NEUE GRUPPE NEWS Heft 42 +++ Herbst 2016
42 2 Glückwünsche 3 Editorial 4 Die NEUE GRUPPE besteht 50 Jahre | Dr. Gerhard Müther BERICHTE: 8 49. Jahrestagung in Wiesbaden 17 Funktionsanalyse – Update Kurs Bumann 21 Minisymposium in Berlin: Allgemeinmedizin für Zahnärzte 22 Das BOPT-Konzept 23 Frühjahrstagung 2016 24 Finanz- und Vermögensplanung 28 Komplikationsmanagement und Revisionsbehandlung in der modernen Endodontie 32 Wo ist die „Okklusale Heimat“? 34 Parodontalchirurgie und Implantologie 36 Werteseminar 37 Wer sind die Youngster? 38 Neue Seminare
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Glückwünsche Ihren 80. Geburtstag feierten Alexander Gutowski am 5. Februar, Arne Hertzog am 27. Juli und Wolfram Hahn am 30. Oktober. Die NEUE GRUPPE gratuliert von Herzen und wünscht beste Gesundheit. Am 9. Mai feierte Ulrich Englert, am 18. November Hartmut Hennies, am 19. Januar Caspar Lachmann und am 26. Mai Eckbert Schulz ihren 75. Geburtstag. Herzlichste Glückwünsche! Ihren 70. Geburtstag feierten Wolfram Bücking am 14. Mai, Giesela Schultze Brauns am 7. Februar und Karl-Jürgen Schumacher am 1. Juni. Wir gratulieren herzlich! Am 17. Juni feierten Renate Bazin und am 27. Februar Wolf-Dieter Seeher ihre 65. Geburtstage. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute. Zu ihrem 60. Geburtstag gratulieren wir Gerhard Igelhaut (8. April), Timoslav Kresic (18. November), Ulf Krüger-Jansen (19. Dezember) und Brigitte Simon (1. Februar) ganz herzlich!
Impressum Copyright 2016 NEUE GRUPPE News. Herausgeber: NEUE GRUPPE, wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten. Redaktionelle Leitung: Dr. Christian Sampers Das Journal und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. www.neue-gruppe.com E-Mail: rezeption@drsampers.de Konzeption, Gestaltung und Produktion: Graphicon GmbH, Frankfurt am Main
Editorial
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016
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Editorial
Liebe Freunde und Gäste der NEUEN GRUPPE, In diesem Jahr feiern wir das 50 jähriges Bestehen unserer wissenschaftlichen Vereinigung. Ein solches Jubiläum ist immer auch ein Anlass zurückzublicken und zu fragen: Wie sind wir geworden, was wir sind? In seinem Artikel „Die NEUE GRUPPE besteht 50 Jahre“ beschreibt unser Mitglied und Freund Gerhard Müther die Geschichte unserer Vereinigung und stellt fest: „Das Ziel der NEUEN GRUPPE war und ist es zum Wohle unserer Patienten die international besten Methoden zahnärztlicher Behandlungen den Zahnärzten in Deutschland zugänglich zu machen und hierfür wissenschaftliche Kongresse, Seminare und Kurse zu organisieren. Nach Überzeugung der Gründer sind hier vor allem kleine Gruppen besonders geeignet und effektiv“. Diese NEWS zeigen, wie aktuell dieses Konzept auch heute noch ist. Die Kursberichte geben einen Eindruck von der Bandbreite und vom hohen wissenschaftlichen Niveau unserer Veranstaltungen.
Die Gründerväter sahen die NEUE GRUPPE aber nicht nur als Verein zur Organisation zahnärztlicher Fortbildungen. Sie verstanden sich als Freundeskreis, in dem die Mitglieder miteinander und voneinander lernten. Die enge freundschaftliche Verbundenheit der Mitglieder bestimmt den besonderen Charakter unserer Gruppe. Ein so kleiner Verein wie der unsere lebt nur vom Engagement seiner Mitglieder. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Engagement für die NEUE GRUPPE lohnt sich – fachlich und menschlich. Unsere Jahrestagungen und besonders unsere Kurse und Seminare bieten gute Gelegenheiten uns näher kennenzulernen. Kollegen, die sich aktiv in unseren Freundeskreis einbringen wollen, können sich persönlich bei unseren Mitgliedern und auf unsere Homepage über das Aufnahmeprozedere informieren. Wir müssen uns weiterentwickeln – inhaltlich und auch personell – damit wir die Ideen der NEUEN GRUPPE an die nächste Generation weitergeben können. Hierbei ist der Einsatz aller Mitglieder gefragt.
Ihre Brigitte Simon, Präsidentin der NEUEN GRUPPE
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Die NEUE GRUPPE besteht 50 Jahre
Die NEUE GRUPPE besteht 50 Jahre Für die NEUE GRUPPE – Wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten e.V. – ist 2016 ein bedeutendes Jahr. Mit Stolz kann diese Vereinigung auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Außenstehende zollen der NEUEN GRUPPE Respekt und Hochachtung. Gibt es doch nach Kenntnis des Autors landesweit keine berufsbezogene Vereinigung, die in Bezug auf ihren wissenschaftlichen Anspruch, ihre internationale Reputation und die freundschaftliche Verbundenheit ihrer Mitglieder über einen solchen Zeitraum auf eine gleichartige Beständigkeit zurückblicken kann. Die NEUE GRUPPE weist hier durchaus ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal auf. Viele Mitglieder der NEUEN GRUPPE haben die Entwicklung der Zahnheilkunde in Deutschland entscheidend mit beeinflusst oder geprägt. Hier soll diese Entwicklung ein wenig nachgezeichnet werden. Nach dem Kriegsende und den dann folgenden Jahren des Wiederaufbaus war in der Bundesrepublik Deutschland fachliche Fortbildung auf dem Gebiet der Zahnheilkunde schwierig. Die bis weit in die 30er Jahre reichende führende Position der deutschen Zahnheilkunde war verloren gegangen. Prägende Persönlichkeiten der zahnärztlichen Wissenschaft hatten das Land freiwillig oder gezwungenermaßen verlassen oder waren im Krieg gefallen. Auch noch Anfang der 60er Jahre wurde den jungen Zahnärzten und Zahnärztinnen an den Hochschulen ein Wissen vermittelt, das in weiten Bereichen dem neueren Erkenntnisstand im internationalen Vergleich nicht entsprach. Das Fach Parodontologie z. B. wurde nebenher in der konservierenden Zahnheilkunde „abgehandelt“. In der zahnärztlichen Chirurgie hörte man etwas über die Gingivektomie, in der Prothetik über okklusale Störungen, eventuell gar über das Kiefer-
gelenk und in der Zahnerhaltung etwas über Zahnsteinentfernung. Bei dem Studenten entstand vielfach der Eindruck: „das lass ich mal besser, das gibt nur Ärger und bringt nichts“. Der Kontakt innerhalb der niedergelassenen Kollegenschaft war reserviert, gegenseitige Hospitationen in der Praxis eine absolute Ausnahme. Wenn sich der Assistent niederließ, wurde nachts die Distanz zur Praxis abgeschritten, um zu prüfen, ob die vertraglich fixierte „Bannmeile“ auch eingehalten wurde. Zu wach war die Erinnerung an den schwierigen Wiederaufbau nach dem Krieg und zu entbehrungsreich die eigene Existenzgründung. In vielen Bereichen der Zahnheilkunde machte sich eine Atmosphäre breit, die von Stillstand gekennzeichnet war. Oftmals fehlte die Bereitschaft, sich neuen Entwicklungen zu öffnen. Andererseits berichteten junge Kollegen, die in der Schweiz oder gar in den Vereinigten Staaten ihre Assistenzzeit verbracht hatten, von zukunftsweisenden Forschungsvorhaben, von neuen Therapieverfahren und von systematisierten Behandlungskonzepten, die weit über das Bekannte hinausgingen. Dieser Umstand veranlasste Dr. Günther Wunderling aus Bad Pyrmont, einen Kreis von Praktikern, Hochschullehrern und Wissenschaftlern zu gründen, innerhalb dessen fachliche Informationen gründlicher erarbeitet, ausgetauscht und in der klinischen Anwendung umgesetzt werden sollten. Dr. Wunderling dachte zunächst an eine Art „Akademie für wissenschaftliche Mitarbeit“, einen „wissenschaftlichen Ring“ oder Ähnliches als Arbeitskreis innerhalb der DGZMK. Daraus ist eine Gruppe engagierter und kritischer Kollegen entstanden, die fachliche Kompetenz und exzellente Fortbildung anstrebt und freundschaftlich miteinander verbunden ist, eben die NEUE GRUPPE. Am 29. April 1966 konstituierte sich im Hotel Intercontinental in Frankfurt am Main die „NEUE GRUPPE – Wissenschaftliche
1968: Parodontalchirurgie und Grundlagen der intraoralen Fotografie. Einiges hat sich inzwischen verändert.
Dr. Günther Wunderling, Bad Pyrmont
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so äußerst engagierter Kollege mit dabei war. Er verfügte über beste Kontakte zu zahnärztlichen Schulen in den USA und zu angesehenen Zahnarztpersönlichkeiten. Ihm ist es zu verdanken, dass Ende der 60er Jahre hervorragende Vertreter der amerikanischen Zahnheilkunde nach Deutschland kamen, Seminare und klinische Arbeitskurse anboten und Vorträge hielten. Das Ziel der NEUEN GRUPPE war und ist es, zum Wohle unserer Patienten die international besten Methoden zahnärztlicher Behandlungen den Zahnärzten in Deutschland zugänglich zu machen und hierfür Dr. Charlie Przetak, Düsseldorf Intensive Fortbildung im kleinen Freundeskreis mit Bob Stein (1967) wissenschaftliche Kongresse, Seminare und Kurse zu organisieren. Nach Überzeugung der Gründer Vereinigung von Zahnärzten“ als wissenschaftliche Vereinisind hier vor allem kleine Gruppen besonders geeignet und gung von Zahnärzten innerhalb der Deutschen Gesellschaft für effektiv. Zahn-, Mund und Kieferheilkunde. Häufig wurden Kurse im Ausland organisiert. Was man in der Das damalige Protokoll führt u.a. aus: Welt an zahnärztlichem Fachwissen aufgenommen hatte, „Am 29. April 1966 haben sich in Frankfurt/Main 20 Zahnärzte wurde dann in kleinen Gruppen weitergegeben. Selbstlos und zusammengefunden, um eine Vereinigung zu gründen, die es großzügig nahm die NEUE GRUPPE Einfluss auf die Weitersich zur Aufgabe macht, ohne besondere Berücksichtigung entwicklung zunächst der Parodontologie, später der Gnathoeinzelner Fachgebiet im Gespräch miteinander fachliche Inforlogie und insgesamt der Zahnmedizin in Deutschland. Ihre mationen auszutauschen. Sie ist um eine Verbindung von PraProtagonisten gaben Orientierung und hatten Vorbildfunktion xis zur Hochschule und sonstigen Stätten der Forschung für viele Zahnärzte. bemüht. Das verbindende Medium ist das Gespräch und die So blieb es nicht aus, dass viele der Mitglieder ganz im Sinne Demonstration im kleinen Kreis.“ der Gründungsväter zu Lehrenden wurden und die kommuniEs war ein Glück für Dr. Wunderling und die „NEUE GRUPPE“, kative Lücke zwischen Hochschulen mit Lehre und Forschung, dass mit Dr. Charlie Przetak aus Düsseldorf von Anfang an ein
Legendär waren die von der NEUEN GRUPPE in Swampscott /USA, bei Gerald M. Kramer und Myron Nevins veranstalteten Kurse. Suchbild aus dem „Wilden Westen“: Wer erkennt Prof. Dr. Ralf Mutschelknauss, Frau Prof. Dr. Lavin Flores der Jacoby und Prof. Dr. Peter Fuchs? Wo sind Dr. Pit Beyer, Dr. Harmut Wengel, Dr. Axel Bauer und Dr. Jürgen Bretthauer?
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den ausländischen wissenschaftlichen Gruppen und dem heimischen Alltag zu schließen suchten. Neben Dr. Günther Wunderling und dem allzu früh verstorbenen Mitbegründer der NEUEN GRUPPE Dr. Charlie Przetak aus Düsseldorf sind hier sicherlich noch weitere Mitglieder der NEUEN GRUPPE als herausragende Persönlichkeit der deutschen Zahnheilkunde zu nennen: Prof. Dr. Ralf Mutschelknauss/ Stuttgart, ebenso wie Dr. Dr. Heinz Erpenstein/ Münster und Prof. Dr. Lavin Flores de Jacoby/ Marburg setzten nachhaltig innovative Impulse im Bereich der Parodontologie. Prof. Dr. Dr. Ernst-Helmut Pruin/ Bremen, Prof. Dr. Dr. Hubertus Spiekermann/ Aachen, Dr. Dr. Knut Schuppan/ Köln haben durch ihre wissenschaftliche Arbeit, ihre Publikationen, ihre internationale Vortragstätigkeit und ihre klinische Kompetenz wesentlich dazu beigetragen, die zahnärztliche Implantologie als fundiertes Therapiekonzept zu verankern. Dr. Joachim Schulz-Bongert/ Düsseldorf hat als langjähriger Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein und als dominierender Vertreter der restaurativen Zahnheilkunde unter anderem den Aufbau des Fortbildungszentrums der Zahnärztekammer Nordrhein, das heutige Karl Häupl Institut, initiiert und es zu einem bundesweiten Vorbild für die Fortbildung von Zahnärzten gestaltet. Prof. Dr. Dr. Oskar Bock/ Erlangen, Prof. Dr. Alex Motsch/ Göttingen, Prof. Dr. Axel Gutowski/ Schwäbisch Gmünd und Dr. Axel Bauer, Prof. Dr. J. Peter Engelhardt/ Düsseldorf, schufen vorausschauend wichtige Grundlagen, um die heute selbstverständliche Funktions- und Artikulationslehre in der Deutschen Zahnheilkunde zu etablieren. Dr. Hans-Henning Ohlrogge/ Aachen, Dr. Dr. Rolf Klett/ Würzburg und Heinz Mack/ München unterstützen diese Entwicklung mit innovativen, technischen Konzepten. Die aufgeführte Namensliste kann sicherlich durch die Namen der NEUEN GRUPPE-Mitglieder ergänzt werden, die auch heute federführend im Hochschul- oder im Fortbildungsbereich tätig sind. Im Laufe der Jahre stellte sich die NEUE GRUPPE weiteren Herausforderungen: Sie bezog zu berufspolitischen Fragen Stellung und kämpfte gegen staatliche Reglementierungen und unqualifizierte, öffentliche Polemik, die die wissenschaftliche Fortentwicklung in der Zahnheilkunde behindern. Einige Mitglieder engagierten sich standespolitisch und wirkten in den Zahnärztekammern oder in wissenschaftlichen Fachgesellschaften prägend mit. Zeitweise bestanden die Vorstände vieler Gesellschaften, z.B. der DGZMK, der DGP oder PZVD, überwiegend aus Mitgliedern der NEUEN GRUPPE. Auch die Gründung der APW im Jahre 1973 geht weitestgehend auf die Initiative der NEUEN GRUPPE zurück. Selbstverständlich sind auch heute noch viele ihrer Mitglieder aktiv im Vorstand oder als Referenten in der APW tätig. Vor allem aber die wissenschaftlichen Herbsttagungen der NEUEN GRUPPE sind und waren immer wieder Höhepunkte im umfangreichen Fortbildungsangebot unserer Republik. Rückblickend kann man aus heutiger Sicht an Hand der Tagungsthemen die Bedeutung erkennen, die die NEUE
GRUPPE als Vorreiterrolle bei der Einführung neuer Behandlungsmethoden hatte. Der rasante Fortschritt der unterschiedlichen Fachgebiete innerhalb der Zahnheilkunde lässt sich hier gut nachvollziehen. Waren es in der Anfangsphase der 60er und 70er Jahre gnathologische Themen und neue Verfahren zur Behandlung der Parondontopathien, so lagen die Schwerpunkte der Tagungsthemen in der 80er und 90er Jahren in den Bereichen der Implantologie, der Endodontie und den adhäsiven Restaurationstechniken, in der jüngeren Vergangenheit abgelöst durch Themen aus der digitalen Zahnmedizin. Diese Tagungen waren schon immer für viele ein Magnet und zeichneten sich durch ihre attraktiven Themen und ihre renommierten Referenten aus. Die Liste der Referenten der letzten 50 Jahre liest sich wie das Who`s Who der Zahnheilkunde. Alle waren da: Die Parodontologen: Richard Petralis, Cliff Ochsenbein, Robert Schallhorn, Gerald M. Kramer, Myron Nevins, Jan Lindhe, Store Nyman, Raul G. Caffesse, Edward P. Allen, Gianfranco Carnevale, Sandro Cortellini und Maurizio Tonetti; die Endodontologen: Franklin S. Weine und Clifford J. Ruddle; die Perioprothetiker: Ralph A. Youdelis, Morton Amsterdam und John C. Kois; die Legenden aus Funktionslehre und Gnathologie: Willy Krogh-Poulsen, Peter K. Thomas, Charles Stuart, Arne G. Lauritzen, Harry Lundeen, Robert L. Lee, Rudolf Slavicek und last but not least unsere Schweizer Freunde: Hubert E. Schröder, Peter Schärer, Klaus H. Rateitschak, Werner H. Mörmann, Carlo P. Marinello, Urs Belser, Daniel Buser und Niklaus P. Lang.
Hochkonzentrierte und praxisnahe Fortbildung mit Prof. Dr. Bernd Klaiber
1979 kam eine jährlich veranstaltete, nicht öffentliche Mitgliedertagung hinzu. Diese Tagung dient dem intensiven, persönlichen fachlichen Austausch und einem engagierten Miteinander von Mitgliedern und Familienangehörigen. Von Zeit zu Zeit ist es einfach notwendig, die fachbezogenen Fortbildungsprojekte durch andere, lebensrelevante Weiterbildungsmaßnahmen zu ergänzen. Seit 1988 trifft sich im Frühjahr ein kleiner Kreis von Mitglieder und Freunden der NEUEN GRUPPE zur traditionellen Klausurtagung im elsässischen Lembach. Es ging um Themen wie „Zeitorganisation“, „Konflikt und Sprache“, „Praxis-und Lebensführung“, „Digitalfotografie“, „Finanzplanung“ oder „Menschenkenntnis und Entscheidungsfindung“. Initiator dieser Lembach-Tagungen war unser Gründungsmitglied Dr. Peter Beyer/ Düsseldorf. Seine Aufgabe hat heute Dr. Jürgen Menn/ Hilchenbach, übernommen.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 Schon vor vielen Jahren wurde seitens der NEUEN GRUPPE ein Wissenschaftsfonds gegründet. Seine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Vorhaben im Bereich der gesamten Zahnheilkunde und ihrer benachbarten Disziplinen finanziell zu unterstützten. So wurden in der Vergangenheit schon zahlreiche Anschubfinanzierungen für Forschungsprojekte, Forschungsaufenthalte im Ausland und Kongressreisen zur Präsentation deutscher Forschungsergebnisse im Ausland maßgeblich gefördert. Die NEUE GRUPPE versteht sich nach wie vor auch als ein Freundeskreis. So wird auch verständlich, welche Bedeutung die NEUE GRUPPE im Vergleich zu anderen fachlichen Vereinigungen hat: neben ihrem wissenschaftlichen Anspruch ist es vor allem ihr freundschaftlicher und familiärer Charakter, der sich besonders bei den Frühjahrstagungen zeigt.
„Update to resective surgical techniques in periodontology“ Kurs bei Dr. Gianfranco Carnevale in Rom
Für die Aufnahme als Mitglied in der NEUEN GRUPPE wurden fachliche, ethische und menschliche Kriterien entwickelt. Sie sollen das anspruchsvolle Niveau der Mitgliedschaft gewährleisten. Nach strenger Prüfung durch zwei Bürgen können sich interessierte Kollegen und Kolleginnen als Kandidaten den Mitgliedern durch Vortrag, Praxistag und Teilnahme an Kursen bekannt machen. Entscheidend zur Aufnahme als neues Mitglied ist aber die fachliche und ethische Integrität.
Der derzeitige Vorstand der NEUEN GRUPPE Von links nach rechts: Dr. Derk Siebers, Beirat, Berlin, Dr. Britta Wengel-Buns, Generalsekretärin, Leverkusen, Dr. Christian Sampers, Beirat, Düsseldorf, Dr. Brigitte Simon, Präsidentin, Stuttgart, Dr. Raphael Borchard, Vizepräsident, Münster, Dr. Martin Heinkele, Beirat, Freiburg, Dr. Stefan Sonner, Schatzmeister, Pullach
Die NEUE GRUPPE besteht 50 Jahre
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Die NEUE GRUPPE wird sich zukünftig sicherlich neuen Herausforderungen stellen müssen und sich weiter verändern. So gab es in den vergangenen 50 Jahren mittlerweile schon zwei Generationswechsel. Die Kompetenz, der gute Geist und die Freundschaften in der NEUEN GRUPPE aber bleiben. Derzeit hat die NEUE GRUPPE 141 Mitglieder. Die Mehrzahl stammt aus Deutschland. Aber auch Mitglieder aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Italien und den Vereinigten Staaten haben zu uns gefunden. Die NEUE GRUPPE steht seit ihrer Gründung vor 50 Jahren für exzellente Fortbildung auf allen Gebieten der Zahnheilkunde. Die 50. Jahrestagung der NEUEN GRUPPE findet im Herbst dieses Jahres in Stuttgart statt. Unsere Präsidentin Dr. Brigitte Simon/Stuttgart und der Vorstand der NEUEN GRUPPE haben für diese Herbsttagung profilierte Referenten gewinnen können. Unter dem Thema “Synoptische Zahnheilkunde“ soll die immer weiter voranschreitende Spezialisierung in der Zahnheilkunde kritisch bewertet werden. Die fortschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Entwicklung neuer Materialien und Fertigungstechniken haben zu einer rasanten Entwicklung neuer therapeutischer Möglichkeiten geführt. Gleichzeitig zeigt sich eine immer stärkere Spezialisierung in der Zahnheilkunde. Die 50. Jahrestagung nimmt die gemeinsamen Schnittstellen der einzelnen Fachgebiete in den Focus und befasst sich mit dem „Synoptischen Behandlungskonzept“. Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen, am Jubiläumskongress vom 17. bis zum 19. November 2016 in der Liederhalle, Stuttgart teilzunehmen. Wer mehr über die NEUE GRUPPE erfahren möchte, kann sich allumfassend auf der Website der NEUEN GRUPPE www.neue-gruppe.com informieren.
DR. GERHARD MÜTHER Der Dank für die Unterstützung bei der Zusammenstellung dieses Berichtes gilt meinen Freunden Prof. Dr. J. P. Engelhardt und Dr. Peter Beyer.
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Berichte: 49. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Wiesbaden 29.-31.10.2015
49. Jahrestagung der Neuen Gruppe Ort: Kurhaus Wiesbaden, 29.-31.10.2015 Thema: Implantologie im atrophierten Kiefer
Vorkongress: Donnerstag, 29.10.15
Hauptkongress: Freitag, 30.10.2015
Workshop 1: Dr. Markus Schlee, Weichgewebsmanagement bei ausgedehnten Augmentationen, CAD-CAM generierte Blocktransplantate (Hands-on) Übung eines autologen Knochenblock nach der Schalentechnik vs. 3D rekonstruiertem allogenen Knochenblock, abgerundet mit Lappen- und Nahttechniken
Begrüßung durch Präsident Dr. Rathmer, M.Sc. der Mitglieder und Teilnehmer; - freut sich auf Tagung im stilvollen Ambiente des Kurhauses und lobt das starke Referentenniveau, wünscht kollegiale gute Fachgespräche - für ihn schließt sich ein Kreis, da man vor 20 Jahren schon mal in Wiesbaden war und er zufrieden sein Amt mit Abschluss dieser Tagung weitergeben kann - Animiert zum Besuch der Dentalausstellung - dankt den Industriepartnern für Ihre Unterstützung
Workshop 2: Dr. Eduardo Anitua, Surgical and prosthetic approaches preventing the risk of periimplantitis Theoretischer Kurs über die möglichst frühzeitige Vermeidung von Periimplantitis anhand der Gestaltung der Suprakonstruktion und des Abutments Workshop 3: Dr. Gerd Körner, Mikrochirurgische Techniken bei der Augmentation von Knochen und Weichgewebe, Bone Lamina Technik (Hands-on) Vorstellung diverser Patientenfälle im parodontal kompromittierten Gebiss mit aktueller Literatur unterlegt Anschließend konnte das unmittelbar Gezeigte am Schweinekiefer als auch am Schweineohr ausgiebig geübt werden; mikrochirurgische paro- und implantologische Techniken (Bindegewebs-Transplantat und Freilegungstechniken, Bone Lamina Technik) Fazit: Schlüssel für Langzeiterfolg liegt im perfekten Weichgewebe, denn ohne adäquates Weichgewebe nützt beste Hartgewebsaugmentation nichts. sehr informativ und sehr ausgedehnter praktischer Teil in der verschiedenste Techniken trainiert werden konnten. - anschließend erfolgte die Mitgliederversammlung, bei der der „neue Vorstand“ gewählt wurde - parallel fand das Youngster-Treffen statt; hier wurde ebenfalls das „Sprecheramt“ an zwei jüngere Kollegen weitergegeben; sowie Diskussion über Kommunikation/Verbindungsstelle Mitglieder vs. Youngster - Abschluss des 1. Tages: Begrüßungsabend Restaurant „Lumen“ am Marktplatz: Bei netter, geselliger und musikalisch unterlegter Atmosphäre und sehr gutem Essen Ausklang des 1. Tages
Prof. Dr. Khoury: Aktuelle Konzepte zur Augmentation mit autologem Knochen - zeigt zahlreiche „DMD“-Fälle(Destruction made by dentists); - autologer Knochen nach wie vor Goldstandard um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen - jeder Patient sollte in „Gold“(eigenen Knochen) investieren, anstatt in Mineralien die aus „Tüte“ kommen(Knochenersatzmaterialien) - möglichst lokal und minimalinvasiv entnehmen; stellt sein „biological concept of bone block grafting“ vor Fazit: ist sich bewusst, dass er mit mancher Aussage provoziert, akzeptiert auch andere Techniken die zielführend sind, Patient steht an erster Stelle Dr. Istvan Urban: GBR with particulate graft materials & membranes and Sinuslift-procedurs - Befürworter der Knochenersatzmaterialien; kombiniert diese auch mit autologem Knochen - erklärt die von ihm entwickelte „sausage technique“ (beschriebt die Membran-Stabilisierung der Augmentatpartikel, die wie eine immobile Haut wirkt in den ersten Wochen der Knochenheilung) und unterlegt diese mit zahlreiche klinischen Beispielen - weniger invasiv und weniger Morbidität für den Patienten - Grenzen sind Membrangröße und Weichgewebsverschluss Fazit: GBR auch für große Rekonstruktionen geeignet und möglich mit dem großen Vorteil des angenehmeren Patientenkomforts Anschließend Diskussion beider Referenten mit Kongressteilnehmer. Conclusio: beide Ansätze funktionieren gut in der richtigen Hand und sind bei entsprechender chirurgischer Fähigkeit für intraorale Rekonstruktion des atrophierten Kiefer geeignet.
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Dr. Markus Schlee: CAD/CAM generierte allogene Blöcke 10 Jahre klinische Erfahrung und histologische Daten - Gibt Überblick über chemischen und thermischen Herstellungsprozess des allogenen Knochenmaterials „Fresh frozen bone“ - zeigt nicht nur „Sonntagsfälle“, sondern auch Misserfolge; unterlegt auch mit histologischen Bildern - Eigene Erfahrung spielt Rolle - „Raum und Ruhe“ ist fürs Augmentat entscheidend - Bedenken hinsichtlich infektiöser und immunologischer Reaktion durch Anwendung eines Materials eines Lebensspenders nicht nachgewiesen - Komplikationsrate ähnlich dem autologen Knochen - Reduktion Kosten und Zeit Fazit: ob autolog, xenogen oder allogen, kein Material, keine Technik laut Literatur überlegen Dr. Gerd Körner: Langzeitresultate bei Implantaten im parodontal kompromittierten Gebiss - Vorstellung seiner „Road map“ mittels regenerativer, resektiver, rekonstruktiver Vorgehensweise ans Ziel zu gelangen - bringt viele Patientenfälle und animierte Videos - PA-Vorgeschichte hat Einfluss auf Langzeiterfolg am Implantat (Risikofaktor) - für Langzeitresultate ist Qualität und Quantität an Hart- und Weichgewebe notwendig Fazit: unter kritischer Entscheidungsfindung der biologischen Kapazität des parodontal kompromittierten Zahnes und Beachtung der unterschiedlichen geweblichen Voraussetzung Zahn/Implantat ist Implantation auch hier möglich Festabend: Jagdschloss Platte (Herbstwohnsitz der herzoglichen Familie von Nassau) via Busanreise - Lokation: Renaissancebau aus dem Jahr 1826 gepaart mit moderner Komponente in Form einer Glas-Stahldachkonstruktion besonderen Charme verliehen - Sehr leckeres 4-Gang-Menü - Entertainment durch Jazzpianist Martin Schmitt aus München; sehr gut für Unterhaltung gesorgt und alle Teilnehmer mitgerissen, besonders die „Dental Rhythm Boys“ - alte Präsident Dr. Rathmer gebührend verabschiedet; neue Präsidentin Dr. Simon begrüßt - Zwei neue Mitglieder in die NEUE GRUPPE aufgenommen
Samstag, 31.10.2015 Dr. Stavros Pelekanos: Single implants in the esthetic zone. Analyzing the implantat-abutment-crown complex for long-term stability and esthetic outcome - kein Implantat-Abutment Design verhindert Mikroleakage - nimmt das Implantat-Abutment nur 1 mal zum Zementieren herunter - eher schmale Implantate verwenden Fazit: Einzelimplantat im Frontzahnbereich erfordert spezielles chirurgisches und prothetisches Vorgehen für Langzeitstabilität Dr. Eduardo Anitua: Minimizing patient morbidity by using small implants and non-invasive techniques to treat severe resorption. Placing short implants to avoid augmentation in the athrophic jaw – long term clinical success rate - stellt zunächst per Video seine Praxis/Institut/Kollegen vor - gibt für atrophierten Kiefer viele Therapieoptionen; Patient sollte über alle Möglichkeiten aufgeklärt sein; Entscheidung gemeinsam treffen - hat seinen Ansatz geändert und setzt in posterioren Maxilla mittlerweile eher kurze Implantate als Durchführung einer SBEA - Bohrvorgehen entsprechend der Knochenqualität anpassen - belegt biomechanischen Ansatz, dass nur obersten Windungen Kaukraft abbekommen kein Implantat ist bei ihm länger als 7,5 mm Fazit: er selbst wählt mittlerweile die am wenigsten invasivste Methode, denn dieses Vorgehen ist seiner Meinung nach am Besten vorhersagbar Prof. Dr. Paulo Malo: State-of-the-art Rehabilitation for Total edentulous: The MALO CLINIC Protocol - rekapituliert Firmengründung/Geschichte mit allen Höhen und Tiefen und räumt Missverständnisse auf - erklärt biomechanischen Ansatz seines „All-on-4“-Konzeptes - 4 Implantate komplett ausreichend; mehr Implantate geben auch nicht mehr Stabilität - erklärt dieses Credo anschaulich anhand eines „Stuhles“ in Diskussion mit dem Auditorium - selbst Prof. Branemark hatte schon ein 4-Implantat-Konzept; er hat es nur verbessert - belegt Bedeutung der Inklination der posterioren Implantate - prothetische Superkonstruktion sollte in einem Stück sein und in gewissem Maß flexibel zur besseren Belastungsverteilung - stellt Vorteile seines Konzeptes deutlich heraus: vermeidet
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Berichte: 49. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Wiesbaden 29.-31.10.2015
Knochenaufbau, Kostenreduktion und Sofortversorgung möglich Fazit: „All-on-4“-Konzept nur für Patientenfälle entwickelt, bei denen geringes Restknochenangebot vorliegt; bei ausreichendem Knochenangebot sind andere Konzepte zu verwenden Eine gemeinsame Diskussion und Fragerunde mit beiden Referenten war leider aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr möglich. Kongressabschluss: Dank des Präsidenten Dr. Rathmer für rege Teilnahme; bedankt sich bei Industriepartnern, den Referenten und dem Quintessenz-Verlag für die perfekte Kongressorganisation. Neue Präsidentin Dr. Simon macht Vorfreude auf die 50. Jahrestagung in Stuttgart; Thema: Synoptische Zahnheilkunde; allgemeinmedizinische Ansatz wird dann mehr in den Fokus gerückt. Tombola: Dank der großzügigen Unterstützung der Industriepartner gab es im Rahmen der Jahrestagung wieder interessante Preise zu gewinnen; von Fortbildungsgutscheinen, über diverse Fachbücher, chirurgische Instrumente, … Während der gesamten Jahrestagung hatte man die Möglichkeit in der Dentalausstellung den Kontakt mit der Industrie zu suchen und sich über neuste technische Entwicklungen zu informieren; diese war auch immer sehr gut besucht. Tagungsausklang: Schloss Johannisberg, Rheingau, Weinprobe und Besichtigung des Weinkellers (habe ich leider nicht mehr besucht) Fazit der gesamten Jahrestagung: sehr gut organisierte und informative Fortbildungsveranstaltung in einem sehr stilvollem Ambiente gepaart mit sehr hochkarätigen Referenten. Bezogen auf das Kongressthema: gibt es verschiedenste Techniken um im atrophierten Kiefer zu implantieren; welches Vorgehen gewählt wird sollte je nach Indikation und Patientenwunsch sowie den chirurgischen und prothetischen Fähigkeiten entschieden werden. Die Vorfreude auf das kommende Jahr ist definitiv geweckt, denn auch der intime, freundschaftliche Charakter der Mitglieder untereinander macht die NEUE GRUPPE zu einer ganz besonderen wissenschaftlichen Vereinigung von nationalen und internationalen Zahnärzten.
Kongressbericht 2015 Wiesbaden DR. HUBERTUS KLAUS
Ein spannender Kongress im Rahmen der 49. Jahrestagung liegt hinter uns. Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden bot mit ihren prächtigen Gebäuden und ihrer klassizistischen Architektur einen ehrwürdigen Rahmen für das Thema, bei dem es ebenfalls um stabile Fundamente ging: Implantologie im atrophierten Kiefer. Zur Wiederherstellung bestehender Defekte werden Augmentate unterschiedlichen Ursprungs für die knöcherne Regeneration herangezogen. Die derzeit in der Zahnheilkunde gebräuchlichen Augmentationsmaterialien sind der autogene Knochen und alloplastisches Knochenersatzmaterial. Die Art und Weise, wie Augmentate funktionieren, hängt von deren Ursprung und Zusammensetzung ab. Die Morphologie des Knochendefektes ist dabei maßgebend für die Auswahl der rekonstruktiven Technik. Dabei wurde thematisch ein weiter Bogen gespannt von der vertikalen Augmentation des Knochens mit autologen Knochenblöcken, mit Knochenersatzmaterialien bis zu Konzepten, bei denen man vollkommen ohne Augmentation auskommen konnte. Dafür waren die erfahrensten und renommiertesten Referenten und Kollegen aus Deutschland und Europa eingeladen, um ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Vorgehensweisen vorzustellen. Auftakt im prunkvollen Friedrich-von-Thiersch Saal im Kurhaus war der Vortrag von Prof. Dr. Fouad Khoury mit dem Thema „Aktuelle Konzepte zur Augmentation mit autologem Knochen“. Prof. Khoury ist bekanntermaßen ein Verfechter des autogenen Knochens, der für ihn nach wie vor den goldenen Standard bei augmentativen Maßnahmen darstellt. Während Biomaterialien nur osteokonduktiv wirken können, hat autogener Knochen das Potential der Osteogenesis, Osteoinduktion und Osteokonduktion, um neuen Knochen unabhängig von Defektgröße oder Regenerationsqualität des Empfängerlagers zu formieren. Sowohl kleine Knochendefekte als auch umfangreiche Knochendefizite lassen sich mit Hilfe intraoral gewonnenen Knochentransplantaten rekonstruieren. Während kleinere Defekte mit lokal gewonnenem Knochenmaterial ausreichend aufgebaut werden können, wird für die Rekonstruktion von ausgedehnten Knochendestruktionen Knochenblöcke meistens aus dem retromolaren Bereich des Unterkiefers benötigt. Mithilfe von Schrauben werden dünne kortikale Blöcke auf den Knochen im Defektbereich geschraubt, die einen dreidimensionalen Raum in gewünschter Höhe rekonstruieren und mit partikuliertem Knochenmaterial aufgefüllt werden. Dabei verwendet Prof. Khoury keine Mem-
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 branen, da diese die Vaskularisierung vom umgebenden Gewebe her erschweren. Die Verwendung von tunnelierenden Techniken verringern die Schnitte, reduzieren Wundheilungsstörungen und werden besonders bei Rauchern verwendet. Bei postoperativen Expositionen und Wundöffnungen empfiehlt Prof. Khoury die Verwendung einer Schiene, unter der ein CHX-Gel appliziert wird. Diese Schiene muss einige Wochen getragen werden. Die Heilung kann durch einen photodynamischen Laser unterstützt werden. Das zweite Thema war „GBR with particulate graft materials & membranes and sinuslift-procedures“ von Dr. Istvan Urban aus Budapest. Bei der gesteuerten Knochenregeneration (Guided Bone Regeneration [GBR]) handelt es sich um Verfahren, die durch den Einsatz von Barrieremembranen die Regenerationsfähigkeit des eigenen Knochens nutzen, um verloren gegangenen Alveolarknochen wieder aufzubauen. Im Gegensatz zum Vorredner ist Dr. Urban von der Verwendung von Knochenersatzmaterialien überzeugt und nutzt diese nicht nur für horizontale sondern auch für vertikale Knochenaufbauten. In seinem Vortrag geht er auf die Probleme der chirurgischen Durchführung und damit verbundenen Komplikationen ein. Patientenselektion, Vorbereitung, präzise chirurgische Techniken und postoperatives Management sind die Schlüsselfaktoren bei der Reduzierung der Komplikationen von Knochentransplantaten. Um eine sicher vorhersagbare Durchsprossung von Blutgefäßen der Knochenaugmentation zu erreichen, sollte der Raum stabil aufrechterhalten werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Verschluss des Lappens während der Knochenaugmentation. Der Schlüssel für den Wundverschluss ist nicht nur der spannungsfreie Lappen, sondern auch die Gewebequalität und -quantität (Gewebedicke). Für all die genannten Voraussetzungen hat Dr. Urban eine neue Methode entwickelt und nennt sie „The Sausage Technique“. Dabei verwendet er eine flexible resorbierbare Kollagenmembran, die über ein Knochen-Bio-Oss-Gemisch im Mischungsverhältnis von 50% zu 50% gelegt wird und mit Pins befestigt wird. Der darunter gelegene Knochen wird von ihm vorher perforiert. Den eigenen Knochen gewinnt er durch Bone Scraping. Mit dieser Methode wird das Augmentat komplett für die initialen Wochen der Knochenreifung immobilisiert und es können auch größere Bereiche augmentiert werden. Der Knochenaufbau mit der Membran hat dabei das Aussehen einer Wurst. Um die Form des Knochens als Implantatlager noch genauer als mit Membranen in der Sausage Technique voraussagen zu können, macht sich Dr. Markus Schlee die moderne CAD/CAM-Technik zu nutze. In seinem Vortrag „CAD/DAM generierte allogene Knochenblöcke – 10 Jahre klinische Erfahrungen und histologische Daten“ beschreibt er seine Methode, deren Vorteil die genaue Planbarkeit ist. Dabei wird allogenes Knochenersatzmaterial aus Femurköpfen von Lebendspendern gewonnen, frisch eingefroren und an-
11 schließend physikalisch und chemisch behandelt. Natürlich stellt sich die Frage: Wie sauber sind die Allografts?! – Denaturierte Proteine können bleiben, sind aber im Nanobereich. Es sind keine Infektionen von Patienten bekannt und darum gelten die Allografts als sicher. Immunreaktionen sind nicht bekannt. Am Computer wird die Ziel-Form in 3D rekonstruiert und präoperativ aus den Femurknochenblock die gewünschte Form des Augmentates gefräst und später implantiert. Auch mit dieser Methode verfolgen wir das Ziel, einen immobilen Raum zu schaffen. Dabei kann die gewünschte Form des Implantalagers genau hergestellt werden, wie wir es für die spätere prothetische Versorgung brauchen. Ein Vorteil dieser Methode ist es, dass das Einsetzen des allogenen Knochens sehr schnell geschehen kann. Das Transplantat muss nicht mehr geformt oder verändert, sondern nur noch mit Schrauben fixiert werden. Damit haben wir eine kurze OP-Dauer und damit das Risiko einer bakteriellen Infektion minimiert. Eine schnelle Augmentation ist wichtig, damit weniger Bakterien auf das Augmentat kommen. Allerdings sind die Knochenblöcke schwieriger zu implantieren als partikuläres Material. Bei der Gelegenheit betont Dr. Schlee, dass das Periost nicht die bessere Membran wäre. Er empfiehlt immer eine Membran egal welchen Herstellers zu verwenden. Außerdem ist spongiöser Knochen besser als kortikaler. Dr. Gerd Körner hebt in seinem Vortrag „Langzeitresultate bei Implantaten im parodontal kompromittierten Gebiss“ als Kontrapunkt zu den anderen Referenten hervor: „Zähne erhalten! Sie können mehr als wir denken!“ Am Anfang einer Therapie stehe die Entscheidungsfindung, ob Zähne mit den aktuellen parodontologischen Therapieansätzen erhalten werden können. Bei dieser Entscheidungsfindung müssen daher die Möglichkeiten und die Langzeitresultate der parodontal therapierten Zähne mit den Langzeitresultaten von Implantaten verglichen werden. Regenerative Therapie kann die Prognose von hoffnungslosen Zähnen mit Knochendefekten ändern und verbessern. Dabei schauen wir bei der Plastischen-PAR-Chirurgie regenerativ nach der Qualität des ortsständigen Gewebes, rekonstruktiv nach der Qualität des Gewebetransfer des Weich- und Hartgewebes und resektiv nach der Kontur bei Kronenverlängerungen. Bei den hartgewebigen Augmentationen zählt Dr. Körner die partikulierte GBR für die Volumenvermehrung und Defektauffüllung, die Blocktransplantate für größere Knochendefekte und die Osseodistraktion für ausgeprägte vertikale Defekte auf. Beim Vergleich der Verfahren bei der Implantat-Überlebensrate liegt die GBR bei 95,6%, das Blocktransplantat bei 90,4% und die Distraktion bei 94,7%. Insgesamt kommt Dr. Körner zu dem Schluss, dass die Langzeitresultate von Implantaten bei Patienten mit Parodontitis mit einhergehendem Zahnverlust geringere Überlebensraten haben, höhere Peri-Implantitis-Raten haben und stärkeren Knochenverlust zeigen.
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Berichte: 49. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Wiesbaden 29.-31.10.2015
Am nächsten Morgen startete Dr. Stavros Pelekanos aus Griechenland mit seinem Vortrag „Single Implants in the esthetic zone. Analyzing the implant-abutment-crown complex for long term stability an esthetic outcome“ Einzelimplantatrestaurationen in der ästhetischen Zone erfordern oft anspruchsvolle chirurgische und prothetische Therapien, um stabile Langzeitergebnisse zu erreichen. Trotz der klinischen und wissenschaftlichen Evidence ist das klinischen Handling und der Workflow von äußerster Wichtigkeit für den Erfolg der implantologischen Restauration. Die Verbesserung des Hart- und Weichgewebes in der ästhetischen Zone ist absolut notwendig, um ein hochwertiges ästhetisches Ergebnis und ein natürliches Aussehen der Implantat-Krone zu erreichen. Das Timing, die Materialauswahl und die Art der prothetischen Restauration unterstützen das finale Ergebnis. Dr. Pelekanos gibt vier Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Implantat an: 1. eine ruhige Wundheilung, 2. eine genaue Implantat-Positionierung, 3. ein gutes Knochen- und Weichgewebs-Handling, 4. eine gute Prothetik Weiter zeigt Dr. Pelekanos die Unterschiede zwischen einem natürlichen Zahn und einem Implantat auf. Z. B. liegt die biologische Breite bei einem Zahn bei ca. 2 mm, beim Implantat hingegen bei ca. 3 mm. Bei der biologischen Betrachtung der Abutments fällt auf, dass Gold keine Bindegewebskonnetivität zeigt, Titan und Zirkon zeigen diese! Das Abutment sollte 2 mm vom Nachbarzahn entfernt sein. Dies kann durch Platformswitching erreicht werden. Geschraubte Implantat-Provisorien sind weiterhin der Goldstandard, mit denen sich optimale Emergenz-Profile kreieren lassen. Wichtig ist außerdem eine stabile Verbindung von Abutment und Implantat. Dies beeinflußt die Besiedelung und den Ausstrom von Bakterien durch Mikrobewegungen und Spaltmaße. Besonders hebt Dr. Pelekanos hervor, intraorale Zementierungen zu vermeiden („Zementitis“). Der nächste große Vortrag war von Dr. Eduardo Anitua. Er bestand aus zwei Themen: 1. „Minimizing patient morbidity by using small implants and non-invasive techniques to treat severe resortion“ und 2. „Placing short implants to avoid augmentation in the atrophic jaw – long term (10y )clinical success rates“ Was sind die am besten voraussagbaren Behandlungsweisen für vertikale Defekte?! Dr. Anitua hat eine weitere interessante Herangehensweise an den atrophierten Kiefer: Er baut ihn nicht auf, sondern versorgt ihn mit kurzen Implantaten. Anhand von vielen Studien zeigt er, dass das alte Dogma, dass 50 % des Implantates im Knochen stehen sollten und dass maximal 50 % den prothetische Aufbau ausmachen sollten, überholt ist. Kurze Implantate sind möglich, weil die Kraftübertragung nur in den oberen Gewindegängen statt findet. Je größer der Durchmesser des Implantates ist, desto weniger Gewindegänge werden belastet. Wichtig sind 1. Die Kraftverteilung, 2. Die spezifische Oberflächenporosität und 3. Die Primärstabilität.
Bei Einzelimplantaten übertragen bei vertikaler Kraft nur die ersten 3-4 Gewindegänge die Kraft in den Knochen. Bei schräger Kraft sind es die ersten 5 Gewindegänge. Ein Thema ist auch die Verblockung der Implantate. Hier empfiehlt Dr. Anitua, zwei nebeneinander stehende Implantate zu verblocken. Die Pflegbarkeit bleibt durch das Benutzen von Interdentalbürsten erhalten. Auch drei Implantate sollten verbunden werden. Dies reduziert die Tension 300-fach. Die Länge der Implantate ist also nicht mehr so entscheidend, wenn man die Implantate verbindet. Sehr wichtig ist es, die Implantate supracrestal zu setzen. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Knochens ist entscheidend. Die Behandlungsplanung sollte auch von biologischen Faktoren beeinflusst sein („Hounsfield unit scale“). Außerdem sollten die Implantate nahe des kortikalen Knochen gesetzt werden. Eine Bohrgeschwindigkeit von 50 – 125 Umdrehungen in der Minute sollten nicht überschritten werden, damit die Knochenzellen nicht absterben. Es sollte also nicht „heiß“ gebohrt werden. Für extra kurze Implantate können Bohrer ohne Spitze verwandt werden, um die volle Länge auszunutzen. Der letzte Referent des Kongresses hat noch eine weitere Herangehensweise beim atrophierten Kiefer mit der Fragestellung: Wie viele Implantate brauchen wir für eine feste Brücke in einem Zahnlosen Kiefer und vor allen Dingen: Wie können wir Knochenaufbau vermeiden?! Sein Thema: „State-of-the-art Rehabilitation for Total Edentolous: The Malo Clinic“. Die orale Rehabilitation von zahnlosen Patienten besteht aus zwei Abschnitten: dem chirurgischen und dem prothetischen. Der Chirurgische Abschnitt folgt dem „All on Four“-ChirurgieProtokoll – einer innovativen Technik, die in den 90ern in der MALO CLINIC entwickelt wurde und eine Sofortversorgung des gesamten Kiefers erlaubt. 3-4 Stunden nach dem chirurgischen Eingriff kann eine provisorische, feste Versorgung fixiert werden. Die definitive Versorgung wurde entwickelt, um eine hohe Ästhetik, Präzision und ein beständiges Ergebnis zu erreichen, indem man einem einfachen klinischen und technischen Verfahren folgt. Ziel bei der Entwicklung war es, so wenig Implantate wie möglich und so viele wie nötig zu verwenden. Dabei mussten Probleme wie Rotationskräfte, Belastung und Abstände berücksichtigt werden. Dieses System ist für Situationen im atrophierten Kiefer mit wenig Knochen und viel Platz für eine stabile Brücke. Außerdem spart man sich zwei chirurgische Eingriffe, indem man auf Knochenaufbauten verzichtet. Im ersten Augenblick klingt die Idee verrückt: 4 Implantate für einen gesamten Kiefer, dann werden die Implantate inkliniert und nicht klassisch senkrecht wie eine Zahnwurzel gesetzt und die Implantate können sofort belastet werden. Dr. Malo wurde für 2 Monate seine Lizenz entzogen und musste die heftige Kritik an seinem System widerlegen.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016
49.JT: Workshops von Dr. Schlee und Dr. Anitua
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Workshop von Dr. Markus Schlee „Weichgewebsmanagment bei ausgedehnten Augmentationen, CAD-CAM-generierte Blocktransplantate“ DR. CHRISTOPH BUBE Der Einstieg in die Thematik begann mit verschiedenen klinischen Falldokumentationen, bei denen unterschiedliche Methoden augmentativer Verfahren für Hart- und Weichgewebe eingesetzt wurden. Der Vortrag wurde sehr interaktiv gestaltet, und es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Konzepte allein schon unter den Teilnehmern war. Markus veranschaulichte klar die Problematik bei der Verwendung von dicken, massiven Blocktransplantaten aus dem Ramus mandibulae in Bezug auf Vaskularisierung und Vitalität, und die damit einhergehende Komplikationsneigung. Als Ansatz dieses Probleme zu vermeiden, wurde Schalentechnik nach Prof. Khoury demonstriert. Als zukunftsweisendes, in Hinblick auf die Vermeidung der Entnahmemorbidität sehr attraktives neues Material wurde der allogene, 3-dimensionale CAD-CAM generierte Knochenblock (maxgraft bonebuilder, Firma botiss) vorgestellt. Es wurden Vor- und Nachteile zwischen autologem und allogenem Block hinsichtlich verschiedener Aspekte (Osteokonduktivität, Osteoinduktiviät, Kosten, chirurgischer Aufwand , emotionale, ethische Aspekte des Patienten...)diskutiert. Ein Schwerpunkt des Workshops war das Weichgewebsmanagment (Mobilisierungstechniken der Lappen, Vermeidung von zu viel Spannung in der Naht, mikrochirurgische, atraumatische Vorgehensweise) welches eine entscheidende Rolle in Bezug auf Komplikationsvermeidung trägt. Am Schweineohr wurden zunächst die Nahtechniken mit mikrochirugischem Instrumentarium geübt. Markus empfiehlt die Verwendung von atraumatischer 6-0 Naht, da durch die begrenzte Zugfestigkeit eine zu starke Spannung auf den Lappen vermieden wird Im Folgenden konnten die Teilnehmer am Kunststoffkiefer auf einer Seite die Blockaugmentation mit Schalentechnik mithilfe des Piezogerätes und Mikroschrauben üben. Auf der anderen Seite wurde ein vorgefertigter maxgraft-Block augmentiert. Dabei wurden die Vorteile des letzteren Blocks in Bezug auf Handling , Adaptation Formgebung und vor allem Zeitersparnis deutlich. Im letzten Teil stellte in Mitarbeiter der Firma botiss den Workflow bei der Herstellung des Blockes vor. Nachdem der Zahnarzt DVT/ CT Daten im DICOM-Format zugeschickt hat, findet die dreidimensionale Planung des Knochenblockes unter Berücksichtigung der gewünschten Implantatposition mittels einer Planungssoftware statt. Der
Zahnarzt kann im Folgenden die Planung anhand eines 3D-PDFs prüfen, nach seiner Freigabe erfolgt dann die Herstellung. Der allogene Block wird bei einer österreichischen Knochenbank (C+TBA) in die gewünschte Form gefräst (Längen bis zu 23 mm sind möglich) sterilisiert und verpackt. Insgesamt war es ein äußerst interessanter Workshop, mit einer guten Mischung aus praktischen Hands-onÜbungen und Theorie.
How to prevent Peri-Implantitis Workshop von Dr. Eduardo Anitua „Surgical and prosthetics approaches preventing the risk of periimplantitis“ DR. BÄRBEL GARSKE
In dem äußerst interessanten Workshop stellte uns Dr. Anitua sein Konzept zur Vorbeugung der Periimplantitis vor, welches durch jahrelange Dokumentationen eigener Fälle und Studien praxisnah und gleichzeitig wissenschaftlich beeindruckend dargestellt wurde. Gleich zu Anfang nahm der Referent das Fazit vorweg: die beste Behandlung ist die Vorbeugung! Aber dafür muss der Behandler genau verstehen, was die Ursachen einer Periimplantitis sind und wie diese vermieden werden können. Und im Umkehrschluss, wie eine schon entstandene Periimplantitis vorhersagbar und effektiv behandelt werden kann, bzw. wo die Grenzen liegen. Die Diagnose Periimplantitis Die Hauptursache ist eine bakterielle Besiedelung. Hier unterscheidet der Referent zwischen einer Mucositis und einer Peri-
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Berichte: 49. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Wiesbaden 29.-31.10.2015
implantitis. Die Mucositis ist die Vorstufe einer Periimplantitis und in den meisten Fällen reversibel und sollte in diesem Stadium schon behandelt werden. Aus diesem Grund ist eine regelmäßge Kontrolle der Implantat-Patienten wichtig. Mucositis kann aber auch durch systemische Erkrankungen wie Krebserkrankungen, Lichen Planus, Sjögren-Syndrom, HIV Infektionen hervorgerufen werden. Diese Diagnosen sind vorab auszuschließen. Die Therapie Nach einer Initial-/ Hygienephase wird auch in der Therapie zwischen Mucositis- und Perimplantitis unterschieden. Fehlt bei einer Mucositis die keratinisierte Gingiva, empfiehlt der Autor ein Bindegewebs- bzw. freies Schleimhauttransplantat zur Stabilisierung und Verbreiterung. Ist genug keratinisierte Gingiva vorhanden, sollte die Dichtigkeit der prothetischen Versorgung überprüft werden, denn meist sind Mikroleckagen für eine Mucositis die Ursache. Die Periimplantitis teilt der Referent in 3 Klassen ein: 1. Knochenrückgang < 2-3 mm (3 freiliegende Implantatgewinde), kein Pusaustritt 2. Knochenrückgang durch falsche Implantatpositionierung 3. Knochenrückgang > 3 mm, Pusaustritt 1.+2. behandelt Dr. Anitua durch mechanische Politur, Abstrahlen und Ätzen der freiliegenden Implantatoberfläche. In den fortgeschrittenen Fällen (3.) rät er zur Explantation. An eigenen klinischen Beispielen dokumentierte er, dass Behandlungsversuche fortgeschrittener Periimplantitisfälle auf Dauer fehlgeschlagen sind. Obwohl die Behandlungen sehr sorgfältig und regelgerecht durchgeführt wurden, konnten über längere Zeit die Implantate doch nicht gehalten werden und mussten letztendlich explantiert werden. Denn, so der Referent, es ist unmöglich die freiliegenden Implantatgewinde so sorgfältig zu reinigen, dass es eine Bakterienfreiheit erreicht werden kann. Zur atraumatischen Extraktion von Implantaten stellte Dr. Anitua das Implantat-Extraktions-System von der Firma BTI vor. Dieses spezielle System stellt eine Extraktion von Implantatsystemen mit Innen- und Außenverbindungen sicher und ermöglicht den Erhalt des umliegenden Knochens. Fünf Extraktoren unterschiedlicher Größen stehen für die verschiedenen Systeme zur Verfügung. Entgegen des Uhrzeigersinns werden die Extraktoren in die zu extrahierenden Implantate eingedreht, und über den Extraktor das Implantat mittels einer Ratsche gegen den Uhrzeigersinn langsam heraus gedreht. Die Ratsche löst bei einem Drehmoment von 200 Ncm aus, um eine Fraktur des umgebenden Knochens zu vermeiden. Ein Set mit atraumatischen Trepanbohrern ermöglicht, durch einen ultrafeinen Schnitt der ersten 3 Millimeter, das Eröffnen im Bereich der höchsten Osseointegration bei gleichzeitigem Erhalt des umliegenden Knochens, sollte das zu entfernende Implantat mit 200 Ncm nicht heraus gedreht werden können. Die Vorbeugung der Periimplantitis Die Vermeidung einer Periimplantitis wird durch folgende Faktoren beeinflusst: - Das Oberflächendesign eines Implantates - Das chirurgische Vorgehen - Die prothetische Versorgung
Das Oberflächendesign Dr. Anitua erklärte anhand elektronenmikroskopischer Aufnahmen, histologischen Schnitten und Fallbeispielen anschaulich die Wichtigkeit der richtig ausgewählten Oberfläche eines Implantates anhand der unicCa® Oberfläche der Firma BTI. Die Oberfläche der BTI-Implantate der Serie optima® weisen je nach Implantatbereich (Halsbereich/ Kehlen/ Kamm) verschiedene Rauhigkeitsgrade auf. Auf diese Weise passt sie sich perfekt an unterschiedliche Gewebe und biomechanische Besonderheiten an, um so eine maximale Osseointegration und ein minimales Periimplantitis-Risiko gerade im Halsbereich zu erzielen. Die neue, antibakterielle Oberfläche unicCa® wurde chemisch mit Calciumionen modifiziert und wirkt wie folgt: Die CalciumIonen werden in 2 Phasen freigesetzt. Die erste Phase beginnt mit der Implantation und dauert ein paar Minuten: Koagulation an der Implantatoberfläche, Adhäsion und Aktivierung der Thrombozyten sowie Freisetzung von Wachstumsfaktoren. Durch die Bildung der Matrix im Spaltraum zwischen Implantat und Knochen wird eine sofortige Stabilität des Implantates erzielt. In der zweiten Phase wird die Calcium-Freisetzung über mehrere Monate hinweg fortgesetzt, um eine Konzentration aufrechtzuerhalten, die für die Osseointegration wesentlich ist. Diese wird beschleunigt und verbessert. Das chirurgische Vorgehen Als erstes ist die richtige Positionierung der Implantate zu gewährleisten und außerdem rät Dr. Anitua dazu, die Implantate so tief zu inserieren, dass die Gewindegänge bis zum Halsbereich vollständig im Knochen versenkt werden, um eine Periimplantitis vorzubeugen. Ein besonders interessanter Punkt ist die Endoret®Technologie, die der Referent eindrucksvoll vorstellte. Dies ist eine biomedizinische Technologie, mit dem Ziel die Geweberegeneration unter Anwendung von autologen Proteinen zu fördern und damit die Gewebeerneuerungszeit zu reduzieren. Es handelt sich um ein vollständig autologes, biokompatibles Produkt, ohne Risiko einer Abstoßung. Es kommt zur Förderung der Angiogenese, Stimulierung der Zellmigration, Verbesserung der Proliferation und Stimulierung der autokrinen und parakrinen Sekretion von Wachstumsfaktoren. Beim Endoret®-PRGF-System wird durch Blutabnahme und dessen Zentrifugation eine Separation der Plasmafraktionen erreicht. Daraus lassen sich 4 verschiedene therapeutische Formulierungen herstellen. 1. Endoret-Flüssigkeit zur Bio-Aktivierung der Implantatoberfläche 2. Koagulum 3. Anreicherung eines Transplantates mit Biomaterial 4. Fibrinmembran 1. Durch die Benetzung der Implantatoberfläche mit Endoret®Flüssigkeit, entsteht eine Fibrinmembran, die sich an die Oberfläche haftet, Wachstumsfaktoren freisetzt und dadurch die Osseointegration verbessert.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 2. Das Koagulum kann unter anderem verwendet werden für die Behandlung von post-extrahierten Alveolen zur Reduktion von Entzündung und Schmerz und beschleunigt die Epithelisation des Weichgewebes und unterstützt die Knochenregeneration. Außerdem verringert Endoret das Risiko einer Knochennekrose bei Hochrisikopatienten (z.B. Bisphosphonattherapie) und vergrößert den geformten Knochen und sichert das Überleben der Knochenzellen. 3. Die Herstellung von Transplantaten mit Endoret erleichtert die Verarbeitung des Ersatzmaterials, verbessert die osteokonduktiven, biologischen Eigenschaften von heterologen und autologen Transplantaten. 4. Mit der Fibrinmembran lassen sich unter anderem Transplantate und Perforationen der Schneiderschen Membran abdecken. Prothetische Versorgung Zum Konzept des Referenten gehört nun abschließend der absolut dichte Verschluss zwischen Implantat und prothetischer Versorgung. Er zeigte beeindruckend und nachvollziehbar wie dicht der neue BTI-Aufbau abschließt. Selbst bei einem Druck von 3 bar im Versuchsaufbau schließen die Aufbauten hermetisch ab. Die neue Beschichtung Ti Golden® verbessert nicht nur die Ästhetik durch die Lichtbrechung unterhalb des Zahnfleisches, sondern reduziert auch nachweislich die Plaqueanlagerung. Zudem ist der Verbund von Hemidesmosomen und der neuen Oberfläche verbessert, wodurch eine dichtere und biologische Versiegelung erreicht wird. Die Ti Black® Schrauben sind mit einer neuen Wolframkarbid Oberfläche beschichtet, welches ein Risiko von Schraubenlockerung und Materialmüdigkeit reduziert. Die Vorspannkraft ist ähnlich wie bei Gold, welches die Dichtigkeit des Verschlusses erhöht. Durch die Multi-IM-Distanzhülse ist dieser dichte Abschluss zwischen Implantat und Abutment gewährleistet. Die Distanzhülse verbleibt auf dem Implantat und verbindet dieses mit dem Abutment. Das hat den besonderen Vorteil, dass eventuell auftretende Ungenauigkeiten durch Abformung und Zahntechnik nicht zu Leckagen an der Implantatschulter und damit zu Periimplantitis führen kann. Dieser Bereich wird somit mit der Distanzhülse in den leicht subgingivalen oder paragingivalen Bereich angehoben. Außerdem favorisiert der Referent verblockte und verschraubte Implantatversorgungen. Fazit des interessanten Workshops ist: die beste Periimplantitisbehandlung ist deren Vorbeugung. Und wenn es doch zu einer Periimplantitis kommt, muss man sich fragen, ob die notwendigen Maßnahmen wirklich durchführbar sind und die Behandlung Erfolg verspricht oder bei fortgeschrittener Periimplantitis doch die Explantation in Betracht gezogen werden sollte. Mich hat der Workshop inspiriert, über mein eigenes Konzept im Bezug auf Periimplantitis-Vorbeugung nachzudenken und zu verbessern. Vielen Dank!
49.JT – Workshop von Dr. Körner
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Mikrochirurgische Techniken bei der Augmentation von Knochen & Weichgewebe, Bone-Lamina-Technik. Workshop von Dr. Gerd Körner DR. BABAK SAIDI
Am 29.10 eröffnete die NEUE GRUPPE ihre 49. Jahrestagung im Wiesbadener Kurhaus, das bereits Kaiser Wilhelm II zu dessen Eröffnung „das schönste Kurhaus der Welt“ nannte, mit ganztägigen Workshops. Der von Herrn Dr. Gerd Körner gehaltene Workshop – sicherlich einer der renommiertesten Parodontologen weltweit, setzte sich mit der Thematik „Mikrochirurgische Techniken bei der Augmentation von Knochen & Weichgewebe, Bone-Lamina-Technik“, auseinander. Der Workshop gliederte sich in zwei Teile, einen theoretisch-wissenschaftlichen Anteil, mit praktischen Fallbeispielen aus der Gemeinschaftspraxis Dr. Körner & Dr. Meyer-Bäumer und einem praktischen Anteil, der gerade wegen des Erfahrungsschatzes des Referenten, ein besonderes Highlight darstellte. Der systemischen Übersichtsarbeit von Tan WL et al (2012) entsprechend, kommt es in Folge einer Zahnextraktion zu einem horizontalen und vertikalen Knochenverlust. Ca. 30 % Resorption des horizontalen Knochenvolumens nach 3 Monaten und weitere 30 % nach 6 Monaten, sind feststellbar. In der Vertikalen beträgt der Knochenverlust nach 3 Monaten ca. 11% des Ursprungsvolumens und 22% nach 6 Monaten. Da das Hartgewebe die ernährende Basis des Weichgewebes darstellt, ist auch im Weichgewebe ein Volumenverlust , allerdings von „nur“ 0,5 mm bukkal und 0,4 mm lingual, feststellbar. Dieser Gewebeverlust kann über konventionelle prothetische Maßnahmen z.B. Epithesen oder herausnehmbarem Zahnersatz ausgeglichen werden. Mit den Mitteln moderner CADCAM Technik ist dies heutzutage deutlich einfacher, die künstlerische Komponente beim Ersatz von Weichegewebe mittels Kunststoff jedoch eine technische Herausforderung, wie Dr. Körner eindrucksvoll an Hand eines Patientenfalls in der Zusammenarbeit mit Dr. Coachmann beim Ersatz des Hartund Weichgewebes durch zahnfarbenen Kunststoff darstellte. In der parodontalen Therapie erfolgt der Ausgleich des Gewebeverlustes im Hart- und/oder Weichegewebe durch regenera-
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Berichte: 49. Jahrestagung der Neuen Gruppe in Wiesbaden 29.-31.10.2015
tive, rekonstruktive oder resektive Maßnahmen. Derweil die regenerativen Maßnahmen die Verbesserung der Gewebequalität zum Ziel haben, führen rekonstruktiven Maßnahmen zu einer Quantitätsverbesserung. Die Basis aller Maßnahmen ist die Infektionskontrolle des Patienten. Mittels eindrucksvoller Patientenfälle aus der Gemeinschaftspraxis Dr. Körner & Dr. Meyer-Bäumer wurde alle später zu übenden Techniken dargestellt. Die gezeigten Patientenfälle veranschaulichten eindrucksvoll, das regenerative Potential von Schmelz-Matrix-Proteinen bei interradikulärem Knochendefekt oder der Einlagerung von Knochen/Knochenersatzmaterialien bei umschriebenen parodontalen Defekten mit der Bone-Lamina-Technik. Anschaulich waren auch die dargestellten Techniken zur Rezessionsdeckung mit Bindegewebstransplantaten unter Anwendung koronaler und lateraler Verschiebelappen oder der Tunneltechnik. Dabei wurde klar, dass die Kombination aus Verschiebelappentechnik und Bindegewebstransplantaten in der Millerklasse I & II, nach wie vor den „Gold-Standard“ definiert, wobei Dr. Körner durchaus bei kleinen Defekten im Oberkiefer nur auf die Kombination von Schmelz-Matrix-Proteinen und der Verschiebelappentechnik zurückgreift. Rezessionen im Unterkiefer und umfangreichere Rezessionsdefekte im Oberkiefer, sollten jedoch dem „Gold-Standard“ entsprechend operiert werden. Studien von Cario F. et al und Harris RI. belegen, dass die Kombination aus Bindegewebstransplantaten und Verschiebelappentechniken allen anderen Kombinationstechniken überlegen ist und den größten Anteil keratinisierter Schleimhaut, mit den besten Langzeitergebnissen, liefert. Für die Integration z.B. von Implantaten in vorhandenen Strukturen ist für ein funktionell-ästhetisch ansprechendes Ergeb-
nis, der Gewebeerhalt, die Minimierung der Defekte, bzw. die Rekonstruktion der Defekte mit Optimierung des Weichgewebes und der Erhalt der Strukturen durch unterstützende Maßnahmen, unverzichtbar. Das bedeutet, bei einem Hart- und Weichgewebeverlust, zunächst der Aufbau des Hartgewebes mit ggf. anschließender Stabilisierung des Weichgewebes durch ein Bindegewebstransplantat. Der Hartgewebeverlust kann mit partikuliertem Knochen unter Anwendung der Bone-Lamina-Technik, oder der Auflagerung von Knochenringen oder Auflagerungsplastiken mit Knochenblöcken, geschehen. Ob CAD-CAM gefräste Blöcke humanen Ursprungs dabei eine echte Alternative darstellen, werden Studien noch zeigen müssen. Im praktischen Anteil des Workshops konnten die Kursteilnehmer die Bindegewebsentnahme am Schweineohr üben. Die mehrschichtige Lappenpräparation wurde dargestellt und geübt, Nahttechniken wie z.B. die durchlaufende Naht und verschiedene Ausführungen der Matratzennaht wurden dargestellt und von den Kursteilnehmern umgesetzt. Anschließend wurde das gewonnene Bindegewebstransplantat zur Defektauffüllung bei Rezessionsdeckung in Kombination mit Verschiebelappentechniken von lateral und koronal und Tunneltechnik, eingebracht. Am Schweinekiefer wurde die Bone-Lamina-Technik geübt, bei der eine native xenogene Perikard-Membran (Evolutionfine, OsteoBiol) zum Einsatz kommt, welche die Aufgabe einer zellokklusiven sowie zellintegrativen Schicht übernimmt. Kombiniert wird sie mit einer darunterliegenden Barriere-Membran als mechanische Stabilisierung des Augmentats. Dabei handelt es sich um eine 0,5 mm dünngeschliffene, kortikale Knochenlamelle (Bone-Lamina, OsteoBiol) porciner Herkunft. Diese ist nach Hydrierung ausreichend formbar, um der Defektanatomie angepasst zu werden. Abschließend konnten die Workshopteilnehmer die von Dr. Körner vorgestellte „Mäander-Technik“ üben, ein von ihm entwickeltes Verfahren, das die Verschiebung und -vermehrung von Weichgewebe peri- und interimplantär, bei der Freilegung von Implantaten in defizitärem Gewebe, erlaubt. Diese bereits 2004 auf der Frührjahrstagung der DGP von Dr. Körner vorgestellte Technik, gewährleistet durch die Präparation von palatinal der Fixturen liegenden „Fingern“, die ggf. nochmals geteilt zwischen die Implantate transponiert werden, einen gesicherterten, keratinisiertern, aufgedickten Saum der den langfristigen Erhalt der Implantate sichert.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016
Berichte: Kurs von Axel Bumann
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Funktionsanalyse – Update Kurs von Axel Bumann, 2.-3.10.2015 in Berlin
DR. DENNIS SCHALLER Zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit fanden sich 19 Mitglieder und Freunde der NEUEN GRUPPE zum Kurs „Funktionsanalyse – Update“ in Berlin ein. Wir trotzten hartnäckig dem Jubiläumstrubel in der Hauptstadt und feierten stattdessen konzentriert „27 Jahre Manuelle Strukturanalyse“ mit Prof. Axel Bumann. Nach Begrüßung durch unseren Gastgeber Derk Siebers berichteten alle Teilnehmer kurz über ihre Vorkenntnisse im Bereich Funktion sowie ihre Erwartungen an den Kurs. Prof. Bumann nutzte diese Vorstellungsrunde, um aus seinem umfassenden Repertoire ein in dieser Art einmaliges Kursprogramm zusammenzustellen. Sein Ziel war es, jungen Kollegen ein systematisches Untersuchungsprotokoll an die Hand zu geben, als auch den erfahrenen, aber von zerebraler Diffusion geplagten Zahnärzten eine Rekapitulation ihres Behandlungskonzepts zu erlauben. In seiner Einleitung griff Prof. Bumann die Statements der Teilnehmer auf. So widersprach er dem subjektiven Eindruck, die Anzahl der von CMD betroffenen Patienten würde zunehmen. Er machte deutlich, dass durch das wachsende Verständnis über CMD als multifaktorielle Erkrankung mit Auswirkungen auch außerhalb des zahnärztlichen Untersuchungsbereiches die Diagnose zwangsläufig häufiger gestellt wird. Fand früher lediglich der „Myoarthropathiepatient“ den Weg in die zahnärztliche Praxis, so werden heute auch Symptome wie Kopfschmerzen, Tinnitus, orthopädische Pathologie und viele mehr der Definition CMD zugeordnet. Zum Nachdenken brachte uns sein Kommentar zur Vorstellung vieler Zahnärzte, Funktionsdiagnostik und -therapie nicht als Schwerpunkt in ihr Praxiskonzept aufnehmen zu wollen. Er stellte klar, dass bestehende Funktionsprobleme im Kausystem vor restaurativem Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden müssen, um Therapiemisserfolge mit evtl. auch haftungsrechtlichen Folgen zu vermeiden. Speziell Patienten mit kompensierter d.h. latenter Pathologie seien nur mittels adäquater Diagnostik zu erkennen. Mit dem Beispiel, auch 01-Untersuchung oder Aufklärung seien keine Praxisschwerpunkte und würden dennoch bei jedem Patienten durchgeführt, verdeutlichte Axel Bumann, dass ein standardisiertes Protokoll zur Funktionsdiagnostik im Behandlungsalltag unverzichtbar ist. Die häufig divergente Lehrmeinung verschiedener funktionstherapeutischer Schulen und Referenten erklärte Prof. Bumann als Resultat der individuellen Interpretation (und
Kenntnis) medizinischer Fakten. Die Frage „Wer hat recht?“ sei uninteressant. Vielmehr sollten Zahnärzte selbst hinterfragen, welche Kriterien der jeweiligen Meinung zu Grunde gelegt wurden. Mit einem Zitat von Lord Thomas R. Dewar brachte uns Axel Bumann zum Schmunzeln und weckte unser Interesse für das nun folgende Kursprogramm: „Der Geist ist wie ein Fallschirm: er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.“ Bereits aus der einleitenden Vorstellung der Teilnehmer entstand der erste Programmpunkt: Bruxismus. Bis zu 90% der betroffenen Patienten nutzen das Phänomen zur emotionalen Stressbewältigung. Ein Verbot dieses Entspannungsrituals durch den Zahnarzt würde - sofern überhaupt befolgt - lediglich zur Öffnung eines anderen Ventils zum emotionalen Ausgleich führen, beispielsweise erhöhter Magensäureproduktion. Auch Okklusionsschienen können die Parafunktion von Stressbruxern nicht beseitigen. Sie verhindern lediglich die Destruktion der Zahnhartsubstanz. Okklusale Störkontakte finden sich laut Axel Bumann bei 510% der Bruxismuspatienten. Ob die ungleichmäßige Okklusion nun eigentlicher Auslöser (d.h. Korrelation) der Erkrankung ist, oder aber lediglich einen Nebenbefund darstellt (d.h. Koinzidenz), lässt sich mit einer einfachen Methode evaluieren. Um die Störkontakte zu entschlüsseln erhält der betroffene Patient eine Schiene mit planer Kaufläche, welche mittels Sandstrahlgerät mattiert wurde. Erscheint die Okklusalfläche bei Nachkontrolle erneut poliert, lag zumindest eine weitere Ursache für Parafunktion vor. Seltenere Faktoren mit Einfluss auf Bruxismus sind statische Probleme im Bewegungsapparat, welche im Kausystem kompensiert werden. Eine anatomische Besonderheit stellt der Befund einer verkürzten Gelenkkapsel dar. Im funktionellen Regelkreis führt dieser Zustand zwangsläufig zu hypertoner Kaumuskulatur. Diesen Patienten kann durch manualtherapeutische Mobilisation geholfen werden. Der häufig beobachtete kindliche Bruxismus tritt bei bis zu 80% der 7- bis 12-jährigen auf und verschwindet meist spontan. Erwachsene Bruxismuspatienten behalten diese Parafunktion bei. Im Anschluss diskutierten wir die verfügbaren funktionsdiagnostischen Mittel in der täglichen Praxis. Die Klinische Funktionsanalyse (analog GOZ 8000) wird von Zahnärzten stan-
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Berichte: Kurs von Axel Bumann: Funktionsanalyse – Update
dardmäßig erhoben und auch abgerechnet. Prof. Bumann verdeutlichte jedoch, dass die beinhalteten Leistungen Anamnese, Inspektion, Auskultation und Palpation lediglich ein vom Patienten formuliertes Problem objektiv bestätigen können. Zur präzisen Diagnosestellung liefern sie keine ausreichende Information. Als weiterer diagnostischer Schritt kann eine Instrumentelle Funktionsanalyse erfolgen. Auch hier bemängelte Axel Bumann die streng genommen fehlerhafte Terminologie: im Artikulator montierte Modelle erlauben zwar eine präzise Okklusionsanalyse, keinesfalls aber eine Funktionssimulation wie sie im Kausystem unter Belastung abläuft. Die instrumentelle Aufzeichnung von Gelenkbewegungen dient als geeignetes Mittel zur Artikulatorprogrammierung, ohne aber entscheidend zur Diagnosefindung beizutragen. Zur Interpretation von Gelenkspuraufzeichnungen mit Rückschlüssen auf die Erkrankungsursache liegt laut Prof. Bumann keinerlei wissenschaftliche Evidenz vor. Methaphorisch bezeichnete er die klinische und die instrumentelle Funktionsanalyse als „RuheEKG“ des Patienten. Mit dem Ausspruch „Auf Basis eines Ruhe-EKG verkauft Euch niemand eine Lebensversicherung!“ leitete er den folgenden Themenblock ein: sein Steckenpferd, die Manuelle Strukturanalyse (MSA). Bereits 1988 beschrieb Axel Bumann diese Vorgehensweise zur Diagnostik des Bewegungsapparates mit dynamischen Belastungstests der Strukturen, vergleichbar mit einem „Belastungs-EKG“. Hinsichtlich der Abrechnung funktionsdiagnostischer Leistungen besteht Aufklärungsbedarf zwischen Zahnarzt und Patient. Laut Prof. Bumann stellen CMD die einzige Schmerzursache dar, bei welcher Patienten in Deutschland keinen Anspruch auf kostenfreie ärztliche Leistung haben. Nach dem Sozialgesetzbuch V (SGB V) §28, Abs. 2, Satz 8 gehören funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen (= Kiefergelenkdiagnostik und Kiefergelenktherapie) nicht zur vertragszahnärztlichen Behandlung (= Kassenbehandlung) und dürfen von den Krankenkassen auch nicht bezuschusst werden. Neben der eindeutigen gesetzlichen Situation gibt es nach der aktuellen Rechtsprechung allerdings auch juristische Zwänge zur Durchführung funktionsdiagnostischer Maßnahmen vor prothetischer und kieferorthopädischer Behandlung. Nach einem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 13. Oktober 1993 (Az: 4 U 145/91) bestimmt die Ablehnung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht den zahnmedizinisch erforderlichen Standard einer zahnärztlichen Behandlung. Das Gericht führte weiter aus, dass jedem gnathologisch tätigen Zahnarzt bekannt sein muss, dass vor Beginn einer zahnärztlichen Behandlung ein Funktionsstatus unabdingbar ist. Nach einem weiteren Urteil des Landgerichts Braunschweig vom 02. Mai 2001 (Az: 2 S 916/00) ist ein Zahnarzt verpflichtet auf die Notwendigkeit von funktionsanalytischen Leistungen hinzuweisen, selbst wenn die Krankenkasse die Kosten hierfür nicht übernimmt. Dieses Gericht führte weiter aus, dass der Zahnarzt eine Versorgung/Behandlung ablehnen muss, wenn sich der Patient für eine reine Kassenleistung entscheidet. Letztlich verpflichtet somit das Patientenrechtegesetz den Zahnarzt sämtliche diagnostische
und funktionsanalytische Leistungen zu erbringen. Selbstverständlich gibt eine stringente Auslegung der Rechtslage – und damit eine routinemäßige Berechnung funktionsanalytischer Leistungen – häufig Anlass zur Diskussion mit Patienten. In der Praxis Bumann findet diesbezügliche Aufklärung grundsätzlich telefonisch vor Terminvereinbarung statt. Im Behandlungszimmer erscheinen ausschließlich Patienten, welche die „Telefon- und Rezeptionshürde“ bereits überwunden haben. Diesen Themenbereich abschließend erläuterte Axel Bumann, dass die aktuellen Richtlinien der zahnärztlichen Kunst stets von der höchsten nationalen Fachgesellschaft festgelegt und nicht etwa durch den Leistungskatalog der Krankenkassen bestimmt werden. Deutsche Zahnärzte können sich zur Indikationsstellung für funktionsanalytische Leistungen auf die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie berufen (www.dgfdt.de). Laut Prof. Bumann kann als Faustregel gelten, dass eine systematische Funktionsdiagnostik in folgenden Behandlungssituationen unabdingbar ist: a) vor prothetischer Restauration, b) vor Kieferorthopädie, c) zur Verlaufskontrolle nach Therapie (auch im Folgequartal), d) zur Ko-diagnostik bei allgemeinmedizinischen Problemen, z.B. HNO, Orthopädie. Nach dieser theoretischen Vorbereitung und kurzer Mittagspause stellte uns Axel Bumann sein Untersuchungskonzept praxisnah am Beispiel seines Vorgehens bei Patienten mit CMD-assoziierten Schmerzen vor. Besondere Bedeutung maß er dabei der strukturierten Befragung des Patienten bei, wobei der Zahnarzt klar die Gesprächsführung übernimmt. Bumann verglich die Anamnese und Diagnosefindung mit einer „Ostereiersuche“. Zielführend sei hierbei möglichst bereits im Vorfeld in Erfahrung zu bringen, auf welche Bereiche die Suche begrenzt werden kann und wie viele Eier (d.h. Symptome) überhaupt gefunden werden sollen. Drei zentrale Fragen bilden den Leitfaden beim Patientengespräch: 1. Was für Symptome haben Sie? Hier riet er uns, den Patienten nicht zu weit ausholen zu lassen und bei Bedarf zu unterbrechen. Zu diesem Zeitpunkt seien ausschließlich die aktuellen Beschwerden von Interesse, weder die Vorgeschichte noch evtl. vorangegangene Therapie. Der Patient wird ange-
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 wiesen die Lokalisation seiner Beschwerden zu zeigen. Die Frage nach dem Zeitpunkt des ersten Auftretens hat laut Axel Bumann eher psychologische Bedeutung als diagnostische Aussagekraft. Wichtig zur Dokumentation war hierbei sein Hinweis, dass es sich bei gleichartigen Beschwerden rechts und links dennoch um zwei getrennte Symptome handelt. 2. Welches ist Ihr Hauptsymptom? Der Patient wird gebeten, all seine Symptome nach Wichtigkeit ihrer Beseitigung zu einzuordnen. Dies bestimmt die therapeutische Vorgehensweise. 3. Was erwarten Sie? Bei der Frage nach der subjektiven Erwartung des Patienten ist besonders auf die Formulierung zu achten. So setzen beispielsweise „Was wünschen Sie sich von mir?“ oder „Was kann ich für Sie tun?“ den Behandler unter Zugzwang. Besser ist es, primär die Erwartungshaltung des Patienten zu evaluieren, beispielsweise mit dem Satz: „Was versprechen Sie sich von der heutigen Untersuchung?“ Entspricht die Vorstellung des Patienten einem realistisch erreichbaren Therapieziel, kann der Zahnarzt bestärkend einwirken. Ebenso könne und müsse jede irreale Erwartung bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt widerlegt oder korrigiert werden. Geschieht dies nicht, ist eine zufriedenstellende Therapie unmöglich. Hat ein Patient keinerlei Erwartungshaltung, dann hat der Zahnarzt die Möglichkeit eine erreichbare Vorstellung an das Behandlungsergebnis zu kreieren. Alle Angaben werden systematisch auf vorgefertigten Befundbögen dokumentiert, zusammenfassend wiederholt und mittels Negativausschluss erneut abgesichert. Eine zahnärztliche Untersuchung von Zähnen, Parodont und Mundschleimhaut sowie die Dokumentation aktiver Kieferbewegungen vervollständigt die Klinische Funktionsanalyse. Therapeutisch relevant werden vom Patienten beschriebene Symptome grundsätzlich nur, wenn sie reproduzierbar provoziert werden können. Wahrheitsgemäße Angaben des Patienten und korrekte Untersuchungstechnik vorausgesetzt, müssen generell alle positiven Symptome aus aktiven Bewegungen auch während passiver Belastung auftreten. Als effektives Mittel für diesen diagnostischen Schritt dient die Manuelle Strukturanalyse (MSA), sprich das „Belastungs-EKG“. Prof. Bumann setzt die MSA als absolutes Entscheidungskriterium über eine Fortsetzung der Therapie in seinen Händen ein. Ist in passiven Belastungstests keines der vorab evaluierten subjektiven Symptome feststellbar, informiert er den
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betroffenen Patienten, dass ihm zahnmedizinisch nicht geholfen werden kann. Eine Empfehlung, an welche Fachrichtung sich der Patient stattdessen wenden soll, spricht er nicht aus. Bildlich verglich Bumann den menschlichen Körper mit einem 10-stöckigen Hochhaus. Der Zahnarzt agiere als „Hausmeister für den 8. Stock“. Er könne lediglich ausschließen, dass ein überschwemmter Keller (d.h. Beschwerden) nichts mit seinem Zuständigkeitsbereich zu tun habe. Die Aussage, auf welcher Etage die Ursache zu finden ist, könne er nicht treffen. In einem kurzen Exkurs erläuterte Axel Bumann, dass ein Patient ohne reproduzierbar provozierbare Symptome nicht unbedingt zu 100% funktionell gesund sein muss d.h. absolut physiologische Strukturen aufweist. Zu Grunde legte er die hohe Adaptationsfähigkeit der bilaminären Zone, welche auch die beschwerdefreie Akzeptanz „mäßiger“ Zahnheilkunde erlaube. Werden während der MSA Symptome festgestellt, besteht Prof. Bumann auf eine korrekte diagnostische Terminologie. Erkennt der Patient seine Beschwerden beim Belastungstest wieder, spricht man von Dekompensation. Während MSA erstmals auftretende Zeichen werden als kompensiert beschrieben. Zur Auflockerung während des theoretischen Feuerwerks waren alle Teilnehmer froh, dass wir im KaVo-Fortbildungszentrum an bereitstehenden zahnärztlichen Behandlungseinheiten gegenseitig die Handgriffe der MSA schrittweise und durch den Referenten angeleitet üben konnten. Die meisten von uns zeigten sich überrascht, wie viel Kraft Axel Bumann bei dieser Untersuchung tatsächlich aufwendet. Schnell wurde klar, die MSA funktioniert nur unter folgenden Vorraussetzungen: systematische Vorgehensweise, ergonomische Sitzposition, stabile Lagerung des Kopfes sowie eindeutige Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient. So informiert der Behandler vor dem jeweiligen Test über das zu erwartende Symptom und vereinbart ein Handzeichen bei Auftreten. Die MSA setzt sich aus 20 aufeinanderfolgenden Belastungstests zusammen. Axel Bumann benötigt hierfür nur etwa zwei Minuten. Auch wenn wir Teilnehmer dieses Tempo nicht mithalten konnten, war ein Trainingseffekt deutlich erkennbar. Nach etwas Übung erschien die Untersuchungsabfolge auch für weniger Erfahrene in fünf bis zehn Minuten durchführbar. Begonnen wird mit 5 dynamischen Tests zur Überprüfung der Gelenkflächen. Der Untersuchungsparameter ist primär „Reiben“, welcher in einer getrennten Protrusions-/Öffnungsbewegung untersucht wird. Tritt ein Krepitationsbefund auf, so weist dies auf die Diagnose Osteoarthrose hin. Bei gleichzeitigen Schmerzen liegt eine Osteoarthritis vor. Differentialdiagnostisch sind zusätzlich Kompensation bzw. Dekompensation, betroffene Gelenkbahn und Seite anzugeben. Tritt das Symptom bereits während der Protrusionsbewegung auf, ist die temporale Gelenkfläche betroffen. Reiben während der Rotation spricht für Beteiligung des Kondylus. Schmerzen allein werden in diesem Untersuchungsschritt nicht als positiver Befund gewertet. Der Belastungstest setzt sich fort mit 7 passiven Kompressionen der bilaminären Zone (Gelenkspieltechniken). Diese ist laut
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Berichte: Kurs von Axel Bumann: Funktionsanalyse – Update
Prof. Bumann zu 75-85% Ausgangspunkt von Beschwerden. Die Gelenkflächen seien dagegen lediglich bei 5% der Patienten ursächlich betroffen. In diesem Schritt wird das Auftreten von Schmerzen provoziert. Reagiert der Untersuchte positiv auf Belastung, folgen stets vier Fragen: 1. Tat das weh? 2. War es nur ein Ziehen oder ein echter Schmerz? 3. Wo tat es weh? Bitten zeigen Sie es mir! (korrespondiert Schmerz mit belasteter Struktur/Seite?) 4. Ist das Ihr Schmerz? (Differentialdiagnose Kompensation/Dekompensation) Zur korrekten differentialdiagnostischen Beschreibung eines positiven Schmerzbefundes in der bilaminären Zone spricht man von kompensierter bzw. dekompensierter Kapsulitis. Zusätzlich ist der schmerzauslösende Belastungsvektor sowie die betroffene Seite anzugeben. Die Dokumentation im Befundbogen erfolgt farbcodiert in grün (keine Pathologie bzw. Adaptation), gelb (Kompensation) oder rot (Dekompensation). Der Entzündungsgrad wird in Beziehung zur aufgewendeten Kraft mit den Symbolen +, ++ oder +++ beschrieben. Weiterhin folgen 3 Translations- und 1 Traktionsbewegung zur Untersuchung der Kapsel mit angeschlossenem Bandapparat. Hierzu stützt sich der Behandler auch intraoral ab. Schmerzen bei Belastung durch Translation bedingen die Diagnose Kapsulitis. Allerdings sind bei ventraler Translation (d.h. passive Protrusion) Kapsulitis und Tendopathie der Ligg. stylo- und sphenomandibulare differentialdiagnostisch abzugrenzen. Tritt bei diesem Untersuchungsschritt ein Schmerzsymptom auf folgt eine weitere Belastung durch passive Mundöffnung. Hierbei sind die Ligamente maximal entlastet d.h. bei erneut auftretenden Schmerzen muss die Ursache in der Kapsel liegen. Tendopathien der Ligg. stylo-/sphenomandibulare beobachtet Axel Bumann vor allem bei Protrusionsknirschern und bei stark abgesunkenem Biss (z.B. „Overclosure“ bei abradierten Totalprothesen). Als abschließender, allerdings auch zeitaufwendigster Abschnitt der MSA folgen 4 isometrische Belastungstests der Kaumuskulatur. Die Anspannung wird für jeweils 90 Sekunden aufrecht erhalten. Prof. Bumann empfahl diese Wartezeit zur Überarbeitung der Dokumentation oder Vorbereitung des Patientengesprächs zu nutzen. Jeder Untersuchungsschritt im Konzept Bumann lässt sich auf dem standardisierten Befundbogen gut nachvollziehen. Überzeugend an der vorgestellten Systematik war auch, dass positive Befunde stets klar einem spezifischen Therapiekonzept zugeordnet werden können. Neben instrumenteller und medikamentöser Behandlung stellt die manuelle Therapie eine entscheidende Säule in Axel Bumanns Behandlungsspektrum dar. Mechanische Probleme wie Knacken können mit dieser Methode nicht verbessert werden. Unabdingbar ist der Manualtherapeut allerdings zur Tonusreduktion, Durchblutungsförderung und Koordinationsverbesserung. Lokale Restriktionen, z.B. die neurodynamische Störung, werden allein mit Hilfe der manuellen Mobilisation gelöst. Entscheidend für die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit ist laut Prof. Bumann die Kommunikation
zwischen den Fachrichtungen. Ein Rezept mit dem Aufdruck „6x Manuelle Therapie“ sei nicht zielführend. Erst bei präziser Diagnose und Definition des Behandlungsauftrages kann der Manualtherapeut effektiv einwirken, z.B. „6x Manuelle Therapie bei schmerzhafter Kapselhypomobilität links“. Eine Kopie des ausgefüllten Befundbogens ist Bestandteil der Überweisung. Während der umfangreichen Besprechung der Manuellen Strukturanalyse mit viel praktischer Übungszeit vergingen die zwei Kurstage wie im Flug. Die Untersuchung von Patienten mit Knackgeräuschen mussten wir auf unser nächstes Treffen mit Axel Bumann vertagen. Zum Ende präsentierte der Referent uns die Grundlagen seiner Aufbissschienentherapie. Auch hier imponierte Bumanns durchdachte und strukturierte Vorgehensweise. Die Auswahl des Therapiekonzeptes (adaptiv oder kompensativ) müsse vor Behandlungsbeginn mit dem Patienten diskutiert werden. Die Aufgaben des Aufbissbehelfs müssen vom Zahnarzt definiert und die gewünschte Kondylenposition festgelegt werden. Diese Kriterien bestimmen okklusales Design, Tragedauer pro Tag und Gesamttragedauer der Schiene. Im Rückblick boten die zwei Tage mit Axel Bumann die einmalige Gelegenheit, einem der ganz Großen im Fachbereich Funktion über die Schulter blicken und das eigene Praxiskonzept durch seine Gedanken und praktischen Tips nach Vorne zu bringen. Natürlich kann ein 2-Tageskurs nicht alle Informationen zur Funktionsdiagnostik und -therapie vermitteln. Mit seinem eindrucksvollen Weckruf hat Axel Bumann jedoch vielen von uns wieder Ansporn gegeben das Praxiskonzept zu rekapitulieren und sich wieder etwas tiefer ins Thema Funktion einzuarbeiten. Als Überraschung des Wochenendes stellte sich heraus, dass trotz ausgiebiger gegenseitiger Untersuchung der 19 Teilnehmer – wohlgemerkt vermeintlich gestresste Zahnärzte – keinerlei CMD-assoziierter Befund auffiel. Prof. Bumann erklärte dies scherzhaft mit der scheinbar flachen Lernkurve in unserer Gruppe. Näher liegt allerdings die Vermutung, dass die gesellige Teilnehmerrunde, Derks tolle Organisation, der kurzweilige Referent und der einmalige Abend in der Weinwirtschaft Lochner zur allgemeinen Tiefenentspannung geführt haben. Vielen Dank dafür! Wir sehen uns bestimmt bald wieder, in Berlin und auch bei Axel Bumann.
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016
„Berlin ist immer eine Reise wert!“ DR. DERK SIEBERS Nach diesem Motto kamen am 20. Februar 2016 viele Kolleginnen und Kollegen zum Mini-Symposium „Kompetenz nicht nur in der Zahnmedizin: ALLGEMEINMEDIZIN FÜR ZAHNÄRZTE“ ins Hotel Am Tiergarten. Veranstalter war die NEUE GRUPPE, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Die Synoptische Zahnheilkunde wird das Thema des Jubiläumskongresses vom 17.-19.11.2016 in Stuttgart sein. Bei dieser Auftaktveranstaltung im Jubiläumsjahr wurde das Thema noch weitergefasst. In seiner Begrüßung warf Dr. Derk Siebers einleitend die Frage nach der Stellung der Zahnmedizin innerhalb der Humanmedizin auf und betonte die Wichtigkeit des Selbstverständnisses der Zahnärzte als Mediziner. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Zahnärzte es sind, die statistisch gesehen, den Patienten am häufigsten zu sehen bekommen und somit eine wichtige Rolle bei der Früherkennung vieler Erkrankungen spielen. Aber auch der Erfolg der eigenen Behandlung wird, in einer immer älter werdenden Gesellschaft mit einer zunehmenden Anzahl multimorbider Patienten, entscheidend von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Kollegen der jeweiligen Facharztgruppen beeinflusst. Es sind genau diese Aspekte und die Schnittstellen mit der Zahnmedizin, die alle Referenten in ihren Vorträgen beleuchteten. Den Anfang machte Dr. Dr. Andreas Fried, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, welcher im ersten Bildungsweg Zahnmedizin studierte und somit auch diese spezielle fachliche Kompetenz in seinen Vortrag einbringen konnte. Unter dem Titel: Was gibt s Neues aus der Kardiologie für den Zahnarzt, wurde auf die Themen Endokarditisprophylaxe, NOAKs (Neue orale Antikoagulanzien), die sogenannten „Superaspirine“ und den Umgang mit möglichen Notfällen in der Praxis eingegangen. In der sich anschließenden Diskussion wurde schnell deutlich, wie groß die Bedeutung dieser Themen schon heute für den Praktiker ist. Im Anschluss referierte Frau Dr. Samia Little Elk, über die
Berichte: ALLGEMEINMEDIZIN FÜR ZAHNÄRZTE
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Schnittstelle zwischen Schlafmedizin, Psychosomatik und der zahnärztlichen Behandlung, welche sich beispielsweise in der Therapie einer lageabhängigen obstruktiven Apnoe mittels einer Unterkieferprotrusionsschiene ergibt. In der Behandlung dieser schwerwiegenden Erkrankung, die u. a. mit Atemaussetzern, Hypertonie, Übergewicht und einer stark erhöhten Unfallrate durch Tagesschläfrigkeit und Sekundenschlaf einhergeht, kann sich für den Zahnarzt, in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit einem Schlafmediziner, ein interessantes neues Betätigungsfeld auftun. Prof. Dr. Georg Maschmeyer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Klinikum Ernst von Bergmann ging in seinem Vortag detailliert auf die Bedeutung hämatologischer und infektiologischer Erkrankungen in der Zahnarztpraxis ein. Dabei machte Prof. Maschmeyer deutlich, dass auch angeborene Erkrankungen mit erhöhter Blutungsneigung, wie das von Willebrand-Jürgens-Syndrom, im Praxisalltag auch zu unerwarteten Komplikationen führen können. Den Nachmittag des Mini-Symposiums läutete Prof. Dr. Markus Jungehülsing ein, Chefarzt der Klinik für Hals-NasenOhrenheilkunde am Klinikum Ernst von Bergmann. Er hob die Bedeutung des Zahnarztes als wichtigen Diagnostiker von HNO-Erkrankungen hervor, die sich nicht selten im Mund manifestieren. Den „Blick über den Tellerrand“ auf Zunge, Tonsillen und Rachen, das Erkennen von Veränderungen der Schleimhäute, kann dabei helfen den Patienten schnell in die Hände des richtigen Facharztkollegen zu übergeben. Speziell mit pathologischen Veränderungen der Mundschleimhäute befasste sich der letzte Vortrag des Tages von Dr. Harald Ebhardt, Facharzt für Pathologie und Leiter des Zentrums für Oralpathologie in Potsdam. Wie auch schon von Prof. Jungehülsing wurde auch hier wieder die wichtige Rolle der Zahnärzte bei der Früherkennung teils schwerwiegender Erkrankungen betont und dabei auch die Wahl der richtigen Biopsiemethode erläutert. Zusammenfassend darf nach einem sehr informativen Tag mit fünf außerordentlich interessanten Vorträgen festgestellt werden, dass der Zahnarzt fest in der Humanmedizin verankert ist und eine zunehmende interdisziplinäre Zusammenarbeit im Zahnarzt-Arzt-Patienten-Verhältnis eine win-win-win-Situation darstellt.
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Berichte: Kurs von Dr. Ignazio Loi
Das Wunder von Sardinien Thema: Das BOPT- Konzept (biologisch orientierte Präparationstechnik) DR. CHRISTIAN VON SCHILCHER
Eine Zahnpräparation für eine festsitzende prothetische Versorgung kann unterschiedlich durchgeführt werden. Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze: entweder eine Präparation mit einer definierten Präparationsgrenze oder eine vertikale oder auslaufende Präparation. Letztere wurde ursprünglich für die Versorgung von Zähnen nach einer resektiven Parodontaltherapie eingesetzt. Dabei wird bei der Versorgung von parodontal gesunden Zähnen mit einer auslaufenden Präparation ohne Lappenbildung sowohl in ästhetischen als auch posterioren Bereich gearbeitet, bei der metallkeramische und Zirkonoxidversorgungen eingesetzt werden können. Mit diesem Vorgehen können bei der Stabilität der Weichgewebe klinisch hochwertige und ästhetische Ergebnisse im Bereich der Restaurationsübergänge erreicht werden, sowohl kurz- als auch langfristig (klinische Nachuntersuchung über 15 Jahre). Die BOPT (biologisch orientierte Präparationstechnik) ist im Vergleich zu anderen Präparationsmethoden (Hohlkehle, Stufe etc.) einfacher und effizienter ausführbar, von der Präparation über die Abformung, die Anpassung der provisorischen Krone und die Ausformung des Kronenprofils bis hin zur definitiven prothetischen Versorgung. (Eur J Esthet Dent 2013;8:10-24) Neugierig geworden aufgrund der Veröffentlichung im European Journal of Esthetic Dentistry führte uns im Frühjahr der Weg zu Dr. Ignazio Loi nach Sardinien, um mehr über seine Präparationstechnik zu erfahren. Der Kurs startete mit einer fulminanten Aussage: „Ich kann mit meiner Präparationstechnik das Biotyp der Gingiva verändern und verlorengegangene Papillen wachsen lassen. Auf die Frage unseres lieben Freundes Jan wie das denn ging, bekam er zunächst die Antwort: bei einem Krimi kenne man ja auch nicht den Mörder bereits in der ersten Szene. Ignazio, ein sehr stolzer Sarde, zeigte uns über die zwei Tage
spektakuläre Fälle mit perfekt erstellter Fotodokumentation, die herausragenden gingivale Verhältnisse um die von ihm eingesetzten Kronen zeigten. Bei seiner tangentialen Präparation setzt er bewusst ein Trauma der Gingiva. Die dadurch entstehende Blutung des Zahnfleisches sei entscheidend für die Ausbildung von neuem gingivalem Gewebe. Bei der Erstellung des Provisoriums achtet er besonders auf die Ausbildung einer positiven Stufe, um unter diesem „Balkon“ das Blutkoagulum zu stabilisieren. Nach der Gewebeneubildung wird nach einer gewissen Zeit das Provisorium gekürzt und somit der Balkon weiter Richtung Inzisal gelegt. Beim Einsetzen des gekürzten Provisoriums wird erneut ein Trauma gesetzt und das Gewebe folgt dem gekürzten Balkon. So entstünde neues Parodontium. Diesen Prozess wiederholt er solange bis er perfekte gingivale Girlanden gezüchtet hat. Seine präsentierten Fälle und Elektronenmikroskopaufnahmen untermauerten sein Prinzip auf beeindruckende Weise. Doch: funktioniert dieses auch in unseren Händen? Mit dieser Technik könne er sogar Wurzelzement in uneingeschränkter Menge regenerieren. Liegen also Generationen von Parodontologen falsch, die behaupten, dass sich Wurzelzement nur in geringem Umfang regenerieren lasse? Ich möchte in diesem Zusammenhang das Buch „Die provisorische Versorgung“ von Horst und Jürgen Dietrich erwähnen, in dem sie 2002 bereits ein ähnliches Prozedere detailliert beschrieben haben. Nun: war es das Wunder von Sardinien? Für mich nicht. Ich glaube nicht, dass der Gingivatyp dauerhaft verändert werden kann und eine uneingeschränkte Regeneration von Wurzelzement möglich ist; besonders nicht durch ein Provisorium. Dennoch unterstreicht dieser Kurs die Wichtigkeit – besonders wenn es um eine Harmonisierung einer gingivalen Girlande im Frontzahnbereich geht – der Verwendung eines Langzeitprovisoriums. Auch lohnt es sich, sich Gedanken zu machen, ob die Präparation einer Hohlkehle immer sinnvoll ist, oder ob es Situationen gibt, bei denen eine tangentiale Präparation vorzuziehen ist. Die Idee eine positive Stufe bei der Anfertigung von Kronen zu konstruieren ist sicherlich richtig, da die natürliche Schmelzzementgrenze im eigentlichen Sinne auch eine positive Stufe darstellt. Aber brauchen wir für den Gedanken ein neues Präparationskonzept? Besonders durch unsere neuen Keramiken – die
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 chemisch dem Schmelz ähnlicher sind als Metalle, und dem Gedanken, dass der Zahnschmelz dem Dentin aufgelagert ist und somit es natürlicherweise zu einer Stufenbildung kommt, arbeiten wir in gewisser Weise regelmäßig mit der Idee des BOPT Konzeptes. Tatsache ist sicherlich auch, dass eine Tangentialpräparation zahnsubstanzschonender ist als eine Hohlkehl- oder Stufenpräparation. In der Implantatprothetik haben wir auch gelernt in einem gewissen Rahmen die Gingiva um das Implantat zu konditio-
Berichte: Frühjahrstagung 2016
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nieren. Warum soll dies nicht bei natürlichen Zähnen funktionieren? Neben den fachlichen Ausführungen bot sich in gewohnter Weise der Rahmen für private Gespräche. Wir alle haben uns gefreut zusammen mit unseren Zahntechnikern/-innen einen gemeinsamen Kurs besuchen zu können. Ignazio führte uns die Spezialitäten der sardischen Küche vor, welche geprägt ist durch die klassische mediterrane Küche gespickt mit Gewürzen aus dem afrikanischen Kontinent.
Frühjahrstagung 2016 Ein „Familientreffen“ der sonnigen Art in Stuttgart
ZA. CHRISTIAN SOMMER Vom 5.5. – 7.5.2016 folgten zahlreiche Youngster, Kandidaten und Mitglieder der NEUEN GRUPPE der Einladung in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Bei schönstem Frühlingswetter gab es das Zusammentreffen im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin, welches sich direkt gegenüber der Großbaustelle des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofes befindet. Diese sehr zentrale Lage machte es möglich, dass fast alle Programmpunkte, die in den nächsten Tagen auf uns warten sollten, bequem zu Fuß oder schnell mit dem Bus zu erreichen waren. Nach den ersten begrüßenden Gesprächen mit großer Wiedersehensfreude und einer leichten Stärkung folgten die Mitgliederversammlung sowie das Youngstertreffen. Nach Beendigung dieser ersten Programmpunkte schloss sich ein gemeinschaftlicher Spaziergang durch die Stuttgarter Innenstadt zur schwäbischen Weinstube „Kachelofen“ an, welche eigens an diesem Abend für die Mitglieder der NEUEN GRUPPE und die so zahlreich mitgereisten Ehepartner und Kinder, ihre urigen Türen öffnete. Neben den saisonalen und regionalen Speisen und gutem Wein, trug das gemütliche Ambiente viel zu der fröhlichen Stimmung und den vielen angeregten Gesprächen bei. Fester Bestandteil dieses Abends war natürlich auch wieder die Vorstellung der neuen Youngster. Das wissenschaftliche Programm, beginnend am Freitagmorgen, bot den Anwesenden interessante Vorträge aus vielfältigen Bereichen der Zahnmedizin. So stellte etwa Frederike Menn in ihrem Kandidatenvortrag ihr Konzept für die Parodontalbehandlung in der „tiefsten Provinz“ vor. Christian Rupp und Tim Joda griffen in ihren Vorträgen hingegen implantologische Themen auf. Auch die Endodontie sollte nicht zu kurz kommen und somit folgte Stephan Gäbler mit seinen Ausführungen zur Fragmententfernung mittels Loop-Technik und der Vorstellung
des von ihm mitentwickelten Fragremovers. Nach dem Mittagessen ging es dann wieder implantologisch zu und Dr. Martin Bonsmann und Dr. Sebastian Becher referierten über Komplikation im Bereich des Hart- und Weichgewebes. Alle Vorträge boten ein hohes wissenschaftliches Niveau und bildeten den Grundstein zu intensiven Gesprächen und fachlicher Diskussion mit und innerhalb der interessierten Zuhörerschaft. Unter dem Motto „Dinner and Dance“ stand dann der Freitagabend im Restaurant „Amici“ und diesem wurde dann auch Folge geleistet. Im modernen Ambiente folgte dem guten Essen im Erdgeschossen, zum späteren Zeitpunkt die gute Musik in der ersten Etage. Der Samstagvormittag bewegte sich dann etwas außerhalb der gewohnten Trias aus „Zahn, Mund und Mensch“ und die Philosophin Dr. Rebekka Reinhard stellte Rezepte für ein erfülltes und glückliches Leben vor. Wie immer wurde auch diesmal wieder mit viel Ideenreichtum ein interessantes Rahmenprogramm zusammengestellt. Zu den vielfältigen Unternehmungen zählte ein Besuch der berühmten Wilhelma und der Staatsgalerie, eine Führung durch das Daimler-Benz Museum sowie über die Baustelle von „Stuttgart 21“ und eine Fahrt zum Residenzschloss nach Ludwigsburg. Die Frühjahrstagung fand dann mit den verbliebenen Teilnehmern im Restaurant „Cube“, das sich im Top Floor des Kunstmuseums befindet und einen faszinierenden Blick über das abendliche Stuttgart und auf das Schloss bot, einen sehr stimmungsvollen Abschluss. Lange muss Stuttgart aber nicht warten bis zu einem erneuten Besuch der NEUEN GRUPPE – Also „Bis bald!“ – zur 50. Jahrestagung im November.
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Berichte: Kurs von Dr. Richter – Finanz- und Vermögensplanung
Finanz- und Vermögensplanung für Freiberufler Kurs von Dr. Jörg Richter 15./16. April 2016 Cheval blanc, Lembach/Frankreich DR. MARCUS SIMON Seit Jahren trifft sich in der Zeit um Ostern eine Gruppe von Mitgliedern, Freunden und interessierten Kolleginnen und Kollegen im beschaulichen Ort Lembach/Frankreich, um Themen außerhalb des zahnmedizinischen Fokus von kompetenten Referenten in gemütlichem und kulinarisch perfekt umrahmten Ambiente des „Cheval Blanc“ aufzuarbeiten. Dieses Jahr hatte Dr. Jörg Richter, Geschäftsführer des Instituts Dr. Richter | IQF und der Dr. Richter | Kanzlei für Vermögen, Hannover, die Möglichkeit seine vor knapp 12 Jahren in Lembach vorgestellten Strategien auf Aktualität und Nachhaltigkeit zu prüfen und zu diskutieren. Warum hatte dieses Seminar für alle Kolleginnen und Kollegen einen hohen Impact ? Wir Zahnärzte gehören nach wie vor zu einer einkommensprivilegierten Schicht in diesem Land. Dies kann zum einen Chancen für eine gesunde finanzielle Struktur der Absicherung und Altersvorsorge bedeuten, birgt aber auch Gefahren mit sich, die bei schlechter Beratung und Management sehr schnell in eine existenzielle Bedrohung umschlagen können. Hervorzuheben wären beispielweise die Entwicklung unserer Versorgungswerke, welche in den letzten Jahren in Niedersachsen und Berlin Abschläge von bis zu 20% realisieren mussten oder die früher oft empfohlene Tilgungsaussetzung in Kombination mit einer Kapitallebensversicherung bei Praxisund/oder Immobilienfinanzierung . Als Zahnärzte sind wir ausgebildet und spezialisiert auf 4 mm2 überwiegend extrem fokusiert zu arbeiten; d.h. die Welt außerhalb (hier: die Finanz- und Vermögenswelt) erschließt sich für uns oftmals nur durch Selbststudium am Feierabend und durch empirische Erfahrungen. Diese waren i.d.R. bei den meisten sowohl positiv, als auch negativ. Aber so richtig professionell sind sie oft nicht. Menschen neigen bei der Kapitalanlage zur Selbstüberschätzung. Und wenn wir uns haben beraten lassen, dann war das in den seltensten Fällen neutral oder „stets zu Ihrem Vorteil“. Deshalb war dieses Seminar wichtig für die Einschätzung der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten und den sich daraus ableitenden Empfehlungen für ein übersichtlicheres und strukturiertes Finanz- und Vermögensmanagement. Inhaltlich waren die 1 ½-Tage folgendermaßen gegliedert: - Alles anders ? - Blick in die Welt nach der Finanzkrise - Alles hat seine Zeit - Lebensphasen eines Freiberuflers 1 + 2 - Wie soll heute angelegt werden ? - Gute Vermögensstrategien - Was ist sonst noch wichtig ?
Alles anders ? Zu Beginn referierte Jörg Richter über die Ursachen, Erkenntnisse der letzten Finanzkrise und sich daraus ableitend zu empfehlende Investitionsmuster am Markt. Unumstritten ist die Tatsache, dass über die zunehmende globale Vernetzung in der Finanzwelt alles sehr viel schneller und unkontrollierter realisiert werden konnten. Ergebnisse aus diesem handeln im Millisekunden-Takt, anfangs von einzelnen, später von vielen Bankhäusern und Finanzjongleuren, war eine unkontrollierbare Welle von verbrannten Krediten und Investments, die das Klima zwischen den Banken und den Staaten untereinander erheblich beeinflussten. Folge von solchen Geschehnissen ist immer, ein massiv gestörtes Vertrauensverhältnis durch die Suche nach den Schuldigen und die Tatsache, dass die Defizite Einzelner wieder von der Masse aufgefangen werden müssen. Die nachgeschobenen finanzpolitischen Ordnungsversuche der Notenbanken verschärfen jetzt die Situation für die Kapitalanlagen. Einen Hauptanteil an der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Zusammenhänge hat, laut Richter, vor allem der Norwegische Staatsfond, weltgrößter Staatsfond mit einem zu verwaltenden Vermögen von ca. 750 Milliarden Euro. Hier fand auch ein Detailblick auf die bestehenden globalen Risiken statt. Diese Risikoübersicht zeichnet die sich beschleunigende Welt in vielen Facetten (geopolitisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, ökologisch und technisch). Globale Risiken, welche die meiste Besorgnis erregen: (Global Risks 2015, World Economic Forum)
Fazit: Es sind zahlreiche Risiken vorhanden. Es ist nicht möglich, sich diesen Risiken zu entziehen. Eintrittszeitpunkte sind nicht vorhersagbar. Risiken gehören zur Welt und Risiken wirken sich auf den Kapitalmärkten in Kursschwankungen aus. Die Schwankungen werden zur Normalität. Das bedeutet:
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 1. Der klassische Mechanismus, dass in der Höhe des Zinses das Risiko des Wertpapiers eingepreist ist, ist durch die Notenbanken außer Kraft gesetzt. Der Zins drückt bei nahezu allen Anleihen nicht mehr das Risiko aus, das tatschlich in ihnen verborgen ist. 2. Die negativen Überraschungen sind daher eher bei Anleihen als bei Aktien zu erwarten. 3. Allerdings gibt es aufgrund des niedrigen Zinsniveaus auch eine weitere „Verfälschung“. Die Preise für andere Kapitalanlagen wie Aktien, Immobilen und Spezialwerte sind z.T. deutlich überteuert. 4. Es ist fraglich, ob z.B. der höhere Kauffaktor bei Mietobjekten langfristiger Natur ist. Dies ist bei Kaufentscheidungen zu berücksichtigen. 5. Große Kapitalmarktrisiken und Kursverluste sind dann zu erwarten, wenn die Marktteilnehmer die Auswirkungen nicht einschätzen können. Tritte in Risiko mehrfach ein und sind Erfahrungen vorhanden, reagieren die Börsen „gelassener“ (Terror/Griechenland). Daraus lassen sich die ersten Regeln für einen sicheren Vermögensaufbau ableiten: 1. Priorisiere Aktien (=Unternehmenswerte) und Immobilien, weil sie „Sachwerte“ sind. 2. Kunst, Oldtimer und ähnliche Sachwerte sind dagegen „Spezialinvestments“, die nur mit Sachverstand, Engagement und „Liebe“ als Kapitalanlage geeignet sind. 3. Vermeide Geldwerte, insbesondere, wenn sie höhere Ausfallrisiken beinhalten. 4. Gold ist und bleibt „letzte Instanz“ in unsicheren Zeiten. 5. Letzte Instanzen sind voraussichtlich (!) Staatsanleihen der „safe haven“ USA und Deutschland (trotz hoher Staatsverschuldung), sowie die Anleihen rohstoffreicher Länder wie Norwegen, Australien, Kanada 6. Streue Dein Vermögen auf möglichst viele Vermögensklassen 7. “Bleib liquide!“-Liquidität gibt ausreichend Handlungsoptionen in turbulenten Zeiten. 8. Kosten sind ein großer Renditekiller. Verzichte auf aktives Management, sondern investiere wirtschaftlich. 9. “Denke das undenkbare“ insbesondere bei höheren Verschuldungsgraden, z.B. vollständiger Ausfall von Mieteinnahmen über mehrerer Monate oder BU-bedingter Ausfall von Einkünften. Anmerkungen zu Gold: sog. Tafelgeschäfte (Bargeld gegen Gold ohne Registrierung) sind zur Zeit noch bis zu einer Höhe von 15 Tsd. EURO möglich. Bestimmter Goldkauf von Münzen und/oder Barren zu Anlagezwecken ist Mwst.-befreit, dagegen Silber und Platin nicht. Außerdem ist der Verkauf von physischem Gold nach mindestens 12 Monaten steuerfrei. Veräußerungsgewinne von Gold-Wertpapieren sind hingegen steuerpflichtig. Alles hat seine Zeit Mit dem Terrassen- oder Brunnenmodell wurde der den ver-
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schiedenen Lebensphasen geschuldeten systematischer Vermögensaufbau erklärt. (s.a. http://terrassomat.dia-vorsorge.de/)
Auch hier sind die persönlichen Lebensrisiken ein entscheidender Parameter für Erfolg oder Misserfolg. Am häufigsten überschätzt werden externe Faktoren (Autounfall, Gewaltverbrechen etc.). Am häufigsten unterschätzt werden Risiken wie Krankheit und persönliche Lebensführung. Hier gab Herr Richter einen Überblick zu den aktuellen Absicherungen für die Arbeitskraft. Hier wurde deutlich, dass es auch in diesem Thema mehr Information im Detail benötigt. Je nach Risikoabdeckung sinken die Eintrittswahrscheinlichkeiten bzw. definierte Eintrittsfelder mit den Kosten: eine Berufsunfähigkeit deckt den größten Bereich ab, ist aber auch am kostenintensivsten. Danach folgen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, schwere Krankheiten-Versicherungen (Dread Desease) und Grundfähigkeiten-Versicherungen, z.B. auf Rentenbasis. Allgemeine Anmerkungen zwischendurch: - Prinzipiell wurde empfohlen Privat- und Geschäftskonten in unterschiedlichen Häusern zu pflegen. - Früher waren Schulden gut, heute sollte man eher schnell tilgen - CAVE: Gemeinschaftskonten von Eheleute können eine steuerpflichtige Schenkung innerhalb der Ehe auslösen. Das passiert z. B., wenn Einnahmen, die aus der Praxis kommen, auf das Gemeinschaftskonto eingezahlt werden. Durch güterrechtliche Lösungen (z. B. sog. „Güterstandsschaukel“) ist das Thema „heilbar“, bedarf aber eines Experten. - Auch sollten die Beiträge für RLV/KLV immer vom Konto des Versicherungsnehmers beglichen werden. Dann bleiben die Erlöse im Todesfall der versicherten Person erbschaftssteuerfrei. Anders ist dies, wenn der Versicherungsinhaber (Versicherungsnehmer) und die versicherte Person identisch sind. Dann fällt die Versicherungssumme in den Nachlass und erhöht damit die steuerpflichtige „Erbmasse“. Wie sollte heute angelegt werden ? Hier wurden die folgenden Aussagen als Basis für eine wissenschaftlich fundierte Investmentstrategie für elementar erachtet:
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Prognose: Die Investmentstrategie basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass es in funktionierenden („effizienten“) Kapitalmärkten keinen Informationsvorsprung gibt, der sich wiederum langfristig- zu einer „Mehrrendite“ („Outperformance“) umwandeln lässt. Selbstüberschätzung: Es ist daher Glück und temporäres, kein andauerndes Geschick eines Vermögensverwalters, bessere Renditen als der Markt zu erzielen. Die Suche nach diesen Vermögensverwaltern ist aber erfahrungsgemäß mit hohen Kosten verbunden und führt zu einem Managerrisiko. Daher ist es sinnvoll -vereinfacht ausgedrückt- „in den Markt zu investieren“. Aktien und Anleihen stellen in ihrer Gesamtheit regelmäßig Renditen als Gegenleistung für eingegangenes Risiko zur Verfügung. Ziel muss es daher sein, diese Erkenntnis umzusetzen und die Wertpapieranlage besonders günstig und auf Basis anerkannter, wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse zu tätigen. Bei der Auswahl des Investments in Wertpapiere achtet Herr Richter auf diese Grundsätze: 1. Diversifikation ist unverzichtbar: Deshalb ist eine sehr breite Streuung unverzichtbar 2. Risiko und Rendite sind untrennbar miteinander verbunden 3. Die Märkte funktionieren: In den Märkten werden alle Informationen sofort in Kursen verarbeitet 4. Es gibt wissenschaftlich gesicherte „Renditefaktoren“, die der Markt zur Verfügung stellt und die systematisch abgeschöpft werden können. 5. Anstieg und Rückgang der Börsenkurse sind nicht vorhersagbar 6. Die Kosten sind ein – häufig vernachlässigter – entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Kapitalanlage.
Die Basis der Aktienanlage bildet der weltweite Aktienmarkt weitgehend abgebildet MSCI World Index (1900 größte Aktiengesellschaften der Industrieländer) und den MSCI Emerging Markets Index (größte Aktiengesellschaften der Entwicklungsländer). Dadurch kann die sog „Marktprämie“ abgeschöpft werden, die der Anleger dafür erhält, dass er das Aktienmarktrisiko eingeht. Weitere langfristig abschöpfbare Prämien sind von der Wissenschaft lokalisiert worden: Small-Cap-Prämie (Small), Profitabilitätsprämie (Quality) und Value-Prämie (Value). Über diese Prämienarten liegen wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Über die Momentum-, Dividenden- und Minimum Volatilität-Prämien gibt es zwar ausreichend Daten, aber die Wissenschaft ist sich noch uneins über die Gründe für diese Prämien. Je nach dem welche Prämie für die Anlagestrategien bevorzugt werden soll, kann das Depot entsprechend zusammengestellt werden. Das „Rein und Raus aus den Märkten“-Problem: Jeder Börsentag kann Renditeprämien bringen, jedoch ist nicht vorhersagbar, an welchen Tagen / Jahren dies passiert. Deshalb ist ein ständiges Verändern der Investitionen ein „Renditekiller“. Als Anleger in Wertpapiere (Aktien/Anleihen) ist ein Horizont von 30 Jahren als sinnvoll zu erachten. Allerdings gilt das Prinzip der z.T. jährlichen Rebalancierung; d.h. in Schwächephasen wird die Aktienquote wieder aufgefüllt, in starken Marktphasen die Aktienquote wieder „reduziert“. Dies gilt, wenn die Aktienquote durch Kursgewinne die strategische Quote deutlich überschritten hat. Dies führt zu einem Mehrgewinn für den Anleger, selbst wenn der Aktienmarkt unterm Strich keinen Gewinn gemacht haben. Die z.Zt. einfachste und günstigste Wertpapieranlage stellen die sog. Indexfonds (ETF s=Exchange Traded Funds). Die Vorteile dieser offenen Investmentfonds sind:
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 - Geringe Kosten (keine Ausgabenaufschläge) - Hohe Flexibilität bzw. Liquidität (permanenter Handel auch tagesaktuell) - Kein Emittentenrisiko (das Vermögen des ETF ist getrennt vom Emittenten) - Hohe Transparenz (bilden Index nach Regeln ab, Informationen jederzeit verfügbar) - Hohe Risikostreuung (Zusammenstellungen sind hoch diversifiziert, Totalverlustrisiko gering) CAVE: aus den o.g. Gründen werden die ETF s nie vorrangig über die Hausbanken angeboten. Wie können wir uns jetzt in Eigenregie eine eigne Investmentstrategie aufbauen ? Herr Richter empfahl hierzu die folgende Herangehensweise: 1. Literaturübersicht - Finanztip: www.finanztip.de - Stiftung Warentest Finanztest: www.test.de/shop/finanztest-hefte/ - Jahrbuch Fuchsbriefe: www.fuchsbriefe.de 2. Möglichkeiten, sich eigene Portfolios auf ETF-Basis zu bauen, über Auswahl mittels eines Strategieplaners - justETF www.justetf.com/de/de
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3. Umsetzung über - Online-Banken (Comdirect oder Consorsbank) oder - Depotbanken wie (OnVista oder TargoBank) und - Handelsplattformen (ebase) Mit diesen Informationen ausgestattet, so sagte Herr Richter, wären wir schon ziemlich „high-end“ ausgestattet. Aber er sagte auch, dass selbst wenn er sich nach einem IntensivWochenendseminar in High-End Zahnheilkunde super informiert und kompetent fühlte, sich wohl keiner von uns von ihm behandeln lassen würde J. Also immer die Augen und Ohren auf. Was sonst noch wichtig ist ? Es wurden natürlich weitere Themen angesprochen, wie bAV, weitere Details zur Ruhestandsplanung, Bewertung von Kapitallebensversicherungen und vieles mehr, was ich aber hier nicht vollständig abbilden kann. Für mich war das wieder ein fantastisches Wochenende, außerhalb von Taschentiefen, KEM s, DVT s, Behandlungsstrategien- und konzepten, etc… bei netten wohlschmeckenden Unterbrechungen mit meinen Freunden. Deshalb sind auch solche Exkurse wichtig für unser ganzheitliches Wohlbefinden in unserer täglichen Arbeit. Es rüttelt durch, sortiert und schafft aber auch wieder Raum für neue Inspirationen und Ideen. Hierfür lieber Jürgen Menn herzlichen Dank.
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Berichte: Komplikationsmanagement und Revisionsbehandlung in der modernen Endodontie
Komplikationsmanagement und Revisionsbehandlung in der modernen Endodontie Praxis Schroeder, Riedel und Müller, 3.-4. Juni 2016 DR. HUBERTUS KLAUS Champions-League in der Endodontie – so könnte man den praktischen Arbeitskurs der modernen Endodontie von den Referenten Dr. Jörg Schröder, Dr. Sebastian Riedel und ZA Mario Müller, MSc. beschreiben. Kursschwerpunkt war das praktische Arbeiten unter dem Dentalmikroskop. An 2 Tagen sollten alle Arbeitsschritte einer modernen endodontischen Revisionsbehandlung an bereits endodontisch behandelten extrahierten Zähnen durchgeführt werden. Von der Stiftentfernung bis zur Perforationsdeckung. Von der Entfernung frakturierter Instrumente bis zum kollagenen Widerlager. Von der Entfernung orthograder bis zur Entfernung retrograder Wurzelfüllmaterialien. Schon seit langer Zeit versuchte Derk Siebers den Endodontologen Jörg Schröder zu überzeugen, der NEUEN GRUPPE tiefe Einblicke in die moderne und vor allen Dingen praktische Endodontie zu geben. Mit der Hilfe seiner Partner der Endodontologischen Privatpraxis Berlin, Sebastian Riedel und Mario Müller, gelang ein praktischer Kurs, der an Intensität kaum zu überbieten war. Der Kurs beeindruckte durch unglaublich umfangreiche Vorbereitungen: So wurden für die stark limitierte Teilnehmerzahl Echt-Zahn-Modelle mit über 90 Zähnen des Front- und Seitenzahngebietes hergestellt, wobei jeder dieser Zähne mit frakturierten Instrumenten, verschiedenen Stiftaufbauten und Wurzelfüllungen präpariert wurde, die dann während der praktischen Arbeitszeiten mit verschiedenen Techniken und Instrumenten bearbeitet werden konnten. Hinzu kam, dass von jedem dieser echten Zähne im Vorhinein aus unterschiedlichen Perspektiven Röntgenaufnahmen gemacht wurden, die den Teilnehmern für die praktischen Übungen zur Verfügung gestellt wurden. Die Räume der Berliner Universitäts-Zahnklinik wurden mit 16 Mikroskopen vorbereitet, so dass jeder Kursteilnehmer die gesamte Zeit an seinem eigenen Arbeitsplatz an Phantomköp-
fen arbeiten konnte. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Firma Zeiss, die die Geräte herangeschafft und aufgebaut hatte. Um die empfohlenen Kleininstrumente und Verbrauchsmaterialien vor Ort bereit zu stellen und allen Unwägbarkeiten vorzubeugen, konnte die Firma Pluradent für die Betreuung der Kursteilnehmer gewonnen werden. Die Firma VDW stellte für jeden Teilnehmer Endodontische Geräte wie das „VDW Gold“, Ultraschall-Motoren und NiTi-Feilen „Reziprok“ zu Verfügung. Erstes Thema des Kurses war der Präodontische Aufbau, der Grundvoraussetzung für eine effektive endodontische Behandlung wäre. Vor der Legung des Kofferdammes sollte initial der Präodontische Aufbau am kariesfreien Zahn gemacht werden, weil somit eine sichere Platzierung des Dammes mit den Klammern gewährleistet sei. U. U. müssten vorher in die Kavität reichende Gewebe mit dem Elektrotom oder Laser entfernt werden. Als Material wurde das Low-Flow von Tokoyama – Estelite LV – emfohlen. Es sei wenig fließfähig und ermögliche, schichtweise eine Kavitätenwand zu erstellen, ohne dass Kanaleingänge zuflössen. Das Cavit wäre als ein zu undichtes Material nicht geeignet. Ein weiterer Tipp war, die Butterflyklammern nach unten zu biegen, damit sie besser nach unten rutschen könne oder aber auch den Kofferdamm ohne Klammer mit einem Flow-Composite am Zahn zu fixieren. Die Zugangskavität sollte großzügig nach dem Motto „Access for Success“ eröffnet werden. Ein großer, geradliniger Zutritt in die Wurzelkanäle sei Grundvoraussetzung für die spannungsfreie Insertion der Instrumente. Hierbei wurden für die primäre Zugangskavität Diamanten und für die sekundäre Zugangskavität die Munce-Bohrer (langschaftige Rosenbohrer) und Microopener (Handgriff mit einer Arbeitsfeile) empfohlen. Außerdem sollten die Instrumente sich beim Austritt aus der Trepanationsöffnung nicht überkreuzen. Problem bei dem Auf-
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finden der Kanäle sei die Verkleinerung des Pulpenkavums durch Sekundärdentin und Tertiärdentin, Kalzifizierung des Pulpagewebes (Dentikel), Drehung und Kippung des Zahnes und umfangreiche Restaurationen. Wichtig für das Management der Zuganskavität sei die röntgenologische Diagnostik via Einzelzahnfilm oder DVT. Dabei wurde der Beycodent-Röntgenhalter in Rechtwinkeltechnik empfohlen, bei dem eine starre Verbindung zwischen Tubus und Film/Sensor bestehe. Ein bernsteinfarbiges Dentin am Pulpenboden weise auf die Kanaleingänge hin (Roadmap). Das Dentin zur Zahnkrone hin sei weißfarbiger. Natürlich sei grundsätzlich die Kenntnis der Anatomie von größter Bedeutung. Ein Operationsmikroskop und optimales Instrumentarium wären eine große Hilfe für das Auffinden der Kanäle. Ein weiteres wichtiges Thema des Kurses war die Stiftentfernung. Hierbei wurden die Stifte nach verschiedenen Kriterien unterschieden: konisch – zylindrisch, passiv – aktiv, glatt – rau – Retention, direkt – indirekt. Faktoren, die die Entfernbarkeit beeinflussen wären: Stiftlänge, Geometrie, Oberfläche, Material, Verankerung, Verbund und Herstellung. Für die Freilegung und das Umbohren des Stiftes wurde ein Endo-Guide-Bohrer (27 mm Länge und 1,5 mm Durchmesser) und ein auf das Ultraschall gesetzter „Endo-Chuck“ mit UFiles empfohlen. Des Weiteren wurde das „Thomas-System“ vorgestellt, bei dem eine Hohlkanüle über den zu entfernenden Stift gestülpt und mit dualhärtendem Komposit gefüllt würde. Nach der Aushärtung würde der Kanülen-Stift-Verbund mit einer speziellen Zange aus dem Zahn gezogen. Dies gelänge besonders bei zylindrischen Stiften. Einer besonderen Bedeutung käme der Zustand nach einer WSR zu, weil sich häufig Fremdmaterialien wie Calciumhydroxyd, Guttapercha, Fragmente, Zemente usw. periapical befänden. Dieses kontaminierte Fremdmaterial sei ein poten-
tieller Entzündungsreiz. An dieser Stelle wurde erwähnt, dass Watte/Zellulose nichts im Zahn zu suchen habe, da sie einen starken Fremdkörperreiz hervorrufen würden und der Körper kein Enzym besäße, das die Zellulose auflösen könne. Besser wären Schaumstoffpellets. Für die Entfernung der Gutta Percha-Wurzelfüllung wurde ein ET 25-Aufsatz für das EMS empfohlen. Bei der WSR sei das apicale Foramen besonders groß, so dass vor der erneuten Wurzelfüllung ein apicales Widerlager geschaffen werden müsse. Dazu solle Kollagen über das großlumige Foramen hinaus gestopft werden. Dieses Kollagen würde später vom umliegenden Gewebe resorbiert. Als nächste Schicht würde MTA mit Papierspitzen gestopft (mindestens 2,5 – 3mm Stärke), der eine Schicht dualhärtenden Komposit mit einem Glasfaserstift folge. Der erste Kurstag fand einen großartigen Ausklang beim Italiener „Non Solo Vini“, der quasi die Küche, das Esszimmer und Weinkeller der Praxis darstellte. Bei hervorragender italienischer Küche und leckerem Wein konnten sich die Teilnehmer noch lange austauschen.
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Der zweite Kurstag begann mit dem Thema „Perforation“, was die Vollständige Durchdringung der Wand eines Hohlorganes bedeute. Hierbei wäre die Lage der Perforation wohl der wichtigste Faktor für die Behandlungsprognose. Die Prognose im apikalen und mittleren Wurzeldrittel sei besser als im cervicalen Drittel. Die „kritische Zone“ läge crestal im Bereich des epithelialen Attachments. Perforationen ober- oder unterhalb dieser „kritischen“ Zone hätten eine bessere Prognose. Aber auch die Biokompatibilität des verwendeten Materials und der möglichst frühe Behandlungszeitpunkt spiele eine wichtige Rolle, die Größe der Perforation weniger. Bei kleinen Perforationen spiele die Lage keine signifikante Rolle. Bei den unterschiedlichen Lagen der Perforation würden unterschiedliche Materialien zur Schließung verwendet. Supracrestal (oberhalb der kritischen Zone) würden Komposite, subcrestal (unterhalb der kritischen Zone) und am Pulpakammerboden ohne Kommunikation zur Mundhöhle würden MTA und Trikalziumsilikate verwendet. Trotzdem bleibe eine Perforation eine ernsthafte Bedrohung für den betroffenen Zahn, denn sie führe zu einer Zerstörung des parodontalen Ligamentes. Eine zeitnahe Behandlung wäre wichtig und die Perforation müsse so schnell wie möglich verschlossen werden. Das MTA besitze viele Eigenschaften eines idealen Verschlussmaterials für die Perforationsverschlüsse unterhalb der kritischen Zone. Ein weiteres interessantes Thema des zweiten Tages war die Überwindung der Stufe und Obliteration. Die Stufe stelle eine Irregularität im Kanal dar, die eine Platzierung des Instrumentes auf die gewünschte Arbeitslänge verhindere. Die Ursachen für die Entstehung einer Stufe wären das Arbeiten mit zu großem Druck, die Verwendung initial einer zu großen Instrumentengröße, Blockaden und prolongierte Rotation. Die folgende Behandlungsstrategie für Stufen wurde vorgeschlagen: 1. primäre und sekundäre Zugangskavität optimieren 2. Längenbestimmung bis Stufe 3. Erweiterung Kanalanteil oberhalb der Stufe mit rotierenden Instrumenten 4. Rotierende Aufbereitung wenn möglich 5. Apicale Aufbereitung mit vorgebogenen Handfeilen bis ISO 20 als Gleitpfad, danach rotierende Stufenbearbeitung Kleiner Tipp: Der Stopper sollte in Richtung der Krümmung/ Biegung markiert werden. Als nächstes Thema wurde die Obliteration behandelt. Die Obliteration bedeute die Kalzifikation innerhalb der Zahnhohlräume durch Hartgewebebildung von Zellen der vitalen Pulpa. Ursachen seien die physiologische Sekundärdentinbildung oder Reizung der Odontoblasten z. B. Karies, Traumata oder KFO. Man unterscheide zwischen vollständiger und unvollständiger Obliteration.
Als Behandlungsstrategie wurde vorgeschlagen: 1. Obliterationen innerhalb der koronalen Pulpa a. in Rechtwinkeltechnik angefertigtes präoperatives Röntgenbild b. Längenbestimmung von Okklusalfläche bis zum Pulpakammerboden c. Trepanation mit konischem Diamanten bis zu dieser Länge, dann kleine Rosenbohrer verwenden z. B. Munce-Bohrer oder LN-Burs d. Dentikelentfernung mit Rosenbohrer oder Ultraschall z. B. mit Start-X e. Farbe des Dentins beachten! Pulpakammerwände heller als Kavumboden, Reizdentin gelblich oder gräulich speckig 2. Obliterationen am Kanaleingang Symmetrieregeln nach Krasner und Rankow beachten (2004) - Zentralitätsregel: Der Boden der Pulpakammer ist auf dem Niveau der Schmelz-Zement-Grenze immer im Zentrum des Zahnes lokalisiert. - Konzentrizitätsregel: Die Wände der Pulpakammer verlaufen auf Höhe der Schmerl-Zement-Grenze konzentrisch zur äußeren Zahnoberfläche - Regel der Schmelz-Zement-Grenze: Die SchmelzZement-Grenze stellt die konstanteste Orientierungshilfe zur Lokalisierung der Pulpa dar. - Farbregel: Der Pulpakammerboden ist immer dunkler als die Pulpakammerwände. - Symmetrieregel 1: Außer für Oberkiefermolaren liegen die Kanaleingänge in gleichem Abstand zu einer virtuellen Linie in mesial-distaler Richtung. - Symmetrieregel 2: Außer für Oberkiefermolaren liegen die Kanaleingänge auf einer senkrechten Linie zu der virtuellen Linie in mesial-distaler Richtung. - Kanaleingangsregel 1: Die Kanaleingänge liegen immer am Übergang von Pulpakammerboden und Pulpakammerwand. - Kanaleingangsregel 2: Die Kanaleingänge liegen immer in den Eckpunkten des Übergangs des Pulpakammerbodens in die Pulpakammerwände. - Kanaleingangsregel 3: Die Kanaleingänge liegen am Ende der Verbindungslinie zwischen zwei Kanälen. Lokalisation des vierten Kanals bei Oberkiefermolaren: - Der Kanaleingang ist immer mesial einer Verbindungslinie zwischen dem ersten mesiobukkalen und palatinalen Kanal lokalisiert. - Die Lage des Kanaleinganges ist in bukkaler-palatinaler Richtung sehr unterschiedlich. a. Bearbeitung des Dentins mit Munce-Bohrern, LN-Burs, Ultraschall (U-Feilen ISO 15 -25), bis sich Dentinspäne in die Kanaleingänge pressen und sich als weißliche Punkte darstellen. b. Weitere Bearbeitung mit kurzen C-Pilot- oder mit C+ Feilen (ISO 006-010), Path-Files(13/02)
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016 3. Obliterationen im apikalen Wurzeldrittel a. Schwierig, da in gekrümmten Kanälen keine Visualisierung möglich ist. b. Exzessiven Druck vermeiden, da ansonsten die Gefahr der Fia Falsa/Perforation besteht. c. Aufbereitung mit kurzen, vorgebogenen C-Pilot oder C+ Feilen (ISO 006 -010) d. Rotierende Aufbereitung mit Path-Files (13/02), ProFile 15/04 pickend nach Michael Arnold e. Aufbereitung mit vorgebogenen U-Feilen ISO 20 nach vorheriger dreidimensionaler Bestimmung der Lagebeziehung der Kanäle zum Wurzelquerschnitt mittels DVT Die Fragmententfernung war das letzte Theoriethema des Kurses. Folgende Behandlungsstrategie wurde hier empfohlen: - Neues präoperatives Röntgenbild anfertigen - DVT anfertigen - Länge, Lage Krümmung und Querschnitt des Wurzelkanals bestimmen, periapikaler Befund? - Beim Überweiser fragen, um welches Instrument es sich handelt (Stahl, NiTi, Reciproc) - Entscheidung, ob orthograde oder retrograde Entfernung, belassen oder passieren Je nach Lokalisation und Ausdehnung wurden unterschiedlichen Herangehensweisen gezeigt. Für die koronale Lokalisation wurde eher das Ultraschall, für mittlere und apikale Lokalisationen der Fragremover, Ultraschall und Microopener empfohlen. Bei der Ultraschalltechnik solle man darauf achten, die Nachbarkanäle mit Schaumstoffpellets zu verblocken, damit das
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sich gelöste Fragment nicht wiederum in die Nachbarkanäle fiele. Es sollte ein geradlinigen Zugang hergestellt werden z. B. mit Gates-Glidden-Bohrer. Anschließend erfolge die Freilegung des Fragmentes mittels U-Feilen ISO 15-25 nach Michael Arnold. Endet das Fragment im koronalen Drittel, lege man das Fragment 360° frei. Endet es im mittleren Drittel, wären 180° zur inneren Kurvatur frei zu legen und im apikalen Wurzeldrittel 90° zur inneren Kurvatur. Durch diese Technik erreiche man eine Aufrichtung des Instrumentes und eine Reduzierung der „Klemmung“. Wenn im Bereich der äußeren Kurvatur zu viel gearbeitet würde, lege sich das Fragment aufgrund seines Memory-Effektes gegen die Außenkurvatur. Eine Lockerung und Entfernung erreiche man durch zirkuläres Umfahren des Fragmentes mittels Ultraschall entgegen den Uhrzeigersinn. Cave: beim Reziproc-System müsse wegen der gegenläufigen Drehrichtung im Uhrzeigersinn gearbeitet werden. Alternativmethode wäre der neue Fragremover, der hier erstmalig schon vorgestellt wurde. Hierbei handelt es sich um ein neues Instrument in Pistolenform, bei dem durch eine dünne Kanüle von 0,3 mm eine Drahtschlaufe von 0,08 mm gezogen wurde, mit der man das Fragment „einfangen“ könne. Im Kurs standen einige dieser Fragremover zur Verfügung. Es war erstaunlich, wie gut dieses Instrument handzuhaben war. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass dieser Kurs einen großen Einblick in Komplikationen der Endodontie gegeben hat. Es wurden praxisnahe Techniken vorgestellt, die am nächsten Montag zum Einsatz kommen können. Vielen Dank!
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Berichte: Arbeitskurs von Udo Plaster
Wo ist die „Okklusale Heimat“? Arbeitskurs von Udo Plaster zur Bestimmung der physiologischen Unterkieferposition unter Berücksichtigung physiotherapeutischer und osteopathischer Vorbehandlung. DR. MARCUS SIMON, FREIBURG
Am Freitag den 01. Juli trafen sich 17 Zahntechniker/innen und Zahnärzte/innen im zahntechnischen Labor von ZTM Udo Plaster in Nürnberg. Anlass war eine Fortsetzung des NG-Kurses 2015 in Sand in Taufers/Tirol unter dem o.g. Aspekt. Viele von uns, die das Plaster-Konzept in Kombination mit der digitalen Welt von Zirkonzahn kennengelernt haben, wollten weiter Schritte direkt vor Ort bei Udo im Labor sehen. Zuerst gab es einen kurzen Rückblick. Dann zeigte Udo die Weiterentwicklungen in der Konzeption, insbesondere was die Integration der digitalen Aufzeichnung der Unterkieferbewegungen in den „workflow“ betrifft, hier mit dem zebris-System. Seit diesem Jahr ist die Einbindung des sog. virtuellen Artikulators in das Konzept möglich; d.h. nach der Bestimmung der NHP (natural head position) über den Planefinder und die Bestimmung der Unterkieferposition mittels Aqualizer kann mit passenden Schablonen die zebris-Apparatur am Patienten deckungsgleich angelegt und die Datenerfassung systemkongruent übertragen werden. Insbesondere interessierten uns aber die Voraussetzungen für eine unter physiotherapeutischen Aspekten gelungene Kieferrelationsbestimmung. Worauf müssen wir achten, wenn wir eine entspannte und reproduzierbare Unterkieferposition ermitteln wollen? Welche Ausgleichsebenen gibt es in unserem Körper? Welchen Einfluß haben diese auf unsere Kopfhaltung? Welche Orientierungspunkte oder welche Schnelltests gibt es, um Störungen sicher zu ermitteln? Welche Hilfsmittel sind hierfür sinnvoll? Hierzu hatte Udo einen langjährigen Partner in der Konzeptbegleitung, Herrn Ralf Hergenröther aus Nürnberg eingeladen. Ralf Hergenröther ist Diplom Sportlehrer, Physiotherapeut und Osteopath. Er ist in eigener Praxis niedergelassen (www.rehamed.com). Sein Vortrag umfasste die folgenden Themen: Rotationszentren, Dawo s Therapie, Aufsteigende Ketten, CMD und deren Folgen, Verlust an Bisshöhe, Diagnostik, Therapie. Um die Orientierung im Raum und das Gleichgewicht sicherzustellen, ist der Körper stets bemüht die Augen parallel zum Boden und die Nase nach vorn auszurichten. Störungen in einem Rotationsgelenk werden deshalb immer von allen anderen Drehzentren kompensiert. Eine ganzheitliche Therapie
bezieht immer die Behandlung von allen Rotationszentren (Kiefergelenk, „Kopfgelenke“ (C0-C2), Th 3-4, Thoracolumbaler Übergang, Becken, Hüfte, Unteres Sprunggelenk) mit ein. „Fummel nicht da rum, wo s weh tut, sondern schau dir immer das Ganze an“ meint: Schmerzgebiete und Ort der Ursache müssen nicht identisch sein. Schmerzen entstehen, wenn Belastung höher ist als die Belastbarkeit. Mögliche Ursachen einer Belastbarkeitsreduktion können sein: Bewegungseinschränkung benachbarter Gelenke, Achsfehlstellung von Becken/Wirbelsäule, Organzugehörigkeit, Störfelder, Herdgeschehen, falsches Schuhwerk / Sportgerät. Bei einer Aufsteigenden Rotationskette muss der Schultergürtel, die Kopfgelenke und das Kiefergelenk kompensieren, was im unteren Bewegungsapparat nicht „passt“; typisches Bsp.: das „Umknick“-Trauma. Eine zentrale Rolle kommt dem Atlas-Gelenk zu. Wird z.B. eine Schienentherapie ohne vorherige Lösung einer bestehenden Atlas-Läsion durchgeführt, wird die Schiene u.U. diese Dysfunktion fixieren und das Krankheitsbild chronifizieren. Wird dagegen der Atlas manipuliert, die CMD aber nicht therapiert, kann der 1.Halswirbel rezidivierend blockieren. Eine absteigende Rotationskette manifestiert sich. Reduzierte Bisshöhe führt zu einer Kopfvorhaltung mit einer beidseitigen Einschränkung der Rotations- und Rückneigefähigkeit im Bereich der HWS. Kompensatorisch verstärkt sich die Lendenlordose mit verringerter Beugefähigkeit. Legt nun der Behandler Plättchen unterschiedlicher Höhe zwischen die Zähne, so wird sich die Beweglichkeit umso mehr verbessern, desto näher er sich der optimalen Höhe nähert. Mit diesem Test kann also die fehlende Substanz, aber auch die Auswirkung einer Schiene kontrolliert werden. Bei Verdrehungen in den Rotationszentren wie z.B. der Mandibula, fallen bei der Funktionsanalyse Bewegungseinschränkungen und größere Seitendifferenzen auf. Sind typische Merkmale, wie hohe Schulter oder Kopfdrehung zur hohen Schulter im Sitzen (Füße haben keinen Bodenkontakt) besser, so ist die Ursache eher aufsteigend. Bei primären CMD s also absteigenden Phänomenen, werden Bewegungseinschränkungen oft durch Austesten mit Bissausgleich verbessert.
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Beeindruckt hat alle das sog. Patrick sign, d.h. die Hüft-Oberschenkel-Mobilität konnte durch einlegen eines Bissausgleiches deutlich gesteigert werden – das Becken war durch eine CMD limitiert. Auch kinesiologische Demonstrationen sowohl an uns Kursteilnehmern, als auch bei vorgestellten Patienten in Therapie, beeindruckten uns sehr. Seiner Meinung nach ist für eine erfolgreiche Behandlung zwingend notwendig, zuerst die ursächliche Läsion zu beheben, um dann alle kompensatorischen Dysfunktionen abzuarbeiten. Hat man eine CMD als Ursache einer absteigenden Kette erkannt, ist ein interdisziplinärer Ansatz (Physiotherapeut/ Osteopath/Kieferorthopäde/Funktionstherapeut) anzuraten.
Berichte: Arbeitskurs von Udo Plaster
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Alles in allem war dieser Kurs eine sehr gelungene Demonstration, wieviel und wie schnell eine erfahrene manuelle Therapie helfen kann. Die Sanierung eines stomatognathen Systems muss diesen vermittelten diagnostischen Blick und seine eventuellen prätherapeutischen Erfordernisse unbedingt berücksichtigen. Wir waren wieder einmal schwer begeistert, von dem kollegialen Umgang, der kompetenten Wissensvermittlung, dem angenehmen Ambiente, den freundlichen Mitarbeitern und guten Geistern der Plaster-Community. Immer zu empfehlen! Es geht weiter im November 2016 in Köln bei Pascal Marquardt mit Udo Plaster und Jürg Stuck.
Bisshebung des Erosionsgebisses mit direkter Adhäsivtechnik – Die Phase zwischen der Schiene und der permanenten Restauration. Ein praktischer Übungskurs von Prof. Dr. Thomas Attin & Dr. Uwe Blunck am 22.-23. April in Berlin
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Berichte: Parodontalchirurgie und Implantologie
Parodontalchirurgie und Implantologie DR. DERK SIEBERS UND DR. CHRISTIAN RUPP
Filling: Je „schwieriger“ die Nachbarschaft, desto interaktiver sollte der Füller sein. Cover: Stellt immer einen Kompromiss zwischen Invasivität, Zugänglichkeit, Wundverschluss und Ästhetik dar. Timing: Unterschiedliche Materialien weisen unterschiedliche Umbauraten. Sämtliche Umbauprozesse benötigen Zeit und diese müssen zur Gewährleistung des langfristigen Erfolgs eingehalten werden. Tooth: Das Motto heißt „teeth first rule“, was unter anderem das „backward-planning“ einschließt.
Schwerpunkt dieses 3-Tageskurses in München war die Rezessionsdeckung/Mucosa-verdickung mit Tunneltechnik oder coronaler Verschiebung, hart- und weichgewebige Augmentationen und Implantate in der ästhetischen Zone. Thema des ersten Tages war die Rezessionsdeckung. Die technischen Prinzipien wurden anhand von Fallbeispielen und einer Live-Op aufgezeigt. Wichtig ist die Gewebedicke für die Entscheidung, welche Schnittführung gewählt wird. In der Unterkieferfront ist der Tunneltechnik der Vorrang zu geben, da durch die Muskelspannung ein koronalverschobener Lappen technisch problematisch ist. Ziel ist immer eine ausreichend dicke Papille zu erhalten: koronal also immer ausreichend dick bleiben, um Nekrosen an der Papillenspitze zu vermeiden. Die Entnahme der Transplantate wird mit einer neuen modifizierten Technik durchgeführt. Sie werden ausgemessen, mit scheibenförmigen Diamanten deepithelialisiert, dann Entnahme unter Erhaltung des Periosts auf dem Lager. Dicke etwa 0,5 bis 1mm des Transplantats, möglichst weit zum Tuber und möglichst nah an den Zähnen, dadurch weniger Schmerzen als mit alter SingleInzision Technik. Gemeinsam besuchten wir an diesem Abend die urgemütliche bayerische Gaststätte „Zum Dürnbräu“, wo sich die Fachgespräche fortführten und alte und neue Freundschaften vertieft bzw. geknüpft wurden.
Der dritte und letzte Tag beschäftigte sich mit Implantaten in der ästhetischen Zone. Paul Schur und Hannes Wachtel stellten die von ihrer Gruppe veröffentlichte Multilayer-Technik vor. Tendenziell wird in der ästehtischen Zone so früh wir möglich implantiert, um die vorhandenen hart- und weichgewebigen Strukturen zu erhalten. Nach einer schonenden Extraktion des extraktionswürdigen Zahneswird ein weichgewebiger Tunnel geschaffen durch eine kombinierte Spalt- und Volllappentechnik. Das Implantat wird in den bekannten dreidimensionalen Korridor inseriert und es erfolgt der weich- und hartgewebige Aufbau mit einer Mehrschichttechnik. In den Tunnel wird ein Bindegewebstransplantat eingebracht. Auf den Knochendefekt wird unter dem Transplantat eine „Bonelamina“ und darunter zum Spacemaking ein Knochenersatzmaterial platziert. Abhängig von der erreichten Primärstabilität des Implantats kann nun eine Sofortversorgung oder -belastung oder die geschlossene Einheilung des Implantates erfolgen. Der Artikel wurde vom den Autoren Schuh et al. in der Implantologie 2015; 23 (4):443451veröffentlicht. Zum Abschluss des Kurses wurde uns an sehenswerten Behandlungsfällen dokumentiert, dass „die Münchner“ nicht nur implantieren können. Es wurden alternative Versorgungsmöglichkeiten mittels „Non-Prep-Veneers“ vorgestellt.
Hannes Wachtel, Paul Schuh, Florian Stelzl und Team München 6.-8.10.2016
Das Hauptthema des zweiten Tages war die Augmentationschirurgie. Hier wurde betont, dass es keinen Dogmatismus geben dürfe, da viele Wege nach Rom führen. Das Prinzip muss lauten KISS – keep it simple and straight. Die 5 „Münchner“ Prinzipien der Knochenchirurgie wurden ausführlich behandelt: 1. Stabilität im Augmentat 2. Integration durch Osteogenese, Osteoinduktion oder Osteokonduktion Reorganisation durch schnelle Transfusion von Sauerstoff und Zellen ins Augmentat 3. Keine Belastung durch Vermeidung von Kaufkräften in der Einheilung 4. Inaktivitätsatrophie, also die Theorien von Wolf und Frost Wichtige Schlagworte dabei sind box, filling, cover, timing, tooth, wobei alle diese Punkte entscheidenden Anteil am Erfolg der Augmentation haben. Box: Wände sollten abhängig von der Defektmorphologie aufgebaut werden.
Während des Kurses herrschte eine – für NEUE GRUPPE typische – entspannte und freundschaftliche Atmosphäre. Die hohe Expertise, verbunden mit dem langjährigen Erfahrungsschatz ermöglichten es den Referenten uns ein dem Titel entsprechendes Update über ihre derzeit aktuellen Methoden und Techniken in der Parodontologie und Implantologie zu geben.
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Berichte: Parodontalchirurgie...
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Berichte: Werteseminar
Werteseminar der Neuen Gruppe DR. DERK SIEBERS Am Samstag, den 15.Oktober 2016 traf sich in Berlin ein Kreis von NEUE GRUPPE Mitgliedern, um über die Werte und das Selbstverständnis unserer Gemeinschaft zu diskutieren, diese zu evaluieren und modern zu beschreiben bzw. in die heutige Zeit zu transferieren. Eingeladen waren ausgewählte repräsentative Vertreter der Gruppe, die die drei aktiven Generationen der NEUEN GRUPPE stellvertretend abbilden: das „Gestern“, „Heute“ und „Morgen“. Moderiert und angeleitet wurde diese Diskussion von Prof. Dr. phil. Eugen Buß, emeritierter Soziologieprofessor der Universität Hohenheim in Co-Moderatorin mit seiner Gattin Dr. Roswitha Theis. Das Seminar startete mit einer Diskussionsrunde über den von den Teilnehmern wahrgenommenen Identitätskern der NEUEN GRUPPE, ihre nach innen und außen wirkenden Wertprinzipien sowie ihre handlungsleitenden Grundsätze. Einigkeit bestand vor allem darin, dass die Mitglieder von einer positiven Neugier, Eigenkritik, Offenheit und dem uneingeschränkten Willen angetrieben sind, ständig dazuzulernen, sich fachlich fortzubilden und immer wieder über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Deshalb steht die Fortbildung seit Gründung des Freundeskreises im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Getragen von einer Symbiose aus freundschaftlicher Verbundenheit und dem Streben nach fachlicher Höchstkompetenz werden gemeinsame Fortbildungen auf höchstem Niveau veranstaltet. Im weiteren Verlauf des Tages wurde anhand des AGILSchemas, einem systemtheoretischen Modell des amerikanischen Soziologen Talcott Parsons, das unser Moderator Buß zur praktischen Anwendung für Vereine, Institutionen und Unternehmen systematisch fortentwickelt hat, der Ist-Zustand und die Zukunftsperspektive der NEUEN GRUPPE analysiert. AGIL steht dabei für die englisch-sprachigen Begriffe adaptation, goal attainment, integration und latent pattern maintenance und dient der Beschreibung solcher Funktionen, die zur Stabilität von Gruppen erforderlich sind und gleichzeitig einen praktikablen Rahmen bieten, die Wert-, Handlungs- und Strategiegrundlagen einer Gruppe zu analysieren. Dabei sollten alle 4 Systemparameter möglichst gleichmäßig gewichtet sein, um eine dauerhafte Stabilität des sozialen Gebildes zu gewährleisten. Bei der „Adaptation“ handelt es sich um die Fähigkeit eines System oder einer Gruppe, sich anzupassen, also auf veränderte technologische, gesellschaftliche, politische „Umweltbedingungen“ mit Durchsetzungswillen, Reaktionsschnelligkeit und Wachheit zu reagieren. Dieser Blick über den „Tellerrand“ hinaus erfordert einen permanenten konstitutiven Seitenblick auf die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen
auch unserer Gruppe. Der Begriff „Zielerreichung“ (goal attainment) beschreibt die Kompetenzkultur eines sozialen Gefüges und analysiert die vorhandenen Leistungs- und Erfolgspotentiale sowie die Fähigkeit der Gruppe, ihre Zeile dezidiert zu beschreiben und auch zu verfolgen. Die Eingliederung (integration) wiederum beschreibt den funktionalen und sozialen Zusammenhalt einer Gruppe. Das intrasystemische Gefüge muß harmonisiert, Zusammenhalt geschaffen, sowie die Koordination der Einzelinteressen gewährleistet werden. Die Integrationsfunktion verhindert, dass irgendeine Mitgliederströmung zulasten einer anderen privilegiert wird. Sie beschreibt das Wechselspiel von emotionaler, bzw. freundschaftlicher Verbundenheit gekoppelt mit fachlicher Vernetzung. Im Fall der NEUEN GRUPPE ist der Begriff der freundschaftlichen Vernetzungskultur relativ passend. Zwischen den Mitgliedern besteht eine implizite innere Nähe, die man am besten mit vertrauensvoller impliziter Verbundenheit beschreiben kann. Letztlich sichert die L-Funktion (die Funktion der Wahrung der Gruppenidentität) die gemeinsamen konstitutiven Überzeugungen, denen die Mitglieder in ihren Handlungen und Entscheidungen folgen. Die NEUE GRUPPE muß vor diesem Hintergrund in der Lage sein, gewachsene Identitätsfacetten zu erhalten, einen kulturell roten Faden über die Zeit zu bewahren und bewährte Wertprinzipien sowie Denkweisen fortzuschreiben. Die gemeinsamen Grundideen und die mit ihnen verbundene Identitäts- und Organisationskultur müssen im Gruppenbewusstsein etabliert und präsent sein, denn sie sind die Legitimation dessen, was wir tun und sie stehen für unsere Eigenwürde. Anhand dieses „AGIL-Gerüstes“ wurde unsere NEUE GRUPPE beschrieben und analysiert. Insbesondere der gesellschaftliche Wandel im Verlauf der inzwischen 50 Jahre bestehenden NEUEN GRUPPE wurde im Hinblick auch auf die Zukunftsperspektive diskutiert. Als Stichpunkte für den Wandel seien nur beispielhaft genannt: die „hochgradige Individualisierung“, die damit verbundene dosierte Bindungshaltung in allen Lebensbereichen, eine „das „Jetzt“ priorisierende Sichtweise, die Feminisierung, die „Dominanz der Ökonomie“ in den Denkweisen, der „Verlust des Grundvertrauens in zentrale gesellschaftliche und staatliche Institutionen“, die zunehmende Risikowahrnehmung der Bevölkerung, das wachsende Sicherheitsstreben in Deutschland, die veränderte Haltung zur Arbeit, die permanente Suche nach Erlebniserfüllung, usw., um nur einige wenige zu nennen. Die Ergebnisse dieses Werteseminars werden von Prof. Dr. Eugen Buß dokumentiert und bei einer der nächsten Tagungen vorgestellt.
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Wer sind die Youngster?
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Wer sind die Youngster? Wir sind junge Zahnärzte und Zahnärztinnen am Anfang unseres Berufslebens, die im Freundeskreis der NEUEN GRUPPE fachliche Kompetenz erwerben und sich fachlich und menschlich weiterentwickeln wollen. Wir finden bei den Youngstern der NEUEN GRUPPE Gleichgesinnte und unter den Mitgliedern Vorbilder und Inspiration für unsere berufliche Laufbahn.
Warum suchen junge Zahnärzte/innen die Nähe zur Neuen Gruppe? Die NEUE GRUPPE bietet einen anspruchsvollen interdisziplinären Austausch, verschiedene Lehrmeinungen und kritische Diskussionen. Die Jahrestagungen und Seminare bieten innovative Vorträge von hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland. Viele Mitglieder sind selbst als Referenten für ihr jeweiliges Spezialgebiet tätig. Verschiedene Charaktere aus den unterschiedlichsten Fachbereichen treffen hier aufeinander und begegnen sich auf Augenhöhe. Für uns Youngster ist es faszinierend zu erleben, wie jeder mit leuchtenden Augen von seiner Profession spricht. Nirgendwo sonst kann man so ungezwungen und leger seinen Vorbildern begegnen. Und gerade diese Nähe motiviert zur Nachahmung, verleiht das Gefühl, dass diese Leistungen, die man sonst nur auf großen Bühnen sieht, nicht unerreichbar sind.
Was machen die Youngster? Die Youngster treffen sich regelmäßig bei den Frühjahrs- und Jahrestagungen parallel zu der Mitgliederversammlung. Dort werden Neuigkeiten und Entwicklungen besprochen, sich über Vorträge und Weiterbildungsprogramme ausgetauscht und gemeinsame Projekte beschlossen. Neuerdings werden Patientenfälle von erfahrenen Youngstern präsentiert und anschließend diskutiert. So sollen sich die Youngster untereinander auch fachlich besser kennen lernen.
Innerhalb der Youngstergruppe entstehen schnell Freundschaften. Bei all den unterschiedlichen Fachbereichen, Kariere- und Lebenswegen, besteht doch immer ein gemeinsamer Nenner: Die Freude an Qualität und Innovation, die Suche nach Gemeinschaft und Loyalität. Die Beziehungen, die hier entstehen, sind von Vertrauen geprägt. Es herrscht eine offene Kommunikation auch über Unsicherheiten, so dass auch Raum für Fragestellungen und Zweifel bleibt. Die Youngster untereinander bieten sich Unterstützung, neue Ideen und Lösungsstrategien von Gleich zu Gleich. Zu wissen, dass man immer auf eine Mannschaft zählen kann, die sich gegenseitig unterstützt, ist ein großes Privileg.
Wie wird man Youngster? Youngster können junge angestellte Zahnärzte oder Studenten der klinischen zahnmedizinischen Semester werden. Ein Youngster muss an mindestens einer Veranstaltung der NEUEN GRUPPE teilgenommen haben (Herbsttagungen oder Seminare), bevor ein Mitglied ihn als Youngster der NEUEN GRUPPE vorschlagen kann. Dieser Bürge sollte den Kandidaten fachlich und persönlich gut kennen und begleitet ihn als sein Ansprechpartner für alle Fragen rund um die NEUE GRUPPE. Die Youngster werden zur Jahrestagung und zur Frühjahrstagung zu Sonderkonditionen eingeladen. Es wird erwartet, dass sie regelmäßig an den Veranstaltungen der NEUEN GRUPPE teilnehmen. Der Status des Youngsters endet 2 Jahre nach der Niederlassung, spätestens aber 5 Jahre nach dem Staatsexamen und soll in das Aufnahmeprocedere zu einem ordentlichen Mitglied der NEUEN GRUPPE münden. In unserem Youngster-Kreis sind interessierte Kollegen und Kolleginnen jederzeit herzlich willkommen.
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Neue Seminare
Ankündigung: Neue Seminare ORGANISATION und ANMELDUNG für die Seminare (wenn unter dem Seminar nicht anders angegeben): Organisation: Dr. Derk Siebers MSc, Soorstr. 26 / Ecke Hölderlinstr. 19, 14050 Berlin, Tel +49 (0) 30 / 31 80 23 00, Fax +49 (0) 30 / 30 10 29 66, E-Mail: Mail@zahnarzt-siebers.de Anmeldung: Frau Anja Kaschub, Tel +49 (0) 211 / 66 96 73 – 40, E-Mail: apw.kaschub@dgzmk.de Akademie Praxis und Wissenschaft Liesegangstraße 17 a, 40211 Düsseldorf Zentrale: Telefon: +49 (0) 211 / 66 96 73 – 0, Fax: +49 (0) 211 / 66 96 73 – 31
Update Endodontie mit Hands-on Dr. Josef Diemer Freitag, 03.02.2017, 9.00 – 18.00 Uhr Samstag, 04.02. 2017, 8.00 – 16.00 Uhr Es hat sich viel getan auf dem Gebiet der Endodontie! Der Unterschied zwischen der sogenannten `Endodontie auf Kasse` und dem, was heute lege artis in der Endodontie routinemässig möglich ist, ist riesig geworden. D.h. viele Zähne, die aufgrund endodontischer Misserfolge oft noch resiziert oder gleich extrahiert werden, können wir heute durch eine lege artis Endodontie erhalten. Die biologischen Prinzipien sind noch dieselben. Sehr viel hat sich getan auf dem Gebiet der Wurzelkanalaufbereitung mit rotatorischen Nickel-Titan-Feilen und dem Auffinden der Wurzelkanäle mit dem Dentalmikroskop. Es ist ein Hands-on Kurs. Jeder Teilnehmer hat einen eigenen Arbeitsplatz mit Mikroskop, Ultraschallgerät, Ultraschallspitzen, Motor, NiTi Feilen und Geräten für warme Guttaperchatechnik zur Obturation. Ein besonderes Highlight des Kurses ist die Mora 3D Übertragung der Hands-on Präsentationen. Durch diese 3D Präsentation können die dreidimensionalen Strukturen im Zahn viel schneller und einfacher erlernt werden. Zielgruppe für diesen Kurs sind Zahnärzte / Zahnärztinnen, die ein Update über den aktuellen Stand der Endodontie erfahren wollen, oder ihr Wissen auf dem Gebiet der Endodontie erweitern möchten. KURSINHALTE: – Prinzipielle Grundlagen der Endodontie – Erlernen der Anatomie der Wurzelkanalsysteme durch 3D Darstellungen. – Adhäsive Aufbauten vor Endodontie – Mechanische Aufbereitung mit den neuesten Techniken der rotatorischen NiTi Feilen wie Reziprok und Wave One. – Neueste Techniken der chemischen Reinigung
– Obturation mit warmer Fülltechnik – Endodontische Checkliste zur Indikationsabklärung – Postendodontische Versorgung SIE WERDEN LERNEN: – Wie Sie sicher alle Wurzelkanäle finden. – Wie Sie sich orientieren bei teilweise obliterierten Kanälen. – Wie weit sie Wurzelkanäle aufbereiten sollten. – Wie und womit Sie die infizierten Wurzelkanäle möglichst gut desinfizieren. – Welche Vorteile warme Guttaperchatechniken haben. – Wann Stiftaufbauten erforderlich sind und welche Stifte am sinnvollsten sind. ZUSATZINFORMATIONEN: Bitte bringen sie Röntgenbilder von 3 endodontischen Behandlungsfällen mit. Hierzu jeweils das Ausgangsröntgenbild, ein Röntgenbild als Meßaufnahme und die Obturationskontrolle. Ideal wäre, wenn sie diese Bilder digital auf einem Stick mitbringen würden. Ansonsten die analogen Röntgenbilder. Für den Hands-on Teil benötigen Sie extrahierte Zähne mit Zugangspräparation, bevorzugt Prämolaren und Molaren, Arbeitskleidung und endodontisches Tray mit Grundinstrumenten. TEILNEHMER: maximal 16 Ort: JADENT Dentalvertrieb, Klaus-Jürgen Janik e.K., Ulmer Straße 124, 73431 Aalen Gebühr: Nichtmitglieder 1200,- €, Mitglieder 1100,- €, max. 2 Youngster 500,- € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
Neue Seminare
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Update: Implantologie Prof. Dr. Markus Hürzeler DO, 23.03.2017, 10:00 – SA, 25.03.2017, 16:30 DONNERSTAG 10.00-12.30 Vortrag: Wie und wohin hat sich die moderne Implantologie heute entwickelt? 13.30-14.15 Vortrag: Grundbetrachtung über Ästhetik in der Zahnheilkunde 14.15-16.00 Vortrag: mplantate in der ästhetischen Zone: die Sofortimplantation 16.30-18.00 Live Operation: Sofortimplantation in der ästhetischen Zone FREITAG 09.00-09.45 Vortrag: Navigation in der Implantologie 09.45-11.15 Vortrag: Socket-shield-sugery: wo stehen wir heute! 11.30-13.00 Vortrag: Implantate in der ästhetischen Zone: verzögertes Vorgehen 14.00-16.00 Live surgery: Verzögerte Implantation in der ästhetischen Zone 16.30-7.30 Vortrag: Neue Gedanken zum autologen Bindegewebstransplantat
The spirit of the time in restorative dentistry
SAMSTAG 09.00-11.00 Hands-On: Verzögerte Implantation in der ästhetischen Zone am Schweinekiefer 11.30 -13.00 Vortrag: Freilegung von Implantaten in der ästhetischen Zone 14.00-16.00 Vortrag: Vertikale Augmentation in der Implantologie – was ist heute voraussagbar möglich? 16.00-16.30 Diskussion
! PLÄTZE E IG N E CH W NUR NO
TEILNEHMER: maximal 24
Ort: Hürzeler / Zuhr, Praxis für Zahnheilkunde, Rosenkavalierplatz 18, 81925 München Tel: 089 18 91 75 – 0, Fax: 089 18 91 75 – 28
Gebühr: Nichtmitglieder 1900,- €, Mitglieder 1750,- €, max. 2 Youngster 900,- € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 27 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
„Bruxismus“
Dr. Guiseppe Allais DO, 11.05 – SA, 13.05.2017 oder DO, 31.05.2018, 9:00 – SA, 2.06.2018, 17:00 THURSDAY, 11. MAY 2017 9:00 – 10.30 Theory: Introduction High biologic treatment concept HT! SGEBUC U 11:00 – 12.30 Theory: Facial Analysis A S IT E R BERVisualization 14:00 – 15:30 Theory: LEIDEAesthetic E S R U E K– 17:30 Practice: Aesthetic Visualization Patient I BEID 16:30 FRIDAY, 12. MAY 2017 9:00 – 10:30 Theory: Discussion of different therapeutic options Patient I 11:00 – 12:30 Practice: Aesthetic Visualization Patient II 14:00 – 15:30 Theory: Discussion of different therapeutic options Patient II 16:30 – 17:30 Theory: Frontal direct restoration 17:00 – 17:30 Practice: Patient presentation SATURDAY, 13. MAY 2017 09:00 – 10:30 Theory: Composite or ceramic – additional veneer restoration 11:00 – 12:30 Theory: The orthodontic way 14:00 – 15:30 Theory: Complex situation for interdisciplinary solutions 16:00 – 17:00 Practice: Patient presentation Ort: Private practive of Dr. Guiseppe Allais, Turin, Italien Gebühr: Mitglieder: 1750 €, Nichtmitglieder: 1900 € maximal 2 Youngster: 950 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 34 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 30 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
Miranda Wetselaar-Glas, Peter Wetselaar, Frank Lobbezoo 9. Juni 2017, 8:00 – 10. Juni 2017, 18:00 Main topic will be Bruxism but the course will be expanded towards related topics like: other sleep related problems that are of importance for the dentist, e.g. sleep apnea, sleep reflux, and problems that are related to bruxism like tmd/orofacial pain, tooth wear etc. Kurssprache: Englisch, Teilnehmer können allerdings in Deutsch Fragen stellen. Ort: Praxis Dr. Wetselaar und ACTA Amsterdam Gebühr: Mitglieder: 2200 €, Nichtmitglieder: 2400 € maximal 2 Youngster: 1200 € Der Kurspreis beinhaltet alle Hotelübernachtungen, das Begleitprogramm und die Abendveranstaltungen. Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 17 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
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Neue Seminare
Vollkeramische Adhäsivbrücken – eine bewährte Alternative zu Einzelzahnimplantaten Prof. Dr. Matthias Kern FR, 15. Sept. 2017, 14:00 bis SA, 16. Sept. 2017, 16:00 Praktischer Arbeitskurs in Universität Kiel Zweiflügelige Adhäsivbrücken sind eine inzwischen etablierte Therapieoption vor allem im jugendlichen Gebiss. Besonders innovativ sind jedoch einflügelige vollkeramische Adhäsivbrücken aus Zirkonoxidkeramik, die bei kariesfreien Pfeilerzähnen im Frontzahnbereich heute hervorragende klinische Ergebnisse bieten. Bei jugendlichen Patienten mit Nichtanlagen oder traumatischen Frontzahnverlust aber auch bei Erwachsenen Patienten mit engen Frontzahnlücken sind einflügelige Adhäsivbrücken dem Einzelzahnimplantat in der Regel vorzuziehen. Indikationen und Kontraindikationen von vollkeramischen Adhäsivbrücken werden im Vergleich zu metallkeramischen Adhäsivbrücken erläutert, sowie Vor- und Nachteile sowie klinisches und laborstechnisches Vorgehen werden dargestellt. Step-by-Step-Bildabfolgen und Videofilme veranschaulichen das genaue Vorgehen. Die wissenschaftlichen Daten zur klini-
Das Zürcher Konzept für moderne Zahnerhaltung – mit Hands-On Endodontologie: Prof. Dr. Thomas Attin Prof. Dr. Matthias Zehnder, PhD OA Dr. Dan Rechenberg Parodontologie: Prof. Dr. Patrick Schmidlin PD Dr. Philipp Sahrmann Computergestützte Zahnmedizin: Prof. Dr. Dr. Albert Mehl OA Dr. Andreas Ender Dr. Moritz Zimmermann DO, 6.09.2018, 9:00 bis SA, 8.09.2018, 18:00 Der dreitägige Kurs gibt einen umfassenden Überblick über das erfolgreich etablierte Zürcher Konzept für moderne Zahnerhaltung in den drei Fachdisziplinen Computergestützte Zahnmedizin, Endodontologie und Parodontologie. Neben aktuellen wissenschaftlichen Hintergrundinformationen werden den Teilnehmern wertvolle Tipps und Tricks für eine direkte praktische Umsetzung der Therapiekonzepte in verschiedenen Hands-On Übungen vermittelt. COMPUTERGESTÜTZTE ZAHNMEDIZIN – aktueller Stand und Einsatzmöglichkeiten von CAD/CAM Verfahren im Digitalen Workflow
schen Bewährung der Therapiemittel werden anhand von klinischen Studien beschrieben. Anhand von eigenen Patientenfällen, die zum Teil seit über 20 Jahren mit ihren vollkeramischen Adhäsivbrücken versorgt sind, kann gezeigt werden, dass die dargestellten Versorgungen sich wirklich langfristig bewähren. Praktische Übungen: Die Teilnehmer präparieren Zähne für metall- und vollkeramische Adhäsivflügel, stellen eine Adhäsivbrücke aus provisorischem Kunststoff her und befestigen diese adhäsiv. Hierbei werden alle notwendigen Konditionierungsschritte von den Kursteilnehmern selbst durchgeführt. Kursziel: Nach diesem Kurs soll jeder Teilnehmer in der Lage sein, vollkeramische Adhäsivbrücken erfolgreich in sein Behandlungsspektrum zu integrieren. Ort: Universität Kiel, Christian-Albrechts-Platz 4, DE-24118 Kiel Gebühr: MG 550€, NMG 700€, 2 Youngster für 350€ Die Kurskosten beinhalten die Verpflegung der Kurstage Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 17 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
– Therapiekonzepte mit dem CEREC System: von der Einzelzahnrestauration zur Implantatrestauration (inkl. Hands-On) – komplexe prothetische Versorgungen inkl. Bisslageänderungen mit CAD/CAM Verfahren ENDODONTOLOGIE – aktueller Stand der Wurzelkanalaufbereitung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems – durch Kaukraft entstandene Zahnfrakturen aus endodontologischer Sicht – Besonderheiten und Vorteile der reziprokierenden Wurzelkanalaufbereitung – Einsatz aktueller Aufbereitungssysteme mit dem Dentalmikroskop (inkl. Hands-On) PARODONTOLOGIE – aktueller Stand des Zürchers PA-Konzepts und besonderer Berücksichtigung der Patientenmotivation – Methoden zur Verbesserung der Hygienephase – Periimplantitis Therapiekonzepte (inkl. Hands-On) Maximal 25 Teilnehmer Ort: Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, (Klinikdirektor: Prof. Dr. Thomas Attin) Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich, Plattenstrasse 11, CH-8032 Zürich Gebühr: Nichtmitglieder: 1950 €, Mitglieder: 1700 €, max. 2 Youngster nach Vereinbarung für 1000 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 31 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
NEUE GRUPPE NEWS / Heft 42 / Herbst 2016
Adhäsion trifft Komposit in der Front. Synergie im ästhetisch konstruktiven Kontext Dr. Uwe Blunck ZA. Ulf Krueger-Janson FR, 21. September 2018, 9:00 bis SA, 22. September 2018, 18:00 – – – –
Adhäsion trifft Komposit in der Front. Synergie im ästhetisch konstruktiven Kontext. Adhäsion und Frontzahnkomposit im High-end-Bereich. Wissenschaftliches Hintergrundwissen und praktische Konstruktionsmerkmale
Gliederung der Kursinhalte: ADHÄSIVTECHNIK – Aktueller Stand der Adhäsivsysteme – Behandlung des pulpanahen Kavitätenbodens – Reparatur / Korrektur von Restaurationen – Prüfung der Wirksamkeit von Adhäsivsystemen bei eigener Anwendung (mobile Scherkraftmessapparatur) LICHTHÄRTUNG – aktuelle wissenschaftliche Grundlagen zur Polymerisation lichthärtender Komposite
„Implant prosthodontics – new concepts, new materials, new technology“ Prof. Dr. I. Sailer & Team FR, 14.10.2018, 9 – 17.30 Uhr SA, 15.10.2018, 9 – 17.30 Uhr Day 1/Theoretical part: - Prosthetically oriented implant treatment planning, pre-treatment diagnostics with conventional and digital methods - Abutment connection and soft tissue management - Optical implant impressions for fixed implant reconstructions - current status of the available systems, options and limitations - Selection of prosthetic implant abutments, types and materials - CAD/CAM vs. conventional fabrication of the implant reconstruction – chairside fabrication, labside fabrication - Criteria for the choice of the restorative material – metals, ceramics, hybrid materials Practical part: - Optical implant impressions for a chair-side implant singleunit reconstruction, digital design of the reconstruction, and chair-side fabrication using glass-ceramics and hybrid materials, adhesive cementation of reconstruction on a titanium resin base. Day 2/Theoretical part: - Screw- retained or cemented, which fixation method for which indication? - Fixed vs. removable reconstructions – indications - Removable implant reconstructions – selection of components, materials and technology
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ÄSTHETIK – Lückenschluss/Matrizentechnik/Tape-Technik/Frankfurter Verschalung – direktes Kompositveneer / Stellungskorrektur/Zapfenzahn (monochromatisch) – Cut-back Verfahren zur Farb- und Schichtkorrektur – Frontzähne und deren Konturmerkmale/Formkorrektur – Übungen am Phantomkopf Den Teilnehmern wird angeboten, vor dem Seminar Fragen per E-Mail (ublunck@charite.de) an die Referenten zu stellen, die dann in den Referaten beantwortet werden. Maximal 24 Teilnehmer Ort: Charité – Universitätsmedizin Berlin CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin Aßmannshauser Str. 4 – 6, 14197 Berlin-Wilmersdorf Gebühr: Nichtmitglieder: 1250 €, Mitglieder: 1000 € max. 2 Youngster nach Rücksprache mit dem Organisator für 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM
- Long- term outcomes of implant reconstructions - Patient situations with limiting anatomical situations for implant dentistry: short implants and narrow diameter implants - Prosthetic management of esthetic complications - pink ceramics - Surgical and technical complications - how to solve the problem Practical part: Management of different types of complications on models 1. Removal of access cement 2. Screw head destruction of abutment or prosthetic screws – practical application of rescue kits (e.g. service kit, Straumann) 3. Internal fracture of screws or ceramic abutments – techniques for removal of fractured components 4. Clinical repair of chipping of veneering ceramic 5. Minimally invasive implant solutions - hands-on narrow diameter implants Kurssprache: Englisch Maximal 25 Teilnehmer (max 2 Youngste)r Ort: CLINIQUE UNIVERSITAIRE DE MÉDECINE DENTAIRE Faculté de médecine, Section de médecine dentaire Rue Barthélemy-Menn 19, CH - 1205 Genève Gebühr: Nichtmitglieder: 1200 €, Mitglieder: 1000 € max. 2 Youngster (nach Rücksprache) 500 € Organisation/Anmeldung: siehe oben S. 38 Punkte: Für dieses Seminar erhalten Sie 20 Punkte gemäß der Punktebewertung der BZÄK/ DGZM