der Kollagenmatrix bessere Resultate bezüglich der Farbe und Oberflächenbeschaffenheit erzielt wurden. In einer weiteren Studie von Zuhr et al. wurde die Tunneltechnik in Kombination mit einem Bindegewebstransplantat mit einem modifizierten koronalen Verschiebelappen in Kombination mit Schmelz-Matrix-Proteinen über fünf Jahre verglichen. Hier konnte festgestellt werden, dass die Tunneltechnik in Kombination mit dem Bindegewebstransplantat bessere klinische und ästhetische Ergebnisse erzielen konnte, als der modifizierte koronale Verschiebelappen in Kombination mit Schmelz-Matrix-Proteinen. Zudem stelle uns Dr. Zuhr diverse interessante Patientenfälle vor, die über die evidenzbasierte Medizin hinausgehen. So sollte es in der Parodontologie das Ziel sein, Zähne so lange wie möglich zu erhalten und den Zeitpunkt eines möglichen Implantates so spät wie möglich zu wählen. Dementsprechend sollten auch Optionen wie Wurzelamputationen in Erwägung gezogen werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es derzeit viele spannende Entwicklungen im Bereich der Parodontologie gibt und dass die regenerative Parodontitistherapie die Zukunft sein wird. Nachfolgend hörten wir den interessanten Vortrag von Prof. Dr. Thomas Attin zum Thema „Nachhaltigkeit direkter Restaurationen in der Zahnerhaltung: Indikation, Fehlerteufel und Fakten“. Prof. Attin stellte uns eine Reihe von Studien vor, u.a. eine Studie von Pallesen et al. Diese konnte zeigen, dass die jährliche Verlustrate von Seitenzahnfüllungen mit Komposit über 30 Jahre in einer kontrollierten Studie bei 1,1 % lag, während die Auswertung von Versicherungsdaten über vier Jahre eine jährliche Verlustrate von 6,3 % ergab. Eine weitere Studie von Körner et al. machte deutlich, welche Ursache Zahnärzte für das Scheitern von Kompositrestaurationen vermuten. 2/3 gaben an, dass wohl der Zahnarzt selbst für das Scheitern verantwortlich ist, während ca. 1/3 eine fehlerhafte Indikation als Grund für das Scheitern der Füllung angaben. Das Material selbst und der Patient wurden nur mit zwölf bzw. 3 % als Ursache für das Scheitern der Füllung genannt. Die möglichen Fehler während des Legens der Füllung wurden zu 68 % mit der Feuchtigkeitskontrolle, zu 51 % mit der Adhäsivtechnik und zu 27 % mit der Polymerisation angegeben. Des Weiteren stellte Prof. Attin uns die Problem-Felder beim Legen der Kompositfüllung vor. Hier kann es Probleme mit dem Substrat selbst, mit dem Adhäsivsystem oder mit dem Komposit geben. Beim Vorbereiten der Kavität können mögliche Fehlerquellen in der Oberflächenvorbereitung, in der Kavitätenreinigung, im Ätzen und Abspülen oder in der Kontamination liegen. Wichtig ist, dass alle angrenzenden Zahnflächen im Vorfeld gründlich gereinigt werden. Erodiertes oder sklerotisches Dentin sollte vor der Füllung angeschliffen oder abgestrahlt werden, allerdings nicht mit Cojet, da dies die Randadaptation
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im Dentin negativ beeinflussen kann. Die optimale Dentinhaftung sei mit einer Ätzzeit von 15 Sekunden erreicht. Das Ätzgel sollte mindestens 20 Sekunden abgespült werden, um Präzipitate restlos zu entfernen. Aluminium-Chlorid und Eisensulfat zur Blutstillung haben laut einer Studie von Attin et al. bei Etch&Rinse-Adhäsiven keinen negativen Einfluss auf die Randadaptation von Kompositrestaurationen. Problemfelder bei den Adhäsiven können sich aus der Einwirkzeit, dem Applikationsmodus, der Verdunstung und aus der Polymerisation ergeben. Eine doppelte Adhäsivschicht kann hier zu einer verbesserten Dentinhaftung führen. Eine verlängerte Einwirkzeit des Adhäsivs auf Dentin verbessert die Lösungsmittelverdunstung. Prof. Attin empfiehlt hier 60 Sekunden. Wir lernten, dass bei den Universaladhäsiven die Self-Etch - Systeme zu höheren Verlustraten führen als die Etch&Rinse-Systeme. Somit empfiehlt Prof. Attin im Schmelz die Phosphorsäureätzung und Etch&Rinse-Systeme, im Dentin die Self-Etch oder die Etch&Rinse-Technik und bei der Applikation einer hydrophoben Deckschicht ein Flowable, ein gefülltes Adhäsiv oder eine Doppelschicht. Das Adhäsiv sollte aktiv appliziert, also ständig in Bewegung gehalten werden. In Hinblick auf die Lichthärtung empfiehlt Prof. Attin eine Verlängerung der Härtungszeit, die er mit einer Dauer von 40 Sekunden pro Inkrement angibt. Das Licht dringt nämlich nur 2 mm in die Tiefe. Der Abstand der Lampe sollte so gering wie möglich sein, da die Lichtintensität bei 6 mm Abstand bereits um 50 % abnimmt. Zum Schutz des Zahnes kann dieser mit dem Sauger oder mit Luftzufuhr gekühlt werden. Nachfolgend stellte uns Prof. Attin diverse Patientenfälle vor, in denen er uns Tricks zeigte, um aus anfänglich schwierigen Situationen, einfachere und überschaubarere Situationen zu schaffen. Hierzu zählte beispielsweise die Stufen-Elevation, die in der Randqualität nachweislich keine Unterschiede - mit und ohne vorherige Elevation - zeigt. Weitere Tipps von Prof. Attin waren die individuelle Matrizengestaltung und die schrittweise Formerleichterung, wobei eine dichte Füllung immer wichtiger ist als dass diese schön ist.
SAMSTAG 13.11.2021 von Dr. Maike Hormes Den Start am Samstagmorgen machte Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake mit dem spannenden Thema „Risikomanagement in der zahnärztlichen Chirurgie“. Ein Thema, welches für den Großteil der Teilnehmer eine tägliche Herausforderung im Arbeitsalltag darstellt. Dabei unterschied er die lokalen Risiken, welche anatomisch oder biologisch bedingt sein können, von den systemischen Risiken.
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Anatomische Strukturen, die während eines zahnärztlich chirurgischen Eingriffs im Unterkiefer, insbesondere bei der Entfernung verlagerter Weisheitszähne besonders beachtet werden müssen, sind der Nervus alveolaris inferior und der N. lingualis. Um in kritischen oder unklaren Fällen das Risiko der Nervverletzung zu minimieren, kann eine vorherige bildgebende Diagnostik mittels DVT einen deutlichen Mehrwert bringen. So kann beispielsweise die Entfernungsrichtung präoperativ geplant werden, was die Operationsdauer verkürzt und die postoperativen Beschwerden verringert. Auch eine Modifikation der Operationstechnik, beispielsweise durch Verwenden eines Piezo-Osteotoms oder in besonders kritischen Situationen die Koronektomie, sollten im Vorfeld mit dem Patienten diskutiert werden. Ebenfalls sollte, wenn auch nur in sehr seltenen Fällen relevant, der Patient über ein Frakturrisiko aufgeklärt werden. Dieses scheint erhöht, sobald die Linea obliqua großflächig entfernt werden musste. Das Risiko einer Infektion kann durch eine Mundspülung mit Chlorhexidin prä- und postoperativ minimiert werden. Außerdem konnte gezeigt werden, dass durch die Verwendung von Trombozytenkonzentraten signifikant weniger Infektionen entstehen. Patienten mit systemischen Allgemeinerkrankungen sind häufig medikamentös eingestellt. So muss vor chirurgischen Eingriffen bei Patienten eine medikamentös bedingte Blutungsneigung erfragt werden. Während Trombozytenaggregationshemmer in der Regel weiter eingenommen werden können, sollten Eingriffe bei einer Kombinationstherapie aus diesen mit ADP-Rezeptor-Antagonisten wenn möglich, verschoben werden. Da Vitamin-K-Antagonisten eine sehr lange Halb-wertszeit haben und ein Bridging daher nicht zielbringend ist, sollte bei diesen Patienten der aktuelle INRWert bestimmt werden. Hingegen können die direkten oralen Antikoagulanzien mit ihrer kurzen Halbwertszeit einmal ausgesetzt und am Abend nach der Operation weiter eingenommen werden. Patienten mit Osteoporose, Knochenmetastasen oder einem Plasmozytom werden möglicherweise mit Bisphosphonaten oder monoklonalen Antikörpern therapiert. Hierbei steigt das Risiko einer Knocheninfektion mit der Dosierung des Medikamentes. Eine Antibiotikagabe ist daher präoperativ obligat. Außerdem sollten Knochenkanten geglättet und Operationsgebiete plastisch gedeckt werden. Mit seinem spannenden Einblick in die aktuellen Leitlinien bringt Prof. Dr. Dr. Schliephake einen außerordentlichen Mehrwert für die tägliche Praxis. Den zweiten Vortrag an diesem Vormittag hielten Prof. Dr. Lobbezoo und Prof. Dr. Wetselaar aus Amsterdam mit dem Thema „ A Bite of Bruxism: Shiftig Paradigms“ gemeinsam. Zunächst wurde der Bruxismus als Kiefermuskelaktivität, die nicht gezwungenermaßen auch mit einem Zahnkontakt einhergeht, definiert. Er kann sowohl im Schlaf- als auch im Wachzustand auftreten und kann genetisch, stress- oder medikamentenbedingt sein.
Die Referenten stellten dabei klar, dass der Bruxismus nicht nur einen Risikofaktor für Muskelhypertrophie und Beschädigung der Zähne darstellt, sondern, dass die Muskelaktivität auch ein Schutz vor kognitiver Alterung sein kann. Sie stellen den Bruxismus nicht nur als einen Feind, sondern auch als einen Freund vor, sodass eine Therapie nur dann indiziert ist, wenn der Patient negative Konsequenzen davonträgt. Nach einer kurzen Pause begann Dr. Christoph Kaaden, coronabedingt leider nicht live sondern vom Bildschirm aus, seinen Vortrag zu Tools und Toys in der Endodontologie. Er begann mit der Vorstellung einiger außergewöhnlicher Fälle. Zuerst zeigte er eine zweidimensionale Röntgenaufnahme mit Unterkieferfrontzähnen und eine apikale Osteolyse bei vermeintlich suffizienten Wurzelfüllungen. Erst im DVT konnte ein zweiter übersehener und nicht therapierter Kanal entdeckt werden, was als Therapiefolge für den Pateinten eine Revision und nicht die Extraktion oder Wurzelspitzenresektion bedeutet. So stellt er die präoperative dreidimensionale Röntgendiagnostik als eines seiner unverzichtbaren Tools in der zeitgemäßen Endodontologie dar. Um bei der Präparation der Wurzelkanäle Ablagerungen von Debris zu vermeiden, empfiehlt Dr. Kaaden die Verwendung von schall- oder ultraschallaktivierten Spülungen. Besonders hohe Reinigungswirkung zeigt die Aktivierung der Spülung durch den Laser, weshalb er auch diese technische Neuerung als Must-Have für vorhersagbare Therapieergebnisse ansieht. Zum Schluss stellt der Referent verschiedene Therapieansätze vor, welche zwar nicht konventionell sind, jedoch in besonderen Ausnahmesituationen bedacht werden können. So können bei Zähnen mit stark obliterierten Kanälen geführte Aufbereitungen mithilfe einer Bohrschablone sinnvoll sein. Bei jungen Pateinten mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum kann eine Revaskularisation eine Möglichkeit sein, um das Wurzelwachstum positiv zu beeinflussen. Auf die Frage, was er als seine drei wichtigsten Tools ansieht, nennt Dr. Kaaden, das Mikroskop mit LED- Beleuchtung, das DVT und eine reibungslose Zusammenarbeit mit der Assistenz. Nach der Mittagspause durften die Teilnehmer der Jahrestagung sich nun auf Prof. Dr. Daniel Edelhoff freuen, welcher innovative Behandlungskonzepte in der Prothetik vorstellte. Das erhöhte Durchschnittsalter unserer Bevölkerung bedingt, dass viele Zähne länger in ihrer Funktion verbleiben. Damit einher geht häufig eine stärkere Abnutzung, welche immer öfter biokorrosiv ist. Diese Säuredefekte im posterioren Bereich können zu traumatischen Abrasionen in der Front führen. Restaurationen sollten daher im Seitenzahnbereich starten, um in der Front Platz zu gewinnen.Neben einer sehr ausführlichen Gesichtsanalyse mittels Fotos und Videos legt Prof. Dr. Edelhoff ein besonderes Augenmerk auf die richtige Materialauswahl.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022 Vor ausgedehnten Restaurationen, bei denen eine Bisshebung notwendig ist, wird empfohlen, den Pateinten zur Probe und zur Gewöhnung für mindestens 3 Monate eine feste Schiene einzusetzen. Mit eindrucksvollen Patientenfällen veranschaulicht Prof. Dr. Edelhoff sein sehr detailliertes Vorgehen von der Vorbehandlung bis zur definitiven Rekonstruktion. Den Abschluss dieses besonders interessanten Kongresstages machte Dr. Markus Schlee mit seiner innovativen Therapiemethode der Periimplantitis. Nachdem er die Periimplantitis als Weichgewebsentzündung mit progredientem Knochenabbau definiert, stellt er die verschiedenen Ursachen für die Erkrankung dar. Wie bei der Parodontitis kann auch die Periimplantitis durch eine Dysbalance zwischen Bakterien und der Wirtsantwort entstehen. Jedoch sind auch Fremdkörperreaktionen auf Zementreste oder die Fehlplatzierung des Implantates als mögliche Auslöser anzusehen. Daher ist es vor der Therapie einer Periimplantitis unabdingbar, die Ursache zu eruieren. Da gereinigte Implantatoberflächen, egal ob von glatter oder rauer Oberflächenbeschaffenheit sofort rekolonialisieren, muss das Ziel der Therapie eine Reosseointegration sein. Herkömmliche Methoden der Oberflächenreinigung wie das kürettieren, die Verwendung eines Pulverstrahlgerätes oder des Titianbürstchens stellen sich als zu grob und nicht effektiv dar. Als Möglichkeit einer suffizienten Reinigung stellt Dr. Schlee die elektrolytische Therapie vor, welche eine mechanische Reinigung unter dem Biofilm schafft. Außerdem kann gezeigt werden, dass das Implantat nach der elektrolytischen Behandlung wieder die ursprünglichen hydrophilen Eigenschaften aufweist, was die Reossifikation vereinfacht. So empfiehlt er nach der Reinigung eine Augmentation, um Raum und Ruhe zu schaffen. Diese zwei Faktoren, zusammen mit der gründlichen Reinigung und der genauen Fallselektion arbeitet der Referent als wichtigste Erfolgskriterien hervor. ■
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Bericht: Seminar Paris
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New Approach In Immediate Implant Rehabilitations 03. - 04. Juni 2022 – Dr. Gary Finelle, Paris, PD Dr. Arndt Happe BERICHT VON DR. PASCAL MARQUARDT “Molar replacement is the most frequent therapeutic modality in implant dentistry. However, many different clinical protocols are proposed and utilized in order to maintains volume stability after tooth extraction (including early placement, socket preservation and immediate implant placement). From patient standpoint, immediate protocols provide satisfying experience, but surgical manipulation for closure obtention may generate invasiveness and unpredictability. In this perspective, the goal of this day article is to describe a clinical workflow combining immediate implant placement on molar sites and prosthetic non invasive closure by the use of a customized healing abutment (SSA: Sealing Socket abutment).” Anfang Juni 2022 konnten wir uns in einer vertrauten Runde dem kleinen, aber feinen Thema „Sofortimplantation von Molaren“ im sommerlichen Paris widmen. Gary Finelle hat seit fast 10 Jahren sein Konzept der Sofortimplantation mit Abschluss durch Socket-Seal-Abutments (SSA) immer weiter entwickelt und perfektioniert. Er steht für uns, die fast alle im posterioren Bereich (noch) zweizeitig extrahieren und implantieren, als sicher einer der erfahrensten Referenten auf diesem Gebiet. Wir starteten den Kurs mit einem Überblick zur optimalen Gestaltung von Abutments. PD Arndt Happe zeigte anhand unterschiedlicher Implantatsysteme unterschiedliche Gestaltungsempfehlungen vor allem des Emergenzprofils. Es war ein gewohnt hervorragend strukturiertes Update mit zahlreichen, neuen Studien zu dem Thema. Im Anschluss stellt uns Gary Finelle sein Konzept vor. Beeindruckend waren, neben seinem wissenschaftlichen Engagement, vor allem die Fallberichte über die Behanldungsfälle, die bereits viele Jahre alt sind. All seine Darstellungen konnte er über Studien festigen. Gemeinsam mit der Firma Biotech entwickelte er ein indikationsspezifisches SSA Abutment, dass leicht im Mund zum Verschluss der Alveolen und zur Abdeckung des (bovinen) Augmentates angepasst werden kann. Digitale Lösungen hatte er versucht, allerdings als zu aufwändig empfunden. Die Abutments sind sowohl für Oberkiefer-Molaren, wie auch für Unterkiefer-Molaren in der jeweilig anatomisch angepassten Form erhältlich. Auch über ein Zwischenabutment für viele andere Implantatsysteme. Nach einem wunderbaren Dinner in der Nähe der Oper konnten wir das Erlernte am Samstag Morgen praktisch an Kunststoffmodellen üben, um ein Gefühl für das Handling zu bekommen. Diskus-
sionsbeiträge waren vor allem hinsichtlich der sehr tief inserierten Standartdurchmesser-Implantate hilfreich zur individuellen Entscheidungsfindung, während die zahlreich erschienenen Begleitpersonen und Kinder Paris erkunden konnten. Wir möchten wir uns nochmals natürlich bei den Referenten, aber auch bei der Firma Biotech Paris bedanken, deren zentral gelegenen Fortbildungsräumlichkeiten wir für beide Tage nutzen konnten. Auch wenn es zu einigen erheblichen Rückreiseproblemen aufgrund eines Gewitters kam, war der Kurs eine hervorrage Inspiration zweier erfahrener, smarter Kollegen in einer großartigen Stadt.
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Bericht: Frühjahrstagung
Frühjahrstagung der NEUEN GRUPPE 2022 BERICHT VON LAURA SONNER DR. VIKTOR LUFT
Nach einem familiären Wiedersehen im Marmorsaal und einem gelungenen Begrüßungsabend startet die NEUE GRUPPE auf dem Petersberg bei Bonn in den ersten Tag des wissenschafltichen Programms. Am Vormittag stehen die Kandidatenvorträge mit anschließender Diskussion im Mittelpunkt. Mit frischer Energie beginnt Dr. Daniel Bäumer mit seinem Kandidatenvortrag “Socket-Shield - neue Wege für die Sofortimplantation in der ästhetischen Zone“. Die SocketShield-Technik stellt eine präventive Methode der Sofortimplantation dar, welche durch bewusstes Belassen einer Zahnscherbe unter Intakthaltung des Bündelknochens im oberen bukkalen Alveolendrittel dem Kollaps von Hart- und Weichgewebe entgegenwirkt. Evidenzbasiert geht er auf die vielversprechenden Möglichkeiten, Grenzen und Komplikation dieses techniksensitiven Verfahrens ein, dessen Erfolg von einer sorgfältigen Patientenselektion und der chirurgischen Erfahrung des Anwenders maßgeblich beeinflusst wird. Die “Ästhetik im Grenzbereich” wird von Dr. Lea Krueger-Janson beleuchtet. Den Schwerpunkt legt die Referentin auf Techniken der konservierenden und rekonstruktiven ästhetischen Zahnmedizin. Hierbei wird neben alltgäglichen Situationen, wie Eckzahnaufbauten und Füllungskorrekturen Ihr Behandlungskonzept zur Versorgung desolater Zahnstatus von Angstpatienten präsentiert. Die primäre Versorgung der “Social Six” sei vor allem bei Phobikern ein valides Konzept zur Patientenbindung und Motivation. Auf diese Weise zeigt die Referentin dem Zuhörer wie mit Hilfe einer minimalinvasiven, additiven und kostensparenden Komposittechnik eine Steigerung der Compliance gelingen kann. Im folgenden Vortrag “Implantologische Rekonstruktion & wissenschaftliche Kontrolle - Behandlungskonzept einer Familienpraxis” geht Dr. Philipp Menn detailliert auf seine Doktorarbeit einer retrospektiven Studie zum ImplantatLangzeiterfolg einer komparativen Zahnarztpraxis ein. Die Ergebnisse stufen das Rauchen als möglichern Einflussfaktor für periimplantären Knochenabbau ein. Darüberhinaus präsentieren sich Augmentationen als Anwender-spezifisches Verfahren. Strukturiert stellt er abschließend eigene Implantatfälle vor, mahnt zur intensiven Nachsorge und endet mit einem Aufruf nach minimalinvasiven und bewährten Techniken im
Rahmen der Implantatsetzung. Den Abschluss an diesem Vormittag bildet Dr. Hans-Christian Lux mit seinem Vortrag “Weichgewebskonditionierung im Rahmen der Freilegung”. Einleitend erinnert er an die Bedeutung des Vorhandenseins einer befestigten und keratinisierten Gingiva sowie den positiven Effekt von Weichgewebsaugmentationen mit autologen Transplantaten auf die periimplantäre Gesundheit. Zentraler Bedeutung schreibt er dem “Bergfest” zur Hälfte der Einheilzeit zu. Zu diesem Zeitpunkt wird final je nach Implantatlokalisation, Breite der attached Gingiva und Augmentationsart final über die Freilegungstechnik zur optimalen Weichgewebskonditionierung vor Zahnersatzversorgung entschieden. Den spannenden Nachmittag läutet Ulf Krueger-Janson mit einem fesselnden Vortrag über interdentale Komposittechniken ein. Er legt eine Vielzahl spannender Patientenfälle vor, an denen er den Teilnehmern Schritt für Schritt eine Anleitung zur Behandlung komplexer Frontzahn-Ästhetik-Fälle mit Hilfe von Komposittechnik bietet. Die Grundlage für eine optimale Versorgung bildet neben einer Indikation-berücksichtigenden Materialwahl die optimale und sorgfältige Konditionierung der Zahnhartsubstanz. Mit Hilfe von der Frankfurter Verschalung, einem modifizierten palatinalen Mock-Up, sowie der dynamischen Streifentechnik gelingen anspruchsvolle Situationen von Diastema-Lückenschlüsse über Stellungskorrekturen nach erfolgter Parodontal-/ oder kieferorthopädischer Therapie vorhersagbar. Zu guter Letzt betont Dr. Krueger-Janson die Beachtung der Funktion zum Erzielen langzeitstabiler Ergebnisse. Den zweiten Vortrag an diesem Nachmittag bestritt im Anschluss Privatdozentin Fr. Dr. Karin Jepsen. Der Vortrag befasste sich mit innovativen Behandlungsmethoden der Parodontologie der Universität Bonn. Zum einen scheint die vitale Wurzelamputation einen neuen therapeutischen Ansatz für die Behandlung von Oberkiefermolaren mit Furkationsbefall darzustellen. Trotz tiefer Pulpotomie und Resektion der betroffenen Wurzel konnte die Vitalität des Zahnes erhalten sowie parodontalen Indices mit Hilfe dieser operativen Technik verbessert werden. Im zeiten Teil Ihres Vortages beschäftigte
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sich Fr. Dr. Karin Jepsen mit dem Weichgewebsmanagment um Implantate in der ästhetischen Zone. Beim Auftreten von Weichgewebsdefiziten gestalte sich eine Rezessionsdeckung kompliziert, daher sei im Vorfeld, möglichst vor Freilegung dem Verlust von Weichgewebe entgegenzuwirken. Hierbei könne ein Weichgewebeersatzmaterial als Alternative zur klassischen Anwendung von Bindegewebstransplantaten aufgrund einer klinisch vergleichbaren Zunahme der Schleimhautdicke bei verringerter Patientenmorbidität dienen. Zum krönenden Abschluss des ersten Tages stellt Prof. Dr. Soren Jepsen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Universität Bonn, die neue S3-Leitlinie zur Therapie der Parodontitis Stage IV vor. Im seinem Vortrag werden beeindruckende interdisziplinäre Ergebnisse im Rahmen einer kieferorthopädischen-parodontalen Therapie geschildert. Den Auftakt zum zweiten Kongresstag gestaltete Dr. Josef Diemer im Rahmen von Präsentationen und Diskussionen von komplexen Patientenfällen. Hierbei werden die Kongressteilnehmer aktiv in den Vortrag eingebunden und die Behandlungsstrategien und Lösungsansätze eigener Patientenfälle erarbeitet. Der Fokus wird hierbei auf die kieferthopädische Vorbehandlung mit Alignern zur Auflösung von Engständen, Ausformung der Kiefer und Therapie von Atemwegsobtruktionen gelegt. Mitunter werden dabei Aspekte der myofunktionellen Therapie in der Gruppe disktutiert. Frau Maria-Solad Sichert beschließt die Frühjahrstagung 2022 und gibt im Rahmen ihres Vortrages Einblicke über die historischen Ereignisse und Hintergründe rund um den Petersberg und die Geschichte des Grandhotels seit Erstöffnung im Jahre 1892. ■
Bericht: Frühjahrstagung
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Neue Seminare
Ankündigung: Neue Seminare ANMELDUNG für die Seminare (wenn unter dem Seminar nicht anders angegeben): Anmeldung nur online über die Homepage der neuen Gruppe über unseren Kooperationspartner Quintessenz Verlag.
Bitte beachten Sie die Seminarankündigungen auf unserer Homepage: www.neue-gruppe.com
PROF. SADAO SATO, PROF. MARKUS GREVEN - Craniofaciale Entwicklung und Okklusion Fr., 3. März 2023 08:30 – Sa., 4. März 2023 15:00 Craniofaciale Entwicklung und Okklusion Sato S.1, Greven M.2,3 1 Kanagawa Dental University, Yokusuka, Japan 2 Medizinisches Versorgungszentrum R(h)einzahn Bonn, Deutschland 3 Abteilung für Prothetik, Universitätszahnklink Wien, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich Die Behandlung von Skelettalen Malokklusionen ist in der Zahnheilkunde immer eine große Herausforderung. Insbesondere die Frage nach dem geeigneten sinnvollsten Zeitpunkt der Behandlung und der Art der therapeutischen Intervention stellt seit vielen Jahren eine internationale Kontroverse dar. Oft zeigen diese Fehlbisslagen in sehr frühen Entwicklungsstadien (frühes und mitteleres Wechselgebiss) bereits vorhandene funktionelle Kompensationen/Dekompensationen in Bezug auf Anzeichen und Symptomen von temporo-mandibulären Dysfunktionen (TMD). Die gezielte Kontrolle / Beherrschung der Okklusionsebene(n) einer die Okklusion betreffenden Behandlung markiert den Schlüsselpunkt für eine erfolgreiche, kausale Behandlung einer dysfunktionellen Malokklusion und ist insbesondere auch für die essentiell-wichtige Festlegung einer therapeutischen Referenzposition der Kondylen / des Unterkiefers erforderlich, um die Strukturen der Kiefergelenke zu entlasten und um funktionell bedingten Anzeichen und Symptomen einer etwaigen temporo-mandibulären Dysfunktion frühzeitig entgegenzuwirken.
Darüber hinaus spielt der Zeitpunkt des Beginns der Behandlung eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche (Re-) Kompensation dieser Arten von funktionellen und/oder skelettalen Fehlbisslagen. Das Traktat beleuchtet die Entwicklung des menschlichen Schädels, die Evolutionsbiologie des menschlischen Schädels, die Bedeutung der Okklusion und deren Zusammenhängen mit der Schädelentwicklung und die Therapie-Konzeption Kursort: Marquardt Dentists, Parkstrasse 21, 50968 Köln oder in Bonn. Der Kursort wird rechtzeitig bekannt gegeben. Professor Sato wird seinen halbtägigen Vortrag online per ZOOM halten. Prof. Greven vor Ort inklusive Demonstrationen. Zeiten: Freitag, 03. März 2023 08:30h bis 17:00 h bis Samstag 04. März 2023 09:00h bis ca. 15:00h Teilnehmer: Alle Mitglieder, Kandidaten, Youngster und Gäste der NEUEN GRUPPE. Preise: Mitglieder und Kandidaten: 950.- Euro Youngster: 300,- (Protokoll), 500,- Euro Gäste: 1.250,- Euro
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
TORD BERGLUNDH, OLIVER CARCUAC, CHRISTIANO TOMASI & JAN DERKS - Aktuelle Aspekte zur Parodontitisund Periimplantitis-Therapie
Neue Seminare
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Wir haben ein Zimmerkontingent im Hotel Gothia Towers gebucht. Informationen dazu nach Eingang der Anmeldung. Mittwoch Abend werden wir ein Welcome Dinner für die Teilnehmer organisieren.
Do., 8. Juni 2023 08:30 – Fr., 9. Juni 2023 17:00 Der Kurs soll 3 Themenschwerpunkte abdecken: 1. Peri-implantitis (von Diagnostik bis Behandlung) 2. Neues zur nicht-chirurgischen Parodontitisbehandlung 3. Mukogingival-Chirurgie an Zähnen und Implantaten Ziel der jeweiligen Schwerpunkte ist die Vermittlung von aktuellen wissenschaftlichen Daten und eine Diskussion zur klinischen Implementierung. Kurz gesagt, neue Information soll klinisch relevant aufgearbeitet werden. Zum Thema „Peri-implantitis“ werden Tord Berglundh & Jan Derks gemeinsam Aspekte zur Diagnostik, Epidemiologie und vor allem zur Prävention/Behandlung präsentieren. Das klinische Vorgehen wird anhand von zahlreichen Fallbeispielen und einer Live-OP illustriert. Der Schwerpunkt „nicht-chirurgische Parodontitisbehandlung“ wird von Cristiano Tomasi präsentiert. Auf Basis einer Vielzahl an Studien, wird für oder gegen unterschiedliche Behandlungsstrategien argumentiert. Dr. Tomasi ist Co-Autor einer jüngst publizierten Multi-CenterStudie, die bestehende etablierte Konzepte in Frage stellt. In einem dritten Block gilt der Fokus dem parodontalen und peri-implantären Weichgewebe. Olivier Carcuac ist ein exzeptioneller Kliniker mit umfangreicher Erfahrung im Bereich der Direkt-Implantation und der Mukogingival-Chirurgie. In seinem Vortrag wird er sein Konzept darstellen.
WEBINAR - DR. JOSEF DIEMER Monatliche Falldiskussionen: Airway focused Alignertherapie Schlaf, Funktion, Ästhetik Mo., 7. Nov. 2022 19:00 – Mo., 7. Nov. 2022 21:00 Diese monatlichen Webinare sind ein Continuum zur Kursreihe KFO Aligner-Therapie der DTMD. Der schon gelernte Kursinhalt wird aufgefrischt und gleichzeitig werden die Fachgebiete KFO, Schlaf, Funktion/Okklusion und Ästhetik vertieft.
Mindestteilnehmer 20, maximal 30 Teilnehmer. Wir behalten uns bis zum 28.04.2023 vor, den Kurs aufgrund der für die Neue Gruppe entstehenden finanziellen Belastungen, im Fall von weniger als 20 Teilnehmer abzusagen. Kursort: Abteilung für Parodontologie, Universität Göteborg Klinik für Parodontologie Medicinaregatan 12C 413 90 Göteborg, Schweden Zeiten: Donnerstag, 08. Juni 2023 08:30h bis 17:00h Freitag, 09.Juni 2023 08:30h bis 17:00h Teilnehmer: Mitglieder, Kandidaten, Youngster und Gäste der Neuen Gruppe Mindestens 20 Teilnehmer, maximal 30 Teilnehmer Preise: Mitglieder und Kandidaten: 1750 ,- Euro 1 Youngster (Protokoll) 500,- Euro, weitere Youngsterplätze nach Absprache mit Dr. Marquardt Angestellte Zahnärzte Neue Gruppe Praxen: 1500 ,- Euro Gäste 2100,- Euro
Sie werden lernen: Eine standardisierte Falldokumentation – wie im Kurs präsentiert - , die alle Bereiche komplexer Fälle beinhaltet, mit dem Ziel, diese Fälle immer schneller vollständig erfassen zu können. Anliegen, Befundung, Diagnose, Prognose und Therapieoptionen werden je Fall zusammengestellt. November 2022, Dezember 2022. Januar 2023, Februar 2023, März 2023. Jeweils von 19:00 – 21:00 Uhr.
Frühjarstagung/Jahrestagung 2023
Frühjahrestagung der NEUEN GRUPPE 2023 Donnerstag, 18. Mai, 12:00 – Samstag, 20. Mai, 18:00 Ort: Sorat Insel-Hotel in Regensburg ANMELDUNG:
boeld communication GmbH, Reitmorstraße 25, 80538 München, congress@bb-mc.com Tel. +49 89 1890460 · Fax +49 89 18904616 · www.neue-gruppe.com
57. Jahrestagung der NEUEN GRUPPE
Interdisziplinäre Therapie bei schwerer Parodontitis (Stadium III und IV) Donnerstag, 16. bis Samstag, 18. November 2023 ORT: Hotel Kö 59, Königsallee 59, 40215 Düsseldorf
Jahrestagung Düsseldorf 2023
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REFERENTEN:
Prof. Dr. Giovanni Salvi, Bern Prof. Dr. Anton Sculean, Bern Prof. Dr. Peter Eickholz, Frankfurt Prof. Dr. Patrick Schmidlin, Zürich Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, Bonn PD Dr. Christoph Ramseier, Bern Prof. Dr. Johan Wölber, Freiburg Prof. Dr. Conchita Martin, Madrid PD Dr. Karin Jepsen, Bonn Dr. Giuseppe Allais, Turin Prof. Dr. Stefan Wolfart, Aachen Prof. Dr. Jan Derks, Göteborg Dr. Jochen Tunkel, Bad Oeynhausen Prof. Dr. Michael Stimmelmayr, Cham Vorkongress-Kurse Prof. Dr. Anton Sculean, Bern Prof. Dr. Stefan Wolfart, Aachen
ANMELDUNG:
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NEUE GRUPPE NEWS / Heft 48 / Herbst 2022
Social Media
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Liebe Freunde*innen der NEUEN GRUPPE,
EIN STARKES NETZWERK Hier erhalten Sie umfangreiche Infos zur NEUEN GRUPPE im Allgemeinen sowie die aktuellen Termine zu unseren Veranstaltungen und Seminaren. neue-gruppe.com Hier erhalten Sie umfangreiche Infos zur NEUEN GRUPPE im Allgemeinen sowie die aktuellen Termine zu unseren Veranstaltungen und Seminaren.
eine Präsenz in Social Media ist auch für die NEUE GRUPPE wichtig, um Kommunikation und Präsentation nach außen zu erreichen und uns nachhaltig zu platzieren. In Social Media gibt es zahlreiche Plattformen. Deshalb ist es entscheidend, die Social-Media-Kanäle genau zu verstehen und die Sprache ihrer Nutzer zu sprechen. Seit mehreren Monaten spielen wir, als NEUE GRUPPE, nun regelmäßig und strategisch Fotos und Videos in unseren Content ein. Das Ziel ist es mit kreativem Social-Media-Marketing die Fortbildungen und Kongresse der NEUEN GRUPPE auch in Zukunft erfolgreich zu etablieren und den Bekanntheitsgrad der NEUEN GRUPPE zu erhöhen. Die Vorteile von Social Media liegen klar auf der Hand. Heute fragt niemand mehr „Was ist Social Media?“ Social Media und Kommunikation sowie Marketing sind längst untrennbar miteinander verbunden. Dafür brauchen wir auch Eure Mithilfe. Ihr unterstützt die NEUE GRUPPE in dem Ihr unsere Beiträge liked, reposted und/ oder kommentiert. Danke für Eure Unterstützung! Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt, so wendet Euch doch einfach an mich. Herzliche Grüße Euer
neue-gruppe.com Christian Sampers -Vorstand Neue Gruppe Öffentlichkeitsarbeit-
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Nachruf
Dr. Wolfgang Drücke * 24. Januar 1947 † 3. Februar 2022
Am 3. Februar dieses Jahres ist mit Dr. Wolfgang Drücke ein guter Freund und langjähriges Mitglied der Neuen Gruppe unerwartet infolge eines Unfalltodes von uns gegangen. Viele haben Wolfgang Drücke und seine herzliche Wesensart persönlich kennenlernen dürfen. Mich persönlich freut es, dass Wolfgang bei unserer letzten Jahrestagung in Berlin mit dabei war und wir im familiären Kreise wertvolle Zeit miteinander verbringen konnten. Wer Wolfgang persönlich kennenlernen durfte, war schnell von seinem intelligenten Humor, seiner grossen Allgemeinbildung und außergewöhnlichen Sprachgewandtheit sowie von seiner Warmherzigkeit erfasst. Es war stets wunderbar und eine Freude, sich mit ihm auszutauschen. Es war immer spürbar, dass er seiner Umgebung und den Menschen um ihn herum stets wohlwollend zugewandt war. Wolfgang wurde am 24. Januar 1947 in Lübeck geboren und blieb seiner Heimatstadt auch bei der Gründung seiner Praxis im Jahre 1975 treu. Er gründete die Praxis, nachdem er in Kiel, Freiburg und Berlin erfolgreich Zahnmedizin studiert hatte und erste Erfahrungen in der väterlichen Praxis in Lübeck hatte gewinnen können. Seine eigene Praxis expandierte schnell und schon bald genoss sie den Ruf einer exzellenten Anlaufstation für Patienten mit hohen Qualitätsansprüchen.
Im Jahre 1980 wurde er in der Neuen Gruppe als Mitglied aufgenommen. Wolfgang war ein weit über die Alltagspraxis hinaus interessierter Kollege, der durch Besuche zahlreicher hochstehender Fortbildungen motiviert schon bald nach der Praxisgründung im Jahre 1978 das Informations- und Fortbildungszentrum (IFZ) in Lübeck eröffnete, aus dem im Jahre 2000 die IFG in ihrer heutigen Form hervorging. �Als Besonderheit umfasste das Programm des IFZ schon zu dieser frühen Zeit nicht nur exzellente Veranstaltungen zu praktischen Themen der Zahnmedizin auf höchstem Niveau, sondern auch tiefgründige Seminare, die sich der Persönlichkeitsbildung und individuellen Weiterentwicklung von Zahnärztinnen und Zahnärzten widmeten. Es war Wolfgang immer ein großes Anliegen, sowohl hinter dem Patienten als auch hinter dem Zahnarzt und den Praxismitarbeitern die Verletzlichkeit des Menschen zu sehen. Nach diesem Vorbild handelte er beruflich wie auch privat. Wir werden das Andenken dieses grossartigen Menschen stets in Ehren halten und ihn als Freund in unserem Kreise sehr vermissen.
DR. BRITTA WENGEL-BUNS
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Nachruf
Dr. Fritz Singer * 30. Juni 1934 † 15. Februar 2022
Liebe Freundinnen und Freunde, zu den Pflichten eines „Urmitglieds“ der Neuen Gruppe gehört es auch, beim Abschied von einem Freund und Mitglied unserer Gruppe dessen Bedeutung für uns zu würdigen. Heute habe ich die traurige Pflicht, Euch mitteilen zu müssen, dass eines unserer ersten Mitglieder, Dr. Fritz Singer aus Meran, uns für immer verlassen hat. Fritz Singer hat in Bologna sein Studium und den Facharzt gemacht. Anschließend ging er 1964 zuerst nach Innsbruck, dann nach Stuttgart und in die Schweiz. Sein Bruder Benno Singer machte ein post graduate Programm auf der Goldmann University in Bosten zusammen mit Peter Schärer und Mario Martignoni. Benno brachte Dick Petralis nach Europa und war Gründungsmitglied der Neuen Gruppe.
Fritz Singer kam über die gnathologische Schiene (Lauritzen Kurse etc.) in Kontakt mit uns und gehörte seit der ersten Frühjahrstagung in Bad Pyrmont zum festen „Stamm“ unserer Gruppe. So arrangierte er 1986 die Frühjahrstagung in Meran und fehlte bei kaum eine unserer Tagungen, solange es ihm möglich war. Er war lange Zeit Dozent an der Universität Genua und auch an der Universität in Innsbruck. Die letzten 10 Jahre seiner beruflichen Laufbahn widmete er sich ausschließlich der Totalprothetik. Die Nachricht von einem Tode trifft alle die ihn kannten tief. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Marisa und ganz besonders seinen Söhnen Roland und Guido, der die Familientradition in der Neuen Gruppe weiterhin aufrechterhält. Wir haben einen guten Freund verloren und werden seiner noch oft gedenken!
DR. HARTMUT WENGEL
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Nachruf
Dr. Eckbert Schulz * 26. Mai 1941 † 26. November 2022
Für uns alle unfassbar ist Eckbert Schulz am 26.9.2022 an einem Schlaganfall im Alter von 81 Jahren verstorben. Wir nehmen Abschied von einem ganz besonderen Menschen, einem zuverlässigen Freund. Eckbert wurde 1941 in Schwiebus, östlich von Frankfurt an der Oder geboren. 1945 wurde die Familie östlich der Elbe vertrieben und floh nach Friedland, Beeskow an der Spree. Diese Gegend prägte Eckbert bis 1961. Die Familie floh ein zweites Mal, in den Westen nach Offenbach. Das Zahnmedizin Studium mit Promotion begann und beendete Eckbert in Frankfurt/Main bis 1968. 1972 nach einem Jahr als Stabsarzt bei der Bundeswehr und Assistenzzeit in Bad Pyrmont ließ sich Eckbert in Hannover nieder. Noch 1972 heiratete er Catharina ( Carin) aus den Niederlanden, eine der besten Entscheidungen. Eckbert war ein „Gewächs“ aus der Praxis Günther Wunderling. Er wurde ein begeisterter Anhänger seiner Auffassung von Zahnmedizin, seiner Philosophie. Die Aura von Günther Wunderling infizierte nicht nur ihn. Dort lernten wir uns auf einem Praxis Kurs 1970 kennen. Eckbert war ein überaus geschickter Operateur in der Parodontologie und fertigte Totalrehabilitationen mit einem Dentatusartikulator an, mit einer Maschine, die mir fremd war. 1970! Das“ Wunderlingvirus“ sprang über auch auf mich! Von diesem Augenblick an planten wir unsere Weiterbildung gemeinsam, ich von Göttingen aus, Eckbert aus Hannover. Die Zweierfreundschaft erweiterte sich schon 1970 beim Lauritzen Kurs A in Düsseldorf, wo wir zwei neue Freunde treffen sollten: Klaus Haberkorn aus Würzburg und Jürgen Dapprich aus Düsseldorf. Diese Freundschaft hält, auch unter unseren Familien bis heute. Später traf mein Studienfreund Ulrich Bube aus Hannover dazu. Mit Ulrich Bube war Eckbert später in der Selbstverwaltung der Kammer und KV Niedersachsen sehr aktiv, als Gutachter ,Gerichtsgutachter und vieles mehr.. Eckberts Schwerpunkt lag allerdings mehr in der Fortbildung ,Weiterbildung anderer Kollegen. Er konnte sehr gut sein angesammeltes Wissen in Seminaren und Kursen weitergeben. Die Zusammenarbeit mit der MH Hannover durch Kurse
im Rahmen der APW oder im Curriculum Implantologie waren sehr gefragt. Die Quelle seiner Kenntnisse kamen aus der Neuen Gruppe. Er bildete viele Assistenten aus , einige davon wurden Mitglied der Neuen Gruppe, wie Klaus Karge, F.W. Neukamm, Torben Hennies, Moritz Nensa. 1974 wurde Eckbert mit mir gemeinsam aufgenommen. Eckbert scheute keine Zeit und Kosten, wenn es um die Erlangung von neuen Erkenntnissen in der Zahnmedizin ging. So manches Mal zog es uns zu zweit, zu dritt oder zu viert mehrfach im Jahr in die USA. Was war damals alles aufzuarbeiten, welche Lehrer inspirierten uns ! Hier nur einige: C. Stuart, P.K. Thomas. A.Lauritzen, Phil Molloy, G. Kramer, R.Nevins, Cliff Ruddle, Ga.Bowers, D. Shanelec Die Krönung unserer gemeinsamen Ausflüge mit Klaus Haberkorn, Jürgen Dapprich, Eckbert und mir war unser Segeltörn in der Karibik. Eckbert war beruflich „Generalist“, wie man ihn heute kaum noch findet mit den Schwerpunkten Funktionsdiagnostik, Parodontologie ,orale Rehabilitationen und Implantologie. Er wollte nach dem Verkauf seiner Praxis 2013 nicht aufhören zu arbeiten und blieb Assistent in seinen eigenen Räumen, Vollzeit! Eckbert war ein Energiebündel, als Zahnarzt, als Lehrer, als Gutachter, als Präsident der Neuen Gruppe, als Golfer, als Tennisspieler und Skifahrer, als Familienvater, als Großvater. Es gab für ihn kein unüberwindbares Hindernis. Er hatte ein großes Herz! Seine Familie stand immer an erster Stelle. Leider übersah er eigene Probleme….Es wird schon! ….höre ich ihn oft sagen. Lieber Eckbert, Deine Freunde Jürgen, Klaus, Ulrich und ich umarmen Deine Familie, wir verneigen uns mit Dankbarkeit für Deine Freundschaft. Ruhe in Frieden !
DR. HARTMUT HENNIES