AUSGABE WESTBUND
4/26
CVJM MAGAZI N
Res . sour . cen die · Substantiv · feminin natürlich vorhandener Bestand von etwas, was für einen bestimmten Zweck [ständig] benötigt wird
Bodenschätze des CVJM S. 06
Dabei sein lohnt sich S. 11
Freundinnen und Freunde des Westbundes S. 20 CVJM Magazin 4/26 1
INHALT
06 Impressum CVJM MAGAZIN Westbund für Mitarbeiter im CVJM-Westbund e. V., 178. Jahrgang, erscheint viermal jährlich Herausgeber: CVJM-Westbund e. V. Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal T(02 02) 57 42-22, F (02 02) 57 42-42 E-Mail: info@cvjm-westbund.de Internet: www.cvjm-westbund.de Beteiligte Verbände: CVJM-Landesverband Bayern e. V. Schweinauer Hauptstr. 38, 90441 Nürnberg CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. Im Druseltal 8, 34131 Kassel CVJM-Ostwerk e. V. Sophienstr. 19, 10178 Berlin CVJM-LV Sachsen e. V. Leipziger Str. 220, 01139 Dresden CVJM-Westbund e. V. Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal Redaktion Thema: Matthias Kaden (Sachsen), Annalena Hilk (Westbund) unter Mitarbeit von: Matthias Büchle (Westbund), Daniel Gass (Bayern), Nicole Fraaß (Thüringen), Hansjörg Kopp (CVJM Deutschland) Redaktion CVJM Deutschland: Simone Siebert-Schintze Redaktion CVJM-Westbund: Matthias Büchle, Annalena Hilk, Marika Kürten, Markus Rapsch, Sarah Stiegler, Tanya Worth Bildnachweis: Archiv CVJM-Westbund e. V. oder Archiv CVJM Deutschland e. V. (S. 28-35) oder am Bild; Cover: Gemini, KI-generiert, S. 07–08: Icons KI-generiert mit Gemini, S. 09: Emrah Kara, www.unsplash.com, S. 10: www. magnific.com, S. 12–13: KI-generiert von Gemini; S. 14: Yuliia – stock.adobe.com; S. 15: Maple Stock Photo – stock. adobe.com; S. 17 (Willkommen): KI-generiert von Gemini; S. 19: shephotos – stock.adobe.com und KI-generiert mit Gemini; S. 22 (Schild): KI-generiert mit Gemini; S. 28 KI-generiert mit Gemini; S. 30: YMCA Serbia und Y‘s Men‘s Northeim; S. 32 Hintergrund: Blickpixel/Pixabay.com, o. re.: iStock.com/Mariia Vitkovska; S. 33 o.: ray-sangga-kusuma/www.unsplash.com; S. 33 u.: World YMCA Bibelzitate: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (www.bibelonline.de) Beiträge, die mit Namen gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion wieder. Abdruck, auch auszugsweise, Wiedergabe von Textbeiträgen und Illustrationen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei der Autorin / dem Autor. Bankverbindung: KD-Bank eG Dortmund IBAN: DE05 3506 0190 1010 2570 49 BIC: GENODED1DKD Art Directorin: Barbara Mally Anzeigenschluss Ausgabe 1/27: 04.11.2026 Bezugspreis: 14,00 € im Jahr Layout, Herstellung und Anzeigenverkauf/-verwaltung: Drei-W-Verlag GmbH Landsberger Straße 101, 45219 Essen T (0 20 54) 51 19, anzeigen@drei-w-verlag.de www.drei-w-verlag.de
Papier: Circle Volume aus 100 % Altpapier
02 CVJM Magazin 4/26
10
Vom Wert der
CVJM-Mitgliedsc
12
haft
Thema: Ressourcen 05 05 06 09
Kolumne: #rundumsdreieck kurz notiert Bodenschätze des CVJM Mehr als ein Hotel – Mehr als ein Sportplatz
10 11 11 12
Dabeisein lohnt sich! Wenn weniger mehr werden darf Mehr Entdeckergeist Womit machen wir in Zukunft eigentlich CVJM?
CVJM-Westbund Landesverband 14 Leitung: Rahmenvereinbarung 15 Geschäftsstelle 16 Persönlich: Fundstücke, neue Bundessekretär:innen 18 Erlebt: Vision Weekend 19 Geplant 36 Übrigens CVJM vor Ort 20 Geschichten des Gelingens
Im Fokus 22 Bildung: Haltung zeigen, CVJM und KI 23 Junge Menschen: Club Camp OWL 24 Sport: Aktuelles 25 Häuser: Freundinnen und Freunde des Westbundes 26 Weltweit: Internationale Begegnungen, Europa-Schecks, TEN-SING-Show Ghana
CVJM Deutschland 28 Zukunft braucht Ressourcen – und einen starken Finanzierungsmix 30 Solidarität leben – im CVJM für den CVJM mit CVJM-Hoffnungszeichen
31 TEN SING – What? 32 Pinnwand 33 Die elementare Ressource des CVJM: Das Ehrenamt 34 Weltratstagung 2026 – Gemeinsam Veränderung gestalten
EDITORIAL
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, »Wer hat Zeit und kann am Samstag bei den Renovierungen im CVJM-Haus helfen?« Kurze Frage im Gruppenchat der Mitarbeitenden und die ersten Rückmeldungen kommen schnell: »Bin dabei«, »Kann nicht, habe Frühdienst, aber ihr könnt Werkzeug aus meiner Werkstatt bekommen«, »Bin noch nicht wieder ganz fit und am Samstag raus, kann aber gerne Anfang nächster Woche mal durchputzen«, »Bin dabei und habe noch Essen von der Feier gestern übrig, das bringe ich für alle mit.« Wie toll, dass sich letztlich genügend Menschen für einen Arbeitseinsatz finden – und toll, dass auch noch Putzen, Werkzeugbeschaffung und Verpflegung geklärt sind. Ich erlebe es im CVJM oft so (oder so ähnlich) wie oben beschrieben. Menschen bringen sich gerne ein, sei es mit Zeit, Materiellem oder durch Mitdenken. Damit der CVJM funktioniert, braucht es viele Ressourcen. Für dieses Heft haben wir im Redaktionsteam überlegt, welche die wichtigsten Ressourcen des CVJM sind. Uns war wichtig, den Blick vor allem auf das zu legen, was wir haben, die »Bodenschätze des CVJM«, und nicht so sehr auf das, was uns fehlt. Natürlich fehlen immer wieder finanzielle Mittel, Mitarbeitende, Zeit, … ABER: Es gibt eben auch ganz vieles, worauf wir zurückgreifen können. Einen kleinen Einblick in diese Ressourcen, die hoffentlich auch zum Weiterdenken anregen, findest du in diesem Heft.
Es geht um das, was Menschen in den CVJM einbringen, aber auch um das, was Gott uns zur Verfügung stellt, damit wir CVJM gestalten können. Im Regionalteil des Heftes erwarten dich Berichte von stattgefundenen Freizeiten und Begegnungen sowie ein Ausblick auf anstehende Aktionen.
Annalena Hilk Redaktion CVJM MAGAZIN
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen des Magazins! Herzliche Grüße
PS: Das nächste CVJM Magazin erscheint Ende Dezember.
www.cvjm-shop.de Tel: 02 02 / 57 42-32 info@cvjm-shop.de
ist. Du. B on Kooekti OversiceLLk earStrrtw
CVJM Magazin 4/26 03
Satzanfang ...
... Satzende
Wochenkalender
ZEITGEMÄSSE, SPIRITUELLE IMPULSE FÜR DEINEN INDIVIDUELLEN ALLTAG → 162 Karten: gestalte deinen persönlichen Wochenmix → QR-Codes mit Links zu vertiefenden Informationen, YouTube-Videos, Lieder, Buchtipps, Filmvorschläge u.v.m → Impulse zum Jahresthema „Gedenk-, Aktions- und Jahrestage“
Anzeige
#MeinMomento
individuell kombinierbar
QR-Code passend zum Impuls
Impuls
Bibelvers passend zum Satzende
Platz für notizen
meinMomento Tischkalender zum Aufstellen mit Wochenkalendarium und Spiralbindung durchgehend zweifarbig, 25,3 × 10,5 cm ISBN 978-3-96536-074-7 Art.-Nr. 613074, € 15,00*
- Alle Termine auf einen Blick – für bis zu sechs Familienmitglieder
- Eine Woche auf einen Blick
- Jede Woche neue Inspirationen – mit Rezepten, Bastelideen, Gebeten, Bibelversen und alltagstauglichen Familientipps.
- Mit Impulsen, Zitaten, Bibelversen und kreativen Ideen
- Für Hand und Wand – flexibel zu Hause und unterwegs, mit praktischen Extras wie Stickern und Gummiband.
- handliches Format mit hochwertiger Ausstattung.
*Unverbindliche Preisempfehlung
Tag für Tag inspiriert und organisiert durch 2027
KW 23
MONTAG
SAMSTAG
07
12
DIENSTAG
SONNTAG
08
13
MITTWOCH
RAUM FÜR WICHTIGES & WESENTLICHES
09
DONNERSTAG
10 KW 11
MONTAG
15
FREITAG
SAMSTAG
11
20
Fassadenweise
Frühlingsanfang
Wenn nützliche Stehsammler auch gleich zur Deko werden, freuen wir uns doppelt. So geht’s: Zeitschriftensammler aus Holz entweder in Natur belassen, oder leicht anschleifen und mit zwei Schichten weißem Acryllack bemalen. Dann mit einem Bleistift eine Häuserfassade vorzeichnen und mit einem Acrylmarker (2-3 mm Spitze) nachmalen.
DIENSTAG
SONNTAG
16
21
MITTWOCH
RAUM FÜR WICHTIGES & WESENTLICHES
17
DONNERSTAG
18
FREITAG
Daniela Albert vergissmeinnicht 2027 Der Familienkalender für Hand und Wand Spiralbindung, 144 S. ISBN 978-3-7615-7099-9 Art.-Nr. 157099, € 18,50*
NEU mit Illustrationen von Konstanze Ebel @dichtungsding
19
Blütengrüße Wirkungsvoll wird diese selbstgemachte Karte durch die frischen Blumen, die sie mitliefert. So geht’s: Eine Klappkarte aus Naturkarton aufschlagen. Mit einem Fineliner zweizeilig „Glückwunsch“ auf die untere Hälfte schreiben. Darüber und darunter mit einem Cuttermesser zwei parallele Schnitte anbringen. Blumen und Gräser pflücken und so zuschneiden, dass die Stiele unten bündig sind und die Gräser oben etwas überragen. Das Sträußlein vorsichtig durch die Einschnitte schieben.
Anja Schäfer vergissmeinnicht 2027 Taschenkalender gebunden, mit Lesebändchen und Gummiband, 128 S. ISBN 978-3-7615-7100-2 Art.-Nr. 157100, € 16,00*
Am 20. März ist Frühlingsanfang.
Erhältlich im Buchhandel oder im Neukirchener Shop: +49 2845 392-7218 (Mo-Fr 8:30 – 16:00 Uhr), www.neukirchener-verlage.de
KURZ NOTIERT
eDU-Hubs Gemeinsam Integration gestalten Viele Menschen sind vor dem Krieg in der Ukraine geflohen und hier angekommen. Sie zu integrieren ist und bleibt eine wichtige Aufgabe. Dieser stellt sich auch der CVJM Schlesische Oberlausitz. Seit Ap ril 2025 konnte das Team im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts hier wichtige neue Angebo te schaffen. Anhand eines integrativen Modells, das der YMCA Rumänien entwickelt hat, wurden Pro gramme aus verschiedenen Bereichen gebündelt: Psychologische Beratung, Jobberatung, Sprachkurse, Aktivitäten für Kinder, gemeinschaftliche Aktionen. Anliegen des Programms eDUHubs ist es, möglichst umfassend Unterstützung für Geflüchtete zu ermög lichen. Seit Beginn des Projektes hat sich viel entwickelt. Das Projekt läuft nun aus, im September finden Aus wertungen an allen Projektstandorten und in Brüssel statt. Wichtig ist nun, die Erkenntnisse weiterzutra gen und für Rahmenbedingungen einzutreten, die den Bedarfen der Geflüchteten entsprechen. Das Projekt ist kofinanziert von der EU (ESF+ Social Innovation+) und Accenture.
Gemeinsam finanzieren wir 500 Schulrucksäcke für Kinder und Jugendliche in Ghana und Indien Zu Erntedank starten wir eine besondere Spenden kampagne: Gemeinsam möchten wir 500 Schulruck säcke für Kinder und Jugendliche in Ghana und In dien ermöglichen. Ein Rucksack ist mehr als ein Rucksack. Er ist gefüllt mit Lern und Bildungsmaterialien wie Stiften, Kreiden, Schreibheften, Lernbüchern und vielem mehr. Für die Kinder bedeutet er: gut ausgestattet zur Schule gehen, lernen und die eigene Zukunft gestalten können. Über den YMCA vor Ort erhalten insgesamt 500 Kin der und Jugendliche einen Schulrucksack. In Ghana werden die Rucksäcke zudem aus recycelten Plastik tüten hergestellt. So verbindet das Projekt Bildungs förderung mit einem Beitrag zum Schutz der Umwelt. Schenken wir gemeinsam Hoffnung und Zukunft. Weitere Informationen und Materialien zur Aktion findet ihr unter: www.cvjm.de/erntedank
KOLUMNE
#RUND UMS DREIECK Gedanken des Generalsekretärs des CVJM Deutschland In »#rundumsdreieck« greife ich verschiedene Themen rund um und mitten im CVJM auf. Neulich saß ich mit zwei Menschen zusammen, die sich über viele Jahre mit großer Leidenschaft im CVJM engagiert haben. Es wurde ein herausfordern des, heilsames und am Ende sehr ermutigendes Ge spräch. Natürlich fiel irgendwann der Satz: »Früher war das anders.« Es ging um Freizeiten, Gruppen stunden, Mitarbeitende, Aufbrüche. Vieles wurde mit einer guten Portion Nostalgie erzählt. Und ich merkte, wie sich in mir Widerstand regte. Fast fühlte ich mich angegriffen. Sofort begann ich innerlich zu erklären, zu rechtfertigen, aufzuzählen, was wir heute alles aus probieren. »Halte noch einen Moment still«, sagte ich mir. »Frag lieber nach.« Dann geschah etwas Uner wartetes. Einer meiner Gesprächspartner unterbrach den anderen. »Heute ist es anders als früher«, sagte er. »Das eine Programm, mit dem wir viele erreicht haben, gibt es nicht mehr.« Plötzlich war da kein nos talgisches Verklären mehr, sondern ehrliches Ringen. Ein gemeinsames Suchen nach neuen Wegen. Nun ging es nicht mehr um Patentrezepte, schon gar nicht um Ratschläge. Wir hielten die Spannung aus, teilten Erfahrungen, ohne sie zum Maßstab zu machen. Als wir auseinandergingen, hatte ich keine Lösung in der Tasche. Kein neues Konzept für die Kin der und Jugendarbeit. Aber etwas anderes – und das hat sich gut angefühlt: ein ermutigendes Füreinander. Das Wissen, dass wir gemeinsam die Herausforderun gen tragen. Jede und jeder in seiner Rolle. Und die Zusage: »Wir beten für dich. Und für den CVJM.« Das hat mich mehr ermutigt als jede fertige Antwort. Vielleicht ist das der Unterschied: Nostalgie muss nicht rückwärtsgewandt sein. Sie kann auch Ausdruck von Liebe sein – wenn sie nicht festhält, sondern be gleitet. Gegen diese Art von Nostalgie habe ich gar nichts. Im Gegenteil. Davon wünsche ich mir mehr. Im CVJM. Für den CVJM. Und überall dort, wo Men schen gemeinsam Zukunft gestalten.
Hansjörg Kopp Generalsekretär CVJM Deutschland CVJM Magazin 4/26 05
THEMA RESSOURCEN
Was trägt uns als CVJM-Bewegung?
Im Mai dieses Jahres durfte ich zusam men mit einer Delegation des CVJM Baden unsere Partner des YMCA Ke nia besuchen. Ein Teil unseres Be suchs führte uns nach Kibera, einem der größten Slums Afrikas. Mitten im Slum betreibt der YMCA eine Schule. Vor meinem inneren Auge formt sich direkt der Gedanke: »Dort, wo die Not am größten ist, ist der CVJM.« Und genau an dieser Stel le geht eine Tür auf. Die Tür zu Chan cen und zu einem Neuanfang. Es er schließt sich uns ein weiter Raum, als sich das Tor zum YMCA Kibera öffnet. Inmitten der Enge in diesem Slum gibt es Platz, einen Raum für ech te Begegnungen, zum Ausprobieren und zum Entfalten. Das tut gut. Das tut den Menschen gut. Genau dafür steht der CVJM: Er schafft Räume, in denen Menschen sich entfalten, Ori entierung finden und Gott begegnen können. Auf dem Weg durchs Leben braucht es solche Orte, in denen man zu sich selber finden kann und Gott begegnet. Wie können wir den Men schen Orientierung geben, damit sie gut durch das Leben kommen? Jesus geht es um Orientierung für die Welt, wenn er sagt: »Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5, 14). Als Christinnen und Christen haben wir demnach das Potenzial, einen Unterschied im Le ben von Menschen zu machen. Wir bringen also dafür im CVJM auch jetzt schon alle Grundlagen mit, um in diesem Sinne Wirkung zu erzielen. In Kibera wurde mir neu bewusst: Unsere 06 CVJM Magazin 4/26
eigentlichen Bodenschätze sind nicht Gebäude oder Programme. Es sind Menschen. Beziehungen. Hoffnung. Mut. Beteiligung und Verantwortung. Genau diese Schätze tragen den CVJM seit seiner Gründung. Diese Erfah rung aus Kibera hat mich neu auf die eigentlichen Bodenschätze unserer Bewegung schauen lassen. Fünf davon möchte ich im Folgenden näher be schreiben. Fünf Schätze, die unsere Bewegung tragen – und warum sie heute wichtiger sind denn je Die wertvollsten Schätze haben wir bereits entdeckt. Sie wachsen in Bezie hungen, entstehen durch Vertrauen und entfalten ihre Wirkung dort, wo Menschen Verantwortung überneh men. Gerade in einer Zeit tiefgreifen der gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen lohnt es sich, diese Bodenschätze neu zu entdecken. Sie machen unsere Bewegung von Anfang an aus und sie werden auch ihre Zu kunft prägen. 1. Beziehungen – unser größter Schatz Seit Jahrzehnten kommen nahezu alle Jugendstudien zum gleichen Ergebnis: Junge Menschen brauchen vor allem verlässliche Beziehungen. Sie suchen Menschen, die zuhören, sie ernst nehmen und ihnen Orientierung ge ben. Genau darin liegt seit jeher eine der größten Stärken des CVJM. Schon die Pariser Basis beschreibt unsere
Bewegung als einen Ort, an dem Menschen miteinander und mit Je sus Christus verbunden werden. Die se Verbindung entsteht nicht zuerst durch Programme, sondern durch Menschen. In Jungscharen, Sport gruppen, Freizeiten oder Jugendtreffs erleben Kinder und Jugendliche Ge meinschaft, die trägt. Gerade in einer Zeit wachsender Einsamkeit ist dieser Schatz wertvoller denn je. Wo Beziehungen wachsen, entsteht Vertrauen. Und wo Vertrauen wächst, wird Glauben möglich. 2. Ermutigung – Hoffnung weitergeben Ein weiterer Bodenschatz ist unsere Kultur der Ermutigung. Der erste Johannesbrief erinnert da ran, dass unser eigenes Herz manch mal unser schärfster Ankläger sein kann. Wie wohltuend ist es deshalb, wenn Menschen uns zusprechen: Du schaffst das. Gott geht mit dir. Der CVJM lebt davon, dass Menschen einander etwas zutrauen. Junge Mit arbeitende erhalten Verantwortung. Ehrenamtliche werden begleitet. Feh ler dürfen Lernschritte sein. Vielleicht sollten wir deshalb noch viel häufi ger feiern. Mitarbeitendenfeste, Seg nungsgottesdienste oder Jubiläen sind keine Nebensache. Sie machen sicht bar, wie wertvoll Menschen für unsere Bewegung sind. Wer Wertschätzung erlebt, wächst. Wer ermutigt wird, ge winnt neue Kraft. Auch das gehört zu den großen Schätzen des CVJM.
RESSOURCEN THEMA
3. Veränderungsmut – wir bleiben nicht stehen Der CVJM war nie eine Bewegung des Stillstands. Heute verändert sich die Lebenswelt junger Menschen vielleicht schneller als jemals zuvor. Kirchliche Bindungen nehmen ab. Demografische Entwicklungen verän dern unsere Zielgruppen. Viele tradi tionelle Zugänge brechen weg. Wenn wir unter diesen Bedingungen einfach weitermachen würden wie bisher, würden wir trotz gleichblei bend guter Arbeit langfristig weniger junge Menschen erreichen. Unser Auftrag bleibt jedoch derselbe: Wir wollen Kinder und Jugendliche mit Je sus Christus bekannt machen. Deshalb brauchen wir den Mut, neue Wege zu gehen. Neue Gemeindefor
men, Kitas, Jugendhilfe, Schule, inno vative Projekte oder digitale Formate sind keine Abkehr von unserem Auf trag. Sie sind Ausdruck seiner konse quenten Weiterentwicklung. Veränderung ist deshalb keine Bedro hung. Sie erinnert uns daran, die über Jahrzehnte gewachsene Innovations kraft des CVJM immer wieder neu zu entfalten. 4. Zugehörigkeit – »Du gehörst dazu.« Vielleicht ist dies der kostbarste Schatz des CVJM. Viele junge Menschen neh men heute an Angeboten teil. Doch immer weniger erleben echte Zuge hörigkeit. Sie fragen: Wo gehöre ich hin? Wer kennt mich? Wer sieht mich? Jesus beantwortet diese Sehnsucht auf eindrucksvolle Weise.
Als Menschen die Kinder von ihm fernhalten wollen, stellt er sie in die Mitte und sagt: »Lasst die Kinder zu mir kommen.« Für ihn beginnt Zu gehörigkeit nicht mit Leistung, Alter oder Reife. Sie beginnt mit Beziehung und Zuspruch. Noch eindrücklicher wird dies in der Begegnung mit der blutflüssigen Frau (vgl. Mk 5). Nachdem Jesus sie ge heilt hat, hätte die Geschichte enden können. Doch Jesus bleibt stehen. Er sucht ihren Blick und spricht sie mit den Worten an: »Meine Tochter.« Damit schenkt er ihr weit mehr als körperliche Heilung. Er gibt ihr ihre Würde zurück. Aus einer gesellschaft lich Ausgegrenzten wird ein Mensch, der sichtbar zu Gottes Familie gehört. Die eigentliche Heilung geschieht nicht nur an ihrem Körper, sondern an ihrer Identität. Genau das ist auch unser Auftrag. Der CVJM soll ein Ort sein, an dem junge Menschen erleben: Du gehörst dazu. Nicht, weil du etwas leistest. Sondern weil Gott Ja zu dir sagt. Diese Überzeugung fordert uns her aus, Zugehörigkeit nicht nur zu pre digen, sondern sichtbar zu gestalten. Deshalb dürfen wir uns auch in Zu kunft intensiv mit der Frage befassen, wie Menschen bewusster Teil unse rer Bewegung werden können. Auch Mitgliedschaft und mögliche Alter nativen gehören dazu. Mitgliedschaft CVJM Magazin 4/26 07
THEMA RESSOURCEN WIR HABEN ES NICHT IM GRIFF THEMA verstehen wir dabei nicht als Verwal tungsakt, sondern als Ausdruck geleb ter Zugehörigkeit. Wer Mitglied wird, sagt: Ich möchte Teil dieser Bewegung sein. Mitgliedschaft stärkt Identität, schafft Verbindlichkeit und eröffnet Betei ligung. Gleichzeitig macht sie nach außen sichtbar, dass der CVJM Ver antwortung für junge Menschen über nimmt. Sie stärkt unsere Legitimation als Jugendverband, fördert die Bin dung von Familien und unterstreicht unsere gesellschaftliche Relevanz. Wo Menschen verbindlich dazugehö ren, wächst Vertrauen. Und wo Ver trauen wächst, entstehen Verantwor tung und Zukunft. 5. Verantwortung – Zukunft gestalten Der fünfte Bodenschatz ist die Bereit schaft, Verantwortung zu überneh men. Der CVJM war immer dann besonders stark, wenn junge Menschen früh Ver antwortung übernehmen durften. Gruppen leiten. Freizeiten gestalten. Projekte entwickeln. Im Vorstand mit arbeiten. Verantwortung prägt Men schen weit über den CVJM hinaus. Gerade unsere Gesellschaft braucht Orte, an denen Demokratie, Beteili gung und Verantwortung praktisch eingeübt werden können. Der CVJM ist ein solcher Ort. Leitung bedeutet heute, Spannungsfelder auszuhalten:
Nr 4:
08 CVJM Magazin 4/26
Die wertvollsten Bodenschätze liegen nicht unter der Erde. Sie entfalten ihre Kraft dort, wo Menschen Hoffnung schenken, Beziehungen leben und anderen den Weg zu Jesus Christus öffnen.
zwischen Ehrenamt und Profession, zwischen Tradition und Innovation, zwischen kirchlicher Verankerung und gesellschaftlicher Öffnung. Gera de darin liegt unsere Chance. Wir in vestieren bewusst in Nachwuchsfüh rungskräfte, fördern Beteiligung und entwickeln unsere Strukturen weiter, damit sie unserem Auftrag dienen. Wer Verantwortung übernimmt, ge staltet Zukunft.
entfalten ihre Kraft dort, wo Men schen Hoffnung schenken, Beziehun gen leben und anderen den Weg zu Jesus Christus öffnen. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Schätze an die nächste Generation weiterzugeben. Denn dort, wo Men schen Vertrauen erfahren, ermutigt werden, dazugehören und Verantwor tung übernehmen, wird Gottes Reich sichtbar.
Mehr als ein Erbe Diese fünf Bodenschätze – Beziehun gen, Ermutigung, Veränderungsmut, Zugehörigkeit und Verantwortung – haben den CVJM seit seiner Gründung getragen. Sie sind auch ein Verspre chen für die Zukunft. Wir sind für an dere da. Der YMCA in Kibera hat mir gezeigt: Die wertvollsten Bodenschät ze liegen nicht unter der Erde. Sie
Gerade deshalb bin ich überzeugt: Der CVJM verfügt über weit mehr Bo denschätze, als wir manchmal selbst wahrnehmen. Mit Jesus Christus mu tig voran! Matthias Kerschbaum Fachlich-theologischer Vorstand im Sozialunternehmen »Die Zieglerschen«, Wilhelmsdorf
RESSOURCEN THEMA
MEHR ALS EIN HOTEL – MEHR ALS EIN SPORTPLATZ Herzlich willkommen zu einem Rundgang durch die CVJM-Häuser des CVJM Düsseldorf, die mehr als Immobilien sind und Raum für ganz unterschiedliche Menschen bieten.
CVJM-Haus in der Innenstadt In bester Lage nahe des Hauptbahn hofs liegt das CVJMHaus mit sieben Etagen (plus Kellerräumen), wo sich ganz unterschiedliche Menschen be gegnen: Im 3SterneHotel übernach ten Gäste aus aller Welt, im Tagungs bereich treffen sich Gewerkschaften, Azubis von Unternehmen, Freiwilli gendienstleistende zu Seminaren, es finden VHSKurse, Steuerlehrgänge oder Gottesdienste freier Gemeinden statt. Im Bürobereich im 2. OG treffen sich der CVJMBuchhalter, ein Pastor einer freien Gemeinde sowie die Jugend referent:innen des CVJM. Geht man noch weiter nach oben, bleibt es inter national: In 26 Wohnheimzimmern wohnen fast ausschließlich junge Männer, deren Heimat in Deutsch land, in Indien, in Syrien oder irgend wo dazwischen ist. Malik, ein junger Mann aus Afgha nistan, kam als Bewohner des CVJM Wohnheims zu uns. Heute arbeitet er zuverlässig nachts an der Rezeption des Hotels. Wir arbeiten zusammen und reden über unseren Glauben, unsere Familien und Politik. Eine Be gegnung, die ohne das CVJMHaus im Mittelpunkt nie zustande gekommen wäre. Im Keller sind die in die Jahre ge kommenen Jugendräume, die jedoch kaum von Jugendlichen genutzt wer den. Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert im Umfeld des Haupt bahnhofs: Dort wohnen kaum Jugend liche. Wollen wir zu den Kindern und Jugendlichen, müssen wir 20 Minuten mit der Bahn rausfahren.
CVJM-Spiel- und Sportgelände »Altenbergstraße« Hier steht das andere CVJMHaus seit 1949, inmitten eines parkähnlichen Geländes mit Bolzplatz und modernem BasketballCourt. In der Nachkriegs zeit hat die CVJMGeneration erkannt, dass es ohne Anlaufpunkt keine CVJM Angebote geben kann. Danke, dass die CVJMer so weit gedacht haben, denn es lohnt sich bis heute: Gegen Mittag kommen Grundschulkinder aus der Schule zu uns und werden im Rahmen eines OGSAngebots betreut. Naht los öffnet der Jugendtreff und wenn wir um 20 Uhr schließen, sind im mer noch Kinder und Jugendliche auf dem Kunstrasenplatz. Auch Ahmad, 27 Jahre alt. Er kommt jeden Tag zum CVJMGelände und spielt Fußball. Ge legentlich sitzen wir auf einer Bank und dann erzählt er von seiner Flucht über das Mittelmeer, seinem Glauben und was er an Deutschland so mag. Beim Fußballturnier möchte er in der CVJMMannschaft spielen: »Ich möch te zu euch gehören.« Die beiden Häuser prägen den CVJM Düsseldorf. Durch die Häuser kön nen wir CVJMAngebote mit und für vor allem junge Menschen ermög lichen. Über die entsprechenden Kosten könnte man Seiten füllen: Brandschutz, TÜV für technische Ge räte vom Aufzug bis zur Stehlampe, Renovierungen und Vandalismus. Und trotzdem sagt der langjährige Schatz meister des CVJM Düsseldorf: »Es ist mehr Segen als Last.« Und die stellv. Vorsitzende und Hotelmitarbeiterin Katharina Kerkmann ergänzt: »Wenn Menschen in Not hereinkommen und wir können ihnen helfen, dann wird
unser Haus zu einem geistlichen Ort.« Dazu braucht es den Mut der Verant wortlichen, inhaltliche Konzepte und Gottvertrauen. Dann werden Dinge möglich und unser CVJM kann ein Ort mit einer ganz besonderen Atmosphä re sein. Das hat auch der Generalse kretär des Europäischen YMCA, Juan Simoes Iglesias, während der Tagung der Nationalen Generalsekretäre 2025 im CVJMHotel empfunden: »Wir wa ren in keinem Hotel zu Gast – wir wa ren in einem CVJM. Und das hat man gespürt.« Wie sehr der CVJM Düsseldorf mit den Häusern verbunden ist, zeigt die Reak tion im Vorstand auf die hypothetische Frage, was sich ändern würde, wenn wir die Häuser nicht mehr hätten: rat loses Schweigen. Bis einer sagt: »Wir würden uns neu erfinden müssen.« Ralf Wittig Leitender Referent im CVJM Düsseldorf (zukünftig Leitung CVJM Tagungs- und Freizeitzentrum Rehgarten in Chemnitz)
Zum Weiterdenken:
• Welcher Ort hat dich in deinem Leben besonders geprägt und warum? • Gibt es einen Ort, an dem du dich willkommen, gesehen oder zuhause gefühlt hast? • Welche Menschen sind dir an bestimmten Orten begegnet, die du sonst wahrscheinlich nie kennengelernt hättest? • Was braucht ein Ort, damit junge Menschen sagen können: »Ich möchte dazugehören«? • Wie kann ein CVJM-Haus, ein Jugendkeller, ein Sportplatz oder ein Wohnzimmer zu einem geistlichen Ort werden? • Für welchen Ort in deinem Leben oder in deinem CVJM möchtest du neu beten, denken oder Verantwortung übernehmen?
CVJM Magazin 4/26 09
THEMA RESSOURCEN
CVJM Vom Wert der
-Mitgliedschaft
»Dabeisein lohnt sich!« – Mit diesem Slogan wollten wir vor 20 Jahren in ganz Deutschland neue Mitglieder ge winnen. Dahinter steckte eine groß artige Idee: Die deutschlandweite Ge meinschaft des CVJM an über 1.400 Standorten ist füreinander da! Du verlierst in einer fremden Stadt deine Brieftasche mit Ausweis und Bargeld? Kein Problem! Der CVJM vor Ort hilft dir. Du ziehst zum Studium in eine fremde Stadt? Wahrscheinlich gibt es dort einen CVJM, und neue Freundin nen und Freunde sind schnell gefun den. Was für eine wertvolle Ressource haben wir in dieser Gemeinschaft – in Deutschland und sogar in der ganzen Welt!
»Geld ist wie ein Arm oder ein Bein: Verwenden Sie es oder verlieren Sie es.« Henry Ford In kirchlichen Gremien begegnet mir oft der Satz: »Die Leute im CVJM sind Macherinnen und Macher, die packen an.« Oder, um es mit Henry Ford zu sagen: Sie setzen ihre Arme und Beine ein. Sie helfen praktisch und machen sich sofort mit auf den Weg, wenn es
10 CVJM Magazin 4/26
etwas zu organisieren und umzuset zen gibt. Unsere Arme und Beine ver kümmern nicht – sie sind im Auftrag des Herrn unterwegs. Auch bei den Finanzen gibt es oft ähn lich praktische Ansätze. Beim Gemein de oder Stadtfest verkauft der CVJM Würstchen oder backt Waffeln. Nach Weihnachten werden die Tannenbäu me gegen eine kleine Spende bei den Haushalten im Ortsteil abgeholt. In manchen Vereinen unterstützt die Kir chengemeinde die Jugendarbeit mit einem festen Zuschuss, und für das Kinderferienprogramm kann ein öf fentlicher Zuschuss beantragt werden. Eine regelmäßige Einnahmequelle wird dabei häufig unterschätzt: der Mitgliedsbeitrag. Per Dauerauftrag oder Lastschrifteinzug versorgt er die Arbeit mit laufenden Einnahmen von Menschen, die unserer CVJMArbeit
nahestehen. Und ähnlich wie bei Ar men und Beinen verkümmert auch diese Quelle, wenn wir nicht regelmä ßig dafür sorgen, dass sich ihre Höhe an die steigenden Ausgaben anpasst. Dabei wissen wir alle: Was wir im CVJM für und mit jungen Menschen investieren, ist eigentlich unbezahl bar. Aber spiegelt sich das auch in un seren Mitgliedsbeiträgen wider? Ein Jahresbeitrag für Erwachsene von we niger als 100 Euro kann unsere CVJM Arbeit heute kaum noch ausreichend finanzieren. Dieser Finanzierungsmix gilt übrigens auch für den CVJMWestbund. Spen den, Zuschüsse von Kirchen und der öffentlichen Hand sowie Einnahmen aus den Zweckbetrieben werden durch den sogenannten Bundesbeitrag er gänzt. Dieser Mitgliedsbeitrag der Ver eine im CVJMWestbund macht etwa 18 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Ich lade uns ein, selbstbewusst und fröhlich vom Wert guter CVJMJu gendarbeit zu sprechen und Men schen dazu einzuladen, Teil dieser Ge meinschaft zu werden. Und dann sind zehn Euro Monatsbeitrag schon fast geschenkt, oder?
Michael van den Borre Geschäftsführer des CVJM-Westbund, Wuppertal
RESSOURCEN THEMA
WENN WENIGER MEHR WERDEN DARF Cornelius Kuttler, Leiter des EJW, im Gespräch mit Hansjörg Kopp. Es geht um knappe Ressourcen, schmerzhafte Entscheidungen und die Hoffnung, die trägt. Was passiert, wenn plötzlich 30 Pro zent der personellen Ressourcen ge kürzt werden müssen? Diese Frage beschäftigt derzeit das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW). Für seinen Leiter Cornelius Kuttler ist das weit mehr als eine organisato rische Herausforderung. Es geht um Menschen, um Vertrauen und um die Frage, wie christliche Jugendarbeit auch unter veränderten Bedingungen ihren Auftrag erfüllen kann. Was er erzählt, gilt in gleicher Weise für alle CVJM. Kuttler spricht offen über die Belastung, die ein solcher Verände rungsprozess mit sich bringt. Statt den Rückgang lediglich zu verwalten, hat das EJW einen anderen Weg gewählt. Der Leitgedanke lautet: »Mit weniger Ressourcen relevanter werden.« Da hinter steckt die Frage, was für die Zu kunft wirklich wichtig ist. Welche Auf gaben müssen bewusst hochgehalten werden? Und wo braucht es die Bereit schaft, Liebgewonnenes loszulassen? Für Kuttler ist das keine betriebswirt schaftliche, sondern auch eine geistli
che Frage. Relevanz bedeute, das We sentliche sichtbar zu machen. Dabei verschweigt er nicht, dass Ver änderungen schmerzen. Weniger kön ne helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. »Es wird jedoch schräg, wenn man damit kaschiert, dass weniger werden wehtut«, sagt Kuttler. Gerade deshalb sei es wichtig, solche Prozesse gemeinsam zu gestal ten. Orientierung findet er im Glauben. Besonders prägend ist für die Ver antwortlichen im EJW derzeit die Geschichte vom Durchzug durch das Schilfmeer. Die Israeliten stehen vor einer scheinbar ausweglosen Situati on – und stellen sich dieser. Sie heben den Blick. Und gehen weiter. Mit Rea lismus, Hoffnung und Mut lässt sich ihr Handeln gut beschreiben. Diese sind zu Kernbegriffen ihres Leitungs teams geworden: Realismus bedeutet, die Situation ehrlich anzuschauen. Hoffnung erinnert daran, Teil einer größeren Geschichte Gottes zu sein. Und Mut hilft, neue Wege zu wagen,
auch wenn die Zukunft noch nicht klar erkennbar ist. Sein Fazit ist ebenso schlicht wie he rausfordernd: Die wichtigste Ressour ce einer christlichen Organisation ist Vertrauen – Vertrauen in Gott und Ver trauen untereinander. Dort, wo beides wächst, entsteht Hoffnung. Und Hoff nung schafft den Mut, die nächsten Schritte zu gehen. Gerade darin sieht Kuttler eine besondere Stärke von Ju gendarbeit und CVJM: Menschen las sen sich nicht entmutigen, sondern wagen Neues und leben Hoffnung. Vielleicht ist genau das die wertvollste Ressource für die Zukunft. Das ganze Gespräch ist hier zu hören:
Cornelius Kuttler Pfarrer, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg
MEHR ENTDECKERGEIST Neue Ressourcen als CVJM erschließen Oft beginnen unsere Überlegungen mit dem, was fehlt: Geld. Zeit. Mitar beitende. Räume. Vielleicht lohnt sich gerade deshalb ein zweiter Blick auf das, was längst da ist. Ressourcen sind mehr als Zahlen im Haushaltsplan. Sie liegen in Men schen, die Erfahrungen, Begabungen und Sehnsucht mitbringen. In Bezie hungen, die Vertrauen wachsen las sen. In Gebäuden, die neu geöffnet werden können. In Geschichten, die erzählen, wofür ein CVJM einmal auf gebrochen ist – und wozu er heute ge rufen sein könnte.
Vielleicht beginnt Zukunft nicht im mer mit mehr. Sondern mit einem neuen Blick auf alte Schätze: • Was ist da – und wird kaum gesehen? • Wer ist nah dran – und noch nicht beteiligt? • Welche Orte warten auf neues Leben? • Wo wächst etwas, das wir stärken können? Mit diesem Entdeckergeist unter wegs zu sein, meint mehr als eine praktische Suche nach ungenutzten Möglichkeiten. Es ist Ausdruck einer geistlichen Haltung: Gott ist längst am
Wirken – in Menschen, an Orten, in Sehnsüchten und Aufbrüchen – und lädt zum Mitmachen ein. Relevanz entsteht dort, wo ein CVJM nicht nur verwaltet, was ihm anvertraut ist, son dern neu entdeckt, was schon längst da ist, und seine Ressourcen mutig verfügbar macht. Für Menschen. Für den Ort. Für Gottes Zukunft.
Lena Niekler Bildungsreferentin für Young Leaders, YChurch und transformatorische Prozesse CVJM Magazin 4/26 11
THEMA RESSOURCEN WIR HABEN ES NICHT IM GRIFF THEMA
In fast jedem Gespräch über die Zukunft des CVJM fällt irgendwann das Wort »Ressourcen«. Meist geht es dann um das, was weniger wird.
12 CVJM Magazin 4/26
WIR HABEN ES NICHT IM GRIFF THEMA THEMA RESSOURCEN Wir erleben, dass Ressourcen knapper werden. Menschen haben weniger Zeit für langfristiges Engagement. Ehren amt verändert sich. Finanzielle Spielräume werden kleiner. Gebäude verursachen hohe Kosten oder stehen nicht mehr zur Verfügung. Auch die tiefgreifenden Veränderungen in den großen Kirchen wirken sich auf den CVJM aus. Diese Entwicklungen sind Realität. Sie wegzudiskutieren oder zu ignorieren, hilft nicht. Vermutlich geht es vielen wie mir: Beim Thema Ressour cen denke ich schnell an das, was weniger wird. Dabei lohnt sich eine andere Frage: Woraus lebt der CVJM eigentlich? Ressourcen sind weit mehr als Geld. Ressourcen sind alle Mittel und Möglichkeiten, die uns zur Erfüllung unseres Auftrags zur Verfügung stehen. • Die wichtigste Ressource des CVJM ist der dreieinige Gott. Viele kennen Geschichten von Gottes Versorgung. Wir wissen einen Gott an unserer Seite, der Menschen liebt, der diese Welt in seinen Händen hält und dessen Ge schichte mit dem CVJM noch nicht zu Ende ist. • Eine weitere entscheidende Ressource sind Menschen mit Leidenschaft. Menschen, die sich berufen lassen, Verantwortung übernehmen und ihre Zeit investieren. Menschen, die für Jesus Christus und junge Menschen brennen. Menschen, die überzeugt sind, dass es einen Unterschied macht, wenn Kinder und Jugendliche Ge meinschaft erleben, Glauben entdecken und ihre Gaben entfalten können. Ohne diese Leidenschaft gäbe es kei nen CVJM. • Hinzu kommt die Geschichte unserer Bewegung. Viele CVJM blicken auf Jahrzehnte, manche auf mehr als ein Jahrhundert gelebter Jugendarbeit zurück. In diesen Ge schichten stecken Erfahrungen, Vertrauen und die Erin nerung daran, wie Gott Menschen durch unterschiedliche Zeiten geführt hat. Geschichte ist nicht Ballast, sie ist Res source. • Der CVJM lebt von tragenden Beziehungen. Von Freund schaften, Netzwerken und Kooperationen. Von Menschen, die einander unterstützen, ermutigen und ergänzen. Ge rade in herausfordernden Zeiten wächst die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung und gegenseitiger Unter stützung. • Die weltweite YMCA-Gemeinschaft verbindet Menschen in mehr als 120 Ländern, erweitert Horizonte und schafft Freundschaften über kulturelle Grenzen hinweg. Ebenso wertvoll ist die ökumenische Weite des CVJM. Seit seiner Entstehung bringt er Christinnen und Christen unter schiedlicher Prägungen zusammen und baut Brücken in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Wer über Ressourcen nachdenkt, entdeckt also schnell ei nen großen Reichtum. Zugleich gilt: Nicht alle Ressourcen sind unbegrenzt, eini ge werden knapper. Nicht überall gleich schnell und nicht überall gleich stark. Aber deutlich genug, um die Augen nicht davor zu verschließen.
Eine der größten Gefahren besteht darin, aktuelle Entwick lungen zu verdrängen und zu hoffen, dass sich alles wieder einpendelt, dass unsere bisherigen Strukturen weiter funk tionieren werden. Zu warten, statt zu gestalten. Verantwortung beginnt mit Ehrlichkeit. Wer wahrnimmt, dass Ressourcen knapper werden, muss fragen: Was ist für unseren Auftrag wirklich unverzichtbar? Wo investieren wir unsere Kraft? Welche Strukturen helfen uns – und welche binden Ressourcen, die wir an anderer Stelle dringender brauchen? Das kann bedeuten, Komplexität zu reduzieren, Gremien zu verschlanken, Aufgaben neu zu ordnen oder sich von Gewohntem zu verabschieden. Nicht aus Resignation, son dern um Kräfte für das Wesentliche freizusetzen. Gleichzeitig geht es darum, neue Ressourcen zu erschlie ßen. Durch stärkere Kooperationen, durch die gemeinsa me Nutzung von Ressourcen innerhalb der CVJMBewe gung, durch Partnerschaften mit Unternehmen, Stiftungen und anderen gesellschaftlichen Akteuren. Zukunft entsteht dort, wo Fokussierung und Kreativität zusammenkommen. Die Bibel kennt diese Perspektive. Bei der Speisung der Fünftausend sehen die Jünger zunächst das Problem: zu viele Menschen, zu wenig Essen, zu wenig Möglichkeiten. Ihre Analyse ist richtig. Aber Jesus stellt eine andere Frage: Was habt ihr?
Fünf Brote. Zwei Fische. Mehr nicht. Jesus beginnt mit dem Vorhandenen. Vielleicht liegt darin eine wichtige geistliche Orientierung für den CVJM. Wir dürfen die Realität nicht verdrängen. Wir dürfen knap per werdende Ressourcen nicht schönreden. Aber wir müssen uns auch nicht von ihnen bestimmen lassen. Deshalb schauen wir weder naiv noch resigniert in die Zu kunft. Wir nehmen wahr, was weniger wird. Wir entdecken neu, was uns anvertraut ist. Und wir fragen, wie wir unsere Ressourcen so einsetzen können, dass auch kommende Ge nerationen von der Arbeit des CVJM profitieren. Die Zukunft des CVJM wird sich nicht daran entscheiden, ob wir genug Ressourcen besitzen. Sie wird sich daran ent scheiden, ob wir die vorhandenen Ressourcen erkennen, verantwortungsvoll nutzen, neue erschließen und den Mut haben, manches loszulassen. Denn Ressourcen sind nicht einfach Mittel zum Zweck. Sie sind anvertraute Möglichkeiten. Und die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was fehlt uns? Sondern: Was hat Gott uns gegeben – und was machen wir daraus?
Hansjörg Kopp Generalsekretär CVJM Deutschland CVJM Magazin 4/26 13
C VJM-WESTBUND LEITUNG
RAHMENVEREINBARUNG Geistliche Verantwortung von CVJM und Kirche Nach einem längeren Vorlauf konnte im März 2026 eine wegweisende Rahmenvereinbarung zwischen dem CVJM-Westbund e. V. und der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie der Lippischen Landeskirche unterzeichnet werden. Vorausgegangen waren intensive Gespräche auf verschiedenen Ebenen, die von dem gemeinsamen Anliegen geprägt waren, Menschen vor sexualisierter Gewalt zu schützen und ihre Würde zu bewahren. In der Präambel wird betont, dass die Kirchen und der CVJM darin eine geistliche Verantwortung sehen. In den vergangenen Jahren sind wir im CVJM-Westbund viele wichtige Schritte gegangen, um Schutzkonzepte zu erstellen und Prävention verbindlich in der Arbeit des CVJM zu verankern. Auch im Bereich der Intervention wurden klare Wege definiert. Das Fachteam Schutzauftrag hat im vergangenen Jahr weit über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
geschult. Weil wir dem Thema noch mehr Gewicht geben wollen, haben wir seit August 2026 eine »Fachstelle Schutzauftrag im CVJM-Westbund« eingerichtet, die von Stefanie Demand geleitet wird. Um in Zukunft klare Wege und Zuständigkeiten zu definieren sowie auch das Thema Anerkennung und Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt aufzunehmen, wurde die Rahmenvereinbarung mit den Evangelischen Kirchen in RWL (Rheinland/Westfalen/ Lippe) geschlossen. Die Kirchen und der CVJM erkennen das Leid von Betroffenen an, übernehmen die Verantwortung für das erlittene Unrecht und geben Betroffenen die Möglichkeit, Anerkennungsleistungen zu erhalten. Die Kirchen in NRW und die Diakonie haben dazu eine gemeinsame, unabhängige Anerkennungskommission eingerichtet. Weil der CVJM selbst keine solche Einrichtung hat, unterstützt der CVJM-Westbund die Arbeit der gemeinsamen Kommission der Kirchen und der Diakonie.
Der große Vorteil für Betroffene aus den Reihen des CVJM ist, dass es eine klare Regelung gibt, wo und in welcher Weise Aufarbeitung und Anerkennung geschehen kann und wie Anerkennungsleistungen gezahlt werden. Der große Vorteil für alle CVJM-Ortsvereine und CVJM-Kreisverbände ist, dass es in solchen Fällen ein geregeltes Verfahren gibt und dass klar definiert ist, wer sich um was kümmert. Dabei begleitet der CVJM-Westbund betroffene Ortsvereine und vermittelt bei möglicherweise auftretenden Differenzen zwischen Anerkennungskommission und CVJM. Diese Rahmenvereinbarung schafft Klarheit und kann eine Vorlage für weitere Vereinbarungen zwischen Landeskirchen und CVJM sein.
Matthias Büchle Generalsekretär
Wir gestalten gemeinsam die Zukunft: Open DV in Wuppertal am 26. September 2026 14 CVJM Magazin 4/26
GESCHÄFTSSTELLE C VJM-WESTBUND
AM ANFANG SCHUF GOTT HIMMEL UND ERDE … … und damit alle Ressourcen, die wir heute benötigen. Deshalb sind wir IHM dankbar für alles, was wir heute mit euch teilen können. Menschen Mit Benjamin Rether ist der Stellenwechsel im Bereich IT/EDV geglückt. Alle Systeme laufen gut. Dank seiner Expertise loten wir derzeit auch die strukturierten Einsatzmöglichkeiten von KI in der Geschäftsstelle aus. Zum 15. Juli 2026 konnten wir mit Regina von den Eichen die vakante Stelle in der Finanzabteilung wieder besetzen. Sie bringt die notwendigen Ressourcen für die Digitalisierung der Buchhaltung mit. Unser CVJM-Shop verändert sich. Die Mitarbeitenden stellen sich den da-
mit verbundenen Herausforderungen. Regine Sahm arbeitet sich seit Mai in einen neuen Aufgabenbereich ein und bearbeitet nachmittags Versicherungsfälle und Satzungsänderungen der Vereine. Vormittags bleibt der Shop ihr Herzensanliegen und Aufgabenschwerpunkt. Frank Mombächer unterstützt im Assistenzteam vor allem den Generalsekretär, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Delegiertenversammlung. Mit einigen Stunden gehören die Vertretung im Shop und die Bearbeitung von Druckaufträgen weiterhin zu seinen Aufgaben.
Spendenprojekt im Herbst
Als CVJM-Westbund sind unsere Aufgaben breit gefächert und vielfältig. Ob Bläserarbeit, Mitarbeitendenschulungen, Vereinsberatungen, Ferienfreizeiten, Sportarbeit – all das gehört zu unserem Portfolio. Am besten dabei unterstützen kannst du uns mit einer allgemeinen Spende für die Arbeit des CVJM-Westbundes. Herzlichen Dank dafür! Spendenkonto: CVJM-Westbund e. V. DE80 3506 0190 1010 2570 57 KD-Bank eG Dortmund Verwendungszweck: Allgemeine Spende Weitere Infos gibt es unter: www.cvjm-westbund.de/unterstuetzen
Finanzsanierung Im Rahmen der Finanzsanierung überarbeiten wir das Sortiment im CVJM-Shop und räumen die Büros im Erdgeschoss der Geschäftsstelle. Nach kleineren baulichen Veränderungen rückt die Öffentlichkeitsarbeit näher zu den Kolleginnen und Kollegen ins 1. Obergeschoss. Mit der frei werdenden Etage können weitere Mieteinnahmen erzielt werden. Ein neu eingesetzter Beirat wird den Ausbau der Photovoltaikanlagen auf der Bundeshöhe in Angriff nehmen. Damit schonen wir nicht nur natürliche Ressourcen, sondern senken auch die Kosten unserer Bildungsstätte. Unsere Dankbarkeit für treue Spenderinnen und Spender lassen wir in den Rat aus Philipper 4,6 einfließen: Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Michael van den Borre Geschäftsführer CVJM Magazin 4/26 15
C VJM-WESTBUND PERSÖNLICH
FUNDSTÜCKE »Dabeisein ist alles!« Am ländlichen Stadtrand von Wuppertal findet sich der CVJM Walbrecken mit eigenem Selbstverpflegerhaus. Vom Motiv des Beitritts zum CVJMWestbund zeugt das wohl älteste bekannte Dokument. Am 26. September 1923 schreibt nämlich Lehrer W. Jacobs dem Westdeutschen Jünglingsbund (heute CVJMWestbund): »Gegründet ist er schon vor mehreren Jahren.« Doch es ist nicht historisches Interesse, das den Lehrer zu seinem Brief bewegt, sondern es »hörten unsere Jungen von dem Fest, das im nächsten Monat in Barmen sein soll und möchten bis dahin gerne aufgenommen sein.« Da feiert nämlich der Jünglingsbund ganz groß sein 75-jäh-
riges Bestehen, und dabeisein, das ist doch alles! Aber noch ist man kein Mitglied im Westdeutschen Jünglingsbund und deshalb haben sie Angst, nicht mitfeiern zu dürfen. Also macht es Lehrer Jacob sehr dringend. Die offizielle Mitgliedschaft verzögert sich dann aber noch bis in den Januar des Folgejahres. Doch was ist nun mit ihrer Teilnahme am Bundesfest in Barmen? Keine Sorge: Am 9. Oktober erhalten sie grünes Licht: »Aber ganz abgesehen davon, ob die Aufnahme jetzt oder später Tatsache wird, können Ihre Mitglieder doch an unserem Jubiläum teilnehmen. … Die Teilnehmer müssen sich nach ihrer Ankunft in Barmen auf dem Quartierbüro, Vereinshaus an der Adlerbrücke,
melden. Dort ist der Festbeitrag in Höhe von 25 Millionen Mark zu entrichten und werden Programme, Teilnehmerkarten usw. ausgegeben. Sie sind uns herzlich willkommen.« Ja! Die Teilnahme mussten sich die Jungen also schon etwas kosten lassen. Doch halb so wild, denn das war die Zeit der Hochinflation in Deutschland.
Eckard Geisler CVJM-Westbund-Archiv
Anzeigen
Entdecke deine Mission „Ich wurde ausgebildet zu eigenem Nachdenken und Schlüsse ziehen, habe keine vorge stanzten Ant worten gelernt. Das hilft mir extrem.“ Daniel, Schülerkontaktarbeit
Du kannst was verändern!
4jährige Fach schule, kirchlich und staatlich anerkannt • Jugendreferent/-in • Gemeindepädagoge/-in • Prediger/-in • Religionslehrer/-in • u. a.
Infos zu unseren Studienangeboten:
Theologische und pädagogische Berufskompetenz: Verzahnung von Theorie & Praxis inklusive Mentoring Wohn, Lern & Lebensgemeinschaft BAföG (rückzahlungsfrei) 1-jähriger Kurs für Ehrenamtliche
Ein Zusammenschluss der
71554 Weissach i.T. · 0 71 91 / 35 34 - 0 · www.missionsschule.de
16 CVJM Magazin 4/26
eh-hessen.de
PERSÖNLICH C VJM-WESTBUND
Bundessekretärin für Jugendbildung, Schutzauftrag und Mental Health Hallo, ich bin Steffi Demand und seit dem 1. August Bundessekretärin für Jugendbildung, Schutzauftrag und Mental Health im CVJM-Westbund. Einige kennen mich wahrscheinlich schon aus meiner Arbeit im Fachteam Schutzauftrag, vom Kombikurs oder den Young-Leaders-Treffen. Nach dem Abitur habe ich neun Jahre in Wuppertal-Oberbarmen verbracht, wo ich als Dorfkind ganz neue Formen von CVJM-Arbeit kennenlernen durfte. Natürlich kenne ich deshalb auch die Geschichte vom kleinen Elefanten Tuffi und weiß, dass das Tippen-Tappen-Tönchen genau 103 Stufen hat. Nach meinem Studium in Bochum und dem Sammeln erster Berufserfahrungen bin ich wieder zurück nach Rheinland-Pfalz gezogen, wo ich in der stationären Jugendhilfe und der Offenen Jugendarbeit tätig war. Ich freue mich, dass ich jetzt die Möglichkeit bekomme, zu 100 Prozent im CVJM-Westbund zu arbeiten und Menschen für die wichtigen Themen Schutzauftrag und Mental Health sensibilisieren zu können. Im Bereich der Jugendbildung werde ich unter anderem beim Kombikurs Rheinland-Saar und bei den Treffen der Young Leaders in der Region dabei sein. Herzlich willkommen, liebe Steffi! Wir freuen uns sehr auf alles, was du einbringen wirst, und wünschen dir Gottes Segen für deine Aufgaben!
Personalnachrichten Im vergangenen Quartal feierte Lena Niekler ihr 10-jähriges Dienstjubiläum. Sie ist Bildungsreferentin für Young Leaders, YChurch und transformatorische Prozesse. Vielen Dank für deinen treuen Einsatz und dein Engagement im CVJM-Westbund! Seit dem 15. Juli arbeitet Regina von den Eichen in der Buchhaltung in der Geschäftsstelle. Herzlich willkommen!
Bundessekretär für Jungschar und Arbeit mit Kindern berufen Der Vorstand des CVJM-Westbund hat Niklas Sprung als Bundessekretär für Jungschar und Arbeit mit Kindern im CVJMWestbund berufen. Er wird seinen Dienst am 1. Oktober 2026 starten. Niklas ist 27 Jahre alt und kommt aus dem CVJM Westkilver im Kreisverband Bünde. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann studierte er Religions- und Gemeindepädagogik sowie Soziale Arbeit an der ehemaligen CVJMHochschule in Kassel, jetzt Evangelische Hochschule Hessen (EHH). Niklas Sprung bringt vielfältige Erfahrungen aus der CVJM-Jugendarbeit mit. Viele Jahre lang hat er ehrenamtlich Kinder-, Jungschar- und Jugendgruppen geleitet sowie zahlreiche Freizeiten in diesem Altersbereich verantwortet. Wir sind dankbar, dass der derzeit vakante Arbeitsbereich im Herbst mit Niklas neuen Schwung bekommt. Seine musikalischen, digitalen und kreativen Begabungen sowie sein Organisationstalent werden die Arbeit bereichern. Wir freuen uns auf seinen Start im CVJM-Westbund und wünschen Niklas Gottes Segen, gute Begegnungen und viel Freude an seinen neuen Aufgaben.
Matthias Büchle Generalsekretär CVJM Magazin 4/26 17
C VJM-WESTBUND ERLEBT
VISION WEEKEND Start-up für eine Bewegung in Begleitung und Beratung Am 30. und 31. Mai 2026 kamen wir in Wuppertal in einer wechselnden Runde von durchschnittlich zwölf überwiegend jungen Menschen zusammen – offen, erwartungsvoll und hoffnungsvoll als Vision Weekend. Wir, das sind Ehren- und Hauptamtliche, die sich an verschiedenen Stellen in den letzten Jahren in einer Haltung und in hilfreichen Methoden geübt haben, um Begleitung und Beratung zur Perspektivenfindung zu erleben und moderieren zu können, da der Perspektivprozess vor allem die Perspektive unserer Arbeitsweise in unseren Fragen erweitert hat.
Wir wollen Menschen finden, berufen und verbinden und sie durch Erleben von geistlicher Gemeinschaft und co-kreativem Arbeiten befähigen, damit sie CVJM dabei begleiten, Veränderung zu gestalten.
Auf diesem Weg ist aus der früheren »Woche des CVJM« NextStep entstanden, ebenso »Vision Guide«, eine Schulung für Ehrenamtliche, um mit dieser Haltung geteilter Verantwortung und Methoden Veränderungsprozesse moderieren zu können. Zusammen möchten wir Ortsvereine in Prozessen begleiten und sie darin ermutigen, an konkreten Fragen und Themen unterstützt zu arbeiten. Das Wochenende sollte den vielen Gedanken und Ideen einen Raum geben, um daraus eine Perspektive zu finden, die in Bewegung bringt. Inhaltlich haben wir Erwartungen und Befürchtungen geteilt, uns im Storytelling Erfahrungen von gelungener Begleitung erzählt, uns mit der Methode TinyMonster ehrlich unsere Ängste angeschaut und sie vor Jesus gebracht, mit den Methoden time2think und Circle in bewegenden Runden die vielen Anliegen gesammelt, die uns bewegen und die wir bewegen möchten, geclustert und sortiert und diese mit der Methode Seilschaften konkretisiert. Das alles war durchzogen von Versen aus dem Epheserbrief, die uns immer wieder Gottes Ermutigung vor Augen gestellt haben, durch uns zu wirken im Hören auf ihn und aufeinander und uns mutig zu bewegen. Am Ende waren wir reich beschenkt mit vielen Ergebnissen: Wir haben uns unsere Haltung bewusst gemacht, mit Jesus unterwegs zu sein, zu lernen und zu üben. Wir vernetzen uns dafür, treffen uns jährlich als Vision Lab in geistlicher Gemeinschaft, zur Supervision und bilden uns weiter, unterstützen uns kollegial in digitalen Treffen und koordinieren zukünftig gemeinsam, wie wir von Ortsvereinen als hilfreiche Unterstützung entdeckt werden können. Denn gemeinsam sind wir als Vision Guides unterwegs, um co-kreatives Arbeiten zu moderieren, und freuen uns, wenn noch viele dazu kommen – durch das nächste VisionGuide-Training ab Januar 2027 oder weil Begleitung und Beratung ein Anliegen sind und Interesse besteht, Teil unseres Netzwerkes zu sein. Damit wurde das Wochenende zum Start-up für den gemeinsamen Auftrag: Wir wollen Menschen finden, berufen und verbinden und sie durch Erleben von geistlicher Gemeinschaft und co-kreativem Arbeiten befähigen, damit sie CVJM dabei begleiten, Veränderung zu gestalten.
Marika Kürten Bundessekretärin für Bildung, Begleitung und Beratung 18 CVJM Magazin 4/26
GEPLANT C VJM-WESTBUND
NextStep-Abende Auch im Jahr 2027 gibt es das Angebot von NextStep-Abenden. Vom 27. bis 29. Januar und vom 1. bis 3. Februar können Ortsvereine einen Abend erleben, um an einem Anliegen oder Thema co-kreativ zu arbeiten und dabei begleitet zu werden. Wir teilen uns dabei die Verantwortung und bringen Ideen für Methoden und Impulse mit. Die Begleitung findet mittlerweile in Teams mit Ehrenamtlichen, die sich als Vision Guides für Ortsvereine engagieren wollen, und mit Hauptamtlichen im CVJM-Westbund statt. Gemeinsam teilen wir die Leidenschaft, uns als CVJM in unseren verschiedenen Themen gemeinsam zu bewegen. Ab sofort ist die Anmeldung offen bis zum 14. Oktober 2026. Falls der Zeitraum nicht passt, kann auch ein anderer Termin gesucht werden, denn durch das Geschenk leidenschaftlicher Vision Guides sind auch das Jahr über NextStep-Abende möglich.
CVJM-Westbund goes BASECAMP27! Wenn… … ihr zu denen gehört, die CVJM heute und/oder morgen gestalten … ihr eine Portion Ermutigung und Inspiration gebrauchen könnt … ihr große Fans der BMT auf Borkum seid, aber fünf Jahre warten einfach zu lang sind Dann… … solltet ihr euch den 15. bis 18. April 2027 unbedingt im Kalender freihalten … wird dieses Wochenende euch und eure Arbeit im CVJM echt weiterbringen … könnt ihr jetzt schon überlegen, wen ihr mitnehmen wollt aus eurem CVJM Das BaseCamp ist DIE große Tagung für Mitarbeitende, Verantwortliche und Engagierte aus CVJM in ganz Deutschland. Ein Kongress mit Konfetti, eine Fortbildung mit Funfaktor! Eine super Möglichkeit, die unglaubliche Vielfalt der CVJM-Bewegung zu entdecken und sich mal mit Mitarbeitenden aus anderen Regionen zu connecten. Eine gute Mischung von Input und Austausch. Für alte Hasen und junge Hüpfer! Beim letzten BaseCamp 2023 waren wir stark vertreten mit vielen Teilnehmenden aus dem Bereich des CVJM-Westbundes – es wäre super, wenn wir wieder mit vielen dabei sind und dadurch neue Ideen in unsere Westbund-CVJM schwappen! Anmeldung ab 1. September 2026! Infos: www.cvjm.de/basecamp27 Wir sehen uns in Schwäbisch Gmünd! Tanya Worth, Bundessekretärin für Mädchen- und Frauenarbeit
T NEX STEP27
9.01. . 2 . 7 2 3.02 01.-0
Marika Kürten, Bundessekretärin für Bildung, Begleitung und Beratung
KIRCHENTAG 2027 in Düsseldorf 2027 schlägt der Kirchentag seine Zelte am Rhein auf. Nach über 40 Jahren kehrt die Großveranstaltung zurück nach Düsseldorf – eine Stadt, die für Weltoffenheit und Dialog steht. Zuletzt war der Kirchentag hier 1985 zu Gast. Im kommenden Jahr wird die Landeshauptstadt nun erneut zum Zentrum für Begegnung. »Du bist kostbar« (Jes 43,4) ist die Losung des Kirchentages in Düsseldorf 2027. »Es handelt sich um einen Zuspruch Gottes an sein Volk. Wir wollen mit dem Kirchentag dazu beitragen, dass sich jeder einzelne Mensch angesprochen und gemeint fühlt. Der Wert eines Menschen manifestiert sich durch die bedingungslose Liebe Gottes zu ihm«, betont Kristin Jahn, Generalsekretärin des Kirchentages. Wir sind als CVJM (deutschlandweit, Westbund und Ortsebene) dabei, vielfältige Aktivitäten zu planen: Engagement im „Zentrum junge Menschen“ mit vielfältigem CVJM-Programm, Markt der Möglichkeiten, Nachtcafé, CVJM-Aktionen beim Abend der Begegnung. Weitere Infos gibt es ab Dezember oder jetzt schon hier: www.kirchentag.de/teilen Markus Rapsch, Bundessekretär für Bildung, Begleitung und internationale Projekte
CVJM Magazin 4/26 19
C VJM-WESTBUND GESCHICHTEN DES GELINGENS
NEXTSTEP: VON DER JUNGSCHAR ZU KINDERAKTIONSTAGEN Raum für Neues im CVJM Bergisch Gladbach Die BMT auf Borkum gab uns neue Motivation, unsere Arbeit vor Ort ehrlich anzusehen. Unsere wöchentliche Jungschar war nur noch schwach besucht. Deshalb besuchten uns Søren und Fabian im Rahmen von NextStep. Es wurde klar: Das Format Jungschar schätzen wir weiterhin, doch Werbung und Ansprache mussten neu gedacht werden. Wir warben digital, auf Spielplätzen sowie in Schulen und Gottesdiensten. Wir boten kurzfristig Ferienspiele an und erreichten zwölf neue Kinder. Trotz begeisterter Feedbacks kam leider keines davon in die wöchentliche Jungschar. Nach achtzehn Jahren entschieden wir uns daher schweren Herzens für eine Auszeit und entwickelten bei einem
weiteren NextStep-Treffen eine Alternative: Kinderaktionstage. Sie finden monatlich am Wochenende statt und richten sich an Kinder ab 5 Jahren – ein Angebot, das besser zu vielen Familien passt. Die erste Aktion »Echte Wunder und du« im Minions-Look verband eine Experimentiershow mit Mitmachversuchen. Teaser-Videos und Auftritte in Schul- und Familiengottesdiensten sorgten für große Sichtbarkeit: 27 Kinder, darunter viele neue, nahmen teil. Die folgenden Aktionen waren viel schlechter besucht, zeigen aber eine steigende Tendenz. NextStep hat uns geholfen, Abschied als Chance für einen passenden Neuanfang zu begreifen.
Philipp Hintz Vorsitzender im CVJM Bergisch Gladbach, Biophysiker und seit 2007 beim CVJM sowie der neuen Jungschar dabei
STAMMTISCH FÜR JUNGE ERWACHSENE Vereinsübergreifendes Treffen für junge Menschen
CVJM und Wuppertal – das hat eine lange Geschichte. Auf dem Stadtgebiet tummeln sich noch heute 10 Ortsvereine. Die Vereine sind zwar durch einen eigenen Kreisverband verbunden, doch in den vergangenen Jahren 20 CVJM Magazin 4/26
ist zunehmend aufgefallen, dass junge Ehrenamtliche kaum miteinander in Kontakt stehen. Nach einem besseren Kennenlernen auf der letzten AG-Tagung wurde ein vereinsübergreifendes Treffen für
junge Erwachsene ins Leben gerufen. Einen ersten Aufschlag gab es im Kneipenviertel der Stadt. Wir haben uns über Leben und Studium, aber insbesondere über unsere Arbeit in Wuppertal ausgetauscht. Ein nächstes Treffen, hoffentlich gemeinsam mit jungen Erwachsenen eines südafrikanischen Partnervereins, wird bereits geplant. Wir möchten euch ermutigen: Sendet junge Ehrenamtliche auf Tagungen und Versammlungen des CVJM, ermöglicht ein Kennenlernen anderer Vereine – dabei kann Großartiges entstehen! Markus Rapsch Bundessekretär für Bildung, Begleitung und internationale Projekte
GESCHICHTEN DES GELINGENS C VJM-WESTBUND
CO-KREATIVE JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG Aus einem Pflichttermin wurde ein Abend mit Beteiligung »Co-kreative Jahreshauptversammlung« – als Joe das zum ersten Mal in unsere Vorstandsgruppe schrieb, war mein erster Gedanke nicht: »Was für eine gute Idee.« Mein erster Gedanke war: »Bitte nicht.« Am 27. September 2025 war ich für den CVJM bei einem Kindertag im Einsatz, gemeinsam mit Michael, unserem damaligen 1. Vorsitzenden. Parallel war eine Gruppe rund um Joe, unseren ab März 2026 neuen 1. Vorsitzenden, aus unserem Verein beim Perspektivtag des CVJM-Westbundes. Von dort erhielten wir lediglich einen aus unserer Sicht wenig aussagekräftigen Screenshot zum NextStep-Abend. Wir konnten damit wenig anfangen, für uns klang das nur nach einem weiteren Termin. Als Joe dann schrieb, ob wir nicht eine co-kreative Jahreshauptversammlung ausprobieren sollten, fanden wir die Idee nicht besonders gut. Eine Jah-
Brunch ffoorr F r i e
Brunch Brunch nds
thee S Saavvee th te te a a D D !! am am9. 9.Jan. Jan.2027 2027
CVJM
TischTisch-und undWeggemeinschaft Weggemeinschaft f füürr MMi ta i tarrbbeei te i tennddee aauuss ddeenn
ab ab99Uhr Uhr im imCVJM CVJMDortmund Dortmunde.e.V.V. Witterner WitternerStr. Str.12 12 44149 44149Dortmund Dortmund
im i m m Ruhrgebiet R Ruhrgebiet Ru uh hr rg ge eb bi ie et t CVJM CVJM iim Herzliche Einladung zum »Brunch for Friends«! Zum Auftakt in ein neues Jahr voller Begegnungen, Freizeiten und Projekte treffen sich leitende ehrenamtliche Mitarbeitende aus der Region Ruhrgebiet zum gemeinsamen Austausch. Wir teilen Geschichten des Gelingens, aber auch die nicht so leichten Fragestellungen der Vereine. Natürlich essen wir gemeinsam, erfahren von neuen Inhalten der Kinderund Jugendarbeit. Am Ende stehen wir gemeinsam staunend zusammen und lassen uns von Jesus zur Mahlgemeinschaft einladen. Tragt euch den 9. Januar 2027 fest in den Kalender ein – wir sehen uns dann in Dortmund! Markus Rapsch, Bundessekretär für Bildung, Begleitung und internationale Projekte
reshauptversammlung ist wichtig, klar. Aber sie ist eben auch ein Pflichttermin. Nicht aufregend, aber es funktionierte doch irgendwie. Am 26. Januar 2026 saßen wir trotzdem beim NextStepAbend zusammen. Unterstützt wurden wir von Matthias Büchle und Sarah Jung vom CVJM-Westbund. Ich sagte offen, dass ich kaum Erwartungen habe und dieser Termin für mich eher ein »Ich muss hier sein-Termin« ist. Im Laufe des Abends haben wir unsere bisherige JHV durchgesprochen und geschaut, was und wie alles durchgeführt wurde. Dabei wurde deutlich: Manches lief nicht deshalb so, weil es besonders gut war, sondern weil es schon immer so gemacht wurde. Also haben wir die Jahreshauptversammlung auf den Prüfstand gestellt. Für den 13. März 2026 stellten wir keine Stuhlreihen mehr, sondern Tische. Es gab eine Check-in-Phase zum Ankommen. Der ausführliche Kassenbericht fand freiwillig vorab statt, in der Versammlung blieb nur eine kurze Zusammenfassung. Den Vorstandsbericht ersetzten wir durch Stationen zu Rückblick, Mitgliederentwicklung, Aufgaben, Zielen und offenen Fragen. Dazu kam eine Feedbackwand für anonyme oder auch persönliche Rückmeldungen. Das Ergebnis hat mich überrascht. Aus einem trockenen Pflichttermin wurde ein Abend, an dem Menschen gesprochen, gefragt und sich eingebracht haben. Für mich ist das eine Geschichte des Gelingens, gerade weil ich am Anfang dagegen war. Wir haben erlebt: Manchmal muss man nicht alles größer machen. Manchmal reicht es, ehrlich hinzuschauen, Gewohnheiten zu hinterfragen und Gott zuzutrauen, dass aus einer Idee, die man erst nicht gut findet, etwas Gutes werden kann.
Luca Schaffner Kassenwart im CVJM Frohnhausen und Mitarbeiter in der Jungschar
CVJM Magazin 4/26 21
IM FOKUS BILDUNG
HALTUNG ZEIGEN Populismus und Extremismus im CVJM begegnen
Gesellschaftliche Debatten sind auch im CVJM oft auf der Tagesordnung. Populistische und extremistische Positionen begegnen uns in Gesprächen, auf Social Media oder im öffentlichen Raum. Deshalb hat der CVJM Deutschland 2025 eine Strategie zum Umgang mit politischem Populismus und Extremismus beschlossen. Der Gesamtvorstand des CVJM-Westbundes hat diese Strategie nun bestätigt und als verbindliche Grundlage für die Arbeit im Landesverband übernommen. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass jeder
Mensch als Ebenbild Gottes eine unveräußerliche Würde besitzt. Menschenfeindliche, rassistische, antisemitische, völkisch-nationalistische oder antidemokratische Positionen widersprechen diesem christlichen Menschenbild und sind mit den Grundlagen und Zielen des CVJM nicht vereinbar. Mit der bestätigten Strategie verfolgt der CVJM mehrere Ziele: Mitarbeitende sollen sprach- und handlungsfähig werden, menschenverachtenden Aussagen klar widersprechen können und Unterstützung erhalten, wenn die Legitimität oder Gemeinnützigkeit der Jugendverbandsarbeit angegriffen wird. Gleichzeitig sollen Ortsvereine und Verbände besser vor Vereinnahmung und Unterwanderung durch extremistische Akteure geschützt werden. Was bedeutet das konkret für Mitarbeitende? • Haltung zeigen: Menschenfeindliche oder diskriminierende Aussagen sollten nicht unkommentiert stehen bleiben. Oft hilft schon eine respektvolle Nachfrage oder ein klarer Hinweis auf die Werte des CVJM. • Gespräch suchen: Nicht jede problematische Äußerung macht jemanden zum Extremisten. Zuhören, nachfra-
gen und Positionen kritisch hinterfragen kann helfen, miteinander im Gespräch zu bleiben. • Grenzen setzen: Wo Menschen herabgewürdigt, bedroht oder ausgegrenzt werden, braucht es eine klare Haltung und gegebenenfalls konsequentes Handeln. • Unterstützung nutzen: Niemand muss schwierige Situationen allein lösen. Verantwortliche vor Ort, Kreisverbände und der Landesverband können beraten und begleiten. Die neue Strategie soll keine zusätzlichen Gräben schaffen, sondern Orientierung geben. Sie hilft uns, unseren Auftrag glaubwürdig zu leben: jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen Respekt, Vielfalt, Nächstenliebe und demokratisches Miteinander erfahrbar werden. Daniel Wiechert-Behm Vorsitzender Fachausschuss Jugendpolitik; Gesamtvorstandsmitglied
Jendrik Peters Bundessekretär für Bildung und Außenvertretungen
CVJM UND KI Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag – auch im CVJM Viele Mitarbeitende fragen sich: Welche Tools helfen wirklich? Wie funktioniert gutes Prompting? Und wie gelingt ein verantwortungsvoller Umgang mit KI? Genau hier setzt die Workshop-Reihe »KI im CVJM« an, entwickelt von Matthias Kaden (CVJM Sachsen) und Jendrik Peters (CVJMWestbund), unterstützt vom CVJM Deutschland. Die ersten drei Workshops haben bereits erfolgreich stattgefunden. Mit22 CVJM Magazin 4/26
arbeitende aus verschiedenen CVJMOrtsvereinen beschäftigten sich mit Grundlagen Künstlicher Intelligenz, praktischen Anwendungen und kreativen Einsatzmöglichkeiten für Jugendarbeit, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Im Mittelpunkt stand ein praxisnaher Zugang ohne technisches Vorwissen. Nach der Sommerpause geht die Reihe weiter. Geplant sind Online-Abende zu smartem Arbeiten mit KI, Medienpä-
dagogik und dem reflektierten Einsatz digitaler Werkzeuge aus christlicher Perspektive. Ziel ist es, Mitarbeitende zu befähigen, KI sinnvoll und verantwortungsvoll im CVJM-Alltag einzusetzen. Weitere Infos und Termine: cvjm.ai
Jendrik Peters Bundessekretär für Bildung und Außenvertretungen
JUNGE MENSCHEN |BILDUNG IM FOKUS
CLUB CAMP OWL Ready to rise
Bunt! Klamm! Hammer! Prägend! Phänomenal! – Die Rufe hallen durch die Aula des Hans-Ehrenberg-Campus in Bielefeld. Die Frage der Moderation war: »Wie war das Club Camp 26 für euch?«, und alle Teenkreise (im Club-CampSprech: »Clubs«) gaben ihre Antworten. »Kalt« und »voll« hätte das Camp-Team ergänzen können, denn es war nachts bis zu 4° kalt und tagsüber auch meist ungemütlich. Das führte dazu, dass die 150 Teens und Teamer oft die Räume des Schulzentrums nutzen mussten. Nachdem das Camp in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, fühlte es sich dieses Jahr angenehm voll an. Essensschlangen, Zeltplätze, Camp-Café (wetterbedingt stand das Zelt im Foyer der Schule)… alles war gut gefüllt! Inhaltlich waren wir »ready to rise« – bereit zu wachsen. Wir überprüften unseren Lebensrucksack, entdeckten viel Hilfreiches, fanden Ballast zum Aussortieren und packten mehr von Gottes Ausrüstung in unser Reisegepäck. So erlebten wir vier wunderbare Tage voller Gemeinschaft, Lobpreis, Bewegung, Bibellesen, Essen, Kleingruppen, Workshops, hörendem Gebet, Spielen, Lernen, Basteln, Gesprächen, Abhängen und Feiern.
Tobi Liebmann Bundessekretär für Bildung, Begleitung und Beratung in OWL
CVJM Magazin 4/26 23
IM FOKUS SPORT
AKTUELLES AUS DEM SPORT IM CVJM-WESTBUND Bestes Wetter, neuer Schwung und ein Blick nach vorne
Volleyball OpenAir Es gibt Momente, in denen Sport, Gemeinschaft und Glaube auf ganz besondere Weise zusammenwirken. Ein solches Highlight durften wir in diesem Jahr am Pfingstwochenende beim 37. Volleyball OpenAir in Kierspe erleben. Nach zwei von Regen geprägten Jahren, in denen wir gezwungenermaßen in die umliegenden Sporthallen ausweichen mussten, meinte es das Wetter in diesem Jahr endlich wieder gut mit uns. Bei bestem Wetter und strahlendem Himmel kamen 55 Teams im Hobby Mixed, 24 Teams im Leistungsmixed und sechs motivierte Floorball-Teams zusammen. Gemeinsam konnten alle sowohl auf als auch neben dem Platz eine geniale Gemeinschaft und spannende Spiele erleben. Dieses Jahr gab es zudem einen Wechsel in der Organisation. Denis Werth, der das OpenAir über lange Zeit treu geleitet hat, übergab den Staffelstab an Jannis Schuchmann und Daniel Halfmann. Ein riesiges Danke an Denis für seinen Dienst, wir freuen uns als Nachfolger schon auf die kommenden Jahre in Kierspe.
Der neue Fachausschuss Sport
24 CVJM Magazin 4/26
Fachausschuss Sport Veränderungen prägen derzeit auch den Fachausschuss Sport. Bei der Sitzung im März in Wuppertal kam das Gremium zusammen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Ohne Gegenstimme wurde Rikard Müller zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Ihm zur Seite steht Matthias Bender, der die Rolle des zweiten Vorsitzenden und Schriftführers innehat. Zudem gab es Ende Mai eine weitere Veränderung: Hannah Klinkert hat sich in die Elternzeit verabschiedet. Ihre Aufgaben werden in dieser Zeit von Jannis Schuchmann weitergeführt. Wir wünschen Hannah alles Gute und Gottes Segen für ihre Elternzeit. Sportlon 2026 Mit diesem neuen Team blicken wir voller Vorfreude auf das nächste sportliche Großereignis im CVJM: den Sportlon 2026. Vom 4. bis 6. September verwandelt sich die CVJMBildungsstätte Siegerland in Wilgersdorf in einen Ort voller Bewegung und Fairplay. Teams von 5 bis 6 Personen treten in fünf unterschiedlichen Sportarten gegeneinander an. Floorball, Smolball, Indiaca und Biathlon stehen schon fest – die fünfte Sportart bleibt ein großes Geheimnis, das erst zum Start gelüftet wird. Wie jedes Jahr zählt beim Sportlon nicht nur der Tabellenplatz. Denn neben dem Sieger wird auch das Team mit der Stimmungskanone gekürt, das mit der besten Laune, Teamgeist und Fairness spielt. Also schnappt euch eure Freunde und seid am Start.
Jannis Schuchmann Bundessekretär für Sportarbeit im CVJM-Westbund
HÄUSER IM FOKUS
FREUNDINNEN UND FREUNDE DES WESTBUNDES Ein neues FdW-Team, neue Ideen – und ganz viel Vorfreude! Im Oktober 2025 hat sich ein engagiertes Team – unser Arbeitskreis FdW‑Gemeinschaft – auf den Weg gemacht, um für die älteren Mitglieder in unseren Ortsvereinen inspirierende, stärkende und einfach schöne Angebote zu gestalten. Unser Ziel: Gemeinschaft leben, Glauben teilen, Neues entdecken – und das alles in einem Rahmen, der Freude macht und guttut. Dazu widmen wir uns jedes Jahr einem gemeinsamen Jahresthema und gestalten dazu drei besondere Veranstaltungen: 1. Bibelabende im April – mit kreativen Nachmittagen Glaube vertiefen, ins Gespräch kommen, miteinander unterwegs sein. Dazu gibt es am Nachmittag kleine Workshops wie Nähen, einen Ukulele‑Kurs oder andere kreative Angebote – begleitet von musikalischen Beiträgen aus unseren Ortsvereinen. Ein Tag voller Begegnung und guter Impulse.
Thema, das uns herausfordert, inspiriert und weiterführt. Ein Tag zum Hinhören, Nachfragen und Weiterdenken.
2. Gemeinschaftstag im Juni – miteinander unterwegs Ein Tag zum Auftanken: Begegnung, Austausch über Projekte aus der CVJM/ YMCA‑Welt, Bewegungsangebote, gemeinsames Gebet. Außerdem stellen sich neue Bundessekretär:innen vor – mit ihren Begabungen, Aufgaben und Herzensthemen. Ein echtes »Wir‑Gefühl« zum Mitnehmen.
Vernetzung, die trägt Wir möchten nicht nur Veranstaltungen anbieten, sondern auch Brücken bauen: zu Vereinen und Kreisverbänden, die mit ähnlichen Zielgruppen arbeiten. So entsteht ein lebendiges Netzwerk, das voneinander lernt und miteinander wächst. Dafür haben wir unseren E‑Mail‑ und Postverteiler überarbeitet – damit Einladungen und Infos genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
3. Thementag im November – Zeit zum Denken und Staunen Hier nehmen wir uns Raum für ein theologisches oder wissenschaftliches
Wir wachsen weiter – und freuen uns auf euch Unser Arbeitskreis soll in den kommenden Monaten größer werden.
Wir im FdW‑Team freuen uns auf neue Wege, neue Begegnungen – und darauf, zu erleben, was Gott daraus für die Zukunft im CVJM wachsen lässt.
Denn je vielfältiger unser Team, desto bunter und spannender werden auch unsere Angebote. Vielleicht passt du oder jemand aus deinem Verein wunderbar dazu? Weitere Infos und Vorgehen: Geht auf www.cvjm-westbund.de/fdw oder meldet euch bei Markus Rapsch unter (0176) 47553098. Schreibt uns, ruft uns an, bringt eure Ideen ein, erzählt uns, was euch bewegt!
Markus Rapsch Bundessekretär für Bildung, Begleitung und internationale Projekte
Christina Hemsath Referentin für Fundraising CVJM Magazin 4/26 25
IM FOKUS WELTWEIT
Europa-Schecks Unterstützung für Jugendbegegnungen Kaum zu glauben, aber wir waren schon wieder mit einer Delegation aus dem CVJM unterwegs zum Jugendkirchentag »Windrose/Szelrosza«. Auf der Hinfahrt konnten wir wieder beim CVJM Wien übernachten, dann ging es weiter nach Sopron. Dort haben wir unser Partnerland in der Präsentation des KIE im Rahmen des Jugendkirchentages unterstützt. Sportspiele und Bewegungsangebote waren genauso wie kreative Angebote auf dem Programm. Wir haben Gottesdienste und Worshipsongs miterlebt und auch von anderen tollen Projekten aus der lutherischen Kirche in Ungarn gelernt. Dieses Mal gab es auch eine Gesprächsgruppe für uns auf Deutsch, wo auch andere Teilnehmende aus Gastgemeinden dazu kamen. Natürlich wurden wir in Sopron und später auch in Bratislava mit in die Geschichte des KIE und des YMCA Slovakia hineingenommen. Dank des Europa-Schecks konnten wir diese Begegnung auch für die jüngeren Mitarbeitenden sehr kostengünstig planen und durchführen. Nach über 2000 Kilometern kamen wir erfüllt und gesund wieder zu Hause an. Wenn euch unsere internationalen Weggemeinschaften interessieren, dann meldet euch direkt bei Andrea Bolte oder Markus Rapsch.
Internationale Begegnung Am 11. Juni traf eine Delegation aus dem YMCA-Europe in Wuppertal ein Jessica, Didi und Marius hatten sich von Brüssel auf den Weg gemacht, um unseren Landesverband und ein paar Ortsvereine kennenzulernen. Beate Turck und Markus Rapsch haben an diesem Tag die Delegation begleitet. Natürlich durfte eine Begegnung mit unserem Generalsekretär Matthias Büchle nicht fehlen. Begeistert war die Delegation auch von unserer Jugendbildungsstätte. Themen waren die Veränderungen und Herausforderungen für den CVJM/YMCA; außerdem wurden auch neue Projekte aus der europäischen Arbeit vorgestellt und es gemeinsam überlegt, welche davon auch für unsere Ortsvereine interessant sein könnten. Es ging unter anderem um das digitale Projekt YMCA HUB und wie wir Kindern und Jugendlichen die Chance geben, einen verantwortlichen, spielerischen Umgang mit digitalen Angeboten zu erlernen. Ein Beispiel aus Rumänien findet ihr im QR-Code. Weitere Infos gibt es bei Markus Rapsch (m.rapsch@cvjm-westbund.de)
YMCA World Council 2026 in Toronto Für mich war es die erste Weltratstagung des YMCA, die ich zusammen mit Andrea Bolte besuchte. Die Veranstaltung hat mich im Ganzen tief beeindruckt, einen bemerkenswerten Überblick über die weltweite Arbeit des CVJM gegeben und einen wertvollen Austausch ermöglicht. Schon bei der Ankunft am Flughafen wurden wir von Mitgliedern des YMCA Kanada herzlich begrüßt. Im Laufe des Tages reisten immer mehr der 1400 Delegierten aus bis zu 100 Ländern der Erde an. Ehe es nach 20 Stunden Anreise endlich ins Bett ging, stand noch ein Treffen mit der gesamten Delegation des CVJM Deutschland an, um uns einmal persönlich kennenzulernen. Am nächsten Morgen erfolgte die Einstiegsveranstaltung, die von Native Americans mit einem klangvollen Tanz und dazu passender Musik eingeläutet wurde. In den nächsten Tagen gab es die Möglichkeit, an zahlreichen Workshops teilzuneh26 CVJM Magazin 4/26
men, die verschiedene Themen der Vision 2030 mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Bildung aufgriffen. Daneben traten einige Gastredner wie Dr. Felipe Paullier von dem United Nations Youth Office und der kanadische Astronaut Chris Hadfield auf und beleuchteten die Rolle und Prägnanz der weltweiten CVJM-Arbeit. Am Donnerstag erfolgte schließlich die Wahl des neuen Weltpräsidenten, die der Australier Christopher Lewis gewann. Daneben wurde auch der Vorstand neu gewählt, in dem mit Lena Schickhaus auch der CVJM Deutschland vertreten ist. Abends gab es die Gelegenheit, verschiedene Bestandteile von Kanadas facettenreicher Kultur kennenzulernen – in einer Food-Hall oder einem Kunstmuseum, in einem Miniaturwunderland oder in einem Eishockeymuseum. Während der Veranstaltungen fiel mir auf, dass die Kosten für viele Attraktionen von großen Firmen übernommen wurden, Andrea Bolte und Sascha Wittfeld (Mitte) im Gespräch mit Mitgliedern des YMCA Uruguay
die im Gegenzug Informationsstände auf den Fluren aufbauen durften. Doch das eigentliche Highlight der gesamten Woche waren die zahlreichen spontanen Zeitslots, um YMCA aus anderen Ländern kennenzulernen, sich zu vernetzen, Kontakte aufzubauen und kulturell seinen Horizont zu erweitern. Das World Council 2026 hat das Potenzial, die weltweite Arbeit des CVJM sichtbarer zu machen und Brücken zu bauen, um Problemen in der Welt gemeinsam zu begegnen und die internationale Jugendarbeit aktiv zu fördern. Sascha Wittfeld 2. Vorsitzender im KV Bentheim-Münsterland
WELTWEIT IM FOKUS
TEN-SING-SHOW GHANA Am 27. Juni 2026 fand die erste TEN-SING-Show im Tanokrom YMCA der Western Region in Ghana statt. Sie war ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung, die mich immer noch prägt. Die Idee für eine TEN-SING-Gruppe hier in Ghana hatte ich, seit die Planung für mein Auslandsjahr konkreter wurde. Ich bin selber Teilnehmerin bei TEN SING Weimar. Ich habe gesehen, wie TEN SING immer wieder Menschen hilft und sie verändert. Auch ich selbst habe großen Spaß daran und es hat einen bedeutenden Teil zu meiner Entwicklung beigetragen. Der Regionaldirektor der Western Region Ghana, Nana Peperah, der Programmverantwortliche Andrew Appiah und Andrea Bolte haben von Anfang an großes Interesse gezeigt und so haben wir nach einigen Präsentationen mit der Planung begonnen. Dank der vielseitigen Hilfe, die ich von allen Seiten bekam, konnten wir TEN SING verwirklichen und dafür bin ich sehr dankbar. Die Western Region eignet sich als Ort für ein solches Projekt hervorragend, weil die Mitarbeitenden des YMCA motiviert und engagiert sind, wodurch eine Zusammenarbeit Freude bereitet und Projekte in die Wirklichkeit umgesetzt werden können. Die Tanokrom Branch hier in Takoradi übernahm die Planung für diese Gruppe und wir fanden kreative Menschen, die sofort mit
Spendenaufruf: TEN-SING-Projekt Um das im Artikel beschriebene Projekt im kommenden Jahr mit den nächsten Freiwilligen weiterführen zu können, bitten wir um Spenden unter dem Spendenzweck »Freiwilligenarbeit YMCA Ghana/ TEN SING« auf das Westbund-Konto: IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 BIC: GENODED1DKD
Leidenschaft an der Vision gearbeitet haben. Da wir in Kooperation mit der örtlichen Kirche stehen, war der Ort für Proben und die Show somit auch gesetzt. Trotz mancher Herausforderungen wuchsen wir zu einer festen Gruppe zusammen, die wochenlang an der Vorbereitung für die Show arbeitete. Wir studierten ein Theaterstück ein, übten Songs, probierten uns an Musikinstrumenten aus, lernten Tänze und hielten einen Medienworkshop ab. Auch Spiele, ein Sketch und ein lyrisches Werk wurden Teil der Show. Mit der großen Hilfe des CVJM-Westbundes konnten wir dann am 27. Juni die erste Show unserer TEN-SINGGruppe auf die Bühne bringen. Ich bin sehr stolz auf unsere Gruppe und alle, die mitgewirkt haben. Eine Teilnehmerin berichtete: »Ich hatte das Privileg, am ersten TENSING-Projekt in Ghana teilnehmen zu dürfen. Es war eine inspirierende Erfahrung, die junge Menschen zusammenbringt. Der Mix aus allem hat es zu einem der besten Ereignisse gemacht, an denen ich je teilgenommen
habe.« Die Begeisterung der Teilnehmenden und die positive Resonanz des Publikums haben mir gezeigt, welches Potenzial TEN SING hier hat. Ich bin sehr dankbar, Teil dieses Projekts zu sein und freue mich darauf zu sehen, wie sich TEN SING in Ghana weiterentwickeln wird.
Helene Forkheim Teilnehmerin am Internationalen Freiwilligendienst
CVJM Magazin 4/26 27
C VJM DEUTSCHL AND RESSOURCEN
ZUKUNFT BRAUCHT RESSOURCEN – UND EINEN STARKEN FINANZIERUNGSMIX Die Finanzierung gemeinnütziger Arbeit verändert sich. Um auch in Zukunft wirksam zu sein, braucht der CVJM einen vielfältigen Finanzierungsmix und die Unterstützung aller. Gute Arbeit braucht tragfähige Ressourcen Der CVJM lebt von Menschen, die sich mit Leidenschaft einbringen. Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Ortsvereine und Landesverbände, Mitarbeitende und Unterstützende tragen
gemeinsam dazu bei, dass junge Menschen Gemeinschaft erleben, Orientierung finden und ihren Glauben entdecken können. Damit diese Arbeit auch in Zukunft möglich bleibt, braucht sie eine verlässliche finanzielle Grundlage. Die
Rahmenbedingungen für gemeinnützige Organisationen verändern sich deutlich: Öffentliche Mittel werden knapper, Förderprogramme verändern sich oder fallen weg, und der Wettbewerb um finanzielle Unterstützung nimmt zu. Gleichzeitig steigen die Erwartungen von Fördergebenden, Stiftungen und Spendenden. Sie möchten nachvollziehen können, wofür Mittel eingesetzt werden und welche Wirkung dadurch entsteht. Deshalb wird es immer wichtiger, die Finanzierung des CVJM auf mehrere starke Säulen zu stellen. Ein Finanzierungsmix schafft Zukunftsfähigkeit Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, braucht es einen ausgewogenen Finanzierungsmix. Dazu gehören neben Fördermitteln auch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Eigenmittel, Sponsoring, Kooperationen mit Unternehmen, kirchliche Zuschüsse sowie weitere Formen der Unterstützung. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Zweckbetriebe wie beispielsweise Tagungshäuser oder Freizeiteinrichtungen. Sie erwirtschaften Mittel, die nicht in gleicher Weise projektbezogen, zweckgebunden sind wie viele Fördermittel. Dadurch entstehen finanzielle Freiräume. Diese Mittel können helfen, Eigenanteile für Projekte zu leisten, neue Ideen anzustoßen oder Aufgaben zu finanzieren, für die es keine passenden Förderprogramme gibt. Erst das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Finanzierungsquellen macht die Arbeit langfristig stabiler. Eine vielfältige Finanzierung schafft Unabhängigkeit, Handlungsspielräu-
28 CVJM Magazin 4/26
RESSOURCEN C VJM DEUTSCHL AND
me und Zukunftssicherheit. Wenn eine Finanzierungsquelle wegfällt oder sich verändert, können andere Bereiche Stabilität geben. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen ist dies von besonderer Bedeutung. Unsere Arbeit verständlich beschreiben Mit der Veränderung der Finanzierungslandschaft wächst auch die Bedeutung einer klaren Kommunikation. Menschen unterstützen nicht einfach Projekte oder Organisationen. Sie unterstützen eine Vision, einen Auftrag und die Wirkung, die dadurch entsteht. Deshalb wird es immer wichtiger, die Arbeit des CVJM verständlich und konkret zu beschreiben: Was tun wir? Warum tun wir es? Welchen Unterschied macht unsere Arbeit für junge Menschen und für unsere Gesellschaft? Wer diese Fragen klar beantworten kann, schafft Vertrauen. Fördergebende möchten verstehen, welche Wirkung ihre Unterstützung entfaltet. Unterstützende möchten wissen, was durch ihren Beitrag möglich wird. Partner wollen erkennen, warum eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Für den CVJM bedeutet das, die Geschichten unserer Arbeit sichtbar zu machen. Es geht darum zu zeigen, wie junge Menschen geprägt werden, wie Gemeinschaft entsteht und wie Hoffnung, Glaube und Verantwortung im Alltag erfahrbar werden. Zukunftsorientierte Finanzierung ist eine gemeinsame Aufgabe Die Entwicklung einer zukunftsfähigen Finanzierung kann nicht allein Aufgabe einzelner Personen oder Fachbereiche sein. Sie betrifft den gesamten CVJM. Jeder Ortsverein, jeder Landesverband, der Bundesverband sowie jede mit dem CVJM verbundene Person trägt dazu bei, den Auftrag des CVJM sichtbar zu machen. Überall dort, wo Menschen von ihrer Arbeit erzählen, Beziehungen gestalten und andere für die Vision des CVJM begeistern, entstehen neue Möglichkeiten der Unterstützung.
Eine nachhaltige Finanzierung beginnt deshalb nicht erst beim Förderantrag oder beim Spendenaufruf. Sie beginnt dort, wo Menschen mit Begeisterung von dem erzählen, was Gott durch den CVJM bewirkt. Sie entsteht dort, wo Vertrauen wächst, Beziehungen gepflegt werden und deutlich wird, wofür der CVJM steht. Dafür brauchen wir alle: Menschen, die ihre Zeit investieren, ihre Fähigkeiten einbringen, Kontakte herstellen, von Erlebnissen berichten, für Projekte werben, Verantwortung übernehmen und andere für die Vision des CVJM begeistern. Zukunftsfähige Finanzierung entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch das Zusammenwirken vieler. Gemeinsam Zukunft gestalten Der CVJM verfügt über viele wertvolle Ressourcen: engagierte Menschen, starke Gemeinschaften, gute Ideen, Orte der Begegnung und einen klaren Auftrag. Damit diese Ressourcen auch in Zukunft wirken können, braucht es eine Finanzierung, die auf mehreren tragfähigen Säulen steht. Ich persönlich glaube, dass die aktuellen Herausforderungen in der Finanzierung gemeinnütziger Arbeit erst der Anfang größerer Veränderungen sein könnten. Gleichzeitig bin ich überzeugt: Wenn wir als CVJM gemeinsam handeln, unsere Arbeit klar beschreiben, unsere Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen und neue Wege der Finanzierung mutig angehen, können wir gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen. Denn wir gehen diesen Weg nicht allein. Als CVJM vertrauen wir darauf, dass Gott unsere Arbeit begleitet. Er ist der beste Berater, den wir an unserer Seite haben. Aus dieser Hoffnung heraus können wir gemeinsam die Grundlage dafür schaffen, dass der CVJM auch in Zukunft junge Menschen erreicht, begleitet und prägt.
Der Freiwilligensurvey 2024 zum Thema Ehrenamt: f Im Jahr 2024 sind 36,7% der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland freiwillig engagiert, das entspricht rund 26,97 Millionen Menschen. Damit befindet sich das freiwillige Engagement weiterhin auf einem hohen Niveau, ist allerdings im Vergleich zur Voruntersuchung 2019 (39,7%) leicht zurückgegangen. f Engagierte Personen investieren wieder mehr Zeit in ihre freiwillige Tätigkeit. Auch die Häufigkeit, mit der freiwillige Tätigkeiten ausgeübt werden, hat sich im Vergleich zu 2019 erhöht. f Freiwillig Engagierte zeigen bei ihrer Tätigkeit eine hohe Beständigkeit. Mehr als zwei Drittel geben an, ihre Engagementtätigkeit unverändert fortsetzen zu wollen. f Die Engagementbeteiligung ist in den jüngeren Altersgruppen am höchsten und Frauen und Männer sind gleich häufig freiwillig engagiert. Wie schon 2019 besteht zwischen den Engagementquoten von Frauen und Männern kein statistisch signifikanter Unterschied. f Unterschiede im freiwilligen Engagement gibt es je nach Bildungsniveau. Je höher die Schulbildung, desto höher der Anteil derer, die sich engagieren. Der festgestellte leichte Rückgang der Engagementbeteiligung 2024 im Vergleich zu 2019 geht allein auf ein gemindertes Engagement von Personen mit hoher formaler Schulbildung zurück. (Quelle: www.bundesregierung.de/breg-de/ bundesregierung/bundeskanzleramt/startseite-staatsministerin-fuer-sport-und-ehrenamt/bericht-zur-lage-von-engagementund-ehrenamt-veroeffentlicht-2393064)
Lukas Köster Fördermittelmanager CVJM Deutschland CVJM Magazin 4/26 29
C VJM DEUTSCHL AND AKTION CVJM-HOFFNUNGSZEICHEN
SOLIDARITÄT LEBEN – IM CVJM FÜR DEN CVJM MIT CVJM-HOFFNUNGSZEICHEN Mit CVJM-Hoffnungszeichen unterstützen wir als deutsche CVJM-Bewegung Projekte in YMCAs weltweit. Diese Förderung wird getragen von individuellen Spendern, darunter viele CVJMer, und Spenden aus CVJM-Vereinen und -Initiativen. Das ist Hilfe aus dem CVJM für den CVJM. Hier erzählen uns der CVJM Norddeutschland und der Y‘s Men‘s Club Northeim, warum und wie sie das tun. CVJM Norddeutschland Im CVJM Norddeutschland gibt es eine lange Tradition, sich innerhalb der Strukturen des YMCA auch international zu engagieren. Alle drei Jahre entscheidet unsere Mitgliederversammlung, zwei Förderprojekte aus dem Portfolio von CVJM-Hoffnungszeichen zu unterstützen. Aktuell sind dies Projekte im YMCA Serbien und YMCA Südsudan. Die Unterstützung von CVJM-Hoffnungszeichen ist für uns eine niedrigschwellige Möglichkeit, die Themen der internationalen Zusammenarbeit und nachhaltigen Entwicklungsziele sowie globaler Gerechtigkeit in die Ortsvereine und Gruppen zu tragen. Kampagnen vor Ort schaffen Bewusstsein und lokal werden mit verschiedenen Aktionen Spenden gesammelt, Die Erfahrung, auch mit kleinen Handlungen gemeinsam bei internationalen Partnern etwas Positives bewirken zu
können, motiviert an diesen Themen dranzubleiben. Außerdem werden die beteiligten CVJM-Ortsvereine damit in ihren Kommunen sichtbar und erkennbar. Die Projektförderung über CVJM-Hoffnungszeichen für uns eine willkommene Möglichkeit, die Bewegung zu stärken und die internationale Verbundenheit ins Blickfeld zu rücken. Aus der Unterstützung des YMCA Serbien sind mittlerweile erste persönliche Kontakte entstanden. Die Motivation und Ansätze der jungen Leitungspersonen im YMCA Serbien haben uns begeistert und überzeugt, viel voneinander lernen zu können. Beide Seiten haben den Willen für zukünftige Begegnungen und partnerschaftliche Programme bekundet. Derzeit sind eine Besuchsreise und ein Begegnungsformat in Entwicklung, um Begegnungen von Mensch zu Mensch zu ermöglichen.
Y‘s Men‘s Club Northeim e. V. Im Jahr 2025 wurden von uns zum 58. Mal Weihnachtsbäume verkauft. Der erste Weihnachtsbaumverkauf startete in dem Jahr der Gründung des Y‘s Men‘s Club Northeim im Jahr 1968. Die Weihnachtsbäume wurden in den Anfängen von den Mitgliedern des Clubs unter der Anleitung des jeweiligen Revierförsters noch selbst geschlagen. Trotz Anstrengung, Nässe und Kälte waren die Mitglieder dennoch froh, wenn ihre Aktion wieder einmal Hilfe
für bedürftige Menschen oder einen Verein bieten konnte. Wir unterstützen durch den Erlös des Weihnachtsbaumverkaufes regionale und internationale Projekte, um zur Linderung oder Verbesserung von Notlagen beitragen zu können. Bei unserer Mitgliederversammlung sprechen wir nicht nur über regionale, sondern auch über die vom CVJM Deutschland angebotenen Projekte und entscheiden uns für die unserer
Claudia Kuhn, Referentin CVJM Deutschland 30 CVJM Magazin 4/26
Begegnung CVJM Norddeutschland und YMCA Serbien
Meinung nach dringlichen Projekte. Mit CVJM-Hoffnungszeichen sehen wir eine gute Möglichkeit, um nötige Projekte ,vor Ort‘ zu unterstützen, die zu einer Verbesserung der Lebensumstände beitragen können. Als DienstLeistungsclub stellen wir unsere Arbeit in den Dienst der Nächstenliebe und sehen mit der Unterstützung von CVJM-Hoffnungszeichen eine Möglichkeit dazu.
C VJM DEUTSCHL AND
TEN SING – WHAT?
Games Night in YMCA Serbien
Mitarbeitende des YMCA Serbien
Verkauf der Weihnachtsbäume
TEN SING – könnte eine Stadt in China sein, oder? Knapp daneben! Der Name stammt aus dem Norwegischen und heißt ursprünglich »tenåringe synge«, was übersetzt so viel bedeutet wie »Teenager singen«. Zum Glück hat es die Bewegung vor mehr als 40 Jahren auch nach Deutschland geschafft. Wir sind TEN SING und dürfen uns heute mal vorstellen: TEN SING ist eine Arbeit von Jugendlichen für Jugendliche unter unserem Dachträger, dem CVJM. Organisiert in Ortsgruppen ist unser Ziel, innerhalb eines Jahres eine Bühnenshow zu erarbeiten. Dafür gründen wir eigene Bands, schreiben selber Chorsätze, Theaterstücke und choreografieren Tänze. Es ist die Leidenschaft für Kunst, die uns verbindet. In wöchentlichen Treffen findet unsere Jugendarbeit statt. Diese Treffen beginnen mit Gruppenspielen, dann wird sich kreativ ausgelebt und zu einem gemeinsamen Abschluss finden sich alle zur Andacht und zum Gebet zusammen. Wir sind über unsere Ortsgrenzen hinaus vernetzt mit TEN SING Gruppen innerhalb des Landesverbands und treffen uns dort regelmäßig zum Austausch. Die Programmgruppe TEN SING Deutschland dient der Vernetzung und Stabilisierung unserer Jugendarbeit bundesweit. Außerdem bieten wir Ferienfreizeiten, zu denen dann alle Gruppen eines Landesverbandes anreisen - und häufig auch darüber hinaus! Innerhalb dieser Woche wird dann eine Bühnenshow in Rekordzeit erarbeitet und am Ende auch aufgeführt. Nebenbei ist viel Zeit, sich selbst besser kennenzulernen und Freundschaften fürs Leben zu schließen. Wir betrachten TEN SING nicht als ein Hobby, sondern als einen Ort, wo
man Verantwortung übernehmen und daran wachsen kann. Die absurdesten Ideen, die lautesten Stimmen und auch die noch ganz leisen, jeder und jede einzelne von uns macht TEN SING genau zu dem, was uns ein Zuhause ist. TEN SING schafft Räume, die junge Menschen befähigen und sie in ihrer Individualität wertschätzen. Wir sind ein Safer Space und sind den Jugendlichen ein Möglichmacher, ihr Leben zu gestalten. Hier werden Talente entdeckt, gestärkt und einander viel zugetraut. TEN SING ist gelebte Vielfalt - alle werden mit offenen Armen begrüßt und warm aufgenommen. TEN SING ist Zuflucht und Ankommen. Leidenschaft und Liebe. TEN SING lebt. Wir sind jung und laut und wir sind hier. Wenn du auch mal TEN SING erleben möchtest, dann erkundige dich doch gern in deinem Landesverband, wo und wann die nächste TEN SING Show stattfindet! Wir freuen uns auf dich!
Du hast Kontakt zu einer TEN SINGGruppe und / oder bist selber bei TEN SING dabei? Dann mach mit bei unserer TEN SING Umfrage mit. Die Teilnahme ist vom 1. Oktober bis 1. Dezember 2026 möglich. Wir wollen wissen, was dich / euch bewegt! www.cvjm.de/tensing
Pia Lousia Laufer TEN SING CVJM Magazin 4/26 31
C VJM DEUTSCHL AND PINNWAND
»Hab Mut, steh auf!« – Mit »Aufgetischt« beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg »Ich nehme mit, dass es etwas bewirken kann, wenn ich mich persönlich für etwas einsetze. Und das hat mir persönlich Hoffnung gegeben.« Mit diesem Fazit brachte die 17-jährige Moderatorin Clara Seifert auf den Punkt, was viele Besucherinnen und Besucher von »Aufgetischt« mitnahmen. Das Besondere an »Aufgetischt-Live«: Bundestagsabgeordnete kommen in einer mobilen Campingküche mit jungen Moderatorinnen und Moderatoren sowie dem Publikum ins Gespräch – beim gemeinsamen Kochen. So wird Politik persönlich und nahbar. Zum Auftakt sprach Max Lucks über den Einsatz für benachteiligte Gruppen und persönliche Herzensthemen. Am zweiten Tag diskutierte Franziska Hoppermann beim Kochen von Spinatknödeln über Zukunftsmut. Mit Bernd Rützel ging es bei einer Pfannkuchentorte um die Frage, ob Politik heute nicht vor allem mehr Mut braucht. Das Moderationsteam aus CVJM und CJD führte mit viel Charme und guter Vorbereitung durch die Gespräche und brachte politische Themen verständlich auf den Punkt. Eindrücke gibt es in der Radioreportage des Hessischen Rundfunks ab Minute 15:15: www.hr-inforadio.de/podcast/himmel-underde/mutig-und-stark-eindruecke-vom104-deutschen-katholikentag-in-wuerzburg,podcast-episode-149912.html
»Wir müssen reden« Worüber? Über das Rollenverständnis hauptamtlich Mitarbeitender in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit einer ehrenamtlich geleiteten Organisation wie dem CVJM. Im Gespräch werden Motivation, Bedürfnisse und Überzeugungen für den hauptamtlichen Dienst sichtbar. Gleichzeitig nehme ich die Erwartungen und Wünsche wahr, die an mich und meine Arbeit gerichtet werden. Aus der Perspektive einer ehrenamtlichen Leitung versetze ich mich in hauptamtlich Mitarbeitende hinein, für die ich als Arbeitgeber Fürsorge trage. Dieser gegenseitige Perspektivwechsel – das Gehen in den Schuhen des Gegenübers – schafft Verständnis und stärkt die gemeinsam verantwortete Ausgestaltung des hauptamtlichen Dienstes im CVJM. Ergänzend zur Onboardingbroschüre (www.cvjm.de/ onboarding) gibt es jetzt den »Online-Talkgenerator – Rollenverständnis Hauptamtlichkeit«. Das neue Tool bietet Impulse für unterschiedliche Gesprächssituationen und unterstützt dabei, Erwartungen zu klären und das Miteinander zu stärken. Wir wünschen euch anregende Gespräche und wertvolle Impulse!
v.l.n.r.: Beeke Weber, Bernd Rützel, Carsten Korinth, Kimberly Braun, Jonas Ahrens, Carlos Wohlfromm, Clara Seifert, Ella Dippold
32 CVJM Magazin 4/26
hr aktuelle Noch viel me aus dem Nachrichten land und den CVJM Deutsch dsverbänden e li g it -M M J V C ww.cvjm.de w r te n u u d t s finde
RESSOURCEN C VJM DEUTSCHL AND
Die elementare Ressource des CVJM:
DAS EHRENAMT Der CVJM in Deutschland ist eine Ehrenamtsbewegung. Ohne das Engagement von fast 80.000 Ehrenamtlichen wären unsere Angebote in ihrer Vielfalt und Kontinuität nicht möglich. Exemplarisch für so viele Ehrenamtliche haben Lena Schickhaus (Berlin) und Silas Pohl (Esslingen) mit uns geteilt, was sie in ihrem Engagement motiviert. Damit zeigen sie uns die Dimensionen von Engagement im CVJM vor Ort und auf internationaler Ebene. Lena: Ich bringe mich im ExCo (Vorstand) des World YMCA ein, weil ich dort die Chance habe, eine geniale weltweite Bewegung mitzuprägen, die jungen Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung und Perspektive schenkt. Ich kann dort aus Überzeugung und mit viel Freude etwas von dem zurückgeben, was ich selbst im CVJM erfahren durfte. In einer internationalen Organisation mitzuarbeiten bedeutet, ständig über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und an Lösungen für weltweite Herausforderungen und Fragen mitarbeiten zu dürfen. Das Spannende ist, dass wir Ehrenamtliche nicht nur unterschiedliche Kenntnisse und Persön-
Sitzung der ExCo (Vorstand des World YMCA)
lichkeiten mitbringen, sondern auch die Hintergründe und Lebensrealitäten unserer Herkunftsländer, unsere Kulturen, Sprachen und die Art, wie wir unseren Glauben im CVJM leben. Ich freue mich immer, wenn durch unseren Einsatz im ExCo gute Strukturen und Möglichkeiten geschaffen werden, so dass neue Projekte entstehen können, Begegnungsräume eröffnet werden und CVJM an so vielen Stellen in der Welt gelebt und vorwärtsgebracht werden kann. Denn alle für sich könnten vielleicht ihr direktes Umfeld gestalten, aber gemeinsam können wir viel mehr und viel Großartigeres erreichen und ein Segen für so viele sein.
Silas: Ich durfte als Teilnehmer viele Stationen im CVJM Esslingen durchlaufen und habe erlebt, was es bedeutet, angenommen zu sein. Mir wurden Räume zur Entwicklung eröffnet, Verantwortung übertragen, Förderung geschenkt. Ich habe viel Prägendes erlebt, worin Gott mal mehr, mal weniger deutlich sichtbar war. Diese Erfahrung will ich auch der nächsten Generation ermöglichen. Die gesellschaftlichen Entwicklungen wie Trennung und Vereinsamung beobachte ich mit Sorge. Kinder- und Jugendarbeit sehe ich hier als einen wichtigen Punkt, um andere Impulse zu setzen. In der lokalen Arbeit im CVJM Esslingen erfahren junge Menschen, dass sie wertvoll sind, unabhängig von Leistung oder Herkunft. Sowohl als Teilnehmer als auch später als Leiter habe ich im CVJM viel gelernt, was mir bis heute im Berufsleben zugutekommt. Dazu gehören soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft, aber auch organisatorische Fähigkeiten. Ich darf Selbstwirksamkeit erleben und die Verantwortung, gemeisterte Herausforderungen und Begegnungen fördern meine eigene Resilienz und lassen mich persönlich und geistlich wachsen.
CVJM Magazin 4/26 33
C VJM DEUTSCHL AND
WELTRATSTAGUNG 2026 – Gemeinsam Veränderung gestalten
Wie kann der YMCA in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen Räume schaffen, in denen junge Menschen Hoffnung entwickeln, Verantwortung übernehmen und Zukunft mitgestalten? Unter dem Leitwort »Transform« suchte die 21. Weltratstagung des World YMCA vom 18. bis 25. Juli 2026 in Toronto nach Antworten. Rund 1.400 Teilnehmende aus mehr als 100 nationalen YMCA-Bewegungen kamen zusammen, um Entscheidungen zu treffen, voneinander zu lernen und sich inspirieren zu lassen. Eine weltweite Bewegung entscheidet gemeinsam Die deutsche Delegation war mit 25 Personen vertreten. Wir beteiligten uns an den Entscheidungen, brachten Perspektiven aus dem CVJM Deutschland ein und erlebten die Vielfalt einer globalen Bewegung. Zu den Governance-Themen gehörten ein neues Membership Framework, Satzungsänderungen und die Wahl des Executive Committee. Chris Lewis aus Australien wurde zum Präsidenten gewählt. Besonders gefreut hat uns, dass Lena Schickhaus, nominiert vom CVJM Deutschland, für eine zweite Amtszeit gewählt wurde. Ein besonderer Moment war die Aufnahme des YMCA Niger und des YMCA Ukraine als Affiliate Members. Mit beiden YMCA verbindet uns eine enge Partnerschaft. Ihre Aufnahme stärkt ihre Zugehörigkeit zur weltweiten Bewegung.
34 CVJM Magazin 4/26
Impulse für Transformation In Keynotes, 47 Workshops und Breakout Sessions wurde Transformation aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Themen reichten von Friedensarbeit, Jugendbeteiligung und Community Wellbeing über künstliche Intelligenz bis zu Movement Strengthening und Werkzeugen der Organisationsentwicklung. Exkursionen gaben Einblicke in die Arbeit des YMCA Canada. Inklusive Andachten verbanden die inhaltliche Arbeit mit unserer gemeinsamen christlichen Grundlage. Einen besonderen Akzent setzte Dr. Marie Wilson, Mitglied der kanadischen Truth and Reconciliation Commission. Ihr Beitrag knüpfte an die intensive Auseinandersetzung des YMCA Canada mit der kolonialen Geschichte des Landes und ihren Folgen an. In der Zusammenarbeit mit First Nations und anderen indigenen Gemeinschaften sind Zuhören, die Anerkennung unter-
schiedlicher Erfahrungen und der Aufbau neuer Beziehungen von zentraler Bedeutung. Wilson verband diesen Weg der Versöhnung mit einer »entschlossenen Hoffnung« auf das, was trotz erlebten Unrechts noch möglich ist. »Wenn Menschen mit Offenheit, Demut und einem gemeinsamen Ziel zusammenkommen, um voneinander zu lernen und einander zuzuhören, kann diese Erfahrung sie verändern.« Dr. Marie Wilson
Junge Menschen als Change Agents Die Graduierung von 79 Absolvierenden aus 44 Ländern des ChangeAgents-Programms zeigte, was Empowerment konkret bedeutet. Junge Menschen werden nicht nur befähigt, sondern erhalten Vertrauen, Verantwortung und Möglichkeiten, Veränderungen in ihren YMCAs und Gemeinschaften anzustoßen. Seit 2012 haben mehr als 800 junge Menschen aus 67 Ländern das Programm durchlaufen. Auch die Vision 2030 Awards machten die Wirkung von YMCAs weltweit sichtbar. Die 16 nominierten Projekte zeigten, wie junge Menschen und lokale YMCAs zu Community Wellbeing, Meaningful Work, Sustainable Planet und Just World beitragen. Ein Projekt aus Ghana steht exemplarisch für diese Wirkung.
XXXX C VJM DEUTSCHL AND
Zu den 16 nominierten Projekten: ymca.int/wp-content/uploads/2026/ 06/YMCA-Impact-Awards-2026.pdf »Wir feiern nicht nur, was wir erreicht haben, sondern die Verantwortung, die uns übertragen wurde, Veränderung in unseren Gemeinschaften zu bewirken.« Matilda Rishmawi, YMCA East Jerusalem
Begegnungen schaffen Partnerschaft Die Weltratstagung lebte nicht nur von offiziellen Programmpunkten. In Sidemeetings, Pausen und informellen Gesprächen trafen wir viele unserer internationalen Partner, vertieften Beziehungen und knüpften neue Kontakte. Diese Begegnungen schaffen Vertrauen, ermöglichen gegenseitiges Lernen und helfen, gemeinsame Anliegen weiterzuentwickeln. Auch der Austausch mit institutionellen Partnern eröffnete neue Perspektiven. Felipe Paullier, Assistant Secretary-General for Youth Affairs der Vereinten Nationen, würdigte den YMCA als lokal verwurzelte und global vernetzte Bewegung. Das UN Youth Office arbeite mit und für junge Menschen und sei bereit, Macht zu teilen. Den YMCA bezeichnete er als Partner, der nah an den Gemeinschaften bleibt und Zukunft mitgestaltet.
Deutsche Delegation
Was bleibt? Der weltweite YMCA ist vielfältig und zugleich eine Graswurzelbewegung. Auch wenn sich Kontexte, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten unterscheiden, wurden in Toronto zwei globale Verbindungen deutlich. Erstens stehen wir gemeinsam mit und für junge Menschen ein. Wir wollen sie stärken, befähigen und bevollmächtigen, ihre Stimme einzubringen und Verantwortung zu übernehmen – in aller ökumenischen Weite. Zweitens gibt uns die Vision 2030 einen gemeinsamen Rahmen, um Veränderung zu verstehen und konkret zu gestalten. Sie baut auf der Pariser Basis auf und übersetzt unseren christlichen Auftrag in die Herausforderungen der Gegenwart.
Gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
Toronto hat gezeigt: Der YMCA kann Transformation anstoßen, wenn Räume entstehen, in denen Menschen einander zuhören, Verantwortung teilen und mutige Schritte gemeinsam gehen. Darin liegt der YMCA-Spirit – die Überzeugung, dass wir gemeinsam mehr erreichen als allein. Globale Herausforderungen stimmen uns oft pessimistisch. Doch die Stimmen junger Menschen machen Mut – und fordern uns zugleich heraus, ihnen mehr Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten zu geben.
Gerard Wiebe Referent CVJM Deutschland weltweit
CVJM Magazin 4/26 35
CVJM-Westbund e. V., Bundeshöhe 6, 42285 Wuppertal
ÜBRIGENS Nach der letzten Dienstbesprechung der Bundessekretär:innen – es war übrigens einer der heißesten Tage des Jahres – trafen sich einige Kolleginnen und Kollegen zu einem alljährlichen Ritual: Der Hänger für Michelstadt wird geladen. Bevor die Camps in Michelstadt losgehen, wird aus dem Lager und der Sporthalle in Wuppertal eine Fülle von Sportgeräten, Kreativmaterialien, technischen Geräten und verrückten Spielen zusammengepackt und nach Michelstadt transportiert. Ich bin fasziniert von der Menge an Gegenständen, die offenbar alle bei den Camps eingesetzt werden. Was wäre ein Sommercamp ohne Jugger-Pompfen, Floorball-Schläger oder Volleyball-Netze. Oder Moderationsmaterialien, Werkzeuge und Camp-T-Shirts. Und gar nicht auszudenken, wenn Musikinstrumente, PA-Anlagen oder Giga-Cubes fehlen würden. Das Wort »Materialschlacht« passt hier absolut. Wenn wir in diesem CVJM-Magazin über Ressourcen nachdenken, dann bin ich sehr dankbar für die vielen materiellen Möglichkeiten, die wir im CVJM haben. Es ist gigantisch, was in diesem Sommer eingesetzt wurde bei unzähligen Freizeiten der Ortsvereine und Kreisverbände. Wieviele Lkw-Ladungen an Material da wohl transportiert wurden? Aber Ressourcen im CVJM sind weit mehr als materielle Güter, Häuser oder Freizeitgelände. Für mich ist die größte Ressource des CVJM die enorme Anzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Was für eine Leidenschaft, Kreativität und Innovationskraft. Was für eine Vielfalt von Begabungen und Kompetenzen. Was für eine Begeiste-
Spendenkonto CVJM-Westbund e. V. IBAN: DE80 3506 0190 1010 2570 57 | BIC: GENODED1DKD
rung und Empathie für junge Menschen. Und das alles auf freiwilliger Basis, in der Freizeit oder im Urlaub, ohne Bezahlung. Dieser ehrenamtliche Einsatz ist der wertvollste Schatz des CVJM. Übrigens: Der Begriff Ressource kommt vom lateinischen Wort resurgere, das bedeutet hervorquellen. Eine Ressource ist also eine Quelle, die sprudelt, die etwas bewirkt, die in Bewegung bringt. Was für ein schönes Bild. Im CVJM können wir uns deshalb mit Leidenschaft und Begeisterung einsetzen, weil wir selbst aus einer Quelle versorgt werden. David hat es in einem seiner Lieder so ausgedrückt: »Denn bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens«. Und Jesus sagt: »Ich biete dir Wasser des Lebens an. Du bekommst es geschenkt.« Wer aus dieser Quelle lebt, wird selbst zur Quelle für andere. Das ist die Grundlage des ehrenamtlichen Engagements im CVJM. Und das Beste daran: Diese Ressource hört nie auf! Ganz herzlich grüßt
Matthias Büchle Generalsekretär
cvjm_westbund
CVJMWestbund