Mitmachanleitungen_Kobel bauen_Nussspuren_Baumschläfer & Co in der Terra Raetica
DER BAUMSCHLÄFER Dryomys
nitedula
Merkmale: Körperlänge bis 12 cm, grauer Rücken, weißer Bauch, buschiger Schwanz, schwarzer Augenstreif bis zu den Ohren
Lebensraum: gut strukturierte, feuchte Laubmischwälder der Talsohle bis hin zu den Nadelwäldern der Hochlagen
Besonderheit: osteuropäisch, westlichste Verbreitungsgrenze in Graubünden | Foto: apodemus OG
DER SIEBENSCHLÄFER Glis glis
Merkmale: größter heimischer Bilch, Körperlänge bis 18 cm, grauer
Rücken, weißer Bauch, buschiger Schwanz
Lebensraum: trockene Laubwälder mit gutem Samenangebot, als Kulturfolger oft auch in Gebäuden anzutreffen
Besonderheit: gibt bei Störung ein drohendes Surren von sich Foto: apodemus OG
DER GARTENSCHLÄFER
Eliomys quercinus
Merkmale: Körperlänge bis 15 cm, rötlich-brauner Rücken, weißer Bauch, schwarzer Augenstreif bis hinter Ohren, Schwanz mit schwarz-weißer Endquaste
Lebensraum: Nadel- und Mischwälder mit steinigem Untergrund, aber auch Auwälder, Gärten, Obstwiesen, Hecken
Besonderheit: im Vergleich zu den anderen Bilchen häufig am Boden unterwegs | Foto: apodemus OG
DIE 4 BILCHE DER TERRA RAETICA KOBEL BAUEN
DIE HASELMAUS Muscardinus
avellanarius
Merkmale: kleinster Bilch, Körperlänge bis 9 cm, orangebrauner Rücken, heller Bauch
Lebensraum: artenreiche Laub- und Mischwälder mit dichtem Unterwuchs, Waldränder, Hecken
Besonderheit: baut geschickt verwobene Kugelnester aus Gras Foto: apodemus OG
KOBEL BAUEN
Bilche bauen ihre Sommernester bevorzugt in Baumhöhlen. Diese geschützten Orte dienen ihnen als Ruheplätze und zur Aufzucht ihrer Jungen. In vielen Wäldern fehlen jedoch Bäume mit ausreichend kleinen Höhlen. Hier können künstliche Quartiere eine wertvolle Alternative bieten. Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich solche Holzboxen leicht selbst anfertigen.
Bis in den Herbst hinein werden die künstlichen Quartiere nicht nur von Bilchen genutzt, sondern auch von Waldmäusen, Rötelmäusen und gelegentlich sogar von Wald- und Zwergspitzmäusen. Die Kästen sollten in einer Höhe von 1,5 bis 2 Metern an Baumstämmen befestigt werden. Im Gegensatz zu Vogelnistkästen zeigt das Eingangsloch zur Stammseite. Ein sonniger Standort inmitten dichter Vegetation ist besonders gut geeignet.
Autoren: Christine Resch und Stefan Resch apodemus – Institut für Wildtierbiologie 1
BAUMSCHLÄFER & CO.
IN DER TERRA RAETICA
Schneide alle Teile auf die richtigen Masse. Bitte nicht die Lüftungslöcher in der Bodenplatte vergessen!
Verschraube die Teile miteinander. Vorbohren, um ein Splittern des Holzes zu vermeiden!
Der Deckel kann mit einem Draht und zwei Schrauben in den Seitenwänden befestigt werden.
Zusätzliche U-Haken in den Seitenwänden erleichtern die Aufhängung des Kobels mit Draht. Erstellt im Rahmen des Projektes
Nicht vergessen:
Das Eingangsloch zeigt zur Stammseite, die beiden Leisten dienen als Abstandshalter zum Stamm.
Haselmaus | Foto: apodemus OG
BAUMSCHLÄFER
DRYOMYS NITEDULA
Vorderpfote: 4 Zehen; ca. 1 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; ca. 1,5 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
HASELMAUS
MUSCARDINUS AVELLANARIUS
Vorderpfote: 4 Zehen; max. 1 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; ca. 1 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
SIEBENSCHLÄFER
GLIS GLIS
Vorderpfote: 4 Zehen; über 1 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; über 1,5 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
GARTENSCHLÄFER
ELIOMYS QUERCINUS
Vorderpfote: 4 Zehen; ca. 1 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; ca. 1,8 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
WALDMAUS
APODEMUS SYLVATICUS
Vorderpfote: 4 Zehen; ca. 1 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; ca. 1,7 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
WALDSPITZMAUS
SOREX ARANEUS
Vorderpfote: 5 Zehen; ca. 0,5 cm groß
Hinterpfote: 5 Zehen; ca. 0,8 cm groß Hinterpfote Vorderpfote
SPUREN SUCHE
NUSSSPUREN
Kleinsäuger nutzen unterschiedliche Techniken, um Haselnüsse zu öffnen, und hinterlassen dabei charakteristische Spuren an der Nussschale. Diese Bissspuren geben wertvolle Hinweise darauf, welches Tier die Nuss gefressen hat.
RÖTELMAUS
Clethrionomys glareolus
Die Rötelmaus nagt ein Loch in die Schale, steckt ihre oberen Schneidezähne hinein und erweitert es mit den unteren Schneidezähnen. Dadurch entsteht ein rauer Lochrand mit einer scharfen Schnittkante und quer dazu verlaufenden Bissspuren. Im Gegensatz zu anderen Nagetieren sind auf der Nussoberfläche keine Abdrücke der oberen Schneidezähne zu finden.
Erstellt im Rahmen des Projektes
BAUMSCHLÄFER & CO.
IN DER TERRA RAETICA
Waldmaus
HASELMAUS
Muscardinus avellanarius
Die Haselmaus nagt ein Loch in die Schale und vergrößert es gezielt mit den unteren Schneidezähnen entlang der Kante. Das Ergebnis ist ein nahezu kreisförmiges Loch mit einem auffallend glatten Rand. Von diesem Loch ausgehend finden sich parallel bis spiralförmig angeordnete Zahnspuren auf der Nussoberfläche.
EICHHÖRNCHEN
Sciurus vulgaris
Eichhörnchen zerbrechen die Nuss typischerweise mit den unteren Schneidezähnen. Hierbei entstehen deutliche Abdrücke der unteren Schneidezähne (sichtbar mit einer Lupe!) sowie gegenüberliegende Haltespuren der oberen Schneidezähne an der Schale. An der Bruchkante oder der Nussoberfläche sind sonst keine weiteren Abdrücke zu erkennen. Oft wird nur ein Teil der Nuss abgesprengt, sodass ein ovales Loch entsteht. Erfahrene Tiere können die Nuss sogar gezielt halbieren.
Autoren: Christine Resch und Stefan Resch apodemus – Institut für Wildtierbiologie
WALDMAUS Apodemus sylvaticus
GELBHALSMAUS Apodemus flavicollis
Diese Nagetiere nagen zunächst ein Loch in die Nussschale und vergrößern es anschließend mithilfe ihrer unteren Schneidezähne. Dabei fixieren sie die Nuss außen (!) mit den oberen Schneidezähnen. Charakteristisch ist ein rauer Lochrand, der viele feine, parallel verlaufende Bissspuren aufweist, die quer zum Rand ausgerichtet sind. Zusätzlich sind auf der Nussoberfläche Abdrücke der oberen Schneidezähne zu erkennen.