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NEUE GRUPPE NEWS - Heft 43 Herbst 2017

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NEUE GRUPPE NEWS Heft 43 +++ Herbst 2017

43 2 Glückwünsche 3 Editorial BERICHTE: 4 Zahnersatz und orale Heimat Kurs Stuck/Plaster 6 50. Jahrestagung der Neuen Gruppe, Stuttgart, 17.-19.11.16 15 Dentalhygiene – Kurs J. Suvan 17 All-on-4 Intensivkurs, Dr. Bolz 23 Update Endodontie, Dr. Diemer 24 Update Implantologie – Kurs Hürzeler 28 „The spirit of the time in restorative dentistry“ Kurs Allais 32 Exzellenz im Praxismanagement 34 Das „Projekt Wertediskussion“ der NEUEN GRUPPE 30 Neue Seminare 36 Nachruf: Knud Schmidt-Diemel 37 Nachruf: Peter (Pit) Beyer

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Glückwünsche Ihren 80. Geburtstag feierten Peter Engelhardt am 16. Mai und Jochen Gieseler am 17. August. Die NEUE GRUPPE gratuliert von Herzen und wünscht beste Gesundheit. Am 23. August feierte Jürgen Bretthauer, am 2. Dezember Ulrich Bube, am 18. Januar Jürgen Dapprich, am 24. Mai Lawin Flores-de-Jacoby und am 29. September Jürgen Schenk ihren 75. Geburtstag. Herzlichste Glückwünsche! Ihren 70. Geburtstag feierten Wolfgang Bolz am 22. September, Wolfgang Drücke am 24. Januar, Norbert Grosse am 13. September, Franz Meyer am 19. Februar und Jean-Francois Roulet am 16. November. Wir gratulieren herzlich! Am 16. August feierten Dieter Edinger, am 28. Juli Angela Fischer, am 18. Februar Gerd Körner und am 28. August Christian Lobeck ihre 65. Geburtstage. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute. Zu ihrem 60. Geburtstag gratulieren wir Josef Diemer (20. Juli), Reiner Gerhart (8. September), Ingrid Grunert (17. Juni), Walter Kaiser (1. August) und Peter Ottl (11. Juni) ganz herzlich!

Impressum Copyright 2017 NEUE GRUPPE News. Herausgeber: NEUE GRUPPE, wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten. Redaktionelle Leitung: Dr. Christian Sampers Das Journal und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. www.neue-gruppe.com E-Mail: rezeption@drsampers.de Konzeption, Gestaltung und Produktion: Graphicon GmbH, Frankfurt am Main Nach Redaktionsschluss erreichte uns die Nachricht, dass unser Gründungsmitglied Dr. Hans-Peter Lux am 03.09.2017 verstorben ist. Einen ausführlichen Nachruf werden wir in den nächsten News veröffentlichen.


Editorial

NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

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Editorial

Liebe Freunde, diese aktuelle Ausgabe der News dokumentiert eindrucksvoll die zahlreichen Aktivitäten unserer Gruppe im letzten Jahr.

Der Wechsel allein ist das Beständige! Schopenhauer

Angefangen mit unserer Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen unserer wissenschaftlichen Vereinigung über die zahlreichen Kurse und Seminare im In- und Ausland präsentiert sich die NEUE GRUPPE als vitale Gruppe, die hochkarätige Fortbildungen in freundschaftlicher, kollegialer Atmosphäre durchführt.

Als die NEUE GRUPPE 1966 gegründet wurde, gab es kaum Fortbildungsmöglichkeiten für Zahnärzte. Die Bedingungen heute sind völlig andere: es gibt heute unzählige Fortbildungsveranstaltungen aller Qualitätsniveaus. Wenn wir im Wortsinn die NEUE GRUPPE sein und bleiben wollen, müssen wir dem Rechnung tragen. Die Wertediskussion unter Moderation von Herrn Prof. Buß wird uns dazu wertvolle Impulse geben.

Aber wir sind mehr als ein Fortbildungsverein! Wir verstehen uns als Freundeskreis, der das fachliche und das persönliche Miteinander pflegt. Das ist nicht immer bequem, denn ein so kleiner Verein, wie der unsere, lebt nur vom Einsatz seiner Mitglieder in ihrer Gesamtheit. Ich möchte alle Mitglieder, insbesondere aber die Jüngeren aufrufen, die vielleicht vorhandene Scheu abzulegen, ihre Ideen einzubringen und für die NEUE GRUPPE aktiv zu werden. Nur so können den guten Ideen auch Taten folgen.

Mit unserer diesjährigen Jahrestagung endet meine Präsidentschaft und ich gebe das Amt an meinen Nachfolger, Raphael Borchard, weiter. Es war eine Ehre, diese fachlich so engagierte und freundschaftlich verbundene Gruppe führen zu dürfen. Dass dies auch mit viel Arbeit verbunden war, will ich nicht verhehlen, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinem Vorstand, der mich bei meiner Aufgabe so großartig unterstützt hat. Eure

Brigitte Simon


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Berichte: Kurs Zahnersatz und orale Heimat

Zahnersatz und orale Heimat Kurs Jörg Stuck und Udo Plaster in der Praxis von Pascal Marquart DR. THOMAS BISCHOF Etwa 20 Zahnärzte und Zahntechniker trafen sich am Freitag den 4. und Samstag, den 5.11.2016 in der Praxis von unserem Mitglied Pascal Marquart in Köln, um gemeinsam mit ihm, Jörg Stuck und Udo Plaster 6 Patientenfälle zu analysieren, zu diskutieren und die Philosophie und die Vorgehensweise von Plaster/Stuck im Detail kennen zu lernen. Alle Fälle wurden nach demselben Schema analysiert und dabei die wichtigsten Informationen erhoben, um die orale Heimat des Patienten zu bestimmen. Dabei definieren Plaster/Stuck die orale Heimat als jene Position, in der sich der Patient im Mund so wohl fühlt, dass er keine Zähne, keinen Zahnkontakt spürt. Im Folgenden wird nun die Vorgangsweise von Plaster/Stuck bei ihrer Patientenanalyse beschrieben. 1. Bei der Körperanalyse wird unterschieden in einen: • Seitenzahntyp - Gedachtes Lot vom Tragus zum Boden endet hinter Sprunggelenk - Zunge ist vorne - Neigung nach hinten eingeschränkt - Raum zwischen Backenzähne ist klein, zwischen Frontzähnen groß • Frontzahntyp - Gedachtes Lot vom Tragus zum Boden endet vor Sprunggelenk - Zunge ist hinten - Neigung nach vorne eingeschränkt - Raum zwischen Backenzähne ist groß, zwischen Frontzähnen klein 2. Bei der Profilanalyse wird das Verhältnis Obergesicht/Mittelgesicht/Untergesicht und das Verhältnis Oberlippe bis Lippenschluss zu Unterkiefer ab Lippenschluss beschrieben. 3. Beschreibung der Lippen und deren Position • Wie stehen die Lippen im Verhältnis zur Linie NasionKinnspitze • Sind die Lippen angespannt oder locker • In welcher Position halten die Zähne die Lippen und wie legen sich die Lippen auf die Zähne 4. Wieviel Platz ist zwischen OK und UK beim Sprechen von „iiii“ und „eee“ 5. Was passiert mit Unterkiefer bzw. Oberlippe und Unterlippe beim Zählen • F-Laute: Fünfzig bis Sechzig • S Laute: Sechzig bis Siebzig • Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf: Wechsel von „Eins“ auf „Zwei“

ist die schwierigste phonetische Kombination, da zwei „Z“ aufeinander folgen und der Unterkiefer diese Position halten und trotzdem absetzen muss • Wenn man beim Zählen wenige Zähne sieht, ist die orale Heimat groß • Wenn man beim Zählen viele Zähne sieht und kaum Platz zwischen den Frontzähnen besteht, ist die orale Heimat klein 6. Analyse des Raumes zwischen OK und UK durch eine Verlängerung bzw. Verbreiterung der Frontzähne mit Wachsaufbauten • Mit reinem weißen Bienenwachs wird die OK-Font verlängert, was passiert dann beim Zählen, berühren sich die Zähne, wieviel Platz bleibt für Verlängerungen, für eine Schiene? • Danach separat dasselbe in der UK Front • Auch bei Lücken in der Front: diese schließen und zählen lassen. Was passiert dabei? 7. Analyse der Oberkiefer- und Unterkiefermodelle • Skelettale Mittellinie lingual und labial im OK und UK einzeichnen • Dentale Mittellinie einzeichnen • Nervaustritt N. Incisivus (Papille) verschiebt sich mit dentaler Mitte • Dentale und skelettale Mittellinie vergleichen • Breite der Schneidezähne OK und UK messen und auf den Zähnen eintragen • Höchster gingivaler Punkt bei OK-Einser und tiefster gingivaler Punkt bei UK-Einser einzeichnen und den Abstand zwischen diesen Punkten im Schlussbiss auf den Modellen messen und mit Shimbashi Tabelle vergleichen: Breite Ideale Länge Ideale Shimbashi der Einser der Einser Dimension 7 9 14,5 7,5 9,75 15,75 8 10,5 17 8,5 11 17,75 9 11,5 18,5 9,5 12,25 20 10 13 21 10,5 13,5 22 • Gingiva UK: gerade Verbindungslinie von 4 auf 4 einzeichnen, wo steht dazu die Gingiva der UK-Front? Intrudiert oder Extrudiert? Nach dieser Analyse werden die Modelle einartikuliert. Um im Unterkiefer einen Biss in muskulärer Zentrik nehmen zu kön-


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

nen, empfehlen Plaster/Stuck folgende Vorgangsweise: 1. Dicke eines Aqualizers je nach Typ (Seitenzahn- oder Frontzahntyp) und auf Grund des beim Zählen analysierten Sprechabstands festlegen 2. Mehrfach ohne Zahnkontakt Öffnen, Protrudieren und Laterotrudieren lassen 3. Aqualizer zur Entkoppelung der Muskulatur einsetzen 4. 15 Minuten spazieren gehen ohne telefonieren und hinsitzen 5. Jig mit Luxabite bei liegendem Aqualizer anfertigen 6. Jig mit maximal der Höhe des Aqualizers ausarbeiten, eher aber niedriger, sodass nur mehr ein kleine Kontaktpunkt beim höchsten Unterkiefereinser besteht 7. Jig einsetzen, Aqualizer entfernen, nochmals mehrmals ohne Kontakt zum Aqualizer Öffnen, Protrudieren und Laterotrudieren lassen und dann UK Front auf Jig ruhen lassen. Mit Fingerkontakt am Handgelenk zeigen, wie stark der Patient den Jig berühren darf 8. UK Front neben dem sehr schmalen Jig mit BissnahmeMaterial einspritzen und härten lassen 9. Danach die Seitenzähne mit Bissnahme-Material ausspritzen und härten lassen 10. Jig und Biss entnehmen 11. Oberkiefer mit Plane Finder einartikulieren 12. Unterkiefer einartikulieren Alle Teilnehmer verfolgten beide Tage hochkonzentriert den Ausführungen und Demonstrationen von Stuck und Plaster. Auch wenn viele der muskulären Zusammenhänge nicht leicht nachvollziehbar waren, zeigten die Fragen der Teilnehmer, dass ihr Verständnis für diese Zusammenhänge während der beiden Tage zugenommen hat und vor allem die Logik und Einfachheit der Analysemethoden rasch nachvollziehbar wurde. Sie sprachen dementsprechend Stuck und Plaster höchstes Lob für ihre offene Form, den Inhalt und die fachliche Kompetenz des Seminars aus. Offen blieb leider nur, wie nun die so hervorrargend analysierten und dokumentierten Fälle gelöst werden sollen und können. Aber dafür gibt es vielleicht ein Folgeseminar? Bedanken möchte ich mich ganz besonders bei unserem Mitglied Pascal Marquart, der neben der hervorragenden fach-

Berichte:Kurs Zahnersatz und orale Heimat

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lichen Vorbereitung des Seminars auch für unser leibliches Wohl mit Kölner Spezialitäten sorgte. Ich bin sicher, dass alle Kursteilnehmer mit dem Gefühl sich in einer Runde von herausragenden Kollegen fachlich weiterentwickelt zu haben nach Hause gefahren sind.


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Berichte: 50. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Stuttgart 18.-20.11.2016

50. Jahrestagung der Neuen Gruppe Liederhalle Stuttgart, 17.-19.11.2016

Vorkongress: Workshop von Dr. Didier Dietschi D.M.D., Ph. D., PD „Mastering layering, anatomy and finishing of anterior composite restorations“ ZA MICHAEL EREMENKO, DR. LUKASZ JABLONOWSKI Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung des Referenten, seiner Praxis („the geneve smile center“) und der Fortbildungsstätte („Edu DENT international Pro“) in Genf begann der ausgebuchte Kurs mit einer Einführungsvorlesung. Den Start in die Thematik machten die drei wichtigsten Parameter für die Ästhetik: die anatomische Form, die anatomische Form und schließlich die anatomische Form. Denn trotz einer präzise ausgesuchten Kunststofffarbe, kann eine Füllung schnell unecht oder gar auffällig schlecht aussehen. Wiederum bei korrekter anatomischer Zahnform und einer nicht optimalen Zahnfarbe könnte das fertige Ergebnis aber immer noch ästhetisch wirken. Die Weiterführung in die Thematik machten drei Falldokumentationen. Vor jeder Therapie sollte man sich zunächst klar werden mit welcher Technik man arbeiten möchte. So kämen beispielsweise für eine ästhetische Frontzahnrestauration folgende Techniken in Frage: ein Veneer-, CAD/CAM- oder Composite Verfahren. Herr Dr. Dietschi riet jedem gewissenhaft dabei das Alter der Patienten in die Planung einzubeziehen. Demnach wäre bei einem jugendlichen Patienten mit ästhetischen Ansprüchen und bei geringer bis gar keiner Destruktion von einer prothetischen Kronenversorgung im Frontzahnbereich abzuraten. Neben der erwähnten ästhetischen Komponente kommen weitere Herausforderungen auf den Behandler zu. Die Bandbreite an Produkten ist überwältigend und es kommen immer weitere Neuheiten auf den Markt. Einen Überblick zu erhalten und für seine Technik ein optimales Produkt rauszufinden, bildet definitiv eine schwierige Aufgabe. Ebenfalls stellt die Handhabbarkeit und die Voraussagbarkeit der Technik einen enormen Druck auf den Behandler dar. Bei allen diesen Ansprüchen ist die Zeit ein weiterer limitierender Faktor. Ein zusätzlicher Baustein seiner Technik ist die Bioästhetik, eine Kombination zwischen der Biologie und der Biomechanik. Dabei soll die Biologie mehr respektiert bzw. berücksichtigt

werden, was zur Folge hat, dass die Präparationen so geringfügig wie nur notwendig ausfallen sollten. Um die beste ästhetische Wirkung zu erzeugen werden nur zwei Farbschichten, eine für Dentin und eine für Schmelz, verwendet. Die Zähne sind durch multiforme Dentinchroma und diffuse Opaleszenz charakterisiert. Nur wenige Zähne weisen eine polychromatische Farbverteilung auf. Diese sind durch weitere punktuelle Opaleszenztupfer (bläuliche inzisale Kante (azur), weiße Punkte (ice) und starke Chroma (gelb)) individualisierbar. Ebenfalls soll bei der Rekonstruktion erneut das Alter der Patienten bedacht werden. Bei älteren Patienten liegt eine längere Abnutzungsperiode des Gebisses vor, wodurch der Anteil des Dentins mehr als bei jüngeren Patienten überwiegt. Herr Dr. Dietschi ging dabei immer wieder auf die Fragen der Teilnehmer ein und beantwortete diese ausführlich. So zum Beispiel konnte die Frage des schwarzen Schattens, der bei einigen Kompositfüllungen zu sehen ist, auf einen zu dick aufgetragenen Bonder zurückgeführt werden. Grund hierfür ist die fast vollständige Absorption des Lichts. Bei einer Füllungskorrektur sollte der Bonder daher vorher nicht lichtgehärtet werde, da dies ebenfalls zum schwarzen Rand führen würde. In einer weiteren Nachfrage wurde auch geklärt, dass bei einer Füllungsreparatur erst 2 Wochen nach der Applikation ein Silan


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017 verwendet werden sollte. Abschließend wurde die technische Entwicklung der Komposite mit ihren Vor- und Nachteilen beleuchtet. Dr. Dieschi selbst bevorzugt am liebsten mit homogenen Nanohybriden zu arbeiten. Diese bieten die Vorteile einer guten Oberflächenbeschaffenheit, gute mechanische Stabilität und einen Glanzeffekt. Nach einer kleinen Pause und entsprechenden energetischen Erfrischung der Teilnehmern ging es nun konzentriert in den praktischen Teil des Kurses. Mittels einer kombinierten Übung an einem Frontzahn konnten man nun Schritt für Schritt die Technik umsetzen. Dr. Dietschi arbeitete dabei jeden Arbeitsschritt vor und gab entsprechende Hinweise für die Kursteilnehmer, die sich an der entsprechenden Übung versuchten. Folgend nun eine kurzer Einblick in den Ablauf der vermittelten Technik. Zunächst befassten wir uns mit der Farbwahl, die am besten bei einer Lichttemperatur von 5000-5500 Kelvin Lichttemperatur erfolgen sollte. Gefolgt von einem provisorischen und direkten Aufbau der Klasse IV Kavität für das folgende Mock-up. Das Mock-up sollte nach Möglichkeit je Seite einen Nachbarzahn umfassen und von den Dimensionen darauf geachtet werden, dass es später bei der Verwendung des Kofferdamms noch gut handhabbar ist. Durch die Anlage des Mock-ups an den zu restaurierenden Zahn können die Defektkanten beispielsweise mit einer zahnärztlichen Sonde übertragen werden, was den folgenden Schritt deutlich vereinfacht und die spätere Ausarbeitung erleichtert. Im Mock-up wird nun der Defektbereich mit Schmelzmasse dünn ausgekleidet und wieder an den Zahn reponiert und mittels UV-Lichtlampe ausgehärtet. Die nun folgenden Schritte können bereits ohne Mock-up durchgeführt werden, wobei es sich insbesondere für Anfänger der Technik anbietet die Unterstützung der Hilfe zu nutzen, bis der Dentinkern aufgebaut ist und die Rekonstruktion belastbarer geworden ist. Nach dem der Detinkern

7 aufgebaut wurde, wird eine Folienmatritze mittels Keil approximal fixiert und darauf geachtet, dass das Komposit beim Verfüllen bis nach oral reicht. Auf diese Weise kann man sich sehr sicher sein, dass man keine Bläschen im approximalen Bereich produziert. Der nächste Schritt besteht darin Schmelzmasse im vestibulären Bereich aufzutragen. Anschließend werden mit Polierscheiben, die als Standardinstrument dienten, die Konturen leicht bearbeitet. Nun erfolgte die Reinigung, Überprüfung und mögliche Ausbesserung kleinster Bereiche des Aufbaus. Für das sogenannte Rebonding nutzte Dr. Dietschi erneut Primer und Bonder inkl. Lichthärtung. Jetzt erfolgten die finalen Arbeitsschritte, indem die glasglatte Füllung vestibulär mit einem Diamantschleifer mit einem großflächigen „W“ versehen wurde. Die Konturen des W wurden anschließend von außen nach innen erweitert. Mit dem letzten Einsatz des Schleifers wurde nun noch die Incisalkante geformt. Mittels Bonding (ohne Lichthärtung) lassen sich anschließend kleinste Defekte sichtbar machen und ggf. korrigieren. Überrest des Bonders werden mit Alkohol entfernt. Für die Finale Politur kommen nun feine diamattierte Polierer, Kelche und feinste Polierscheiben zum Einsatz. Das letzte Finnisch bekommt die Arbeit nun mit einer Nylon-Prophylaxebürste. Sämtliche Arbeitsschritte erfolgten übrigens trocken, da man so laut Dr. Dietschi feiner arbeiten kann, die Möglichkeit der direkten Kontrolle besitzt und im Gegensatz zum Polieren mit Kühlung weniger Substanz abgetragen wird. Für eine Auffrischung des Wissens und der Technik lohnt sich übrigens ein Blick in einschlägige Videoplattformen. Zusammenfassen lässt sich der Kurs und die vermittelte Technik mit den Worten des Referenten: simpel, haltbar und effektiv beschreiben. Was sich in der ersten Woche zurück in der Praxis auch bewährt hat.


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Berichte: 50. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Stuttgart 17.-19.11.2016

Workshop Prof. Dr. Dr. H. Dumfahrt: Planung komplexer festsitzender Rehabilitationen als Basis für den Langzeiterfolg

Schwerpunkt dieses Workshops war die umfassende, komplexe Planung festsitzender, prothetischer Rekonstruktionen. Nach ausführlicher allgemeiner und dentaler Anamnese wird eine sorgfältige, umfassende, konservative Versorgung, begleitet von engmaschiger Mundhygienetherapie (Taschenmanagment und Reevaluationsphasen) durchgeführt. Dieser einleitenden Phase schließt sich die Herstellung von einartikulierten Situationsmodelle, zur Analyse mit dem Zahntechniker an. Als Bißregistrat wird das klassische Wachsplattenregistrat mit Alustopps verwendet. Registriert wird, nachdem der Patient für 15-30 min. Wattenrollen locker zwischen den Zähnen gehalten hat und er somit seiner Occlusion enthoben war. Jetzt beginnt Prof. Dumfahrt mit einer Funktionsanalyse, die die Axiographie mittels SAM-System beinhaltet. Ebenso wird ein FRS als auch DVTs beider Kiefergelenke hinzugezogen. Das FRS wird umfassend vermessen, wobei ein besonderer Schwerpunkt der unteren Gesichtshöhe beigemessen wird. Diese wird nach Slaviszek oder nach der “D“Punkt vermessung durchgeführt. Anhand der DVT’s wird erruiert ob der Gelenkspalt erweitert ist oder nicht. In der Regel folgt nun eine Schienentherapie mittels Michiganschiene, die eine Bißerhöhung um etwa 6mm aufweist. Je nach zuvor vermessenem Bewegungsmuster wird schon die Schiene in distrahierter Position angefertigt. Dies wird allerdings bei Prof. Dumfahrt ungern mit den SAM-Einsätzen durchgeführt, sondern lediglich mit 1-3 Schichten 0,5mm dicker Zinnfolie, die im Arti hinter dem Gelenkkopf eingelegt wird. Ist dies Phase einvernehmlich für den Patienten, wird die, durch die Michiganschiene erreichte Position, ins Provi überführt. Dies ist, außer in Ausnahmefällen, ein im Eigenlabor gefertigtes Kunststoffprovi, welches der Patient für ca. drei Monate trägt. Nun wurden die Änderungen der Präparationsschule angesprochen, die sich aus der Entwicklung, uns neu zu Verfügung stehender Restaurationsmaterialien und Zemente ergeben. Schulter für Goldinlays 0,5mm statt 1mm. Zirkonstufe 0,3-0,5mm statt 1-1,5mm für Sinterkeramik. Keine Hohlkehle sondern eine auslaufende Stufe mit innenliegender Abrundung für alle Keramiken. Das Inlay wird gar nicht mehr angesprochen, da es nahezu vollständig durch moderne Composittechnik ersetzt wird. Hier steht die Zahnhartsubstanzschonende Technik klar im Vordergrund. Zur Therapie und damit Art der Präparation ist natürlich der Entscheid über den Werkstoff wichtig. Sein grobes Konzept sah wie folgt aus. Front: Lithium-Disilikate wegen der besseren Transluzenz Prämolaren: Zirkon Molaren: Zirkon / Metallkeramik

ABFORMUNG: Klassische Doppelmisch – oder Korrekturabformung jedoch mit Sicht auf digitale Systeme die auf kurz oder lang ablösen werden. Hier hat uns noch das Thema Hämostase beschäftigt. Epinephrine: wären das Mittel der Wahl sind aber offiziell aus dem“ zahnmedizinischen“ Verkehr gezogen. Aluchloride: (Viskostad). Hier ist die Problematik der Aushärtungsinhibition der dünnfließenden A-Silikone bei Doppelmischabformungen, die enorme Probleme für den Techniker darstellen, das Emergence-profil zu übernehmen, gar zu finden. Eisensulfate: die eine massive Schwarzfärbung verursachen und somit nicht benutzt werden sollten. Disskussionstoff bat die Verdrängungstechnik. 1 Faden oder 2, oder gar keine ???? An dieser Stelle stellte Prof. Dumfahrt uns die Vorababformung mit Schaumsilikonen (Coltene) vor. Diese benutzt er zur Blutstillung und Verdrängung bei umfassenden Präparationen von >10 Stümpfen in einem Kiefer. Hat aber trotzdem zuvor einen trockenen Faden im Sulkus der während der Abformung dort verbleibt.

ZEMENTIERUNG: Metallkeramik: Zinkphoshat oder Glasionomer Oxidkeramiken: Dualhärtend + Silan Glaskeramiken: Selfcuring, Lightcuring, Dual Bei E-max lässt sich auch über Glasionomerzement reden. Die Nachbarzähne sollten während des Etching durch Teflonband geschützt werden, um unnötige Hypersensibilitäten zu vermeiden. Kofferdam wann immer möglich. Kavitätenreinigung vor Zementierung mit Bims. Bei adhäsiven Befestigungstechniken sollten die keramischen Restaurationen mit Silan vorbehandelt werden. Hier verbläst Prof. Dumfahrt auch noch eine dünne Schicht Bonding des Syntac 3 Phasen Systems. Kritische Diskussion entstand auch über das Härten oder nicht Härten des Bondings auf demStumpf bzw in der Kavität. Wir einigten uns auf NICHT HÄRTEN!! was keine Nachteile für die adhäsive Zementierung bedeutet, da selbst bei dualen Systemen die Initialzündung reicht um auch die dünne Bondingschicht zu härten. Bei Aushärtung des nicht gefüllten Bondings könnte es passieren, dass eventuell zuvor nicht ausreichend dünn verblasen wurde und somit entsteht ein Spalt bei der Insertion. Bei den lichthärtenden Materialien schnitten in vorgelegten Studien, betreffend der Durchdringungstiefe Variolink und Duocement plus am Besten ab.


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NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

VENEERS: Werden ganz nach Magne über Wax-up und Mock-upmit dem Patienten probiertund über das Beschleifen des Mock-up im Munde so minimalinvasiv wie möglich präpariert. 1. Wax up 2. Mock up 3. Intaorale Mock up Anprobe: funktionelle und ästhetische Veränderungen können vorgenommen werden 4. Mock up im Mund belassen und komplett mit Edding einfärben 5. Rillenpräparation 6. Anfärben der Rillen mit andersfarbigem Edding 7. Mock up entfernen

8. Minimalinvasive Präparation Die Veneerzementierung erfolgt mit Tetric-flow. Abschliessend entstanden nochmals Diskussionen über die Abwägung Veneerversorgung versus Compositrestauration. Veneers sind in der Conclusio absolut indiziert, habe ich beim Patienten gut und ausreichend erruiert, dass Bruxismus und devitale Zähne auszuschliessen sind. Bei der Präparation ist eine Overlap-Technik zu vermeiden, wie Magne in seinen Studien um Spannungsfelder im Palatinalbereich beschreibt. Hier ist die Frakturgefahr signifikant höher. Insgesamt müssen wir bei allen keramischen Restaurationen auf gleichmässige Präparationsstärken, gleichmässige Isthmen und eine sequentielle Front-/ Eckzahnführung achten.

Kongressbericht Freitag, 18.06.2016 Nach einem gelungenen Vorkongress am Donnerstag eröffnete die Präsidentin der NEUEN GRUPPE, Frau Dr. Brigitte Simon, die Jahrestagung der NEUEN GRUPPE in Stuttgart, die sich in diesem Jahr zum 50. mal jährt. Die Jubiläumsveranstaltung wartete mit einem hochkarätigem Programm namhafter nationaler und internationaler Referenten auf. Das diesjährige Thema war: Synoptische Zahnheilkunde, Spezialisten – Schnittstellen – Allgemeinzahnärzte Prof. Dr. Dr. hc Niklaus P. Lang, Bern: Begin... with the end in mind, eine auf Prinzipien basierende Behandlungsplanung Herr Professor Niklaus P. Lang referierte zu dem Thema „Begin.. with the end in mind“. Prof. Lang stellte in seinem Vortag klar strukturiert und anhand zahlreicher klinischer Fälle die zwingende Notwendigkeit einer synoptischen Behandlungsplanung dar. Das wichtigste in der Therapieplanung sei es, vor Beginn ein klares Therapieziel zu definieren. „Wir müssen uns vorstellen wie das Gebiss unseres Patienten aussieht, wenn die Behandlung beendet ist und der Patient die Praxis verlässt“ so Professor Lang. Einen großen Einfluss auf seine Strategie bei der Therapieplanung hat das Buch von Stephen R. Covey mit dem Titel: The 7 Habits of Highly Effecticve People. Die Umsetzung von 7 Grundprinzipien ermöglicht hierbei eine persönliche Entwick-

lung von einer Abhängigkeit zur Unabhängigkeit und weiter zu einer Interdependenz. Anhand von drei Grundprinzipien, die er in die Zahnheilkunde adaptierte, stellte Professor Lang seine Strategie in der Therapieplanung vor allem parodontologischer Patientenfälle dar. Dieses Prinzip hat er auch in seiner Zeit als Ordinarius für Parodontologie und festsitzende Prothetik und Klinikdirektor der Universität Bern erfolgreich implementiert. Die drei Grundprinzipien sind: 1) Be proactive, 2) Begin with the end in mind und 3) Put first things first.


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Berichte: 50. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Stuttgart 17.-19.11.2016

Anhand zahlreicher klinischer Fälle stellte Prof. Lang seine Therapieüberlegungen und Therapiekonzepte sehr praxisnah dar. Sein Missionstatement für das erste Grundprinzip (be proactive) war: „ Die Bedürfnisse des Patienten an Ästhetik und Funktion unter gesunden Verhältnissen befriedigen und erhalten“. Zur Aufrechterhaltung der Funktion ist eine verkürzte Zahnreihe im Sinne einer Prämolarenokklusion eine evidenzbasierte Therapieoption. Für das zweite Grundprinzip (begin with the end in mind) arbeitete Prof. Lang heraus, dass eine prätherapeutische Zieldefinierung des Patientenfalls obligat ist. Dies kann dann natürlich durch individuelle Patientenwünsche weiter beeinflusst werden. Prof. Lang gibt dabei auch zu bedenken, dass es immer „verschiedene therapeutische Möglichkeiten“ gäbe und diese seien dann auch alle „verschieden richtig“ sein. Die zahnbezogene prätherapeutische Prognose der Zähne stellt den zentralen Aspekt des dritten Grundprinzips (put first things first dar). Hierbei empfiehlt er eine Einteilung in Zähne mit einer sicheren, zweifelhaften und behandlungsunwürdigen Prognose. Eine zahnbezogene Beurteilung der Prognose hilft bei der Beurteilung des Wertes und der Risiken eines Zahnes, den generellen Behandlungsaufwandes und lenkt allgemein den Behandlungsplan. Von Zähnen mit einer sicheren Prognose sollte über viele Jahre hinweg, ohne Auftreten von biologischen und technischen Komplikationen, ein Erhalt erwartet werden können. Zähne mit einer zweifelhaften Prognose bedürfen umfangreiche Therapiemaßnahmen um eine verbessert Prognose zu erreichen. Damit sind aber im Bedarfsfall teils komplexe und teure Therapien nötig. Prof. Lang empfiehlt daher, nach erfolgter Hygienephase (konservative Parodontitistherapie) eine kritische Reevaluation eines jeden Zahnes, da dann darüber entschieden werden muss, ob ein Zahn erhalten bleiben kann oder nicht. Zur Beurteilung empfiehlt Prof. Lang parodontale, endodontale und dentale Kriterien. Zähne mit einer Furkationsbeteiligung, vertikalem Knochenabbau oder einem horizontalem Knochenabbau von mehr als 2/3 zeigen demnach eine zweifelhafte Prognose. Bei Vorliegen eines Furkationsgrades 2 besteht zudem ein 8 mal höheres Risiko für einen Zahnverlust und bei Furkationsgrad 3 ein 15x höheres Risiko. Bei den endodontalen Kriterien haben besonders unvollständige Wurzelbehandlungen, apikale Aufhellung und/oder ein massiver Stift, bzw.

Schraube einen negativen Effekt auf die Prognose. Im Bereich der dentalen Kriterien führen vor allem wurzelkariöse Läsionen sowie kariöse Läsionen im Bereich der Furkationen zur einer Beeinträchtigung der Prognose. Behandlungsunwürdig erscheinen Zähne mit rezidivierenden Parodontalabszessen, ParoEndo Läsionen, Längsfrakturen und Querfrakturen im mittleren Drittel, Karies im Wurzelkanal und funktionelle Gründe. Zahlreiche klinische Fälle belegen eindrucksvoll die Nachhaltigkeit dieses synoptischen Behandlungskonzeptes. Für den Ersatz fehlender Zähne favorisiert Prof. Lang gegenwärtig eine dentale Implantation, da dies zu keiner Schädigung der Restbezahnung führt. Für ihn ist die Möglichkeit der Implantation die biologischste Art des Zahnersatzes. Abschließend unterstreicht Prof. Lang nachmals, dass wir bei der Therapieplanung, welche ein klares Therapieziel definiert, selbstverständlich die individuellen Wünsche der Patienten in Bezug auf Ästhetik und Funktion nicht unberücksichtigt lassen dürfen. Dr. Didier Dietschi, D.M.D., Ph.D., PD, Genf: Restaurative Dentistry – Possibilities and limitations in a synoptic treatment concept Im Anschluss referierte Dr. Dietschi zum Thema „Restaurative Dentistry – Possibilities and limitations in a synoptic treatment concept“. Zentraler Aspekt seines Referates war die direkte Rekonstruktion mittels Composite im Front- und Seitenzahnbereich. Vor Beginn einer Therapie ist Dr. Dietschi eine genaue Einordnung des Patientenprofils wichtig. Er differenziert 4 Patientenprofile. Den normal patient, den bio-patient, den needy patient und den wealthy patient. Für die ersten 3 Patientenprofile rät der die Verwendung von Composites zur Rekonstruktion an. Patienten aus der 4. Kategorie sind evtl. Patientenfälle die von eine Keramikversorgung profitieren könnten. Hauptvorteil der Compositerekonstruktionen sind die geringeren Kosten für den Patienten. Ein weiterer Vorteil der direkten Formkorrekture der Zähne ist die Minimalinvasivität, da keine Zahnhartsubstanz abgetragen werden muss. Für Dr. Dietschi eine perfekte Planung mit Visualisierung für den Patienten obligat. Hierfür werden in der Regel laborgefertigte Mock-ups verwendet. Die Umsetzung intraoral erfolgt dann frei Hand. Anhand zahlreicher beeindruckender klinischer Fälle stellte Dr. Dietschi sein Natural Layering Concept


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017 NLC vor. Gegenüber älteren Protokollen finden beim NLC lediglich 2 Schichten Verwendung. Eine Dentinschicht und eine Schmelzschicht. Die Anforderungen an die Dentinschicht sind: Eine einzelne Farbe (single hue), eine große Farbpalette (large chroma range), nur eine Opazität (single opacity) sowie eine Fluoreszenz. Im Bereich der Schmelzmassen werden 3 Grundfarben (basic tints), unterschiedliche Transluzensen (different Translucences) sowie eine natürliche Opaleszenz (natural Opalescence) benötigt. Ergänzt wird dieser zweischichtige Aufbau schließlich noch über sogenannte effect shades die zu dem Erreichen der finale Ästhetik beitragen. Darüber können hochästhetische polychromatische Restaurationen im direkten intraoralen Verfahren hergestellt werden. Zur Farb- und Formorientierung legt Dr. Dietschi legt großen Wert auf die Orientierung an der Natürlichkeit der Nachbarbezahnung. So werden teils auch Fluorosen über die Verwendung der effect shades simuliert. Über diesen bilaminären Ansatz können sehr vorhersagbare Ergebnisse zu deutlichen geringeren Kosten erreicht werden. Neben der Versorgung von einfachen Fällen, wie Klasse III und V Kavitäten findet das NLC findet vor allem zur Formkorrektur der natürlichen Zähne im ästhetischen Bereich im Sinne eines Veneers Anwendung. Weitere Anwendungen, wie der okklusale direkte Aufbau bei Patienten mit massiven Erosionen werden anhand klinische Fälle Step by Step dargestellt. Didaktisch teilt Dr. Dietschi seine Fälle in 2 Kategorien ein: Einfache Fälle wie die Versorgung von z B. Klasse III und Klasse V Kavitäten und mittelschwere bis schwere Fälle (z. B. Formkorrekturen, Klasse IV Kavitäten). Die einfachen Fälle können direkt angefertigt werden. Im Bereich der mittelschweren und schweren Fälle empfiehlt Dr. Dietschi die Herstellung eines Mock-ups bzw. eines Wax Ups. Für diese Technik sollten zwingend homogene Nanohybrid Composites verwendet werden, da diese kein Clustering der Glasfüller zeigen und dadurch bessere ästhetische Ergebnisse erreicht werden können. Die Lebensdauer der NLC Restaurationen gibt Dr. Dietschi mit ca. 10 Jahren an. Anhand klinischer Fälle stellt er zudem zukünftige Innovationen, wie die kombinierte Verwendung beider Werkstoffe, Keramik und Composite, dar. Das NLC bietet eine hervorragende Möglichkeit, hochästheti-

11 sche aber auch funktionelle Restaurationen bei deutliche geringeren Kosten gegenüber eine Keramikversorgung, im direkten Verfahren herzustellen. Sein Credo ist: Keep it simple as possible und minimize treatment costs.

Prof. Dr. Ronald Jung, Zürich: Minimalinvasive Implantologie von der Diagnostik zur Krone Der dritte Referent des Tages war Prof. Dr. Ronald Jung aus Zürich. Er stellte wissenschaftlich fundiert und anhand zahlreicher beeindruckender klinischer Fälle einen Therapiealgorithmus für eine minimalinvasive Implantatrekonstruktion vor. Die Vorteile der Minimalinvasivität auf Seiten des Patienten sind z.B. weniger operativer Zeitaufwand, geringere postoperative Morbidität und geringere Kosten und auf Seiten des Behandlers zum Teil eine bessere Planbarkeit und geringerer Stress. Die Integration der Minimalinvasivität in unser zahnärztliches Handels hat aber etwas mit Umdenken zu tun. So sagt Prof. Jung: „Minimalinvasive Implantat-Therapie hat primär mit Umdenken zu tun. Es findet nicht in den Händen statt sondern im Kopf!“. Faktoren, die den Therapieerfolg maßgeblich beeinflussen sind zudem die persönlichen zahnärztlichen Fähigkeiten, Wissen um die Möglichkeiten und Grenzen der verwendeten Materialien und schließlich die richtigen Entscheidungen und das Timing. Im Weiteren ging Prof. Jung auf die richtigen Entscheidungen und das Timing bei der Diagnostik und Zahnextraktion, der Implantatauswahl, der Implantatinsertion und Knochenaufbau sowie Implantatprothetik ein. Auf Ebene der Diagnostik und Zahnextraktion stellte Prof. Jung klar dar, dass es zwingend nötig sei, sich vor einer geplanten Extraktion Gedanken über den Implantationszeitpunkt zu machen. Gesichert gilt, dass es in den ersten 6 Monaten nach Zahnextraktion zu einer 50 prozentigen Resorption des bukkalen Volumen kommt. Ist keine Implantation in 0-2 Monaten geplant, muss daher eine Kieferkammprophylaxe zwingend erfolgen, um spätere Augmentation verhindern zu können. Die direkte Augmentation mit einem bovinen


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Knochenersatzmaterial stabilisiert in 10% Kollagen und Abdeckung der Alveole mit einer resorbierbaren Kollagenmatrix bzw. die Augmentation mit bovinen Knochenersatzmaterial stabilisiert in 10% Kollagen (DBBM) und Abdeckung der Alveole mit einem Schleimhautpunch aus dem harten Gaumen zeigte eine Reduktion der Alveolarkammatrophie auf ca. 1517%. Die Verwendung eines Schleimhautpunches zur Abdeckung empfiehlt er bei einem Defizit an keratinisierter Mukosa. Bei größeren Weichgewebsdefekter rät er zum Einsatz eines freien Bindegewebstransplantates. Zeigt sich kein weichgeweblicher Defizit kann eine alleinige Abdeckung mit einer resorbierbaren kollagenen Matrix ausreichen. Gestützt wird dieser Therapiealgorithmus auch dadurch, dass gezeigt werden konnte, dass bei Anwendung einer Kieferkammprophylaxe das Risiko für die Notwendigkeit der Augmentation 15 mal geringer ist gegenüber einer Spontanheilung der Extraktionsalveole. Beeindruckende Daten zeigte Prof. Jung auch in Bezug eines Benefits der Kieferkammprophylaxe im Bereich der posterioren Maxilla. Es konnte gezeigt werden, dass über kieferkammerhaltende Maßnahmen die Resorption um das 7 fache reduziert werden konnte. Dadurch könnten aufwendige Augmentation im Sinne eine externen Sinuslifts verhindert werden. Ein Kieferkammerhalt kann auch präprothetisch indiziert ein, wenn keine Implantate geplant sind. So werden die Gewebe für eine Brückenrekonstruktion erhalten und unterstützt. Auf der Ebene der Implantatauswahl beleuchtete wer vor allem die Möglichkeit der Verwendung von kurzen Implantaten, da diese erheblich die Notwendigkeit von Augmentationen reduzieren. So zeigte Prof. Jung eigene Daten in Bezug auf die Überlebensrate von 6mm langen Implantaten verglichen mit 10mm Implantaten. Hierzu konnte kein signifikanter Unterschied beobachtet werden. Ebenso scheint auch das Implantat-Kronen Längenverhältnis keinen Einfluss zu haben. Längenreduzierte Implantate (<9mm) sind gegenwärtig als eine evidenzbasierte Therapiemethode anzusehen. Sie reduzieren deutlich das chirurgische Trauma, die Behandlungszeit und die Kosten. Ebenso sind Extensionen auf dentalen Implantaten vorhersagbar möglich und reduzieren somit teils auch die Notwendigkeit umfangreicher Augmentationen. Neben der Längenreduktion ist ein weiterer Faktor auch die Reduktion der Implantatdurchmesser zur Vermeidung umfangreicher Augmentationen. Auch hierzu präsentierte Prof. Jung vielversprechende Daten, die eine Favorisierung und hohe Akzeptanz von schmalen Implantate bei den Operateuren darstellten. Ferner könnten zudem auch tapered Implantate eine Indikation finden, da neben geringeren Augmentationen auch das Risiko von apikalen Perforationen geringer ist. Auf Ebene der Implantation beleuchtete Prof. Jung vor allem die absolute Notwendigkeit einer korrekten dreidimensionalen Implantatposition innerhalb der Kieferkamms. So zeigen zu weit bukkal stehende Implantate 3 mal wahrscheinlicher eine Rezession. Zur korrekten Implantatpositionierung empfiehlt Prof. Jung auch die Verwendung von Implantatschabalonen. Im Bereich der Augmentation wies Prof. Jung auf den Verlust von Augmentationsmaterial nach dem Nahtverschluss auf. So

zeigt sich teils ein Verlust von bis zu 43% bei der Verwendung von partikulärem Material und einer nicht fixierten resorbierbaren Membran. Die Verwendung von xenogenen Knochenblöcken bzw. bovinem Knochenersatzmaterial stabilisiert in 10% Kollagen zeigt ein deutlich geringeres Verlustrisiko des Augmentates gegenüber partikulärem Material. Bei der Verwendung von partikulärem Material ist das Risiko eines partiellen Augmentatverlustes über eine Stabilisierung der Mambran mittels Pins zu reduzieren. Eine Innovation ist die Verwendung eines bovinen Knochenersatzmaterial stabilisiert in 10% Kollagen welches vor Defektaugmentation in eine L-Form geschnitten wird. Dies schein zu einer höheren Stabilität bei bukkalen Augmentation zu führen. Auf Ebene der Implantatprothetik ging Prof. Jung vor allem auf die Unterschiede von zementierten und verschraubten Restaurationen ein. Das Risiko von biologischen Komplikationen ist besonders bei zementierten Restaurationen erhöht. Die Verwendung einer Titanklebebasis ist bereits sehr praxiserprobt, aber von wissenschaftlicher Seite fehlen noch evidenzbasierte Daten. Problematisch könnte evtl. die nah am Knochen liegende Klebefuge sein. Die Verwendung einer Titanklebebasis in der Front sieht Prof. Jung kritisch da diese gerade für die ästhetisch sensible Frontzahnregion zu breit und ist. Im Frontzahnbereich favorisiert er bei idealer Implantatposition die Verwendung von individualisierten verschraubten Keramikabutments und im Seitenzahnbereich die Verwendung von verschraubten Titanklebebasis Abutments. Hinsichtlich der Verwendung von Keramik oder Metalabutments sieht Prof. Jung keine signifikanten Unterschiede. Beeindruckend war die Darstellung des Therapiealgorithmus untermauert durch die Forschungsarbeit seiner interdisziplinären Arbeits- und Forschungsgruppe. Dr. Josef Diemer, Meckenbeuren: Update Endodontie, Möglichkeiten, Grenzen, Alternativen Im letzten Vortrag des ersten Kongresstages referierte Herr Dr. Josef Thema in einem Feuerwerk an klinischen Fällen zum aktuellem state oft the art in der Endodontie. Er betonte aus-


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017 drücklich den Versuch des Zahnerhaltes auch bei ausgeprägten apikalen Entzündungsreaktionen, da ein Implantat der Biologie eines natürlichen Zahnes nicht entspricht. Ferner wies er darauf hin, dass das Zeitalter der fokalen Infektionen lange hinter uns liegt. Problematisch erscheint gegenwärtig in der Diagnose der Begriff der apikalen Parodontitis. Diese Diagnose subsummiert alle möglichen apikalen Pathologien und lässt keine weiteren Differenzierungen zu. Ebenso arbeitete Dr. Diemer klar heraus, dass wir in der Diagnostik nicht die Vitalität eines Zahnes bestimmen, sondern lediglich dessen Sensibilität. Dies ist ein erheblicher Unterschied, da ein Zahn trotz negativer Sensibilität vital sein kann. Eine große Diskrepanz sehe er ebenso so oft zwischen der klinischen Befunden und den radiologischen Befunden. Oftmals unterschätzen zweidimensionale Pathologien die Realität. Digitale Volumentomogramme zeigen mehr Details, sind aber in der Regel nicht notwendig, da sich die meisten anatomischen Strukturen, wie zusätzliche Kanäle, klinisch darstellen lassen. Klinisch ist in der Endodontologie eine vorhersagbare sichere Prognose zu fordern. Bei apikalen Pathologien ist daher die sichere Elimination der Infektion, die Verhinderung einer Reinfektion und ein maximaler Erhalt der Zahnhartsubstanz obligat. Auf den Schutz der Zahnhartsubstanz legt Dr. Diemer großen Wert, da bekannt ist, dass eine Vielzahl von endodontisch behandelten Zähnen durch Zahnfrakturen verloren gehen. Daher ist ein minimalinvasiver Zugang zu fordern. Dies setzte aber auch eine genaue Kenntnis der Anatomie eines jeden Zahnes sowie die möglichen Varianzen in der Anatomie des Endodonts voraus. Bei genauer Kenntnis der Dreidimensionalität der Kanäle können in der Regel alle Hauptkanäle gefunden und dargestellt werden. Die Verwendung eines Mikroskops sowie eines Kofferdams ist obligat. Die Aufbereitung der Kanäle sollte ebenso zum Schutz der Zahnhartsubstanz minimalinvasiv erfolgen. Es reicht aus, einen Gleitpfad für das darauffolgende Spülprogramm zu präparieren. In der Regel bleiben ca. 30-50% der Kanalwände unberührt. Die Desinfektion des Wurzelkanalsystems erfolgt heutzutage

13 mit 3-6% NaOCL welches auf bis zu 60°C erwärmt werden kann, und 15-17% EDTA für ca. 1-2 Minuten. Die Spüllösungen sollten mittels spezieller dünnen Kanülen bis zum Apex transportiert werden. Die Spüllösungen sollten mittels Ultraschall 3x 20 Sekunden aktiviert werden. Als medikamentöse Einlage empfiehlt Dr. Diemer die Verwendung von Calciumhydroxid. Wichtig ist ein Reservoir für die Spüllösungen zu schaffen. Daher ist es teils nötig, vor Beginn eine Aufbaufüllung zu legen. Die Aufbereitung des Wurzelkanals sollte zwingend kraftlos erfolgen, und klinisch sollte man sich vom Wurzelkanal leiten lassen. Zur Orientierung im Zahn empfiehlt Dr. Diemer die SchmelzZementgrenze und nicht die klinische Krone. Im Bereich der Schmelzzementgrenze sind die Dentinwände im Bereich der Wurzelkanaleingänge konzentrisch gleich dick. Ebenso dient die Farbe des Dentins als Orientierung. So ist der Pulpenboden dunkel und die Wände hell, der Übergang zu den Kanaleingängen ist hell/dunkel und das Reperaturdentin ist deutlich heller als die Wände. Bei einer genauen anatomischen Kenntnis und guter Orientierung besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit alle Kanäle aufzufinden. Die Obturation des Wurzelkanalsystems erfolgt i. d. R. mittels der Einstifttechnik. Probleme nach endodontischen Behandlungen entstehen oft durch nicht aufgefundene Wurzelkanäle, falsche Aufbereitungslänge, zu geringe Aufbereitungsgröße/Taper, Stifte und Schrauben sowie ein zu hoher Zahnsubstanzabtrag. Ein zentraler Aspekt in der Endodontie ist eine sichere restaurative Prognose. Diese ist sehr abhängig von der Restzahnhartsubstanz. Neben einem minimalinvasivem Vorgehen ist vor prothetischer Versorgung ist ein Ferrule Effekt von mindesten 2mm zu fordern. Ist dieser nicht vorhanden, sollte eine präprothetische kieferorthopädische Extrusion oder eine chirurgische Kronenverlängerung erfolgen. Stifte und Schrauben finden in der modernen Endodontie keine Verwendung mehr, da diese nicht zu einer Stabilisierung des Zahnes beitragen sondern eher zu einer Destabilisierung führen. Dr. Diemer zeigte anhand beeindruckender klinischer Fälle das Spektrum und die Möglichkeiten der modernen Endodontie. Wie in vielen Fachbereichen, so konkludiert Dr. Diemer, entscheidet aber die individuelle Erfahrung und das fachliche Können des Behandlers sowie die richtige Entscheidungsfindung über Erfolg und Misserfolg.


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Berichte: 50. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Stuttgart 17.-19.11.2016

Samstag, 19.11.2016 Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer eröffnete den Kongresstag mit ihrem fulminanten Vortrag ERWACHSENENKIEFERORTHOPÄDIE – PARTNER IN DER MODERNEN ZAHNMEDIZINISCHEN GESAMTREHABILITATION über die Möglichkeiten der Kieferorthopädie als Bestandteil der modernen Zahnheilkunde. Der Vortrag führte jedem Kongressteilnehmer deutlich vor Augen, dass die Kieferorthopädie auch in der Erwachsenenbehandlung, sei es im Zusammenhang einer parodontalen Behandlung, prächirurgisch vor Implantation und natürlich präprothetisch ein wichtiges interdisziplinäres Tool darstellt, welches wir alle zum Nutzen unserer Patienten mehr einsetzen sollten. Die Referentin verwies zudem auf die hohe gesellschaftliche Bedeutung eines attraktiven dentalen Erscheinungsbildes und die mundgesundheitsbezogene Erhöhung der Lebensqualität durch die Kieferorthopädie. Neben ästhetischen Gesichtspunkten stellen aber auch gerade funktionelle Faktoren eine wesentliche Rolle in der Erwachsenen-Kieferorthopädie dar. Die interdiszipliniere Vernetzung und Zusammenarbeit von Zahnerhaltung, Parodontologie, Chirurgie und Prothetik mit der Kieferorthopädie gibt jeder Praxis unglaublich viele Therapiemöglichkeiten. Prof. Dr. Irena Sailer, selbst Kandidatin der NEUEN GRUPPE, referierte mit ihrem Vortrag INTERDISZIPLINÄRE KOMMUNIKATION – NEUE SYNOPTISCHE KONZEPTE FÜR VORAUSSAGBARE PROTHETISCHE RESULTATE über bewährte und neue synoptische Konzepte. Die Kernfrage ist, können wir mit digitaler Technik bereits heute effizienter arbeiten? Verglichen wurden die Abläufe und Therapieschritte komplexer prothetischer Patientensituationen. Hier scheint die digitale Technik in der Planungsphase umfangreicher ästhetischer Arbeiten die konventionelle Vorgehensweise effizienter gestalten zu können. So kann über eine digitale Planung Waxup und Mockup für den Patienten direkt im Cad-Cam-Verfahren aus Wachs oder Kunststoff erstellt werden. Im Idealfall kann dann der gleiche Datensatz für die definitiv prothetische Arbeit genutzt werden.

Vergleicht man jedoch den zahnmedizinischen Workflow zur Herstellung prothetischer Arbeiten, also von der Abdrucknahme vom Patienten bis zur Fertigung im Labor, so fällt auf, dass eine konventionelle Abformung nach wie vor noch deutlich schneller und weniger komplex in der Handhabung ist, als heutige Intraoralscanner. Jedoch ist in der Herstellung von Zahnersatz im zahntechnischen Labor eine deutliche Zeiteinsparung bei vergleichbarer Qualität feststellbar. Ein Trend der Zukunft werden monolithisch gefräste Rekonstruktionen sein, die zudem das Chipping-Problem der Verblendkeramik, insbesondere bei Zirkongerüsten löst. Den Abschluss und weiteren Höhepunkt eines großartigen Kongresses bildeten die Brüder Guiseppe und Delfino Allois mit Ihrem Titel: TIME & DENTISTRY – FROM PROBLEMATIC ISSUE TO RESOURCE. Die Zahnärzte aus Turin stellen ihre umfangreiche Diagnostik mit einem Risiko-Score (caries-parofunktion-iatrogen) nach einem Ampelsystem vor. Um die Bedürfnisse eines Patienten zu erkennen, die geeignete Diagnostik, Befundung und Planung durchzuführen, braucht es vor allen Dingen eins: ZEIT. Beeindruckende Patientenfälle, teils über Jahrzehnte dokumentiert, zeigen das minimalinvasive interdisziplinäre Vorgehen, welches die Kronentherapie nur noch als Ersatz einer vorhandenen Krone vorsieht und die Vorzüge von Kompositrekostruktionen favorisiert. Ihr Credo ist eine lebensbegleitende, individuelle Therapie zur rechten Zeit.


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

Jean Suvan Dentalhygiene Kurs

NORA EL SHAFIE

Entscheidend für den Erfolg parodontaler Therapie ist die Motivation des Patienten zu gewissenhafter Plaquekontrolle. Obwohl Parodontologen wie Dentalhygienikerinnen dies schon lange wissen, gibt es bei der Umsetzung durch unsere Patienten meist Defizite nach dem „Matthäus-Typ“: der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Jean Suvan, eine der renommiertesten Dentalhygienikerinnen der Welt, konnte in ihrer über 25 jährigen Laufbahn unter anderem in allgemeiner Privatpraxis, parodontologischer Privatpraxis, im öffentlichen Gesundheitswesen und am Easton Dental Institute des University College London in der Abteilung Parodontologie den Stil der Motivierenden Gesprächsführung ( von Englisch: Motivational Interviewing) für sich entdecken und etablieren können. Am Wochenende des 28.-29.10. kamen eine Gruppe aus 16 motivierten Dentalhygienikerinnen und Zahnärzten/innen in unserer Praxis in Hamburg zusammen, um sowohl die theoretischen Grundlagen des MI zu erlernen aber diese vor allem im gegenseitigen Gespräch zu erproben. Die Technik des Motivational Interviewing (dt. Motivierende Gesprächsführung) hat ihren Ursprung in der Sucht-Therapie und wurde von den beiden Psychologen Miller und Rollnick entwickelt. Sie wird definiert als „eine Methode, um intrinsische Motivation zu erleichtern und zu etablieren, um im Patienten eine Änderung des (Gesundheits-)Verhaltens herbeizuführen. MI ist ein zielorientierter, patientenbezogener Beratungs-Stil, mit dem Ziel, dem Patienten zu helfen, ambivalenten Entscheidungszuständen auf den Grund zu gehen und diese zu überwinden, um somit eine Änderung des (Gesundheits-)Verhaltens auszulösen“. Ausgangspunkt des MI ist die Etablierung des „Rapport“, einer empathiebasierten Verständigungsebene zwischen Behandler und Patienten. Hierbei ist es essenziell, dem Patienten das Gefühl zu vermitteln, „in control“ zu sein, ihm also in keinem Fall seine Eigenverantwortlichkeit abzusprechen. Typischerweise ist der Behandler insbsondere im Zuge der Mundhygiene-Instruktion-geneigt, in die Rolle des (Be-) Lehrenden, Erklärenden zu verfallen und dabei den Großteil der Gesprächszeit selbst zu füllen. Der Patient fühlt sich hierbei oft in die Ecke gedrängt und überfahren. Hinzu kommt das Setting der Behandlung: Der Patient ist durch Behandlungsinstrumente im Mund oftmals unfähig sich verständlich zu machen und dem Behandler gegenüber maximal exponiert. Er emfpindet darüberhinaus eventuell ein schlechtes Gewissen aufgrund von Defiziten in der häuslichen Mundhygiene. In diesem Moment lösen negative emotionale Trigger wie Verletzbarkeit, Stress und Scham ziemlich sicher eine defensive Abwehrhaltung gegenüber jeglichem Input des Behandlers aus.

Berichte: Dentalhygiene Kurs

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Entscheidend ist es dementsprechend eine Atmosphäre zu etablieren, in der der Patient sich mündig, respektiert und vor allem wohl fühlt, denn die Entscheidung zu Veränderungen wird emotional über das limbische System getriggert. Hierbei spielt die nonverbale Kommunikation mit 70% die größte Rolle. Darunter fallen Aspekte wie die Körpersprache, ob sich der Behandler beispielsweise im Gespräch zum Patienten hinlehnt oder vor ihm zurückweicht. Dabei ist es entscheidend, das richtige Maß aus vertraulicher Nähe und Wahrung der Intimdistanz des Patienten zu finden. Die verbale Komponente derKommunikation nimmt mit 23% erheblich weniger Einfluss auf den Rapport. Hierbei geht es mehr um das „wie“ als das „was“, also allein um Satzmelodie und Intonation, weniger um den kommunizierten Inhalt. Ein fragender Tonfall, bei dem die Tonlage am Ende des Satzes ansteigt, ist dem Rapport tendentiell eher zuträglich. Verläuft bei einem bemerkenden Tonfall die Satzmelodie konstant, bleibt der Rapport zumindest bestehen. Vermeiden sollte man aber in jedem Fall eine fordernde Intonation, da hierdurch die empathische Ebene verlassen wird und der Rapport abbricht. Schlussendlich fällt der tatsächliche Inhalt nur zu 7% ins Gewicht der Kommunikation zwischen Behandler und Patienten. Hierbei ist es ausschlaggebend auf welcher inhaltlichen Kommuniakationsebene das Gespräche stattfindet, um den Patienten zu erreichen und Veränderung zu triggern. Bewegt man sich auf der Ebene von oberflächlichem Smalltalk oder objektiven Fakten, kann kein persönlicher Bezug hergestellt werden und der Patient fühlt sich nicht zu Veränderung bewegt. Besser funktioniert dies durch Bezugnahme auf emotionale Trigger oder noch eine Ebene tiefgreifender, durch das Einbringen von Werten und Überzeugungen. In jedem Fall gilt zu beachten, dass Veränderungen trotz eventuell genau benennbarem Auslöser immer ein ambivalenter Prozess und kein einmaliger Vorfall sind. Dem Behandler obliegt es, den sog. „change talk“ auszumachen und darauf einzugehen. Als change talk versteht sich die oftmals auch nur versteckte Bereitschaft des Patienten, sich zu ändern. Beispiel: Patient: „Ich versuche ja, täglich Zahnseide zu benutzen, aber meistens fehlt mir abends einfach die Muße dazu.“ Schwieriger wird es, wenn die Ambivalez den Aussagen des Patienten nicht zu entnehmen ist. In diesem Fall obliegt es dem kommunikativen Geschick des Behandlers, diese hervorzulocken. Hierbei helfen rhetorische Mittel wie beispielsweise die Wichtigkeitsskale Skala von 1-10. Beispiel: Patient: „Wenn ich nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause komme, habe ich wirklich keine Lust mehr auch noch stundenlang meine Zähne zu putzen “ Behandler: „Wo würden Sie denn den Stellenwert Ihrer Mundhygiene auf einer Skala von 1-10 mit 10 als „sehr wichtig“


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Berichte: Dentalhygiene Kurs

ansiedeln?“ Patient: „Also ich habe durchaus wichtigere Dinge zu tun… in Richtung 3 vielleicht..“ Behandler: „Warum haben Sie sich für die 3 anstatt der 2 entschieden?“ Patient: „Naja, mit Mundgeruch will ich ja auch nicht herumlaufen…“ Woraufhin der Patient dazu veranlasst wird, sich die Vorzüge der Mundhygiene durch eigene kognitive Leistung ins Bewusstsein zu rufen. An diesen Punkt der Erkenntnis kann der Behandler nun anknüpfen, um weitere Inhalte zu vermitteln. Dabei sollte man durchaus das Risiko eingehen, vorab die Erlaubnis des Patienten zu erfragen, über gewisse Themen ansprechen zu dürfen. Denn selbst wenn diese Erlaubnis vonseiten des Patienten nicht erteilt wird, vermittelt diese Geste dem Patienten gegenüber Respekt und ist dem Aufbau des gewünschten emotionalen Vertrauens und Rapport enorm zuträglich, was langfrisitg die Bereitschaft des Patienten erhoht, dem Input des Behandlers offen gegenüber zu stehen. Dabei stehen ihm die sogenannten OARS zur Seite: Open questions (Offene Fragen) „Was ist Ihnen bzgl. …. aufgefallen?“ „Was stört Sie….“ „ Was würden Sie bzgl. ….. gerne ändern?“ „Können Sie mir bitte beschreiben/ schildern, wie/ was ….“ „Wie kann ich Ihnen dabei helfen, …. (zuvor selbst formulierte Ziele) umzusetzen? Hierdurch wird erreicht, dass der Patient das Gespräch dominiert (mind. 50% des Gesprochenen sollten durch den Patienten anfallen) und das Gefühl etabliert, selbst Herr der Lage zu sein Affirmation (Zuspruch): den positven Aspekt hervorheben, anstatt den negativen zu verbieten „Als Nichtraucher…“ anstatt „Wenn Sie weiterhin rauchen…“ „Nur gucken!“ anstatt „Nicht anfassen!“

Reflective Listening (spiegelndes Zuhören): das vom Patienten Gesagte indirekt wiederholen, aber nicht als Frage, sondern als Feststellung, die Satzmelodie fällt gegen Ende ab. Patient: „Ich habe so wenig Zeit, da kommt die Mundhhygiene leider oft zu kurz.“ Behandler: „Sie führen ein eng getaktetes Leben.“ Summarising (Zusammenfassen): beweist dem Patienten Interesse vonseiten des Behandlers kann aber auch dazu dienen, ausschweifende Schilderungen des Patienten abzukürzen. „Also lassen Sie mich nochmal zusammenfassen:….“ „Habe ich Sie also richtig verstanden: ….“ Diese Gesprächstechniken wurden in Gruppen von 3-4 Personen im gegenseitigen Gespräch immer wieder geübt und angewendet. Es wurden klassische Situationen aus der Behandlung nachgespielt und einige mutige Teilnehmerinnen ließen sich hierbei von Jean auf Video aufnehmen. Anschließend wurden die Videos gemeinsam betrachtet und die verschiedenen „Stilelemente“ der Motivierenden Gesprächsführung analysiert. Insbesondere fiel uns auf, wie viel Überwindung es uns als Behandlern kostet, tatsächlich auf den Patienten einzugehen, ihn zum Reden zu bringen, und dem Drang zu widerstehen, Monologe zu halten. Auch wurde uns bewusst, wie viel Gesprächszeit in der herkömmlichen Behandlung eigentlich durch den Behandler gefüllt wird. Ohne Zweifel ist die Motivierende Gesprächsführung ein rhetorisches Mittel, das uns als Behandlern viele Türen öffnen kann. Es bedarf jedoch eindeutig viel Übung, rhetorisches Geschick und Einfühlungsvermögen. Am Ende der Fortbildung gab uns Jean noch den Tipp mit auf den Weg, sich zu Beginn auf einen einfach zu motivierenden Patienten zu konzentrieren und diese Zahl stetig zu steigern, um die Ziele unserer Patienten in Zukunft mit ihnen gemeinsam noch erfolgreicher verwirklichen zu können.


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Berichte: All-on-4 Intensivkurs, Dr. Bolz

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All-on-4 Intensivkurs, Dr. Bolz Implaneo München, Freitag, 27. Januar 2017

DR. CHRISTIAN LEONHARDT

Für viele Patienten besteht der Wunsch nach einer Versorgung innerhalb kürzester Zeit. Eine Möglichkeit, desolate oder unbezahlte Gebisssituationen zu sanieren, besteht im All-on-4 Konzept nach Bolz und Wachtel. So war es nicht nur aus geografischer Sicht ein Heimspiel für den Referenten Dr. Bolz in der Implaneo Klinik München zum Intensivkurs „All-on-4“ für 16 Teilnehmer der Neuen Gruppe. Nach kurzer persönlicher Vorstellung und einführender Worte stellte Dr. Bolz sein Team und die Implaneo Klinik vor. Anschließend startete Dr. Bolz mit der Vorstellung des Patienten und dessen Anamnese und begann nahtlos die Live-OP. Als Referent für die Fragen der Referenten stand den Teilnehmern Dr. Hinze während des dreieinhalb Stunden dauernden Eingriffs zur Verfügung. Zum Fall: Patientin (Mitte 40, Raucherin, mangelhafte Mundhygiene) mit insuffizienter konservierender und prothetischer Versorgung des Ober- und Unterkiefers hat den Wunsch nach Versorgung des Unter- und Oberkiefers komplett implantatgetragen innerhalb eines Tages. „Das Konzept ist eine Prothetik herzustellen, die der Patient benutzen und reinigen kann. Dabei ist die Positionierung mit dem Ziel einer festsitzenden Prothetik korreliert.“ (Dr. Bolz) Zur OP: Die durch den Anästhesisten geleitete ITN Narkose ergab während des operativen Eingriffs „nicht nur Vorteile“, so Dr. Bolz. So sind viele therapeutische Schritte zum Zahnersatz intraoperativ nicht sicher möglich, allem voran die Bissnahme. Um so wichtiger ist die grundlegende Planung in enger

Zusammenarbeit mit den Zahntechniker, welche Dr. Bolz und Prof. Wachtel seit der Gründung der Implaneo Klinik im Jahre 2008 immer weiter perfektionierten. „Jeder Eingriff und deren einzelnen Schritte basieren auf engster Zusammenarbeit zwischen dem Zahnarzt, Zahntechniker und Patienten.“ Nach schonender Extraktion der vorhandenen Restbezahnung dienten sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer Orientierungsschablonen zur exakten Positionierung der Implantate. Aufgrund der strategischen Positionierung des Prothesen zueinander und der darauf entstehenden Bisssituation wird im Unterkiefer begonnen. Die Glättung des crestalen Knochens erfolgt bevor die Implantate gesetzt werden, um die entsprechende Emergenz für eine suffiziente Reinigung des Zahnersatzes zu gewährleisten. Bezogen auf die Länge der Implantate gab Dr. Bolz an, dass dies nur bei der Primärversorgung mit dem entsprechenden Torque über 25 Ncm wichtig sei. Ansonsten hält er auch Längen von 7 oder 9 Millimetern für möglich. Auch der Winkel der Implantate zueinander ist aufgrund verschiedenster abgewinkelter Abutments möglich. Nach erfolgter Implantation erfolgt über entsprechende Verschlusskappen mittels Registratmaterial die Registrierung der bereits bestehenden Prothese zu den Implantaten, sodass der Zahntechniker die Tertiärstruktur in die Prothese zur Aufnahme und Verschraubung des Abutments einarbeiten kann. Dr. Bolz zeigte den Teilnehmer während der Live-OP viele Handgriffe und technische Weiterentwicklungen aufgrund seiner langjährigen Erfahrung.


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Berichte: Kurs Dr. Diemer Update Endodontie

Update Endodontie Dr. Josef Diemer in Aalen 03. – 04. Februar 2017 ZA. MANUEL LIMBURGER (Youngster der NG)

Ein beeindruckender Hands-On-Kurs mit einer schier unendlichen Anzahl an klinischen Fällen und einem leidenschaftlichen Josef Diemer, der einem die Thematik in knappem aber prägnantem Schwäbisch gerne mit „Des isch Endodontie“ näher bringt. Pünktlich um 9.00 Uhr versammelten sich die 16 Kursteilnehmer- von frisch gebackenem Assistenzzahnarzt bis hin zum erfahrenen Oralchirurgen- in den Räumlichkeiten des „MTC“ (Microdentistry Training Center“) der Firma JADENT in Aalen. Jedem Teilnehmer wurden sowohl ein Arbeitsplatz mit hochwertigem Dentalmikroskop verschiedener renommierter Hersteller (u.a. KAPS und Zeiss), wie auch weitere notwendige Utensilien (u.a. US-Abfüllsysteme, NiTi-Feilen) zur Verfügung gestellt. Zusätzlich stellte Josef Diemer ein ausführliches Kursskript mit vielen nützlichen Informationen bereit. Somit war die erste Grundlage für das Erlernen der „Lege artis Endodontie“ nach Josef Diemer geschaffen. Eines der vielen Highlights der Fortbildung war das 3D-Mikroskop der Firma MoraVision System 3D, mit welchem Josef Diemer am Echtzahn arbeitete. Mithilfe einer 3D-Brille, wie man sie sonst nur von Kinobesuchen kennt, konnten die Teilnehmer über einen 84 Zoll großen Bildschirm jedes Detail des Wurzelkanals erkennen. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Mitarbeiter übernahm Josef Diemer die Regie. Im ersten Teil der Fortbildung wurden die prinzipiellen Grundlagen der Endodontie erklärt. Die zentrale Aussage „Endodontie ist nichts weiter als BiofilmManagement“, sowie das notwendige Verhindern der Rekolonisation, das Minimieren des Biofilms und der Erhalt maximaler Substanz wurden dabei häufig betont. Essentieller Bestandteil der Diagnostik ist die Bestimmung der Sensibilität, wobei beachtet werden muss, dass auch nicht sensible Zähn

trotzdem vital sein können. Die Befundung beruht nicht auf dem Bestimmen von vitalen oder avitalen Zähnen, sondern vielmehr auf dem Bestimmen der Sensibilität. Anschließend wurde über die mechanische Aufbereitung und die neuesten Techniken der chemischen Reinigung referiert. Ohne geeignete Instrumentarien- wie Mikroskope, Ultraschallspitzen, maschinelle Aufbereitung aus Nickel-Titan (NiTi) und die vertikale Kondensation- ist eine State-of-the-Art-Endodontie heute nicht mehr möglich. Genauso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger, ist die Kenntnis des Behandelnden über die Anatomie des Wurzelkanalsystems. Allein durch die Bildgebung im Sinne eines Zahnfilmes ist es nicht möglich Kanalanzahlen oder Verläufe zu bestimmen. Hier ist das Bestimmen von Lokalisation und Häufigkeit der Wurzelkanäle als weitaus wichtiger zu betrachten. Lernhilfe ist hier der ToothAtlas, eine Software, die durch Micro-CT Scans von extrahierten Zähnen mittelwertig Variationen und Anatomie aller Zähne darstellen kann. Nach der Mittagspause ging es weiter dem Thema: „Schutz der Zahnhartsubstanz“, dessen Wichtigkeit Dr. Diemer besonders betonte, da eine Vielzahl endodontisch behandelter Zähnen durch Zahnfrakturen verloren gehen. Als Wegweiser stellte er die von ihm ausgearbeitete Graphik mit Zugangspräparationen vor, wobei generell gilt: minimaler Zugang mit maximaler Übersicht. Dann zeigte er an einem oberen Prämolaren mithilfe eines 3D-Mikroskops die zu verwendenden Instrumentarien und die Vorgehensweise. Anhand der Farben des Dentins kann die teilweise schwierige Kanallokalisation vereinfacht werden, indem die verschiedenen Farben als eine Art GPS fungieren: Der Übergang zu den Kanaleingängen ist hell/dunkel, der Pulpaboden dunkel, die Wände hell und das Tertiärdentin noch etwas heller als sie Wände. Bei guter anatomischer


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Kenntnis und Orientierung sind alle Kanäle mit großer Wahrscheinlichkeit aufzufinden. Nach einigen sehr lehrreichen Stunden wurde das Ende des ersten Tages dann mit einem gemütlichen Beisammen im Restaurant honoriert. Am zweiten Tag wurde uns eine Vielzahl von klinischen Fällen aus Dr. Diemers schier unendlich erscheinender Datenbank vorgestellt, jeweils mit didaktisch hervorragender Problemstellung aus dem Alltag der Endodontie. Unter vorheriger Anleitung durch Josef Diemer bereiteten alle Teilnehmer im Laufe des Tages dann schließlich ihre Wurzelkanäle auf. Die restliche Zeit

Berichte: Kurs Hürzeler Update Implantologie

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des Tages wurde genutzt um Röntgenbilder von Behandlungsfällen der Teilnehmer zu analysieren, wobei eventuelle Fehler besprochen und Lösungsansätze diskutiert wurden. Der allgemeine Tenor am Ende des Kurses war durchweg positiv. Die Vielzahl der beeindruckenden klinischen Fälle, die Leidenschaft des Referenten und die einfache Darstellung der Möglichkeiten der modernen Endodontie wurden durch die Teilnehmer mit großem Lob bekundet.

Update Implantologie Kurs Markus Hürzeler, 23. März–25. März 2017 „Wenn einer sagt, er ist schon gut, dann ist’s vorbei…“ DR. DENNIS SCHALLER Bei diesem Zitat von Mark Hürzeler zu Beginn des ersten Kurstags nickten alle Teilnehmer lächelnd, wohlwissend, dass es auch als Kompliment an uns fortbildungswillige Zahnärzte gerichtet war. In den folgenden Tagen zeigte sich jedoch, dass gerade Mark selbst nach diesem Grundsatz arbeitet und lebt. Auch denen von uns die glaubten, die Arbeitsweise des Münchner Teams im Großen und Ganzen zu kennen wurde klar, dass diese Gruppe selbst ausgefeilte Techniken stetig nachverfolgt, hinterfragt, weiterentwickelt oder gar komplett neu konzipiert. Ganz eindeutig war zu spüren, dass Mark Hürzeler unvermindert für seine Arbeit und seine Patienten brennt

wie wenige andere. Wir Teilnehmer kamen während des dreitägigen Feuerwerks aus Theorie, Live-OPs und Hands-OnTutorials voll auf unsere Kosten – mit nichts anderem hatten wir gerechnet. Wie und wohin hat sich die moderne Implantologie heute entwickelt? Hürzeler sieht den modernen Zahnarzt heute, im Gegensatz zum synoptischen Sanierungskonzept der Vergangenheit, als „dentalen Coach fürs Leben“. Er verfolgt heute gerade zur Lösung komplexer Fälle kein starres Konzept mehr. Vielmehr


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Berichte: Kurs Hürzeler Update Implantologie

werden Therapiepläne bedarfsgerecht und patientenindividuell entwickelt, ohne dabei aber das stets aktuelle Therapieziel aus den Augen zu verlieren: ein perfektes Resultat. Entscheidungsbildend fließen zu jeweils einem Drittel externe Evidenz, interne Evidenz und individuelle Patientenwünsche ein. Als taktgebend beteiligte zahnmedizinische Disziplinen nennt der Referent die Parodontologie und – mit wachsender Bedeutung – die Kieferorthopädie. Wichtig sei allerdings zu verstehen, dass „perfekt“ für Zahnärzte und betroffene Patienten nicht zwingend dasselbe bedeutet. Ein zentraler Punkt in Marks Herangehensweise und Erfolgsbeurteilung sind aus diesem Grund sogenannte patient-related outcome measures (PROMs), zu deutsch die Patientenzufriedenheit. Für die moderne Implantologie gelte, alle patientenbelastenden Faktoren soweit als möglich zu reduzieren. Dazu zählt Hürzeler die chirurgische Morbidität, die Anzahl der Termine, die Dauer bis zum Behandlungsabschluss aber auch die Kosten der Behandlung. Für den Seitenzahnbereich setzt er diese Gedanken mit seiner Idee zum Konzept „All-in-Two“ effizient um. Die schablonengeführte Implantologie spielt eine entscheidende Rolle bei dieser Entwicklung. Hürzeler setzt heute ca. 70% seiner Implantate navigiert. Auch und gerade vor einem implantologisch interessierten Teilnehmerfeld betonte Markus Hürzeler, dass der ästhetische und funktionelle Wert eigener Zähne durch implantatgetragenen Zahnersatz nur mit großer Anstrengung erreicht und praktisch nie übertroffen werden kann. Sein Appell lautete, einwurzelige Zähne, besonders in der ästhetischen Zone, keinesfalls frühzeitig zu extrahieren. Heutige Techniken der rekonstruktiven Parodontalchirurgie, kombiniert mit adhäsiver Zahnheilkunde, böten wirkungsvolle Lösungswege für vermeintlich aussichtslose Zähne. Anhand von Fallbeispielen brachte er uns mit ungeahnten Möglichkeiten beim Umgang mit Wurzelfrakturen und externen Resorptionen sowie seinen Fortschritten und Variationen der Socket-Shield-Technik zum staunen. Vor dem Hintergrund periimplantärer Erkrankungen, materialbedingter Langzeitkomplikationen oder dem ungelösten Problem des continuous growth of the jaw fordert Mark heute einen maximal konservativen Einsatz von Implantaten im Frontzahnbereich. Dementsprechend kritisch steht er dem aktuellen Trend zur Ganzkieferversorgung auf Implantaten nach dem Konzept All-on-Four gegenüber. Als schwerwiegendes Problem in diesem Kontext sieht er die Reinigbarkeit von abgewinkelten Abutments. Auch wenn dies noch nicht durch

wissenschaftliche Daten belegt ist, rechnet Hürzeler mit einer erhöhten biologischen Komplikationsrate um diese Implantate. Patienten mit bestehenden All-on-Four-Versorgungen versucht er von einem Umbau der Prothetik in eine herausnehmbare Lösung zu überzeugen. Ein in seinen Händen sehr erfolgreicher Ansatz – auch im Sinne der Patientenzufriedenheit – sei die Kombination von zwei mesialen Teleskopkronen mit zwei Locatoren auf den distalen, angulierten Implantaten. Angesprochen auf die manuelle Geschicklichkeit, die für einige der demonstrierten Techniken nötig ist, erinnerte Mark uns daran, dass auch professionelle Konzertpianisten mehrere Stunden täglich üben würden. Wir Zahnärzte seien in dieser Hinsicht deutlich zu wenig aktiv. Er motivierte uns eindringlich, die Schulung unserer händischen Fähigkeiten nicht zu vernachlässigen, womit wir auf sein Eröffnungsstatement zurückkamen: „Wenn einer sagt, er ist schon gut, dann ist’s vorbei…“. Grundbetrachtung über Ästhetik in der Zahnheilkunde Nach Erfahrung von Markus Hürzeler entscheidet über einen ästhetischen Behandlungserfolg zum größten Anteil, ob Patientenerwartung und das real Erreichbare in Einklang gebracht werden können. Das größte Risiko zum Misserfolg sieht er, wenn versäumt wird, Patientenwünsche vollständig zu erfassen sowie unrealistische Erwartungen prätherapeutisch zu korrigieren. In seinem Vortrag betonte der Referent, dass strikte Regeln für Ästhetik in der Natur widersinnig seien. Stattdessen entschieden die individuelle Situation, das Patienten- wie das Betrachterempfinden über ein harmonisches oder störendes Gesamtbild. Ästhetik sei vor allem Individualität. Eine ästhetische Analyse bei Frontzahnversorgungen beginnt in der Münchner Praxis immer mit der Position der Oberkieferschneidekante. Konnte diese phonetisch, funktionell und optisch harmonisch festgelegt werden, folgt die Bestimmung von Zahnlänge und abschließend die Beurteilung der Weichgewebe. Hier betonte Mark wiederum sein heutiges Verständnis zum Therapieerfolg nach plastischer Parodontalchirurgie: nicht die schiere Quantität der Gewebe, sondern auch ihre Qualität muss Ziel aller Maßnahmen sein. Implantate in der ästhetischen Zone – Wo ist das Problem? Hürzeler demonstrierte anhand zahlreicher Fallbeispiele, dass vermeintliche Regeln und Richtwerte zur prognostischen


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Abschätzung von Volumen- und Gewebeveränderung nach Zahnverlust beim individuellen Patienten nicht verlässlich sind. Als entscheidendes Problem in der Behandlung der ästhetischen Zone sieht Mark, dass jeder Patient eine individuelle Resorptionskapazität bzw. ein nicht vorhersehbares Resorptionsrisiko hält. Als Konsequenz empfiehlt er, Sofortimplantationen in der Frontzahnregion nur bei idealen Vorraussetzungen, sprich bei intakter bukkaler Lamelle vorzunehmen. Zur Volumenunterstützung seien bovines Knochenersatzmaterial und Bindegewebe vom Tuber am besten geeignet. Für Sofortimplantate betont er zudem die Notwendigkeit einer Weichgewebsstütze durch eine Sofortversorgung oder eine individuelle Heilkappe – abhängig vom Eindrehmoment des Implantats. Als Weiterentwicklung der Techniken, wie wir sie aus vergangenen Jahren von Mark und seinem Partner Otto Zuhr kannten, fielen uns doch einige Punkte auf: So wird in der Münchner Praxis keine Socket-Seal-Chirurgie mehr durchgeführt. Grund ist die zumeist narbige Heilung an den Übergängen zwischen Punch und ortständigem Gewebe, die sich im weiteren Behandlungsverlauf nicht mehr korrigieren lässt. Bei der Weichgewebsaugmentation mittels Tunneltechnik in Einzelzahnlücken scheint es sinnvoll, das transplantierte Bindegewebe im Bereich der angrenzenden Zähne stark auszudünnen, um den Volumenzuwachs auf das Zielareal zu begrenzen. Als wohl entscheidendste Veränderung gegenüber vergangenen Jahren stellte sich die nun konsequente Umsetzung des Spaltlappenkonzepts in Verbindung mit nurmehr lokaler, gezielter Deperiostierung heraus. Lediglich im Bereich sehr dünner Gingiva (marginal) und im Bereich notwendiger Knochenchirurgie erfolgt eine volle Lappenpräparation. Die somit erzielbare Lappenmobilität erlaubt, vertikale Entlastungen lediglich 2-3 mm über die mukogigivale Grenze anzulegen. Die scharfe Präparation apikal der mukogingivalen Grenze führt Hürzeler oberflächennah. Nervverläufe werden so umgangen und postoperative Beschwerden gemindert. Die ursprünglich als Methode zur Deckung gingivaler Rezessionen entwickelte Tunneltechnik kommt heute auch in allen Phasen der Implantatbehandlung zum Einsatz. In der Implantatchirurgie versucht Mark, immer zum optimalen Emergenzprofil „hinzuoperieren“, d.h. runde Standardheilkappen kommen nie zum Einsatz. Zu Implantation bzw. Freilegung werden routinemäßig individualisierte Heilkappen oder Sofortprovisorien in Form des definitiven Zahnersatzes vorbereitet. Hinsichtlich der Gewebedicke machte

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uns der Referent klar, das Chirurgie um Implantate anderen Regeln folgen muss als Eingriffe um Zähne. Die komplikationsfreie Heilung einer mindestens 2 mm dicken periimplantären Mukosa ist für Hürzeler der wichtigste Faktor zum Erhalt des Knochens um die Implantatschulter. Wie das Münchner Team bereits seit vielen Jahren verdeutlicht, gehören zum spannungsfreien Wundverschluss mit Ziel primärer Heilung sowohl ein durchdachtes Vorgehen bei der Inzision, als auch ein effektives Nahtkonzept. Heute unterscheidet Mark Hürzeler zwischen Anker- und Adaptionsnähten. Ankernähte tragen zur Lagestabilität des Lappens bei. Sie werden mit einem monofilen Nahtmaterial der Stärke 6-0, im Bereich des Gaumens/des Tubers mit dPTFE-Nähten der Stärke 5-0, meist als modifizierte Matratzennähte durchgeführt. Der Knoten wird bis auf Schleimhautkontakt angezogen. Im Gegensatz dazu werden Adaptionsnähte erst sekundär im Bereich der Ränder eines bereits spannungsfrei liegenden Lappens gesetzt. Das Nahtmaterial der Stärke 7-0 wird locker gelegt, häufig als Double-Sling-Suture. Der Knoten ist fest verschlossen, liegt allerdings 1-2 mm frei über der Schleimhautoberfläche um Raum für postoperative Schwellung zu geben. Alle Einstiche liegen innerhalb der keratinisierten Gingiva. Navigation in der Implantologie Marks Angabe, 70% seiner Implantate setze er heute navigiert, überraschte einige Teilnehmer. Seine überzeugende Ausführung hierzu lautete, das geführte Verfahren erlaube die volle Konzentration des Chirurgen auf eventuell notwendige Augmentation und – den nach Hürzelers Ansicht wichtigsten Aspekt – auf eine perfekte Weichgewebschirurgie. Weitere Vorteile der Navigation sieht er im Umgang mit gefährdeten anatomischen Strukturen, beispielsweise der A. sublingualis im Unterkiefer-Prämolarenbereich. Als kritischen Punkt gab Mark zu bedenken, dass, abhängig vom verwendeten System, die vertikale Genauigkeit navigierter Bohrprotokolle um ±1 mm abweicht. Bei unmittelbarer Nähe zum Nervkanal empfiehlt er aus diesem Grund, die navigierte Bohrung 1-2 mm kürzer anzulegen. Die volle Länge sei sicherer mit Bohrstops und nach Gefühl ohne Schablone zu erreichen. In diesem Zusammenhang brachte Hürzeler zum Ausdruck, für wie wichtig er die Verwendung fabrikneuer Bohrer bei jedem Patienten erachtet. Sein Statement lautete: „Implantologie ist Spüren und Lesen des Knochens. Das geht nur mit scharfen Bohrern.“


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Socket-shield-surgery: wo stehen wir heute? Auch wenn andere Autoren bereits Hürzelers Idee zum Erhalt einer Zahnlamelle bei Implantation aufgriffen und die Technik weltweit scheinbar ausschweifend praktiziert wird, betont der Referent auch nach Veröffentlichung der ersten 5-Jahresdaten zum Verfahren, dass er eine Durchführung durch Chirurgen außerhalb der Münchner Forschungsgruppe nach wie vor für unverantwortlich hält. Er bittet weiterhin um Geduld bis zur Veröffentlichung eines „Fahrplans“ auf Basis eigener, wissenschaftlicher Auswertung. Dennoch sieht er bereits heute im Socket-Shield-Verfahren das Potential, ästhetisch perfekte Ergebnisse für jeden Zahnarzt erreichbar zu machen. Folgende Grundprinzipien gab er uns mit auf den Weg: Socket-Shield-Chirugie sollte zwingend in Verbindung mit einer 3D-basierten Operationsschablone durchgeführt werden. Der Schild sollte 1,5 – 2 mm dick sein, 0,5 – 1 mm suprakrestal gekürzt werden und bis auf die halbe Wurzellänge reichen. Der Apex des Zahnes muss zwingend entfernt werden. Das Implantat sollte nicht im direkten Kontakt mit dem Schild stehen. Der Schild sollte die Line angles des extrahierten Zahnes umfassen, um die Papillen weiterhin zu stützen. Schmelzanteile sollten so weit möglich entfernt werden. Die Präparation des Schildes folgt vestibulär der Schmelz-Zement-Grenze und gibt damit auch den Gingivaverlauf vor. Implantate in der ästhetischen Zone: verzögertes Vorgehen Das weitaus häufigste Procedere nach Zahnverlust in der ästhetischen Zone (80%) ist in Hürzelers Händen die verzögerte Sofortimplantation 6 – 8 Wochen nach Extraktion. Im Sinne einer möglichst komplikationslosen Heilung werden keinerlei Maßnahmen zum Alveolenerhalt ergriffen. Die provisorische Versorgung soll keinen Druck auf den Bereich ausüben bzw. keine Ponticimpression generieren. Zur horizontalen Augmentation sieht Hürzeler heute das GBRVerfahren als State-of-the-Art. Die unterschiedlichen Verfahren mit nichtresorbierbaren Membranen (Grunder), autologem Knochen (Khoury) oder resorbierbaren Membranen kombiniert

mit Knochenersatzmaterial (Buser, Hürzeler) beurteilt er gleichwertig. Lediglich die habe Khoury-Technik zusätzlich Potential zur vertikalen Augmentation um wenige Millimeter. Fortgeschrittene vertikale Knochendefizite löst Mark mittels Distraktionsosteogenese, wobei er uns ein selbst entwickeltes Verfahren mit modifiziertem Distraktor präsentierte, welcher am mobilen Fragment direkt über ein bereits im Vorfeld gesetztes, definitives Implantat ansetzt. Autogene Knochenblöcke beurteilt er hinsichtlich ihrer Langzeitstabilität als obsolet. Allogene Blöcke sieht er als Notfalllösung für Fälle, in denen keine Eigenknochenentnahme möglich ist. Potential bescheinigt er dem Ansatz mit CAD/CAM-gefertigten Titangittern (ReOss, Fa. Geistlich). Im Umgang mit resorbierbaren Membranen orientiert er sich am von Istvan Urban beschriebenen Vorgehen: die Membran wird im feuchten Zustand gedehnt und mittels krestalen/oralen Pins sehr straff über das Augmentat gespannt. Nach Wiederverfügbarkeit der kreuzvernetzten Ossix-Membran verwendet Mark bei GBR wieder die „Münchner DoubleLayer-Technik“. Von weniger erprobten Materialen (z.B. Bone Lamina, Sonic Weld) rät er ab. Neue Gedanken zum autologen Bindegewebstransplantat Als Grundgedanke zum autologen Bindegewebe diskutierte Markus Hürzeler mit uns Teilnehmern die indikationsspezifische Entnahme (Qualität und Quantität) aus drei unterschiedlichen Regionen: dem anterioren Gaumen (Single-IncisionTechnik => lockeres, gut durchblutetes evtl. fetthaltiges Gewebe), dem posterioren Gaumen (Entnahme meist als FST nach Zucchelli, extraorale Deepithelisierung => dichtes Gewebe hoher Qualität) und aus der Tuberregion (Technik analog distaler Keilexzision, parallele Inzisionen 3 – 4 mm über mukogingivale Grenze, vestibulär/palatinal Spaltlappen => dichtes Gewebe in hoher Quantität). Der anteriore Gaumen diene bei GBR als Donorregion und ebenso, wenn bei Rezessionsdeckungen eine Verbreiterung der fixierten Gingiva durch ein freiliegendes Transplantat angestrebt werde. Der posteriore Gaumen liefere hochqualitatives Gewebe für kleinere Empfängerregionen z.B. bei Einzelzahnrezessionen/ CAF-Technik. Entscheidend für eine komplikationsfreie Heilung und das Transplantatüberleben sei, das dichte Bindegewebe in jedem Fall vollständig mit dem ortsständigen Lappen zu decken. Das als Spätkomplikation beobachtete, überschießende Volumenwachstum nach Transplantation von Bindegewebe vom posterioren Gaumen könne möglicherweise durch Nach-innen-drehen der Epithelseite des Transplants vermie-


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Bei kleineren Defiziten wird ein Rolllappen in einen vestibulär angelegten Tunnel (Ausdehnung analog Tunneltechnik inkl. Double-crossed-suture) gezogen. Hierbei erweist sich als Vorteil, wenn das Bindegewebstransplantat im Rahmen der vorangegangenen GBR auch krestal über die Implantatschulter gelegt wurde. Bei ausgeprägten Volumendefiziten wird zusätzlich Tuberbindegewebe in den vestibulären Tunnel gezogen. Spannungsfreiheit erreicht Hürzeler durch die Kombination der vestibulären Augmentation mit einem palatinalen Insellappen (modifiziert nach Tinti). Wichtig ist nach Marks Konzept die unmittelbare Versorgung der freigelegten Implantate mit dem definitiven Emergenzprofil. Die Abformung zum definitiven Zahnersatz erfolgt 4 – 5 Monate später.

den werden („upside down“). Tubergewebe stelle das Mittel der Wahl bei der Weichgewebsaugmentation im Rahmen von Implantatbehandlungen dar. Der Gewebeblock könne der Empfängerregion durch geschicktes Trimmen angepasst werden („Schmetterlingsschnitt“). Im Falle einer palatinalen Arterienverletzung mit starker Blutung helfe nach Marks Angaben nur die Kompression mittels Wundplatte zuverlässig. Die Platte werde im Bereich der Verletzung mit Komposit aufgepolstert und nach starker Lokalanästhesie für 3 postoperative Wochen adhäsiv eingeklebt. Falls präoperativ keine Wundplatte angefertigt wurde, müsse auch bei akuter Blutung ein Alginatabdruck genommen werden. Mark berichtete aus eigener Erfahrung, dass dies tatsächlich möglich ist… Grundregel: Ruhe bewahren. Kompression mit Klemme und Tupfer bringt Zeit zum Überlegen. Freilegung von Implantaten in der ästhetischen Zone Letztlich bestimmt das individuelle Volumendefizit den Umfang der Freilegungsoperation. Besteht kein zusätzlicher Volumenbedarf, erfolgt die Implantateröffnung durch einen individuellen Punch mit dem Mikroskalpell (Bohrschablone zur Orientierung).

Neue Ideen für die Implantattherapie in der ästhetischen Zone Im abschließenden Block faszinierte uns Mark erneut mit dem ihm eigenen Enthusiasmus. Die Eingliederung des digitalen Workflows in die Implantologie hat in seinen Händen nicht nur begonnen – er entwickelt die Verfahren bereits nach seinen Anforderungen weiter. Das Potential der Tunneltechnik sieht er noch immer nicht ausgeschöpft. Sogar knochenaufbauende Maßnahmen scheinen mit diesem Verfahren nicht mehr unmöglich. Die Fallbeispiele zu seinem heutigen Spiel mit Zahnfragmenten im Sinne eines Socket-Shield um Implantate ließen auch beim letzten Teilnehmer endgültig die Kinnlade herunterfallen. Marks spontane Zusage zu einem weiteren Kurs mit der Neuen Gruppe für das Jahr 2019 kommentierten wir Teilnehmer geschlossen mit sofortiger Anmeldung zur nächsten Session in München. Vielen Dank an einen begeisternden Referenten, der scheinbar noch immer täglich die Grenzen der Zahnmedizin neu definiert. Nicht zuletzt gebührt unser Dank unserem Freund Derk Siebers, der wie immer für eine sehr offene und persönliche Kursatmosphäre und einen selbstverständlich reibungslosen Ablauf sorgte.


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Berichte: Kurs Allais „The spirit of the time in restorative dentistry“

„The spirit of the time in restorative dentistry“ Kurs Giuseppe Allais 11.05. bis 13.05.2017 Turin DR. CHRISTOPH WENNINGER 3 Tage Turin bei Pepe Allais. Für mich als „Fast-Kandidat“ der NEUEN GRUPPE ein langersehntes Highlight meiner persönlich besuchten Fortbildungsveranstaltungen. Nach einem angenehmen Flug mit Air Dolomiti von München und einem ersten Come together am Mittwochabend in der Turiner Altstadt war die Vorfreude auf den Kurs groß. Und obwohl sich Turin bei Beginn des Kurs von seiner regnerischen Seite zeigte trübte das nicht die Stimmung der Truppe beim Gang vom Hotel zu Pepes Praxis. Pünktlich um 9.00 Uhr am Donnerstag begrüßte uns Pepe, seine Frau Sabri und sein Team in seiner Praxis. Nach einem kurzen Rundgang durch die Praxis, starte der Kurs. Der Kurstitel mit dem philosophischen Titelbeginn „The Spirit of the time in restorative dentistry“ wurde allen sofort bewusst, als Pepe, in sehr gutem Deutsch, seinen Vortrag begann. Sein klares und bekennendes Konzept weg von der „den Zahn zu beschleifenden restaurativen Zahnheilkunde“ rein zu additiven minimalistischen konservierenden Maßnahmen bzw. prothetischen Versorgungen veranschaulichte Pepe uns während der gesamten 3 Tage. Jeder Fall ist bei Pepe individuell. Pepe geht von einer verlorenen Harmonie beim Patienten aus. Dabei werden viele Ebenen der menschlichen Persönlichkeit betrachtet. Sehr wichtig ist Pepe eine sehr persönliche Bindung zu seinem Patienten aufzubauen. Diese gliedert sich u.a. in verschiedene Befunde (Verlust von Zahnhartsubstanz, Zahnschäden, Verlust von parodontalem Attachment, Verlust der Vertikaldimension, funktionelle Problematiken). Darauf folgt ein klar strukturiertes Behandlungs- und Therapiekonzept. Es wird ein spezifisches Risikoprofil erstellt und der Patient durchläuft ein sogenannten Diagnostikprozess. Das gliedert sich in der individuellen Diagnostik von Caries-, Parodontalen- und Funktionsbefunden und durch zahnärztliche Vorbehandlungen verursachte iatrogene Schäden. Desweitern hinterfragt bzw. hält Pepe von jedem Patient seine Lebensgeschichte fest und in welchem Lebensabschnitt er sich befindet (Lifehistory). Nach dem Sammeln dieser Information wird ein von jedem Befundschwerpunkt ein individuelles Risikoprofil erstellt, unterteilt in hoch, mittel und gering. Keine Behandlung wird begonnen bevor nicht eine Diagnose steht, nicht jedes Risikoprofil durch eine Vorbehandlung als gering angesehen wird und ein Behandlungsplan vorliegt. Die ästhetische Analyse ist nicht definiert, individuell und zeit-

lich gebunden. Der Patient sollte immer außerhalb des Patientenstuhls betrachtet werden. Darauf folgt ein direktes Mock-up im Mund. Nach Anfertigung von Modellen wird ein palatinaler Frontzahnsilikonschlüssel hergestellt. Nun wird unter Berücksichtigung der individuellen Sprechmotorik und Ästhetik Frontzahnlänge und Frontzahnform mit Komposit provisorisch modelliert. Wenn alle Parameter analysiert worden sind wird ein Abdruck genommen, im Labor ein Schlüssel hergestellt und nun entweder mit Komposit oder hauchdünnen Venneers die FrontzahnRestaurationen hergestellt. Eindrucksvoll wurde dieses Konzept an zahlreichen live vorgestellten Patienten demonstriert. Vervollständigt wurde dieses Konzept noch durch einen Vortrag vom Bruder von Pepe Allais der Kieferorthopäde ist und uns, das minimalistische non-invasive behandeln aus der Sicht des Kieferorthopäden nahebrachte. Während der Vorstellung dieses Konzeptes wurden wir, in den Pausen, wunderbar von Sabri, der Frau von Pepe, mit tollen kalten und warmen regionalen Leckereien versorgt Abgerundet wurde der Kurs durch zwei wunderbare Abende im kulinarischen Turin. Am ersten Abend waren wir am Po in der Imbarco Perosino. Bei wunderbaren Antipasti und zahlreichen Spezialitäten ließ es sich Pepe nicht nehmen den Sommelier zu übernehmen und uns die Weinvielvalt des Piemonts einzuführen. Der zweite Abend verbrachten wir in der Enoteca Parlapa. Hier wurde bei hervorragenden Fleischspezialitäten, ebenfalls erstklassige Weine serviert. Kurz um: es waren wundervollen 3 Tage in Turin. Meine persönliche „Take Home Message „widme ich einer Folie von Pepe die eigentlich alles sagt: Es ist unsere (der Zahnärzte) Aufgabe, mit unserer Arbeit das Reichtum der Eigenart (des Patienten) zu schützen.


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Berichte: Kurs Exzellenz im Praxismanagement

Exzellenz im Praxismanagement 21./22. April 2017 Cheval blanc, Lembach/ Frankreich PHILIPP MENN Der diesjährige Titel der traditionell in Lembach stattfindenden Fortbildungsveranstaltung lautete „Exzellenz im Praxismanagement“. Für dieses Jahr hatten wir uns also ein recht komplexes und umfassendes Thema ausgesucht. Dabei werden die Anforderungen in der Verwaltung und Praxisführung in der heutigen Zeit zunehmend größer. Zum einen gibt es eine Vielzahl verschiedener gesetzlicher Vorschriften und Regulierungen zu berücksichtigen, zum anderen erfordern komplexe Behandlungsmethoden aber auch techniksensitive Arbeitsabläufe eine ständige Aus- und Weiterbildung des Personals um einem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Dies stellt insofern ein Problem dar ,da die Implementierung aber auch Aufrechterhaltung von Prozessen im Praxismanagement zunehmend komplexer und vor allem zeitraubender wird. Die eigentliche Kernkompetenz, die Patientenbehandlung, droht dabei zu kurz zu kommen. Daher haben wir dieses Jahr die Kollegen von „dental synoptics“ eingeladen die sich seit über 10 Jahren intensiv mit dieser Problematik beschäftigt haben und uns präsentiert haben wie sie dieser Mammutaufgabe im Praxismanagement begegnet sind. Dental synoptics ist eine wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten und setzt sich aus den Kollegen Dr. Andreas Altmann, Myriam Altmann, Dr. Michael Altmann, Dr. Gregor Heller,

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Dr. Holger Mentzel, Dr. Thomas Seitner und Dr. Markus Simon zusammen. Diese schon seit Studienzeiten eng befreundete Gruppe ist sich bereits früh zur Aufgabe gemacht durch gemeinsame Nutzung von Ressourcen in finanzieller, juristischer und auch ideeller Hinsicht eine ökonomische und effiziente Praxisführung zu gewährleisten. Hierbei haben sie das Praxismanagement in 13 verschiedene Prozesse unterteilt und diese den jeweiligen „Entwicklerpraxen“ zugeordnet. Eine Entwicklerpraxis ist dann für die Entwicklung, Einführung, Betreuung und Verbesserung ihrer zuständigen Prozesse verantwortlich. Die 13 Prozesse lauten wie folgt: 1. Praxismanagementsystem 7. Sterilisation 2. Personal 8. Röntgen 3. Kundenmanagement 9. EDV 4. Behandlung 10. Verträge 5. Material- und Gerätewirtschaft 11. Öffentlichkeitsarbeit 6. Hygiene 12. Controlling 13. Produktentwicklung Aus den längjährigen Bemühungen dieser 7 Kollegen entstand daraus schlussendlich das Praxismanagementsystem (dsP). Ein wahrer Kraftakt bedenkt man den Umfang dieses Projektes und den Umstand, dass alle Entwickler dies neben ihrer Tätigkeit als Selbstständige Zahnärzte geleistet haben. In jedem Fall eine Leistung die höchsten Respekt verdient. Didaktisch haben die Referenten sich dabei stetig abgewechselt um die von Ihnen gewählten Themenblöcke zu präsentieren. Dies erfolgte in der gewohnten und in Lembach geschätzten entspannten freundschaftlichen Atmosphäre kombiniert mit unterhaltsamen interaktiven Gruppenspielen zur Auflockerung. Der Freitag stand unter dem Schirm der Hygiene und des Gerätemanagements. Dr. Markus Simon berichtete ausgiebig über die speziellen Anforderungen im Bereich der Hygiene wie


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zum Beispiel die Notwendigkeit einer gesonderten antiviralen Wischdesinfektion (viruzid plus). Sehr aufschlussreich waren hier seine Beschreibungen zur Hygieneorganisation wie Aufbereitung, Validierung, Dokumentation, wasserführende Systeme und vor allem deren behördliche Überwachung. Gerade die behördliche Überwachung wurde anhand einer möglichen Begehung erörtert. Sehr interessant war es hier einmal die heutigen geforderten Hygienestandards in Bezug auf die damit verbundenen Kosten demonstriert zu bekommen. Hier zeigte sich, dass der finanzielle Aufwand für Hygiene ca. 20-30 % der Betriebskosten ausmacht. Dies entspricht in etwa 25€ pro Patientenkontakt. Was die zukünftige Entwicklung in den geforderten Hygienestandards betrifft, ist davon auszugehen, dass der notwendige Aufwand weiter steigen wird. Die einzige Hoffnung liegt hier in zukünftigen Technologien wie z.B. RFID Chips, kleine Minisender die auf Instrumentarium befestigt werden können und dadurch in Zukunft vielleicht Bulkreading ermöglichen (d.h. dass gleichzeitige Scannen und Dokumentieren ganzer „Instrumentenhaufen“). Nachmittags folgte dann Dr. Thomas Seitner mit Ausführungen zum Thema Gerätemanagement. Im Mittelpunkt stand hier vor allem die Führung eines elektronischen Bestellbuchs im Vergleich zu einem herkömmlichen. Als elektronische Bestellbücher wurden Aera und WaWi Box angeführt. Interessant war vor allem der Preisunterscheid von genannter Software im Vergleich zu Listenpreisen der Dentallabors (WaWi Box und Aera bis zu 30% günstiger). Dies muss natürlich abgewogen werden gegen den Kundenservice und die Technikerbetreuungen der Dentallabors. Aber zumindest bei der Neuanschaffung von Geräten sollte hier immer ein Preisvergleich folgen und zumindest eine gewisse Verhandlungsbasis zu haben. Ein weiterer großer Vorteil bei der elektronischen Geräteverwaltung ist außerdem die gute Übersicht über Kosten, Wartungen und Reparaturen. Ein divers diskutierter Punkt im Bereich des Gerätemanagements blieb die patientenspezifische Zuordnung von Chargennummern. Vor allem die Frage bis zu welchem Material ein solche Zuordnung noch medizinisch sinnvoll erscheint, blieb offen und musste aufgrund der straffen zeitlichen Planung des Seminars vertagt werden. Die zwei zentralen Prozesse des samstägigen Programms wurden von Dr. Gregor Heller und Dr. Thomas Seitner präsentiert. Dr. Gregor Heller stellte uns zunächst den Prozess „Behandlung“ vor. Alle Entwicklerpraxen stützen sich auf ein gemeinsames synoptisches Behandlungskonzept, dass den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Die Anamnese wird hierbei im Grunde bei jeder Behandlung neu abgefragt bzw. aktualisiert, und dient als wichtigstes Instrument zur Vermeidung von Notfällen. Im Bereich der Dokumentation wurde außerdem die Patientenaufklärung in den Fokus gerückt. Wichtig ist hier, dass über die 5 zentralen Punkte aufgeklärt wird: Therapie / Risiken / Unterlassung / Alternativen / Kosten Kurz auch als TRUAK zusammengefasst. Gerade im Bereich der Behandlung ist das Praxispersonal sehr stark miteinbezogen. Innerhalb des „dsP“ finden sich daher Checklisten zu den Themen Behandlungsdokumentation, Patientenaufklärung, Behandlungsvorbereitung und Behandlungsnachbereitung.

Zusätzlich verfügen die Praxismitarbeiter über die Möglichkeit eines internen WIKI, über regelmäßige Onlineschulungen und es werden regelmäßige Hospitation zwischen den Entwicklerpraxen durchgeführt. Im Anschluss berichtete Dr. Thomas Seitner über den Prozess der EDV. Die 4 aktuellen wichtigen Gesetze die im Bereich der EDV unbedingt zu beachten sind lauten dabei wie folgt: 1. Bundesdatenschutzgesetz 2. Patientenrechtegesetz 3. Gesetz der ordnungsgemäßen Buchführung 4. Strafgesetzbuch §203 (Geheimnisverrat) Eine besonders prekäre Situation ergibt sich in Zusammenhang mit dem StGB §203. Den externe IT Firmen lassen sich nach aktuellem Gesetzeswortlaut nicht zur Verschwiegenheit verpflichten. Somit begeht jeder Praxisinhaber, der auf ein solche externe Firma zurückgreift (und das sind vermutlich ein Großteil der Praxen mit digitalen Patientenakten) potentiellen Geheimnisverrat. Ein Umstand bei dem seitens des Gesetzgebers noch Nachholbedarf besteht. Auch besonders wichtig ist im Rahmen des Datenschutzgesetzes eine unterzeichnete Patienteneinwilligung zur Datenweitergabe vorlegen zu können. Ohne die ausdrückliche Einwilligung des Patienten stellt dies nämlich eine Straftat dar, die mit Freiheits- und Geldstrafe geahndet werden kann. Zu guter Letzt folgte eine praktische Präsentation der dental synoptics Software und seiner Plattform, die zum Austausch, Bearbeitung und Aktualisierung aller Prozesse genutzt wird und die als zentrales Schulungsinstrument für das Personal genutzt wird. Abschließend sollte jedoch eines ganz klar herausgestellt werden. Das Ziel dieses Seminars war es lediglich einen kleinen Einblick in die Struktur und den Inhalt des „dsP“ zu geben. Die vorgestellten Inhalte geben bei weitem nicht den Umfang dieses Programms wieder. Zudem darf man das dsP nicht als fertiges Produkt verstehen, dass man einer Praxis einfach „überstülpen“ kann, sondern es gibt jedem die Möglichkeiten und Werkzeuge an die Hand ein individuell zugeschnittenes System in seiner Praxis zu erarbeiten, welches allen gesetzlichen Ansprüchen und höchsten Qualitätsstandards gerecht wird. Im Großen und Ganzen war es mal wieder ein sehr lehrreiches Wochenende in Lembach mit hochmotivierten Referenten, fantastischem Essen, feucht fröhlichen Abenden und insgesamt wenig Verlusten (Dr. Derk Siebers fiel einer schlechten Auster zum Opfer). Wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr.


Berichte:

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Das „Projekt Wertediskussion“ der NEUEN GRUPPE Im letzten Jahr feierte die NEUE GRUPPE ihr 50-jähriges Bestehen. Wir haben dieses Jubiläum zum Anlass genommen, die Werte und das Selbstverständnis unserer wissenschaftlichen Vereinigung zu diskutieren und zu hinterfragen, ob und wie diese Werte gelebt werden. Insbesondere die Frage, wie unsere Vereinigung auch in Zukunft in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft attraktiv bleiben kann, soll untersucht werden. Das Projekt wurde Mitte 2016 gestartet und hat zum Ziel die folgenden Fragen zu beantworten und daraus Schlussfolgerungen und Maßnahmen für die Zukunft zu beschließen: - Was waren/sind/werden sein die Werte/Philosophien/ Leitsätze der NEUEN GRUPPE? - Haben und leben wir (diese) Werte innerhalb und außerhalb unserer NEUEN GRUPPE? - Was sind für uns Interne die Werte und Vorteile der NEUEN GRUPPE? - Was sind (oder könnten sein) für Externe die Werte und Vorteile der NEUEN GRUPPE? - Können wir neue/moderne/attraktive Werte und Philosophien der NEUEN GRUPPE definieren? Mit dem Rechts- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. phil. Eugen Buß, der durch seine Veranstaltungen in Lembach bekannt sein dürfte, konnte ein kompetenter und der NEUEN GRUPPE gewogener Spezialist als Anleiter und Moderator für diese Aufgabe gewonnen werden. In der Diskussion über den Einfluss des gesellschaftlichen Wertwandels auf das Selbstverständnis der Mitglieder der NEUEN GRUPPE sowie auf ein mögliches neues Leitbild erläuterte uns Prof. Buß die folgenden Struktur- und Wertveränderungen. Ihre Konsequenzen im einzelnen sollen in diesem Rahmen nicht beleuchtet werden: Die hochgradige Individualisierung (Aufwertung des Eigeninteresses/Abwertung von Gemeinschaftsbezügen); die dosierte Bindungshaltung in allen Lebensbereichen; die Feminisierung der Gesellschaft (Umorientierung vom Primat des Leistungsgedankens zum Primat der Lebensqualität); der Verlust des Grundvertrauens in die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Institutionen; die zunehmende Risikowahrnehmung in allen Lebensbereichen; das wachsendes Sicherheitsstreben (stärker als in allen anderen vergleichbaren Nationen); eine das „Jetzt priorisierende“ Lebensauffassung, Primat der Kurzfristorientierung (Abwertung der Zukunft) auf dem Weg zu postmateriellen Werten und der Sehnsucht nach Sinn; das veränderte Lebenstempo der Deutschen – Tempodruck steigt –; der demographische Wandel (Umbau der Alterspyramide); die neue Sensibilität gegenüber Verantwortung und

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DR. DERK SIEBERS

moralischer Integrität; die neue Emotionalität der Deutschen (die permanente Suche nach Erlebniserfüllung); die neue Dominanz der Ökonomie in den Denkweisen (Nutzenkategorien dominieren vor Verständigungskategorien); die verstärkte Suche nach Optionen und Alternativen von Angeboten und Lebenschancen (Schlagwort von der Optionsgesellschaft); der gewachsene Einfluss der Medien; die Erosion des gewachsenen Familienbildes. Zur Verwirklichung des Projektes Wertediskussion wurde ein Vorgehen in 10 Schritten vereinbart: 1. Bildung einer paritätisch besetzten „Wertekommission“, die alle Generationen der NEUEN GRUPPE umfasst. 2. Werteworkshop in Berlin 3. qualitative und quantitative Mitgliederbefragung im Januar und Februar 2017 4. fokussiertes wertbasiertes Reputations- und Leitbildkonzept: Synthese aus 1-3 5. Vorstellung dieses Konzeptes im Vorstand und den Mitgliedern. Dies fand bei der FJT 2017 statt, wo uns Prof. Buß die bisherigen Ergebnisse der Arbeit und vor allem auch der Umfrage vorstellte. 6. Entwicklung eines Kommunikationskonzeptes, wertebasiertes Themen-Setting 7. Maßnahmenkonzept, bedeutet die praktische Umsetzung des Konzeptes, welche Maßnahmen sind sinnvoll, bezahlbar, passend, ethisch akzeptabel... 8. Umsetzung des Konzepts 9. Validitätsprüfung: Überprüfung des ersten Erfolgs der eingeleiteten Maßnahmen und evtl. Richtungskorrekturen, Feinjustierung 10. Evaluation des gesamten Projektes und seiner Erfolge, etwa nach 3-4 Jahren

Ergebnisse des Werteworkshop Oktober 2016 Die Wertekommission bestand aus folgenden Teilnehmern: Prof. Eugen Buß, Dr. Jürgen Bretthauer, Dr. Jürgen Menn, Dr. Norbert Grosse, Dr. Marcus Simon, Dr. Derk Siebers, Dr. Torben Hennies und Dr. Stefan Beuer und als Co-Moderatorin und Schriftführerin die Gattin von Prof. Buß, Sozialwissenschaftlerin Dr. Roswitha Theis. Die Kommission traf sich am 15.10.2016 zum Werteworkshop in Berlin. Der Bericht darüber ist auf unserer Homepage im Seminararchiv zu finden unter http://www.neue-gruppe.com/seminare-archiv/. Unter Anleitung von Prof. Buß wurde eine Zusammenfassung der zentralen Fragen, die den Werte- und Leitbildprozesses der Neuen Gruppe bestimmen sollen, erarbeitet. – Wie lässt sich ein unverkennbares Profil schaffen, das einer sinkenden Mitgliederzahl, einer geringeren Beteiligung und


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Berichte:

möglichen Akzeptanzproblemen gegenübertritt und einer eher konsumierenden Haltung ein engagierteres ZahnärzteLeitbild gegenüberstellt? – Wie schafft man ein Profil der NEUEN GRUPPE, das „Kante zeigt“, politisch aktiver ist, Vernetzungen schafft, Präsenz stärkt und einem „rückwärtsgewandten“ kassenärztlichen Selbstverständnis gegenübertritt? – Was macht die NEUE GRUPPE letzten Endes unverwechselbar, einzigartig und damit ganz besonders attraktiv? Im Verlauf des Tages wurde anhand des AGIL-Schemas, einem systemtheoretischen Modell des amerikanischen Soziologen Talcott Parsons, das unser Moderator Buß zur praktischen Anwendung für Vereine, Institutionen und Unternehmen systematisch fortentwickelt hat, der Ist-Zustand und die Zukunftsperspektive der NEUEN GRUPPE analysiert. AGIL steht dabei für die englisch-sprachigen Begriffe Adaptation, Goal Attainment, Integration und Latent Pattern Maintenance und dient der Beschreibung solcher Funktionen, die zur Stabilität von Gruppen erforderlich sind und gleichzeitig einen praktikablen Rahmen bieten, die Wert-, Handlungs- und Strategiegrundlagen einer Gruppe zu analysieren. Dabei sollten alle 4 Systemparameter möglichst gleichmäßig gewichtet sein, um eine dauerhafte Stabilität des sozialen Gebildes zu gewährleisten. Teilnehmer der Wertekommission von rechts nach links: Dr. Jürgen Bretthauer, Dr. Norbert Grosse, Dr. Torben Hennies, Dr. Marcus Simon, Prof. Eugen Buß, Dr. Derk Siebers, Dr. Stefan Beuer, Dr. Jürgen Menn

Folgende Grundprinzipien und Ziele des Werte- und Leitbildprozesses der NEUEN GRUPPE wurden angedacht: - eine für die NEUE GRUPPE exklusive Positionierungsstrategie zu entwickeln und damit klare Alleinstellungs-merkmale nach außen zu kommunizieren - die Identifikation aller Mitglieder der NEUEN GRUPPE mit den gemeinsamen Prinzipien zu stärken (vor allem gegenüber „konkurrierenden“ Gruppen und Fachgesellschaften) - das Selbstbild der NEUEN GRUPPE erstens stärker am gesellschaftlichen Wertewandel, zweitens am veränderten Anspruchsniveau von Patienten und Mitarbeitern und drittens am zahnmedizinischen Fortschritt zu orientieren - die NEUE GRUPPE in ihrer öffentlichen und politischen Rolle zu stärken und als unverzichtbaren Gesprächspartner zu positionieren - die Relevanz und das kulturelle sowie medizinische Distinktionspotential gegenüber anderen Gruppen erkennbar zu machen Selbstverständlich wurde auch diskutiert, welchen Nutzen ein solch klar definiertes Werte- und Leitbild für die NEUE GRUPPE bringt? Was ist der Sinn und was sind die Ziele? - erhöhte Reputation und Unverwechselbarkeit der NEUEN GRUPPE

- erhöhte Bindungspotentiale von und zwischen Mitgliedern der NEUEN GRUPPE - höhere Identifikationschancen mit der NEUEN GRUPPE - Aufmerksamkeit und Interesse in der zahnmedizinischen Öffentlichkeit - steigende Akzeptanz der NEUEN GRUPPE - gegenseitige freundschaftliche Verständigungsbindung anstelle einer reinen Nutzenbindung von Mitgliedern - klarere „Markierung“ der NEUEN GRUPPE im kollektiven Gedächtnis der zahnmedizinischen Öffentlichkeit - Grundlage für die Eigenwürde der NEUEN GRUPPE

Mitgliederfragung NEUE GRUPPE Januar/Februar 2017 Anfang des Jahres wurde im Rahmen unserer Wertediskussion eine Mitgliederbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse ich kurz zusammenfassen möchte. Die gesamte Auswertung von Prof. Buß kann im internen Bereich unserer Homepage nachgelesen werden (Empirische Befunde zum Selbstverständnis ... (325k); Direktlink zum Download: http://gpn.mobi/neue-gruppe). Diese Auswertung gibt einen wirklich spannenden Einblick in die innere und äußere Verfasstheit unserer NEUEN GRUPPE. Außerdem schreibt Prof. Buß in der Einleitung seiner Ausarbeitung: „Dieser Bericht stellt die Identität der NEUEN GRUPPE so dar, wie sie repräsentativ von den Mitgliedern gesehen und wahrgenommen wird. Damit bildet er die Grundlage für die gemeinsame Entwicklung eines zukunftsorientierten WerteLeitbildes.“ Die Umfrageergebnisse möchte ich in vier Punkten zusammenfassen und darstellen: Ich zitiere hierbei zum großen Teil wörtlich aus der von Prof. Buß verfassten Auswertung. 1. Das allgemeine Erscheinungsbild der NEUEN GRUPPE Die Mitglieder der NEUEN GRUPPE sind in ihrer großen Mehrheit geprägt von hoher Zuversicht in eine künftig prosperierende Entwicklung der NEUEN GRUPPE. Das Vertrauen in eine stabile Zukunft ist hoch. Auch hat die NEUE GRUPPE für ihre Mitglieder eine hohe Bedeutung, fachlicher, emotionaler und gesellschaftlicher Art. Sie wird auch nicht geschmälert durch kritische Einwände im Einzelfall. Die Mitglieder identifizieren sich in hohem Maß mit den historisch gewachsenen Werten und Prinzipien. Die NEUE GRUPPE ist in ihrer Mehrheit in hohem Maße geprägt von engagierten, sich zu den Gründungsprinzipien verpflichtet fühlenden Mitgliedern. Fachliche Höchstkompetenz, Freundschaftscharakter sowie der Imperativ der gegenseitigen Unterstützung gelten als wesentliche Kernmerkmale der Kultur der NEUEN GRUPPE. 2. Das Selbstverständnis der NEUEN GRUPPE: Grundsätze und Wertprinzipien Der stärkste Identitätsfaktor ist nach Ansicht der Mitglieder die fachliche Qualität der zahnärztlichen Tätigkeit, der Leistungsgedanke und der Wille zur Höchstkompetenz, man könnte auch sagen: zur Exzellenz. Charakteristisch ist zudem, dass im Werteranking direkt nach dem Professionalitätsanspruch


NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017 moralische Kategorien rangieren: nämlich ein hoher Berufsethos. Kombiniert mit Anstands- und Humanitätswerten bildet die berufliche Integrität den zweiten Pfeiler im inneren Selbstverständnis der Mitglieder. Die dritte Identitätseigenschaft ist sozialer Natur. Nicht ganz so ausgeprägt wie die fachlichen und moralischen Determinanten spielen die über die reine Kollegialität hinausreichenden Vertrauensbeziehungen sowie der Gemeinschafts- und Freundschaftswille der Mitglieder eine wesentliche Rolle. 3. Zukunftswerte der NEUEN GRUPPE Es gibt in der NEUEN GRUPPE eine klarformulierte Erwartung nach Fortsetzung der über die letzten 50 Jahre gewachsenen Kernidentität. Neue Wertvorstellungen, eine Modifikation der leitenden Prinzipien oder eine Akzentverschiebung der Grundsätze zeichnen sich nicht ab. Für die Zukunft des Werte-Leitbildes gibt es also sehr eindeutige Prioritäten: ganz oben an der Spitze der Skala aller Werte rangiert unangefochten der einhellige Wunsch, stets und ohne jede Einschränkung für fachliche Höchstkompetenz einzutreten. Nicht nur Kompetenz an sich, sondern Kompetenz im Komparativ. Die Zustimmung zum zahnmedizinischen Kompetenzanspruch, gekoppelt mit dem Willen zur Fortbildung in hochkarätigen Veranstaltungen ist die eigentliche Identitätsquelle, die sich die Mitglieder der Neuen Gruppe für die Zukunft wünschen. Direkt nach den Qualitäts- und Kompetenz-werten rangiert der Anspruch, dass die NEUE GRUPPE für klare ethische Positionen eintritt. Auf einer etwas tieferen Wert-Ebene, aber immer noch mit hoher Bedeutung, rangieren drittens sozial-integrative Werte der atmosphärischen Nähe und Verbundenheit. Auch in diesem Punkt besteht zum gegenwärtigen Wertebild eine hohe Kontinuität. 4. Einflüsse gesellschaftlicher Entwicklungen auf das zahnärztliche Berufsbild Für die Mitglieder der NEUEN GRUPPE ist der mit Abstand wichtigste Faktor der jüngsten gesellschaftlichen Entwicklungen ist der wachsende Kontrolldruck in der Praxis. Mit etwas Abstand rangiert auf dem zweiten Rang die wachsende Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Die Feminisierung des zahnmedizinischen Berufes wird nach den Befunden der Online-Erhebung einen gewichtigen Einfluss auf das berufliche Selbstverständnis, bzw. auf das zahnärztliche Berufsbild ausüben. Der dritte wesentliche Einflussfaktor auf das berufliche Selbstverständnis für die Mitglieder der NEUEN GRUPPE ist der wachsende Tempodruck im Leben, bzw. das wachsende Empfinden von Zeitknappheit. Mit deutlicherem Abstand rangiert auf dem vierten Platz der gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das künftige zahnärztliche Berufsbild die steigende Bedeutung von Gesundheit und Umwelt. Erst an fünfter Stelle, so glauben die Mitglieder der Neuen Gruppe, wird die wachsende Bedeutung von Freizeitwerten das berufliche Selbstverständnis prägen. Damit ist offenbar eine gewisse Emanzipa-

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tion vom beruflichen Druck gemeint. Wenn man nun alle die aus sich aus der Umfrage ergebenden Ergebnisse zusammenfasst und auf das AGIL-Schema herunterbricht, so lassen sich als Identitätskern der NEUEN GRUPPE folgende 4 Kernwerte darstellen: 1. Im Ziel- und Leistungsareal dominiert unangefochten der Wert der Höchstkompetenz, man könnte auch sagen der Exzellenzkompetenz. 2. Im Umfeld- und Wettbewerbsareal dominiert der Wert des Innovationswillens, d.h. die Bereitschaft, in allen Praxisbelangen auch neue Wege zu gehen. 3. Im Integrationsareal dominiert der Freundschaftswille, die persönlichen Verbundenheit und kooperative Nähe. 4. Im Kulturareal dominiert die innere Integrität, die ethische Verlässlichkeit mit der Betonung auf die Eigenwürde. Mit der angestoßenen Wertediskussion lassen sich nicht nur das Wert-Profil und das Selbstverständnis der NG schärfen, sondern auch die konkrete Ausgestaltung des Wegs, der die NG in die Zukunft führt. Die Ergebnisse des Werteworkshop und der Mitgliederbefragung wurden auf der Frühjahrstagung 2017 ausführlich von Prof. Buß vorgestellt. Damit stehen bei der Abarbeitung des 10 Punkteplanes momentan die Punkte 6 und 7 an. Diese werden in einem weiteren Workshop erarbeitet werden, der im Januar 2018 in Berlin stattfinden wird. Zur Wahrung der Kontinuität wird die Zusammensetzung der Teilnehmer fast identisch sein mit der des Werteworkshop im letzten Jahr. Die Ergebnisse werden wieder bei der Frühjahrstagung – 2018 in Münster – von Prof. Buß vorgestellt.

Grafik aus dem Werteworkshop mit Prof. Buß, die das AGIL-Schema erläutert


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Ankündigung: Neue Seminare ORGANISATION und ANMELDUNG für die Seminare (wenn unter dem Seminar nicht anders angegeben): Organisation: Dr. Derk Siebers MSc, Soorstr. 26 / Ecke Hölderlinstr. 19, 14050 Berlin, Tel +49 (0) 30 / 31 80 23 00, Fax +49 (0) 30 / 30 10 29 66, E-Mail: Mail@zahnarzt-siebers.de Anmeldung: Frau Anja Kaschub, Tel +49 (0) 211 / 66 96 73 – 40, E-Mail: apw.kaschub@dgzmk.de Akademie Praxis und Wissenschaft Liesegangstraße 17 a, 40211 Düsseldorf Zentrale: Telefon: +49 (0) 211 / 66 96 73 – 0, Fax: +49 (0) 211 / 66 96 73 – 31

CEREC Grund- und Aufbaukurs Berlin Dr. Alessandro Devigus FR, 26. Januar 2018, 8:30 bis SA, 27. Januar 2018, 17:30 Ziel des Kurses ist es, der Zahnärztin /dem Zahnarzt ein fundiertes Wissen über das CEREC Verfahren zu vermitteln und sie in die Lage zu versetzen, das System kompetent in der Praxis am Patienten einzusetzen. CEREC CAD/CAM Grundlagen: optischer 3D-Abdruck, intraorale Kamera, Omnicam, biogenerische Okklusion, Möglichkeiten und Grundlagen der neusten Software, Materialien, Adhäsivtechnik, Praxis Tipps Praktische Übungen in kleinen Gruppen am Gerät. Alle verschiedenen Konstruktionen step by step: Inlays, Onlays und Kronen. PROGRAMM: 1.Tag: - Update CEREC Methode - Präparationsrichtlinien - Materialübersicht - Scanstrategie 5 Sweeps - Kaffeepause und Raumwechsel - Scan Einzelkrone/inlay/Onlay mit Exkurs „Polieren oder glasieren“ - Übung an den Geräten - Schleifen / Mittagspause - virtuelle Artikulation, Parameter (Wiederholung) - Welches Material für welche Indikation und Theorie zur Implantatversorgung (TiBase, Abutment) - Raumwechsel: Scan und Planung Brücke 3-gliedrig oder Implantversorgung - Kaffeepause und Schleifen - Integration in den Praxisablauf - Zusammenfassung: Präparation, welches Material für welche Indikation, Kontaktpunkte, Designwerkzeuge, … - Abschlussdiskussion

2.Tag: - Was ist sonst noch alles mit Cerec möglich? - Frontzahnfälle, Bisshebung, Provisorien, Cerec Guide 2 - Kaffeepause - Theorie zur Implantatversorgung (TiBase, Abutment) - Live Behandlung: Implantatversorgung chairside - Übungen am Modell - Mittagspause - Komplexe Versorgungen mit CEREC - Integration in den Praxisablauf - Zusammenfassung und Abschlussdiskussion TEILNEHMER: maximal 20 CV Referent Dr.med.dent. Alessandro Devigus geboren am 21.08.1962 - Ausbildung: 1987 Abschluss des Studiums der Zahnmedizin am Zahnmedizinischen Zentrum der Universität Zürich (Schweiz) - Seit 1990 in eigener Praxis tätig - CEREC Instruktor am Zahnmedizinischen Zentrum der Universität Zürich - Verschiedene Kurse und Vorträge aus den Bereichen CAD/CAM, Fotografie, digitale Technologien - Chefredaktor des „International Journal of Esthetic Dentistry“ (Quintessenz) - Neue Gruppe (Präsident 2010/11) - Gründer und Präsident der SGcZ (Swiss Society of computerized Dentistry) - EAED „active member“, ITI Fellow und Speaker Ort: Dental Digital Academy(DDA) Berlin GmbH, Katharina-Heinroth-Ufer 1, 10787 Berlin Gebühr: MG 1500€, NMG 1650€, auf Nachfrage 2 Youngster für 800€ Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


Neue Seminare

NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

Augmentation, Implantation, Freilegung – welche Techniken eignen sich für die zahnärztliche Praxis? Dr. Jochen Tunkel, Bad Oeynhausen FR, 02. Februar 2018, 15:00 bis SA, 03. Februar 2018, 17:00 Die Implantologie hat sich einen festen Platz in der täglichen Zahnmedizin erobert. Aufgrund der gestiegenen Akzeptanz in der Bevölkerung kann in der heutigen Zeit der prothetisch tätige Zahnarzt auf Implantat-getragene Restaurationen nicht mehr verzichten. Neben einer veränderten Herstellung des Zahnersatzes gilt es aber auch, chirurgische Hürden zu meistern und auftretende Probleme in den Griff zu bekommen, um dem Patienten seinen Wunsch vom festsitzenden Zahnersatz zu erfüllen. Der Kurs richtet sich an den in der Praxis tätigen Zahnarzt, der sein Spektrum auf dem Gebiet der Implantologie insbesondere im Bereich der augmentativen Chirurgie erweitern möchte. Anhand von klinischen Bildern, Videodemonstrationen und live-Operationen soll die Planung & Durchführung

Parodontologie Essentials (Kurs 1) 2-tägiges Seminar mit Video on Demand Dr. Raphael Borchard, Münster FR, 16. Februar 2018, 9:00 bis SA, 17. Februar 2018, 18:00

Ein gesundes Parodontium und periimplantäres Gewebe sind elementare Bestandteile einer langfristig erfolgreichen Therapie in der Praxis. Dies bedingt organisatorische sowie fachliche Voraussetzungen bereits in der Diagnostik und der nichtchirurgischen Behandlung. Bei welchen Befunden aber ist eine chirurgische Intervention notwendig? Ziel dieser dreiteiligen Kursreihe ist, es bei der Auswahl parodontaler und periimplantärer Behandlungen Sicherheit zu gewinnen und Misserfolge zu vermeiden. Aktuelle Methoden werden step by step dargestellt und durch Videosequenzen vertieft. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Umsetzbarkeit in der täglichen Praxis! Folgende Themen werden im ersten Kurs erarbeitet. 1. Zielsetzung, Voraussetzungen, Befunderhebung, Diagnostik. 2. Evidenzbasierte Behandlungsplanung: interne und externe Evidenz, patientenbezogene Faktoren. 3. Nichtchirurgische Therapie, Möglichkeiten und Grenzen. 4. Grundlagen Schnittführung und Nahttechnik.

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implantologisch-chirurgischer Techniken dargestellt werden. -

Vorstellung der Instrumente & Materialien Schnittführung und Lappendesign Knochengewinn, Knochenersatzmaterial, Membranen externe Sinusbodenelevation Gesteuerte Knochenregeneration (GBR) autologe & allogene Knochenaugmentation Tipps & Tricks bei der Implantation Weichgewebsmanagement bei der Freilegung: apikaler Verschiebelappen Rolllappen Vestibulumplastiken Bindegewebstransplantate

Ort: Praxis Dr. Jochen Tunkel, Königstraße 19, 32545 Bad Oeynhausen, Tel. 05731/28822 Gebühr: MG 550€, NMG 700€, max. 2 Youngster für 350€ Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 17 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM

5. Sinnvolle Instrumente und Materialien. 6. Lappentechniken und ihre Einsatzgebiete: a. Zugangslappen b. Regenerative Chirurgie c. Plastische Chirurgie 7. Planungsbeispiele und Planung eigener Patientenfälle. Überschneidungen mit periimplantären Behandlungen kommen in der modernen Praxis regelmäßig vor. Deshalb wird auch dieser Bereich in der Kursreihe thematisiert. Kurs 2: Parodontitis und Periimplantitis: Behandlungsstrategie mit erhaltenen, resektiven und regenerativen Verfahren. Mit Hands on Übungen (in Planung). Kurs 3: Plastische parodontale und periimplantäre Chirurgie zur Optimierung von Ästhetik und Funktion. Mit Hands on Übungen (in Planung). Ein umfangreiches Skriptum enthält praktische Hinweise und Literaturempfehlungen, Materialverzeichnisse und GOZ Hinweise. Maximale Teilnehmerzahl 20 Ort: Veventis Loft, Aachen Gebühr: MG 890€, NMG 990€, max. 2 Youngster für 490€ Organisation: Sven Hertzog Anmeldung: Sven Hertzog, essentials@essthetik.info Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 16 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


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Paro-Implantologie „Perfektion – Der Unterschied liegt im Detail“ Dr. Gerd Körner PD. Dr. Arndt Happe FR, 23. Februar 2018, 9:00 bis SA, 24. Februar 2018, 17:00 Droht Zahnverlust, stellt der ästhetisch und funktionelle Gewebeerhalt bzw. die Rekonstruktion verlorener weich-und hartgewebiger Strukturen eine der größten Herausforderungen dar. Dies gilt umso mehr bei parodontal vorgeschädigten Patienten, da diese in der Regel besonders ungünstige anatomische Voraussetzungen mitbringen. Um bei derartig ungünstigen Voraussetzungen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, bedarf es eines fein abgestimmten Konzeptes, bei dem Details eine große Rolle spielen. Diese betreffen vor allem die sogenannten Interfaces. Gemeint sind z.B. die Interfaces zwischen Implantat und Suprakonstruktion, zwischen Biomaterial und Gewebe, zwischen Hart- und Weichgewebe. Hier müssen die verschiedenen Therapieoptionen abgewogen werden und bis ins Detail geplant und ausgeführt werden. Neben der grundsätzlich bedeutsamen Entscheidungsfindung, Zahnerhalt oder nicht, läuft alles darauf hinaus, die Strukturen im Grenzbereich möglichst synergistisch, wenn

Initiale Funktionsdiagnostik/Funktionstherapie interdisziplinär – Vom Screening zum adaptierten Aufbissbehelf Stefan Kopp (ZA) Christian Stöckemann (ZTM) FR, 20. April 2018, 14:00 bis SA, 21. April 2018, 16:00 Ziel des WORKSHOPS: Vermittlung theoretischer Kenntnisse zum Routine-Einsatz der „Initialen Funktionsdiagnostik/ Funktionstherapie“ im Spannungsfeld analoger und digitaler Techniken – Interaktive Präsentation aller Schritte am Patienten und im Fräszentrum Programm: Teil 1 => Funktionsdiagnostik 1.1 Kurzanamnese 1.2 Manuelles Screening im gesamten Bewegungssystem 1.3 Abformung – Modellherstellung 1.4 Registrat der Zentrischen Relation 1.5 Registrat der therapeutischen Relation 1.6 Spurschreibung 1.7 Modellmontage 1.8 Modellanalyse: vom Okklusogramm zur therapeutische Konsequenz

erforderlich, restaurativ und kombiniert plastisch – chirurgisch zu therapieren. Speziell beim Einsatz von Implantaten gilt es, die Ähnlichkeiten zum Zahn aber vor allen Dingen auch die Unterschiede heraus zu arbeiten und therapeutisch zu berücksichtigen, damit langfristig stabile Ergebnisse erzielt werden können. Der Kurs soll einen Überblick geben über die detailliert abgestimmte Interaktion zwischen moderner Parodontologie und Implantologie , bzw. die Einbettung von Implantaten in ein perio – prothetisches Gesamtkonzept. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf das sogenannte „site developement“ gerichtet, also die Vorbereitung der Gewebe, sowie deren Erhalt oder Rekonstruktion von der Extraktion über die Augmentation von Hart- und Weichgewebe, die Implantation bis hin zur Freilegungs-OP. Maximal 24 Teilnehmer Ort: Gemeinschaftspraxis für Parodontologie, Dr. Gerd Körner & Priv.-Doz. Dr. Amelie Bäumer, M.Sc., Niedernstraße 16, 33602 Bielefeld, Tel. +49 521 17 96 88, Fax +49 521 17 98 55 Gebühr: Nichtmitglieder: 1200 €, Mitglieder: 1000 €, max. 2 Youngster für 550 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 18 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM

Teil 2 => Funktionstherapie – Teil 1 2.1 Physiotherapie 2.2 Krankengymnastik 2.3 Eigenübungen 2.4 Osteopathie 2.5 initiale okklusale Therapie 2.6 Therapie mit Aufbissbehelfen: von der Konstruktion zur Adaptation Teil 3 => Funktionstherapie – Teil 2 3.1 Remontage 3.2 manuelle Therapie 3.3 Eingliedern eines remontierten Aufbissbehelfes 3.4 Management Funktionstherapie Wir erarbeiten gemeinsam und interaktiv die Kursinhalte unter kritischer Einbeziehung analoger und digitaler Kriterien für jeden Schritt und demonstrieren via Großbildleinwand. Alle digitalen Arbeitsschritte jenseits des Patienten und Abläufe im Fräszentrum können vor Ort miterlebt werden. Wie entstehen Scheiben aus Kunststoff und aus Keramik und wie werden sie bis hin zum fertigen Aufbissbehelf bearbeitet. Max. 20 Teilnehmer Ort: Dental Direkt GmbH, Industriezentrum 106, 32139 Spenge Gebühr: Nichtmitglieder: 1200 €, Mitglieder: 1000 €, max. 2 Youngster für 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 18 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


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The spirit of the time in restorative dentistry Dr. Guiseppe Allais DO, 31.05.2018, 9:00 – SA, 2.06.2018, 17:00 Ort: Private practive of Dr. Guiseppe Allais, Turin, Italien Gebühr: MG: 1750 €, NMG: 1900 €,Cmax HT!2 Youngster: 950 € EBU Sie SGerhalten U A Punkte: FürRdieses Seminar 30 Punkte S IT BE E ER der LEID gemäß Punktebewertung der BZÄK/ DGZM

„Implant prosthodontics – new concepts, new materials, new technology“ Prof. Dr. I. Sailer & Team FR, 15. Juni 2018, 9 – 17.30 Uhr SA, 15. Juni 2018, 9 – 17.30 Uhr Day 1/Theoretical part: - Prosthetically oriented implant treatment planning, pre-treatment diagnostics with conventional and digital methods - Abutment connection and soft tissue management - Optical implant impressions for fixed implant reconstructions - current status of the available systems, options and limitations - Selection of prosthetic implant abutments, types and materials - CAD/CAM vs. conventional fabrication of the implant reconstruction – chairside fabrication, labside fabrication - Criteria for the choice of the restorative material – metals, ceramics, hybrid materials Practical part: - Optical implant impressions for a chair-side implant singleunit reconstruction, digital design of the reconstruction, and chair-side fabrication using glass-ceramics and hybrid materials, adhesive cementation of reconstruction on a titanium resin base. Day 2/Theoretical part: - Screw- retained or cemented, which fixation method for which indication? - Fixed vs. removable reconstructions – indications - Removable implant reconstructions – selection of components, materials and technology

- Long- term outcomes of implant reconstructions - Patient situations with limiting anatomical situations for implant dentistry: short implants and narrow diameter implants - Prosthetic management of esthetic complications – pink ceramics - Surgical and technical complications - how to solve the problem Practical part: Management of different types of complications on models 1. Removal of access cement 2. Screw head destruction of abutment or prosthetic screws – practical application of rescue kits (e.g. service kit, Straumann) 3. Internal fracture of screws or ceramic abutments – techniques for removal of fractured components 4. Clinical repair of chipping of veneering ceramic 5. Minimally invasive implant solutions - hands-on narrow diameter implants Kurssprache: Englisch Maximal 20 Teilnehmer (max 2 Youngster) Ort: CLINIQUE UNIVERSITAIRE DE MÉDECINE DENTAIRE Faculté de médecine, Section de médecine dentaire Rue Barthélemy-Menn 19, CH - 1205 Genève Gebühr: Nichtmitglieder: 1200 €, Mitglieder: 1000 € max. 2 Youngster (nach Rücksprache) 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


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Das Zürcher Konzept für moderne Zahnerhaltung – mit Hands-On Endodontologie: Prof. Dr. Thomas Attin Prof. Dr. Matthias Zehnder, PhD OA Dr. Dan Rechenberg Parodontologie: Prof. Dr. Patrick Schmidlin PD Dr. Philipp Sahrmann Computergestützte Zahnmedizin: Prof. Dr. Dr. Albert Mehl OA Dr. Andreas Ender Dr. Moritz Zimmermann DO, 6. Sept. 2018, 9:00 bis SA, 8. Sept. 2018, 18:00 Der dreitägige Kurs gibt einen umfassenden Überblick über das erfolgreich etablierte Zürcher Konzept für moderne Zahnerhaltung in den drei Fachdisziplinen Computergestützte Zahnmedizin, Endodontologie und Parodontologie. Neben aktuellen wissenschaftlichen Hintergrundinformationen werden den Teilnehmern wertvolle Tipps und Tricks für eine direkte praktische Umsetzung der Therapiekonzepte in verschiedenen Hands-On Übungen vermittelt. COMPUTERGESTÜTZTE ZAHNMEDIZIN – aktueller Stand und Einsatzmöglichkeiten von CAD/CAM Verfahren im Digitalen Workflow

Adhäsion trifft Komposit in der Front. Synergie im ästhetisch konstruktiven Kontext Dr. Uwe Blunck ZA. Ulf Krueger-Janson FR, 21. September 2018, 9:00 bis SA, 22. September 2018, 18:00 – – – –

Adhäsion trifft Komposit in der Front. Synergie im ästhetisch konstruktiven Kontext. Adhäsion und Frontzahnkomposit im High-end-Bereich. Wissenschaftliches Hintergrundwissen und praktische Konstruktionsmerkmale

Gliederung der Kursinhalte: ADHÄSIVTECHNIK – Aktueller Stand der Adhäsivsysteme – Behandlung des pulpanahen Kavitätenbodens – Reparatur / Korrektur von Restaurationen – Prüfung der Wirksamkeit von Adhäsivsystemen bei eigener Anwendung (mobile Scherkraftmessapparatur) LICHTHÄRTUNG – aktuelle wissenschaftliche Grundlagen zur Polymerisation lichthärtender Komposite

– Therapiekonzepte mit dem CEREC System: von der Einzelzahnrestauration zur Implantatrestauration (inkl. Hands-On) – komplexe prothetische Versorgungen inkl. Bisslageänderungen mit CAD/CAM Verfahren ENDODONTOLOGIE – aktueller Stand der Wurzelkanalaufbereitung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems – durch Kaukraft entstandene Zahnfrakturen aus endodontologischer Sicht – Besonderheiten und Vorteile der reziprokierenden Wurzelkanalaufbereitung – Einsatz aktueller Aufbereitungssysteme mit dem Dentalmikroskop (inkl. Hands-On) PARODONTOLOGIE – aktueller Stand des Zürchers PA-Konzepts und besonderer Berücksichtigung der Patientenmotivation – Methoden zur Verbesserung der Hygienephase – Periimplantitis Therapiekonzepte (inkl. Hands-On) Maximal 25 Teilnehmer Ort: Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, (Klinikdirektor: Prof. Dr. Thomas Attin) Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich, Plattenstrasse 11, CH-8032 Zürich Gebühr: Nichtmitglieder: 1950 €, Mitglieder: 1700 €, max. 2 Youngster nach Vereinbarung für 1000 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 31 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM

ÄSTHETIK – Lückenschluss/Matrizentechnik/Tape-Technik/Frankfurter Verschalung – direktes Kompositveneer / Stellungskorrektur/Zapfenzahn (monochromatisch) – Cut-back Verfahren zur Farb- und Schichtkorrektur – Frontzähne und deren Konturmerkmale/Formkorrektur – Übungen am Phantomkopf Den Teilnehmern wird angeboten, vor dem Seminar Fragen per E-Mail (ublunck@charite.de) an die Referenten zu stellen, die dann in den Referaten beantwortet werden. Maximal 24 Teilnehmer Ort: Charité – Universitätsmedizin Berlin CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin Aßmannshauser Str. 4 – 6, 14197 Berlin-Wilmersdorf Gebühr: Nichtmitglieder: 1250 €, Mitglieder: 1000 € max. 2 Youngster nach Rücksprache mit dem Organisator für 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


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NEUE GRUPPE in Freiburg Prof. Dr. Katja Nelson und Team (Tobias Fretwurst, Fabian Duttenhöfer, Laura Wanner, Wiebke Semper-Hogg, Tabea Flügge) FR, 5. Okt. 2018, 9.00 Uhr bis SA, 6. Okt. 2018, 16.00 Uhr PROGRAMM Freitag, den 5.10.2018 9:00-11:00 Bildgebung & Implantatplanung, 4D Oberflächenscan, Intraoralscan, MRT, DVT, 3D-Druck Schiene/unterschiedliche Implantatplanungssoftware Implantatplanung: Standardprotokoll Therapieplanung (wichtige Parameter für Therapieplanung identifizieren) 11:00-13:00 Live OP 1 Augmentation 13:00-14:00 Mittagspause 14:00-17:00 Chirurgische Methoden / Materialien Knochenphysiologie Knochenersatzmaterial Chirurgische Methoden 1 (Basics: Schnittführung, Weichgewebehandling, Zahnextraktion, interner/externer Sinuslift) Chirurgische Methoden 2 (Advanced: Bone split, vertikale/horizontale Augmentation) 17:00-18:00 Implantathardware und periimplantäre Biologie Teil 1 Dünne Implantate/Periimplantitis Implantat-Abutment-Verbindung Prothetische Methoden/Materialien

Prosthodontics and Implantology Theory and Hands on Dr. Stavros Pelekanos Dr. Ilia Roussou FR, 3. Mai 2019, 9:00 bis SA, 4. Mai 2019, 17:00 PROGRAMM: THURSDAY: „Treatment planning with implants in the aesthetic zone. Single implants, emergence profile, abutment selection and design“ „Immediate loading procedures, when and how?“ „Treatment planning in complicated cases“ FRIDAY: Occlusion and TMD. Is there a relationship? Predictable management of the full mouth restorations cases Increasing or Decreasing the Vertical Dimension of Occlusion Treating the Bruxism Patient Occlusion on implant restorations Dental pain of non dental origin

Samstag, den 6.10.2018 9:00-10:00 Implantathardware und periimplantäre Biologie Teil 2 Dünne Implantate/Periimplantitis Implantat-Abutment-Verbindung Prothetische Methoden/Materialien 10:00-13:00 Festsitzend vs. Herausnehmbar Design der festsitzenden Versorgungen/CAD-CAM Verankerungselemente herausnehmbarer Versorgungen 13:00-14:00 Mittagspause 14:00-16:00 Hands-on Übungen Bone Split / Knochenblockaugmentation/Weichgewebemanagement bei Augmentationen Maximal 20 Teilnehmer Ort: UNIVERSITÄTSKLINIKUM FREIBURG Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Hugstetter Straße 55, D – 79106 Freiburg i. Br. Gebühr: Nichtmitglieder: 1200 €, Mitglieder: 1000 € max. 2 Youngster (nach Rücksprache) 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 18 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM

HANDS-ON COURSES The making of Stabilization Appliance Face bow registration, Anterior deprogrammer – CR registration Selective grinding on casts Maximal 24 Teilnehmer KURSSPRACHE ENGLISCH Ort: National and Kapodistrian University of Athens Gebühr: Nichtmitglieder: 1000 €, Mitglieder: 900 € 2 Youngster 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 28 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 18 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM


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Nachrufe

Knud Schmidt-Diemel *15.02.1925 +07. 07.2017

Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch zu lachen. Lasst mir einen Platz in eurer Mitte, so wie ich ihn im Leben hatte.

Am 7. Juli 2017 verstarb unser verehrter Freund Knud SchmidDiemel, legendäres Gründungsmitglied und Urgestein der NEUEN GRUPPE. Bis in hohe Alter bewahrte er sich seine Jugendlichkeit, seine Spontanität und seine Agilität. Für viele war er ein “Lebenskünstler“, manchmal aber auch ein „Filou“. In seinem langen Leben hat er schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, aber nie seine Lebensfreude verloren. Nach langen Ehejahren verstarb seine Frau Ali vor mehr als vier Jahren. Er fand eine neue Lebenspartnerin. Nur wenige Wochen vor seinem Tod verstarb sie unter tragischen Umständen. Abrupt erlosch die Hoffnung auf einen gemeinsamen Lebensabend. Dennoch hatte Knud trotz aller Trauer noch immer Lebensmut. „Jetzt werde ich auch noch 100 Jahre alt“, sagte er. Bis zuletzt blieb er der NEUEN GRUPPE freundschaftlich verbunden. Für sein Ansehen und seinen Erfolg hatte er hart arbeiten müssen. Mit nur acht Jahren wurde er völlig allein von seiner Mutter nach Stuttgart geschickt. Dort besuchte er die erste Waldorfschule Deutschlands. Er wohnte in mehreren Schülerpensionen bei verschiedenen Gasteltern und war dort wohl recht unglücklich. Davon hat er selbst einmal erzählt. Kurz vor Ende des Krieges machte Knud in Marburg sein Notabitur. Eigentlich wollte er Architektur studieren. Diesen Wunsch konnte er sich aber nicht erfüllen. Stattdessen begann er das Studium der Zahnheilkunde und erhielt 1950 in Marburg die Approbation.

In den frühen Nachkriegsjahren arbeitete er als Assistenzarzt an der Westdeutschen Kieferklinik in Düsseldorf. Diese Zeit war geprägt von den Folgen des Krieges, den schwierigen Arbeitsbedingungen an der Klinik und den beengten Wohnverhältnissen. Trotz dieser widrigen Umstände wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und ließ sich in Marburg als Zahnarzt nieder. 1966 stieß Knud zur NEUEN GRUPPE. 1967 besucht er Dick Petralis und Arne Lauritzen in den USA und organsierte mit beiden für die NEUE GRUPPE Kurse in seiner Heimatstadt Marburg. Mehr als 11 Jahre lang war Knud Mitglied des Vorstandes der NEUEN GRUPPE. Von 1976 bis 1977 war er dann ihr Präsident. In seiner Person waren viele Ideale der NEUEN GRUPPE perfekt vereint: Das berufliche Engagement mit wachem Auge für das Vernünftig-Neue und die Freude am freundschaftlich kollegialen Kontakt. Vor allem die älteren Mitglieder erinnern sich sicherlich an die vielen Kurzvorträge aus den eigenen Reihen, die damals unter ihm zum wesentlichen Bestandteil der Jahrestagungen wurden. Die beiden Bad Nauheimer Jahrestagungen trugen in diesem Sinne seine Handschrift. Nicht zu vergessen sind seine launigen, von Geist und Witz getragenen Damenreden und seine unbändige Tanzleidenschaft. Das waren immer Highlights auf unseren Festabenden. Für seine vielfältigen Verdienste wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der NEUEN GRUPPE verliehen. Knud Schmid-Diemel wurde 92 Jahre alt.

GERHARD MÜTHER


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NEUE GRUPPE NEWS / Heft 43 / Herbst 2017

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In Memoriam Dr. Peter (Pit) Beyer

Am 29. Dezember 2016 hat uns – zwar schon lange krank, aber dann doch ganz überraschend – unser allseits beliebter und geschätzter Kollege und Freund Pit Beyer für immer verlassen. Die Trauer ist bei allen, die ihn kannten, unbeschreiblich. Unser tiefstes Mitgefühl gilt jedoch ob des unsäglichen Verlustes seiner lieben Kiki, seiner Tochter Katja und den engsten Verwandten. Ich selbst kannte Pit seit Anfang 1965, als ich die Einberufung zum verkürzten Grundwehrdienst erhielt und somit meine Assistentenstelle bei Charlie Przetak „verwaiste“. Als Retter in der Not erschien Pit Beyer, der erst ein paar Wochen vorher die DDR und Ost-Berlin, wo er als Assistenzarzt an der Charité arbeitete, durch den damals Aufsehen erregenden Tunnel verlassen hatte, um seine geliebte Kiki endlich heiraten zu können. Nach Ableistung meines Grundwehrdienstes arbeiteten wir dann zusammen mit Charlie Przetak in dessen Praxis. Wir alle wohnten nicht weiter als 300 m von der Praxis entfernt und so war es fast selbstverständlich, dass wir uns neben den fast täglichen abendlichen Praxisnachbesprechungen in der Bar unter der Praxis auch zu allen sonstigen Feierlichkeiten trafen. Bald kündigte sich dann bei den Beyers Nachwuchs an und im Frühjahr 1966 holte Pit seine Kiki und die kleine Katja aus dem Krankenhaus in Rheinhausen heim in die Vohwinkelallee nach Düsseldorf-Eller. (Aus der kleinen Katja ist mittlerweile eine höchst erfolgreiche Tierärztin mit eigener Praxis in Düsseldorf geworden, was Pit immer mit großem Stolz erfüllte.) Charlie Przetak hatte Kontakte nach USA, zu Günther Wunderling, seinem Studienfreund Horst Cochanski und einer Reihe an einer intensiveren Fortbildung interessierter Kollegen, die

Günther Wunderling dann anschrieb, was zu einem ersten Treffen im Rahmen der Jahrestagung der DGZMK im Oktober 1965 und schließlich zur Gründungsversammlung der NEUEN GRUPPE am 29. April 1966 in Frankfurt führte, an der auch Pit Beyer mit Charlie Przetak teilnahm, während ich daheim die Praxis betreute. Wir alle waren hochmotiviert und interessiert an allem Neuen in der Zahnmedizin – sei es die Parodontologie, die uns durch Dick Petralis und Paul Lustig aus Boston nähergebracht wurde oder die Gnathologie, für die Arne Lauritzen, Peter Thomas und Charlie Stuart standen. Pit Beyer war überall dabei – auch und besonders, nachdem er sich in eigener Praxis im Zentrum von Düsseldorf selbständig gemacht hatte – und agierte von 1981 bis 1995 als Beisitzer im Vorstand der NEUEN GRUPPE. Er war der Initiator und Organisator der beliebten Kurse im Elsässischen Lembach, die sowohl vom Kursinhalt als auch von der begleitenden Sterneküche des „Cheval Blanc“ ganz Besonderes boten und seit 1988 bis heute im Frühjahr aktuell sind. Er wurde Fellow des International College of Dentists (ICD), engagierte sich von Anfang an in der Akademie Praxis und Wissenschaft, wofür ihm 1998 von der DGZMK die „Günther-Wunderling-Nadel“ verliehen wurde. Die NEUE GRUPPE ehrte ihn, indem sie ihn 2008 zum Ehrenmitglied ernannte. Aber uns allen ist er vor allem als der unermüdliche Kontaktmensch im Gedächtnis, den man als Teil der Seele der NEUEN GRUPPE bezeichnen kann. Wir haben mit ihm einen wahrhaften Freund und außergewöhnlichen Zahnarzt verloren, der wie kaum ein anderer mit dem Geist der NEUEN GRUPPE identifiziert werden kann!

HARTMUT WENGEL


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