HEFT 20, Frühjahr 2002
NACHR/CHTEN
Inhalt
Assoziation Parodontitis mit koronarer Herzerkrankung
Q. Q_
Das Göttinger Konzept der gelenkbezüglichen kieferorthopädischen Chirurgie
Digitale Fotografie für die Praxis
Kursberichte Herbstmeeting der British Endodontic Society in Bournemouth Rose Marie Lohmiller, Frankfurt
(D LU
Mitglieder
UJ
Editorial
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Mit Beifall für ein Fazit „eben Klasse, statt Masse" habe ich zur letzten Jahrestagung das von so vielen heiß begehrte Amt der Präsidentschaft übernommen. Ganz harmlos fing dann alles mit l 79 Weihnachtsbriefen an. Jedoch zeigte die Neue Gruppe eine neue Seite: von all den fröhlichen Telefonaten, E-Mails, handgeschriebenen Karten und Briefen war ich einfach gerührt. Mords Neue Gruppe, Bollwerk an Zusammenhalt! Lediglich vier Briefe kamen als unzustellbar zurück. Üblicher Prozentsatz im Alltag des Geschäftslebens? Kleine Irrtümer einer Datenbank? Wie oft schon kam die an diesen Kollegen gerichtete Post zurück? Seit langem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Da werde ich nachdenklich. Früher kam er ganz regelmäßig. Der damals einzigen Frau der Neuen Gruppe gegenüber ist er immer ein Gentleman gewesen. Wer weiß etwas von ihm? Wie komme ich an seine neue Adresse? Beim Einwohnermeldeamt gibt es keinen Eintrag. Eine mir befreundete Kollegin schlägt das Internet vor, ein anderer Kollege die Zahnärztekammer oder das Versorgungswerk. Gibt es Freunde? Die Frage nach einem Altenheim macht mir Angst. Da gibt es noch die Anrufe zum Geburtstag. In der Hoffnung auf ein Lebenszeichen frage ich die Älteren weiterhin nach ihm. Wer kann ahnen, welche Schicksalsschläge einige der Mitglieder zu verkraften haben? Ausgerechnet einem Frankfurter Kollegen musste ein Bein abgenommen werden und am "gesunden" steht eine zweite Operation an. Endlich erfahre ich seine Adresse - Altenstift, Pflegestation, Rollstuhl... Verdammt, ich fühle mich nicht wohl. Obwohl ich eine gute Ausrede habe, denn ich hielt in den vergangenen Wochen zwei Kurse für Youngster. Lobenswert, wir müssen mehr für unseren Nachwuchs tun. Dafür tragen wir auch gerne die Verantwortung. Für die Alteren, was tun wir da? Wie viele Kollegen mag es geben, die nicht mehr aus eigener Kraft an den Tagungen teilnehmen können? Wie steht es da mit unserer Verantwortung? Wird mein Aufruf an dieser Stelle von zwei "inaktiven Mitgliedern" erhört, die sich in Zukunft um die Alteren unter uns kümmern könnten? Es wäre großartig.
Auf dem Abstellgleis
Ich war in einem langen Zug ein Wagen erster Klasse. Erfolg und Wissen hieß das Ziel! Elite sein! Nicht Masse!
Ich fuhr an manchen schönen Ort, war vom Erfolg begeistert. Doch floh das Ziel stets weiter fort, damit es keiner meistert.
Mir wurde dieser Zug zu schnell! Ich ließ mich nur noch treiben,
um ausgelaugt und müd' und matt am Abstellgleis zu bleiben.
Hier steh ich nun, seh' ohne Neid die schnellen Züge fahren. Doch hoff ich stets, dass einer hält! Ich hoff's seit vielen Jahren!
Lasst mich doch hier nicht so allein. Ihr könntet mich noch tragen! Bei Euch macht' ich geborgen sein und nach dem Ziel nicht fragen.-
Vielleicht hält doch noch einer an.Man hofft so lang man hoffen kann. Hans Vogt
PS. Inzwischen ist die Post angekommen. Für ihn war dieser Tag ein Festtag. Die Teilnehmerliste des Protokolls der Mitgliederversammlung mit all den bekannten Namen machte ihm die größte Freude. Wie viel sagt uns sein Name? An Ostern besuche ich meinen Kollegen.
Rose Marie Lohmiller
Am 20.01 feierte Uwe Werner seinen 91sten Geburtstag. Die Neue Gruppe gratuliert herzlich und wünscht alles Gute. 65 Jahre wurden am 21.11. Jürgen Schmitter, am 20.01. Wilhelm Beckenbach und am 27.03. Hans Arkenbout. Wir gratulieren herzlich zu diesen Festtagen. Zu ihrem 60sten Geburtstag gratulieren die Freunde der Neuen Gruppe Pastpräsident Hartmut Hennies am 18.11, Ulrich Bube am 02.01. und Jürgen Dapprich am l 8.01.. Unser langjähriger Schatzmeister Dieter Balten feierte am 18.02., Hubertus Spiekermann am 19.02. und HansJoachim Engelhardtam 02.03. ihren 60sten Geburtstag. Wir wünschen ihnen alles Gute. Ebenfalls ihren 60sten Geburtsag konnten Pastpräsident Bob Jacoby am 28.03. und Heinz Spranger am 29.03. feiern. Die besten Wünsche zu diesen Festtagen. Gerhard Müther wurde am 15.1 2. und Wolfgang Drücke am 24.01. 55 Jahre. Wir gratulieren herzlichst. Die Freunde der Neuen Gruppe wünschen allen Jubilaren beste Gesundheit und alles Gute. _^^^^^^^_^_^_^^^^^^^^^_^^^^__^^^^^^_^^^_ NEUF GRUPPE
W
Glückwünsche
Assoziation Parodontitis mit koronarer Herzerkrankung von Michael Stelzel Alexander Sattler
Marburg
Etwa 15% der 21 - bis 50-Jährigen und mehr als 30% der Über-50-Jährigen sind an einer fortgeschrittenen Parodontitis erkrankt (Oliver et al. 1998). Primäre Ursache sind Mikroorganismen in der gingivalen Plaque. Die Arteriosklerose ist die am meisten verbreitete Erkrankung der Blutgefäße. Kennzeichnend sind Gefäßwandverhärtungen und -deformierungen mit Elastizitätsverlust sowie Verengungen der Gefäßlumina durch arteriosklerotische Plaques. Bei einem Befall der Koronararterien spricht man von einer koronaren Herzerkrankung (KHK). Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Parodontitis und dem Auftreten einer KHK oder eines Herzinfarktes wird in letzter Zeit vermehrt diskutiert. Geschichtlicher Hintergrund Bereits im Altertum finden sich Hinweise über mögliche Zusammenhänge zwischen entzündlichen Prozessen in der Mundhöhle und der Erkrankung anderer Organe. Hippocrates beschrieb den Fall eines Patienten mit rheumatischer Arthritis, der durch Extraktion eines infizierten Zahnes kuriert worden war (Mayo 1922). Miller (1891), ein Schüler Koch's und Verfasser des Standardwerkes "Die Mikroorganismen der Mundhöhle", vermutete Bakterien aus der Mundhöhle als Verursacher systemischer Erkrankungen wie Pneumonie, Meningitis oder Osteomyelitis. Hunter (191 1) sah in der "oralen Sepsis" die grundlegende Ursache einer Vielzahl systemischer Erkrankungen, von der Anämie bis zur chronischen Arthritis. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war die Doktrin der fokalen Infektion weit verbreitet. Die exzessive Durchführung der Extraktionstherapie führte in manchen Gegenden zu einer weitgehenden Zahnlosigkeit der Bevölkerung. Billings, der Begründer der "fokalen Infektionstheorie", und insbesondere sein Schüler Rosenow versuchten in zahlreichen Publikationen diese These zu belegen (Hughes 1994). Allerdings ließen sich viele Versuche Rosenows nicht wiederholen; den Untersuchungen fehlten häufig gesunde Kontrollen (Hughes 1994). Mit der Einführung der Antibiotika Mitte der 50er Jahre standen effektivere Methoden der Infektionsbekämpfung zur Verfügung. Erst in den 90er Jahren konzentrierte sich die Wissenschaft erneut auf mögliche systemische Auswirkungen der parodontalen Erkrankung. Nunmehr ist eine Reihe von Erkrankungen bekannt, die anscheinend durch die Parodontitis ausgelöst oder zumindest ungünstig beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund wurde von Offenbacher (1996) der Begriff "periodontal medicine" eingeführt: Er beschreibt den Bereich der Parodontologie, der sich mit dem Einfluss der parodontalen Erkrankung auf die systemische Gesundheit befasst (Williams & Offenbacher 2000). Die koronare Herzerkrankung Die Arteriosklerose mit ihren Folgeerkrankungen ist die Haupttodesursache in den westlichen Industrieländern. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Gefäßwände, in deren Verlauf es durch die Ablagerung von Lipiden zur Bildung arteriosklerotischer Plaques mit der Folge einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Einengung des Gefäßlumens kommt. Bei einer Manifestation insbesondere an den Koronargefäßen spricht man von einer koronaren Herzerkrankung (KHK). In Deutschland beruhen 30% aller Todesfälle auf einer KHK, wobei nahezu die Hälfte der Betroffenen im Rahmen eines akuten Myokardinfarktes zu Tode kommt, während die andere Hälfte an den chronischen Folgen verstirbt (Schäfer 1998). Große epidemiologische Studien konnten zahlreiche Risikofaktoren für die Entwicklung einer KHK identifizieren (Castelli 1986, Assmann 1997). Zu diesen zählen männliches Geschlecht, hohes Lebensalter, familiäre
KHK-Belastung, Zigarettenrauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Hypertonie, Diabetes mellitus, erhöhte LDL-Cholesterin- und erniedrigte HDL-Cholesterin-Werte. Den Fettstoffwechselstörungen mit erhöhtem LDLCholesterin kommt in der Pathogenese der Arteriosklerose eine grundlegende Bedeutung zu (Abb. 1a): Erhöhte Plasmakonzentrationen von Lipoproteinen geringer Dichte (LDL) führen zum vermehrten Eindringen dieser LDL-Partikel in den subendothelialen Raum, wo eine oxidative Modifizierung stattfindet (Steinberg 1981). Die so veränderten LDL-Partikel werden über spezielle Rezeptoren (u.a. Scavenger Rezeptor) in Makrophagen aufgenommen, die sich bei Überladung mit Lipiden im Schaumzellen umwandeln. Über die Freisetzung verschiedener Chemotaxine und Mediatoren (z.B. platelet derived growth factor, PDGF) induzieren diese Schaumzellen die Proliferation und Migration von glatten Muskelzellen. In der Gefäßwand entsteht die zunächst reversible Läsion des sogenannten "fatty streak". Durch andauernde Schädigung kommt es dann zu nicht mehr reversiblen Gefäßwandveränderungen mit der Bildung fortgeschrittener und komplizierter arteriosklerotischer Plaques (Stary 1995). Reisst ein solcher Plaque an seiner dem Gefäßlumen zugewandten Oberfläche auf, kann es in kürzester Zeit durch Gerinnungsaktivierung und Thrombozytenaggregation zu einem teilweisen bis völligen Verschluss des Gefäßes mit konsekutiver Minderdurchblutung der hiervon versorgten Gewebeanteile kommen. Dieses Ereignis manifestiert sich am Herzen als akuter Myokardinfarkt. Über dieses etablierte Modell hinaus wurden in den vergangenen Jahren auch neuere Hypothesen formuliert, die das Verständnis der Entstehung und des Verlaufs der Arteriosklerose unter anderen Aspekten betrachten. Hier sei insbesondere die Infektionstheorie genannt. Verschiedene Arbeitsgruppen konnten in arteriosklerotischen Läsionen Chlamydia pneumoniae sowie Herpes Virus nachweisen; auch das Vorhandensein von Antikörpern gegen diese Erreger wurde in Beziehung zur KHK gesetzt (Ross 1999). Es wird postuliert, dass diese Infektionen über die Aktivierung verschiedener Mediatoren sowohl die Entstehung als auch den Verlauf der Arteriosklerose beeinflussen können. Diese Theorie ist allerdings nicht unumstritten und der definitive Beweis, beispielsweise durch Interventionsstudien, steht noch aus. Parodontitis und KHK In der Literatur finden sich keine eindeutigen Zusammenhänge für einen Zusammenhang zwischen der parodontalen Erkrankung und der KHK. In einer Fall-Kontroll-Studie an 100 Patienten und 102 entsprechenden "matched controlls" konnten Mattila et al. (1989) einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines Myokardinfarktes und einem speziellen "Dental-Index", welcher Karies, Parodontitis, periapikale Läsionen, Perikoronitis und Zahnlosigkeit kombinierte, darlegen. Eine prospektive Follow-up-Studie dieser Arbeitsgruppe über 7 Jahre an 214 Probanden zeigte einen Zusammenhang zwischen der koronaren Herzkrankheit und dem oben beschriebenen Index (Mattila et al. l 995). Eine später durchgeführte Studie an 85 KHK-Patienten und 53 Kontrollen konnte dieses Ergebnis allerdings nicht bestätigten (Mattila et al. 2000); als mögliche Erklärung nannten die Autoren eine von den vorher genannten Studien abweichende Altersstruktur der Probanden. De-Stefano et al. (1993) konnten in ihrer Studie an 9760 Patienten über einen Zeitraum von 14 Jahren bei Probanden mit Parodontitis gegenüber nur minimal parodontal Erkrankten ein um 25% erhöhtes KHK-Risiko aufzeigen. Die Ergebnisse der prospektiven Studie von Wu et al. (2000) an 9962 Erwachsenen bestätigten die parodontale Erkrankung als unabhängigen KHK-
Risikofaktor. Zu anderen Ergebnissen gelangte die Arbeitsgruppe um Hujoel. Bei der Auswertung der Daten von 8032 Probanden konnten o sie kein signifikant erhöhtes KHKRisiko zwischen Personen mit Parodontitis oder Gingivitis gegenüber Gefäßendc parodontal Gesunden feststellen (Hujoel et al. 2000). Die vorläufigen Ergebnisse einer Studie unserer Intima Abteilung in Kooperation mit der AG Präventive Kardiologie (Klinik für Innere Medizin - Kardiologie, PhiMedia lipps-Universität Marburg) ergab allenfalls diskrete Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der parodontalen Erkrankung und der KHK (Stelzeletal. 2002). Abbildung 1: Primäre Ursache der Parodontitis sind a) Atiologiemodell der KHK; b| Infektion von Endothelzellen mit parodontopathogenen MikroorgaMikroorganismen. In der parodonnismen; c) Thrombozytenaggregation; d) LPS fördern Umwandlung von Makrophagen/Monozyten in Schaumzellen talen Plaque wurden bisher über 500 verschiedene Spezies nachgewiesen Literatur (Moore & Moore l 994). Die Bakterien haften als Biofilm der Zahn- bzw. American Academy of Periodontology Wurzeloberfläche an und führen über Endo- und Exotoxine bzw. andere (AAP); Periodontal disease äs a potential Substanzen direkt oder indirekt durch Aktivierung des Immunsystems zu risk factor for systemic diseases. J Periodontol(1998)69;841-850 einer Schädigung der parodontalen Gewebe. Die so eingeleitete Immunreaktion bewirkt unter anderem eine mehr oder weniger ausgeprägte Assmann G, Schulte H, Cullen P: New and classical risk factors - the Munster heart study Auflockerung der betroffenen Gewebe; im Extremfall sind Ulzerationen (PROCAM). EurJ Med Res (l 997) 2; 237-242 möglich. Durch diese Veränderungen können sowohl intakte BakterienBeck JD, Pankow J, Tyroler HA, Offenbazellen als auch deren Bestandteile, wie beispielsweise die der Gruppe cher S: Dental infections and atheroscleroder Endotoxine zugerechneten Lipopolysaccharide (LPS, Fragmente der sis. Am Heart J (1999) 138; 528-533 äußeren Hülle gramnegativer Bakterien), in den Blutkreislauf gelangen Byrne Gl, Kalayoglu MV: Chlamydia pneumoniae and atherosclerosis: links to the disea(Abb. 2). Die "subgingivale Wundfläche" eines Patienten mit fortgese process. Am HeartJ (l 999) 13; 488490 schrittener Parodontitis macht mit ca 70 cm 2 die Größe einer HandCastelli WP, Garrison Rl, Wilson PW, Abinnenfläche aus. Es konnte dargelegt werden, dass bereits alleiniges bott RD, Kalausdian S, Kännel WB: InciKauen, aber auch Zähneputzen, der Zahnseidengebrauch oder eine parodence of coronary heart disease and lipoprotein cholesterol levels. The Framingham dontale Sondierung bei parodontal erkrankten Patienten eine vorüberStudy. JAMA (l 986) 256; 2835-2838 gehende Bakteriämie auslösen kann (Sconyers et al. 1973, Daly et al. Chiu B; Multiple infections in carotid athe2001). Da die Parodontitis in der Regel einen langsamen chronischen roscleroric plaques. Am Heart J (1999) l 38; 534-536 Verlauf zeigt, ist damit zu rechnen, dass der Körper dieser mikrobiellen Belastung u.U. über Jahrzehnte hinweg ausgesetzt ist. Daly CG, Mitchell DH, Highfield JE, Grossberg DE, Stewart D1. Bacteremia due to peParodontopathogene Erreger bzw. deren LPS könnten möglicherweise riodontal probing: a clinical and microdas Bindeglied zwischen der parodontalen Erkrankung und den arteriobiologieal investigation. J Periodontol (2001) 72; 210-214 sklerotischen Gefäßveränderungen darstellen. In zwei Studien wurde unter anderem der Erreger Porphyromonas gingivalis in arteriosklerotiDeStefano F, Anda RF, Kahn HS, Williamson DF, Rüssel CM: Dental disease and risk schen Plaques nachgewiesen (Chiu 1999, Haraszthy et al. 2000); die of coronary heart disease and mortality. Br untersuchten Proben entstammten der Karotis. Dorn et al. (1999) konnten Med J (1993) 306; 688-691 in einer In-vitro-Studie darlegen, dass parodontopathogene Erreger in der Dorn BR, Dünn WA, Progulske-Fox A: Invasion of human coronary artery cells by Lage sind, Endothelzellen von Koronararterien zu infizieren (Abb. Ib). periodontal pathogens. Infect Immun Unter Umständen wird hierdurch die Entstehung von Thrombozytenag(l 999) 67; 5792-5798 gregationen begünstigt (Abb. Ic). P. gingivalis-DNS konnte bereits in Haraszthy VI, Zambon JJ, Trevisan M, Zeid Aortagewebe nachgewiesen werden (Stelzel etal. 2002). Nach Byrne M, Genco RJ: Identification of periodontal pathogens in atheromatous plaques. J Pe& Kalayoglu (1999) fördert LPS in Anwesenheit von LDL die Umwandriodontol (2000) 71; 1554-1560 lung von Makrophagen in Schaumzellen. Zwar handelte es sich in dieser Hughes RA; Focal infecrion revisited. Br J Studie um, Chlamydien-LPS, eventuell verfügen LPS von parodontopathoRheumcitol (1994) 33; 370-377 genen Mikroorganismen über ähnliche Fähigkeiten (Abb. Id). Ferner Hujoel PP, Drangsholt M, Spiekerman C, scheint eine Beeinflussung der KHK beispielsweise durch die bei der EntDerouen TA: Periodontal disease and coro-
NEUEGRUPPE
Zündungsreaktion freiwerdenden proinflammatorischen Zytokine denkbar. Möglicherweise muss zusätzlich eine genetische Komponente berücksichtigt werden. Hyperreaktive Monozyten (M0+) könnten bei beiden Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen. Diese M0+ sind Ausdruck eines bestimmten Genotyps und zeigen bei der Aktivierung mit LPS eine übersteigerte Immunreaktion; es besteht die Vermutung, dass Patienten mit diesem Genotyp ein erhöhtes Risiko für rasch fortschreitende Parodontitiden besitzen (Kornman et al. l 997). Da Monozyten auch bei der Entstehung der Arteriosklerose eine zentrale Rolle spielen, sehen manche Autoren in den M0+ das Bindeglied zwischen der Parodontitis und der Entstehung von arteriosklerotischen Veränderungen (Beck et al. 1999). Zur Klärung dieser noch hypothetischen Zusammenhänge sind weitere Untersuchungen erforderlich.
nary heart disease risk. J Am Med Assoc (2000)284; 1406-1410 Hunter W: The role of sepsis and antisepsis in medicine. Lancet (191 1) i; 79-86 Kornman K, Crane A, Wang HY, Di Gio vine FS, Newman MG, Pirk FW, Wilson TG, Higgenbottom FL, Duff GW: The interleukin-1 genotype äs a severity factor in adult periodontal disease. J Clin Periodontol(1997]24;72-77 Mattila KJ, Asikainen S, Wolf J, JousimiesSommer H, Valtonen V, Nieminen M: Age, dental infections, and coronary heart disease. J Dent Res (2000) 79; 756-760 Mattila KJ, Nieminen MS, Valtonen W, Rasi VP, Kesaniemi YA, Syrjala SL, Jungell PS, Isoiuoma M, Hietaniemi K, Jokinen MJ: Association between dental health and acute myocardial infarction. Br Med J (l 989) 25; 779-781 Mattila KJ, Valtonen W, Nieminen M, HuttunenJK: Dental infectionand theriskof new coronary events: prospective study of patients with documented coronary artery disease. Clin Infect Dis (l 995) 20; 588-592 MayoCH: Focal infection of dental origin. Dent Cosmos (l 922) 64; 1206-1208
Bakt. (z.B. P. gingivalis)
LPS
Miller LS, Manwell MA, Newbold D, Reding ME, Rasheed A, BodgettJ, Kornman KS: The relationship between reduction in periodontal inflammation and diabetes control: a report of 9 cases. J Periodontoi (l992) 63; 843-849 Miller WD: The human mouth äs a focus of infection. DentCosmos (l 891) 33; 689-713 Moore WE, Moore LV: The bacteria of periodontal diseases. Periodontoi 2000 (l 994) 5; 66-77 Offenbacher S, KatzVL, FertikGS, Collins J, Boyd D, Maynor G, McKaig R, Beck J: Periodontal infection äs a possible risk factor for preterm Iow birth weight. J Periodontoi (1996) 67; 1103-1113
Abbildung 2: Parodontopgthogene Mikroorganismen und deren LPS gelangen in den Blutkreislauf
Oliver RC, Brown U, Loe H: Periodontal diseases in the United States population. J Periodontoi (1998) 69; 269-278 ROSS R: Atherosclerosis - an infectous disease. N Engl J Med (1999) 340; l 15-1 26
Zusammenfassung Die bisher verfügbaren Studien lassen keine eindeutige Aussage darüber zu, inwieweit die Parodontitis als zusätzlicher Risikofaktor der KHK in Betracht kommt. Schwierigkeiten bereitet insbesondere die multifaktorislle Atiologie der beiden Erkrankungen, die eine statistische Adjustierung hinsichtlich aller bekannten Risikofaktoren erforderlich macht. Möglicherweise werden für eine eindeutige Aussage noch höhere Fallzahlen benötigt. Atiologiemodelle über mögliche Zusammenhänge wurden bereits erarbeitet; ob sie sich bestätigen, müssen weitere Untersuchungen klären. Auch bei der vorzeitigen Geburt untergewichtiger Kinder und bei der Entstehung des Diabetes mellitus wird eine Ursachenbeteiligung der Parodontitis diskutiert (AAP 1998). Es ist nicht auszuschließen, dass noch andere Erkrankungen mit der Parodontitis in Zusammenhang stehen. Aufbauend auf diese Erkenntnisse sollte die Rolle der Parodontologie innerhalb der Medizin neu bewertet werden; der Begriff "periodontal medicine" ist Ausdruck dieser Entwicklung. Möglicherweise ließe sich mit der Etablierung von Parodontitis-Prophylaxe-Programmen innerhalb medizinischer Zentren eine Senkung der Inzidenz beispielsweise der KHK oder der Geburt untergewichtiger Neugeborener erzielen.
.NEUE GRUPPE.
Schäfer JR: Präventive Kardiologie: Prophylaxe der koronaren Herzkrankheit. Schattauer, Stuttgart (1998) Sconyers JR, Crawford JJ, MoriartyJD: Relationship of bacteremia to toothbrushing in patients with periodontitis. J Am Dent Assoc (1973) 87; 616^22 Stary HC: Pathologie der Atherosklerose. In Schwandt P, Richter WO (Hrsg.): Handbuch der Fettstoffwechselstörungen. Schattauer, Stuttgart (l 998), 48-64 Steinberg D: Lipoproteins and the pathogenesis of atherosclerosis. Circulation (l 987) 76; 508-514 Stelzel M, Conrads G, Pankuveit L, Maisch B, Vogt S, Moosdorf R, Flores-de-Jacoby L: PCR-Nachweis von P. gingivalis in der Aortawand. DZZ (2002) in press Stelzel M, Sattler AM, Reiter M, Richter l, Soufi M, Maisch B, Flores-de-Jacoby L, Schäfer J: Parodontale Erkrankung und koronare Herzkrankheit. Perfusion (2002) 15; 89
Modellmontage, Operatipnssimulation und Splintherstellung für Osteotomien des Oberkiefers oder beider Kiefer im Rahmen des Göttinger Konzeptes der gelenkbezüglichen kieferorthopädischen Chirurgie von Rainer Schwestka-Polly Göttingen
Einleitung Kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung ausgeprägter Dysgnathien Die Therapie erwachsener Patienten mit ausgeprägten skelettalen und dento-alveolären Fehlstellungen sowie Einschränkungen der Kaufunktion gehört heutzutage zu den Standardaufgaben von Kieferorthopäden und Kieferchirurgen. Durch die kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung wird neben der neuen Zuordnung der Kiefer und Zähne und somit der Verbesserung der Kaufunktion und Phonetik auch eine Verbesserung der fazialen Ästhetik erreicht (Abb. 1). Biomechanisch-funktionelle Zielsetzung der Therapie Die kombiniert kieferorthopädisch-chirurgische Therapie setzt eine genaue Definition der am Behandlungsende zu erreichenden biomechanisch-funktionellen Zuordnung der Strukturen des Skelettes, der Okklusion und der Kiefergelenke voraus. Das Ziel ist dabei, wie bei jeder zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlung, die zentrische Okklusion mit neutraler Zuordnung der Front- und Seitenzähne in Übereinstimmung mit der zentrischen Kondylenposition bei harmonischer neutraler skelettaler Relation. Dafür wurden umfassende, biomechanisch begründete Konzepte in Statik und Dynamik abgeleitet: In idealer Weise sollen in zentrischer Okklusion die Schneidekanten der unteren Inzisivi am Übergang der palatinalen Konvexität zur palatinalen Konkavität Kontakt mit den oberen Inzisivi haben (Abb. 2) 1 8 < 1 9 . Dieser Übergang kann durch eine Tangente an die palatinale Konvexität und die palatinale Konkavität beschrieben werden. Der Übergang selbst wird als Wendepunkt, die beschriebene Tangente als Wendepunkttangente definiert. Die Längsachsen der unteren Inzisivi in biomechanisch idealer Position stehen senkrecht zur Wendepunkttangente. Sie sind als Tangenten an konzentrische Kreise anzusehen, deren Zentrum im Mittelpunkt der Kondyluskrümmung im Bereich der Kraftübertragung liegt. Im Idealfall ist der Kondylus bei zentrischer Okklusion am Übergang der Fossa temporalis zur Protuberantia articularis positioniert, und die Wendepunkttangente läuft durch den Mittelpunkt des Kondylus. Jeder Zahnkontakt ist als ein Gelenk anzusehen und damit ist das Kiefergelenk als das "distalste Paar der Okklusion" zu betrachten. Konzept einer gelenkbezüglichen kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlung Um bei der Therapie von Patienten mit ausgeprägten Dysgnathien das beschriebene biomechanisch-funktionelle Ziel erreichen zu können, wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden und Kieferchirurgen vor etwa zehn Jahren das Göttinger Behandlungskonzept zur gelenkbezüglichen kieferorthopädisch-chirurgischen Therapie entwickelt17'20'22-26'27: Nach der prächirurgischen Kieferorthopädie zur Ausformung der Zahnbögen von Ober- und Unterkiefer mit einer festsitzenden Apparatur folgt in der zweiten Behandlungsphase die operative Umstellung des zahntragenden Komplexes. Die Umstellung des zahntragenden Oberkieferkomplexes erfolgt dabei in unserer Klinik in den meisten Fällen nach einer Osteotomie auf Le Fort \ - Ebene 1 - 24 . Der zahntragende Unterkieferkomplex wird nach einer sagittalen Spaltung des Unterkiefers in die geplante Position eingestellt 3 ' 12 - 25 - 31 . Eine zunehmende Anzahl von Operationen wird gleichzeitig in beiden Kiefern durchgeführt 13 - 23 . Nach jeder Um-
NEUE GRUPPE
C.L
KL III prä / post OP OK vor, UK rück
Abb. l Extraorale Ansicht der Patientin Ct. mit maxillärer Retrognathie und mandibulärer Prognathie vor dem chirurgischen Eingriff {oben links) sowie nach Urnstellungsosteotomie auf [e Fort l - Ebene, sagittaler Spaltung des Unterkiefers und Kinnkorrektur (oben rechts); intraorale Bilder direkt vor dem Eingriff (Mitte links) und nach Abschluss der Behandlung (Mitte rechts), seitliches Fernröntgenbild direkt post operationem mit Osteosynthesematerial im Bereich des Mittelgesichtes, der Kieferwinkel und des Kinns in situ (unten links); Überlagerung der Durchzeichnungen der seitlichen Fernröntgenbilder, durchgezogene Linien vor dem Eingriff und gepunktete Linien post operationem - es ist eine Vor- und Hochverlagerung des zahntragenden Oberkieferkomplexes und eine Rückverlagerung des zahntragenden Unterkieferkomplexes zu erkennen (unten rechts).
.NEUE GRUPPE.
stellungsosteotomie erfolgt in unserer Klinik eine funktionsstabile Osteosynthese: Sowohl bei Oberkiefer- als auch bei Unterkieferosteotomien wird der jeweilige Osteotomiespalt mit Hilfe einer Osteosyntheseplatte überbrückt, die durch Schraubenfixation mit vier selbstschneidenden Schrauben auf jeder Seite fixiert ist (Miniplatten-System beziehungsweise Panfix-System nach Luhr, Fa. Leibinger, Freiburg, Deutschland). Eine postoperative intermaxilläre Immobilisation entfällt. Mit dem Eingriff der kieferorthopädischen Chirurgie werden die knöchernen Basen von Oberund Unterkiefer in ihrer Anordnung harmonisiert. Dies erfolgt gegebenenfalls zur Profilharmonisierung in Kombination mit einer Kinnosteotomie. Die neue dentale Zuordnung wird über einen postoperativen Okklusionssplint und lockere Führungsgummizüge gesichert, die entgegen der ursprünglichen Abweichung ihren Zug ausüben. Nach der Operation Abb. 2 Biomechanisch begründete Zuordnung im Bereich der Front- und Seitenzähne und im Bereich der Kiefergelenke in zentrischer Okklusion. Im Idealfall ist der Kondyerfolgt im Verlauf der postchirurgischen lus dabei am Übergang der Fossa temporalis zur Protuberantia articularis positioniert. kieferorthopädischen Therapie die Lösung von MK: Mittelpunkt der Kondyluskrümmung im Bereich der Kraftübertragung, WP: Wendepunkt. Restaufgaben im Rahmen der Gesamtbehandlung. Dabei werden geringe noch verbliebene Fehlstellungen der Zähne behoben, und die Kaumuskulatur wird mit Hilfe von intermaxillären Gummizügen entgegen der Richtung der ursprünglichen Abweichung unterstützt, sich an die neue Position der Kiefer zu adaptieren. Eine Besonderheit des Göttinger Therapiekonzeptes im Vergleich zu anderen Vorgehensweisen ist die Einstellung und der Erhalt der zentrischen Kondylenposition vor, während und nach dem kieferchirurgischen Eingriff: Während des Eingriffes werden bei der sagittalen Spaltung des Unterkiefers nach der Osteotomie die Zahnbögen über den Operationssplint exakt in der geplanten neuen Position einander zugeordnet. In dieser Phase der Operation ist aber das proximale Segment mit dem Kiefergelenkkopf in allen drei Dimensionen frei beweglich. Es kann daher unbeabsichtigt und vom Operateur unbemerkt in einer falschen Position zum Os temporale ausgerichtet werden, zumal die manuelle Einstellung in zentrischer Kondylenposition ohne Kontrollvorrichtungen durch die Narkose und Muskelrelaxation erschwert ist. Außerdem treten wegen der Parabelform des Unterkiefers nach der Verlagerung des zahntragenden Segmentes zwischen diesem und dem gelenknahen Segment Spalten und Stufen auf, deren Größe bei der Operationsplanung schwer abzuschätzen ist 1 1 . Da die zentrische Kondylenposition vor und nach der Operation identisch sein muss, sind diese auftretenden Spalten zu erhalten, und das unerwünschte Aufeinanderpressen der Osteotomieflächen und damit eine Positionsänderung des Kiefergelenkkopfes zum Os temporale sind zu vermeiden. Bei einer falschen intraoperativen Zuordnung zwischen dem proximalen und distalen Segment ohne Kontrolle der Kondylenposition erfolgt die Osteosynthese der Segmente in einer fehlerhaften Position zueinander. Eine falsche intraoperative Positionierung des jeweiligen Kiefergelenkkopfes führt dann post operationem zu unerwünschten dreidimensionalen Fehlstellungen von Ober- und Unterkieferzahnbogen zueinander. Beispielsweise kommt es nach einer unbeabsichtigten intraoperativen Verlagerung der Kiefergelenkköpfe nach anterior und kaudal post operationem zu einem dentalen Distalbiss und zu einem frontal offenen
NEUE GRUPPE
Biss. Weiter kann eine intraoperative Fehlpositionierung des Kiefergelenkkopfes post operationem auch pathologische Veränderungen der Kiefergelenkstrukturen hervorrufen10'40. Mögliche Fehleinstellungen sind insbesondere bei Anwendung der stabilen Osteosynthese schwer oder gar nicht zu beheben. Ebenso ist auch bei der operativen Umstellung des gesamten zahntragenden Oberkieferkomplexes auf der [e Fort \ - Ebene der Erhalt der zentrischen Position der Kondylen zu kontrollieren. Nach der Osteotomie wird der Oberkiefer mobilisiert und über einen Operationssplint in die neue dentale Situation eingestellt. Der maxillomandibuläre Komplex wird dann manuell im Kieferwinkelbereich unterstützt und in die postoperative Position rotiert2'8'33. Dabei ist auch hier zu beachten, dass die zentrische Position des Kiefergelenkkopfes zum Os temporale bei neutraler zentrischer Okklusion erhalten werden muss. Erfolgt aber beispielsweise eine Verschiebung der Kondylen nach kaudal und anterior, so wird der zahntragende Oberkieferkomplex in einer falschen Position zum restlichen Schädel zugeordnet, und es kommt nach Abschluss der Operation bei dann wieder zentrischer Kondylenposition analog zu der Situation bei Umstellungsosteotomien des Unterkiefers zu einem frontal offenen Biss und zu einer dentalen Distalrelation. Auch diese Proble- Abb. 3 Positionierungsplatte zur Einstellung der zentrischen Kondylenposition bei kombinierten Osteotomien des Ober- und Unterkiefers im Bereich der Lateralflächen matik bei Umstellungsosteotomien des zahn- des aufsteigenden Unterkieferastes und des Jochbeines in situ. Die Positionierungsplatte tragenden Oberkieferkomplexes ist bekannt wird ebenso wie die intraoperative intermaxilläre Immobilisierung am Ende der 6,21,30,32,34,35,36,45 _
Operation entfernt.
Zur Lösung der beschriebenen Probleme wurde in unserer Klinik die Technik der Kiefergelenkpositionierung mit speziellen Positionierungsplatten bei sagittalen Spaltungen des Unterkiefers beziehungsweise der Positionskontrolle der Kiefergelenke mit Hilfe eines Operations-Gesichtsbogens bei Le Fort \ - Osteotomien des Oberkiefers entwickelt (Abb. 3). Damit ist gewährleistet, dass die zentrische Kondylenposition während der Operation reproduzierbar eingestellt werden kann. Diese Technik wird seit ihrer Entwicklung in der Göttinger Klinik konsequent bei allen Umstellungsosteotomien angewandt. Der Erhalt der zentrischen Kondylenposition ist Voraussetzung für die Zuordnung der knöchernen Strukturen, der Zahnbögen und der Kiefergelenke in der gewünschten biomechanisch idealen Position. Bereits die Operationssimulation erfolgt mit Modellen, die in zentrischer Kondylenposition montiert werden.
Material und Methode Das Vorgehen nach dem Göttinger Konzept bei der Modellmontage, der Operationssimulation und der Splintherstellung wird hier am Beispiel eines Patienten erläutert, der bimaxillär operiert werden soll. Modellmontage Die Modelle von Ober- und Unterkiefer werden in einem halbindividuell oder voll justierbaren Artikulator montiert. Sie können mit Hilfe des MagnetSplitcastformers für die Aufnahme im Artikulator vorbereitet werden. Das Oberkiefermodell mit Magnet-Splitcast wird unter Anwendung des Anatomischen Transferbogens (Fa. SAM, München, Deutschland) mit Hilfe
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einer Magnet-Montageplatte am Oberteil des Artikulators SAM 3 montiert (Abb. 4). Bei Patienten mit Dysgnathien bestehen häufig ausgeprägte dreidimensionale Diskrepanzen zwischen der Lage des Ober- und des Unterkieferzahnbogens zueinander. Beispielsweise findet man bei diesen Patienten speziell im Frontzahnbereich große sagittale Stufen sowie ausgeprägte offene oder tiefe Relationen. Beim Übertragen der zentrischen Kondylenposition vom Mund des Patienten in den Artikulator kann sich bei der Montage ein Zentrikregistrat mit einer Basis aus Wachs oder Metallfolie aufgrund der beschriebenen Diskrepanzen leicht verbiegen. Um diesen Abb. 4 Modellmontage des Oberkiefers mit Hilfe eines Anatomischen TransferFehler zu vermeiden, wird im zahntechnischen bogens. Labor eine stabile Basis aus autopolymerisierendem Kunststoff vorbereitet. Zur Herstellung der Basis wird das Unterkiefermodell nur provisorisch mit Hilfe eines Wachsbisses im Artikulator mit Gips fixiert (Abb. 5). Die Oberseite der Basis wird ausgearbeitet und poliert. Auf der Unterseite werden die Impressionen zurückgeschliffen. Die Unterseite wird nicht poliert. Das Unterkiefermodell wird aus seiner provisorischen Befestigung im Artikulator gelöst. Die Kunststoffbasis für das Zentrikregistrat wird im Mund des Patienten auf die Oberkieferzahnreihe aufgesetzt, und die Passform wird kontrolliert. Auf der Unterseite werden drei Stopps, beispielsweise aus Aluwachs Abb. 5 Zuordnung des Unterkieferzahnbogens zum aufgebracht (Aluwax Dental Products, Grand Rapids, USA). Das Oberkieferzahnbogen zunächst nur durch einen WachsZentrikregistrat wird im Mund des Patienten genommen (Abb. bis zur Anfertigung einer Basis aus Kunststoff für das Zentrikregistrat. 6). Das Unterkiefermodell mit Magnet-Splitcast wird mit dem Zentrikregistrat dem Modell des Oberkiefers zugeordnet und am Artikulator mit Gips befestigt. Damit sind die Modelle von Ober- und Unterkiefer exakt in zentrischer Kondylenposition bezüglich der Scharnierachs-Orbital-Ebene montiert (Abb. 7). Es werden zwei Modellpaare in zwei Artikulatoren montiert. Im ersten Artikulator bleiben die Modelle in zentrischer Kondylenposition montiert17, im zweiten Artikulator erfolgt die Modelloperation 4 ' 5 ' 9 * 14 ' 15 - 16 ' 42 ' 43 . Um die Zuordnung der Zähne von Ober- und Unterkieferzahnbogen exakt beurteilen zu können, kann das Unterkiefermodell als Sägemodell mit einem FrontAbb. 6 Unterseite des Zentrikregistrates mit einer Basis zahnsegmente und zwei Seitenzahnsegmenten gestaltet werden. aus Kunststoff und Stopps aus Aluwachs. Diese Segmente können zur Kontrolle der Okklusion in der Zentrik sowie bei Exkursionsbewegungen des Unterkiefers entfernt und wieder eingesetzt werden. <l
*
Modelloperation
Abb. 7 Montage des Unterkiefermodells mit Hilfe des Zentrikregistrates Artikulator.
Bei der Modelloperation haben sich Messungen mit einem Lineal auf dem Sockel des Gipsmodells oberhalb der Zahnreihe sowie Sägeschnitte entlang einer geplanten Osteotomielinie als nicht genügend exakte Methode für die Positionierung des Oberkiefers erwiesen (Abb. 8). In der Literatur werden im Bereich des Zahnbogens im Extremfall Abweichungen der tatsächlichen von der geplanten Position in der Vertikalen von 5,5 mm und in der Sagittalen von 3,8 mm beschrieben7. Dies gilt vor allem, wenn der Oberkiefer in
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mehreren Dimensionen zugleich umgestellt wird. Beispielsweise bewegt sich die Inzisalkante eines oberen Schneidezahnes bei einer Vorverlagerung und dorsalen Hochverlagerung des zahntragenden Komplexes ungewollt nach posterior (Abb. 8). Um dieses Problem zu lösen, wurde eine Vorrichtung für eine exakte Modelloperation entwickelt 37 , im Routinebetrieb eingesetzt und modifiziert. Diese Vorrichtung steht jetzt als "Modell-Repositionierungs-lnstrument" zur Verfügung. Modell - Repositionierungs - Instrument Mit dem "Modell-Repositionierungs-lnstrument" (Fa. SAM, München, Deutschland) ist es möglich, die Position von drei Referenzpunkten direkt an den Vestibulärflächen von drei Zähnen eines im Artikulator montierten Modells gleichzeitig zu messen. Dies erfolgt mit Hilfe von drei Messspitzen (Abb. 9). Weiter ist es möglich, ein Modell exakt von einer Ausgangs- in eine Zielposition zu verlagern. Dabei wird das Modell nach seiner Mobilisierung von den drei Messspitzen gehalten. Diese bewegen sich in einem rechtwinkligen Koordinatensystem. Die Bezugsebene ist die Scharnierachs-Orbital-Ebene, die parallel zur Oberseite des Artikulatoroberteils verläuft. Es können relative Verlagerungsstrecken für die drei Referenzpunkte in der Sagittalen, Vertikalen und Transversalen eingestellt werden. Dies erlaubt, metrische Verlagerungen, die klinisch oder am Röntgenbild geplant wurden, bei der Operationssimulation genau auf das Modell zu übertragen. Damit wird es möglich, einen Zahnbogen räumlich kontrolliert umzustellen. Das "Modell-Repositionierungs-lnstrument" wird anstelle des Inzisaltisches am Artikulatoroberteil eines halbindividuell oder voll justierbaren Artikulators befestigt. Anstelle des Inzisalstiftes wird am Artikulatorunterteil ein planer Auflagetisch montiert. Das "Modell-Repositionierungs-lnstrument" besteht aus einer Gabel, die drei Messspitzen (l, II und III) trägt und die parallel zum Oberteils des Artikulators verläuft. Die Gabel wird durch eine Kreuzklemme mit einer Haltevorrichtung aus zwei horizontalen und vertikalen Stäben sowie zwei Kreuzklemmen mit dem Oberteil des Artikulators verbunden. Diese Befestigung ermöglicht eine dreidimensional kontrollierte Justierung der gesamten Gabel. Die erste Messspitze erlaubt ein räumliches Messen der Position eines Schneidezahnes. Eine zweite und eine dritte Messspitze sind jeweils mit Hilfe einer vertikalen Stange und einer Kreuzklemme im Bereich der Molaren an der Gabel befestigt. Durch eine Führung mit Schraube lässt sich jede dieser Messspitzen in
Abb. 8 Bisher angewandte Methode bei der Modelloperation mit Messungen und Verschiebungen des zahntragenden Komplexes am Sockel des Oberkiefermodells (oben); dabei bewegt sich beispielsweise die Inzisalkante eines oberen Schneidezahnes bei einer geplanten Vorverlagerung und dorsalen Hochverlagerung des zahntragenden Komplexes ungewollt nach posterior (unten links und rechts); modifiziert nach ELLIS, 1990.
Abb. 9 "Modell-Repositionierungs-lnstrument" mit den Messspitzen hier montiert am Artikulator SAM 3.
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II und
der Transversalen verschieben und arretieren. Sie erlauben ein dreidimensionales Messen der Position des l. oder 2. Molaren jeder Seite. Das Gerät ist anwendbar bei Osteotomien des vollständigen oder segmentierten Ober- und Unterkiefers. Vorbereitung der Modelle zur Aufnahme in das ModellRepositionierungs-lnstrument
Abb. 10 Instrumente und Material für die Vorbereitung des Modells.
Zur Vorbereitung des Modelles für die Aufnahme im "ModellRepositionierungs-lnstrument" werden ein Dübelbohrer, ein Dübelsetzer und drei Dübel benötigt (Abb. 10). Am Modell des Oberkiefers wird jeweils mit dem Dübelbohrer im Bereich der Inzisalkante des rechten mittleren Schneidezahnes und des mesio-bukkalen Höckers des rechten und linken 1. oder 2. Molaren ein Loch gebohrt. Mit Hilfe des Dübelsetzers werden drei Dübel gesetzt und mit Cyanacrylat-Kleber fixiert (Abb. 11). Anwendung bei Umstellungsosteotomien des Oberkiefers
Abb. l l Vorbereitung am Modell.
Abb. 12 "Modell-Repositionierungs-lnstrument" in der Ausgangssituation zur Modelloperation des Oberkiefers.
In der Ausgangsposition werden die Messspitzen auf die Referenzpunkte an der Inzisalkante des rechten oberen Schneidezahnes und jeweils am mesiobukkalen Höcker des l. oder 2. oberen Molaren jeder Seite eingestellt (Abb. 12). Die Koordinaten für die relative präoperative Position der Referenzpunkte werden in allen drei Dimensionen an Skalen gemessen und registriert. Das Oberkiefermodell wird unabhängig von einer Osteotomielinie von seinem Sockel gelöst. Entsprechend der Planung werden die relativen Verlagerungsstrecken der Referenzpunkte in allen drei Dimensionen am "Modell-Repositionierungs-lnstrument" eingestellt (Abb. l 3). Dabei wird das mobilisierte Oberkiefermodell von den Messspitzen gehalten. Die Position des Modells kann gleichzeitig in Relation zum Unterkiefer kontrolliert werden. Anschließend wird das Oberkiefermodell in der geplanten Position am Artikulatoroberteil mit einem zweiten MagnetSplitcast und einer zweiten Magnet-Montageplatte festgegipst (Abb. 14). Das Oberkiefermodell ist dreidimensional in Bezug auf das Artikulatoroberteil verlagert, das heißt hier bezüglich der Scharnierachs-Orbital-Ebene. Damit ist das Oberkiefermodell bezüglich des Artikulatoroberteils von einer präoperativen Position in zentrischer Kondylenpositon in eine postoperative Position in zentrischer Kondylenposition mit den geplanten, geprüften und gegebenenfalls modifizierten Verlagerungstrecken umgestellt worden. Anwendung bei Umstellungsosteotomien des Unterkiefers
Abb. 13 Umstellung des zahntragenden Oberkieferkomplexes entsprechend der Planung.
Bei Umstellungsosteotomien des Unterkiefers wird entsprechend vorgegangen. Die drei Messspitzen werden auf die drei Referenzpunkte am Zahnbogen des Unterkiefers eingestellt. Ihre Position wird an den Skalen abgelesen und notiert (Abb. 15). Anschließend wird der zahntragende Unterkieferkomplex vom ersten Magnet-Splitcast gelöst, unter Anwendung des "Modell-Repositionierungs-lnstrumentes" in die geplante Position in bezüglich des Oberkieferzahnbogen ein-
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gestellt und mit Hilfe eines zweiten Magnet-Splitcast und einer zweiten Magnet-Montageplatte in der gewünschten Position festgegipst (Abb. 16). Nach der Modelloperation wird das "Modell-Repositionierungs-lnstrument" wieder vom Artikulator entfernt. Der Inzisalstift und der Inzisaltisch werden wieder eingesetzt. Die Operationssplinte werden aus autopolymerisierendem Kunststoff angefertigt. Außerdem wird ein sogenannter postoperativer Splint hergestellt, der die neue dentale Situation am Ende der Operation repräsentiert. Er ist zierlicher als ein Operationssplint gestaltet und ähnelt einem Aktivator ohne Drahtelemente.
Abb. 14 Befestigung des Oberkiefermodells in der geplanten Position.
Splintherstellung Herstellung des die Zentrik repräsentierenden Operationssplintes (Zentriksplint) Für die präoperative Situation wird der erste, hier dargestellte Splint zur Positionierung des Unterkiefers sowie der Kiefergelenke in zentrischer Kondylenposition hergestellt. Dieser Operationssplint repräsentiert die zentrische Kondylenpostion. Mit ihm wird während des chirurgischen Eingriffes die Zentrik vom Artikulator auf den Patienten übertragen (Abb. 17). Die Operationssplinte für Umstellungsosteotomien auf Le Fort\ - Ebene tragen nach dem Göttinger Konzept jeweils an identischer Position bezogen auf den Unterkieferzahnbogen einen Vierkant. Der Vierkant des ersten Operationssplintes, des Zentriksplintes, wird vor der Operation im Artikulator mit einem Operations-Gesichtsbogens verbunden (modifiziert aus dem System der Fa. SAM, München, Deutschland). Die Achsstifte des Operations-Gesichtsbogens werden am Artikulator auf die arbiträre Scharnierachse justiert. Während des chirurgischen Eingriffs wird zunächst dieser Splint eingesetzt, und es erfolgt eine intraoperative intermaxilläre Fixation. Die vor dem Eingriff bei der Modellmontage gewonnene zentrische Kondylenposition jedes Kiefergelenkes, repräsentiert durch die Spitzen der Achsstifte des Operations-Gesichtsbogen, wird während des chirurgischen Eingriffes mit Hilfe einer Farblösung auf die Haut des Patienten zurück übertragen und damit reproduzierbar gemacht. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die präoperative zentrische Kondylenposition während des Eingriffes exakt auf den Patienten übertragen wird, zumal prä- und intraoperative Zentrik differieren können29. Bei Umstellungsosteotomien beider Kiefer wird die zentrische Kondylenposition zusätzlich mit Positionierungsplatten (/.ufir-System, Fa. Leibinger, Deutschland) fixiert, die von der Lateralfläche des aufsteigenden Unterkieferastes zur Lateralfläche des Jochbeins jeder Seite verlaufen. Bei Eingriffen im Ober- und Unterkiefer wird nach dem Göttinger Konzept zunächst der Oberkiefer operiert.
Abb. 15 "Modell-Repositionierungs-lnstrument" in de Ausgangsposition des Unterkiefers.
I
Abb. 16 Einstellung des zahntragenden Unterkieferkomplc in der geplanten Position.
Abb. 17a Herstellung des Operationssplintes, der die zentrische Kondylenposition repräsentiert.
Herstellung des Operationssplintes zur Verlagerung des Oberkiefers (nach dem 3 D -Doppelsplint - Verfahren) Die Übertragung der in der Modelloperation eingestellten Position des zahntragenden Oberkieferkomplexes zum restlichen Schädel unter besonderer Berücksichtigung der vertikalen Einstellung war während des chirurgischen Eingriffes häufig nur unzureichend genau möglich. Die Einstellung des zahntragenden Unterkieferkomplexes war dagegen unproblematisch, da der Zahnbogen des Oberkiefers als Bezug Abb. 17b Herstellung des Operationssplintes, der die zentri diente. In der Literatur wird im Bereich des Oberkieferzahnsehe KondylenposiHon repräsentiert. bogens über maximale Abweichungen in der Vertikalen von 15,0 mm und in der Sagittalen von 6,0 mm zwischen der geplanten und der während des Eingriffes tatsächlich erreichten Position berichtet28. Dies liegt daran, dass nach der Mobilisierung des Oberkiefers und der Einstellung der geplanten dentalen Zuordnung über den zweiten Operationssplint zunächst einmal nur eine Zuordnung der Zahnbögen in der Sagittalen und in der Transversalen erfolgt ist. Da der maxillomandibuläre Komplex unter Erhalt der zentrischen Kondylenposition nach anterior und kranial rotiert wird, ist eine zusätzliche Kontrolle der vertikalen Einstellung erforderlich (Abb. 18). Dies erfolgt in der Regel mit einem ersten Referenzpunkt am Oberkiefer unterhalb der Osteotomieebene, also in einem Bereich, der während der chirurgischen Eingriffes bewegt wird, und einem zweiten Referenzpunkt entweder intraoral am Knochen oberhalb der Osteotomieebene oder extraoral an der Nasenwurzel. Die Hauptschwierigkeit bei der Einstellung der Vertikalposition besteht bei beiden Methoden darin, dass sich der untere Referenzpunkt insbesondere bei ausgeprägten Bewegungen in der Sagittalebene und bei transversalen Schwenkungen verschiebt. Die Abweichungen waren bei der intraoralen im Vergleich zur extraoralen Kontrollmethode mit einem Zirkel größer. Dies liegt daran, dass bei der intraoralen Kontrollmethode die Messstrecken kürzer sind und damit der relative Fehler vergleichsweise größer ist als bei der extraoralen Kontrollmethode mit langen Messstrecken41'44. Um dieses Problem zu lösen, wurde das "3D-Doppelsplint-Verfahren" zur räumlich kontrollierten Einstellung des Oberkiefers während des chirurgischen Eingriffes entwickelt38-39.
Abb, l 8 Beim chirurgischen Eingriff ist eine Rotation des maxillo-mandibulären Komplexes nach kranial ist mit einer Verschiebung nach anterior verbunden (oben links und rechts); die Kontrolle der vertikalen Einstellung des zahntragenden Oberkieferkomplexes war insbesondere bei ausgeprägten Verlagerungen in der Sagittalen und ausgeprägten transversalen Schwenkungen bisher ungenau, denn bei Messungen mit einem Zirkel zwischen einem Referenzpunkt oberhalb der Osteotomieebene, eins, und einem Referenzpunkt am bewegten Oberkiefer, zwei, bewegt sich der untere Referenzpunkt (unten links und rechts).
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Für die Splintherstellung bei Oberkieferosteotomien wird im Artikulator ein, insbesondere in der Vertikalen, reproduzierbares Bezugssystem aufgebaut, das aus einem Artikulatoroberteil, Kondylargehäusen, einem Artikulatorunterteil und Stützstift aufgebaut. Dabei bleibt die Länge des Stützstiftes für die prä- sowie postoperative Situation konstant (Abb. 19). Hier-
durch wird es möglich, einen postoperativen Splint anzufertigen, durch den die geplante Verlagerung des Oberkiefers in allen drei Dimensionen festgelegt ist. Für die präoperative Situation wird der erste, hier dargestellte Splint zur Positionierung des Unterkiefers sowie der Kiefergelenke in zentrischer Kondylenposition im Artikulator hergestellt, für die postoperative Situation wird der zweite Splint, zur dreidimensional kontrollierten Einstellung des Oberkiefers angefertigt. Beispielsweise repräsentiert der zweite Operationssplint bei einer geplanten Hochverlagerung des Oberkiefers durch eine entsprechend vergrößerte vertikale Dicke auch die Veränderung in dieser Dimension. Während des chirurgischen Eingriffes wird die geplante Position des Oberkiefers in der sagittalen und transversalen Dimension durch den Operationssplint vorgegeben. Die Vertikalkontrolle basiert darauf, dass die vertikale Position des Unterkiefers in Relation zum Schädel oberhalb der Osteotomielinie in der prä- und postoperativen Situation exakt reproduziert wird (Abb. 20). Mit dem ersten Operationssplint wird die zentrische Kondylenposition vom Artikulator auf den Patienten übertragen. Mit einem Zirkel wird zusätzlich eine Referenzstrecke zwischen dem Brocket eines Eckzahnes des Unterkiefers und einem Referenzpunkt, z.B. einem Bohrloch, im Knochen oberhalb der Osteotomielinie gemessen. Ausgehend von dieser festgelegten Unterkieferposition wird der Oberkiefer nach seiner Mobilisierung mit Hilfe der Operationssplinte dreidimensional eingestellt. Die vertikale Referenzstrecke in der postoperativen Situation muss exakt identisch mit der präoperativen Situation sein. Dann ist der Oberkiefer räumlich kontrolliert eingestellt. Der Operationssplint, der die Position des operierten Oberkiefers repräsentiert, ist hier mit„T' markiert (Abb. 21).
erster Splint
zweiter Spiint
Abb. l 9 Prinzip der Einstellung der Artikulatoren für die Herstellung der Operationssplinte für die Umstellung des Oberkiefers nach dem "3D-Doppelsplinfr-Verfahren". Die Stützstiftlänge der Artikulatoren, die die prä- und postoperative Situation repräsentieren, ist jeweils konstant (VDART = constant).
VD_ = constant
Abb. 20 Prinzip der Einstellung der Oberkiefers während des chirurgischen Eingriffes nach dem "SDDoppelsplint-Verfahren". Die Referenzstrecke im Zirkel ist in der prä- und postoperativen Situation konstant (VDPat = constant).
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Herstellung des die Verlagerung des Unterkiefers repräsentierenden Operationssplintes Der die geplante Position der Zahnbögen am Ende der Operation repräsentierende Splint wird abschließend im Artikulator hergestellt, der die Verlagerung des Unterkiefers wiedergibt. Dieser Splint wird auch nach der Operation als postoperativer Splint für mehrere Wochen im Munde des Patienten belassen (Abb. 22). Diskussion
Abb. 21 Herstellung des Operationssplintes, der die wünschte Position des Oberkiefers repräsentiert.
Bei der Modelloperation unter Anwendung "Modell-Repositionierungs-lnstrumentes" wird im Vergleich zu bisher angewandten Methoden eine besser kontrollierte Einstellung des zahntragenden Komplexes zur Bezugsebene möglich. Das zeitaufwendige Einzeichnen von Referenzlinien auf dem Sockel des Modells und das Sägen entlang dieser Linien entfallen. Damit verbunden ist eine Vereinfachung und Zeitersparnis bei der Modelloperation. Während des chirurgischen Eingriffes entfallen bei Umstellungsosteotomien des Oberkiefers aufwendige Messungen zur kontrollierten Einstellung des zahntragenden Komplexes, lediglich eine einzige Referenzstrecke ist konstant einzustellen. In Kombination mit den bewährten Göttinger Techniken zur intraoperativen Positionierung der Kondylen konnten beispielsweise die geplanten und während der Modelloperation eingestellten Verlagerungen des zahntragenden Oberkieferkomplexes durch den chirurgischen Eingriff mit einer Genauigkeit von +/- l mm in der Vertikalen und Sagittalen auf den Patienten übertragen werden. Dies bedeutet eine weitere Optimierung der Patientenbehandlung. Zusammenfassung
Wesentliche Bestandteile eines Verfahrens der gelenkorientierten kieferortopädischen Chirurgie sind korrekte Modellmontage im Artikulator, die räumlich kontrollierte Einstellung der Zahnbögen bei der Modelloperation, die exakte Herstellung der Operationssplinte und die genaue Übertragung der im Artikulator eingestellten Position der Zahnbögen mit Hilfe der Operationssplinte während des chirurgischen Eingriffes auf den Patienten. Die Operationssplinte dienen Abb. 22 Herste ung des Operationssplintes, der die ge wünschte Position des Unter kiefers repräsentiert. während des Eingriffes erstens dazu, vor der eigentlichen Durchtrennung der Kiefer die Kondylen in die gewünschte zentrische Position einzustellen, und zweitens erfüllen sie die Aufgabe, das zahntragende Segment des jeweils operierten Kiefers entsprechend der Planung dreidimensional in Relation zum Gegenkiefer und zum restlichen Schädel zu positionieren. Die gelenkorientierte Modellmontage im Artikulator, die Modeloperation mit räumlich kontrollierter Einstellung der zahntragenden Segmente und die Anfertigung der Operationssplinte im Rahmen des Göttinger Konzeptes zur gelenkorientierten kieferorthopädischen Chirurgie werden am Beispiel eines Patienten, der bimaxillär operiert wurde, beschrieben.
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Digitale Fotografie für die Praxis von Wolfgang Bengel
Bensheim
Ein vermehrter Einsatz der EDV in zahnärztlichen Praxen lässt die Frage aufkommen, ob Bilddokumente nicht vorteilhaft gleich auf elektronischem Weg erzeugt und abgespeichert werden sollten. Dies hätte den Vorteil, dass auf den Umweg über das Fotolabor verzichtet werden könnte, und die Bilder sofort verfügbar wären. Es stellt sich daher die Frage: Ist ein Umstieg auf die digitale Fotografie zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll? Eine gewisse Verbreitung haben in den letzten Jahren intraorale Videokameras gefunden. Mit ihnen ist eine elektronische Bildaufzeichnung möglich. Daneben lassen sich die Bilder relativ einfach in ein Archiv übernehmen. Die Qualität derartiger Aufnahmen ist jedoch begrenzt. Sie reicht für eine gute Bildschirmdarstellung aus bzw. für einen Druck akzeptabler Qualität bis etwa Sofortbildgröße. Ein weiterer Nachteil der Videosysteme liegt darin, dass die Bilder bei vielen Systemen relativ stark verzeichnet sind, da mit Weirwinkeloptiken aufgezeichnet wird. Für viele Anwender wird eine solche Videolösung vollkommen ausreichen. Strebt man jedoch eine Bildqualität an, die sich mit der der konventionellen Fotografie vergleichen lässt, sind Videokameras nicht die Lösung. Hier muss man digitale Fotoapparate verwenden. Technische Grundlagen Bildaufzeichnung Digitalkameras besitzen dort, wo herkömmliche Fotoapparate die Filmebene haben, ein elektronisches Bauteil (meist ein CCD-Chip), das in der Lage ist, auffallendes Licht in ein elektrisches Signal umzuwandeln. Dieser Prozess lässt sich in Einzelschritte zerlegen, um ihn verständlicher zu machen. In Wirklichkeit laufen die einzelnen Prozesse parallel und zeitgleich ab. • • • •
Aufrasterung des Bildes in Pixel Helligkeitsbestimmung der Pixel Umwandlung analog - digital Hinzufügen der Farbinformation
Aufrasterung des Bildes in Pixel Zunächst wird das Bild in einzelne Bildpunkte aufgeteilt. Je mehr dies sind, desto feiner aufgelöst und schärfer erscheint uns das Bild. Gute Digitalkameras rastern ein Bild derzeit in 3-6 Millionen Bildpunkte (picture elements = pixel) auf. Die Aufrasterung geschieht durch den CCD-Chip, der aus etwa 3-6 Millionen CCD-Elementen besteht und auf den das Bild durch die Optik projiziert wird. Jedes einzelne CCD-Element ist in der Lage, auffallendes Licht in ein Stromsignal umzuwandeln. In erster Näherung bestimmt also die Anzahl der CCD-Elemente die Bildqualität: je mehr CCD-Elemente ein Chip hat, desto besser ist die Bildqualität. (Abb.l) Helligkeitsbestimmung der Bildpunkte Die Energie des auf das CCD-Element fallenden Lichts setzt in der Silikonschicht Elektronen frei. Jedes CCD-Element liefert also ein elektrisches Signal, das proportional zur Stärke des von der Vorlage reflektierten Lichts ist, das auf die Zelle trifft.
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Analog-Digital-Wandler Ein Analog/Digital-Wandler (A/D-Wandler) setzt die in stufenlosen Spannungswerten vorliegenden Informationen in eine begrenzte Anzahl von Digitalwerten um. Ein wichtiges Qualitätskriterium für derartige Wandler (Digitizer) ist die Anzahl der Helligkeitswerte, die von ihnen unterschieden werden können. Neben der Auflösung, die von der Anzahl der Bildpunkte bestimmt wird, der sogenannten Pixelauflösung oder besser als „Strukturauflösung" bezeichnet, gibt es also noch eine Graustufen- bzw. Farbauflösung, die etwas über die Fähigkeit aussagt, Graustufen bzw. Farben zu unterscheiden.
Abb. l Schema der Funktion sweise dig tgler Bildaufzeichnung. (Aus W. Benge!: Dentale Fotografie - konventionell und digital. Quintessenz
Das Bild besteht zum jetzigen Zeitpunkt aus etwa 3-6 Millionen Bildpunkten, die sich hinsichtlich ihrer Helligkeitswerte unterscheiden. Nun muss noch Farbe ins Bild. Farbinformation Ein Farbbild verfügt neben der Helligkeitsinformation auch über eine Farbinformation. Die CCD-Elemente (Photosensoren) sind jedoch nur in der Lage, die Intensität (Helligkeit) des Lichts zu messen. Unterschiedliche Wellenlängen (Farben) können nicht registriert werden. Um die Farbinformation zu speichern, wendet man einen Kunstgriff an, indem man die Farben durch Vorschalten geeigneter Filter in einen Rot-, Grün- und Blauanteil zerlegt. Dies geschieht meist über Mosaikfilter. (Abb. 2) Eine Alternative zu den herkömmlichen CCD-Chips stellt die Abb. 2 Schema eines CMOS-Technologie dar (CMOS = Complementary Metal Infrarot - Sperrfilter. Oxide Semiconductor). Der Vorteil der CMOS-Chips besteht u.a. darin, dass er die gesamte Schaltung in sich vereinigt, während ein CCD - Chip bis zu sechs unterstützende Chips mit jeweils eigener Stromversorgung benötigt. Ein CMOS-Chip benötigt nur etwa 1/10 der Strommenge, die ein CCD-Chip benötigt. Speicherung in der Kamera Neben dem CCD-Chip bestimmen jedoch auch noch andere elektronische Bauteile Qualitätsunterschiede verschiedener Kameramodelle. So werden die Bilddateien zuerst in einen Arbeitsspeicher und von dort in den kamerainternen Dauerspeicher geschrieben. Kapazität und Arbeitsgeschwindigkeit dieser Speichermedien bestimmen die mögliche Bildfolgezeit. Amateurkameras erlauben in der Regel eine Bildfolge von zwei oder drei Aufnahmen, dann benötigt der Kamerarechner Zeit, um die Daten zu verarbeiten. Professionelle Spitzenkameras wie z.B. die Nikon Dl, können bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde aufnehmen und im Serienbildmodus bis zu 21 Aufnahmen. Dies setzt natürlich eine wesentlich aufwendigere Elektronik voraus, als dies in Amateurkameras erforderlich ist. Als Speichermedien sind die unterschiedlichsten Lösungen im Einsatz, von der l ,4 Zoll-Diskette bis zur Wechself estplatte. Die derzeit für uns interessantesten Speichermedien sind: • •
CompactFlash-Karten (Kapazität derzeit bis l GB) IBM Microdrive (340 MB bis l GB) (Abb. 3)
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Mosaikfilters mit vorgeschaltetem
Anschluss an den PC Spätestens, wenn das kamerainterne Speichermedium voll ist, müssen die Bilddaten zum Rechner übertragen werden. Hierzu stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Der Datentransfer kann per Kabel erfolgen, kabellos oder mittels der kamerainternen Speichermedien.
Abb. 3 Nikon Dl x mit IBM Microdrive.
Relativ langsam ist die Bildübertragung über den seriellen Port des Rechners mittels Kabel. Dies sollte nur im Notfall durchgeführt werden. Wesentlich schneller läuft die Übertragung über die USB-Schnittstelle (USB = Universal Serial Bus). Professionelle Kameras bieten eine Übertragung per SCSI-Schnittstelle oder das neue, noch schnellere IEEE l 394-lnterface (FireWire). Von ganz speziellen Anwendungen abgesehen, ist es sinnvoll und praktisch, die Kamera losgelöst vom Rechner zu betreiben. Unproblematisch ist die Datenübertragung mittels der kamerainternen Speichermedien. Für Speichermedien von Amateurkameras sind Adapter empfehlenswert. Preiswerte PC-Karten-Adapter stehen sowohl für SmartMedia-Karten als auch für CompactFlash-Karten zur Verfügung. Ein Anschluss ist somit über den PC-Karten-Slot von Notebooks, als auch über Lesegeräte möglich. /Camerosysteme Spätestens seit der Photokina l 996 wird der Markt von Digitalkameras geradezu überschwemmt. Es ist daher unmöglich, einen kompletten, aktuellen Marktüberblick zu präsentieren, da die technische Halbwertszeit dieser Produkte extrem kurz ist. Hierzu findet man im Internet ausreichende Informationen z.B.: http://www.kameranet.de/mainweb/kameranet.htm. http://digitaleyes.de/store/index.php http://www.pixel-photo.de/links.htm Im hier vorgegebenen Rahmen werden nur einige Kameras genannt, die einen sinnvollen Einsatz im Bereich der Dentalfotografie ermöglichen, ohne eine Vollständigkeit anzustreben. Die Kameras lassen sich grob in verschiedene Gruppen einteilen: Amateurkameras, Semiprofessionelle Kameras und Professionelle Kamerasysteme. Semiprofessionelle Kameras Olympus C 25001 Kameratyp: digitale 3fach Zoom Spiegelreflexkamera ohne Wechselobjektive Brennweitenbereich: 26-1 10 mm äquivalent zu Kleinbild 2/3 Zoll CCD mit 2,5 Millionen Pixel CCD CCD-Chip/Auflösung: Aufnahmedistanz Standard: 0,6 m - Unendlich; Nahaufnahme: 0,3 m - 0,6 m, Supernahaufnahme: 0,02 - 0,6 m Für diese Kamera wurde von Lester Dine (USA) eine Ring-, Seitenblitzkombination adaptiert, so dass auch intraorale Aufnahmen - soweit die Optik dies zulässt - möglich sind.
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Nikon CoolPix 5000 (Abb.4) Kameratyp: digitale Sucherkamera, optischer Sucher . Brennweitenbereich: 28-85 mm äquivalent zu Kleinbild CCD-Chip/Auflösung: ca. 5,2 Mio Pixel CCD Aufnahmedistanz: Standard: 0,3 m - unendlich Makromodus: 2 cm - unendlich Speichermedium: CompactFlashkarten Besonderheiten: Auslöseverzögerung nur ca. 0,1 s, Dioptrieneinstellung, Tele-, Weitwinkel und Fisheye-Objektivvorsätze, Filmsequenzmodus für 40 s mit 15 Bildern pro Sekunde.
Abb. 4 Die Coolpix liefert Bilddateien, die bis zu einer Größe von DIN A3 gedruckt werden können(Tintenstrahler)
Olympus Camedia E-20 (Abb. 5) Nachfolgemodell der E-10 mit 5 Mpixel Chip. Objektiv: Olympus Objektiv 9 - 3 6 mm äquvalent zu 3 5 - 1 4 0 mm. Es handelt sich hierbei um eine Spiegelreflexkamera mit Festobjektiv, die durchaus professionellen Ansprüchen genügt. Speziell für zahnmedizinische Anforderungen müssen jedoch auch hierbei Kompromisse eingegangen werden. Minolta Dimage/ (Abb. 6) Erste Consumer Kamera auf dem Markt mit 5 Megapixel. Objektiv: Zfach optisches Zoom von 28 - 200 mm Brennweite. Kürzeste Einstellentfernung ca. 13 cm. Das besondere an dieser Sucherkamera liegt darin, dass externe Blitzgeräte von Minolta (wie Makroblitz 2400 und Ringblitz 600) verwendet werden können.
Abb. 5 Olympus Camedia E-20
Professionelle Digitalkameras Hierbei handelt es sich durchweg um Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven, die entweder Spezialkonstruktionen sind oder auf bereits vorhandenen Profikameramodellen basieren. Hauptvorteile dieser Kameras für unsere Zwecke sind: • • • • •
Abb. 6 Minolta DimageZ mit Minolta Systemblitzgeräten
Verwendung von Wechselobjektiven (Nahbereichstauglichkeit, keine Verzeichnung) Spiegelreflextechnik (Sucherbild entspricht dem aufgezeichneten Bild) Verwendung von vorhandenem Zubehör (z.B. Makroblitze) Rasche Bildfolge Großer Bildspeicher (PC-Karten)
Diese Vorteile müssen allerdings erkauft werden. Die Preise beginnen etwa bei 3.000,- Euro. Bei diesem Kameratypus ist ein Punkt von Bedeutung, in dem sich die einzelnen Systeme unterscheiden: der Verlängerungsfaktor. Verlängerungsfaktor Die Kameras sind hinsichtlich ihrer Optik für das Kleinbildformat ausgelegt. Das vom Objektiv in die „Filmebene" projizierte Bild trifft in den
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digitalen Spiegelreflexkameras nun auf ein CCD-Chip, der meist deutlich kleiner ist als das Kleinbild-Format 24 x 36 mm. Das heißt, nur ein kleinerer Bildausschnitt des Sucherbildes wird aufgezeichnet. Dies hat den gleichen Effekt, als fotografierte man mit einem Objektiv längerer Brennweite. Man spricht daher von einem „Verlängerungsfaktor", mit dem die Grundbrennweite des Objektivs multipliziert werden muss. Dies ist bei der Auswahl der Objektive zu berücksichtigen. Hat die Kamera beispielsweise einen Verlängerungsfaktor von 2 und will man mit einem 100 mm Makroobjektiv fotografieren, so muss man ein 50 mm Makroobjektiv verwenden. Der Verlängerungsfaktor lässt sich errechnen, indem man die KleinbildDiagonale durch die Chipdiagonale dividiert.
Nikon DlX
Abb. 8 Nikon Dlx
Abb. 9 FinePixS2 Pro (Fuji)
5,4 Megapixel-SLR-Kamera, die optisch der Nikon F 5/F 100 entspricht, aber kein Umbau der F 100 darstellt, sondern eine Einzelentwicklung ist (Abb.8). Dank des Nikon-Bajonetts stehen mehr als 80 Nikkor-Objektive zur Verfügung. Ein Lithium-Niobat-Tiefpaßfilter ist integriert, der die Infrarot-Strahlung ausfiltert. Besondere Features der Kamera sind: verschiedene Belichtungssteuerungen, Hochgeschwindigkeitsautofokus, Aufnahmefolge 4,5 Bilder pro Sekunde, im Serienbildmodus bis 21 Aufnahmen in Folge, kürzeste Verschlußzeit 1/16.000 Sekunde, Blitzsynchronisation bis zu 1/500 Sekunde, Auslöseverzögerung 0,05 s. Gespeichert werden die Bilder auf CompactFlash-Karten oder IBM MicroDrive. Der CCD-Sensor mißt 23,7 x 15,6 Millimeter, dadurch ergibt sich gegenüber dem Kleinbildformat ein Verlängerungsfaktor von etwa l ,5.
FinePix 52 Pro (Fuji) Nachfolgekamera der S l Pro mit höher auflösendem 6 MPixelSensor (Abb.9). Digitale SLR-Kamera auf Basis einer Nikon F 60. Nikon-Objektive mit F-Bajonett können verwendet werden. Bildfolgezeit etwa 1,5 Bilder/s, bei maximal 5 Bildern. Verschlusszeiten zwischen 30s und 1/2000 s sind möglich. Zur Bildspeicherung sind sowohl SmartMedia Karten als auch Typ II CompactFlash und MicroDrive geeignet. Die Kamera verfügt über einen USB-Anschluss und einen Video-Ausgang.
Canon EOS-D 30 Kompakte digitale SLR-Kamera im "unteren" Preissegment. Verfügt über einen 3,1 l MPixel CMOS-Sensor. Es können alle EF Objektive verwendet werden. Blitzgeräte der Serie EX sind geeignet- z.B. der Ringblitz MR-14EX. USB-Anschluss.
Canon EOS l D Digitale SLR-Kamera mit 4,2 Mpixel CCD-Chip. Alle EF-Objektive sind kompatibel. Verlängerungsfaktor etwa 1,3. ISO einstellbar zwischen 200-1 600. Makro-Ringblitz MR-14EX kann verwendet werden. Tonaufnahmen sind möglich.
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Contax N Digital Erste digitale SLR-Kamera mit einem 24 x 36 mm großen Sensor (6 MPixel). Daher kein Verlängerungsfaktor (Abb. 10). Die Carl Zeiss T*-Objektive können verwendet werden. Die Kamera bietet nahezu alle Funktionen der Contax N l. Gespeichert werden die Bilder auf CF-Karten und IBM MicroDrive. Firewire Bildtransfer zum Rechner. Empfindlichkeit kann zwischen 50 und 1600 ISO variiert werden. Abb. 10 Contax N Digital
Auswahl- und Unterscheidungskriterien Bei der Vielzahl der angebotenen Kamerasysteme fällt eine Kaufentscheidung nicht leicht. Der Entscheidungsprozess sollte in mehreren Stufen ablaufen. Am Anfang steht die Entscheidung Digitalkamera oder konventionelle Spiegelreflexkamera. Vorteile einer Digitalkamera sind, dass die Bilder sofort und digitalisiert, sowie in relativ hoher Qualität zur Verfügung stehen. Kann man auf die sofortige Verfügbarkeit der Bilder verzichten, könnte man alternativ auch weiterhin konventionell fotografieren und die Bilder dann digitalisieren (Kleinbild-Diascanner, Kodak PhotoCD). Auch der Zweck der Aufnahmen kann zur Entscheidung beitragen. Benötigt man nur Dias, so ist die konventionelle Fotografie vorzuziehen. Der Umweg über Digitalbilder macht dann keinen Sinn. Hat man sich für eine Digitalkamera entschieden, so muss man sich zwischen Semiprofi- und Profimodellen entscheiden. Eine ernsthafte Fotodokumentation, an die man die gleichen Qualitätskriterien stellt, wie an die mittels konventioneller Fotografie, ist derzeit nur mit professionellen Digitalsystemen möglich. Amateurkameras kommen wegen ihrer begrenzten Tauglichkeit für den Nahbereich (Sucherparallaxe, zu geringer Abbildungsmaßstab, Verzeichnung der Bilder im Nahbereich) für eine hochwertige Fotodokumentation nicht in Frage. Sie können allerdings für spezielle Anwendungen ergänzend zur konventionellen Fotodokumentation eingesetzt werden. Hat man sich dann innerhalb der Digitalsysteme für eine Leistungsklasse (Semiprofi- oder Profisystem) entschieden, sollten einzelne technische Aspekte bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigt werden. In der Praxis wird ein wichtiges Entscheidungskriterium die Marke sein. Canon-Fotografen werden eher zu Canon-Digitalfotoapparaten tendieren. Nikon-Fotografen werden wohl auch eher ihrer Marke treu bleiben, um den Vorteil der Weiterverwendung bereits vorhandenen Zubehörs nutzen zu können. Ein weiteres Entscheidungskriterium wird der Verwendungszweck sein. Benötigt man die Bilder lediglich für Powerpoint-Präsentationen, macht es keinen Sinn, die höchstauflösende Kamera mit einem 6Megapixel-Chip zu kaufen. Hier genügt dann sicher auch die Canon D30, die mit Objektiv und Blitz weniger kostet als bei anderen Herstellern das Gehäuse alleine. Beabsichtigt man, DIN A3-Drucke seiner Bilder anzufertigen, ist ein 5Megapixel-Modell eher die richtige Entscheidung. Fazit Digitalkameras bieten den Vorteil, dass Bilder sofort und digitalisiert verfügbar sind. Die Qualität reicht inzwischen an die konventionell erstellter Bilder heran, für die meisten Anwendungen ist der digitale Ursprung des
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Abb. 11 Klinisches Foto aufgenommen mit Nikon Dlx und Zangenblitz
Literatur Bengel, W.: Dentale Fotografie konventionell und digital. Quintessenz, Berlin 2000.
Turning The Tide On Endodontic Problems von Stephan Gabler
Radebeul
Bildes nicht mehr zu erkennen (Abb. 11). Somit eignen sich Digitalbilder für den sofortigen Datentransfer, z.B. zum Labor oder zum Kollegen. Sie können ebenfalls sofort in die Praxissoftware integriert und dort auch gespeichert werden. Stellt man an die digitale Bilddokumentation die gleichen Qualitätsansprüche wie an die der konventionellen Bilddokumentation, so muss auf die noch recht teuren professionellen Digital-Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven zurückgegriffen werden, die derzeit noch im gleichen Preisbereich liegen wie intraorale Videosysteme. Diese Systeme können als ausgereift und für den Praxiseinsatz im Routinebetrieb geeignet betrachtet werden. Die Vorteile des digitalen Bildes müssen allerdings mit einem höheren technischen Einsatz - Kamera und Peripheriegeräte betreffend - erkauft werden.
Digitale Sucherkameras des Amateurbereichs und Spiegelreflexkameras ohne Wechselobjektive können nur begrenzt für dokumentarische Zwecke eingesetzt werden, bzw. ergänzend zur herkömmlichen Fotografie. Vor Anschaffung einer digitalen Kamera ist es sinnvoll, eine Kosten-NutzenBetrachtung anzustellen und alternative Lösungen zu überdenken. Mit zunehmender Digitalisierung der Praxen wird auch die digitale Bilddokumentation zukünftig zum Standard gehören.
Am 19. und 20. Oktober 2001 fand das Herbstmeeting der British Endodontic Society in Bournemouth statt. Für mich war es die erste Teilnahme an einem Meeting der "BSE". Ausschlaggebend war für mich, dass Torabinejad, der Inaugurator von MTA sechs der siebeneinhalb Stunden Vortragszeit des Meetings bestritt. Etwa 100 britische Mitglieder der BSE nahmen an dem Meeting teil, unter denen die Handvoll Ausländer kaum in Erscheinung traten. Das Klima war sehr familiär und trotzdem auf die Sache konzentriert. Zu Beginn, 2 Monate nach den Anschlägen in New York, erzählte Torabinejad über die Bedenken in seinem Umfeld nach Großbritannien zu reisen. Als Mohammedaner distanzierte er sich von den Beweggründen zu solchen Anschlägen in ungewöhnlich scharfer Form. Innerhalb der sechs Stunden, aufgeteilt in 4 Vorlesungen, entwickelte Torabinejad sein Konzept der endodontischen Therapie. Aufgeteilt in die Teile "Entzündungsgeschehen", "Kanalaufbereitung" und "Endochirurgie" vertrat er als Lehrer der Loma Linda Universität ein modernes Konzept der Endodontie ohne spektakuläre Aspekte. Wirklich spannend waren die knapp zwei Stunden zu MTA: Ausgangspunkt war kein Bauunternehmer, der eine Füllung aus seinem Zement haben wollte, und auch kein Reparaturmaterial für Schildkrötenpanzer. Sein Vater und später sein Stiefvater waren Bauingenieure und bei der Suche nach einem perfekten retrograden Wurzelfüllmaterial kam die Sprache auf Portlandzement. Portlandzement wird im Bau zum Versiegeln von Flächen verwendet und bindet auch unter Wasser ab. Von
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20 Sorten verwarf der Mikrobiologe 17, aus den drei restlichen wurde MTA entwickelt. Torabinejad überzeugte durch seine nüchterne, zurückhaltende Art und versuchte neben seine eigenen Ergebnisse die anderer Untersucher (z. B. Pitt Ford und Rubinstein) zu stellen. Neben hervorragenden Ergebnissen bei der Wurzelreparatur und der retrograden Füllung ging Torabinejad auf die Verwendung von MTA als Überkappungsmaterial ein. Seine Begründung: ein Bridgeing der eröffneten Pulpa setzt Infektionsfreiheit und physikalische Stabilität voraus. Ersteres schafft MTA mit einem ph von l 3, in letzterem ist MTA nach 48h allen Calziumhydroxid-Präparaten überlegen. Lediglich der Farbdurchschlag hindert an einer breiten Anwendung von MTA im koronalen Bereich und vielleicht noch der hohe Preis. Für beides soll es noch dieses Jahr eine Lösung geben. In Südafrika wurde MTA weiterentwickelt. Durch Entfernung des Eisens aus der Komposition wird es noch dieses Jahr ein weißes MTA geben mit ansonsten unveränderten Eigenschaften. Allerdings wird das teurer sein. Dafür soll das graue MTA etwas preiswerter werden. Abschließend erläuterte Torabinejad noch Möglichkeiten der AAE. Durch Spenden der Mitglieder hat die AAE inzwischen einen millionenschweren Fonds aufgebaut, aus dem sie hochschul- und damit politikunabhängige Forschungsprojekte im Interesse ihrer Mitglieder finanzieren kann. Torabinejad hat dafür z. B. die Einnahmen aus dem Verkauf der Rechte der MTA-Entwicklung gestiftet. Genau solch eine Finanzierungsmöglichkeit empfahl er auch den britischen Endodontisten.
Liest man heute Zeitungen, Journale und Exemplare der Yellow Press, so ist überall die Rede von Wellness und Schönheitsfarmen. Dieser Zeitgeist spiegelt sich auch in den Ansprüchen vieler Patienten in unseren Praxen wider. Zunehmend wird Wert darauf gelegt, dass konservierende und prothetische Versorgungen höchsten ästhetischen Anforderungen genügen. Die Präsidentin der Neuen Gruppe, Dr. Rose Marie Lohmiller, hat an den ersten beiden Märzwochenenden mit Unterstützung ihres Teams und Mitorganisator Thomas Haberkorn für uns Youngsters zwei Kurse veranstaltet, deren fachlicher Inhalt eben dieser Problematik Tribut zollte. Auch uns nahestehende junge Kollegen waren zu dieser Fortbildung geladen. Da ich den zweiten der beiden Kurstermine besuchte, gibt die folgende Kursbeschreibung einen Einblick in den 08. und 09. März dieses Jahres. Freitagmittag ging es los. Bei einem Begrüssungskaffee konnten wir erst einmal die Strapazen der mehr oder weniger langen Anfahrt überwinden, wobei dies natürlich nicht ohne großes Hallo und Erfahrungsaustausch über nervenaufreibende Parkplatzodysseen in Frankfurt abging. Frau Dr. Lohmiller stellte uns dann ihre beiden Mitarbeiterinnen vor, die zusammen mit Kurt Hofmann, einem Zahntechniker, mit dem sie seit vielen Jahren gemeinsam Behandlungen und Fortbildungen durchführt, verantwortlich für den reibungslosen Ablauf, aber auch für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer waren. Im Folgenden erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in die Praxis-
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Youngsters go estheticsü! von Marc A. Mauch
Würzburg
geschichte und -philosophie unserer Gastgeberin. Sie verdeutlichte uns, wie wichtig das Zusammenspiel von Praxisambiente und adäquatem Umgang mit Patienten ist, die den Wunsch nach natürlichen und "unsichtbaren" Versorgungen haben. Damit aber das Ganze nicht in eine reine Vorlesung abgleiten sollte, stellten sich alle Kursteilnehmer selbst vor. Wir wurden nach Erwartungen an den Kurs und über unseren beruflichen Werdegang befragt. Persönliche Erfahrungen und daraus resultierende fachliche Fragestellungen waren Bestandteil einer jeden Kurzbeschreibung der eigenen Person. Der Ablauf der beiden Tage setzte sich aus alternierend angeordneten Themenkomplexen zusammen. Ein Verfahren, das dazu beitrug, dass, trotz der inhaltlichen Fülle, Ermüdungserscheinungen ausblieben, zugleich aber aufeinander aufbauende Wiederholungen das Erlernte vertieften. Eindrucksvoll konnten wir live an Patienten, die zu den einzelnen Themenbereichen einbestellt waren, Behandlungsabläufe verfolgen und Resultate begutachten. Der Einsatz visueller Technik (Kamera und Monitore) gewährleistete genaue Einblicke für jeden Teilnehmer. Zur Vertiefung des neuerworbenen Wissens fanden am Samstag praktische Übungen statt, denn gerade in unserem Beruf ist "learning by doing" ja unabdingbar. Ein Hauptthema der beiden Tage war die Versorgung von Defekten mittels chairside hergestellter Kompositversorgung. Gerade Frontzahnecken und die von einem Teilnehmer so treffend als "Durchschusslöcher" bezeichneten transdentalen Approximaldefekte stellen uns oftmals vor Probleme. Frau Dr. Lohmiller demonstrierte uns, wie sie solche Rekonstruktionen mittels Wax up, Silikonschlüssel, dem Miris-System von Coltene Whaledent und einer speziellen Defektgestaltung nahezu unsichtbar werden lässt. Der Schlüssel liegt hier vor allem in der richtigen Farbwahl der einzelnen Schichten und der Präparation, die sich umfangreicher gestaltet, als man es von minimalinvasiven Therapieansätzen gewohnt ist. Wer schön sein will, muss Opfer bringen, wenn auch nur kleine. Auch halfen Materialund Instrumententipps, die wir während der Live-Demonstration am Patienten erhielten, deutlich weiter, wie wir am Samstag in der praktischen Übung feststellen konnten. Nicht jeder Patient muss wegen kariöser Defekte behandelt werden. Es gibt immer mehr Erwachsene, die mit der Stellung ihrer Zähne unzufrieden sind. Meist sind es lückige Fronten, die das Lebensgefühl beeinträchtigen. Oft scheuen sich diese Patienten allerdings vor festsitzenden Kfo-Apparturen, welche immer eine ästhetische Beeinträchtigung mit sich bringen. Hier bietet die Grass-line Technik eine gute Kompromisslösung: Die Brackets werden aus zahnfarbenem Komposit individuell am Patienten hergestellt. Statt des notwendigen Drahtes nimmt man einen Baumwollfaden, der in Form von Wellen die Zähne einligiert. Wird diese Ligatur nun feucht, quillt das Material auf und erfährt gleichzeitig eine Längenverkürzung. Dank der Naturfarbe des Fadens bleibt diese "Apparatur" im Mund nahezu unbemerkt und man erhält in wenigen Monaten nach mehrmaligem Ligaturenwechsel erstaunliche Resultate. Der große Komplex der Keramikversorgungen stand am Samstag in Theorie und Praxis auf dem Programm. Wir erlebten live, wie man Veneers einklebt und abgeplatzte Verblendungen intraoral repariert. Mittels Dias wurde auf die Problematik des Kronenrandes bei VMK-Arbeiten eingegangen. Hierbei sei erwähnt, dass Frau Dr. Lohmiller wirklich nur im sichtbaren Bereich mit Keramikschultern arbeitet. Alle anderen Kro-
nenränder sollten aus Präzisions- und Reinigungsgründen metallisch sein. Herr Hofmann demonstrierte uns, dass auch bei Prothesen nicht auf Natürlichkeit der Zähne verzichtet werden muss. Wir erhielten eine Einführung in die individualisierende Bemalung von Keramikzähnen. Die eigene praktische Umsetzung im Anschluss war von unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Man darf auch nicht erwarten beim ersten Versuch Da Vinci-gleiche Kunstwerke erschaffen zu können. Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Nicht nur die Farbe der Zähne sondern auch ihre Helligkeit liegt den Patienten oft am Herzen. Es gibt Anfragen, ob man die Zähne nicht heller, weisser machen könnte. Hierfür steht uns das Mittel des Bleichens zur Verfügung, welches laut unserer Gastgeberin absolut in professionelle Hände gehört. Einer der Teilnehmer stellte sich gleich als Proband zur Verfügung, denn ihn störte schon lange einer seiner Frontzähne, der etwas dunkler aus der Reihe tanzte. Während er dann unter Kofferdam dalag, wurde allerdings das Mittagsbuffet in der Praxis eröffnet. Tabletts, angefüllt mit italienischen Leckereien, führten zu einem raschen Ansturm der hungrigen Zuhörerschaft. Unserem "Patienten" wurde ganz bange. Hoffentlich war genug da. Er stellte aber fest, dass seine Sorge unbegründet war und konnte das Essen leicht verspätet in vollen Zügen geniessen. Das Büffet stammte von einem Lokal in der Nähe der Praxis, in welchem wir den ersten Tag bei einem gemeinsamen Abendessen hatten ausklingen lassen. An der langen Tafel waren auch alle Mitwirkenden dabei, und wir genossen einen sehr geselligen Abend bei Speis und Trank. Diese Geselligkeit war auch der Grund dafür, warum eine ganze Reihe von uns mit einer geringen Ration Nachtschlaf auskommen musste. Den Abschluss dieser beiden erfahrungs- und wissensreichen Tage stellte Frau Dr. Lohmiller unter die Überschrift " Ist der Aufwand für ,schönere Zähne' gerechtfertigt?". Um uns diese Diskussion etwas zu erleichtern, befand sich in ihrem umfangreichen Manuskript neben Materiallisten und praktischen Anweisungen auch ein Vorschlag zur finanziellen Abdingung einer solch aufwendigen Therapie. Wir waren uns einig, dass es in der Entscheidungsfindung des Patienten liegt, diese Frage zu beantworten. Man muss dem Patienten darstellen, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, und er bzw. sie sollte beurteilen, wieviel ihm/ ihr die Schönheit wert ist. Bei einem Glas Sekt erhielten wir einzeln unsere Zertifikate. Ein fast feierlicher Moment. Bevor wir uns dann in alle Himmelsrichtungen zerstreuten, hielt Frau Dr. Lohmiller noch ein Schmankerl bereit. Sie verriet uns, wie sie die Patientenfotografien anfertigte, die uns schon am ersten Tag mit ihrer Natürlichkeit und Intensität beeindruckt hatten. Mir bleibt zum Abschluss nur noch, mich bei allen Mitwirkenden für ein sehr gelungenes Fortbildungswochenende zu bedanken, insbesondere natürlich bei unserer Gastgeberin Frau Dr. Lohmiller.
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Neue Mitglieder
Dr. Clemens Bargholz
Kurze Abrisse der Vitae unserer neu aufgenommenen Mitglieder
Jahrgang 1962 in Hamburg geboren und aufgewachsen. 1982 1983198619901989-
Abitur Studium in Göttingen bis zum Physikum Studium in Hamburg bis zum Staatsexamen Promotionsarbeit bei Prof. Dr. Pfeiffer in Hamburg Assistenzzeit in Hamburg und anschließender Sozietät in der Praxis von Dr. Horst Behring. Neuniederlassung in einer Praxisgemeinschaft im Hamburger Westen mit Dr. Michael Petersson.
1986 1989 1992 1993
1993
Seit 1992
Vorträge und Kurse zu Themen der Endodontie (manuelle Aufbereitungstechniken, Einsatz von Nickel-Titan, Wurzelfülltechniken, Arbeitskurse mit Operationsmikroskop). Praxisschwerpunkt ist die Behandlung endodontischer Überweisungspatienten. Ich lebe mit der ZMF Annette Dittmer und unserer gemeinsamen Tochter Senta (geboren im Januar 2001) zusammen. Neben der beruflichen Fortbildung gilt mein Interesse der Oper und dem Segeln.
Dr. Raphael Borchard Jahrgang 1967, geboren in Mutlangen
1984
Highschoolabschluss in Frederick, Maryland, USA Abitur am Wilhelm Hittorf Gymnasium Münster Studium der Zahnmedizin an der Freien Universität Berlin Famulatur an der Harvard School of Dental Medicine, Boston, USA Approbation Stabsarzt der Bundeswehr und Leiter der Zahnarztgruppe Storkow Weiterbildung in der Abteilung für Mund- Kieferund Gesichtschirurgie der Schlosspark-Klinik Berlin (Chefarzt Dr. Dr. H. Kindermann) Fachzahnarzt für Oralchirurgie Mehrmonatiger Studienaufenthalt in den USA; Kinderzahnheilkunde am Childrenshospital Cincinnatti und in Salinas, Ca., Oralchirurgie an der Cincinnatti University, Ohio, Implantologie und Parodontologie an der Harvard School of Dental
1986 1986-1992 1991
1992 1992-1993
1994-1996 996 997
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Mediane, Boston und in der Praxis Dres. Grunder & Gaberthüel, Zürich. Seit 1997 Praxistätigkeit mit Herrn Dr. Dr. Heinz Erpenstein, Münster Seit 1998 in Gemeinschaftspraxis 1998 Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie. Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Referententätigkeit national und international. Arbeitsschwerpunkte: Implantologie, Parodontalchirurgie, Perioprothetik, ästhetische Restaurationen Seit l 998
verheiratet mit der Internistin Dr. Brigitte Borchard, geb. Kohler. Zwei Kinder: Feiina (2) und Sophie (1).
Dr. Josef Diemer Jahrgang l 957, geboren in Tettnang 1979 - 1984 Studium der Zahnheilkunde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1984 Approbation als Zahnarzt l 984 Promotion unter Betreuung von Prof. Dr. G. Krekeler mit dem Thema: Klinische Untersuchung zum Verhalten der Gingiva am künstlichen Zahnpfeiler l 985 Ableistung des Wehrdienstes als Zahnarzt 1985- 1987 Ausbildungs-Assistent am Diakonie-Krankenhaus Schwäbisch Hall bei Frau Dr. G. Schwarz 1987- 1988 Assistent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz/ Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie Prof. Dr. Dr. P. Tetsch 1988 Anerkennung Gebietsbezeichnung Zahnarzt, Oralchirurg 1989 Gründung eigene Zahnarztpraxis in Meckenbeuren 1999 Anerkennung Tätigkeits-Schwerpunkt Implantologie BDIZ 2001 Spezialist für Parodontologie DGP 2001 Spezialist für Enddontie EDA 1997 und 2000 jeweils vierwöchiger Aufenthalt bei Dr. S. Kim, Universität of Pennsylvania in Philadelphia im Rahmen eines Mini-Residency-Programs. Behandlungsschwerpunkte: Prophylaxe, Endodontie, Parodontologie, Plastische Parodontalchirurgie, festsitzende Front- und Seitenzahnrekonstruktion, Implantologie Seit l 997
Referententätigkeit über Themen der Behandlungsschwerpunkte.
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Dr. Stephan Gabler Jahrgang 1966, geboren in Dresden 1987- 1994
Zahnmedizinstudium in Berlin (Charite 1987-89)(FU 1990), Regensburg (1990-92) und Dresden (1992-94) 1994 Approbation 1994 - 1997 Assistent in den Praxen Dr. Klaus Gabler, Radebeul und Dres. Berggren in Kochel am See 1998 Promotion l 997 - 2001 Weiterbildung zum Oralchirurgen an der Klinik für MundKiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden Seit 1987 Teilnahme an Tagungen u.a. in Dresden, Berlin, Freiburg, Bregenz u.a. zu den Themen Endodontie, Implantologie, Knochenaugmentation, KFO u.v.a. Teilnahme an den Tagungen der Dresdener Gesellschaft, seit l 994 Mitglied Seit l 998 verheiratet mit Dr. Nadja Gabler (Zahnärztin), 2 Kinder Marianne (1997) und Johannes (2000) Seit 2000 Niederlassung in eigener Praxis in Dresden-Langebrück mit Schwerpunkt Endodontie und Oralchirurgie Mitgliedschaft in der British Endodontie Society Mehrere Veröffentlichungen
Dr. Gerhard Michael Iglhaut Jahrgang 1956 geboren in Kötzting, Bayern 1977-1982 1 9 8 3 - 1986
1986
Seit 1987
1990 1995 Seit 1995
Zahnmedizinstudium an der Justus Liebig Universität Giessen wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Oralchirurgie am Zentrum für ZMK Giessen Leiter Prof.Dr.H.Kirschner Anerkennung Gebietsbezeichung Zahnarzt/Oralchirurgie Promotion an der Justus Liebig Universität Giessen Thema: "Immunzytochemische und histochemische Untersuchung von Fremdkörperreaktion in Oralgewebe" mit Ergebnis "magna cum lauda" Praxisgründung in Memmingen, Bayern diverse Studienaufenthalte in USA und in der Schweiz Gründungsmitglied der Gruppe Zahnärztlicher Fortbildungskreis Ulm e.V. Gründung Zahnärztliche Fortbildung Memmingen Referententätikeit in Bereichen Implantologie / Mukogingivalchirurgie / ästhetische PAR-Chirurgie / parodontale Mikrochirurgie
NEUE GRUPPE
1998
Initiator der Fortbildungsgruppe 3F Zertifizierung (BDIZ) für Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie
Behandlungsschwerpunkte: Parodontologie, Implantologie, Knochenregeneration, Perioprothetik, Mukogingivalchirurgie, ästhestische PAR-Chirurgie, parodontale Mikrochirurgie, ästhetische Zahnheilkunde, Laserzahnheilkunde Seit 1985
verheiratet mit Rita Iglhaut geborene Stibor 2 Kinder Karina (1987) und Theresa (1990)
Hobbys:
Sport, Kulturreisen, Archäologie
Wer von uns Älteren kann glauben, dass Uwe Werner am 20. Januar schon 91 Jahre alt geworden ist? Mit fester, unverkennbarer Stimme begrüßte er mich freudig bewegt in einer für ein Altenstift ungewöhnlich angenehmen Atmosphäre in Kassel. Über den Dächern der Stadt lebt er dort auf der Pflegestation. Frau Kalthof, seit 14 Jahren seine Lebensgefährtin, kümmert sich liebevoll um ihn und besucht ihn mehrmals täglich.
Uwe Werner 91 Jahre
Auffallend war die große von Uwe und ihr ausgehende Zufriedenheit, die ich in einem Altenstift nicht erwartet hatte. Sie betonten ihr sorgenfreies Leben, das sie dem betreuenden Personal zu verdanken hätten. Es gab keine einzige negative Kritik, beneidenswert.
Frankfurt
Zur Biografie Aus einer Reederfamilie in Bergen/Norwegen stammte sein Vater, seine Mutter aus dem Vogelsberg in Hessen. Die Kindheit und frühe Jugend verlebte Uwe Werner in Kassel. Mit l 7 Jahren begann er das Studium der Zahnheilkunde in Marburg, setzte es in Kiel fort und machte schließlich 1933 das Staatsexamen in Leipzig. Er promovierte 1935 am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin. Mit der Heirat der damaligen OP - Schwester von Prof. Wasmund, Ilse Schulz, fing eine sehr glückliche Zeit mit der Familie und zwei Töchtern an. Während des Krieges begann seine Sanitätslaufbahn. 1943 wurde er Oberarzt und bekam sowohl das EK2 als auch das EKl verliehen. Außerdem flog er als Fallschirmjäger Einsätze in Russland und Nordafrika. Tragischerweise starb seine Frau auf der Flucht vor den Russen. Nach einer kurzen Zeit in eigener Praxis in Frankfurt wanderte Uwe Werner nach Schweden aus, wo er in Malmö das schwedische Staatsexamen ablegte. Als "assistant professor" arbeitete er dort bis l 965 im Staatsdienst.
von Rose Marie Lohmiller
Aus Liebe zu seiner früheren Heimat gründete er danach in Kassel erneut eine Praxis, die er bis 1997 betrieb. Obwohl es in den wenigen Jahren nach seiner Praxisauflösung gesundheitlich nicht immer so gut ging, blickt Uwe Werner auf 64 sehr erfolgreiche Berufsjahre zurück, die ihm so schnell keiner streitig machen kann. Von ganzem Herzen wünschen wir Uwe Werner und seiner Lebensgefährtin noch lange Jahre in Zufriedenheit, Freude und Harmonie.
Jürgen Schmitter 65 Jahre
von Rolf Blaich
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„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück." Dieses Wort von Benjamin Britten könnte man als eines der Leitworte betrachten, an denen sich die private und insbesondere die berufliche Entwicklung von Jürgen Schmitter orientierte. Er feierte am 21. November in Mülheim a. d. Ruhr, seiner Wahlheimat, seinen 65. Geburtstag und eine große Zahl von Freunden, Kollegen und Patienten hat gratuliert. Geboren in Wickede, auch an der Ruhr gelegen, zog es den Jungstudenten bald in den Süden der Republik. Er studierte das Fach Zahnmedizin in Würzburg und Freiburg, sein Examen legte er 1962 in Düsseldorf ab, wo er auch 1963 promovierte. Die Zeit im südlichen Teil Deutschlands war doch so schön gewesen, dass er für seine zweijährige Assistentenzeit nach Stuttgart umsiedelte. War es die Treue zur Ruhrheimat oder die Tatsache, dass sich 1965 ein günstig zentral gelegener Standort für seine Praxis in Duisburg anbot - beides könnte als typisch gelten für seine Art, Dinge zu beurteilen - Treue und ein klares, aber vorsichtiges Kalkül. Diese Treue hält er auch seit 1968 seiner Frau Karin, die ihm l 969 die Tochter Katja und l 984 Tochter Kira schenkte. Schon als wir uns l 974 anfreundeten, war Jürgen Schmitter Mitglied der Neuen Gruppe, der wissenschaftlichen Vereinigung von Zahnärzten. Seit ihrer Gründung ist er Mitglied der internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin „GZM". Da seine Intressengebiete sehr umfangreich und ganzheitlich angelegt sind, wurde er Mitglied auch in zahlreichen anderen zahnärztlichen Gesellschaften, schließlich 1992 auch der Privatzahnärztlichen Vereinigung Deutschlands e.V. Er hatte auf Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen verzichtet und seine Praxis rein privat strukturiert, nachdem der politische und bürokratische Druck der Verwaltungen eine Zahnheilkunde nach freier Patienten-Arzt-Orientierung kaum mehr zuließ. An dieser Entscheidung zeigten sich weitere Eigenschaften Jürgen Schmitters: Mut, auch zur Lücke im Bestellbuch, und der Stolz eines Westfalen, der von der Fähigkeit und der Substanz, die er den Patienten und der Gesellschaft allgemein anbot, überzeugt war. Sein wissenschaftliches Engagement setzte er mit interessierten Freunden und Kollegen auch in Praxiskurse um. Ich erinnere mich besonders gern an die praktischen PA-OP-Kurse, bei denen ein weiterer Leitspruch Jürgen Schmitters deutlich wurde: „Guter Wein hat seinen Lohn, dass man lange lebt davon"(J.W. von Goethe). Insbesondere der „Rote" aber auch alle anderen Kreszenzen, die an Wein erinnern, halfen des Nachts, die am
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Tage erfahrenen praktischen Lerninhalte theroretisch-baccantisch zu vertiefen. Zwischen den Phasen der Weiterbildung in ganzheitlicher und naturheilkundlicher Zahnheilkunde, den Zusammenhängen der Ganzkörperstatik und Kiefergelenksfunktionen, der Erwachsenenkieferorthopädie, der totalen Rehabilitation und, last but not least, der ästhetischen Zahnheilkunde, kamen Kultur - insbesondere Musik - und Reisen nicht zu kurz. Auf einer dieser Reisen lernte er eine besondere Leidenschaft, die in ihm ruhte, kennen - die Liebe zur Insel Ibiza. Dort siedelte er und hat dort nun schon seit 20 Jahren seine zweite „Erstheimat". Auf Ibiza entstanden auch wesentliche Abschnitte seines Buches: „Schmerz - Nein danke (Zähne Kiefergelenk - Wirbelsäule/eine starke Einheit für Ihre Gesundheit)". Lieber Jürgen, „ad multos annos!" bei einem guten Gläschen Wein, bei positiven Gedanken und Ideen, mit weiterhin viel Erfolg und vielen schönen und erholsamen Aufenthalten auf deiner Trauminsel - das wünschen Dir Deine Kollegen und Dein Rolf.
Gründungsmitglied Wilhelm Beckenbach, der im Januar dieses Jahres seinen 65. Geburtstag feiern konnte, hat während seiner 32 jährigen Tätigkeit als Fortbildungsreferent der Bezirkszahnärztekammer Rheinhessen der Fortbildung in Rheinhessen entscheidende Impulse verliehen. Das Gespräch mit Wilhelm Beckenbach führte Dr. Hubertus Utz, Öffentlichkeitsreferent der Zahnärztekammer Rheinhessen.
Wilhelm Beckenbach 65 Jahre
Utz: Lieber Herr Kollege Beckenbach, Sie sind 65 Jahre jung geworden. Unser herzlichster Glückwunsch gilt Ihnen!
Offentlichkeitsreferen t der Zahnärztekammer Rheinhessen
32 Jahre davon haben Sie voller Tatkraft und unübersehbarem Erfolg unsere Fortbildung in Mainz für die BZK und KZV-Rheinhessen gestaltet. Sie wurden 8 mal für eine Wahlperiode von 4 Jahren gewählt! Fällt es Ihnen schwer, nach diesem Vertrauensbeweis, Ihre Aufgabe als Fortbildungsreferent aufzugeben? Beckenbach: Ja und Nein ist meine Antwort! Es gibt nichts Schöneres als Zukunft zu gestalten. Für unsere Patienten, für die Kollegen und das mit hervorragenden Referenten. Der Zuspruch der Kolleginnen und Kollegen und ihre Diskussionsfreudigkeit sind Motivation und Dank zugleich. Utz: Welche Höhepunkte gab es bei Ihrer langjährigen Arbeit? Beckenbach: Jede Fortbildungsveranstaltung, die bessere Zahnheilkunde bringt, ist ein Höhepunkt. Mein erster menschlicher sei hinzugefügt: Dr. Alex Kohl war 1968 unser BZK und KZV-Vorsitzender. Bei ihm bedauerte ich den Rückgang der Besucherzahlen unserer Fortbildung. Er sagte: "Dann machen Sie doch unsere Fortbildung." Da nahm ich ihn beim Wort und stellte mich als Fortbildungsreferent zur Wahl.
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von Hubertus Utz
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Utz: Von da an ging es aufwärts. Beckenbach: Ja. Utz: Da gab es doch Jubiläumsveranstaltungen mit fachübergreifenden Themen.Der Zuspruch war groß, positive Berichte der Presse kamen hinzu ! Beckenbach: Erfreulicher ging's nimmermehr. Utz: Wieso ? Beckenbach: Die Themen waren gut ausgewählt. Es ging um konstruktive Mitmenschlichkeit und Konfliktfähigkeit. Das Echo der Teilnehmer war überwältigend. Utz: War das auf die Auswahl der Referenten zurückzuführen? Nennen Sie herausragende Referenten und wie haben Sie diese gewonnen ? Beckenbach: Den Jesuitenpater Prof. Dr. Rupert Lay habe ich in mehreren Fortbildungsseminaren für Dialektik kennengelernt. Bei seinen Vorträgen und in seinen Büchern kann er uns helfen, Lebensziele zu entwerfen und zu verwirklichen. Wir sind Freunde geworden. Aus diesem Grund war es leicht seine Botschaft zu uns zu bringen. Er sprach zum 30ten, 35ten und 40ten Jubiläum unserer Fortbildung. Im Goldsaal des Hilton-Hotels hatten wir fast 500 Teilnehmer, die 2 Stunden so geduldig zugehört haben, dass jeder eine Stecknadel hätte fallen hören können. Sein Thema war: "Muss das Wissen um die heilende und tötende Wirkung der Sprache unser Leben verändern ?" Utz: Auch die Festveranstaltung "50 Jahre zahnärztliche Fortbildung in Rheinhessen" am 03.05.00 war ein voller Erfolg. Beckenbach: Im Goldsaal des Hilton waren Sie dabei. Utz: Ja. Der Hessische Ministerpräsident Roland Koch hat das Thema: "Fakten und Voraussetzungen für unsere Zukunftssicherung" begreifbar und lebendig dargestellt. Die Diskussion verlief konstruktiv ! Beckenbach: Ihre Beurteilung freut mich. Danke. Utz: 32 Jahre Fortbildung zu organisieren ist eine harte Arbeit. Wie haben Sie das mit Ihrer Praxis und Familie in Einklang gebracht ? ßec/cenbac/i: Herz und Verstand helfen diese Schwierigkeiten zu überwinden. Utz: Was erleichtert oder erschwert die Fortbildung ? ßec/cenbacfi: Persönliche und freundschaftliche Verbindungen zu herausragenden Referenten aus der Praxis für die Praxis und zu Hochschullehren in Mainz und anderswo sind ergiebige Quellen für eine lebendige Fortbildung. Utz: Wer ist da hervorzuheben ? Beckenbach: Die Zusammenarbeit mit der Mainzer Zahn-, Mund- und Kieferklinik ist besonders hervorzuheben. Dies gilt für alle Hochschullehrer ohne Ausnahme und auch für ihre Mitarbeiter bis zum heutigen Tag. Jedem einzeln zu danken, ist mir wichtig! Doch dies sprengt den Rahmen Ihrer Fragen. Stellvertretend sind in Memoriam der Gründer der ZMK-Klinik Prof. Herrmann und seine
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m Kollegen -Jung - Herfert - Fuhr und Scheunemann hervorzuheben. Utz: Wie konnten Sie andere namhafte Referenten gewinnen ? Beckenbach: Persönliche Verbindungen sind der beste Weg. Besonders ergiebig war und ist die Neue Gruppe, die 1966 gegründet wurde. Sie ist eine wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten, die etwa 150 aktive Mitglieder hat und Fortbildung auf höchstem Niveau betreibt.- in kleinen Gruppen und auf ihrer jährlichen Hauptveranstaltung, die bundesweit für alle Kollegen offen und empfehlenswert ist! Die Neue Gruppe ist hauptsächlich aus dem Grund kleingehalten, dass sich Freundschaften bilden können, die ein Leben lang halten. Und das ist gut so ! Dennoch kommt die Fortbildung nicht zu kurz, stellvertretend für die anderen nenne ich die Professoren Klaiber und Gutowski, die bei uns waren. Utz: Sie sprechen sehr anerkennend über Ihren Stellvertreter Dr. Torsten Conrad - Zahnarzt - Oralchirurg. Wie ist das begründet ? Beckenbach: Er ist eine neue Generation und bringt seit 4 Jahren Referenten, die das bisherige Programm erheblich erweitern ! Und das muss fortgesetzt werden ! Utz: Die Frage : Was erschwert die Fortbildung haben Sie noch nicht beantwortet. Beckenbach: Reglementierungen, die den Spielraum des Fortbildungsreferenten einengen! Mit Feingefühl ist die Fortbildungsgestaltung erheblich verbesserbar! Dies einem großen Gremium klar zu machen, ist oft unmöglich. Utz: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht ? Beckenbach: Das nicht, aber schwierige Diskussionen. Utz: Wie meinen Sie das ? Beckenbach: Wissen Sie, wir sind durch die alles erstickende Gesetzes - und Verordnungs - Wut schon so erkrankt, dass wir selbst in Kleinigkeiten alles reglementieren "wollen". Dies ist eine strukturelle Gewalt, die in uns eingedrungen ist. Meine Aufforderung an uns alle ist und bleibt, dieser auf allen nur möglichen Ebenen - in der Politik, in unserer Praxis und wo auch immer, persönlich und medienwirksam entgegenzutreten! Utz: Sehen Sie in der zertifizierten Fortbildung eine solche Gefahr? Beckenbach: Ja. Es kann, obwohl wir das nicht wollen, eine Wiederholungspflicht unserer Examina nach 5 oder 10 Jahren bringen. Ausser Bürokratie wird das nichts bringen! Wer sich freiwillig nicht fortbildet, wird dumm bleiben, wie jeder lernunwillige Volksschüler! Utz: Zum Abschluss dieses Interviews, so scheint mir, sind Sie nachdenklich geworden. Stimmt das? Beckenbach: Nein. Für mich ist das Glas immer halb voll und nie halb leer. Utz: Das ist eine erfreuliche Perspektive! Was möchten Sie diesem Bericht hinzufügen.
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Beckenbach: Das wichtigste Wort der deutschen Sprache - Dankeschön - rufe ich allen zu, die mir bei dieser schwierigen Aufgabe der Fortbildung geholfen haben. Dies gilt insbesondere für meinen Freund und Kollegen Dr. Torsten Conrad.
Hans Arkenbout 65 Jahre von Klaus Dusemund
Neuss
Hans Arkenbout, wie wir ihn alle rufen, heisst eigentlich Jan und gehört seit 1968 zur Neuen Gruppe. Er ist einer der Stillen und Bescheidenen aber auch Engagiertesten unserer Zunft. Ich habe ihn näher 1976 anläßlich der Jahrestagung der damaligen European Academy of Gnathology, die er mit 7 Mitgliedern seiner Studiengruppe in Amsterdam organisiert hatte, kennengelernt, als er ein paar Neugierige spontan zu einer kurzen Besichtigung seiner Praxis einlud, was ich damals als ungewöhnlich offen und dialogbereit empfand. Am 27.03.1937 geboren, Studium und Approbation in Utrecht 1962, Promotion in Amsterdam 1980, 2 Kinder gibt als natürliches Zahlenwerk unser Mitgliedsverzeichnis preis. Also bat ich ihn, mir doch etwas näheres mitzuteilen. Hans lernte bei einem Paro - Kurs von Mühlemann l 967 in St. Moritz Charlie Przetak kennen, der ihn zu einem Peter Thomas Kurs in seiner Praxis einlud. Seither besuchte er regelmäßig Kurse der Neuen Gruppe und trug das Feuer parodontologischer und gnathologischer Fortbildung nach Holland. Er wurde Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften, gründete eine sehr aktive Studiengruppe, gab selber Kurse und organisierte Kurse mit Charles Stuart, Robert Lee, Ralf Mutschelknauss und Jochen Schulz-Bongert. In den Jahren l 969 - l 970 war er Teilzeit Dozent an der Parodontologischen Abteilung der Universitätsklinik Utrecht, von 1975 - 1984 wissenschaftlicher Teilzeit Mitarbeiter der freien Universität Amsterdam und führte zusammen mit Henk Sickmann ein Post-graduate Institut. 1980 - 1982 war er auch noch Redaktionsmitglied von Netherlands tandatsen Blad, alles neben seiner Praxis in Amsterdam. „Heute", so schreibt er selbst, „habe ich nur eine Praxis in Amsterdam und eine kleine Praxis in Aerdehout". Für die Periode 2001 - 2002 ist er Präsident von Lions Haarlem und Hobbies hat er auch: Golf (h.c. l 9), Bridge und seit 22 Jahren mit einem Freundeskreis von Geschäftsleuten und Anwälten Aktien - Studien, ohne allerdings bisher damit reich geworden zu sein. Yvonne und Hans haben zwei Kinder und diese haben, wie er stolz berichtet, durch hübsche Schwiegertochter und Schwiegersohn auch schon mit zwei Enkelkindern die Familie vergrößert. Wir Freunde der Neuen Gruppe wünschen Hans zum Geburtstag von Herzen alles Gute, Gesundheit und nicht nachlassende Schaffenskraft.
Für seine besonderen Verdienste um unseren Berufstand wurde Joachim Schulz-Bongert mit der hohen Auszeichnung der goldenen Ehrennadel der deutschen Zahnärzteschaft geehrt. Anlässlich der DGP-Jahrestagung in Lübeck erhielten Lavin Flores-de-Jacoby und Jürgen Koob die Ehrennadel der DGP. Die NEUE GRUPPE gratuliert herzlich.
Impressum Copyright 2002 NEUE GRUPPE Nachrichten. Herausgeber: NEUE GRUPPE, wissenschaftliche Vereinigung von Zahnärzten. Redaktionelle Leitung: Dr. Ulrich Gaa. Die NEUE GRUPPE Nachrichten umfasst 2 Ausgaben pro Jahr. Die Zeitung und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Internet Adresse: Email Adresse:
www.neue-gruppe.com dr.u.gaa@t-online.de
Satz und Druck: Systec Systemtechnik, Stuttgart
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Ehrungen